März 22nd, 2021 by Silversurger

Die Houston Astros waren das dominierende MLB-Team der Jahre 2017 bis 2019. Wie ein Fels thronten sie mit ihren regelmäßigen 100-Siege-Performances über der Liga, holten eine Meisterschaft und verpassten nur knapp eine zweite. Auch 2020 schafften sie es in die Postseason und stießen bis in die Championship Series vor. Doch es war bereits unübersehbar, dass der Fels Risse bekommen hat. Der größte war zweifellos der Sign-Stealing-Skandal, der letzte Offseason ans Licht kam und die Franchise Vertrauen, Ansehen, Draftpicks sowie den Manager und den General Manager kostete. Weitere Risse vollzogen sich durch den Abgang von Gerrit Cole vor und die Verletzung von Justin Verlander während der Saison. Am Ende reichte es nur zu einer knapp negativen Bilanz von 29-31 und einer sehr glücklichen Playoff-Qualifikation dank des einmalig erweiterten Teilnehmerfeldes. Auf diesen Luxus können die Astros in der kommenden Saison nicht wieder setzen, zumal der Fels einen weiteren Riss erhalten hat: Centerfielder und Leadoff-Hitter George Springer war als Free Agent nicht zu halten und heuerte inzwischen bei den Blue Jays an. Dass ich den Astros trotz allem den Divisionssieg zutraue, hat zwei Gründe: Erstens drängt sich in der AL West kein Team wirklich auf – die Angels, die Athletics und eben die Astros haben allesamt das Talent, um oben mitzuspielen, aber sie alle tragen auch große Fragezeichen mit sich herum. Zweitens erwarte ich von den Astros eine „Jetzt oder nie“-Mentalität, denn dieses Jahr könnte die letzte Chance sein, noch einmal den Titel anzugreifen, bevor nach der Saison auch Carlos Correa, Lance McCullers Jr. und Zack Greinke Free Agents werden.

Voraussichtliches Lineup
C Martin Maldonado
1B Yuli Gurriel
2B Jose Altuve
SS Carlos Correa
3B Alex Bregman
LF Michael Brantley
CF Myles Straw
RF Kyle Tucker
DH Yordan Alvarez

Voraussichtliche Rotation
RHP Zack Greinke
RHP Lance McCullers Jr.
RHP Jake Odorizzi
RHP Cristian Javier
RHP Jose Urquidy
Key Reliever: Ryan Pressly

Wichtigster Zugang
RHP Jake Odorizzi (Minnesota Twins)

Wichtigster Abgang
OF George Springer (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
RHP Forrest Whitley

Größte Stärke
Die Offense: Einige der Stars wie Jose Altuve und Carlos Correa hatten 2020 mit Formproblemen zu kämpfen, trumpften aber in der Postseason umso gewaltiger auf. Wenn sie diesen Lauf in die neue Saison tragen können, bringen sie gemeinsam mit Alex Bregman, Michael Brantley sowie den Youngsters Kyle Tucker und Yordan Alvarez auch ohne George Springer ein immer noch furchterregendes Lineup auf die Waage.

Größte Schwäche
Die Rotation: Es ist nicht lange her, da war das die Stärke oder zumindest eine der Stärken der Astros. Doch Gerrit Cole ist weg, Justin Verlander wird nach seiner Tommy-John-Surgery vielleicht nie wieder für die Astros pitchen und Framber Valdez fällt mit gebrochenem Finger noch wochen-, wenn nicht monatelang aus. Zu allem Überfluss musste sich nun auch Top-Prospect Forrest Whitley der Tommy-John-Surgery unterziehen und somit die Saison abschreiben, bevor sie begonnen hat. Bleiben als einzige verlässliche Größen Lance McCullers Jr. und Zack Greinke, umgeben von reichlich Mittelmaß.

Spannendste Frage
Wie nachtragend sind die gegnerischen Fans? Wenn letztes Jahr irgendjemand Grund hatte, sich über die leeren Stadien zu freuen, dann die Astros. Statt des erwarteten monatelangen Spießrutenlaufs mit Anfeindungen und Buhrufen bei jedem Auswärtsspiel konnten sie in aller Stille ihrer Arbeit nachgehen. Ich bin gespannt, ob die Reaktionen auf die Sign-Stealing-Geschichte dieses Jahr nachgeholt werden oder ob dafür dann doch schon zu viel Gras über die Sache gewachsen ist.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL West

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März 18th, 2021 by Silversurger

