August 28th, 2018 by Silversurger

Gewonnen und verloren wird als Mannschaft, aber mehr noch als in den meisten anderen Sportarten stehen im Baseball auch die Einzelleistungen der Spieler im Blickpunkt. Um dies zu würdigen, gibt es am Ende der Saison eine Reihe von Auszeichnungen, die überwiegend vom Baseball-Journalistenverband Baseball Writers‘ Association of America (BBWA) vergeben werden. Die wichtigste Auszeichnung ist natürlich die des wertvollsten Spielers (Most Valuable Player, kurz: MVP) in jeder der beiden Major-Ligen. Darüber hinaus gibt es für jede Liga den Cy Young Award für den besten Pitcher, einen Award für den besten Rookie und einen für den besten Manager. Nicht die BBWA, sondern die MLB selbst vergibt zudem den Award des Comeback Players of the Year. Dieser geht an je einen Spieler der AL und der NL, der es nach einer längeren Formschwäche oder Verletzung geschafft hat, wieder Top-Leistungen zu bringen. Je mehr sich die reguläre Saison ihrem Ende zuneigt, umso mehr schießen die Spekulationen ins Kraut, wer dieses Jahr eine oder mehrere der begehrten Auszeichnungen abräumen wird. Hier sind meine Tipps dazu:

American League MVP
Der naturgegebene Favorit an dieser Stelle ist eigentlich immer Mike Trout von den Los Angeles Angels, der wahrscheinlich beste Baseballspieler unserer Zeit. Trout muss regelmäßig den Makel überwinden, in einem nur eingeschränkt konurrenzfähigen Team zu spielen. Daher braucht es von ihm immer eine besonders gute Saison, um trotzdem den Award als wertvollster Spieler der AL zu gewinnen. Lange Zeit sah es ganz danach aus, dass ihm dieses Jahr wieder mal eine solche besonders gute Saison gelingt, vielleicht sogar die beste aller Zeiten. Doch nun hat Trout drei Wochen Verletzungspause hinter sich und die Konkurrenz hat spürbar aufgeholt. Vor allem Red-Sox-Outfielder Mookie Betts drängt sich auf. Betts führt die AL mit 8.4 bWAR an und steht mit allen Komponenten seiner Slashline (.336/.422/.628) weit vorne in der Liga. Eine bessere On-Base-Percentage als Betts hat nur Trout (.458), und der einzige, der Betts mit einem Average von .337 und Slugging von .657 übertrifft, ist sein Teamkamerad J. D. Martinez. Martinez ist es auch, der sich mit Khris Davis von den Oakland Athletics ein Rennen um die Homerun-Krone liefert. Beide, Martinez und Davis, tragen allerdings wenig zum Defensivspiel ihres Teams bei, während Betts auch hier zu den Top-Spielern der Liga gehört.

National League MVP
In der NL liegt nach bWAR Max Scherzer (8.7) knapp vor Aaron Nola (8.6), nach fWAR führt Jacob deGrom (6.9) vor Scherzer (6.0) – eine besondere Leistung des Pitcher-Trios angesichts der Tatsache, dass sie nur in jedem fünften Spiel dabei sind. Gerade deswegen werden Pitcher aber nur sehr selten zum MVP gewählt und ich schätze, dass sich auch dieses Mal ein Positionsspieler durchsetzt. Wer es sein wird, ist zurzeit noch schwer vorherzusagen, denn von den Statistiken her sind mehrere Spieler recht eng beisammen. Am Ende spielt sicher auch eine Rolle, wer von ihnen sein Team in die Playoffs führt und wer nicht. Matt Carpenter (St. Louis) und Nolan Arenado (Colorado) könnten gute Chancen haben, wenn die begonnenen Comebacks ihrer Mannschaften von Erfolg gekrönt werden. Wahrscheinlicher erscheint mir jedoch, dass der Award an Freddie Freeman geht, den unumstrittenen Führungsspieler der jungen und erfolgreichen Atlanta Braves.

