März 29th, 2021 by Silversurger

Spätestens seit ich die Yankees nur auf Rang 7 meines Rankings gesetzt habe, konnte man sich wohl denken, dass ich auf den Hypetrain um die Toronto Blue Jays aufgesprungen bin. Der Klub hat einen gut durchdachten mehrjährigen Rebuild hinter sich, in dem haufenweise Talent angesammelt und entwickelt wurde. Letztes Jahr signalisierte die Vereinsführung durch die Verpflichtung von Pitching-Ass Hyun-Jin Ryu, dass sie die Zeit gekommen sah, die Früchte des Neuaufbaus zu ernten. Ich war davon zunächst nicht überzeugt, doch das Team belehrte mich eines Besseren. Trotz übermächtig erscheinender Konkurrenz innerhalb der AL East brachten die Blue Jays es auf eine positive Bilanz (32-28) und erreichten die Playoffs. Dort war zwar gegen die Rays schnell Endstation, aber die Blue Jays sind offensichtlich zurück im Rennen. Die jungen Spieler, die den Kern des Kaders bilden, werden dieses Jahr einen weiteren Schritt nach vorne machen. Insbesondere von Vladimir Guerrero Jr. erwarte ich ein Breakout-Jahr. Er dürfte am meisten von der Neuverpflichtung von Marcus Semien profitieren – dadurch, dass Semien und Bo Bichette das Middle Infield unter sich aufteilen, ist Cavan Biggio frei für die Third Base und Guerrero kann sich als First Baseman und/oder DH mehr auf sein starkes Hitting konzentrieren. Ein noch größeres Upgrade hat das Outfield erhalten, denn die Blue Jays räumten mit George Springer einen der Hauptpreise der diesjährigen Free Agency ab. Eher zurückhaltend waren sie in Bezug auf die Starting-Rotation, die nach wie vor etwas dünn wirkt und sich als Achillesferse des Teams herausstellen kann. Hinzu kommt, dass sich der als Closer verpflichtete Kirby Yates letzte Woche einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste und somit für die gesamte Saison ausfällt. Die Stärken und Schwächen der Blue Jays sprechen dafür, dass sie dieses Jahr viele High-Scoring-Games und somit einen hohen Unterhaltungswert bieten werden. Dass sie auf dem zweiten Platz meines Rankings stehen, hat übrigens teilweise „formale“ Gründe: Dieser Platz ist bei mir für das beste Team der American League, also den erwarteten World-Series-Teilnehmer reserviert. Das sind in meiner Prognose die Blue Jays. Allerdings halte ich die National League dieses Jahr in der Spitze für deutlich stärker, sodass der realistische Rang der Blue Jays #4 hinter drei NL-Teams wäre.

Voraussichtliches Lineup
C Danny Jansen
1B Vladimir Guerrero Jr.
2B Marcus Semien
SS Bo Bichette
3B Cavan Biggio
LF Lourdes Gurriel Jr.
CF George Springer
RF Teoscar Hernandez
DH Rowdy Tellez

Voraussichtliche Rotation
LHP Hyun-Jin Ryu
LHP Robbie Ray
RHP Nate Pearson
RHP Tanner Roark
LHP Steven Matz
Key Relievers: Jordan Romano, Rafael Dolis

Wichtigster Zugang
OF George Springer (Houston Astros)

Wichtigster Abgang
RHP Taijuan Walker (New York Mets)

Bestes Prospect
RHP Nate Pearson

Größte Stärke
Das Lineup: Die Blue Jays stellte letztes Jahr bereits die drittbeste Offense der AL mit 302 erzielten Runs und die viertbeste mit .766 OPS. Das war noch vor der Ankunft von George Springer, einem der stärksten Leadoff-Hitter der Liga. Die oben beschriebenen Umstellungen infolge der Verpflichtung von Marcus Semien könnten sich als weiterer Faktor erweisen, der diese Offense 2021 noch ein Stück besser macht als 2020 und gleichzeitig defensive Schwächen reduziert.

Größte Schwäche
Pitching-Tiefe: Hyun-Jin Ryu ist das unumstrittene Ass. Selbst wenn man über seine umfangreiche Verletzungsgeschichte hinwegsieht, häufen sich hinter ihm die Fragezeichen: Finden Robbie Ray und Steven Matz die Form, die sie bei ihren alten Teams vor drei, vier Jahren regelmäßig, seitdem aber nur noch sporadisch gezeigt haben? Wird Nate Pearson den Vorschusslorbeeren des Top-Prospects gerecht? Waren die schwachen Leistungen von Tanner Roark und Ross Stripling 2020 nur ein statistischer Ausreißer? Nur wenn die Mehrzahl dieser Fragen mit ja zu beantworten sind, haben die Blue Jays eine Chance, meiner optimistischen Einstufung gerecht zu werden.

