April 1st, 2020 by Silversurger

Vor wenigen Monaten waren die Astros noch ein allseits beliebter Klub. Kaum jemand, der ihnen nicht gönnte, es nach Jahren der Bedeutungslosigkeit durch harte Arbeit und smartes Management ganz nach oben geschafft zu haben. Drei Jahre hintereinander brachten sie es auf über 100 Saisonsiege, 2017 gewannen sie ihre erste World Championship, 2019 waren sie nur acht Outs entfernt von der zweiten. Doch wenige Tage nach Ende der Saison 2019 ließen Ken Rosenthal und Evan Drellich von The Athletic die Bombe platzen, und die Astros verwandelten sich quasi über Nacht vom sympathischen Vorzeige-Klub zum Objekt von Anfeindungen und Spott bis hin zur regelrechten Verachtung: Der ehemalige Astros-Pitcher Mike Fiers bestätigte das Gerücht, dass die Astros mindestens während der Meisterschafts-Saison 2017 mit elektronischen Hilfsmitteln die Zeichen zwischen gegnerischen Pitchern und Catchern ausspionierten. Die Zeichen wurden mit einer im Centerfield angebrachten Kamera gefilmt und durch akustische Signale – zum Beispiel Klopfen auf einen Mülleimer – an die Batter weitergegeben. Die Liga nahm sich der Vorwürfe an; in einer groß angelegten Untersuchung wurden 68 Zeugen befragt, darunter 23 Spieler. Am Ende sah man die Regelverstöße als erwiesen an und verkündete Mitte Januar das Strafmaß: General Manager Jeff Luhnow und Field Manager A. J. Hinch wurden ein Jahr lang für jede Tätigkeit in der MLB gesperrt (und unmittelbar danach vom Klub entlassen), das Team verlor die Erst- und Zweitrundenpicks in den beiden kommenden Drafts und musste 5 Millionen Dollar Strafe zahlen. Das ist eine der härtesten Bestrafungen, die die MLB je ausgesprochen hat, und doch gibt es viele Stimmen, denen sie nicht weit genug geht. Kritisiert wird vor allem, dass die Astros ihren unsauber erworbenen Titel behalten, und zum anderen, dass auf individuelle Strafen gegen die beteiligten Spieler verzichtet wurde.
Der Sign-Stealing-Skandal hat die Offseason beherrscht und ist längst nicht vergessen, aber für die Astros gilt es nun, den Blick nach vorne auf die neue Saison zu richten. Das Team verlor seinen größten Star, Starting Pitcher Gerrit Cole, in der Free Agency; ansonsten gab es kaum Zu- und Abgänge. Unter dem neuen Führungsduo aus General Manager James Click und Field Manager Dusty Baker gilt es nun zu beweisen, dass die Astros auch ohne unerlaubte Hilfsmittel zu den stärksten Mannschaften der MLB gehören.

Voraussichtliches Lineup
C Martin Maldonado
1B Yuli Gurriel
2B Jose Altuve
SS Carlos Correa
3B Alex Bregman
LF Michael Brantley
CF George Springer
RF Josh Reddick
DH Yordan Alvarez

Voraussichtliche Rotation
RHP Justin Verlander
RHP Zack Greinke
RHP Lance McCulles Jr.
RHP Jose Urquidy
RHP Joshua James
Key Relievers: Roberto Osuna, Ryan Pressly

Wichtigster Zugang
RHP Austin Pruitt (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
RHP Gerrit Cole (New York Yankees)

Bestes Prospect
RHP Forrest Whitley

Größte Stärke
Die Offense: Laut zahlreichen fortgeschrittenen Statistiken (.848 OPS, .355 wOBA, 125 wRC+, 40.8 fWAR) war das Lineup der Astros 2019 das beste der Liga. Daran sollte sich 2020 nicht viel ändern, denn die Stammaufstellung wird auf 9 von 10 Positionen dieselbe sein wie im letzten Jahr.

Größte Schwäche
Die Tiefe der Rotation: Gerrit Cole ist weg. Mit Justin Verlander und Zack Greinke sind immer noch zwei Top-Starter vorhanden, aber mit 36 und 37 Jahren sind die beiden in einem Alter, in dem man sich fragen muss, welchen Effekt die lange Saison 2019 auf sie hat. Bei Verlander ging es schon los im Spring Training, das er wegen Problemen in der Leiste abbrechen musste. Lance McCullers ist ein weiterer guter Mann, aber er kehrt frisch von einer Tommy-John-Surgery zurück und hat in seiner Karriere noch nie 130 Innings in einer Saison durchgehalten. Den Rest der Rotation bilden voraussichtlich die wenig erfahrenen Jose Urquidy und Josh James.

