November 1st, 2018 by Dominik

Seit vier Tagen ist die MLB-Saison 2018 Geschichte. Die Boston Red Sox sind noch mitten in den redlich verdienten Feierlichkeiten nach der souverän gewonnenen World Series, alle anderen machen sich mehr oder weniger intensiv Gedanken, wie man den Bostonern im nächsten Jahr das Leben schwerer machen kann als in diesem. Das gilt ganz besonders für die Los Angeles Dodgers, bei denen nach der verlorenen Finalserie zwei wichtige Personalentscheidungen anstehen.

Hier auf dem Baseblog ist die Offseason traditionell die Zeit, in der ich mich neben dem aktuellen Geschehen verstärkt mit Hintergrundthemen wie  Taktiken, Geschichte, Ballparks und so weiter beschäftige. Es wird dazu wieder das beliebte Wunschkonzert geben, das ich mit einem Artikel am kommenden Wochenende starten werde. Also haltet die Augen offen, denn es lohnt sich, beim Wünschen schnell zu sein.

Die World Series
Die World Series ist nun schon ein paar Tage her und ich fange jetzt nicht noch mal damit an, jedes einzelne Spiel durchzugehen. Stattdessen stelle ich die Frage, was von dieser Finalserie in Erinnerung bleiben wird. Mir fällt dazu Folgendes ein:

  • Das längste Spiel der World-Series-Geschichte (siehe „Statistik der Woche“).
  • Nathan Eovaldi, dessen Einsatz als Starting Pitcher dreimal vorgesehen war, aber nie zustande kam, weil er stattdessen im Dienst der Mannschaft immer wieder in kritischen Situationen Relieve-Aufgaben übernahm.
  • Die große Ausgewogenheit des Bostoner Lineups, das sowohl Homeruns als auch Smallball beherrscht und aus dem sich quasi in jedem Spiel ein neuer Held in den Vordergrund schiebt, auch wenn es für die drei, vier Top-Hitter mal nicht rund läuft.
  • David Price, der mit zwei hervorragenden Starts wohl endgültig den Ruf hinter sich gelassen hat, kein guter Playoff-Pitcher zu sein.
  • Clayton Kershaw, der genau das nicht geschafft hat – zwei World-Series-Starts mit einem ERA von 7.36 sind nicht das, was man von einem der – wenn nicht sogar dem – besten Pitcher der Welt erwartet.
  • Kenley Jansen, der als Closer das ist, was Kershaw als Starter ist: Weltspitze, aber in der World Series zum zweiten Mal hintereinander eine herbe Enttäuschung.
  • Ein eiskaltes Batting-Lineup der Dodgers, das es in der World Series auf einen Batting Average von nur .180 brachte. Das ist indiskutabel zu wenig; auch für ein Team, das von seiner Grundanlage her mehr auf Homeruns als auf einen hohen Average ausgerichtet ist.
  • Die Red Sox haben ihren Titelgewinn gestern in Boston mit einer großen Parade gefeiert und können sich nach nunmehr vier gewonnenen World Series innerhalb von 15 Jahren mit Fug und Recht das Team des bisherigen Jahrtausends nennen. 2004, 2007, 2013 und nun 2018 sind die Jahreszahlen der Meisterschaften des erfolgreichsten MLB-Teams seit dem Hattrick der New York Yankees von 1998 bis 2000. Das war damals übrigens auch das bisher letzte Mal, dass ein Team seinen World-Series-Titel verteidigen konnte. Die Red Sox scheinen nach dem überragenden Jahr mit 108 Saisonsiegen und einer durchweg dominanten Postseason ein heißer Kandidat, dieses Kunststück vollbringen zu können. Dafür spricht nicht zuletzt, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Meistermannschaft größtenteils beisammen gehalten werden kann. Craig Kimbrel, Nathan Eovaldi und Joe Kelly sind die hochkarätigsten Free Agents, alle anderen Leistungsträger haben noch Verträge.