Spannendste Frage
Wann dürfen sie nach Hause? Wegen der Pandemielage sind die Reisemöglichkeiten zwischen Kanada und den USA seit einem Jahr stark eingeschränkt. Die Blue Jays beginnen daher die zweite Saison in Folge in einer Ersatz-Heimstätte. Die Wahl fiel nicht erneut auf den Minor-League-Ballpark in Buffalo, New York, sondern auf den Spring-Training-Komplex in Dunedin, Florida. Dort wird das Team zumindest im April und wahrscheinlich auch im Mai die Heimspiele austragen. Danach wird es vom Infektions- und Impfgeschehen abhängen, ob die Blue Jays ins Rogers Center zurückkehren können. Falls das nicht möglich ist, steht eventuell ein erneuter Zwischennumzug nach Buffalo an, bevor das heiße und feuchte Sommerklima in Florida zur Belastung wird.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL East

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März 24th, 2021 by Silversurger

Die New York Yankees versuchen in dieser Offseason, zwei scheinbar gegensätzliche Ziele unter einen Hut zu bringen. Zum einen wollen sie kräftig an den Spielergehältern sparen – nicht, weil der reichste Klub der Welt plötzlich kein Geld mehr hätte, sondern um wenigstens einmal unter der Luxussteuer-Grenze von 210 Millionen Dollar zu bleiben. Die Strafzahlungen steigen nämlich, wenn man längerfristig über der Grenze liegt, von Jahr zu Jahr an und gehen ab einer bestimmten Höhe zusätzlich mit einer Abstufung bei der Draft einher. Um das Ziel zu erreichen, trennten sich die Yankees von Reliever Adam Ottavino sowie den Startern Masahiro Tanaka, J. A. Happ und James Paxton und begnügten sich als Ersatz mit schwer einzuschätzenden und deshalb kostengünstigen Neuverpflichtungen. Der einzige, für dessen Verbleib die Yankees eine größere Ausgabe wagten, ist Infielder D. J. LeMahieu – der 90-Millionen-Dollar-Vertrag für den 32-Jährigen wird über sechs Jahre gestreckt, um im aktuellen Jahr die Obergrenze einzuhalten. LeMahieu soll einer der Garanten dafür sein, dass trotz Spardiktat das zweite Ziel der Yankees nicht außer Reichweite gerät: Eine Meisterschaft soll her und zwar dringend. Das vergangene Jahrzehnt war das erste seit 100 Jahren, in dem die Yankees kein einziges Mal die World Series erreichten. Eine solche Serie ist mit dem Anspruch des Rekordmeisters nicht vereinbar. Insbesondere Manager Aaron Boone steht unter massivem Druck, denn er geht in sein letztes Vertragsjahr und wenn sein Team das große Ziel erneut verpasst, könnte die Geduld der Vereinsführung schnell am Ende sein.

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Luke Voit
2B DJ LeMahieu
SS Gleyber Torres
3B Gio Urshela
LF Clint Frazier
CF Aaron Hicks
RF Aaron Judge
DH Giancarlo Stanton

Voraussichtliche Rotation
RHP Gerrit Cole
RHP Corey Kluber
RHP Jameson Taillon
LHP Jordan Montgomery
LHP Deivi Garcia
(RHP Luis Severino; verletzt bis ca. Saisonmitte)
Key Relievers: Aroldis Chapman, Chad Green

Wichtigster Zugang
RHP Corey Kluber (Texas Rangers)

Wichtigster Abgang
RHP Masahiro Tanaka (Rakuten Golden Eagles, Japan)

Bestes Prospect
OF Jasson Dominguez

Größte Stärke
Power: Die Yankees führten 2020 die American League in Runs pro Spiel (5.25), wRC+ (116) und OPS+ (117) an, zudem schlugen sie die zweitmeisten Homeruns (94). Da Aaron Judge und Giancarlo Stanton letztes Jahr längere Zeit ausfielen und Gary Sanchez und Gleyber Torres nicht annähernd Normalform erreichten, stehen die Chancen gut, dass die Yankees-Offense 2021 noch eine Schippe drauflegen kann.

Größte Schwäche
Starting Pitching: Gerrit Cole als Ass des Teams ist über jeden Zweifel erhaben, doch im Rest der Rotation tummeln sich mehr Fragezeichen als in Rocky Beach. Corey Kluber hat wegen einer Schulterverletzung seit 2019 nur ein einziges Inning gepitcht. Das ist ein Inning mehr als Jameson Taillon (Tommy-John-Surgery) und Domingo German (Suspendierung wegen häuslicher Gewalt) zusammen. Jordan Montgomery kam letztes Jahr von einer langen Verletzungspause zurück und muss seine MLB-Reife ebenso wie Top-Prospect Deivi Garcia erst noch unter Beweis stellen. Große Hoffnungen ruhen auf Luis Severino, der sich ebenfalls noch von einer Tommy-John-Surgery erholt und wohl im Juni oder Juli zum Team stoßen wird.

Spannendste Frage
Können Sie gesund bleiben? Das ist seit Jahren die Frage in dem Klub, der 2019 diverse Verletzungsrekorde aufstellte und auch 2020 vom Pech verfolgt blieb. Die Hoffnung ist, dass das erste volle Vorbereitungsprogramm unter dem vor einem Jahr eingestellten Kraft- und Konditionstrainer Eric Cressey Wunder wirkt. Mit Kluber und Taillon holte man sich aber neue Verletzungssorgenkinder ins Haus und bei Muskelprotzen wie Giancarlo Stanton und Aaron Judge stelle ich mir ganz naiv und laienhaft die Frage, ob sie nicht einfach zu aufgepumpt sind, um eine 162-Spiele-Saison durchzuhalten.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL East, Wild Card

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März 20th, 2021 by Silversurger

