Oktober 25th, 2018 by Dominik

Der Grand Slam am Donnerstag meldet sich zur ersten Reisepause der World Series und derzeit sieht es so aus, als könnte die Meisterschaft dieses Jahr recht schnell entschieden sein. Die ersten beiden Spiele gingen an die Boston Red Sox, welche damit schon die halbe Miete eingefahren haben. Die Los Angeles Dodgers müssen ihre Hoffnung darauf setzen, dass es in den anstehenden Heimspielen besser läuft als in den Auftaktpartien in Fenway Park.

Da in diesen Tagen sowieso jedes Spiel interessant und wichtig ist, verzichte ich heute auf die Kategorien „Spiel der Woche“ und „Einschalttipp“. Stattdessen werfe ich am Ende des Artikels einen Blick darauf, was sich neben der Finalserie im Rest der Liga tut. Schließlich schlafen auch die 28 bereits ausgeschiedenen Teams nicht und einige von ihnen haben in den letzten Tagen entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt.

Die World Series
Spiel eins war die nahtlose Fortsetzung der bisherigen Postseason der Boston Red Sox: Genau wie die Spiele der ALCS – und auch die meisten der ALDS – war es eine spannende, lange offene Partie, in der die Red Sox in den entscheidenden Momenten die besseren Entscheidungen trafen und so den Sieg sicherten. Das erwartete Pitcherduell zwischen Clayton Kershaw und Chris Sale war schnell Makulatur, denn beide hielten nur vier Innings durch. Kershaw kehrte nach einem starken Auftritt gegen die Brewers zurück in seinen alten Postseasontrott, in dem er nicht derselbe Pitcher ist, den man aus der regulären Saison kennt. 4.0 Innings, 7 Hits, 3 Walks, 5 Earned Runs lautete seine Bilanz. Chris Sale ließ in ebenso vielen Innings 5 Hits, 2 Walks, 3 Runs zu und konnte die bestehenden Zweifel an seinem Gesundheitszustand nicht ausräumen. So mussten beide Teams frühzeitig ihren Bullpen strapazieren. Die Red Sox brachten für ein Inning sogar Nathan Eovaldi, obwohl der ursprünglich als Starter in Spiel drei vorgesehen war. Eovaldi rechtfertigte die Entscheidung mit einem perfekten Outing und nährte damit die verbreitete Wahrnehmung, dass Red-Sox-Manager Alex Cora derzeit nicht in der Lage ist, irgendetwas falsch zu machen. Das gilt auch für die Wahl von Eduardo Nunez als Pinch Hitter. Der Infielder, der sonst regelmäßig gegen Linkshänder startet, begann das Spiel wider Erwarten auf der Bank, durfte dann aber im siebten Inning gegen Linkshänder Alex Wood ran. Seinen Frust über den entgangenen Start legte er wohl komplett in den Schwung, mit dem er den Ball zum 3-Run-Homerun über das grüne Monster drosch und damit eine Vorentscheidung herbeiführte.

Apropos Linkshänder: Auf Seiten der Dodgers war interessant zu beobachten, wie konsequent Manager Dave Roberts das Matchup-Spiel durchzog. Er ließ gegen Linkshänder Sale in Spiel eins und Linkshänder David Price in Spiel zwei keinen einzigen linkshändigen Batter starten, noch nicht mal den NLCS-MVP Cody Bellinger. Im Laufe der Partien reagierte er dann immer wieder auf neue Pitcher, nutzte alle Positionsspieler seines Dugouts für Auswechslungen und Verschiebungen. In jedem der beiden Spiele fanden sich am Ende nur drei Spieler noch auf der Position wieder, auf der sie begonnen hatten.

Auch Spiel zwei in der vergangenen Nacht folgte dem Muster, nach dem die Red Sox zurzeit ihre Siege einzufahren pflegen: im Duell der Starter hält man das Spiel offen, den Rest besorgen ein fantastisch aufgelegter und organisierter Bullpen sowie täglich ein anderer Held, der den entscheidenden Hit beisteuert. Dieses Mal kam diese Rolle J. D. Martinez zu, der im fünften Inning bei geladenen Bases ins Rightfield singelte und zwei Runs zur Führung über die Platte brachte – natürlich in einer Situation mit zwei Outs, denn auch das ist inzwischen fast schon eine Bostoner Tradition. Der Bullpen der Red Sox hat in den beiden Partien insgesamt acht Innings gepitcht und dabei lediglich drei Hits und nur einen einzigen Run zugelassen. Auch im zweiten Spiel wurde Eovaldi für ein exzellentes Relief-Inning eingesetzt, was seinen eigenen Start auf Spiel vier verschieben dürfte – vorausgesetzt, er wird nicht auch in Spiel drei wieder aus dem Bullpen gebraucht. Für die Red Sox war es übrigens das hundertste gewonnene Postseason-Spiel der Vereinsgeschichte.

