März 18th, 2021 by Silversurger

Die Fans der Oakland Athletics sind in gewisser Hinsicht beneidenswert. Zwar haben sie regelmäßig eine schwere Zeit in der Offseason, weil ihr sparwütiger Klub Leistungsträger ziehen lässt, kaum in Verstärkungen investiert und nebenbei den einen oder anderen scheinbar haarsträubenden Trade eingeht. Während und am Ende der Saison ist die Freude dann umso größer, wenn man merkt, dass die Moves offenbar doch nicht so schlecht waren, denn das Team ist regelmäßig konkurrenzfähig und erreicht die Playoffs – zuletzt dreimal in Folge und 2020 sogar als Divisionssieger. Als Athletics-Fan erlebte man somit in den letzten Jahren immer wieder die gegensätzliche Gefühlskurve zu jener der Fans eines Teams wie den Phillies, den Angels oder den Mets, die regelmäßig an den eigenen Erwartungen scheitern. Natürlich gibt es keine Garantie, dass die Athletics weiterhin so vom Glück (oder von weiser Vorhersehung ihres Front Offices) begünstigt bleiben. Die diesjährige Offseason lief jedenfalls erneut nach der oben skizzierten Blaupause ab: Die Leistungsträger, die man dieses Mal ziehen ließ, sind Shortstop Marcus Semien und Closer Liam Hendriks. Um beide bemühte man sich nicht mal mit einem Qualifying Offer. Neuverpflichtungen wie Mitch Moreland, Jed Lowrie und Sergio Romo sind sicher nicht die Verstärkungen, die man sich als Fan erhofft hätte. Das interessanteste Signing ist Trevor Rosenthal, aber im Vergleich mit Hendriks dürfte er als Closer auch eher ein Downgrade sein. Bleibt noch der scheinbar haarsträubende Trade: OF/DH Khris Davis und zwei Prospects wurden zu den Texas Rangers geschickt, dafür erhielten die Athletics SS Elvis Andrus, ein Prospect und 13,5 Millionen Dollar. Andrus und Davis hatten beide in ihren bisherigen Klubs zuletzt nicht allzu viel Leistung gebracht – im Endeffekt ging es bei dem Trade darum, dass die A’s für eine kurzfristige Gehaltsersparnis im Gegenzug erstens die höherwertigen Nachwuchsspieler abgeben und zweitens eine neue Gehaltsverpflichtung für 2022 übernehmen, da der Vertrag von Andrus ein Jahr länger läuft als der von Davis. Ich kann nicht behaupten, dass mir dieser Trade in irgendeiner Weise einleuchtet, aber wie gesagt: In den letzten drei Jahren waren es am Ende immer die Athletics, die sämtliche Skeptiker und Pessimisten eines Besseren belehrten. Ich bin gespannt, ob und wie ihnen das auch dieses Jahr gelingt.

Voraussichtliches Lineup
C Sean Murphy
1B Matt Olson
2B Tony Kemp
SS Elvis Andrus
3B Matt Chapman
LF Mark Canha
CF Ramon Laureano
RF Stephen Piscotty
DH Mitch Moreland

Voraussichtliche Rotation
RHP Chris Bassitt
LHP Sean Manaea
RHP Frankie Montas
LHP Jesus Luzardo
RHP Mike Fiers
Key Relievers: Trevor Rosenthal, Jake Diekman

Wichtigster Zugang
RP Trevor Rosenthal (San Diego Padres)

Wichtigster Abgang
RP Liam Hendriks (Chicago White Sox)

Bestes Prospect
C Tyler Soderstrom

Größte Stärke
Die Infield-Corners: Die beiden Matts, Olson und Chapman, bilden eines der besten First- und Third-Base-Duos der Liga, wahrscheinlich sogar das beste. Beide bringen sowohl starke Batting-Leistungen als auch exzellentes Feldspiel mit und bilden damit die Stützpfeiler eines potenten und tiefen Lineups.

Größte Schwäche
Das Middle Infield: Das Gegenstück zu den beeindruckenden Corner-Infieldern ist ein sehr viel weniger beeindruckendes Middle Infield. Als Second Baseman wird wohl wie bisher Tony Kemp starten, der es in keinem seiner fünf MLB-Jahre auch nur auf einen Win Above Replacement brachte. In Marcus Semien hatten die A’s einen starken Shortstop, den sie nicht mehr bezahlen wollten. Stattdessen nimmt Neuzugang Elvis Andrus die Position ein, der erst mal beweisen muss, dass seine unterirdische Saison 2020 ein einmaliger Ausrutscher war.

Spannendste Frage
Wie lange bleibt Billy Beane? Der Teampräsident ist seit über 20 Jahren am Ruder von Oaklands Front-Office, seit dem Buch und Film „Moneyball“ reicht seine Berühmtheit weit über die Baseballszene hinaus. Ende 2020 kamen vermehrt Gerüchte auf, dass er den Athletics den Rücken kehren wird. Er ist Mitglied der Investorengruppe RedBall, welche mit der Fenway SportsGroup fusionieren soll. Dadurch wäre Beane Mitbesitzer der Boston Red Sox und somit in einem Interessenkonflikt. Doch die Fusion ist Ende Januar vorerst geplatzt. Beane wird den A’s zumindest für dieses Jahr noch erhalten bleiben.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL West

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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Februar 25th, 2021 by Silversurger

Fenster auf, Augen zu – riecht ihr auch schon das frisch gemähte Gras der Baseballfelder, wartet ihr auch schon sehnsüchtig auf das Geräusch des Schlägers, der auf den Ball trifft? Es ist soweit, am Sonntag geht es los mit den Spring-Training-Spielen. In der ersten auf mlb.tv übertragenen Partie treffen um 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Toronto Blue Jays auf die New York Yankees.
Ziemlich getrübt dürfte die Vorfreude auf den Saisonstart bei den Seattle Mariners sein: Dort sorgten in den letzten Tagen einige bierselige Äußerungen des Team-Präsidenten für reichlich Unruhe.  

Mariners-Präsident tritt zurück
In einer Zoom-Konferenz des Rotarierklubs Seattle-Bellevue Anfang Februar fühlte Kevin Mather sich offenbar ungezwungen genug, um mal völlig undiplomatisch vom Leder zu ziehen. Der Präsident und Geschäftsführer der Mariners echauffierte sich über die mangelnden Sprachkenntnisse eines japanischen und eines dominikanischen Spielers, markierte einen der Stars seines Teams als „überbezahlt“ und brüstete sich damit, dass Free Agents „mit dem Hut in der Hand“ um einen Vertrag betteln würden, wenn man sie nur lange genug auf ein Angebot warten ließe. Zudem brach er das unter MLB- und Teamfunktionären herrschende Tabu, offen über Service-Time-Manipulation zu reden – also über die Praxis, leistungsstarke junge Spieler gezielt später in die MLB zu berufen, um dem Klub eine verlängerte vertragliche Kontrolle zu ermöglichen.

Der Rotarierklub stellte die 45-minütige Rede, deren Brisanz man offenbar nicht erkannte, anschließend bei Youtube zur Verfügung. Dort stieß ein Mariners-Fan zufällig auf das Video und trat einen Sturm der Entrüstung unter lokalen Beatwritern, Anhängern und den von Mather kritisierten Spielern los, durch den Mather sich sowohl zu einer Entschuldigung als auch zum Rücktritt gezwungen sah. Mather war im Umfeld des Klubs schon vorher nicht sonderlich beliebt, und manch einer wird froh sein, ihn auf diese Weise losgeworden zu sein. Allerdings muss man wohl auch konstatieren, dass er nicht mehr und nicht weniger als das ausgesprochen hat, was dem Denken und Handeln vieler anderer Funktionäre entspricht. Die nach der Saison anstehenden Verhandlungen zwischen der Liga, den Klubs und der Spielergewerkschaft über einen neuen Rahmenvertrag sind nach diesem Vorfall mit Sicherheit nicht leichter geworden. 

Walker zu den Mets
Die New York Mets haben zum Ende ihrer sehr aktiven Offseason noch einmal nachgelegt: Starting Pitcher Taijuan Walker wurde mit einem Zweijahresvertrag verpflichtet. Der 28-Jährige erhält für sein Engegament ein garantiertes Gehalt von 20 Millionen Dollar; für 2023 hat er zudem die Option auf eine Verlängerung, die ihm weitere rund 10 Millionen einbrächte. Walker brachte es letztes Jahr in elf Starts für die Mariners und die Blue Jays auf einen ERA von 2.70. Er komplettiert eine sehr namhafte Starting Rotation mit Jacob deGrom, Marcus Stroman, Carlos Carrasco und David Peterson. Voraussichtlich im Juni ist zudem mit der Rückkehr von Noah Syndergaard nach seiner Tommy-John-Surgery zu rechnen. Im Gegensatz zu Syndergaard, der sich regelmäßig über soziale Medien mit Mr. Met kabbelt, scheint Walker daran gelegen zu sein, gut mit dem Team-Maskottchen auszukommen: Weil seine bevorzugte Rückennummer „00“ schon von Mr. Met getragen wird, hat sich der Pitcher bereitwillig umorientiert und die „99“ gewählt.

