Juli 15th, 2021 by Silversurger

Das All-Star-Game der MLB geht mit 5:2 an die American League. Wir wissen alle, dass es sich um eine Show-Veranstaltung handelt, bei der das Dabeisein viel wichtiger ist als das Ergebnis. Aber dass die AL nun schon neunmal in Folge gewonnen hat, finde ich durchaus bemerkenswert. Bemerkenswert ist ferner, dass Vladimir Guerrero Jr. mit 22 Jahren der jüngste Spieler aller Zeiten ist, der zum wertvollsten Spieler des All-Star-Games gewählt wurde, und dass Shohei Ohtani der erste ist, der in so einem Spiel sowohl als Pitcher als auch als Batter zum Einsatz kam.

In den Tabellen hat sich naturgemäß wenig getan, weil seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag nur am Wochenende gespielt wurde und dann Pause war. Ich gehe daher heute mal in erster Linie auf die Frage ein, wie die Teams wohl an die in zwei Wochen – genauer gesagt am 30. Juli – anstehende Trade-Deadline herangehen werden.

Vorher möchte ich noch ein paar Neuigkeiten der Woche zumindest kurz erwähnt haben: Outfielder Ronald Acuna Jr. von den Atlanta Braves hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Damit fällt einer der aufsehenerregendsten Jungstars der Liga für den Rest der Saison leider aus. Die Toronto Blue Jays haben bei den kanadischen Behörden beantragt, zum 30. Juli aus dem Notquartier in Buffalo (New York) in ihre Heimatstadt zurückkehren zu können. Eine Entscheidung über den Antrag wird für Anfang nächster Woche erwartet. Die Oakland Athletics spielen derweil offen mit dem Gedanken, sich von ihrem bisherigen Standort gänzlich zu verabschieden, wenn sich kein Lösung für die seit Jahren umstrittene Stadionfrage findet. Las Vegas gilt als aussichtsreicher Kandidat für einen Umzug, was sogar MLB-Commissioner Rob Manfred in einem Pressegespräch am Dienstag bestätigte. Manfred äußerte sich dabei auch zu den wegen der Pandemie temporär eingeführten Regeländerungen: Die 7-Inning-Doubleheader werden nächstes Jahr voraussichtlich wieder abgeschafft, ebenso die automatischen Baserunner in Extra-Innings.

National League
In der NL East ist das Verhalten zur Trade-Deadline am ehesten für die New York Mets (47-40) vorhersagbar. Sie werden eindeutig als Buyer auftreten und versuchen, durch Trades die vorhandenen Lücken im Roster zu stopfen. Ganz oben auf der Einkaufsliste steht ein Starting Pitcher, weil durch diverse Verletzungen schon die ganze Saison über ein fünfter Starter fehlt und die Rückkehr und volle Belastbarkeit von Carlos Carrasco und Noah Syndergaard noch ein gutes Stück entfernt sind. Einen offensiv und defensiv verlässlichen Third Baseman könnten die Mets ebenfalls gut gebrauchen – Kris Bryant (Cubs), Josh Donaldson (Twins) oder Adam Frazier (Pirates) sind hier heiße Kandidaten. Ob die Philadelphia Phillies (44-44), die Atlanta Braves (44-45) und die Washington Nationals (42-47) aktiv werden, ist schwer zu prognostizieren. Sie alle sind nur ein, zwei starke Serien von den Mets und damit vom Playoff-Platz entfernt, aber für jedes der Teams scheint die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Run zu gering, als dass man sich dafür weit aus dem Fenster lehnen würde. Für die Nationals wäre es angesichts von sechs Spielen Rückstand eine Überlegung wert, ob man die Segel streicht und beispielsweise Max Scherzer auf den Markt wirft. Klar als Seller dürften die Miami Marlins (39-50) auftreten. Das Prunkstück in ihrem Schaufenster ist Outfielder Starling Marte.

Um die NL Central streiten sich die Milwaukee Brewers (53-39) und die Cincinnati Reds (48-42). Beide können Verstärkungen gebrauchen. Für die Reds wäre – neben Bullpen-Hilfe, die so ziemlich jeder braucht – vor allem ein Shortstop interessant. Dass sie nach dem ganz großen Fisch namens Trevor Story angeln, halte ich aber eher für unwahrscheinlich. Die Brewers haben es mit erstaunlich wenig Offensive an die Spitze der Division geschafft und würden sich dementsprechend gern mit einem starken Batter verstärken, idealerweise einem Corner Infielder. Zwei solche hätten zum Beispiel die Chicago Cubs (44-46) mit Anthony Rizzo und Kris Bryant im Angebot, aber wahrscheinlich würden sie die beiden – ebenso wie All-Star-Closer Craig Kimbrel – lieber außerhalb der Division an den Mann bringen. Im Gegensatz zu den Cubs haben die gleichauf mit ihnen stehenden St. Louis Cardinals (44-46) noch keine eindeutigen Signale gesendet. Realistischerweise dürften sie eher Seller als Buyer sein, aber da sie kaum offensichtliche Trade-Kandidaten haben, ist von ihnen wohl eine eher ruhige Deadline zu erwarten. Bleiben noch die Pittsburgh Pirates (34-56), die schon seit Saisonbeginn als Seller feststehen. 2B Adam Frazier, der auch fast jede andere Feldposition spielen kann, dürfte ihr größtes Trade-Asset sein. Zudem haben sie einige Reliever im Angebot, allen voran Richard Rodriguez.

Im aufregenden Dreikampf um die NL West werden die San Francisco Giants (57-32), die Los Angeles Dodgers (56-35) und die San Diego Padres (53-40) gleichermaßen darauf aus sein, sich zur Deadline den möglicherweise entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Die Dodgers werden in erster Linie nach einem Starting Pitcher suchen – Dustin May fällt für das Jahr aus, Clayton Kershaw wird eine Weile auf der Verletzenliste sein und Trevor Bauer ist beurlaubt, während die Untersuchung der ihm vorgeworfenen sexuellen Gewalttaten andauert. Ein Name, dem ich schon mehrfach als Trade-Target der Dodgers gelesen habe, ist der von Atlantas Starter Charlie Morton. Eventuell werden die Dodgers in den Verhandlungen um Morton oder andere Starter in direkter Konkurrenz mit den Giants stehen, denn auch sie suchen in erster Linie nach einer Ergänzung der Rotation. Padres-Manager AJ Preller ist traditionell sehr aktiv zur Trade-Deadline. Sein Team hat derzeit keine ganz großen Needs, zusätzliche Tiefe können aber sowohl das Lineup als auch das Pitching vertragen. Für die Arizona Diamondbacks (26-66) und die Colorado Rockies (37-50) ist die Frage nicht, ob sie verkaufen werden, sondern nur, wen und für welche Gegenleistung in Form von Talenten. Der Hauptpreis bei den Rockies und möglicherweise der am meisten umworbene Spieler der Liga ist Shortstop Trevor Story, zudem dürften 1B CJ Cron und SP German Marquez auf Interesse stoßen. Bei den Diamondbacks stehen 3B Eduardo Escobar, OF David Peralta und SP Merrill Kelly im Schaufenster.

American League
Die Boston Red Sox (55-36) finden sich etwas unverhofft an der Spitze der AL East wieder. Klaffende Löcher haben sie nicht im Kader, aber wenn sich ein Deal anbietet, der ihnen ein Upgrade an der ersten Base, im Outfield oder für die Rotation bringt, sind sie sicher nicht abgeneigt. Auch die Tampa Bay Rays (53-37) werden im Einkauf-Modus sein. Sie sind bekanntlich stets darauf aus, die Payroll klein zu halten, aber ihre Farm ist so tief besetzt, dass sie für einen Spieler, der ihnen weiterhilft, möglicherweise lieber ein Prospect mehr bezahlen und dafür den abgebenden Verein einen Teil des Gehalts übernehmen lassen. DH Nelson Cruz von den Twins könnte ein Kandidat für einen solchen Trade sein. Die Toronto Blue Jays (45-42) und die New York Yankees (46-43) sind im Mittelmaß gefangen und sowohl in der Division als auch in der Wild-Card-Rangliste ein gutes Stück entfernt von einem Playoff-Platz. Beide scheinen nicht gewillt, die Saison vorzeitig aufzugeben, aber sie werden sicher auch nicht all-in gehen. Wenn sie Spieler dazuholen, dann am ehesten jemanden, der für mindestens ein weiteres Jahr unter Vertrag ist – jemanden wie OF Joey Gallo zum Beispiel. Als schwächstes Team der American League bleibt den Baltimore Orioles (28-61) mal wieder nichts anderes übrig als an einer besseren Zukunft zu bauen. OF Cedric Mullins und SP John Means werden umworben sein, aber ich glaube nicht, dass sie einen davon hergeben. Eher werden sie sich von 1B Trey Mancini und/oder OF Anthony Santander trennen.

Die Chicago White Sox (54-35) führen nicht nur unangefochten die AL Central an, sie haben mit dem 85-jährigen Owner Jerry Reinsdorf und dem 76-jährigen Manager Tony LaRussa auch zwei Verantwortliche, die eher den schnellen Erfolg suchen als dass sie sich viele Gedanken um Prospects machen, die vielleicht in drei Jahren gut sind. Ein Second Baseman als Ersatz für den verletzten Nick Madrigal wird wohl ihr Hauptziel sein, Eduardo Escobar oder Adam Frazier könnten hier gut passen. Die Cleveland Indians (45-42) sind wieder so ein Team im Niemandsland mit entfernten Chancen auf einen Wild-Card-Platz. Sie könnten in beide Richtungen gehen, wobei mein Tipp eher in Richtung Seller neigt. Denn ich denke, dass die Indians nach der Saison einen Rebuild vor sich haben und der ließe sich abkürzen, wenn man jetzt schon ein, zwei Spieler wie OF Eddie Rosario oder auch 3B Jose Ramirez gegen Prospects tauscht. Für die Detroit Tigers (40-51), die Minnesota Twins (39-50) und die Kansas City Royals (36-53) ist die Lage deutlich klarer. Sie alle können die aktuelle Saison abhaken, wenn auch mit unterschiedlichen Aussichten für die Folgejahre. Die Twins sehen 2021 als Ausrutscher und werden nicht den Kern des Teams aushöhlen. DH Nelson Cruz, dessen Vertrag ausläuft, wird sicher zu haben sein, vielleicht auch SP Jose Berrios und wenn der Preis stimmt eventuell 3B Josh Donaldson. Auch die Tigers wollen bald wieder eine Rolle spielen und haben ihr Franchise-Building zu diesem Zweck schon weitgehend abgeschlossen. Verkaufen werden sie nur bei wirklich guten Angeboten; am wahrscheinlichsten ist, dass sie 2B Jonathan Schoop abgeben, dessen Vertrag ausläuft. Die Royals sind weit entfernt von Konkurrenzfähigkeit und werden jeden Spieler verkaufen, der einen Tradewert hat. Die SPs Mike Minor und Danny Duffy sowie 1B/DH Carlos Santana sind hier die ersten, die mir einfallen.

