Januar 21st, 2021 by Silversurger

Aus dem Hot Stove dampft es gewaltig, die Offseason der MLB kommt endlich in Schwung. Drei der Top-10-Free-Agents und eine Menge weiterer interessanter Spieler sind in den letzten Tagen unter Dach und Fach gekommen. Die größten Schlagzeilen gehörten dabei den Blue Jays und den Yankees. Auch die Mets sorgten für Gesprächsstoff, aber da ging es leider weniger um sportliche Dinge als um das schlichtweg ekelhafte Verhalten eines – jetzt ehemaligen – leitenden Angestellten.  

Mets feuern GM Porter
Nur 37 Tage war Jared Porter in seinem Amt als General Manager der New York Mets. Dem 41-Jährigen wurde ein erst jetzt bekannt gewordener Vorfall aus dem Jahr 2016 zum Verhängnis. Er soll eine Journalistin sexuell belästigt haben, indem er ihr über 60 unverlangte und unbeantwortete aufdringliche Textnachrichten schickte, inklusive Bildern eines (seines?) erigierten Penis. 
„Typisch Mets“ könnte man denken, wenngleich die Vorfälle lange vor Porters Zeit in New York liegen und die Verantwortlichen des Klubs glaubhaft beteuern, von ihnen keine Ahnung gehabt zu haben, als sie sich für ihn entschieden. Der Eigentümer der Mets, Steven Cohen, reagierte innerhalb weniger Stunden nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe mit Porters Entlassung und betonte, es gebe unter seiner Führung „null Toleranz für diese Art des Verhaltens“. Team-Präsident Sandy Alderson wird den GM-Job nun vorerst selbst übernehmen und ohne Eile nach einem passenden Nachfolger für Porter suchen.
Seitens der Ligaleitung wird es eine Untersuchung der Vorwürfe geben, die voraussichtlich in einer befristeten oder unbefristeten Sperre Porters für jegliche Tätigkeit innerhalb der MLB enden dürfte.
Porter stellt den zweiten Fall innerhalb kurzer Zeit dar, in dem die Mets einen hochrangigen Angestellten einstellen und noch vor dem ersten Saisonspiel wieder feuern. Vor fast genau einem Jahr wurde Carlos Beltran von seinem erst zwei Monate zuvor angetretenen Mangerposten entbunden wegen der Rolle, die er im Sign-Stealing-Skandal der Astros gespielt hatte.

Blue Jays signen Springer
Sicher hätten die Verantwortlichen der Mets diese Woche lieber George Springer als Neuzugang vermeldet statt Fragen über das Geschlechtsteil ihres Ex-GM zu beantworten, doch das Rennen um den Centerfielder hat ein anderes Team gemacht: Die Toronto Blue Jays haben sich mit dem umworbenen Free Agent auf einen Sechsjahresvertrag geeinigt. Der dreifache All-Star bringt eine seltene Mischung aus starker Centerfield-Defense und noch stärkeren Offensivleistungen mit. Diese lassen die Blue Jays sich über den gesamten Vertragszeitraum hinweg 150 Millionen Dollar kosten.
Weil die Houston Astros als abgebender Verein dem 31-Jährigen ein Qualifying Offer vorgelegt hatten, wird für seine Verpflichtung eine Kompensation in Form von Draftpicks fällig: Die Astros erhalten einen zusätzlichen Pick in der vierten Runde der nächsten Draft, die Blue Jays verlieren dafür ihren Zweitrundenpick #54 sowie 500.000 Euro des Budgets für internationale Spielerverpflichtungen. 

Yankees: LeMahieu bleibt, Kluber kommt
Angesichts der aufrüstenden Konkurrenz sowohl in der Stadt (Mets) als auch in der Division (Blue Jays) wollen die New York Yankees nicht zurückstehen. Als ersten Teil eines Doppelschlags haben sie am Freitag das monatelange Tauziehen um eine Weiterverpflichtung von Second Baseman D. J. LeMahieu erfolgreich beendet. Der 32-Jährige erhält einen Sechsjahresvertrag über 90 Millionen Dollar. Obwohl beide Seiten von vornherein an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert waren, zogen sich die Verhandlungen hin, weil die Yankees mit ihrer Payroll dieses Jahr unbedingt unter der Luxussteuer-Grenze von 210 Millionen Dollar bleiben wollten. Diesen Kurs können sie nun beibehalten, indem die Zahlungsverpflichtungen gegenüber LeMahieu auf eine relativ lange Vertragslaufzeit gestreckt werden.
Noch am selben Tag legten die Yankees nach mit einer Verstärkung der Starting Rotation. Corey Kluber unterschreibt einen Einjahresvertrag über 11 Millionen Dollar. Der 34-Jährige war bis vor zwei Jahren das Pitching-Ass der Cleveland Indians, bevor er 2019 erst durch Formschwäche und dann auch noch durch einen gebrochenen Arm aus der Bahn geworfen wurde. 2020 trug er das Trikot der Texas Rangers, für die er verletzungsbedingt nur ein einziges Inning warf. In einem Probetraining vor Vertretern fast aller MLB-Teams zeigte er letzten Mittwoch offenbar mit Erfolg, dass mit ihm 2021 wieder zu rechnen ist.

Brantley bleibt bei den Astros
Um Michael Brantley gab es gestern etwas Verwirrung: Zuerst hieß es kurz nach Bekanntwerden des Springer-Deals, auch Springers Freund und Outfield-Kollege Brantley sei sich mit den Blue Jays einig und werde einen Dreijahresvertrag unterschreiben. Eine Stunde, nachdem diese Meldung die Runde gemacht hatte, dementierten die Blue Jays. Man sei interessiert an Brantley, aber es gebe noch keine Einigung. Nochmal gut zwei Stunden später dann die endgültige Kehrtwende: Brantley bleibt bei den Houston Astros. Der 33-Jährige erhält dort einen Zweijahresvertrag über 32 Millionen Dollar. Für die Astros ist das ein wichtiger Schritt, nachdem ihnen zuvor drohte, ihr komplettes bisheriges Stamm-Outfield – bestehend aus Springer, Brantley und Josh Reddick – in der Free Agency zu verlieren.
Neben Brantley haben sich die Astros auch einen neuen Catcher gesichert: Jason Castro kehrt nach vier Jahren in der Fremde zurück zu dem Verein, der ihn einst gedraftet hatte. Der 33-Jährige soll nach gerade eingetrudelten Meldungen einen Zweijahresvertrag bekommen, der sich wohl auf rund 7 Millionen Dollar beläuft. 

Weitere Neuverpflichtungen  
Auch die folgenden Spieler haben in den letzten Tagen neue Engagements in der MLB gefunden: SP Jose Quintana (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 8 Millionen Dollar), SP J. A. Happ (Minnesota Twins, 1 Jahr, 8 Millionen), RP Archie Bradley (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 6 Millionen), RP Kirby Yates (Toronto Blue Jays, 1 Jahr, 5,5 Millionen plus Boni), SP Martin Perez (Boston Red Sox, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen plus Boni), SP Jon Lester (Washington Nationals, 1 Jahr plus beidseitige Option, 5 Millionen), SP Alex Wood (San Francisco Giants, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). SP/RP Tyler Chatwood (Blue Jays, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). 

3-Team-Trade um Musgrove und Lucchesi 
Die San Diego Padres, die New York Mets und die Pittsburgh Pirates haben sich auf einen Dreiecks-Trade geeinigt. Involviert sind zwei MLB-Spieler: zum einen SP Joe Musgrove, der von Pittsburgh nach San Diego wechselt, zum anderen SP Joey Lucchesi, der von den Padres zu den Mets geschickt wird. Die Pirates erhalten durch den Deal eine Reihe von Prospects – C/OF Endy Rodriguez von den Mets sowie CF Hudson Head, SP Omar Cruz, RP David Bednar und SP Drake Fellows von den Padres. Head dürfte in dieser Reihe der interessanteste Name sein, er wurde bisher als Nummer acht unter den Talenten der Padres gelistet.

Don Sutton ist tot 
Zum zweiten Mal hintereinander schließt der Grand Slam am Donnerstag mit der Trauermeldung zu einer Dodgers-Legende: Gut eine Woche nach Tommy Lasorda ist am Montag Don Sutton gestorben. Sutton war von 1966 bis 1988 als Starting Pitcher in der MLB aktiv. Er spielte für fünf verschiedene Teams, aber in 16 von 23 Saisons war er ein Dodger. Nach der aktiven Karriere war er als TV-Kommentator tätig, unter anderem für die Atlanta Braves. 1998 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen. Sutton erlag im Alter von 75 Jahren einer Krebserkrankung.

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Dezember 10th, 2020 by Silversurger

Obwohl die Ligaleitung, Vereinsvertreter, Spieleragenten und andere Interessengruppen rund um die MLB derzeit ihre – dieses Jahr virtuellen – Winter Meetings abhalten, gab es in den letzten Tagen nur wenige Trades und Neuverpflichtungen zu vermelden. Am aktivsten waren die Chicago White Sox, die ihren Kader an zwei Stellen ergänzten. Die Rangers überraschten mit einem Wechsel im Front Office, während die Angels offenbar Gefallen an einem bestimmten Namen gefunden haben.

