Juli 8th, 2019 by Silversurger

…die in der MLB noch nie passiert sind! Damit meine ich nicht das unfassbare Comeback, das Nordmeister Solingen Alligators in Spiel 5 des Viertelfinales gegen die Mannheim Tornados hingelegt hat. 7:0 waren die Tornados in der oberen Hälfte des ersten Innings vorangestürmt, 10:7 hatten sie noch zur Mitte des neunten Durchgangs geführt. Doch ein 3-Run-Homerun von Gerwuins Velazco brachte die Alligators in die Verlängerung, und im zehnten gelang durch ein RBI-Single von Lars Szameitpreuß der Walkoff-Sieg.

Ein solches Comeback sieht man nicht alle Tage, aber es ist auch nichts noch nie da Gewesenes. Zum Beispiel kassierten vor ziemlich genau 30 Jahren, am 8. Juni 1989, die Philadelphia Phillies in einem Spiel gegen die Pittsburgh Pirates im ersten Inning zehn Runs und gewannen am Ende 15:11 – was einem Fernsehkommentator einen ziemlich langen Fußmarsch bescherte.

Solingen trifft nun im Halbfinale auf Titelverteidiger Bonn Capitals. Auch bei den Capitals ging es im Viertelfinale dramatisch zu: Gegen die Regensburg Legionäre benötigten sie die volle Distanz von fünf Spielen und obwohl die Bonner in Spiel 5 zwischenzeitlich mit 6:0 vorne lagen, mussten sie am Ende froh sein, es mit 7:6 gerade so nach Hause zu schaukeln.

Die anderen beiden Halbfinalteilnehmer erledigten ihre Aufgaben souveräner: Die Heidenheim Heideköpfe gewannen mit 3:1 Siegen gegen die Paderborn Untouchables. Ihr Gegner im Halbfinale sind die Mainz Athletics, die gegen die Dohren Wild Farmers den einzigen Sweep der Runde vollbrachten. Nach zwei knappen Heimsiegen vom vorherigen Wochenende waren die Mainzer am Samstag in Dohren nicht zu bremsen. Die ersten fünf Batter des Spiels scorten allesamt und in fast jedem weiteren Inning bauten die A’s ihre Führung aus. Für die Wild Farmers muss sich der verregnete Nachmittag unendlich lang angefühlt haben, bis beim Stand von 20:0 nach sieben Innings die Mercy Rule griff.

Die Halbfinalserien beginnen am kommenden Wochenende mit Heimspielen der besser platzierten Teams: Mainz empfängt Heidenheim am Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr, Solingen und Bonn duellieren sich an beiden Tagen ab 14 Uhr.

Jetzt aber endlich zu dem Vorkommnis, das es in der MLB noch nie gegeben hat: In Wesseling musste ein Playdown-Spiel der Vermins gegen die Bremen Dockers abgebrochen werden, weil die Gäste nicht mehr genug Spieler zur Verfügung hatten. Vorausgegangen waren wilde Szenen, die zu mehreren Platzverweisen gegen Bremen und letztlich zur Zwangsniederlage führten. Den Regeln nach wird das Spiel 9:0 für die Vermins gewertet, obwohl diese zum Zeitpunkt des Spielabbruchs bereits 10:0 geführt hatten. Allein im dritten Inning hatte Wesseling sieben Runs gescort, übrigens ohne einen einzigen Hit zu erzielen: durch sechs Walks, etliche Wild Pitches und schließlich vier abgeworfene Batter hintereinander bei geladenen Bases.

Nachdem Wesseling bereits das erste Spiel des Doubleheaders 5:3 für sich entschieden hatte, stehen die Vermins und die Dockers in der Tabelle nun mit jeweils vier Siegen gleichauf. Eines der beiden Teams wird am Ende den direkten Abstiegsplatz belegen, das andere schafft es in die Relegationsrunde. Am 27. Juli treffen die beiden Kontrahenten erneut aufeinander und ich wünsche mir zwei Dinge: erstens, dass die Entscheidung tatsächlich in diesen direkten Duellen fällt und nicht in den jeweiligen Partien gegen Hamburg und Köln, für die die Abstiegsrunde nicht mehr als eine Reihe besserer Freundschaftsspiele ist; zweitens natürlich, dass es spannende und vor allem faire Baseballspiele ohne vergiftete Atmosphäre werden.

Der Vollständigkeit halber ein kurzer Blick in die Abstiegsrunde der Bundesliga Süd: Die Saarlouis Hornets haben bei den Haar Disciples einen überraschenden 17:7-Erfolg eingefahren. Der Rückstand der Hornets auf die Ulm Falcons und damit auf den Relegationsplatz – vier Siege und ein bereits verlorener direkter Vergleich – scheint jedoch immer noch uneinholbar. Genauso uneinholbar liegen Haar und die Stuttgart Reds vor den Falcons, sodass die Playdowns im Süden leider kaum Aufregendes zu bieten haben.

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Juni 25th, 2019 by Silversurger

Das Playoff-Rennen der Baseball-Bundesliga war in beiden Ligateilen spannend bis zum allerletzten Nachholspiel.

In der Bundesliga Nord schien die Sache eigentlich klar: Die Dohren Wild Farmers hatten nach dem Ende der regulären Saison noch zweieinhalb Nachholspiele gegen die Cologne Cardinals zu absolvieren, von denen sie nur eines gewinnen mussten, um in die Playoffs einzuziehen. Das hörte sich nach einer reinen Formsache an, doch bekanntlich werden die Spiele gespielt, weil man vorher nicht weiß wie sie ausgehen. Jedenfalls schockte Köln die Wild Farmers mit starken Leistungen und gewann die beiden Heimspiele einmal knapp mit 5:4 und einmal deutlich mit 13:1. So durften sich die zum untätigen Beobachter verdammten Hamburg Stealers plötzlich wieder Hoffnung machen. Zum Glück für die Wild Farmers mussten sie im dritten Spiel des Wochenendes, dieses Mal zu Hause, nicht bei Null anfangen: Die Partie gegen die Cardinals war am ersten Spieltag der Saison beim Stand von 5:1 für Dohren nach fünf Innings abgebrochen worden. So genügten nun vier konzentrierte Innings, mit denen Starter J. P. Stevenson sein zwölf Wochen zuvor begonnenes Complete Game vollendete und den Viertelfinaleinzug der Wild Farmers perfekt machte.