    Für die Dodgers stellt sich unterdessen nach der zweiten verlorenen World Series hintereinander die Frage, ob und wie man die Kraft für einen dritten Anlauf findet. Vieles wird an der Frage hängen, ob Superstar Clayton Kershaw sich entscheidet, in Los Angeles zu bleiben. Sein Siebenjahresvertrag mit den Dodgers, von dem noch zwei Jahre ausstehen, enthält eine einseitige Ausstiegsklausel, die er innerhalb von drei Tagen nach Saisonende hätte ziehen können. Das hat er bisher nicht getan, aber er hat sich mit dem Verein auf eine Fristverlängerung bis Freitagnachmittag geeinigt. Das scheint dafür zu sprechen, dass er sich die Entscheidung nicht leicht macht. Viel mehr Geld wird woanders allerdings kaum zu verdienen sein: Mit einem Jahresgehalt von 33 Millionen Dollar ist Kershaw bereits der bestbezahlte Pitcher und der zweitbestbezahlte Baseballspieler der Welt.

    Neben Kershaws Zukunft ist auch die von Manager Dave Roberts ungeklärt. Sein Vertrag läuft aus und bislang haben die Dodgers öffentlich keine klaren Signale gesendet, ob man an einer Verlängerung interessiert ist. Während seiner bislang drei Jahre im Amt hat Roberts 287 Spiele gewonnen und 200 verloren. Er hat sein Team in jedem Jahr an die Spitze der NL West und zweimal hintereinander bis in die World Series geführt. Das ist eine beeindruckende Bilanz, aber man muss auch erwähnen, dass Roberts während der Playoffs mehrfach Kritik für sein Lineup- und Bullpen-Management einstecken musste. Soweit ich es einschätzen kann, gilt Roberts Verbleib als völlig offen.

    Szene der Woche
    Hätte irgend jemand ein Drehbuch zur World Series geschrieben, er hätte wohl keine bessere Schlussszene erfinden können als die, die sich am Sonntag ereignet hat. Auf dem Mound stand Chris Sale, der Top-Pitcher der Red Sox. Er hätte zur tragischen Figur der Postseason werden können, weil er nach einer hervorragenden regulären Saison von einer Magenerkrankung geplagt war und seine Leistung nicht so abrufen konnnte wie gewohnt. Doch das Ende war für ihn mehr als versöhnlich: Er pitchte das neunte Inning des entscheidenden Spiels und schickte alle drei Batter per Strikeout von der Platte. Beim dritten Aus war ausgerechnet Manny Machado am Schlag. Der kurz vor der Trade-Deadline verpflichtete Shortstop der Dodgers hatte während der Playoffs kräftig an seinem Badboy-Image gearbeitet mit mehreren schlecht verdeckten Fouls und mit höhnischem Grinsen über die Buhrufe, die er für seine Aktionen erhielt. Die letzte Szene der Saison also war ein Strikeout von Sale gegen Machado. Nicht irgendein Strikeout, sondern ein perfekter Slider, der Machado so hart daneben schwingen ließ, dass er dabei auf die Knie ging. Baseball kann so schön sein.

    Statistik der Woche
    7:05. So viele Stunden dauerte – nein, nicht Spiel drei der World Series 2018. Das dauerte 7:20 Stunden und somit eine glatte Viertelstunde länger als die gesamte World Series 1939. Auch damals gab es schon den Modus „Best of 7“, also vier Siege bis zum Gewinn der Championship. Die New York Yankees schlugen damals die Cincinnati Reds in 4:0 Spielen.

    Der Rest der Liga
    Beginnen wir mit der traurigsten Nachricht dieser Baseballwoche: Willie McCovey ist tot. Der legendäre First Baseman der San Franciso Giants starb gestern im Alter von 80 Jahren. McCovey spielte von 1959 bis 1980 in der MLB, den größten und erfolgreichsten Teil davon für die Giants. Sein Name wird unsterblich bleiben, nicht nur weil McCovey 1986 in die Hall of Fame gewählt wurde und weil die Giants seine Nummer 44 retired haben, sondern vor allem weil die Bucht hinter der Rightfield-Tribüne von AT&T-Park – das Ziel der berühmten Splash-Hits – im Gedenken an den linkshändigen Slugger allseits als „McCovey Cove“ bekannt ist.