Ab Freitagnacht gastiert die World Series für mindestens zwei Tage in Los Angeles (drei, sofern die Dodgers zumindest einmal gewinnen). Der wichtigste Unterschied zu den Spielen im Fenway Park ist, dass die Partien in Dodger Stadium ohne Designated Hitter gespielt werden und stattdessen die Pitcher Teil des Batting-Lineups sind. Das dürfte ein kleiner Vorteil für die Dodgers sein, die das aus ihrem Alltag in der National League gewohnt sind. Auch sonst gibt es Unterschiede zwischen den Ballparks: Dodger Stadium gilt als ein eher pitcherfreundliches Stadion, während Fenway Park ein angenehmes Pflaster speziell für rechtshändige Batter ist.

Als Starting Pitcher werden in Spiel drei Walker Buehler für die Dodgers und Rick Porcello fur die Red Sox antreten. Es wird das erste Rechtshänder-Duell der Serie, sodass in den Lineups beider Teams einige Umstellungen in Reaktion darauf zu erwarten sind.

Vorsicht beim Weckerstellen: Zwar beginnen nach amerikanischer Zeit auch die restlichen Partien der World Series jeweils ein paar Minuten nach 20 Uhr Eastern Time, aber weil wir in Europa am Wochenende die Uhr um eine Stunde zurück stellen, ergibt sich ab dem möglichen Spiel fünf für uns eine Änderung: Freitagnacht und Samstagnacht geht es jeweils um kurz nach 2 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit los, Sonntagnacht um kurz nach 1 Uhr mitteleuropäischer Winterzeit.

Szene der Woche
Hier muss ich noch einmal auf die NLCS zurück kommen, denn das entscheidende Spiel sieben zwischen den Dodgers und den Brewers habe ich in meinem Blog noch gar nicht gewürdigt. Die Dodgers gewannen 5:1 und für mich gab es zwei Szenen in dem Spiel, die haften geblieben sind. Die erste war ein Bunt von Manny Machado im zweiten Inning, mit dem er das Infield der Brewers komplett auf dem falschen Fuß erwischte. Das war kein Wunder, denn es war eine Situation, in der niemand ernsthaft mit einem Bunt rechnet: bei einem Full Count und ohne vorhandene Baserunner. Tatsächlich war es der erste Bunt-Hit bei einem 3-2-Count in der MLB seit über vier Jahren. Für die Dodgers war die Aktion Gold wert, denn Machado scorte kurz darauf bei Cody Bellingers Homerun, durch den der frühe 0:1-Rückstand in eine 2:1-Führung gedreht wurde. 2:1 stand es auch noch im fünften Inning, als Chris Taylor die zweite denkwürdige Szene der Partie gelang: Nach einem Double von Lorenzo Cain schien ein Linedrive von Christian Yelich auf dem besten Weg, dem Spiel eine erneute Wende zu geben. Doch Taylors unfassbar athletische Rettungstat auf dem Warning Track machte Milwaukees Comebackhoffnung zunichte und ermöglichte seinem eigenen Team, das Spiel sicher nach Hause zu bringen.

Statistik der Woche
6 von 6. Familie Bellinger – Cody und sein Papa Clay – haben insgesamt an sechs MLB-Saisons teilgenommen und in jeder einzelnen davon mit ihrem Team die World Series erreicht. Das dürfte mal wieder eine komplett einzigartige, nicht kopierbare Leistung sein. Clay war von 1999 bis 2001 bei den New York Yankees aktiv und 2002 bei den Los Angeles Angels. Er kam zwar nie über den Status eines Ergänzungsspielers hinaus, aber seinen Klubs brachte er offenbar Glück. Sohnemann Cody schaffte letztes Jahr den Sprung in die Major League und eifert seinem Vater nun schon im zweiten Jahr hintereinander nach.

Der Rest der Liga
Alle Welt schaut nach Boston und Los Angeles und das ist auch gut so. Ein paar interessante Entwicklungen bei den anderen MLB-Teams möchte ich aber nicht unerwähnt lassen:

Den bislang größten Coup in Sachen Neuverpflichtungen haben die Miami Marlins gelandet, indem sie die beiden kubanischen Brüder mit den originellen Namen Victor Victor Mesa und Victor Mesa Jr. verpflichteten. Der 22-jährige Outfielder Victor Victor gilt als aktuell größtes internationales Baseballtalent und soll möglichst schnell fit für die MLB gemacht werden. Sein Bruder Victor Jr. ist nicht weniger talentiert, mit seinen 17 Jahren aber vermutlich noch ein paar Jahre von Major-League-Reife entfernt. Der Move war von langer Hand vorbereitet worden, indem die Marlins in den letzten Wochen diverse kleine Trades einfädelten, bei denen sie sich mit Budgetraum für internationale Verpflichtungen bezahlen ließen. Laut dem Mitbesitzer des Klubs, Derek Jeter, ist das Engagement der Mesa-Brüder der Auftakt zu einer langfristigen Schwerpunktsetzung. Die Marlins wollen Anlaufstelle Nummer eins für Talente aus Lateinamerika werden, nicht zuletzt um die Bindung der in Miami besonders großen hispanischen Bevölkerung an den Verein zu intensivieren.

