März 26th, 2019 by Silversurger

Die New York Yankees stehen kurz vor dem Abschluss ihres erfolglosesten Jahrzehnts seit den 1910er Jahren. Klingt komisch, ist aber so, denn wenn sie dieses Jahr nicht mindestens die American League gewinnen, dann war das die erste Dekade in den letzten hundert Jahren ohne einen Titel für die Yankees. So weit muss es allerdings nicht kommen, denn das 100-Siege-Team der Saison 2018 scheint reif für den nächsten Schritt. Die Yankees haben ein junges, gutes und (für ihre Verhältnisse) bezahlbares Lineup am Start, dazu einen furchteinflößenden Bullpen und eine zumindest solide Starting Rotation. Letztere war der Bereich, der am deutlichsten nach einem Upgrade gegenüber dem letzten Jahr verlangte, und mit der Verpflichtung von James Paxton hat sie es prompt bekommen. Ansonsten waren die Yankees relativ zurückhaltend in der Offseason. Das Wettbieten um Manny Machado und Bryce Harper sah man sich interessiert, aber offenbar ohne großen Handlungsdruck an. Keinen der beiden braucht man so dringend, als dass man für ihn das vorhandene Gehalts- und Teamgefüge gefährden müsste. Durch eine längere Verletzungspause für Didi Gregorius tat sich zwar eine Lücke auf der Shortstop-Position auf, doch diese füllte man genügsam mit dem günstig zu habenden Veteran Troy Tulowitzki. Zusätzliche Infield-Tiefe kam mit 2B DJ LeMahieu, ansonsten vertraut man dem bisherigen Personal. Unter diesem stehen vor allem Gary Sanchez und Aaron Judge in der Pflicht, zurück zu ihrer Form von 2017 zu finden. Wenn das gelingt, wenn zudem Gleyber Torres, Luke Voit und Miguel Andujar an ihre Breakout-Saison 2018 anknüpfen und wenn sich die Verletzungen nicht noch weiter häufen, dann sind die Yankees ein ganz heißer Kandidat für den Gewinn der World Series 2019.

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Luke Voit
2B Gleyber Torres
SS Didi Gregorius
3B Miguel Andujar
LF Brett Gardner
CF Aaron Hicks
RF Aaron Judge
DH Giancarlo Stanton

Voraussichtliche Rotation
RHP Luis Severino
LHP James Paxton
RHP Masahiro Tanaka
LHP J. A. Happ
LHP C. C. Sabathia
Key Reliever: Aroldis Chapman

Wichtigster Zugang
LHP James Paxton (Seattle Mariners)

Wichtigster Abgang
RHP David Robertson (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
OF Estevan Florial

Größte Stärke
Homeruns: 2018 stellten die Yankees mit 267 Homeruns in einer Saison einen Rekord auf. Bemerkenswert ist, dass sie das ohne einen einzigen Spieler mit 40 oder mehr Homeruns bewerkstelligt haben, dafür mit sieben Spielern, die über 15 Homeruns schlugen. Wenn die Mega-Slugger Giancarlo Stanton und Aaron Judge zu ihrem Rhythmus finden, könnten die Yankees ihren eigenen Rekord bei erster Gelegenheit überbieten.

Größte Schwäche
Verletzungen: Es hat die Yankees bereits ziemlich heftig erwischt im Vorfeld der Saison und während des Spring Trainings. Die Stammspieler Luis Severino, C. C. Sabathia, Didi Gregorius, Dellin Betances und Aaron Hicks sowie Top-Prospect Estevan Florial werden allesamt zum Saisonstart und teilweise weit darüber hinaus ausfallen.

Spannendste Frage
Wer ist der wahre Luis Severino? Sobald Severino nach seiner Schulterentzündung wieder im Einsatz ist, wird er zu beweisen haben, dass er auf Dauer das Ass sein kann, das die Yankees in ihm sehen. In den ersten drei Monaten der vergangenen Saison pitchte er einen ERA von 2.31, nach dem All-Star-Break schien er wie ausgewechselt mit nachlassender Pitch-Geschwindigkeit und einem ERA von 5.57.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL East, World Series

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März 24th, 2019 by Silversurger

Der sogenannte World-Series-Hangover ist ein vielbemühtes Motiv, wenn man Gründe sucht, warum ein Team, das sich gerade als das beste auf der Welt erwiesen hat, im Folgejahr vielleicht nicht mehr ganz so gut sein könnte. Tatsächlich scheint an der Sache etwas dran zu sein. Jedenfalls hat von den 18 MLB-Champions dieses Jahrhunderts kein einziger seinen Titel im Jahr darauf verteidigen können. Die Hälfte von diesen 18 hat es noch nicht mal zurück in die Playoffs geschafft. Die Boston Red Sox zum Beispiel stürzten nach ihrer Meisterschaft von 2013 im Jahr darauf auf nur noch 71 Siege und den letzten Platz in ihrer Division ab. Die Gefahr, dass es ihnen dieses Mal ähnlich ergeht, erscheint allerdings relativ gering. Die Mannschaft für dieses Jahr ist größtenteils dieselbe, die letzte Saison den Franchise-Rekord von 108 Siegen aufgestellt und anschließend elf von vierzehn Playoff-Spielen gewonnen hat. Das Lineup und die Rotation sind von Stars gespickte Mischungen aus Jugend und Erfahrung. Das Front Office um Dave Dombrowski wird weiterhin seine aggressive Win-Now-Strategie verfolgen und ohne zu Zögern Geld und Prospects investieren, wenn sich während der Saison ein Bedarf zum Nachrüsten ergibt. In der Offseason hat es jedoch darauf verzichtet, auch nur einen Hauch frischen Windes in das Team zu bringen. Nicht zuletzt deswegen fürchte ich, dass der Hangover nicht ganz ausbleiben wird – hier ein bisschen zu viel Zufriedenheit mit dem bereits Erreichten, dort ein bisschen körperliche Abnutzung nach der langen und anstrengenden Saison könnten bereits genug sein, um die Red Sox für dieses Jahr knapp hinter den anderen Top-Teams der American League einzuordnen.

