Juli 15th, 2021 by Silversurger

Das All-Star-Game der MLB geht mit 5:2 an die American League. Wir wissen alle, dass es sich um eine Show-Veranstaltung handelt, bei der das Dabeisein viel wichtiger ist als das Ergebnis. Aber dass die AL nun schon neunmal in Folge gewonnen hat, finde ich durchaus bemerkenswert. Bemerkenswert ist ferner, dass Vladimir Guerrero Jr. mit 22 Jahren der jüngste Spieler aller Zeiten ist, der zum wertvollsten Spieler des All-Star-Games gewählt wurde, und dass Shohei Ohtani der erste ist, der in so einem Spiel sowohl als Pitcher als auch als Batter zum Einsatz kam.

In den Tabellen hat sich naturgemäß wenig getan, weil seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag nur am Wochenende gespielt wurde und dann Pause war. Ich gehe daher heute mal in erster Linie auf die Frage ein, wie die Teams wohl an die in zwei Wochen – genauer gesagt am 30. Juli – anstehende Trade-Deadline herangehen werden.

Vorher möchte ich noch ein paar Neuigkeiten der Woche zumindest kurz erwähnt haben: Outfielder Ronald Acuna Jr. von den Atlanta Braves hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Damit fällt einer der aufsehenerregendsten Jungstars der Liga für den Rest der Saison leider aus. Die Toronto Blue Jays haben bei den kanadischen Behörden beantragt, zum 30. Juli aus dem Notquartier in Buffalo (New York) in ihre Heimatstadt zurückkehren zu können. Eine Entscheidung über den Antrag wird für Anfang nächster Woche erwartet. Die Oakland Athletics spielen derweil offen mit dem Gedanken, sich von ihrem bisherigen Standort gänzlich zu verabschieden, wenn sich kein Lösung für die seit Jahren umstrittene Stadionfrage findet. Las Vegas gilt als aussichtsreicher Kandidat für einen Umzug, was sogar MLB-Commissioner Rob Manfred in einem Pressegespräch am Dienstag bestätigte. Manfred äußerte sich dabei auch zu den wegen der Pandemie temporär eingeführten Regeländerungen: Die 7-Inning-Doubleheader werden nächstes Jahr voraussichtlich wieder abgeschafft, ebenso die automatischen Baserunner in Extra-Innings.

National League
In der NL East ist das Verhalten zur Trade-Deadline am ehesten für die New York Mets (47-40) vorhersagbar. Sie werden eindeutig als Buyer auftreten und versuchen, durch Trades die vorhandenen Lücken im Roster zu stopfen. Ganz oben auf der Einkaufsliste steht ein Starting Pitcher, weil durch diverse Verletzungen schon die ganze Saison über ein fünfter Starter fehlt und die Rückkehr und volle Belastbarkeit von Carlos Carrasco und Noah Syndergaard noch ein gutes Stück entfernt sind. Einen offensiv und defensiv verlässlichen Third Baseman könnten die Mets ebenfalls gut gebrauchen – Kris Bryant (Cubs), Josh Donaldson (Twins) oder Adam Frazier (Pirates) sind hier heiße Kandidaten. Ob die Philadelphia Phillies (44-44), die Atlanta Braves (44-45) und die Washington Nationals (42-47) aktiv werden, ist schwer zu prognostizieren. Sie alle sind nur ein, zwei starke Serien von den Mets und damit vom Playoff-Platz entfernt, aber für jedes der Teams scheint die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Run zu gering, als dass man sich dafür weit aus dem Fenster lehnen würde. Für die Nationals wäre es angesichts von sechs Spielen Rückstand eine Überlegung wert, ob man die Segel streicht und beispielsweise Max Scherzer auf den Markt wirft. Klar als Seller dürften die Miami Marlins (39-50) auftreten. Das Prunkstück in ihrem Schaufenster ist Outfielder Starling Marte.

Um die NL Central streiten sich die Milwaukee Brewers (53-39) und die Cincinnati Reds (48-42). Beide können Verstärkungen gebrauchen. Für die Reds wäre – neben Bullpen-Hilfe, die so ziemlich jeder braucht – vor allem ein Shortstop interessant. Dass sie nach dem ganz großen Fisch namens Trevor Story angeln, halte ich aber eher für unwahrscheinlich. Die Brewers haben es mit erstaunlich wenig Offensive an die Spitze der Division geschafft und würden sich dementsprechend gern mit einem starken Batter verstärken, idealerweise einem Corner Infielder. Zwei solche hätten zum Beispiel die Chicago Cubs (44-46) mit Anthony Rizzo und Kris Bryant im Angebot, aber wahrscheinlich würden sie die beiden – ebenso wie All-Star-Closer Craig Kimbrel – lieber außerhalb der Division an den Mann bringen. Im Gegensatz zu den Cubs haben die gleichauf mit ihnen stehenden St. Louis Cardinals (44-46) noch keine eindeutigen Signale gesendet. Realistischerweise dürften sie eher Seller als Buyer sein, aber da sie kaum offensichtliche Trade-Kandidaten haben, ist von ihnen wohl eine eher ruhige Deadline zu erwarten. Bleiben noch die Pittsburgh Pirates (34-56), die schon seit Saisonbeginn als Seller feststehen. 2B Adam Frazier, der auch fast jede andere Feldposition spielen kann, dürfte ihr größtes Trade-Asset sein. Zudem haben sie einige Reliever im Angebot, allen voran Richard Rodriguez.

Im aufregenden Dreikampf um die NL West werden die San Francisco Giants (57-32), die Los Angeles Dodgers (56-35) und die San Diego Padres (53-40) gleichermaßen darauf aus sein, sich zur Deadline den möglicherweise entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Die Dodgers werden in erster Linie nach einem Starting Pitcher suchen – Dustin May fällt für das Jahr aus, Clayton Kershaw wird eine Weile auf der Verletzenliste sein und Trevor Bauer ist beurlaubt, während die Untersuchung der ihm vorgeworfenen sexuellen Gewalttaten andauert. Ein Name, dem ich schon mehrfach als Trade-Target der Dodgers gelesen habe, ist der von Atlantas Starter Charlie Morton. Eventuell werden die Dodgers in den Verhandlungen um Morton oder andere Starter in direkter Konkurrenz mit den Giants stehen, denn auch sie suchen in erster Linie nach einer Ergänzung der Rotation. Padres-Manager AJ Preller ist traditionell sehr aktiv zur Trade-Deadline. Sein Team hat derzeit keine ganz großen Needs, zusätzliche Tiefe können aber sowohl das Lineup als auch das Pitching vertragen. Für die Arizona Diamondbacks (26-66) und die Colorado Rockies (37-50) ist die Frage nicht, ob sie verkaufen werden, sondern nur, wen und für welche Gegenleistung in Form von Talenten. Der Hauptpreis bei den Rockies und möglicherweise der am meisten umworbene Spieler der Liga ist Shortstop Trevor Story, zudem dürften 1B CJ Cron und SP German Marquez auf Interesse stoßen. Bei den Diamondbacks stehen 3B Eduardo Escobar, OF David Peralta und SP Merrill Kelly im Schaufenster.

American League
Die Boston Red Sox (55-36) finden sich etwas unverhofft an der Spitze der AL East wieder. Klaffende Löcher haben sie nicht im Kader, aber wenn sich ein Deal anbietet, der ihnen ein Upgrade an der ersten Base, im Outfield oder für die Rotation bringt, sind sie sicher nicht abgeneigt. Auch die Tampa Bay Rays (53-37) werden im Einkauf-Modus sein. Sie sind bekanntlich stets darauf aus, die Payroll klein zu halten, aber ihre Farm ist so tief besetzt, dass sie für einen Spieler, der ihnen weiterhilft, möglicherweise lieber ein Prospect mehr bezahlen und dafür den abgebenden Verein einen Teil des Gehalts übernehmen lassen. DH Nelson Cruz von den Twins könnte ein Kandidat für einen solchen Trade sein. Die Toronto Blue Jays (45-42) und die New York Yankees (46-43) sind im Mittelmaß gefangen und sowohl in der Division als auch in der Wild-Card-Rangliste ein gutes Stück entfernt von einem Playoff-Platz. Beide scheinen nicht gewillt, die Saison vorzeitig aufzugeben, aber sie werden sicher auch nicht all-in gehen. Wenn sie Spieler dazuholen, dann am ehesten jemanden, der für mindestens ein weiteres Jahr unter Vertrag ist – jemanden wie OF Joey Gallo zum Beispiel. Als schwächstes Team der American League bleibt den Baltimore Orioles (28-61) mal wieder nichts anderes übrig als an einer besseren Zukunft zu bauen. OF Cedric Mullins und SP John Means werden umworben sein, aber ich glaube nicht, dass sie einen davon hergeben. Eher werden sie sich von 1B Trey Mancini und/oder OF Anthony Santander trennen.

Die Chicago White Sox (54-35) führen nicht nur unangefochten die AL Central an, sie haben mit dem 85-jährigen Owner Jerry Reinsdorf und dem 76-jährigen Manager Tony LaRussa auch zwei Verantwortliche, die eher den schnellen Erfolg suchen als dass sie sich viele Gedanken um Prospects machen, die vielleicht in drei Jahren gut sind. Ein Second Baseman als Ersatz für den verletzten Nick Madrigal wird wohl ihr Hauptziel sein, Eduardo Escobar oder Adam Frazier könnten hier gut passen. Die Cleveland Indians (45-42) sind wieder so ein Team im Niemandsland mit entfernten Chancen auf einen Wild-Card-Platz. Sie könnten in beide Richtungen gehen, wobei mein Tipp eher in Richtung Seller neigt. Denn ich denke, dass die Indians nach der Saison einen Rebuild vor sich haben und der ließe sich abkürzen, wenn man jetzt schon ein, zwei Spieler wie OF Eddie Rosario oder auch 3B Jose Ramirez gegen Prospects tauscht. Für die Detroit Tigers (40-51), die Minnesota Twins (39-50) und die Kansas City Royals (36-53) ist die Lage deutlich klarer. Sie alle können die aktuelle Saison abhaken, wenn auch mit unterschiedlichen Aussichten für die Folgejahre. Die Twins sehen 2021 als Ausrutscher und werden nicht den Kern des Teams aushöhlen. DH Nelson Cruz, dessen Vertrag ausläuft, wird sicher zu haben sein, vielleicht auch SP Jose Berrios und wenn der Preis stimmt eventuell 3B Josh Donaldson. Auch die Tigers wollen bald wieder eine Rolle spielen und haben ihr Franchise-Building zu diesem Zweck schon weitgehend abgeschlossen. Verkaufen werden sie nur bei wirklich guten Angeboten; am wahrscheinlichsten ist, dass sie 2B Jonathan Schoop abgeben, dessen Vertrag ausläuft. Die Royals sind weit entfernt von Konkurrenzfähigkeit und werden jeden Spieler verkaufen, der einen Tradewert hat. Die SPs Mike Minor und Danny Duffy sowie 1B/DH Carlos Santana sind hier die ersten, die mir einfallen.