Spannendste Frage
Wie wirkt der Sign-Stealing-Skandal nach? Nicht nur die Fans der anderen Teams fühlen sich von den Astros betrogen, sondern auch und vor allem die gegnerischen Spieler. Es wird schon geunkt, dass die Astros 2020 einen neuen Rekord in erlittenen Hit-by-Pitches aufstellen werden. Den halten übrigens bisher die Baltimore Orioles von 1898 mit 148. Einen ernsthafteren Effekt erwarte ich davon, dass die Gegner dieses Jahr immer ein bisschen mehr als üblich motiviert sein werden, gegen die Astros alles zu geben.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL West

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März 24th, 2020 by Silversurger

Die Ära Brad Ausmus währte nur ein Jahr. Nach einer enttäuschenden Bilanz von 72-90 und Platz 4 in der AL West musste der Cheftrainer der Los Angeles Angels seine Sachen packen. Beeinflusst wurde die Entscheidung der Klubführung sicher durch die zu der Zeit absehbare Verfügbarkeit von Joe Maddon als Nachfolger. Die Verpflichtung des Erfolgstrainers sowie die des frisch gebackenen World Champions Anthony Rendon sollen dafür sorgen, dass das Team um Superstar Mike Trout den Turnaround zum Playoff-Kandidaten schafft. Das Lineup mit dem Kern aus Trout, Rendon und Two-Way-Phänomen Shohei Ohtani scheint dafür mehr als bereit zu sein. Zweifel wirft hingegen das Pitching-Staff auf, zumal Ohtani nach überstandener Tommy-John-Surgery behutsam aufgebaut werden muss und Griffin Canning möglicherweise länger ausfällt. Sofern es Maddon und seinem neuen Pitching-Coach Mickey Callaway gelingt, aus ihrer Werfer-Riege zumindest durchschnittliche Leistungen herauszuholen, dürfte mit den Angels dieses Jahr zu rechnen sein.

Voraussichtliches Lineup
C Jason Castro
1B Albert Pujols
2B David Fletcher
SS Andrelton Simmons
3B Anthony Rendon
LF Justin Upton
CF Mike Trout
RF Brian Goodwin
DH Shohei Ohtani

Voraussichtliche Rotation
RHP Shohei Ohtani
RHP Julio Teheran
LHP Andrew Heaney
RHP Dylan Bundy
RHP Griffin Canning
Key Relievers: Hansel Robles, Ty Buttrey

Wichtigster Zugang
3B Anthony Rendon (Washington Nationals)

Wichtigster Abgang
OF Kole Calhoun (Arizona Diamondbacks)

Bestes Prospect
OF Joe Addell

Größte Stärke
Mike Trout: Auf die Gefahr hin, dass es langweilig wirkt, weil ich es schon so oft geschrieben habe und es so wahnsinnig offensichtlich ist – Trout ist und bleibt der beste Baseballspieler seiner Generation. Obwohl er die letzten gut drei Wochen der Saison 2019 mit einer Fußverletzung ausfiel, brachte er es mit 8.6 fWAR auf den höchsten Wert der Liga und wurde verdientermaßen zum dritten Mal in seiner Karriere als wertvollster Spieler ausgezeichnet.

Größte Schwäche
Die Rotation: 2019 hatten die Angels mit insgesamt nur 3.2 fWAR von ihren Startern die schwächste Rotation der Liga. Ganz so schlimm wird es dieses Jahr nach der Rückkehr von Ohtani sowie der Neuverpflichtung von Dylan Bundy und Julio Teheran nicht werden, aber für die Playoff-Hoffnungen ist dieser Mannschaftsteil nach wie vor die Sollbruchstelle. Wenn die Angels bis zur Trade-Deadline im Rennen bleiben, werden sie ein heißer Kandidat dafür sein, noch ein oder zwei Starting Pitcher an Land zu ziehen.

Spannendste Frage
Bringt Joe Maddon den Erfolg zurück? Maddon war bereits von 1975 bis 2005 in unterschiedlichen Rollen vom Spieler über diverse Scout- und Trainerjobs bis hin zum Interimsmanager für die Angels tätig gewesen. Seinen Durchbruch als gefeierter Top-Manager hatte er in der Zeit danach, in Tampa Bay und bei den Chicago Cubs. Nun ist der 66-Jährige zurück am Ausgangspunkt seiner Karriere und wird alles daran setzen, den Kreis durch einen Titel zu schließen.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL West, Wild Card

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März 18th, 2020 by Silversurger