Die Tampa Bay Rays eroberten 2020 die AL East im Sturm, überwanden auf dem Weg zur Meisterschaft der American League die Blue Jays, die Yankees und die Astros und mussten sich erst in der World Series den Dodgers geschlagen geben. Wie knüpft man an die erfolgreichste Saison der Teamgeschichte an? Indem man seine Leistungsträger beisammen behält und sich in der Offseason darauf konzentriert, die letzten Schwachpunkte auszumerzen? So hätten es die meisten wohl gemacht, aber nicht die Rays, die schon immer alles ein bisschen anders machen als andere Franchises. Ihre erste und einschneidendste Maßnahme bestand darin, sich von zwei der drei Top-Starter des letzten Jahres zu trennen. Zuerst verzichteten sie auf die Vertragsoption, Charlie Morton für 15 Millionen Dollar ein weiteres Jahr zu halten; Morton unterschrieb daraufhin für genau diesen Betrag bei den Braves. Kurz darauf tradeten die Rays Blake Snell zu den San Diego Padres und sparten dadurch weitere 10,5 Millionen für dieses bzw. 39 Millionen für die drei ausstehenden Vertragsjahre – was, nebenbei bemerkt, nicht viel Geld für einen Top-Pitcher ist. Als Ersatz für die zwei Elite-Pitcher vergab man bescheidene Einjahresverträge an Michael Wacha und Chris Archer, deren gute Zeiten jeweils drei bis vier Jahre zurückliegen, sowie an den 41-jährigen Rich Hill, der seinem Alter nicht ewig davonlaufen wird. Wenn es nicht die Rays wären, würde man ihnen wohl allenthalben eine katastrophale Offseason attestieren und den Absturz ins Mittelmaß prophezeien. Das tut aber keiner, weil sie eben die Rays sind und als solche den wohlverdienten Ruf genießen, dass ihre Moves sich im Nachhinein meistens als sinnvoll erweisen und dass sie großartig darin sind, aus verhalten begeisternden Einzelteilen ein starkes Ganzes zu formen. Wenn sich hinter ihrem Ass Tyler Glasnow keine vier, sondern nur ein oder zwei verlässliche Starter herauskristallisieren, dann behelfen sie sich mit einer Opener-Strategie oder anderen innovativen Taktiken. Ähnlich sieht es mit dem Batting-Lineup aus, das weitgehend unverändert in die neue Saison geht: Der Star ist nicht ein einzelner Spieler, sondern die Flexibilität, mit der die Rays sich auf jeden Gegner einstellen. Alles in allem bleiben die Rays, obwohl sie letztes Jahr in der World Series waren, für die neue Saison nicht mehr als ein Geheimtipp – aber auch nicht weniger.

Voraussichtliches Lineup
C Mike Zunino
1B Ji-Man Choi
2B Brandon Lowe
SS Willy Adames
3B Joey Wendle
LF Randy Arozarena
CF Kevin Kiermaier
RF Austin Meadows
DH Yandi Diaz

Voraussichtliche Rotation
RHP Tyler Glasnow
LHP Ryan Yarbrough
RHP Chris Archer
RHP Michael Wacha
LHP Rich Hill
Key Relievers: Nick Anderson, Diego Castillo

Wichtigster Zugang
SP Chris Archer (Pittsburgh Pirates)

Wichtigster Abgang
SP Blake Snell (San Diego Padres)

Bestes Prospect
SS Wander Franco

Größte Stärke
Das Farmsystem: In nahezu allen gängigen Rankings steht die Nachwuchsabteilung der Rays auf dem ersten Platz, angeführt von Top-Prospect Wander Franco und fünf weiteren Talenten in den Top-100 von MLB Pipeline. Eine so starke Farm ist völlig untypisch für ein Small-Market-Team, das gerade einen World-Series-Trip hinter sich hat, und spricht für die exzellente und nachhaltige Arbeit, die in dieser Organisation geleistet wird.

Größte Schwäche
Die Konkurrenz: Selbst wenn man den Rays sehr wohlwollend zugesteht, dass ihr Kader sich gegenüber dem letzten Jahr kaum verschlechtert hat, so fällt es doch schwer zu glauben, dass sie die großen Player der AL East weiter hinter sich halten können. Die Blue Jays haben massiv aufgerüstet, und die Yankees werden explodieren, sobald sie mal ohne übermäßiges Verletzungspech durch eine Saison kommen.

Spannendste Frage
Hält Arozarena, was der erste Eindruck verspricht? Randy Arozarena war die Sensation des vergangenen Herbstes. Der Outfielder rückte im September in den MLB-Kader auf und schlug in 23 Saisonspielen .281/.382/.641 (176 wRC+); in den Playoffs legte er sogar noch eine Schippe drauf mit .377/.442/.831 (239 OPS+) und wurde zum MVP der Championship Series gewählt. Die Story des 26-Jährigen, der vor fünf Jahren seine kubanische Heimat auf einem Flüchtlingsboot verließ und sich über Mexiko bis in die MLB durchkämpfte, ist so faszinierend, dass bereits eine Verfilmung in Arbeit ist. Allem Hype zum Trotz sollte man nicht vergessen, dass wir nur eine kleine Stichprobe von Arozarenas Können gesehen haben und dass abzuwarten bleibt, ob er die Pitcher auch dann noch zur Verzweiflung treibt, nachdem diese ihn eine ganze Offseason lang studiert haben. Wenn ihm das gelingt, ist der Junge ein ganz heißer Anwärter auf den Titel des Rookie of the Year.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL East