Die Houston Astros (55-36) haben ein alterndes Roster, dessen Erfolgsfenster in diesem Jahr offenbar noch einmal weit offen steht. Das macht den Tabellenführer der AL West zum Kandidaten für eine aggressive Trade-Deadline. Ein linkshändiger Batter dürfte ihr Hauptziel sein, vielleicht Adam Frazier. Auch die Oakland Athletics (52-40) werden nicht untätig bleiben. Einen Blockbuster erwarte ich von dem stets preisbewussten Team eher nicht, aber einen nicht zu teuren Starter würden sie wohl ebenso nehmen wie einen bezahlbaren Hitter für die Mitte des Lineups, zum Beispiel Nelson Cruz. Die Seattle Mariners (48-43) und die Los Angeles Angels (45-44) bilden in dieser Division das schon mehrfach zitierte Niemandsland. Ich sehe beide tendenziell als Buyer, erwarte aber kein sehr aktives Herangehen an die Deadline. Die Texas Rangers (35-55) hingegen werden die Garage weit aufmachen und zahlreiche Spieler im Angebot haben. SP Kyle Gibson, RP Ian Kennedy, 2B Brock Holt und OF Joey Gallo könnten allesamt das Ende des Monats bei einem neuen Team erleben.

Szene der Woche
Es kam an dieser Stelle schon öfter vor, dass ich mich nicht entscheiden konnte und deshalb zwei oder drei Szenen zeigte, aber heute gibt es eine Premiere mit satten 74 Szenen der Woche. Wenn ihr das Home Run Derby Montagnacht nicht gesehen habt, dann bekommt ihr im folgenden Video die Chance, noch mal alle Homeruns von Pete Alonso zu sehen, mit denen er das Derby zum zweiten Mal hintereinander für sich entscheiden konnte:

Statistik der Woche 
20. So viele Pitcher wählten die Los Angeles Angels in der diesjährigen Draft der MLB in ebenso vielen Runden. Es war das erste Mal, dass ein Team in einer Draft ausschließlich Pitcher auswählt – abgesehen von den Miami Marlins in der Draft 2020, die coronabedingt auf fünf Runden beschränkt war. Als Pick Nummer eins in diesem Jahr entschieden sich die Pittsburgh Pirates für Catcher Henry Davis aus Louisville. Das war eine Überraschung, denn Davis galt zweifelsfrei als Erstrundentalent, doch als First overall hatte ihn kaum jemand auf der Rechnung. Die vorab als Favoriten gehandelten RHP Jack Leiter (Vanderbilt) und SS Marcelo Mayer (Eastlake Highschool) gingen als Nummer zwei an die Texas Rangers bzw. als Nummer vier an die Boston Red Sox. RHP Kumar Rocker (Vanderbilt), der ebenfalls als Kandidat für einen Top-Pick gehandelt wurde, fiel auf Rang 10 an die New York Mets.

Spiel der Woche
Für die Partie der San Diego Padres gegen die Washington Nationals vom letzten Donnerstag erwartete man eigentlich ein Pitcherduell zwischen den Assen Yu Darvish und Max Scherzer. Doch keiner der beiden Starter schaffte es aus dem vierten Inning heraus. Die Show stahl ihnen San Diegos Relief Pitcher Daniel Camarena – nicht mit seinem primären Handwerk, sondern mit dem, was ihm im zweiten At Bat seiner MLB-Karriere gelang: Der Reliever kam bei geladenen Bases an den Schlag und erzielte einen Grand Slam. Camarena ist der erste Relief Pitcher seit 1985, dem ein Grand Slam gelungen ist, und neben Bill Duggleby im Jahr 1898 der einzige, der das mit seinem ersten Hit geschafft hat. Der 4-Run-Schlag war zudem das Kernstück eines furiosen Comebacks der Padres, die zur Mitte des vierten Innings 0:8 zurücklagen und am Ende einen 9:8-Sieg davontrugen.

Mein Einschalttipp
Es geht vor allem in der American League gleich wieder gut los nach der Pause, zum Beispiel mit dem Klassiker der Yankees gegen die Red Sox, dem Spitzenduell White Sox gegen Astros und der Letzte-Hoffnung-Serie zwischen den Angels und den Mariners. Mein Einschalttipp für das Wochenende ist aber eine Serie der National League und zwar die der Milwaukee Brewers als Tabellenführer der NL Central bei ihrem Verfolger, den Cincinnati Reds. Mit einem 3-Spiele-Sweep in Milwaukee unmittelbar vor der Pause haben die Reds dafür gesorgt, dass die Division wieder spannend ist. Jetzt müssen die Brewers gleich noch einmal gegen den ungeliebten Gegner ran, dieses Mal in Cincinnati. Von der Uhrzeit her liegt aus europäischer Sicht die Partie am Sonntag ab 19:10 Uhr am günstigsten. Übrigens sind an diesem Wochenende alle Spiele auf mlb.tv kostenlos zu sehen.

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Juni 24th, 2021 by Silversurger

Das größte Thema in der MLB sind nach wie vor die klebrigen Substanzen, deren Gebrauch durch Pitcher die Liga mit verstärkten Kontrollen unterbinden will. Seit Montag wird jeder Pitcher mehrmals pro Spiel untersucht. Als erstes war Jacob deGrom dran – nicht weil seine unglaublichen Leistungen ihn besonders verdächtig gemacht hatten, sondern weil es zufällig das erste Spiel an dem Tag war. deGrom war ebenso „sauber“ wie alle anderen bislang kontrollierten Pitcher. Das heißt nicht, dass das Problem nicht existiert – es haben nur offenbar alle Nutzer der klebrigen Hilfsmittel rechtzeitig damit aufgehört. Dafür spricht jedenfalls, dass rund zwei Drittel der MLB-Pitcher eine deutliche Abnahme bei der Rotationsrate ihrer Pitches verzeichnen, seit die Liga vor drei Wochen die stärkere Umsetzung der Regeln ankündigte. Die Kontrollen scheinen also nicht umsonst zu sein, auch wenn sie mitunter zu ziemlich skurrilen Szenen führen:

Weitere interessante Neuigkeiten aus der MLB sind die Ankunft von Top-Prospect Wander Franco (siehe „Statistik der Woche“) und die Geschichte(n), die Shohei Ohtani schreibt: Dank des 2-Way-Phänomens der Angels war das Spiel gegen die Giants gestern Abend das erste in der MLB-Historie, in dem ein American-League-Team ohne Designated Hitter gegen ein National-League-Team mit DH antrat. Ohtani ist zudem der erste bestätigte Teilnehmer des Home Run Derbys am 12. Juli – er wird sowohl der erste Pitcher als auch der erste Japaner sein, der an der Veranstaltung teilnimmt.

American League
Die AL East hat einen neuen Tabellenführer, jedenfalls für den Moment. Die Boston Red Sox (44-30) fügten den Tampa Bay Rays (44-31) am Dienstag die siebte Niederlage in Folge zu und übernahmen damit die Divisionsspitze. Doch das Duell ist noch lange nicht entschieden, denn gestern meldeten sich die Rays mit einem überzeugenden 8:2-Sieg zurück, und heute Nacht steht im letzten Spiel der Serie der Spitzenplatz erneut zur Disposition. Für die Red Sox geht es dann ohne Pause in die nächste schwierige Serie gegen die New York Yankees (39-34). Gleichzeitig treffen die Toronto Blue Jays (37-35) auf die Baltimore Orioles (23-51). Obwohl die beiden als Dritter und Vierter Tabellennachbarn sind, liegen Welten zwischen den beiden Teams. Die Blue Jays haben sich gerade auf eine positive Bilanz zurückgekämpft und sind voll im Rennen um eine Wild Card, während das einzige Rennen der Orioles in diesem Jahr wohl das gegen den Titel des schlechtesten Teams der Liga ist. Trotz zuletzt fünf Niederlagen in Folge stehen die Orioles in diesem Wettbewerb noch vor den Diamondbacks.

Fünf Niederlagen in Folge mussten auch die Chicago White Sox (44-30) einstecken. Erst gestern gelang ihnen gegen die Pirates der erste Sieg seit einer Woche. Das Polster der White Sox in der AL Central war immerhin groß genug, um den ersten Platz trotz der Schwächephase zu halten, doch die Cleveland Indians (40-31) sind jetzt nur noch zweieinhalb Spiele zurück. Viel mehr gibt es zu dieser Division nicht zu sagen, denn die Kansas City Royals (33-39), die Detroit Tigers (32-42) und die Minnesota Twins (31-42) prügeln sich zwar munter um die Plätze, aber die konkrete Sortierung zwischen den drei abgeschlagenen Teams wird am Ende lediglich für die Draftreihenfolge interessant sein.

Auch die AL West ist im Wesentlichen ein Zweikampf. In diesem haben die Houston Astros (46-28) sich mit einer sensationell starken Serie von zehn Siegen in Folge inzwischen an die Spitze gesetzt und die Oakland Athletics (45-31) auf Rang zwei verdrängt. Die Astros weisen aktuell die beste Bilanz der AL und mit +135 das stärkste Run Differential der gesamten MLB auf. In den kommenden Tagen haben sie zudem mit den Tigers und den Orioles sehr lösbare Aufgaben vor sich, während die A’s zum Derby nach San Francisco müssen. Mit einem 4-Spiele-Sweep über die Rays haben diese Woche die Seattle Mariners (39-37) aufhorchen lassen. Wenn sie in den anstehenden Serien gegen die White Sox und die Blue Jays bestehen, könnten für die Mariners noch Außenseiterchancen auf eine Wild Card drin sein. Ihr deutlich negatives Run Differential von -48 wirft allerdings Zweifel auf, ob das Team „for real“ ist.

