Oktober 11th, 2018 by Silversurger

Ganz ehrlich: So richtig mitreißend war die Divisional-Runde – außer für glühende Anhänger eines der beteiligten Teams – dieses Jahr nicht. Es gab keinen einzigen Krimi über fünf Spiele, vielmehr machten alle vier Serien über weite Strecken einen unspektakulären und vorhersehbaren Eindruck.

Aber sehen wir es mal positiv: Den League-Championships, also quasi den Halbfinals um die Krone des Baseballs, kann der Verlauf der vorherigen Runde nur guttun. Zum einen dürfen wir wohl ziemlich sicher davon ausgehen, dass die vier verbliebenen Teams tatsächlich die besten sind, die die MLB derzeit zu bieten hat. Zum anderen ist durch die schnellen Divisionals gewährleistet, dass jedes von ihnen mindestens drei Tage Pause genießen kann. Alle vier werden somit gut vorbereitet, ausgeruht und vor allem mit voller Flexibilität hinsichtlich der Pitchereinsätze ins Rennen gehen.

American League
Am ehesten kam noch in der Serie zwischen den Boston Red Sox und den New York Yankees etwas Spannung auf – die Yankees konnten die erste Niederlage postwendend ausgleichen und in Spiel 4 (siehe „Spiel der Woche“) war für sie bis zum letzten Zentimeter des letzten Outs noch alles möglich. Aber dazwischen lag Spiel 3, das wohl als eine der einseitigen Playoff-Partien aller Zeiten gelten darf. 16:1 schlugen die Red Sox die Yankees in deren eigenem Stadion. Die Überlegenheit der Roten war so drückend, dass die New Yorker sich irgendwann nicht mal mehr zu schade waren, zum erst zweiten Mal in der MLB-Geschichte einen Positionsspieler pitchen zu lassen. Das allerdings machte die Sache noch schlimmer: Gleich den ersten Pitch von Catcher Austin Romine nutze Bostons Brock Holt zu einem Homerun, mit dem er den ersten Cycle in einem Playoff-Spiel überhaupt komplettierte.

Noch einseitiger als das Duell der Red Sox und der Yankees war die andere ALDS zwischen den überzeugenden Houston Astros und den sang- und klanglos enttäuschenden Cleveland Indians. Letztere wurden der Befürchtung gerecht, dass es sich bei ihnen um ein überschätztes Team handelte, dessen Saisonbilanz durch die vielen Spiele gegen schwache Divisionskonkurrenten aufgebläht war. 7:2, 3:1 und 11:3 wurden die Indianer abgefertigt von den Astros, die in jeder Hinsicht reif erscheinen, ihren Titel zu verteidigen.

Auf dem Weg dorthin müssen sie erstmal in der American League Championship Series (ALCS) an den Red Sox vorbei. Ich habe schon Äußerungen in der Richtung gelesen, dies sei dieses Jahr die eigentliche World Series. Das würde ich so nicht unterschreiben. Klar, die beiden Teams waren diese Saison weitaus dominierender als irgendeine Mannschaft aus der National League. Aber müssen die Top-Teams der NL schlechter sein, nur weil sie in einer ausgeglicheneren Liga gespielt haben? Ich denke nein, zumal die NL in den Interleague-Spielen dieses Jahr mit 158-142 zum ersten Mal seit Langem die Oberhand behalten hat.

National League
Die Divisionals der NL verliefen fast identisch mit denen der AL: Auch hier gab es einen 3:0-Sweep, in dem Fall zwischen den Milwaukee Brewers und den Colorado Rockies, deren „Rocktober“ nach 2:3, 0:4 und 0:6 ein jähes Ende fand.

Und auch hier endete die andere Serie 3:1 und machte selten den Eindruck, ein anderes Ende finden zu können als den Sieg der Los Angeles Dodgers. Es war im Endeffekt ein klarer Triumph der Erfahrung gegen den jugendlichen Eifer, mit dem die Atlanta Braves es dieses Jahr erstaunlich weit gebracht hatten. In der NLDS konnten sie nur ein Spiel knapp gestalten und letzten Endes auch 6:5 gewinnen, ansonsten waren sie den Dodgers mit 0:3, 0:6 und 2:6 nicht gewachsen.

In die NLCS gehen die Dodgers als Favorit – sie haben die schon erwähnte breite Postseason-Erfahrung und sie bieten auch die größeren Namen auf. Auf der anderen Seite stehen die Brewers mit ihrem sehr ausgewogenen Roster, mit dem sie derzeit eine Siegesserie von elf Spielen reiten – Spiel 163 und NLDS-Sweep inklusive.

Szene der Woche
Das erste Gastspiel der Atlanta Braves in den Playoffs seit fünf Jahren war zwar von relativ kurzer Dauer, aber für einen Glanzpunkt reichte es: Rookie Ronald Acuna Jr. brachte die Braves in Spiel 3 gegen die Dodgers auf den Weg zu ihrem einzigen Sieg durch einen Grand Slam im zweiten Inning. Der 20-Jährige wurde dadurch zum jüngsten Spieler, der je einen Grad Slam in der Postseason geschlagen hat. Die Erinnerung an diese Aktion wird nicht so schnell verblassen, jedenfalls nicht auf dem Unterarm einer gewissen Caitlin: Dorthin würde sie sich das Gesicht von Acuna tätowieren lassen, wenn er einen Grand Slam schlägt, hatte die Braves-Anhängern getwittert. Aus dem Versprechen kommt sie wohl nicht mehr heraus.

