Rivalitäten in der MLB: Yankees vs. Mets

Die Serie zu Rivalitäten in der MLB geht in die vierte Runde. Heute ist eine in zweierlei Hinsicht ganz besondere Konkurrenz an der Reihe: besonders zum einen aus persönlichen Gründen, weil es die eindeutig wichtigste Rivalität meines Lieblingsteams ist; besonders aber auch aus objektiv messbaren Gründen, weil die Ballparks der New York Yankees und der New York Mets mit elf Kilometern Luftlinie so nah beieinander liegen wie keine anderen in der MLB.

Angesichts der geographischen Nähe war die Rivalität vom ersten Tag des Bestehens der Mets vorprogrammiert. Nachdem 1958 die Dodgers und die Giants New York verlassen hatten, war schnell klar, dass im großen und wichtigen Markt New York wieder ein National-League-Team angesiedelt werden sollte. So entstanden 1962 die Mets, die von ihren Vorgängern nicht nur die Farben (das Blau der Dodgers und das Orange der Giants) und einen Teil der Fans sondern auch die Konkurrenz mit den Yankees erbten. Diese war aus Sicht der Mets immer ein bisschen wichtiger als aus Sicht der Yankees, weil die Mets stets der finanzielle und meistens auch der sportliche Underdog waren und weil die Yankees sich in ihrer langen Historie schon diverse traditionsreiche Feindschaften (vor allem mit den Red Sox, den Dodgers und den Giants) aufgebaut hatten, bevor es die Mets überhaut gab.

Ähnlich wie in der Konkurrenz zwischen den Cubs und den White Sox in Chicago war auch die Rivalität zwischen den Mets und den Yankees trotz größtmöglicher räumlicher Nähe für lange Zeit ein reines Fernduell: Die National League und die American League trafen nur in der World Series aufeinander und da die beiden New Yorker Teams sich dafür in jenem Zeitraum nie gleichzeitig qualifizierten, gab es in den ersten 35 Jahren des Konkurrenzverhältnisses kein einziges offizielles Aufeinandertreffen. Genau wie in Chicago war die Einführung von Interleague-Spielen im Jahr 1997 der Startschuss für jährliche Duelle der Lokalrivalen. Das erste Spiel der sogenannten Subway Series gewannen am 16. Juni 1997 im Yankee Stadium die Mets mit 6:0, die Serie ging allerdings 2:1 an die Yankees.

Unbestrittener Höhepunkt der Rivalität war das Jahr 2000. Die erste Besonderheit war, dass am 8. Juli erstmals seit knapp 100 Jahren zwei Teams zweimal am selben Tag in zwei unterschiedlichen Stadien ihre Kräfte maßen – mittags im Shea Stadium der Mets, abends im Yankee Stadium. Beide Spiele gingen mit 4:2 an die Yankees und beide Niederlage waren besonders schmerzhaft für die Mets, denn die erste wurde ihnen ausgerechnet von der ehemaligen Mets-Legende Dwight „Doc“ Gooden beigebracht und während der zweiten verletzte Yankees-Pitcher Roger Clemens eine andere Mets-Legende, Catcher Mike Piazza, mit einem Fastball an den Kopf. Schon die Ereignisse dieses 8. Juli hatten die Rivalität deutlich angeheizt. Noch mehr tat es der Umstand, dass die Yankees und die Mets in diesem Jahr zum ersten und bisher einzigen Mal in der World Series aufeinander trafen. Die Yankees hatten auch in dieser Serie mit 4:1 das bessere Ende für sich.

Anders als in Chicago, wo zwischen den Fanschwerpunkten der Cubs im Norden und der White Sox im Süden der Stadt eine regelrechte Grenzlinie verläuft, kann man von New York nicht behaupten, dass es eine sichtbare Aufteilung zwischen den beiden Teams gäbe – die Yankees haben schlichtweg im gesamten Stadt- und Staatsgebiet die meisten Fans, sogar in Queens, dem Heimatstadtteil der Mets. Laut einer Studie des Wall Street Journals von 2010 gibt es in New York fast doppelt so viele Yankees- wie Metsfans (60% zu 33%). Allerdings ist die Verbundenheit der Metsfans zu ihrem Team und zum Baseballsport stärker – sie verfolgen zu deutlich höheren Anteilen täglich das Geschehen und hören deutlich öfter Sportradio. Während die Yankees als Organisation den Mets wirtschaftlich schon immer überlegen waren, ist unter den Fans der Anteil der Besserverdienenden (über 100.000 $ im Jahr) ungefähr gleich groß. Allerdings sind bei den Fans der Yankees die höchsten und niedrigsten Einkommensgruppen stärker besetzt, die Metsfans ballen sich eher in der Mitte.

In der regulären Saison trafen die beiden New Yorker Teams bislang 108-mal aufeinander. 62 Spiele gewannen die Yankees, 46 die Mets. Im Durchschnitt gab es in diesen Spielen 4,8 Runs für die Yankees und 4,3 für die Mets. Das deutlichste Ergebnis war ein 15:0 der Yankees am 14. Juni 2009.

Dezember 6th, 2016 by