Oktober 3rd, 2019 by Silversurger

Die Kandidatenliste für die MLB-Meisterschaft ist auf nur noch acht Namen zusammengeschrumpft. Für die Oakland Athletics und die Milwaukee Brewers waren die Playoffs ein kurzes Abenteuer, sie unterlagen in den Wild-Card-Spielen den Tampa Bay Rays beziehungsweise den Washington Nationals. Heute Abend geht es schon los mit den Divisional Series, sozusagen den Viertelfinals um die World Series.

Die wichtigsten Neuigkeiten um die Teams, die es nicht in die Playoffs geschafft haben, sind die bekannt gegebenen Trainerentlassungen. Urgestein Joe Maddon erhält keinen neuen Vertrag bei den Chicago Cubs, die Los Angeles Angels feuern Brad Ausmus nach nur einer Saison und die Pittsburgh Pirates trennen sich von Clint Hurdle, dem sie wenige Tage zuvor noch öffentlich die Treue geschworen hatten. Kurz nach Fertigstellung dieses Artikels ergänze ich noch die Nachricht, dass auch Mickey Callaway und die New York Mets getrennte Wege gehen. Eine andere Art von Abschied feierten die Texas Rangers bei ihrem letzten Saisonspiel am Sonntag. Das 6:1 gegen die Yankees war das letzte Spiel im Globe Life Park. Ab der nächsten Saison werden die Rangers ihre Heimspiele im gleich nebenan neu erbauten Globe Liefe Field austragen.

National League
Die National League hat am Dienstag als erste der beiden Ligen ihr Wild-Card-Spiel absolviert und sie startet heute auch als erste in die Divisional Series.

Ab 23 Uhr heute Abend tragen die St. Louis Cardinals und die Atlanta Braves den ersten Teil ihres Best-of-5-Duells aus. Ein klarer Favorit lässt sich meiner Ansicht nach nicht festmachen. Jedes der beiden Teams hat etwas überraschend seine Division gewonnen, die Braves mit Schwerpunkt auf Offensive, die Cardinals vor allem mit starkem Pitching. Da die Braves den etwas besseren Record in der Saison hatten, genießen sie Heimrecht in den ersten beiden Spielen und auch im fünften Spiel, falls es dazu kommen sollte. Zum Auftakt werden Dallas Keuchel für Atlanta und Miles Mikolas für St. Louis auf dem Mound stehen.

In der zweiten NLDS sind die Rollen eindeutiger verteilt: Die Los Angeles Dodgers sind der klare Favorit in der Serie gegen die Washington Nationals, die heute Nacht um 2:30 mitteleuropäischer Zeit beginnt. Mit Ryu-Kershaw-Buehler und Scherzer-Strasburg-Corbin treffen zwei beeindruckende Starter-Riegen aufeinander. Allerdings sehe ich Vorteile für die Dodgers im Batting Lineup und vor allem im Bullpen. Hinzu kommt, dass die Dodgers sich in aller Ruhe zu Hause auf die Serie einstellen konnten, während die Nationals sowohl das Wild-Card-Spiel als auch die Reise von der Ost- an die Westküste wegstecken müssen.

American League
Einen Tag später als die NL, am Freitag, beginnen auch in der American League die Divisional Series. Ab 20 Uhr unserer Zeit treffen die Houston Astros auf Wild-Card-Gewinner Tampa Bay Rays. Ähnlich wie in der NL zwischen den Dodgers und den Nationals, herrschen auch in dieser Serie scheinbar klare Verhältnisse: Das 107-Siege-Team der Astros geht als haushoher Favorit in die Spiele gegen die Rays. Justin Verlander, Gerrit Cole und Zack Greinke werden in den ersten drei Partien starten und ich wäre nicht überrascht, wenn diese drei Partien den Astros schon ausreichen, um die Best-of-5-Serie zu gewinnen.

Spannender sieht das Matchup zwischen den New York Yankees und den Minnesota Twins aus. Es sind die beiden offensivstärksten Teams der gesamten MLB mit jeweils eher mittelmäßigem Pitching. Die Yankees haben das erste Heimrecht Freitagnacht ab 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Starter der Partie wurden noch nicht bekannt gegeben. In jedem Fall müssen die Yankees auf Domingo German verzichten. Der Pitcher steht unter starkem Verdacht, seine Freundin geschlagen zu haben, und ist bis zur Aufklärung des Falles – mindestens für den Rest der Saison – gesperrt.

Szene der Woche 
Der erste Held der diesjährigen Playoffs heißt Juan Soto. Dem 20-Jährigen gelang im Wild-Card-Spiel der NL der entscheidende Hit für seine Washington Nationals. Bis ins achte Inning lagen die Nats noch 1:3 hinten. Die Wende begann mit einem umstrittenen Hit by Pitch: Michael Taylor wurde am Handgelenk getroffen, aber der Ball traf auch das Ende seines Schlägers. Trotz Review konnte die Reihenfolge der Ereignisse nicht zweifelsfrei geklärt werden, daher blieb der Call des Umpires stehen. Es folgten ein Broken-Bat-Single von Ryan Zimmerman in einem At-Bat, das sein letztes für dieses Team hätte sein können, sowie ein Walk von Anthony Rendon. Dann kam der große Auftritt von Soto. Bei geladenen Bases und zwei Outs hämmerte er den Ball ins Rightfield und brachte dadurch die ersten zwei Runs zum Ausgleich nach Hause. Da Milwaukees Trent Grisham den Ball unter dem Handschuh durchrollen ließ, war plötzlich noch mehr möglich. Soto lief weiter zur zweiten Base, ließ diese hinter sich und fand sich zwar in einem Rundown zwischen der zweiten und dritten Base gefangen, konnte diesen aber lange genug verzögern, dass Rendon vor dem Out das 4:3 gelang.

Statistik der Woche 
613. So viele Homeruns haben die Yankees und die Twins in der regulären Saison zusammen erzielt. Es war ein enges Rennen darum, wer der neue Rekordhalter wird. Am Ende hatten die Twins mit 307 die Nase knapp vor den Yankees mit 306. Nun treffen die beiden Teams sich in der ALDS und es ist wohl keine gewagte Vorhersage, dass in dieser Serie viele Bälle sehr weit fliegen werden.

Spiel der Woche 
Beide Wild-Card-Spiele hätten verdient, hier gewürdigt zu werden, aber da das der NL schon zwei Kategorien weiter oben Thema war, hat hier die AL-Partie zwischen den Athletics und den Rays ihren Platz. Das Ergebnis von 5:1 für die Rays hört sich eindeutig an, doch es war durchaus ein spannendes Spiel. Die Athletics hatten sogar mehr Hits als die Rays, 8:7 führten sie in dieser Kategorie. Den Unterschied zugunsten Tampa Bays machte letztlich zweierlei: erstens, dass vier ihrer sieben Hits Homeruns waren, darunter zwei von Leadoff-Hitter Yandy Diaz; zweitens, dass sie mit Charlie Morton einen erfahrenen Pitcher am Start hatten, der sich aus mehreren brenzligen Situationen befreien konnte. Allein für das erste Inning benötigte Morton 32 Pitches, aber letztlich brachte er Jurickson Profar zum Flyout bei geladenen Bases. Insgesamt lieferte Morton fünf Innings mit nur einem unearned Run ab, bevor der Bullpen den Rest besorgte und den Einzug in die ALDS perfekt machte.

Mein Einschalttipp
Es sind die MLB-Playoffs, somit ist ab sofort jedes Spiel ein Einschalttipp. Ein besonders Highlight im Baseballjahr ist der morgige Freitag. Es ist der möglicherweise einzige Tag, an dem man vier Playoff-Spiele hintereinander schauen kann. Nur am kommenden Montag könnte es noch einmal so ein volles Programm geben, aber nur wenn beide NL-Serien ins vierte Spiel gehen. Falls ihr noch keinen Dienst abonniert habt, über den ihr zuschauen könnt: mlb.tv gibt es für den Rest der Saison für 24,99 Dollar und DAZN überträgt wohl ebenfalls alle Postseason-Spiele, sodass dies der richtige Zeitpunkt für den kostenlosen Probemonat sein könnte.

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September 26th, 2019 by Silversurger

Für 20 Teams endet die MLB-Saison mit dem kommenden Wochenende. Für die restlichen 10 wird es dann erst richtig interessant, denn die Playoffs stehen ins Haus. Wer zu diesen 10 Teams gehört, steht seit letzter Nacht bis auf eine einzige Ausnahme fest. Im Grand Slam am Donnerstag geht es diese Woche daher in erster Linie um die möglichen Konstellationen in den ersten Runden der Postseason.

National League
In der National League werden die Los Angeles Dodgers (102-56), die Atlanta Braves (97-62), die St. Louis Cardinals (90-69), die Washington Nationals (89-69) und die Milwaukee Brewers (88-70) die Playoffs bestreiten.

Die Dodgers stehen darüber hinaus als das Team mit der besten Bilanz der NL fest. Sie werden deshalb sowohl in der Divisional Series (NLDS) als auch im Fall des Erreichens der Championship Series (NLCS) die etwas günstigere Verteilung von Heim- und Auswärtsspielen genießen. Der erste Gegner der Dodgers wird das Team sein, welches am Dienstag das Wild-Card-Spiel gewinnt.

Ein Teilnehmer des Wild-Card-Games sind in jedem Fall die Nationals. Ihr Gegner steht noch nicht fest: Es sind entweder die St. Louis Cardinals oder die Milwaukee Brewers, je nachdem wer von beiden nicht die NL Central gewinnnt.

In der zweiten NLDS werden die Braves das erste Heimrecht gegen den Sieger der NL Central haben. Zurzeit haben die Cardinals hier noch 1,5 Spiele Vorsprung auf die Brewers. Doch die Brewers gewinnen seit drei Wochen nahezu jedes Spiel und haben mit den Cincinnati Reds und dreimal den Colorado Rockies sehr schlagbare Gegner vor sich. Die Cardinals treffen in den letzten drei Spielen auf die Chicago Cubs. Auch die sind zurzeit sehr schlagbar, haben sich mit acht Niederlagen in Folge aus den Playoffs gespielt; aber es würde mich nicht wundern, wenn sie in dieser finalen Serie noch mal eine kleine Trotzreaktion zeigen und St. Louis ein, zwei Spiele abnehmen. Das könnte in der Situation münden, dass am Ende St. Louis und Milwaukee gleichauf stehen. In diesem Fall würde am Montag zwischen den beiden ein Entscheidungsspiel, ein sogenanntes „Game 163“ stattfinden.

American League
Während es in der NL nur noch darum geht, wer in den Playoffs gegen wen spielt, steht in der American League noch eine grundlegende Entscheidung aus: Von den Oakland Athletics (95-63), den Tampa Bay Rays (95-64) und den Cleveland Indians (93-65) werden sich zwei Teams am Mittwoch zum Wild-Card-Spiel treffen, das dritte bleibt schon vorher auf der Strecke. Alle drei Teams müssen ihre letzten Spiele der regulären Saison auswärts bestreiten. Die Rays in Toronto und die Athletics in Seattle haben dabei Gegner, für die es schon lange um nichts mehr geht. Die Indians hingegen müssen – nach der heutigen Partie bei den White Sox – zu den Washington Nationals, welche noch um das Heimrecht im Wild-Card-Spiel der NL kämpfen. Verbunden damit, dass die Indians zurzeit 1,5 Spiele Rückstand auf die Rays und 2 Spiele auf die Athletics aufweisen, gehen sie klar als Außenseiter in das Wochenende der Entscheidung.

