Mai 23rd, 2019 by Silversurger

Die Spreu trennt sich vom Weizen: Erstmals in dieser Saison liegen bei meiner wöchentlichen Bilanz in drei der sechs Divisionen die führenden Teams jeweils sechs oder mehr Spiele vor den Verfolgern. In zwei Fällen – Astros und Dodgers – ist das keine große Überraschung. Anders sieht es mit den Minnesota Twins aus, die nicht nur die AL Central dominieren, sondern mit doppelt so vielen Siegen wie Niederlagen zurzeit das beste Team im Baseball sind. So leid es mir für die Fans der Cleveland Indians tut – ich freue mich über den Erfolg der Twins, zum einen weil sie bei mir immer noch einen gewissen Underdog-Bonus genießen, zum anderen natürlich wegen Max Kepler. Der hatte eine schwache erste Maihälfte, doch er scheint wieder heißzulaufen: In jedem der letzten fünf Spiele hatte er mindestens einen Hit, zuletzt zweimal zwei bei den Los Angeles Angels.

American League
Die New York Yankees (31-17) haben am zweiten Wochenende in Folge eine Serie gegen die Tampa Bay Rays (28-18) gewonnen und dadurch den Spitzenplatz in der American League East erobert. Da die Yankees es zurzeit mit den Baltimore Orioles (15-34) und anschließend mit den Royals zu tun haben, den beiden schwächsten Teams der AL, stehen die Chancen gut, die Führung noch auszubauen. Die Rays und die Boston Red Sox (26-23) haben derweil in Cleveland bzw. Houston vermutlich schwierigere Aufgaben zu meistern.

In den letzten Tagen präsentierten sich die Cleveland Indians (25-23) allerdings nicht allzu sehr als schwierige Aufgabe. Jedenfalls ließen sie sich relativ trostlos zu Hause von den Athletics sweepen. Die willkommene Schützenhilfe nahmen die Minnesota Twins (32-16) gerne an, um ihren Vorsprung in der AL Central auf sieben Spiele auszubauen. Selbst den ungeliebten Westküsten-Trip nach Seattle und Los Angeles haben die Twins mit bislang fünf Siegen in sechs Spielen erfolgreich gestaltet und dürfen sich auf die morgige Heimkehr mit einer Serie gegen die Chicago White Sox (22-26) freuen. Am Ende der Tabelle liefern sich die Kansas City Royals (17-32) ein Schneckenrennen um den letzten Platz der Division mit den Detroit Tigers (18-28). Die Tigers haben neun der letzten zehn Spiele verloren und treffen als nächstes auf die Marlins – ein weiteres Schneckenrennen, in dem Fall um die schwächste Bilanz der gesamten Liga.

Ähnlich klare Verhältnisse wie in der AL Central herrschen auch in der AL West. Der Vorsprung der Houston Astros (33-17) wächst von Woche zu Woche, während alle anderen Teams der Division vor allem durch mangelnde Konstanz auffallen. Zurzeit haben die Texas Rangers (24-23) und die Oakland Athletics (25-25) einen Lauf, zu Saisonbeginn waren es die Seattle Mariners (23-29) und dazwischen auch mal die Los Angeles Angels (22-26), aber im Endeffekt dürften alle vier zu schwach sein, um auch nur an einen Wild-Card-Platz zu denken. Zum zweiten Mal in Folge steht am Wochenende das Duell der beiden letzten Champions an. Dieses Mal hat Houston Heimrecht gegen die Red Sox. Letzte Woche entführten die Astros zwei von drei Spielen aus Boston; dazwischen gelang es den Red Sox immmerhin, eine Zehn-Siege-Serie der Astros zu stoppen.

National League
Die National League East sah in den vergangenen zwei Wochen gelegentlich so aus, als könnte sich mit den Philadelphia Phillies (28-21) auch in dieser Division ein Team vom Rest des Feldes absetzen. Doch zum Glück für die Spannung kam es dazu bislang nicht. Die Atlanta Braves (27-23) haben ihren Durchhänger überwunden und sich auf eineinhalb Spiele an die Phillies herangekämpft, während diese zuletzt zweimal gegen die Cubs verloren. Auch die New York Mets (23-25) scheinen noch zu atmen, nachdem viele dieses Team bereits togesagt hatten, als es letzte Woche fünf Niederlagen in Folge kassierte, darunter ein Sweep durch die Miami Marlins (15-31). Drei konzentrierte Leistungen gegen die Washington Nationals (19-30) haben die Mets zumindest ansatzweise zurück ins Rennen gebracht, aus dem die Nationals ihrerseits so gut wie ausgeschieden sind.

In der NL Central ist noch niemand wirklich aus dem Rennen. Selbst die Cincinnati Reds (22-27) mit einem Rückstand von acht Spielen auf die Chicago Cubs (29-18) lassen gute Ansätze erkennen: Ihr Run Differential von +25 ist deutlich positiv, letzte Woche haben sie eine Serie 2:1 gegen die Cubs gewonnen und gegen die Milwaukee Brewers (29-22) gelang ihnen ein Split. Am Wochenende reisen die Reds nach Chicago, sicher mit dem Vorsatz, für eine weitere Überraschung zu sorgen. Eine Überraschung ist übrigens auch, dass die Pittsburgh Pirates (24-22) einen positiven Record aufweisen und Platz drei belegen – mit einem Run Differential von -50, verursacht durch die schlechteste Offense der NL, ist das geradezu ein Kunststück.

Ob die Bilanz der Pirates nach dem Wochenende immer noch positiv ist, darf man getrost bezweifeln, denn sie müssen nun dreimal gegen das Über-Team der NL West, die Los Angeles Dodgers (32-18), ran. Die Dogers haben mittlerweile sechs Spiele Vorsprung und können sich relativ entspannt anschauen, wie die San Diego Padres (26-24) und die Arizona Diamondbacks (25-25) um Platz zwei ringen. Die Padres haben in dieser Hinsicht gerade knapp die Nase vorn, nachdem ihnen in drei knappen Partien gegen die Diamondbacks ein Sweep gelungen ist. Sie müssen sich nun allerdings auf eine anstrengende Reise ganz ans andere Ende der MLB-Landkarte begeben mit Spielen in Toronto und bei den Yankees. Das könnte für die Diamondbacks die Chance bedeuten, in ihren Spielen gegen die San Francisco Giants (21-27) und die Colorado Rockies (22-25) Boden gut zu machen.

Szene der Woche
Die White Sox haben gestern die Astros mit 9:4 geschlagen. Zu verdanken haben sie den Sieg zum einen dem Grand Slam, den Charlie Tilson mit seinem ersten Homerun in der MLB erzielte. Meine Szene der Woche gehört jedoch der White-Sox-Defense, die mindestens ebenso großen Anteil an dem überraschenden Erfolg hatte. In den ersten beiden Innings hatte sie bereits zwei Double Plays geschafft, bevor ihr im dritten Inning der seltene Triumph eines Triple Plays gelang. Mit Robinson Chirinos und Tony Kemp als Runner auf der ersten und zweiten Base schlug Jake Marisnick einen Aufsetzer zum Third Baseman Yoan Moncada. Moncada trat selbst auf die dritte Base (erstes Out), warf zu Second Baseman Yolmer Sánchez an die zweite Base (zweites Out) und dieser schließlich zu First Baseman José Abreu an die erste Base (drittes Out). Es war das erste Triple Play der laufenden MLB-Saison.

Statistik der Woche 
0.00. Das ist der ERA von Ryan Pressly, Relief Pitcher der Houston Astros, nach bislang 19 Spielen in dieser Saison. Seine Serie von Auftritten ohne gegnerische Runs reicht noch deutlich weiter zurück, genau gesagt bis 10. August 2018. Seitdem wurde er 40-mal eingesetzt und hat keinen einzigen Run mehr zugelassen. Es ist die längste Serie von aufeinanderfolgenden Einsätzen ohne erlaubten Run. Der bisherige Rekordhalter war Craig Kimbrel mit 38 im Jahr 2011 für die Atlanta Braves.

Spiel der Woche
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Bei dem Matchup zwischen den Brewers und den Reds am Mittwoch war eigentlich mit einem Pitcher-Duell zu rechnen. Immerhin standen sich zwei Starter gegenüber, die den zweit- und den viertbesten ERA der gesamten MLB mitbrachten. Doch sowohl Zach Davies als auch Luis Castillo kamen nicht über das dritte Inning hinaus in einem Spiel, das in erster Linie von den Offenses geprägt wurde. Die Reds sahen lange wie der Sieger aus, führten 5:0, 6:1 und 8:6. Doch im sechsten Inning glich ein Homerun von Yasmani Grandal die Partie aus, bevor Hernan Perez mit seinem dritten Hit des Tages die Führung für die Brewers brachte. Dafür, dass diese im siebten Inning bestehen blieb und Milwaukee schließlich 11:9 gewann, war das folgende kuriose Double Play verantwortlich:

Mein Einschalttipp
Auch an diesem Wochenende steht wieder eine Serie zwischen den Houston Astros und den Boston Red Sox an. Dieses Matchup hat an seinem Reiz nichts verloren, insofern gilt die Empfehlung von letzter Woche weiterhin. Da ich aber nicht mit dem immer gleichen Tipp langweilen will, habe ich noch eine andere Empfehlung: Die Serie zwischen den Philadelphia Phillies und den Milwaukee Brewers wird sicher ebenfalls sehr interessant. Beide Teams befinden sich in engen Rennen um die jeweilige Divisionsspitze, beide schwankten in ihren Leistungen zuletzt zwischen Licht und Schatten. Am Samstag und am Sonntag laufen die Partien zu europafreundlichen Zeiten – leider nur auf mlb.tv, DAZN hat die Serie nicht im Programm.