Die Oakland Athletics sind ein Team, das es irgendwie immer wieder schafft, trotz niedrigen Budgets und ohne aufsehenerregende Offseason-Deals ein konkurrenzfähiges Team an den Start zu bringen. In den vergangenen beiden Jahren hatten sie in der AL West auf der einen Seite das Pech, die übermächtigen Astros vor der Nase zu haben. Auf der anderen Seite hatten sie gleichzeitig das Glück, dass der Rest der Division nicht mithalten konnte oder wollte. So war der Weg frei für die A’s, mit jeweils 97 Siegen 2018 und 2019 ins Wild-Card-Spiel einzuziehen, wenngleich dort jeweils Endstation war. Für 2020 stellt sich die Konkurrenzsituation in der AL West in mehrerlei Hinsicht neu dar: Die Astros haben nicht nur ihr Ass Gerritt Cole verloren, sie tragen auch den Sign-Stealing-Skandal wie einen schweren Rucksack mit sich herum. Gleichzeitig haben die Angels und die Rangers aufgerüstet und drängen mit Macht auf eine größere Rolle im Rennen um die Playoff-Plätze. Die A’s selbst sind ihrer Linie treu geblieben und auch in dieser Offseason weitgehend unter dem Radar geflogen. Der junge Kern des Teams wurde beisammen gehalten und nur sehr punktuell ergänzt. Die größte Free-Agent-Verpflichtung war Reliever Jake Diekman, der letztes Jahr zur Trade-Deadline aus Kansas City geholt wurde und nun einen Zweijahrsvertrag über 7,5 Millionen Dollar bekam. Große Erwartungen ruhen zudem auf den jungen Startern Jesus Luzardo und A. J. Puk, die ihrer ersten vollen MLB-Saison entgegen blicken.

Voraussichtliches Lineup
C Sean Murphy
1B Matt Olson
2B Franklin Barreto
SS Marcus Semien
3B Matt Chapman
LF Mark Canha
CF Ramon Laureano
RF Stephen Piscotty
DH Khris Davis

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Fiers
LHP Sean Manaea
RHP Frankie Montas
LHP A. J. Puk
LHP Jesus Luzardo
Key Reliever: Liam Hendriks

Wichtigster Zugang
2B Tony Kemp (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
LHP Brett Anderson (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
LHP Jesus Luzardo

Größte Stärke
Fielding: Die Athletics hatten 2019 die beste Defensive der gesamten Liga. Ihr Team-Wert von 42.9 Def (Defensive Runs Above Average) besagt, dass sie durch ihr Feldspiel rund 43 Runs weniger kassiert haben als eine durchschnittliche Mannschaft und sogar 94 weniger als die Pittsburgh Pirates, die mit -51.0 Def am Ende der Rangliste stehen. Die statistische Faustregel ist, dass ungefähr 10 erzielte (oder 10 weniger zugelassene) Runs gleichzusetzen sind mit einem Sieg.

Größte Schwäche
Second Base: Hier sehe ich die einzige nennenswerte Lücke im Lineup. Franklin Barreto, Tony Kemp, Sheldon Neuse und Vimael Machin bewerben sich um den Job. Die ersten drei haben bisher auf MLB-Niveau nicht sonderlich überzeugen können. Machin ist ein 26-jähriger Utility-Player, der es bislang nicht über die Minor Leagues hinaus gebracht hat. Er kam als Rule-5-Draft-Pick von den Cubs; das heißt, die A’s müssen ihn die ganze Saison über im MLB-Kader behalten oder ihn an die Cubs zurück geben.

Spannendste Frage
Werden die Starter den Erwartungen gerecht? Die vier vorgesehenen Starting Pitcher außer Mike Fiers haben 2019 zusammen lediglich 21 Starts absolviert. Frankie Montas (16 Starts, dann Dopingsperre), Sean Manaea (5 Starts nach Schulter-OP), Jesus Luzardo (0 Starts, 2 Verletzungen) und A. J. Puk (0 Starts nach Tommy-John-Surgery) haben das Potenzial für eine Top-Rotation, aber keiner von ihnen ist angesichts der Vorgeschichten eine sichere Bank.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL West

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März 4th, 2020 by Silversurger

Der wichtigste Grund, dieses Jahr den Ballpark der Texas Rangers in Arlington zu besuchen, ist der Ballpark selbst: Globe Life Field, das neueste Mitglied der MLB-Stadien-Familie, öffnet am 23. März die Tore zu einer Spring-Trainig-Partie zwischen den Rangers und den St. Louis Cardinals. Eine Woche später, am 31. März, sind die Los Angeles Angels zum ersten MLB-Spiel in der 1,2 Milliarden Dollar teuren Arena zu Gast. Die Fans der Rangers dürfen sich auf ein hochmodernes Stadion freuen. Dessen Prunkstück ist ein ausfahrbares Dach, mit dem man sengende Sonne, Hitze und Regen einfach aussperren kann. Ob die Fans sich auch auf ein konkurrenzfähiges Heimteam freuen dürfen, bleibt abzuwarten. Das Front Office war in der Offseason durchaus rührig und hat vor allem die Starting Rotation aufgemöbelt, angefangen mit dem Trade für das ehemalige Ass der Cleveland Indians, Corey Kluber. Um den Bullpen und das Batting-Lineup hat man sich indes weniger intensiv gekümmert, und dort werden die Sollbruchstellen der Rangers in diesem Jahr liegen. Mehr als die 78 Siege von 2019 sehe ich für sie 2020 nicht.