Statistik der Woche
211. Dies ist die zweithöchste Anzahl von Saisonsiegen, die je die Teams einer Postseason-Paarung gemeinsam erzielt haben. Mehr als die Red Sox (108 Siege) und die Astros (103) konnten nur die Teilnehmer der World Series 1998, die New York Yankees und die San Diego Padres, mit insgesamt 212 vorweisen.

Spiel der Woche
Spiel 4 zwischen den Red Sox und den Yankees sah zunächst aus wie die nahtlose Fortsetzung der Klatsche vom Vortag: Nach zwei scorelosen Innings ging Boston per Sacrifice Fly von J. D. Martinez in Führung und baute diese durch einen Double von Ian Kinsler, einen Single von Eduardo Nunez und einen Homerun von Christian Vazquez auf 4:0 aus. Die Yankees kamen erst im fünften Inning auf einen einzelnen Run, der zu wenig schien, um die Red Sox in Bedrängnis zu bringen. Zu sattelfest war das Pitching von Starter Rick Porcello und dem Bostoner Bullpen. In Letzterem hatte Ass Chris Sale einen Gastauftritt mit einem perfekten achten Inning. Zum Ende wurde es dann aber doch noch spannend. Closer Craig Kimbrel lud die Bases und ließ per Hit-by-Pitch gegen Neil Walker sowie Sac-Fly von Gary Sanchez den Vorsprung auf einen einzigen Run schmilzen. Mit zwei Outs und zwei Baserunnern war es der Defense von 3B Nunez und 1B Steve Pearce zu verdanken, dass Gleyber Torres haarscharf das entscheidende Out ereilte.

Mein Einschalttipp
Der Einschalttipp soll dabei helfen, in der Flut von MLB-Spielen die interessantesten herauszupicken. Inzwischen sind wir längst in den Tagen des Jahres angekommen, in denen sich die Flut auf natürliche Weise gelichtet hat und die Empfehlung nur lauten kann, jedes der verbleibenden Spiele anzuschauen – sei es live, zeitversetzt oder auch nur als Zusammenfassung. Einen Bonustipp habe ich aber doch: Wagt doch mal den Blick über die MLB hinaus, denn auch in Deutschland wird sehenswerter Baseball gespielt und manchmal gibt es davon sogar Liveübertragungen. Am Samstag und – falls nötig – am Sonntag duellieren sich in Bonn die Capitals und die Heidenheim Heideköpfe um die Entscheidung der Deutschen Meisterschaft. Spielbeginn ist jeweils um 13 Uhr, auf baseball-bundesliga.de findet man den Link zum Livestream. Heidenheim führt nach den beiden Heimsiegen vom vergangenen Wochenende die Serie mit 2:1 an und benötigt somit nur noch einen Sieg zur Meisterschaft. Bonn muss beide Spiele gewinnen, um den Traum vom ersten Titel der Vereinsgeschichte wahr werden zu lassen.

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August 13th, 2018 by Silversurger

Ich kann nicht behaupten, ein Fan des neuen Modus sein, nach dem die Baseball-Bundesliga dieses Jahr zum ersten Mal spielt. Sowohl die letztes Jahr erst eingeführte Interleague-Runde als auch die Playoff-Viertelfinals wurden abgeschafft und durch eine längliche Zwischenrunde ersetzt. In dieser bleiben Nord und Süd wie in der regulären Saison streng voneinander getrennt, und am Ende ziehen nur die Erst- und Zweitplatzierten der beiden Ligateile in die verkürzten Playoffs ein. Meine Befürchtung war, dass in weiten Teilen der Liga sehr früh Langeweile einkehrt, weil es für viele Teams wochen- oder gar monatelang quasi um nichts mehr geht. In Teilen hat sich diese Befürchtung bewahrheitet, aber zum Glück sind am vergangenen Wochenende fast alle Spiele genau so ausgegangen wie sie ausgehen mussten, um doch noch einiges an Spannung zu erhalten.

Sechs Spiele hat jeder noch zu absolvieren (Köln und Hamburg zudem noch ein Nachholspiel) und nur von drei der 16 Bundesligisten kann man behaupten, dass das Jahr für sie komplett gelaufen ist: Die Dohren Wild Farmers (17-17) haben keine realistische Chance mehr auf das Halbfinale, während die Hamburg Stealers (16-17) und die Mannheim Tornados (21-13) in den Abstiegsrunden so weit vorne stehen, dass ihnen nichts mehr passieren kann. Ein bisschen langweilig ist es auch ganz oben in der Tabelle, denn für die Bonn Capitals (34-0) und die Heidenheim Heideköpfe (27-7) sind die Playoffs längst gebucht. Ziele, für die es sich zu kämpfen lohnt, gibt es aber dennoch: Die Capitals werden alles daran setzen, ihre perfekte Saison zu vollenden, und die Heideköpfe brauchen noch einen Sieg, um sich Platz eins und damit einen vermutlich angenehmeren Halbfinalgegner zu sichern.

Der wirklich spannende Bereich der Liga ist der Kampf um die beiden zweiten Halbfinalplätze. Im Norden sind die Solingen Alligators (22-12) den Untouchables Paderborn (23-11) ganz nah auf die Pelle gerückt, indem sie am Wochenende in zwei spannenden Spielen die Wild Farmers sweepten, während Paderborn die beiden erwarteten Niederlagen gegen Bonn kassierte. Am Samstag kommt es zum möglicherweise vorentscheidenden Doubleheader zwischen Solingen und Paderborn.