Weitere Neuverpflichtungen  
Die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche: OF Brett Gardner (New York Yankees, 1 Jahr plus Kluboption, 4 Millionen Dollar), 1B/DH Mitch Moreland (Oakland Athletics, 1 Jahr, 2,25 Millionen plus Leistungsboni), 1B/3B Jake Lamb (Atlanta Braves, ), RP Chaz Roe (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 1,15 Millionen).

Diese Free Agents sind noch ohne Vertrag
Die Free Agency hat in dieser Offseason, vermutlich auch coronabedingt, erst spät an Fahrt aufgenommen. Inzwischen sind aber fast alle Akteure mit Rang und Namen entweder bei einem Team untergekommen oder haben sich wie Hunter Pence, Daniel Murphy, Dustin Pedroia, Cody Allen und Brian Dozier entschieden, ihre Karriere zu beenden. Irgendwo zwischen den Welten befindet sich Ryan Braun, der nach eigener Aussage „zurzeit nicht interessiert“ ist zu spielen, aber auch noch nicht bereit, sein Karriereende zu verkünden.

Von meiner Top-20-Liste der diesjährigen Free Agents ist nur noch Jackie Bradley Jr. übrig. Der Centerfielder scheint sich etwas verzockt zu haben mit seiner Forderung nach einem hoch bezahlten Vertrag über mindestens vier Jahre, die interessierte Teams wie die Mets und die Astros abschreckte. Neben Bradley Jr. sind noch einige interessante Starting Pitcher verfügbar, allen voran Jake Odorizzi. Auch er ist möglicherweise mit zu hohen Forderungen aufgetreten und wird sich mit weniger zufrieden geben müssen. Ein MLB-Vertrag dürfte ihm aber sicher sein. Anders könnte es für Kandidaten wie Cole Hamels und Rick Porcello aussehen. Wenn sich innerhalb der nächsten Tage nichts anderes ergibt, müssen sie eventuell den Weg beschreiten, auf dem Matt Harvey (Orioles), Felix Hernandez (Orioles) und Julio Teheran (Tigers) sich schon befinden. Die drei haben Minor-League-Verträge unterschrieben und versuchen sich im Camp neu zu empfehlen für eine weitere Chance auf der großen Bühne.

Desmond wählt Opt-Out
Ob wir Ian Desmond noch mal auf der großen Bühne sehen werden, bleibt abzuwarten. Der Outfielder hat zwar einen laufenden Vertrag mit den Colorado Rockies, doch er kündigte vor wenigen Tagen an, erneut die Ausstiegsoption zu ziehen, die allen Spielern wegen der Coronapandemie zugestanden wird. Er verzichtet damit auf mittlerweile 13,56 Millionen Dollar. Sein Wunsch, bei seiner Familie zu sein, sei größer als der Wunsch, unter den aktuellen Umständen Baseball zu spielen, ließ er in einem Statement wissen. Für nächstes Jahr haben die Rockies die Option einer Vertragsverlängerung für 15 Millionen. Dass sie diese für einen dann 36-Jährigen ziehen, der zwei Jahre lang nicht gespielt hat, erscheint unwahrscheinlich. 

Top-Prospect der Twins fällt lange aus
Royce Lewis, das am höchsten eingestufte Nachwuchstalent der Minnesota Twins, muss auf den Start seiner MLB-Karriere noch mindestens bis 2022 warten. Der 21-jährige Shortstop zog sich einen Kreuzbandriss zu und muss deswegen morgen operiert werden. Die anschließende Reha dauert üblicherweise neun bis zwölf Monate, sodass die Saison 2021 für Lewis definitiv gelaufen ist. Die Twins haben sich auf der Shortstop-Position gerade erst durch die Verpflichtung von Andrelton Simmons verstärkt, somit entsteht durch den Ausfall von Lewis zumindest kurzfristig keine Lücke. Trotzdem ist es ein herber Rückschlag, dass das Top-Prospect der Franchise durch die ausgefallene Minor-League-Saison 2020 und die jetzt erlittene Verletzung insgesamt rund zweieinhalb Jahre lang kein einziges Baseballspiel bestreiten kann.

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Februar 18th, 2021 by Silversurger

Der Frühling ist da! Das ist zwar weder astronomisch noch meteorologisch korrekt, aber für den Baseballfan beginnt diese Jahreszeit eben mit dem Spring Training, und das haben in dieser Woche sämtliche MLB-Teams aufgenommen. Rund zwei Wochen nehmen sich die Akteure, um erstmal den gröbsten Rost abzuschütteln und eine Wellenlänge mit neuen Mitspielern und Coaches zu finden. Am 28. Februar geht es dann los mit den öffentlichen Testspielen, in denen die Teams sich auf den Start der echten Saison am 1. April vorbereiten.

Angepasste Spring-Training-Spielpläne
Coronabedingt wurden für dieses Jahr die Spielpläne der Vorbereitungsspiele umgestellt: Die Teams sollen möglichst wenig reisen und auf nicht zu viele unterschiedliche Gegner treffen. So spielen zum Beispiel die Mets, die Astros, die Marlins, die Cardinals und die Nationals, deren Trainingslager an der Ostküste von Florida liegen, ausschließlich untereinander. Die vollständigen Spielpläne findet ihr hier. Wie gewohnt werden nicht alle, aber viele der Testspiele auf mlb.tv übertragen.

Blue Jays starten Saison in Florida
Wenn Ende März die anderen Teams zurück in ihre Heimatstädte fliegen, bleiben nicht nur die Miami Marlins und die Tampa Bay Rays, sondern auch die Toronto Blue Jays in Florida zurück. Wegen der Pandemie bestehen nach wie vor rechtliche und logistische Hürden beim Grenzübertritt zwischen den USA und Kanada, daher trägt das einzige kanadische Team der MLB seine Heimspiele auch in diesem Jahr zumindest während der ersten Saisonwochen in einem Ausweichquartier aus. Letztes Jahr nutzten die Blue Jays dafür das Stadion ihrer AAA-Filiale in Buffalo, dieses Mal bleiben sie in ihrem Spring-Training-Komplex in Dunedin, gleich westlich von Tampa.

340 Millionen für Tatis Jr.
Fernando Tatis Jr. ist erst 22 Jahre alt, gilt aber bereits als einer der besten Shortstops der Liga. Damit sie an ihm noch lange Freude haben, nehmen die San Diego Padres eine enorme Menge Geld in die Hand. 340 Millionen Dollar bezahlen sie dem Jungstar dafür, dass er sich für die nächsten 14 Jahre dem Verein verschreibt. Da Tatis im Rahmen seines Rookievertrags ohnehin noch bis 2025 an die Padres gebunden gewesen wäre, kommt die Verlängerung überraschend frühzeitig. Aus Vereinssicht ist der Vertrag eine teure Wette darauf, dass Tatis sein hohes Leistungsniveau auf Dauer hält. Solange das der Fall ist, haben sicher beide Seiten ein gutes Geschäft gemacht. Sollte der Junge im Laufe der Zeit durch eine Verletzung oder andere Umstände aus der Bahn geworfen werden, hätte man sich allerdings einen heftigen Klotz ans Bein gebunden. 

Turner bleibt bei den Dodgers
Auch das letzte Mitglieder meiner Top-10 der diesjährigen Free Agents hat sein neues Zuhause gefunden; in diesem Fall ist es zugleich das alte: Justin Turner bleibt für zwei weitere Jahre bei den Los Angeles Dodgers. Der 36-jährige Third Baseman erhält für seine Unterschrift 34 Millionen Dollar, zudem kann der Klub für weitere 14 Millionen die Option auf ein drittes Jahr ziehen, und ein paar leistungsbezogene Extras kommen noch obendrauf.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Hier die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche, wie immer beschränkt auf MLB-Verträge: RP Trevor Rosenthal (Oakland Athletics, 1 Jahr, 11 Millionen Dollar), SP James Paxton (Seattle Mariners, 1 Jahr, 8,5 Millionen plus Leistungsboni), SP Jake Arrieta (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 6 Millionen), SP Aaron Sanchez (San Francisco Giants, 1 Jahr, 4,5 Millionen plus Leistungsboni), CF Kevin Pillar (New York Mets, 1 Jahr plus beidseitige Option, 3,6 Millionen), IF/OF Brad Miller (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 3,5 Millionen), IF/OF Marwin Gonzalez (Boston Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen plus Leistungsboni), RP Mark Melancon (San Diego Padres, 1 Jahr plus beidseitige Option, 3 Millionen), RP Yusmeiro Petit (Athletics, 1 Jahr, 2,55 Millionen plus Leistungsboni), SP Rich Hill (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 2,5 Millionen), SP Tyler Anderson (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, 2,5 Millionen), RP Sergio Romo (Athletics, 1 Jahr, 2,25 Millionen), SP Matt Shoemaker (Minnesota Twins, 1 Jahr, 2 Millionen plus Leistungsboni), SP Collin McHugh (Rays, 1 Jahr, 1,8 Millionen), IF Asdrubal Cabrera (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), RP David Phelps (Toronto Blue Jays, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), OF Nomar Mazara (Detroit Tigers, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), RP Brandon Workman (Cubs, 1 Jahr, 1 Million plus Leistungsboni), RP Oliver Drake (Rays, 1 Jahr, 775.000), RP Justin Wilson (New York Yankees, 1 Jahr, Finanzen unbekannt), RP Ken Giles (Mariners, 2 Jahre, Finanzen unbekannt).