Von den Teams, die auf der Suche nach einem neuen Manager waren, sind die Cincinnati Reds die ersten, die Vollzug gemeldet haben: David Bell wird der neue sportlich Verantwortliche der Reds sein. Der 46-jährige Bell ist als MLB-Manager ein Neuling, aber ansonsten ist er ein Baseball-Urgestein. Zwölf Jahre lang hat er als Third Baseman in der höchsten Liga gespielt, vier Jahre lang Teams im Minor-League-System der Reds gemanagt, zuletzt war er Vizepräsident für Spielerentwicklung bei den San Francisco Giants. Bell war auch in Texas und Toronto im Gespräch, doch die Reds waren sein Wunscharbeitgeber. Zwar hat er selbst nie für Cincinnati gespielt, aber er wurde dort geboren und sowohl sein Vater Buddy als auch sein Großvater Gus haben das Reds-Trikot getragen.

Auch die Los Angeles Angels haben sich für einen neuen Manager entschieden: Brad Ausmus folgt auf die langjährige Regentschaft von Mike Scioscia. Ausmus bringt vier Jahre Joberfahrung bei den Detroit Tigers sowie eine 18-jährige Karriere als Spieler mit. Er war letztes Jahr bereits als Assistent des General Managers Billy Eppler für die Angels tätig, daher dürften beide Seiten recht gut wissen, worauf man sich miteinander einlässt. Ausmus gilt als analytisch vorgehender Manager, was ihn von dem eher old-school-orientierten Scioscia deutlich unterscheidet. Seine Zeit in Detroit war nur im ersten Jahr von Erfolg gekrönt, als die Tigers 2014 mit 90 Siegen die AL Central gewannen. Insgesamt brachte Ausmus es dort auf eine Bilanz von 314 Siegen und 332 Niederlagen.

Quasi in letzter Sekunde vor der Veröffentlichung dieses Artikels erfahre ich noch, dass auch die Minnesota Twins ihren neuen Manger ausgewählt haben: Der Mann heißt Rocco Baldelli, war bisher Field Coordinator der Rays und galt schon seit einer Weile als heißer Kandidat für eine der freien Managerstellen. Es wird für den 37-Jährjgen das erste Engagement in dieser Rolle sein. Vorerfahrungen hat er drei Jahre lang als First Base Coach der Rays gesammelt sowie in seinem bisherigen Job, der eine Art Zwischenfunktion als Assistent des Managers und Talententwickler darstellte.

Nach wie vor im Auswahlprozess für einen neuen Manager befinden sich die Baltimore Orioles, die Texas Rangers und die Toronto Blue Jays.

Ebenfalls noch nicht entschieden ist, wer neuer General Manager der New York Mets wird. Die Kandidatenliste wurde mittlerweile auf drei Personen eingegrenzt und das ist vor allem deshalb interessant, weil es sich um drei Leute mit sehr unterschiedlichen Hintergründen und Herangehensweisen handelt. Da ist zum einen der 35-jährige Chaim Bloom, zurzeit Vizepräsident für Baseball Angelegenheiten bei den Rays. Er vertritt einen analytischen, auf Sabermetrics basierenden Ansatz. Der nächste Kandidat ist der frühere GM und derzeitige Berater der Brewers, Doug Melvin (66), der als eher traditioneller Funktionär gilt. Und dann ist da noch Brodie Van Wagenen, ein prominenter Spielervermittler, der zum Beispiel Jacob deGrom, Noah Syndergaard und Yoenis Cespedes vertritt. Der Wechsel des verhandlungserprobten 44-Jährigen auf die „andere Seite“ dürfte sicher für einiges Aufsehen sorgen, im positiven wie im negativen Sinne. Kurz gesagt: Unterschiedlicher könnten die Kandidaten kaum sein. Man kann sagen, die Owner der Mets, Fred und Jeff Wilpon, wählen bei ihrer Suche einen sehr breiten und offenen Ansatz. Man kann aber auch sagen – und das halte ich für die zutreffendere Variante -, sie haben anscheinend kurz vor der anstehenden Entscheidung keine Ahnung, was für eine Art von GM sie überhaupt suchen.