NL-Teams planen 2021 ohne DH
Von allen besonderen Regeln der Coronasaison 2020 – 7-Inning-Doubleheader, beschleunigte Extrainnings, größere Kader, erweiterte Playoffs – schien die Anwendung des Designated Hitters in der gesamten MLB die mit der höchsten Wahrscheinlichkeit zu sein, auf Dauer zu bleiben. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber es sieht inzwischen danach aus, dass man für 2021 zum alten Zustand zurückkehrt, der da lautet: Die American League spielt mit DH, die National League ohne. Darauf deutet jedenfalls ein Schreiben hin, das die Ligaleitung den Klubs letzte Woche zugestellt hat. Den NL-Teams wird darin empfohlen, bei ihrer Kaderplanung davon auszugehen, dass es keinen DH geben wird.
Generell gilt die Einführung der ligaweiten DH-Regel schon seit Jahren eher als eine Frage des „wann“ als des „ob“. Vermutlich wird dieses Thema aber nun in die Verhandlungen des neuen Rahmenvertrages (CBA) zwischen der Liga und den Spielern verschoben, die Ende 2021 anstehen.

Neuer GM bei den Rangers
Die Texas Rangers haben die Verpflichtung von Chris Young als neuen General Manager bekannt gegeben. Das kam sehr überraschend, denn es hatte vorher keine Hinweise darauf gegeben, dass sie überhaupt auf der Suche waren. Jon Daniels hatte den Job seit 15 Jahren inne und wird als „President of Baseball Operations“ weiterhin an Bord bleiben. Sein Nachfolger Young übernimmt zum ersten Mal Verantwortung in einem Front Office. Der 41-jährige war von 2004 bis 2017 als Starting Pitcher für die Rangers und vier andere MLB-Klubs aktiv gewesen; seit 2018 beaufsichtigte er als Vizepräsident der Liga den Spielbetrieb. Unter Daniels haben die Rangers fünfmal die Playoffs erreicht und zweimal die American League gewonnen. Seit 2016 hatten sie aber keine Saison mit mehr Siegen als Niederlagen, und für 2021 planen sie, die Ausgaben für Spielergehälter zu reduzieren. Das wird kein leichter Job für Young, der auch bei den Mets im Gespräch war, sich aber seiner in Dallas lebenden Familie wegen für die Rangers entschied. 

White Sox holen Lynn und Eaton
Gleich die erste spürbare Amtshandlung des neuen Rangers-GM trägt zum Ziel bei, Kosten zu sparen: Pitcher Lance Lynn, in den letzten beiden Jahren die verlässlichste Größe in der Rotation der Rangers, wurde zu den Chicago White Sox getradet.  Der 33-Jährige nimmt seinen Vertrag mit nach Chicago, der noch ein Jahr lang läuft und ihm 8 Millionen Dollar einbringt. Als Gegenleistung schicken die White Sox zwei Nachwuchspitcher nach Texas: den 25-jährigen Rechtshänder Dane Dunning und den 23-jährigen Lefty Avery Weems.
Außer der Rotation verstärken die White Sox auch ihr Outfield und zwar mit einem alten Bekannten: Adam Eaton kehrt nach vier Jahren in Washington als Free Agent zurück nach Süd-Chicago. Der 32-Jährige unterschreibt für ein Jahr und 7 Millionen Dollar mit einer Kluboption für ein weiteres Jahr zum Preis von 8,5 Millionen. Eaton hatte 2020 eine schwache Saison. Bei den White Sox setzt man darauf, dass er zu alter Stärke findet und den Mangel an linkshändigen Hittern im Lineup behebt.

Angels traden (schon wieder) für Iglesias
Letzte Woche berichtete ich an dieser Stelle, dass die Los Angeles Angels Shortstop José Iglesias von den Baltimore Orioles ertradet haben. Diese Woche kommt Relief Pitcher Raisel Iglesias hinzu, den die Angels im Austausch gegen Reliever Noe Ramirez und einen noch nicht benannten Spieler von den Cincinnati Reds holen. Dass die beiden Neuzugänge denselben Nachnamen tragen, aus Kuba stammen und obendrein an aufeinander folgenden Tagen geboren wurden, ist ein origineller Zufall, miteinander verwandt sind sie aber nicht. „Dafür sehe ich zu gut aus“, antwortete José, als er letztes Jahr in einem Interview danach gefragt wurde.

Weitere Neuverpflichtungen
Zwei weitere Spieler haben in den letzten Tagen einen neuen MLB-Vertrag unterschrieben: First Baseman Carlos Santana erhält von den Kansas City Royals 17,5 Millionen Dollar für zwei Jahre plus leistungsbezogene Boni von bis zu einer weiteren Million.
Die Seattle Mariners sichern sich die Dienste von Pitcher Chris Flexen für zwei Jahre und 4,75 Millionen Dollar plus mehrere leistungsbezogene Erhöhungs- und Verlängerungsoptionen. Flexen war einst ein Wackelkandidat bei den New York Mets, der deren Fans viele Nerven kostete. Im letzten Winter wechselte er zu den Doosan Bears nach Südkorea, wo er sich mit einer starken Saison für das MLB-Comeback empfahl.
Die Mets gelten übrigens nach wie vor als Favoriten für eine baldige Verpflichtung von Outfielder George Springer und Catcher James McCann, mit beiden wurde allerdings noch kein Vollzug gemeldet.

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Dezember 3rd, 2020 by Silversurger

Der Free-Agent-Markt der MLB entwickelt sich nach wie vor sehr träge. Was sich seit letzter Woche getan hat, habe ich im Folgenden wie üblich für euch zusammengefasst. Am nächsten Dienstag geht es übrigens los mit der Artikelserie, für die ihr euch im Wunschkonzert entschieden habt: Macht euch gefasst auf die größten Skandale der MLB-Geschichte!

Minor, May, Maile finden neue Teams
Drei nennenswerte Free-Agent-Signings gibt es diese Woche zu vermelden: Die Kansas City Royals haben sich die Dienste des linkshändigen Starters Mike Minor gesichert. Minor absolvierte 2020 für die Rangers und die Athletics insgesamt 56.2 Innings und brachte es auf einen wenig begeisternden ERA von 5.56. Die Royals setzen einen Zweijahresvertrag über 18 Millionen Dollar darauf, dass Minor zurück zu der Form findet, die er 2019 bei den Rangers gezeigt hat (208.1 Innings, 3.59 ERA).
Ebenfalls für zwei Jahre unterschreibt Reliever Trevor May bei den New York Mets. May ist ein starker rechtshändiger Strikeout-Pitcher, der den Mets neue Möglichkeiten für die Gestaltung der späten Innings gibt. Sie lassen sich die Dienste des ehemaligen Twins 15,5 Millionen Dollar kosten.
Auch die Milwaukee Brewers haben sich auf dem Free-Agent-Markt bedient, indem sie Catcher Luke Maile anheuerten. Der 29-Jährige stand zuvor ein Jahr bei den Pittsburgh Pirates unter Vertrag, für die er aber wegen eines gebrochenen Fingers kein Spiel absolvierte. Details seiner Einigung mit den Brewers sind bisher nicht bekannt. 

Iglesias und Knebel nach Los Angeles
Auch zwei kleine Trades gab es diese Woche. Die Los Angeles Dodgers holen Reliever Corey Knebel von den Milwaukee Brewers. Die Brewers erhalten im Gegenzug einen noch nicht benannten Spieler. Es handelte sich offenbar um ein Last-Minute-Geschäft, nachdem die Brewers geplant hatten, Knebel zu entlassen.
Ebenfalls nach Los Angeles, allerdings zu den Angels, verschlägt es Shortstop José Iglesias. Im Tausch gegen ihn erhalten die Baltimore Orioles die beiden Minor-League-Pitcher Garrett Stallings und Jean Pinto. Die Verpflichtung von Iglesias spricht eine relativ deutliche Sprache, dass die Angels offenbar nicht mehr mit ihrem bisherigen Shortstop Andrelton Simmons planen, dessen Vertrag ausgelaufen ist.

Neue Gesichter auf dem Markt
Bis gestern hatten die MLB-Teams Zeit, jenen Spielern, die sie über das Arbitration-Verfahren weiterhin exklusiv an sich hätten binden können, ein Vertragsangebot zu unterbreiten. Wie üblich gingen einige Spieler leer aus, weil ihr Klub sich gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden hat. Diese Spieler sind damit frei, sich ein neues Team zu suchen und mit diesem einen Vertrag auszuhandeln. Die überraschendsten und namhaftesten unter ihnen sind die Outfielder Kyle Schwarber (Chicago Cubs), David Dahl (Colorado Rockies), Eddie Rosario (Minnesota Twins), Adam Duvall (Atlanta Braves) und Nomar Mazara (Chicago White Sox), Third Baseman Maikel Franco (Kansas City Royals) sowie die Pitcher Carlos Rodon (Chicago White Sox) und Archie Bradley (Cincinnati Reds). Eine vollständige Liste der nicht-getenderten Spieler findet ihr bei mlbtraderumors.