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Mai 16th, 2019 by Silversurger

Ein Viertel der MLB-Saison 2019 ist bereits vorbei. Man könnte sagen, da ist noch nichts entschieden. Tatsächlich ist aber schon für ein Drittel aller Teams anzunehmen, dass das Jahr für sie mit ziemlicher Sicherheit gelaufen ist. Die Chancen dieser zehn Mannschaften, in die Playoffs einzuziehen, liegen laut Fangraphs bereits bei unter 10% – die der Marlins und der Orioles sogar bei 0,0%. Nehmen wir noch die fünf weiteren Teams heraus, deren Chancen deutlich unter 20% rangieren, und auf der anderen Seite die fünf mit einer Playoff-Wahrscheinlichkeit von über 80%, dann bleiben scheinbar gar nicht mehr viele übrig, für die es noch richtig spannend bleibt. Aber das Reizvolle am Sport im Allgemeinen und am Baseball im Speziellen ist ja gerade das, was gegen jede Wahrscheinlichkeit passiert. In ein paar Monaten werden wir auf die Playoff-Prognosen von Mitte Mai zurück blicken und an der einen oder anderen Stelle laut auflachen oder fassungslos den Kopf schütteln. Ich freue mich darauf.

National League
Die Philadelphia Phillies (24-18) haben zuletzt zweimal gegen die Brewers verloren, führen die National League East aber nach wie vor relativ souverän an. Die Atlanta Braves (22-21) und die New York Mets (20-21) kämpfen mit der .500-Schwelle, welche für die Washington Nationals (17-25) bereits ein Stück weit entfernt ist. Die Nationals und die Mets treffen heute sowie Anfang der nächsten Woche noch fünfmal aufeinander. Am Wochenende dazwischen hat Washington mit den Cubs den unangenehmeren Gegner, während die Mets auf die Miami Marlins (10-31) treffen. Gegen die haben sie dieses Jahr bisher jedes Spiel gewonnen.

In der NL Central war es letztes Wochenende zum Spitzenduell zwischen den Chicago Cubs (25-15) und den Milwaukee Brewers (26-19) gekommen. Die Brewers starteten mit einem dominanten 7:0, das zweite Spiel ging nach 15 spannenden Innings an die Cubs, welche auch die dritte Partie für sich entschieden. So bleibt es in der Tabelle bei der knappen Führung der Cubs vor den Brewers. Die St. Louis Cardinals (23-20) können mit den beiden Konkurrenten derzeit nicht Schritt halten. Vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen (und 10 aus den letzten 13) haben die Cardinals auf Rang drei zurück geworfen. Selbst der ist am Wackeln, nachdem drei der Niederlagen gegen die Pittsburgh Pirates (21-19) eingefahren wurden. Die Cincinnati Reds (19-24) stehen abgeschlagen auf dem letzten Platz, auch wenn ihr Run-Differential vermuten lässt, dass sie sich bisher unter Wert verkauft haben: Mit +29 ist es das zweitbeste der Division und das viertbeste der gesamten NL.

Die Los Angeles Dodgers (29-16) haben ihre Dominanz in der NL West seit letzter Woche noch weiter ausgebaut, wofür vor allem ein Zwei-Spiele-Sweep gegen die San Diego Padres (22-21) hilfreich war. Die Arizona Diamondbacks (24-20) vergaben die Chance, an den Dodgers dranzubleiben, indem sie drei Heimspiele gegen die Braves verloren. In den nächsten zwei Wochen haben die Diamondbacks aber alle Trümpfe in der Hand, zumindest ihren zweiten Platz zu zementieren: sechsmal gegen die San Francisco Giants (18-24), dreimal gegen die Padres und viermal gegen die Colorado Rockies (20-22) lauten die kommenden Matchups, in denen einige Weichen für das Bild der NL West hinter den Dodgers gestellt werden können.

American League
Die American League East weist nach gut 40 Spielen die klare Zweiteilung auf, die man auch vor der Saison erwartet hätte: Die Baltimore Orioles (14-28) und die Toronto Blue Jays (17-25) zieren chancenlos den unteren Teil der Tabelle, während die Tampa Bay Rays (26-15), die New York Yankees (26-16) und die Boston Red Sox (23-20) den oberen Bereich unter sich ausmachen. Die drei sind gegenüber letzter Woche enger zusammengerückt, indem die Yankees die Serie in Tampa Bay 2:1 für sich entschieden und die Red Sox ihre Auholjagd mit sechs Siegen aus sieben Spielen fortsetzten (Donald Trump glaubt übrigens, dass das an ihm liegt). Von Freitag bis Samstag treffen die Yankees und die Rays schon wieder aufeinander, dieses Mal in der Bronx. Auch Boston erwartet am Wochenende einen hochkarätigen Gegner (siehe Einschalttipp).

In der AL Central schien der Siegeszug der Minnesota Twins (27-15) etwas ins Stocken geraten zu sein, als am Wochenende nur ein 2:2-Split gegen die Detroit Tigers (18-23) gelang und auch gegen die Angels das erste Spiel verloren ging. Aber zwei Siege später sieht die Welt für die Twins schon wieder rosig aus, zumal die Woche für die Cleveland Indians (22-19) nicht besser lief. Nach zwei Splits gegen die Chicago White Sox (19-22) und einer verlorenen Serie gegen die Athletics scheinen die Indians dringend ein aufbauendes Erfolgserlebnis zu brauchen – die anstehende Vier-Spiele-Heimserie gegen die Orioles sollte dazu ausreichend Möglichkeit bieten. Ein Erfolgserlebnis täte übrigens auch Max Kepler gut: Der deutsche Outfielder der Twins ist nach seinem heißen April (.304/.378/.633) deutlich abgekühlt und schlägt im Mai bislang nur .158/.231/.246.

Das aktuell stärkste Team der MLB sind die Houston Astros (29-15). Sie haben nicht nur die meisten Siege, die höchste Siegquote (65,9%) und den größten Vorsprung (7,5 Spiele) innerhalb einer Division, sondern auch das mit Abstand beste Run-Differential der Liga (+87). Die Konkurrenz innerhalb der AL West hat sich bereits mehr oder weniger verabschiedet. Die Seattle Mariners (22-23), die Los Angeles Angels (20-23), die Texas Rangers (18-22) und die Oakland Athletics (19-25) weisen allesamt eine negative Bilanz und ein negatives Run-Differential auf, keiner von ihnen macht auch nur ansatzweise den Eindruck, den Astros gefährlich werden zu können. Umso mehr darf man sich freuen auf die Duelle der Astros gegen den amtierenden Champion, die sowohl an diesem als auch am nächsten Wochenende auf dem Programm stehen (siehe Einschalttipp).

Szene der Woche
Es war ein bisschen still geworden um Vladimir Guerrero Jr. Der mit großem Hype gestartete Nachwuchsspieler der Toronto Blue Jays schlug in seinen ersten zwei Big-League-Wochen nicht so ein wie erhofft. Sein Batting Average pendelte deutlich unter .200 und der erste Homerun ließ ebenfalls auf sich warten. Am Dienstag war es dann endlich soweit: Vlad Jr. schlug den Ball gegen die San Francisco Giants aus dem Feld und offenbar fühlte sich das so gut an, dass er es im sechsten Inning gleich noch einmal tat.

Statistik der Woche 
8019. So viele Spiele haben die San Diego Padres in der MLB bislang gespielt und es war kein einziger No-Hitter dabei. Das ist nicht ganz sauber formuliert, denn tatsächlich gab es No-Hitter in zehn dieser Spiele – aber immer nur gegen die Padres. Seit Matt Strahm gestern im zweiten Inning des Spiels gegen die Dodgers ein Single von Corey Seager zuließ, haben die Padres mit den New York Mets als Rekordhalter für die meisten Spiele ohne No-Hitter gleichgezogen. Die Mets brachen den Bann in ihrem 8020. Spiel am 1. Juni 2012, als Johan Santana die St. Louis Cardinals ohne Hit hielt. Wenn die Padres in der kommenden Nacht gegen die Pirates erneut einen Hit zulassen, ist der Rekord allein der ihre.

Spiel der Woche
Einen Rekord gab es auch am Dienstag zu vermelden und zwar von Chris Sale, dem Ass der Boston Red Sox. Sale gelangen gegen die Colorado Rockies 17 Strikeouts – mehr als je zuvor ein Pitcher in sieben oder weniger Innings geschafft hatte. Der Rekord für ein komplettes Neun-Inning-Spiel liegt bei 20 Strikeouts und war definitiv in Reichweite, doch Manager Alex Cora entschied, dass 108 Pitches von Sale genug waren und nahm ihn mit einer 3:2-Führung aus dem Spiel. Das war vielleicht die richtige Entscheidung, um keine Verletzung zu riskieren, im Hinblick auf das Spiel war es jedoch die falsche: Reliever Brandon Workman ließ prompt zu, dass die Rockies das Spiel drehten. Zwar konnten die Red Sox noch einmal ausgleichen, doch am Ende triumphierten die Rockies nach elf Innings – 5:4 gewannen sie das Spiel, in dem sie insgesamt 24 Strikeouts kassiert hatten.

Mein Einschalttipp
Ein absoluter Leckerbissen für jeden MLB-Fan steht an und zwar gleich sechsmal an den beiden kommenden Wochenenden. Der Titelverteidiger von 2018, die Boston Red Sox, trifft auf den Meister des Jahres 2017, die Houston Astros. Beide Teams sind zurzeit in großartiger Form und wenn man sich bei einem davon fragt, wer die aktuelle Erfolgsserie stoppen könnte, fällt einem zwangsläufig das andere ein. Am Freitag, Samstag und Sonntag steht zunächst die Serie in Boston an, nächstes Wochenende kommt es zu den Rückspielen in Houston. Mein Einschalttipp für diese Woche ist das Spiel am Sonntag zur besten europäischen Sendezeit ab 19:05 Uhr, live auf DAZN und mlb.tv. Starting Pitcher sind voraussichtlich Chris Sale (4.24 ERA, 3.28 FIP) für die Red Sox und Brad Peacock (4.01 ERA, 3.45 FIP) für die Astros.