Die Fans der Oakland Athletics sind in gewisser Hinsicht beneidenswert. Zwar haben sie regelmäßig eine schwere Zeit in der Offseason, weil ihr sparwütiger Klub Leistungsträger ziehen lässt, kaum in Verstärkungen investiert und nebenbei den einen oder anderen scheinbar haarsträubenden Trade eingeht. Während und am Ende der Saison ist die Freude dann umso größer, wenn man merkt, dass die Moves offenbar doch nicht so schlecht waren, denn das Team ist regelmäßig konkurrenzfähig und erreicht die Playoffs – zuletzt dreimal in Folge und 2020 sogar als Divisionssieger. Als Athletics-Fan erlebte man somit in den letzten Jahren immer wieder die gegensätzliche Gefühlskurve zu jener der Fans eines Teams wie den Phillies, den Angels oder den Mets, die regelmäßig an den eigenen Erwartungen scheitern. Natürlich gibt es keine Garantie, dass die Athletics weiterhin so vom Glück (oder von weiser Vorhersehung ihres Front Offices) begünstigt bleiben. Die diesjährige Offseason lief jedenfalls erneut nach der oben skizzierten Blaupause ab: Die Leistungsträger, die man dieses Mal ziehen ließ, sind Shortstop Marcus Semien und Closer Liam Hendriks. Um beide bemühte man sich nicht mal mit einem Qualifying Offer. Neuverpflichtungen wie Mitch Moreland, Jed Lowrie und Sergio Romo sind sicher nicht die Verstärkungen, die man sich als Fan erhofft hätte. Das interessanteste Signing ist Trevor Rosenthal, aber im Vergleich mit Hendriks dürfte er als Closer auch eher ein Downgrade sein. Bleibt noch der scheinbar haarsträubende Trade: OF/DH Khris Davis und zwei Prospects wurden zu den Texas Rangers geschickt, dafür erhielten die Athletics SS Elvis Andrus, ein Prospect und 13,5 Millionen Dollar. Andrus und Davis hatten beide in ihren bisherigen Klubs zuletzt nicht allzu viel Leistung gebracht – im Endeffekt ging es bei dem Trade darum, dass die A’s für eine kurzfristige Gehaltsersparnis im Gegenzug erstens die höherwertigen Nachwuchsspieler abgeben und zweitens eine neue Gehaltsverpflichtung für 2022 übernehmen, da der Vertrag von Andrus ein Jahr länger läuft als der von Davis. Ich kann nicht behaupten, dass mir dieser Trade in irgendeiner Weise einleuchtet, aber wie gesagt: In den letzten drei Jahren waren es am Ende immer die Athletics, die sämtliche Skeptiker und Pessimisten eines Besseren belehrten. Ich bin gespannt, ob und wie ihnen das auch dieses Jahr gelingt.

Voraussichtliches Lineup
C Sean Murphy
1B Matt Olson
2B Tony Kemp
SS Elvis Andrus
3B Matt Chapman
LF Mark Canha
CF Ramon Laureano
RF Stephen Piscotty
DH Mitch Moreland

Voraussichtliche Rotation
RHP Chris Bassitt
LHP Sean Manaea
RHP Frankie Montas
LHP Jesus Luzardo
RHP Mike Fiers
Key Relievers: Trevor Rosenthal, Jake Diekman

Wichtigster Zugang
RP Trevor Rosenthal (San Diego Padres)

Wichtigster Abgang
RP Liam Hendriks (Chicago White Sox)

Bestes Prospect
C Tyler Soderstrom

Größte Stärke
Die Infield-Corners: Die beiden Matts, Olson und Chapman, bilden eines der besten First- und Third-Base-Duos der Liga, wahrscheinlich sogar das beste. Beide bringen sowohl starke Batting-Leistungen als auch exzellentes Feldspiel mit und bilden damit die Stützpfeiler eines potenten und tiefen Lineups.

Größte Schwäche
Das Middle Infield: Das Gegenstück zu den beeindruckenden Corner-Infieldern ist ein sehr viel weniger beeindruckendes Middle Infield. Als Second Baseman wird wohl wie bisher Tony Kemp starten, der es in keinem seiner fünf MLB-Jahre auch nur auf einen Win Above Replacement brachte. In Marcus Semien hatten die A’s einen starken Shortstop, den sie nicht mehr bezahlen wollten. Stattdessen nimmt Neuzugang Elvis Andrus die Position ein, der erst mal beweisen muss, dass seine unterirdische Saison 2020 ein einmaliger Ausrutscher war.

Spannendste Frage
Wie lange bleibt Billy Beane? Der Teampräsident ist seit über 20 Jahren am Ruder von Oaklands Front-Office, seit dem Buch und Film „Moneyball“ reicht seine Berühmtheit weit über die Baseballszene hinaus. Ende 2020 kamen vermehrt Gerüchte auf, dass er den Athletics den Rücken kehren wird. Er ist Mitglied der Investorengruppe RedBall, welche mit der Fenway SportsGroup fusionieren soll. Dadurch wäre Beane Mitbesitzer der Boston Red Sox und somit in einem Interessenkonflikt. Doch die Fusion ist Ende Januar vorerst geplatzt. Beane wird den A’s zumindest für dieses Jahr noch erhalten bleiben.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL West

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März 15th, 2021 by Silversurger

Es ist quasi eine ungeschriebene Regel des Baseballs, dass sich die Saisonvorschau zu den Los Angeles Angels jedes Jahr gleich anhört. Das Grundmuster lautet: Mike Trout ist der beste Baseballer unserer Zeit. Er ist von einem starken Lineup umgeben. Die Rotation wurde gegenüber dem vorherigen Jahr verbessert. Ein neuer Manager (2019 Brad Ausmus, 2020 Joe Maddon) oder General Manager (2021 Perry Minasian) soll endlich dafür sorgen, dass das große Potenzial des Teams sich auch in Ergebnissen niederschlägt, mindestens in Form einer Playoff-Teilnahme. Der Saisonrückblick ein paar Monate später hört sich ebenfalls jedes Jahr gleich an: Hat leider nicht geklappt.
Die diesjährigen Hoffnungen, aus dem ewigen Kreis auszubrechen, ruhen neben den Trout und Co-Star Anthony Rendon auf einem Rebound von Shohei Ohtani sowie auf einer Reihe von Neuverpflichtungen. Als Shortstop wurde Jose Iglesias geholt, der letztes Jahr für die Orioles einen Average von .373 schlug. Nicht verwandt mit ihm ist Raisel Iglesias, der als neuer Closer von den Reds kommt und die Siege eintüten soll. Damit er die Gelegenheit dazu möglichst oft bekommt, muss zunächst die Starting Rotation ihren Job machen, die um Jose Quintana und Alex Cobb ergänzt wurde. Ob das ausreicht, um nach fünf Losing Seasons hintereinander das Ruder herumzureißen und wenigstens um eine Wild Card mitzuspielen? Möglich sollte es sein, auch angesichts der überschaubaren Konkurrenz in der AL West. Aber nachdem ich in den letzten Jahren zu oft daneben lag mit einer optimistischen Prognose für die Angels, erwarte ich, dass es eher wieder auf den üblichen Saisonrückblick hinausläuft.