Domingo Santana nach Japan
Schon im Oktober hatten die Cleveland Indians ihrem Outfielder Domingo Santana mitgeteilt, dass er in ihrer Planung für die nächste Saison keine Rolle spielt. Der Klub ließ die Vertragsoption verstreichen, die den Outfielder für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr in Cleveland gehalten hätte. Der 28-Jährige wird versuchen, seine Karriere durch einen Wechsel nach Japan zu retten. Er heuert dort bei den Yakult Swallows (ja, die heißen wirklich so) in der NPB an. Vertragsdetails sind bisher nicht bekannt.

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November 19th, 2020 by Silversurger

Von Live-Baseball sind wir zwar weit entfernt, aber in der MLB herrscht in diesem Herbst alles andere als Langeweile. Unter den Neuigkeiten dieser Woche habe ich zum Beispiel die erste weibliche Führungskraft in einem MLB-Klub, den Rücktritt eines populären Funktionärs, sowohl den ersten Dopingfall als auch die erste Tommy-John-Surgery dieser Offseason sowie ganz nebenbei noch die Auszeichnung der besten Spieler der Saison 2020 im Angebot. Was wollt ihr demnächst gerne lesen? Lasst es mich bitte als Kommentar im Wunschkonzert wissen! 

Abreu und Freeman sind die MVPs
Letzte Woche musste ich den Höhepunkt der Award-Verleihungen schuldig bleiben, weil die wertvollsten Spieler erst Donnerstagnacht ausgezeichnet wurden. In beiden Teilen der MLB fiel die Wahl auf einen First Baseman.
In der AL geht der MVP-Titel an Jose Abreu von den Chicago White Sox. Der 33-Jährige füllte die Rolle als erfahrener Führungsspieler des jungen Teams perfekt aus und ging mit einer Slashline von .317/.370/.617 auf dem Weg zur ersten Playoff-Teilnahme seines Klubs seit 2008 voran. Abreu erhielt 21 von 30 möglichen Erststimmen und ließ damit 3B Jose Ramirez (Indians) und 2B DJ LeMahieu (Yankees) klar hinter sich.
Die Wahl der NL entschied Freddie Freeman von den Atlanta Braves für sich. Das ist eine großartige Comebackstory, nachdem Freeman kurz vor Saisonbeginn an Covid-19 erkrankt war, mit durchaus heftigen Symptomen. Doch er kam danach schnell zurück in Form und spielte seine bisher beste Saison (.341/.462/.640) für die Braves, die zum dritten Mal in Folge die NL East gewannen. Mit 28 von 30 Erststimmen war die Wahl mehr als eindeutig. Die anderen beiden Stimmen gingen an OF Mookie Betts (Dodgers). 

Theo Epstein tritt zurück
Der bisherige „President of Baseball Operations“ der Chicago Cubs, Theo Epstein, hat seinen Rücktritt erklärt. Nach neun Jahren in Chicago sieht der 46-Jährige, der sowohl für die Cubs als auch davor für die Boston Red Sox jahrzehntelange Titelträume wahr gemacht hat, die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen. Fans der Phillies und der Mets, die beide gerade passende Stellen anzubieten haben, sollten sich allerdings nicht zu früh die Hände reiben: Laut Jon Morosi von MLB Network neigt Epstein wohl dazu, sich erstmal eine Auszeit von einem Jahr zu gönnen. Epsteins Nachfolge bei den Cubs übernimmt Jed Hoyer, sein bisher engster Mitarbeiter als General Manager.

Kim Ng wird General Mangerin der Marlins
Die Miami Marlins haben eine Nachfolgerin für ihren bisherigen General Manger Michael Hill gefunden, dessen ausgelaufener Vertrag nicht verlängert wurde. Kim Ng wird die erste Frau auf einem hochrangigen Posten eines MLB-Teams und gleichzeitig der erste GM asiatischer Abstammung. Ng ist in dieser Rolle alles andere als ein PR-Stunt; sie ist vielmehr eine langjährige ausgewiesene Fachfrau, die in den letzten Jahren schon bei mehreren GM-Besetzungen im Gespräch war. Die 51-Jährige begann ihre Karriere vor rund 30 Jahren als Praktikantin bei den White Sox, war Assistenz-GM bei den Yankees und den Dodgers, bevor sie 2011 Senior Vice President of Baseball Operations der MLB wurde. Marlins-Owner Derek Jeter, der Ng aus der gemeinsamen Zeit bei den Yankees kennt, baut darauf, dass sie aus dem vielversprechenden jungen Team der Marlins einen dauerhaften Contender macht.

Neuer GM auch bei den Angels
Die Los Angeles Angels haben ebenfalls einen neuen GM ausgewählt. Den Posten des zum Saisonende gefeuerten Billy Eppler erhält Perry Minasian, bislang Assistenz-GM bei den Braves. Angels-Owner Arte Moreno setzt damit nach Tony Reagins, Jerry Dipoto und Eppler erneut auf einen Neuling in der Führungsrolle. Ähnlich wie die neue GM der Marlins, Kim Ng, galt Minasian schon seit einigen Jahren immer wieder als Kandidat, wenn irgendwo in der Liga eine entsprechende Stelle zu vergeben war. Minasian erbt mit den Angels ein Team, dem dank herausragender Einzelspieler wie Mike Trout, Anthony Rendon und Shohei Ohtani regelmäßig eine Favoritenrolle zugedacht wird, die es bisher jedoch nie erfüllen konnte.

Dopingsünder Cano gesperrt
Apropos unerfüllte Erwartungen: Second Baseman Robinson Cano von den New York Mets wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere des Dopings überführt. Getreu den Anti-Doping-Richtlinien der MLB wird er als Wiederholungstäter für 162 Spiele, also die gesamte Saison 2021, gesperrt. Cano war nach seiner ersten Dopingsperre 2018 von den Seattle Mariners zu den Mets getradet worden. Dort hatte er 2019 ein eher schwaches Jahr, doch 2020 gelang dem 38-jährigen Dominikaner ein beeindruckendes Comeback. Dieses erscheint nun unter einem anderen Licht, da es offenbar nur mit Hilfe des synthetischen Steroids Stanozolol zustande kam.
Für die Mets dürfte der Verlust zu verkraften sein: Da Cano während der Sperre keinen Gehaltsanspruch hat, spart der Verein 24 Millionen Dollar, die sich vermutlich besser einsetzen lassen als für einen schummelnden Altstar.

Clevinger verlängert Vertrag und fällt erstmal aus 
Die Saison 2021 wird nicht nur ohne Cano, sondern auch ohne Mike Clevinger stattfinden. Der Starting Pitcher der San Diego Padres musste sich am Dienstag einer Tommy-John-Surgery unterziehen, was üblicherweise mindestens ein Jahr Pause bedeutet. Die Padres hatten Clevinger zur Trade Deadline Ende August von den Cleveland Indians geholt. Dort war er in Ungnade gefallen, nachdem er mit einer privaten Kneipentour die Corona-Auflagen missachtet und dies dem Team verschwiegen hatte. Davon abgesehen hatte er sportlich ein sehr starkes Jahr und war einer der Verantwortlichen für den furiosen Run der Padres in die Playoffs. Kurz vor seiner OP einigten die Padres sich mit ihm auf eine Vertragsverlängerung bis 2022. Clevinger verdient in den beiden Jahren insgesamt 11,5 Millionen Dollar – das schien auf den ersten Blick etwas wenig für einen Spieler seiner Klasse, doch nach der kurz darauf erfolgten Nachricht über seine Verletzung ist klar, dass es sich im Prinzip um das Gehalt für 2022 handelt. 

Braves verpflichten Smyly
Auch die Atlanta Braves vermelden einen Vertragsabschluss: Der linkshändige Starter Drew Smyly wurde für ein Jahr verpflichtet. Er erhält dafür 11 Millionen Dollar. Der 31-Jährige spielte schon bei den Tigers, Rays, Rangers, Phillies und Giants. Seine Leistungen waren meistens solide, er war aber auch oft verletzt und benötigte dann etwas Anlauf, um wieder zu seiner Form zu finden. 2020 brachte er es für die Giants auf einen ERA von 3.45 über 26.1 Innings. Das ist eine relativ kleine Stichprobe, aber für die Braves offenbar genug, um ihm einen recht großzügigen Vertrag anzubieten. 

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Oktober 1st, 2020 by Silversurger

Die Baseball-Nacht des Jahres liegt hinter uns: Acht Playoff-Spiele an einem Tag hatte es noch nie gegeben und wird es auch auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Denn in der American League sind bereits drei von vier Duellen der Wild-Card-Runde entschieden. Somit müssen heute nur die Oakland Athletics und die Chicago White Sox zum entscheidenden dritten Spiel antreten, während in den Serien der National League Spiel zwei ansteht.

In den Teams, die sich nicht für die Postseason qualifizieren konnten, werden derweil schon erste Weichen für das kommende Jahr gestellt: Die Boston Red Sox trennen sich nach nur einem Jahr von Manager Ron Roenicke, die Los Angeles Angels entlassen General Manager Billy Eppler. Auch bei den New York Mets steht die Ablösung von GM Brodie van Wagenen so gut wie fest, sobald der Verkauf der Franchise an Steve Cohen offiziell ist. Zwei langjährige und beliebte MLB-Spieler werden wir nicht mehr auf dem Spielfeld sehen: Hunter Pence (Giants) und Alex Gordon (Royals) haben das Ende ihrer Karrieren verkündet. 