Die Houston Astros (55-36) haben ein alterndes Roster, dessen Erfolgsfenster in diesem Jahr offenbar noch einmal weit offen steht. Das macht den Tabellenführer der AL West zum Kandidaten für eine aggressive Trade-Deadline. Ein linkshändiger Batter dürfte ihr Hauptziel sein, vielleicht Adam Frazier. Auch die Oakland Athletics (52-40) werden nicht untätig bleiben. Einen Blockbuster erwarte ich von dem stets preisbewussten Team eher nicht, aber einen nicht zu teuren Starter würden sie wohl ebenso nehmen wie einen bezahlbaren Hitter für die Mitte des Lineups, zum Beispiel Nelson Cruz. Die Seattle Mariners (48-43) und die Los Angeles Angels (45-44) bilden in dieser Division das schon mehrfach zitierte Niemandsland. Ich sehe beide tendenziell als Buyer, erwarte aber kein sehr aktives Herangehen an die Deadline. Die Texas Rangers (35-55) hingegen werden die Garage weit aufmachen und zahlreiche Spieler im Angebot haben. SP Kyle Gibson, RP Ian Kennedy, 2B Brock Holt und OF Joey Gallo könnten allesamt das Ende des Monats bei einem neuen Team erleben.

Szene der Woche
Es kam an dieser Stelle schon öfter vor, dass ich mich nicht entscheiden konnte und deshalb zwei oder drei Szenen zeigte, aber heute gibt es eine Premiere mit satten 74 Szenen der Woche. Wenn ihr das Home Run Derby Montagnacht nicht gesehen habt, dann bekommt ihr im folgenden Video die Chance, noch mal alle Homeruns von Pete Alonso zu sehen, mit denen er das Derby zum zweiten Mal hintereinander für sich entscheiden konnte:

Statistik der Woche 
20. So viele Pitcher wählten die Los Angeles Angels in der diesjährigen Draft der MLB in ebenso vielen Runden. Es war das erste Mal, dass ein Team in einer Draft ausschließlich Pitcher auswählt – abgesehen von den Miami Marlins in der Draft 2020, die coronabedingt auf fünf Runden beschränkt war. Als Pick Nummer eins in diesem Jahr entschieden sich die Pittsburgh Pirates für Catcher Henry Davis aus Louisville. Das war eine Überraschung, denn Davis galt zweifelsfrei als Erstrundentalent, doch als First overall hatte ihn kaum jemand auf der Rechnung. Die vorab als Favoriten gehandelten RHP Jack Leiter (Vanderbilt) und SS Marcelo Mayer (Eastlake Highschool) gingen als Nummer zwei an die Texas Rangers bzw. als Nummer vier an die Boston Red Sox. RHP Kumar Rocker (Vanderbilt), der ebenfalls als Kandidat für einen Top-Pick gehandelt wurde, fiel auf Rang 10 an die New York Mets.

Spiel der Woche
Für die Partie der San Diego Padres gegen die Washington Nationals vom letzten Donnerstag erwartete man eigentlich ein Pitcherduell zwischen den Assen Yu Darvish und Max Scherzer. Doch keiner der beiden Starter schaffte es aus dem vierten Inning heraus. Die Show stahl ihnen San Diegos Relief Pitcher Daniel Camarena – nicht mit seinem primären Handwerk, sondern mit dem, was ihm im zweiten At Bat seiner MLB-Karriere gelang: Der Reliever kam bei geladenen Bases an den Schlag und erzielte einen Grand Slam. Camarena ist der erste Relief Pitcher seit 1985, dem ein Grand Slam gelungen ist, und neben Bill Duggleby im Jahr 1898 der einzige, der das mit seinem ersten Hit geschafft hat. Der 4-Run-Schlag war zudem das Kernstück eines furiosen Comebacks der Padres, die zur Mitte des vierten Innings 0:8 zurücklagen und am Ende einen 9:8-Sieg davontrugen.

Mein Einschalttipp
Es geht vor allem in der American League gleich wieder gut los nach der Pause, zum Beispiel mit dem Klassiker der Yankees gegen die Red Sox, dem Spitzenduell White Sox gegen Astros und der Letzte-Hoffnung-Serie zwischen den Angels und den Mariners. Mein Einschalttipp für das Wochenende ist aber eine Serie der National League und zwar die der Milwaukee Brewers als Tabellenführer der NL Central bei ihrem Verfolger, den Cincinnati Reds. Mit einem 3-Spiele-Sweep in Milwaukee unmittelbar vor der Pause haben die Reds dafür gesorgt, dass die Division wieder spannend ist. Jetzt müssen die Brewers gleich noch einmal gegen den ungeliebten Gegner ran, dieses Mal in Cincinnati. Von der Uhrzeit her liegt aus europäischer Sicht die Partie am Sonntag ab 19:10 Uhr am günstigsten. Übrigens sind an diesem Wochenende alle Spiele auf mlb.tv kostenlos zu sehen.

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Juni 24th, 2021 by Silversurger

Das größte Thema in der MLB sind nach wie vor die klebrigen Substanzen, deren Gebrauch durch Pitcher die Liga mit verstärkten Kontrollen unterbinden will. Seit Montag wird jeder Pitcher mehrmals pro Spiel untersucht. Als erstes war Jacob deGrom dran – nicht weil seine unglaublichen Leistungen ihn besonders verdächtig gemacht hatten, sondern weil es zufällig das erste Spiel an dem Tag war. deGrom war ebenso „sauber“ wie alle anderen bislang kontrollierten Pitcher. Das heißt nicht, dass das Problem nicht existiert – es haben nur offenbar alle Nutzer der klebrigen Hilfsmittel rechtzeitig damit aufgehört. Dafür spricht jedenfalls, dass rund zwei Drittel der MLB-Pitcher eine deutliche Abnahme bei der Rotationsrate ihrer Pitches verzeichnen, seit die Liga vor drei Wochen die stärkere Umsetzung der Regeln ankündigte. Die Kontrollen scheinen also nicht umsonst zu sein, auch wenn sie mitunter zu ziemlich skurrilen Szenen führen:

Weitere interessante Neuigkeiten aus der MLB sind die Ankunft von Top-Prospect Wander Franco (siehe „Statistik der Woche“) und die Geschichte(n), die Shohei Ohtani schreibt: Dank des 2-Way-Phänomens der Angels war das Spiel gegen die Giants gestern Abend das erste in der MLB-Historie, in dem ein American-League-Team ohne Designated Hitter gegen ein National-League-Team mit DH antrat. Ohtani ist zudem der erste bestätigte Teilnehmer des Home Run Derbys am 12. Juli – er wird sowohl der erste Pitcher als auch der erste Japaner sein, der an der Veranstaltung teilnimmt.

American League
Die AL East hat einen neuen Tabellenführer, jedenfalls für den Moment. Die Boston Red Sox (44-30) fügten den Tampa Bay Rays (44-31) am Dienstag die siebte Niederlage in Folge zu und übernahmen damit die Divisionsspitze. Doch das Duell ist noch lange nicht entschieden, denn gestern meldeten sich die Rays mit einem überzeugenden 8:2-Sieg zurück, und heute Nacht steht im letzten Spiel der Serie der Spitzenplatz erneut zur Disposition. Für die Red Sox geht es dann ohne Pause in die nächste schwierige Serie gegen die New York Yankees (39-34). Gleichzeitig treffen die Toronto Blue Jays (37-35) auf die Baltimore Orioles (23-51). Obwohl die beiden als Dritter und Vierter Tabellennachbarn sind, liegen Welten zwischen den beiden Teams. Die Blue Jays haben sich gerade auf eine positive Bilanz zurückgekämpft und sind voll im Rennen um eine Wild Card, während das einzige Rennen der Orioles in diesem Jahr wohl das gegen den Titel des schlechtesten Teams der Liga ist. Trotz zuletzt fünf Niederlagen in Folge stehen die Orioles in diesem Wettbewerb noch vor den Diamondbacks.

Fünf Niederlagen in Folge mussten auch die Chicago White Sox (44-30) einstecken. Erst gestern gelang ihnen gegen die Pirates der erste Sieg seit einer Woche. Das Polster der White Sox in der AL Central war immerhin groß genug, um den ersten Platz trotz der Schwächephase zu halten, doch die Cleveland Indians (40-31) sind jetzt nur noch zweieinhalb Spiele zurück. Viel mehr gibt es zu dieser Division nicht zu sagen, denn die Kansas City Royals (33-39), die Detroit Tigers (32-42) und die Minnesota Twins (31-42) prügeln sich zwar munter um die Plätze, aber die konkrete Sortierung zwischen den drei abgeschlagenen Teams wird am Ende lediglich für die Draftreihenfolge interessant sein.

Auch die AL West ist im Wesentlichen ein Zweikampf. In diesem haben die Houston Astros (46-28) sich mit einer sensationell starken Serie von zehn Siegen in Folge inzwischen an die Spitze gesetzt und die Oakland Athletics (45-31) auf Rang zwei verdrängt. Die Astros weisen aktuell die beste Bilanz der AL und mit +135 das stärkste Run Differential der gesamten MLB auf. In den kommenden Tagen haben sie zudem mit den Tigers und den Orioles sehr lösbare Aufgaben vor sich, während die A’s zum Derby nach San Francisco müssen. Mit einem 4-Spiele-Sweep über die Rays haben diese Woche die Seattle Mariners (39-37) aufhorchen lassen. Wenn sie in den anstehenden Serien gegen die White Sox und die Blue Jays bestehen, könnten für die Mariners noch Außenseiterchancen auf eine Wild Card drin sein. Ihr deutlich negatives Run Differential von -48 wirft allerdings Zweifel auf, ob das Team „for real“ ist.

National League
Die NL East wird nach wie vor von den New York Mets (38-31) angeführt, auch wenn für sie zuletzt nur Serien von 1-3 gegen die Washington Nationals (35-36) und 2-2 gegen die Atlanta Braves (35-38) drin waren. Getragen werden die Mets vom mit Abstand besten Starting Pitching der Liga (2.64 ERA). Das ist erstaunlich angesichts der vielen Verletzungen, die die Rotation getroffen haben: Syndergaard und Carrasco haben dieses Jahr noch kein Spiel absolviert und werden es auch nicht allzu bald tun; Lucchesi unterzieht sich heute einer Tommy-John-Surgery, womit seine Saison gelaufen ist; Yamamoto fehlt noch mindestens einen Monat, Gsellman sechs bis acht Wochen; deGrom spielt zwar eine Saison für die Geschichtsbücher, musste aber auch schon ein paar Wochen pausieren und mehrere Spiele vorzeitig abbrechen; Stroman wurde vorgestern im zweiten Inning ausgewechselt, scheint aber nach ersten Untersuchungen nicht länger auszufallen. Die Mets überbrücken die Misere zurzeit mit mindestens zwei Spot-Startern oder Bullpen-Spielen pro Woche, vermutlich müssen sie bald noch mal auf dem Trade-Markt tätig werden. Auf dem Programm stehen für die Mets auch diese Woche wieder Duelle gegen die direkten Konkurrenten: zuerst viermal gegen die Philadelphia Phillies (34-37), dann ein Nachholspiel bei den Nationals und noch drei Partien in Atlanta. Lustigerweise sind übrigens die letztplatzierten Miami Marlins (31-42) neben den Mets das einzige Team der Division mit einem positiven Run Differential (+15).

In der NL Central gibt es sogar nur ein einziges Team mit einem positiven Run Differential, nämlich die Chicago Cubs (41-33, +24). An der Spitze stehen sie damit trotzdem nicht, denn dort nisten die Milwaukee Brewers mit einer Bilanz von 42-33, obwohl sie einen Run mehr kassiert als erzielt haben – ob man das Glück oder Effizienz nennen will, soll jeder selbst entscheiden. Nächste Woche wird es auf jeden Fall interessant, denn von Montag bis Mittwoch treffen die Cubs und die Brewers sich zum Spitzenduell in Wrigley Field. Die Cincinnati Reds (36-36) sahen vor einer Woche noch so aus, als ob sie sich wieder nach oben arbeiten, doch seitdem haben sie nur noch ein Spiel gewonnen und sind damit ebenso ins Niemandsland abgerutscht wie die St. Louis Cardinals (36-38).