Voraussichtliches Lineup
C Max Stassi
1B Jared Walsh
2B David Fletcher
SS Jose Iglesias
3B Anthony Rendon
LF Justin Upton
CF Mike Trout
RF Dexter Fowler
DH Shohei Ohtani

Voraussichtliche Rotation
LHP Andrew Heaney
RHP Dylan Bundy
LHP Jose Quintana
RHP Griffin Canning
RHP Shohei Ohtani
RHP Alex Cobb
Key Relievers: Raisel Iglesias

Wichtigster Zugang
SS Jose Iglesias (Baltimore Orioles)

Wichtigster Abgang
SS Andrelton Simmons (Minnesota Twins)

Bestes Prospect
OF Brandon Marsh

Größte Stärke
Mike Trout: 17 Homeruns in 53 Spielen, .993 OPS – was für die meisten MLB-Spieler das beste Jahr ihrer Karriere wäre, war für Trouts Verhältnisse schon fast eine Enttäuschung. Zum ersten Mal seit seiner Rookie-Saison 2011 kam er bei der MVP-Wahl nicht unter die ersten vier (er wurde Fünfter). Man kann nicht oft genug schreiben, wie schade es ist, dass man diesen überragenden Baseballer so gut wie nie in der Postseason sieht. Um es ihn mit eigenen Worten sagen zu lassen: „It sucks being out of it. It’s time. We got to get to the playoffs.“

Größte Schwäche
Albert Pujols: Der 41-Jährige wird für die ersten zwei Drittel seiner Karriere ohne Zweifel und völlig verdient in die Hall of Fame gewählt werden. Das ändert aber nichts daran, dass er seit fünf Jahren unter Replacement-Level produziert und dafür viel Geld einstreicht, welches den Angels an anderer Stelle fehlt. 30 Millionen Dollar sind es allein für diese Saison, nach welcher der unselige Zehnjahresvertrag endlich erfüllt ist und Pujols in den ebenso verdienten wie überfälligen Ruhestand eintritt.

Spannendste Frage
Wird das noch was mit Two-Way-Ohtani? 2018 war Shohei Ohtani eine Sensation als erster Spieler seit Babe Ruth, der in einer Saison mehr als 50 Innings pitchte und über 20 Homeruns erzielte. Doch dann häuften sich die Verletzungen und sorgten dafür, dass er sich 2019 und 2020 auf die DH-Rolle beschränken musste. Für dieses Jahr hat Ohtani die feste Absicht, seinem Team wieder sowohl an der Platte als auch vom Mound aus zu helfen. Um die körperliche Belastung in Maßen zu halten, planen die Angels, mit einer Sechs-Mann-Rotation in die Saison zu gehen.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL West

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März 6th, 2021 by Silversurger

Um ein Haar hätten die Seattle Mariners eine ruhige, solide Offseason erlebt. Das junge Team ist fast vollständig zusammengeblieben, mit James Paxton und Rafael Montero wurden ein erfahrener Starter und ein Closer dazugeholt, und in Jarred Kelenic wartet eines der größten Talente der MLB auf sein Big-League-Debüt. So weit, so gut. Kurz vor dem Beginn des Spring Trainings war es leider vorbei mit der Harmonie, als die Aufzeichnung einer Rede des Teampräsidenten und Geschäftsführers der Mariners, Kevin Mather, an die Öffentlichkeit gelangte. In dem Vortrag, den er Anfang Februar in einer Videokonferenz vor einer Rotariergruppe gehalten hatte, teilte Mather einen Rundumschlag aus: Unter anderem beschwerte er sich über die Englischkenntnisse von Ex-Pitcher Hisashi Iwakuma und Prospect Julio Rodriguez, bezeichnete Kyle Seager als überbezahlt und amüsierte sich über arbeitslose Spieler, die „mit dem Hut in der Hand“ um einen Vertrag betteln würden, wenn man sie nur lange genug warten ließe. Zudem sprach er offen darüber, dass bei den Mariners Service-Time-Manipulation betrieben wird – dass also Nachwuchsspieler länger als in den Minor Leagues bleiben als sportlich sinnvoll wäre, um dem Klub eine längere vertragliche Kontrolle zu ermöglichen. Zwar trat Mather unter dem Druck der Reaktionen auf die Äußerungen von seinen Ämtern zurück, doch der Schaden bleibt angerichtet und wird noch für einige Zeit die Stimmung im Mariners-Lager trüben. Abgesehen von den aktuellen Unruhen scheint das Roster-Building von General Manager Jerry Dipoto wie eingangs erwähnt auf einem guten Weg. Als konkurrenzfähig sehe ich die Mariners noch nicht an, aber auch nicht mehr weit entfernt davon – ein oder zwei Jahre vielleicht.