Zudem gab es zwei kleine Trades, jeweils unter Beteiligung der Tampa Bay Rays: Von den Boston Red Sox bekommen sie die beiden Pitcher Chris Mazza und Jeffrey Springs im Austausch gegen die Prospects Catcher Ronaldo Hernandez und Pitcher Nick Sogard. Im zweiten Trade schicken die Rays Pitcher John Curtiss zu den Miami Marlins und bekommen dafür Minor-League-1B Evan Edwards.

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Februar 11th, 2021 by Silversurger

Das Warten ist fast zuende: In nicht mal einer Woche – am 16. und 17. Februar – starten die Pitcher und Catcher der MLB-Teams in die Spring-Training-Camps, die restlichen Spieler folgen wenige Tage später. Gerade noch rechtzeitig haben sich die Vertreter der Liga und der Spieler auf zentrale Punkte zum Umgang mit der Coronasituation geeinigt.
Die Free Agency geht derweil in den Endspurt. Mit Trevor Bauer und Marcell Ozuna haben die zwei dicksten Fische, die noch auf dem Markt waren, ihre Teamwahl getroffen – in Bauers Fall springt sogar ein Rekordgehalt heraus.

Kompromiss über Corona-Maßnahmen
Dass die MLB und die Spielergewerkschaft MLBPA sich überhaupt mal auf etwas einigen können, ist nach den konfliktreichen letzten Wochen und Monaten für sich allein schon eine erfreuliche Neuigkeit. Die beiden Seiten haben am Montag eine Reihe von Maßnahmen verabredet, unter denen das Spring Training ab nächster Woche und die Saison ab 1. April so regulär wie möglich stattfinden sollen.

Die wichtigsten Regelanpassungen bestehen darin, dass wie in der Kurzsaison 2020 Doubleheader wieder über zweimal sieben Innings gespielt und Extra-Innings in allen Spielen mit einem automatischen Baserunner begonnen werden. Beide Maßnahmen haben den Sinn, die Spieler vor Überlastungen zu schützen, wenn es wieder dazu kommt, dass durch coronabedingte Verschiebungen mehrere Spiele innerhalb kurzer Zeiträume zu absolvieren sind. Ferner wurde vereinbart, dass jeder Spieler bei Bedarf als Pitcher eingesetzt werden kann – es muss also kein bestimmtes Inning oder eine bestimmte Höhe des Rückstands erreicht sein, bevor ein Positionsspieler pitchen darf. Unsportliches Verhalten, das die Abstandsgebote verletzt – Prügeleien, Anschreien der Umpires aus kurzer Distanz – soll konsequent geahndet werden. Eine Maskenpflicht besteht für alle Beteiligten mit Ausnahme der Spieler auf dem Feld. Spieler, die Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall haben, müssen für eine Woche in Quarantäne und sich am fünften Tag testen lassen. Wird ein Spieler selbst positiv getestet, dauert die Quarantäne mindestens zehn Tage. Im Falle eines Covid-Ausbruchs dürfen die Teams in einem vereinfachten Verfahren den Kader aus den Minor Leagues auffüllen und die betreffenden Spieler danach wieder zurückschicken.

Interessant ist auch, was nicht beschlossen wurde: Die Designated-Hitter-Regel wurde nicht erneut auf die National League ausgedehnt. Sie gilt jetzt wieder wie vor 2020 ausschließlich in der American League. Auch ein Beschluss über erweiterte Playoffs wurde bisher nicht gefasst. Sofern es dazu nicht wieder eine Last-Minute-Entscheidung wie im letzten Jahr gibt, findet die Postseason dieses Jahr im alten Format mit zehn Teams statt. In der regulären Saison soll der Spielplan umgesetzt werden wie geplant, also mit 162 Spielen pro Team und ohne die geographische Umsortierung, mit deren Hilfe letztes Jahr Reiseaktivitäten minimiert wurden.

Rekordvertrag für Bauer
Um keinen der diesjährigen Free Agents wurde so viel Aufheben gemacht wie um Trevor Bauer. Der Cy-Young-Gewinner befeuerte den Hype durch seine gewohnt hohe Social-Media-Präsenz, indem er öffentlich mit dem Interesse beispielsweise der Toronto Blue Jays und der New York Mets kokettierte. Seine Entscheidung, bei welchem Team er unterschreibt, gab er schließlich am Ende eines zweieinhalbminütigen Highlight-Videos bekannt – für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Selbstinszenierung. Ich muss aber zugeben, dass ich Bauer schon vorher nicht mochte und daher einfach nur froh war, dass seine Wahl nicht auf die Mets fiel. Der 30-Jährige kehrt stattdessen zurück in seine südkalifornische Heimat und schließt sich dort dem amtierenden World Champion Los Angeles Dodgers an. Er erhält von den Dodgers einen Dreijahresvertrag über 102 Millionen Dollar mit Ausstiegs-Optionen sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Jahr. Die Zahlungen sind so strukturiert, dass Bauer sowohl dieses Jahr mit 40 Millionen als auch nächstes Jahr mit 45 Millionen jeweils einen neuen Rekord für das höchste Jahresgehalt eines MLB-Spielers aufstellt.

Ozuna bleibt in Atlanta
Als zweiter Hochkaräter in dieser Woche hat auch Marcell Ozuna einen neuen Vertrag unterschrieben. Der Outfielder bleibt für vier weitere Jahre bei den Atlanta Braves. Er erhält dafür 65 Millionen Dollar, zu denen weitere 15 Millionen hinzukommen, falls die Braves ihre Option auf ein fünftes Vertragsjahr ziehen. Für Ozuna ist damit die Taktik voll aufgegangen, sich letztes Jahr mit einem Einjahresvertrag über 18 Millionen zu begnügen. Nachdem er 2020 seine bislang stärkste Saison ablieferte, erhält der 30-Jährige nun die Belohnung in Form des ersehnten hochdotierten Dauervertrags.

5-Spieler-Deal zwischen Rangers und Athletics
Die Texas Rangers und die Oakland Athletics haben sich auf einen umfangreichen Trade geeinigt: Die Rangers senden SS Alvis Andrus, Prospect-Catcher Aramis Garcia und 13,5 Millionen Dollar nach Oakland, dafür erhalten sie OF/DH Khris Davis sowie die Prospects C Jonah Heim und RHP Dane Acker. Der Move sieht in erster Linie danach aus, dass die Athletics wieder mal Kosten sparen wollen. Allerdings ist das eine Rechnung, die nur für dieses Jahr aufgeht: Die Rangers übernehmen die 30,5 Millionen Dollar, die Davis in seinem letzten Vertragsjahr zustehen, sowie durch die Barzahlung im Zuge des Transfers auch fast die vollen 14 Millionen, die Andrus dieses Jahr verdient. Für 2022 sind die Rangers damit alle Verpflichtungen los. Die A’s hingegen müssen Andrus nächstes Jahr noch einmal 14 Millionen bezahlen, und bei genügend Einsätzen aktiviert sich für ihn sogar die Option, bis 2023 einseitig für weitere 15 Millionen zu verlängern.
Von den Leistungen her waren zuletzt weder Davis noch Andrus für ihre Teams eine große Hilfe, beide landeten 2020 bei negativen Wins Above Replacement. Neben den finanziellen Implikationen steht hinter dem Trade wohl auch der Gedanke, dass beiden ein Tapetenwechsel gut tun könnte. 

Dreiecks-Trade bringt Benintendi zu den Royals
Zwischen den Kansas City Royals, den Boston Red Sox und den New York Mets gibt es einen Dreicks-Trade. Dessen wesentliche Auswirkung auf die MLB-Roster besteht darin, dass Outfielder Andrew Benintendi aus Boston zu den Royals wechselt. Als Gegenleistung erhalten die Red Sox OF Ranchy Cordero sowie zwei später zu benennende Spieler von den Royals und RHP Josh Winckowski sowie einen weiteren noch zu benennenden Spieler von den Mets. Die Mets bekommen OF-Prospect Khalil Lee von den Royals.
Benintendi ist bis einschließlich 2022 unter Teamkontrolle. Die Royals setzen darauf, dass er an frühere Leistungen anknüpfen kann, nachdem er letzte Saison unter Form- und Verletzungsproblemen litt. Aus Sicht der Mets ist das Geschäft, dass sie mit Lee ein Prospect bekommen, von dem sie mehr erwarten als von Winckowski (und der noch ausstehenden Beigabe). Auf Seiten der Red Sox sieht es danach aus, dass sie sich mit Masse statt Klasse bezahlen lassen, aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Hier die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche, wie immer beschränkt auf MLB-Verträge: C Yadier Molina (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 9 Millionen), RP Jake McGee (San Francisco Giants, 2 Jahre, 7 Millionen), OF Adam Duvall (Miami Marlins, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen), 2B Jonathan Schoop (Detroit Tigers, 1 Jahr, 4,5 Millionen), SP Chase Anderson (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 4 Millionen), IF Jonathan Villar (New York Mets, 1 Jahr, 3,55 Millionen plus Boni), SP Mike Fiers (Oakland Athletics, 1 Jahr, 3,5 Millionen), SP Mike Foltynewicz (Texas Rangers, 1 Jahr, 2 Millionen plus Boni), OF Jake Marisnick (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 1,5 Millionen), OF Albert Almora (Mets, 1 Jahr, 1,25 Millionen plus Boni). 