American League Cy Young
Letztes Jahr sah Bostons Chris Sale lange Zeit nach dem sicheren Gewinner aus, doch mit einem starken Endspurt jagte Corey Cluber ihm den Award noch ab. Es ist nicht auszuschließen, dass es dieses Jahr ähnlich läuft. Wieder hat Chris Sale stark vorgelegt und führt haufenweise Statistiken an (1.97 ERA, 1.95 FIP, 13.5 K/9, 6.4 bWAR, 6.1 fWAR etc.), aber wieder scheint ihm gegen Ende der Saison ein bisschen die Puste auszugehen: Sale ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen auf der DL gelandet und wird noch rund 14 Tage brauchen, bevor er wieder auf dem Mound steht. Ich denke, er wird den Cy-Young-Award trotzdem bekommen, aber die Astros Gerrit Cole und Justin Verlander haben jetzt erstmal die Gelegenheit, in seiner Abwesenheit zu glänzen und das Rennen spannend zu machen. Clevelands Trevor Bauer wäre auch ein Kandidat gewesen, fällt aber ebenfalls zurzeit aus.

National League Cy Young
Hier trifft Tradition auf statistische Analyse, denn es stellt sich die Frage, ob man mit einer Bilanz von nur 8 Wins und ebenso vielen Losses die höchste Auszeichnung für einen Pitcher gewinnen darf. Es ist die Bilanz von Jacob deGrom, der mit 1.71 ERA und 2.07 FIP der beste Pitcher der NL ist. Meine Meinung ist ganz klar: Der arme Mann kann nichts dafür, dass er bei den New York Mets spielt und dass diese kaum Runs erzielen, um seine fantastischen Starts in Siege umzumünzen. Pitcher-Wins sind eine komplett unbrauchbare Statistik, und wer daran festmacht, dass Max Scherzer (16-6) oder Aaron Nola (15-3) ein würdigerer Preisträger wären, hat leider gar nichts verstanden.

American League Rookie
Der frühe Favorit für die Auszeichnung als bester Neuling war Shohei Ohtani, der japanische Two-Way-Star der Angels. Man kann nicht behaupten, dass Ohtani enttäuscht hätte, denn sowohl als Pitcher wie auch als Batter waren seine Leistungen solide bis gut. Doch Ohtanis Debütsaison wird deutlich geschmälert durch eine Verletzung, die ihn für einen Monat ganz außer Gefecht setzte und ihn bis heute vom Pitchen abhält. Zwischenzeitlich lief ihm deswegen Yankees-2B Gleyber Torres den Rang ab, der allerdings in der zweite Saisonhälfte zuerst seinerseits eine Verletzungspause einlegen musste und seit seiner Rückkehr deutlich schwächer produziert als vorher. Das öffnet die Tür für einen Überraschungskandidaten: Torres‘ Teamkamerad Miguel Andujar bringt weniger Vorschusslorbeeren mit als die beiden anderen, dafür aber mindestens genauso gute Leistungen und deutlich mehr Konstanz und Durchhaltevermögen. Andujar führt die Rookies der AL unter anderem in HRs (21), RBIs (76), AVG (.307) und bWAR (3.4) an.

National League Rookie
In der NL dürfte es auf zwei Kandidaten hinauslaufen. Juan Soto hatte sein Debüt für die Washington Nationals erst am 20. Mai, doch seitdem hat er mit 15 Homeruns in 86 Spielen, einer On-Base-Percentage von .408, einem Slugging von .507 und gutem Defensivspiel im Rightfield überzeugt. Geradezu sensationell erscheint diese Leistung angesichts der Tatsache, dass der Junge erst 19 Jahre alt ist und das AAA-Niveau der Minor Leagues komplett übersprungen hat. Soto wäre ein würdiger Rookie of the Year, Atlantas Ronald Acuna Jr. aber auch. Der 21-Jährige hat in noch weniger Spielen (76) noch mehr Homeruns (21) erzielt als Soto. Acuna kommt zwar seltener auf Base (.358 OBP), hat aber aufgrund seines stärkeren Sluggings (.570) einen etwas höheren OPS (.928 zu .915) und deutlich mehr bWAR (3.4 zu 2.0). Hinzu kommt, dass Acuna mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, weil er bei einem Contender spielt und weil er Anfang August mit einer Serie von acht Homeruns in acht Spielen aufhorchen ließ.

