November 14th, 2019 by Silversurger

Es ist die große Award-Woche in der MLB und das ist auch das dominierende Themen im heutigen Grand Slam am Donnerstag. Erwähnenswert ist zudem, dass inzwischen alle Teams außer den Pittsburgh Pirates ihren Manager für die kommende Saison benannt haben – zuletzt die San Francisco Giants, bei denen Gabe Kapler die Nachfolge des in den Ruhestand gewechselten Bruce Bochy antritt. Außerdem gibt es mal wieder Ärger um mutmaßliches Sign Stealing von MLB-Teams in Heimspielen – ein Glück, dass zumindest die diesjährige World Series von dieser Diskussion verschont bleiben wird, da es in ihr keinen einzigen Heimsieg gab…

Die Giants haben einen neuen Manager
Gabe Kapler war nicht lange arbeitslos: Einen Monat, nachdem die Philadelphia Phillies ihren Field Manager entlassen hatten, hat dieser bei den San Francisco Giants bereits eine neue Anstellung gefunden. Der 44-Jährige gilt als kreativer Analytiker mit dem Talent, einen guten Draht zu den Spielern aufzubauen. In Philadelphia konnte er allerdings die Erwartungen, das Team aus dem Mittelmaß zu führen, nicht erfüllen, brachte es in zwei Jahren auf eine Bilanz von 161-163. Es kommt daher für mich etwas überraschend, dass die Giants ihre Hoffnungen auf ihn setzen. Der General Manager der Giants, Farhan Zaidi, und Kapler kennen sich aus der gemeinsamen Zeit von 2014 bis 2017 bei den Los Angeles Dodgers.

Alonso und Alvarez sind die besten Neulinge
Die Rookies of the Year wurden Montagnacht bekannt gegeben. In der American League gewann Yordan Alvarez von den Houston Astros die Auszeichnung einstimmig, in der National League holte Pete Alonso von den New York Mets den Titel mit 29 von 30 Stimmen. Das einzige Überraschende an diesen Ergebnissen ist die eine Stimme, die Alonso zur Einstimmigkeit fehlte. 53 Homeruns in seiner Debütsaison sind die meisten, die je ein Rookie erzielt hat, zudem gewann er das Homerun-Derby im Juli. Mit 4.8 fWAR leistete Alonso den mit Abstand größten Gesamtbeitrag eines Rookies, gefolgt von Braves-Pitcher Mike Soroka mit 4.0. Soroka erhielt übrigens die eine Stimme bei der Wahl, die nicht an Alonso ging. Alvarez brachte es auf 3.8 fWAR, was der Höchstwert eines Rookies in der American League war. Die mit Spannung erwartete erste Saison von Torontos Vladimir Guerrero Jr., der einst als heißer Favorit für den Rookie des Jahres galt, war mit 0.4 fWAR vergleichsweise enttäuschend.

Manager des Jahres ausgezeichnet
Bei den Wahlen zum Manager des Jahres ging es weitaus enger zu als bei den Rookies. In der NL setzte sich Mike Shildt von den St. Louis Cardinals knapp vor Craig Counsell von den Milwaukee Brewers durch. Counsell stand zwar auf 13 Wahlzetteln auf Platz eins und Shildt nur auf 10, doch deutlich mehr Zweitstimmen brachten Shildt in der Gesamtwertung nach vorne. Für Shildt war 2019 die erste volle Saison als Manager, nachdem er Mitte 2018 als Interimsbesetzung übernommen und sich eine Daueranstellung verdient hatte. Die Cardinals holten unter seiner Leitung 91 Siege und ihren ersten Divisionstitel seit 2015.
Auch in der American League war es ein enges Rennen: Minnesotas Rocco Baldelli und Yankees-Skipper Aaron Boone erhielten jeweils 13 Erststimmen, insgesamt hatte Baldelli die Nase vorn. Er führte die Twins zu 101 Siegen und auf Platz eins der AL Central in der Breakout-Saison des deutschen Stars Max Kepler.

Verlander und deGrom erhalten Cy-Young-Award
Auch die besten Pitcher der Saison 2019 haben diese Woche ihre Auszeichnung erhalten. In der American League gab es ein Rennen zwischen zwei Teamkameraden: Alle 30 Erststimmen der wahlberechtigten Journalisten entfielen auf Pitcher der Houston Astros. Justin Verlander erhielt 17 davon, Gerrit Cole die restlichen 13. Für Verlander ist es nach 2011 mit den Detroit Tigers das zweite Mal in seiner Karriere, dass er den begehrten Award erhält. Auch der Preisträger in der National League ist ein Wiederholungstäter. Jacob deGrom bekommt die Auszeichnung sogar zum zweiten Mal hintereinander. Das Ass der Mets ist damit der erste Pitcher seit Tim Lincecum 2008/2009, der den Cy-Young-Titel verteidigen konnte. Seine Wahl war alles andere als knapp; mit 29 von 30 Erststimmen und 207 Gesamtpunkten ließ er Hyun-Jin Ryu und Max Scherzer (je 72) weit hinter sich.