American League
Die erste Divisional-Serie der AL steht bereits fest. Die Tampa Bay Rays treffen ab Montag in einer Best-of-5-Serie auf die New York Yankees. Die Rays entledigten sich ihrer Wild-Card-Aufgabe gegen die Toronto Blue Jays souverän mit 3:1 und 8:2. Souverän waren auch die Yankees in Spiel 1 gegen die Cleveland Indians. Sie verschafften Cy-Young-Kandidat Shane Bieber einen rabenschwarzen Tag und gewannen das Spiel 12:3. Die zweite Partie war deutlich spannender, doch nach Comebacks im vierten und im neunten Inning behielten die Yankees auch hier die Oberhand und sicherten sich mit einem 10:9 den Sweep über die Indians. Die Serie zwischen den Rays und den Yankees wird in San Diego stattfinden.

Für die andere Divisional-Serie haben sich als erstes Team die Houston Astros qualifiziert. Das ist die erste große Überraschung dieser Playoffs, denn mit ihrer negativen Saisonbilanz (29-31) und als Auswärtsteam reisten die Astros als klarer Außenseiter nach Minnesota. Doch die Twins konnten ihre Playoff-Schwäche (siehe „Statistik der Woche“) nicht ablegen, während die Astros routiniert ihre Postseason-Erfahrung ausspielten und die Partien mit 4:1 und 3:1 nach Hause brachten.

Der Gegner der Astros in der ALDS in Dodger Stadium werden entweder die Oakland Athletics oder die Chicago White Sox sein. Die beiden Teams haben sich als bisher einzige die Siege in den Spielen eins und zwei geteilt. Beim 4:1-Sieg der White Sox feuerte Lucas Giolito sechs perfekte Innings, bevor er im siebten Durchgang den ersten Hit und im achten den einzigen Run abgab. Tags darauf kam die Offense der Athletics schneller und besser ins Spiel. Die Aufholjagd der White Sox kam zu spät und endete mit einer 3:5-Niederlage.  

National League
Die NL hatte letzte Nacht ihren ersten Wild-Card-Spieltag, daher konnte logischerweise noch keine der Best-of-3-Serien entschieden werden. Die Los Angeles Dodgers wurden im ersten Spiel ihrer Favoritenrolle gerecht und schlugen die Milwaukee Brewers 4:2. Der Sieger dieses Duells trifft in der nächsten Runde in Arlington auf San Diego oder St. Louis. St. Louis setzte sich etwas überraschend im ersten Spiel mit 7:4 durch. Den Padres könnten Pitching-Probleme zum Verhängnis werden: Die Asse Dinelson Lamet und Mike Clevinger sind verletzt und Chris Paddack erwischte gestern einen richtig miesen Tag, was nicht nur die Niederlage, sondern auch viel Arbeit für den Bullpen verursachte.

Die spannendste Partie der bisherigen Playoffs war eindeutig die erste Begegnung zwischen den Atlanta Braves und den Cincinnati Reds. Mehr dazu weiter unten beim „Spiel der Woche“. Einen veritablen Upset gab es in Chicago, wo den Miami Marlins ein einziges starkes Offensiv-Inning reichte, um beim 5:1 gegen die Cubs das neueste Kapitel ihrer Cinderella-Story zu schreiben. Die Gewinner der beiden Serien treffen ab Dienstag zur NLDS in Houston aufeinander. 

Szene der Woche
Wir sind zwar schon mitten in der Postseason, aber das Triple Play der Brewers vom letzten Tag der regulären Saison möchte ich euch nicht vorenthalten:

Statistik der Woche 
18. So viele Playoff-Spiele haben die Minnesota Twins nun hintereinander verloren. Der traurige Rekord reicht zurück bis in die ALDS 2004, in der die Twins die Spiele zwei bis vier gegen die Yankees abgaben. Es folgten ein 0-3-Sweep gegen die Athletics 2006 und dann 2009, 2010, 2017 und 2019 immer wieder Niederlagen gegen die Yankees. Entsprechend groß war die Begeisterung, dass es dieses Jahr in Runde 1 endlich mal nicht gegen die Yankees ging, doch auch gegen die Astros war für das Team von Max Kepler nichts zu holen.

Spiel der Woche
Alle Freunde des gepflegten Defensivspiels, die am Dienstag von Bieber vs. Cole enttäuscht wurden, folgte die Entschädigung einen Tag später in Form einer epischen Pitchingschlacht zwischen Max Fried und Trevor Bauer sowie den jeweiligen Bullpens der Atlanta Braves und der Cincinnati Reds. Es war das erste Playoffspiel seit 1997, das mit 0:0 in die Verlängerung ging, und es war das erste überhaupt, bei dem auch nach elf und zwölf Innings keine Runs auf dem Scoreboard auftauchten. Erst in der unteren Hälfte des 13. Innings gelang den Braves bei einem Single von Freddie Freeman der erste Zähler und damit der Walk-Off-Sieg. Noch ein Rekord: 37 Strikeouts von beiden Teams zusammen hatte es in einem Playoffspiel bisher nie gegeben.

Mein Einschalttipp
In den Playoffs ist natürlich jedes Spiel ein Einschalttipp, aber heute lege ich euch ganz besonders die Partie der Oakland Athletics gegen die Chicago White Sox ans Herz. Zur besten mitteleuropäischen Sendezeit um 21:10 Uhr beginnt das entscheidende dritte Spiel um den Einzug in die ALDS. 

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September 17th, 2020 by Silversurger

Wenn man den Fans der Texas Rangers im Februar verraten hätte, dass ihr nagelneuer Ballpark Globe Life Field gleich im ersten Jahr eine World Series bekommen würde, hätte die Begeisterung wohl keine Grenzen gekannt. Nun wird es tatsächlich so kommen, aber sicher anders als sie es sich vorgestellt hatten. Denn während die Rangers längst keine Chance mehr auf die Playoffs haben, hat die MLB diese Woche festgelegt, dass Globe Life Field in Arlington als neutraler Ort für die Finalserie um die Meisterschaft dienen wird. Auch die vorhergehenden Playoff-Runden werden an festen Orten stattfinden, um angesichts der Pandemielage die Reiseaktivitäten zu minimieren: die Wild-Card-Serien steigen jeweils komplett im Heimstadion des höher gesetzten Teams, die weiteren Serien der NL in Texas (Arlington, Houston) und die der AL in Kalifornien (San Diego, Los Angeles). Letzteres steht noch unter dem Vorbehalt, dass die Luft an den Spielorten nicht zu sehr durch die verheerenden Waldbrände belastet ist, die derzeit entlang der Westküste wüten. Zur Not würden die betreffenden Spiele nach Phoenix, Arizona, verlegt. Bevor es losgeht mit der Postseason, stehen noch 11 Tage der regulären Saison an, in denen vor allem in der NL noch einige Entscheidungen herbeizuführen sind.

American League
Das Playoff-Feld der American League steht schon seit einiger Zeit weitgehend fest. Der einzige Platz, der auf der Zielgeraden ernsthaft am Wackeln ist, ist der der Houston Astros (24-25). Die Astros haben von ihren letzten 13 Spielen zehn verloren, darunter vier von fünf gegen die Oakland Athletics (31-19). Die Athletics haben dadurch ihren ersten Platz in der AL West zementiert, während die Astros mit negativer Bilanz auf Platz zwei stehen und von Glück sagen können, dass der Rest ihrer Division noch schlechter ist. Allerdings beträgt der Abstand zu den Seattle Mariners (22-27) inzwischen nur noch zwei Spiele. Nächste Woche von Montag bis Mittwoch treffen Houston und Seattle direkt aufeinander (siehe „Einschalttipp“).

In der AL East haben sich die New York Yankees (28-21) aus ihrer Schwächephase befreit und sieben Siege hintereinander gegen die beiden direkten Konkurrenten im Kampf um die Plätze zwei und drei gewonnen. Damit haben sie nicht nur die zarten Playoff-Hoffnungen der Baltimore Orioles (22-27) begraben, sondern auch die Toronto Blue Jays (26-22) überholt. Die Blue Jays und die Yankees treffen in den nächsten Tagen noch fünfmal aufeinander und können somit ihre Reihenfolge in der Tabelle im direkten Duell ausspielen. Unabhängig davon werden beide Teams in den Playoffs dabei sein, ebenso wie die Tampa Bay Rays (31-18) als Spitzenreiter der Division. 

Auch die AL Central darf sicher davon ausgehen, drei Vertreter in die Playoffs zu schicken. Um die ersten beiden Plätze streiten sich noch die Chicago White Sox (32-17) und die Minnesota Twins (31-20), während den Cleveland Indians (26-23) im ehemaligen Dreikampf offensichtlich die Luft ausgegangen ist. Acht Niederlagen in Folge setzte es für sie zuletzt, wobei man ihnen zugute halten muss, dass die letzten beiden gegen die Cubs nur äußerst knapp und unglücklich verloren gingen. Den Wild-Card-Platz haben die Indians trotzdem noch so gut wie sicher. 