Im Süden ging es zuletzt nur noch um die Setzliste, genauer gesagt um Platz drei oder vier für Heidenheim und Mannheim. Beide Teams mussten in ihren letzten Saisonspielen beim Südmeister Mainz Athletics antreten, beide holten sich Niederlagen ab. So blieb es am Ende dabei, dass die Heidenheim Heideköpfe von Rang drei in die Postseason einziehen und die Mannheim Tornados von Rang vier. Vorher lieferten sich die Tornados mit den Athletics aber noch eine furiose Partie: Mannheim ging zunächst 2:0 in Führung, später lag Mainz nach sechs Innings mit 6:2 und nach acht Innings mit 8:3 vorne. Im neunten Inning gelang den Tornados die Rallye zum 8:8 und im zehnten schienen sie das Spiel mit 9:8 endgültig gedreht zu haben. Doch sie konnten den Erfolg nicht festhalten und nach vier Walks und einem Error triumphierten am Ende doch die Mainzer mit 10:9. 

Im Viertelfinale an den beiden kommenden Wochenenden spielt nun Nord gegen Süd über Kreuz. Nordmeister Solingen Alligators ist gegen den Südvierten Mannheim Tornados ebenso klarer Favorit wie Südmeister Mainz Athletics gegen den Nordvierten Dohren Wild Farmers. Sehr spannend dürfte es hingegen zwischen den Paderborn Untouchables und den Heidenheim Heideköpfen sowie zwischen den Regensburg Legionären und Titelverteidiger Bonn Capitals werden. Die Viertelfinalserien werden im Modus Best-of-5 ausgetragen. Das heißt, es finden jeweils zwei Spiele an diesem Wochenende statt und dann noch ein bis drei Partien je Serie am 6. und 7. Juli, so lange bis ein Team drei Siege eingefahren hat und damit eine Runde weiter ist.

Gleichzeitig mit den Playoffs finden auch die Playdowns statt, also die Abstiegsrunden. Hier gibt es keine Vermischung der Ligen, der Norden und der Süden bleiben unter sich. Die Teams auf den Plätzen vier bis acht tragen jeweils eine weitere Hin- und Rückrunde untereinander aus. Am Ende steigt der Achtplatzierte jeder Liga direkt ab, während der Siebte in die Relegation muss, sofern sich genug aufstiegswillige Zweitligisten finden. Da in die Playdowns die bisher erzielten Ergebnisse mitgenommen werden, hält sich die Spannung für die meisten Teams in engen Grenzen: Die Hamburg Stealers (17-11) und die Cologne Cardinals (11-17) im Norden sowie die Haar Disciples (13-15) und die Stuttgart Reds (13-15) im Süden werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Interessant ist allein die Frage, ob die Wesseling Vermins (2-26) die Bremen Dockers (4-24) und/oder die Saarlouis Hornets (2-26) die Ulm Falcons (5-23) noch einholen können.

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Juni 11th, 2019 by Silversurger

Es ist noch relativ früh im Baseballjahr, aber im deutschen Baseball sind über das Pfingstwochenende schon einige nennenswerte Entscheidungen gefallen: Die Heidenheim Heideköpfe gewannen den „kleinen“ Europapokal, die Mainz Athletics sicherten sich die Meisterschaft in der Bundesliga Süd und in Bonn stieg das traditionsreiche Baseball-Familienfest mit den Turnieren um den Länderpokal der U12 und der U18.

Zweiten Startplatz im Champions Cup erobert
In einem spannenden Finale gegen den tschechischen Gastgeber Draci Brno machten die Heideköpfe am Sonntagabend den Durchmarsch durch das Turnier perfekt: Fünf Spiele, fünf Siege und kein einziger zugelassener Run sind ihre makellose Bilanz. Der herausragende Akteur des Endspiels war Enorbel Marquez-Ramirez. Der Routinier pitchte acht Innings für die Heideköpfe, in denen er nur drei Hits und einen Walk zuließ. Damit bereitete er den Weg zum 3:0-Erfolg seines Teams, das erst im achten Inning zu den eigenen Runs kam. Der Gewinn des CEB-Cups ist nicht nur für die Heideköpfe, sondern für den gesamten deutschen Baseball ein toller Erfolg. Denn neben dem hübschen Pokal besteht die Belohnung darin, dass Deutschland für 2020 einen zweiten Startplatz im „großen“ Europapokal, dem European Champions Cup, erhält.

Den ersten Startplatz hatten zwei Tage zuvor haarscharf die Bonn Capitals gesichert: Der amtierende Deutsche Meister verlor zunächst alle drei Vorrundenspiele. Doch im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt gelang nach hartem Kampf über zehn Innings ein 7:6-Sieg gegen die Arrows Ostrava.

Noch zwei Playoffplätze zu vergeben
Das Feld für die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft nimmt spürbar Gestalt an. In beiden Teilen der Bundesliga sind drei von vier Plätzen für das Viertelfinale vergeben, um je einen wird noch heiß gekämpft. Im Süden sind die Mainz Athletics (21-4) nach dem Sweep gegen die Haar Disciples (13-13) nicht mehr von Rang eins zu verdrängen. Sie werden in der ersten Playoff-Runde auf den Vierten aus dem Norden treffen, welcher aller Voraussicht nach entweder Hamburg Stealers (17-9) oder Dohren Wild Farmers (14-9) heißen wird. Dohren und Hamburg treffen am Samstag zweimal direkt aufeinander. Für die Stealers sind es bereits die letzten Saisonspiele; gewinnen sie beide, sind sie im Viertelfinale. Gewinnt Dohren eines oder gar beide Spiele, stehen die Chancen der Wild Farmers sehr gut, in den verbleibenden drei Spielen gegen die Cologne Cardinals (9-14) den Einzug in die Endrunde perfekt zu machen.