Das Team von diesen dreien, das sich im Wild-Card-Spiel durchsetzt, wird in der ALDS auf den Divisionssieger mit den meisten Siegen treffen. Das werden ziemlich sicher die Houston Astros (104-54) sein – die New York Yankees (102-57) wären es nur, wenn sie ihre restlichen drei Spiele alle gewinnen und die Astros ihre restlichen vier alle verlieren würden.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird somit die zweite ALDS zwischen den Yankees und den Minnesota Twins (98-60) stattfinden. Die Twins stehen seit letzter Nacht als Sieger der AL Central fest, zum ersten Mal seit 2010. Wir werden also den einzigen deutschen Major Leaguer, Max Kepler, in den Playoffs sehen. Nicht zum ersten Mal übrigens, denn 2017 stand Kepler bereits im Starting Lineup der Twins im Wild-Card-Spiel. Der Gegner waren damals ebenfalls die Yankees, welche mit 8:4 die Oberhand behielten.

Szene der Woche 
Alles fiebert der Postseason entgegen, aber für einige steht mit dem Ende der regulären Saison das große Abschiednehmen an. Dass Bruce Bochy, der langjährigste Manager der Liga, von den San Francisco Giants in den Ruhestand wechselt, ist schon seit Saisonbeginn bekannt. Vor wenigen Tagen erklärte nun auch Ned Yost, Manager der Kansas City Royals, dass er seine Karriere beenden wird.

Kein Karriereende, aber das Ende seines Engagements in San Diego, ereilte diese Woche darüber hinaus Padres-Manager Andy Green. Man darf gespannt sein, welche Teams es den Padres in den nächsten Wochen gleich tun und ebenfalls ihre Manager feuern werden. Heiße Kandidaten dafür sind unter anderem Mickey Callaway von den Mets und Gabe Kapler von den Phillies. Clint Hurdle von den Pirates hat hingegen trotz einer enttäuschenden Saison bereits ein öffentliches Treuebekenntnis seines Arbeitgebers erhalten.

Statistik der Woche 
19. So viele Saisons hat die MLB nun hintereinander gespielt, ohne dass ein World-Series-Gewinner seinen Titel verteidigen konnte. Die aktuelle Saison ist dabei bereits mitgerechnet, denn seit vor ein paar Tagen die Boston Red Sox die letzte Chance auf eine Playoff-Qualifikation verspielt haben, steht fest, dass es auch dieses Jahr keinen Repeat-Champion geben wird. Die letzten, die es geschafft haben, waren die New York Yankees. Sie gewannen von 1998 bis 2000 dreimal hintereinander die World Series.

Spiel der Woche
19 ist auch in dieser Kategorie die herausstechende Zahl, denn ebenso viele Innings benötigten die Arizona Diamondbacks und die St. Louis Cardinals Dienstagnacht, um ihre Partie zu einem Ende zu bringen. Der Held der Nacht war Arizonas Ildemaro Vargas. Er war in den ersten acht Innings gar nicht dabei, brachte es aber letztlich auf vier Hits in sechs At Bats. Zwei dieser Hits waren spielentscheidend: Im neunten Inning kam Vargas als Pinch Hitter beim Stand von 0:1 ins Spiel und erzielte per Solo-Homerun den Ausgleich. Zehn Innings später gelang ihm bei zwei Outs und geladenen Bases der Walkoff-Single zum Sieg seines Teams. Zuvor hatten beide Teams zusammen 48 Strikeouts erzielt. Damit wurde ein MLB-Rekord eingestellt, den die Cubs und die Yankees am 7. Mai 2017 vorgelegt hatten.

Mein Einschalttipp
Es sind die Tage der finalen Entscheidungen und natürlich empfehle ich, in alle Spiele reinzuschauen, in denen es noch um etwas geht. Von den letzten Partien der regulären Saison dürfte das Duell der Washington Nationals gegen die Cleveland Indians das interessanteste sein, da es Auswirkungen auf die Wild-Card-Konstellation in beiden Ligen hat. Davon abgesehen gilt mein Einschalttipp den beiden Wild-Card-Spielen. Das der NL läuft Dienstagnacht, das der AL Mittwochnacht. Genaue Uhrzeiten stehen noch nicht fest, aber voraussichtlich wird es auf  2 Uhr nachts unserer Zeit plus/minus eine Stunde hinauslaufen.

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September 12th, 2019 by Silversurger

Wir sind in der Jahreszeit der Magic Numbers und der Elimination Numbers angekommen. Falls ihr nicht wisst, was das ist, könnt ihr es in diesem Artikel aus dem letzten Jahr nachlesen. Als erstes MLB-Team des Jahres haben es vorgestern die Los Angeles Dodgers geschafft, ihre Magic Number für den Divisionssieg auf 0 zu senken. Die nächsten in der Reihe sind die Yankees, die Astros und die Braves. Sie alle haben eine Magic Number von 8 und somit die Chance, bis nächste Woche mit etwas Schützenhilfe durch die Konkurrenz alles klar zu machen. In den Rennen um die Wild Cards beider Ligateile hingegen ist noch gar nichts klar: In der AL ist es nach wie vor ein Kopf-an-Kopf-Rennen von drei Teams, in der NL machen sich sogar noch sechs Teams berechtigte Hoffnungen und sind seit letzter Woche wieder enger zusammengerückt.

American League
In der American League East hat sich seit letzter Woche wenig geändert: Die New York Yankees (95-51) cruisen souverän in Richtung Divisionstitel und 100-Siege-Marke. Die Tampa Bay Rays (87-60) überzeugen ebenfalls seit Wochen, haben derzeit sechs der letzten sieben und 11 der letzten 13 Spiele gewonnen. Im Ringen um die Wild-Card-Plätze beschert ihnen das ein halbes Spiel Vorsprung auf die Athletics und ein ganzes auf die Indians. Die größten Schlagzeilen produzierten derweil die Boston Red Sox (76-70): Der Titelverteidiger hat durch fünf Niederlagen in Folge – drei davon gegen den New Yorker Erzrivalen – seine ohnehin schon geringen Playoffchancen auf 0% gesenkt. Als Reaktion auf die schwache Saison wurde am Sonntag General Manager Dave Dombrowski entlassen. Das kam überraschend, denn immerhin war Dombwoski der Architekt des Meisterteams 2018. Offenbar war es aber nicht nur die schwache Saison 2019, sondern auch die eine oder andere atmosphärische Störung zwischen dem Klub und seinem leitenden Angestellten, die zu der Entscheidung führte. Es ist jedenfalls sehr ungewöhnlich, dass es dazu weder eine Pressekonferenz noch einen öffentlichen Kommentar der Teambesitzer gab.

Die Cleveland Indians (86-61) haben die AL Central noch nicht aufgegeben: Mit 2:1 Siegen in der Serie bei den Minnesota Twins (89-56) sowie einem darauf folgenden Sweep der Angels haben sie genau das getan, was nötig war, um den Kampf um die Division offen zu halten. Am Wochenende treffen die Twins und die Indians erneut dreimal direkt aufeinander. Das Ergebnis dieser Serie wird bestimmen, ob Max Kepler & Co. sich in den folgenden Wochen beruhigt auf die Playoffs einstellen können oder ob ihnen ein heißer Frühherbst bevorsteht. Am anderen Ende der Tabelle haben übrigens die Detroit Tigers (43-100) als erstes Team des Jahres die Marke von 100 Niederlagen erreicht. Mit den Kansas City Royals (54-92) sowie den Baltimore Orioles (47-98) in der AL East und den Miami Marlins (51-94) in der NL East sind drei weitere Teams auf Kurs für 100 Niederlagen – wenn es dazu kommt, wäre der Rekord von vier 100-Loss-Teams aus der Saison 2002 eingestellt.

Was es noch nie gegeben hat, ist eine Saison mit vier 100-Win-Teams. Dieses Jahr könnte es soweit sein, denn den Houston Astros (95-52) fehlen ebenso wie den Yankees nur noch fünf Siege, den Dodgers noch sechs und den Braves neun. In der AL West gab es diese Woche ein paar ziemlich interessante Ergebnisse: Am Sonntag gewannen die Astros 21:1 gegen die Seattle Mariners (68-80), am Montag ließen sie ein 15:0 gegen die Oakland Athletics (80-68) folgen – das war das höchste kombinierte Ergebnis in zwei aufeinander folgenden Spielen aller Zeiten. Am Dienstag erlebten die Astros schon wieder ein Schützenfest, dieses Mal aber gegen sich beim 21:7 für die Athletics. Für die A’s war es enorm wichtig, sich für die Demütigung vom Vortag sofort zu revanchieren, schließlich brauchen sie im Wild-Card-Rennen jeden Sieg. Sie ließen am Mittwoch ein 5:3 folgen und versuchen heute, den Astros das dritte Spiel in Folge abzunehmen.

National League
Die National League East werden die Atlanta Braves (91-56) gewinnen. Dahinter tummeln sich drei Teams, von denen ich jedes während der Saison mindestens einmal abgeschrieben habe. Doch hier sind sie, allesamt mitten im Wettbewerb um die Wild Cards: Die Washington Nationals (80-64) haben in diesem Rennen dreieinhalb Spiele Vorsprung, allerdings haben sie ein ziemlich heftiges Restprogramm mit einmal Minnesota, dreimal Atlanta, dreimal St. Louis, fünfmal Philadelphia, dreimal Cleveland – und nur dreimal den Miami Marlins (51-94) als einzigem Gegner, für den es um nichts mehr geht. Das öffnet die Tür für die Philadelphia Phillies und die New York Mets (jeweils 75-50), noch einmal heranzukommen. Insbesondere von den Mets hätte ich das noch vor einer Woche nicht gedacht, aber nach drei Siegen gegen die Diamondbacks sind sie wieder voll dabei.

Voll dabei sind auch drei Teams der NL Central, die in den zweieinhalb verbleibenden Wochen noch einige Male direkt gegeneinander spielen werden. Mit vier Spielen Vorsprung haben die St. Louis Cardinals (81-64) derzeit relativ komfortabel die Nase vorn. Es folgen gleichauf die Milwaukee Brewers und die Chicago Cubs (77-68), die in den letzten Tagen in unterschiedliche Richtungen unterwegs waren: Die Brewers gewannen trotz des Verletzungsschocks um Christian Yelich (siehe „Szene der Woche“) sechs Spiele in Folge, die Cubs verloren fünf der letzten sechs – drei davon gegen die Brewers. Die Cubs müssen sich nun bemühen, in den vermeintlich lösbaren Aufgaben gegen San Diego, Pittsburgh und Cincinnati wieder ein kleines Polster aufzubauen, denn die letzten zehn Tage der Saison mit sieben Spielen gegen St. Louis werden bockelhart.

Die NL West haben die Los Angeles Dodgers (94-53) zum siebten Mal in Folge für sich entschieden – gefühlt seit Monaten, offiziell seit Dienstag. Von den Teams dahinter sind nur die Arizona Diamondbacks (75-71) noch erwähnenswert. Sie hatten sich zwei starke Wochen lang aus fast aussichtsloser Lage zurück ins Wild-Card-Rennen gearbeitet, nun allerdings drohen sie durch eine bislang katastrophale Serie bei den Mets alles wieder zu verspielen. Mit zweieinhalb Spielen Rückstand bilden sie derzeit das Schlusslicht unter den sechs Wild-Card-Anwärtern der NL. Aber ich werde den Teufel tun, sie totzusagen, denn damit lag ich in dem verrückten Wild-Card-Rennen dieses Jahres bislang jedes Mal falsch.

Szene der Woche 
Den schönsten Moment der Woche hatten definitiv die Los Angeles Dodgers, die als erstes Team dieser Saison die Divisionsmeisterschaft feiern durften:

Ich muss aber auch eine weit weniger schöne Szene erwähnen, die diese MLB-Woche geprägt hat, nämlich die Verletzung von Christian Yelich. Der MVP 2018 der National League brach sich die rechte Kniescheibe bei einem extrem unglücklich vom Schläger abgeprallten Foulball. Zart besaitete Gemüter starten lieber nicht das unten stehende Video, sondern schauen sich besser noch mal die feiernden Dodgers an.