Mit zwei kleineren Trades ergänzen die Los Angeles Angels ihren Kader:  Von den St. Louis Cardinals kommt OF Dexter Fowler; die Cardinals legen bei dem Deal 12,75 Millionen Dollar und damit einen Großteil von Fowlers 14 Millionen Jahresgehalt drauf, um den Platz im Kader frei zu bekommen.  Von den Tampa Bay Rays erhalten die Angels RP Aaron Slegers im Austausch gegen einen später zu benennenden Spieler. Mit SP/OF Shohei Ohtani erzielten die Angels zudem eine vorzeitige Vertragsverlängerung, durch die beide Seiten das Arbitration-Verfahren abwenden. Ohtani erhält 3 Millionen Dollar für 2021 und 5,5 Millionen für 2022.

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Oktober 8th, 2020 by Silversurger

Hochspannung in den MLB-Playoffs: Noch keines der Divisional-Duelle ist entschieden, aber in allen vier Serien kann es  schon heute soweit sein. Vor der Zusammenfassung des sportlichen Geschehens der letzten Tage noch kurz zwei Neuigkeiten von außerhalb der Playoff-Bubble: Neben den Los Angeles Angels sind nun auch die Philadelphia Phillies auf der Suche nach einem neuen General Manager. Matt Klentak hat nach fünf weitgehend erfolglosen Jahren – ohne Winning Season, ohne Playoff- Teilnahme – seinen Rücktritt erklärt. Und auch bei den Cincinnati Reds ist eine Stelle offen: Dick Williams hat gestern erklärt, seinen Posten als „President of Baseball Operations“ abgeben zu wollen. 

National League
Da in den NLDS-Duellen erst je zwei Spiele absolviert wurden, konnte noch keine der Best-of-5-Serien entschieden werden. Allerdings stehen sowohl die Atlanta Braves als auch die Los Angeles Dodgers mit einem Bein in der nächsten Runde. 

Die Braves haben die ersten Spiele gegen die Miami Marlins 9:5 und 2:0 gewonnen. Wie schon in der Wild-Card-Runde gegen die Cincinnati Reds überzeugen die Braves bislang vor allem mit starkem Pitching, ihrer ursprünglich angenommenen Schwachstelle. Die Braves haben nun drei Matchbälle für den letzten nötigen Sieg, um in die Championship-Serie der NL einzuziehen. 

Dasselbe gilt für die Dodgers, die mit 5:1 und 6:5 beide Partien gegen die San Diego Padres für sich entschieden haben. Im ersten Spiel war Geduld gefragt, denn die Dodgers blieben fünf Innings ohne Hit und lagen 0:1 zurück, bevor im sechsten Durchgang der Knoten platzte und sie gleich vier Runs aufs Scoreboard brachten. Auch im zweiten Spiel überkamen sie einen frühen Rückstand und wehrten im neunten Inning ein Comeback des Gegners ab, um sich die vielversprechende Ausgangslage vor Spiel drei zu sichern. 

American League
In der AL gibt es nach drei Spielen ebenfalls noch keine Entscheidung. Nah dran waren die Houston Astros, die mit 10:5 und 5:2 die ersten Spiele gegen die Oakland Athletics gewannen. In der dritte Partie nahmen sie den Athletics zweimal die Führung ab, mussten sich am Ende aber doch geschlagen geben (siehe „Spiel der Woche“). 

Die New York Yankees landeten mit 9:3 den ersten Erfolg in der Serie gegen die Tampa Bay Rays, doch die Spiele zwei und drei gingen mit 7:5 und 8:4 an den Gegner. War vor der Serie noch die Frage, ob das formidable Pitching der Rays die Homerun-Power der Yankees unter Kontrolle halten kann, so sieht es nun eher danach aus, dass die Rays die Yankees mit deren eigenen Waffen schlagen: Vier Homeruns am Dienstag, drei Homeruns am Mittwoch waren der maßgebliche Faktor, dass die Rays nur noch einen Sieg vom Einzug in die Championship-Serie entfernt sind.

Szene der Woche
Der Endstand von 9:3 für die Yankees klingt nach einer klaren Angelegenheit, aber tatsächlich war die Partie gegen die Rays am Montag ein enorm spannendes Spiel mit mehreren Führungswechseln. Die Entscheidung zugunsten der Bronx-Bomber brachte erst der Paukenschlag im neunten Inning, der folgende Grand Slam von Giancarlo Stanton. Als Szene der Woche steht er auch stellvertretend für insgesamt sechs Homeruns durch Stanton in den bisherigen fünf Playoff-Spielen. 

Statistik der Woche 
18. Das ist die gleiche Zahl wie letzte Woche an dieser Stelle, aber eine ganz andere Statistik: 18 Strikeouts erzielten die Pitcher der Rays am Dienstag beim 7:5 gegen die Yankees und stellten damit einen neuen Rekord für 9-Inning-Playoffspiele auf. 10 davon gingen auf das Konto von Starter Tyler Glasnow, der die ersten fünf Innings pitchte.

Spiel der Woche
Das offizielle Homerun-Derby der MLB musste dieses Jahr coronabedingt ausfallen, aber die Oakland Athletics und die Houston Astros taten gestern alles, um die Fans von weiten Schlägen für den Verlust zu entschädigen. Siebenmal ging der Ball in der heiß umkämpften Partie über den Zaun. Entscheidend waren am Ende ironischerweise zwei Bälle, die zwar etwas zu kurz gerieten, jedoch als Sacrifice-Flys den Athletics die Runs zum 8:7 und 9:7 brachten. 

Mein Einschalttipp
Die MLB-Saison ist längst in der Phase angelangt, in der jedes Spiel, das sich zeitlich und vom Schlafbedarf her einrichten lässt, Pflichtprogramm ist. Das gilt erst recht für die Baseball-Bundesliga, in der an den beiden kommenden Wochenenden das Finale um die Deutsche Meisterschaft zwischen den Bonn Capitals und den Heidenheim Heideköpfen ansteht. Am Samstag ab 15 Uhr und am Sonntag ab 14 Uhr gibt es vermutlich zum letzten Mal in diesem Jahr die Chance, deutschen Spitzenbaseball per Livestream zu verfolgen. Die Partien aus Bonn werden wie üblich auf sportdeutschland.tv gesendet. Die weiteren Spiele der Best-of-5-Serie finden am folgenden Wochenende in Heidenheim statt, von wo es leider in der Regel keine Liveübertragung gibt. 

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Oktober 3rd, 2020 by Silversurger

Nach der viertägigen Wild-Card-Runde lässt sich deren Ergebnis in wenigen Worten zusammenfassen: Alle sieben Teams aus den Central-Divisionen sowie die Toronto Blue Jays sind ausgeschieden, sämtliche Erst- und Zweitplatzierten der East- und West-Divisionen haben es in die nächste Runde geschafft. Wie es sich ergeben hat, treffen in dieser nächsten Runde, den Divisional Series, alle Mannschaften auf Konkurrenten aus der eigenen Division. 

Die Divisionals werden wie geplant in neutralen Ballparks ausgetragen. Am Montag beginnen die beiden ALDS, die NLDS kommen am Dienstag dazu. Gespielt wird dann wieder täglich ohne Pausentage bis zur Entscheidung im Best-of-5-Format. 

American League Divisional Series 
Tampa Bay Rays vs. New York Yankees (in San Diego) 
Vor der Saison waren die Yankees der Top-Favorit und die Rays der Geheimfavorit der AL. Das hat sich ein bisschen geändert, nachdem die Rays sowohl in der Gesamtabrechnung die Yankees klar hinter sich ließen als auch die direkten Duelle mit acht zu zwei Siegen dominierten. Kein anderes Team hatte die Yankees dieses Jahr so souverän und konsistent unter Kontrolle wie die Rays, welche der stärksten Offense der Liga nur 34 Runs in zehn Spielen erlaubten. Man muss allerdings dazu sagen, dass die Yankees selten in Bestbesetzung antreten konnten – DJ LeMahieu, Aaron Judge und Giancarlo Stanton verpassten jeweils einen großen Teil der Spiele gegen die Rays. Dieses Mal sind sie allesamt an Bord beim Versuch, den Angstgegner zu überwinden. 

Oakland Athletics vs. Houston Astros (in Los Angeles) 
Wenn man nach der regulären Saison geht, sehen die Vorzeichen für dieses Duell ziemlich einseitig aus: Die Athletics spielten eine dominante 36-24-Saison, die Astros hingegen hatten Glück, mangels Konkurrenz mit einer negativen Bilanz von 29-31 noch einen Platz in den Playoffs zu ergattern. Der Unterschied zwischen beiden Teams wurde nicht zuletzt in den zehn direkten Vergleichen erspielt, von denen die Athletics sieben gewannen. In der Wild-Card-Runde waren allerdings die Astros überzeugender. Sie sweepten routiniert die Minnesota Twins, während die Oakland Athletics sich zu einem knappen 2-1 über die Chicago White Sox mühten.