In der Südstaffel der Bundesliga balgen sich mit den Regensburg Legionären (22-12), den Haar Disciples (21-13) und den Mainz Athletics (20-14) noch drei Teams um den zweiten Platz. Dafür, dass sich jetzt so ein interessantes Bild bietet, sorgten am Wochenende drei hautenge Comeback-Siege: Die Disciples drehten ein 0:3 gegen Heidenheim zum 4:3-Erfolg, die Mainzer überwanden gegen Regensburg gleich zwei Rückstände. Im ersten Spiel lagen die Athletics 0:2 zurück und gewannen am Ende 3:2, im zweiten stand es bis ins siebte Inning hinein gar 3:11, bevor die A’s das scheinbar Unmögliche möglich machten – sie glichen auf 11:11 aus, gerieten im neunten Inning erneut mit zwei Runs in Rückstand und siegten am Ende per Walkoff mit 14:13. Der große Held dieses Wunders von Mainz war Lennard Stöcklin: In Spiel eins gewann der umgeschulte Infielder das erste Complete Game seiner noch jungen Pitcher-Karriere und in Spiel zwei war ausgerechnet er es, der den siegbringenden Hit für die Mainzer erzielte – zu dem es freilich nur deshalb kommen konnte, weil seine Teamkameraden in der Aufholjagd sage und schreibe fünf Homeruns vorgelegt hatten.

Haar und Mainz haben fantastische Leistungen gebracht, um die Spannung im Playoff-Rennen zu erhalten, doch beide stehen immer noch mit dem Rücken zur Wand vor dem anstehenden Doppelspieltag der A’s gegen Heidenheim und der Disciples gegen Regensburg – nicht nur wegen des Tabellenstands, sondern auch, weil beide nach Verletzungen und Abgängen nur noch äußerst dünn mit Pitchern besetzt sind.

Auch im Abstiegskampf der Bundesliga sind noch einige Entscheidungen offen. Die Cologne Cardinals (11-22) haben beim Split gegen die Bremen Dockers (7-27) die Gelegenheit verpasst, ihren Kopf endgültig aus der Schlinge zu ziehen. Das wollen sie nun beim Schlusslicht Berlin Flamingos (5-29) nachholen, was die Bremer wohl mit gemischten Gefühlen betrachten würden: Einerseits wäre dadurch ihre theoretische Möglichkeit auf den direkten Klassenerhalt verloren, andererseits würde es ihre Chancen verbessern, sich wenigstens in die Relegationsspiele zu retten.

Im Süden haben die Stuttgart Reds (10-24) am Wochenende zwei deutliche Siege gegen die Ulm Falcons (6-28) errungen. Das sichert den Reds eine günstige Ausgangsposition vor dem direkten Duell mit dem Tabellennachbarn Saarlouis Hornets (9-23). Zwischen den beiden geht es hauptsächlich um den Relegationsplatz, während Ulm bereits mit einem Bein in der zweiten Liga steht. Zu allem Überfluss müssen die Falcons als nächstes gegen die übermächtig erscheinenden Tornados antreten. Aber vielleicht sind die ja doch nicht so übermächtig oder jedenfalls nicht mehr hundertprozentig motiviert – gegen die Hornets kamen sie zuletzt jedenfalls nicht über einen Split hinaus.

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Juni 12th, 2018 by Silversurger

Während in der MLB erst ein gutes Drittel der Spiele absolviert ist, tritt die Baseball-Bundesliga bereits in ihre heiße Phase ein. 20 bis 22 Partien hat jeder Bundesligist schon hinter sich, am 7. Juli werden es 28 und die reguläre Saison damit beendet sein. Spätestens dann steht fest, welche jeweils vier Teams im Norden und im Süden in die Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft einziehen, während die restlichen jeweils vier die Abstiegsrunde spielen müssen.

Hinsichtlich der anstehenden Entscheidungen stellen sich die beiden Ligateile zurzeit sehr unterschiedlich dar. Im Norden sind kaum noch Fragen offen: Die Bonn Capitals sind eine Klasse für sich mit einer Bilanz von 22-0. Als weitere Teilnehmer der Zwischenrunde stehen die Dohren Wild Farmers (16-6) bereits fest und auch die Paderborn Untouchables (14-8) und die Solingen Alligators (13-9) sind so gut wie sicher dabei. In der Abstiegsrunde wird man dementsprechend die Hamburg Stealers (9-13), die Cologne Cardinals (5-15), die Berlin Flamingos (4-16) und die Bremen Dockers (3-19) sehen. Ganz uninteressant sind die letzten Spieltage deswegen aber nicht: Am kommenden Wochenende wird es zum Beispiel zwischen Paderborn und Dohren sowie zwischen Bremen und Berlin darum gehen, möglicherweise entscheidende Weichen für die Folgerunden zu stellen.

Die Teams nehmen nämlich in die Meisterschafts- und Abstiegsrunden alle Ergebnisse mit, die sie in der regulären Saison gegen die anderen drei Teilnehmer erzielt haben. Gegen jeden davon spielen sie dann einen weiteren Doppelspieltag. Danach tragen die Erst- und Zweitplatzierten der Meisterschaftsrunden zwischen Nord und Süd die Halbfinalspiele und schließlich das Finale um die Deutsche Meisterschaft aus. Aus den Abstiegsrunden steigt jeweils der Letzte direkt ab und der Vorletzte muss in die Relegation.