Statistik der Woche 
1995-2019. Diese Zahlenkombination begegnete einem in den letzten Tagen, wenn man die MLB verfolgt, ziemlich häufig. Sie führte sogar zu Rücktrittsforderungen gegenüber Bruce Bochy, dem Manager der San Francisco Giants. Bochy, der dienstälteste Manager der gesamten Liga, hatte bereits vor der Saison angekündigt, dass für ihn danach Schluss ist. Seine Karriere dauerte dann von 1995 bis 2019. Da wäre es doch wirklich originell gewesen, wenn er vorgestern aufgehört hätte, als seine Bilanz aus Siegen und Niederlagen ebenfalls bei 1995-2019 stand. Hat er aber nicht gemacht, stattdessen steht er jetzt bei 1996-2019 und strebt in den verbleibenden 16 Spielen noch seinen 2000. Sieg als MLB-Manager an. Die Seattle Mariners dachten sich derweil offenbar: „Was der kann, können wir auch.“ Einen Tag nach Bochys obskurem statistischen Meilenstein präsentierten die Mariners ihre eigene Bilanz für die Jahre 1995-2019. Sie lautete, ja genau: 1995-2019.

Spiel der Woche
Was ich am Baseball ganz besonders mag, sind die Momente, in denen monatelange Prügelknaben wenigstens für einen Abend mal den letzten Lacher auf ihrer Seite haben. Zum Beispiel am Dienstag, als das frischgebackene 100-Niederlagen-Team Detroit Tigers den übermächtig erscheinenden Rekordmeister New York Yankees empfing: Neben der 100. Niederlage am Vortag gegen die Athletics hatten die Tigers auch zu verdauen, dass die Yankees ihnen sage und schreibe sechs Homeruns einschenkten und damit den aktuellen Rekord für die meisten Homeruns in einer Saison brachen – einen Rekord, den sich eine Woche zuvor die Twins geholt hatten, ebenfalls in Detroit. Was macht man in so einer Lage? Sich flach auf den Boden legen und warten, bis es vorbei ist? Von wegen: Detroit ließ sich nie hängen, kämpfte sich von einem frühen 6-Run-Rückstand zurück und gewann am Ende 12:11 per Walkoff. Gut gebrüllt, Tigers!

Mein Einschalttipp
Showdown in der AL Central: Zum letzten Mal in diesem Jahr kreuzen die Cleveland Indians und die Minnesota Twins direkt die Klingen. Die Ausgangslage ist klar: Gewinnen die Twins die Serie, ist ihnen der Divisionssieg wahrscheinlich nicht mehr zu nehmen. Fahren hingegen die Indians zwei oder gar drei Siege ein, stehen der Division zwei richtig spannende Endspurt-Wochen bevor. Das Finale der Serie steigt am Sonntag zur besten europäischen Sendezeit und bietet mit Shane Bieber (3.17 ERA, 3.21 FIP) gegen José Berrios (3.63 ERA, 3.92 FIP) ein attraktives Pitcherduell. Zu sehen ist das Spiel wie üblich auf mlb.tv.

DAZN hingegen macht sich zurzeit leider sehr rar mit MLB-Übertragungen. Laut den derzeit verfügbaren Programmübersichten laufen dort bis nächsten Donnerstag lediglich vier MLB-Spiele und zwar ausschließlich solche, die im Hinblick auf die Playoffs komplett unbedeutend sind.

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August 22nd, 2019 by Silversurger

Einiges ist schon seit Wochen so gut wie entschieden in der MLB: die AL East, die AL West, die NL East und die NL West haben ihre Divisionssieger mit hoher Wahrscheinlichkeit gefunden. Umso spannender ist es noch um die beiden restlichen Divisionen sowie um die Wild Cards. In der AL ist es im Wesentlichen ein Dreikampf: Die Tampa Bay Rays, die Oakland Athletics und das Team, das in der AL Central Zweiter wird, werden die beiden zusätzlichen Playoff-Startplätze unter sich ausmachen. Die NL ist enger beisammen, hier ist noch rund die Hälfte der Liga in der Verlosung um die begehrte Hintertür in die Postseason. In beiden Ligen geht es in den Wild-Card-Rennen so eng zu, dass eine Vorentscheidung innerhalb der nächsten Tage nicht zu erwarten ist. Möglicherweise sehen wir aber an diesem Wochenende bereits eine Vorschau auf die World Series.

National League
Ein guter Teil des spannenden Wild-Card-Rennens der National League spielt sich in der NL East ab: Nahezu im Gleichschritt marschieren die Washington Nationals (69-57), die New York Mets (66-60) und die Philadelphia Phillies (66-60). Das müssen sie auch, denn wer aus dieser Gruppe in nächster Zeit mal ein paar Spiele hintereinander verliert, kann ganz schnell raus sein. Auch die Atlanta Braves (76-52) geben sich derzeit keine Blöße und können daher relativ entspannt von der Spitze auf das Hauen und Stechen um die Folgeplätze hinabschauen. Das spannendste Divisionsduell dieser Woche findet von Freitag bis Sonntag in Queens statt, wo die Mets die Braves empfangen.

In der NL Central muss ich vor allem über den Absturz der Chicago Cubs (68-58) sprechen. Jedenfalls dachte ich das, als am Samstag die Cubs gerade von den Phillies gesweept worden waren und obendrein das erste Spiel gegen die Pittsburgh Pirates (52-74) verloren hatten. Aber es wäre nicht die NL Central, wenn sie am Donnerstag noch so aussähe wie am Samstag. Inzwischen haben die Cubs viermal hintereinander gewonnen und stehen wieder allein an der Tabellenspitze. Möglich wurde das, indem die St. Louis Cardinals (67-58) gestern Abend eine bittere Niederlage gegen die Milwaukee Brewers (65-62) einstecken mussten – bitter auch deshalb, weil das Wetter den Cardinals die Chance auf ein Comeback nahm. Die Partie wurde wegen heftigen Regens nach acht Innings abgebrochen und mit dem bis dahin erzielten Spielstand von 5:3 für Milwaukee gewertet.

Die Teams der NL West würden den vorzeitigen Abbruch eines Spiels oder auch gleich der gesamten Saison wohl weniger krumm nehmen. Für die Los Angeles Dodgers (84-44) mit inzwischen glatten 20 Spielen Vorsprung zählen längst nur noch die Playoffs, genauer gesagt zählt für sie nach drei gescheiterten Anläufen dieses Jahr nur die World Series. Von den restlichen Teams sind die Arizona Diamondbacks (64-64) und die San Francisco Giants (63-64) noch in Reichweite der Wild-Card-Plätze, aber angesichts der Konkurrenz aus den anderen beiden Divisionen sieht das nach einer bestenfalls theoretischen Möglichkeit aus.

American League
Die New York Yankees (83-45) sind nach wie vor das erfolgreichste Team der American League und führen die AL East mit neun Spielen Vorsprung souverän an, aber die letzten Tage waren ein Dämpfer für den Rekordmeister: Erst reichte es gegen die Indians nur zu einem Split, dann setzte es zwei Niederlagen in Folge bei den Athletics. Nach einem weiteren Spiel in Oakland heute Nacht führt der Westküstentrip weiter zu den Dodgers (siehe „Einschalttipp“). Für die Tampa Bay Rays (74-54) gibt es eigentlich nichts schöneres als Niederlagen der Yankees, doch auf die letzten beiden hätten sie wohl gerne verzichtet. Durch sie müssen die Rays sich zurzeit den zweiten Wild-Card-Platz der AL mit den Athletics teilen. Die Boston Red Sox (67-61), ihres Zeichens Titelverteidiger und teuerstes Team der Liga, sind derweil schon sieben Spiele hinter die Wild Cards zurück gefallen. 

Die spannendsten Divisionen sind dieses Jahr die mittleren, da sind sich AL und NL einig. Um die Spitze der AL Central liefern sich die Minessota Twins (77-50) und die Cleveland Indians (74-53) weiterhin ein hautenges Rennen. Beide Teams sind in den letzten Tagen ein bisschen gestolpert – die Indians mit je zwei Niederlagen bei den Mets und den Yankees, die Twins mit einer 1:2 verlorenen Heimserie gegen die Chicago White Sox (57-69). Dank des 4-Spiele-Sweeps gegen die Rangers, den die Twins am letzten Wochenende erzielt haben, liegen sie derzeit mit drei Spielen vor Cleveland. Auch das Restprogramm der Twins erscheint mir etwas leichter als das der Indians.

In der AL West feiert die lange vermisste Spannung ein Comeback: nachdem die Oakland Athletics (73-53) die Houston Astros (81-47) mit 3:1 Siegen geschlagen und zuletzt zweimal gegen die Yankees gewonnen haben, beträgt der Abstand zwischen Rang eins und zwei plötzlich nur noch sieben Spiele. Das ist immer noch ein recht bequemes Polster, aber längst nicht mehr die unumstrittene Dominanz, die von den Astros erwartet wurde und die sie über weite Strecken der Saison ausgestrahlt haben. Eine interessante Geschichte aus dem Bereich der Sportwetten: Die gestrige 1:2-Niederlage der Astros gegen die Tigers war den Wettquoten nach der überraschendste Außenseitersieg in der MLB der letzten 15 Jahre.

Szene der Woche 
In dieser Kategorie komme ich nicht vorbei an dem Monster-Walkoff-Homerun von Bryce Harper, mit dem letzten Donnerstag die Philadelphia Phillies ihren Comeback-Win – und gleichzeitig einen 3-Spiele-Sweep – gegen die Chicago Cubs perfekt machten:

Zwei andere Szenen fand ich zu originell, um sie hier nicht auch kurz erwähnt zu haben. Eine davon gehört dem Eichhörnchen, das Fans und Spieler der White Sox und der Twins in Atem gehalten und bei seinem Sprint über das Feld Max Kepler getunnelt hat:

Und dann war da noch Cody Bellinger, der mit seinem Double drei Runs inklusive seines 100. RBIs nach Hause brachte, dabei aber nicht nur sein eigenes Out an der dritten Base, sondern auch eine heruntergelassene Hose in Kauf nehmen musste:

Statistik der Woche 
28. So viele verschiedene Spieler der New York Yankees sind oder waren in der laufenden Saison auf der Injury List. Das ist ein Rekord, den sie nun gemeinsam mit den Los Angeles Dodgers des Jahres 2016 halten. Man darf sich fragen, ob das einfach Pech ist oder ob im Training oder der medizinischen Abteilung der Yankees etwas grundsätzlich verkehrt läuft. Andererseits kann man nur den Hut davor ziehen, dass sie trotz dieser Misere konstant erfolgreichen Baseball spielen.

Spiel der Woche
Manchmal suche ich händeringend nach einem Spiel, das es wert ist, an dieser Stelle des Artikels hervorgehoben zu werden; manchmal habe ich die Qual der Wahl mit gleich zwei oder drei interessanten Spielen; und manchmal gibt es Spiele wie das zwischen den Milwaukee Brewers und den Washington Nationals vom Samstag. Die Brewers führten 5:0 im dritten, 8:5 im sechsten und 12:11 im neunten Inning. Zwischendurch führten die Nationals im siebten und achten Inning 11:8, und in der unteren Hälfte des neunten hatten sie beim Stand von 12:12 Bases loaded mit 0 Outs.  Die Spitze des Lineups mit Trea Turner, Anthony Rendon und Adam Eaton trat nacheinander an den Schlag, alle drei kassierten von Josh Hader einen Strikeout und es ging in die Verlängerung. Im dreizehnten Inning gingen die Brewers erneut in Führung, die Nationals glichen aus. Im vierzehnten Inning brachte Eric Thames per 2-Run-Homerun die Brewers zum fünften Mal in Front und dieses Mal sprangen die Nationals bei ihrer Aufholjagd zu kurz. Eine der wildesten Partien des Jahres ging mit 15:14 an die Brewers. Noch eine nette Kuriosität: Winning Pitcher war J. Guerra, Losing Pitcher J. Guerra. Milwaukees Junior Guerra und Washingtons Javy Guerra sind übrigens nicht miteinander verwandt.