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Februar 1st, 2018 by Dominik

Wieder ist die neue MLB-Saison ein Stück näher gerückt und wieder war es eine relativ ereignisarme Offseason-Woche – abgesehen von den Aktivitäten der Brewers kurz nach dem letzten Grand Slam am Donnerstag. Ich weiß, dass ich mich Woche für Woche wiederhole, aber noch immer ist ein Großteil der interessantesten Free Agents ohne Vertrag für 2018. Ein Ende der Hängepartie ist nicht in Sicht, der Trainingsauftakt der meisten Teams aber nur noch zwölf Tage entfernt. Kein Wunder, dass inzwischen offenbar viele der verbleibenden Free Agents darüber nachdenken, sich zu einem eigenen Trainingslager zu treffen, damit sie von ihrem Fitnessstand her nicht ins Hintertreffen geraten gegenüber den unter Vertrag stehenden Spielern.

Brewers verstärken sich mit Yelich und Cain
Die Milwaukee Brewers haben einen Doppelschlag gelandet und damit alle Welt wissen lassen, dass mit ihnen dieses Jahr zu rechnen sein wird: Innerhalb von nur einer Stunde haben sie ihr Outfield gewaltig aufgerüstet, indem in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zuerst ein Trade für Christian Yelich und dann die Verpflichtung von Lorenzo Cain bekannt wurden.

Beide Maßnahmen haben sich die Brewers ordentlich was kosten lassen: Cain erhält einen Fünfjahresvertrag über 80 Millionen Dollar. Das ist MLB-weit mit Abstand der hochwertigste Kontrakt der bisherigen Offseason. Yelich kommt zwar mit einem relativ teamfreundlichen Vertrag (43,25 Millionen für die nächsten vier Jahre plus Teamoption für 2022), doch mussten die Brewers für ihn ein Paket von vier Prospects nach Miami schicken: OF Lewis Brinson, OF Monte Harrison, INF Isan Diaz und RHP Jordan Yamamoto werden die Marlins spürbar voran bringen mit ihrem Rebuilding-Projekt. Insbesondere Brinson und Diaz gelten als große Talente auf ihrer jeweiligen Position; Brinson wird möglicherweise schon ab Saisonbeginn das Centerfield der Marlins übernehmen.

Die Brewers haben sich außerdem für 5 Millionen Dollar und zwei Jahre die Dienste von Reliever Matt Albers gesichert und nach allem, was sich vernehmen lässt, sind sie noch nicht fertig damit, sich für einen Angriff auf die NL Central zu rüsten: Mindestens ein hochwertiger Starter soll noch her, unter anderem sind die Brewers wohl noch im Rennen um Top-Free-Agent Yu Darvish.

Mets behalten Reyes, traden Smoker
Auch die New York Mets sind noch auf der Suche nach einem Starting Pitcher, allerdings eher nach einer preiswerten Option für die Mitte der Rotation. Priorität hat bei den Mets vermutlich aber ein erfahrener Second oder Third Baseman. Aktuell stünden für diese Posten mit Asdrubal Cabrera, Wilmer Flores und dem frisch für ein weiteres Jahr und 2 Millionen Dollar verpflichteten José Reyes drei Utility-Spieler zur Verfügung, die allesamt zu soliden Battingleistungen fähig, defensiv aber eher als Fragezeichen einzustufen sind. Um im Roster Platz für Reyes zu schaffen, wurde der linkshändige Reliever Josh Smoker designated for assignment. Für ihn fand sich prompt ein Interessent in den Pittsburgh Pirates, die im Gegenzug für Smoker Lefty-Prospect Daniel Zamora und etwas Geld nach New York schicken.

Trade zwischen Athletics und Royals
Einen weiteren Trade gab es zwischen den Oakland Athletics und den Kansas City Royals: Die A’s senden die beiden Pitcher Jesse Hahn und Heath Fillmyer nach Kansas City, dafür erhalten sie DH Brandon Moss, RP Ryan Buchter und 3,25 Millionen Dollar. Moss ist der bekannteste Name in diesem Trade, doch bei seiner Rückkehr nach Oakland geht es vermutlich eher um die Übernahme eines Großteils seines Gehalts von 8,25 Millionen Dollar, denn die Royals sind nach wie vor bemüht, das Geld für einen langfristigen Kontrakt mit 1B Eric Hosmer zusammenzukratzen. Neben diesen finanziellen Erwägungen ist der Kern des Trades, dass die Athletics einen dringend benötigten linkshändigen Reliever für ihren Bullpen bekommen haben und die Royals zwei günstige Ergänzungen für ihre alternde Rotation.

Noch ein Reliever für die Diamondbacks
Die Arizona Diamondbacks setzen derweil ihre letzte Woche begonnene Strategie fort, schwächelnde Reliever mit Minor-League-Verträgen anzuhäufen in der Hoffnung, dass ein paar davon zurück in die Erfolgsspur finden. Nach Antonio Bastardo, Fernando Salas, Kris Medlen und Michael Blazek reiht sich nun auch Neftali Feliz in die Reihe der Hoffnungsvollen ein. Feliz begann letzte Saison als Closer der Brewers, wurde aber nach schwachen Leistungen (6.0 ERA) im Juni entlassen und überzeugte auch nach der Aufnahme durch die Royals nicht, die ihn schließlich am 1. September ebenfalls aus dem Kader strichen.