Neben den Athletics sind im Süden die Regensburg Legionäre (19-7) und die Heidenheim Heideköpfe (17-9) sicher in den Playoffs. Auf den vierten Platz sind die Mannheim Tornados (15-10) erster Anwärter, aber auch die Haar Disciples und die Stuttgart Reds (je 13-13) haben noch Chancen. Auch im Norden stehen mit den Solingen Alligators, den Paderborn Untouchables (je 19-7) und den Bonn Capitals (18-8) drei Viertelfinalisten fest. Alle drei gehen in ihre letzten Spiele als Favoriten – wenn sie dieser Rolle gerecht werden, bleibt es zwischen ihnen bei der derzeitigen Reihenfolge.

Sofern es zu keinen größeren Überraschungen kommt, lauten die Viertelfinalpaarungen am letzten Juni-Wochenende somit:

Mainz vs. Dohren/Hamburg

Solingen vs. Mannheim/Stuttgart/Haar

Regensburg vs. Bonn

Paderborn vs. Heidenheim

NRW-U18 und Bayern-U12 gewinnen den Länderpokal
Die wohl schönste Tradition im deutschen Nachwuchs-Baseball ist das Turnier um den Länderpokal, das jedes Jahr an Pfingsten in Bonn stattfindet. Für ein verlängertes Wochenende versammeln sich die Talente der Altersklassen U12 (Schüler) und U18 (Junioren) nebst Eltern und Betreuern, um eine Meisterschaft der Landesverbände auszuspielen. Die Beteiligung war dieses Mal leider ungewohnt dünn: Von den zehn Landesverbänden entsandten nur fünf eine U12- und sieben eine U18-Auswahlmannschaft. Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. Mit großem Spaß und Engagement lieferten sich sowohl die kleinen als auch die schon relativ großen Baseballer drei Tage lang spannende Spiele, sorgten für jede Menge Jubel und Szenenapplaus und nur ganz selten für ein paar kleine Tränen. In den Finalspielen setzten sich die U18 von Nordrhein-Westfalen mit 2:1 gegen Baden-Württemberg und die U12 von Bayern mit 7:4 gegen Nordrhein-Westfalen durch.

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Mai 6th, 2019 by Silversurger

Wer am vergangenen Wochenende und dem vorhergehenden Maifeiertag die Baseball-Bundesliga verfolgt hat, musste sich vermutlich mehrfach verwundert die Augen reiben. Irgendwas war anders als sonst, das zeigte sich vor allem an der unglaublich großen Anzahl von Runs, die erzielt wurden: 569 Zähler gingen in 32 Spielen über die Platte, das sind 17,8 Runs je Partie. Zum Vergleich: Üblich ist in der Bundesliga, seit Jahren relativ stabil, ein Durchschnitt von rund 11 Runs pro Spiel.

Man könnte auf die Idee kommen, der Spielplan hätte in den letzten Tagen besonders viele einseitige Spiele vorgesehen und dadurch die Offensiv-Feuerwerke hervorgerufen. So war es allerdings nicht. Auf dem Plan stand eine ziemlich gewöhnliche Mischung aus Paarungen mit großem Leistungsgefälle (z. B. Bremen vs. Bonn, Solingen vs. Wesseling) sowie solchen auf Augenhöhe in den oberen (z. B. Regensburg vs. Mannheim, Heidenheim vs. Mainz) oder in den unteren Tabellenregionen (z. B. Ulm vs. Saarlouis, Bremen vs. Köln). Die wundersame Run-Inflation zog sich durch sämtliche Arten von Duellen und traf (fast) alle Teams: Die Solingen Alligators sind unter den 16 Klubs der einzige, der nicht an mindestens einem Spiel mit mindestens 20 Runs beteiligt war.

Ganz unerklärlich ist der statistische Ausreißer der letzten Tage nicht. Mir erscheint es jedenfalls mehr als plausibel, dass hinter dem Phänomen eine allseitige Pitcher-Knappheit steckt. Vier Spiele innerhalb von vier bis fünf Tagen, mit dem vorhergehenden Wochenende sechs Spiele innerhalb von acht Tagen – das ist Alltag für MLB-Teams, aber eine komplett ungewohnte Belastung für die Bundesligisten. Viele von ihnen haben genau zwei Leute an Bord, die fähig und gewohnt sind, auf diesem Niveau einmal pro Woche sechs, sieben Innings zu pitchen. Dazu kommen im günstigen Falle zwei, drei Reliever, die für ein paar Innings einspringen und zur Not auch mal einen Start übernehmen können. Im weniger günstigen Fall kommt man als Coach eines Bundesligateams in solch intensiven Tagen noch schneller an den Punkt, an dem die Entscheidung richtig unangenehm wird: Verheizt man seine Starter, indem man sie mit nur zwei Tagen Pause erneut antreten lässt? Wirft man 17-, 18-jährige Nachwuchsspieler ins kalte Wasser? Oder schickt man Positionsspieler auf den Mound, um irgendwie die Innings rumzukriegen? Keine der drei Optionen ist dem sportlichen Niveau, das man den Zuschauern und sich selbst bieten möchte, besonders zuträglich. Verrückte Ergebnisse wie die der vergangenen Tage sind die logische Folge.