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März 14th, 2021 by Silversurger

Bei den Boston Red Sox ging letztes Jahr so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte – angefangen mit dem Trade des Star-Outfielders Mookie Betts, über den Verlust von Manager Alex Cora durch den Sign-Stealing-Skandal, die Tommy-John-Surgery von Pitching-Ass Chris Sale und einen schweren Covid-Verlauf bei Starter Eduardo Rodriguez bis hin zum Saisonabschluss auf dem letzten Platz der AL East. Im Bestreben, das Seuchenjahr 2020 als einmaligen Betriebsunfall hinter sich zu lassen, wurde in der Offseason vor allem in die Tiefe des Kaders investiert. Das war sicher nicht die schlechteste Idee, zumal das vorhandene Offensiv-Gerüst einen absolut konkurrenzfähigen Eindruck macht. Sorgen würde mir an Stelle der Red Sox aber nach wie vor die Pitching Rotation machen. Das Pitching-Staff war letzte Saison das schwächste der Liga, und in meinen Augen wurde zu wenig unternommen, um daran spürbar etwas zu ändern. Ein Hoffnungsschimmer ist die zur Saisonmitte erwartete Rückkehr von Sale. Ich fürchte allerdings, die Red Sox könnten bis dahin den Anschluss an die starke Divisionskonkurrenz bereits uneinholbar verloren haben.

Voraussichtliches Lineup
C Christian Vazquez
1B Bobby Dalbec
2B Christian Arroyo
SS Xander Bogaerts
3B Rafael Devers
LF Franchy Cordero
CF Alex Verdugo
RF Hunter Renfroe
DH J. D. Martinez

Voraussichtliche Rotation
(LHP Chris Sale; verletzt bis ca. Saisonmitte)
LHP Eduardo Rodriguez
RHP Nathan Eovaldi
LHP Martin Perez
LHP Garrett Richards
RHP Tanner Houck
Key Relievers: Matt Barnes, Adam Ottavino

Wichtigster Zugang
SP Garrett Richards (San Diego Padres)

Wichtigster Abgang
OF Jackie Bradley Jr. (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
1B Triston Casas

Größte Stärke
Der Kern des Lineups: Rafael Devers, Xander Bogaerts und – wenn wir 2020 als statistischen Ausreißer betrachten – J. D. Martinez sind ein bärenstarkes Offensiv-Trio, auf dessen Rücken die Red Sox ihr Comebackjahr aufbauen können – oder das sie als erstes vertraden müssten, falls sie in einen vollen Rebuild gehen.

Größte Schwäche
Pitching: 351 zugelassene Runs, 98 gegnerische Homeruns, 5.58 ERA, 5.19 FIP und ein durchschnittlicher Batting Average des Gegners von .279 – das sind die gruseligen Statistiken der Red-Sox-Pitcher des Jahres 2020. Oder um es in einer einzigen Zahl zusammenzufassen: -0.1 fWAR. Die Red Sox waren das einzige Team der MLB, dessen Pitching-Staff einen Beitrag unterhalb des hypothetischen Replacement-Levels geleistet hat.

Spannendste Frage
Kehrt mit Alex Cora auch die Motivation zurück? Es ist nur ein subjektiver Eindruck, aber ich scheine ihn nicht als einziger zu haben, dass das Team letzte Saison oft blutarm wirkte und den letzten Willen vermissen ließ. Gerade ein J. D. Martinez strahlte regelrechtes Desinteresse aus, was sich in für seine Verhältnisse unterirdischen Leistungen widerspiegelte. Da kommt es wohl gerade recht, dass der als herausragender Motivator bekannte Alex Cora nach seiner einjährigen Sperre zurück auf dem Managerposten ist.

Meine Prognose
Platz 4 in der AL East

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März 4th, 2021 by Silversurger

Nach zwei richtig miesen Jahren mit 115 und 108 Niederlagen zeigten die Baltimore Orioles 2020 gewisse Anzeichen von Leben. Die 25-35-Bilanz war zwar weit von Konkurrenzfähigkeit entfernt, reichte aber immerhin für einen überraschenden vierten Platz in der Division. Das dürfte so ziemlich die Obergrenze dessen sein, was für die Orioles aktuell machbar ist. Das Team befindet sich nach wie vor mitten in einem umfassenden Neuaufbau, und gerade in der starken AL East gibt es keinen realistischen Raum für eine Cinderella-Story. Gewinnen ist auf absehbare Zeit ohnehin nicht das Ziel dieser Franchise. Es geht um die Entwicklung der vorhandenen und das Sammeln weiterer Talente mit der Perspektive, in einigen Jahren oben mitzuspielen. Diese Perspektive ist noch so weit in die Zukunft gerichtet, dass bis dahin wohl so gut wie kein Mitglied des aktuellen Lineups der Orioles mehr dabei sein wird. Einstweilen gilt weiterhin die Maßgabe, dass für nahezu alle Spieler, die MLB-Erfahrung und irgendeinen Tradewert haben, dieser Tradewert genutzt und in Prospects umgesetzt wird. Die Hauptaufgabe für Manager Brandon Hyde besteht darin, seine Schützlinge unter diesen wenig motivierenden Umständen bei guter Laune und Moral zu halten, was ihm letztes Jahr gut gelungen ist.