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April 11th, 2019 by Silversurger

Zwei Wochen in der Saison und schon haben sich einige der frühen Kapriolen in den Divisionstabellen bereits wieder gelegt. Aber immer noch werden alle drei Gruppen der American League von mehr oder weniger großen Überraschungen angeführt: den Tampa Bay Rays, den Detroit Tigers und den Seattle Mariners. Direkt dahinter haben sich inzwischen die Favoriten in Stellung gebracht – mit Ausnahme der Boston Red Sox, die gemeinsam mit den Chicago Cubs in der NL Central die große Enttäuschung dieser frühen Saisonphase sind. Hier die wöchentliche Rundumschau zu allem, was in der MLB los ist:

American League
In der American League East trumpfen nach wie vor die Tampa Bay Rays (10-3) ganz groß auf. Vor allem im Pitching überzeugen die Rays – mit überragenden Startern und Openern ebenso wie mit einem starken Bullpen. Nur 26 Runs haben die Rays bislang erlaubt, neun weniger als die zweitbesten Teams der MLB (Indians, Tigers, Reds). Für die New York Yankees (5-7) reißen derweil die Hionsbotschaften nicht ab: Dank einer Aufbauserie gegen die Baltimore Orioles (5-7) hatte man sich nach dem vergeigten Start gerade wieder aufgerichtet, schon folgte in Form eines Drei-Spiele-Sweeps durch die Astros wieder der Rückschlag. Zu allem Überfluss stellte sich nach neuen medizinischen Untersuchungen heraus, dass Starter Luis Severino mit seiner Rückenverletzung noch länger ausfallen wird als bisher gedacht. Er wird frühestens in sechs Wochen wieder ins Training einsteigen. Schönere Neuigkeiten gibt es von den Toronto Blue Jays (4-8): Die Ankunft des potenziellen Superstars Vladimir Guerrero Jr. ist ein Stück näher gerückt. Nach einem Monat Verletzungspause und ein paar Rehab-Spielen auf Single-A-Niveau wurde der 20-Jährige nun nach Buffalo ins AAA-Team der Blue Jays berufen. Nach wie vor an letzter Stelle der Division stehen die Boston Red Sox (3-9). Der Vorjahres-Champion macht bislang rundum den Eindruck, noch nicht in der neuen Saison angekommen zu sein.

Auch die Cleveland Indians (7-4) hatten einen schweren Start, durch einen Vier-Spiele-Sweep gegen die Blue Jays haben sie sich davon aber bereits erholt. Nun liefern sie sich gerade mit den Detroit Tigers (8-4) ein Duell um die Führung in der AL Central. Jedes Team hat bisher ein Spiel gewonnen, das Rubber-Match findet heute Abend ab 19:10 Uhr unserer Zeit statt. Die Minnesota Twins (6-4) mischen ebenfalls noch oben mit und nähren die Hoffnung, dass diese Division spannender wird als erwartet. Max Kepler ist übrigens in Topform: Er befindet sich aktuell auf einer Strecke von acht Spielen mit je mindestens einem Hit, darunter drei Homeruns in drei aufeinender folgenden Partien gegen die Phillies. Die Chicago White Sox (3-8) und die Kansas City Royals (2-9) haben sich derweil bereits im Keller eingerichtet. Vor allem in der Ecke, die die Royals dort bewohnen, ist es nach neun Niederlagen in Folge zappenduster.

Die Seattle Mariners (12-2) führen nach wie vor deutlich die AL West an und bringen nicht nur mich massiv zum Staunen. Vor allem die Offensive der Mariners produziert mit bislang 110 Runs auf einem Niveau, das kein anderes Team in der Liga teilt (siehe auch „Statistik der Woche“). Das war so nicht vorhersehbar und wohl auch nicht geplant, denn die Moves der Mariners in der Offseason sahen eher nach einem halbherzigen Rebuilding-Projekt aus. Es stehen nun wegweisende Serien gegen die Houston Astros (8-5) und die Indians an. Je nachdem wie diese verlaufen, wird man sich in Seattle wohl neue Ziele stecken. Übrigens haben nicht nur die Mariners und die Astros, sondern die gesamte AL West einen überraschend starken Start hingelegt. Als einzige Division hat sie kein einziges Team mit negativer Bilanz. Die Texas Rangers (6-6) und die Oakland Athletics (8-8) stehen ausgeglichen, die Los Angeles Angels (7-6) nach sechs Siegen in Folge plötzlich sogar positiv.

National League
Eine starke Division ist – in dem Fall den Erwartungen entsprechend – auch die National League East. Die Philadelphia Phillies (7-4), die Atlanta Braves (7-4) und die New York Mets (7-4) stehen allesamt gleichauf, die Washington Nationals (6-5) nur ein Spiel dahinter. Lediglich die Miami Marlins (3-9) sind bereits abgeschlagen, aber auch das war nicht anders zu erwarten. Der Spielplan der ersten Wochen wirkt sich sehr förderlich auf die Spannung in der NL East aus, da er schon außergewöhnlich viele Duelle zwischen den vier Top-Teams vorgesehen hat. Die Nationals haben bisher sogar ausschließlich divisionsinterne Partien gespielt. Heute und an den kommenden drei Tagen treffen erstmals in diesem Jahr die Braves und die Mets aufeinander.

In der NL Central sah es nach einem fulminanten Start der Milwaukee Brewers (8-5) so aus, als könnten diese sich frühzeitig absetzen. Nach drei Niederlagen bei den Angels sind die Brewers aber zurück auf dem Boden und schauen mit einigem Respekt auf die anstehenden Aufgaben: Dreimal bei den Dodgers, dann dreimal gegen die St. Louis Cardinals (7-5), viermal gegen die Dodgers und noch dreimal bei den Cardinals sind ein knüppelhartes Programm für die nächsten zwei Wochen. Die Pittsburgh Pirates (6-4) halten bislang ebenfalls gut mit, allerdings muss man dazu sagen, dass sie fünf ihrer sechs Siege gegen die Cincinnati Reds (3-8) erzielt haben. Der einzige weitere Sieg gelang gestern gegen die Chicago Cubs (3-8), welche bisher zu den negativen Überraschungen der noch jungen Saison zählen.

Enttäuscht haben bislang auch die Colorado Rockies (3-9) in der NL West. Nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Spielen wird es ihnen ganz recht gewesen sein, dass die dritte Partie gegen die Braves gestern wegen einer Regen-, Schnee- und Sturmwarnung auf Ende August verschoben wurde. Die Rockies reisen jetzt erst mal zu den San Francisco Giants (4-9), bei denen es zwar meistens windig ist, aber zumindest wohl nicht schneit – und bei denen die Rockies sich die Chance auf denen einen oder anderen Sieg ausrechnen dürften. An der Spitze der Division haben die San Diego Padres (8-5) inzwischen die Los Angeles Dodgers (8-5) eingeholt, nachdem Letztere drei Spiele hintereinander gegen die Braves abgegeben haben.

Szene der Woche
Es gab in den letzten Tagen wahnsinnig viele sehenswerte Szenen: Jorge Polanco gelang der erste Cycle der Saison, Lourdes Gurriel der erste Home-Steal, die Reds und die Pirates lieferten sich eine handfeste Keilerei, Mike Trout klaute Christian Yelich einen Homerun und Marcell Ozuna scheiterte kläglich, als er auch mal so ein Highlight-Play vollbringen wollte. Meine Szene der Woche aber ist der absolut unglaubliche freihändige Basehit von Javier Baez. Seht und staunt.

Statistik der Woche 
14. So viele Spiele haben die Seattle Mariners in diesem Jahr absolviert und in genauso vielen Spielen haben sie mindestens einen Homerun erzielt. Gestern wäre die Serie fast gerissen, doch bei zwei Outs im neunten Inning gelang Mitch Haniger der siegbringende Schlag zum 6:5 gegen die Royals. Die Mariners haben damit einen MLB-Rekord eingestellt, den sie nun gemeinsam mit den Indians von 2002 halten. Heute Abend, erneut gegen Kansas City, haben sie die Chance, diese Bestmarke zu übertreffen.

Spiel der Woche
Ein 0:5-Rückstand nach vier Innings und Madison Bumgarner als gegnerischer Pitcher? Das klingt nach einer recht ausweglosen Situation. Nicht nur für die San Diego Padres, die am Montag schon zum vierten Mal in diesem Jahr ein Spiel drehten. Drei Homeruns trugen zum erfolgreichen Comeback bei, den schönsten und letztlich entscheidenden besorgte Youngster Franmil Reyes im siebten Inning. Zu dem Zeitpunkt hatte bereits Reyes Moronta das Pitching bei den Giants übernommen, um für Bumgarner das Schlimmste zu verhindern – ohne Erfolg, wie sich herausstellte.

Mein Einschalttipp
In der AL West kommt es an diesem Wochenende zum ersten Gipfeltreffen zwischen dem klaren Favoriten Houston Astros und dem Überraschungsteam Seattle Mariners. Sofern ihr nicht unter Schlafstörungen leidet, empfehle ich zum Reinschauen das Spiel am Sonntag, das mit 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit als einziges nicht mitten in der Nacht stattfindet. Das Pitching-Matchup ist ebenfalls sehr attraktiv: Houstons Gerrit Cole (3.32 ERA, 2.76 FIP) trifft auf Seattles Openening-Day-Starter Marco Gonzales (3.16 ERA, 3.43 FIP). Das Spiel wird auf DAZN übertragen und natürlich auf mlb.tv.

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März 28th, 2019 by Silversurger

Opening Day. Eine Woche nach dem „Gruß aus der Küche“ in Form der zwei Eröffnungsspiele zwischen Oakland und Seattle in Tokio beginnt heute endlich für alle MLB-Teams die Saison 2019. Da die Teams in den ersten Spielen in aller Regel ihre besten Pitcher ins Rennen schicken, stehen gleich ein paar echte Hammer-Matchups an. Die Tage vor dem Saisonbeginn waren dieses Jahr von ungewohnt vielen Vertragsverlängerungen für Top-Spieler geprägt – und leider auch vom üblichen Pensum niederschmetternder Verletzungsnachrichten. So ist die Saison für einige schon beendet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Dallas Keuchel und Craig Kimbrel hingegen sind fit und dennoch wird ihr Saisonbeginn sich verspäten, denn beide sind am Opening Day immer noch ohne neuen Arbeitgeber.