Voraussichtliches Lineup
C Tom Murphy
1B Evan White
2B Dylan Moore
SS J. P. Crawford
3B Kyle Seager
LF Jake Fraley
CF Kyle Lewis
RF Mitch Haniger
DH Ty France

Voraussichtliche Rotation
LHP Marco Gonzales
LHP James Paxton
LHP Yusei Kikuchi
LHP Justus Sheffield
RHP Chris Flexen
RHP Justin Dunn
Key Reliever: Rafael Montero

Wichtigster Zugang
SP James Paxton (New York Yankees)

Wichtigster Abgang
IF/OF Dee Strange-Gordon (Cincinnati Reds)

Bestes Prospect
OF Jarred Kelenic

Größte Stärke
Der Nachwuchs: Einige vielversprechende junge Leute sind bereits ins MLB-Team aufgestiegen, darunter Kyle Lewis, der einstimmig zum Rookie of the Year der AL gewählt wurde, und Evan White, der in seinem ersten Jahr einen Gold Glove gewann. Und es kommt noch einiges nach, denn die Mariners haben eines der stärksten Farmsysteme der Liga, laut Baseball America das zweitbeste hinter den Rays.

Größte Schwäche
Schlechte Stimmung: Etliche Spieler, darunter die Führungsfigur Kyle Seager sowie die beiden größten Nachwuchstalente Julio Rodriguez und Jarred Kelenic, sind nach den Tiraden von Ex-Präsident Mather stinksauer auf ihren Verein. Man wird sehen müssen, ob sie das professionell wegstecken, eine Verweigerungshaltung einnehmen oder gar eine positive Trotzreaktion zeigen.

Spannendste Frage
Ist die 6-Mann-Rotation ein Modell mit Zukunft? Eine Starting Rotation aus sechs statt fünf Pitchern wird in der MLB seit langem als mögliche taktische Entwicklung diskutiert. Die Mariners haben sie letztes Jahr als erste für eine (verkürzte) ganze Saison umgesetzt und sind fest entschlossen, das System auch über die anstehenden 162 Spiele hinweg fortzuführen. Die Vorteile sind, dass man die Belastung der einzelnen Pitcher reduziert durch insgesamt weniger Innings und längere Pausen und dass man Raum schafft für eine zusätzliche Trainingseinheit zwischen den Starts. Die meisten Teams sehen bislang die Nachteile als überwiegend an: Die Innings, die von den besten Pitchern eingespart werden, muss man mit dem sechstbesten Pitcher bestreiten, und der zusätzlich belegte Platz im 26-Mann-Kader reduziert die Flexibilität in den anderen Mannschaftsteilen.

Meine Prognose
Platz 4 in der AL West

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März 2nd, 2021 by Silversurger

Dass ihr neuer Ballpark, Globe Life Field, gleich im ersten Jahr Schauplatz einer World Series sein würde, hatten die Texas Rangers wohl selbst in ihren kühnsten Träumen nicht erwartet. Leider kam es auch nur deshalb dazu, weil die Arena als neutraler Austragungsort für das Finale der Corona-Saison 2020 gewählt wurde. Das eigene Team war derweil mit der schlechtesten Bilanz der American League so weit von einer World Series entfernt wie es nur geht. Dass sich daran in diesem Jahr nennenswert etwas ändert, scheint wenig wahrscheinlich, denn die Rangers befinden sich klar im Neuaufbau. Von teuren Veteranen haben sie sich getrennt und sie entweder durch Nachwuchstalente oder durch Platzhalterspieler mit kurzfristigen Verträgen ersetzt. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft liegt in den Händen von Chris Young, der als neuer General Manager verpflichtet wurde. Young war von mehreren Teams umworben worden, bevor er sich entschied, den Job bei den Rangers anzunehmen, um in seiner Heimatstadt Dallas leben zu können. Er folgt Jon Daniels nach, der unter dem neuen Titel des „President of Baseball Operations“ an Bord bleibt. Seinen ersten Schwerpunkt hat Young darauf gelegt, die Analyse- und Forschungsabteilung aufzurüsten – sicher eine sinnvolle Maßnahme, da man hier gegenüber der divisionsinternen Konkurrenz wie den Astros und den Athletics bislang klar im Hintertreffen war.

Voraussichtliches Lineup
C Jose Trevino
1B Nate Lowe
2B Nick Solak
SS Isiah Kiner-Falefa
3B Rougned Odor
LF David Dahl
CF Leody Taveras
RF Joey Gallo
DH Khris Davis

Voraussichtliche Rotation
RHP Kyle Gibson
RHP Jordan Lyles
RHP Kohei Arihara
RHP Mike Foltynewicz
RHP Dane Dunning
Key Reliever: Jose Leclerc

Wichtigster Zugang
1B Nate Lowe (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
SP Lance Lynn (Chicago White Sox)

Bestes Prospect
3B Josh Jung

Größte Stärke
Der Ballpark: Das 1,2 Milliarden Dollar teure Globe Life Field ist ein hochmodernes überdachtes und klimatisiertes Prachtstück. Während der regulären Saison 2020 sah es so aus, als ob das Stadion Pitcher bevorteilt, weil die Rangers kaum Runs geschweige denn Homeruns erzielten. Nach drei Playoff-Runden mit wechselnden Teams hat sich allerdings der Verdacht erhärtet, dass das nicht am Stadion lag.

