So funktioniert die erweiterte Postseason

Die MLB ist gestern wie geplant mit zwei Eröffnungsspielen in die Saison 2020 gestartet. Beim 4:1 der Yankees über die Nationals und beim 8:1 der Dodgers über die Giants fuhren die jeweiligen Top-Favoriten der National League und der American League die ersten Siege ein. Eine faustdicke Überraschung gab es am Opening Day aber dennoch, und zwar schon wenige Stunden vor dem zeremoniellen ersten Pitch des US-Chef-Virologen Anthony Fauci: Die Spielergewerkschaft MLBPA und die Vertreter der Klubs einigten sich auf den letzten Drücker doch noch, die Playoffs in diesem Jahr zu erweitern. 

Anstelle der üblichen 10 werden in dieser besonderen Saison 16 Teams an der Endrunde um die Meisterschaft teilnehmen. Qualifiziert sind in jedem Fall die Mannschaften, die auf Platz eins oder zwei ihrer Division landen. Hinzu kommen jeweils zwei weitere Teams in der AL und der NL, basierend auf den besten Bilanzen aus der regulären Saison. 

Die erste Runde der Playoffs, die Wildcard-Runde, besteht dieses Jahr aus acht Best-of-3-Serien. Diese finden an drei aufeinander folgenden Tagen im Heimstadion des (anhand der Saisonbilanz) höher gesetzten Teams statt. Im Anschluss an diese besondere Runde gehen die Playoffs weiter wie gewohnt: je Liga zwei Divisional-Serien (Best-of-5), dann je eine League-Championship-Serie (Best-of-7) und schließlich die World Series, ebenfalls im gewohnten Modus Best-of-7.

Die erweiterten Playoffs ermöglichen mehr Einnahmen für die Vereine (vor allem aus Übertragungsrechten) und für die Spieler sowie etwas mehr Baseball für die Fans am Ende der pandemiebedingt stark verkürzten und eingeschränkten Saison. Dass man eine solche für alle Seiten sinnvolle Einigung nicht schon vor Wochen gefunden hat, fand ich sehr befremdlich – aber nun hat man ja gerade so noch die Kurve bekommen. 

Juli 24th, 2020 by