National League
Die NL East wird nach wie vor von den New York Mets (38-31) angeführt, auch wenn für sie zuletzt nur Serien von 1-3 gegen die Washington Nationals (35-36) und 2-2 gegen die Atlanta Braves (35-38) drin waren. Getragen werden die Mets vom mit Abstand besten Starting Pitching der Liga (2.64 ERA). Das ist erstaunlich angesichts der vielen Verletzungen, die die Rotation getroffen haben: Syndergaard und Carrasco haben dieses Jahr noch kein Spiel absolviert und werden es auch nicht allzu bald tun; Lucchesi unterzieht sich heute einer Tommy-John-Surgery, womit seine Saison gelaufen ist; Yamamoto fehlt noch mindestens einen Monat, Gsellman sechs bis acht Wochen; deGrom spielt zwar eine Saison für die Geschichtsbücher, musste aber auch schon ein paar Wochen pausieren und mehrere Spiele vorzeitig abbrechen; Stroman wurde vorgestern im zweiten Inning ausgewechselt, scheint aber nach ersten Untersuchungen nicht länger auszufallen. Die Mets überbrücken die Misere zurzeit mit mindestens zwei Spot-Startern oder Bullpen-Spielen pro Woche, vermutlich müssen sie bald noch mal auf dem Trade-Markt tätig werden. Auf dem Programm stehen für die Mets auch diese Woche wieder Duelle gegen die direkten Konkurrenten: zuerst viermal gegen die Philadelphia Phillies (34-37), dann ein Nachholspiel bei den Nationals und noch drei Partien in Atlanta. Lustigerweise sind übrigens die letztplatzierten Miami Marlins (31-42) neben den Mets das einzige Team der Division mit einem positiven Run Differential (+15).

In der NL Central gibt es sogar nur ein einziges Team mit einem positiven Run Differential, nämlich die Chicago Cubs (41-33, +24). An der Spitze stehen sie damit trotzdem nicht, denn dort nisten die Milwaukee Brewers mit einer Bilanz von 42-33, obwohl sie einen Run mehr kassiert als erzielt haben – ob man das Glück oder Effizienz nennen will, soll jeder selbst entscheiden. Nächste Woche wird es auf jeden Fall interessant, denn von Montag bis Mittwoch treffen die Cubs und die Brewers sich zum Spitzenduell in Wrigley Field. Die Cincinnati Reds (36-36) sahen vor einer Woche noch so aus, als ob sie sich wieder nach oben arbeiten, doch seitdem haben sie nur noch ein Spiel gewonnen und sind damit ebenso ins Niemandsland abgerutscht wie die St. Louis Cardinals (36-38).

Die drei stärksten Teams der National League spielen allesamt in der NL West. Wir warten quasi wöchentlich auf den Einbruch der San Francisco Giants (48-26), doch der scheint nicht zu kommen. Dass die Giants nicht nur die beste Bilanz aller MLB-Teams haben, sondern mit +101 auch das beste Run Differential der NL, spricht klar für sie. In den kommenden Tagen stehen zwei weitere Bewährungsproben für das Überraschungsteam des Jahres an, denn es geht erst zu Hause ins Derby gegen die Athletics und dann nach Los Angeles zum Klassiker gegen die Dodgers (44-30). Die Dodgers kommen gerade angeschlagen aus San Diego, wo sie sich einen 3-Spiele-Sweep durch die Padres (45-32) abgeholt haben. Die Padres haben damit nun sieben Spiele in Folge gewonnen, ihr Zwischentief offensichtlich hinter sich gelassen und sind zurück im Dreikampf ihrer Division. Da die Padres nun dreimal gegen die Arizona Diamondbacks spielen, benötigt es nicht viel Phantasie, um ihnen eine Fortsetzung der Erfolgsserie zuzutrauen. Die Diamondbacks haben ihre brutale Niederlagenserie nach 17 verlorenen Spielen mit einem Sieg gegen die Brewers am Montag zwar endlich beendet. Seitdem haben sie aber schon wieder zweimal verloren, sodass derzeit 19 Niederlagen aus den letzten 20 Spielen zu Buche stehen.

Szene(n) der Woche
Triple Plays sind ja an sich schon ein seltenes Ereignis im professionellen Baseball. Nahezu unglaublich wird es, wenn ein Team zwei davon innerhalb von drei Tagen schafft. Den Yankees ist das gelungen, sie haben am Donnerstag gegen die Blue Jays ihr zweites und am Sonntag gegen die Athletics bereits ihr drittes Triple Play in diesem Jahr vollendet. Beide waren zudem auf ihre Art ziemlich einzigartig. Das gegen die Blue Jays war das erste 1-3-6-2-5-6-Triple-Play, das jemals verzeichnet wurde. Kurz zur Erklärung für alle, die mit den Scoring-Bezeichnungen nicht so vertraut sind: 1-3-6-2-5-6 bedeutet, dass der Spielzug über Pitcher, First Baseman, Shortstop, Catcher, Third Baseman und nochmal Shortstop lief. In freier Wildbahn sieht das dann so aus:


Das Triple Play gegen die Athletics war vom Ablauf her eher Standard (5-4-3, also Third Baseman, Second Baseman, First Baseman), aber es war das letzte Play des Spiels. Es war das erste Mal seit rund 12 Jahren, dass ein MLB-Spiel mit einem Triple Play beendet wurde.

 

Statistik der Woche 
2001. Das ist keine ausgefeilte Statistik, sondern nur ein Geburtsjahr. Es sagt allerdings aus, dass Wander Franco der erste MLB-Spieler ist, der im aktuellen Jahrtausend geboren wurde. Das 20-jährige Top-Prospect der Rays gab sein Big-League-Debüt am Dienstag und schlug auch gleich seinen ersten Homerun.

Spiel der Woche
Hier fällt mir die Wahl diese Woche schwer. Die Blue Jays hatten einen tollen Comeback-Win gegen die Orioles mit sechs Runs nach dem zweiten Out im neunten Inning. Das eingangs erwähnte Match zwischen den Angels mit Shohei Ohtani und den Giants mit Kevin Gausman war ebenfalls absolut sehenswert. Noch beeindruckender fand ich aber das gestrige Spiel zwischen den Nationals und den Phillies, in dem Washington drei Rückstände – darunter einen von fünf und einen von vier Runs – aufholte und mit purer Willenskraft den Sieg nach Hause brachte:

Mein Einschalttipp
Zweimal geht es in den kommenden Tagen direkt um die Spitze einer Division: zuerst heute Nacht im letzten Spiel der Serie zwischen den Rays und den Red Sox in der AL East und dann von Montag bis Mittwoch zwischen den Brewers und den Cubs in der NL Central. Mein Einschalttipp ist das dritte Spiel der Serie in Milwaukee: Es läuft am kommenden Mittwoch um 20:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit als Free Game of the Day auf mlb.tv. Ihr braucht also nur einen Account auf mlb.com, dann könnt ihr es auch ohne Abo sehen. Starting Pitcher werden voraussichtlich Corbin Burnes (2.62 ERA, 1.13 FIP) für die Brewers und Jake Arrieta (5.45 ERA, 5.58 FIP) für die Cubs sein.
Je nachdem, wie die Spiele am Wochenende laufen, könnte es übrigens auch in den beiden Spielen zwischen den Dodgers und den Giants  Montag- und Dienstagnacht um eine Divisionsspitze gehen.

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Mai 13th, 2021 by Silversurger

Einen schönen Vatertag wünsche ich allen Vätern unter euch. Natürlich auch euren Vätern, eurer Väter Vätern und so weiter. Passenderweise beginnt mein wöchentlicher Nachrichtenüberblick mit zwei Vätern: Der fünffache Vater Albert Pujols wurde von den Angels diese Woche entlassen. Obwohl sie ihm für dieses Jahr noch 30 Millionen bezahlen müssen, entschieden sie, dass sie ohne den spürbar gealterten Ex-Star besser dran sind. Mit Jordan Zimmmermann verlässt ein weiterer Vater die MLB-Bühne. Der zuletzt für die Brewers aktive Pitcher verkündete diese Woche sein Karriereende. Zwei andere Karrieren fangen derweil gerade an: Die Seattle Mariners haben angekündigt, ihre beiden Top-Talente Jarred Kelenic und Logan Gilbert ins MLB-Team zu holen. Beide werden wahrscheinlich heute ihren ersten Einsatz haben. 

American League
Nach drei Niederlagen in Folge ist der vor wenigen Tagen noch komfortable Vorsprung der Boston Red Sox (22-16) in der AL East spürbar zusammengeschmolzen. Sowohl die New York Yankees (20-16) als auch die Toronto Blue Jays (19-16) haben von der Zahl der Niederlagen her bereits zu den Red Sox aufgeschlossen, müssen aber noch ein paar Nachholspiele absolvieren. Für die Yankees könnte der Nachholbedarf in den nächsten Tagen noch steigen, denn wie gestern bekannt wurde, haben sie sieben neue Covid-Fälle unter den Coaches und weiteren Angestellten. Das Spiel gestern konnte stattfinden, nur Shortstop Gleyber Torres pausierte vorsichtshalber. Man wird nun sehen müssen, welche Kreise der Ausbruch durch Kontaktverfolgung und weitere Tests noch zieht. 

In der AL Central setzt sich die Entwicklung fort, die schon letzte Woche zu beobachten war: Das einstige Überraschungsteam Kansas City Royals (16-19) stürzt ungebremst weiter ab mit nun schon zehn Niederlagen hintereinander. Was die Sache noch schlimmer macht, ist dass die zehn Niederlagen allesamt gegen die direkten Divisionskonkurrenten erlitten wurden, darunter vier gegen die Cleveland Indians (20-14) und drei gegen Tabellenführer Chicago White Sox (21-13). Es zeichnet sich recht früh in der Saison eine Zweiteilung der Division ab. Überraschenderweise auf der schlechten Seite davon finden sich auch die Minnesota Twins (12-22) wieder, die bislang einfach kein Bein auf den Boden bringen. Das gilt leider auch für „unseren“ MLB-Star Max Kepler, der magere .198/.293/.349 schlägt. 

Die Oakland Athletics (23-15) dominieren die AL West und ich würde wetten, dass das auf absehbare Zeit so bleibt. Denn die A’s machen als einziges Team der Division einen relativ gefestigten Eindruck, während alle anderen sehr schwankende Leistungen zeigen. Die Houston Astros (20-17) haben durch zwei Siege gegen die Los Angeles Angels (16-20) gerade Platz zwei übernommen, den die Seattle Mariners (18-19) durch vier Niederlagen in Folge frei gemacht haben. Bei den Mariners ruhen große Hoffnungen auf dem Schwung, den die beiden hochgelobten Prospects Kelenic und Gilbert bringen sollen. 