Wertvollste Spieler werden heute gekürt
Die letzte und wichtigste der großen Einzelauszeichnungen steht noch aus. Heute Nacht zwischen 0 und 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit werden die „Most Valuable Players“ der beiden Ligen verkündet. In der AL ist wie quasi jedes Jahr Mike Trout einer der Favoriten auf den Titel. Hätte er sich nicht Anfang September für den Rest der Saison verletzt, wäre es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mal eng geworden. So allerdings kann sich sein Konkurrent Alex Bregman durchaus Chancen ausrechnen. Ich würde dennoch eher auf einen weiteren und völlig verdienten Award für Trout tippen. In der NL dürfte es relativ knapp werden zwischen Cody Bellinger und Christian Yelich. Für Yelich sprechen die etwas besseren Offensivstatistiken, für Bellinger die stärkere Defense sowie die geringeren Ausfallzeiten aufgrund von Verletzungen. Der dritte Finalist der NL, Anthony Rendon, geht als klarer Außenseiter in die Entscheidung – nicht zuletzt, weil die Awards sich ausdrücklich auf die reguläre Saison beziehen und Rendons Heldentaten in den Playoffs somit unberücksichtigt bleiben.

Entscheidung über Qualifying Offers steht an
Kurz bevor heute Nacht die MVPs bekannt gegeben werden, steht noch eine wichtige Deadline an: Bis 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit müssen die zehn Spieler, die ein Qualifying Offer erhalten haben, sich entscheiden, ob sie dieses annehmen oder nicht. In den meisten Fällen ist klar abzusehen, dass das Qualifying Offer abgelehnt wird. Gerrit Cole, Stephen Strasburg, Anthony Rendon, Zack Wheeler und Madison Bumgarner werden darüber nicht mal nachdenken und auch für Josh Donaldson, Marcell Ozuna und Jake Odorizzi dürfte eine Unterschrift für ein Jahr und 17,8 Millionen Dollar kein Thema sein. Giants-Reliver Will Smith sowie Jose Abreu, First Baseman der White Sox, sind die einzigen beiden, bei denen ich mir vorstellen kann, dass sie das Angebot annehmen. Für alle, die es nicht annehmen, bedeutet das, dass bei einem Vereinswechsel der neue Klub eine Kompensation in Form von Draftpicks an das bisherige Team leisten muss.

Haben die Astros bei der Meisterschaft 2017 betrogen?
Viel Wirbel gab es während der letzten Tage um die Houston Astros und die Nachricht, diese hätten bei Heimspielen in ihrer Championship-Saison 2017 systematisch Zeichen des gegnerischen Catchers ausspioniert. Konkret sollen die Zeichen mit einer Kamera im Centerfield gefilmt und durch akustische Signale – zum Beispiel Klopfen auf einen Mülleimer – an die Batter weitergegeben worden sein. Die MLB hat eine Untersuchung eingeleitet, nachdem mittlerweile vier Personen aus dem Umfeld der Astros von dem mutmaßlichen Betrugssystem berichtet haben. Eine dieser Personen ist der damalige Astros-Pitcher Mike Fiers, die anderen drei sind noch unbekannt. Das Ausspähen von Zeichen – das sogenannte Sign Stealing – ist grundsätzlich nicht verboten und auf herkömmlichem Wege durchaus Teil des Spiels. Was allerdings von der Liga untersagt ist, ist das Sign Stealing mit technischen Hilfsmitteln. Es gab in den letzten Jahren wiederholt Anschuldigungen gegen verschiedene Teams, darunter die Red Sox, die Yankees und die Astros, dass sie sich auf diese Weise Vorteile verschafft haben. Vor der Saison 2019 reagierte die Liga, indem sie die Regeln und die Kontrollen bezüglich Sign Stealing mit elektronischen Mitteln deutlich verschärfte.

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Juli 11th, 2019 by Silversurger

Auch mitten im All-Star-Break gibt es den Grand Slam am Donnerstag, aber da durch selbigen seit letzter Woche nur wenige MLB-Spiele stattgefunden haben und sich an den Ständen kaum etwas verändert hat, verzichte ich dieses Mal auf die Einzelbetrachtung der Divisionen. Stattdessen liegt der Fokus auf den drei Hauptevents der All-Star-Woche – plus Einschalttipp für das Wochenende, an dem endlich wieder „richtiger“ MLB-Baseball ansteht.

Zuvor ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Ich bin die nächsten knapp drei Wochen im Urlaub. Mein Plan ist, auch in dieser Zeit den Grand Slam am Donnerstag regelmäßig zu schreiben und zu veröffentlichen – es gilt schließlich, eine Serie von bislang 162 Folgen ohne Unterbrechung zu wahren. Aber wundert euch bitte nicht, wenn er mal etwas später kommt oder kürzer ausfällt als gewohnt und wenn ich zwischendurch wenige oder gar keine zusätzlichen Artikel schreibe.

MLB Futures Game 
Den Auftakt der All-Star-Woche bildete wie üblich das Futures Game. Dieses Stelldichein der vielversprechendsten Talente erfährt leider nicht die Beachtung, die es verdient. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es immer schon am Sonntag gleichzeitig mit der letzten Runde der MLB-Spiele vor dem Break stattfindet. Bislang traten immer die US-amerikanischen Talente gegen die aus dem Rest der Welt an. Dieses Jahr wurde der Modus geändert, sodass erstmals genau wie im All-Star-Game ein Team der American League gegen eines der National League spielte. Einen Sieger gab es dabei nicht: Im siebten und eigentlich letzten Inning gelang Samuel Huff (Texas Rangers) ein 2-Run-Homerun zum 2:2-Ausgleich für die AL, und nachdem auch ein Extra-Inning keine Entscheidung brachte, beließ man es beim Unentschieden. Die NL war zunächst im vierten Inning durch RBI-Singles von Taylor Trammell (Cincinnati Reds) und Dylan Carlson (St. Louis Cardinals) in Führung gegangen.