National League Divisional Series
Los Angeles Dodgers vs. San Diego Padres (in Arlington) 
Für neutrale Zuschauer dürfte dies das am heißesten erwartete Duell der Divisional-Runde sein. Die Dodgers weisen aus der regulären Saison die beste Bilanz der MLB auf, die Padres haben die zweitmeisten Siege der NL auf dem Konto – und das, obwohl sie zehnmal gegen das Überteam aus LA antreten mussten. Die Dodgers behielten in diesen Spielen knapp mit 6-4 die Oberhand. In der Wild-Card-Runde machten die Dodgers kurzen Prozess mit den Brewers, während die Padres gegen die St. Louis Cardinals drei Spiele brauchten. Sorgen bereitet nach wie vor das Starting-Pitching der Padres. Ob die Asse Dinelson Lamet und Mike Clevinger bis zur NLDS fit werden, ist fraglich. Gestern Nacht war es der Bullpen der Padres, der in einem gemeinsamen Kraftakt die Kastanien aus dem Feuer holte: Neun verschiedene Pitcher hielten den Gegner über neun Innings ohne Run – das hatte es bisher noch nie gegeben. 

Atlanta Braves vs. Miami Marlins (in Houston) 
Diese beiden Teams haben es allen Kritikern gezeigt. Die Braves waren als das Playoff-Team mit dem schwächsten Pitching eingestuft gewesen. Als Antwort darauf ließen sie gegen die Cincinnati Reds in zwei Spielen über insgesamt 22 Innings keinen einzigen Run zu. Nun geht es gegen die Miami Marlins, die aus dem „Bottom Feeder“, zu dem sie vor der Saison abgestempelt waren, ein trotziges Motto gemacht haben. Auch sie benötigten nur zwei Spiele, um gegen die Chicago Cubs souverän das Weiterkommen zu sichern. In der regulären Saison gewannen die Braves sechs von zehn gegen die Marlins, darunter ein spektakuläres 29:9. Die Braves gehen als klarer Favorit in die NLDS, aber die Marlins fühlen sich bekanntlich pudelwohl in der Außenseiterrolle. 

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Oktober 1st, 2020 by Silversurger

Die Baseball-Nacht des Jahres liegt hinter uns: Acht Playoff-Spiele an einem Tag hatte es noch nie gegeben und wird es auch auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Denn in der American League sind bereits drei von vier Duellen der Wild-Card-Runde entschieden. Somit müssen heute nur die Oakland Athletics und die Chicago White Sox zum entscheidenden dritten Spiel antreten, während in den Serien der National League Spiel zwei ansteht.

In den Teams, die sich nicht für die Postseason qualifizieren konnten, werden derweil schon erste Weichen für das kommende Jahr gestellt: Die Boston Red Sox trennen sich nach nur einem Jahr von Manager Ron Roenicke, die Los Angeles Angels entlassen General Manager Billy Eppler. Auch bei den New York Mets steht die Ablösung von GM Brodie van Wagenen so gut wie fest, sobald der Verkauf der Franchise an Steve Cohen offiziell ist. Zwei langjährige und beliebte MLB-Spieler werden wir nicht mehr auf dem Spielfeld sehen: Hunter Pence (Giants) und Alex Gordon (Royals) haben das Ende ihrer Karrieren verkündet. 

American League
Die erste Divisional-Serie der AL steht bereits fest. Die Tampa Bay Rays treffen ab Montag in einer Best-of-5-Serie auf die New York Yankees. Die Rays entledigten sich ihrer Wild-Card-Aufgabe gegen die Toronto Blue Jays souverän mit 3:1 und 8:2. Souverän waren auch die Yankees in Spiel 1 gegen die Cleveland Indians. Sie verschafften Cy-Young-Kandidat Shane Bieber einen rabenschwarzen Tag und gewannen das Spiel 12:3. Die zweite Partie war deutlich spannender, doch nach Comebacks im vierten und im neunten Inning behielten die Yankees auch hier die Oberhand und sicherten sich mit einem 10:9 den Sweep über die Indians. Die Serie zwischen den Rays und den Yankees wird in San Diego stattfinden.

Für die andere Divisional-Serie haben sich als erstes Team die Houston Astros qualifiziert. Das ist die erste große Überraschung dieser Playoffs, denn mit ihrer negativen Saisonbilanz (29-31) und als Auswärtsteam reisten die Astros als klarer Außenseiter nach Minnesota. Doch die Twins konnten ihre Playoff-Schwäche (siehe „Statistik der Woche“) nicht ablegen, während die Astros routiniert ihre Postseason-Erfahrung ausspielten und die Partien mit 4:1 und 3:1 nach Hause brachten.

Der Gegner der Astros in der ALDS in Dodger Stadium werden entweder die Oakland Athletics oder die Chicago White Sox sein. Die beiden Teams haben sich als bisher einzige die Siege in den Spielen eins und zwei geteilt. Beim 4:1-Sieg der White Sox feuerte Lucas Giolito sechs perfekte Innings, bevor er im siebten Durchgang den ersten Hit und im achten den einzigen Run abgab. Tags darauf kam die Offense der Athletics schneller und besser ins Spiel. Die Aufholjagd der White Sox kam zu spät und endete mit einer 3:5-Niederlage.  

National League
Die NL hatte letzte Nacht ihren ersten Wild-Card-Spieltag, daher konnte logischerweise noch keine der Best-of-3-Serien entschieden werden. Die Los Angeles Dodgers wurden im ersten Spiel ihrer Favoritenrolle gerecht und schlugen die Milwaukee Brewers 4:2. Der Sieger dieses Duells trifft in der nächsten Runde in Arlington auf San Diego oder St. Louis. St. Louis setzte sich etwas überraschend im ersten Spiel mit 7:4 durch. Den Padres könnten Pitching-Probleme zum Verhängnis werden: Die Asse Dinelson Lamet und Mike Clevinger sind verletzt und Chris Paddack erwischte gestern einen richtig miesen Tag, was nicht nur die Niederlage, sondern auch viel Arbeit für den Bullpen verursachte.

Die spannendste Partie der bisherigen Playoffs war eindeutig die erste Begegnung zwischen den Atlanta Braves und den Cincinnati Reds. Mehr dazu weiter unten beim „Spiel der Woche“. Einen veritablen Upset gab es in Chicago, wo den Miami Marlins ein einziges starkes Offensiv-Inning reichte, um beim 5:1 gegen die Cubs das neueste Kapitel ihrer Cinderella-Story zu schreiben. Die Gewinner der beiden Serien treffen ab Dienstag zur NLDS in Houston aufeinander. 

Szene der Woche
Wir sind zwar schon mitten in der Postseason, aber das Triple Play der Brewers vom letzten Tag der regulären Saison möchte ich euch nicht vorenthalten:

Statistik der Woche 
18. So viele Playoff-Spiele haben die Minnesota Twins nun hintereinander verloren. Der traurige Rekord reicht zurück bis in die ALDS 2004, in der die Twins die Spiele zwei bis vier gegen die Yankees abgaben. Es folgten ein 0-3-Sweep gegen die Athletics 2006 und dann 2009, 2010, 2017 und 2019 immer wieder Niederlagen gegen die Yankees. Entsprechend groß war die Begeisterung, dass es dieses Jahr in Runde 1 endlich mal nicht gegen die Yankees ging, doch auch gegen die Astros war für das Team von Max Kepler nichts zu holen.

Spiel der Woche
Alle Freunde des gepflegten Defensivspiels, die am Dienstag von Bieber vs. Cole enttäuscht wurden, folgte die Entschädigung einen Tag später in Form einer epischen Pitchingschlacht zwischen Max Fried und Trevor Bauer sowie den jeweiligen Bullpens der Atlanta Braves und der Cincinnati Reds. Es war das erste Playoffspiel seit 1997, das mit 0:0 in die Verlängerung ging, und es war das erste überhaupt, bei dem auch nach elf und zwölf Innings keine Runs auf dem Scoreboard auftauchten. Erst in der unteren Hälfte des 13. Innings gelang den Braves bei einem Single von Freddie Freeman der erste Zähler und damit der Walk-Off-Sieg. Noch ein Rekord: 37 Strikeouts von beiden Teams zusammen hatte es in einem Playoffspiel bisher nie gegeben.

Mein Einschalttipp
In den Playoffs ist natürlich jedes Spiel ein Einschalttipp, aber heute lege ich euch ganz besonders die Partie der Oakland Athletics gegen die Chicago White Sox ans Herz. Zur besten mitteleuropäischen Sendezeit um 21:10 Uhr beginnt das entscheidende dritte Spiel um den Einzug in die ALDS. 

