Saison-Vorschau 2019: #7 Cleveland Indians

Die Cleveland Indians haben in den letzten Jahren sechsmal hintereinander mehr Siege als Niederlagen eingefahren, viermal die Playoffs erreicht, drei Divisionstitel in Folge gewonen und sind einmal bis in Spiel 7 der World Series vorgedrungen. Die Meisterschaft, auf die ihre Fans seit 1948 warten, konnten sie jedoch bislang nicht holen. Mit einer bärenstarken Rotation und dem wohl besten Duo im linken Infield, das die MLB zu bieten hat, werden die Indians dieses Jahr einen weiteren Angriff auf den Titel starten. Es könnte für einige Zeit der letzte sein, denn das Gelegenheitsfenster hat bereits begonnen, sich zu schließen. Michael Brantley, Cody Allen, Andrew Miller und ein paar andere sind schon weg, Trevor Bauer wird nächstes Jahr Free Agent und Carlos Carrasco und Corey Kluber werden nicht jünger – genauer gesagt wird Carrasco morgen 32 und Kluber ein paar Tage später 33. Für einen Mann ist das kein Alter, aber für einen Profisportler, der nicht Bartolo Colon oder CC Sabathia heißt, ist es ein Punkt, an dem die Leistungskurve ihre Spitze normalerweise überschritten hat. Vor allem wird die AL Central nicht auf Dauer der Selbstläufer für die Indians bleiben, der sie in den vergangenen Jahren war und wohl auch dieses Jahr noch sein wird. Aber genug der Schwarzmalerei. Das soll hier in erster Linie eine Vorschau auf die Saison 2019 sein und in dem Jahr sehe ich (noch) niemanden, der den Indians in Bezug auf den Divisionssieg gefährlich werden dürfte. Wie im letzten Jahr werden sie ohne große Schwierigkeiten in die Playoffs einziehen und somit eine weitere Chance haben, diese erfolgreiche Phase ihrer Vereinsgeschichte mit dem ersehnten Titel zu krönen.

Voraussichtliches Lineup
C Kevin Plawecki
1B Jake Bauers
2B Jason Kipnis
SS Francisco Lindor
3B Jose Ramirez
LF Jordan Luplow
CF Leonys Martin
RF Tyler Naquin
DH Carlos Santana

Voraussichtliche Rotation
LHP Corey Kluber
RHP Trevor Bauer
RHP Carlos Carrasco
LHP Mike Clevinger
RHP Shane Bieber
Key Reliever: Brad Hand

Wichtigster Zugang
1B/DH Carlos Santana (Philadelphia Phillies via Seattle)

Wichtigster Abgang
OF Michael Brantley (Houston Astros)

Bestes Prospect
3B Nolan Jones

Größte Stärke
Die Rotation: Corey Kluber ist Jahr für Jahr im Rennen um den Cy-Young-Award – in den letzten fünf Jahren hat er ihn zweimal gewonnen und ist zweimal Dritter geworden. Doch anders als viele andere Teams müssen die Indians nicht jeden fünften Tag herbeisehnen, weil dann wieder ihr Ass auf dem Mound steht. Denn Carlos Carrasco, Trevor Bauer, Mike Clevinger und selbst Nummer-fünf-Starter Shane Bieber stehen Kluber nicht weit nach. Das spiegelt sich zum Beispiel darin wieder, dass die Indians letztes Jahr 993.2 Innings von ihren Startern bekommen haben. Das sind mehr als sechs Innings pro Spiel und mit Abstand die meisten aller MLB-Teams.

Größte Schwäche
Das Outfield: In diesem Bereich ist kein einziger Spieler vorhanden, der in den letzten zwei, drei Jahren einigermaßen konstante Leistungen gebracht hat. Leonys Martin, Bradley Zimmer und Tyler Naquin kommen zudem alle aus Verletzungspausen beziehungsweise in Martins Fall von einer schweren Erkrankung. Zimmer wird wohl erst gegen Mitte der Saison einsatzbereit sein.

Spannendste Frage
Ist die Dominanz in der Division ein Nachteil? Eigentlich ist es ja sehr angenehm, als Favorit in die Saison zu gehen und dieser Rolle das ganze Jahr über unangefochten gerecht zu werden. Man kann aber auch argumentieren, dass die fehlende Konkurrenz und der kaum vorhandene Druck während der regulären Saison eine schlechte Vorbereitung auf die Playoffs darstellen. Bei den Indians war 2018 vermutlich genau das das Problem. Mit 13 Spielen Vorsprung holten sie souverän die AL Central, nur um in der ersten Runde der Postseason sang- und klanglos 0:3 gegen die Astros unterzugehen.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

März 20th, 2019 by