Zwei Highlights des Eröffnungstages
Wenn es nach Monaten des Wartens endlich wieder losgeht, ist natürlich jedes Spiel ein Highlight für alle Beteiligten. Auf zwei besonders herausragende Matchups möchte ich dennoch hinweisen: In der National League trifft Cy-Young-Gewinner Jacob deGrom mit den New York Mets auf den Zweitplatzierten der Cy-Young-Wahl, Max Scherzer, und die Washington Nationals. Das Spiel beginnt um 18:05 mitteleuropäischer Zeit. Sofern die Partie nach ungefähr drei Stunden beendet ist, lohnt es sich, gleich umzuschalten zur Übertragung aus Tampa Bay. Dort treten nämlich ab 21 Uhr unserer Zeit die Rays mit dem Cy-Young-Gewinner der American League, Blake Snell, gegen den Zweitplatzierten der Wahl, Justin Verlander, und die Houston Astros an. Interessantere Konstellationen hätte man sich kaum ausdenken können.

Jede Menge Vertragsverlängerungen
Der große Trend dieser Offseason oder zumindest der letzten Wochen ist der zu vorzeitigen Verlängerungen von Spielerverträgen. Es scheint derzeit sowohl bei den Klubs als auch bei den Spielern die Auffassung zu herrschen, dass man sein Schäfchen besser rechtzeitig ins Trockene bringt, statt in ein oder zwei Jahren die Ungewissenheiten der Free Agency auszutesten. Der große Paukenschlag war der Rekordvertrag von Mike Trout letzte Woche. In den folgenden Tagen schloss sich eine ganze Reihe weiterer Einigungen zwischen Starspielern und ihren aktuellen Vereinen an. Hier die wichtigsten, sortiert nach Höhe der garantierten Gehaltssummen:

Starting Pitcher Chris Sale hat für fünf weitere Jahre in Boston unterschrieben. Er erhält dafür 145 Millionen Dollar, zusätzlich zu den 15 Millionen, die ihm der bestehende Vertrag für 2019 einbringt. Von dem Geld sind 50 Millionen „deferred money“, das heißt diesen Teil erhält er von den Red Sox nicht gleich, sondern in Raten bis 2040.

Jacob deGrom hat sich mit den New York Mets auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt, der allerdings eine Ausstiegsklausel für deGrom nach drei Jahren und eine Teamoption für die Mets auf ein sechstes Jahr enthält. Für die grundsätzlich vereinbarten fünf Jahre beträgt das Garantiegehalt des Pitchers 137,5 Millionen Dollar. Auch sein Vertrag enthält rund 50 Millionen Dollar, die erst mit 15 Jahren Verzögerung ausgezahlt werden.

Paul Goldschmidt hat zwar für die St. Louis Cardinals noch kein MLB-Spiel absolviert, aber der First Baseman fühlt sich bei seinem neuen Klub offensichtlich schon so wohl, dass er bereit war, sich ebenfalls für fünf Jahre zu binden. Der First Baseman, der von den Arizona Diamondbacks nach St. Louis getradet worden war, lässt sich seine Unterschrift mit 130 Millionen Dollar bezahlen.

Die Houston Astros haben sich gleich zwei Leistungsträger für die nächsten Jahre gesichert. Third Baseman Alex Bregman erhält einen Sechsjahresvertrag für glatte 100 Millionen Dollar, Starting Pitcher Justin Verlander bleibt nach seinem laufenden Vertrag für 2019 (28 Millionen) auch 2020 und 2021 in Houston und bekommt für die beiden Jahre zusammen weitere 66 Millionen.

Die Chicago Cubs behalten Starter Kyle Hendricks bis mindestens 2023 und bezahlen ihm dafür rund 63 Millionen Dollar. Sie haben sich zudem eine Teamoption auf die Saison 2024 gesichert, für die Hendricks weitere 16 Millionen bekäme.

Knebel, Souza Jr.: Saison gelaufen
Die Pechvögel der Woche sind Outfielder Steven Souza Jr. von den Arizona Diamondbacks und Closer Corey Knebel von den Milwaukee Brewers. Souza Jr. zog sich bei einem einem Slide über die Homeplate im Spring-Training-Spiel gegen die White Sox mehrere Bänderrisse im linken Knie zu. Er hatte sich gerade erst von einer anderen Verletzung zurück gekämpft und sollte einen Stammplatz im Rightfield der Diamondbacks einnehmen. Der Posten wird nun wohl von Neuverpflichtung Adam Jones übernommen.

Für Knebel deutet, nachdem sich ein seit Jahren bestehender leichter Bänderriss im Ellenbogen verstärkt hat, alles auf eine Tommy-John-Surgery hin. Wenn sich das bestätigt, wird er bis in die kommende Saison hinein ausfallen. Der Bullpen der Brewers, eigentlich das Prunkstück des Teams, hat damit schon den zweiten herben Rückschlag erlitten, denn auch Jeremy Jeffress wird mit Schulterproblemen zumindest noch einige Wochen ausfallen. Die Brewers sind nach den schlechten Nachrichten noch einmal tätig geworden und haben Reliever Alex Wilson für ein Jahr unter Vertrag genommen.

Einige weitere prominente Verletzungsopfer dieser Woche werden wohl zumindest irgendwann im Laufe der Saison wieder zur Verfügung stehen. Second Baseman Scooter Gennett von den Cincinnati Reds wird mit einer Leistenzerrung zwei bis drei Monate ausfallen. Für First Baseman Matt Olson von den Oakland Athletics lautete die Prognose nach seiner Handfraktur zunächst auf sechs bis acht Wochen Ausfallzeit. Möglicherweise rechnen die A’s aber doch mit einer längeren Pause, jedenfalls haben sie gestern mit Kendrys Morales von den Toronto Blue Jays eine Vertretung für Olson geholt. Auch Francisco Lindor fällt noch eine Weile aus. Der Shortstop der Cleveland Indians war gerade dabei, nach einer Wadenverletzung wieder Spielform aufzubauen, doch nun macht der Knöchel Probleme. Es werden neue Untersuchungen nötig, Lindors Rückkehr ins Team verschiebt sich auf bislang unbestimmte Zeit.

Was wird aus Keuchel und Kimbrel?
Es wurde auch dieses Jahr viel über die langsame und ereignisarme Free Agency geklagt, aber im Endeffekt sind doch fast alle „eindeutigen“ Major Leaguer wieder für gutes Geld bei MLB-Klubs untergekommen. Die beiden Ausnahmen sind Starting Pitcher Dallas Keuchel und Reliever Craig Kimbrel. Zumindest in der frühen Phase der Offseason gab es wohl ein paar Angebote und Verhandlungen, doch beide Pitcher konnten sich nicht mit einem Klub einigen. Es hing (natürlich) am Geld, vor allem aber auch an der Vertragslaufzeit, denn der 31-jährige Keuchel und der in Kürze ebenso alte Kimbrel bestehen auf der Sicherheit eines mehrjährigen Engagements. In den letzten Wochen wurde es um beide erstaunlich ruhig. Ich schätze, sie werden abwarten, bis der eine oder andere Klub durch Verletzungen anderer Spieler unter Handlungsdruck gerät und dann doch bereit ist, das Portemonnaie etwas weiter aufzumachen.

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März 25th, 2019 by Silversurger

Für ein Team, das 2017 die World Series und 2018 zum zweiten Mal in Folge über 100 Saisonspiele gewonnen hat, kann es kein anderes Ziel geben: Die Houston Astros wollen und werden auch dieses Jahr ein ernstes Wort um die Meisterschaft mitreden. Die Konkurrenz um dieses Ansinnen ist wie üblich groß, vor allem innerhalb der American League. Für den ersten Schritt hingegen – den Gewinn der eigenen Division – sehe ich kaum ernsthafte Probleme auf die Astros zukommen. Ähnlich wie die Indians in der AL Central bildet Houston in der AL West eine Klasse für sich. Das Stamm-Lineup ist im Kern das gleiche wie in den beiden vergangenen Jahren. Neu sind Outfielder Michael Brantley, der eine klare Verstärkung darstellt, sowie Catcher Robinson Chirinos, der zumindest offensiv ein Upgrade gegenüber der Situation im letzten Jahr ist. 2019 gehört Houston also erneut zum ganz engen Kreis der Titelanwärter. Für die nächsten Jahre bin ich etwas skeptischer, weil einige Spielerverträge in absehbarer Zeit auslaufen. Immerhin sind die Astros frühzeitig aktiv geworden und haben bereits Jose Altuve, Justin Verlander und Alex Bregman mit neuen Kontrakten ausgestattet – und mit deutlich höheren Gehältern. Sie sind es wert, keine Frage, aber die steigenden Personalkosten werden es schwer machen, weitere Stars wie Gerrit Cole oder Carlos Correa zu halten oder zu ersetzen. Die Farm ist immer noch solide, aber nicht mehr überragend besetzt – nicht zuletzt, weil bei den Trades für Verlander und Cole in den letzten beiden Jahren einige vielversprechende Talente hergegeben werden mussten.

Voraussichtliches Lineup
C Robinson Chirinos
1B Yuli Gurriel
2B Jose Altuve
SS Carlos Correa
3B Alex Bregman
LF Michael Brantley
CF George Springer
RF Josh Reddick
DH Tyler White

Voraussichtliche Rotation
RHP Justin Verlander
RHP Gerrit Cole
RHP Collin McHugh
RHP Joshua James
LHP Wade Miley
Key Reliever: Roberto Osuna

Wichtigster Zugang
OF Michael Brantley (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
LHP Dallas Keuchel (noch ohne Verein)

Bestes Prospect
RHP Forrest Whitley

Größte Stärke
Das Infield: Ich lasse einfach mal Zahlen sprechen. Die prognostizierte Gesamtleistung der vier Stammspieler im Infield der Astros in Form von Wins Above Replacement wird von Fangraphs auf 15,7 WAR beziffert. Die Löwenanteile davon gehen auf Altuve (4,8), Bregman (5,4) und Correa (4,7) zurück. Das Infield der Astros ist demnach nicht nur das beste der Liga, sondern es ist auch besser als die Summe sämtlicher Batter der Rangers (15,2), der White Sox (14,5), der Royals (14,1), der Tigers (11,6) und der Marlins (10,9) und es ist besser als das gesamte Team der Orioles (15,2).