Voraussichtliches Lineup
C Christian Vazquez
1B Mitch Moreland
2B Dustin Pedroia
SS Xander Bogaerts
3B Rafael Devers
LF Andrew Benintendi
CF Jackie Bradley Jr.
RF Mookie Betts
DH J. D. Martinez

Voraussichtliche Rotation
LHP Chri Sale
LHP David Price
RHP Rick Porcello
RHP Nathan Eovaldi
LHP Eduardo Rodriguez
Key Reliever: Matt Barnes

Wichtigster Zugang
RHP Colten Brewer (San Diego Padres)

Wichtigster Abgang
RHP Craig Kimbrel (noch ohne Verein)

Bestes Prospect
1B/3B Michael Chavis

Größte Stärke
Das Outfield: Mookie Betts ist zurzeit der beste MLB-Spieler, der nicht Mike Trout heißt. Im Gegensatz zu Trout ist Betts von sehr starken Mitspielern umgeben und formt gemeinsam mit Andrew Benintendi und Jackie Bradley Jr. das wohl stärkste Outfield im Baseball. Für einen der gefürchtetsten Hitter der Liga, J. D. Martinez, bleibt in dieser Gruppe auf dem Feld meist kein Platz, aber zum Glück für die Red Sox gibt es in der AL den Posten des Designated Hitters.

Größte Schwäche
Das rechte Infield: Linkshänder Mitch Moreland und Rechtshänder Steve Pearce sind jeweils für sich genommen eher unterdurchschnittliche Optionen als First Basemen. Solange sie sich als Platoon je nach Händigkeit der Pitcher abwechseln, ist die Position zumindest solide ausgefüllt. Solide wäre auch Dustin Pedroia an der zweiten Base, wenn er denn mal gesund bliebe. Das war leider schon lange nicht mehr der Fall und auch diese Saison wird er auf der Verletztenliste beginnen.

Spannendste Frage
Wie effektiv ist der Bullpen ohne Kimbrel? In Person von Craig Kimbrel hatten die Red Sox in den letzten Jahren einen Elite-Closer. Der wollte nun auch einen Elite-Vertrag, den man ihm in Boston nicht geben wollte. Ein direkter Nachfolger wurde ebenfalls nicht verpflichtet, sodass nun die internen Lösungen Matt Barnes und Ryan Brasier die Save-Gelegenheiten unter sich aufteilen sollen. Zweifel an der Tragfähigkeit des Modells sind angebracht, vor allem da Barnes im Spring Training bisher nicht überzeugte und Brasier die meiste Zeit an Verletzungen laborierte.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL East und eine Wild Card

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März 17th, 2019 by Silversurger

Die Tampa Bay Rays sind für mich zugleich der intelligenteste und der bedauernswerteste Klub in der MLB. Die Intelligenz der Rays oder besser gesagt ihrer sportlichen Leitung zeigt sich darin, dass es ihnen regelmäßig gelingt, aus nichts etwas zu machen. In einem kleinen Markt, der sie in der Gehälterrangliste Jahr für Jahr weit unten auftauchen lässt, haben sie ein wirklich starkes Team zusammengestellt. Aus diesem holen sie das Optimum heraus, indem immer wieder kreative Ideen entwickelt werden. Letztes Jahr beispielsweise war die taktische Variante des Openers (siehe unten) eine Innovation der Rays, die schnell Nachahmer fand. Auch eine sinnvolle und disziplinierte Verteilung der Belastung war ein Kennzeichen der Rays des Jahres 2018. Ein Ass wie Blake Snell würden die meisten Teams so oft und so lange melken, bis nichts mehr herauskommt. Die Rays limitierten Snell auf 180 Innings und er honorierte sie (und sich selbst) mit einer Cy-Young-Saison. Die Rays brachten es als „ärmstes“ Team der Liga auf 90 Siege und das in einer sehr schweren Division. Wegen eben jener Division sind die Rays aber auch bedauernswert, denn in kaum einer anderen Gruppe als in der AL East mit den Yankees und den Red Sox scheint es so aussichtslos zu sein, als kleiner Klub für gute Arbeit belohnt zu werden. Wenn nichts völlig Überraschendes passiert, besteht die einzige Playoff-Chance der Rays darin, beide Wild Cards der American League in die AL East zu holen. Ich traue ihnen zu, dieses Jahr genau das zu tun.