Voraussichtliches Lineup
C Robinson Chirinos
1B Ronald Guzman
2B Rougned Odor
SS Elvis Andrus
3B Todd Frazier
LF Willie Calhoun
CF Danny Santana
RF Joey Gallo
DH Shin-Soo Choo

Voraussichtliche Rotation
RHP Corey Kluber
LHP Mike Minor
RHP Lance Lynn
RHP Kyle Gibson
RHP Jordan Lyles
Key Reliever: Jose Leclerc

Wichtigster Zugang
RHP Corey Kluber (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
OF Nomar Mazara (Chicago White Sox)

Bestes Prospect
3B Josh Jung

Größte Stärke
Starting Pitching: Mit Corey Kluber haben die Rangers zum ersten Mal seit Yu Darvishs besten Zeiten ein echtes Ass an der Spitze der Rotation – wenngleich nicht ganz ohne Fragezeichen (siehe unten). Gemeinsam mit den weiteren Neuverpflichtungen Kyle Gibson und Jordan Lyles sowie mit den letztes Jahr überzeugenden Lance Lynn und Mike Minor bieten die Rangers eine sehr respektable Pitcher-Riege auf, die Postseason-Ansprüchen genügt.

Größte Schwäche
Offense: Shin-Soo Choo, Todd Frazier und Elvis Andrus haben ihre besten Zeiten hinter sich, Rougned Odors Strikeout-Problem wird jährlich schlimmer statt besser und auch sonst hat die Angriffsabteilung der Rangers nicht viel zu bieten. Die größten Hoffnungen ruhen auf Joey Gallo, der in der ersten Saisonhälfte 2019 seinen Durchbruch hatte und ins All-Star-Team gewählt wurde, bevor er einen Großteil der zweiten Hälfte wegen Verletzungen verpasste. Aber auch wenn Gallo fit bleibt und alles leistet, was man von ihm erwartet, so kann er die Offensive doch nicht alleine tragen.

Spannendste Frage
Warum war Kluber so billig? Wenn man einen der besten Pitcher der letzten Jahre und zweimaligen Cy-Young-Gewinner für einen Appel und ’n Ei – genauer gesagt für Delino DeShields und Emmanuel Clase – bekommt, dann schlägt man selbstverständlich zu. Aber man muss sich schon fragen, warum die Indians so wild darauf waren, ihn zwei Jahre vor dem Auslaufen seines Vertrags loszuwerden. 2019 war nicht Klubers Jahr; einem ungewohnt schwachen Beginn folgte das frühe Saisonende, als ihm am 1. Mai ein Linedrive den rechten Unterarm brach. Zur neuen Saison sollte er aber wieder voll einsatzbereit sein. Letzten Sonntag warf er ohne Probleme drei Innings in seinem ersten Spring-Training-Start des Jahres.

Meine Prognose
Platz 4 in der AL West

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Februar 28th, 2020 by Silversurger

In den letzten Jahren ging es an dieser Stelle immer um den hyperaktiven Spielerhandel, den Jerry Dipoto, der General Manager der Seattle Mariners, betrieb. Doch „Trader Jerry“ scheint zur Ruhe gekommen zu sein. In der aktuellen Offseason gab es bei den Mariners relativ wenige Rostermoves, größtenteils in Form von Ergänzungen des Pitching-Personals. Für mehr Umbruch bestand kein Bedarf: Der Kader der Mariners wird einer der jüngsten der Liga sein und er wird noch jünger werden, wenn der Plan aufgeht, Leute wie Kyle Seager und Dee Gordon zur Trade-Deadline bei konkurrenzfähigen Teams gegen Talente einzutauschen. Die Mariners selbst werden nicht konkurrenzfähig sein. Sie befinden sich mitten im Rebuild und dürften sich kaum Hoffnungen machen, ihre seit 18 Jahren währende Durststrecke ohne Playoff-Qualifikation in diesem Jahr zu überwinden – geschweige denn ihren Status als einziges MLB-Team, das noch nie in der World Series stand. Erste Lichtblicke sind jedoch unübersehbar. Talente wie Evan White, Kyle Lewis und Justus Sheffield sind in der MLB angekommen oder stehen kurz davor; mit Jarred Kelenic klopft ein weiterer potenzieller Star schon unüberhörbar an, auch wenn er die Saison sicher in den Minor Leagues beginnen wird; Marco Gonzales überzeugte letztes Jahr als Starter und erhielt prompt eine Vertragsverlängerung bis 2024. Meine Prognose: Wenn die Mariners den eingeschlagenen Weg konsequent weiter verfolgen, wird mit ihnen in zwei Jahren zu rechnen sein.

Voraussichtliches Lineup
C Tom Murphy
1B Evan White
2B Shed Long
SS J. P. Crawford
3B Kyle Seager
LF Kyle Lewis
CF Mallex Smith
RF Mitch Haniger
DH Daniel Vogelbach

Voraussichtliche Rotation
LHP Marco Gonzales
LHP Yusei Kikuchi
RHP Kendall Graveman
LHP Justus Sheffield
RHP Taijuan Walker
Key Reliever: Matt Magill

Wichtigster Zugang
RHP Kendall Graveman (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
RHP Felix Hernandez (Atlanta Braves)

Bestes Prospect
OF Jarred Kelenic

Größte Stärke
Jugend: Das Roster der Mariners strotzt nur so vor Unerfahrenheit. Es wird eine Saison mit Wachstumsschmerzen und mit viel Lernen aus Fehlern werden. Das Gute ist, dass man sich das erlauben kann, weil sämtliche Ziele und Erwartungen auf die kommenden Jahre gerichtet sind und das Team sowie die einzelnen Spieler reichlich Zeit haben, sich selbst zu finden.

