Saison-Vorschau 2021: #8 Minnesota Twins

Das erfolgreichste Team der American League in den letzten beiden Jahren? Tatsächlich, das sind die Minnesota Twins. Zumindest wenn man nach den Ergebnissen der regulären Saisonspiele geht, von denen die Twins 2019 und 2020 insgesamt 137 gewonnen haben. Außerdem sind die Twins das einzige Team der AL, das in beiden Jahren Erster in seiner Division wurde. Doch die große Bühne überließ man wieder mal anderen, denn aus den Playoffs verabschiedete Minnesota sich beide Male sang- und klanglos, wie es inzwischen traurige Gewohnheit ist. Seit nunmehr 17 Jahren warten die Twins auf einen Playoffsieg. Ich meine nicht den Sieg in einer Playoffserie, sondern einen einzigen Sieg. Seit sie die ALDS 2004 mit 1-3 gegen die Yankees verloren, schafften sie es sechsmal in die Postseason und fuhren dabei eine Bilanz von 0-15 ein. Das einzige Rezept angesichts dieser statistischen Absurdität dürfte sein, es einfach immer wieder zu versuchen. Denn ein plausibler Schuldiger an der anhaltenden Misere lässt sich nicht festmachen: Sämtliche Spieler, der Trainerstab, das Management, das Stadion, das Trikotdesign – alles wurde im Laufe der 17 Jahre mindestens einmal gewechselt, ohne dass sich das Schicksal der Franchise gewendet hätte. Die gute Nachricht immerhin ist, dass die Twins nach wie vor gut aufgestellt erscheinen, um 2021 einen erneuten Anlauf auf einen Playoffsieg und – wenn der Knoten mal geplatzt ist – vielleicht auch ein paar mehr zu unternehmen. Das Lineup bleibt weitgehend dasselbe, ergänzt um Gold-Glove-Shortstop Andrelton Simmons und wahrscheinlich um Nachwuchs-Outfielder Alex Kirilloff, der den Platz von Eddie Rosario einnimmt. Aus der Starting Rotation ließ man Jake Odorizzi und Rich Hill ziehen, als Ersatz kamen J. A. Happ und Matt Shoemaker. Der Hauptkonkurrent um den Divisionssieg in der AL Central sind dieses Jahr vermutlich nicht mehr die Cleveland Indians, sondern die Chicago White Sox. Ich erwarte ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Twins und der White Sox, an dessen Ende sich beide für die Playoffs qualifizieren.

Voraussichtliches Lineup
C Mitch Garver
1B Miguel Sano
2B Jorge Polanco
SS Andrelton Simmons
3B Josh Donaldson
LF Alex Kirilloff
CF Byron Buxton
RF Max Kepler
DH Nelson Cruz

Voraussichtliche Rotation
RHP Kenta Maeda
RHP Jose Berrios
RHP Michael Pineda
LHP J. A. Happ
RHP Matt Shoemaker
Key Relievers: Taylor Rogers, Alex Colome

Wichtigster Zugang
SS Andrelton Simmons (Los Angeles Angels)

Wichtigster Abgang
OF Eddie Rosario (Cleveland Indians)

Bestes Prospect
OF Alex Kirilloff

Größte Stärke
Die Offense: Anders als 2019 waren die Twins 2020 nicht auf der Jagd nach Homerun-Rekorden. Dennoch handelt es sich nach wie vor um eines der potentesten Lineups im Baseball. Mit Aufsteiger Kirilloff dürfte ein weiterer überdurchschnittlicher Batter hinzukommen. Simmons als neuer Shortstop verstärkt zwar eher die Defense, erhöht aber gleichzeitig die Flexibilität beim Einsatz von Jorge Polanco und Luis Arraez.

Größte Schwäche
Pitching-Tiefe: Die Rotation wird von einer starken Top-3 aus Jose Berrios, Kenta Maeda und Michael Pineda angeführt. Die Neulinge Happ und Shoemaker haben in ihren bisherigen Klubs zwar gelegentlich gute, aber selten konstante Leistungen gebracht. Der Bullpen wurde um Alex Colome ergänzt, doch nach dem Abgang von Trevor May, Sergio Romo, Matt Wisler und Tyler Clippard müssen noch einige andere in die Bresche springen.

Spannendste Frage
Ist Max Kepler besser als die Zahlen zeigen? Der einzige deutsche MLB-Spieler bringt seit Jahren solide bis sehr gute Leistungen, aber mit etwas mehr Glück könnten sie noch stärker sein: Sein BABIP (Batting Average on Balls In Play) lag 2020 bei .236 und in den letzten fünf Jahren bei .252. Das ist einer der niedrigsten Werte der Liga und spricht unter der Annahme von Regression zur Mitte dafür, dass Keplers Statistiken in den nächsten Jahren einen Sprung nach oben machen könnten.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL Central, Wild Card

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März 23rd, 2021 by