Es ist ein bisschen schade, dass die Bundesliga sich auf diese Weise selbst beschädigt. Ich möchte es aber mit der Kritik nicht übertreiben, denn dass die Spiele dieses Jahr in einen so engen Terminplan gequetscht wurden, kann man der Ligaleitung kaum zum Vorwurf machen. Es ist vielmehr eine bedauerliche Notwendigkeit, weil durch die Baseball-EM und die Olympia-Qualifikation das Zeitfenster für die Bundesligasaison sehr viel kleiner ist als in anderen Jahren.

Von vereinzelten Ausnahmen abgesehen kehrt nun zumindest für ein paar Wochen wieder Normalität ein in den Spielrhythmus der Bundesliga. Um Christi Himmelfahrt herum wartet Ende Mai / Anfang Juni jedoch erneut eine Hammerwoche auf die höchste deutsche Spielklasse.

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Dezember 22nd, 2018 by Silversurger

Meine Vorfreude auf die neue Saison der Baseball-Bundesliga ist gerade noch ein bisschen größer geworden: Der Deutsche Baseball- und Softballverband DBV hat diese Woche die vorläufigen Spielpläne seiner Ligen veröffentlicht. Demnach ist der 30. März Opening Day sowohl in der Nord- als auch in der Südliga.

Das spannendste Matchup des ersten Spieltages steigt in Mainz. Die heimischen Athletics und die Regensburg Legionäre werden um ein frühes Zeichen ringen, wer sich 2019 im Süden als Hauptkonkurrent der Heidenheim Heideköpfe etablieren kann.

In der Bundesliga Nord bleibt der Deutsche Meister Bonn Capitals klarer Favorit. Auch die Bonner beginnen das Jahr mit einer interessanten Serie: Sie treten bei den deutlich verstärkten Hamburg Stealers an, die Headcoach David Wohlgemuth und mit ihm mehrere Spieler von den Dohren Wild Farmers weggelockt haben.

Man sollte die Termine übrigens noch nicht so ernst nehmen, dass man seinen Urlaub danach bucht, denn die Vereine können noch bis Februar Änderungen beantragen.

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Oktober 11th, 2018 by Silversurger

Ganz ehrlich: So richtig mitreißend war die Divisional-Runde – außer für glühende Anhänger eines der beteiligten Teams – dieses Jahr nicht. Es gab keinen einzigen Krimi über fünf Spiele, vielmehr machten alle vier Serien über weite Strecken einen unspektakulären und vorhersehbaren Eindruck.

Aber sehen wir es mal positiv: Den League-Championships, also quasi den Halbfinals um die Krone des Baseballs, kann der Verlauf der vorherigen Runde nur guttun. Zum einen dürfen wir wohl ziemlich sicher davon ausgehen, dass die vier verbliebenen Teams tatsächlich die besten sind, die die MLB derzeit zu bieten hat. Zum anderen ist durch die schnellen Divisionals gewährleistet, dass jedes von ihnen mindestens drei Tage Pause genießen kann. Alle vier werden somit gut vorbereitet, ausgeruht und vor allem mit voller Flexibilität hinsichtlich der Pitchereinsätze ins Rennen gehen.

American League
Am ehesten kam noch in der Serie zwischen den Boston Red Sox und den New York Yankees etwas Spannung auf – die Yankees konnten die erste Niederlage postwendend ausgleichen und in Spiel 4 (siehe „Spiel der Woche“) war für sie bis zum letzten Zentimeter des letzten Outs noch alles möglich. Aber dazwischen lag Spiel 3, das wohl als eine der einseitigen Playoff-Partien aller Zeiten gelten darf. 16:1 schlugen die Red Sox die Yankees in deren eigenem Stadion. Die Überlegenheit der Roten war so drückend, dass die New Yorker sich irgendwann nicht mal mehr zu schade waren, zum erst zweiten Mal in der MLB-Geschichte einen Positionsspieler pitchen zu lassen. Das allerdings machte die Sache noch schlimmer: Gleich den ersten Pitch von Catcher Austin Romine nutze Bostons Brock Holt zu einem Homerun, mit dem er den ersten Cycle in einem Playoff-Spiel überhaupt komplettierte.

Noch einseitiger als das Duell der Red Sox und der Yankees war die andere ALDS zwischen den überzeugenden Houston Astros und den sang- und klanglos enttäuschenden Cleveland Indians. Letztere wurden der Befürchtung gerecht, dass es sich bei ihnen um ein überschätztes Team handelte, dessen Saisonbilanz durch die vielen Spiele gegen schwache Divisionskonkurrenten aufgebläht war. 7:2, 3:1 und 11:3 wurden die Indianer abgefertigt von den Astros, die in jeder Hinsicht reif erscheinen, ihren Titel zu verteidigen.

Auf dem Weg dorthin müssen sie erstmal in der American League Championship Series (ALCS) an den Red Sox vorbei. Ich habe schon Äußerungen in der Richtung gelesen, dies sei dieses Jahr die eigentliche World Series. Das würde ich so nicht unterschreiben. Klar, die beiden Teams waren diese Saison weitaus dominierender als irgendeine Mannschaft aus der National League. Aber müssen die Top-Teams der NL schlechter sein, nur weil sie in einer ausgeglicheneren Liga gespielt haben? Ich denke nein, zumal die NL in den Interleague-Spielen dieses Jahr mit 158-142 zum ersten Mal seit Langem die Oberhand behalten hat.

National League
Die Divisionals der NL verliefen fast identisch mit denen der AL: Auch hier gab es einen 3:0-Sweep, in dem Fall zwischen den Milwaukee Brewers und den Colorado Rockies, deren „Rocktober“ nach 2:3, 0:4 und 0:6 ein jähes Ende fand.

