Saison-Vorschau 2019: #2 Houston Astros

Für ein Team, das 2017 die World Series und 2018 zum zweiten Mal in Folge über 100 Saisonspiele gewonnen hat, kann es kein anderes Ziel geben: Die Houston Astros wollen und werden auch dieses Jahr ein ernstes Wort um die Meisterschaft mitreden. Die Konkurrenz um dieses Ansinnen ist wie üblich groß, vor allem innerhalb der American League. Für den ersten Schritt hingegen – den Gewinn der eigenen Division – sehe ich kaum ernsthafte Probleme auf die Astros zukommen. Ähnlich wie die Indians in der AL Central bildet Houston in der AL West eine Klasse für sich. Das Stamm-Lineup ist im Kern das gleiche wie in den beiden vergangenen Jahren. Neu sind Outfielder Michael Brantley, der eine klare Verstärkung darstellt, sowie Catcher Robinson Chirinos, der zumindest offensiv ein Upgrade gegenüber der Situation im letzten Jahr ist. 2019 gehört Houston also erneut zum ganz engen Kreis der Titelanwärter. Für die nächsten Jahre bin ich etwas skeptischer, weil einige Spielerverträge in absehbarer Zeit auslaufen. Immerhin sind die Astros frühzeitig aktiv geworden und haben bereits Jose Altuve, Justin Verlander und Alex Bregman mit neuen Kontrakten ausgestattet – und mit deutlich höheren Gehältern. Sie sind es wert, keine Frage, aber die steigenden Personalkosten werden es schwer machen, weitere Stars wie Gerrit Cole oder Carlos Correa zu halten oder zu ersetzen. Die Farm ist immer noch solide, aber nicht mehr überragend besetzt – nicht zuletzt, weil bei den Trades für Verlander und Cole in den letzten beiden Jahren einige vielversprechende Talente hergegeben werden mussten.

Voraussichtliches Lineup
C Robinson Chirinos
1B Yuli Gurriel
2B Jose Altuve
SS Carlos Correa
3B Alex Bregman
LF Michael Brantley
CF George Springer
RF Josh Reddick
DH Tyler White

Voraussichtliche Rotation
RHP Justin Verlander
RHP Gerrit Cole
RHP Collin McHugh
RHP Joshua James
LHP Wade Miley
Key Reliever: Roberto Osuna

Wichtigster Zugang
OF Michael Brantley (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
LHP Dallas Keuchel (noch ohne Verein)

Bestes Prospect
RHP Forrest Whitley

Größte Stärke
Das Infield: Ich lasse einfach mal Zahlen sprechen. Die prognostizierte Gesamtleistung der vier Stammspieler im Infield der Astros in Form von Wins Above Replacement wird von Fangraphs auf 15,7 WAR beziffert. Die Löwenanteile davon gehen auf Altuve (4,8), Bregman (5,4) und Correa (4,7) zurück. Das Infield der Astros ist demnach nicht nur das beste der Liga, sondern es ist auch besser als die Summe sämtlicher Batter der Rangers (15,2), der White Sox (14,5), der Royals (14,1), der Tigers (11,6) und der Marlins (10,9) und es ist besser als das gesamte Team der Orioles (15,2).

Größte Schwäche
Verluste beim Vereinspersonal: Die Astros mussten in dieser Offseason einige schmerzhafte Abgänge aus den Reihen der Väter ihrer Erfolge verzeichnen. Assistant-GM Mike Elias, bisher hauptverantwortlich für die Entwicklung junger Spieler, Hitting-Coach Dave Hudgens, Bullpen-Coach Doug White und Minor-League-Hitting-Coordinator Jeff Albert haben sich allesamt durch ihre gute Arbeit bei den Astros dafür empfohlen, anderswo noch attraktivere Jobs zu erhalten.

Spannendste Frage
Sind die Verluste in der Starting Rotation zu kompensieren? Mit 3.11 ERA und über 30 Wins Above Replacement hatte Houston 2018 das mit Abstand stärkste Pitching aller MLB-Teams. Die beiden Hauptverantwortlichen dafür, Justin Verlander und Gerrit Cole, sind noch da, aber den Rest der Starting Five müssen die Astros ersetzen: Dallas Keuchel und Charlie Morton haben den Klub verlassen und Lance McCullers fällt mit Tommy-John-Surgery lange aus. Es bleibt abzuwarten, wie gut Neuverpflichtung Wade Miley, Prospect Josh James und der vom Reliever zurück zum Starter umfunktionierte Collin McHugh die Lücken füllen können.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL West

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März 25th, 2019 by