Machado wechselt die Position
Manny Machado galt in dieser Offseason lange als Kandidat für einen Trade, da sein Vertrag zum Ende der Saison ausläuft, die Ziele der Baltimore Orioles wie fast jedes Jahr ein Rätsel sind und Machado selbst keinen Hehl daraus machte, dass er unzufrieden mit seiner primären Verwendung als Third Baseman ist. Nun sieht alles danach aus, dass Machado zumindest bis zur Trade Deadline Ende Juli in Baltimore bleiben wird. Um ihm dies schmackhaft zu machen und vielleicht auch, um seinen Tradewert noch etwas nach oben zu treiben, wird ihm sein Wunsch gewährt, dieses Jahr auf seiner Lieblingsposition als Shortstop zu spielen. Voraussichtlich wird er dafür schlicht die Rollen mit dem bisherigen SS Tim Beckham tauschen. Natürlich mühen sich nun alle Verantwortlichen zu betonen, dass diese Umstellung eine rein sportliche Entscheidung zum Besten des Teams ist – man darf sich aber schon fragen, warum man dann erst jetzt auf diese Idee gekommen ist…

Chief Wahoo hat ausgedient
Nach langer Diskussion, zu der ich vor einem Dreivierteljahr schon mal meinen Senf abgegeben hatte, ist nun endlich eine Entscheidung gefallen: Chief Wahoo, die von vielen als rassistisch empfundene Indianerkarikatur auf den Uniformen der Cleveland Indians, wird 2018 seine Abschiedssaison geben. Ab 2019 leistet Chief Wahoo dem Sarotti-Mohr und dem Affenpullover von H&M Gesellschaft im längst überfälligen Ruhestand. Ich finde, über Teamnamen wie Braves oder Indians kann man durchaus geteilter Meinung sein und man muss nicht gleich in allem einen Angriff oder eine Beleidigung sehen. Aber die debil grinsende knallrote Fratze mit Hakennase liegt für mich jenseits der Grenze von Geschmacks- oder Interpretationsfragen und ich bin froh, dass sie bald weg ist.

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November 12th, 2017 by Dominik

Die Free Agency läuft offiziell seit einer Woche, die großen Deals sind bislang noch ausgeblieben. Das ist nicht weiter überraschend, denn üblicherweise kommt erst ab den Winter Meetings der MLB – dieses Jahr vom 10. bis 14. Dezember in Orlando – richtig Bewegung in den Markt. Das nennenswerteste Signing der letzten Tage ist der Fünfjahresvertrag über 106 Millionen Dollar, für den Outfielder Justin Upton bei den Los Angeles Angels bleibt. Upton war kein Free Agent, er hatte aber eine Ausstiegsoption im alten Vertrag, die nun natürlich hinfällig ist.

Die diesjährige Free-Agent-Klasse umfasst verhältnismäßig viele gute Starting Pitcher, zwei Top-Closer, eine bunte Mischung aus Positionsspielern und ein japanisches Ausnahmetalent, das die Liga auf Jahre hinaus prägen könnte. Hier sind meine Top-20 der Free Agents 2017:

  1. Shohei Otani, SP/OF, Hokkaido Nippon Ham Fighters

Der 23-jährige Otani ist in aller Munde als das wohl größte Talent, das der Baseball seit einiger Zeit gesehen hat. Otani dominiert die japanische Liga sowohl als Pitcher als auch am Schlag. In der MLB würde er sicher vornehmlich als Pitcher eingesetzt, aber es wäre denkbar, dass er an Tagen zwischen seinen Starts auch als Batter aufgestellt wird – vor allem, wenn er in der American League landet und somit als Designated Hitter infrage kommt. Aufgrund seines Alters gilt Otani für die MLB als „internationaler Amateur-Free-Agent“ und kann dem aktuellen Collective Bargaining Agreement zufolge nur einen Vertrag über rund 10 Millionen Dollar bekommen – und auch das nur, wenn ein Team sein erlaubtes Budget für internationale Verpflichtungen durch Trades auf das Maximum erhöht und dieses Maximum vollständig für Otani einsetzt. Er könnte diesen Kraftakt wert sein. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass Otani bei seinem ersten Vertrag auf die eine oder andere Million verzichtet und das Team wählt, bei dem ihm die ruhmreichste Karriere winkt. Mein Tipp: Er landet bei den Yankees.

  1. Yu Darvish, SP, Los Angeles Dodgers

Auch der Rang des besten „normalen“ Free Agents ist in japanischer Hand. Yu Darvish – er kam  2011 übrigens ebenfalls von den Ham Fighters in die MLB – hatte eine World Series zum Vergessen, ist und bleibt aber ein sehr guter Pitcher. Er wird keine Probleme haben, einen langfristigen Vertrag und ein Jahresgehalt von 25 Millionen Dollar oder mehr an Land zu ziehen. Mein Tipp: Er geht zu den Cubs.