Und auch hier endete die andere Serie 3:1 und machte selten den Eindruck, ein anderes Ende finden zu können als den Sieg der Los Angeles Dodgers. Es war im Endeffekt ein klarer Triumph der Erfahrung gegen den jugendlichen Eifer, mit dem die Atlanta Braves es dieses Jahr erstaunlich weit gebracht hatten. In der NLDS konnten sie nur ein Spiel knapp gestalten und letzten Endes auch 6:5 gewinnen, ansonsten waren sie den Dodgers mit 0:3, 0:6 und 2:6 nicht gewachsen.

In die NLCS gehen die Dodgers als Favorit – sie haben die schon erwähnte breite Postseason-Erfahrung und sie bieten auch die größeren Namen auf. Auf der anderen Seite stehen die Brewers mit ihrem sehr ausgewogenen Roster, mit dem sie derzeit eine Siegesserie von elf Spielen reiten – Spiel 163 und NLDS-Sweep inklusive.

Szene der Woche
Das erste Gastspiel der Atlanta Braves in den Playoffs seit fünf Jahren war zwar von relativ kurzer Dauer, aber für einen Glanzpunkt reichte es: Rookie Ronald Acuna Jr. brachte die Braves in Spiel 3 gegen die Dodgers auf den Weg zu ihrem einzigen Sieg durch einen Grand Slam im zweiten Inning. Der 20-Jährige wurde dadurch zum jüngsten Spieler, der je einen Grad Slam in der Postseason geschlagen hat. Die Erinnerung an diese Aktion wird nicht so schnell verblassen, jedenfalls nicht auf dem Unterarm einer gewissen Caitlin: Dorthin würde sie sich das Gesicht von Acuna tätowieren lassen, wenn er einen Grand Slam schlägt, hatte die Braves-Anhängern getwittert. Aus dem Versprechen kommt sie wohl nicht mehr heraus.

Statistik der Woche
211. Dies ist die zweithöchste Anzahl von Saisonsiegen, die je die Teams einer Postseason-Paarung gemeinsam erzielt haben. Mehr als die Red Sox (108 Siege) und die Astros (103) konnten nur die Teilnehmer der World Series 1998, die New York Yankees und die San Diego Padres, mit insgesamt 212 vorweisen.

Spiel der Woche
Spiel 4 zwischen den Red Sox und den Yankees sah zunächst aus wie die nahtlose Fortsetzung der Klatsche vom Vortag: Nach zwei scorelosen Innings ging Boston per Sacrifice Fly von J. D. Martinez in Führung und baute diese durch einen Double von Ian Kinsler, einen Single von Eduardo Nunez und einen Homerun von Christian Vazquez auf 4:0 aus. Die Yankees kamen erst im fünften Inning auf einen einzelnen Run, der zu wenig schien, um die Red Sox in Bedrängnis zu bringen. Zu sattelfest war das Pitching von Starter Rick Porcello und dem Bostoner Bullpen. In Letzterem hatte Ass Chris Sale einen Gastauftritt mit einem perfekten achten Inning. Zum Ende wurde es dann aber doch noch spannend. Closer Craig Kimbrel lud die Bases und ließ per Hit-by-Pitch gegen Neil Walker sowie Sac-Fly von Gary Sanchez den Vorsprung auf einen einzigen Run schmilzen. Mit zwei Outs und zwei Baserunnern war es der Defense von 3B Nunez und 1B Steve Pearce zu verdanken, dass Gleyber Torres haarscharf das entscheidende Out ereilte.

Mein Einschalttipp
Der Einschalttipp soll dabei helfen, in der Flut von MLB-Spielen die interessantesten herauszupicken. Inzwischen sind wir längst in den Tagen des Jahres angekommen, in denen sich die Flut auf natürliche Weise gelichtet hat und die Empfehlung nur lauten kann, jedes der verbleibenden Spiele anzuschauen – sei es live, zeitversetzt oder auch nur als Zusammenfassung. Einen Bonustipp habe ich aber doch: Wagt doch mal den Blick über die MLB hinaus, denn auch in Deutschland wird sehenswerter Baseball gespielt und manchmal gibt es davon sogar Liveübertragungen. Am Samstag und – falls nötig – am Sonntag duellieren sich in Bonn die Capitals und die Heidenheim Heideköpfe um die Entscheidung der Deutschen Meisterschaft. Spielbeginn ist jeweils um 13 Uhr, auf baseball-bundesliga.de findet man den Link zum Livestream. Heidenheim führt nach den beiden Heimsiegen vom vergangenen Wochenende die Serie mit 2:1 an und benötigt somit nur noch einen Sieg zur Meisterschaft. Bonn muss beide Spiele gewinnen, um den Traum vom ersten Titel der Vereinsgeschichte wahr werden zu lassen.

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August 13th, 2018 by Silversurger

Ich kann nicht behaupten, ein Fan des neuen Modus sein, nach dem die Baseball-Bundesliga dieses Jahr zum ersten Mal spielt. Sowohl die letztes Jahr erst eingeführte Interleague-Runde als auch die Playoff-Viertelfinals wurden abgeschafft und durch eine längliche Zwischenrunde ersetzt. In dieser bleiben Nord und Süd wie in der regulären Saison streng voneinander getrennt, und am Ende ziehen nur die Erst- und Zweitplatzierten der beiden Ligateile in die verkürzten Playoffs ein. Meine Befürchtung war, dass in weiten Teilen der Liga sehr früh Langeweile einkehrt, weil es für viele Teams wochen- oder gar monatelang quasi um nichts mehr geht. In Teilen hat sich diese Befürchtung bewahrheitet, aber zum Glück sind am vergangenen Wochenende fast alle Spiele genau so ausgegangen wie sie ausgehen mussten, um doch noch einiges an Spannung zu erhalten.