Größte Schwäche
Teure Verträge: Die Mariners schulden Kyle Seager in den nächsten drei Jahren noch über 50 Millionen Dollar, Dee Gordon bekommt für dieses Jahr noch 13,8 Millionen, bevor der Klub gegen Zahlung einer weiteren Million aus dem Vertrag für 2021 aussteigen kann. Diese vertraglichen Altlasten wäre man am liebsten schon vor der Saison losgeworden. Wahrscheinlich wird man bis zur Trade-Deadline abwarten und hoffen müssen, dass Seager und Gordon bis dahin erstens ordentliche Leistungen zeigen und dann zweitens ein Team im Playoff-Rennen so verzweifelt ist, dass es bereit ist, den teuren Preis für ihre Hilfe zu zahlen.

Spannendste Frage
Wie geht es weiter mit Mitch Haniger? Der Outfielder war einer der wenigen zuverlässigen Leistungsträger 2017 und 2018. 2019 verpasste er die halbe Saison wegen eines Hodenrisses, jetzt musste er innerhalb weniger Wochen zwei OPs am Magen und am Rücken über sich ergehen lassen. Wann er ins Lineup zurückkehren kann, ist unklar.

Meine Prognose
Platz 5 in der AL West

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Februar 24th, 2020 by Silversurger

Update vom 13. März: Der Start der MLB-Saison wurde wegen der Corona-Pandemie um mindestens zwei Wochen verschoben. Die Serie von Vorschau-Artikeln führe ich fort, aber statt täglich werde ich nur noch jeden zweiten Tag ein Team vorstellen, um die Wartezeit etwas gleichmäßiger zu füllen. Bleibt dran und bleibt vor allem gesund!

In gut einem Monat, am 26. März 2020, beginnt endlich die neue MLB-Saison. Höchste Zeit, die gute alte Baseblog-Tradition der Team-Vorstellungen aufleben zu lassen. Ab morgen gibt es hier wieder 30 Tage lang jeden Tag einen kurzen Vorschauartikel auf die neue Saison.

Die Reihenfolge, in der ich die Artikel veröffentliche, entspricht meiner persönlichen Prognose des Abschneidens der jeweiligen Teams. Den Anfang macht morgen die in meinen Augen schwächste Mannschaft der Liga. Von dort arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2020. Dieser Artikel hier dient als Überblick, den ich auf der Startseite des Blogs anhefte und nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews aktualisiere, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Korrekturen und Kommentaren sind mir wie immer sehr willkommen – schließlich sind meine Einschätzungen höchst subjektiv und ich bin ganz sicher nicht für jedes Team Experte. Hier mein Powerranking, das sich in den kommenden Tagen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. Los Angeles Dodgers
2. New York Yankees
3. Atlanta Braves
4. Houston Astros
5. Tampa Bay Rays
6. Minnesota Twins
7. New York Mets
8. Los Angeles Angels
9. Washington Nationals
10. St. Louis Cardinals
11. Oakland Athletics
12. Chicago White Sox
13. Chicago Cubs
14. Boston Red Sox
15. Arizona Diamondbacks
16. Cincinnati Reds
17. San Diego Padres
18. Philadelphia Phillies
19. Cleveland Indians
20. Milwaukee Brewers
21. Toronto Blue Jays
22. Texas Rangers
23. Colorado Rockies
24. San Francisco Giants
25. Kansas City Royals
26. Detroit Tigers
27. Seattle Mariners
28. Miami Marlins
29. Pittsburgh Pirates
30. Baltimore Orioles

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März 25th, 2019 by Silversurger

Für ein Team, das 2017 die World Series und 2018 zum zweiten Mal in Folge über 100 Saisonspiele gewonnen hat, kann es kein anderes Ziel geben: Die Houston Astros wollen und werden auch dieses Jahr ein ernstes Wort um die Meisterschaft mitreden. Die Konkurrenz um dieses Ansinnen ist wie üblich groß, vor allem innerhalb der American League. Für den ersten Schritt hingegen – den Gewinn der eigenen Division – sehe ich kaum ernsthafte Probleme auf die Astros zukommen. Ähnlich wie die Indians in der AL Central bildet Houston in der AL West eine Klasse für sich. Das Stamm-Lineup ist im Kern das gleiche wie in den beiden vergangenen Jahren. Neu sind Outfielder Michael Brantley, der eine klare Verstärkung darstellt, sowie Catcher Robinson Chirinos, der zumindest offensiv ein Upgrade gegenüber der Situation im letzten Jahr ist. 2019 gehört Houston also erneut zum ganz engen Kreis der Titelanwärter. Für die nächsten Jahre bin ich etwas skeptischer, weil einige Spielerverträge in absehbarer Zeit auslaufen. Immerhin sind die Astros frühzeitig aktiv geworden und haben bereits Jose Altuve, Justin Verlander und Alex Bregman mit neuen Kontrakten ausgestattet – und mit deutlich höheren Gehältern. Sie sind es wert, keine Frage, aber die steigenden Personalkosten werden es schwer machen, weitere Stars wie Gerrit Cole oder Carlos Correa zu halten oder zu ersetzen. Die Farm ist immer noch solide, aber nicht mehr überragend besetzt – nicht zuletzt, weil bei den Trades für Verlander und Cole in den letzten beiden Jahren einige vielversprechende Talente hergegeben werden mussten.