Voraussichtliches Lineup
C Chance Cisco
1B Ryan Mountcastle
2B Jahmai Jones
SS Freddy Galvis
3B Rio Ruiz
LF D. J Stewart
CF Austin Hays
RF Anthony Santander
DH Trey Mancini

Voraussichtliche Rotation
LHP John Means
LHP Keegan Akin
RHP Dean Kremer
LHP Bruce Zimmermann
RHP Matt Harvey
Key Relievers: Hunter Harvey, Tanner Scott

Wichtigster Zugang
SS Freddy Galvis (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
SP Alex Cobb (Los Angeles Angels)

Bestes Prospect
C Adley Rutschman

Größte Stärke
Zeit: Im Gegensatz zu vielen Teams mit hohen Ansprüchen und einer unruhigen Fanbasis haben und nehmen sich die Orioles alle Zeit der Welt für ihr Aufbauprojekt.

Größte Schwäche
Der Chris-Davis-Vertrag: Der 161-Millionen-Dollar-Kontrakt aus dem Jahr 2016 steht wie ein Mahnmal gegen die in der Liga nach wie vor verbreitete Praxis, sehr langfristige garantierte Verträge zu vergeben. Davis bringt seit Jahren Leistungen unterhalb Replacement-Level und kostet den Verein dieses und nächstes Jahr noch jeweils 23 Millionen Dollar, die man im Rebuilding gut an anderer Stelle gebrauchen könnte.

Spannendste Frage
Welchem ehemaligen Ass gelingt es, die Karriere wiederzubeleben? Die Orioles haben in der Offseason Matt Harvey und Felix Hernandez mit Minor-League-Verträgen an Bord geholt. Mit etwas Glück und gutem Coaching könnten einer oder beide der ehemaligen Top-Pitcher zurück in die Spur finden und zur Trade-Deadline gewinnbringend weitergereicht werden.

Meine Prognose
Platz 5 in der AL East

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Februar 27th, 2021 by Silversurger

Es ist wieder diese Zeit im Jahr – für mich als Hobby-Blogger sowohl die anstrengendste als auch die spaßigste. Ab Montag gibt es hier die traditionellen Vorschauartikel für alle 30 Teams in 30 Tagen.

Wer hier schon länger mitliest, kennt das Prinzip aus den letzten Jahren: Ich veröffentliche die Artikel in der Reihenfolge meiner persönlichen Prognose, wie die jeweiligen Teams abschneiden werden. Den Anfang macht morgen die in meinen Augen schwächste Mannschaft der Liga. Von dort arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2021. Dieser Artikel hier dient als Überblick. Ich hefte ihn auf der Startseite des Blogs an und ergänze ihn nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Kommentare und Korrekturen sind mir jederzeit sehr willkommen. Meine Einschätzungen sind höchst subjektiv und liegen erfahrungsgemäß oft daneben – so ist das nunmal mit Prognosen und wenn es anders wäre, bräuchten wir uns die Spiele nicht anzuschauen.

Hier also mein Powerranking, das sich in den kommenden Tagen und Wochen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. Los Angeles Dodgers
2. Toronto Blue Jays
3. New York Mets
4. San Diego Padres
5. Chicago White Sox
6. Atlanta Braves
7. New York Yankees
8. Minnesota Twins
9. Houston Astros
10. St. Louis Cardinals
11. Tampa Bay Rays
12. Philadelphia Phillies
13. Oakland Athletics
14. Washington Nationals
15. Milwaukee Brewers
16. Los Angeles Angels
17. Boston Red Sox
18. Cleveland Indians
19. Cincinnati Reds
20. Arizona Diamondbacks
21. San Francisco Giants
22. Kansas City Royals
23. Chicago Cubs
24. Miami Marlins
25. Seattle Mariners
26. Detroit Tigers
27. Baltimore Orioles
28. Colorado Rockies
29. Texas Rangers
30. Pittsburgh Pirates

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April 5th, 2020 by Silversurger

Wie geht man am besten damit um, wenn zweimal in drei Jahren eine starke Saison in einer verlorenen ALCS-Serie gegen die Houston Astros endet? Die Antwort nach Art der New York Yankees: Man investiert 324 Millionen Dollar in einen Vertrag mit dem besten Spieler der Astros. Die Verpflichtung von Starting Pitcher Gerrit Cole soll der entscheidende Faktor sein, um die großen Erfolg zurück in die Bronx zu holen. Mit ihm soll die Rotation der Yankees auf das Niveau gehoben werden, welches das enorm schlagkräftige Batting-Lineup sowie der furchterregend starke Bullpen bereits erreicht haben. Das kann funktionieren, allerdings müssen dazu Masahiro Tanaka, J. A. Happ und Jordan Montgomery größeren Rollen gerecht werden als ihnen zunächst zugedacht waren. Denn das Verletzungspech der Yankees hat schon wieder zugeschlagen und dafür gesorgt, dass Luis Severino für die gesamte Saison und James Paxton – je nach tatsächlichem Saisonbeginn – für die ersten Wochen ausfallen werden. Auch die Hoffnung, dieses Jahr stabiler auf die Mega-Slugger Giancarlo Stanton und Aaron Judge zählen zu können, hat bereits Rückschläge erlitten; durch die Verschiebung der Saison bestehen aber wieder Chancen, dass beide von Beginn an dabei sind. Vom Verletzungsthema abgesehen gibt es kaum etwas daran zu diskutieren, dass die Yankees als klarer Favorit auf den Divisionssieg und auch auf den Gewinn der American League in die Saison gehen. Meine Prognose sieht sie in der World Series 2020, als Champion sage ich jedoch ein anderes Team voraus. Findige Leserinnen und Leser können sich jetzt schon ausrechnen, welches es ist.