National League
Der National League steht ein extrem spannendes Finish ins Haus: Eineinhalb Wochen vor Schluss sind nur vier von acht Startplätzen für die Postseason quasi sicher vergeben. Die Los Angeles Dodgers (35-15), die San Diego Padres (32-19), die Chicago Cubs (30-20) und die Atlanta Braves (29-21) werden aller Voraussicht nach die Gastgeberteams der Wild-Card-Runde sein. Darauf, in dieser Runde als Auswärtsteam dabei zu sein, machen sich von den restlichen elf Teams der NL noch acht berechtigte Hoffnungen. Aus dem Rennen sind lediglich die Pittsburgh Pirates (14-34), die Arizona Diamondbacks (19-31) und Titelverteidiger Washington Nationals (18-29).

Die beste Ausgangsposition auf einen der noch zu vergebenden Playoff-Plätze hat das Überraschungsteams des Jahres: Die Miami Marlins (25-22) haben übers Wochenende fünf von sieben Spielen gegen die Philadelphia Phillies (24-24) gewonnen und sich damit derzeit Platz zwei der NL East gesichert. Allerdings erwartet die Marlins noch ein bockelhartes Restprogramm: am Wochenende fünf Spiele in drei Tagen gegen die Nationals und dann zum Abschluss der regulären Saison Serien gegen die Braves und die Yankees.

Die Phillies und die San Francisco Giants (24-24) aus der NL West belegen momentan exakt gleichauf die beiden Wild-Card-Plätze. Die größte Konkurrenz um selbige ist wohl aus der NL Central zu erwarten, in der die Lage hinter den Cubs extrem unübersichtlich ist: Die Cincinnati Reds (25-26), die St. Louis Cardinals (22-23) und die Milwaukee Brewers (23-26) weisen zwar allesamt negative Bilanzen auf, aber keines der Teams trennt mehr als 1,5 Spiele von einem Playoff-Platz. Vor allem die Cardinals sind kaum einzuschätzen, da sie noch einen Berg von Nachholspielen vor sich herschieben. Wenn sie ihrer Favoritenrolle in den anstehenden acht Spielen – fünf gegen die Pirates, drei gegen die Royals – gerecht werden, haben sie beste Chancen, die Division auf Platz zwei abzuschließen. Dass die Reds und die Brewers in dieser Zeit dreimal gegeneinander spielen, dürfte den Cardinals ebenfalls gelegen kommen.

Szene der Woche
Die Los Angeles Angels haben dieses Jahr als Team nicht viele Highlights zu feiern, aber zumindest können sie sich an einigen herausragenden Einzelleistungen erfreuen. Letzte Woche war es der 300. Homerun von Mike Trout, diese Woche der sage und schreibe 660. Homerun von Albert Pujols. Der 40-jährige Slugger führt schon seit Jahren die Rangliste der noch aktiven Spieler mit den meisten Homeruns an. Mit Nummer 660, erzielt am Sonntag gegen die Colorado Rockies, hat er einen weiteren Meilenstein erreicht: Er zog auf der Allzeitliste mit Willie Mays auf Rang 5 gleich. Mehr Homeruns als Albert Pujols sind in der Geschichte der MLB nur Barry Bonds (762), Hank Aaron (755), Babe Ruth (714) und Alex Rodriguez (696) gelungen.

Statistik der Woche 
2,475 Milliarden. So viele Dollars lässt Steve Cohen sich den Kauf der New York Mets kosten. Die bisherigen Owner, die Familien Katz und Wilpon, haben sich mit Cohen auf diesen Betrag geeinigt, für den der neue Mehrheitseigner 95% der Anteile an der Franchise erhält. Das Gesamtvermögen des 64-jährigen Hedgefonds-Unternehmers und Kunstsammlers wird auf 14 Milliarden Dollar geschätzt. Cohen wird damit der reichste Team-Owner der Liga sein – genauer gesagt ist er reicher als die drei bislang vermögendsten Owner Ted Lerner (Nationals), Christopher Ilitch (Tigers) und Greg Johnson (Giants) zusammen. Dies sowie die Tatsache, dass Cohen bekennender Fan der Mets ist, lässt die Anhänger des Vereins darauf hoffen, dass die Tage vorbei sind, in denen ihr Club in einem der größten Märkte der USA geführt wurde wie ein Small-Market-Club. Was diese Hoffnung wert ist, wird sich zeigen. Vor dem Beginn der neuen Zeitrechnung steht zum Abschluss des Team-Kaufs noch die Zustimmung von mindestens 23 der 29 anderen Team-Eigner der MLB aus. Diese wird vermutlich bei den Owner-Meetings im November erfolgen. 

Spiel der Woche
Zum zweiten Mal in diesem Jahr durften wir einen No-Hitter bewundern, zum zweiten Mal gelang er einem Team aus Chicago. Nach Lucas Giolito mit den White Sox vollbrachte nun auch Alec Mills mit den Cubs das Meisterstück, nach dem sich jeder Pitcher sehnt: 27 Outs ohne einen einzigen zugelassenen Basehit. Wenn ihr euch jetzt fragt: „Alex wer?“, dann seid ihr damit nicht allein. Für Mills war es erst der 15. Start in einer bislang eher unauffälligen Karriere. Bei näherer Betrachtung erweist sich diese als eine schöne Underdog-Geschichte: Mills wurde nach der Highschool von keinem College angeworben, stattdessen tauchte er eines Tages beim Team der University of Tennessee-Martin auf und bat um ein Probetraining. Er durfte sein Können zeigen, schaffte es ins Team und wurde bei der MLB-Draft 2012 in Runde 22 von den Kansas City Royals ausgewählt. Seitdem war er zunächst für die Royals und ab 2017 für die Cubs meistens in den Minor Leagues aktiv, durfte nur gelegentlich als Notnagel in der MLB ran. So schien es auch vor sechs Wochen, als er wegen einer Verletzung von Jose Quintana in die Rotation der Cubs aufrückte. Seitdem schlug er sich so solide, dass er regelmäßig zum Einsatz kam – und am Sonntag die Gelegenheit hatte, sich in das Geschichtsbuch der MLB einzutragen.  

Mein Einschalttipp
Letzte Woche habe ich an dieser Stelle eine Serie empfohlen, in der ein Außenseiterteam – die Orioles – die Chance erhielt, einem Favoriten – den Yankees – den Playoff-Platz abzujagen. Die Sache ging aus Sicht der Orioles bekanntlich schief. Diese Woche ist die Konstellation eine ganz ähnliche, denn die Seattle Mariners haben sich in der AL East alarmierend nah an die Houston Astros herangearbeitet. Ab Montag der kommenden Woche empfangen die Mariners die Astros zu einer 3-Spiele-Serie. Wenn ihr sie sehen wollt, so gilt es, am Dienstag oder Mittwoch (jeweils ab 3:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit) früh aufzustehen und/oder am Mittwoch lange aufzubleiben für die Partie ab 0:40 Uhr. 

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September 10th, 2020 by Silversurger

Zum zweiten Mal hintereinander muss ich meine wöchentliche Zusammenfassung zur MLB mit einer Trauermeldung beginnen: Wenige Tage nach Tom Seaver ist mit Lou Brock ein weiterer Star der 60er- und 70er-Jahre gestorben. Brock begann seine Karriere bei den Chicago Cubs, aber die längste Zeit verbrachte er bei den St. Louis Cardinals, mit denen er 1964 und 1967 die World Series gewann. Am bekanntesten war der Leftfielder für sein exzellentes Baserunning. Mit 938 gestohlenen Bases hielt er bis 1991 den MLB-Rekord und steht in dieser Kategorie immer noch auf Platz zwei hinter Rickey Henderson. Brock starb nach mehreren schweren Krankheiten letzten Sonntag im Alter von 81 Jahren.

Sportlich war es eine gute Woche für die MLB, denn es war die erste in diesem Jahr ohne Spielausfälle. Da die reguläre Saison schon in zweieinhalb Wochen endet, konzentriere ich mich im heutigen Überblick stark auf das Ringen um die Playoffplätze.

National League
Die National League ist im Hinblick auf das Playoff-Rennen nach wie vor die deutlich interessantere Teilliga der MLB. Der Blick auf die Tabelle zeigt, dass erst fünf von acht Plätzen so gut wie sicher vergeben sind.

In der NL East machen die Atlanta Braves (25-18) und die Philadelphia Phillies (21-18) die Ränge 1 und 2 unter sich aus, beide werden wir auf jeden Fall in der Postseason sehen. Ob sie dort sehr lange durchhalten, darf man bezweifeln, denn beide Teams haben große Probleme beim Pitching – die Braves haben den schlechtesten Starter-ERA der NL (5.92), die Phillies den schlechtesten Bullpen-ERA der MLB (7.24). Um die Divisionsgegner auf Distanz zu halten, hat es bisher gereicht, aber spätestens gegen die Top-Teams der NL West, die Los Angeles Dodgers (32-12) und die San Diego Padres (28-17), wird es wohl anders aussehen. Neben den vier Genannten sind auch die Chicago Cubs (25-19) aus der NL Central faktisch durch. Für den zweiten Platz in dieser Division sitzen trotz knapp negativer Bilanz die St. Louis Cardinals (18-17) in der besten Positon. Zweifelhaft ist allerdings, ob und wie die Cardinals es wegstecken werden, in den verbleibenden 18 Tagen noch 23 Spiele zu absolvieren. Selbst nach diesen 23 werden sie übrigens nur auf 58 absolvierte Patien kommen. Auf zwei Spiele gegen die Detroit Tigers, die in der langen Corona-Pause der Cardinals ausfielen, wird die Liga verzichten, sofern ihnen in der Endabrechnung keine entscheidende Bedeutung zukommt. Der Hauptkonkurrent der Cardinals um den zweiten Platz sind die Milwaukee Brewers (19-22). Die Brewers haben bislang alle Erwartungen enttäuscht und auch zur Trade-Deadline nicht gegengesteuert. Dennoch haben sie noch alle Chancen auf einen Turnaround, da noch zehn Spiele gegen die Cardinals anstehen.