  1. J.D. Martinez, OF, Arizona Diamondbacks

Martinez kam im Juli per Trade von den rebuildenden Tigers zu den Diamondbacks und erwies sich dort als offensive Granate mit einer Slashline von .302/.366/.741 und 29 Homeruns in 62 Spielen. Mit diesen Zahlen ist er der beste auf dem Markt verfügbare Batter und es ist davon auszugehen, dass die Diamondbacks bei einem Wettbieten um Martinez‘ Dienste nicht mithalten können. Mein Tipp: Sofern die Giants nicht für Giancarlo Stanton traden, ist Martinez ihr Mann.

  1. Jake Arrieta, SP, Chicago Cubs

Arrieta hat in den vergangenen zwei Jahren 2 mph von seinem Fastball verloren und auch seine sonstigen Werte weisen einen eher absteigenden Trend auf. Dennoch ist der 32-Jährige ein verlässlicher Starter und anerkannter Führungsspieler, der mit einem Vier- bis Fünfjahresvertrag und dreistelligen Dollarmillionen rechnen darf. Die Cubs haben seit zwei Jahren erfolglos versucht, eine Verlängerung mit Arrieta auszuhandeln. Daher vermute ich, dass er auch das Qualifying Offer ablehnt und beide Seiten sich anderweitig orientieren. Mein Tipp: Die Dodgers holen ihn als Nachfolger von Darvish.

  1. Wade Davis, RP, Chicago Cubs

Auch Davis hat von den Cubs ein Qualifying Offer über 17,4 Millionen Dollar erhalten, auch er wird es voraussichtlich ablehnen und etwas Längerfristiges anstreben. Als bester Closer auf dem Markt wird er einen Vertrag in der Größenordnung der 62 Millionen für vier Jahre verlangen, die letztes Jahr Mark Melancon abgeräumt hat. Die Cubs waren bisher immer zurückhaltend mit großen Verträgen für Reliever, aber dennoch ist mein Tipp: Davis verlängert in Chicago.

  1. Eric Hosmer, 1B, Kansas City Royals

Mit 28 ist Hosmer relativ jung für einen Free Agent und mit .318/.385/.498 hat er zum richtigen Zeitpunkt offensiv die beste Saison seiner Karriere hingelegt. In einigen Rankings steht er deutlich höher als bei mir, aber für meinen Geschmack sind Hosmers Leistungen zu unkonstant, um den erhofften 200-Millionen-Dollar-Vertrag zu rechtfertigen. In Kansas City steht ein Rebuilding an, aber ich kann mir vorstellen, dass man Hosmer langfristig als Gesicht der Franchise bindet. Mein Tipp: Er bleibt.

  1. Mike Moustakas, 3B, Kansas City Royals

Genau wie seine Teamkollegen Eric Hosmer und Lorenzo Cain hat Moustakas von den Royals ein Qualifying Offer erhalten und wird es ablehnen, weil er einen langfristigen Vertrag möchte und diesen auch verdient. Er wird ihn bekommen und weil ich glaube, dass die Royals sich bereits für eine Verlängerung von Hosmer finanziell aus dem Fenster lehnen, ist mein Tipp: Moustakas wechselt zu den Atlanta Braves.

  1. Greg Holland, RP, Colorado Rockies

Holland ist die Alternative zu Wade Davis für Teams, die ihren Closer-Posten für ein paar Jahre zuverlässig besetzt wissen möchten. Im Vergleich mit Davis bringt Holland ein paar Fragezeichen mit, da er 2016 wegen Tommy-John-Surgery pausierte und 2017 nach einer dominanten ersten Saisionhälfte gegen Ende deutlich nachließ. Mein Tipp: Er lehnt das Qualifying Offer ab und verlängert für drei Jahre bei den Rockies.

  1. Jay Bruce, OF, Cleveland Indians

Bruce ist ein weiterer Spieler, der pünktlich zum Auslaufen seines Vertrages eine starke Saison hingelegt hat und nun auf einen Vertrag in der Größenordnung um 50 Millionen Dollar hoffen kann. Da Bruce während der Saison von den Mets zu den Indians getradet wurde, war ein Qualifying Offer nicht möglich. Das erleichtert einen erneuten Teamwechsel, weil ohne QO keine Draftpick-Kompensation für das abgebende Team anfällt. Mein Tipp: Er wird der Nachfolger von José Bautista bei den Blue Jays.

  1. Lance Lynn, SP, St. Louis Cardinals

Lynn kehrte 2017 erfolgreich von seiner Tommy-John-Surgery zurück und ist ein solider Innings-Eater, den man sich als Nummer zwei oder drei nahezu jeder MLB-Rotation vorstellen kann. Entsprechend groß wird die Nachfrage nach seinen Diensten sein und das Qualifying Offer der Cardinals kommt für ihn definitiv nicht infrage. Mein Tipp: Er geht nach Baltimore.