Größte Schwäche
Verluste beim Vereinspersonal: Die Astros mussten in dieser Offseason einige schmerzhafte Abgänge aus den Reihen der Väter ihrer Erfolge verzeichnen. Assistant-GM Mike Elias, bisher hauptverantwortlich für die Entwicklung junger Spieler, Hitting-Coach Dave Hudgens, Bullpen-Coach Doug White und Minor-League-Hitting-Coordinator Jeff Albert haben sich allesamt durch ihre gute Arbeit bei den Astros dafür empfohlen, anderswo noch attraktivere Jobs zu erhalten.

Spannendste Frage
Sind die Verluste in der Starting Rotation zu kompensieren? Mit 3.11 ERA und über 30 Wins Above Replacement hatte Houston 2018 das mit Abstand stärkste Pitching aller MLB-Teams. Die beiden Hauptverantwortlichen dafür, Justin Verlander und Gerrit Cole, sind noch da, aber den Rest der Starting Five müssen die Astros ersetzen: Dallas Keuchel und Charlie Morton haben den Klub verlassen und Lance McCullers fällt mit Tommy-John-Surgery lange aus. Es bleibt abzuwarten, wie gut Neuverpflichtung Wade Miley, Prospect Josh James und der vom Reliever zurück zum Starter umfunktionierte Collin McHugh die Lücken füllen können.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL West

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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März 14th, 2019 by Silversurger

Ich finde es kaum zu glauben, aber tatsächlich beginnt die MLB-Saison 2019 schon in weniger als einer Woche. Mit meiner Vorschau-Serie werde ich bis dahin nicht fertig werden, aber das macht nichts, denn die Oakland Athletics und die Seattle Mariners waren ja schon dran. Die beiden Teams werden am Mittwoch, dem 20. März, in Tokio das früheste MLB-Eröffnungsspiel aller Zeiten bestreiten. Als Starting Pitcher haben die Athletics Mike Fiers und die Mariners Marco Gonzales festgelegt. Der erste Pitch von Fiers wird um 10:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit erfolgen. Am Tag danach findet zur selben Zeit das zweite Spiel der Serie statt, bevor beide Teams nach Amerika zurückkehren und am 28. März gemeinsam mit allen anderen Klubs den allgemeinen Opening Day bestreiten.

Die zweite Trade-Deadline wird abgeschafft
Kurz vor Saisonbeginn haben sich die Ligaleitung um Commissioner Rob Manfred und die Spielergewerkschaft MLBPA auf zwei Regeländerungen geeinigt. Beide betreffen nicht das Spiel an sich, sondern die äußeren Bedingungen der Kaderzusammenstellung. Zum einen wird ab der Saison 2020 die Änderung der Rostergrößen eingeführt, über die ich letzte Woche schon berichtet hatte: Statt 25 umfasst ein aktives MLB-Roster dann 26 Spieler, ab dem 1. September jedes Jahres erhöht sich die Anzahl auf 28 (statt bisher 40). Die andere Änderung tritt schon zur Saison 2019 in Kraft: Die Unterscheidung zwischen zwei Trade-Deadlines – eine am 31. Juli für direkte Trades, eine zum 31. August für Trades über die Waiverliste – wird abgeschafft. Stattdessen gilt ab sofort eine harte Trade-Deadline am 31. Juli. Eine sinnvolle Änderung, wie ich finde. Sie macht das Verfahren erstens klarer und einfacher und zweitens zwingt sie gemeinsam mit den neuen Rostergrößen die Teams zu etwas weitsichtigerem Denken und Handeln in Bezug auf die Endphase der Saison.

Maldonado zu den Royals
Die Kansas City Royals waren zum Handeln gezwungen, nachdem ihr bisheriger Catcher Salvador Perez für die gesamte Saison ausfällt. Für Martin Maldonado erwies sich das als die Chance, auf die er die gesamte Offseason über gewartet hat. Er erhält von den Royals einen Einjahresvertrag über 2,5 Millionen plus bis zu 1,4 Millionen leistungsbezogene Boni. Maldonado war zuletzt für die Houston Astros aktiv. Er gilt als defensiv sehr starker Catcher mit eher begrenztem Potenzial im Offensivspiel.

Diamondbacks verpflichten Jones
Auch Outfielder Adam Jones hat lange auf ein neues Engagement warten müssen. Nach eigener Aussage hat der 33-Jährige kein Pokerspiel betrieben, sondern er hatte wirklich keine Angebote bekommen. Nun ist er aber doch noch bei den Arizona Diamondbacks untergekommen und wird dort in diesem Jahr 3 Millionen Dollar verdienen. Die Diamondbacks hatten einen klaren Need, nachdem A. J. Pollock zu den Los Angeles Dodgers gewechselt war. Mit Jones sowie dem Umschüler Ketel Marte stehen nun zwei Optionen für Pollocks Nachfolge im Centerfield zur Verfügung.

Nationals holen Sipp
Auch die Washington Nationals haben noch mal nachgebessert: Sie brauchten einen linkshändigen Reliever und haben ihn in Person von Tony Sipp gefunden. Sipp ist schon 35, hatte aber ein starkes Jahr 2018 für die Houston Astros (1.86 ERA über 38.2 Innings), bei denen es für ihn in den beiden Jahren zuvor nicht so gut gelaufen war. Sipp erhält 1,25 Millionen garantiertes Gehalt fur 2019 und eine beidseitige Option für die Saison 2020.

Guerrero Jr. fällt aus
Die Toronto Blue Jays mussten viel Kritik einstecken wegen ihres Vorhabens, Top-Talent Vladimir Guerrero Jr. frühestens 15 Tage nach Saisonstart in die MLB zu berufen, um sich ein zusätzliches Jahr vertraglicher Kontrolle zu sichern. Das Thema hat sich nun von selbst erledigt, denn Vlad Jr. fällt mit einer Bauchmuskelzerrung rund drei Wochen lang aus. Die Verletzung hat ihm sicher niemand gewünscht, aber aus Sicht der Blue Jays konnte kaum etwas besseres passieren, um selbst aus der Schusslinie zu geraten.

Dopingsperre für Martes
Leider gibt es auch diese Woche einen neuen Dopingfall in der MLB: Pitcher Francis Martes von den Houston Astros wurde des Gebrauchs von Clomifen überführt. Clomifen ändert den Testosteronspiegel und wirkt dadurch leistungssteigernd. Die Argumentation, dass Martes das Mittel zu einem anderen Zweck eingenommen hat, dürfte schwer fallen, denn eigentlich dient es der Auslösung des Eisprungs bei Frauen mit Kinderwunsch. Martes erhält die üblichen 80 Spiele Sperre. Wegen einer Tommy-John-Surgery im letzten August hätte Martes die Saison 2019 ohnehin verpasst, doch durch die Sperre muss er für die Hälfte des Jahres auf sein Gehalt verzichten.

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Februar 28th, 2019 by Silversurger

Seit einer Woche fliegen wieder die Bälle in den Spring-Training-Spielen. Die Los Angeles Dodgers haben vier von fünf Spielen gewonnen, die Oakland Athletics haben fünf von sechs verloren, der Rest der Liga steht irgendwo dazwischen – und eigentlich ist es komplett egal, denn Spielergebnisse sind in der Saisonvorbereitung noch nicht mal zweitrangig. Dass ausgerechnet „unser“ Max Kepler am Sonntag einer der ersten Spieler war, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen, hat mich trotzdem sehr gefreut: In seinem ersten At Bat des Jahres schlug er direkt einen Homerun und im zweiten gleich noch einen. Hier die übliche Übersicht, was sich sonst diese Woche in der MLB getan hat – und was sich noch nicht getan hat, obwohl alle darauf warten:

Twins holen Marwin Gonzalez
Ich wüsste von kaum einem Team, bei dem Marwin Gonzalez in dieser Offseason nicht irgendwann mal im Gespräch war. Das Rennen gemacht haben nun letztlich die Minnesota Twins, die ihm einen Zweijahresvertrag über 21 Millionen Dollar angeboten haben. Vielseitigkeit ist der große Trumpf, den Gonzalez mitbringt. Er hat in seinen sieben Jahren bei den Houston Astros alle Positionen außer Pitcher und Catcher gespielt – manchmal drei in einem Spiel – und überall hat er seine Sache gut gemacht. Einen wie ihn kann man wirklich immer gebrauchen.

Rekordvertrag für Arenado
Auch Nolan Arenado könnte jedes Team gut gebrauchen – nicht als Allrounder wie Gonzalez, sondern schlichtweg als einen der besten Third Basemen der Liga. Das wissen auch die Colorado Rockies, die Arenado ein Jahr, bevor er ein heiß umworbener Free Agent geworden wäre, mit einem neuen Vertrag ausgestattet haben. Der Kontrakt läuft über acht Jahre und bringt Arenado gut 260 Millionen Dollar ein. Arenados Jahresgehalt ist damit das höchste, das je ein Nicht-Pitcher verdient hat. Der Vertrag enthält eine Klausel, die dem Klub verbietet, Arenado ohne seine Zustimmung zu traden; außerdem hat Arenado die Möglichkeit, nach drei Jahren einseitig aus dem Vertrag auszusteigen.

Yankees verlängern mit Hicks
Auch die New York Yankees bleiben am Ball beim Bemühen, ihre Leistungsträger langfristig zu halten. Nach Pitcher Luis Severino hat nun auch Center Fielder Aaron Hicks einen neuen Vertrag unterschrieben. 70 Millionen Dollar für sieben Jahre sind für die Yankees eine überschaubare finanzielle Größenordnung; die Laufzeit erscheint mir allerdings überraschend lang für einen 29-jährigen Spieler auf einer körperlich anspruchsvollen Feldposition.