Voraussichtliches Lineup
C Mike Zunino
1B Yandy Diaz
2B Joey Wendle
SS Willy Adames
3B Matt Duffy
LF Tommy Pham
CF Kevin Kiermaier
RF Austin Meadows
DH Ji-Man Choi

Voraussichtliche Rotation
LHP Blake Snell
RHP Charlie Morton
RHP Tyler Glasnow
LHP Ryan Yarbrough
RHP Yonny Chirinos
Key Reliever: Jose Alvarado

Wichtigster Zugang
RHP Charlie Morton (Houston Astros)

Wichtigster Abgang
RHP Sergio Romo (Miami Marlins)

Bestes Prospect
SS Wander Franco

Größte Stärke
Flexibilität: Die Rays haben eine Routine darin entwickelt, mit Abgängen und Ausfällen fertig zu werden. Letztes Jahr brachten sie 23 Rookies zum Einsatz – ein Teamrekord und zugleich die höchste Zahl von Neulingen, mit der je ein Team 90 Siege geholt hat.

Größte Schwäche
Fehlendes Interesse: Ein weiterer Grund, die Rays zu bedauern ist, dass nach wie vor kaum jemand kommt, um sich den guten Baseball anzusehen, den sie spielen. 2018 hatten sie den zweitniedrigsten Zuschauerschnitt, unterboten nur von den Nachbarn in Miami. Vor lauter Verzweiflung wurde für die Saison 2019 beschlossen, das komplette Oberdeck von Tropicana Field zu schließen. Das mit bislang 31.042 Plätzen bereits kleinste aller MLB-Stadien reduziert seine Kapazität dadurch noch einmal um 5.000 Plätze. Die Hoffnung ist, durch das engere Zusammenrücken der wenigen Zuschauer mehr Atmosphäre zu schaffen. Langfristig werden die Rays sich wohl nach einem neuen Standort umschauen.

Spannendste Frage
Ist der Opener ein Modell mit Zukunft? Es war letztes Jahr eher aus der Not geboren, als die Rays das Experiment wagten, mit einer gewissen Regelmäßigkeit Spiele mit einem Relief Pitcher zu beginnen. Im Gegensatz zum klassischen Bullpenning, also dem Bestreiten eines Spiels ausschließlich mit Relievern, folgte dem sogenannten Opener ein Pitcher, der für mehrere Innings vorgesehen war – also quasi ein Starter, der nicht startete. Die Rays bestritten 36 Spiele nach dem Opener-Konzept und gewannen 19 davon. Das ist eine beachtliche Bilanz angesichts der Tatsache, dass es sich durchweg um Spiele handelte, die im klassischen Modell dem unteren Teil der Starting-Rotation zugefallen wären. Dieses Jahr stehen mit Snell, Morton und Glasnow drei Leute zur Verfügung, die als klassische Starter auftreten werden. Die restlichen Spiele werden möglicherweise mit einem Opener begonnen – genauso gut kann es sein, dass die Rays sich wieder mal was Neues einfallen lassen.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL East und eine Wild Card

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März 5th, 2019 by Silversurger

In einer Division mit den New York Yankees und den Boston Red Sox kann man recht ungestört an einem Neuaufbau arbeiten. Da an diesen beiden derzeit nicht vorbei zu kommen ist, ist die Erwartungshaltung bei den Toronto Blue Jays für die bevorstehende Saison sehr niedrig. Das gilt jedenfalls für das Team insgesamt, es gilt aber nicht für einen ganz bestimmten Spieler: Die Erwartungen an Nachwuchshoffnung Vlad Guerrero Jr. könnten höher kaum sein. Der Junge wird nächste Woche 20 Jahre alt, hat noch keinen MLB-Pitch gesehen und wird bereits verehrt wie ein Heilsbringer. Wenn er den Vorschusslorbeeren halbwegs gerecht wird, ist Vlad Jr. dieses Jahr der Hauptgrund, ein Spiel im Rogers Center zu besuchen. Viel mehr Gründe dafür fallen einem derzeit nicht ein, aber mittelfristig scheinen die Blue Jays auf einem guten Weg zu sein. Die Farm ist gut mit Talenten bestückt, während man sich von finanziellen und sportlichen Altlasten im Kader konsequent getrennt hat – selbst wenn es bedeutete, wie im Fall Troy Tulowitzki mal eben 38 Millionen Dollar aus dem Fenster zu werfen. Die sportliche Verantwortung für den Aufbau eines neuen, konkurrenzfähigen Blue-Jays-Teams wurde Charlie Montoyo übertragen. Der 53-Jährige war zuletzt Bench Coach der Tampa Bay Rays und hat ansonsten viel Erfahrung als Minor-League-Coach. Für die Entwicklung eines jungen Rosters könnte er somit genau die richtige Besetzung sein.

Voraussichtliches Lineup
C Danny Jansen
1B Justin Smoak
2B Devon Travis
SS Freddy Galvis
3B Vladimir Guerrero Jr.
LF Billy McKinney
CF Kevin Pillar
RF Randal Grichuk
DH Kendrys Morales

Voraussichtliche Rotation
RHP Marcus Stroman
RHP Aaron Sanchez
RHP Matt Shoemaker
LHP Ryan Borucki
LHP Clayton Richard
Key Reliever: Ken Giles

Wichtigster Zugang
SS Freddy Galvis (San Diego Padres)

Wichtigster Abgang
SS Troy Tulowitzki (New York Yankees)

Bestes Prospect
3B Vladimir Guerrero Jr.