In der Bundesliga Süd geht es weitaus spannender zu als in der Nordstaffel, denn hier ist noch fast gar nichts entschieden. Die Heidenheim Heideköpfe (19-3) hatten zunächst einen ähnlich dominanten Start wie im Norden die Bonner. Doch am Fronleichnamswochenende setzte es in drei Spielen zwei Niederlagen und plötzlich spürt Heidenheim den Atem der Regensburg Legionäre (17-5) im Nacken. Eben diese Legionäre gastieren am kommenden Wochenende in Heidenheim und könnten sich mit zwei Siegen eine geteilte Tabellenführung erstreiten. Im Mittelfeld der Tabelle ist es ein noch heißeres Rennen, denn mit den Haar Disciples (14-8), den Mannheim Tornados (13-9) und den Mainz Athletics (11-9) wetteifern drei gleich gute Teams um zwei Plätze in der Meisterschaftsrunde. Zurzeit belegen die Athletics den undankbaren fünften Platz, aber sie haben ihr Schicksal selbst in der Hand, denn ihr Restspielplan sieht noch je zwei Spiele gegen Haar und Mannheim vor.

Wer von diesen dreien am Ende auf Rang fünf steht, muss an der Abstiegsrunde teilnehmen, wird sich dort aber nicht allzu viele Sorgen machen müssen. Denn mit den Saarlouis Hornets (4-16), den Stuttgart Reds (4-18) und den Ulm Falcons (4-18) stehen auch im unteren Bereich der Tabelle drei Teams gleichauf und diese drei werden es sein, die den Abstieg realistischerweise unter sich ausmachen.

Nicht ganz unerwähnt lassen möchte ich, dass am vergangenen Wochenende zwei Europapokalwettbewerbe stattgefunden haben, in denen die deutschen Vertreter durchaus beachtliche Ergebnisse erzielten. Die Heidenheim Heideköpfe spielten als Deutscher Meister im European Champions Cup in Rotterdam. Sie verpassten zwar knapp das Halbfinale, fuhren aber Siege gegen die Vertreter der italienischen Liga, A.S.D. Rimini (3:1) sowie T&A San Marino (6:5) ein. Die Heideköpfe haben damit nicht nur einen Achtungserfolg erzielt, sondern auch den deutschen Startplatz für diesen Wettbewerb im nächsten Jahr gesichert. Den Pokal gewann das Heimteam Curaçao Neptunus Rotterdam.

Gleichzeitig waren die Bonn Capitals im tschechischen Ostrava beim Turnier um den CEB-Cup dabei. Ein 7:3-Halbfinalsieg über die Gastgeber brachte Bonn die Finalteilnahme. Im Endspiel unterlag man dann knapp mit 0:2 dem belgischen Meister Borgerhout Squirrels.

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Mai 23rd, 2018 by Silversurger

Heute möchte ich mal ein paar Möglichkeiten vorstellen, wie ihr Baseball in Deutschland verfolgen könnt. Wenn der Verein, der euch interessiert, in der Bundesliga spielt, ist das ganz einfach und die meisten der Optionen sind sicher bekannt: Zentrale Anlaufstelle ist die Homepage der Baseball-Bundesliga, auf der ihr Ergebnisse, Tabellen, umfassende Spielberichte und Hintergrundartikel findet sowie an Spieltagen auch die aktuellen Zwischenstände sowie Links zu etwaigen Audio- und Videoübertragungen und zum Liveticker auf Gamechanger. Neu seit diesem Jahr ist, dass es auch einen offiziellen Podcast der Baseball-Bundesliga gibt: Tim Collins, den man vor allem von seinen Übertragungen der Haar Disciples auf Eurobaseball-TV kennt, sowie Andreas Thies von meinem Lieblings-Podcast Just Baseball berichten mehr oder weniger regelmäßig in Beiträgen von rund einer halben Stunde auf meinsportradio.de über die höchste deutsche Liga. Zur Bundesliga sowie zur Zweiten Bundesliga und zur Softball-Bundesliga gibt es auch eine Statistikseite mit vielen interessanten Daten, wenngleich diese leider meistens ein, zwei Wochen hinter dem aktuellen Rand zurück liegen.

Etwas schwieriger wird es, wenn euer Verein in einer niedrigeren Spielklasse zu Hause ist und/oder euch auch die Ergebnisse beispielsweise der Nachwuchsmannschaften interessieren. Bislang musste man in dem Fall entweder hoffen, dass die Vereine selbst auf ihren Homepages oder Social-Media-Kanälen aktuelle Infos zur Verfügung stellen, oder man musste sich durch die diversen Homepages der regionalen Baseballverbände klicken. Diese Arbeit nimmt jetzt eine sehr nützliche App ab, die ich kürzlich für mich entdeckt habe und die ich dringend weiterempfehlen möchte: Sie heißt „Mein Baseball Club“ und ist sowohl im Play-Store für Android als auch über iTunes für Apple erhältlich. Die Bedienung der App ist denkbar einfach: Man wählt im ersten Schritt seinen Verein aus und im zweiten Schritt, über welche Mannschaften dieses Clubs man informiert werden möchte – zur Auswahl steht alles von Schülern bis Senioren, sowohl Baseball als auch Softball.

Teamauswahl in „Mein Baseball Club“

Nun kann man regelmäßig die aktuellen und früheren Spielergebnisse sowie Tabellenstände abrufen, auf Wunsch erhält man Neuigkeiten auch als Push-Message. Zusätzlich zu dem gewählten Club kann man noch fünf Ligen festlegen, über die man ebenfalls Meldungen erhalten möchte. Wenn man auf eines der Ergebnisse klickt, erfährt man die offizielle Spielnummer, wer die Umpires und Scorer waren und man kann das Scoresheet herunterladen, sofern es zur Verfügung gestellt wurde.