Mein Einschalttipp
Die beiden besten Teams der MLB, die New York Yankees und die Los Angeles Dodgers, treffen am Wochenende aufeinander – zum ersten und vielleicht einzigen Mal in dieser Saison. Die einzige Möglichkeit, dass die beiden sich dieses Jahr noch einmal über den Weg laufen, wäre dass beide sich für die World Series qualifizieren. Bis dahin ist es noch ein weiter, aber wohl nicht ganz unwahrscheinlicher Weg. Auf jeden Fall dürfte die anstehende Serie ein absoluter Pflichttermin für jeden Baseballfan sein. Die Spiele beginnen am Samstagmorgen um 4:10 Uhr, am Samstagabend um 22:05 Uhr und Sonntagnacht um 1:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Sehen kann man sie leider nur mit einem Abo von mlb.tv – kommt es mir nur so vor oder bringt DAZN in letzter Zeit immer weniger MLB-Spiele und trifft gleichzeitig eine immer seltsamere Auswahl? Erfreulich hingegen ist, dass Sport1 diese Woche wieder ein MLB-Spiel im deutschen Free-TV anbietet. Am Mittwoch ab 22 Uhr steigt Sport1 live in die Partie der Milwaukee Brewers gegen die St. Louis Cardinals ein.

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Juni 6th, 2019 by Silversurger

Die erste der beiden unendlichen Free-Agent-Geschichten dieses Jahres ist endlich vorbei: Star-Closer Craig Kimbrel hat einen Vertrag bei den Chicago Cubs unterschrieben. Es ist, wie von Kimbrel die ganze Zeit über angestrebt, ein Vertrag über mehrere Jahre, allerdings für weitaus weniger Geld als von ihm ursprünglich erhofft: 43 Millionen Dollar bekommt der 31-Jährige für dieses und die beiden folgenden Jahre, anschließend kann der Klub für 15 Millionen Dollar noch ein Jahr dranhängen. Kollege Dallas Keuchel ist nach wie vor ohne Vertrag, doch der linkshändige Starter hat wohl ebenfalls einige ernsthafte Interessenten. Genannt werden derzeit vor allem die Yankees und die Braves.

American League
Die American League East bleibt spannend, dafür haben die New York Yankees (38-22) und die Tampa Bay Rays (36-23) in den letzten Tagen gesorgt – nicht mit Absicht, versteht sich, denn sie taten es, indem sie jeweils drei bzw. vier Spiele in Folge verloren. Die Boston Red Sox (32-29) konnten dadurch den Abstand zur Spitze auf „nur noch“ sechseinhalb Spiele verkleinern und sehen einem interessanten Wochenende entgegen: An diesem treffen sie innerhalb von drei Tagen viermal auf die Rays, während die Yankees in Cleveland antreten müssen.

Die Cleveland Indians (31-30) haben ihre Bilanz gerade mal wieder auf knapp positiv gedreht, indem sie die ersten beiden Spiele einer Serie gegen die Minnesota Twins (40-20) gewonnen haben. Doch der Abstand auf die Twins in der AL Central ist immer noch enorm und die schlechten Nachrichten für die Indians reißen einfach nicht ab: Nach Mike Clevinger, Danny Salazar und Corey Kluber fällt mit Carlos Carrasco ein weiterer Teil der Rotation aus und das auf unbestimmte Zeit. Als Grund gibt der Verein eine „blood condition“ an und verzichtet vorerst auf weitere Details; die Bekundungen, dass alle Teamkameraden für ihn da sein werden und dass man der Familie viel Kraft wünscht, lassen leider auf eine möglicherweise schwere Erkrankung schließen. Auch die Detroit Tigers (23-35) müssen unschöne Neuigkeiten verdauen: Ihr einstiger Superstar Miguel Cabrera leidet unter chronischen Kniebeschwerden und wird auf Anweisung der Ärzte ab sofort nur noch als Designated Hitter zum Einsatz kommen statt auf seiner angestammten Position als First Baseman.

Wenn es gerade schon um Verletzungen geht, darf ich Joey Gallo nicht unerwähnt lassen: Bei dem Outfielder der Texas Rangers (31-28) ist es zwar „nur“ eine Bauchmuskelzerrung, aber sie wird ihn einige Wochen außer Gefecht setzen. Das könnte ein Knackpunkt für die Rangers sein, die bislang eine überraschend starke Saison gespielt haben und dabei auf Gallo als Leistungsträger setzen konnten. In der AL West sind die Rangers zwar weit entfernt von den schlichtweg konkurrenzlosen Houston Astros (42-21), halten sich aber stabil auf Platz zwei, während die Oakland Athletics munter Achterbahn fahren: Einer Reihe von zehn Siegen ließen die A’s sechs Niederlagen in sieben Spielen folgen. Heute Abend geht es im Rubber-Game der Serie gegen die Los Angeles Angels (30-32) direkt um den dritten Platz in der Division.

National League
Die Philadelphia Phillies (35-27) halten in der National League East ihren knappen Vorsprung vor den Atlanta Braves (33-28), doch das Outfield der Phillies verursacht derzeit größere Sorgen: Bryce Harper bringt bislang nicht die Leistung, die man sich von dem Mann mit dem Rekordvertrag versprochen hatte; Odubel Herrera ist vorläufig gesperrt, weil er unter Verdacht steht, seiner Freundin körperliche Gewalt angetan zu haben; Andrew McCutchen hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und wird für den Rest des Jahres ausfallen. Als eine erste Maßnahme holten die Phillies Jay Bruce von den Mariners, aber die Baustelle im Outfield dürfte damit längst nicht behoben sein. Generell macht in dieser Division bislang niemand einen so gefestigten Eindruck, dass man von einer frühzeitigen Entscheidung ausgehen könnte. Die erfolgreichsten Teams der letzten ein, zwei Wochen waren ausgerechnet die beiden Schlusslichter: Die Washington Nationals (28-33) gewannen acht ihrer letzten zehn Spiele, die Miami Marlins (23-36) sieben.

Auch in der NL Central wird es noch lange spannend bleiben. Die Chicago Cubs (34-26) sind zwar noch vorne, doch die Division ist deutlich enger zusammengerückt, indem die St. Louis Cardinals (30-29) die Cubs am letzten Wochenende gesweept haben. Die gleiche Paarung steht am kommenden Wochenende erneut an, dieses Mal in Chicago (siehe Einschalttipp). Die Milwaukee Brewers (34-28) hatten sich zwischenzeitlich kurz die Tabellenführung ausgeliehen, diese aber durch zwei überraschende Niederlagen gegen die Marlins prompt wieder abgegeben. Die Pittsburgh Pirates (29-31) und die Cincinnati Reds (28-32) sind noch so nah dran, dass man von der NL Central als einzige Division sprechen kann, in der von Platz eins bis fünf noch für jedes Team alles möglich ist..

In der NL West kann man das beim besten Willen nicht behaupten, hier wird niemand den Los Angeles Dodgers (43-20) streitig machen, dass sie zum siebten Mal in Folge die Division gewinnen. Hier geht es für die anderen Teams einzig und allein um Platz zwei bzw. um die Chance auf einen Wild-Card-Platz. Die Colorado Rockies (31-29) haben sich durch acht Siege in Folge, darunter ein Vier-Spiele-Sweep gegen die Arizona Diamondbacks (31-32), zum „Best of the Rest“ hochgearbeitet. Die Serie wurde zwar inzwischen durch zwei Niederlagen bei den Cubs beendet, aber weder die Cardinals noch die San Diego Padres (31-31) scheinen zurzeit in der Verfassung, zum Gegenschlag auszuholen – die San Francisco Giants (25-35) sowieso nicht.

Szene der Woche
Die offensichtliche Wahl an dieser Stelle ist natürlich die Bekanntgabe des Nummer-eins-Picks der diesjährigen Draft: Herzlichen Glückwunsch an Catcher Adley Rutschman, der wie erwartet von den Baltimore Orioles ausgewählt wurde und hoffentlich in ein, zwei Jahren mit dafür sorgen wird, dass man sich die Orioles wieder gerne anschaut.

Eine interessante Spielszene habe ich auch noch parat, genauer gesagt eine wie ich sie – zumindest auf professionellem Niveau – noch nie erlebt habe. Aber seht selbst:

Statistik der Woche 
1135. So viele Homeruns wurden im Mai dieses Jahres geschlagen und damit so viele wie in keinem Monat der MLB-Geschichte zuvor. Torontos Supertalent Vladimir Guerrero Jr. hatte die Ehre, am Freitag im achten Inning in Colorado den 1120. Homerun des Monats zu schlagen und damit den Rekord zu sichern, bevor die Kollegen noch 15 draufpackten, um die neue Bestmarke zu zementieren. Den größten Anteil an der Homerunflut im Mai hatten Pittsburghs Josh Bell, Houstons Alex Bregman und Cincinnatis Derek Dietrich mit jeweils 12.

Spiel der Woche
Vielleicht sollte ich dieses Mal eher von einem „Inning der Woche“ sprechen. Ausgerechnet die Miami Marlins – immer noch das Team mit den wenigsten Siegen und den wenigsten erzielten Runs in der NL – explodierten Dienstagnacht gegen die Milwaukee Brewers mit sage und schreibe elf Runs in einem Inning. Es war das erfolgreichste Inning der Franchisegeschichte, und am Ende des Tages stand ein 16:0-Sieg von einem der – eigentlich – schlechtesten Teams der Liga gegen eines der – eigentlich – besten.

Mein Einschalttipp
Die Serie zwischen den St. Louis Cardinals und den Chicago Cubs hat am letzten Wochenende eine Menge Spannung zurück in die NL Central gebracht, indem die Cardinals als Außenseiter dem Favoriten und Tabellenführer Cubs alle drei Spiele abnahmen. Von Freitag bis Sonntag kommt es zu drei Rückspielen in Chicago. Eine angenehme Startzeit um 20:20 Uhr nach mitteleuropäischer Rechnung bietet gleich die erste Partie am Freitag mit dem Pitcher-Duell zwischen Cole Hamels (3.62 ERA, 3.92 FIP) und Mike Mikolas (4.41 ERA, 4.69 FIP). Zu sehen gibt es das Spiel nur mit einem Abo von mlb.tv, bei DAZN bleibt die Serie leider komplett unberücksichtigt.

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Mai 23rd, 2019 by Silversurger

Die Spreu trennt sich vom Weizen: Erstmals in dieser Saison liegen bei meiner wöchentlichen Bilanz in drei der sechs Divisionen die führenden Teams jeweils sechs oder mehr Spiele vor den Verfolgern. In zwei Fällen – Astros und Dodgers – ist das keine große Überraschung. Anders sieht es mit den Minnesota Twins aus, die nicht nur die AL Central dominieren, sondern mit doppelt so vielen Siegen wie Niederlagen zurzeit das beste Team im Baseball sind. So leid es mir für die Fans der Cleveland Indians tut – ich freue mich über den Erfolg der Twins, zum einen weil sie bei mir immer noch einen gewissen Underdog-Bonus genießen, zum anderen natürlich wegen Max Kepler. Der hatte eine schwache erste Maihälfte, doch er scheint wieder heißzulaufen: In jedem der letzten fünf Spiele hatte er mindestens einen Hit, zuletzt zweimal zwei bei den Los Angeles Angels.