American League Comeback Player
Eine typische Comeback-Player-Saison erlebt Matt Duffy von den Tampa Bay Rays: Er verpasste einen Großteil der Saison 2016 und die ganze Saison 2017 mit einer Achillesssehnenverletzung. Ob er 2018 eine Rolle spielen würde, schien in den Sternen zu stehen. Doch Duffy erwies sich als ganz der Alte: ein solider Third Baseman mit guten Hitting Skills (.300/.357/.375), wenngleich – früher wie heute – mit relativ wenig Power. Weitere Kandidaten dürften SP Tyler Skaggs (Angels), SP Nathan Eovaldi (Red Sox) und SS Jurickson Profar (Rangers) sein.

National League Comeback Player
Der Comeback Award ging bisher in der Regel an Spieler, die sich entweder nach einer Verletzung oder nach einer längeren Formschwäche wieder zurück gekämpft hatten. Noch nie erhielt ihn jemand nach Rückkehr von einem Engangement im Ausland. Dieses Mal könnte das erste Mal sein und es wäre durchaus verdient, wenn Miles Mikolas die Auszeichnung erhält. Der Pitcher spielte von 2012 bis 2014 mit mittelmäßigem Erfolg für die Padres und die Rangers. Nach seiner Entlassung in Texas ging er 2015 nach Japan zu den Yomiuri Giants und entwickelte sich dort umgehend zu einem Star-Spieler, der es in drei Spielzeiten auf einen ERA von 2.18 brachte. Vor der aktuellen Saison holten die St. Louis Cardinals Mikolas zurück nach Amerika und er rechtfertigte das Vertrauen mit guten Leistungen (2.94 ERA, 3.49 FIP, 162.0 IP). Ein eher klassischer Kandidat wäre Matt Kemp. Der 33-Jährige schien dem Ende seiner Karriere nahe, als sein Trade von Atlanta zu den Dodgers im Winter als reine Sparmaßnahme eingestuft wurde und man davon ausging, dass er noch vor dem ersten Spiel entlassen würde. Doch Kemp erkämpfte sich einen Platz im Roster und spielt derzeit seine beste Saison seit 2014.

American League Manager
Manager of the Year wird man nicht unbedingt, weil man das Team mit der besten Bilanz trainiert. Man wird es, wenn man mehr aus einem Team herausholt als allgemein erwartet wurde. Von den Boston Red Sox und den New York Yankees zum Beispiel wurde, obwohl beide mit Rookie-Managern antreten, eine erfolgreiche Saison erwartet; daher hatten Alex Cora und Aaron Boone wenig Gelegenheit, die Erwartungen zu übertreffen. Ganz anders Bob Melvin, der mit den Oakland Athletics drauf und dran ist, ein regelrechtes Wunder zu vollbringen. Die A’s gingen als krasser Außenseiter in die Saison und befinden sich nun in aussichtsreicher Position, über eine Wild Card in die Playoffs zu kommen und obendrein den Houston Astros an der Spitze der AL West das Leben schwer zu machen. Sofern die Athletics in den restlichen Wochen keinen massiven Einbruch erleben, dürfte Melvin der Award sicher sein.

National League Manager
In der NL sind die St. Louis Cardinals der Klub, über den alle reden. Sie gingen als solides Mittelfeld-Team mit Überraschungspotenzial in die Saison, waren aber zum All-Star-Break praktisch abgeschrieben. Als Konsequenz läutete man einen Umbruch ein und entließ Manager Mike Matheny. Mike Shildt übernahm den Job als Interimsbesetzung und plötzlich läuft es unglaublich gut in St. Louis. Das ist ein geradezu perfektes Beispiel für einen Fall, in dem ein Manager den entscheidenden Unterschied macht. Wenn Shildt die Cardinals in die Playoffs führt, gehört der Award vermutlich ihm. Neben den Cardinals haben vor allem die beiden Spitzenteams der East-Division die Erwartungen übertroffen. Sollte St. Louis die Postseason verpassen, wird die Auszeichnung wohl an den Manager des Teams gehen, das die NL East gewinnt. Ich tippe auf Brian Snitker mit den Atlanta Braves, aber auch Gabe Kapler hat mit seinen Philadelphia Phillies eine bemerkenswerte Saison zustande gebracht, egal wie es am Ende ausgeht.

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Dezember 7th, 2017 by Silversurger

Die MLB-Offseason ist im Vergleich zu den vergangenen Wochen deutlich in Bewegung gekommen: Die Yankees haben einen neuen Manager, die ersten interessanten Free Agents haben neue Teams gefunden und auch für die beiden „großen“ Personalien Giancarlo Stanton und Shohei Ohtani sind nun zumindest gewisse Entwicklungslinien absehbar.