National League
Daran, dass die NL East jede Woche einen anderen Tabellenführer hat, ist man inzwischen schon gewöhnt. Zurzeit sind es die New York Mets (18-13), die eine beeindruckende Serie von sieben Siegen in Folge am Laufen haben. Schon interessant, dass die Mets ganz oben stehen, obwohl sie bislang von sämtlichen MLB-Teams die wenigsten Runs erzielt haben, sowohl in absoluten Zahlen (111) als auch im Durchschnitt pro Spiel (3,5) – sie haben aber auch mit Abstand die wenigsten kassiert (107). Verfolger Nummer eins sind zurzeit die Philadelphia Phillies (20-17). Die Atlanta Braves (17-19), die Miami Marlins (16-20) und die Washington Nationals (13-19) stehen auf einem negativen Record. 

In der NL Central stehen seit letzter Woche die St. Louis Cardinals (22-15) vorne, gefolgt von den Milwaukee Brewers (20-17), mit denen sie sich gerade ein direktes Duell liefern (siehe „Einschalttipp“). Die Cincinnati Reds (17-17) haben diese Woche durch einen No-Hitter auf sich aufmerksam gemacht (siehe „Spiel der Woche“). Ansonsten halten sie sich, getragen von einer starken Offense, stabil in ihrer Lauerstellung, aus der heraus ich ihnen dieses Jahr noch einiges zutraue.

Der Gewinner des Zweikampfes um die NL West, den man zwischen den San Diego Padres (21-17) und den Los Angeles Dodgers (20-17) erwartet hatte, sind bislang die San Francisco Giants (22-14). Ich muss zugeben, dass ich immer noch Zweifel habe, ob die Giants „for real“ sind, auch wenn sie für solche Zweifel bislang kaum Gründe liefern. Die Serie gegen die Padres haben sie am Wochenende 2:1 gewonnen und seitdem noch zwei Partien gegen die Rangers. Gegen die Dodgers treten die Giants allerdings erst in eineinhalb Wochen zum ersten Mal in diesem Jahr an. Die Padres sind derweil neben den Yankees das zweite Team, das mit einem aktuellen Covid-Ausbruch zu kämpfen hat. Star-Shortstop Fernando Tatis Jr. wurde positiv gestetet, ebenso Outfielder Wil Myers.  Beide haben zum Glück bislang kaum spürbare Symptome. Neben ihnen müssen als Kontaktpersonen auch Jurickson Profar, Eric Hosmer und Jorge Mateo pausieren. 

Szene der Woche
Hier habe ich mich heute mal für eine Szene entschieden, die ich sehr originell finde, auch wenn sie es wohl nicht in die Highlight-Reels schaffen wird. Durch einen soften Popup knapp hinter das Infield erreicht Cedric Mullins von den Orioles im Spiel gegen die Red Sox die dritte Base. Ganze viermal ist er dabei einem Out sehr nah: dreimal bei den gescheiterten Fangversuchen von Shortstop Xander Bogaerts und dann noch mal beim Slide an die dritte Base. Aber immer hat er das Glück und bekommt am Ende sogar ein Triple zugeschrieben, weil die Scorer der Red-Sox-Defense an keiner Stelle des Spielzugs einen Error attestieren.

Statistik der Woche 
667. So viele Homeruns hat Albert Pujols in seiner bisherigen Karriere erzielt. Er belegt damit Platz fünf in der ewigen Rangliste der MLB. Dabei wird es wohl bleiben, denn selbst wenn der 41-Jährige nochmal bei einem Team anheuert, erscheint mir unwahrscheinlich, dass er noch die 29 Homeruns schlägt, die es bräuchte, um Alex Rodriguez (696) auf Rang vier einzuholen – geschweige denn noch 18 mehr, um Babe Ruth (714) Platz drei streitig zu machen. 

Spiel der Woche
Schon wieder ein No-Hitter! Wade Miley ist am Freitag der vierte No-No dieser MLB-Saison gelungen. Der Rekord für eine Saison liegt übrigens bei acht und stammt aus dem Jahr 1884. Miley besorgte beim 3:0 seiner Reds über die Indians die 27 Outs mit 114 Pitches. Er ließ zwei Baserunner zu, einen per Walk und einen durch einen Error. Die Geschichte von Mileys Meisterstück passt übrigens gut zum heutigen Vatertag: Der Pitcher trug während des No-Hitters ein temporäres Tattoo des unglaublichen Hulk auf dem rechten Unterarm, das ihm sein 4-jähriger Sohn verpasst hatte. Miley bat seine Frau nach dem Spiel, so viele von diesen Tattoos zu bestellen, wie zu bekommen sind. 

Mein Einschalttipp
Die Brewers und die Cardinals spielen gerade die Spitzenserie der NL Central gegeneinander. Die beiden bisherigen Spiele haben sie sich geteilt, heute Abend steht das Rubber Game an. Die Partie läuft ab 19:40 Uhr mitteleuropäischer Zeit, Starting Pitcher sind Jack Flaherty (2.83 ERA, 3.02 FIP) für St. Louis und Corbin Burnes (1.53 ERA, 0.51 FIP) für Milwaukee. 

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April 22nd, 2021 by Silversurger

Während die National League immer noch gebannt auf das epische Duell zwischen den Dodgers und den Padres zurückblickt und sich auf die Fortsetzung ab heute Nacht freut, stechen in sämtlichen Divisionen der American League überraschende Ergebnisse und Entwicklungen hervor. Überraschend kam auch das Karriereende von zwei langjährigen MLB-Veteranen: Sowohl Jay Bruce, zuletzt als First Baseman für die Yankees im Einsatz, als auch der seit September vereinslose Second Baseman Neil Walker erklärten in den letzten Tagen ihren Rücktritt vom professionellen Baseball.  Nicht die Karriere, aber mindestens die aktuelle Saison ist für Adrian Morejon beendet. Seit gestern steht fest, dass der 22-Jährige Starter der Padres sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss. Die Padres-Rotation ist gleich doppelt vom Verletzungspech verfolgt: Dinelson Lamet musste gestern seinen ersten Start nach einem halben Jahr Pause im zweiten Inning abbrechen und unterzieht sich nun weiteren Untersuchungen.

National League
Die NL East hatte ich vor der Saison als stärkste Division der Liga eingeschätzt, doch diese Erwartung hat sich bislang nicht erfüllt. Das derzeit einzige Team mit knapp positivem Record sind die New York Mets (7-6), die aber nach zwei desolaten Niederlagen bei den Cubs ein Run Differential von -14 aufweisen. Tatsächlich bringen es bislang allein die Miami Marlins (8-9) auf ein positives Run Differential (+4). Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen haben die Marlins zudem von allen Teams der Division aktuell den besten Lauf und schicken sich an, im zweiten Jahr hintereinander den Spielverderber für die hoch eingestuften Teams der Mets, der Phillies (9-9), der Braves (8-10) und der Nationals (7-9) zu geben.

Ebenfalls sieben aus den letzten zehn haben die Milwaukee Brewers (11-7) gewonnen, die sich damit an die Spitze der NL Central gesetzt haben. Der starke Start der Cincinnati Reds (9-8) scheint sich hingegen immer mehr als Strohfeuer zu erweisen. Drei Niederlagen am Stück haben sie gegen die Indians und die Diamondbacks kassiert und nun stehen schwierige Auswärtsserien gegen die St. Louis Cardinals (8-10) und die Dodgers an. Erfreulich verläuft die Saison bislang für die Pittsburgh Pirates (8-10). Sie stehen zwar erwartungsgemäß auf dem letzten Platz, verkaufen sich aber keineswegs so schwach und chancenlos, wie man es vor der Saison und noch während der ersten Woche befürchten musste. 

So, wie es aussieht, bleibt die seit Jahren bestehende Dominanz der Los Angeles Dodgers (14-4) in der NL West weiterhin ungebrochen. Die San Diego Padres (10-10) wurden von den Dodgers in einer epischen Serie (siehe „Spiel der Woche“) in ihre Schranken verwiesen, ganz abgesehen von den eingangs erwähnten Verletzungssorgen. Eine positive Überraschung sind bislang die San Francisco Giants (11-7), die wacker oben mitmischen. Man muss allerdings dazu sagen, dass es der Spielplan bisher recht gut mit den Giants meint und ihnen die ersten Duelle gegen die Dodgers noch bis 22. Mai erspart bleiben. Am Ende der Tabelle finden sich die Colorado Rockies (6-12) als derzeit schwächstes Team der Liga, aber nicht ohne Hoffnung nach zuletzt zwei Siegen in Folge gegen die Astros.

American League
Nicht ohne Hoffnung ist auch das aktuell schwächste der Team der American League, aber der Fehlstart in die Saison sorgt bei den New York Yankees (6-11) und ihren Fans für gewaltigen Frust. Strikeouts und andere misslungene Aktionen der eigenen Spieler werden gnadenlos mit Buhrufen quittiert, das Spiel gegen die Tampa Bay Rays (10-9) am Freitag musste sogar kurz unterbrochen werden, weil Bälle und andere Gegenstände aufs Feld geworfen wurden.  An der Spitze der AL East stehen anstelle der abgestürzten Favoriten aus New York und der (auch von mir) gehypten Toronto Blue Jays (8-10) immer noch die Boston Red Sox (12-7). Die Red Sox leben dabei immer noch von einem Zwischenspurt mit neun Siegen hintereinander vom 6. bis zum 14. April. Seitdem wechselten Licht und Schatten sich ab; nun steht eine interessante Serie gegen die Mariners bevor (siehe „Einschalttipp“).

Wenn mich ein Team noch mehr überrascht als die Red Sox an der Spitze der AL East, dann sind das die Kansas City Royals (10-7) in der AL Central. Die Royals haben gerade gegen die Rays zum ersten Mal in diesem Jahr eine Serie verloren, aber auch diese beendeten sie mit einem positiven Ausklang durch einen aufregenden Walkoff-Sieg in Spiel drei. Die Chicago White Sox (9-9) und die Cleveland Indians (8-8) halten mit ausgeglichenen Bilanzen den Anschluss, während die Minnesota Twins (6-11) durch richtig schwierige Zeiten gehen: Wegen mehrerer Covid-Fälle im Team – darunter Max Kepler – mussten drei Spiele der Twins verschoben werden; von den letzten zehn Spielen, die vor und nach der Zwangspause ausgetragen werden konnten, wurden neun verloren; gestern Nacht setzte es eine besonders empfindliche Niederlage bei den Athletics, als drei Führungen aus der Hand gegeben wurden, bevor zwei Fielding Errors im zehnten Inning das Spiel entschieden. 