Voraussichtliches Lineup
C Robinson Chirinos
1B Yuli Gurriel
2B Jose Altuve
SS Carlos Correa
3B Alex Bregman
LF Michael Brantley
CF George Springer
RF Josh Reddick
DH Tyler White

Voraussichtliche Rotation
RHP Justin Verlander
RHP Gerrit Cole
RHP Collin McHugh
RHP Joshua James
LHP Wade Miley
Key Reliever: Roberto Osuna

Wichtigster Zugang
OF Michael Brantley (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
LHP Dallas Keuchel (noch ohne Verein)

Bestes Prospect
RHP Forrest Whitley

Größte Stärke
Das Infield: Ich lasse einfach mal Zahlen sprechen. Die prognostizierte Gesamtleistung der vier Stammspieler im Infield der Astros in Form von Wins Above Replacement wird von Fangraphs auf 15,7 WAR beziffert. Die Löwenanteile davon gehen auf Altuve (4,8), Bregman (5,4) und Correa (4,7) zurück. Das Infield der Astros ist demnach nicht nur das beste der Liga, sondern es ist auch besser als die Summe sämtlicher Batter der Rangers (15,2), der White Sox (14,5), der Royals (14,1), der Tigers (11,6) und der Marlins (10,9) und es ist besser als das gesamte Team der Orioles (15,2).

Größte Schwäche
Verluste beim Vereinspersonal: Die Astros mussten in dieser Offseason einige schmerzhafte Abgänge aus den Reihen der Väter ihrer Erfolge verzeichnen. Assistant-GM Mike Elias, bisher hauptverantwortlich für die Entwicklung junger Spieler, Hitting-Coach Dave Hudgens, Bullpen-Coach Doug White und Minor-League-Hitting-Coordinator Jeff Albert haben sich allesamt durch ihre gute Arbeit bei den Astros dafür empfohlen, anderswo noch attraktivere Jobs zu erhalten.

Spannendste Frage
Sind die Verluste in der Starting Rotation zu kompensieren? Mit 3.11 ERA und über 30 Wins Above Replacement hatte Houston 2018 das mit Abstand stärkste Pitching aller MLB-Teams. Die beiden Hauptverantwortlichen dafür, Justin Verlander und Gerrit Cole, sind noch da, aber den Rest der Starting Five müssen die Astros ersetzen: Dallas Keuchel und Charlie Morton haben den Klub verlassen und Lance McCullers fällt mit Tommy-John-Surgery lange aus. Es bleibt abzuwarten, wie gut Neuverpflichtung Wade Miley, Prospect Josh James und der vom Reliever zurück zum Starter umfunktionierte Collin McHugh die Lücken füllen können.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL West

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März 11th, 2019 by Silversurger

Die Oakland Athletics waren die große Überraschung der letzten Saison: Nach drei letzten Plätzen in Folge rangen sie 2018 plötzlich mit den Houston Astros um den Divisionssieg und erreichten schließlich mit 97 Siegen das Wild-Card-Spiel der AL. Die Frage ist nun, ob dieses Team „for real“ ist. Entsprechen die 97 Siege seinem Leistungsvermögen, und ist insofern mit einer ähnlich starken Saison 2019 zu rechnen? Oder war das letzte Jahr nur ein statistischer Ausreißer, eine glückliche Fügung, in der eher zufällig alle Räder ineinander griffen? Die Wahrheit liegt vermutlich wieder mal irgendwo in der Mitte. Die A’s haben ein starkes Lineup, aus dem First Baseman Matt Olson und Third Baseman Matt Chapman sowohl defensiv als auch offensiv herausragen. Zudem haben sie den vielleicht stärksten Designated Hitter der Liga in Person von Khris Davis sowie einen hervorragenden Bullpen unter Führung von Closer Blake Treinen. Berechtigte Zweifel wirft hingegen die Starting Rotation auf (siehe unten) und auch im Catching klafft nach Jonathan Lucroys Abgang eine Lücke, die durch die Verletzung von Chris Herrmann vor wenigen Tagen noch ein Stück größer wurde. Alles in allem erscheint es mir zwar möglich, dass die A’s den Erfolg aus dem letzten Jahr wiederholen können, aber ich halte es nicht für wahrscheinlich – auch in Anbetracht der sehr starken Konkurrenz in der AL, in der die Über-Teams Yankees, Red Sox und Astros drei von fünf Playoffplätzen fest gebucht haben und der vierte unweigerlich in die AL Central geht.