Größte Stärke
Das Supertalent: Mit Schlagleistungen von .381/.437/.636 dominierte Vlad Jr. 2018 die Minor Leagues und wäre zweifellos reif gewesen für die Beförderung in die Major League. Die Blue Jays entschieden sich dagegen und sie werden ihr Top-Prospect wohl auch zum Saisonstart 2019 noch nicht einsetzen. Es geht dabei um „Service-Time“, das heißt um die Dauer der Teamkontrolle über den Spieler: Wenn sie mit dem Call-up bis Mitte April warten, zählt 2019 nicht als volles Jahr und der Spieler ist statt sechs Jahren knapp sieben Jahre an den Klub gebunden, bei dem er sein MLB-Debüt gibt.

Größte Schwäche
Das Outfield: Centerfielder Kevin Pillar ist einer der besten Feldspieler der Liga, doch mit dem Schläger trifft er den Ball weder hart noch oft. Rightfielder Randal Grichuk hat ordentliche Homerunpower, sammelt aber Strikeouts in rekordverdächtiger Zahl. Ein ähnlicher Typ wie Grichuk ist Teoscar Hernandez, der sich im Leftfield mit dem unerprobten Billy McKinney abwechseln wird. Es ist wohl keine weit hergeholte Prognose, dass 2019 kein einziger Outfielder der Blue Jays eine On-Base-Percentage über .300 erreichen wird.

Spannendste Frage
Kann die Rotation gesund bleiben? Marcus Stroman, Aaron Sanchez und Matt Shoemaker sind potenziell solide Starter, litten aber in den vergangenen zwei Jahren allesamt unter diversen Verletzungen. Clayton Richard ist der einzige unter den diesjährigen Blue Jays, der es 2018 (für die Padres) auf über 150 Innings brachte – allerdings mit einem üblen ERA von 5.33.

Meine Prognose
Platz 4 in der AL East

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Februar 25th, 2019 by Silversurger

Die Baltimore Orioles des Jahres 2018 waren schlecht – richtig schlecht. Ihre Bilanz von 47 Siegen und 115 Niederlagen wies sie mit elf Spielen Abstand als schwächstes Team der Liga aus. Über die Offseason hat sich nichts getan, was Hoffnung auf ein entscheidend besseres Jahr 2019 macht: Es gab keine nennenswerten Neuverpflichtungen für das MLB-Team, dafür einige namhafte Abgänge; im Lineup sowie in der Rotation stehen auch für dieses Jahr wieder diverse Spieler, die anderswo in der MLB nicht mal auf der Bank säßen, allen voran Chris Davis (siehe unten). Man muss wirklich kein Prophet sein, um diesem Team eine weitere Saison mit mehr als 100 Niederlagen vorherzusagen. Trotz dieser düsteren kurzfristigen Aussichten ist man einen Schritt weiter als vor einem Jahr: Die Verantwortlichen der Franchise haben im Laufe der vergangenen Saison eingesehen, dass dieses Team ohne klaren Neuanfang auf keinen grünen Zweig mehr kommt, und diesen Neuanfang haben sie unübersehbar eingeläutet. Der Auftakt dazu war, dass im Sommer 2018 alle Spieler, für die ein Gegenwert zu erzielen war – allen voran Manny Machado, aber auch Jonathan Schoop, Zack Britton und einige mehr – gegen Prospects getradet wurden. In der Saisonpause wurden Mike Elias als neuer General Manager und Brandon Hyke als neuer Manager verpflichtet. Die beiden kommen von den Paradebeispielen der letzten Jahre für erfolgreiches Rebuilding – Elias von den Houston Astros, Hyke von den Chicago Cubs – und sollen deren Erfolgsrezept auf die Orioles übertragen.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Wynns
1B Chris Davis
2B Jonathan Villar
SS Alcides Escobar
3B Renato Nunez
LF Trey Mancini
CF Cedric Mullins II
RF D. J. Stewart
DH Mark Trumbo

Voraussichtliche Rotation
RHP Dylan Bundy
RHP Alex Cobb
RHP Andrew Cashner
RHP David Hess
RHP Nathan Karns
Key Reliever: Mychal Givens

Wichtigster Zugang
General Manager Mike Elias

Wichtigster Abgang
OF Adam Jones (bisher ohne neuen Verein)

Bestes Prospect
OF Yusniel Diaz

Größte Stärke
Zeit: Die Orioles haben den Luxus, dass von ihnen in mindestens den nächsten zwei, drei Jahren niemand irgend etwas erwartet. Das neue Führungsteam kann in aller Ruhe und mit aller Konsequenz das nötige Rebuilding-Projekt betreiben.

Größte Schwäche
Chris Davis: Der Veteran ist die größte verbliebene Altlast aus den Fehlern der letzten Jahre. Mit -3.1 fWAR war der First Baseman mit Abstand der schlechteste Spieler der vergangenen Saison. Zur Erinnerung: -3.1 fWAR bedeutet, dass das Team durch seine „Leistung“ 3 Siege weniger auf dem Konto hat als wenn sie seine Position mit einem x-beliebigen Ersatzspieler besetzt hätten. Man müsste Davis längst entlassen, allerdings blieben die Orioles dann ohne Gegenleistung auf den restlichen vier Jahren seines Siebenjahresvertrages über garantierte 161 Millionen Dollar sitzen – was wohl immer noch besser wäre als weiterhin Negativleistungen von ihm zu erhalten.