Des einen Leid ist des anderen Freud‘: Für die Oakland Athletics (12-7) war der Walkoff gegen die Twins bereits der elfte Sieg in Folge – eine verblüffende Wende, nachdem die A’s mit 1-7 in die Saison gestartet waren. Nun stehen sie in der AL West ganz vorne, während die Houston Astros (7-10) den entgegengesetzten Weg zurückgelegt haben. Nach neun Niederlagen in den letzten zehn Spielen sind sie auf dem letzten Platz angekommen, noch hinter den Texas Rangers (9-10). Neben den Athletics stehen mit den Seattle Mariners (11-7) und den Los Angeles Angels (9-7) zwei weitere Teams bei einer positiven Bilanz. Vor allem von den Mariners hätte ich das nicht erwartet; sie haben bereits Serien gegen die Astros, die Twins und die Giants gewonnen und zuletzt sogar den Dodgers einen Split abgetrotzt.

Szene der Woche
Ein Triple Play ist immer etwas Besonderes, deshalb bekommt die Aktion der Cincinnati Reds vom Samstag hier auch den Ehrenplatz. Noch sehr viel seltener ist aber ein sogenanntes Unassisted Triple Play, also ein solches, bei dem alle drei Outs ganz alleine von einem einzelnen Feldspieler erledigt werden. Ein solcher Spielzug gelang in der gesamten MLB-Geschichte bisher nur 15-mal. Joey Votto hätte die Nummer 16 auf der Liste sein können: Erst fing er Josh Naylors Linedrive zum ersten Out, dann tagte er Franmil Reyes kurz vor der ersten Base zum zweiten Out. Zum Abschluss hätte er selbst auf die dritte Base treten und damit das Out gegen Eddie Rosario besorgen können, der schon die Homeplate passiert und gar nicht mitbekommen hatte, was Sache war. Doch Votto entschied sich im Eifer des Gefechts, den Ball zu Third Baseman Max Schrock zu werfen und diesen am Spielzug teilhaben zu lassen. Daher ist es kein Unassisted, sondern ein 3-3-5-Triple-Play. Gefreut hat sich Votto trotzdem mit vollem Recht, denn es war ein toller Spielzug und ein wichtiger Baustein beim 3:2-Sieg über die Indians.

Statistik der Woche 
40. So viele Strikeouts hat Corbin Burnes von den Milwaukee Brewers in seinen vier Starts in dieser Saison erzielt. Das ist für sich allein schon eine starke Leistung, aber wirklich einzigartig wird sie durch die Tatsache, dass Burnes in diesem Jahr noch keinen einzigen Walk zugelassen hat. Das sind gleich zwei MLB-Rekorde: 40 Strikeouts mit null Walks hat vor ihm weder ab Saisonstart noch innerhalb von vier aufeinanderfolgenden Spielen je ein MLB-Pitcher geschafft.

 

Spiel der Woche
So früh in der Saison bin ich sehr zurückhaltend damit, vom Spiel des Jahres zu reden, aber was die Los Angeles Dodgers und die San Diego Padres am Freitag – nach unserer Zeit am Samstagmorgen – geboten haben, war ganz großes Kino. Monster-Homeruns, verblüffende Errors, fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, haufenweise Führungswechsel, eine Beinahe-Schlägerei, ein Fan auf dem Feld, 17 verschiedene Pitcher einschließlich eines Feldspielers, drei volle Extra-Innings – was immer man sich unter einem aufregenden Baseballspiel vorstellt, dieses Match hatte es zu bieten. 

Mein Einschalttipp
Der naheliegende Tipp an dieser Stelle ist natürlich wieder das Matchup zwischen den Dodgers und den Padres, denn die wohl heißeste Intra-Division-Serie der Saison geht ab heute Nacht in ihre zweite Runde. Aber weil das wahrscheinlich jeder Baseballfan sowieso schon auf dem Schirm hat, gibt es von mir eine zusätzliche Empfehlung: Mit den Seattle Mariners und den Boston Red Sox treffen zwei der größten Überraschungen der bisherigen Saison von heute bis Sonntag viermal aufeinander. Die Spiele am Samstag und am Sonntag laufen jeweils zur europafreundlichen Zeit um 19:10 Uhr. Die voraussichtlichen Starter sind Chris Flexen vs. Nate Eovaldi am Samstag und Nick Margevicius vs. Eduardo Rodriguez am Sonntag.

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April 8th, 2021 by Silversurger

Die MLB ist zurück. In der ersten Woche gab es eine Menge großartiger Szenen und Spiele, leider aber auch schon die ersten coronabedingten Spielausfälle. Zudem gab es politisch verursachten Trubel um das All-Star-Game: Die Ligaleitung hat entschieden, dieses nicht wie geplant in Atlanta auszutragen, sondern es nach Denver zu verlegen. Hintergrund ist eine Änderung des Wahlgesetzes im Staat Georgia, die relativ offensichtlich dem Ziel dient, sozialen und ethnischen Minderheiten die Wahlteilnahme zu erschweren. MLB-Commissioner Rob Manfred teilte in einer Erklärung mit, dass er die Verlegung des Spiels als „besten Weg, unsere Werte als Sport zu demonstrieren“ ansieht. Ich halte das für ein grundsätzlich richtiges Zeichen, wenngleich ich auch die Enttäuschung der als Gastgeber ausgebooteten Atlanta Braves verstehe, die keine Schuld an der Gesetzgebung ihres Staates tragen. Jetzt aber zum Sport: 

National League
Über die NL East lässt sich bislang am wenigsten sagen, da sie vom ersten Tag der Saison an stark von Ausfällen betroffen war. Ein Covid-19-Ausbruch im Team der Washington Nationals (1-2) führte dazu, dass deren gesamte Serie gegen die New York Mets (1-2) verschoben werden musste. Seit Dienstag sind die Nationals wieder im Einsatz, müssen allerdings noch für einige Tage auf Patrick Corbin, Jon Lester, Yan Gomes, Alex Avila, Josh Bell, Josh Harrison, Jordy Mercer, Kyle Schwarber und Brad Hand verzichten. Für einen Sieg im ersten Spiel gegen die Atlanta Braves (2-4) reichte es trotzdem. Die Braves hatten vorher schon einen lupenreinen Fehlstart, indem sie sich 0-3 von den Philadelphia Phillies (5-1) sweepen ließen. Im gestrigen Doubleheader gegen die Nationals konnten sie sich mit zwei Siegen rehabilitieren. Auch die Miami Marlins (1-5) sind schwach gestartet und sehen nicht so aus, als könnten sie die Überraschung der letzten Saison wiederholen.

Vielleicht kommt das Überraschungsteam des Jahres 2021 aus der NL Central. Die Cincinnati Reds (5-1) haben aus sechs Spielen nicht nur fünf Siege, sondern auch ein beeindruckendes Run Differential von +31 eingefahren. Allerdings holten sie den größten Teil davon gegen die Pittsburgh Pirates (1-5). Die richten sich wohl wie erwartet von Anfang an im Keller ein, zumal sich mit Ke’Bryan Hayes ihr einziger Star im ersten Saisonspiel verletzte. Zwischen den beiden Favoriten der Division, den St. Louis Cardinals (4-2) und den Milwaukee Brewers (3-3), steht ab heute eine möglicherweise weichenstellende Serie an. Die Chicago Cubs (3-3) haben derweil das Glück, in ihrer dritten Serie schon zum zweiten Mal gegen die Pirates antreten zu dürfen.

Die NL West begann bemerkenswert, indem eines der wohl schwächsten Teams der MLB, die Colorado Rockies (2-4), das wohl stärkste, die Los Angeles Dodgers (5-2), im Eröffnungsspiel besiegte. Aber das Strohfeuer ist schon wieder erloschen: Die Dodgers haben ihren gewohnten Platz an der Spitze der Division eingenommen, die Rockies bilden gemeinsam mit den Arizona Diamondbacks (2-4) das Schlusslicht. Mit den San Diego Padres (4-3) und den San Francisco Giants (3-3) auf dem dritten Platz ist die NL West die einzige Division, die schon nach einer Woche ziemlich genau so dasteht, wie man es auch für das Ende der Saison erwarten würde. Die Padres müssen allerdings einen harten Schlag verkraften: Fernando Tatis Jr. musste am Montag ausgewechselt werden, nachdem er sich bei einem harten Schwung die Schulter auskugelte. Die Schwere der Verletzung ist noch unklar, doch es scheint sich um mehr zu handeln als „nur“ um ein aus der Pfanne und wieder zurück gesprungenes Gelenk. Der Star-Shortstop steht auf der 10-Tage-Verletztenliste und unterzieht sich weiteren Untersuchungen.

American League
Die Baltimore Orioles (4-2) haben sicher schon ein paar Screenshots von der Tabelle der AL East geschossen. Durch einen Sweep gegen die Boston Red Sox (3-3) in der Eröffnungsserie setzten sie sich an die Spitze der Division, und dort stehen sie nach zwei Niederlagen und einem Extra-Inning-Sieg gegen die New York Yankees (3-3) immer noch. Die Red Sox überraschten ihrerseits, indem sie dem desolaten Start einen Sweep gegen die Tampa Bay Rays (2-4) folgen ließen. Gute und schlechte Nachrichten gibt es für die Toronto Blue Jays (3-3): Die gute ist, dass der Klub mit General Manager Ross Atkins eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre aushandeln konnte. Die schlechte ist, dass das Debüt von Neueinkauf George Springer nach wie vor auf sich warten lässt. Springer startete die Saison auf der Verletztenliste wegen einer Bauchmuskelzerrung; die ist inzwischen überwunden, doch nun sind beim Rennen Schmerzen im Oberschenkel aufgetreten und machen den geplanten Auftritt beim heutigen Home-Opener gegen die Angels unmöglich.

Den besten Start in der AL Central haben die Minnesota Twins (4-2) erwischt, die ihre Serien gegen die Brewers und gegen die Detroit Tigers (3-3) jeweils 2-1 gewannen. Am Wochenende wird es interessant, wenn die etwas besser als erwartet dastehenden Kansas City Royals (3-2) bei den etwas schlechter als erwartet gestarteten Chicago White Sox (3-4) antreten. Die Cleveland Indians (2-3) bieten derweil das Bild, das man von ihnen gewohnt ist: die wenigsten erzielten Runs in der gesamten AL und dennoch ein Run Differential von +1 dank ihres hervorragenden Pitchings.