Darstellung von Ergebnissen in „Mein Baseball Club“

„Mein Baseball Club“ ist eine kleine, aber extrem nützliche App. Meine einzigen Kritikpunkte sind, dass man (neben den erwähnten fünf Zusatz-Ligen) immer nur einen Club auswählen kann und dass manchmal völlig unvermittelt Werbung aufpoppt. Das ist an sich nichts Verwerfliches, aber da es sich oft um Spots mit Ton handelt, traue ich mich kaum, die App zu nutzen, während ich mich im öffentlichen Raum aufhalte. Was mich betrifft, wäre ich gerne bereit, ein paar Euro für eine werbefreie Premium-Version zu bezahlen.

Bevor jemand fragt: Nein, ich bekomme nichts dafür, dass ich hier Werbung für „Mein Baseball Club“ sowie für die anderen genannten Seiten mache. Ich bin einfach nur froh, dass es diese Angebote gibt und möchte meine Begeisterung mit euch teilen.

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April 23rd, 2018 by Silversurger

Das Schöne an der Baseball-Bundesliga in diesem Jahr ist, dass jeder jeden schlagen kann. Zugegeben, das klingt nach einem Allgemeinplatz, für den man in gewissen Fußballsendungen eine Zahlung ins Phrasenschwein leisten muss. Aber es ist wahr und es ist wirklich eine Neuigkeit. Denn leider war es in der Vergangenheit allzu oft so, dass in jeder der beiden Liga-Staffeln eine Zwei- bis Drei-Klassen-Gesellschaft herrschte, in der Spiele meistens nur dann spannend waren, wenn Spitzenteams auf Spitzenteams und Kellerteams auf Kellerteams trafen.

Dieses Jahr ist es anders: Im Norden gibt es zwei Mannschaften, die bislang zwar nur je einen Sieg geholt haben, doch diesen einen Sieg haben die Hamburg Stealers (1-5) gegen die Solingen Alligators (6-2) eingefahren und die Bremen Dockers (1-7) gegen die Paderborn Untouchables (3-3), also gegen Teams, die eigentlich immer oben mitspielen. Ähnlich sieht es im Süden aus, wo am Wochenende die Stuttgart Reds (2-6) den Mainz Athletics (5-3) ein Spiel abgenommen haben und Aufsteiger Ulm Falcons (2-6) den Regensburg Legionären (5-3). Die Saarlouis Hornets (2-6) waren ganz nah dran am Überraschungssieg gegen den Deutschen Meister Heidenheim Heideköpfe (7-0), als sie am Samstag nach fünf Innings 12:9 führten, am Ende aber doch mit 12:16 den Kürzeren zogen.

Vom Record her unantastbar erscheinen bislang nur die beiden Vorjahresfinalisten Heidenheim und Bonn Capitals (8-0). Doch auch diese beiden sind schlagbar und zwar nicht nur durch Solingen oder Regensburg – für Heidenheim hat dies das schon erwähnte Spiel gegen Saarlouis gezeigt, für Bonn vor allem eine Partie letzte Woche, in der sie erst im elften Inning einen 2:1-Walkoff nach 0:1-Rückstand gegen Hamburg erreichten.

Auch wenn bei den immer noch reinen Westen der beiden Spitzenklubs also etwas Glück dabei war, sind diese beiden auf jeden Fall klare Favoriten auf den erneuten Playoff-Einzug. Hinter Bonn und Heidenheim wird es dann schon eng, denn bekanntlich schaffen es dieses Jahr nur zwei Teams je Staffel in die Postseason, welche nach regulärer Saison und Zwischenrunde nur noch aus Halbfinale und Finale besteht. Im Norden hat sich Solingen im Rennen um den zweiten Playoff-Platz schon etwas abgesetzt, im Süden sind Regensburg, Mainz sowie die Haar Disciples (4-3) und die Mannheim Tornados (4-4) noch sehr eng beisammen.

Das kommende Wochenende bringt wieder ein paar hochinteressante Begegnungen mit sich. Besonders gespannt bin ich, wie sich im Norden der gut gestartete Aufsteiger Berlin Flamingos (4-4) beim Doubleheader in Bonn schlägt und ob sich im Süden die Meister von 2016 und 2017, Mainz und Heidenheim, wieder so legendäre Schlachten liefern wie so oft in den letzten Jahren.

Wer keine Gelegenheit hat, einen der Ballparks zu besuchen, der kann viele der Spiele per Videostream verfolgen (in der Regel die aus Bonn, Solingen, Regensburg, Haar und Berlin) und ein paar weitere (z. B. aus Mainz) per Audiostream. Einen Liveticker für alle Spiele der Baseball-Bundesliga gibt es auf GameChanger. Dafür reicht es, einen kostenlosen Account anzulegen, weitergehende Features wie z. B. Saisonstatistiken sind hingegen nur im kostenpflichtigen Abo enthalten. Das ist schade, vor allem weil die offizielle Statistikseite der Bundesliga leider selten aktuell ist und man somit kaum Möglichkeiten hat, die Stärken und Schwächen der Teams anhand von Zahlen tiefer zu analysieren.