Neben dem zweiten Platz in der Central sind noch zwei Wild Cards zu vergeben. Die San Francisco Giants (23-21) spielen eine fantastische zweite Saisonhälfte, zuletzt mit fünf Siegen hintereinander und acht aus den letzten zehn Spielen. Ihr Restprogramm mit siebenmal den Padres und dreimal den Athletics ist hart, aber die Giants gehen als klarer Favorit in den Wild-Card-Endspurt. Die zweite Wild Card hätten zurzeit die Miami Marlins (19-19); die haben aber noch fast so viele Nachholspiele wie die Cardinals zu absolvieren, darunter sieben gegen die Phillies innerhalb der nächsten fünf Tage. Vermutlich wird das Rennen um den letzten Playoffplatz zwischen den Marlins sowie entweder den Cardinals oder den Brewers – je nachdem, wer von ihnen nicht Zweiter in der Central wird – stattfinden. Ein Comeback der Cincinnati Reds (19-24), der New York Mets (20-24) oder der Colorado Rockies (20-23) ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. 

American League
In der American League ist in Bezug auf die Playoffs fast alles entschieden. Die AL East werden die Tampa Bay Rays (28-15) sich nicht mehr nehmen lassen, und auch die Toronto Blue Jays (24-19) und die New York Yankees (22-21) werden so gut wie sicher in die Postseason einziehen. Dass das den Yankees wohl nur über die Wild Card gelingen wird und dass sie im Playoff-Bild der AL der einzige Wackelkandidat sind, ist eine faustdicke Überraschung dieser Saison. Seit dem 19. August lautet die Bilanz der Yankees 6-15, die wichtigen Serien gegen Toronto und Tampa Bay wurden allesamt verloren. Gegen die Baltimore Orioles (20-22) gilt es nun, zu retten, was zu retten ist (siehe „Einschalttipp“). 

In der AL Central ist zwar noch völlig offen, in welcher Reihenfolge die Chicago White Sox (27-16), die Cleveland Indians (26-17) und die Minnesota Twins (27-18) durch die Ziellinie laufen, aber für alle drei ist der Playoff-Platz sicher und es geht nur noch um die Setzliste. Auch in der AL West ist das Wesentliche klar: Die Oakland Athletics (26-15) gewinnen die Division, die Houston Astros (22-22) ziehen als Zweiter in die Postseason ein. Die Astros sind neben den Yankees der zweite Favorit, dem das erweiterte Playoff-Format dieser Saison zugute kommt. Unter normalen Umständen wären wohl beide auf der Strecke geblieben.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche dauerte rund 10 Minuten, aber ich erspare euch die Originallänge und poste stattdessen eine gut einminütige Zusammenfassung. Sage und schreibe 19 Pitches lang kämpften Reliever Caleb Thielbar von den Twins und Cardinals-Catcher Matt Wieters am Dienstag um den Ausgang eines At-Bats bei zwei Outs und geladenen Bases. Mit insgesamt 14 Foul Balls hielt Wieters das At Bat am Leben, Thielbar warf zehn 3-2-Pitches hintereinander in die Strikezone und entging so dem automatischen Run, den ein Walk bei vollen Bases bedeutet hätte. Schließlich gewann Thielbar das zermürbende Duell, als Wieters in ein Flyout schlug. Es war das drittlängste At Bat seit der 1988 begonnenen exakten Aufzeichnung der Pitches.

Statistik der Woche 
300. So viele Homeruns hat Mike Trout in seiner Karriere schon geschlagen. Nummer 300 erzielte er am Samstag als Beitrag zu einem 10:9-Sieg seiner Los Angeles Angels gegen die Houston Astros. Der 29-Jährige ist damit das 151. Mitglied im 300-Homeruns-Club und erst das 16., dass diese Marke mit unter 30 Jahren erreichte. Zudem hat er es schneller als jeder andere Spieler der Geschichte auf die Kombination von 300 Homeruns und 200 Stolen Bases gebracht. Der bisherige Rekordhalter Willie Mays benötigte dafür 1.295 Spiele, Trout schaffte es in 1.235. Gleichzeitig wurde Trout mit dem 300. Homerun zum alleinigen Franchise-Rekordhalter der Angels, indem er die 299 Karriere-Homeruns von Tim Salmon übertrumpfte. (Ich frage mich gerade, ob man zwingend wie ein Fisch heißen muss, um viele Homeruns für die Angels zu erzielen. Aber das nur am Rande.)

Spiel der Woche
Zum zweiten Mal in Folge präsentiere ich an dieser Stelle einen veritablen Blowout. Die 29 Runs, die die Atlanta Braves gestern Abend gegen die Marlins erzielten, waren die meisten in einem Spiel der National League seit 1897. Ein anderer witziger Fakt zum Spiel: Es war das erste 29:9 in der Geschichte der MLB. Das letzte noch nie dagewesene Ergebnis hatte es vor 21 Jahren gegeben, als die Reds die Rockies 24:12 schlugen. Jeder Spieler aus der Startformation der Braves brachte es gestern auf mindestens einen Hit und mindestens einen Run. Den größten Anteil hatte Adam Duvall mit drei Homeruns und 9 RBI.

Mein Einschalttipp
Wer hätte gedacht, dass es im September ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Yankees und den Orioles um einen Playoffplatz geben würde? Ich jedenfalls nicht, aber genau so kann es in den nächsten Tagen kommen. Ab heute treffen die größte Überraschung und die größte Enttäuschung der AL in einer Vier-Spiele-Serie aufeinander. DAZN ist leider nicht am Ball, aber die Partie am Samstag läuft ab 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit als Free Game of the Day bei mlb.tv, sodass ihr auch ohne Abo reinschauen könnt.

Hier noch ein Bonus-TV-Tipp für Leser aus Österreich: Am Sonntag läuft auf Puls 4 ab 13:20 Uhr 42, die hervorragende Verfilmung der Geschichte von Jackie Robinson. Das Programm bietet auch einen Livestream an; um diesen aus Deutschland oder anderen Ländern abzuspielen, benötigt man die Hilfes eines VPN-Tools. 

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Juli 30th, 2020 by Silversurger

Wer gehofft hatte, dass die MLB-Saison 2020 inmitten der Pandemie glatt durchläuft, sieht sich leider schon nach einer Woche getäuscht: Ein massiver Ausbruch von Covid-19-Fällen bei den Miami Marlins führte dazu, dass deren Spiele seit Montag für mindestens eine Woche ausgesetzt sind. Vorsichtshalber wurde auch die Serie der Phillies gegen die Yankees verschoben, da die Phillies der letzte Gegner der Marlins waren. Stattdessen zog man eine Serie zwischen den Yankees und den Orioles, den beiden ursprünglich vorgesehenen Gegnern der Marlins und Phillies, im Spielplan nach vorne.
Die Fortsetzung der Saison ist nach Aussagen von Ligachef Rob Manfred nicht in Gefahr – mit vereinzelten Ausbrüchen wie diesem sei zu rechnen gewesen und man sei überzeugt, mit den bestehenden Test- und Hygieneregeln den richtigen Weg gewählt zu haben. Etwas anderes kann er ja auch kaum sagen, und immerhin gab es bei den 29 anderen Teams außer den Marlins seit 6 Tagen keine positiven Covid-19-Befunde mehr. 
Um die Spielausfälle aufzufangen, wird es später in der Saison voraussichtlich verstärkt zu Doubleheadern kommen, also zu zwei Spielen an einem Tag. Die Liga und die Spielergewerkschaft verhandeln zurzeit, ob man diese Spiele auf je 7 Innings verkürzt, um die Belastung für die Spieler zu reduzieren. 

American League
Über Bilanzen und Tabellenstände lohnt es sich nach den wenigen Spielen noch nicht zu sprechen. Erfreulich fand ich, dass schon nach drei Tagen jedes MLB-Team mindestens einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto hatte. Den besten Start von allen AL-Teams hatten die Minnesota Twins (4-1), die nach fünf Spielen schon ein Run Differential von +17 aufweisen. Der Gegenpart sind die Seattle Mariners (2-4) mit einem Run Differential von -18, aus dem sie aber immerhin schon zwei Siege eingefahren haben. 

Leider gibt es auch schon ein paar empfindliche Ausfälle durch Verletzungen zu melden. Beide Teams aus Texas müssen bis auf Weiteres auf ihr Pitching-Ass verzichten: Justin Verlander von den Houston Astros hat sich eine Zerrung im Unterarm zugezogen; Meldungen, dass dies sein Saisonende bedeute, bestritt Verlander, aber er wird auf jeden Fall für einige Wochen ausfallen. Bei Corey Kluber von Texas Rangers ist im ersten Inning des ersten Spiels ein Schultermuskel gerissen. Auch für ihn ist im schlechtesten Fall die Saison gelaufen, bestenfalls kann er in vier Wochen wieder werfen. 