Die drei stärksten Teams der National League spielen allesamt in der NL West. Wir warten quasi wöchentlich auf den Einbruch der San Francisco Giants (48-26), doch der scheint nicht zu kommen. Dass die Giants nicht nur die beste Bilanz aller MLB-Teams haben, sondern mit +101 auch das beste Run Differential der NL, spricht klar für sie. In den kommenden Tagen stehen zwei weitere Bewährungsproben für das Überraschungsteam des Jahres an, denn es geht erst zu Hause ins Derby gegen die Athletics und dann nach Los Angeles zum Klassiker gegen die Dodgers (44-30). Die Dodgers kommen gerade angeschlagen aus San Diego, wo sie sich einen 3-Spiele-Sweep durch die Padres (45-32) abgeholt haben. Die Padres haben damit nun sieben Spiele in Folge gewonnen, ihr Zwischentief offensichtlich hinter sich gelassen und sind zurück im Dreikampf ihrer Division. Da die Padres nun dreimal gegen die Arizona Diamondbacks spielen, benötigt es nicht viel Phantasie, um ihnen eine Fortsetzung der Erfolgsserie zuzutrauen. Die Diamondbacks haben ihre brutale Niederlagenserie nach 17 verlorenen Spielen mit einem Sieg gegen die Brewers am Montag zwar endlich beendet. Seitdem haben sie aber schon wieder zweimal verloren, sodass derzeit 19 Niederlagen aus den letzten 20 Spielen zu Buche stehen.

Szene(n) der Woche
Triple Plays sind ja an sich schon ein seltenes Ereignis im professionellen Baseball. Nahezu unglaublich wird es, wenn ein Team zwei davon innerhalb von drei Tagen schafft. Den Yankees ist das gelungen, sie haben am Donnerstag gegen die Blue Jays ihr zweites und am Sonntag gegen die Athletics bereits ihr drittes Triple Play in diesem Jahr vollendet. Beide waren zudem auf ihre Art ziemlich einzigartig. Das gegen die Blue Jays war das erste 1-3-6-2-5-6-Triple-Play, das jemals verzeichnet wurde. Kurz zur Erklärung für alle, die mit den Scoring-Bezeichnungen nicht so vertraut sind: 1-3-6-2-5-6 bedeutet, dass der Spielzug über Pitcher, First Baseman, Shortstop, Catcher, Third Baseman und nochmal Shortstop lief. In freier Wildbahn sieht das dann so aus:


Das Triple Play gegen die Athletics war vom Ablauf her eher Standard (5-4-3, also Third Baseman, Second Baseman, First Baseman), aber es war das letzte Play des Spiels. Es war das erste Mal seit rund 12 Jahren, dass ein MLB-Spiel mit einem Triple Play beendet wurde.

 

Statistik der Woche 
2001. Das ist keine ausgefeilte Statistik, sondern nur ein Geburtsjahr. Es sagt allerdings aus, dass Wander Franco der erste MLB-Spieler ist, der im aktuellen Jahrtausend geboren wurde. Das 20-jährige Top-Prospect der Rays gab sein Big-League-Debüt am Dienstag und schlug auch gleich seinen ersten Homerun.

Spiel der Woche
Hier fällt mir die Wahl diese Woche schwer. Die Blue Jays hatten einen tollen Comeback-Win gegen die Orioles mit sechs Runs nach dem zweiten Out im neunten Inning. Das eingangs erwähnte Match zwischen den Angels mit Shohei Ohtani und den Giants mit Kevin Gausman war ebenfalls absolut sehenswert. Noch beeindruckender fand ich aber das gestrige Spiel zwischen den Nationals und den Phillies, in dem Washington drei Rückstände – darunter einen von fünf und einen von vier Runs – aufholte und mit purer Willenskraft den Sieg nach Hause brachte:

Mein Einschalttipp
Zweimal geht es in den kommenden Tagen direkt um die Spitze einer Division: zuerst heute Nacht im letzten Spiel der Serie zwischen den Rays und den Red Sox in der AL East und dann von Montag bis Mittwoch zwischen den Brewers und den Cubs in der NL Central. Mein Einschalttipp ist das dritte Spiel der Serie in Milwaukee: Es läuft am kommenden Mittwoch um 20:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit als Free Game of the Day auf mlb.tv. Ihr braucht also nur einen Account auf mlb.com, dann könnt ihr es auch ohne Abo sehen. Starting Pitcher werden voraussichtlich Corbin Burnes (2.62 ERA, 1.13 FIP) für die Brewers und Jake Arrieta (5.45 ERA, 5.58 FIP) für die Cubs sein.
Je nachdem, wie die Spiele am Wochenende laufen, könnte es übrigens auch in den beiden Spielen zwischen den Dodgers und den Giants  Montag- und Dienstagnacht um eine Divisionsspitze gehen.

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Juni 17th, 2021 by Silversurger

Klebrige Substanzen und ihr Gebrauch durch Pitcher sind nach wie vor Diskussionsthema Nummer eins in der MLB. Nachdem schon zu Beginn der Saison sowie noch einmal am 3. Juni verstärkte Kontrollen und eine konsequentere Umsetzung der bestehenden Regeln angekündigt wurden, macht die Liga nun offenbar Ernst: In einem Memo an alle Teams und einer Pressemitteilung gab Commissioner Rob Manfred bekannt, dass ab kommenden Montag Starting Pitcher mindestens zweimal pro Spiel und Reliever nach jedem Einsatz auf unerlaubte Hilfsmittel wie Baumharz oder Spider Tack untersucht werden. Wer mit einer solchen Substanz erwischt wird, muss mit sofortigem Platzverweis und zehn Spielen Sperre rechnen. Die Teams werden mit in die Verantwortung genommen, indem sie die gesperrten Spieler weiterhin bezahlen müssen und den Platz im Kader während der Sperre nicht an jemand anderen vergeben dürfen.
Interessanterweise sind erste Auswirkungen der Ankündigung vom 3. Juni offenbar bereits zu beobachten: Bei zahlreichen Pitchern sind die zunächst auffällig hohen Rotationsraten ihrer Pitches seitdem deutlich zurückgegangen.

Ein selbsterklärtes „Opfer“ der neuen Regelauslegung ist Rays-Pitcher Tyler Glasnow: Er musste mit einem Anriss des ulnaren Seitenbandes im Ellenbogen seines Wurfarmes auf die Verletztenliste. Er macht ausdrücklich für die Verletzung verantwortlich, dass er von der Liga gezwungen wurde, mitten in der Saison etwas an seinen eingeübten Abläufen zu ändern, indem er auf seine Mischung aus Harz und Sonnencreme verzichten musste. Mit Clevelands Shane Bieber und Washingtons Max Scherzer verletzten sich diese Woche übrigens zwei weitere prominente Pitcher; von einem Zusammenhang mit dem Klebethema ist in ihren Fällen bislang nicht die Rede.

National League
Auch bei den New York Mets (35-25) macht man sich große Sorgen um einen Pitcher. Zwar läuft es sportlich super für das Team aus Queens: Von den letzten zehn Spielen wurden acht gewonnen und das gegen Hochkaräter wie die Padres und die Cubs, der Vorsprung in der NL East auf die Philadelphia Phillies (33-30) beträgt mittlerweile fünf Spiele. Jacob deGrom pitcht eine Saison für die Ewigkeit, er hat in seinen elf Starts insgesamt nur vier Runs zugelassen und steht auf einem ERA von unglaublichen 0.54. Doch er ist auch der Grund für die Sorgen, denn er musste zuletzt zweimal vorzeitig ausgewechselt werden. Letzten Freitag war eine entzündete Sehne im Ellenbogen der Grund, dass deGrom nach sechs Innings raus musste. Eine MRT  zeigte keine Schäden und Jake konnte gestern wieder spielen, doch nach drei perfekten Innings mit acht Strikeouts war wieder Schluss, dieses Mal wegen Problemen mit der Schulter. Er wird sich nun weiteren Untersuchungen unterziehen und man kann nur hoffen, dass er nicht länger ausfällt.
Die dreifachen Divisions-Titelverteidiger Atlanta Braves (30-35) spielen derweil weiterhin eine enttäuschende Saison. Sechs der letzten sieben Spiele haben sie verloren, darunter zwei gegen die Phillies und zwei gegen die abgeschlagenen Miami Marlins (29-39). Nun stehen auch noch zwei besonders schwierige Serien für die Braves an: erst viermal gegen die Cardinals, dann viermal gegen die Mets. 

Die St. Louis Cardinals (35-33) sind ihrerseits in Zugzwang, denn der einstige Tabellenführer der NL Central ist inzwischen auf Platz vier abgerutscht. Das klingt aber hoffnungsloser als es ist, denn abgesehen vom Schlusslicht Pittsburgh Pirates (23-44) sind in dieser Division alle Teams in den letzten Tagen sehr eng zusammengerückt. Vorne stehen gleichauf die Milwaukee Brewers und die Chicago Cubs (je 38-30), doch beide haben ihre letzten drei Spiele verloren. Die Cincinnati Reds (35-31) haben derweil sechs Spiele am Stück gewonnen – drei davon gegen die Brewers – und sind jetzt wieder voll im Rennen, ebenso wie die Cardinals nach ihrem Sweep über die Marlins. 

Der nächste Gegner der Reds sind die San Diego Padres (38-32), die sich seit zweieinhalb Wochen in der NL West im freien Fall befinden. Seit dem 30. Mai weisen sie eine Bilanz von 4-13 auf – zwar größtenteils gegen Top-Teams, doch zuletzt ließen sie sich auch von den Colorado Rockies (28-41) sweepen. Da die San Francisco Giants (43-25) und die Los Angeles Dodgers (41-27) weiterhin die Mehrzahl ihrer Spiele gewinnen, setzen die beiden sich zunehmend ab und bilden statt des einstigen Führungstrios nur noch ein Führungsduo. Da die Dodgers nächste Woche dreimal in San Diego gastieren, haben die Padres die Chance, den Anschluss schnell wiederherzustellen – aber auch, ihn endgültig zu verlieren. Apropos endgültig verlorener Anschluss: Den Arizona Diamondbacks (20-49) zuzuschauen, tut momentan selbst als neutraler Beobachter weh. Von ihren letzten 30 Spielen haben sie 27 verloren, darunter zweimal 13 am Stück. Die zweite dieser Serien dauert zurzeit noch an. Seit gestern sind die Diamondbacks zudem Mit-Inhaber des MLB-Rekords von 22 Auswärtsniederlagen am Stück; wenn sie heute auch das vierte Spiel in San Francisco verlieren, gehört der unrühmliche Rekord ihnen allein. 

American League
In der American League gibt es eine recht ausgeglichene Spitze in der Form, dass jede Division von einem Team mit 43 Siegen angeführt wird. In der AL East sind das die Tampa Bay Rays (43-26), für die die Luft allerdings gerade etwas dünn wird: Die Boston Red Sox (42-27) haben in den letzten Tagen zwei Spiele auf die Rays gut gemacht, sodass die beiden nun nur noch ein einziges Spiel trennt. Das ist eine spannende Ausgangslage vor dem direkten Aufeinandertreffen in der kommenden Woche, auch wenn die Rays vorher noch nach Seattle und die Red Sox nach Kansas City müssen. Im Mittelfeld der Division duellieren sich derzeit die New York Yankees (35-33) und die Toronto Blue Jays (33-33). Bislang hatten zweimal die Yankees knapp das bessere Ende für sich, Spiel drei steigt heute Nacht ab 1:07 mitteleuropäischer Zeit.