American League
Die New York Yankees (31-17) haben am zweiten Wochenende in Folge eine Serie gegen die Tampa Bay Rays (28-18) gewonnen und dadurch den Spitzenplatz in der American League East erobert. Da die Yankees es zurzeit mit den Baltimore Orioles (15-34) und anschließend mit den Royals zu tun haben, den beiden schwächsten Teams der AL, stehen die Chancen gut, die Führung noch auszubauen. Die Rays und die Boston Red Sox (26-23) haben derweil in Cleveland bzw. Houston vermutlich schwierigere Aufgaben zu meistern.

In den letzten Tagen präsentierten sich die Cleveland Indians (25-23) allerdings nicht allzu sehr als schwierige Aufgabe. Jedenfalls ließen sie sich relativ trostlos zu Hause von den Athletics sweepen. Die willkommene Schützenhilfe nahmen die Minnesota Twins (32-16) gerne an, um ihren Vorsprung in der AL Central auf sieben Spiele auszubauen. Selbst den ungeliebten Westküsten-Trip nach Seattle und Los Angeles haben die Twins mit bislang fünf Siegen in sechs Spielen erfolgreich gestaltet und dürfen sich auf die morgige Heimkehr mit einer Serie gegen die Chicago White Sox (22-26) freuen. Am Ende der Tabelle liefern sich die Kansas City Royals (17-32) ein Schneckenrennen um den letzten Platz der Division mit den Detroit Tigers (18-28). Die Tigers haben neun der letzten zehn Spiele verloren und treffen als nächstes auf die Marlins – ein weiteres Schneckenrennen, in dem Fall um die schwächste Bilanz der gesamten Liga.

Ähnlich klare Verhältnisse wie in der AL Central herrschen auch in der AL West. Der Vorsprung der Houston Astros (33-17) wächst von Woche zu Woche, während alle anderen Teams der Division vor allem durch mangelnde Konstanz auffallen. Zurzeit haben die Texas Rangers (24-23) und die Oakland Athletics (25-25) einen Lauf, zu Saisonbeginn waren es die Seattle Mariners (23-29) und dazwischen auch mal die Los Angeles Angels (22-26), aber im Endeffekt dürften alle vier zu schwach sein, um auch nur an einen Wild-Card-Platz zu denken. Zum zweiten Mal in Folge steht am Wochenende das Duell der beiden letzten Champions an. Dieses Mal hat Houston Heimrecht gegen die Red Sox. Letzte Woche entführten die Astros zwei von drei Spielen aus Boston; dazwischen gelang es den Red Sox immmerhin, eine Zehn-Siege-Serie der Astros zu stoppen.

National League
Die National League East sah in den vergangenen zwei Wochen gelegentlich so aus, als könnte sich mit den Philadelphia Phillies (28-21) auch in dieser Division ein Team vom Rest des Feldes absetzen. Doch zum Glück für die Spannung kam es dazu bislang nicht. Die Atlanta Braves (27-23) haben ihren Durchhänger überwunden und sich auf eineinhalb Spiele an die Phillies herangekämpft, während diese zuletzt zweimal gegen die Cubs verloren. Auch die New York Mets (23-25) scheinen noch zu atmen, nachdem viele dieses Team bereits togesagt hatten, als es letzte Woche fünf Niederlagen in Folge kassierte, darunter ein Sweep durch die Miami Marlins (15-31). Drei konzentrierte Leistungen gegen die Washington Nationals (19-30) haben die Mets zumindest ansatzweise zurück ins Rennen gebracht, aus dem die Nationals ihrerseits so gut wie ausgeschieden sind.

In der NL Central ist noch niemand wirklich aus dem Rennen. Selbst die Cincinnati Reds (22-27) mit einem Rückstand von acht Spielen auf die Chicago Cubs (29-18) lassen gute Ansätze erkennen: Ihr Run Differential von +25 ist deutlich positiv, letzte Woche haben sie eine Serie 2:1 gegen die Cubs gewonnen und gegen die Milwaukee Brewers (29-22) gelang ihnen ein Split. Am Wochenende reisen die Reds nach Chicago, sicher mit dem Vorsatz, für eine weitere Überraschung zu sorgen. Eine Überraschung ist übrigens auch, dass die Pittsburgh Pirates (24-22) einen positiven Record aufweisen und Platz drei belegen – mit einem Run Differential von -50, verursacht durch die schlechteste Offense der NL, ist das geradezu ein Kunststück.

Ob die Bilanz der Pirates nach dem Wochenende immer noch positiv ist, darf man getrost bezweifeln, denn sie müssen nun dreimal gegen das Über-Team der NL West, die Los Angeles Dodgers (32-18), ran. Die Dogers haben mittlerweile sechs Spiele Vorsprung und können sich relativ entspannt anschauen, wie die San Diego Padres (26-24) und die Arizona Diamondbacks (25-25) um Platz zwei ringen. Die Padres haben in dieser Hinsicht gerade knapp die Nase vorn, nachdem ihnen in drei knappen Partien gegen die Diamondbacks ein Sweep gelungen ist. Sie müssen sich nun allerdings auf eine anstrengende Reise ganz ans andere Ende der MLB-Landkarte begeben mit Spielen in Toronto und bei den Yankees. Das könnte für die Diamondbacks die Chance bedeuten, in ihren Spielen gegen die San Francisco Giants (21-27) und die Colorado Rockies (22-25) Boden gut zu machen.

Szene der Woche
Die White Sox haben gestern die Astros mit 9:4 geschlagen. Zu verdanken haben sie den Sieg zum einen dem Grand Slam, den Charlie Tilson mit seinem ersten Homerun in der MLB erzielte. Meine Szene der Woche gehört jedoch der White-Sox-Defense, die mindestens ebenso großen Anteil an dem überraschenden Erfolg hatte. In den ersten beiden Innings hatte sie bereits zwei Double Plays geschafft, bevor ihr im dritten Inning der seltene Triumph eines Triple Plays gelang. Mit Robinson Chirinos und Tony Kemp als Runner auf der ersten und zweiten Base schlug Jake Marisnick einen Aufsetzer zum Third Baseman Yoan Moncada. Moncada trat selbst auf die dritte Base (erstes Out), warf zu Second Baseman Yolmer Sánchez an die zweite Base (zweites Out) und dieser schließlich zu First Baseman José Abreu an die erste Base (drittes Out). Es war das erste Triple Play der laufenden MLB-Saison.

Statistik der Woche 
0.00. Das ist der ERA von Ryan Pressly, Relief Pitcher der Houston Astros, nach bislang 19 Spielen in dieser Saison. Seine Serie von Auftritten ohne gegnerische Runs reicht noch deutlich weiter zurück, genau gesagt bis 10. August 2018. Seitdem wurde er 40-mal eingesetzt und hat keinen einzigen Run mehr zugelassen. Es ist die längste Serie von aufeinanderfolgenden Einsätzen ohne erlaubten Run. Der bisherige Rekordhalter war Craig Kimbrel mit 38 im Jahr 2011 für die Atlanta Braves.

Spiel der Woche
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Bei dem Matchup zwischen den Brewers und den Reds am Mittwoch war eigentlich mit einem Pitcher-Duell zu rechnen. Immerhin standen sich zwei Starter gegenüber, die den zweit- und den viertbesten ERA der gesamten MLB mitbrachten. Doch sowohl Zach Davies als auch Luis Castillo kamen nicht über das dritte Inning hinaus in einem Spiel, das in erster Linie von den Offenses geprägt wurde. Die Reds sahen lange wie der Sieger aus, führten 5:0, 6:1 und 8:6. Doch im sechsten Inning glich ein Homerun von Yasmani Grandal die Partie aus, bevor Hernan Perez mit seinem dritten Hit des Tages die Führung für die Brewers brachte. Dafür, dass diese im siebten Inning bestehen blieb und Milwaukee schließlich 11:9 gewann, war das folgende kuriose Double Play verantwortlich:

Mein Einschalttipp
Auch an diesem Wochenende steht wieder eine Serie zwischen den Houston Astros und den Boston Red Sox an. Dieses Matchup hat an seinem Reiz nichts verloren, insofern gilt die Empfehlung von letzter Woche weiterhin. Da ich aber nicht mit dem immer gleichen Tipp langweilen will, habe ich noch eine andere Empfehlung: Die Serie zwischen den Philadelphia Phillies und den Milwaukee Brewers wird sicher ebenfalls sehr interessant. Beide Teams befinden sich in engen Rennen um die jeweilige Divisionsspitze, beide schwankten in ihren Leistungen zuletzt zwischen Licht und Schatten. Am Samstag und am Sonntag laufen die Partien zu europafreundlichen Zeiten – leider nur auf mlb.tv, DAZN hat die Serie nicht im Programm.

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Mai 2nd, 2019 by Silversurger

Der Mai ist gekommen und die MLB hat ein neues Top-Team: Mit 20 Siegen aus 30 Spielen sind die St. Louis Cardinals derzeit ganz vorne. Ihrem einstigen Top-Prospect Alex Reyes dürfte allerdings nicht zum Feiern zumute sein: Erst wurde er wegen schwacher Leistungen in die Minor League versetzt, dann lief es dort im ersten Start auch nicht gut und schließlich musste für den aufgestauten Frust eine Wand herhalten, die sich offenbar mit voller Härte zur Wehr setzte. Jedenfalls hat Reyes sich dabei den kleinen Finger gebrochen, fällt nun mehrere Wochen aus und ist hiermit offiziell nominiert für den MRI-Award 2019. Noch ein Stück dämlicher angestellt hat sich Logan Webb, das Top-Pitching-Prospect der San Francisco Giants: Er hat offenbar versucht, mit der verbotenen Substanz Dehydrochlormethyltestosteron seine Leistungen zu steigern. Nach dem positiven Test auf das Dopingmittel wurde er für 80 Spiele gesperrt und dürfte damit die Chance vertan haben, schon dieses Jahr den Sprung ins MLB-Roster zu schaffen.

National League
Die Teams der National League East haben keine besonders gute Woche hinter sich. Eine Ausnahme davon stellen lediglich die Philadelphia Phillies (17-13) dar. Deren 3:1-Seriensieg über die Miami Marlins (9-21) ist dafür verantwortlich, dass sie als einzige in der Division bei einer positiven Bilanz stehen. Die New York Mets (15-15) und die Atlanta Braves (15-15) haben ihren Rhythmus noch nicht gefunden und halten sich mit schwankenden Leistungen gerade so über Wasser. Insbesondere bei den Mets muss man zweifeln, ob das noch lange gut geht, denn mit einem Run Differential von -20 und den meisten zugelassenen Runs (169) der gesamten NL steht man normalerweise nicht bei 15-15. Die Washington Nationals (12-17) sind auf dem Weg in die Krise schon einen Schritt weiter, soll heißen: Sie stecken mittendrin. Von den letzten sieben Spielen haben sie nur eines gewonnen und dafür brauchte es 11 Innings gegen die Padres. Ausgerechnet jetzt steht für die Nationnals eine schwierige Auswärtstour an (Phillies, Brewers, Dodgers).

Mit Siegen in zehn der letzten elf Spiele lassen die St. Louis Cardinals (20-10) in der NL Central zurzeit niemandem Gelegenheit, an sie heranzukommen. Doch am Wochenende könnte es spannend werden, denn die Chicago Cubs (16-12) begrüßen die Cardinals für eine Drei-Spiele-Serie zum Spitzenduell (siehe „Einschalttipp“). Die Cubs hatten einen ganz miesen Start in den ersten beiden Saisonwochen. Seitdem haben sie aber keine Serie mehr verloren und inzwischen das stärkste Run Differential (+38) der NL herausgespielt. Die Milwaukee Brewers (17-15) können da zwar mit einem Run-Verhältnis von -9 nicht mithalten, doch mit Erfolgen in je zwei von drei Spielen gegen die Mets und die Rockies scheinen sie ihr Zwischentief überwunden zu haben. Die anstehenden Serien gegen erneut die Mets sowie die Nationals klingen nach lösbaren Aufgaben. Die Pittsburgh Pirates (14-14) dürften mit den Playoffs wenig zu tun haben, aber mit zwei Siegen gegen die Rangers ist für sie wenigstens der freie Fall von acht Niederlagen in Folge erstmal gestoppt.