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Luke Voit
2B DJ LeMahieu
SS Gleyber Torres
3B Giovanny Urshela
LF Mike Tauchman
CF Brett Gardner
RF Aaron Judge
DH Giancarlo Stanton

Voraussichtliche Rotation
RHP Gerrit Cole
RHP Masahiro Tanaka
LHP James Paxton
LHP J. A. Happ
LHP Jordan Montgomery
Key Relievers: Aroldis Chapman, Chad Green, Zack Britton

Wichtigster Zugang
RHP Gerrit Cole (Houston Astros)

Wichtigster Abgang
SS Didi Gregorius (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
OF Jasson Dominguez

Größte Stärke
Power: Mit 306 Homeruns übertrafen die Yankees 2019 ihre eigene Bestmarke vom Vorjahr (267) deutlich – eine beeindruckende Leistung, auch wenn die Twins noch einen mehr schafften und damit den Rekord wegschnappten. Einen anderen Rekord verbuchten die Yankees für sich: 14 verschiedene Spieler, die sie einsetzten, schlugen jeweils mindestens 10 Bälle über den Zaun.

Größte Schwäche
Enormer Erwartungsdruck: „We need to win some world championships. Plural.” So lautet die von Team-Eigner Hal Steinbrenner im Dezember ausgegebene Devise. Der Mann fordert ganz offensichtlich den zweiten Schritt, bevor der erste getan ist. Das kann motivierend sein, aber auch ins Auge gehen.

Spannendste Frage
Werden sie den Injury-Bug irgendwann los? 2019 stellten die Yankees diverse Verletzungsrekorde auf, zum Beispiel die meisten verschiedenen Spieler auf der offiziellen Verletztenliste (30) sowie die meisten Aufenthalte insgesamt auf dieser Liste (39), die je ein MLB-Team in einer Saison hatte. So viel Pech kann man nicht zweimal haben, sollte man meinen. Doch die Saisonvorbereitung 2020 begann schon wieder mit diversen Ausfällen, unter anderem von Paxton, Judge, Stanton und ganz besonders von Severino, der nach Tommy-John-Surgery ein Jahr lang pausieren muss.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL East, AL-Champion

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März 30th, 2020 by Silversurger

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle noch als unrealistisch eingestuft, dass es für die Tampa Bay Rays in der AL East ein Vorbeikommen an den übermächtig erscheinenden Yankees und Red Sox gibt. Sie haben mich und wahrscheinlich viele andere mal wieder eines Besseren belehrt: Mit 96 Siegen ließen sie die Red Sox weit hinter sich und machten den Yankees sehr lange das Leben schwer. In den Playoffs scheiterten sie erst im entscheidenden Spiel 5 der ALDS an den Astros. Das war eine Saison der Rays, die Hunger auf mehr macht. Um diesen Hunger zu stillen, setzt der Klub weiterhin – in der folgenden Reihenfolge – auf überragendes Pitching, starke Defense und ein solides Batting-Lineup. Letzteres muss auf die Free-Agent-Abgänge Catcher Travis d’Arnaud und Outfielder Avisail Garcia verzichten sowie vor allem auf Star-Outfielder Tommy Pham, der nach San Diego getradet wurde. Für ihn kommt Hunter Renfroe von den Padres – ein typischer Rays-Move, bei dem sie einen Top-Spieler abgeben, einen jüngeren und günstigeren Spieler dafür bekommen und sich in ein paar Monaten wahrscheinlich als Gewinner des Trades erweisen, weil ihre Scouts und Analysten regelmäßig hervorragende Arbeit leisten. Einen für ihre Verhältnisse teuren Neuzugang haben sich die Rays mit Yoshitomo Tsutsugo gegönnt, der für 12 Millionen Dollar für zwei Jahre aus Japan geholt wurde. Der linkshändige Slugger wird sich als DH mit dem ebenfalls neu verpflichteten Rechtshänder Jose Martinez abwechseln. Flexibilität ist auch sonst ein wichtiges Element im Lineup der Rays: Rund die Hälfte der Plätze werden voraussichtlich mit Platoons besetzt, also mit je zwei Spielern, die sich nach Händigkeit der gegnerischen Pitcher abwechseln. Alles in allem sind die Rays ein sehr durchdachtes Team, das man mindestens als Geheimtipp für die World Series auf der Rechnung haben sollte.