In keiner Division herrschen derart klare Verhältnisse wie in der AL Central. Ganz vorne haben wir die Chicago White Sox (43-25), die – gemeinsam mit den Giants – die beste Bilanz der gesamten MLB aufweisen. Der einzige verbliebene Konkurrent in der Division sind die Cleveland Indians (37-28), allerdings schon mit gehörigem Abstand auf die White Sox. Hinter den Rest der AL Central können wir getrost einen Haken setzen. Die Kansas City Royals (30-39) hatten eine Weile vorne mitgehalten, doch nach elf Niederlagen in den letzten zwölf Spielen gehören sie inzwischen klar in eine Kategorie mit den Detroit Tigers (29-39) und den Minnesota Twins (27-41). Alle drei müssen sich um die laufende Saison keine großen Gedanken mehr machen, außer jenen, welche Spieler man zur Trade-Deadline möglichst gewinnbringend auf den Markt bringen kann. 

Auch die AL West hat ihr 43-Siege-Team, nämlich die Oakand Athletics (43-27). Die A’s haben gerade durch einen Sweep den Zwischenspurt der Los Angeles Angels (33-35) gestoppt und damit die Tabellenführung vor den Houston Astros (39-28) behauptet. Die Astros schafften derweil in den beiden letzten Spielen gegen die Texas Rangers (25-43) etwas, das es in der MLB-Geschichte noch nie gab: José Altuve beendete vorgestern das Spiel mit einem Walkoff-Homerun und begann gestern das nächste Spiel mit einem Leadoff-Homerun. Ist es nicht faszinierend, dass es nach 150 Jahren professionellem Baseball immer noch fast jede Woche etwas völlig Neues gibt? Beide Spitzenteams der Division haben nun schwere Aufgaben vor sich: Die Athletics reisen zu den Yankees, während die Astros die White Sox empfangen (siehe „Einschalttipp“).

Szene der Woche 
Anthony Rizzo hat uns am Freitag mit einem der großartigsten At Bats des Jahres beschert. Der First Baseman der Cubs fiel gegen Cardinals-Pitcher Daniel Ponce de Leon schnell mit 0-2 zurück. Der nächste Pitch war ein hoher Ball, den Rizzo durchließ, bevor er einen Pitch nach dem anderen wegfoulte. Den vierzehnten Pitch des At Bats, einen 96-Meilen-Fastball, schlug er schließlich zum Homerun. Der Count war zu dem Zeitpunkt übrigens noch nicht mal voll, es stand 2-2 mit neun Foulballs. Rizzos Homerun im fünften Inning war der Ausgleich zum 5:5, die Cubs gewannen am Ende 8:5.

Statistik der Woche 
8. So viele Homeruns schlugen die Toronto Blue Jays am Sonntag beim 18:4-Sieg gegen die Boston Red Sox. Die Blue Jays sind damit das einzige Auswärtsteam, das jemals in der 109-jährigen Geschichte von Fenway Park so viele Homeruns in einem Spiel erzielte.

Spiel der Woche
Wir bleiben in Fenway Park, denn dort gab es zwei Tage vor dem Homerun-Festival der Blue Jays eine sehr viel spannendere Partie zu bestaunen. Obwohl es nur über achteinhalb Innings ging, dauerte das Spiel 3 Stunden und 47 Minuten. In dieser Zeit bekam man als Zuschauer einiges geboten: unter anderem sechs Führungswechsel – die meisten in einem MLB-Spiel seit fast zwei Jahren –, drei Bases-Loaded-Walks, den zweitkürzesten Out-Of-The-Park-Homerun (315 Yards) sowie den längsten nicht gefangenen Infield Fly (211 Yards) der Saison und einen Platzverweis gegen Astros-Manager Dusty Baker. Einen halbnackten Flitzer gab es übrigens auch, der taucht allerdings nicht im Video auf.

Mein Einschalttipp
Von Dienstag bis Donnerstag nächster Woche stehen die immer sehenswerten Duelle zwischen den Red Sox und den Rays sowie zwischen den Dodgers und den Padres an. Nachdem ich hier aber schon so oft NL-West- und AL-East-Matchups empfohlen habe, geht der Einschalttipp heute mal an eine andere hochinteressante Paarung: Die Astros treffen ab heute viermal auf die White Sox. Es sind die beiden Teams mit den besten Run Differentials der American League, im Fall der Astros vor allem auf offensive Feuerkraft gegründet, bei den White Sox hingegen auf hervorragendes Pitching. Die ersten drei Spiele laufen nach europäischer Zeit mitten in der Nacht, das vierte aber zur besten Sendezeit am Sonntagabend um 20:10 Uhr – sogar ganz ohne Konkurrenz durch die Fußball-EM. Übrigens: In den USA ist am Sonntag Vatertag. Aus diesem Anlass gibt es diese Woche das Jahresabo von mlb.tv zum halben Preis.

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Mai 27th, 2021 by Silversurger

Es ist fast schon eine Meldung wert, dass wir auf eine ganze MLB-Woche ohne No-Hitter zurückblicken. Dafür habe ich diese Woche ein Triple Play, einen historischen Meilenstein und zwei Teams, die gerade massiv durchstarten, im Angebot. 

American League
Einer der beiden Durchstarter ist in der AL East zu Hause und amtierender Champion der American League: Die Tampa Bay Rays (31-20) haben sage und schreibe 12 der letzten 13 Spiele gewonnen und dadurch die Divisionsführung übernommen. Groß ist ihr Vorsprung allerdings noch nicht, denn auch die Boston Red Sox (30-20) und die New York Yankees (28-20) spielen zurzeit guten Baseball und halten den Kontakt zur Spitze. Übrigens sind die Red Sox mit bislang 259 Runs das offensivstärkste und die Yankees mit 171 zugelassenen Runs das defensivstärkste Team der AL. Jedoch muss das Pitching der Yankees einen empfindlichen Schlag verdauen, denn Corey Kluber fällt mit einer Schulterverletzung voraussichtlich zwei Monate lang aus. Die Toronto Blue Jays (25-23) haben – vor allem durch vier Niederlagen gegen die Rays in dieser Woche – den Anschluss nach ganz oben erst mal verloren. Das kann sich allerdings schnell ändern, wenn sie den heutigen Doubleheader gegen die Yankees genauso erfolgreich gestalten wie das erste Spiel der Serie, dass sie 6:2 gewannen.

Die Chicago White Sox (28-20) haben sich diese Woche von den Yankees sweepen lassen und dadurch den Cleveland Indians (26-21) erlaubt, sich in der AL Central ein Stück heranzutasten. Das ergibt eine interessante Ausgangslage für die Anfang nächster Woche anstehende Spitzenserie zwischen den beiden Teams. Vorher müssen allerdings die White Sox noch gegen Baltimore ran und die Indians gegen die Blue Jays. Die Kansas City Royals (23-24) haben nach ihrem furiosen Start und dem anschließenden tiefen Fall eine solide Woche mit fünf Siegen aus den letzten sieben Spielen hinter sich. Am Wochenende spielen sie gegen die Minnesota Twins (20-29), die gerade zum ersten Mal in diesem Jahr vier Spiele hintereinander gewonnen haben und nun gegen die Royals untermauern wollen, dass mit ihnen vielleicht doch noch zu rechnen ist.

Die AL West ist nach wie vor ein Zweikampf zwischen den Oakland Athletics (29-22) und den Houston Astros (27-22), auch wenn die beiden sich zurzeit eher ein Schneckenrennen liefern. Die A’s haben zuletzt eine Serie gegen die Seattle Mariners (23-27) verloren, während die Astros sich von den Texas Rangers (22-29) sweepen ließen und noch ein Spiel gegen die Dodgers verloren, bevor sie gestern ihren einzigen Sieg in dieser Woche einfuhren. Der Blick auf den Spielplan zeigt für die Astros ein bockelhartes Programm: Sie bekommen es in den nächsten zwei Wochen mit den Padres, den Blue Jays und zweimal den Red Sox zu tun. Die Athletics spielen in derselben Zeit gegen die Los Angeles Angels (22-27), die Mariners, die Rockies und die Diamondbacks, was sich – bei allem Respekt für diese Teams – ein bisschen angenehmer anhört.

National League
Die NL East bleibt die schwächste und zugleich die spannendste Division der MLB. An der Spitze halten sich immer noch die New York Mets (22-20) als einziges Team mit positivem Record, obwohl sie unter einer beispiellosen Verletzungsflut leiden. Außer einem Catcher haben die Mets für jede Feldposition mindestens einen gestandenen MLB-Spieler auf ihrer Verletztenliste, von der ursprünglichen Stammformation sind lediglich Shortstop Francisco Lindor und Catcher James McCann übrig – wobei Letzterer zurzeit vor lauter Not meistens als First Baseman spielt. Obendrein kam heute die Hiobsbotschaft, dass die ersehnte Rückkehr von Noah Syndergaard in die Starting Rotation sich um mindestens sechs Wochen verzögert, weil der Rechtshänder unter einer Entzündung im Ellenbogen des Wurfarms leidet. Die Atlanta Braves (24-25), Philadelphia Phillies (24-26) und Washington Nationals (20-24) können aus dem Pech der Mets bislang kein Kapital schlagen, zumal sie durchaus ihre eigenen Sorgen haben. So mussten diese Woche die Braves Marcell Ozuna (gebrochener Finger), die Phillies Bryce Harper (verstauchter Arm) und die Nationals Victor Robles (Knöchelzerrung) auf die Liste setzen. Eine wirklich gute Woche hatten in der Division lediglich die Miami Marlins (24-25), die sich mit erfolgreichen Serien gegen die Mets und die Phillies auf den zweiten Platz vorgearbeitet haben.   

Noch stehen die St. Louis Cardinals (27-22) an der Spitze der NL Central, doch der Tabellenführer schwächelt unübersehbar. Gegen beide Chicagoer Klubs wurden diese Woche Serien verloren, erst gegen die Cubs (26-22) und dann gegen die White Sox. Die Cubs haben heute die Chance, mit einem weiteren Sieg über die Pittsburgh Pirates (18-30) zu den spielfreien Cardinals aufzuschließen. Am Wochenende erwarten sowohl die Cardinals mit den Diamondbacks als auch die Cubs mit den Cincinnnati Reds (21-25) lösbare Aufgaben, bevor es während der Woche zu einer spannenden Konstellation kommt: Das Spitzenduo der NL Central trifft auf das Spitzenduo der NL West – die Cardinals auf die Padres, die Cubs auf die Dodgers.

Zur NL West muss man in dem Zusammenhang sagen, dass sich am Spitzenduo durchaus noch etwas ändern kann, denn hier mischt noch ein Dritter mit. Vorne stehen zurzeit die San Diego Padres (32-18). Sie sind das zweite der eingangs erwähnten Durchstarter-Teams, haben 11 der letzten 12 Spiele gewonnen und 14 der letzten 16. Heute Abend gegen die Brewers und am Wochenende gegen die Astros winkt die Chance, die Führung in der Division auszubauen, denn die beiden Konkurrenten Los Angeles Dodgers und San Francisco Giants (jeweils 30-19) treffen direkt aufeinander und werden sich in irgendeiner Form gegenseitig Punkte abnehmen. Die Dodgers gehen als Favoriten in die Serie, nachdem sie am letzten Wochenende alle drei Spiele in San Francisco gewannen und nun zusätzlich den Heimvorteil auf ihrer Seite haben. Den Blick nach unten vergisst man leicht in dieser aufregenden Division: Dort steht mit den Colorado Rockies (19-30) eines der schwächsten Teams der Liga und mit den Arizona Diamondbacks (18-32) ein aktuell noch schwächeres, das seine letzten zehn Spiele allesamt verloren hat.