    In den MLB-Franchises geht es ab sofort und für die nächsten Monate vor allem um die Kaderzusammenstellung zur kommenden Saison 2019. Bei den New York Mets musste dafür erst mal ein neuer Verantwortlicher gesucht werden, nachdem General Manager Sandy Alderson während der Saison zurückgetreten war. Die Entscheidung fiel auf Brodie Van Wagenen, einen bisherigen Spieleragenten. Als solcher war Van Wagenen sehr einflussreich, hatte viele namhafte Klienten. Zu selbigen gehörten zum Beispiel die Mets Jacob deGrom, Noah Syndergaard, Yoenis Cespedes und Brandon Nimmo sowie von anderen Teams Robinson Cano, Ryan Zimmerman und Ryan Howard. Der 44-jährige Van Wagenen ist ein Verhandlungsprofi und gilt als guter Analytiker. Interessant wird sein, wie sich sein Wechsel von der Seite der Spieler- zur Seite der Klubvertreter auswirkt. Schließlich hat er nun die Macht und die Verantwortung, seinen Ex-Klienten zu erklären, ob sie aus Sicht des Vereins wirklich die Verträge verdienen, die er als Agent vor Kurzem noch für sie gefordert hat.

    Auch die Toronto Blue Jays sind auf der Suche nach einem neuen leitenden Angestellten fündig geworden. Bei ihnen war es der Posten des Managers, der zu besetzen war. Zur Erinnerung: Das ist im Gegensatz zum General Manager das, was man in anderen Sportarten als Headcoach bezeichnet. Diese Stelle wird ab sofort Charlie Montoyo ausfüllen. Montoyo hat als Spieler nur sehr kurz in die MLB hinein schnuppern dürfen, als Manager dürfte er aber nach 18 Jahren im Minor-League-System sowie drei Jahren als Third-Base-Coach und einem Jahr als Bench-Coach der Tampa Bay Rays wissen, was auf ihn zukommt. Die Coaches der Rays sind dieses Jahr heiß begehrt: Letzte Woche wurde schon Rocco Baldelli als neuer Manager der Twins vorgestellt und Matt Quatraro galt ebenfalls als Kandidat für einen höheren Posten. Den erhält er jetzt bei den Rays, indem er nach Montoyos Wechsel vom Third-Base-Coach zum Bench Coach aufsteigt.

    Kein neues Personal gibt es bei den Oakland Athletics, hier setzt man stattdessen auf Kontinuität: Vizepräsident Billy Beane, General Manager David Forst und Manager Bob Melvin erhielten allesamt frühzeitig neue Verträge, bevor die alten in einem Jahr ausgelaufen wären. Das ist ein klarer Vertrauensbeweis der Klubführung, den das Trio sich durch die sensationell starke Saison ihres Low-Budget-Teams redlich verdient hat.

    Eine der ersten Entscheidungen, die sämtliche General Manager in der Offseason zu treffen haben, ist die über sogenannte Qualifying Offers an Spieler. Ein Qualifying Offer ist ein Vertragsangebot über einen ligaweit einheitlichen Betrag – derzeit rund 17,9 Millionen Dollar – für einen Einjahresvertrag. Dieses Angebot kann man einem Spieler mit auslaufendem Vertrag machen, wenn er a) noch nie in seiner Karriere ein solches Angebot erhalten hat und b) die gesamte abgelaufende Saison im Kader des Vereins verbracht hat. Wahrscheinliche Kandidaten für ein Qualifying Offer sind dieses Jahr zum Beispiel Bryce Harper, Patrick Corbin, Dallas Keuchel und Craig Kimbrel – und auch Clayton Kershaw, falls er die oben erwähnte Option zieht. Wer so ein Angebot erhält, hat eine Woche Zeit, es anzunehmen. Lehnt er es ab und unterschreibt woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation.