In der AL West hatte gleich die erste Serie schon stark richtungsweisenden Charakter: Die Oakland Athletics (1-6) mussten im eigenen Ballpark einen 4-Spiele-Sweep der Houston Astros (5-1) hinnehmen. Da die A’s auch die nächsten beiden Spiele gegen die Dodgers verloren und obendrein den Ausfall ihres Closers Trevor Rosenthal verkraften müssen, stehen sie bereits mit dem Rücken zur Wand. Zu allem Überfluss müssen sie jetzt nach Houston reisen. Aber vielleicht geht ja ein Ruck durch das Team, nachdem gestern per Extra-Innings-Walkoff über die Dodgers der erste Saisonsieg eingefahren wurde. Außer den Astros sind auch die Los Angeles Angels (4-2) stark in die Saison gestartet, unter anderem mit drei Siegen gegen die White Sox. In einem davon hatte Shohei Ohtani seinen großen Auftritt, indem er zum ersten Mal im selben MLB-Spiel pitchte und schlug. In 4.2 Innings erzielte er einen Homerun und ließ nur einen gegnerischen Run zu. 

Szene der Woche
Die folgende Szene aus dem Eröffnungsspiel zwischen den Dodgers und den Rockies ist so kurios wie erklärungsbedürftig: Mit Justin Turner als Runner an der ersten Base schlägt Cody Bellinger einen weiten Ball ins Leftfield. Raimel Tapia bekommt den Ball kurz in den Handschuh, lässt ihn aber über den Zaun fallen. Bellinger und Turner denken zunächst, dass es ein Homerun ist, doch dann ist sich Turner der Sache nicht mehr sicher und sprintet zurück zur ersten Base, wie es nach einem Flyout erforderlich wäre. Dabei achtet er nicht auf Bellinger und läuft an diesem vorbei. Regeltechnisch hat Bellinger dadurch Tuner beim Baserunning überholt und ist automatisch aus – trotz des inzwischen von den Umpires bestätigten Homeruns. Weil Bellinger zwischen der ersten und zweiten Base aus ist, gilt sein Schlag nur als Single. Turner darf aber um die Bases laufen, der RBI dafür geht an Bellinger.

Zwei Tage später schlug übrigens die ausgleichende Gerechtigkeit in Form einer verblüffend ähnlichen Szene zu: Dieses Mal war Zach McKinstry für die Dodgers am Schlag. Wieder flog der Ball Richtung Leftfieldzaun, wieder war Raimel Tapia mit dem Handschuh dran. Dieses Mal landete der Ball im Feld, aber weil Tapia das zu spät merkte, gelang McKinstry ein Inside-The-Park-Homerun. 

Statistik der Woche 
8. So viele Hits hatte Yermin Mercedes von den Chicago White Sox in ebenso vielen Plate Appearances zum Start der Saison. Das ist MLB-Rekord und auch deshalb erstaunlich, weil von dem 28-Jährigen bisher kaum jemand je gehört hatte. Kurz vor Saisonstart war er durch die Verletzung von Eloy Jimenez in den Kader gerutscht und durfte im ersten Spiel als DH antreten. Er schlug 5-für-5 und traf im nächsten Spiel erneut dreimal hintereinander, bevor ihn beim neunten Versuch ein Flyout ereilte.

Die zweite Feel-Good-Story des Opening Weekends möchte ich an der Stelle nicht unerwähnt lassen: Auch die Detroit Tigers haben einem bislang kaum bekannten Spieler eine Chance gegeben, und auch er nutzte sie auf spektakuläre Weise: Akil Baddoo schlug den ersten Pitch seiner MLB-Karriere zum Homerun. 

Spiel der Woche
Die Entscheidung fällt schwer angesichts der vielen tollen Spiele, die die erste Woche zu bieten hatte. Weil es in diesem Artikel bisher vor allem um Offense ging, geht meine Stimme hier an die Partie der Twins gegen die Brewers vom Samstag. José Berrios und Corbin Burnes lieferten sich sechs Innings lang ein geradezu wahnwitziges Pitcherduell: 12 Strikeouts für Berrios, 11 für Burnes, kein Walk und kein Hit auf beiden Seiten. Die einzigen Baserunner ließen beide Pitcher im fünften Innning durch jeweils einen Hit-by-Pitch zu. Im siebten Inning beendete Byron Buxton per Homerun den No-Hitter von Burnes. Berrios wurde trotz seines noch intakten No-Hitters nach sechs Innings und 84 Pitches ausgewechselt. Den ersten und einzigen Hit der Brewers erzielte Omar Narvaez im achten Inning gegen Tyler Duffey.

Mein Einschalttipp
Am Wochenende steht die Paarung an, die letztes Jahr das Duell in der AL darstellte: Die New York Yankees treffen auf die Tampa Bay Rays. Beide Teams hatten einen durchwachsenen Start und dürften entsprechend motiviert sein, das eine oder andere Ausrufezeichen zu setzen. Die erste Partie der 3-Spiele-Serie beginnt am Freitag zur perfekten mitteleuropäischen Sendezeit um 21:10 Uhr und ist obendrein das Free Game of the Day auf mlb.tv. Als Starting Pitcher treten die beiden Routiniers Rich Hill (Rays) und Corey Kluber (Yankees) an.

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März 16th, 2021 by Silversurger

Die Milwaukee Brewers haben zum ersten Mal in der Teamgeschichte den dritten Playoff-Einzug in Folge geschafft. Irgendetwas scheinen sie also richtig zu machen. Aber auch nicht zu viel, denn sonst wären sie nicht (gleichzeitig mit den Astros) das erste Team der MLB-Historie gewesen, das die Postseason mit einer negativen Bilanz (29-31) erreichte. Wenn sie ihre Serie auf vier Jahre ausbauen wollen, werden sie sich steigern müssen. Wie sie das mit ihren Offseason-Moves bewerkstelligen wollen, ist mir nicht ganz klar. Zwar war das Front Office um Matt Stearns und Matt Arnold nicht untätig, aber die Auswahl der Neuverpflichtungen wirft Fragezeichen auf. Bedarf hätte vor allem an einem Catcher, einem Corner Infielder und einem Shortstop bestanden. Geholt hat man Jackie Bradley Jr., dessen bevorzugte Position im Centerfield sich fest in der Hand von Lorenzo Cain befindet, sowie Kolten Wong, der als Second Baseman mit den jungen Keston Hiura und Luis Urias konkurriert und die beiden voraussichtlich auf weniger ideale Positionen verdrängt. Die Problemzonen der Brewers bleiben somit unverändert bestehen, ihre Stärken aber auch – namentlich das Outfield um Christian Yelich sowie der von Manager Craig Counsell meisterhaft orchestrierte Bullpen. Bezogen auf die gesamte Liga reicht es in meiner Einschätzung für nicht mehr als einen Platz im Mittelfeld des Rankings. Aber in der wohl schwächsten Division der MLB könnte das für einen erneuten Playoff-Run reichen.

Voraussichtliches Lineup
C Omar Narvaez
1B Keston Hiura
2B Kolten Wong
SS Luis Urias
3B Travis Shaw
LF Christian Yelich
CF Lorenzo Cain
RF Jackie Bradley Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Brandon Woodruff
RHP Corbin Burnes
RHP Josh Lindblom
LHP Brett Anderson
RHP Adrian Houser
Key Relievers: Josh Hader, Devin Williams

Wichtigster Zugang
2B Kolten Wong (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
3B Jedd Gyorko (Free Agent)

Bestes Prospect
SS Brice Turang

Größte Stärke
Der Bullpen: Josh Hader ist über die letzten drei Jahre betrachtet der Top-Reliever im Spiel, mit Rookie of the Year Devin Williams hat er seit 2020 einen kongenialen Partner. Brent Suter und Justin Topa sind weitere Pfeiler eines Bullpens, aus dem Counsell regelmäßig das Maximum herausholt.

Größte Schwäche
Die Infield-Corners: Seit nach der Saison 2011 Prince Fielder den Klub verlassen hat, starteten für die Brewers 36 verschiedene Spieler mindestens ein Spiel an der First Base. Keston Hiura wird in Kürze die Nummer 37 werden. Eine ähnliche Drehtür ist die Third Base seit dem Abgang von Aramis Ramirez im Jahr 2015. 20 verschiedene Spieler starteten seitdem auf der Position, für die derzeit keine offensichtliche Besetzung an Bord ist. Eventuell bekommt Travis Shaw, der auf dem Posten 2017 und 2018 eine gute Zeit hatte und nun mit einem Minor-League-Vertrag zurück in Milwaukee ist, eine zweite Chance. Weitere Optionen sind Luis Urias und Orlando Arcia, je nachdem wer von beiden nicht als Shortstop eingesetzt wird.

Spannendste Frage
Findet Yelich zurück zu alter Stärke? Christian Yelich war 2018 und 2019 überragend, gewann mit 7.7 und 7.8 fWAR einen ersten und einen zweiten Platz in der MVP-Wahl. In der Kurzsaison 2020 schlug er nur .205/.356/.430 und brachte es auf 0.7 fWAR. Vor allem mit rechtshändigen Pitchern hatte er ungewohnt große Probleme. Eine Rolle könnte gespielt haben, dass die MLB letztes Jahr Videoanalysen während des Spiels im Dugout untersagte. Yelich hat diese Analysen früher intensiv genutzt und wird froh sein, dass sie dieses Jahr wieder erlaubt sind.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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März 11th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison ist nur noch drei Wochen entfernt, das Spring-Training läuft auf Hochtouren und endlich haben auch die beiden letzten „großen“ Free Agents Jackie Bradley Jr. und Jake Odorizzi ihr neues Team gefunden. Leider gab es diese Woche auch wieder ein paar Verletzungen, durch die die Saison für die betreffenden Spieler ganz oder teilweise gelaufen ist, bevor sie richtig begonnen hat. Dank des deutschen Corona-Flickenteppichs gibt es etwas verwirrende Neuigkeiten in Bezug auf die Baseball-Bundesliga – mehr dazu am Ende dieses Artikels.

Bradley Jr. zu den Brewers
Die Milwaukee Brewers haben sich die Dienste von Jackie Bradley Jr. gesichert. Das kam etwas überraschend, denn im Centerfield der Brewers ist bereits Lorenzo Cain als Stammspieler gesetzt. Dasselbe gilt für das Leftfield mit Christian Yelich, sodass für Bradley Jr. voraussichtlich die etwas größeren Anteile eines Platoons mit Avisail Garcia im Rightfield bleiben. Der in Kürze 31-Jährige erhält einen Zweijahresvertrag, der ihm 13 Millionen Dollar im ersten und 11 Millionen im zweiten Jahr garantiert. Eine Option ermöglicht dem Spieler, nach dem ersten Jahr einseitig aus dem Vertrag auszusteigen. 