Sechs Spiele hat jeder noch zu absolvieren (Köln und Hamburg zudem noch ein Nachholspiel) und nur von drei der 16 Bundesligisten kann man behaupten, dass das Jahr für sie komplett gelaufen ist: Die Dohren Wild Farmers (17-17) haben keine realistische Chance mehr auf das Halbfinale, während die Hamburg Stealers (16-17) und die Mannheim Tornados (21-13) in den Abstiegsrunden so weit vorne stehen, dass ihnen nichts mehr passieren kann. Ein bisschen langweilig ist es auch ganz oben in der Tabelle, denn für die Bonn Capitals (34-0) und die Heidenheim Heideköpfe (27-7) sind die Playoffs längst gebucht. Ziele, für die es sich zu kämpfen lohnt, gibt es aber dennoch: Die Capitals werden alles daran setzen, ihre perfekte Saison zu vollenden, und die Heideköpfe brauchen noch einen Sieg, um sich Platz eins und damit einen vermutlich angenehmeren Halbfinalgegner zu sichern.

Der wirklich spannende Bereich der Liga ist der Kampf um die beiden zweiten Halbfinalplätze. Im Norden sind die Solingen Alligators (22-12) den Untouchables Paderborn (23-11) ganz nah auf die Pelle gerückt, indem sie am Wochenende in zwei spannenden Spielen die Wild Farmers sweepten, während Paderborn die beiden erwarteten Niederlagen gegen Bonn kassierte. Am Samstag kommt es zum möglicherweise vorentscheidenden Doubleheader zwischen Solingen und Paderborn.

In der Südstaffel der Bundesliga balgen sich mit den Regensburg Legionären (22-12), den Haar Disciples (21-13) und den Mainz Athletics (20-14) noch drei Teams um den zweiten Platz. Dafür, dass sich jetzt so ein interessantes Bild bietet, sorgten am Wochenende drei hautenge Comeback-Siege: Die Disciples drehten ein 0:3 gegen Heidenheim zum 4:3-Erfolg, die Mainzer überwanden gegen Regensburg gleich zwei Rückstände. Im ersten Spiel lagen die Athletics 0:2 zurück und gewannen am Ende 3:2, im zweiten stand es bis ins siebte Inning hinein gar 3:11, bevor die A’s das scheinbar Unmögliche möglich machten – sie glichen auf 11:11 aus, gerieten im neunten Inning erneut mit zwei Runs in Rückstand und siegten am Ende per Walkoff mit 14:13. Der große Held dieses Wunders von Mainz war Lennard Stöcklin: In Spiel eins gewann der umgeschulte Infielder das erste Complete Game seiner noch jungen Pitcher-Karriere und in Spiel zwei war ausgerechnet er es, der den siegbringenden Hit für die Mainzer erzielte – zu dem es freilich nur deshalb kommen konnte, weil seine Teamkameraden in der Aufholjagd sage und schreibe fünf Homeruns vorgelegt hatten.

Haar und Mainz haben fantastische Leistungen gebracht, um die Spannung im Playoff-Rennen zu erhalten, doch beide stehen immer noch mit dem Rücken zur Wand vor dem anstehenden Doppelspieltag der A’s gegen Heidenheim und der Disciples gegen Regensburg – nicht nur wegen des Tabellenstands, sondern auch, weil beide nach Verletzungen und Abgängen nur noch äußerst dünn mit Pitchern besetzt sind.

Auch im Abstiegskampf der Bundesliga sind noch einige Entscheidungen offen. Die Cologne Cardinals (11-22) haben beim Split gegen die Bremen Dockers (7-27) die Gelegenheit verpasst, ihren Kopf endgültig aus der Schlinge zu ziehen. Das wollen sie nun beim Schlusslicht Berlin Flamingos (5-29) nachholen, was die Bremer wohl mit gemischten Gefühlen betrachten würden: Einerseits wäre dadurch ihre theoretische Möglichkeit auf den direkten Klassenerhalt verloren, andererseits würde es ihre Chancen verbessern, sich wenigstens in die Relegationsspiele zu retten.

Im Süden haben die Stuttgart Reds (10-24) am Wochenende zwei deutliche Siege gegen die Ulm Falcons (6-28) errungen. Das sichert den Reds eine günstige Ausgangsposition vor dem direkten Duell mit dem Tabellennachbarn Saarlouis Hornets (9-23). Zwischen den beiden geht es hauptsächlich um den Relegationsplatz, während Ulm bereits mit einem Bein in der zweiten Liga steht. Zu allem Überfluss müssen die Falcons als nächstes gegen die übermächtig erscheinenden Tornados antreten. Aber vielleicht sind die ja doch nicht so übermächtig oder jedenfalls nicht mehr hundertprozentig motiviert – gegen die Hornets kamen sie zuletzt jedenfalls nicht über einen Split hinaus.

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Juni 12th, 2018 by Silversurger

Während in der MLB erst ein gutes Drittel der Spiele absolviert ist, tritt die Baseball-Bundesliga bereits in ihre heiße Phase ein. 20 bis 22 Partien hat jeder Bundesligist schon hinter sich, am 7. Juli werden es 28 und die reguläre Saison damit beendet sein. Spätestens dann steht fest, welche jeweils vier Teams im Norden und im Süden in die Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft einziehen, während die restlichen jeweils vier die Abstiegsrunde spielen müssen.

Hinsichtlich der anstehenden Entscheidungen stellen sich die beiden Ligateile zurzeit sehr unterschiedlich dar. Im Norden sind kaum noch Fragen offen: Die Bonn Capitals sind eine Klasse für sich mit einer Bilanz von 22-0. Als weitere Teilnehmer der Zwischenrunde stehen die Dohren Wild Farmers (16-6) bereits fest und auch die Paderborn Untouchables (14-8) und die Solingen Alligators (13-9) sind so gut wie sicher dabei. In der Abstiegsrunde wird man dementsprechend die Hamburg Stealers (9-13), die Cologne Cardinals (5-15), die Berlin Flamingos (4-16) und die Bremen Dockers (3-19) sehen. Ganz uninteressant sind die letzten Spieltage deswegen aber nicht: Am kommenden Wochenende wird es zum Beispiel zwischen Paderborn und Dohren sowie zwischen Bremen und Berlin darum gehen, möglicherweise entscheidende Weichen für die Folgerunden zu stellen.