Größte Schwäche
Die Offense: Nur die Pirates hatten 2020 noch weniger Runs (219) und eine noch schlechtere On Base Percentage (.284) als die Rangers mit 224 und .285. Dafür belegten die Rangers den letzten Platz beim Batting Average (.217) und landeten mit -0.2 fWAR als einzige Offense der MLB bei einem negativen Wert. Nur, um das noch mal deutlich zu machen: Diese Statistik besagt, dass wenn man ein Team aus ambitionierten Minor Leaguern und günstigen Free Agents zusammengestellt hätte, dieses wahrscheinlich besser abgeschnitten hätte als die Major-League-Truppe der Rangers. Das Lineup 2021 zeigt gegenüber dem Vorjahr zahlreiche Änderungen, aber keine erkennbare Tendenz zum Besseren.

Spannendste Frage
Wer kann die Rotation anführen? Mit Lance Lynn haben die Rangers ihren einzigen zuverlässigen Starter vertradet, zudem verließ Corey Kluber nach einer verletzungsbedingt verlorenen Saison das Team in der Free Agency. Was bleibt, ist viel „könnte“ und „müsste“: Kyle Gibson müsste den Slider wiederfinden, mit dem er zuletzt 2018 überzeugte; Jordan Lyle müsste die katastrophale letzte Saison (7.02 ERA) hinter sich lassen; Dane Dunning könnte der beste Starter der Rangers sein, wenn die 7-Spiele-Stichprobe von 2020 etwas wert ist; Kohei Arihara könnte sich als Schnäppchenverpflichtung erweisen, wenn sein umfangreiches Pitch-Arsenal gegen MLB-Batter genauso gut funktioniert wie in Japan.

Meine Prognose
Platz 5 in der AL West

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Februar 27th, 2021 by Silversurger

Es ist wieder diese Zeit im Jahr – für mich als Hobby-Blogger sowohl die anstrengendste als auch die spaßigste. Ab Montag gibt es hier die traditionellen Vorschauartikel für alle 30 Teams in 30 Tagen.

Wer hier schon länger mitliest, kennt das Prinzip aus den letzten Jahren: Ich veröffentliche die Artikel in der Reihenfolge meiner persönlichen Prognose, wie die jeweiligen Teams abschneiden werden. Den Anfang macht morgen die in meinen Augen schwächste Mannschaft der Liga. Von dort arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2021. Dieser Artikel hier dient als Überblick. Ich hefte ihn auf der Startseite des Blogs an und ergänze ihn nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Kommentare und Korrekturen sind mir jederzeit sehr willkommen. Meine Einschätzungen sind höchst subjektiv und liegen erfahrungsgemäß oft daneben – so ist das nunmal mit Prognosen und wenn es anders wäre, bräuchten wir uns die Spiele nicht anzuschauen.

Hier also mein Powerranking, das sich in den kommenden Tagen und Wochen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. Los Angeles Dodgers
2. Toronto Blue Jays
3. New York Mets
4. San Diego Padres
5. Chicago White Sox
6. Atlanta Braves
7. New York Yankees
8. Minnesota Twins
9. Houston Astros
10. St. Louis Cardinals
11. Tampa Bay Rays
12. Philadelphia Phillies
13. Oakland Athletics
14. Washington Nationals
15. Milwaukee Brewers
16. Los Angeles Angels
17. Boston Red Sox
18. Cleveland Indians
19. Cincinnati Reds
20. Arizona Diamondbacks
21. San Francisco Giants
22. Kansas City Royals
23. Chicago Cubs
24. Miami Marlins
25. Seattle Mariners
26. Detroit Tigers
27. Baltimore Orioles
28. Colorado Rockies
29. Texas Rangers
30. Pittsburgh Pirates

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April 1st, 2020 by Silversurger