Voraussichtliches Lineup
C Josh Phegley
1B Matt Olson
2B Jurickson Profar
SS Marcus Semien
3B Matt Chapman
LF Nick Martini
CF Ramon Laureano
RF Stephen Piscotty
DH Khris Davis

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Fiers
RHP Marco Estrada
RHP Frankie Montas
LHP Jesus Luzardo
RHP Daniel Mengden
Key Reliever: Blake Treinen

Wichtigster Zugang
IF Jurickson Profar (Texas Rangers)

Wichtigster Abgang
IF Jed Lowrie (New York Mets)

Bestes Prospect
LHP Jesus Luzardo

Größte Stärke
Defense: Olson und Chapman gewannen letztes Jahr Gold Gloves auf ihren Positionen, Marcus Semien war Finalist unter den Shortstops und das Outfield um Centerfielder Ramon Laureano ist ebenfalls gut aufgestellt. Je nachdem, welche fortgeschrittenen Defensivstatistiken man heranzieht, landeten die Athletics 2018 auf einem der Plätze eins bis drei der MLB.

Größte Schwäche
Die Rotation: Die drei besten Starter waren letztes Jahr Sean Manaea, Trevor Cahill und Edwin Jackson. Voraussichtlich wird keiner von ihnen dieses Jahr einen Pitch für die A’s werfen, denn Manaea ist nach einer Schulter-OP noch Monate von der Rückkehr auf den Mound entfernt und die anderen beiden haben den Verein verlassen. Als Ersatz kamen die Veteranen Mike Fiers und Marco Estrada, bei denen man erst sehen muss, was sie noch im Tank haben. Große Hoffnungen ruhen auf dem 21-jährigen Top-Prospect Jesus Luzardo, das man wohl im Laufe der Saison ins kalte Wasser werfen wird.

Spannendste Frage
Schlägt Khris Davis wieder .247? O. K., wirklich spannend ist diese Frage nicht. Natürlich schlägt Khris Davis auch dieses Jahr wieder einen Batting Average von .247. Jede andere Prognose wäre unrealistisch, nachdem er es vier Jahre in Folge immer wieder auf exakt diesen Wert gebracht hat.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL West

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März 9th, 2019 by Silversurger

Die Ära Mike Scioscia ist offiziell zu Ende. Der erfolgreichste Manager, den die Los Angeles Angels je hatten, tritt nach 19 Jahren im Amt seinen wohlverdienten Ruhestand an. Seinen Nachfolger Brad Ausmus erwartet keine leichte Aufgabe, denn er übernimmt ein Team, das irgendwo in der Mitte gefangen ist. Auf der einen Seite stehen im Lineup einige herausragende Stützpfeiler: allen voran der beste Baseballspieler der Welt, Mike Trout, aber auch einer der besten Feldspieler, Andrelton Simmons, sowie der einzige Two-Way-Star des Sports, Shohei Ohtani. Letzterer wird allerdings dieses Jahr nach seiner Tommy-John-Surgery nicht als Pitcher zum Einsatz kommen. Und damit sind wir auf der anderen Seite, nämlich einer Pitching-Rotation, die hauptsächlich aus Mittelmaß und Verletzungsgeschichten besteht. Mit ihr können und werden die Angels nicht ganz oben mitspielen. Das Hauptproblem dabei ist, dass sich so langsam das Zeitfenster schließt, das der Vertrag von Trout vorgibt. Wenn es nicht gelingt, vorher eine Verlängerung auszuhandeln, wird er nach der Saison 2020 Free Agent. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trout einen neuen Vertrag bei den Angels unterschreibt, dürfte wiederum wesentlich davon abhängen, ob sie ihm ein wettbewerbsfähiges Team zur Seite stellen können. Zurzeit sehe ich die Aussichten dafür als relativ gering an.

Voraussichtliches Lineup
C Jonathan Lucroy
1B Justin Bour
2B David Fletcher
SS Andrelton Simmons
3B Zack Cozart
LF Justin Upton
CF Mike Trout
RF Kole Calhoun
DH Shohei Ohtani

Voraussichtliche Rotation
LHP Andrew Heany
LHP Tyler Skaggs
RHP Matt Harvey
RHP Trevor Cahill
RHP Jaime Barria
Key Reliever: Cody Allen

Wichtigster Zugang
RHP Matt Harvey (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
RHP Garrett Richards (San Diego Padres)

Bestes Prospect
CF Jo Adell

Größte Stärke
Mike Trout: Betrachtet man Trouts Leistungen in Form von Wins Above Replacement, so kommt er für die Jahre 2012 bis 2018 auf einen Wert von 64,0 fWAR. Damit ist er nicht einfach nur der beste Spieler der MLB in diesem Zeitraum, er spielt vielmehr in einer komplett eigenen Liga mit über 20 fWAR Vorsprung auf den zweitplatzierten Clayton Kershaw (43,8). Zum Vergleich: Babe Ruth brachte es in seinen sieben ersten vollständigen MLB-Jahren auf 45,5 fWAR, Barry Bonds auf 55,5 fWAR.