Voraussichtliches Lineup
C Mike Zunino
1B Ji-Man Choi
2B Brandon Lowe
SS Willy Adames
3B Yandy Diaz
LF Austin Meadows
CF Kevin Kiermaier
RF Hunter Renfroe
DH Yoshitomo Tsutsugo

Voraussichtliche Rotation
RHP Charlie Morton
LHP Blake Snell
RHP Tyler Glasnow
LHP Ryan Yarbrough
RHP Yonny Chirinos
Key Relievers: Nick Anderson, Diego Castillo

Wichtigster Zugang
OF Yoshitomo Tstutsugo (Yokohama Baystars)

Wichtigster Abgang
OF Tommy Pham (San Diego)

Bestes Prospect
SS Wander Franco

Größte Stärke
Pitching: Die Werfer der Rays führten 2019 die Liga an mit 25.3 Wins Above Replacement (fWAR), erlaubten die wenigsten Homeruns und belegten in allen anderen wesentlichen Pitching-Statistiken einen der drei ersten Plätze. Einer Wiederholung dieser Leistungen dürfte nichts im Weg stehen, denn erstens ist die Rotation intakt geblieben und zweitens haben die Rays schon öfter bewiesen, mit Veränderungen und Ausfällen kreativ und produktiv zurechtzukommen.

Größte Schwäche
Geld: Die Rays gehören von der Größe ihres Marktes und ihrer Budgets her zu den ärmsten Franchises der Liga. Was sie daraus machen, ist beeindruckend und aller Ehren wert. Ein Nachteil gegenüber jenen Teams, die sich bei Bedarf mal schnell eine hochbezahlte Neuverpflichtung leisten können, ist es natürlich trotzdem.

Spannendste Frage
Wann merkt man in Florida, dass die Rays gut sind? Es ist 10 Jahre her, dass die Rays in der Zuschauer-Rangliste einen anderen als den letzten oder vorletzten Platz belegt haben. 2018 und 2019 sank der Besucherschnitt auf jeweils unter 15.000; in Tropicana Field sind inzwischen ganze Blöcke und Ebenen dauerhaft geschlossen, weil es sich erstens nicht lohnt und zweitens der Atmosphäre schadet, die paar Leute im weiten Rund zu verteilen. Wenn selbst Top-Leistungen des Teams nicht ausreichen, um die Region für Rays-Baseball zu begeistern, wird über kurz oder lang ein Umzug anstehen.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL East, Wild Card

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März 12th, 2020 by Silversurger

Die Boston Red Sox erlebten 2019 einen beispiellosen Absturz mit 24 Siegen weniger als im Meisterschaftsjahr 2018. Die gute Nachricht: Es deuten einige Statistiken darauf hin, dass sie sich letztes Jahr unter Wert verkauften. Die schlechte Nachricht: Es deuten einige Entwicklungen der laufenden Offseason darauf hin, dass in der kommenden Saison eine Wiederholung der 84-78-Bilanz des letzten Jahres schon ein Erfolg wäre für das Team, das die Red Sox an den Start schicken. Der größte Einschnitt war der Blockbuster-Trade des Jahres. Outfielder Mookie Betts – zweifellos einer der besten Baseballer der Welt – und Starting Pitcher David Price wurden zu den Los Angeles Dodgers getradet im Zuge einer massiven Anstrengung, das Gehaltsniveau unter die Luxury-Tax-Genze zu drücken. Erschwerend hinzu kommen die Unruhe um die immer noch nicht aufgearbeiteten Sign-Stealing-Vorwürfe und der damit verbundene unfreiwillige Trainerwechsel von Alex Cora zu Ron Roenicke. Aber ich möchte es mit dem Schwarzmalen nicht übertreiben, denn die Red Sox sind immer noch ein konkurrenzfähiges Team mit einigen herausragenden Spielern. Von der Gesundheit des herausragendsten unter ihnen könnte einiges abhängen: Starter Chris Sale hat wegen Ellenbogenproblemen seit August letzten Jahres nicht mehr gepitcht. Ein Comeback-Versuch in Form eines simulierten Innings schlug letzte Woche fehl, seitdem hat Sale wieder mehrere Untersuchungen über sich ergehen lassen mit bislang unklarem Ergebnis. Falls er in diesem Jahr erneut langfristig fehlen sollte, würde das den Playoff-Hoffnungen der Red Sox einen weiteren Dämpfer versetzen.

Voraussichtliches Lineup
C Christian Vazquez
1B Mitch Moreland
2B Jose Peraza
SS Xander Bogaerts
3B Rafael Devers
LF Andrew Benintendi
CF Jackie Bradley Jr.
RF Alex Verdugo
DH J. D. Martinez

Voraussichtliche Rotation
LHP Chris Sale
LHP Eduardo Rodriguez
RHP Nathan Eovaldi
LHP Martin Perez
RHP Collin McHugh
Key Relievers: Brandon Workman, Matt Barnes

Wichtigster Zugang
OF Alex Verdugo (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
OF Mookie Betts (Los Angeles Dodgers)

Bestes Prospect
IF Jeter Downs

Größte Stärke
Das linke Infield: Third Baseman Rafael Devers und Shortstop Xander Bogaerts sind das wohl beste Duo zwischen der zweiten und dritten Base, das die MLB zu bieten hat. Angesichts ihres Alters von 23 und 27 Jahren sowie noch mindestens vier Jahren unter Team-Kontrolle können die Red Sox langfristig auf die enorme Offensiv-Produktion der beiden setzen.