Vor wenigen Monaten waren die Astros noch ein allseits beliebter Klub. Kaum jemand, der ihnen nicht gönnte, es nach Jahren der Bedeutungslosigkeit durch harte Arbeit und smartes Management ganz nach oben geschafft zu haben. Drei Jahre hintereinander brachten sie es auf über 100 Saisonsiege, 2017 gewannen sie ihre erste World Championship, 2019 waren sie nur acht Outs entfernt von der zweiten. Doch wenige Tage nach Ende der Saison 2019 ließen Ken Rosenthal und Evan Drellich von The Athletic die Bombe platzen, und die Astros verwandelten sich quasi über Nacht vom sympathischen Vorzeige-Klub zum Objekt von Anfeindungen und Spott bis hin zur regelrechten Verachtung: Der ehemalige Astros-Pitcher Mike Fiers bestätigte das Gerücht, dass die Astros mindestens während der Meisterschafts-Saison 2017 mit elektronischen Hilfsmitteln die Zeichen zwischen gegnerischen Pitchern und Catchern ausspionierten. Die Zeichen wurden mit einer im Centerfield angebrachten Kamera gefilmt und durch akustische Signale – zum Beispiel Klopfen auf einen Mülleimer – an die Batter weitergegeben. Die Liga nahm sich der Vorwürfe an; in einer groß angelegten Untersuchung wurden 68 Zeugen befragt, darunter 23 Spieler. Am Ende sah man die Regelverstöße als erwiesen an und verkündete Mitte Januar das Strafmaß: General Manager Jeff Luhnow und Field Manager A. J. Hinch wurden ein Jahr lang für jede Tätigkeit in der MLB gesperrt (und unmittelbar danach vom Klub entlassen), das Team verlor die Erst- und Zweitrundenpicks in den beiden kommenden Drafts und musste 5 Millionen Dollar Strafe zahlen. Das ist eine der härtesten Bestrafungen, die die MLB je ausgesprochen hat, und doch gibt es viele Stimmen, denen sie nicht weit genug geht. Kritisiert wird vor allem, dass die Astros ihren unsauber erworbenen Titel behalten, und zum anderen, dass auf individuelle Strafen gegen die beteiligten Spieler verzichtet wurde.
Der Sign-Stealing-Skandal hat die Offseason beherrscht und ist längst nicht vergessen, aber für die Astros gilt es nun, den Blick nach vorne auf die neue Saison zu richten. Das Team verlor seinen größten Star, Starting Pitcher Gerrit Cole, in der Free Agency; ansonsten gab es kaum Zu- und Abgänge. Unter dem neuen Führungsduo aus General Manager James Click und Field Manager Dusty Baker gilt es nun zu beweisen, dass die Astros auch ohne unerlaubte Hilfsmittel zu den stärksten Mannschaften der MLB gehören.

Voraussichtliches Lineup
C Martin Maldonado
1B Yuli Gurriel
2B Jose Altuve
SS Carlos Correa
3B Alex Bregman
LF Michael Brantley
CF George Springer
RF Josh Reddick
DH Yordan Alvarez

Voraussichtliche Rotation
RHP Justin Verlander
RHP Zack Greinke
RHP Lance McCulles Jr.
RHP Jose Urquidy
RHP Joshua James
Key Relievers: Roberto Osuna, Ryan Pressly

Wichtigster Zugang
RHP Austin Pruitt (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
RHP Gerrit Cole (New York Yankees)

Bestes Prospect
RHP Forrest Whitley

Größte Stärke
Die Offense: Laut zahlreichen fortgeschrittenen Statistiken (.848 OPS, .355 wOBA, 125 wRC+, 40.8 fWAR) war das Lineup der Astros 2019 das beste der Liga. Daran sollte sich 2020 nicht viel ändern, denn die Stammaufstellung wird auf 9 von 10 Positionen dieselbe sein wie im letzten Jahr.

Größte Schwäche
Die Tiefe der Rotation: Gerrit Cole ist weg. Mit Justin Verlander und Zack Greinke sind immer noch zwei Top-Starter vorhanden, aber mit 36 und 37 Jahren sind die beiden in einem Alter, in dem man sich fragen muss, welchen Effekt die lange Saison 2019 auf sie hat. Bei Verlander ging es schon los im Spring Training, das er wegen Problemen in der Leiste abbrechen musste. Lance McCullers ist ein weiterer guter Mann, aber er kehrt frisch von einer Tommy-John-Surgery zurück und hat in seiner Karriere noch nie 130 Innings in einer Saison durchgehalten. Den Rest der Rotation bilden voraussichtlich die wenig erfahrenen Jose Urquidy und Josh James.

Spannendste Frage
Wie wirkt der Sign-Stealing-Skandal nach? Nicht nur die Fans der anderen Teams fühlen sich von den Astros betrogen, sondern auch und vor allem die gegnerischen Spieler. Es wird schon geunkt, dass die Astros 2020 einen neuen Rekord in erlittenen Hit-by-Pitches aufstellen werden. Den halten übrigens bisher die Baltimore Orioles von 1898 mit 148. Einen ernsthafteren Effekt erwarte ich davon, dass die Gegner dieses Jahr immer ein bisschen mehr als üblich motiviert sein werden, gegen die Astros alles zu geben.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL West

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März 24th, 2020 by Silversurger

Die Ära Brad Ausmus währte nur ein Jahr. Nach einer enttäuschenden Bilanz von 72-90 und Platz 4 in der AL West musste der Cheftrainer der Los Angeles Angels seine Sachen packen. Beeinflusst wurde die Entscheidung der Klubführung sicher durch die zu der Zeit absehbare Verfügbarkeit von Joe Maddon als Nachfolger. Die Verpflichtung des Erfolgstrainers sowie die des frisch gebackenen World Champions Anthony Rendon sollen dafür sorgen, dass das Team um Superstar Mike Trout den Turnaround zum Playoff-Kandidaten schafft. Das Lineup mit dem Kern aus Trout, Rendon und Two-Way-Phänomen Shohei Ohtani scheint dafür mehr als bereit zu sein. Zweifel wirft hingegen das Pitching-Staff auf, zumal Ohtani nach überstandener Tommy-John-Surgery behutsam aufgebaut werden muss und Griffin Canning möglicherweise länger ausfällt. Sofern es Maddon und seinem neuen Pitching-Coach Mickey Callaway gelingt, aus ihrer Werfer-Riege zumindest durchschnittliche Leistungen herauszuholen, dürfte mit den Angels dieses Jahr zu rechnen sein.