Szene der Woche 
Erst zum zweiten Mal in dieser MLB-Saison haben wir ein Triple Play zu sehen bekommen. Der seltene Spielzug gelang den Yankees im neunten Inning des Freitagsspiels gegen die White Sox. 3B Gio Urshela, 2B Rougned Odor und 1B Luke Voit retteten beim Stand von 1:1 ihren Closer Aroldis Chapman aus einer misslichen Lage und bereiteten damit den Weg zum Walkoff-Sieg in der unteren Hälfte des Innings.

Statistik der Woche 
20.002. So viele verschiedene Spieler haben bislang in der MLB oder ihren Vorgängerligen seit Gründung der National Association im Jahr 1871 gespielt. Zur Nummer 20.000 wurde am Freitag José Godoy. Der 26-jährige Backup-Catcher der Mariners hatte beim 1:16 seines Teams gegen die Padres ein eher unspektakuläres Debüt, aber den statistischen Meilenstein kann ihm niemand nehmen. Man muss sich das mal vorstellen: In 150 Jahren Major-League-Baseball haben es gerade mal so viele Spieler auf das höchste Niveau geschafft, dass sie alle gemeinsam in ein MLB-Stadion passen würden, sogar mit Corona-Abstand. 

Spiel der Woche
Die 11 erwies sich am Montag als Glückszahl der Tampa Bay Rays: 11 Hits erzielten sie in 11 Innings und sicherten sich damit ihren elften Sieg in Folge. Auf dem Weg dahin verspielten sie Führungen von 5:0 im ersten und 7:5 im zehnten Inning, bevor sie mit sieben Runs im elften die Hoffnungen der Blue Jays auf ein weiteres Comeback zunichte machten. Für die Blue Jays war es übrigens der voraussichtlich letzte Pflichtspiel-Auftritt im Spring-Training-Park in Dunedin, Florida. Für die kommenden Heimspiele zieht das Team um nach Buffalo im Bundesstaat New York und spätestens nächstes Jahr zurück nach Toronto.

Mein Einschalttipp
In den kommenden Tagen steht ein Haufen interessanter Paarungen an – Blue Jays gegen Yankees, White Sox gegen Indians, Mets gegen Braves, Cardinals gegen Padres, Dodgers gegen Cubs, Dodgers gegen Giants, um nur ein paar zu nennen. Am meisten gespannt bin ich auf die Serie zwischen den Tampa Bay Rays und den New York Yankees. Die beiden Teams, die in vielerlei Hinsicht kaum unterschiedlicher sein könnten, haben sich in den letzten Jahren spannende Rennen um die AL East geliefert. Dass die Rays 2020 die Division mit sieben Spielen Vorsprung gewannen, ließ sich komplett auf ihre 11-4-Bilanz gegen die Yankees zurückführen. Auch dieses Jahr scheint der notorisch überraschende Underdog ein gutes Rezept gegen den Rekordmeister in der Tasche zu haben. Ob sich dieser Eindruck verfestigt, werden wir ab Montag in einer Vier-Spiele-Serie sehen. Das erste Spiel ist am Montag ab 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit sowohl auf mlb.tv als auch bei DAZN zu sehen. Die voraussichtlichen Starter sind Rich Hill (3.63 ERA, 3.92 FIP) für die Rays und Domingo German (3.05 ERA, 3.83 FIP) für die Yankees.

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März 29th, 2021 by Silversurger

Spätestens seit ich die Yankees nur auf Rang 7 meines Rankings gesetzt habe, konnte man sich wohl denken, dass ich auf den Hypetrain um die Toronto Blue Jays aufgesprungen bin. Der Klub hat einen gut durchdachten mehrjährigen Rebuild hinter sich, in dem haufenweise Talent angesammelt und entwickelt wurde. Letztes Jahr signalisierte die Vereinsführung durch die Verpflichtung von Pitching-Ass Hyun-Jin Ryu, dass sie die Zeit gekommen sah, die Früchte des Neuaufbaus zu ernten. Ich war davon zunächst nicht überzeugt, doch das Team belehrte mich eines Besseren. Trotz übermächtig erscheinender Konkurrenz innerhalb der AL East brachten die Blue Jays es auf eine positive Bilanz (32-28) und erreichten die Playoffs. Dort war zwar gegen die Rays schnell Endstation, aber die Blue Jays sind offensichtlich zurück im Rennen. Die jungen Spieler, die den Kern des Kaders bilden, werden dieses Jahr einen weiteren Schritt nach vorne machen. Insbesondere von Vladimir Guerrero Jr. erwarte ich ein Breakout-Jahr. Er dürfte am meisten von der Neuverpflichtung von Marcus Semien profitieren – dadurch, dass Semien und Bo Bichette das Middle Infield unter sich aufteilen, ist Cavan Biggio frei für die Third Base und Guerrero kann sich als First Baseman und/oder DH mehr auf sein starkes Hitting konzentrieren. Ein noch größeres Upgrade hat das Outfield erhalten, denn die Blue Jays räumten mit George Springer einen der Hauptpreise der diesjährigen Free Agency ab. Eher zurückhaltend waren sie in Bezug auf die Starting-Rotation, die nach wie vor etwas dünn wirkt und sich als Achillesferse des Teams herausstellen kann. Hinzu kommt, dass sich der als Closer verpflichtete Kirby Yates letzte Woche einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste und somit für die gesamte Saison ausfällt. Die Stärken und Schwächen der Blue Jays sprechen dafür, dass sie dieses Jahr viele High-Scoring-Games und somit einen hohen Unterhaltungswert bieten werden. Dass sie auf dem zweiten Platz meines Rankings stehen, hat übrigens teilweise „formale“ Gründe: Dieser Platz ist bei mir für das beste Team der American League, also den erwarteten World-Series-Teilnehmer reserviert. Das sind in meiner Prognose die Blue Jays. Allerdings halte ich die National League dieses Jahr in der Spitze für deutlich stärker, sodass der realistische Rang der Blue Jays #4 hinter drei NL-Teams wäre.

Voraussichtliches Lineup
C Danny Jansen
1B Vladimir Guerrero Jr.
2B Marcus Semien
SS Bo Bichette
3B Cavan Biggio
LF Lourdes Gurriel Jr.
CF George Springer
RF Teoscar Hernandez
DH Rowdy Tellez

Voraussichtliche Rotation
LHP Hyun-Jin Ryu
LHP Robbie Ray
RHP Nate Pearson
RHP Tanner Roark
LHP Steven Matz
Key Relievers: Jordan Romano, Rafael Dolis

Wichtigster Zugang
OF George Springer (Houston Astros)

Wichtigster Abgang
RHP Taijuan Walker (New York Mets)

Bestes Prospect
RHP Nate Pearson

Größte Stärke
Das Lineup: Die Blue Jays stellte letztes Jahr bereits die drittbeste Offense der AL mit 302 erzielten Runs und die viertbeste mit .766 OPS. Das war noch vor der Ankunft von George Springer, einem der stärksten Leadoff-Hitter der Liga. Die oben beschriebenen Umstellungen infolge der Verpflichtung von Marcus Semien könnten sich als weiterer Faktor erweisen, der diese Offense 2021 noch ein Stück besser macht als 2020 und gleichzeitig defensive Schwächen reduziert.

Größte Schwäche
Pitching-Tiefe: Hyun-Jin Ryu ist das unumstrittene Ass. Selbst wenn man über seine umfangreiche Verletzungsgeschichte hinwegsieht, häufen sich hinter ihm die Fragezeichen: Finden Robbie Ray und Steven Matz die Form, die sie bei ihren alten Teams vor drei, vier Jahren regelmäßig, seitdem aber nur noch sporadisch gezeigt haben? Wird Nate Pearson den Vorschusslorbeeren des Top-Prospects gerecht? Waren die schwachen Leistungen von Tanner Roark und Ross Stripling 2020 nur ein statistischer Ausreißer? Nur wenn die Mehrzahl dieser Fragen mit ja zu beantworten sind, haben die Blue Jays eine Chance, meiner optimistischen Einstufung gerecht zu werden.

Spannendste Frage
Wann dürfen sie nach Hause? Wegen der Pandemielage sind die Reisemöglichkeiten zwischen Kanada und den USA seit einem Jahr stark eingeschränkt. Die Blue Jays beginnen daher die zweite Saison in Folge in einer Ersatz-Heimstätte. Die Wahl fiel nicht erneut auf den Minor-League-Ballpark in Buffalo, New York, sondern auf den Spring-Training-Komplex in Dunedin, Florida. Dort wird das Team zumindest im April und wahrscheinlich auch im Mai die Heimspiele austragen. Danach wird es vom Infektions- und Impfgeschehen abhängen, ob die Blue Jays ins Rogers Center zurückkehren können. Falls das nicht möglich ist, steht eventuell ein erneuter Zwischennumzug nach Buffalo an, bevor das heiße und feuchte Sommerklima in Florida zur Belastung wird.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL East

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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März 25th, 2021 by Silversurger

Um ein Haar hätten die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten den Opening Day der MLB zum bundesweiten Feiertag gemacht. Hat leider nicht geklappt, aber ich fiebere trotzdem weiterhin dem 1. April entgegen. Aktuell laufen noch die letzten Tage des Spring Trainings. Bei den Neuigkeiten der Woche handelt es sich leider überwiegend um Verletzungsmeldungen, aber ein paar Vertragsverlängerungen und eine interessante Ankündigung der Ligaleitung sind auch dabei. 

MLB will gegen manipulierte Bälle vorgehen
In einer Memo an alle 30 Klubs hat die Liga angekündigt, in diesem Jahr verstärkt gegen die Behandlung von Spielbällen durch Fremdsubstanzen durchgreifen zu wollen. Das Zeitalter des Spit-Balls liegt zwar weit hinter uns, aber es ist kein großes Geheimnis, dass auch heute noch viele Pitcher die Bälle „bearbeiten“, beispielsweise mit Kiefernteer. Das klebrige Kiefernteer darf mit gewissen Einschränkungen von Battern verwendet werden, um einen besseren Griff am Schläger zu haben. Am Ball und in den Händen von Pitchern ist es verboten. Um Verstößen künftig häufiger auf die Schliche zu kommen, sollen nicht nur stichprobenartig Bälle kontrolliert werden, sondern es sollen auch statistische Auffälligkeiten untersucht werden wie zum Beispiel drastische Sprünge bei der Rotationsrate einzelner Pitcher. Die Ankündigung der MLB enthält die Androhung von Strafen sowohl gegen die Pitcher als auch gegen Klubpersonal, das die Manipulationen unterstützt. Welche Art und welches Ausmaß diese Strafen haben sollen, lässt die Liga bislang offen.

Yates fällt lange aus
Die Toronto Blue Jays müssen dieses Jahr ohne den frisch verpflichteten Kirby Yates auskommen: Der ursprünglich für die Closer-Rolle vorgesehene Reliever benötigt eine Tommy-John-Surgery. Zweifel an der Gesundheit seines Ellenbogens bestanden wohl schon länger: Die Atlanta Braves hatten in der Offseason ein Vertragsangebot nach der medizinischen Untersuchung zurückgezogen, und auch die Blue Jays reduzierten ihr Angebot wegen des Risikos von 8,5 Millionen Dollar auf 5,5 Millionen. Nun ist es traurige Gewissheit, dass Yates bis in die nächste Saison und damit über die Vertragslaufzeit hinaus ausfällt. Wer an seiner Stelle als Closer fungieren wird, ist unklar. Jordan Romano, David Phelps, Rafael Dolis und Tyler Chatwood dürften die wahrscheinlichsten Kandidaten für Save-Gelegenheiten der Blue Jays sein.