Die Los Angeles Dodgers (20-13) sind in der NL West voll auf Kurs, müssen aber zwei Rückschläge verdauen: erstens eine 1:2 verlorene Serie beim Erzrivalen San Francisco Giants (13-18), zweitens eine Verletzung von Centerfielder A. J. Pollock. Bei Letzterer handelt es sich um eine Infektion im rechten Ellenbogen, der 2016 schon einmal operiert werden musste. Damals wurde eine Metallplatte eingesetzt; aus dieser muss nun eine Schraube entfernt werden, die wohl die Probleme verursacht hat. Pollock wird nach der Prozedur für einige Wochen ausfallen. Die Dodgers müssen nun für drei Spiele zu den San Diego Padres (17-14), während in Denver die Colorado Rockies (14-17) auf die Arizona Diamondbacks (18-13) treffen. Es wird also ein richtig interessantes Wochenende in der NL West mit lauter direkten Duellen zwischen den vier besten Teams der Division.

American League
Können die Tampa Bay Rays (19-11) sich auf Dauer an der Spitze der American League East halten? Ein 2:0-Sweep bei den Boston Red Sox (14-17) am vergangenen Wochenende machte Hoffnung, doch der verlorene Doubleheader in Kansas City gestern war ein herber Dämpfer. Zum Glück für die Rays konnten die New York Yankees (17-13) daraus kein Kapital schlagen, da sie selbst ihre beiden Spiele in Arizona verloren. Die große Neuigkeit bei den Toronto Blue Jays (14-16) war die letzte Woche angekündigte und heiß ersehnte Ankunft des Supertalents Vladimir Guerrero Jr. Bislang konnte Vlad Jr. den Hype noch nicht rechtfertigen, in fünf Spielen schlug er eine Slashline von .167/.286/.222. Aber fünf Spiele sind im Baseball so gut wie gar nichts; es gibt also noch lange keinen Grund, enttäuscht zu sein.

Alles andere als eine Enttäuschung sind bislang die Minnesota Twins (18-10). Sie weisen mittlerweile die beste Bilanz nicht nur der AL Central, sondern der gesamten AL auf. Zuletzt gabe es zwei Erfolge aus drei Spielen gegen die Astros, davor einen Sweep gegen die Orioles. Zu den drei Siegen über Baltimore steuerte Max Kepler vier Homeruns bei, und auch sonst spielt „unser“ Mann in der MLB eine ganz hervorragende Saison (.277/.349/.564, 7 HR). Auf Platz zwei verdrängt sind inzwischen die Cleveland Indians (16-13), die letzte Nacht nicht nur ein 2:4 bei den Marlins verdauen mussten, sondern auch die viel schlimmere Nachricht, dass sie auf ihr Ass Corey Kluber eine Weile verzichten müssen. Kluber wurde von einem Comebacker von Brian Anderson am Pitching-Arm getroffen und erlitt eine Fraktur. Er ist nach Danny Salazar und Mike Clevinger schon der dritte Starter der Indians, der für mindestens einige Wochen ausfälllt.

In der AL West konnten die Houston Astros (18-13) zwar diese Woche nicht überzeugen – einem Split gegen die Indians folgten zwei Niederlagen in drei Spielen gegen die Twins –, doch geschadet hat ihnen das nicht, denn die Verfolger schwächelten noch mehr. Sowohl die Seattle Mariners (18-15) als auch die Texas Rangers (14-15) haben von ihren letzten neun Spielen sieben verloren – und ihre einzigen Siege bei dem 2:2-Split im direkten Aufeinandertreffen eingefahren. Auch die Oakland Athletics (14-19) befinden sich im Absturz. Nach einer 0:6-Bilanz aus den Spielen in Toronto und Boston bleibt ihnen nur noch die Station in Pittsburgh, um von ihrem Ostküstentrip nicht mit leeren Händen heimzukehren.

Szene der Woche
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die Bierdusche würdigen, die Ryan Braun von den Milwaukee Brewers(!) in Citi Field zuteil wurde, als er einen Flyball von Pete Alonso zu fangen versuchte (man beachte die schlecht versteckte Botschaft „This Bud’s for you“ im Hintergrund):

Sehenswert wäre auch der Dodgers-Fan gewesen, der auf der Jagd nach einem Foulball zunächst eine Portion Pommes aufgab – und ein Inning später das Pizzastück, das er sich als Ersatz geholt hatte, hinterher warf:

Aber Yankees-Pitcher C. C. Sabathia lässt mir keine andere Wahl, eine andere Szene in den Mittelpunkt zu stellen. Mit seinem 3000. Strikeout erreichte der 38-Jährige einen Meilenstein, den nur 16 Leute vor ihm bewältigt haben, und ließ sich dafür zurecht feiern:

Statistik der Woche 
1.998. So viele RBI sind Albert Pujols in seiner Karriere bislang gelungen. Das ist zwar eine kleinere Zahl als die der Strikeouts von C. C. Sabathia, dennoch ist sie noch ein Stück beeindruckender. Pujols steht damit nämlich offiziell auf dem dritten Platz der Allzeit-Rangliste, auf welcher er in den letzten Tagen Lou Gehrig (1.994) und Barry Bonds (1.996) überholt hat. Vor Pujols stehen nun nur noch Hank Aaron (2.297) und Alex Rodriguez (2.086). Inoffiziell belegt er übrigens „nur“ Rang fünf; das liegt daran, dass RBI erst 1920 als Statistik eingeführt wurden, sodass ein Teil der 2.214 RBI von Babe Ruth und die gesamten 2.075 RBI von Cap Anson nicht in die Rekordliste der MLB einfließen.

Spiel der Woche
Das Spiel zwischen den Los Angeles Dodgers und den Pittsburgh Pirates am Sonntag hatte eine Menge Geschichten zu erzählen. Die erste war die Geschichte von zwei älteren Herren: Dodgers-Pitcher Rich Hill (39) kehrte aus seiner Verletzungspause zurück und bildete mit Catcher Russel Martin (36) das wohl älteste Battery-Duo, das die MLB zurzeit zu bieten hat. Für Hill lief es eher mittelmäßig – zwar absolvierte er 6 Innings, in denen ihm 6 Strikeuots gelangen und er nur einen Earned Run zuließ, aber diese Werte schmeicheln etwas, denn ein Error im zweiten Inning verhinderte, dass ihm weitere vier Runs angerechnet wurden. Die zweite Geschichte war die eines noch sehr jungen Herren: Cody Bellinger, 23, brachte per Sac-Fly den ersten Run, per Homerun den zweiten Run sowie durch ein Single den siebten und letzten Run seines Teams über die Platte. Der Homerun war übrigens der 14. in der laufenden Saison, womit Bellinger einen Rekord einstellte: Nur vier Spieler haben es jemals geschafft, noch vor dem 1. Mai einer Saison so viele Homeruns zu erzielen – Albert Pujols 2006, Alex Rodriguez 2007 sowie Christian Yelich und Cody Bellinger 2019. Die dritte Geschichte war die eines Teams, das in der jungen Saison schon hoch geflogen und tief gefallen ist. Die Pirates gaben eine 5:1-Führung aus der Hand und verloren am Ende mit 6:7 ihr achtes Spiel in Folge. Aber zum Glück ist es Baseball und schon im nächsten Spiel waren es die Pirates selbst, die ein dramatisches Comeback bejubeln durften.

Mein Einschalttipp
In der NL Central ist ein heißer Zweikampf zwischen den St. Louis Cardinals und den Chicago Cubs entbrannt. Die derzeit drei Spiele Abstand zwischen den beiden stammen von dem schwachen Saisonstart der Cubs, sollten aber nicht darüber hinweg täuschen, dass beide Teams zurzeit in absolut beeindruckender Form sind. Von Freitag bis Sonntag haben die Cubs drei Heimspiele gegen die Cardinals und von daher keine schlechten Chancen, den Rückstand zu verringern oder gar aufzuholen. DAZN ignoriert diese interessante Serie leider komplett, daher könnt ihr sie ausschließlich über mlb.tv verfolgen. Sowohl am Freitag (20:20 Uhr) als auch am Samstag (22:05 Uhr) kommen die Spiele zu europafreundlichen Zeiten, während die Partie am Sonntag (1:05 Uhr) eher etwas für Nachteulen ist.

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April 23rd, 2019 by Silversurger

Dass sich die Free Agency 2018/19 wieder lange hinziehen und dass einige Teams und Spieler bis kurz vor Saisonbeginn pokern würden, war abzusehen. Dass aber auch vier Wochen nach Saisonstart noch immer zwei der Top-5 Free Agents der MLB ohne Vertrag dastehen, ist eine echte Überraschung. Sowohl Starting Pitcher Dallas Keuchel als auch Reliever Craig Kimbrel verschreckten frühe Interessenten offenbar mit überhöhten Forderungen. Beide traten aber auch mehrfach Gerüchten entgegen, sie könnten ein ganzes Jahr aussetzen, wenn sie nicht die gewünschten Laufzeiten und Gehälter angeboten bekämen. Zumindest Keuchel wäre inzwischen wohl mit einem Einjahresvertrag zufrieden und auch von Kimbrel heißt es, dass er sich von seinem Traum von fünf bis sechs Jahren und mehr als 100 Millionen Dollar verabschiedet hat. Ich halte für wahrscheinlich, dass beide Spieler innerhalb der nächsten ein, zwei Wochen einen neuen Verein finden. Sollte das nicht der Fall sein, wird der 5. Juni zu einem interessanten Termin. An diesem Tag endet die dreitägige Draft der MLB und damit auch der Zeitraum, in dem die Verpflichtung von Keuchel oder Kimbrel für den aufnehmenden Klub mit dem Verlust eines Draftpicks einher ginge.

Mögliche Interessenten für Keuchel
Es kommen vor allem zwei Arten von Teams dafür infrage, sich intensiv um die Dienste von Keuchel zu bewerben: erstens solche, die während der ersten Saisonwochen festgestellt haben, dass ihre Starting Rotation eine Lücke aufweist; zweitens solche, die besser gestartet sind als erwartet und nun ein Puzzlestück hinzufügen möchten, um sich oben zu halten. Bei der erstgenannten Art von Teams fallen einem sofort die New York Mets ein. Für die Mets ist es eine ungewohnte Situation, dass sie bislang von einer soliden Offensive getragen werden, das Pitching aber stark zu wünschen übrig lässt. Justin Vargas spielt eine sehr schwache Saison, auch Noah Syndergaard konnte bisher nicht überzeugen, Cy-Young-Gewinner Jacob deGrom pausiert mit Ellenbogenproblemen und Spot-Starter Chris Flexen hat sich (nicht zum ersten Mal) als Katastrophe erwiesen. Den Milwaukee Brewers ergeht es ähnlich. Ein verlässlicher Starter würde ihnen ermöglichen, Corbin Burnes in den Bullpen zu verschieben, wo er ihnen vermutlich mehr helfen könnte als als Starter. Als Beispiele für die zweite oben genannte Art von Teams nenne ich hier stellvertretend für ein paar andere die San Diego Padres und die Minnesota Twins. Auch die Seattle Mariners passen in das Raster, allerdings bezweifle ich deren Bereitschaft, das Geld und den Draftpick zu investieren.