Voraussichtliches Lineup
C Jason Castro
1B Albert Pujols
2B David Fletcher
SS Andrelton Simmons
3B Anthony Rendon
LF Justin Upton
CF Mike Trout
RF Brian Goodwin
DH Shohei Ohtani

Voraussichtliche Rotation
RHP Shohei Ohtani
RHP Julio Teheran
LHP Andrew Heaney
RHP Dylan Bundy
RHP Griffin Canning
Key Relievers: Hansel Robles, Ty Buttrey

Wichtigster Zugang
3B Anthony Rendon (Washington Nationals)

Wichtigster Abgang
OF Kole Calhoun (Arizona Diamondbacks)

Bestes Prospect
OF Joe Addell

Größte Stärke
Mike Trout: Auf die Gefahr hin, dass es langweilig wirkt, weil ich es schon so oft geschrieben habe und es so wahnsinnig offensichtlich ist – Trout ist und bleibt der beste Baseballspieler seiner Generation. Obwohl er die letzten gut drei Wochen der Saison 2019 mit einer Fußverletzung ausfiel, brachte er es mit 8.6 fWAR auf den höchsten Wert der Liga und wurde verdientermaßen zum dritten Mal in seiner Karriere als wertvollster Spieler ausgezeichnet.

Größte Schwäche
Die Rotation: 2019 hatten die Angels mit insgesamt nur 3.2 fWAR von ihren Startern die schwächste Rotation der Liga. Ganz so schlimm wird es dieses Jahr nach der Rückkehr von Ohtani sowie der Neuverpflichtung von Dylan Bundy und Julio Teheran nicht werden, aber für die Playoff-Hoffnungen ist dieser Mannschaftsteil nach wie vor die Sollbruchstelle. Wenn die Angels bis zur Trade-Deadline im Rennen bleiben, werden sie ein heißer Kandidat dafür sein, noch ein oder zwei Starting Pitcher an Land zu ziehen.

Spannendste Frage
Bringt Joe Maddon den Erfolg zurück? Maddon war bereits von 1975 bis 2005 in unterschiedlichen Rollen vom Spieler über diverse Scout- und Trainerjobs bis hin zum Interimsmanager für die Angels tätig gewesen. Seinen Durchbruch als gefeierter Top-Manager hatte er in der Zeit danach, in Tampa Bay und bei den Chicago Cubs. Nun ist der 66-Jährige zurück am Ausgangspunkt seiner Karriere und wird alles daran setzen, den Kreis durch einen Titel zu schließen.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL West, Wild Card

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März 18th, 2020 by Silversurger

Die Oakland Athletics sind ein Team, das es irgendwie immer wieder schafft, trotz niedrigen Budgets und ohne aufsehenerregende Offseason-Deals ein konkurrenzfähiges Team an den Start zu bringen. In den vergangenen beiden Jahren hatten sie in der AL West auf der einen Seite das Pech, die übermächtigen Astros vor der Nase zu haben. Auf der anderen Seite hatten sie gleichzeitig das Glück, dass der Rest der Division nicht mithalten konnte oder wollte. So war der Weg frei für die A’s, mit jeweils 97 Siegen 2018 und 2019 ins Wild-Card-Spiel einzuziehen, wenngleich dort jeweils Endstation war. Für 2020 stellt sich die Konkurrenzsituation in der AL West in mehrerlei Hinsicht neu dar: Die Astros haben nicht nur ihr Ass Gerritt Cole verloren, sie tragen auch den Sign-Stealing-Skandal wie einen schweren Rucksack mit sich herum. Gleichzeitig haben die Angels und die Rangers aufgerüstet und drängen mit Macht auf eine größere Rolle im Rennen um die Playoff-Plätze. Die A’s selbst sind ihrer Linie treu geblieben und auch in dieser Offseason weitgehend unter dem Radar geflogen. Der junge Kern des Teams wurde beisammen gehalten und nur sehr punktuell ergänzt. Die größte Free-Agent-Verpflichtung war Reliever Jake Diekman, der letztes Jahr zur Trade-Deadline aus Kansas City geholt wurde und nun einen Zweijahrsvertrag über 7,5 Millionen Dollar bekam. Große Erwartungen ruhen zudem auf den jungen Startern Jesus Luzardo und A. J. Puk, die ihrer ersten vollen MLB-Saison entgegen blicken.

Voraussichtliches Lineup
C Sean Murphy
1B Matt Olson
2B Franklin Barreto
SS Marcus Semien
3B Matt Chapman
LF Mark Canha
CF Ramon Laureano
RF Stephen Piscotty
DH Khris Davis

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Fiers
LHP Sean Manaea
RHP Frankie Montas
LHP A. J. Puk
LHP Jesus Luzardo
Key Reliever: Liam Hendriks

Wichtigster Zugang
2B Tony Kemp (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
LHP Brett Anderson (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
LHP Jesus Luzardo

Größte Stärke
Fielding: Die Athletics hatten 2019 die beste Defensive der gesamten Liga. Ihr Team-Wert von 42.9 Def (Defensive Runs Above Average) besagt, dass sie durch ihr Feldspiel rund 43 Runs weniger kassiert haben als eine durchschnittliche Mannschaft und sogar 94 weniger als die Pittsburgh Pirates, die mit -51.0 Def am Ende der Rangliste stehen. Die statistische Faustregel ist, dass ungefähr 10 erzielte (oder 10 weniger zugelassene) Runs gleichzusetzen sind mit einem Sieg.