Noch mehr Verletzungen
Neben Yates haben eine ganze Reihe weiterer MLB-Profis schlechte Nachrichten erhalten. Ich beschränke mich auf eine Auswahl: Pitcher Carlos Carrasco wird den Mets nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel für sechs bis acht Wochen fehlen. Eine ähnliche Verletzung hat sich Brendan Rogers, das Top-Prospect der Rockies, zugezogen. Bei den Pirates hat Steven Brault muskuläre Probleme im Arm und bekam deshalb einen Monat Pause verordnet. Bis er wieder voll einsatzbereit ist, dürften zehn bis zwölf Wochen vergehen. Drei weitere Pitcher – Rico Garcia (Giants), Jimmy Cordero (White Sox) und Blake Cederlind (Pirates) – müssen sich ebenfalls der berühmt-berüchtigten Tommy-John-Surgery unterziehen und somit ihre Hoffnungen begraben, es dieses Jahr in ein Major-League-Roster zu schaffen.

Royals verlängern mit Perez
Die Kansas City Royals sichern sich die Dienste ihres langjährigen Catcher Salvador Perez bis mindestens 2025: Der 30-Jährige erhält einen Vierjahresvertrag, beginnend nach dieser Saison, mit einem Garantiegehalt von 82 Millionen Dollar. Für weitere 11,5 Millionen kann der Klub die Option auf ein weiteres Jahr ziehen. Perez ist für die Royals eines der Gesichter der Franchise. Er hat in seiner Karriere nie woanders gespielt und war bereits ein wichtiger Teil des Teams, als es 2015 die World Series gewann.

Astros: McCullers unterschreibt, Correa wartet ab
Die Houston Astros binden ebenfalls einen ihrer World-Series-Helden langfristig an sich: Starting Pitcher Lance McCullers Jr. erhält einen Fünfjahresvertrag ab 2022, der ihm 85 Millionen Dollar einbringt. Auch mit Carlos Correa würden die Astros gern Nägel mit Köpfen machen. Dem Shortstop wurde ein Vertrag in der Größenordnung von sechs Jahren und 120 Millionen angeboten, doch eine Einigung scheint es bisher nicht zu geben.

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Februar 25th, 2021 by Silversurger

Fenster auf, Augen zu – riecht ihr auch schon das frisch gemähte Gras der Baseballfelder, wartet ihr auch schon sehnsüchtig auf das Geräusch des Schlägers, der auf den Ball trifft? Es ist soweit, am Sonntag geht es los mit den Spring-Training-Spielen. In der ersten auf mlb.tv übertragenen Partie treffen um 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Toronto Blue Jays auf die New York Yankees.
Ziemlich getrübt dürfte die Vorfreude auf den Saisonstart bei den Seattle Mariners sein: Dort sorgten in den letzten Tagen einige bierselige Äußerungen des Team-Präsidenten für reichlich Unruhe.  

Mariners-Präsident tritt zurück
In einer Zoom-Konferenz des Rotarierklubs Seattle-Bellevue Anfang Februar fühlte Kevin Mather sich offenbar ungezwungen genug, um mal völlig undiplomatisch vom Leder zu ziehen. Der Präsident und Geschäftsführer der Mariners echauffierte sich über die mangelnden Sprachkenntnisse eines japanischen und eines dominikanischen Spielers, markierte einen der Stars seines Teams als „überbezahlt“ und brüstete sich damit, dass Free Agents „mit dem Hut in der Hand“ um einen Vertrag betteln würden, wenn man sie nur lange genug auf ein Angebot warten ließe. Zudem brach er das unter MLB- und Teamfunktionären herrschende Tabu, offen über Service-Time-Manipulation zu reden – also über die Praxis, leistungsstarke junge Spieler gezielt später in die MLB zu berufen, um dem Klub eine verlängerte vertragliche Kontrolle zu ermöglichen.

Der Rotarierklub stellte die 45-minütige Rede, deren Brisanz man offenbar nicht erkannte, anschließend bei Youtube zur Verfügung. Dort stieß ein Mariners-Fan zufällig auf das Video und trat einen Sturm der Entrüstung unter lokalen Beatwritern, Anhängern und den von Mather kritisierten Spielern los, durch den Mather sich sowohl zu einer Entschuldigung als auch zum Rücktritt gezwungen sah. Mather war im Umfeld des Klubs schon vorher nicht sonderlich beliebt, und manch einer wird froh sein, ihn auf diese Weise losgeworden zu sein. Allerdings muss man wohl auch konstatieren, dass er nicht mehr und nicht weniger als das ausgesprochen hat, was dem Denken und Handeln vieler anderer Funktionäre entspricht. Die nach der Saison anstehenden Verhandlungen zwischen der Liga, den Klubs und der Spielergewerkschaft über einen neuen Rahmenvertrag sind nach diesem Vorfall mit Sicherheit nicht leichter geworden. 

Walker zu den Mets
Die New York Mets haben zum Ende ihrer sehr aktiven Offseason noch einmal nachgelegt: Starting Pitcher Taijuan Walker wurde mit einem Zweijahresvertrag verpflichtet. Der 28-Jährige erhält für sein Engegament ein garantiertes Gehalt von 20 Millionen Dollar; für 2023 hat er zudem die Option auf eine Verlängerung, die ihm weitere rund 10 Millionen einbrächte. Walker brachte es letztes Jahr in elf Starts für die Mariners und die Blue Jays auf einen ERA von 2.70. Er komplettiert eine sehr namhafte Starting Rotation mit Jacob deGrom, Marcus Stroman, Carlos Carrasco und David Peterson. Voraussichtlich im Juni ist zudem mit der Rückkehr von Noah Syndergaard nach seiner Tommy-John-Surgery zu rechnen. Im Gegensatz zu Syndergaard, der sich regelmäßig über soziale Medien mit Mr. Met kabbelt, scheint Walker daran gelegen zu sein, gut mit dem Team-Maskottchen auszukommen: Weil seine bevorzugte Rückennummer „00“ schon von Mr. Met getragen wird, hat sich der Pitcher bereitwillig umorientiert und die „99“ gewählt.

Weitere Neuverpflichtungen  
Die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche: OF Brett Gardner (New York Yankees, 1 Jahr plus Kluboption, 4 Millionen Dollar), 1B/DH Mitch Moreland (Oakland Athletics, 1 Jahr, 2,25 Millionen plus Leistungsboni), 1B/3B Jake Lamb (Atlanta Braves, ), RP Chaz Roe (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 1,15 Millionen).

Diese Free Agents sind noch ohne Vertrag
Die Free Agency hat in dieser Offseason, vermutlich auch coronabedingt, erst spät an Fahrt aufgenommen. Inzwischen sind aber fast alle Akteure mit Rang und Namen entweder bei einem Team untergekommen oder haben sich wie Hunter Pence, Daniel Murphy, Dustin Pedroia, Cody Allen und Brian Dozier entschieden, ihre Karriere zu beenden. Irgendwo zwischen den Welten befindet sich Ryan Braun, der nach eigener Aussage „zurzeit nicht interessiert“ ist zu spielen, aber auch noch nicht bereit, sein Karriereende zu verkünden.

Von meiner Top-20-Liste der diesjährigen Free Agents ist nur noch Jackie Bradley Jr. übrig. Der Centerfielder scheint sich etwas verzockt zu haben mit seiner Forderung nach einem hoch bezahlten Vertrag über mindestens vier Jahre, die interessierte Teams wie die Mets und die Astros abschreckte. Neben Bradley Jr. sind noch einige interessante Starting Pitcher verfügbar, allen voran Jake Odorizzi. Auch er ist möglicherweise mit zu hohen Forderungen aufgetreten und wird sich mit weniger zufrieden geben müssen. Ein MLB-Vertrag dürfte ihm aber sicher sein. Anders könnte es für Kandidaten wie Cole Hamels und Rick Porcello aussehen. Wenn sich innerhalb der nächsten Tage nichts anderes ergibt, müssen sie eventuell den Weg beschreiten, auf dem Matt Harvey (Orioles), Felix Hernandez (Orioles) und Julio Teheran (Tigers) sich schon befinden. Die drei haben Minor-League-Verträge unterschrieben und versuchen sich im Camp neu zu empfehlen für eine weitere Chance auf der großen Bühne.

Desmond wählt Opt-Out
Ob wir Ian Desmond noch mal auf der großen Bühne sehen werden, bleibt abzuwarten. Der Outfielder hat zwar einen laufenden Vertrag mit den Colorado Rockies, doch er kündigte vor wenigen Tagen an, erneut die Ausstiegsoption zu ziehen, die allen Spielern wegen der Coronapandemie zugestanden wird. Er verzichtet damit auf mittlerweile 13,56 Millionen Dollar. Sein Wunsch, bei seiner Familie zu sein, sei größer als der Wunsch, unter den aktuellen Umständen Baseball zu spielen, ließ er in einem Statement wissen. Für nächstes Jahr haben die Rockies die Option einer Vertragsverlängerung für 15 Millionen. Dass sie diese für einen dann 36-Jährigen ziehen, der zwei Jahre lang nicht gespielt hat, erscheint unwahrscheinlich. 

Top-Prospect der Twins fällt lange aus
Royce Lewis, das am höchsten eingestufte Nachwuchstalent der Minnesota Twins, muss auf den Start seiner MLB-Karriere noch mindestens bis 2022 warten. Der 21-jährige Shortstop zog sich einen Kreuzbandriss zu und muss deswegen morgen operiert werden. Die anschließende Reha dauert üblicherweise neun bis zwölf Monate, sodass die Saison 2021 für Lewis definitiv gelaufen ist. Die Twins haben sich auf der Shortstop-Position gerade erst durch die Verpflichtung von Andrelton Simmons verstärkt, somit entsteht durch den Ausfall von Lewis zumindest kurzfristig keine Lücke. Trotzdem ist es ein herber Rückschlag, dass das Top-Prospect der Franchise durch die ausgefallene Minor-League-Saison 2020 und die jetzt erlittene Verletzung insgesamt rund zweieinhalb Jahre lang kein einziges Baseballspiel bestreiten kann.

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Februar 18th, 2021 by Silversurger

Der Frühling ist da! Das ist zwar weder astronomisch noch meteorologisch korrekt, aber für den Baseballfan beginnt diese Jahreszeit eben mit dem Spring Training, und das haben in dieser Woche sämtliche MLB-Teams aufgenommen. Rund zwei Wochen nehmen sich die Akteure, um erstmal den gröbsten Rost abzuschütteln und eine Wellenlänge mit neuen Mitspielern und Coaches zu finden. Am 28. Februar geht es dann los mit den öffentlichen Testspielen, in denen die Teams sich auf den Start der echten Saison am 1. April vorbereiten.

Angepasste Spring-Training-Spielpläne
Coronabedingt wurden für dieses Jahr die Spielpläne der Vorbereitungsspiele umgestellt: Die Teams sollen möglichst wenig reisen und auf nicht zu viele unterschiedliche Gegner treffen. So spielen zum Beispiel die Mets, die Astros, die Marlins, die Cardinals und die Nationals, deren Trainingslager an der Ostküste von Florida liegen, ausschließlich untereinander. Die vollständigen Spielpläne findet ihr hier. Wie gewohnt werden nicht alle, aber viele der Testspiele auf mlb.tv übertragen.