Spannendste Frage
Wen kann man noch traden? Tatsächlich stellt sich in Bezug auf 2019 keine wirklich spannende Frage, denn diese Saison ist abgehakt bevor sie begonnen hat. Ein Erfolg wäre, wenn sich aus dem Team noch zwei, drei solide Spieler herauskristallisieren, die man zur Trade-Deadline gegen weitere Talente eintauschen kann. Mögliche Kandidaten dafür sind Reliever Mychal Givens und Infielder Jonathan Villar.

Prognose
Platz 5 in der AL East

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Februar 24th, 2019 by Silversurger

Baseball is back: Das Spring-Trainig läuft auf Hochtouren, es gibt schon wieder täglich Livespiele auf mlb.tv und in dreieinhalb Wochen – genauer gesagt am 20. März – eröffnen die Seattle Mariners und die Oakland Athletics in Tokio die MLB-Saison 2019. Für alle anderen Teams beginnt die Saison am 28. März, dem offiziellen Opening Day. In der Zeit bis dahin möchte ich wie schon im letzten Jahr und im Jahr davor jedem Team einen kurzen Vorschauartikel widmen.

Die Reihenfolge, in der ich die Artikel veröffentliche, entspricht meiner persönlichen Prognose für das Abschneiden der jeweiligen Teams. Morgen geht es los mit der in meinen Augen schwächsten Mannschaft der Liga, und dann arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2019. Dieser Artikel hier dient als Überblick, den ich auf der Startseite des Blogs anheften und nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews aktualisieren werde, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Korrekturen und Kommentaren sind mir sehr willkommen – schließlich bin ich nicht für jedes Team Experte. Davon abgesehen liege ich mit meiner Einschätzung des einen Teams, für das ich mich wirklich als Experten sehe, regelmäßig besonders weit daneben…

Hier mein Powerranking, das sich in den kommenden 30 Tagen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. New York Yankees
2. Houston Astros
3. Boston Red Sox
4. Los Angeles Dodgers
5. St. Louis Cardinals
6. Washington Nationals
7. Cleveland Indians
8. Chicago Cubs
9. New York Mets
10. Tampa Bay Rays
11. Philadelphia Phillies
12. Milwaukee Brewers
13. Colorado Rockies
14. Minnesota Twins
15. Atlanta Braves
16. Oakland Athletics
17. Cincinnati Reds
18. Los Angeles Angels
19. San Diego Padres
20. Pittsburgh Pirates
21. Arizona Diamondbacks
22. Toronto Blue Jays
23. San Francisco Giants
24. Seattle Mariners
25. Chicago White Sox
26. Texas Rangers
27. Kansas City Royals
28. Detroit Tigers
29. Miami Marlins
30. Baltimore Orioles

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März 24th, 2018 by Silversurger

Die Yankees starteten in die Saison 2017 in der ungewohnten Rolle eines Teams im Übergang, das keine kurzfristigen Ambitionen hegt. Daraus wurde nichts. Stattdessen fanden sie sich nald in der noch ungewohnteren Rolle eines fast schon sympathischen Underdogs wieder, der nur ganz knapp die Teilnahme an der World Series verpasste. Das mit dem Underdog ist jetzt natürlich wieder für eine ganze Weile passé, stattdessen liest man zunehmend wieder vom „Evil Empire“. Gut so, denn wie sonst will man eine große, reiche Franchise nennen, die sich einen Giancarlo Stanton als Neuzugang gönnt, nachdem sie im Vorjahr bereits die meisten Homeruns und die zweitmeisten Runs der Liga erzielt hat? Wer in den vorangehenden Sätzen Spuren von Neid entdeckt, hat aufmerksam mitgelesen. Aber genug geflachst, die Yankees haben eine tolle Truppe beisammen, die durch Talente wie die Infielder Gleyber Torres und Miguel Andujar in absehbarer Zukunft noch jünger und noch besser werden wird als sie jetzt schon ist. Nicht auszudenken, wenn in der kommenden Offseason auch noch ein Top-Free-Agent wie Bryce Harper oder Clayton Kershaw an Land gezogen wird – was durchaus wahrscheinlich ist, vor allem nachdem es den Yankees offenbar gelingt, mit ihren Spielergehältern dieses Jahr unter der Luxury-Tax-Schwelle zu bleiben. Alles in allem wird wohl kaum jemand bestreiten, dass die Yankees vor einer neuen Phase der Dominanz stehen. Aber sind sie dort schon angekommen? Ich denke nein, denn noch scheinen mir zwei bis drei Teams besser aufgestellt für unmittelbaren Erfolg und hinter dem neuen Manager der Yankees, Aaron Boone, steht für mich ein dickes Fragezeichen (siehe unten).