Größte Schwäche
Second Base: Hier sehe ich die einzige nennenswerte Lücke im Lineup. Franklin Barreto, Tony Kemp, Sheldon Neuse und Vimael Machin bewerben sich um den Job. Die ersten drei haben bisher auf MLB-Niveau nicht sonderlich überzeugen können. Machin ist ein 26-jähriger Utility-Player, der es bislang nicht über die Minor Leagues hinaus gebracht hat. Er kam als Rule-5-Draft-Pick von den Cubs; das heißt, die A’s müssen ihn die ganze Saison über im MLB-Kader behalten oder ihn an die Cubs zurück geben.

Spannendste Frage
Werden die Starter den Erwartungen gerecht? Die vier vorgesehenen Starting Pitcher außer Mike Fiers haben 2019 zusammen lediglich 21 Starts absolviert. Frankie Montas (16 Starts, dann Dopingsperre), Sean Manaea (5 Starts nach Schulter-OP), Jesus Luzardo (0 Starts, 2 Verletzungen) und A. J. Puk (0 Starts nach Tommy-John-Surgery) haben das Potenzial für eine Top-Rotation, aber keiner von ihnen ist angesichts der Vorgeschichten eine sichere Bank.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL West

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März 4th, 2020 by Silversurger

Der wichtigste Grund, dieses Jahr den Ballpark der Texas Rangers in Arlington zu besuchen, ist der Ballpark selbst: Globe Life Field, das neueste Mitglied der MLB-Stadien-Familie, öffnet am 23. März die Tore zu einer Spring-Trainig-Partie zwischen den Rangers und den St. Louis Cardinals. Eine Woche später, am 31. März, sind die Los Angeles Angels zum ersten MLB-Spiel in der 1,2 Milliarden Dollar teuren Arena zu Gast. Die Fans der Rangers dürfen sich auf ein hochmodernes Stadion freuen. Dessen Prunkstück ist ein ausfahrbares Dach, mit dem man sengende Sonne, Hitze und Regen einfach aussperren kann. Ob die Fans sich auch auf ein konkurrenzfähiges Heimteam freuen dürfen, bleibt abzuwarten. Das Front Office war in der Offseason durchaus rührig und hat vor allem die Starting Rotation aufgemöbelt, angefangen mit dem Trade für das ehemalige Ass der Cleveland Indians, Corey Kluber. Um den Bullpen und das Batting-Lineup hat man sich indes weniger intensiv gekümmert, und dort werden die Sollbruchstellen der Rangers in diesem Jahr liegen. Mehr als die 78 Siege von 2019 sehe ich für sie 2020 nicht.

Voraussichtliches Lineup
C Robinson Chirinos
1B Ronald Guzman
2B Rougned Odor
SS Elvis Andrus
3B Todd Frazier
LF Willie Calhoun
CF Danny Santana
RF Joey Gallo
DH Shin-Soo Choo

Voraussichtliche Rotation
RHP Corey Kluber
LHP Mike Minor
RHP Lance Lynn
RHP Kyle Gibson
RHP Jordan Lyles
Key Reliever: Jose Leclerc

Wichtigster Zugang
RHP Corey Kluber (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
OF Nomar Mazara (Chicago White Sox)

Bestes Prospect
3B Josh Jung

Größte Stärke
Starting Pitching: Mit Corey Kluber haben die Rangers zum ersten Mal seit Yu Darvishs besten Zeiten ein echtes Ass an der Spitze der Rotation – wenngleich nicht ganz ohne Fragezeichen (siehe unten). Gemeinsam mit den weiteren Neuverpflichtungen Kyle Gibson und Jordan Lyles sowie mit den letztes Jahr überzeugenden Lance Lynn und Mike Minor bieten die Rangers eine sehr respektable Pitcher-Riege auf, die Postseason-Ansprüchen genügt.

Größte Schwäche
Offense: Shin-Soo Choo, Todd Frazier und Elvis Andrus haben ihre besten Zeiten hinter sich, Rougned Odors Strikeout-Problem wird jährlich schlimmer statt besser und auch sonst hat die Angriffsabteilung der Rangers nicht viel zu bieten. Die größten Hoffnungen ruhen auf Joey Gallo, der in der ersten Saisonhälfte 2019 seinen Durchbruch hatte und ins All-Star-Team gewählt wurde, bevor er einen Großteil der zweiten Hälfte wegen Verletzungen verpasste. Aber auch wenn Gallo fit bleibt und alles leistet, was man von ihm erwartet, so kann er die Offensive doch nicht alleine tragen.

Spannendste Frage
Warum war Kluber so billig? Wenn man einen der besten Pitcher der letzten Jahre und zweimaligen Cy-Young-Gewinner für einen Appel und ’n Ei – genauer gesagt für Delino DeShields und Emmanuel Clase – bekommt, dann schlägt man selbstverständlich zu. Aber man muss sich schon fragen, warum die Indians so wild darauf waren, ihn zwei Jahre vor dem Auslaufen seines Vertrags loszuwerden. 2019 war nicht Klubers Jahr; einem ungewohnt schwachen Beginn folgte das frühe Saisonende, als ihm am 1. Mai ein Linedrive den rechten Unterarm brach. Zur neuen Saison sollte er aber wieder voll einsatzbereit sein. Letzten Sonntag warf er ohne Probleme drei Innings in seinem ersten Spring-Training-Start des Jahres.

Meine Prognose
Platz 4 in der AL West

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