Homerun-Derby
In der MLB sind dieses Jahr schon einige Homerun-Rekorde gefallen – unter anderem zweimal hintereinander der Rekord für die meisten Homeruns, die je in einem Monat geschlagen wurden. Logisch, dass die Erwartungen auch an das Homerun-Derby hoch waren, und sie wurden nicht enttäuscht. 312 Homeruns bekamen die Zuschauer Dienstagnacht zu sehen, das waren 91 mehr als der bisherige Rekord aus dem letzten Jahr. Exakt so viele Homeruns, also 91, schlug allein Vladimir Guerrero Jr. Auch das ist ein neuer Rekord, ebenso wie die 40 Homeruns, die Guerrero Jr. in der zweiten Runde schlug, um gegen Joc Pederson zu gewinnen und ins Finale einzuziehen. Diese zweite Runde war ein Duell für die Ewigkeit: Beide Kontrahenten erzielten innerhalb der regulären Zeit (4 Minuten plus 30 Sekunden Bonus) je 29 Homeruns. Es folgte eine Verlängerung von 1 Minute, in der beide es auf 8 Homeruns brachten. Um das Unentschieden zu durchbrechen, wurden dann abwechselnd je drei Schwünge ausgeführt. Beim zweiten Mal gelang Guerrero Jr. einen Homerun mehr als Pederson, sodass er mit 40:39 diese Runde gewann.

Fast alles drehte sich an diesem Abend um Guerrero Jr., aber gewonnen hat er das Home Run Derby nicht. Denn im Finale unterlag der Rookie einem anderen Neuling, Pete Alonso von den New York Mets. Alonso genügte eine Gesamtzahl von 57 Homeruns für den Sieg, denn er hatte Glück mit den Gegnern und dem Spielmodus: Er durfte in jeder Runde als Zweiter schlagen und das Duell endete sofort, wenn die vorgelegte Zahl des Gegners übertroffen war. So genügten ihm 14 gegen Carlos Santana, 20 gegen Ronald Acuna und 23 gegen Guerrero Jr.

Da Alonso alle Gegner schlug und in jeder Runde noch Zeit übrig hatte, war es ein klarer und verdienter Sieg für ihn. Klar ist aber auch, dass Guerrero Jr. es schwerer hatte als er, da er in jeder Runde vorlegen und somit alles geben musste, von dem schier endlosen Duell in Runde zwei ganz zu schweigen.

All-Star-Game
Zum siebten Mal hintereinander hat die American League das All-Star-Game gewonnen. Das Astros-Duo aus Alex Bregman (Single) und Michael Brantley (RBI-Double) brachte die AL als erste aufs Scoreboard. Ein Homerun von Joey Gallo, ein RBI-Single von Jorge Polanco und ein Run von Matt Chapman während eines Double Plays gegen Xander Bogaerts waren die weiteren Scores für den 4:3-Sieger. Die Runs der NL erzielten Charlie Blackmon per Homerun und Pete Alonso per 2-RBI-Single. Auf dem Mound herrschte wie im All-Star-Game üblich viel Kommen und Gehen unter den Größten ihres Fachs. Justin Verlander, Jacob deGrom, Jose Berrios, Luis Castillo und Aroldis Chapman überzeugten mit dominanten Innings, ebenso Clevelands Lokalmatador Shane Bieber, der anschließend zum MVP des Spiels erklärt wurde.

Mein Einschalttipp
Es waren nur vier Tage Pause, obendrein mit Unterhaltungsprogramm, aber trotzdem bin ich froh, dass die Saison endlich weitergeht. Ebenfalls sehr erfreulich finde ich, dass Sport1 zurzeit mal wieder ein paar MLB-Spiele mit deutschem Kommentar ins Programm genommen hat. In den nächsten Tagen gibt es gleich zwei davon, die ich hiermit als Einschalttipp empfehle: Am Sonntag ab 20 Uhr gibt es das Verfolgerduell der NL East zwischen den Washington Nationals und den Philadelphia Phillies zu sehen. Am Mittwoch ab 21 Uhr wird ein Spiel übertragen, das ich selbst nicht besser hätte aussuchen können: Die Minnesota Twins treffen auf meine Lieblinge, die New York Mets. Zugegeben, die Mets sind (wieder mal) ein ziemlicher Verkehrsunfall, aber wegschauen kann man bei sowas ja auch nicht. Und zumindest die Twins mit Max Kepler machen dieses Jahr richtig Spaß.

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Juli 4th, 2019 by Silversurger

Noch vier Tage MLB-Baseball, dann haben die meisten Spieler erstmal Pause. Das All-Star-Game steht an –  das unwichtigste Spiel des Jahres, was das Ergebnis angeht, und gleichzeitig eines der wichtigsten hinsichtlich der Frage, ob man dabei ist oder nicht. Die vollständigen Kader findet ihr hier. Der heißeste Tipp für die World Series zur (etwas mehr als) Halbzeit sind in der NL eindeutig die Los Angeles Dodgers. Sie sind laut Fangraphs auf Kurs für 103 Siege in der regulären Saison und haben eine knapp 20-prozentige Chance, den Titel zu gewinnen. Noch etwas höher stuft Fangraphs die Chancen der Houston Astros ein – obwohl diese in der AL angesichts von Konkurrenten wie den Yankees und den Twins längst nicht so souverän vorne liegen wie die Dodgers in der NL.