Diese Klubs könnten an Kimbrel interessiert sein
Auch für Kimbrel, den besten Closer der letzten Jahre, könnten die Milwaukee Brewers ein passendes Ziel sein. Corey Knebel fällt für die gesamte Saison aus und wenn die Brewers ihr Erfolgsrezept eines exzellenten Bullpens weiter pflegen wollen, dürfte Kimbrel der ideale Mann sein. Finanzieller Spielraum ist in Milwaukee wohl auch vorhanden, daher gelten die Brewers als größter Favorit darauf, entweder Keuchel oder Kimbrel zu holen. Wenn Kimbrel nicht in Milwaukee landet, dann wahrscheinlich in der NL East – sein ehemaliger Klub, die Atlanta Braves, gelten ebenso als potenzielles Ziel für ihn wie die Philadelphia Phillies und die Washington Nationals. Die Braves waren schon während der Offseason an Kimbrel dran, dem aber damals die angebotene Laufzeit zu niedrig war; für die Phillies hatte David Robertson einen schwachen Saisonstart und steht inzwischen auf der Verletztenliste; und bei den Nationals ist ein schwacher Bullpen seit Jahren die größte Hürde dafür, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Auch Gio Gonzalez ist wieder zu haben
Neben Keuchel und Kimbrel ist mit Gio Gonzalez seit gestern ein weiterer interessanter Pitcher zurück auf dem Markt. Gonzalez ist wie Keuchel ein linkshändiger Starter und auch er hatte in der Offseason lange nach einem neuen Verein gesucht. Die Yankees erbarmten sich schließlich, indem sie ihm einen Minor-League-Vertrag mit Ausstiegsklausel gaben. Trotz einiger Verletzungssorgen entschieden die Yankees während der letzten Wochen nie dafür, Gonzalez in das MLB-Roster zu übernehmen. Er zog daraufhin die Klausel und ist nun wieder frei verfügbar. Gonzalez könnte für die Teams, welche ich als Interessenten für Keuchel aufgezählt habe, eine attraktive Billigvariante sein. Neben definitiv geringeren Gehaltsvorstellungen spricht für ihn, dass bei seiner Verpflichtung kein Draftpick abzugeben wäre, da er im Gegensatz zu Keuchel und Kimbrel kein Qualifying Offer erhalten hatte. Schneller einsatzfähig wäre er wahrscheinlich auch, denn die anderen beiden konnten sich seit einem halben Jahr nur in privaten Workouts einigermaßen fit halten, während er immerhin drei Starts auf AAA-Niveau absolvierte.

Mein Bauch sagt:
Heute in zwei Wochen stehen Dallas Keuchel für ein Jahr bei den Brewers, Craig Kimbrel für drei Jahre bei den Phillies und Gio Gonzalez für ein Jahr bei den Mets unter Vertrag.

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April 18th, 2019 by Silversurger

Die MLB ist drei Wochen nach Saisonstart noch erfreulich ausgeglichen – nur ein einziges Team hat sich in seiner Division schon spürbar vom Rest des Feldes abgesetzt, und dieses eine Team ist eine echte Überraschung: 5,5 Spiele Vorsprung haben die Tampa Bay Rays sich in der AL East bereits erarbeitet. Zum Vergleich: Die Führenden der fünf anderen Divisionen weisen zusammengenommen einen Vorsprung von 3,5 Spielen auf. Hier der wöchentliche Überblick zum aktuellen Stand in der Liga sowie in Blake Snells Badezimmer:

National League
Die Philadelphia Phillies (11-6) haben mit einer 2:1 gewonnenen Serie gegen die New York Mets (10-8) die Führung der National League East übernommen. Zuvor hatten die Mets und die Atlanta Braves (9-8) eine Vier-Spiele-Serie gesplittet. Die Braves verpassten zwar durch zwei Niederlagen gegen die Diamondbacks die Chance auf einen Sprung nach vorn, aber einen großen Erfolg konnten sie diese Woche dennoch verzeichnen: Ihr junger Second Baseman Ozzie Albies stimmte einer Vertragsverlängerung bis 2027 zu. Er erhält dafür 35 Millionen Dollar, was ein geradezu unglaubliches Schnäppchen aus Sicht des Klubs ist. Bei den Washington Nationals (8-8) halten sich bislang Siege und Niederlagen die Waage. Die anstehende Serie gegen die Miami Marlins (4-14) macht Hoffnung, dies zum Positiven ändern zu können.

In der NL Central behaupten die Milwaukee Brewers (12-7) den ersten Platz, aber ihre Leistungen sind bislang nicht konstant genug, um sich absetzen zu können. Die überraschend starken Pittsburgh Pirates (10-6) bleiben ebenso dran wie die St. Louis Cardinals (10-8), die gestern erfolgreich einen Sweep der Brewers abwehrten. Auch die Chicago Cubs (8-9) sind nach drei Siegen über die Marlins wieder im Rennen, während die Cincinnati Reds (5-12) bereits abgeschlagen sind.

Aus der NL West ist man klare Verhältnisse gewohnt, doch die gibt es zurzeit nicht: Die Los Angeles Dodgers (12-8) mussten ihren angestammten Platz an der Spitze zwischenzeitlich an die San Diego Padres (11-8) abgeben. Nach vier Siegen in Folge sind die Dodgers inzwischen wieder hauchdünn vorne, aber für sie steht nun eine anstrengende Reise nach Milwaukee und Chicago an. Die Padres haben eine dankbarere Aufgabe vor sich mit einer Vier-Spiele-Serie im eigenen Stadion gegen die Reds. Zuletzt haben sie dort allerdings zwei Niederlagen gegen die schwach gestarteten Colorado Rockies (6-12) einstecken müssen. Die Rockies erwarten nun die Phillies und die Nationals zu interessanten Heimserien. Mittelfristig rechne ich mit den Rockies eher als mit den Arizona Diamondbacks (9-9) und den San Francisco Giants (8-11).

American League
Die einzige Division, in der nach drei Wochen Baseball tatsächlich klare Verhältnisse herrschen, ist die American League East. Die Tampa Bay Rays (14-4) haben jede ihrer bislang sechs Serien gewonnen und lassen die Favoriten weit hinter sich. Das ist ein beeindruckender Saisonstart, man muss aber auch dazu sagen, dass sie es – außer den Astros zum Auftakt – bislang nicht mit den Top-Teams zu tun bekommen haben. Vom Selbstverständnis her ist der nächste Gegner Boston Red Sox (6-13) ein solches, von der Bilanz her bisher noch nicht. Das gilt auch für die New York Yankees (8-9), denen immerhin durch einen Zwei-Spiele-Sweep gegen die Red Sox etwas Aufbauarbeit gelungen ist. Die Verletzungsmisere der Yankees geht derweil unverändert weiter: Greg Bird ist das neueste Mitglied der langen Ausfallliste, ein Riss der Plantarsehne setzt ihn für mindestens einen Monat außer Gefecht. Blake Snell, das Pitcher-Ass der Rays, hat sich ebenfalls verletzt. Zum Glück verpasst er wohl nur einen Start, aber die Umstände, unter denen er sich den vierten Zeh am rechten Fuß brach, sind bemerkenswert: Er kam zu Hause aus der Dusche und hatte spontan die Idee, ein Deko-Objekt aus Granit umzustellen. Dabei übersah er, dass das Objekt aus mehreren Teilen bestand, die nicht fest miteinander verbunden waren. Prompt fiel ihm eine Granitstange auf besagten Zeh und brachte Snell eine frühe Nominierung für die dämlichste Verletzung des Jahres ein.

Die AL Central hatte zum Saisonbeginn ein paar Überraschungen zu bieten, doch inzwischen sieht sie schon wieder so aus, wie es zu erwarten war: die Cleveland Indians (11-7) vorne, die Minnesota Twins (9-6) dahinter und der Rest der Division mit negativen Bilanzen. Die Indians haben ihre Lage insbesondere durch einen Drei-Spiele-Sweep bei den Mariners verbessert. Gegen Atlanta und Miami stehen nun zwei lösbare Heimserien an.

Die erwähnte Serie zwischen den Indians und den Seattle Mariners (13-8) hat auch in der AL West zu einer gewissen Normalisierung des Tabellenbildes geführt – gemeinsam mit einer Reihe von zehn gewonnenen Spielen hintereinander für die Houston Astros (12-6). Der Favorit hat sich dadurch an die Spitze gesetzt und hält diese knapp auch nach der gestrigen Niederlage gegen die Oakland Athletics (11-10). Die Rolle der Texas Rangers (10-7) und der Los Angeles Angels (8-10) für diese Saison erscheint noch ungeklärt. Momentan haben die Rangers Oberwasser, nachdem sie die Angels in drei Spielen gesweept haben. Nun müssen sie allerdings gegen Houston antreten, während die Angels die angeschlagenen Mariners erwarten.

Szene der Woche
Warum verließ Justin Bour im ersten Inning des Spiels seiner Angels gegen die Cubs das Feld und ließ sich unterwegs widerstandslos von Javier Baez taggen, obwohl ihn der Umpire gerade safe an der zweiten Base gegeben hatte? Ich sehe drei mögliche Erklärungen: 1. Er hat den Safe-Call verpasst oder falsch verstanden. 2. Er ist ein durch und durch ehrlicher Mensch und wollte das Geschenk des Schiedsrichterirrtums nicht annehmen. 3. Es war ihm klar, dass dieser Call eine Review nach sich ziehen und geändert würde, und er wollte sich und allen anderen Beteiligten die Prozedur ersparen. Was auch immer tatsächlich hinter der Aktion steckte, sie war auf jeden Fall der kurioseste Moment der Baseballwoche. Zumindest eine ehrenvolle Erwähnung möchte ich zwei weiteren Szenen gönnen: dem Pitch von Yu Darvish, mit dem er auf einen Streich den Batter, den Catcher und den Umpire traf, und der hollywoodreifen Meidbewegung von Collin McHugh.

Statistik der Woche 
6.827. So viele Plate Appearances absolvierte Joey Votto in der MLB ohne ein einziges Pop Out zur ersten Base. Gestern, bei Nummer 6.828 im achten Inning seiner Reds gegen die Angels, ist es schließlich passiert. Zum ersten Mal in seiner dreizehnten MLB-Saison. Verblüffend, oder?

Spiel der Woche
Extra-Inning-Spiele sind Geschmackssache. Die normalen 9 Innings in rund drei Stunden sind im Vergleich mit den meisten anderen Sportarten schon mehr als lang genug und meistens sind Partien mit mehreren zusätzlichen Innings auch keine Offensivfeuerwerke. Ich persönlich liebe Extra-Innings – dass es keine Unentschieden gibt und auch keine halbseidenen Abkürzungen wie ein Elfmeterschießen ist für mich das Salz in der Baseballsuppe. Entsprechend happy war ich darüber, am Samstagmorgen zu sehen, dass die Rockies und die Giants im zehnten Inning sind, und dass ich dann quasi noch ein vollständiges Spiel geboten bekam. Nach 18 Innings wurde die längste Partie dieser Saison durch einen winzigen Fehler entschieden: Rockies-Catcher Chris Iannetta hatte den Fuß ein paar Zentimeter zu weit vorne und so konnte Brandon Belt bei einem Fielder’s Choice mit geladenen Bases den entscheidenden Run erzielen.

Mein Einschalttipp
Die Brewers und die Dodgers beginnen heute in Milwaukee eine Vier-Spiele-Serie. Beide Kontrahenten aus der NLCS 2018 führen zurzeit ihre Division an, beide werden den Spitzenplatz wohl verlieren, wenn sie diese Serie nicht erfolgreich gestalten. Das Finale der Serie wird am Sonntag zur für uns besten Sendezeit um 20:10 Uhr sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv übertragen. Als Starting Pitcher werden voraussichtlich Kenta Maeda (3.80 ERA, 4.91 FIP) und Brandon Woodruff (5.23 ERA, 3.04 FIP) antreten.