Aaron Boone ist neuer Yankees-Manager
Als letztes Team, das noch nach einer neuen sportlichen Leitung gesucht hatte, haben sich die New York Yankees für einen Nachfolger von Joe Girardi entschieden. Aaron Boone heißt der neue Mann, dessen Verpflichtung – zumindest in meinen Augen – eine Überraschung ist. Boone kommt nämlich ohne jede Vorerfahrung als Trainer oder Manager an den wohl begehrtesten Baseball-Job der Welt. Die acht Jahre seit dem Ende seiner Spielerkarriere hat der 44-Jährige als TV-Experte bei ESPN verbracht. Zuvor war Boone von 1997 bis 2009 als Infielder in der MLB aktiv, darunter 2003 ein halbes Jahr lang für die Yankees. Dieser Aufenthalt dürfte in New York in zwiespältiger Erinnerung geblieben sein: seine größte Heldentat war ein Walkoff-Homerun in Spiel 7 der ALCS gegen Boston, seine größte Verfehlung war die unerlaubte Teilnahme an einem Basketballspiel, bei der er sich das Knie verletzte und damit seinen vorzeitigen Abschied von den Yankees provozierte.
Den unrühmlichen Abgang von damals hat man Boone offenbar verziehen und auch die fehlende Erfahrung war kein Grund, seine Bewerbung als Manager der Yankees negativ zu bescheiden. Boone gilt als kommunikative Persönlichkeit mit einem guten Draht zu jungen Spielern, was genau dem Typ entspricht, den die Yankees gesucht und den sie in Boones Vorgänger Girardi nicht gesehen haben.

Sieben Kandidaten im Rennen um Ohtani
Nachdem das Supertalent Shohei Ohtani und sein Agent Bewerbungsunterlagen von allen 30 Teams angefordert (und wahrscheinlich auch erhalten) hatten, haben sie eine Auswahl von sieben Teams getroffen, mit denen man sich zusammensetzen und einen Vertragsabschluss ausloten will. Die größte Überraschung ist sicherlich, dass die Yankees nicht in der engeren Auswahl sind. Der Pitcher und Outfielder, den einige den japanischen Babe Ruth nennen, bevorzugt einen Arbeitsplatz an der Westküste und trifft sich dieser Tage mit Vertretern der San Francisco Giants, Los Angeles Dodgers, Los Angeles Angels, Seattle Mariners, San Diego Padres, Texas Rangers und Chicago Cubs. Das meiste Geld könnte er bei den Texas Rangers verdienen, die über 3,535 Millionen Dollar aus dem Bonuspool für internationale Verpflichtungen verfügen. Die Mariners und die Angels haben letzte Nacht extra noch je 1 Million Dollar für ihren Bonuspool ertradet, indem sie Prospects zu den Minnesota Twins geschickt haben – sie verfügen nun über einen Spielraum von 2,557 Millionen (Mariners) bzw. 2,315 Millionen (Angels). Ohtani hat zwar längst deutlich gemacht, dass Geld nicht an erster Stelle für ihn steht – andernfalls hätte er die zwei Jahre bis zu seinem 25. Geburtstag gewartet, was ihm ermöglicht hätte, für eine neunstellige Summe zu unterschreiben. Ich gehe aber schon davon aus, dass er zu einem der drei genannten Teams geht, da die restlichen Kandidaten jeweils nicht mehr als 300.000 Dollar bieten können.

Die Entscheidung liegt bei Stanton
Nicht nur Ohtani sondern auch Giancarlo Stanton hat in den nächsten Tagen eine wichtige Entscheidung zu treffen: Der MVP der National League hat die Wahl, ob er zukünftig in San Francisco oder in St. Louis spielen möchte – oder ob ihm beides nicht recht ist und er die Miami Marlins zwingt, seinen Vertrag zu erfüllen oder einen attraktiveren Tradepartner zu finden. Mit den Giants und den Cardinals haben die Marlins bereits Einigungen erzielt, zu welchen Konditionen ein Trade des Sluggers durchgeführt werden könnte. Ohne Stantons Zustimmung läuft allerdings nichts, da sein Vertrag eine No-Trade-Klausel enthält.