American League
Die New York Yankees (55-29) sind das einzige Team der MLB, das jemals ein Spiel auf europäischem Boden gewonnen hat. Das können sie nun ein Jahr lang von sich behaupten, nachdem sie am letzten Wochenende die 2-Spiele-Serie gegen die Boston Red Sox (45-41) gesweept haben (siehe „Spiel der Woche“). Dass die Yankees als Spitzenreiter der American League East in den All-Star-Break gehen, steht bereits fest. Allerdings stehen vor der Pause noch vier Spiele gegen den direkten Verfolger, die Tampa Bay Rays (50-37), an. Die Rays hatten in dieser Saison bislang große Probleme mit den Yankees, sahen gegen kein Team so schlecht aus wie gegen sie. Wenn sich das ändern soll, wäre dieses Wochenende ein guter Zeitpunkt dafür.

Auch für die Minnesota Twins (54-31) steht fest, dass sie in der AL Central den All-Star-Break an der Spitze überdauern werden. Sie saßen aber in diesem Jahr durchaus schon mal fester im Sattel. Zuletzt setzte es ein paar nicht eingeplante Niederlagen – in zwei von drei Spielen gegen die Chicago White Sox (41-42) und in einem von bisher zwei Spielen gegen die Athletics –, während gleichzeitig die Cleveland Indians (47-38) ihren Aufwärtstrend der letzten Wochen fortsetzen. Vor einem Monat lagen sie noch bei einer negativen Bilanz, inzwischen stehen sie neun Siege über .500 und wenn die Saison nun vorüber wäre, hätten sie einen Wild-Card-Platz erobert. In einem solchen Lauf steckt man auch mal zwei 0:13-Niederlagen vom letzten Wochenende gegen die Orioles ungerührt weg. Die drei Spiele seitdem haben die Indians alle gewonnen, heute Abend setzen sie zum Sweep gegen die Kansas City Royals (29-58) an.

Die Houston Astros (55-32) haben ihren Durchhänger offensichtlich überwunden: Fünf Siege in Folge stehen aus den letzten Tagen zu Buche, drei gegen Seattle und zwei in Colorado. Zum Abschluss des ersten Saisonabschnitts steht nun noch eine 3-Spiele-Serie gegen die Los Angeles Angels (44-43) an. Die Angels sind zurzeit schwer einzuschätzen. Drei Niederlagen gegen die Oakland Athletics (47-40) schienen letztes Wochenende ihre Wild-Card-Hoffnungen auf ein Minimum zu reduzieren. Es folgten der tragische Tod von Tyler Skaggs und zwei Siege in den emotionalen Spielen bei den Texas Rangers (46-40). Für kein Team kommt die anstehende Pause wohl gelegener als für die Angels, die erst mal die Trauer bewältigen und sich dann darüber klar werden müssen, welche Ambitionen sie dieses Jahr noch verfolgen möchten.

National League
Die Ambitionen der Atlanta Braves (51-36) sind klar, sie wollen zum zweiten Mal in Folge die National League East gewinnen. Auf dieses Ziel können sie in den verbleibenden Spielen bis zur Pause noch ein großes Stück zugehen. Zunächst steht heute Abend das Rubber-Game der Serie gegen Verfolger Philadelphia Phillies (45-41) an. Anschließend geht es noch dreimal gegen die Miami Marlins (32-52), das mit Abstand schwächste Team der NL. Die Phillies müssen derweil bei den New York Mets (39-48) antreten. Die Mets sind so gut wie raus aus dem Rennen um die Playoff-Plätze, aber die Spiele gegen die Phillies können trotzdem entscheidend sein – entscheidend dafür, ob Manager Mickey Callaway seinen Job behält oder ob in der Pause ein Nachfolger installiert wird. Wie schnell im Baseball aus einem Totgesagten wieder ein Contender werden kann, beweisen unterdessen die Washington Nationals (44-41). 12 Siege aus den letzten 15 Spielen haben sowohl den Record als auch das Run Differential in den positiven Bereich gedreht und die Nationals auf einen Wild-Card-Platz befördert.

In der NL Central setzt sich die Entwicklung fort, die ich letzte Woche schon beschrieben hatte: Man wird den Eindruck nicht los, dass niemand diese Division gewinnen will. Momentan sind mal wieder die Milwaukee Brewers (46-41) vorn, obwohl sie in den letzten drei Wochen nur eine einzige Serie gewonnen haben. Das ist immerhin eine mehr als ihr Konkurrent, die Chicago Cubs (45-42). Die St. Louis Cardinals (42-42) konnten daraus keinen Nutzen ziehen, nach sechs Niederlagen aus den letzten acht Spielen pendeln sie träge um eine ausgeglichen Bilanz herum. Von einer solchen waren die Pittsburgh Pirates (42-43) lange weit entfernt. Aber in den letzten Wochen waren sie das erfolgreichste Team der Division und heute Abend können sie den 4-Spiele-Sweep gegen die Cubs und damit gleichzeitig die Rückkehr zum .500-Record perfekt machen. Und weil es langweilig wäre, nur das eine der beiden vermeintlichen Spitzenteams zu ärgern, spielen die Pirates am Wochenende auch eine Serie gegen die Brewers.