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März 31st, 2018 by Silversurger

Nach dem Opening Day der MLB ist vor dem Opening Day der Bundesliga: Zwei Tage nach den amerikanischen Vorbildern startet heute auch die höchste deutsche Baseball-Spielklasse in die neue Saison. Ein kompletter Doppelspieltag über das Osterwochenende sollte den Auftakt in das Bundesligajahr 2018 bilden, leider mussten aber die Partien zwischen Köln und Hamburg wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Sie werden wahrscheinlich an Pfingsten nachgeholt.

Der Austragungsmodus der Bundesliga hat sich gegenüber der Vorsaison erneut geändert: Die erst letztes Jahr eingeführte Interleague-Runde zwischen Nord und Süd wurde leider schon wieder abgeschafft. Stattdessen folgt auf die reguläre Runde mit Hin- und Rück-Doppelspieltagen innerhalb der Gruppen nun eine Zwischenrunde. In dieser treten die ersten vier Teams der jeweiligen Staffel erneut in Doppelspieltagen zu Hause und auswärts gegeneinander an. Erst dann folgen die Playoffs, für die sich nur der Meister und der Vizemeister aus dem Norden und dem Süden qualifizieren. Die Teams aus der Nord- und der Südgruppe sehen sich somit erstmals im Halbfinale. Der Umfang der Saison ändert sich nicht nennenswert: Es sind wie bisher 28 Spiele reguläre Saison und dann 14 Spiele Zwischenrunde statt bisher 12 Interleague-Spielen plus Viertelfinale, welches jetzt wegfällt. Die letzten vier der jeweiligen Liga spielen als  Playdowns ebenfalls eine weitere Hin- und Rückrunde untereinander, an deren Ende ein Absteiger und ein Relegationsteilnehmer feststehen.

Für eine Vorschauserie mit Vorstellung aller Mannschaften, wie ich sie für die MLB-Teams geschrieben habe, fehlen mir in Bezug auf die Bundesliga leider sowohl die Zeit als auch das Wissen. Aber ich verweise gern auf die offizielle Seite der Liga, die eine solche Serie zu bieten hat. Ich fühle mich von den dortigen Artikel gut vorbereitet auf die neue Bundesligasaison und kann nur empfehlen, die Links in den folgenden Absätzen zu nutzen.

In der Bundesliga Nord gibt es dieses Jahr gleich zwei Neulinge, die Bremen Dockers und die Berlin Flamingos. Sie ersetzen zum einen Absteiger Dortmund und füllen zum anderen den mehrere Jahre lang vakanten achten Startplatz der Liga wieder aus. Die Favoriten im Norden dürften wie bisher die Bonn Capitals und die Solingen Alligators sein. Zuletzt waren die Bonner dreimal hintereinander Nordmeister und ohne Zweifel wäre für sie auch dieses Jahr alles andere als der Titel eine Enttäuschung. Der letztjährige Neuling Dohren Wild Farmers möchte nach seiner überraschend guten Debütsaison erneut vorne mitmischen, was auch das Ziel der Paderborn Untouchables und der Hamburg Stealers ist. Die letztes Jahr nur knapp dem Abstieg entronnenen Cologne Cardinals hingegen wären sicher bereits froh, zumindest einen der beiden Aufsteiger hinter sich zu lassen.

Im Süden ist die Leistungsdichte an der Spitze traditionell höher als in der Bundesliga Nord. Der amtierende Deutsche Meister Heidenheim Heideköpfe, dessen Vorgänger Mainz Athletics sowie die finanziell und infrastrukturell führenden Regensburg Legionäre machen sich allesamt berechtigte Hoffnungen, am Ende vorne zu stehen. Die München-Haar Disciples, die Mannheim Tornados und die Stuttgart Reds können ohne Weiteres in einem guten Jahr in die Spitzengruppe vorstoßen. Überraschungen sind im Sport immer möglich, aber es wäre schon eine sehr große, wenn der Abstieg nicht zwischen den Saarlouis Hornets und den frisch aufgestiegenen Ulm Falcons ausgemacht würde.

Verfolgen kann man alle Spiele der Baseball-Bundesliga per Liveticker auf GameChanger, ein paar wenige auch als Radio- oder TV-Stream. Die entsprechenden Links finden sich dann immer auf der Homepage der Liga. Der Königsweg ist und bleibt aber natürlich der Besuch im Ballpark. Lasst euch dort mal blicken, es lohnt sich.

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Oktober 15th, 2017 by Silversurger

Die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft im Baseball erstreckte sich über die volle Anzahl von fünf Spielen, aber am Ende war das Resultat doch eindeutig: Mit 8:1 holten sich die Heidenheim Heideköpfe einen nie gefährdeten Sieg gegen die Bonn Capitals und sind damit nach 2009 und 2015 zum dritten Mal Deutscher Meister.

Man kann nur herzlich gratulieren und neidlos anerkennen, dass der Titel völlig verdient in Heidenheim gelandet ist: Die Heideköpfe haben souverän die Südmeisterschaft gewonnen, sie haben ebenso souverän die Interleaguerunde gewonnen und auf den letzten Etappen haben sie zuerst den Titelverteidiger Mainz Athletics und dann den Nordmeister Bonn Capitals bezwungen. Anders formuliert: Sie haben sich allen denkbaren Herausforderungen gestellt und jede davon gemeistert.

Der Held des entscheidenden Spiels war Clayton Freimuth. Der Pitcher, der zuletzt meistens als Reliever für die letzten Innings verwendet worden war, bekam dieses Mal den Start und ging über die volle Distanz, in der er nur drei Hits zuließ und zwölf Strikeouts verbuchte. Die offensiven Highlights setzten Mitch Nilsson und Shawn Larry mit je einem Homerun für Heidenheim.

