Saison-Vorschau 2018: #29 Detroit Tigers

Ähnlich wie die gestern vorgestellten Miami Marlins sind die Detroit Tigers ein Team, das noch ziemlich am Anfang eines notwendigen Neuaufbaus steht. Die Erkenntnis, dass es Zeit dafür ist, traf die Tigers letztes Jahr mit aller Macht. Nachdem man 2011 bis 2014 die AL Central dominiert und 2016 noch einmal eine gute Saison mit 86 Wins hingelegt hatte, fand man sich 2017 mit nur 64 Siegen am Ende nicht nur der Division, sondern der ganzen Liga wieder. Ein lange erfolgreiches Team hatte seinen Zenit offensichtlich überschritten und das Front Office um General Manager Al Avila zog die Konsequenzen: Noch während der Saison wurden mehrere Veteranen gegen Prospects vertradet, unter ihnen Justin Verlander, Justin Upton, J. D. Martinez und Alex Avila (ja, der General Manager hat tatsächlich seinen eigenen Sohn „verkauft“). Ihnen folgte im Winter Ian Kinsler und Manager Brad Ausmus musste ebenfalls gehen. Als sein Nachfolger wurde Ron Gardenhire verpflichtet – angesichts der Erfahrungen und Erfolge aus seiner Zeit in Minnesota (2002 bis 2014) sieht er wie der richtige Mann für die Aufgabe aus, die ihn in Detroit erwartet. Es geht darum, innerhalb von ein paar Jahren ein konkurrenzfähiges und gleichzeitig bezahlbares Team aufzubauen. Wie viele Spiele im aktuellen Jahr gewonnen werden, ist für die Tigers völlig nebensächlich. Sollte es darauf hinauslaufen, dass sie auch 2019 wieder den ersten Pick in der Draft haben, werden sie darüber nicht böse sein.

Voraussichtliches Lineup
C James McCann
1B Miguel Cabrera
2B Dixon Machado
SS Jose Iglesias
3B Jeimer Candelario
LF Mikie Mahtook
CF Leonys Martin
RF Nick Castellanos
DH Victor Martinez

Voraussichtliche Rotation
SP Michael Fulmer
SP Matthew Boyd
SP Jordan Zimmerman
SP Mike Fiers
SP Daniel Norris
Closer Shane Greene

Wichtigster Zugang
Manager Ron Gardenhire (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
2B Ian Kinsler (Los Angeles Angels)

Bestes Prospect
SP Franklin Perez

Größte Stärke
Schwache Konkurrenz: Die Cleveland Indians sind das einzige Top-Team in der AL East, ansonsten haben die Tigers es mit den White Sox und den Royals zu tun, deren Situation ihrer eigenen sehr ähnlich ist, und mit den Twins, die erst noch zeigen müssen, ob sie das gute letzte Jahr wiederholen können. In dieser Konstellation kann jedes Team mit ein bisschen Glück zur Überraschung des Jahres werden.

Größte Schwäche
Teure Verträge: Ein Hindernis für den Neuaufbau sind Veteranen, die im Verhältnis zu ihren aktuellen Leistungen zu viel Geld bekommen und für die sich deshalb auch kaum ein Abnehmer findet. Miguel Cabrera bekommt noch 184 Millionen Dollar bis 2023, Jordan Zimmerman noch 74 Millionen bis 2020 und Victor Martinez 18 Millionen für das laufende Jahr.

Spannendste Frage
Was wird aus Michael Fulmer? Wenn die Tigers eine Chance sehen, die eben erwähnten Veteranen loszuwerden, werden sie sie sofort ergreifen. Auch Nick Castellanos, Shane Greene und Jose Iglesias könnten bis zur Trade Deadline noch versilbert werden. In Bezug auf Fulmer wird die Entscheidung schwierig – der Starter ist einerseits Detroits wertvollster Trade Chip, für den man ordentlich Talente verlangen könnte. Andererseits ist er noch bis 2022 unter Teamkontrolle, sodass auch möglich wäre, ihn als langfristigen Fixpunkt des Neuaufbaus einzuplanen.

Prognose
Platz 5 in der AL Central

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Februar 27th, 2018 by