Apropos langweilig: Kommen wir zur NL West. Man kann es den Los Angeles Dodgers (59-29) kaum zum Vorwurf machen, dass sie um den Divisionssieg keinerlei Spannung aufkommen lassen. In den letzten zwölf Spielen sind die Dodgers ausnahmslos gegen ihre direkten Konkurrenten, die Colorado Rockies (44-42) und die Arizona Diamondbacks (43-45) angetreten. Sie haben acht davon gewonnen, was ziemlich genau der üblichen Quote der Dodgers in dieser Saison entspricht. Zum Abschluss des ersten Saisonteils müssen heute und an den kommenden drei Tagen auch die San Diego Padres (42-44) noch mal beim Überteam der NL antreten. Die Padres haben sich übrigens gerade von den San Francisco Giants (39-47) sweepen lassen und müssen angesichts der anstehenden Aufgabe fürchten, kurz vor der Pause den Anschluss im Wild-Card-Rennen zu verlieren.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche ist das Immaculate Inning von Stephen Strasburg. „Immaculate“, also makellos, ist ein Inning dann, wenn der Pitcher alle drei Batter, die ihm gegenüber treten, per Strikeout wegschickt und zwar mit der niedrigstmöglichen Anzahl von Pitches: 9. In den meisten Jahren kommt nicht mehr als eine Handvoll solcher Innings in der MLB vor. Strasburg gelang das Kunststück gestern im vierten Inning gegen die Marlins:

Statistik der Woche 
1.142. So viele Homeruns wurden im Juni dieses Jahres geschlagen und damit so viele wie in keinem Monat der MLB-Geschichte zuvor. Wenn euch diese Meldung bekannt vorkommt, dann ist das kein Wunder: Der „alte“ Rekord ist gerade mal einen Monat her mit 1.135 im Mai. Den höchsten Beitrag dazu leistete ein Spiel zwischen den Phillies und den Diamondbacks mit insgesamt 13 Homeruns, ebenfalls Rekord. Über den gesamten Monat hinweg waren es als Spieler Manny Machado und Edwin Encarnacion (je 11) sowie als Team die Atlanta Braves (56), die die meisten Homeruns zum Rekord beisteuerten. Den New York Yankees gelang im Juni in jedem einzelnen Spiel mindestens ein Homerun. Insgesamt dauerte ihre Serie 31 Spiele lang. Sie fand am Dienstag ihr Ende, als die New York Mets beim 4:2 gegen die Yankees keinen Homerun zuließen.

Spiel der Woche
Gastauftritte in London war man bislang eher von der NFL gewohnt und wenn man sich das Resultat des ersten MLB-Spiels in Europa anschaut, sieht es ganz so aus, als hätten die Yankees und die Red Sox den Engländern ebenfalls ein Football-Spiel geboten: Mit 17:13 gewannen die Yankees, also mit etwas mehr als einem Field Goal Vorsprung. Schon im ersten Inning tauschten beide Seiten Touchdowns aus, scheiterten aber jeweils am Extrapunkt. So stand es nach dem ersten Durchgang 6:6, bevor die Yankees im dritten Inning per Safety auf 8:6 erhöhten. Ein weiterer Touchdown im vierten und ein Field Goal im fünften Inning trieben die Führung auf 17:6. Die Red Sox legten zwar noch einen Touchdown und den Extrapunkt (seltsamerweise vor dem Touchdown) nach, aber die Aufholjagd kam zu spät. Gunslinger Aroldis Chapman kniete das neunte Inning souverän ab.

Mein Einschalttipp
Mein persönlicher Favorit unter den Veranstaltungen der All-Star-Woche ist weder das All-Star-Game noch das Homerun-Derby – obwohl ich mir Letzteres allein schon wegen der Teilnahme von Pete Alonso anschauen werde. Ich möchte an dieser Stelle empfehlen, sich das All-Star-Futures-Game anzuschauen. Leider geht dieses immer ein bisschen unter, weil es nicht in der spielfreien Zeit stattfindet, sondern schon am Sonntag parallel zum letzten regulären Spieltag vor dem All-Star-Break. In dem Spiel treffen zwei Auswahlmannschaften der vielversprechendsten Talente aufeinander. Unterteilt werden die Mannschaften dieses Jahr erstmals nicht nach US- und internationalen Spielern, sondern nach American League und National League. Im Gegensatz zum „großen“ All-Star-Game sieht man in dieser Partie – wenn man kein großer Beobachter der Minor Leagues ist – viele Spieler zum ersten Mal, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten ein, zwei Jahren in die MLB schaffen werden. Für sie ist dieses Spiel nicht ein routiniertes PR-Event, sondern die Chance, erstmals vor einer größeren TV-Audienz mit Leistung auf sich aufmerksam zu machen. Das Spiel wird Sonntagnacht ab 1 Uhr live auf mlb.com gestreamt. Dabei sind zum Beispiel vier der fünf Top-Prospects der Liga laut MLB Pipeline: Shortstop Wander Franco (Rays), LHP MacKenzie Gore (Padres), Outfielder Jo Adell (Angels) und Outfielder Luis Robert (White Sox). Die vollständigen Roster findet ihr hier.

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Dezember 20th, 2018 by Silversurger

Einen echten Paukenschlag gab es gestern in Bezug auf die Transferpolitik zwischen Kuba und der MLB, die deshalb heute erstes Thema im Grand Slam am Donnerstag ist. Was den Trade- und Free-Agent-Markt angeht, so war die Woche nach den Winter Meetings eher ruhig. Die wichtigsten Neuverpflichtungen, die getätigt wurden, sind Outfielder Michael Brantley, den es zu den Astros zieht, und Catcher Wilson Ramos, der sich mit den Mets geeinigt hat. Von meiner Liste der 20 wichtigsten Free-Agents dieser Offseason hat damit nun genau die Hälfte einen neuen Job gefunden, die anderen zehn sind noch am Suchen und Verhandeln – allen voran die beiden Top-Targets Bryce Harper und Manny Machado.