Für die Bonn Capitals lief an diesem Tag nicht viel zusammen, aber über die gesamte Saison betrachtet ist auch die Leistung des Nord- und Vizemeisters aller Ehren wert. Die erste Deutsche Meisterschaft der Capitals war in greifbarer Nähe und angesichts ihrer Dominanz in der Nordstaffel ist wohl fest davon auszugehen, dass mit den Bonnern auch in den nächsten Jahren zu rechnen ist.

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Oktober 13th, 2017 by Silversurger

Bei all der Spannung und Dramatik um die MLB-Playoffs – die Chicago Cubs haben heute Morgen als letztes die Championship-Serie erreicht – wollen wir nicht vergessen, dass auch in Deutschland Baseball gespielt wird. Es steht zwar nur noch ein einziges Spiel an, aber es ist das wichtigste des Jahres: Spiel fünf der Best-of-Five-Serie um die Deutsche Meisterschaft.

Am Samstag um 14 Uhr empfangen die Heidenheim Heideköpfe die Bonn Capitals. Anders als an den beiden vorherigen Wochenenden wird es dieses Mal keine Siegteilung geben. Einer gewinnt und ist damit Deutscher Meister.

Die Capitals können im Pitching auf Sascha Koch, Maurice Wilhelm und Max Schmitz setzen, auf den verletzten Marcus Solbach müssen sie verzichten. Heidenheim baut voraussichtlich auf Ricky Torres und Clayton Freimuth. Am Schlag bieten sowohl der Nord- als auch der Südmeister die beste Offensive ihrer jeweiligen Liga auf.

Außer im Heidenheimer Ballpark kann man das Spiel als Videostream von Legionäre TV auf Youtube sowie im Livescoring auf Gamechanger verfolgen.

Bereits gefallen sind übrigens die Auf- und Abstiegsentscheidungen: Dass die Bad Homburg Hornets aus der Bundesliga Süd ab- und dafür die Ulm Falcons aufsteigen, steht schon länger fest, ebenso der Aufstieg der Berlin Flamingos in die Bundesliga Nord. Neu ist, dass auch die Bremen Dockers zukünftig die Bundesliga Nord bereichern werden, während die Dortmund Wanderers den Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen. Die Ergebnisse der Relegationsserie zeigen mal wieder, wie verrückt Baseball manchmal sein kann: Das Hinspiel in Dortmund gewannen die Wanderers mit 24:0, im Rückspiel siegte Bremen 3:2 nach zwölf Innings und behielt auch in der entscheidenden Partie mit 6:1 die Oberhand.

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September 26th, 2017 by Silversurger

Die Heidenheim Heideköpfe und die Bonn Capitals spielen an den kommenden zwei bis drei Wochenenden den Deutschen Meister im Baseball aus. Somit treffen im Finale der Südmeister und der Nordmeister der regulären Saison aufeinander.

Beide Teams haben die Höchstzahl von fünf Spielen gebraucht, um sich ihrer Halbfinalgegner zu entledigen, beide hinterließen aber im Endeffekt keinen Zweifel, dass sie den Finaleinzug verdient haben. Bonn überzeugte gegen München-Haar vor allem mit enorm starkem Pitching und gewann alle drei Spiele, in denen die Bayern nicht auf ihr eigenes Pitcher-Ass Ryan Bollinger zurückgreifen konnten. Heidenheim besiegte Mainz vor allem mit starker Offensive, wobei auch eine Rolle spielte, dass es den Athletics in den Spielen vier und fünf an gesunden und erfahrenen Pitchern mangelte.

Vom Saisonverlauf her ist es schwer, einen Favorit auszumachen: Beide Teams gewannen ihre Staffel der Baseball-Bundesliga deutlich und von den beiden direkten Aufeinandertreffen in der Interleague-Runde gewann jedes Team eines. In den anderen Interleague-Spielen überzeugten die Heideköpfe etwas mehr als die Capitals, dafür haben diese sich inzwischen mit USA-Rückkehrer Markus Solbach noch einmal deutlich verstärkt.

Die Erfahrung aus den letzten Jahren spricht eher für die Heideköpfe – neun der letzten zehn Meisterschaften gingen an den Süden, zwei davon nach Heidenheim, das in diesem Zeitraum zwei weitere Male im Finale stand. Für die Capitals hingegen wird es die erste Endspielteilnahme seit 1999, als sie den Paderborn Untouchables unterlagen.

Ich denke und hoffe, dass das Finale genauso spannend wird wie die beiden Halbfinal-Runden. Die ersten beiden Partien finden am kommenden Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr in Heidenheim statt, am Wochenende danach stehen in Bonn die Spiele drei und vier an, ebenfalls um 14 Uhr am Samstag und am Sonntag. Falls ein Spiel fünf notwendig wird, so geht es dafür am 14. Oktober wieder nach Heidenheim. Besuchen werde ich voraussichtlich keines der Spiele; zu einer solchen Reise fehlt mir nach dem Ausscheiden meiner Mainzer Lieblinge ein bisschen der innere Antrieb. Aber ich werde alle Möglichkeiten nutzen, die Spiele aus der Ferne zu verfolgen. Zu diesen Möglichkeiten gehört mindestens das Live-Scoring auf Gamechanger, vermutlich aber auch ein Radiostream auf meinsportradio.de und vielleicht sogar ein Videostream. Auf der Seite der Baseball-Bundesliga wird man das rechtzeitig erfahren.