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September 28th, 2020 by Silversurger

Es lief längst nicht alles glatt in der wegen Corona verkürzten MLB-Saison 2020, aber der erste große Meilenstein ist erreicht: Die reguläre Saison wurde wettbewerbsgerecht durchgeführt und abgeschlossen, sodass jetzt die Playoffs folgen können. Um die Teilnehmerplätze wurde vor allem in der National League bis zum letzten Tag gerungen. Auf der Zielgeraden war es eher ein Schneckenrennen, denn die Brewers verloren zwar ihr letztes Spiel, profitierten aber davon, dass sowohl die Giants als auch die Phillies es ihnen gleichtaten. Anscheinend war niemand besonders wild darauf, bei den Dodgers antreten zu müssen…

Die Best-of-3-Serien der Wild-Card-Runde finden komplett im Stadion des höher gesetzten Teams statt und werden ohne Pausentag durchgezogen. Den Anfang machen die Teams der American League, die am Dienstag, Mittwoch und (sofern das dritte Spiel nötig ist) am Donnerstag spielen. Die Serien der National League laufen von Mittwoch bis Freitag. Die nächste Runde der Playoffs, die Divisional-Series, beginnt nächste Woche am Montag (AL) bzw. Dienstag (NL).

American League
Tampa Bay Rays vs. Toronto Blue Jays
Das Duell der Nr. 1 gegen die Nr. 8 der AL ist das einzige zwischen zwei Teams, die sich schon während der regulären Saison gesehen haben. In diesen Spielen behielten die Rays mit 6:4 Siegen die Oberhand, und natürlich gehen sie auch in die Playoffs als Favorit. Für die Blue Jays ist es bereits ein Riesenerfolg, so weit gekommen zu sein in einem Jahr, in dem sie wegen Coronaauflagen kein einziges Spiel in ihrem eigenen Stadion absolvieren durften.

Oakland Athletics vs. Chicago White Sox
Das junge Team der White Sox schien auf dem besten Weg, die AL Central zu gewinnen, doch auf der Zielgeraden geriet es spürbar ins Stolpern mit nur noch zwei Siegen aus den letzten acht Spielen. Damit haben sie sich eingehandelt, bei den Athletics antreten zu müssen, die die AL West in diesem Jahr massiv dominiert haben.

Minnesota Twins vs. Houston Astros
Die Twins haben in den letzten Spielen alles dafür gegeben, nicht wieder gegen die Yankees antreten zu müssen, gegen die ihre letzten vier Playoffteilnahmen allesamt in der ersten Runde endeten. Das ist gelungen, indem das Kepler-Team sich den Divisionssieg und damit Rang 3 auf der Setzliste sicherte. Nun dürfen sie zu Hause antreten gegen die Houston Astros, das ehemalige Spitzenteam, welches nach dem Sign-Stealing-Skandal und einer negativen Saisonbilanz seinen Schrecken weitgehend verloren hat.

Cleveland Indians vs. New York Yankees
Auch eine interessante Paarung: Das Team mit der stärksten Offense der AL – die Yankees mit 315 erzielten Runs – trifft auf das Team mit der besten Defense der MLB – die Indians mit nur 209 zugelassenen Runs. Sowohl die Indians als auch die Yankees hatten in der ersten Septemberhälfte einen Durchhänger und gerieten in Gefahr, die Playoff-Teilnahme zu verspielen. Beide haben sich dann wieder gefangen und spielen nun die Teilnahme an der Divisional-Runde untereinander aus.

National League
Los Angeles Dodgers vs. Milwaukee Brewers
Die Dodgers waren vor der Saison der große Favorit, und bisher sind sie allen Erwartungen gerecht geworden: Zum achten Mal in Folge haben sie die NL West gewonnen und das mit einer Winning Percentage von 71,7%  und somit der besten MLB-Saison eines Teams seit 1954. Die Brewers sind trotz einer negativen Bilanz gerade noch ins Playoff-Feld gerutscht und somit krasser Außenseiter gegen das Über-Team aus Los Angeles.

Atlanta Braves vs. Cincinnati Reds
Während die drei Mit-Favoriten in der vermeintlich starken NL East enttäuschten, sicherten die Braves sich souverän den dritten Divisionssieg in Folge. Nun wollen sie endlich mal über die erste Playoff-Runde hinauskommen, was ihnen die letzten neun Male verwehrt blieb. Die Reds haben es zum ersten Mal seit sieben Jahren in die Postseason geschafft. Nicht zuletzt wegen der überragenden Form von Cy-Young-Kandidat Trevor Bauer könnten sie für eine weitere Überraschung gut sein.

Chicago Cubs vs. Miami Marlins
Die Cubs hatten unter ihrem neuen Manager David Ross einen sehr starken Start in die Saison und cruisten den Rest des Weges mit wechselhaften Leistungen zum Divisionssieg. Vor dem Überraschungsteam aus Miami sollten sie gewarnt sein: Die Marlins haben bisher noch nie eine Playoff-Serie verloren. Bei ihren beiden bislang einzigen Teilnahmen, 1997 und 2003, holten sie immer gleich die World Series.

San Diego Padres vs. St. Louis Cardinals
Als Divisionszweiter ist „Slam Diego“ zwar nur an Nummer 4 gesetzt, aber nach Siegen und Run Differential sind die Padres das zweitstärkste Team der NL. In der Heimserie gegen St. Louis sehe ich sie als deutlichen Favoriten. Andererseits haben die Cardinals dieses Jahr schon unter Beweis gestellt, dass sie in der Lage sind, widrigsten Umständen zu trotzen – man denke nur an ihre 16-tägige Pause wegen Coronafällen und an die vielen, vielen Doubleheader, die sie deswegen den Rest der Saison über spielen mussten.

 

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September 3rd, 2020 by Silversurger

Der Baseball hat einen seiner Größten verloren: Tom Seaver ist am Montag im Alter von 75 Jahren gestorben. Der Pitcher war von 1967 bis 1986 in der MLB aktiv und wurde 1992 in die Hall of Fame gewählt. Seinen größten Erfolg feierte er 1969, als er mit den „Miracle Mets“ die World Series gewann. Ironischerweise feierte er seinen Abschied ebenfalls bei einem World-Series-Sieg der Mets, wenngleich er 1986 beim Gegner, den Red Sox, spielte und wegen einer Verletzung in der Finalserie nicht zum Einsatz kam. Seaver hatte sich ab 2012 zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, da er an Demenz litt. Er starb an dieser Krankheit, verbunden mit einer Covid-19-Infektion.

Covid-19 beeinträchtigt auch weiterhin immer wieder die laufende MLB-Saison. Die Oakland Athletics haben sich letzten Sonntag in die Liste der Teams mit corona-bedingten Spielausfällen eingereiht und seitdem vier Partien abgesagt. Nach aktuellem Stand soll es am Freitag für sie weitergehen. Die Infektion eines Angestellten, die zu den Maßnahmen geführt hatte, zog bislang glücklicherweise keine weiteren Kreise.

American League
Dreieinhalb Wochen vor dem Ende der Saison werfe ich wie gewohnt einen Blick auf die Tabellenstände, welche zumindest in der American League schon ein ziemlich klares Bild im Hinblick auf die Playoffs vermitteln.

Die Spitze der AL East bleibt fest in der Hand der Tampa Bay Rays (26-12). Gerade haben die Rays die letzte direkte Serie dieses Jahres gegen die New York Yankees (20-15) mit 2:1 entschieden, insgesamt haben sie acht von zehn Spielen gegen die Yankees gewonnen. Letztere können froh sein, dass sie am letzten Wochenende drei von fünf allesamt äußerst knappen Derbys gegen die Mets gewonnen haben, denn nur dadurch halten sie sich noch knapp vor den Toronto Blue Jays (19-16) auf Platz zwei. Interessanterweise haben die Blue Jays und die Yankees sich dieses Jahr noch gar nicht auf dem Platz gesehen. Das ändert sich ab nächsten Dienstag: Dann bleiben nur noch 20 Saisonspiele übrig und die Hälfte davon besteht aus direkten Duellen der Blue Jays gegen die Yankees. Ein bisschen Entwarnung muss aber auch sein: Wer von den beiden das Rennen um den zweiten Platz verliert, wird höchstwahrscheinlich trotzdem als Wild-Card-Team in die Postseason einziehen. Weder die Baltimore Orioles (16-20) noch die Boston Red Sox (12-25) noch die Konkurrenz aus den anderen Divisionen machen den Eindruck, diesen Playoffplatz gefährden zu können.

Auch in der AL Central ist die Frage nicht wirklich, wer in die Playoffs kommt, sondern allein in welcher Reihenfolge es die Cleveland Indians (23-14), die Chicago White Sox (22-15) und die Minnesota Twins (22-16) tun werden. Die Führung hat in den letzten Tagen mehrmals zwischen den drei Teams gewechselt und sie treffen alle noch ein paarmal aufeinander. Letzte Woche sah es zeitweise danach aus, dass die Twins sich aus dem Rennen verabschieden, als sie sechs Spiele hintereinander verloren, die Hälfte davon gegen die direkten Konkurrenten. Doch mit zwei Siegen gegen die White Sox gestern und vorgestern haben sie sich zurückgemeldet. Nun müssen sie allerdings fünfmal hintereinander gegen die Detroit Tigers (17-17) antreten, die mit ihrer .500-Bilanz zu den positiven Überraschungen des Jahres gehören.  