Legale Wechsel aus Kuba bald möglich?
Baseball ist Nationalsport in Kuba und kubanische Spieler wie Aroldis Chapman, Yoenis Cespedes oder Yasiel Puig sind aus der MLB nicht wegzudenken. Bislang war der Weg zum US-Profi allerdings ein schwieriges und gefährliches Unterfangen für die Spieler, denn ihre einzige Chance bestand in einer Flucht aus dem Heimatland. Das könnte nun endlich der Vergangenheit angehören: Die MLB, die Spielergewerkschaft MLBPA und die Cuban Baseball Federation haben sich auf ein Verfahren geeinigt, nach dem künftig normale Transfers aus der kubanischen Liga möglich sind. Ähnlich wie Spieler aus Japan oder Südkorea können kubanische Profis künftig einen Wechsel in die USA anstreben und je nach Alter und Erfahrung entweder einen Minor-League-Vertrag oder direkt einen MLB-Kontrakt erhalten. An den kubanischen Verband fließt jeweils eine Ablösesumme. Noch ist die Sache aber nicht in trockenen Tüchern, denn es steht noch die Zustimmung der US-Regierung zu dem Deal aus. Die MLB beruft sich darauf, dass das Außenministerium sein Einverständnis signalisiert habe, aber Präsident Trump hat sich noch nicht geäußert. Trump gilt als Kritiker der Entspannungspolitik gegenüber Kuba, durch die sein Vorgänger Obama die Verhandlungen der Baseballverbände erst ermöglicht hatte.

Dreieck-Trade um Santana und Encarnacion
Letzten Donnerstag, kurz nach Fertigstellung meines letzten Grand-Slam-Artikels, kam es zu einem etwas unübersichtlichen Trade, in den nicht wie üblich zwei, sondern gleich drei Teams involviert waren. Kern des Trades ist, dass 1B/DH Carlos Santana von den Seattle Mariners zu den Cleveland Indians wechselt und 1B/DH Edwin Encarnacion aus Cleveland nach Seattle. Außerdem gehen 1B Jake Bauers von den Tampa Bay Rays zu den Indians, 5 Millionen Dollar von den Rays zu den Mariners, 6 Millionen von den Mariners zu den Indians, ein Pick in der nächsten Draft von den Indians zu den Mariners und 3B Yandy Diaz sowie RP Cole Sulser von den Indians zu den Rays. Von den beiden bekannten Namen abgesehen heißt das: Die Mariners sparen Gehaltszahlungen und bekommen einen Draftpick, die Indians sparen für 2019 ebenfalls, legen 2020 aber etwas drauf, und die Rays bekommen junge Spieler, die ihnen besser gefallen als der junge Spieler, den sie abgeben.

White Sox ertraden Alonso
An dem anderen nennenswerten Trade der letzten Tage waren erneut die Indians beteiligt und auch dieser dient vor allem der Entlastung ihrer Gehaltsliste: 1B Yonder Alonso wird zu den Chicago White Sox geschickt, im Gegenzug wechselt Minor-League-Outfielder Alex Call nach Cleveland. Ein interessantes Detail am Rande: Alonso ist ein Schwager und guter Freund von Manny Machado, an dem die White Sox ebenfalls interessiert sind. Möglicherweise hofft man in Chicago, mit ihm als Köder bessere Chancen auf eine Verpflichtung von Machado zu haben.

Brantley unterschreibt bei den Astros
Der wohl beste Outfielder der diesjährigen Free-Agent-Klasse außer Bryce Harper ist vom Markt: Michael Brantley hat sich mit den Houston Astros auf einen Zweijahresvertrag geeinigt. Der 31-jährige Linkshänder hatte 2016 und 2017 mit Verletzungen zu kämpfen, legte aber 2018 eine so starke Saison mit den Indians hin, dass er zum Comeback Player des Jahres in der American League gewählt wurde. Brantley erhält für die zwei Jahre in Houston 32 Millionen Dollar.

Ramos neuer Catcher der Mets
Die New York Mets haben ihren Catcher gefunden. Nach den Gerüchten und Spekulationen der letzten Wochen ist es etwas überraschend, dass dieser weder J. T. Realmuto noch Yasmani Grandal heißt. Mit dem frisch verpflichteten Wilson Ramos fahren sie vermutlich besser, denn von den Leistungswerten her spielen die drei auf Augenhöhe, aber für die beiden anderen hätte man deutlich mehr hergeben müssen. Die Miami Marlins scheinen um einen möglichen Trade von Realmuto sehr hoch zu pokern und erwarteten dem Vernehmen nach mindestens zwei junge, etablierte MLB-Spieler als Gegenleistung. Grandal ist zwar Free Agent wie Ramos, doch er hat dieses Jahr ein Qualified Offer der Dodgers abgelehnt, sodass ein Team, das ihn verpflichtet, als Kompensation einen hohen Draftpick abgeben müsste. Ramos kommt zu relativ günstigen Kondition: Für die kommenden zwei Jahre erhält er 19 Millionen Dollar, zudem haben die Mets die Option auf ein drittes Jahr für 10 Millionen.

McCann zu den White Sox
Auch die White Sox haben auf der Position des Catchers nachgerüstet: James McCann, der die letzten fünf Jahre beim Divisionsrivalen Detroit Tigers aktiv war, unterschreibt für ein Jahr in Chicago. McCann bekommt 2,5 Millionen Dollar für einen Vertrag über ein Jahr und wird voraussichtlich als Backup hinter Welington Castillo dienen.