Die Teams nehmen nämlich in die Meisterschafts- und Abstiegsrunden alle Ergebnisse mit, die sie in der regulären Saison gegen die anderen drei Teilnehmer erzielt haben. Gegen jeden davon spielen sie dann einen weiteren Doppelspieltag. Danach tragen die Erst- und Zweitplatzierten der Meisterschaftsrunden zwischen Nord und Süd die Halbfinalspiele und schließlich das Finale um die Deutsche Meisterschaft aus. Aus den Abstiegsrunden steigt jeweils der Letzte direkt ab und der Vorletzte muss in die Relegation.

In der Bundesliga Süd geht es weitaus spannender zu als in der Nordstaffel, denn hier ist noch fast gar nichts entschieden. Die Heidenheim Heideköpfe (19-3) hatten zunächst einen ähnlich dominanten Start wie im Norden die Bonner. Doch am Fronleichnamswochenende setzte es in drei Spielen zwei Niederlagen und plötzlich spürt Heidenheim den Atem der Regensburg Legionäre (17-5) im Nacken. Eben diese Legionäre gastieren am kommenden Wochenende in Heidenheim und könnten sich mit zwei Siegen eine geteilte Tabellenführung erstreiten. Im Mittelfeld der Tabelle ist es ein noch heißeres Rennen, denn mit den Haar Disciples (14-8), den Mannheim Tornados (13-9) und den Mainz Athletics (11-9) wetteifern drei gleich gute Teams um zwei Plätze in der Meisterschaftsrunde. Zurzeit belegen die Athletics den undankbaren fünften Platz, aber sie haben ihr Schicksal selbst in der Hand, denn ihr Restspielplan sieht noch je zwei Spiele gegen Haar und Mannheim vor.

Wer von diesen dreien am Ende auf Rang fünf steht, muss an der Abstiegsrunde teilnehmen, wird sich dort aber nicht allzu viele Sorgen machen müssen. Denn mit den Saarlouis Hornets (4-16), den Stuttgart Reds (4-18) und den Ulm Falcons (4-18) stehen auch im unteren Bereich der Tabelle drei Teams gleichauf und diese drei werden es sein, die den Abstieg realistischerweise unter sich ausmachen.

Nicht ganz unerwähnt lassen möchte ich, dass am vergangenen Wochenende zwei Europapokalwettbewerbe stattgefunden haben, in denen die deutschen Vertreter durchaus beachtliche Ergebnisse erzielten. Die Heidenheim Heideköpfe spielten als Deutscher Meister im European Champions Cup in Rotterdam. Sie verpassten zwar knapp das Halbfinale, fuhren aber Siege gegen die Vertreter der italienischen Liga, A.S.D. Rimini (3:1) sowie T&A San Marino (6:5) ein. Die Heideköpfe haben damit nicht nur einen Achtungserfolg erzielt, sondern auch den deutschen Startplatz für diesen Wettbewerb im nächsten Jahr gesichert. Den Pokal gewann das Heimteam Curaçao Neptunus Rotterdam.

Gleichzeitig waren die Bonn Capitals im tschechischen Ostrava beim Turnier um den CEB-Cup dabei. Ein 7:3-Halbfinalsieg über die Gastgeber brachte Bonn die Finalteilnahme. Im Endspiel unterlag man dann knapp mit 0:2 dem belgischen Meister Borgerhout Squirrels.

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Mai 23rd, 2018 by Silversurger

Heute möchte ich mal ein paar Möglichkeiten vorstellen, wie ihr Baseball in Deutschland verfolgen könnt. Wenn der Verein, der euch interessiert, in der Bundesliga spielt, ist das ganz einfach und die meisten der Optionen sind sicher bekannt: Zentrale Anlaufstelle ist die Homepage der Baseball-Bundesliga, auf der ihr Ergebnisse, Tabellen, umfassende Spielberichte und Hintergrundartikel findet sowie an Spieltagen auch die aktuellen Zwischenstände sowie Links zu etwaigen Audio- und Videoübertragungen und zum Liveticker auf Gamechanger. Neu seit diesem Jahr ist, dass es auch einen offiziellen Podcast der Baseball-Bundesliga gibt: Tim Collins, den man vor allem von seinen Übertragungen der Haar Disciples auf Eurobaseball-TV kennt, sowie Andreas Thies von meinem Lieblings-Podcast Just Baseball berichten mehr oder weniger regelmäßig in Beiträgen von rund einer halben Stunde auf meinsportradio.de über die höchste deutsche Liga. Zur Bundesliga sowie zur Zweiten Bundesliga und zur Softball-Bundesliga gibt es auch eine Statistikseite mit vielen interessanten Daten, wenngleich diese leider meistens ein, zwei Wochen hinter dem aktuellen Rand zurück liegen.

Etwas schwieriger wird es, wenn euer Verein in einer niedrigeren Spielklasse zu Hause ist und/oder euch auch die Ergebnisse beispielsweise der Nachwuchsmannschaften interessieren. Bislang musste man in dem Fall entweder hoffen, dass die Vereine selbst auf ihren Homepages oder Social-Media-Kanälen aktuelle Infos zur Verfügung stellen, oder man musste sich durch die diversen Homepages der regionalen Baseballverbände klicken. Diese Arbeit nimmt jetzt eine sehr nützliche App ab, die ich kürzlich für mich entdeckt habe und die ich dringend weiterempfehlen möchte: Sie heißt „Mein Baseball Club“ und ist sowohl im Play-Store für Android als auch über iTunes für Apple erhältlich. Die Bedienung der App ist denkbar einfach: Man wählt im ersten Schritt seinen Verein aus und im zweiten Schritt, über welche Mannschaften dieses Clubs man informiert werden möchte – zur Auswahl steht alles von Schülern bis Senioren, sowohl Baseball als auch Softball.