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April 4th, 2019 by Silversurger

Die MLB-Saison ist eine Woche alt und geizt bisher nicht an Highlights und Überraschungen. Vor allem in der American League könnte man auf die Idee kommen, jemand hätte als Aprilscherz sämtliche Tabellen umgedreht. Aber nein, die Mariners stehen tatsächlich bei 7-1 und die großen Vier – Red Sox, Yankees, Indians, Astros – haben quasi im Gleichschritt klassische Fehlstarts hingelegt. Obwohl es nun wieder täglich Action auf dem Platz gibt, finden die Front Offices offenbar immer noch die Zeit, einen Trend aus der Offseason fortzusetzen: Xander Bogaerts (Red Sox), Ronald Acuna (Braves), German Marquez (Rockies), Randal Grichuk (Blue Jays), David Bote (Cubs) sowie Indians-Manager Terry Francona erhielten allesamt mehrjährige Vertragsverlängerungen. Alles, was diese Woche sonst passiert ist, gibt es heute erstmals in diesem Jahr wieder in der In-Season-Version des Grand Slam am Donnerstag:

National League
In der National League East kam es gleich zum Start zu mehreren direkten Duellen der vier Teams, zwischen denen dieses Jahr ein spannnendes Rennen erwartet wird. Dabei kamen die New York Mets (5-1) und die Philadelphia Phillies (4-1) am besten aus den Startlöchern. Die Mets begannen mit zwei Siegen in einer 2-1-Serie gegen die Washington Nationals (2-3), der sie einen Drei-Spiele-Sweep gegen die Miami Marlins (2-5) folgen ließen. Die Phillies schlugen zum Auftakt dreimal hintereinander die Atlanta Braves (2-3) und teilten sich dann eine Zwei-Spiele-Serie mit den Nationals. Auch wenn die Nationals sowohl gegen die Phillies als auch gegen die Mets je ein Spiel gewinnen konnten, bricht in Washington schon leichte Panik aus. Aus fünf Heimspielen hatte man mehr erwartet, zumal beide Starts von Top-Ass Max Scherzer verloren wurden. Obendrein hat Shortstop Trea Turner, der am Sonntag die Mets quasi im Alleingang schlug, sich den Finger gebrochen und wird eine Weile ausfallen. Die folgenden sechs Spiele – wieder gegen die Mets und die Phillies, dieses Mal aber auswärts – könnten für die Nationals schon richtungsweisend sein.

Die NL Central gilt gemeinsam mit der East als die am schwersten vorhersagbare Division. Das Tabellenbild nach der ersten Woche ist jedoch recht eindeutig: Die Milwaukee Brewers (6-1) stürmen voran, nachem sie gegen die St. Louis Cardinals (3-3) drei von vier und gegen die Cincinnati Reds (1-4) drei von drei Spielen gewonnen haben. Die Cardinals rehabilitierten sich anschließend mit zwei Siegen gegen die Pittsburgh Pirates (1-3). Außer den Pirates und den Reds haben auch die Chicago Cubs (1-4) bisher nur ein einziges Spiel gewonnen. Beim 12:4-Auftaktsieg bei den Rangers sahen die Cubs noch souverän aus, nach vier Niederlagen hintereinander stehen sie nun aber schon ein bisschen mit dem Rücken zur Wand. Am Wochenende geht es für sie dreimal gegen die Brewers; da wird man sehen, ob der Start noch zu retten ist.

Wenn es eine Division gibt, in der Überraschungen bislang weitgehend ausgeblieben sind, dann ist das die NL West. Die Los Angeles Dodgers (5-2) sind der klare Favorit und mit gewonnenen Serien gegen die Arizona Diamondbacks (3-4) und die San Francisco Giants (2-5) haben sie sich auch prompt an die Spitze gesetzt. Beeindruckt haben sie vor allem in der Offense und dort in erster Linie mit Homeruns. In jedem der sieben Spiele haben sie mindestens einen erzielt und stolze acht allein im Eröffnungsspiel – MLB-Rekord. Auch die San Diego Padres (4-3) hatten einen guten Start, insbesondere durch drei Siege aus der Auftaktserie gegen die Giants. Die Colorado Rockies (3-4) durften als einziges Team der Division noch nicht gegen die direkte Konkurrenz antreten. Sie starteten mit einem 2-2-Split gegen die Marlins, verloren dann zwei Spiele gegen die Rays, bevor ihnen ihr bislang überragender Starter German Marquez gestern einen 1:0-Sieg zum Abschluss der Serie ermöglichte. Am Wochenende erwarten die Rockies die Dodgers zum Heimauftakt in Coors Field.

American League
Die New York Yankees (2-4) hauchdünn vor den Boston Red Sox (2-5) – entweder so oder genau umgekehrt hatte man das in der American League East erwartet. Allerdings war die Erwartung eher nicht, dass es dabei um die Plätze vier und fünf der Division geht. Die Red Sox hatten bei ihren Niederlagen in Seattle und Oakland ungewohnt große Probleme, gegnerische Punkte zu verhindern. 45 zugelassene Runs sind die meisten in der AL und die zweitmeisten in der MLB. Die Yankees hingegen waren bei ihrem eigenen Scoring überraschend zurückhaltend – 20 Runs aus sechs Spielen sind zu wenig, vor allem gegen vermeintliche Nicht-Contender wie die Baltimore Orioles (4-2) und die Detroit Tigers. Man muss dazu sagen, dass die Yankees bislang mehr als jedes andere Team vom Verletzungspech verfolgt werden. Luis Severino, C. C. Sabathia, Dellin Betances, Aaron Hicks, Didi Gregorius und Jordan Montgomery standen von Anfang an nicht zur Verfügung, inzwischen kamen noch Giancarlo Stanton, Miguel Andujar und Troy Tulowitzki hinzu. Die positive Überraschung der Division sind außer den Orioles – denen ich eher vier Siege in einem Monat als vier Siege in einer Woche zugetraut hätte – die Tampa Bay Rays (5-2). Nur elf zugelassene Runs sind mit großem Abstand Spitze in der gesamten Liga und der erfolgreiche Start wurde nicht gegen Fallobst eingefahren, sondern gegen die Astros und die Rockies.

Die AL Central war zuletzt wegen der klaren Dominanz der Cleveland Indians (2-3) die langeweiligste Division der Liga. Meine Befürchtung war (und ist immer noch), dass das dieses Jahr so weitergeht, aber der Saisonstart macht Hoffnung auf mehr Spannung: Die Minnesota Twins (5-1) sind richtig gut in die Saison gekommen, unter anderem mit zwei Siegen gegen die Indians. Beim gestrigen 7:6-Comebacksieg gegen die Kansas City Royals (2-3) hatte Max Kepler einen großen Auftritt, indem ein Single von ihm im achten Innning zwei Runs zum Ausgleich über die Platte brachte. Auch die Detroit Tigers (4-3) gehören zu den positiven Überraschungen der ersten Woche, insbesondere aufgrund ihrer zwei Siege gegen die Yankees. Ein Run-Verhältnis von 12:17 weist allerdings darauf hin, dass auch ein bisschen Glück dabei mitgespielt hat, dass sie aktuell so gut dastehen.

Den Kavalierstart der Seattle Mariners (7-1) in die AL West kann man nicht mit Glück erklären. Nach der anstrengenden Tokio-Reise zur Saisoneröffnung gegen die Oakland Athleics (5-3) warteten mit den Red Sox und den Los Angeles Angels (1-5) ernstzunehmende Gegner auf die Mariners, aber die bescherten jedem ihrer Kontrahenten einen Fehlstart. Mit 56 Runs aus acht Spielen klickt vor allem die Offensive der Mariners. Die Pitcher machen ebenfalls einen soliden Job, allerdings gab es hier mit der Verletzung des Closers Hunter Strickland einen ersten Rückschlag. Ich glaube zwar nicht, dass der Höhenflug der Mariners von Dauer sein wird, aber mit den White Sox und den Royals als nächsten Gegnern könnte er schon noch eine Weile andauern. Außer den Mariners stehen auch die Texas Rangers (4-2) sowie die Athletics bei positiven Bilanzen und verweisen den Favoriten, die Houston Astros (2-5), bislang auf den vorletzten Platz. Die Astros treffen nun zum Heimauftakt auf die Athletics, anschließend gibt es von Montag bis Mittwoch das Duell der Enttäuschten gegen die Yankees.

Szene der Woche
Die Rückkehr des neuen Phillies-Stars Bryce Harper an seine alte Wirkungsstätte war mit großer Spannung erwartet worden. Würden die Fans in Washington ihren langjährigen Star mit freundlichem Applaus bedenken oder mit Ablehnung? Ich hätte mit Ersterem gerechnet, aber ich lag daneben: Er erhielt ein gewaltiges Konzert aus Buhrufen und Pfiffen. Harper „bedankte“ sich für den Empfang mit drei Hits, darunter ein monströser Homerun, sowie mit einem Batflip in Richtung des Dugouts der Nationals. Manchmal rostet alte Liebe verblüffend schnell.

Statistik der Woche 
102. So viele Spieler aus der Dominikanischen Republik finden sich auf den Opening-Day-Rostern der MLB-Teams (einschließlich Verletztenliste). Es ist das erste Mal, das zu einem Zeitpunkt mehr als 100 MLB-Spieler aus irgend einem anderen Land als den USA in der Liga aktiv sind. Die zweitgrößte Gruppe bilden übrigens Spieler aus Venezuela (68), alle anderen Länder sind mit weniger als 20 Spielern vertreten. Aus Europa sind es genau drei: der Litauer Dovydas Neverauskas, der Niederländer Didi Gregorius und natürlich Max Kepler.

Spiel der Woche
Es war schon wieder alles dabei in dieser ersten Woche der Saison: Comeback-Siege, Walkoffs, Extra-Inning-Geduldsspiele und vieles mehr. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Partie, der ich schon Wochen vorher entgegen gefiebert hatte: das Auftaktspiel zwischen den Washington Nationals und den New York Mets. Es war das erhoffte Duell zweier überragender Pitcher zwischen Jacob deGrom und Max Scherzer. Der Cy-Young-Gewinner und der Zweiplatzierte der Wahl aus 2018 lieferten ab – deGrom mit 6.0 IP, 5 Hits, 10 Strikeouts, 0 erlaubten Runs; Scherzer mit 7.2 IP, 2 Hits und 12 Strikeouts, aber auch mit den entscheidenden 2 erlaubten Runs. Dass diese beiden einzigen Runs des Spiels ausgerechnet auf das Konto der umstrittenen Neuverpflichtung der Mets, Robinson Cano, gingen, machte die Sache noch ein Stück interessanter. Übrigens hat sich deGrom nicht nur durch dieses Spiel schon früh für einen weiteren Cy-Young-Award in Stellung gebracht: Gestern Nacht ließ er in Miami 7 Innings mit weiteren 14 Strikeouts und erneut 0 zugelassenen Runs folgen – einen Homerun schlug er übrigens auch.

Mein Einschalttipp
Es stehen einige interessante Serien an, aber am spannendsten finde ich die zwischen den Chicago Cubs und den Milwaukee Brewers. Können die Brewers in der NL Central der Konkurrenz frühzeitig enteilen oder bügeln die Cubs ihren schwachen Start schnell wieder aus? Das Duell läuft von Freitag bis Sonntag, mein Einschalttipp ist aufgrund der günstigen Zeit das Sonntagsspiel um 20:10 Uhr unserer Zeit. Starting Pitcher werden Kyle Hendricks für Chicago und Zach Davies für Milwaukee sein.

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