Der Dark Knight ist jetzt ein Angel
Pitcher Matt Harvey unternimmt einen neuen Versuch, seine bei den Mets großartig begonnene Karriere zu retten, nachdem dies in Folge diverser Verletzungen und anderer Krisen in New York immer unwahrscheinlicher geworden war. Ein Gastspiel in Cincinnati während der zweiten Saisonhälfte 2018 verlief zwar auch nicht traumhaft, weckte aber zumindest ein bisschen Hoffnung, dass Harvey wieder ein solider Starter werden kann. Die Los Angeles Angels scheinen auf diese Hoffnung zu setzen. Sie statten Harvey mit einem recht großzügigen Einjahresvertrag über 11 Millionen Dollar aus.

Padres verpflichten Kinsler
Die San Diego Padres überraschen mit der Verpflichtung eines Second Basemans: Ian Kinsler kommt für zwei Jahre und 8 Millionen Dollar. Auf seiner Position sollte eigentlich der junge Luis Urias spielen, doch der wird nun voraussichtlich erst mal als Shortstop eingesetzt. Dort soll mittelfristig Top-Prospect Fernando Tatis Jr. sein MLB-Debüt geben. Mit der neu erworbenen Flexibilität können die Padres nun besser abwarten, bis der 19-Jährige wirklich so weit ist.

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Dezember 21st, 2017 by Silversurger

Kurz vor Weihnachten zeigen sich viele Front Offices rührig, um ihre Teams und deren Fans mit der einen oder anderen Weichenstellung für die kommende Saison zu bescheren – und natürlich, um sich selbst ein bisschen Ruhe über die Feiertage zu sichern, denn erfahrungsgemäß ist dies der Zeitpunkt, an dem die Beatwriter und Analysten unruhig werden, wenn ihr Team in der Offseason noch keine oder nur wenige Erfolge vermelden konnte. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen diese Woche zwei interessante Trades. Zudem hat sich einiges auf dem Free-Agent-Markt getan, besonders in Bezug auf First Basemen.

Braves und Dodgers traden, um zu sparen
Outfielder Matt Kamp kehrt von den Atlanta Braves zurück zu den Los Angeles Dodgers, für die er schon von 2006 bis 2014 gespielt hatte. Im Gegenzug schicken die Dodgers 1B Adrian Gonzalez, SP Scott Kazmir, SP Brandon McCarthy, Infielder Charlie Culberson und zusätzlich Geld nach Los Angeles. Das Bemerkenswerte an diesem Trade ist, dass er – außer Ergänzungsspieler Culberson – auf beiden Seiten lauter Spieler umfasst, die dank alter Verträge deutlich mehr Geld verdienen als sie zuletzt durch Leistung rechtfertigen konnten. Beide Teams haben mit dem Deal ihre Payrollsituation verbessert, die Dodgers für dieses und die Braves für nächstes Jahr. Die Spieler, die die Braves erhalten haben, kosten für 2018 rund 52 Millionen Dollar. Das ist ein Haufen Geld, tut den Braves aber nicht allzu weh, weil sie 2018 keine großen Pläne haben und lieber in diesem Jahr überbezahlen als im Jahr darauf – und dann sind die betreffenden Spieler alle Free Agents. Adrian Gonzalez wurde von den Braves von vornherein als so nutzlos abgestempelt, dass sie ihn direkt nach dem Trade entlassen haben – seine 22,375 Millionen zahlen sie ihm trotzdem und nun kann er sich ein Team suchen, das ihn für ein Minimalgehalt spielen lässt.

Matt Kemp hingegen hat noch zwei Jahre Vertrag und erhält dafür 43,5 Millionen Dollar. Als Spieler wird er den Dodgers nicht viel weiterhelfen, aber es hilft ihnen deutlich, dass sie die Gehälter der anderen los sind und Kemps Gehalt sich auf 2018 und 2019 verteilt. Auf diese Weise halten sie die Payroll für 2018 niedriger und müssen weniger oder sogar gar keine Strafabgabe an die Liga bezahlen. Wenn sie um die Luxussteuer ganz herum kommen, zahlt es sich für sie besonders aus, denn diese steigt deutlich an, wenn man mehrere Jahre in Folge über der festgelegten Schwelle liegt. Die Dodgers lagen zuletzt zwei Jahre hintereinander darüber.

Rays senden Longoria nach San Francisco
Der zweite große Trade der Woche hat deutlich mehr mit sportlichen Ambitionen zu tun als der erste: Die San Francisco Giants füllen eine klaffende Lücke in ihrem Lineup, indem sie 3B Evan Longoria von den Tampa Bay Rays holen. Damit signalisieren die Giants deutlich, dass sie die enttäuschende Saison 2017 schnell hinter sich lassen und schon nächstes Jahr wieder wettbewerbsfähig sein wollen. Die Rays lassen nach zehn Jahren, die Longoria für sie spielte, das Gesicht ihrer Franchise ziehen. Im Gegenzug für den 32-Jährigen erhalten sie Outfielder Denard Span, Infield-Prospect Christian Arroyo und zwei Minor-League-Pitcher. Die Kernkomponente auf dieser Seite des Trades ist Arroyo, der als herausragendes Talent gilt und den Deal zu einem klassischen Tausch macht zwischen einem Team, das kurzfristige Erfolge sucht (den Giants), und einem, dass beim Aufbau seines Kaders noch ein paar Jahre Zeit hat (den Rays).