Blue Jays starten Saison in Florida
Wenn Ende März die anderen Teams zurück in ihre Heimatstädte fliegen, bleiben nicht nur die Miami Marlins und die Tampa Bay Rays, sondern auch die Toronto Blue Jays in Florida zurück. Wegen der Pandemie bestehen nach wie vor rechtliche und logistische Hürden beim Grenzübertritt zwischen den USA und Kanada, daher trägt das einzige kanadische Team der MLB seine Heimspiele auch in diesem Jahr zumindest während der ersten Saisonwochen in einem Ausweichquartier aus. Letztes Jahr nutzten die Blue Jays dafür das Stadion ihrer AAA-Filiale in Buffalo, dieses Mal bleiben sie in ihrem Spring-Training-Komplex in Dunedin, gleich westlich von Tampa.

340 Millionen für Tatis Jr.
Fernando Tatis Jr. ist erst 22 Jahre alt, gilt aber bereits als einer der besten Shortstops der Liga. Damit sie an ihm noch lange Freude haben, nehmen die San Diego Padres eine enorme Menge Geld in die Hand. 340 Millionen Dollar bezahlen sie dem Jungstar dafür, dass er sich für die nächsten 14 Jahre dem Verein verschreibt. Da Tatis im Rahmen seines Rookievertrags ohnehin noch bis 2025 an die Padres gebunden gewesen wäre, kommt die Verlängerung überraschend frühzeitig. Aus Vereinssicht ist der Vertrag eine teure Wette darauf, dass Tatis sein hohes Leistungsniveau auf Dauer hält. Solange das der Fall ist, haben sicher beide Seiten ein gutes Geschäft gemacht. Sollte der Junge im Laufe der Zeit durch eine Verletzung oder andere Umstände aus der Bahn geworfen werden, hätte man sich allerdings einen heftigen Klotz ans Bein gebunden. 

Turner bleibt bei den Dodgers
Auch das letzte Mitglieder meiner Top-10 der diesjährigen Free Agents hat sein neues Zuhause gefunden; in diesem Fall ist es zugleich das alte: Justin Turner bleibt für zwei weitere Jahre bei den Los Angeles Dodgers. Der 36-jährige Third Baseman erhält für seine Unterschrift 34 Millionen Dollar, zudem kann der Klub für weitere 14 Millionen die Option auf ein drittes Jahr ziehen, und ein paar leistungsbezogene Extras kommen noch obendrauf.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Hier die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche, wie immer beschränkt auf MLB-Verträge: RP Trevor Rosenthal (Oakland Athletics, 1 Jahr, 11 Millionen Dollar), SP James Paxton (Seattle Mariners, 1 Jahr, 8,5 Millionen plus Leistungsboni), SP Jake Arrieta (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 6 Millionen), SP Aaron Sanchez (San Francisco Giants, 1 Jahr, 4,5 Millionen plus Leistungsboni), CF Kevin Pillar (New York Mets, 1 Jahr plus beidseitige Option, 3,6 Millionen), IF/OF Brad Miller (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 3,5 Millionen), IF/OF Marwin Gonzalez (Boston Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen plus Leistungsboni), RP Mark Melancon (San Diego Padres, 1 Jahr plus beidseitige Option, 3 Millionen), RP Yusmeiro Petit (Athletics, 1 Jahr, 2,55 Millionen plus Leistungsboni), SP Rich Hill (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 2,5 Millionen), SP Tyler Anderson (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, 2,5 Millionen), RP Sergio Romo (Athletics, 1 Jahr, 2,25 Millionen), SP Matt Shoemaker (Minnesota Twins, 1 Jahr, 2 Millionen plus Leistungsboni), SP Collin McHugh (Rays, 1 Jahr, 1,8 Millionen), IF Asdrubal Cabrera (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), RP David Phelps (Toronto Blue Jays, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), OF Nomar Mazara (Detroit Tigers, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), RP Brandon Workman (Cubs, 1 Jahr, 1 Million plus Leistungsboni), RP Oliver Drake (Rays, 1 Jahr, 775.000), RP Justin Wilson (New York Yankees, 1 Jahr, Finanzen unbekannt), RP Ken Giles (Mariners, 2 Jahre, Finanzen unbekannt).

Zudem gab es zwei kleine Trades, jeweils unter Beteiligung der Tampa Bay Rays: Von den Boston Red Sox bekommen sie die beiden Pitcher Chris Mazza und Jeffrey Springs im Austausch gegen die Prospects Catcher Ronaldo Hernandez und Pitcher Nick Sogard. Im zweiten Trade schicken die Rays Pitcher John Curtiss zu den Miami Marlins und bekommen dafür Minor-League-1B Evan Edwards.

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Januar 28th, 2021 by Silversurger

Keine Woche ohne einen verstorbenen Hall of Famer – so sieht der Start in das lang ersehnte Jahr 2021 bisher leider aus. Diese Woche steht die Trauermeldung nicht am Ende, sondern am Anfang des Grand Slams, denn mit Hank Aaron ist einer der ganz Großen des Baseballs von uns gegangen.
Viel Zeit zum Innehalten bleibt leider nicht, denn der Countdown zur neuen Saison läuft und die MLB-Teams sind eifrig dabei, letzte Hand an ihre Kader zu legen. Den größten Deal landeten diese Woche die Phillies. Sie wurden sich mit J. T. Realmuto einig, dem Top-Free-Agent dieser Offseason nach meiner Rangliste vom November. 

Abschied von Hank Aaron
Die Baseballwelt trauert um einen der größten Slugger aller Zeiten: Henry „Hank“ Aaron ist am Freitag im Alter von 86 Jahren gestorben. Aaron schlug in seiner Karriere 755 Homeruns und war damit lange Rekordhalter, bevor ihn Barry Bonds im Jahr 2007 überholte. Angesichts der Rolle von Bonds in der Steroid-Ära gilt Aaron Vielen bis heute als der wahre Homerun-Champion der MLB-Geschichte. In seiner 23 Jahre langen Karriere mit den Milwaukee/Atlanta Braves und den Milwaukee Brewers wurde er 21-mal ins All-Star-Team berufen, gewann zwei Batting-Titel, drei Gold Gloves und die World Series 1957. Die Zeit seines größten Erfolges war für ihn zugleich die schwerste seines Lebens, denn das Übertreffen des Homerun-Rekords von Babe Ruth im Jahr 1974 wurde von massiven rassistischen Anfeindungen und Morddrohungen begleitet. Aaron ertrug den blinden Hass mit Mut und Gelassenheit. Für seine Rolle als Vorbild und sein auch nach der Karriere fortgesetztes gesellschaftliches Engagement wurde er 2002 mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet. Seit 1982 ist er Mitglied der Baseball Hall of Fame, in die er im ersten Jahr der Wählbarkeit mit 98% der Stimmen aufgenommen wurde.

Niemand in die Hall of Fame gewählt
Apropos Hall of Fame: Die diesjährige Wahl zur Aufnahme in die Ehrenhalle ist vorbei und zum ersten Mal seit 2013 erreichte niemand die nötige Mehrheit von 75% Zustimmung der 401 wahlberechtigten Baseball-Journalisten. 14 Wahlberechtigte gingen sogar so weit, einen leeren Wahlzettel abzugeben.
Die höchsten Werte erzielten Curt Schilling (71,1%), Barry Bonds (61,8%) und Roger Clemens (61,6%). Diese drei wären von ihren Karriereleistungen her eigentlich allesamt sichere Hall-of-Fame-Kandidaten, doch wegen Dopingvorwürfen und Charakterfragen wird ihnen schon seit neun Jahren regelmäßig die nötige Mehrheit verweigert. Nächstes Jahr stehen sie zum zehnten und letzten Mal auf dem Wahlschein – ihre letzte Chance wird vermutlich ihre beste sein, weil es einige der Wahlberechtigten wohl als ausreichenden Denkzettel ansehen werden, sie so lange wie möglich schmoren zu lassen und sie dann doch noch in die Halle zu wählen. Schilling hat auf dieses Spiel keine Lust mehr und bat in einem Brief darum, nächstes Mal nicht mehr zur Wahl gestellt zu werden. Voraussichtlich wird die Hall of Fame diesem Wunsch nicht entsprechen, da die Regeln eine freiwillige Aufgabe der Wählbarkeit nicht vorsehen.
Die Spieler, die dieses Jahr zum ersten Mal wählbar waren, galten bereits im Vorfeld als wenig aussichtsreiche Gruppe. Mark Buehrle erhielt von ihnen die meisten Stimmen, ist aber mit 11,0% weit von einer Berufung entfernt. Mit weniger als 5% der Stimmen sind Aramis Ramirez, LaTroy Hawkins, Barry Zito, A.J. Burnett, Michael Cuddyer, Dan Haren, Nick Swisher und Shane Victorino bei zukünftigen Wahlrunden nicht mehr dabei.

Saisonstart: Cactus League bittet um Verschiebung
Der Zeitplan bis zum Start der MLB-Saison am 1. April ist nach wie vor in Kraft, aber Verzögerungen durch Corona sind längst nicht vom Tisch. In einem Brief an Commissioner Rob Manfred hat nun die Cactus League – also der in Arizona basierte Teil der Spring-Training-Einrichtungen – darum gebeten, den Beginn des Spring Trainings zu verschieben. Als Grund werden die zurzeit hohen Infektionszahlen in Maricopa County angegeben.
Die Entscheidung über eine Verschiebung können die Cactus League und die MLB nur gemeinsam mit der Spielergewerkschaft MLBPA treffen. Die MLBPA hat derweil bereits sehr deutlich gemacht, dass sie einen späteren Start des Spring Trainings sehr kritisch sieht. Der Grund dafür aus Sicht der Spieler liegt auf der Hand: Ein verspätetes Spring Training würde wahrscheinlich auch einen verspäteten Saisonstart und im Endeffekt eine erneut verkürzte Saison bedeuten – und damit Gehaltseinbußen, da die Spielergehälter sich anteilsmäßig reduzieren, wenn weniger Spiele stattfinden.  

Zahltag für Realmuto
Schon seit sie J. T. Realmuto im Februar 2019 von den Miami Marlins ertradeten, waren die Philadelphia Phillies erklärtermaßen an einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Catcher interessiert. Die Verhandlungen zogen sich jedoch lange hin, der Vertrag lief aus und es mehrten sich die Gerüchte, dass der zweimalige All-Star sich anderweitig orientieren könnte. Nun haben beide Seiten doch noch zu einem Abschluss gefunden und sich auf eine Zusammenarbeit für weitere fünf Jahre geeinigt. Der Deal hat ein Volumen von 115,5 Millionen Dollar. Das entspricht einem jährlichen Durchschnitt von 23,1 Millionen und stellt in dieser Hinsicht den teuersten Vertrag da, den je ein Catcher bekommen hat. Es war offenbar ein zentraler Verhandlungspunkt für Realmuto, den Gehaltsschnitt von Joe Mauer zu übertreffen, der 2010 bei den Minnesota Twins einen Achtjahresvertrag über 184 Millionen (23 Millionen pro Jahr) erhielt.