Die eingangs erwähnten Spielausfälle bei den Oakland Athletics (22-12) führten dazu, dass sich in der AL West diese Woche nicht viel getan hat. In Bezug auf den Gruppensieg wird es in der kommenden Woche richtig interessant, wenn die A’s von Montag bis Donnerstag fünfmal auf die Houston Astros (20-15) treffen. Hinsichtlich der Playoffs ist aber auch in dieser Division die Messe gelesen. Denn die Athletics und die Astros sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Boot, während es für die Seattle Mariners (15-22), die Texas Rangers (13-22) und die Los Angeles Angels (12-25) mehr als nur ein kleines Wunder bräuchte, um sich für Oktober-Baseball zu qualifizieren.

National League
In der National League geht es deutlich spannender zu als in der American League. Das Rennen um beide Wild Cards sowie das um zwei zweite Plätze sind noch weit offen.

In der NL East stehen die Atlanta Braves (22-14) nicht nur vorne, machen nicht nur den gefestigsten Eindruck innerhalb der Division, sondern sie haben auch das mit Abstand einfachste Restprogramm. Wenn sie die anstehende Pflichtaufgabe gegen die abgeschlagenen Washington Nationals (12-22) ähnlich souverän lösen wie die letzte gegen die Red Sox, dann sind die Braves quasi durch. Dahinter wird es interessant. Die Philadelphia Phillies (17-15) haben sich mit acht Siegen aus den letzten neun Spielen vom Fehlstarter zum Favoriten für den zweiten Playoffplatz der Division gemausert. Am Wochenende müssen sie sich in vier Spielen der New York Mets (16-21) erwehren, die in dieser Serie vermutlich die letzte Chance sehen, ihre Saison noch zu retten. Zwischen den Phillies und den Mets stehen die Miami Marlins (16-16). Denen hatte vor der Saison wirklich niemand etwas zugetraut und erst recht nicht, nachdem sie kurz nach dem Start zehn Tage pausieren mussten, weil sich das halbe Team mit Corona infiziert hatte. Nun stehen sie mit ausgeglichener Bilanz auf einem Wild-Card-Platz. Ob sie den noch haben, nachdem sie in den nächsten eineinhalb Wochen dreimal gegen Tampa Bay, dreimal gegen Atlanta und siebenmal gegen Philadelphia ran müssen? Unterschätzen wird man die Marlins jedenfalls nicht mehr.

Die NL Central haben sich schon früh in der Saison die Chicago Cubs (22-14) gesichert, indem sie mit 13 Siegen aus den ersten 16 Spielen starteten. Seitdem spielen sie zwar nur noch einen knappen .500er-Ball, aber in der eher schwachen Division reicht das, um die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Theoretisch können die St. Louis Cardinals (14-14) mit ihren vielen coronabedingten Nachholspielen den Cubs noch gefährlich werden – der Praxistest steht unmittelbar bevor, denn die Cardinals und die Cubs bestreiten von Freitag bis Montag fünf Spiele gegeneinander. Lachender Dritter dieses Duells könnten die Milwaukee Brewers (17-19) werden, die sich noch berechtigte Hoffnung auf Platz zwei oder eine Wild Card machen. Um diese Hoffnung zu nähren, müssen sie allerdings die schwere Serie bei den Indians erfolgreich bestreiten. Auch die Cincinnati Reds (16-21) rechnen sich noch Chancen auf die Wild Card aus; die anstehende Aufgabe gegen die Pittsburgh Pirates (10-24) erscheint jedenfalls lösbar.

Bei der Beschäftigung mit der NL West fällt mir gerade auf, dass ich in letzter Zeit kaum etwas über die Los Angeles Dodgers (28-10) geschrieben habe. Woran liegt das, sind sie etwa nicht der Rede wert? Natürlich sind sie das. Aber sie cruisen so unheimlich souverän und überlegen durch die Saison, dass sie quasi keine Fragen offen lassen. Sie scoren so viele Runs und lassen gleichzeitig so wenige gegnerische Runs zu wie kaum ein anderes Team. Sie verlieren nie eine Serie und nie mehr als zwei Spiele am Stück. Sie sind zur Trade-Deadline untätig geblieben und niemanden hat es gewundert, weil das Team komplett ist und keine Lücken oder Schwachstellen aufweist. Die Dodgers bieten einerseits keine Angriffspunkte, es ist andererseits aber auch schwer, über sie ins Schwärmen zu geraten, denn wie schon vor der Saison klar war: Für dieses Team gibt es dieses Jahr nur ein Ziel und nur daran wird es sich messen lassen.
Hinter den Dodgers hat sich mit den San Diego Padres (23-15) inzwischen ein zweites Team fest in der Spitze etabliert und wird sich von dort nicht mehr vertreiben lassen, erst recht nicht nach den umfangreichen Nachrüstungen zur Trade-Deadline. Spannend wird es auf den weiteren Plätzen. Die Colorado Rockies (18-19) und die San Francisco Giants (18-20) sind beide in der Verlosung eines Wild-Card-Platzes. Allerdings ist mein Eindruck, dass die beiden in unterschiedliche Richtungen unterwegs sind: Die Rockies waren in den ersten zwei, drei Wochen der Saison richtig stark, haben aber seitdem spürbar abgebaut. Nun müssen sie hintereinander je dreimal gegen die Dodgers und die Padres ran, was durchaus das Ende der Playoff-Träume bedeuten könnte. Die Giants hingegen starteten so schwach in die Saison, wie es von ihnen erwartet wurde, arbeiteten sich dann aber Stück für Stück nach vorne. Diese Woche geht es gegen die abgeschlagenen Arizona Diamondbacks (14-23) und die Mariners.

Szene der Woche
Hier gibt es diese Woche mal kein Highlight-Play, bei dem dem unbedarften Beobachter sofort die Kinnlade runterklappt, sondern einen eher nerdigen Fakt: Seit der lückenlosen Aufzeichnung von Spielzügen, also seit mindestens 1961, hatte es in der MLB noch nie ein 3-2-8-Double-Play gegeben – bis zum Auftritt der St. Louis Cardinals am letzten Freitag. 3-2-8 bezeichnet die Positionen der beteiligten Spieler, in dem Fall einen Spielzug vom First Baseman zum Catcher und von dort zum Centerfielder. Schwer vorzustellen, wie das geht? Hier ist die Auflösung:

Da ich keine Kategorie für die beste Schlagzeile der Woche habe, gibt es hier noch einen Bonus. Am Dienstag gelang Rangers-Shortstop Elvis Andrus von den Texas Rangers der folgende Homerun gegen Astros-Reliever Ryan Pressly. Matt Kelly von mlb.com kommentierte dies mit der Überschrift: „Heartbreak Hotel – Elvis homers off Pressly“. Hut ab.

Statistik der Woche 
62. Das ist der aktuelle ERA– der Cleveland Indians. Zur Erklärung: ERA steht für Earned Run Average und ist die bekannteste Statistik für Pitcher. Das Minus hinter der Abkürzung zeigt an, dass die Zahl unter Berücksichtigung des historischen Umfelds, Ballparkfaktoren und anderen Einflüssen derart normiert wurde, dass eine durchschnittliche Leistung den Wert 100 trägt und dass eine Leistung umso besser ist, je weiter sich der Wert nach unten von 100 entfernt.  Auf diese Weise kann man die Leistungen über Zeiten und Orte hinweg vergleichen. Das Bemerkenswerte an dem ERA– von 62 der Indians ist, dass dies bislang die dominanteste Pitching-Saison ist, die im modernen Baseball (d. h. seit 1900) je gemessen wurde. Das zweite Team in der ewigen Rangliste sind übrigens die Los Angeles Dodgers, ebenfalls im laufenden Jahr. Es ist klar, dass man die Statistiken dieser außergewöhnlichen Saison im Vergleich mit normalen Jahren eher vorsichtig betrachten sollte. Ich hätte allerdings eher mit Ausreißern in die andere Richtung gerechnet, nachdem zu Beginn der Saison vielfach gemutmaßt wurde, die verkürzte Vorbereitung stelle einen Nachteil für die Pitcher dar.

Spiel der Woche
Allzu spannend war es nicht, das Duell der Colorado Rockies und der San Francisco Giants Dienstagnacht. Aber es war auf seine Art ein denkwürdiges Spiel und wenn man nicht gerade glühender Anhänger der Rockies ist, sollte man es sich mal anschauen. Unter den vielen bemerkenswerten Fakten und Statistiken, die die Partie hervorbrachte, fand ich persönlich am verblüffendsten, dass die Giants in jedem Inning Runs scorten – außer im letzten, in dem der Ersatz-Catcher der Rockies pitchte.

Mein Einschalttipp
Der Divisionssieg in der NL Central kann an diesem Wochenende praktisch entschieden werden: Fünfmal treffen die Cubs auf die Cardinals, ihren einzigen vielleicht noch ernstzunehmenden Verfolger. In diese Serie sollte man mal reinschauen. Leider überträgt DAZN keines der Spiele, es sei denn MLB Network wählt die Partie am Samstagabend aus. Ansonsten bleibt nur mlb.tv, zum Beispiel am Samstag ab 23:15 Uhr oder am Montag ab 22 Uhr, um die beiden Spiele zu erwähnen, die nach unserer Zeit nicht mitten in der Nacht laufen.