Mikolas bleibt in St. Louis
Die dritte nenneswerte Vertragsverlängerung dieser Woche hat Pitcher Miles Mikolas von den St. Louis Cardinals bekommen. Der 30-jährige Rechtshänder hatte letztes Jahr ein beeindruckendes MLB-Comeback nach drei Jahren in Japan. Sein bisheriger Zweijahresvertrag über 15,5 Millionen Dollar gilt noch für 2019, daran anschließend läuft der neue Vertrag über weitere 68 Millionen bis 2023. Mikolas wird für die Cardinals am Opening Day starten.

Neues von der Harper-Front
Wer erwartet hatte, dass kurz nach der Unterschrift von Manny Machado in San Diego auch Bryce Harper sein neues Team bekannt geben würde, wird enttäuscht sein: Die Hängepartie um den wohl hochwertigsten Free Agent dieses Jahres geht weiter. Als Favorit für seine Verpflichtung gelten seit Wochen die Philadelphia Phillies. Die Phillies sind offenbar die einzigen, die Harper bisher ein offizielles Angebot gemacht haben, das die 300 Millionen für zehn Jahre übertrifft, die Machado von den Padres bekommt. Einen besseren Vertrag als Machado zu erhalten, scheint Harper sehr wichtig zu sein. Aber er tut sich schwer damit, sich für die Phillies zu entscheiden, vor allem weil für ihn offenbar die Chemie mit deren Manager Gabe Kapler nicht stimmt. Darüber hinaus könnte es in den andauernden Verhandlungen um eine Opt-Out-Klausel gehen, wie sie Machado nach fünf und Arenado nach drei Jahren in ihren Verträgen haben. Als weitere Kandidaten für die Harper-Verpflichtung sind noch die Los Angeles Dodgers und die San Francisco Giants im Rennen. Beide Teams wollten sich bislang nicht auf einen Zehnjahresvertrag einlassen, doch zumindest die Giants könnten sich gerüchteweise in dieser Hinsicht noch bewegen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich weiß auch nichts, warten wir es einfach ab.

Setzt Kimbrel aus?
Auch Craig Kimbrel, bis letztes Jahr Closer des World Champions Boston Red Sox, ist bislang noch ohne neues Team. Der 30-Jährige fordert einen Vertrag über fünf bis sechs Jahre für mindestens 100 Millionen Dollar und besteht wohl so konsequent auf diesen Werten, dass bereits spekuliert wird, ob er dieses Jahr komplett aussetzt, wenn ihm niemand ein entsprechendes Angebot macht. Sein Agent David Meter hat diese Spekulationen allerdings umgehend dementiert und angkündigt, Kimbrel werde „in naher Zukunft“ einen neuen Vertrag unterschreiben. Darum, bei welchem Team das sein könnte, ist es allerdings erstaunlich ruhig. Anfangs interessierte Kandidaten wie die Red Sox, die Atlanta Braves, die Philadelphia Phillies und die St. Louis Cardinals haben sich inzwischen alle anderweitig orientiert.

Und was ist eigentlich mit Dallas Keuchel?
Auch um Dallas Keuchel ist es erstaunlich ruhig. Der linkshändige Starter ist neben Harper und Kimbrel der dritte im Bunde der arbeitslosen Starspieler. Auch er ist offenbar mit überzogenen Forderungen in die Offseason gegangen: Einen Vertrag über sechs bis sieben Jahre und ein Jahresgehalt von 25 bis 30 Millionen Dollar waren seine Wunschvorstellung. Von der dürfte er inzwischen abgerückt sein; jedenfalls sollte er das, wenn er ernsthaft nach einem neuen Vertrag sucht. Gut gebrauchen könnten den Linkshänder einige Teams, zum Beispiel die San Diego Padres, die St. Louis Cardinals oder auch die Houston Astros, bei denen er seine gesamte bisherige Karriere verbracht hat.

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Februar 7th, 2019 by Silversurger

Die gute Nachricht zuerst: In wenigen Tagen beginnen alle MLB-Teams ihre Saisonvorbereitung. Von Montag bis Mittwoch der kommenden Woche liegen die Termine, an denen sich die Pitcher und Catcher zum Dienst melden. Vier bis fünf Tage später steigen die restlichen Spieler ins Training ein und nach weiteren vier bis fünf Tagen – am 21. Februar – beginnen auch schon die Spring-Training-Spiele. Dann wird endlich wieder Baseball gespielt und die Gerüchte und Spekulationen um Trades und Neuverpflichtungen geraten endlich in den Hintergrund. Denn – und das ist die schlechte Nachricht – es ist inzwischen nur noch nervig, dass die Top-Free-Agents Bryce Harper und Manny Machado sowie Top-Tradekandidat J. T. Realmuto die ganze Offseason beherrschen, ohne dass sich irgendetwas tut. Neben ein paar eher mittelinteressanten Rostermoves ist die wichtigste Nachricht der letzten Tage eine, die man wahlweise gut oder schlecht finden kann: Die MLB und die MLBPA denken mal wieder laut über Regeländerungen nach.

DH für alle und nie wieder One-Out-Reliever?
Die MLB strebt seit Jahren danach, die Spieldauer zu verkürzen und das Spiel attraktiver – im Sinne von: offensivlastiger – zu machen. Vor diesem Hintergrund kam nun mal wieder eine Reihe von Vorschlägen auf den Tisch, die teilweise schon in diesem Jahr in Kraft treten könnten. Die Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass die Liga und die Spielergewerkschaft MLBPA sich einig sind. Das sind sie bislang offenbar nicht, vielmehr bilden die Ideen beider Seiten nicht mehr als eine Verhandlungsmasse und es nicht absehbar, welche der Änderungen tatsächlich eine realistische Chance auf Umsetzung haben. Die wesentlichen Vorschläge, die bekannt wurden, sind folgende:

Ausweitung der DH-Regel auch auf die National League. Ich bin dagegen und wer dafür ist, soll mir bitte glaubhaft versichern, dass er solche Szenen nicht sehen und hören möchte:

Einführung eines Minimums von drei Battern, gegen die ein Pitcher antreten muss, bevor er ausgewechselt werden darf (Verletzungen ausgenommmen). Das würde das Spiel definitiv beschleunigen, allerdings auch einige auf Linkshänder spezialisierte Reliever arbeitslos machen. Die Einhaltung der Regel wäre zudem aufgrund der Verletzungsausnahme schwer zu kontrollieren.

Einführung einer einzigen Trade-Deadline zum All-Star-Break Mitte Juli (statt der bisherigen Non-Waiver-Deadline Ende Juli und der Waiver-Deadline Ende August). Diese Änderung fände ich gut – nicht nur, weil sie Klarheit und Vereinfachung brächte, sondern auch weil es dann weniger Taktieren um Spieler gäbe, die nur geholt werden, um sie später in der Saison wieder zu verkaufen.

Erhöhung des aktiven Kaders von 25 auf 26 Spieler und gleichzeitig Reduzierung des aktiven Kaders ab 1. September von 40 auf 28 Spieler. Auch damit könnte ich gut leben – wobei die Frage ist, ob man wirklich einen Rosterplatz mehr braucht, wenn man anstrebt, dass weniger Pitcher eingesetzt werden (siehe oben).

Draft-Nachteile für Teams, die mehrere Jahre hintereinander zu wenige Spiele gewinnen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll zu überlegen, wie man das in den letzten Jahren ausgreifende Tanking eindämmt – also die Neigung vieler Klubs, absichtlich jahrelang ein schwaches Team ins Rennen zu schicken. Dass der Entzug von Draftpicks das geeignete Mittel dafür ist, bezweifle ich.

Reduzierung der erlaubten Mound Visits von sechs auf vier pro Spiel. Die letztes Jahr eingeführte Begrenzung auf sechs Visits führte nicht zu Problemen und man kann es wohl noch ein Stück weiter treiben.

Test einer Absenkung des Pitching Mounds oder einer weiteren Entfernung zwischen Mound und Homeplate. Das hätte ziemlich sicher den gewünschten Effekt, die Offensive zu fördern. Die Frage ist, ob das wirklich so wünschenswert ist. Ich persönlich finde das Spiel so wie es derzeit ist durchaus ausgewogen. Zudem würde mehr Offensive vermutlich auch bedeuten, dass die Spiele tendenziell länger dauern – also genau das, was die Ligaleitung am wenigsten will.

Astros verpflichten Miley
Das relevanteste Free-Agent-Signing der Woche ist eine Ergänzung für die Pitching-Rotation der Houston Astros. Wade Miley erhält einen Einjahresvertrag über 4,5 Millionen Dollar. Die Verpflichtung des Linkshänders schließt eine Lücke in der Mitte der letztes Jahr noch sehr beeindruckenden Astros-Rotation. An deren Spitze steht mit Justin Verlander und Gerrit Cole nach wie vor einer der besten One-Two-Punches der Liga, dahinter war es aber durch die Abgänge von Charlie Morton (Rays), Dallas Keuchel (noch ohne Team) und die Tommy-John-Surgery von Lance McCullers recht dünn geworden.

Hellickson bleibt bei den Nationals
Auch die Washington Nationals ergänzen ihre Rotation und zwar um Jeremy Hellickson, der letztes Jahr schon für sie aktiv war. Der Rechtshänder dürfte der aussichtsreichste Kandidat für den fünften Starterspot sein. Er erhält erneut einen Einjahresvertrag, der ihm zwischen 1,3 und 4 Millionen Dollar einbringen wird, je nachdem wie viele Starts er tatsächlich absolviert.

Duke zu den Reds
Die Cincinnati Reds bleiben eines der aktiveren Teams der diesjährigen Offseason. Nach Sonny Gray, Alex Wood, Tanner Roark, Yasiel Puig und Matt Kemp wurde nun Zach Duke an Land gezogen. Der 36-jährige Reliever ist ein Spezialist für linkshändige Batter, die gegen ihn in den letzten fünf Jahren nur .209/.284/.311 geschlagen haben. Rechtshänder hatten es mit ihm ein bisschen einfacher, aber mit .240/.341/.357 haben sie ihn auch nicht gerade verprügelt. Insofern könnten die Reds auf Duke wohl auch dann setzen, wenn die in Aussicht gestellte Drei-Batter-Regel käme.