Astros verpflichten Odorizzi
Auch Jake Odorizzi hat einen neuen Job. Der Starting Pitcher unterschreibt für zwei Jahre bei den Houston Astros. Dafür erhält er ein garantiertes Gehalt von 23,5 Millionen Dollar und die Verlängerungsoption für ein weiteres Jahr. Odorizzi hatte 2019 ein starkes Jahr für die Minnesota Twins mit 3.51 ERA und 3.36 FIP in 30 Starts. 2020 konnte er wegen mehrerer Verletzungen nur 13.2 Innings pitchen. Die Astros sahen sich offenbar gezwungen, noch eine Verstärkung an Land zu ziehen, nachdem Framber Valdez sich an seinem letzte Woche gebrochenen Finger operieren lassen muss und möglicherweise für die gesamte Saison ausfällt. Zudem steht seit gestern fest, dass Pitching-Prospect Forrest Whitley sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss, womit für ihn die Saison gelaufen ist. 

Castillo, Martinez, Britton, Votto fallen aus
Auch für Jose Castillo, Relief Pitcher der San Diego Padres, ist die Saison bereits beendet. Der 25-jährige Linkshänder benötigt ebenfalls eine Tommy-John-Surgery und wird erst irgendwann im nächsten Jahr wieder spielen können.
Nur unwesentlich besser ergeht es Yankees-Reliever Zack Britton, dem in einer arthroskopischen Operation Knochensporne entfernt werden müssen. Sein Arm muss danach sechs Wochen komplett ruhen, danach schließen sich drei bis vier Monate Reha bis zur Einsatzfähigkeit an.
Rund vier Monate wird auch Jose Martinez ausfallen. Der Corner-Infielder/Outfielder schien auf gutem Weg, einen Platz auf der Bank der New York Mets zu ergattern, bevor er in einem Spring-Training-Spiel mit einem Umpire zusammenprallte und einen Meniskusriss erlitt.
Leider gibt es auch schon den ersten prominenten Covid-19-Fall der Saison: Joey Votto wurde positiv getestet. Der First Baseman der Cincinnati Reds muss sich für mindestens zehn Tage isolieren. Ob und in welcher Stärke er unter Symptomen leidet, ist bislang nicht bekannt. 

Lou Gehrig Day am 2. Juni
Ab diesem Jahr wird in der MLB regelmäßig am 2. Juni ein Lou Gehrig Day begangen. An diesem Tag wird dem legendären First Baseman der Yankees gedacht werden, vor allem aber soll er an die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) erinnern, die auch als Lou-Gehrig-Syndrom bekannt ist. Gehrig starb am 2. Juni 1941 im Alter von 37 Jahren an ALS – am selben Datum, an dem er 16 Jahre früher eine Rekordstrecke von 2.130 Einsätzen hintereinander gestartet hatte. Lou Gehrig ist der dritte Spieler nach Jackie Robinson (15. April) und Roberto Clemente (9. September), dem die MLB jährlich einen eigenen Tag widmet.

Bundesliga startet versetzt
Am 1. April ist Opening Day – das gilt nicht nur für die MLB, sondern auch für die Baseball-Bundesliga. Allerdings nur für den Süden, denn die Nordgruppe der höchsten deutschen Spielklasse startet erst über einen Monat später und absolviert mit 7 Spieltagen nur halb so viele Partien wie die Bundesliga Süd. Der Hintergrund ist, dass die an der Südgruppe beteiligten Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Liga als Teil des Spitzensports anerkennen, die nördlichen Bundesländer hingegen nicht. Das hört sich an wie ein verfrühter Aprilscherz, ist aber kuriose und bittere Realität. Aber vielleicht sollte man es nicht zu negativ sehen und lieber froh sein, dass es in Baseball-Deutschland zur Coronazeit nur zwei unterschiedliche Regelungen gibt und nicht 16…

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Februar 4th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison soll wie geplant ab 1. April stattfinden. Das klingt nicht nach einer Neuigkeit, ist aber eine. Denn eine Verschiebung wurde in den letzten Tagen von mehreren Seiten gefordert, allein die Spielergewerkschaft stellt sich quer. Der Knaller der Woche auf dem Transfermarkt war der Wechsel von Nolan Arenado zu den St. Louis Cardinals.

Spieler wollen keinen späteren Saisonbeginn
Die Fronten scheinen verhärtet: Nachdem die Spielergewerkschaft MLBPA Anfang der Woche einen Vorschlag der Liga ablehnte, der eine auf 154 Spiele verkürzte Saison ab 28. April vorsah, schalteten sich gestern die US-Gesundheitsbehörden ein. Sie empfehlen ebenfalls, einen Monat später in den Spielbetrieb zu starten, und stellen in Aussicht, dass bis dahin alle Spieler und sonstigen Beteiligten geimpft werden könnten. Doch die MLBPA will davon nichts wissen, die Beteiligung an einem Gespräch mit Regierungsvertretern und der Ligaleitung lehnte sie rundheraus ab. Solange es keine Einigung zwischen Liga und MLBPA gibt, gelten weiterhin die ursprünglichen Starttermine. Demnach stehen am 27. Februar die ersten Spring-Training-Spiele und am 1. April die Saisoneröffnung an.

Ich muss gestehen, dass mir nicht klar ist, worauf die Gewerkschaft mit ihrer Blockadehaltung hinaus will – das Angebot der Liga enthielt die Zusage, die vollen Gehälter zu zahlen und die Designated-Hitter-Regel in der gesamten Liga anzuwenden. Damit wären die zwei vermeintlichen Kernforderungen der Spieler erfüllt. Ein besseres, der Pandemielage angepasstes Angebot können sie kaum erwarten. Eine Erklärung könnte sein, dass es der MLBPA um eine Machtdemonstration geht, bevor nächstes Jahr zwischen der Liga und ihr die Verhandlungen um einen neuen Rahmenvertrag (CBA) anstehen. Wenn das tatsächlich der Hintergrund ist, lässt es nichts Gutes für die CBA-Verhandlungen erwarten – 2022, die hoffentlich erste Saison nach der Pandemie, könnte mit einem Streik beginnen. 

Rockies traden Arenado nach St. Louis
Nolan Arenado, zweifellos einer der besten Third Basemen der Liga, wechselt den Verein: Die Colorado Rockies schicken den 29-Jährigen zu den St. Louis Cardinals. Die Cardinals geben im Gegenzug den linkshändigen Pitcher Austin Gomber, die beiden rechtshändigen Pitcher Tony Locey und Jake Sommers, 3B Mateo Gil sowie IF Elehuris Montero an Colorado ab. Das sind eine Menge talentierter Spieler, aber allesamt weder etablierte Major Leaguer noch Top-Prospects. Ganz offensichtlich waren die Rockies bereit, sich mit relativ wenig zufrieden zu geben, nur um den teuren Vertrag von Arenado loszuwerden, der ihm bei voller Erfüllung bis 2027 noch 214 Millionen Dollar einbringen wird. Mehr noch, die Rockies zahlen sogar drauf: 51 Millionen von Arenados Vertrag nehmen sie auf ihre Kappe, darunter das volle Gehalt von 35 Millionen für die anstehende Saison 2021. Aus Sicht der Cardinals ist das ein großartiges Geschäft, und auch Arenado selbst ist mit dem Wechsel glücklich: Er spielt ab sofort für ein Team mit deutlich besseren Playoffchancen und erhält obendrein die Möglichkeit, nach jedem der beiden kommenden Jahre einseitig aus dem Vertrag auszusteigen. Die Rockies hingegen werden einige Überzeugungsarbeit gegenüber den eigenen Fans leisten müssen, um den Sinn dieses Moves zu rechtfertigen.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Auf dem Free-Agent-Markt hat sich auch in dieser Woche einiges getan, wenngleich mit zum Beispiel Trevor Bauer, Marcell Ozuna und Justin Turner noch einige große Namen ausstehen. Besonders aktiv waren die Cubs, die anscheinend aus ihrem langen Winterschlaf aufgewacht und nun dabei sind, ihr fadenscheinig gewordenes Roster aufzufüllen. Hier die Vertragsabschlüsse der vergangenen sieben Tage im Überblick: SS Didi Gregorius (Philadelphia Phillies, 2 Jahre, 28 Millionen Dollar), 2B Kolten Wong (Milwaukee Brewers, 2 Jahre plus Kluboption, 18 Millionen), DH Nelson Cruz (Minnesota Twins, 1 Jahr, 13 Millionen), SP Adam Wainwright (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 8 Millionen plus Boni), OF Eddie Rosario (Cleveland Indians, 1 Jahr, 8 Millionen), OF Joc Pederson (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 7 Millionen), SP Chris Archer (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 6,5 Millionen),  RP Alex Colome (Twins, 1 Jahr plus Kluboption, 6,25 Millionen), RP Joakim Soria (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 3,5 Millionen plus Boni), SP Carlos Rodon (Chicago White Sox, 1 Jahr, 3,5 Millionen), RP Andrew Chafin (Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 2,75 Millionen), SP Trevor Williams (Cubs, 1 Jahr, 2,5 Millionen), RP Sean Doolittle (Cincinnati Reds, 1 Jahr, 1,5 Millionen plus Boni), C Alex Avila (Washington Nationals, 1 Jahr, 1,5 Millionen),  SP/RP Kohl Stewart (Cubs,1 Jahr, 750.000)

Zwischen den Baltimore Orioles und den Los Angeles Angels gibt es einen Trade, dessen Kernstück Starting Pitcher Alex Cobb ist. Der 33-jährige Rechtshänder wechselt zu den Angels, die im Gegenzug Infield-Prospect Jahmai Jones nach Baltimore schicken. Die Orioles übernehmen zudem zwei Drittel des Gehalts von 15 Millionen Dollar, das Cobb dieses Jahr zusteht. 

Schwere Vorwürfe gegen Callaway
Dem Pitching-Coach der Los Angeles Angels, Mickey Callaway, werden mehrere Fälle sexueller Belästigung vorgeworfen. Nach einem Bericht von The Athletic haben fünf Frauen aus dem Bereich der Sportmedien Callaway beschuldigt, sie mit unerwünschten Textnachrichten und Fotos bedrängt zu haben. Die Vorwürfe ziehen sich über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren, in denen Callaway für drei verschiedene Teams gearbeitet hat. Der 45-Jährige war von 2013 bis 2017 Pitching Coach der Cleveland Indians und von 2018 bis 2019 Manager der New York Mets. Die Angels haben Callaway, der die Anschuldigungen abstreitet, unmittelbar nach deren Bekanntwerden von seinem Posten freigestellt und eine vollständige Untersuchung gemeinsam mit der Liga angekündigt.