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Greg Bird
2B Neil Walker
SS Didi Gregorius
3B Brandon Drury
LF Brett Gardner
CF Aaron Hicks
RF Aaron Judge
DH Giancarlo Stanton

Voraussichtliche Rotation
SP Luis Severino
SP Masahiro Tanaka
SP Sonny Gray
SP Jordan Montgomery
SP C.C. Sabathia
Closer Aroldis Chapman

Wichtigster Zugang
OF Giancarlo Stanton (Miami Marlins)

Wichtigster Abgang
2B Starlin Castro (Miami Marlins)

Bestes Prospect
IF Gleyber Torres

Größte Stärke
Homeruns: Im letzten Jahr führten die Yankees mit 241 Homeruns die Liga an, darunter 52 von Aaron Judge. Mehr Homeruns als Judge erzielte in der MLB 2017 nur Giancarlo Stanton mit 59. Nun spielen beide im selben Team und es dürfte keine unrealistische Vorhersage sein, dass der bisherige Rekord für die meisten Homeruns eines Teams in einer Saison – gehalten von den Seattle Mariners mit 267 im Jahr 1997 – in sechs Monaten Geschichte ist.

Größte Schwäche
Der Manager: Aaron Boone hat beim Bewerbungsgespräch überzeugt und niemand bezweifelt, dass er im zwischenmenschlichen Umgang mit den Spielern sowie mit den Medien deutlich versierter ist als sein bisweilen kauziger Vorgänger Joe Girardi. Aber kann er auch managen – kann er Personalentscheidungen treffen, Verantwortlichkeiten delegieren, den richtigen Reliever oder Pinch-Hitter zum richtigen Zeitpunkt auswählen usw. usf.? Anders als Alex Cora (Red Sox), Dave Martinez (Nationals) und Mickey Callaway (Mets) hat Boone keinerlei Dugout-Erfahrungen außer seiner eigenen Spielerkarriere, weder in der MLB noch in den Minors oder irgendwo sonst. Man kann es mutig oder auch blauäugig nennen, ihm die sportliche Leitung des populärsten Baseballteams der Welt zu übertragen. Da er dieses in hervorragendem Zustand übernimmt, wird er vielleicht das Glück haben, dass die unvermeidlichen Fehler und Lernprozesse des ersten Jahres im neuen Job gar nicht groß auffallen.

Spannendste Frage 
Wie passen Judge und Stanton in dasselbe Outfield? Aaron Judge und Giancarlo Stanton sind sich sehr ähnlich, nicht nur weil sie beide Homeruns im Akkord schlagen, sondern auch weil sie beide sich im Rightfield zu Hause fühlen. Komfortablerweise können die Yankees für die meisten ihrer Spiele einen Designated Hitter benennen, was in der Regel einer der beiden sein wird. Für alle anderen Fälle hat Stanton im Spring Training darauf hin trainiert, auch im Leftfield spielen zu können. Brett Gardner wird in solchen Fällen weichen, denn die Yankees werden nicht auf ihre beiden Big Bats im Lineup verzichten, solange es nicht wegen Verletzungen oder Ähnlichem unbedingt nötig ist.

Prognose
Platz 1 in der AL East, Aus in der ALDS

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März 23rd, 2018 by Silversurger

Nach meiner Einschätzung – und ich hoffe sehr, dass ich damit falsch liege – werden fünf von sechs Divisionen dieses Jahr eine relativ klare Angelegenheit zu Gunsten der Teams, die schon letztes Jahr ganz vorne standen. Für eine Division aber erwarte ich ein spannendes und hochkarätiges Duell um den ersten Platz und dieses Duell betrifft ausgerechnet die größte Rivalität im Baseball schlechthin: die Boston Red Sox und die New York Yankees. Die beiden haben sich schon 2017 ein enges Rennen geliefert, das am Ende die Sox mit zwei Siegen Vorsprung gewannen. Fangen wir an mit der guten Nachricht für Boston: Die Red Sox dürften dieses Jahr noch stärker sein als im letzten. Sie haben in der Offseason nicht viele Moves durchgeführt, aber mit J. D. Martinez haben sie genau das bekommen, was ihrem Lineup seit dem Karriereende von David Ortiz gefehlt hat: einen echten Powerhitter. Ansonsten schicken sie wie im Vorjahr ein exzellentes Outfield, ein solides Infield sowie ein mehr als fähiges Pitching Staff um Starter Chris Sale und Closer Craig Kimbrel ins Rennen. Für mich sind sie damit ein Top-5-Team. Ob sie auch besser als die jungen und erfolgshungrigen Yankees sind, daran habe ich meine Zweifel. Eine Prognose, wie es zwischen den beiden ausgeht, fühlt sich für mich nicht viel seriöser an als ein Münzwurf. Viel wird davon abhängen, welcher der Kontrahenten die in beiden Teams vollzogenen Trainerwechsel besser verkraftet. Bei den Red Sox folgt der mit reichlich Vorschusslorbeeren ausgestattete, von mehreren Teams umworbene Alex Cora auf John Farrell. Genau wie sein New Yorker Counterpart Aaron Boone ist Cora komplett neu in der Rolle eines MLB-Managers, genau wie Boone darf er aber nicht damit rechnen, dass sein Klub und dessen Umfeld ihm eine Einarbeitungszeit zugestehen.