Royals holen Boxberger
Die Sache ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern, aber die Kansas City Royals sind sich wohl so gut wie einig mit Reliever Brad Boxberger. Der 30-jährige Rechtshänder hatte von den Diamondbacks in seinem letzten Arbitration-Jahr kein Angebot bekommmen. Bei den Royals soll er entweder als Setup oder als Closer zum Einsatz kommen. Er wird dabei voraussichtlich 2,2 Millionen Dollar verdienen.

Marlins traden Wittgren zu Indians
Einen kleinen Trade gab es diese Woche auch: Reliever Nick Wittgren, den die Miami Marlins letzte Woche recht überraschend aus dem Kader gestrichen hatten, kommt bei den Cleveland Indians unter. Im Gegenzug wechselt Minor-League-Reliever Jordan Milbrath zu den Marlins. Der 27-jährige Wittgren bringt drei solide Jahre MLB-Erfahrung mit, 2018 war seine bislang beste Saison (2.94 ERA). Der gleichaltrige Milbrath kam letztes Jahr erstmals auf AAA-Niveau zum Einsatz, brachte es dort aber nur auf 13.2 Innings und 5.93 ERA. Ich habe ganz ehrlich keine Ahnung, welchen Sinn dieser Trade aus Sicht der Marlins haben soll.

Rangers testen Two-Way-Einsatz von Davidson
Normalerweise erwähne ich hier keine Minor-League-Deals, aber weil diese Woche so wenig los war und weil Matt Davidson ein interessanter Fall ist, mache ich für ihn eine Ausnahme. Davidson wurde von den Texas Rangers verpflichtet und wird im Spring Training die Chance haben, sich für das Major-Team zu empfehlen. Das Interessante an der Sache ist, dass der gelernte Infielder als Super-Allrounder aufgebaut werden soll, der nicht nur am Schlag und im Feld, sondern auch als Pitcher zum Einsatz kommt. In der letzten Saison hat Davidson bereits drei Innings für die Chicago White Sox gepitcht und die Resultate waren ermutigend: zwei Strikeouts, ein Hit, ein Walk, keine zugelassenen Runs. Was die recht kleine (und ausschließlich in längst entschiedenen Spielen erzielte) Stichprobe wert ist, bleibt abzuwarten.

Rekordgehalt für Arenado
Auch Einigungen von Klubs und Spielern in der Arbitration-Phase, bei denen es ausschließlich um die Höhe des Jahresgehalts geht, lasse ich üblicherweise unerwähnt. Auch hier mache ich dieses Mal eine Ausnahme, denn Nolan Arenado und die Colorado Rockies haben sich auf eine Rekordsumme geeinigt: 26 Millionen Dollar wird der Third Baseman dieses Jahr verdienen. Nach dem Jahr wird Arenado Free Agent sein, sofern er nicht vorher einen längerfristigen Vertrag unterschreibt. Die Rockies sind nach eigenen Aussagen sehr interessiert an einer Bindung über mehrere Jahre und werden in den kommenden Wochen noch Verhandlungen führen.

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Dezember 20th, 2018 by Silversurger

Einen echten Paukenschlag gab es gestern in Bezug auf die Transferpolitik zwischen Kuba und der MLB, die deshalb heute erstes Thema im Grand Slam am Donnerstag ist. Was den Trade- und Free-Agent-Markt angeht, so war die Woche nach den Winter Meetings eher ruhig. Die wichtigsten Neuverpflichtungen, die getätigt wurden, sind Outfielder Michael Brantley, den es zu den Astros zieht, und Catcher Wilson Ramos, der sich mit den Mets geeinigt hat. Von meiner Liste der 20 wichtigsten Free-Agents dieser Offseason hat damit nun genau die Hälfte einen neuen Job gefunden, die anderen zehn sind noch am Suchen und Verhandeln – allen voran die beiden Top-Targets Bryce Harper und Manny Machado.

Legale Wechsel aus Kuba bald möglich?
Baseball ist Nationalsport in Kuba und kubanische Spieler wie Aroldis Chapman, Yoenis Cespedes oder Yasiel Puig sind aus der MLB nicht wegzudenken. Bislang war der Weg zum US-Profi allerdings ein schwieriges und gefährliches Unterfangen für die Spieler, denn ihre einzige Chance bestand in einer Flucht aus dem Heimatland. Das könnte nun endlich der Vergangenheit angehören: Die MLB, die Spielergewerkschaft MLBPA und die Cuban Baseball Federation haben sich auf ein Verfahren geeinigt, nach dem künftig normale Transfers aus der kubanischen Liga möglich sind. Ähnlich wie Spieler aus Japan oder Südkorea können kubanische Profis künftig einen Wechsel in die USA anstreben und je nach Alter und Erfahrung entweder einen Minor-League-Vertrag oder direkt einen MLB-Kontrakt erhalten. An den kubanischen Verband fließt jeweils eine Ablösesumme. Noch ist die Sache aber nicht in trockenen Tüchern, denn es steht noch die Zustimmung der US-Regierung zu dem Deal aus. Die MLB beruft sich darauf, dass das Außenministerium sein Einverständnis signalisiert habe, aber Präsident Trump hat sich noch nicht geäußert. Trump gilt als Kritiker der Entspannungspolitik gegenüber Kuba, durch die sein Vorgänger Obama die Verhandlungen der Baseballverbände erst ermöglicht hatte.

Dreieck-Trade um Santana und Encarnacion
Letzten Donnerstag, kurz nach Fertigstellung meines letzten Grand-Slam-Artikels, kam es zu einem etwas unübersichtlichen Trade, in den nicht wie üblich zwei, sondern gleich drei Teams involviert waren. Kern des Trades ist, dass 1B/DH Carlos Santana von den Seattle Mariners zu den Cleveland Indians wechselt und 1B/DH Edwin Encarnacion aus Cleveland nach Seattle. Außerdem gehen 1B Jake Bauers von den Tampa Bay Rays zu den Indians, 5 Millionen Dollar von den Rays zu den Mariners, 6 Millionen von den Mariners zu den Indians, ein Pick in der nächsten Draft von den Indians zu den Mariners und 3B Yandy Diaz sowie RP Cole Sulser von den Indians zu den Rays. Von den beiden bekannten Namen abgesehen heißt das: Die Mariners sparen Gehaltszahlungen und bekommen einen Draftpick, die Indians sparen für 2019 ebenfalls, legen 2020 aber etwas drauf, und die Rays bekommen junge Spieler, die ihnen besser gefallen als der junge Spieler, den sie abgeben.

White Sox ertraden Alonso
An dem anderen nennenswerten Trade der letzten Tage waren erneut die Indians beteiligt und auch dieser dient vor allem der Entlastung ihrer Gehaltsliste: 1B Yonder Alonso wird zu den Chicago White Sox geschickt, im Gegenzug wechselt Minor-League-Outfielder Alex Call nach Cleveland. Ein interessantes Detail am Rande: Alonso ist ein Schwager und guter Freund von Manny Machado, an dem die White Sox ebenfalls interessiert sind. Möglicherweise hofft man in Chicago, mit ihm als Köder bessere Chancen auf eine Verpflichtung von Machado zu haben.

Brantley unterschreibt bei den Astros
Der wohl beste Outfielder der diesjährigen Free-Agent-Klasse außer Bryce Harper ist vom Markt: Michael Brantley hat sich mit den Houston Astros auf einen Zweijahresvertrag geeinigt. Der 31-jährige Linkshänder hatte 2016 und 2017 mit Verletzungen zu kämpfen, legte aber 2018 eine so starke Saison mit den Indians hin, dass er zum Comeback Player des Jahres in der American League gewählt wurde. Brantley erhält für die zwei Jahre in Houston 32 Millionen Dollar.

Ramos neuer Catcher der Mets
Die New York Mets haben ihren Catcher gefunden. Nach den Gerüchten und Spekulationen der letzten Wochen ist es etwas überraschend, dass dieser weder J. T. Realmuto noch Yasmani Grandal heißt. Mit dem frisch verpflichteten Wilson Ramos fahren sie vermutlich besser, denn von den Leistungswerten her spielen die drei auf Augenhöhe, aber für die beiden anderen hätte man deutlich mehr hergeben müssen. Die Miami Marlins scheinen um einen möglichen Trade von Realmuto sehr hoch zu pokern und erwarteten dem Vernehmen nach mindestens zwei junge, etablierte MLB-Spieler als Gegenleistung. Grandal ist zwar Free Agent wie Ramos, doch er hat dieses Jahr ein Qualified Offer der Dodgers abgelehnt, sodass ein Team, das ihn verpflichtet, als Kompensation einen hohen Draftpick abgeben müsste. Ramos kommt zu relativ günstigen Kondition: Für die kommenden zwei Jahre erhält er 19 Millionen Dollar, zudem haben die Mets die Option auf ein drittes Jahr für 10 Millionen.

McCann zu den White Sox
Auch die White Sox haben auf der Position des Catchers nachgerüstet: James McCann, der die letzten fünf Jahre beim Divisionsrivalen Detroit Tigers aktiv war, unterschreibt für ein Jahr in Chicago. McCann bekommt 2,5 Millionen Dollar für einen Vertrag über ein Jahr und wird voraussichtlich als Backup hinter Welington Castillo dienen.

Der Dark Knight ist jetzt ein Angel
Pitcher Matt Harvey unternimmt einen neuen Versuch, seine bei den Mets großartig begonnene Karriere zu retten, nachdem dies in Folge diverser Verletzungen und anderer Krisen in New York immer unwahrscheinlicher geworden war. Ein Gastspiel in Cincinnati während der zweiten Saisonhälfte 2018 verlief zwar auch nicht traumhaft, weckte aber zumindest ein bisschen Hoffnung, dass Harvey wieder ein solider Starter werden kann. Die Los Angeles Angels scheinen auf diese Hoffnung zu setzen. Sie statten Harvey mit einem recht großzügigen Einjahresvertrag über 11 Millionen Dollar aus.