Die Toronto Blue Jays haben übrigens endlich eine Heimat für diese Saison gefunden. Nach langem Hin und Her entschied man sich dafür, die Heimspiele im Ballpark der Buffalo Bisons, dem Triple-A-Team der Blue Jays, durchzuführen. Allerdings müssen noch Arbeiten an der Infrastruktur des Stadions durchgeführt werden, sodass dort erst ab voraussichtlich 11. August gespielt wird. Bis dahin tragen die Blue Jays ihre „Heimspiele“ in den Stadien der eigentlichen Auswärtsteams in Washington und Philadelphia aus.

National League
In der National League, speziell der NL East, ist das Bild durch die Spielausfälle bei den Phillies (1-2) und den Marlins (2-1) noch sehr schief. Bei den Marlins wurden mittlerweile 16 Spieler und 2 Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet. Die Spiele des Klubs sind bis vorerst Montag abgesagt. Ob die Marlins am Dienstag in den Spielbetrieb zurückkehren und ob sie noch das volle 60-Spiele-Programm absolvieren werden, ist völlig offen. Die Phillies sollen, nachdem sie in den Spielen gegen die Marlins offenbar von Ansteckungen verschont geblieben sind, ab Samstag wieder ins Geschehen eingreifen, beginnend mit einem Doubleheader gegen die Blue Jays. [Nachtrag: Weniger als zwei Stunden nach Veröffentlichung dieses Artikels wurde bekannt, dass die Phillies leider doch einen Coronafall haben. Die Serie gegen die Blue Jays wird verschoben.]

Für die beiden überraschendsten Personalnachrichten der ersten MLB-Woche sorgten die Atlanta Braves (3-3). Am Dienstag entließen sie ihren Starter Mike Foltynewicz. Vor zwei Jahren war Foltynewicz noch ein All-Star und die Nummmer eins in der Braves-Rotation, doch nach einem schwachen Jahr 2019 inklusive Abstecher in die Minor Leagues war der Geduldsfaden der Teamverantwortlichen sehr dünn geworden. Ein einziger schlechter Start am Montagabend genügte ihnen, um die Hoffnung auf einen Rebound ihres einstigen Asses aufzugeben. Mindestens ebenso überraschend kam letzte Nacht die Meldung einer Rückkehr: Outfielder Nick Markakis hatte vor drei Wochen die Option wahrgenommen, diese Saison wegen des Coronavirus auszusetzen. Doch der 36-Jährige bereute seine Entscheidung, als er die Spiele seines Teams im Fernsehen sah. Kurzerhand besprach er sich mit seiner Familie und mit General Manager Alex Anthopoulos, und da alle einverstanden waren, wird er in den nächsten Tagen doch noch zum Team stoßen.

Den ersten größeren Brawl der Saison gab es auch schon: Zwischen den Los Angeles Dodgers (4-2) und den Houston Astros (3-3) brach am Dienstag eine Rangelei aus, nachdem Dodgers-Reliever Joe Kelly mehrere Gegenspieler abzuwerfen versuchte und Astros-Shortstop Carlos Correa nach einem Strikeout „Nice swing, bitch!“ zurief. Kelly wurde von der MLB für acht Spiele gesperrt, zudem wurden Dodgers-Manager Dave Roberts mit einer Sperre von einem Spiel und Astros-Manager Dusty Baker mit einer Geldstrafe bedacht.

Szene der Woche
Eigentlich gibt es ja kaum ein passenderes Sinnbild für dieses ziemlich verkorkste Jahr als den – ebenfalls ziemlich verkorksten – zeremoniellen ersten Pitch der Saison durch Dr. Anthony Fauci, den Chef-Epidemiologen der USA:

Aber viel lieber als über Epidemien und verkorkste Jahre möchte ich über Baseball reden, und deshalb ist meine Szene der Woche ein anderer erster Pitch – nämlich jener erste Pitch im ersten Spiel der Minnesota Twins, den Max Kepler direkt über das Rightfield hämmerte. So fängt man eine Saison an:

Statistik der Woche 
27 Jahre. So lange dauerte es, bis die Miami Marlins zum ersten Mal in ihrer Teamgeschichte zu einem späteren Zeitpunkt als Juni an der Tabellenspitze der NL East standen. Dass ihnen das mit einem Sieg im Eröffnungsspiel gelungen ist, ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber dass sie es vorher so lange geschafft haben, an keinem einzigen Juli-, August- oder Septembertag auf Platz eins zu stehen, finde ich wirklich beeindruckend, vor allem weil sie schon zwei World Series gewonnen haben. In beiden Fällen erreichten sie die Playoffs von Platz zwei aus als Wild-Card-Team.

Spiel der Woche
Das Spiel der Oakland Athletics gegen die Los Angeles Angels vom Freitag verdient eine besondere Erwähnung als die erste MLB-Partie, die nach den neuen Extra-Innings-Regeln in die Verlängerung ging. Matt Olson sorgte dafür, dass sie mit einem Knaller endete, genauer gesagt mit einem Walk-Off Grand Slam zum 7:3, nachdem Marcus Semien als automatischer Runner sowie Ramon Laureano und Khris Davis die Bases geladen hatten. Es war der erste Walk-Off Grand Slam am Opening Day seit 1986, als Jim Pressley die Seattle Mariners zum Sieg schlug – übrigens ebenfalls gegen die Angels. Den letzten Walk-Off Grand Slam für die Athletics in Extra-Innings schlug im Jahr 2008 Mark Ellis gegen – ja genau, die Angels.

Mein Einschalttipp
Die Minnesota Twins (4-1) und die Cleveland Indians (4-2) sind beide vielversprechend in die Saison gestartet. Ab heute Nacht treffen die beiden AL-Central-Kontrahenten in einer 4-Spiele-Serie zum ersten Mal in diesem Jahr aufeinander. Bekommen die Indians mit ihrem traditionell starken Pitching die bombastische Offense der Twins in den Griff? Ich bin gespannt darauf. Vor allem das Spiel am Sonntag bietet sich wegen des europafreundlichen Beginns um 20:10 Uhr unserer Zeit dafür an, mal reinzuschauen. Ihr könnt die Partie sowohl auf mlb.tv als auch auf DAZN verfolgen. Als Starting Pitcher werden voraussichtlich Aaron Civale für die Indians und für die Twins Homer Bailey ins Rennen gehen.

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Juni 30th, 2020 by Silversurger

Die virtuelle Reise durch die Ballparks der MLB führt heute nach Anaheim in Orange County. Dort, rund 40 Kilometer von Los Angeles entfernt, spielen die Los Angeles Angels im nach ihnen benannten Angel Stadium, auch genannt „The Big A“.
Dies ist übrigens die vorerst letzte Folge der Ballparks-Artikelserie. Seit dem Anfang mit Fenway Park im Januar 2018 habe ich 29 der 30 aktuellen MLB-Stadien vorgestellt. Nur die Texas Rangers fehlen noch in der Reihe, denn ihr neues Stadion – Globe Life Field in Arlington, Texas – wird erst zum Saisonstart in gut drei Wochen eröffnet. Ich werde dann in der nächsten Saisonpause über die Erfahrungen mit dem neuen Ballpark berichten.

Der Haupteingang von Angel Stadium (1)

Geschichte
Die Angels nahmen 1961 den Spielbetrieb als Erweiterungsteam auf. Ihre erste Saison spielten sie in Wrigley Field – nicht in Chicago, sondern in einem kleinen Stadion in Los Angeles mit demselben Namen. Es handelte sich um einen Minor-League-Ballpark, in dem seit 1925 ein Vorläufer-Klub der Angels in der Pacific Coast League gespielt hatte. Wrigley Field war jedoch in sehr schlechtem Zustand, daher zogen die Angels 1962 als Untermieter ihres Lokalrivalen in das neu erbaute Dodger Stadium.

Die Suche nach einem eigenen Standort führte die Angels weg von Los Angeles in die Disney-Stadt Anaheim. Dort wurde von 1964 bis 1966 auf einer ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche Angel Stadium erbaut. Am 19. April 1966 absolvierten die Angels das erste offizielle Spiel im eigenen Ballpark, eine 1:3-Niederlage gegen die Chicago White Sox.

Die Entwicklung von reinen Baseballstadien über Mehrzweckarenen und schließlich zurück zu Ballparks der retro-modernen Bauart haben von den 1960er Jahren bis ins neue Jahrtausend viele Teams und Städte mitgemacht. Doch anders als bei den meisten von ihnen, vollzog sie sich in Anaheim innerhalb des selben Stadions: Ursprünglich nur für das MLB-Team errichtet, wurde Angel Stadium 1979/80 in großem Stil umgebaut und von 43.000 auf 65.000 Plätze erweitert, um auch die NFL-Footballer der Los Angeles Rams aufnehmen zu können. Nachdem diese 1994 wieder ausgezogen waren, gab es 1996-98 erneut eine umfangreiche Umgestaltung zu dem 45.000 Zuschauer fassenden Ballpark, der Angel Stadium heute ist.