Voraussichtliches Lineup
C Sandy Leon
1B Hanley Ramirez
2B Dustin Pedroia
SS Xander Bogaerts
3B Rafael Devers
LF Andrew Benintendi
CF Jackie Bradley Jr.
RF Mookie Betts
DH J. D. Martinez

Voraussichtliche Rotation
SP Chris Sale
SP David Price
SP Drew Pomeranz
SP Rick Porcello
SP Steven Wright
Closer Craig Kimbrel

Wichtigster Zugang
J. D. Martinez (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
RP Addison Reed (Minnesota Twins)

Bestes Prospect
3B Michael Chavis

Größte Stärke
Das Outfield: Die Red Sox können sich den Luxus leisten, J. D. Martinez weitgehend auf die Rolle des Designated Hitters zu beschränken. Jackie Bradley Jr. ist ein Fielder auf Gold-Glove-Niveau, Andrew Benintendi trotz seiner gerade mal 22 Jahre schon ein starker Batter und Baserunner und Mookie Betts ist sowieso das komplette Paket. 2017 landete er auf Platz 6 des MVP-Votings und das, obwohl es für seine Verhältnisse ein eher schwaches Jahr war. Die Messlatte für 2018 liegt dementsprechend hoch.

Größte Schwäche
Das rechte Infield: 2B Dustin Pedroia hat gerade die schwächste Saison seiner Karriere hinter sich und wird verletzungsbedingt den Beginn der neuen Saison verpassen. Mit 34 ist er nicht mehr in einem Alter, in dem man zwangsläufig sagen kann „das wird schon wieder“, auch wenn er noch vier Jahre unter Vertrag steht. Auch die erste Base ist ein Fragezeichen. Mitch Moreland und Hanley Ramirez werden sich hier die Arbeit teilen, vermutlich aber nicht viel mehr als Replacement Level auf die Waage bringen.

Spannendste Frage
Gelingt Porcello und Price der Rebound? Chris Sale gehört als Pitcher ohne Frage zur Weltklasse und auch Drew Pomeranz kann an eine hervorragende Leistung aus dem letzten Jahr anknüpfen. Eine dominante Rotation benötigt aber mindestens zwei weitere starke Leute und dazu müssen Rick Porcello, der 2017 leistungsmäßig von der Rolle und David Price, der die meiste Zeit verletzt war, dringend zurück zu alter Form finden.

Prognose
Platz 2 in der AL East, Wild Card

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März 10th, 2018 by Silversurger

Die Schlagzeilen über die großen Enttäuschungen des Jahres 2017 gehörten in erster Linie den San Francisco Giants und den New York Mets. Im medialen Windschatten dieser beiden gab es aber auch in der American League ein Team, das weit hinter den Erwartungen zurückblieb: die Toronto Blue Jays. Nach ALCS-Teilnahmen 2015 und 2016 stürzten die Blue Jays 2017 ab auf 76 Siege, neun Spiele entfernt von einer Wild Card. War das nur ein Betriebsunfall, ein Ausreißer, eine Delle in der Kurve? Oder hat sich das Zeitfenster der Konkurrenzfähigkeit für dieses Team bereits geschlossen? Mit Russell Martin, Aaron Sanchez, Devon Travis, Josh Donaldson, Troy Tulowitzki und J.A. Happ litten viele Leistungsträger 2017 unter Verletzungen, sodass zumindest ein Teil der Underperformance der Mannschaft auf Pech zurückgeführt werden kann. Wenn sie einigermaßen gesund bleiben, haben die Blue Jays immer noch ein starkes Batting Lineup, das durch größtenteils unspektakuläre, aber gezielte Offseason-Moves – Curtis Granderson, Aledmys Diaz, Randal Grichuk, Yangervis Solarte – sinnvoll ergänzt wurde. Nicht ganz so beeindruckend, aber immerhin solide mittelmäßig ist das Pitching-Personal, für das unter anderem mit Starter Jaime Garcia und Reliever Seung Hwan Oh ebenfalls ein paar Ergänzungen an Land gezogen wurden. Der nennenswerteste Abgang war Altstar Jose Bautista, der aber 2017 ohnehin ein grauenhaft schlechtes Jahr (.203/.308/.366) hatte und folgerichtig bislang kein Team gefunden hat, das den 37-Jährigen noch beschäftigen möchte. Alles in allem sehe ich in den Blue Jays 2018 ein Team mit Potenzial für einen Rebound in Richtung Wild Cards. Für wahrscheinlicher halte ich jedoch, dass sie sich bei einer ungefähr ausgeglichenen Bilanz einpendeln und damit in der Division keine Tuchfühlung zu den Red Sox und den Yankees halten werden.

Voraussichtliches Lineup
C Russell Martin
1B Justin Smoak
2B Yangervis Solarte
SS Troy Tulowitzki
3B Josh Donaldson
LF Curtis Granderson
CF Kevin Pillar
RF Randal Grichuk
DH Kendrys Morales

Voraussichtliche Rotation
SP Marcus Stroman
SP Aaron Sanchez
SP Marco Estrada
SP J. A. Happ
SP Jaime Garcia
Closer Roberto Osuna

Wichtigster Zugang
OF Curtis Granderson (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
RF Jose Bautista (noch ohne Verein)

Bestes Prospect
3B Vladimir Guerrero Jr.

Größte Stärke
Tiefe: Die Blue Jays haben aus der verletzungsgeplagten Saison 2017 gelernt und gezielt in die Tiefe des Kaders investiert. In allen Bereichen haben sie sich einen soliden Unterbau in Form von Bank- und erfahrenen Minor-League-Spielern zugelegt. Das kann sich in einer langen MLB-Saison als sehr kluger Schachzug erweisen.