Yankees ertraden Taillon 
Die New York Yankees arbeiten weiter daran, ihre Starting Rotation aufzuwerten und gleichzeitig 2021 unter der 210-Millionen-Grenze für Spielergehälter zu bleiben, ab welcher Strafzahlungen fällig wären. Vor diesem Hintergrund ist der Move zu sehen, von den Pittsburgh Pirates James Taillon zu holen. Der 29-Jährige ist ein solider Starter mit einem Karriere-ERA von 3.67 und hat für dieses Jahr einen Vertrag über relativ überschaubare 2,5 Millionen. Das Fragezeichen, das Taillon mitbringt, ist eine Tommy-John-Surgery vom August 2019, wegen der er die gesamte Saison 2020 pausieren musste. Als Gegenleistung für Taillon schicken die Yankees vier Prospects nach Pittsburgh: die Pitcher Miguel Yajure und Roansy Contreras, Infielder Maikol Escotto und Outfielder Canaan Smith werden Teil des Rebuilds der Pirates. 
Ein langjähriges Mitglied der Yankees-Rotation wird 2021 nicht mehr an Bord sein: Masahiro Tanaka gab heute bekannt, dass er zurück nach Japan geht und sich dort den Rakuten Eagles anschließt.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Da die Signings gerade massenweise einprasseln, liste ich den Rest wieder im Telegrammstil auf. Neue MLB-Verträge gab es diese Woche für: IF/OF Jurickson Profar (San Diego Padres, 3 Jahre plus beidseitige Option, 21 Millionen Dollar), SS Marcus Semien (Blue Jays, 1 Jahr, 18 Millionen), IF/OF Enrique Hernandez (Boston Red Sox, 2 Jahre, 14 Millionen), SS Andrelton Simmons (Minnesota Twins, 1 Jahr, 10,5 Millionen), RP Brad Hand (Washington Nationals, 1 Jahr, 10,5 Millionen), SP Garrett Richards (Boston Red Sox, 1 Jahr plus Kluboption, 10 Millionen), 2B Cesar Hernandez (Cleveland Indians, 1 Jahr plus Kluboption, 5 Millionen), RP Anthony Bass (Miami Marlins, 2 Jahre plus Kluboption, 5 Millionen), C Wilson Ramos (Detroit Tigers, 1 Jahr, 2 Millionen), C Austin Romine (Chicago Cubs, 1 Jahr, 1,5 Millionen), SS Freddy Galvis (Baltimore Orioles, 1 Jahr, 1,5 Millionen), 1B Ryan Zimmerman (Washington Nationals, 1 Jahr, 1 Million), IF Tommy La Stella (San Francisco Giants, 3 Jahre, Gehalt unbekannt), RP Aaron Loup (New York Mets, 1 Jahr, Gehalt unbekannt). 

Zudem gab es noch zwei kleinere Trades: Die New York Mets schicken SP/RP Steven Matz nach Toronto und erhalten dafür die drei Pitching-Prospects Josh Winckowski, Sean Reid-Foley und Yennsy Diaz aus dem Farmsystem der Blue Jays. Die New York Yankees geben RP Adam Ottavino sowie Minor-League-Pitcher Frank German für einen noch zu benennenden Spieler und/oder eine Ablösezahlung an die Boston Red Sox ab. Das Bemerkenswerte an letzterem Trade ist, dass er der erste zwischen den Erzrivalen Yankees und Red Sox seit sechseinhalb Jahren ist.

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Januar 21st, 2021 by Silversurger

Aus dem Hot Stove dampft es gewaltig, die Offseason der MLB kommt endlich in Schwung. Drei der Top-10-Free-Agents und eine Menge weiterer interessanter Spieler sind in den letzten Tagen unter Dach und Fach gekommen. Die größten Schlagzeilen gehörten dabei den Blue Jays und den Yankees. Auch die Mets sorgten für Gesprächsstoff, aber da ging es leider weniger um sportliche Dinge als um das schlichtweg ekelhafte Verhalten eines – jetzt ehemaligen – leitenden Angestellten.  

Mets feuern GM Porter
Nur 37 Tage war Jared Porter in seinem Amt als General Manager der New York Mets. Dem 41-Jährigen wurde ein erst jetzt bekannt gewordener Vorfall aus dem Jahr 2016 zum Verhängnis. Er soll eine Journalistin sexuell belästigt haben, indem er ihr über 60 unverlangte und unbeantwortete aufdringliche Textnachrichten schickte, inklusive Bildern eines (seines?) erigierten Penis. 
„Typisch Mets“ könnte man denken, wenngleich die Vorfälle lange vor Porters Zeit in New York liegen und die Verantwortlichen des Klubs glaubhaft beteuern, von ihnen keine Ahnung gehabt zu haben, als sie sich für ihn entschieden. Der Eigentümer der Mets, Steven Cohen, reagierte innerhalb weniger Stunden nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe mit Porters Entlassung und betonte, es gebe unter seiner Führung „null Toleranz für diese Art des Verhaltens“. Team-Präsident Sandy Alderson wird den GM-Job nun vorerst selbst übernehmen und ohne Eile nach einem passenden Nachfolger für Porter suchen.
Seitens der Ligaleitung wird es eine Untersuchung der Vorwürfe geben, die voraussichtlich in einer befristeten oder unbefristeten Sperre Porters für jegliche Tätigkeit innerhalb der MLB enden dürfte.
Porter stellt den zweiten Fall innerhalb kurzer Zeit dar, in dem die Mets einen hochrangigen Angestellten einstellen und noch vor dem ersten Saisonspiel wieder feuern. Vor fast genau einem Jahr wurde Carlos Beltran von seinem erst zwei Monate zuvor angetretenen Mangerposten entbunden wegen der Rolle, die er im Sign-Stealing-Skandal der Astros gespielt hatte.

Blue Jays signen Springer
Sicher hätten die Verantwortlichen der Mets diese Woche lieber George Springer als Neuzugang vermeldet statt Fragen über das Geschlechtsteil ihres Ex-GM zu beantworten, doch das Rennen um den Centerfielder hat ein anderes Team gemacht: Die Toronto Blue Jays haben sich mit dem umworbenen Free Agent auf einen Sechsjahresvertrag geeinigt. Der dreifache All-Star bringt eine seltene Mischung aus starker Centerfield-Defense und noch stärkeren Offensivleistungen mit. Diese lassen die Blue Jays sich über den gesamten Vertragszeitraum hinweg 150 Millionen Dollar kosten.
Weil die Houston Astros als abgebender Verein dem 31-Jährigen ein Qualifying Offer vorgelegt hatten, wird für seine Verpflichtung eine Kompensation in Form von Draftpicks fällig: Die Astros erhalten einen zusätzlichen Pick in der vierten Runde der nächsten Draft, die Blue Jays verlieren dafür ihren Zweitrundenpick #54 sowie 500.000 Euro des Budgets für internationale Spielerverpflichtungen. 

Yankees: LeMahieu bleibt, Kluber kommt
Angesichts der aufrüstenden Konkurrenz sowohl in der Stadt (Mets) als auch in der Division (Blue Jays) wollen die New York Yankees nicht zurückstehen. Als ersten Teil eines Doppelschlags haben sie am Freitag das monatelange Tauziehen um eine Weiterverpflichtung von Second Baseman D. J. LeMahieu erfolgreich beendet. Der 32-Jährige erhält einen Sechsjahresvertrag über 90 Millionen Dollar. Obwohl beide Seiten von vornherein an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert waren, zogen sich die Verhandlungen hin, weil die Yankees mit ihrer Payroll dieses Jahr unbedingt unter der Luxussteuer-Grenze von 210 Millionen Dollar bleiben wollten. Diesen Kurs können sie nun beibehalten, indem die Zahlungsverpflichtungen gegenüber LeMahieu auf eine relativ lange Vertragslaufzeit gestreckt werden.
Noch am selben Tag legten die Yankees nach mit einer Verstärkung der Starting Rotation. Corey Kluber unterschreibt einen Einjahresvertrag über 11 Millionen Dollar. Der 34-Jährige war bis vor zwei Jahren das Pitching-Ass der Cleveland Indians, bevor er 2019 erst durch Formschwäche und dann auch noch durch einen gebrochenen Arm aus der Bahn geworfen wurde. 2020 trug er das Trikot der Texas Rangers, für die er verletzungsbedingt nur ein einziges Inning warf. In einem Probetraining vor Vertretern fast aller MLB-Teams zeigte er letzten Mittwoch offenbar mit Erfolg, dass mit ihm 2021 wieder zu rechnen ist.

Brantley bleibt bei den Astros
Um Michael Brantley gab es gestern etwas Verwirrung: Zuerst hieß es kurz nach Bekanntwerden des Springer-Deals, auch Springers Freund und Outfield-Kollege Brantley sei sich mit den Blue Jays einig und werde einen Dreijahresvertrag unterschreiben. Eine Stunde, nachdem diese Meldung die Runde gemacht hatte, dementierten die Blue Jays. Man sei interessiert an Brantley, aber es gebe noch keine Einigung. Nochmal gut zwei Stunden später dann die endgültige Kehrtwende: Brantley bleibt bei den Houston Astros. Der 33-Jährige erhält dort einen Zweijahresvertrag über 32 Millionen Dollar. Für die Astros ist das ein wichtiger Schritt, nachdem ihnen zuvor drohte, ihr komplettes bisheriges Stamm-Outfield – bestehend aus Springer, Brantley und Josh Reddick – in der Free Agency zu verlieren.
Neben Brantley haben sich die Astros auch einen neuen Catcher gesichert: Jason Castro kehrt nach vier Jahren in der Fremde zurück zu dem Verein, der ihn einst gedraftet hatte. Der 33-Jährige soll nach gerade eingetrudelten Meldungen einen Zweijahresvertrag bekommen, der sich wohl auf rund 7 Millionen Dollar beläuft. 

Weitere Neuverpflichtungen  
Auch die folgenden Spieler haben in den letzten Tagen neue Engagements in der MLB gefunden: SP Jose Quintana (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 8 Millionen Dollar), SP J. A. Happ (Minnesota Twins, 1 Jahr, 8 Millionen), RP Archie Bradley (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 6 Millionen), RP Kirby Yates (Toronto Blue Jays, 1 Jahr, 5,5 Millionen plus Boni), SP Martin Perez (Boston Red Sox, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen plus Boni), SP Jon Lester (Washington Nationals, 1 Jahr plus beidseitige Option, 5 Millionen), SP Alex Wood (San Francisco Giants, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). SP/RP Tyler Chatwood (Blue Jays, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). 

3-Team-Trade um Musgrove und Lucchesi 
Die San Diego Padres, die New York Mets und die Pittsburgh Pirates haben sich auf einen Dreiecks-Trade geeinigt. Involviert sind zwei MLB-Spieler: zum einen SP Joe Musgrove, der von Pittsburgh nach San Diego wechselt, zum anderen SP Joey Lucchesi, der von den Padres zu den Mets geschickt wird. Die Pirates erhalten durch den Deal eine Reihe von Prospects – C/OF Endy Rodriguez von den Mets sowie CF Hudson Head, SP Omar Cruz, RP David Bednar und SP Drake Fellows von den Padres. Head dürfte in dieser Reihe der interessanteste Name sein, er wurde bisher als Nummer acht unter den Talenten der Padres gelistet.

Don Sutton ist tot 
Zum zweiten Mal hintereinander schließt der Grand Slam am Donnerstag mit der Trauermeldung zu einer Dodgers-Legende: Gut eine Woche nach Tommy Lasorda ist am Montag Don Sutton gestorben. Sutton war von 1966 bis 1988 als Starting Pitcher in der MLB aktiv. Er spielte für fünf verschiedene Teams, aber in 16 von 23 Saisons war er ein Dodger. Nach der aktiven Karriere war er als TV-Kommentator tätig, unter anderem für die Atlanta Braves. 1998 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen. Sutton erlag im Alter von 75 Jahren einer Krebserkrankung.

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