Größte Schwäche
Albert Pujols: Es ist fast ein Sakrileg, eine Legende wie Pujols, der zahlreiche Rekorde (u. a. meiste Homeruns, meiste RBI eines noch aktiven Spielers) hält, als Schwäche zu bezeichnen. Doch die Realität ist, dass der 39-Jährige längst nicht mehr der ist, der er mal war. Sein 2011 unterzeichneter Vertrag ist zu einer Belastung für die Angels geworden. Von den 87 Millionen Dollar, die sie in den kommenden drei Jahren mehr oder weniger ohne Gegenleistung noch zu zahlen haben, könnte man drei solide Pitcher finanzieren.

Spannendste Frage
Ziehen die Angels um? Im Oktober 2018 haben die Angels eine Option im Pachtvertrag mit der Stadt Anaheim gezogen, die ihnen erlaubt, Angel Stadium nach der Saison 2019 zu verlassen. Sie verfolgen damit zwei Ziele: Zum einen wollen sie die Stadt zwingen, für eine Verlängerung Zugeständnisse in Form von Renovierungen zu machen. Zum anderen halten sie sich die Option offen, anderswo innerhalb der Region einen neuen Ballpark zu bauen. Die Stadt Long Beach hat sich für diese Möglichkeit bereits ins Gespräch gebracht.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL West

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März 3rd, 2019 by Silversurger

Wusstet ihr schon, dass die Hauptfigur des Grimm-Märchens „Hans im Glück“ in der englischen Version Jerry heißt? Nein? Macht nichts, war sowieso gelogen. Es hätte aber gut gepasst, denn tatsächlich erinnern die Aktionen von Jerry Dipoto, dem extrem tradefreudigen General Manager der Seattle Mariners, mich an jenen Hans, der keinem scheinbar guten Geschäft aus dem Weg geht und dabei nicht merkt, dass er nach jedem Deal ein bisschen weniger hat als zuvor. Wahrscheinlich tue ich Dipoto, der sehr viel mehr Ahnung von Baseball und von Geschäften hat als ich es je haben werde, gerade furchtbar unrecht und bringe obendrein einige Mariners-Fans gegen mich auf – sorry dafür. Aber mein Eindruck ist, dass die Mariners trotz Dipotos Aktionismus im besten Fall auf der Stelle treten und dem seit 17 Jahren ersehnten Playoffeinzug kein Stück näher kommen. Das gegenüber dem Vorjahr mal wieder kräftig umgekrempelte Lineup ist für vielleicht 70 bis 80 Siege gut und das Farmsystem rangiert trotz einiger Neuzugänge aus den Diaz/Cano- und Paxton-Trades immer noch in der unteren Hälfte der meisten Ranglisten. Im Gegensatz zu den meisten anderen – auch den niedriger gerankten – Teams fehlt mir bei den Mariners eine klare Richtung und Perspektive.

Voraussichtliches Lineup
C Omar Narvaez
1B Ryon Healy
2B Dee Gordon
SS J. P. Crawford
3B Kyle Seager
LF Domingo Santana
CF Mallex Smith
RF Mitch Haniger
DH Edwin Encarnacion

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Leake
LHP Yusei Kikuchi
LHP Marco Gonzales
RHP Felix Hernandez
LHP Wade LeBlanc
Key Reliever: Anthony Swarzak

Wichtigster Zugang
LHP Yusei Kikuchi (Saitama Seibu Lions, Japan)

Wichtigster Abgang
RP Edwin Diaz (New York Mets)

Bestes Prospect
LHP Justus Sheffield

Größte Stärke
Mitch Haniger: Er ist das einzige All-Star-Kaliber, das den Mariners bislang geblieben ist. Haniger überzeugt an der Platte (.285/.366/.493) genauso wie im Feld, spielt 2019 für das Mindestgehalt und steht noch bis 2022 unter Teamkontrolle.

Größte Schwäche
Der Bullpen: In einem Zeitalter, in dem andere Teams die immer größere Bedeutung des Relief Pitchings betonen, ersetzen die Mariners Edwin Diaz und Alex Colome durch Anthony Swarzak und Hunter Strickland.

Spannendste Frage
Kann Yusei Kikuchi an seine Leistungen aus Japan anknüpfen? In der NPB war der 27-jährige Linkshänder ein Star, der es auf 2.77 Karriere-ERA brachte. Im Dezember bewarb er sich offiziell um ein Engagement in der MLB und erhielt von den Mariners einen Dreijahresvertrag plus Option. Die Hoffnung ist, dass er Seattle erstmals seit Felix Hernandez‘ Leistungsabfall einen klaren Nummer-eins-Starter gibt.

Prognose
Platz 4 in der AL West

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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