Größte Schwäche
Der Bullpen: 2019 haben die Red Sox lediglich 52% ihrer Save-Gelegenheiten verwandelt (33 von 64). Schlechter waren nur die Baltimore Orioles mit 50% (27 von 54). Die Hoffnung ist, dass Brandon Workman die starken Leistungen konservieren kann, mit denen er im Lauf des letzten Jahres in die Closer-Rolle aufgestiegen ist. Allerdings sehen diese in seinen Karriere-Statistiken eher nach einem Ausreißer aus.

Spannendste Frage
War da nicht was mit Sign-Stealing? Die großen Schlagzeilen in Bezug auf ausgespähte Pitch-Signale hatten in dieser Offseason die Houston Astros, doch auch das Meisterteam der Red Sox von 2018 ist Gegenstand einer Untersuchung durch die Liga. Die sollte ursprünglich bis zum Beginn des Spring Trainings abgeschlossen sein, wurde aber mehrfach verschoben und wird sich jetzt weiterhin verzögern, weil die Klärung des Umgangs mit Corona Priorität genießt. Somit bleibt vorerst offen, wann und in welcher Form die Regelverstöße der Red Sox bestraft werden.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL East

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März 5th, 2020 by Silversurger

Die Toronto Blue Jays blicken frohen Mutes in die Zukunft, denn die Zukunft befindet sich größtenteils schon im Kader: Vlad Guerrero Jr., Bo Bichette, Cavan Biggio, Lourdes Gurriel Jr. und Danny Jansen haben sich allesamt während der letzten Saison im MLB-Roster etabliert. Im Laufe des Jahres wird mit Pitcher Nate Pearson voraussichtlich noch ein weiteres Top-Prospect den Sprung schaffen. Ein Kern junger, für überschaubares Geld langjährig gebundener Spieler ist somit vorhanden. Mit Starter Hyun-Jin Ryu haben sich die Blue Jays zudem einen der begehrtesten Free Agents dieser Offseason gesichert. Zeit für den Take-off? Noch nicht ganz, wenn ihr mich fragt, denn trotz aller Euphorie weisen sowohl die Rotation als auch das Lineup noch zu viele Lücken auf, um in der enormen Konkurrenzsituation der AL East mitzuhalten. Lasst die jungen Wilden noch ein Jahr reifen, lasst die Vereinsführung in der nächsten Offseason noch mal die Taschen öffnen und ein, zwei Hochkaräter an Land ziehen – dann können die Blue Jays 2021 ein Team sein, das zumindest um eine Wild Card mitspielt. Für 2020 sehe ich in ihnen eine Mannschaft, die die Vorjahresbilanz von 67-95 klar hinter sich lassen, aber noch nicht in die Nähe eines positiven Records kommen wird.

Voraussichtliches Lineup
C Danny Jansen
1B Travis Shaw
2B Cavan Biggio
SS Bo Bichette
3B Vladimir Guerrero Jr.
LF Lourdes Gurriel Jr.
CF Teoscar Hernandez
RF Randal Grichuk
DH Rowdy Tellez

Voraussichtliche Rotation
LHP Hyun-Jin Ryu
RHP Tanner Roark
RHP Chase Anderson
RHP Matt Shoemaker
RHP Trent Thornton
Key Reliever: Ken Giles

Wichtigster Zugang
LHP Hyun-Jin Ryu (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
1B Justin Smoak (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
RHP Nate Pearson

Größte Stärke
Hyun-Jin Ryu: Für 80 Millionen Dollar über vier Jahre haben die Blue Jays sich den drittgrößten Spielervertrag der Vereinsgeschichte geleistet und den größten seit der Übernahme der Klubleitung durch Mark Shapiro und Ross Atkins im Jahr 2015. Sie bekommen dafür einen Top-Pitcher, der mit 32 Jahren gerade das bislang beste Jahr seiner Karriere hinter sich hat. Ryu führte mit seinem ERA von 2.32 alle qualifizierten MLB-Starter an und wurde verdientermaßen zum ersten Mal ins All-Star-Team berufen.

Größte Schwäche
Batting Average: Mit .236 hatten die Blue Jays 2019 den schwächsten Wert der Liga – der gesamten Liga wohlgemerkt, also auch schwächer als alle NL-Teams, bei denen jeder neunte Batter ein Pitcher ist. Gleichzeitig hatten sie mit 247 die neuntmeisten Homeruns. Das spricht dafür, dass die Hitter der Blue Jays etwas übereifrig schlagen und dabei zum Ball einerseits oft sehr harten, andererseits aber noch öfter schlechten oder gar keinen Kontakt herstellen. Die Hoffnung ist, dass sich das mit zunehmender Reife und Erfahrung des jungen Lineups legt.

Spannendste Frage
Gelingt es, Kontinuität in die Rotation zu bringen? 2019 setzten die Blue Jays 21 verschiedene Starting Pitcher ein – eine unglaublich hohe Zahl, selbst wenn man berücksichtigt, dass sieben davon Opener für Bullpen-Spiele waren. Für dieses Jahr ist Ryu als Starter Nummer eins gesetzt, hinter ihm stehen mit Chase Anderson, Tanner Roark und dem verletzungsanfälligen Matt Shoemaker drei Innings-Eater mittlerer Güte zur Verfügung. Um den fünften Platz gibt es einen breiten Wettbewerb, der möglicherweise erst dann entschieden wird, wenn gegen Mitte der Saison Nate Pearson aus der Farm hochgezogen wird.

Meine Prognose
Platz 4 in der AL East

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