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Juli 30th, 2020 by Silversurger

Wer gehofft hatte, dass die MLB-Saison 2020 inmitten der Pandemie glatt durchläuft, sieht sich leider schon nach einer Woche getäuscht: Ein massiver Ausbruch von Covid-19-Fällen bei den Miami Marlins führte dazu, dass deren Spiele seit Montag für mindestens eine Woche ausgesetzt sind. Vorsichtshalber wurde auch die Serie der Phillies gegen die Yankees verschoben, da die Phillies der letzte Gegner der Marlins waren. Stattdessen zog man eine Serie zwischen den Yankees und den Orioles, den beiden ursprünglich vorgesehenen Gegnern der Marlins und Phillies, im Spielplan nach vorne.
Die Fortsetzung der Saison ist nach Aussagen von Ligachef Rob Manfred nicht in Gefahr – mit vereinzelten Ausbrüchen wie diesem sei zu rechnen gewesen und man sei überzeugt, mit den bestehenden Test- und Hygieneregeln den richtigen Weg gewählt zu haben. Etwas anderes kann er ja auch kaum sagen, und immerhin gab es bei den 29 anderen Teams außer den Marlins seit 6 Tagen keine positiven Covid-19-Befunde mehr. 
Um die Spielausfälle aufzufangen, wird es später in der Saison voraussichtlich verstärkt zu Doubleheadern kommen, also zu zwei Spielen an einem Tag. Die Liga und die Spielergewerkschaft verhandeln zurzeit, ob man diese Spiele auf je 7 Innings verkürzt, um die Belastung für die Spieler zu reduzieren. 

American League
Über Bilanzen und Tabellenstände lohnt es sich nach den wenigen Spielen noch nicht zu sprechen. Erfreulich fand ich, dass schon nach drei Tagen jedes MLB-Team mindestens einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto hatte. Den besten Start von allen AL-Teams hatten die Minnesota Twins (4-1), die nach fünf Spielen schon ein Run Differential von +17 aufweisen. Der Gegenpart sind die Seattle Mariners (2-4) mit einem Run Differential von -18, aus dem sie aber immerhin schon zwei Siege eingefahren haben. 

Leider gibt es auch schon ein paar empfindliche Ausfälle durch Verletzungen zu melden. Beide Teams aus Texas müssen bis auf Weiteres auf ihr Pitching-Ass verzichten: Justin Verlander von den Houston Astros hat sich eine Zerrung im Unterarm zugezogen; Meldungen, dass dies sein Saisonende bedeute, bestritt Verlander, aber er wird auf jeden Fall für einige Wochen ausfallen. Bei Corey Kluber von Texas Rangers ist im ersten Inning des ersten Spiels ein Schultermuskel gerissen. Auch für ihn ist im schlechtesten Fall die Saison gelaufen, bestenfalls kann er in vier Wochen wieder werfen. 

Die Toronto Blue Jays haben übrigens endlich eine Heimat für diese Saison gefunden. Nach langem Hin und Her entschied man sich dafür, die Heimspiele im Ballpark der Buffalo Bisons, dem Triple-A-Team der Blue Jays, durchzuführen. Allerdings müssen noch Arbeiten an der Infrastruktur des Stadions durchgeführt werden, sodass dort erst ab voraussichtlich 11. August gespielt wird. Bis dahin tragen die Blue Jays ihre „Heimspiele“ in den Stadien der eigentlichen Auswärtsteams in Washington und Philadelphia aus.

National League
In der National League, speziell der NL East, ist das Bild durch die Spielausfälle bei den Phillies (1-2) und den Marlins (2-1) noch sehr schief. Bei den Marlins wurden mittlerweile 16 Spieler und 2 Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet. Die Spiele des Klubs sind bis vorerst Montag abgesagt. Ob die Marlins am Dienstag in den Spielbetrieb zurückkehren und ob sie noch das volle 60-Spiele-Programm absolvieren werden, ist völlig offen. Die Phillies sollen, nachdem sie in den Spielen gegen die Marlins offenbar von Ansteckungen verschont geblieben sind, ab Samstag wieder ins Geschehen eingreifen, beginnend mit einem Doubleheader gegen die Blue Jays. [Nachtrag: Weniger als zwei Stunden nach Veröffentlichung dieses Artikels wurde bekannt, dass die Phillies leider doch einen Coronafall haben. Die Serie gegen die Blue Jays wird verschoben.]

Für die beiden überraschendsten Personalnachrichten der ersten MLB-Woche sorgten die Atlanta Braves (3-3). Am Dienstag entließen sie ihren Starter Mike Foltynewicz. Vor zwei Jahren war Foltynewicz noch ein All-Star und die Nummmer eins in der Braves-Rotation, doch nach einem schwachen Jahr 2019 inklusive Abstecher in die Minor Leagues war der Geduldsfaden der Teamverantwortlichen sehr dünn geworden. Ein einziger schlechter Start am Montagabend genügte ihnen, um die Hoffnung auf einen Rebound ihres einstigen Asses aufzugeben. Mindestens ebenso überraschend kam letzte Nacht die Meldung einer Rückkehr: Outfielder Nick Markakis hatte vor drei Wochen die Option wahrgenommen, diese Saison wegen des Coronavirus auszusetzen. Doch der 36-Jährige bereute seine Entscheidung, als er die Spiele seines Teams im Fernsehen sah. Kurzerhand besprach er sich mit seiner Familie und mit General Manager Alex Anthopoulos, und da alle einverstanden waren, wird er in den nächsten Tagen doch noch zum Team stoßen.

Den ersten größeren Brawl der Saison gab es auch schon: Zwischen den Los Angeles Dodgers (4-2) und den Houston Astros (3-3) brach am Dienstag eine Rangelei aus, nachdem Dodgers-Reliever Joe Kelly mehrere Gegenspieler abzuwerfen versuchte und Astros-Shortstop Carlos Correa nach einem Strikeout „Nice swing, bitch!“ zurief. Kelly wurde von der MLB für acht Spiele gesperrt, zudem wurden Dodgers-Manager Dave Roberts mit einer Sperre von einem Spiel und Astros-Manager Dusty Baker mit einer Geldstrafe bedacht.

Szene der Woche
Eigentlich gibt es ja kaum ein passenderes Sinnbild für dieses ziemlich verkorkste Jahr als den – ebenfalls ziemlich verkorksten – zeremoniellen ersten Pitch der Saison durch Dr. Anthony Fauci, den Chef-Epidemiologen der USA:

Aber viel lieber als über Epidemien und verkorkste Jahre möchte ich über Baseball reden, und deshalb ist meine Szene der Woche ein anderer erster Pitch – nämlich jener erste Pitch im ersten Spiel der Minnesota Twins, den Max Kepler direkt über das Rightfield hämmerte. So fängt man eine Saison an:

Statistik der Woche 
27 Jahre. So lange dauerte es, bis die Miami Marlins zum ersten Mal in ihrer Teamgeschichte zu einem späteren Zeitpunkt als Juni an der Tabellenspitze der NL East standen. Dass ihnen das mit einem Sieg im Eröffnungsspiel gelungen ist, ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber dass sie es vorher so lange geschafft haben, an keinem einzigen Juli-, August- oder Septembertag auf Platz eins zu stehen, finde ich wirklich beeindruckend, vor allem weil sie schon zwei World Series gewonnen haben. In beiden Fällen erreichten sie die Playoffs von Platz zwei aus als Wild-Card-Team.

Spiel der Woche
Das Spiel der Oakland Athletics gegen die Los Angeles Angels vom Freitag verdient eine besondere Erwähnung als die erste MLB-Partie, die nach den neuen Extra-Innings-Regeln in die Verlängerung ging. Matt Olson sorgte dafür, dass sie mit einem Knaller endete, genauer gesagt mit einem Walk-Off Grand Slam zum 7:3, nachdem Marcus Semien als automatischer Runner sowie Ramon Laureano und Khris Davis die Bases geladen hatten. Es war der erste Walk-Off Grand Slam am Opening Day seit 1986, als Jim Pressley die Seattle Mariners zum Sieg schlug – übrigens ebenfalls gegen die Angels. Den letzten Walk-Off Grand Slam für die Athletics in Extra-Innings schlug im Jahr 2008 Mark Ellis gegen – ja genau, die Angels.

Mein Einschalttipp
Die Minnesota Twins (4-1) und die Cleveland Indians (4-2) sind beide vielversprechend in die Saison gestartet. Ab heute Nacht treffen die beiden AL-Central-Kontrahenten in einer 4-Spiele-Serie zum ersten Mal in diesem Jahr aufeinander. Bekommen die Indians mit ihrem traditionell starken Pitching die bombastische Offense der Twins in den Griff? Ich bin gespannt darauf. Vor allem das Spiel am Sonntag bietet sich wegen des europafreundlichen Beginns um 20:10 Uhr unserer Zeit dafür an, mal reinzuschauen. Ihr könnt die Partie sowohl auf mlb.tv als auch auf DAZN verfolgen. Als Starting Pitcher werden voraussichtlich Aaron Civale für die Indians und für die Twins Homer Bailey ins Rennen gehen.

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