Padres verpflichten Kinsler
Die San Diego Padres überraschen mit der Verpflichtung eines Second Basemans: Ian Kinsler kommt für zwei Jahre und 8 Millionen Dollar. Auf seiner Position sollte eigentlich der junge Luis Urias spielen, doch der wird nun voraussichtlich erst mal als Shortstop eingesetzt. Dort soll mittelfristig Top-Prospect Fernando Tatis Jr. sein MLB-Debüt geben. Mit der neu erworbenen Flexibilität können die Padres nun besser abwarten, bis der 19-Jährige wirklich so weit ist.

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Dezember 6th, 2018 by Silversurger

Es ist mir jetzt fast ein bisschen peinlich, dass ich letzte Woche an dieser Stelle von „Saure-Gurken-Zeit“ gesprochen habe. Damit lag ich völlig daneben, denn auf dem Trade- und Free-Agent-Markt der MLB haben sich in den letzten Tagen die Ereignisse geradezu überschlagen. Dabei haben noch nicht mal die Winter Meetings angefangen. Das jährliche Treffen von Repräsentanten aller 30 Teams findet ab dem kommenden Samstag für vier Tage in Las Vegas statt. Traditionell ist das die Gelegenheit, bei der die großen Deals besprochen werden. Dieses Jahr hat sich einiges schneller entwickelt, zu einem guten Teil angetrieben durch Jerry Dipoto, den trade-eifrigen General Manager der Seattle Mariners. Man darf gespannnt sein, ob es auf den Meetings so handlungsfreudig weitergeht oder ob mit den bereits durchgezogenen Deals das Vehandlungspulver schon weitgehend verschossen ist.

Paul Goldschmidt zu den Cardinals
Ich fange mal an mit dem bisher einzigen Blockbuster-Trade des Jahres, an dem Dipoto und die Mariners nicht beteiligt waren: Paul Goldschmidt, bislang Dreh- und Angelpunkt der Offensive der Arizona Diamondbacks, geht zu den St. Louis Cardinals. Im Gegenzug wechseln Pitcher Luke Weaver, die beiden Minor Leaguer Catcher Carson Kelly und Infielder Andrew Young sowie ein Draftpick für 2019 nach Arizona. Goldschmidt ist eine deutliche Verstärkung für die Cardinals – das wäre er für jedes Team – und wird mit Matt Carpenter ein furchterregendes Duo an den Ecken des Infields bilden. Während St. Louis somit klar den Angriff auf die Spitze der NL Central wagt, scheint man sich bei den Diamondbacks eher in Richtung Neuaufbau zu orientieren. Goldschmidt ist weg, Patrick Corbin (siehe unten) ebenfalls und auch A. J. Pollocks ausgelaufener Vertrag wird wohl nicht verlängert werden.

Mets ertraden Cano und Diaz
Angefangen hatte die Woche mit dem ersten großen Trade der Seattle Mariners seit James Paxton, also seit rund zwei Wochen. Die New York Mets verstärken sich mit Second Baseman Robinson Cano und Closer Edwin Diaz. Dafür gehen Outfielder Jay Bruce, Reliever Anthony Swarzak sowie die drei Pitcher-Talente Jarred Kelenic, Justin Dunn und Gerson Bautista nach Seattle. Cano ist auf seiner Position einer der besten Spieler aller Zeiten, allerdings ist er schon 36 Jahre alt, saß dieses Jahr eine Dopingsperre ab und bringt noch fünf Jahre Vertragslaufzeit über 120 Millionen Dollar mit. Um die Kosten und das Risiko stemmen zu können, waren die Mets froh, mit Bruce und Swarzak zwei Spieler abgeben zu dürfen, die ebenfalls relativ teure Verträge haben und zuletzt die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Zudem übernehmen die Mariners noch 20 Millionen Dollar von Canos Gehalt. Die drei Prospects, vor allem Kelenic, dürften den Mets mehr weh getan haben als Bruce und Swarzak. Immerhin erhalten sie dafür mit Diaz den zurzeit besten Closer der Liga, der zudem erst 24 Jahre alt ist und noch vier Jahre unter Teamkontrolle steht.

Phillies sichern sich Segura
Nachdem sich letzte Woche die Atlanta Braves mit Josh Donaldson und Brian McCannn und diese Woche die Mets mit Cano und Diaz verstärkt hatten, wollten die Philadelphia Phillies nicht zurück stehen. Sie haben daraufhin ebenfalls einen Deal mit Seattle eingefädelt, der ihnen All-Star-Shortstop Jean Segura sowie die beiden Reliever Juan Nicasio und James Pazos einbringt. Die Mariners erhalten dafür First Baseman Carlos Santana und Shortstop J. P. Crawford. Aus sportlicher Sicht ergibt dieser Trade kaum Sinn für die Mariners – es geht für sie letztlich einzig um gesparte Gehälter. Wenn man den Vertrag von Santana gegenrechnet, ergibt sich für Seattle eine Ersparnis von über 30 Millionen Dollar.

Colome zu den White Sox getradet
Und gleich noch einer, der von der Gehaltsliste der Mariners gestrichen werden kann: Reliever Alex Colome geht von Seattle zu den Chicago White Sox. Für ihn bekommen die Mariners Catcher Omar Narvaez. Narvaez ist ein Ergänzungsspieler, der noch bis 2022 unter Teamkontrolle steht und 2019 das Mindestgehalt der MLB verdienen wird – es handelt sich also um einen weiteren Trade, der von Seattles Seite primär der Kostenreduktion dient.

Nationals holen Corbin und Gomes
Im Windschatten der aufsehenerregenden Trades dieser Woche haben die Washington Nationals sich das bisher größte Free-Agent-Signing der Offseason geleistet. Der linkshändige Starting Pitcher Patrick Corbin, in meinem Free-Agent-Ranking auf Platz drei, unterschreibt einen Sechsjahresvertrag über 140 Millionen Dollar. Die Nationals überraschen mit diesem Move. Eigentlich hatten einige Anzeichen dafür gesprochen, dass sie zu einem Rebuilding tendieren und in der NL East für die nächsten zwei, drei Jahre den Braves, den Phillies und vielleicht den Mets das Feld überlassen. Die Verpflichtung von Corbin spricht eine andere Sprache und ebenso, dass die Nationals zudem Catcher Yan Gomes für zwei Prospects von den Cleveland Indians ertradet haben. Mit vier Teams, die an die Spitze streben, könnnte die NL East die interessanteste Division der kommenden Saison werden.

Ein neuer Catcher für die Astros
Auch die Houston Astros haben sich einen neuen Catcher gegönnnt: Robinson Chirinos erhält einen Vertrag über ein Jahr und 5,75 Millionen Dollar. Chirinos ist als mittelmäßiger Batter und defensiv unterdurchschnittlicher Catcher eher der Typ Ergänzungsspieler. Für den Moment darf er sich als Teil der Startaufstellung fühlen, denn die Catcher aus dem letzten Jahr – Brian McCann, Martin Maldonado und Evan Gattis – wurden allesamt nicht weiter verpflichtet.

Garrett Richards zu den Padres
Die San Diego Padres investieren für das Jahr 2020, indem sie Pitcher Garrett Richards (bisher bei den Los Angeles Angels) einen Zweijahresvertrag über 15 Millionen Dollar geben. Das ist eine Menge Geld für einen 30-Jährigen mit ausführlicher Verletzungsgeschichte, der 2019 voraussichtlich kein Spiel absolvieren wird, nachdem er im Juli eine Tommy-John-Surgery hatte. Es ist eine Verpflichtung mit hohem Risiko, aber auch mit hohen Chancen. Denn immer wenn Richards gesund war, hat er gezeigt, dass er ein sehr guter Pitcher ist, der einem Team weiterhelfen kann.

Einige neue Free Agents
Üblicherweise steht man als Spieler in den ersten sechs Jahren seiner MLB-Karriere unter Teamkontrolle. Drei Jahre lang verdient man in der Regel das Minimum, danach wird das Gehalt im sogenannten Arbitration-Verfahren ausgehandelt – es sei denn, der Verein hat kein Interesse, den Spieler weiter zu beschäftigen. Letzten Freitag endete der Zeitraum, in dem die Teams entscheiden mussten, welchen Spielern im vierten bis sechsten Jahr sie einen Vertrag anbieten. Jene, die kein Angebot bekommen haben, sind nun Teil des Free-Agent-Marktes. Unter ihnen sind keine ganz große Namen, aber doch ein paar Überraschungen. 2B Jonathan Schoop (zuletzt Brewers), OF Billy Hamilton (Reds), IF Yangervis Solarte (Blue Jays), IF Wilmer Flores (Mets), P Mike Fiers (Athletics) und 1B Justin Bour (Phillies) sind die bekanntesten unter den „non-tendered“ Free Agents, die nun auf der Suche nach einem neuen Team sind.

Dodgers verlängern mit Dave Roberts
Nach der zweiten verlorenen World Series hintereinander waren Zweifel aufgekommen, ob die Los Angeles Dodgers an ihrem Manager Dave Roberts festhalten würden. Die Dodgers zogen dann aber doch zunächst die Option auf ein weiteres Jahr und nun haben sie sich mit Roberts auf eine langfristige Fortsetzung der Zusammenarbeit geeinigt: Vier Jahre, also bis einschließlich zur Saison 2022, soll der 46-Jährige im Amt bleiben. Die finanziellen Konditionen der Einigung wurden bisher nicht bekannt.

Eovaldi bleibt in Boston
Quasi in letzter Sekunde erfahre ich gerade, dass auch die Nummer sieben meiner Free-Agent-Liste, Nathan Eovaldi, einen neuen Vertrag in der Tasche hat. Der Pitcher bleibt bei den Boston Red Sox, mit denen er gerade die World Series gewonnen hat. Der Vertrag läuft wohl über vier Jahre und 67,5 Millionen Dollar.

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