Größte Schwäche
Backup-Catcher: Die Catcherposition ist die Ausnahme von dem, was ich gerade über die Tiefe von Torontos Kader geschrieben habe. Russell Martin ist 35, geht in seine dreizehnte MLB-Saison und braucht als Catcher naturgemäß mehr Pausen als jeder andere Positionsspieler. Mit Luke Maile ist bislang nur ein Ersatzmann auf Replacement-Niveau vorhanden – nicht unbedingt jemand, den man in jedem dritten Spiel hinter der Platte sehen will.

Spannendste Frage
Was kann Tulowitzki noch beitragen? Wenn er gesund ist, ist Troy Tulowitzki auch mit 33 Jahren noch einer der besseren Shortstops der Liga. Bisher war das allerdings in seinen bisher zweieinhalb Jahren in Toronto selten der Fall und auch jetzt sieht alles danach aus, dass Tulo wegen eines Fersensporns die Saisoneröffnung und vielleicht noch einige Zeit mehr verpassen wird. Voraussichtlich wird Aledmys Diaz Tulowitzkis Job solange übernehmen.

Prognose
Platz 3 in der AL East

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März 6th, 2018 by Silversurger

In Tampa Bay war eine Menge los in dieser Offseason: Evan Longoria, Jake Odorizzi, Alex Cobb, Logan Morrison, Lucas Duda, Tommy Hunter, Steve Cishek, Corey Dickerson und Steven Souza haben das Team in der Free Agency oder durch Trades verlassen. Neu hinzu kamen dafür Christian Arroyo, Denard Span, Carlos Gomez und C. J. Cron. Das klingt nicht gerade ausgeglichen, wenngleich die Rays neben den genannten Spielern auch einige Prospects dazu bekommen haben und generell eines der besseren Farmsysteme der MLB ihr eigen nennen. Der Weg, sich ständig eigenen Nachwuchs heranzubilden und ihn durch ein paar günstige Veteranen zu ergänzen, ist ohnehin dauerhaft der einzige, den die mit Abstand ärmste Franchise der AL East gehen kann. Trotz der Verluste von Odorizzi und Cobb halte ich die Rays für nach wie vor konkurrenzfähig in Sachen Pitching. Das gilt zumindest, solange sich die Spekulationen um Trades von Chris Archer und Alex Colome noch nicht bewahrheitet haben. Das Batting-Lineup hingegen kann nicht mal im Ansatz mithalten mit der Firepower, die die Divisionskonkurrenten dieses Jahr aufbieten. Eine Wiederholung der 80 Siege aus dem Vorjahr wäre 2018 meiner Ansicht nach bereits das höchste der realistisch erwartbaren Gefühle für die Rays.

Voraussichtliches Lineup
C Wilson Ramos
1B Brad Miller
2B Matt Duffy
SS Adeiny Hechavarria
3B Christian Arroyo
LF Denard Span
CF Kevin Kiermaier
RF Carlos Gomez
DH C. J. Cron

Voraussichtliche Rotation
SP Chris Archer
SP Blake Snell
SP Jacob Faria
SP Nathan Eovaldi
Closer Alex Colome

Wichtigster Zugang
3B Christian Arroyo (San Francisco Giants)

Wichtigster Abgang
SP Jake Odorizzi (Minnesota Twins)

Bestes Prospect
SS Willy Adames

Größte Stärke
Defense: Auf der defensiven Seite sind die Rays gut aufgestellt, das gilt sowohl für das Pitching als auch für das Fielding. Starter Chris Archer, Closer Alex Colome und Centerfielder Kevin Kiermaier sind die Stars der jeweiligen Mannschaftsteile, die aber auch über diese Spieler hinaus allesamt einen sehr soliden Eindruck machen.

Größte Schwäche
Run-Scoring: 2017 waren die Rays bereits das Team mit den zweitwenigsten Runs in der gesamten AL. Nun haben sie mit Morrison, Dickerson, Souza und Longoria vier ihrer fünf besten Run Scorer der letzten Saison verloren und relativ wenig getan, um diese zu ersetzen. Die offensive Produktion wird somit sicher eine Schwachstelle bleiben.

Spannendste Frage
Taugt eine 4-Mann-Rotation zum Erfolgsmodell? Nach dem Trade von Jake Odorizzzi nach Minnesota kündigte Tampa Bays Manager Kevin Cash an, zumindest für den ersten Monat der Saison sein Starting-Pitching in Form einer 4-Mann-Rotation zu organisieren. Das ist ein ungewöhnlicher Zug in Zeiten, in denen andere Teams Abweichungen vom 5-Mann-Standard eher in Richtung einer 6-Mann-Rotation erwägen. Cash ist überzeugt, seine Starter auf diese Art besser in Form halten zu können, nicht zuletzt weil der Spielplan dieses Jahr ohnehin etwas häufiger freie Tage vorsieht als bisher. Falls nötig, soll gelegentlich eine Partie mit einem Spot-Starter (das dürfte in der Regel Matt Andriese sein) oder als reines Bullpen-Spiel absolviert werden.

Prognose
Platz 4 in der AL East

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