Der Markt für die erste Base lichtet sich 
Oft fallen die Free Agents auf bestimmten Positionen wie Dominosteine, sobald einer den Anfang macht. In der Vorwoche kamen vor allem die Relief Pitcher in den Genuss, dass fast jedes Team sich einen von ihnen sichern wollte. Diese Woche waren die First Basemen an der Reihe. Den größten Paukenschlag landeten die Philadelphia Phillies, die sich für 60 Millionen Dollar für drei Jahre die Dienste von Carlos Santana sicherten. Dieser Move kam äußerst überraschend, denn erstens lässt er sich kaum mit dem laufenden Rebuilding-Projekt der Phillies in Einklang bringen und zum anderen wirft er die Frage auf, wo die Phillies mit ihrem jungen und vielversprechenden 1B Rhys Hoskins hin wollen. Wenn mir DEN Sinn dieser Verpflichtung jemand erklären kann: Ich bin ganz Ohr.

Die Cleveland Indians, Santanas bisheriger Club, haben direkt einen Nachfolger geholt und für zwei Jahre Yonder Alonso (bisher Athletics) verpflichtet. 1B Matt Adams ist unterdessen mit einem Einjahresvertrag bei den Washington Nationals untergekommen und Mitch Moreland hat sich mit den Boston Red Sox für zwei weitere Jahre geeinigt. Interessante First Basemen, die noch ohne neues Teams sind, sind Eric Hosmer (Royals), Logan Morrison (Rays), Mike Napoli (Rangers), Adam Lind (Nationals) und Lucas Duda (Rays).

Freddy Galvis nach San Diego
Ein weiterer Move der Phillies in dieser Woche erscheint deutlich nachvollziehbarer als die oben erwähnte Verpflichtung von Carlos Santana: Shortstop Freddy Galvis wurde für Pitching-Prospect Enyel De Los Santos zu den San Diego Padres getradet. Galvis ist einer der besten defensiven Shortstops der Liga, gleichwohl hatten die Phillies keine Verwendung mehr für ihn. Sein Vertrag läuft ohnehin nach der Saison 2018 aus und der talentierte J. P. Crawford gilt den Phillies als ihr Shortstop der Zukunft (und jetzt wohl auch der Gegenwart).

Brewers, Yankees und Rangers ergänzen Rotation
Zu den populäreren Namen des Free-Agent-Marktes für Pitcher wie Yu Darvish, Jake Arrieta und Lance Lynn gibt es noch keine Vollzugsmeldungen, aber einige solide Ergänzungen einer Starting Rotation konnten in den letzten Tagen an den Mann gebracht werden: Jhoulys Chacin (bisher Padres) läuft die nächsten zwei Jahre für die Milwaukee Brewers auf, C. C. Sabathia bleibt für ein weiteres Jahr bei den Yankees und Matt Moore wurde für zwei Pitching-Prospects von San Francisco zu den Texas Rangers getradet. Nach einer Saison zum Vergessen (5.52 ERA) erhält Moore die Chance auf einen Neuanfang in veränderter Umgebung.

Mets verlängern Vertrag von GM Alderson 
Die New York Mets verbringen bislang eine sehr zurückhaltende Offseason mit Reliever Anthony Swarzak als einziger nennenswerter Neuverpflichtung. Die seit zwei Jahren andauernde Untätigkeit sowie der offensichtliche Unwille, sich zum Status eines Big-Market-Teams zu bekennen und entsprechend in den Kader zu investieren, haben in den vergangenen Tagen deutliche Kritik etablierter Beatwriter wie Marc Carig von Newsday und Joe D von Metsmerized an den Ownern Fred und Jeff Wilpon sowie an General Manager Sandy Alderson hervorgerufen. Die beiden verlinkten Artikel kann ich übrigens sehr empfehlen, sie sprechen mir und sicherlich vielen weiteren Mets-Fans aus der Seele.

Die bislang einzige Reaktion der Mets bestand darin, dass sie gestern die Verlängerung von Aldersons Vertrag bekannt gegeben haben. Ganz offensichtlich ist man bereit, sich dem Wettbewerb zu stellen – wenn auch leider nur dem Wettbewerb mit Derek Jeter und Co. um die unbeliebteste Vereinsführung der Liga…

Die skurrilste Verletzung des Jahres 
Martin Perez, Starting Pitcher der Texas Rangers, hat sich am Ellbogen verletzt. Er musste operiert werden und obwohl die Verletzung zum Glück nur den rechten Arm des Linkshänders betrifft, wird Perez wohl nicht vor Mai auf dem Platz stehen können. So etwas ist bedauerlich, aber im Profisport durchaus an der Tagesordnung. Ungewöhnlich ist aber, wie er sich die Verletzung zugezogen hat. Von einem „Vorfall mit einem Bullen“ war zunächst die Rede, was eine Reihe von Spekulationen zuließ: Hatte Perez den Bullen geritten und war abgeworfen worden? War der Bulle ausgebrochen und hatte Perez mit den Hörnern attackiert? Es stellte sich heraus, dass der Vorfall nicht ganz so dramatisch, wenngleich nicht weniger peinlich war: Freizeit-Landwirt Perez hatte sich im Gehege des Bullen aufgehalten, der zwar angebunden war, aber wohl eine plötzliche Bewegung in Perez‘ Richtung machte. Als Perez vor Schreck zurück wich, fiel er hin und landete unsanft auf dem Ellbogen.

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