Schon dreimal, 1967, 1989 und 2010, durfte Angel Stadium das All-Star-Game der MLB veranstalten. Die World Series war erst einmal in dem Stadion zu Gast. Gegen die San Francisco Giants verloren die Angels 2002 zwar das erste Heimspiel der Finalserie, durften aber am Ende mit einem Sieg in Spiel 7 den Titelgewinn im eigenen Stadion feiern.

Inzwischen ist The Big A etwas in die Jahre gekommen, sodass es erneut Diskussionen um einen Neubau oder größere Renovierungen gibt. Letzten Dezember hat der Klub sich mit der Stadt geeinigt, für 325 Millionen Dollar das Stadion und das umgebende Land zu kaufen und die Weiterentwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Vor einer Woche wurden von Teambesitzer Art Moreno und einer Reihe Investoren Pläne vorgelegt, den Ballpark mit neuen Geschäften, Restaurants und Unterhaltungseinrichtungen zu umgeben. Eine Entscheidung, ob das Stadion in diesem Zuge neu- oder nur umgebaut wird, wurde noch nicht getroffen.

Architektonische Auffälligkeiten
Trotz seiner 56 Jahre langen Geschichte inklusive Umbau zum NFL-Stadion und zurück sieht Angel Stadium erstaunlich „normal“ aus in dem Sinne, dass es sich nahtlos in die neu eröffneten Ballparks der letzten 25 Jahre einfügt. Die moderne Fassade wird dominiert von Sandstein und grünem Stahl sowie den Schriftzügen und Logos in der roten Teamfarbe. Der Haupteingang wird flankiert von zwei riesigen Angels-Baseballkappen.

The Big A (2)

Das prominenteste Wahrzeichen von Angel Stadium befindet sich rund 200 Meter außerhalb des Ballparks auf einem Parkplatz: Das große rote A, von dem das Stadion seinen Spitznamen hat, stand ursprünglich im Leftfield und trug eine Anzeigetafel. Beim Umbau wegen des Einzugs der Rams wurde es nach draußen verlegt und steht dort bis heute. Der Heiligenschein unterhalb der Spitze des 70 Meter hohen Buchstabens wird beleuchtet, wenn die Angels am jeweiligen Tag gewonnen haben, egal ob zu Hause oder auswärts. Daher stammt der unter Angels-Fans geflügelte Ausdruck „Light that baby up!“

Auch im Inneren verfügt Angel Stadium über eine Installation zu Feierzwecken: Das „California Spectacular“ hinter dem linken Centerfield besteht aus echten Bäumen und falschen Felsen, über die Wasser fließt und sprudelt. Zum Spielbeginn sowie nach Homeruns und Siegen der Angels wird dort ein Feuerwerk ausgelöst.

California Spectacular (3)

Spielbezogene Eigenheiten
Beim Bau des Stadions bemühten die Angels eine wissenschaftliche Studie, um herauszufinden, welche Feldmaße unter Berücksichtigung der Luftdichte zu üblichen Spielzeiten eine möglichst neutrale Balance zwischen Pitcher- und Batterfreundlichkeit garantieren. Nach den Ergebnissen dieser Studie wurde das Feld gebaut, aber trotz mehrfacher Korrekturen ist es nie ganz gelungen, die gewünschte neutrale Ausrichtung zu erreichen: Die Statistiken der meisten Jahre weisen Angel Stadium als etwas vorteilhafter für Pitcher aus.

Das Centerfield ist mit 396 Fuß (121 Meter) das zweitkürzeste in der MLB (nur Dodger Stadium ist 1 Fuß kürzer), doch relativ tiefe Poweralleys zwischen Centerfield und den Foulpoles führen dazu, dass nicht übermäßig viele Homeruns geschlagen werden.

Angel Stadium in Panoramasicht (4)

Wo sitzt man am besten?
Anaheim gehört mit durchschnittlich über 280 Sonnentagen zu den sonnigsten Städten der USA und auch zu jenen mit der höchsten UV-Belastung. Wenn man bei Nachmittagsspielen nicht in der Sonne rösten möchte, sollte man Sitze auf den Ebenen 200 und 500 sowie auf der Third-Base-Seite bevorzugen und die unüberdachten Outfieldtribünen meiden.

Obwohl die Angels in den letzten Jahren sportlich nicht sonderlich erfolgreich waren, haben Sie ihr Stadion dank Attraktionen wie Mike Trout und Shohei Ohtani doch regelmäßig zu über 80% gefüllt. Man sollte sich daher frühzeitig um Tickets kümmern oder damit rechnen, dass man bei kurzfristiger Entscheidung etwas mehr zahlen muss, wenn man gute und schattige Plätze haben möchte.

Für die perfekte Perspektive – leicht erhöht, um die Homeplate zwischen den Dugouts – empfiehlt sich die Sitzkategorie Field MVP in den Blöcken 111 bis 126. Diese Plätze bekommt man für 100 bis 150 Dollar. Wenn man gute Plätze für unter 50 Dollar sucht, bieten sich die Blöcke 410-427 auf der dritten Ebene rund um das Infield an. Bei diesen Sitzen gilt: je niedriger die Nummer des Blocks, umso mehr Schatten hat man während eine Nachmittagsspiels.

(1) Quelle: Wikimedia, Urheber: CrispyCream27 (CC BY-SA 4.0)
(2) Quelle: Wikimedia, Urheber: CrispyCream27 (CC BY-SA 4.0)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: Ken Lund (CC BY-SA 2.0)
(4) Quelle: Flickr, Urheber: Al Case (CC BY-NC-ND 2.0)

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März 24th, 2020 by Silversurger

Die Ära Brad Ausmus währte nur ein Jahr. Nach einer enttäuschenden Bilanz von 72-90 und Platz 4 in der AL West musste der Cheftrainer der Los Angeles Angels seine Sachen packen. Beeinflusst wurde die Entscheidung der Klubführung sicher durch die zu der Zeit absehbare Verfügbarkeit von Joe Maddon als Nachfolger. Die Verpflichtung des Erfolgstrainers sowie die des frisch gebackenen World Champions Anthony Rendon sollen dafür sorgen, dass das Team um Superstar Mike Trout den Turnaround zum Playoff-Kandidaten schafft. Das Lineup mit dem Kern aus Trout, Rendon und Two-Way-Phänomen Shohei Ohtani scheint dafür mehr als bereit zu sein. Zweifel wirft hingegen das Pitching-Staff auf, zumal Ohtani nach überstandener Tommy-John-Surgery behutsam aufgebaut werden muss und Griffin Canning möglicherweise länger ausfällt. Sofern es Maddon und seinem neuen Pitching-Coach Mickey Callaway gelingt, aus ihrer Werfer-Riege zumindest durchschnittliche Leistungen herauszuholen, dürfte mit den Angels dieses Jahr zu rechnen sein.

Voraussichtliches Lineup
C Jason Castro
1B Albert Pujols
2B David Fletcher
SS Andrelton Simmons
3B Anthony Rendon
LF Justin Upton
CF Mike Trout
RF Brian Goodwin
DH Shohei Ohtani

Voraussichtliche Rotation
RHP Shohei Ohtani
RHP Julio Teheran
LHP Andrew Heaney
RHP Dylan Bundy
RHP Griffin Canning
Key Relievers: Hansel Robles, Ty Buttrey

Wichtigster Zugang
3B Anthony Rendon (Washington Nationals)

Wichtigster Abgang
OF Kole Calhoun (Arizona Diamondbacks)

Bestes Prospect
OF Joe Addell

Größte Stärke
Mike Trout: Auf die Gefahr hin, dass es langweilig wirkt, weil ich es schon so oft geschrieben habe und es so wahnsinnig offensichtlich ist – Trout ist und bleibt der beste Baseballspieler seiner Generation. Obwohl er die letzten gut drei Wochen der Saison 2019 mit einer Fußverletzung ausfiel, brachte er es mit 8.6 fWAR auf den höchsten Wert der Liga und wurde verdientermaßen zum dritten Mal in seiner Karriere als wertvollster Spieler ausgezeichnet.

Größte Schwäche
Die Rotation: 2019 hatten die Angels mit insgesamt nur 3.2 fWAR von ihren Startern die schwächste Rotation der Liga. Ganz so schlimm wird es dieses Jahr nach der Rückkehr von Ohtani sowie der Neuverpflichtung von Dylan Bundy und Julio Teheran nicht werden, aber für die Playoff-Hoffnungen ist dieser Mannschaftsteil nach wie vor die Sollbruchstelle. Wenn die Angels bis zur Trade-Deadline im Rennen bleiben, werden sie ein heißer Kandidat dafür sein, noch ein oder zwei Starting Pitcher an Land zu ziehen.

Spannendste Frage
Bringt Joe Maddon den Erfolg zurück? Maddon war bereits von 1975 bis 2005 in unterschiedlichen Rollen vom Spieler über diverse Scout- und Trainerjobs bis hin zum Interimsmanager für die Angels tätig gewesen. Seinen Durchbruch als gefeierter Top-Manager hatte er in der Zeit danach, in Tampa Bay und bei den Chicago Cubs. Nun ist der 66-Jährige zurück am Ausgangspunkt seiner Karriere und wird alles daran setzen, den Kreis durch einen Titel zu schließen.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL West, Wild Card

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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