  1. Lorenzo Cain, OF, Kansas City Royals
  2. Alex Cobb, SP, Tampa Bay Rays
  3. Zack Cozart, SS, Cincinnati Reds
  4. Carlos Santana, 1B, Cleveland Indians
  5. Logan Morrison, 1B/OF, Tampa Bay Rays
  6. Addison Reed, RP, Boston Red Sox
  7. Todd Frazier, 3B, New York Yankees
  8. Jonathan Lucroy, C, Colorado Rockies
  9. Neil Walker, 2B, Milwaukee Brewers
  10. Brandon Morrow, RP, Los Angeles Dodgers

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November 9th, 2017 by Dominik

Herzlich willkommen zur ersten Offseason-Ausgabe des Grand Slam am Donnerstag in diesem Jahr. Bis es im April wieder um Spiele und Ergebnisse geht, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich aus Zeitgründen nicht in einem ausführlichen Artikel verarbeiten kann, aber zumindest mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich hiermit ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, und ich freue mich über jede weitere.

Roy Halladay und Daniel Flores sind tot
Einsteigen muss ich leider mit zwei sehr traurigen Meldungen: Roy Halladay, während seiner aktiven Zeit für Philadelphia und Toronto einer der besten Pitcher der MLB, ist im Alter von nur 40 Jahren ums Leben gekommen. Halladay brachte es von 1988 bis 2013 dreimal zum All-Star und gewann je einen Cy-Young-Award in der National und in der American League. Legendär wurde er im Jahr 2010,  als er für die Phillies ein Perfect Game in der regulären Saison und einen No-Hitter in den Playoffs warf. „Doc“ Halladay starb am Dienstag beim Absturz eines von ihm selbst gesteuerten Leichtflugzeuges in den Golf von Mexiko.
Genauso traurig ist die Geschichte von Daniel Flores: Gerade mal 17 Jahre alt wurde der Nachwuchs-Catcher, den die Boston Red Sox erst im Sommer dieses Jahres für einen Signing-Bonus von über drei Millionen Dollar aus seiner Heimat Venezuela geholt hatten. Er schien eine große Zukunft vor sich zu haben, galt als Top-10-Prospect sowohl innerhalb der Franchise als auch unter allen Catchern im US-Baseball. Flores starb laut Meldung der Red Sox an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Krebsbehandlung.

Neue Manager für sechs MLB-Teams
Ein Fünftel der MLB-Teams wird mit einem neuen Manager in die Saison 2018 gehen. Zur Erinnerung: Der Manager ist im Baseball-Sprachgebrauch die Position, die man in anderen Sportarten als Headcoach oder Cheftrainer bezeichnet.
In Detroit hat man sich für einen alten Hasen entschieden in Person von Ron Gardenhire, der von 2002 bis 2014 dreizehn Jahre lang die Minnesota Twins gemanagt hatte. Der 60-Jährige soll mit seiner Erfahrung den dringend nötigen Neuaufbau der Tigers begleiten.
Ebenfalls im Neuaufbau befinden sich die Philadelphia Phillies, die dabei auf ein ganz neues Gesicht setzen: Gabe Kapler verfügt bisher über keine Erfahrung als Manager außer einem kurzfristigen Minor-League-Engagement vor zehn Jahren, nach dem er dann doch noch bis 2011 seine Karriere als Spieler fortsetzen. Als Director of Player Development der Los Angeles Dodgers durfte der 42-Jährige in den vergangenen drei Jahren unter Beweis stellen, dass er ein gutes Händchen in der Entwicklung junger Spieler hat.
Die anderen vier Teams, die sich für einen Wechsel des Managers entschieden haben, streben keinen Neuaufbau sondern zeitnahe Erfolge an. Die Boston Red Sox erhoffen sich diese von Alex Cora, der als Bench Coach in Houston gerade die World Series gewonnen hat. Außer diesem einen Jahr Coaching-Erfahrung ist Cora in dem Metier noch ein unbeschriebenes Blatt. Er gilt aber als hervorragender Analyst und stand bei mehreren Teams auf der Kandidatenliste als Manager.
Eines dieser Teams waren die New York Mets. Sie haben sich letztlich für Mickey Callaway entschieden, den bisherigen Pitching-Coach der Cleveland Indians. In dieser Rolle hat er fünf Jahre lang sehr erfolgreiche Arbeit geleistet und sich damit für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter empfohlen. Callaway ist genau wie Kapler und Cora 42 Jahre alt, das scheint dieses Jahr ein beliebtes Einstiegsalter zu sein.
Ein paar Jahre älter, genauer gesagt 53, musste Dave Martinez werden, bevor ihm die Washington Nationals seine erste Chance als Manager auf höchster Ebene anboten. Er bringt zehn Jahre Erfahrung als Bench Coach der Tampa Bay Rays und der Chicago Cubs mit.
Die einzige derzeit noch offene Managerstelle der MLB ist die wohl begehrteste, nämlich die der New York Yankees. Etwas überraschend trennten sich die Yankees nach der Saison von Joe Girardi, der zehn Jahre lang das Zepter in der Hand gehalten und 2009 einen World-Series-Titel geholt hatte. Die Yankees haben gerade erst mit den Bewerbungsgesprächen begonnen; als erster wurde der bisherige Bench Coach Rob Thomson interviewt. Die Kandidatenliste ist noch lang, der prominenteste Name darauf ist jedoch bereits gestrichen: Alex Rodriguez hat deutlich gemacht, dass er kein Interesse an dem Job hat.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden die Gold Glove Awards für herausragende Defensivleistungen vergeben. 18 Preisträger gibt es, je einen auf jeder Position in der National League und in der American League. Besonders hervorzuheben sind 3B Nolan Arenado (Rockies), LF Jason Heyward (Cubs) und LF Alex Gordon (Royals), die jeweils schon zum fünften Mal in ihrer Karriere die Ehrung erhalten haben. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2017.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Die Finalisten für die Auszeichnungen wurden vor einigen Tagen veröffentlicht. Meine persönliche Einschätzung hatte ich Anfang September bereits abgegeben und anscheinend habe ich zumindest nicht ganz falsch gelegen, denn meine Favoriten sind allesamt noch im Rennen.