Aberkannte Braves-Prospects finden neue Teams
Nachdem die Atlanta Braves vor zwei Wochen wegen Regelverstößen eine ganze Reihe von internationalen Prospects ziehen lassen mussten, sind diese nun frei, bei anderen Teams zu unterzeichnen. Den größten Fang haben dabei die Los Angeles Angels gemacht: Für einen Signing Bonus von 2,2 Millionen Dollar haben sie den 17-jährigen Shortstop Kevin Maitan verpflichtet, der als sehr großes Talent gilt. Maitan wird von mlb.com derzeit auf Rang 38 der besten Prospects geführt. Für 850.000 Dollar hat auch Livan Soto, ein weiterer 17-jähriger Shortstop, bei den Angels unterschrieben.

Neuer Catcher für die White Sox
Die Chicago White Sox befinden sich erklärtermaßen im Rebuilding und sind nach wie vor auf der Suche nach Tradepartnern für alle Spieler, die anderen Klubs etwas wert sein könnten, zum Beispiel Jose Abreu und Avisail Garcia. Vor diesem Hintergrund kommt die Meldung etwas überraschend, dass die White Sox den 30-jährigen Catcher Wellington Castillo mit einem Zweijahresvertrag über 15 Millionen Dollar plus Team-Option für ein drittes Jahr ausstatten. Castillo ist vor allem für seine Defensivstärke bekannt. 2017 führte er die MLB mit 49% ausgeworfenen Basestealern an, aber auch offensiv produzierte er für die Baltimore Orioles mit .282/.323/.490 sehr ordentlich. Für die unerwartete Investition der White Sox sehe ich zwei potenzielle Erklärungen: Entweder geht es ihnen darum, die Entwicklung junger Pitcher durch die Anwesenheit eines erfahrenen Catchers zu fördern, oder sie hoffen, Castillo im Juli gewinnbringend traden zu können. Vielleicht spielen auch beide Gedanken eine Rolle.

Rangers verpflichten Mike Minor
Das von der Vertragssumme her bedeutendste Signing der bisherigen Offseason haben die Texas Rangers getätigt, indem sie Pitcher Mike Minor mit einem Kontrakt über 28 Millionen Dollar für drei Jahre ausgestattet haben. Minor hatte zuletzt ein starkes Jahr (2.55 ERA, 2.62 FIP) als Reliever für die Kansas City Royals. Die Rangers planen aber wohl, den Linkshänder als Starter einzusetzen. Als solcher hatte er vor der Zeit in Kansas City und einer längeren Verletzungspause fünf Jahre lang für die Atlanta Braves gepitcht und es dabei auf solide, aber nicht herausragende Werte von 4.10 ERA und 3.90 FIP gebracht.

Mikolas von Japan nach St. Louis
Die St. Louis Cardinals haben ebenfalls ihr Starting Pitching aufgerüstet: Miles Mikolas hat für 15,5 Millionen Dollar und zwei Jahre unterschrieben. Mikolas spielte von 2012 bis 2014 mit eher mittelmäßigem Erfolg für die Padres und die Rangers. Nach seiner Entlassung in Texas ging er 2015 nach Japan zu den Yomiuri Giants und entwickelte sich dort umgehend zu einem Star-Spieler, der er es in drei Spielzeiten auf einen ERA von 2.18 brachte (besser als Shohei Ohtani). Man darf gespannt sein, ob es dem 29-Jährigen gelingt, die Erfolge aus der NPB in die MLB zu transferieren.

Wily Peralta zu den Royals
Auch die Kansas City Royals gönnen sich einen neuen Pitcher, allerdings eher in der Sparvariante: Für 1,5 Millionen Dollar plus leistungsbezogene Bestandteile spielt Rechtshänder Wily Peralta 2018 in Kansas City, zudem hat sich das Team eine Option für 2019 gesichert. Peralta war nach sechs Jahren in Milwaukee Free Agent geworden und hatte ausgerechnet im letzten Jahr seines Vertrags bei den Brewers eine katastrophale Saison (7.85 ERA, 5.34 FIP). Die Brewers beorderten ihn nach acht schwachen Starts zunächst in den Bullpen und verzichteten in den letzten drei Monaten ganz auf seine Dienste. Das klingt nach keiner besonders vielversprechenden Verpflichtung, aber manchmal wirkt ein Neuanfang in veränderter Umgebung ja Wunder.

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