Teamauswahl in „Mein Baseball Club“

Nun kann man regelmäßig die aktuellen und früheren Spielergebnisse sowie Tabellenstände abrufen, auf Wunsch erhält man Neuigkeiten auch als Push-Message. Zusätzlich zu dem gewählten Club kann man noch fünf Ligen festlegen, über die man ebenfalls Meldungen erhalten möchte. Wenn man auf eines der Ergebnisse klickt, erfährt man die offizielle Spielnummer, wer die Umpires und Scorer waren und man kann das Scoresheet herunterladen, sofern es zur Verfügung gestellt wurde.

Darstellung von Ergebnissen in „Mein Baseball Club“

„Mein Baseball Club“ ist eine kleine, aber extrem nützliche App. Meine einzigen Kritikpunkte sind, dass man (neben den erwähnten fünf Zusatz-Ligen) immer nur einen Club auswählen kann und dass manchmal völlig unvermittelt Werbung aufpoppt. Das ist an sich nichts Verwerfliches, aber da es sich oft um Spots mit Ton handelt, traue ich mich kaum, die App zu nutzen, während ich mich im öffentlichen Raum aufhalte. Was mich betrifft, wäre ich gerne bereit, ein paar Euro für eine werbefreie Premium-Version zu bezahlen.

Bevor jemand fragt: Nein, ich bekomme nichts dafür, dass ich hier Werbung für „Mein Baseball Club“ sowie für die anderen genannten Seiten mache. Ich bin einfach nur froh, dass es diese Angebote gibt und möchte meine Begeisterung mit euch teilen.

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April 23rd, 2018 by Silversurger

Das Schöne an der Baseball-Bundesliga in diesem Jahr ist, dass jeder jeden schlagen kann. Zugegeben, das klingt nach einem Allgemeinplatz, für den man in gewissen Fußballsendungen eine Zahlung ins Phrasenschwein leisten muss. Aber es ist wahr und es ist wirklich eine Neuigkeit. Denn leider war es in der Vergangenheit allzu oft so, dass in jeder der beiden Liga-Staffeln eine Zwei- bis Drei-Klassen-Gesellschaft herrschte, in der Spiele meistens nur dann spannend waren, wenn Spitzenteams auf Spitzenteams und Kellerteams auf Kellerteams trafen.

Dieses Jahr ist es anders: Im Norden gibt es zwei Mannschaften, die bislang zwar nur je einen Sieg geholt haben, doch diesen einen Sieg haben die Hamburg Stealers (1-5) gegen die Solingen Alligators (6-2) eingefahren und die Bremen Dockers (1-7) gegen die Paderborn Untouchables (3-3), also gegen Teams, die eigentlich immer oben mitspielen. Ähnlich sieht es im Süden aus, wo am Wochenende die Stuttgart Reds (2-6) den Mainz Athletics (5-3) ein Spiel abgenommen haben und Aufsteiger Ulm Falcons (2-6) den Regensburg Legionären (5-3). Die Saarlouis Hornets (2-6) waren ganz nah dran am Überraschungssieg gegen den Deutschen Meister Heidenheim Heideköpfe (7-0), als sie am Samstag nach fünf Innings 12:9 führten, am Ende aber doch mit 12:16 den Kürzeren zogen.

Vom Record her unantastbar erscheinen bislang nur die beiden Vorjahresfinalisten Heidenheim und Bonn Capitals (8-0). Doch auch diese beiden sind schlagbar und zwar nicht nur durch Solingen oder Regensburg – für Heidenheim hat dies das schon erwähnte Spiel gegen Saarlouis gezeigt, für Bonn vor allem eine Partie letzte Woche, in der sie erst im elften Inning einen 2:1-Walkoff nach 0:1-Rückstand gegen Hamburg erreichten.

Auch wenn bei den immer noch reinen Westen der beiden Spitzenklubs also etwas Glück dabei war, sind diese beiden auf jeden Fall klare Favoriten auf den erneuten Playoff-Einzug. Hinter Bonn und Heidenheim wird es dann schon eng, denn bekanntlich schaffen es dieses Jahr nur zwei Teams je Staffel in die Postseason, welche nach regulärer Saison und Zwischenrunde nur noch aus Halbfinale und Finale besteht. Im Norden hat sich Solingen im Rennen um den zweiten Playoff-Platz schon etwas abgesetzt, im Süden sind Regensburg, Mainz sowie die Haar Disciples (4-3) und die Mannheim Tornados (4-4) noch sehr eng beisammen.

Das kommende Wochenende bringt wieder ein paar hochinteressante Begegnungen mit sich. Besonders gespannt bin ich, wie sich im Norden der gut gestartete Aufsteiger Berlin Flamingos (4-4) beim Doubleheader in Bonn schlägt und ob sich im Süden die Meister von 2016 und 2017, Mainz und Heidenheim, wieder so legendäre Schlachten liefern wie so oft in den letzten Jahren.

Wer keine Gelegenheit hat, einen der Ballparks zu besuchen, der kann viele der Spiele per Videostream verfolgen (in der Regel die aus Bonn, Solingen, Regensburg, Haar und Berlin) und ein paar weitere (z. B. aus Mainz) per Audiostream. Einen Liveticker für alle Spiele der Baseball-Bundesliga gibt es auf GameChanger. Dafür reicht es, einen kostenlosen Account anzulegen, weitergehende Features wie z. B. Saisonstatistiken sind hingegen nur im kostenpflichtigen Abo enthalten. Das ist schade, vor allem weil die offizielle Statistikseite der Bundesliga leider selten aktuell ist und man somit kaum Möglichkeiten hat, die Stärken und Schwächen der Teams anhand von Zahlen tiefer zu analysieren.

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