Saison-Vorschau 2019: #27 Kansas City Royals

Dayton Moore, der General Manager der Kansas City Royals, mag die Begriffe „Rebuilding“ und „Tanking“ nicht. Er betont bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass er nichts davon hält, Niederlagen als Teil eines mehrjährigen Plans zu akzeptieren. Tatsächlich ist aber genau das die Erfolgsformel, mit der er selbst vor einigen Jahren ein Team aufbaute, das 2014 und 2015 zweimal hintereinander in die World Series einzog. Und es ist wohl auch jetzt wieder der einzige sinnvolle Weg für die Royals, nachdem das Zeitfenster dieser Erfolgsphase sich offensichtlich und unwiderruflich geschlossen hat. In der AL Central sind sie in bester Gesellschaft mit den Detroit Tigers und den Chicago White Sox, die sich in einem ähnlichen Prozess befinden, und auch mit den Minnesota Twins, die auf dem gleichen Weg schon ein Stück weiter sind. Wahrscheinlich wird es an der Spitze der Division für die Cleveland Indians dieses Jahr erneut ziemlich einsam, doch in zwei, drei Jahren kann sich dieses Bild komplett gedreht haben. Ob dann auch die Royals wieder im Rennen sind, sehe ich eher skeptisch. Im Vergleich mit den Tigers, White Sox und Twins sehe ich bei ihnen am wenigsten die klare Perspektive in Form von talentiertem Nachwuchs. Hinzu kommt, dass sie sich in einem der kleinsten MLB-Märkte befinden und sich somit dauerhaft kaum finanzielle Sprünge in Form hochrangiger Free-Agent-Verpflichtungen leisten können.

Voraussichtliches Lineup
C Salvador Perez
1B Ryan O’Hearn
2B Whit Merrifield
SS Adalberto Mondesi
3B Hunter Dozier
LF Alex Gordon
CF Billy Hamilton
RF Brett Phillips
DH Jorge Soler

Voraussichtliche Rotation
LHP Danny Duffy
RHP Jakob Junis
RHP Brad Keller
RHP Ian Kennedy
LHP Eric Skoglund
Key Reliever: Wily Peralta

Wichtigster Zugang
CF Billy Hamilton (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
RHP Jason Hammel (Texas Rangers)

Bestes Prospect
RHP Brady Singer

Größte Stärke
Geschwindigkeit und Defense: Diese beiden Faktoren sind seit Jahren Schwerpunkte der Kaderzusammenstellung in Kansas City. Dass sich daran nichts geändert hat, zeigt sich vor allem an der Zusammensetzung des Outfields. Dieses besteht mit Phillips, Gordon und Neuzugang Hamilton komplett aus Spielern, die auf dem Feld deutlich mehr überzeugen als am Schlag.

Größte Schwäche
Die Farm: Für eine Franchise im Rebuilding-Modus sind die Royals erstaunlich schlecht mit Prospects bestückt. Das liegt daran, dass man 2016/2017 mindestens ein Jahr zu lange versucht hat, ein Team wettbewerbsfähig zu halten, das sich bereits selbst überlebt hatte. In dieser Phase tradete man für kurzfristige Verstärkungen großzügig Talente weg, die man nun für den Neuaufbau bitter vermisst. Immerhin hat man in der kommenden Draft den #2-Pick.

Spannendste Frage
Wann geht Ned Yost? Der 63-Jährige ist seit 2010 Field Manager der Royals; er hat in der Zeit mit dem Team mehr Niederlagen eingefahren als Siege, es aber auch zweimal in die World Series geführt und diese einmal gewonnen. Es erscheint unwahrscheinlich, dass Yost Teil des Rebuilding-Plans der Royals ist, doch für 2019 hat man den Vertrag mit ihm noch mal für ein Jahr verlängert.

Prognose
Platz 4 in der AL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

Februar 28th, 2019 by