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Januar 14th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison 2021 naht mit großen Schritten. Wenn alles wie geplant läuft, beginnen in gut einem Monat die Trainingslager mit dem Reporting der Pitcher und Catcher. Zwei Wochen später, Ende Februar, geht es dann auch schon los mit den Vorbereitungsspielen und am 1. April ist Opening Day. Bis dahin muss in Sachen Free Agency noch viel passieren, denn von den 20 Top-Free-Agents dieses Jahres sind sage und schreibe 17 noch ohne Vertrag. Das dürfte zu einem großen Teil der Unsicherheit im Angesicht der Coronalage geschuldet sein, aber da die MLB nach wie vor von einem pünktlichen Start ausgeht, müsste sich jetzt doch so langsam mal etwas tun auf dem Markt um Trevor Bauer, J. T. Realmuto, George Springer, D. J. LeMahieu usw.
Vielleicht zeigt mein Jammern ja wieder Wirkung. Letzte Woche hat es jedenfalls funktioniert: Gerade mal eine Stunde nach Veröffentlichung des Grand Slams am Donnerstag, dessen Hauptmeldung daraus bestand, dass es wenig zu vermelden gibt, kam es zu einem Blockbuster-Trade zwischen den Indians und den Mets.

Die Mets rüsten auf
Die neue Ära in der Teamgeschichte der New York Mets, eingeleitet mit dem den Kauf der Franchise durch Multimilliardär Steve Cohen, hat ihren ersten großen Deal: Shortstop Francisco Lindor und Starting Pitcher Carlos Carrasco wechseln von den Cleveland Indians nach Queens. Für die Mets sind das zwei deutliche Upgrades, die gemeinsam mit dem neuen Catcher James McCann und einem noch gesuchten neuen Centerfielder (Wunschkandidat: George Springer) den Anspruch untermauern, in diesem und den kommenden Jahren um einen Titel mitzuspielen. Der Preis für die beiden Verstärkungen ist aus Sicht der Mets recht überschaubar. Sie geben an Cleveland Amed Rosario und Andres Gimenez ab – zwei talentierte, aber weit unterhalb der All-Star-Klasse eines Lindor angesiedelte Shortstops – sowie die beiden noch weit von MLB-Reife entfernten Prospects Josh Wolf und Isaiah Greene. Das einzige, was mir als Metsfan an dem Trade nicht gefällt, ist, dass Lindor nur für ein Jahr unter Vertrag steht. Aber es laufen wohl schon Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung.
Auf Seiten der Indians passt der Trade in das Bild des Re-Toolings, das sie seit ein, zwei Jahren betreiben: Auch Mike Clevinger, Trevor Bauer und Corey Kluber wurden gegen eine Kombination junger MLB-Spieler und noch jüngerer Prospects abgegeben. Damit schwächen die Indians auf kurze Sicht ihr Team, sparen aber Geld ein und verhindern gleichzeitig, dass man in absehbarer Zeit in ein vollständiges Rebuilding-Projekt einsteigen müsste. 

Closer Hendriks zu den White Sox 
Die vom finanziellen Volumen her bislang größte Free-Agent-Verpflichtung dieser Offseason haben sich die Chicago White Sox geleistet: 54 Millionen Dollar lassen sie sich die Dienste von Closer Liam Hendriks bis 2024 kosten. Die gewählte Vertragskonstruktion ist interessant und meines Wissens in der MLB bisher noch nicht dagewesen. Es handelt sich formal um einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen plus eine Klub-Option für 2024 über 15 Millionen. Wenn der Klub die Option nicht zieht, bekommt Hendriks die 15 Millionen aber trotzdem, mit dem Unterschied, dass die Zahlung über zehn Jahre gestreckt wird. Das nenne ich mal eine nette Altersvorsorge.

Nationals signen Schwarber
Kyle Schwarber galt vor wenigen Jahren noch als kommender Superstar, inzwischen ist er aufgrund stark schwankender Leistungen eher als ewiges Talent verschrien. Nachdem die Chicago Cubs die Geduld mit dem Outfielder und Catcher verloren und ihm gekündigt haben, haben nun die Washington Nationals zugegriffen. Sie bezahlen dem 27-Jährigen 10 Millionen Dollar für ein Jahr plus beidseitige Option auf ein weiteres Jahr, die ihm weitere 8 Millionen einbringen würde.

Late-Inning-Hilfe für die Astros 
Die Houston Astros bessern ihren Bullpen mit zwei neuen Relievern auf. Das prominentere der neuen Gesichter ist Pedro Baez. Der 32-Jährige verbrachte seine gesamte bisherige Karriere bei den Los Angeles Dodgers und kam dort in sieben Jahren auf starke 3.03 ERA. Bei den Astros erhält Baez einen Zweijahresvertrag plus Kluboption, der ihm 12 Millionen Dollar garantiert und dazu noch ein paar Leistungsboni vorsieht. Zudem kommt der Rechtshänder Ryne Stanek nach Houston. Er bekommt 1,1 Millionen für einen Einjahresvertrag.

Neuer Infielder bei den Brewers  
Die Milwaukee Brewers sind bekannt dafür, im Infield auf Flexibilität zu setzen mit zahlreichen Utility-Spielern, die je nach Matchup und Spielsituation zwischen den einzelnen Posten rotieren. Dieser Strategie bleiben sie offenbar treu, jedenfalls passt Neuverpflichtung Daniel Robertson genau ins Bild. Auf seinen bisherigen Stationen in Tampa Bay und San Francisco ist der 26-Jährige meistens als Second Baseman, Third Baseman oder Shortstop aufgelaufen und hat auch schon auf jeder anderen Position außer Catcher gespielt. Robertson erhält einen Einjahresvertrag über 900.000 Dollar, der ihm leistungsabhängig noch bis zu 400.000 Dollar mehr einbringen kann.

Tommy Lasorda ist tot 
Zum Abschluss eine traurige Nachricht: Tommy Lasorda ist tot. Der langjährige Manager der Los Angeles Dodgers starb Donnerstagnacht im Alter von 93 Jahren. Lasorda leitete das Team von 1976 bis 1996, gewann mit ihm viermal die National League und zweimal die World Series. Unmittelbar nachdem er seine Karriere beendet hatte, wurde er 1997 in die Hall of Fame aufgenommen und die Dodgers retireten sein Trikot mit der Nummer 2. Im Jahr 2000 unterbrach er seinen Ruhestand, um die US-Nationalmannschaft zur Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney zu führen.

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Dezember 3rd, 2020 by Silversurger

Der Free-Agent-Markt der MLB entwickelt sich nach wie vor sehr träge. Was sich seit letzter Woche getan hat, habe ich im Folgenden wie üblich für euch zusammengefasst. Am nächsten Dienstag geht es übrigens los mit der Artikelserie, für die ihr euch im Wunschkonzert entschieden habt: Macht euch gefasst auf die größten Skandale der MLB-Geschichte!

Minor, May, Maile finden neue Teams
Drei nennenswerte Free-Agent-Signings gibt es diese Woche zu vermelden: Die Kansas City Royals haben sich die Dienste des linkshändigen Starters Mike Minor gesichert. Minor absolvierte 2020 für die Rangers und die Athletics insgesamt 56.2 Innings und brachte es auf einen wenig begeisternden ERA von 5.56. Die Royals setzen einen Zweijahresvertrag über 18 Millionen Dollar darauf, dass Minor zurück zu der Form findet, die er 2019 bei den Rangers gezeigt hat (208.1 Innings, 3.59 ERA).
Ebenfalls für zwei Jahre unterschreibt Reliever Trevor May bei den New York Mets. May ist ein starker rechtshändiger Strikeout-Pitcher, der den Mets neue Möglichkeiten für die Gestaltung der späten Innings gibt. Sie lassen sich die Dienste des ehemaligen Twins 15,5 Millionen Dollar kosten.
Auch die Milwaukee Brewers haben sich auf dem Free-Agent-Markt bedient, indem sie Catcher Luke Maile anheuerten. Der 29-Jährige stand zuvor ein Jahr bei den Pittsburgh Pirates unter Vertrag, für die er aber wegen eines gebrochenen Fingers kein Spiel absolvierte. Details seiner Einigung mit den Brewers sind bisher nicht bekannt. 

Iglesias und Knebel nach Los Angeles
Auch zwei kleine Trades gab es diese Woche. Die Los Angeles Dodgers holen Reliever Corey Knebel von den Milwaukee Brewers. Die Brewers erhalten im Gegenzug einen noch nicht benannten Spieler. Es handelte sich offenbar um ein Last-Minute-Geschäft, nachdem die Brewers geplant hatten, Knebel zu entlassen.
Ebenfalls nach Los Angeles, allerdings zu den Angels, verschlägt es Shortstop José Iglesias. Im Tausch gegen ihn erhalten die Baltimore Orioles die beiden Minor-League-Pitcher Garrett Stallings und Jean Pinto. Die Verpflichtung von Iglesias spricht eine relativ deutliche Sprache, dass die Angels offenbar nicht mehr mit ihrem bisherigen Shortstop Andrelton Simmons planen, dessen Vertrag ausgelaufen ist.

Neue Gesichter auf dem Markt
Bis gestern hatten die MLB-Teams Zeit, jenen Spielern, die sie über das Arbitration-Verfahren weiterhin exklusiv an sich hätten binden können, ein Vertragsangebot zu unterbreiten. Wie üblich gingen einige Spieler leer aus, weil ihr Klub sich gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden hat. Diese Spieler sind damit frei, sich ein neues Team zu suchen und mit diesem einen Vertrag auszuhandeln. Die überraschendsten und namhaftesten unter ihnen sind die Outfielder Kyle Schwarber (Chicago Cubs), David Dahl (Colorado Rockies), Eddie Rosario (Minnesota Twins), Adam Duvall (Atlanta Braves) und Nomar Mazara (Chicago White Sox), Third Baseman Maikel Franco (Kansas City Royals) sowie die Pitcher Carlos Rodon (Chicago White Sox) und Archie Bradley (Cincinnati Reds). Eine vollständige Liste der nicht-getenderten Spieler findet ihr bei mlbtraderumors.

Domingo Santana nach Japan
Schon im Oktober hatten die Cleveland Indians ihrem Outfielder Domingo Santana mitgeteilt, dass er in ihrer Planung für die nächste Saison keine Rolle spielt. Der Klub ließ die Vertragsoption verstreichen, die den Outfielder für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr in Cleveland gehalten hätte. Der 28-Jährige wird versuchen, seine Karriere durch einen Wechsel nach Japan zu retten. Er heuert dort bei den Yakult Swallows (ja, die heißen wirklich so) in der NPB an. Vertragsdetails sind bisher nicht bekannt.

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