Nachtrag: Das mit dem Videostream hat sich geklärt, schaut euch einfach Jochens hilfreichen Kommentar unter diesem Artikel an!

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September 18th, 2017 by Silversurger

Man kann es nicht oft genug sagen: Besucht die heimischen Ballparks, da wird sehr guter Baseball gespielt – natürlich nicht ganz auf MLB-Niveau, aber mit genauso viel Herzblut und Leidenschaft. Zugegeben, in manchen Begegnungen während der regulären Saison ist das Leistungsgefälle leider sehr hoch. Aber spätestens in den Playoffs, wenn die Créme des Bundesliga-Baseballs unter sich ist, geht es regelmäßig extrem spannend zu.

Im Viertelfinale war dieses Jahr vor allem ein Duell heiß umkämpft, nämlich das zwischen den beiden Erzrivalen des Nordens, den Bonn Capitals und den Solingen Alligators. Favorit Bonn hatte in seinen Heimspielen mit zwei Siegen vorgelegt, doch die Solinger konnten die Best-of-Five-Serie in ihren beiden Heimspielen drehen. Da das Regenwetter an dem betreffenden Wochenende nicht mehr als diese zwei Spiele erlaubte, mussten die Capitals und die Alligators am eigentlichen Halbfinal-Wochenende nachsitzen: Am vergangenen Samstag spielten sie in Spiel fünf zunächst ihren Sieger aus – die Capitals behielten dank eines Galauftritts von Pitcher Sascha Koch (Complete Game, 3 Hits, 1 Run) mit 6:1 die Oberhand –, der dann gleich am Sonntag seine Heimspiele im Halbfinale gegen die München-Haar Disciples austragen musste.

Die Disciples, die sich mit 3:1 Siegen über Paderborn ins Halbfinale gespielt hatten, gerieten im ersten Spiel in Bonn mit 0:10 sehr deutlich unter die Räder, revanchierten sich aber im zweiten Teil des Doubleheaders mit einem 7:4-Sieg. Haars Star-Pitcher Ryan Bollinger sorgte mit 14 Strikeouts in sieben Innings mal wieder für anerkennendes Staunen, allerdings ließ er auch untypische vier Runs zu. In beiden Spielen gab es eine frühe Vorentscheidung durch je ein großes Inning des späteren Siegers: sechs Runs für die Capitals im dritten Inning des ersten, fünf Runs für die Disciples im zweiten Inning des zweiten Spiels. Für das kommende Wochenende ist in diesem Duell alles offen. Es wird in Haar mindestens zwei Spiele geben (Samstag, 14 Uhr, und Sonntag, 13 Uhr) und falls nötig das entscheidende fünfte Spiel direkt im Anschluss.

Genauso sieht es zwischen den Mainz Athletics und den Heidenheim Heideköpfen aus: Auch im Duell des Deutschen Meisters von 2016 und des Spitzenreiters der regulären Saison 2017 steht es 1:1. Die Heideköpfe setzten sich am Samstag mit 5:2 durch, am Sonntag gelang den Athletics ein 3:2-Auswärtssieg. Die Partien drei und vier finden am Samstag (16 Uhr) und Sonntag (13 Uhr) in Mainz statt. Auch hier wird nötigenfalls direkt im Anschluss an das vierte Spiel noch das fünfte ausgetragen. Als Sympathisant der Athletics hoffe ich, dass es dazu nicht kommen wird, denn die Mainzer sind dieses Jahr mit Pitchern leider recht dünn besetzt. Die beiden Starter Tim Stahlmann und Riley Barr müssen sich in Deutschland vor niemandem verstecken, doch drei Spiele an einem Wochenende würden zwangsläufig zu einer Notlösung führen. Mit dem jungen Yannic Wildenhain und „Umschüler“ Lennard Stöcklin sind noch zwei gute Leute vorhanden, aber beide sähe ich lieber in zwei, drei Relief-Innings denn als Starter.

Auch um Auf- und Abstieg wird übrigens noch gerungen, jedenfalls in der Bundesliga Nord. Da anstatt der vorgesehenen acht Teams zuletzt nur sieben Mannschaften mitspielten, wird es aus den zweiten Ligen einen direkten Aufsteiger geben und einen weiteren Kandidaten, der gegen den Verlierer der Bundesliga-Playdowns, die Dortmund Wanderers, eine Relegationsserie spielt. Die besten Karten haben dabei die Berlin Flamingos. Sie haben das Glück, dass der eigentliche Split gegen die Bremen Dockers in zwei Siege für Berlin umgewandelt wurde, nachdem Bremen versehentlich einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte. Die Flamingos dürften nun – wenn ich nichts übersehe oder falsch interpretiere – als Direktaufsteiger feststehen. Am Samstag ab 12 Uhr hat Bremen gegen die Neunkirchen Nightmares Gelegenheit, den Lapsus auszubügeln und zumindest noch in die Relegation einzuziehen. Neunkirchen würde dafür ein Split reichen.

Im Süden ist die Entscheidung bereits gefallen: Die Bad Homburg Hornets müssen, nachdem die Playdowns äußerst knapp mit 2:3 Siegen gegen Vorjahresaufsteiger Saarlouis verloren wurden, den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Ihren Platz in der Bundesliga nehmen die Ulm Falcons ein. Die eigentlich auch im Süden vorgesehene Qualifikationsrunde entfiel, weil alle anderen dazu berechtigten Kandidaten auf die Möglichkeit zum Aufstieg verzichteten.

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