Qualifying Offers für neun Spieler
Der wichtigste Teil der Offseason ist die Free Agency, die am Sonntag offiziell begonnen hat. Ihr Startschuss ist gleichzeitig die Deadline für das Einreichen sogenannter Qualifying Offers. Neun Spieler mit auslaufendem Vertrag haben von ihrem Team ein solches Angebot erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,4 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Jeder von ihnen hat nun eine Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnt er es ab und unterschreibt woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Hier gibt es eine Übersicht über die neun Qualifying Offers dieses Jahres sowie über ein paar nennenswerte Spieler, die das Angebot nicht erhalten haben. Für Spieler, die während der gerade beendeten Saison getradet wurden, können übrigens keine Qualifying Offers abgegeben werden.

Stanton, Gordon, Yelich im Ausverkauf?
Trade- und Free-Agent-Gerüchte gibt es in dieser Zeit des Jahres mehr als man erzählen kann. Im Mittelpunkt davon stehen dieses Mal die Miami Marlins, nachdem die neue Owner-Gruppe um Derek Jeter angekündigt hat, einen massiven Umbruch einzuleiten und die Kosten des Kaders deutlich zu reduzieren. RF Giancarlo Stanton, 2B Dee Gordon und CF Christian Yelich sind die drei herausragenden Kandidaten, die gesteigertes Interesse anderer Teams hervorrufen dürften. Das gilt ganz besonders für Stanton, der dieses Jahr die meisten Homeruns (59) erzielt hat seit Barry Bonds 2001 auf dem Höhepunkt der Doping-Ära 73 gelangen. Ihn hätte sicher jeder General Manager gern im Team, allerdings kommt Stanton mit einem dicken Rucksack: Das neue Team müsste den noch bis 2028 laufenden Vertrag übernehmen, der Stanton durchschnittlich 25 Millionen Dollar im Jahr einbringt. So krank es sich anhören mag: 25 Millionen Dollar Jahresgehalt für einen Superstar sind in der MLB durchaus im normalen Rahmen. Das Problem bei der Sache ist die Verpflichtung, die teure Bezahlung noch elf Jahre aufrecht zu erhalten, ohne zu wissen ob Stanton mit 38 noch fit ist und abliefert. Ich bin relativ sicher, dass die Marlins jemanden finden, der den Vertrag übernimmt. Viel Gegenwert in Form von Prospects werden sie wegen der problematischen Vertragssituation aber nicht erwarten dürfen.

Lackey, Colon, Granderson haben noch lange nicht genug
Im Gegensatz zum letzten Jahr, als zum Beispiel David Ortiz und Alex Rodriguez ihre Karriere beendeten, hat in der laufenden Offseason noch kein ganz Großer seinen Übergang in den Ruhestand verkündet. Die Pitcher Matt Cain (Giants) und Bronson Arroyo (Reds) sind bislang die namhaftesten Neurentner des Jahres. Drei andere Kandidaten, Pitcher John Lackey (39, Cubs), Pitcher Bartolo Colon (44, Twins) und Outfielder Curtis Granderson (36, Dodgers) haben trotz fortgeschrittenen Alters und auslaufender Verträge bereits angekündigt, dass sie auch nächstes Jahr noch in der MLB zu spielen gedenken. Ich freue mich drauf.

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