    Neben dem allgemein geregelten Verfahren der Qualifying Offers stehen dieser Tage zahlreiche Entscheidungen über Optionen an, auf die sich die Klubs und die Spieler in den einzelnen Verträgen geeinigt haben. Um nur ein paar der schon ausgeübten oder abgelehnten Optionen zu nennen: Die Diamondbacks haben die Option für Paul Goldschmidt (14,5 Millionen) gezogen, die Giants die für Madison Bumgarner (12 Millionen) und die für Pablo Sandoval (550.000), die Red Sox die für Chris Sale (16 Millionen) und die Indians die für Carlos Carrasco (9 Millionen); abgelehnt wurden hingegen die Möglichkeiten, James Shields für 16 Millionen bei den White Sox, Ervin Santana für 14 Millionen bei den Twins und Gerardo Parra für 12,5 Millionen bei den Rockies zu halten. Diese Spieler werden nun ebenso Free Agents wie Mike Moustakas (15 Millionen) und Joakim Soria (10 Millionen), die sich selbst dagegen entschieden, ihre Verlängerungsoption bei den Brewers zu ziehen. David Price hingegen hat seine Option genutzt und sich damit vier weitere Jahre bei den Red Sox für insgesamt 127 Millionen Dollar gesichert.

    Keine formell vereinbarten Optionen hat J. T. Realmuto, der Catcher und letzte verbliebene Star der Miami Marlins. Sein Erstvertrag läuft noch für zwei Jahre und die muss er, wenn der Klub darauf besteht, bei den Marlins verbringen. Das Tischtuch zwischen den beiden Seiten scheint allerdings zerschnitten, denn Realmuto und sein Agent Jeff Berry ließen bereits öffentlich verlauten, er werde „zum Start des Spring Trainings definitiv ein anderes Trikot tragen“. Mit anderen Worten: Realmuto will kein Teil von Miamis Rebuilding-Projekt sein und verlangt einen Trade. Das könnte eine der interessanten Geschichten dieser Offseason werden.


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    Juli 27th, 2017 by Dominik

    Wie letzte Woche angekündigt gibt es heute eine etwas kürzer als gewohnt ausfallende Urlaubsedition des Grand Slam am Donnerstag. Das Team der Stunde sind die Kansas City Royals mit derzeit acht Siegen am Stück. Die Los Angeles Dodgers schienen Ende letzter Woche etwas zu stolpern, aber nach zwei Niederlagen gegen die Atlanta Braves haben sie nun schon wieder fünfmal hintereinander gewonnen und sind auch ohne den verletzten Clayton Kershaw dabei, ihre dominante Saison fortzusetzen.

    National League
    Wenig Neues in der National League East: Die Washington Nationals (60-39) ziehen weiterhin einsam ihre Kreise vor dem abgeschlagenen Rest der Division. Angesichts von zwölfeinhalb Spielen Vorsprung wird auch der Ausfall von Stephen Strasburg zu verkraften sein. Der Pitcher ist wegen eines eingeklemmten Nervs im Unterarm auf der DL gelandet, wird aber voraussichtlich nur einen Start verpassen.

    Deutlich spannender geht es in der NL Central zu, in der die Chicago Cubs (53-47) seit dem All-Star-Break ihre Vorjahresform wiedergefunden und inzwischen auch die Führung übernommen haben. Die Milwaukee Brewers (54-49) sind mit nur zwei Siegen aus den letzten zehn Spielen böse abgestürzt, aber noch liegen sie nur ein halbes Spiel hinter den Cubs und von Freitag bis Sonntag treffen die beiden Kontrahenten direkt aufeinander. Mit etwas Abstand sind auch die St. Louis Cardinals (50-51) und die Pittsburgh Pirates (50-52) noch im Rennen.

    Die NL West ist nach wie vor die stärkste Division im Baseball und auf gutem Weg, beide Wild-Card-Plätze der National League zu holen. Die Arizona Diamondbacks (58-43) und die Colorado Rockies (58-45) würden in jeder anderen Gruppe ernsthaft um Platz eins mitspielen, doch auf die Los Angeles Dodgers (71-31) haben sie schon zwölfeinhalb bzw. dreizehneinhalb Spiele Rückstand. Die Dodgers müssen voraussichtlich vier bis sechs Wochen auf ihren Starpitcher Clayton Kershaw verzichten. Man darf gespannt sein, ob sie nun zur Trade Deadline noch einmal nachlegen und jemanden wie Sonny Gray oder Yu Darvish an Land ziehen.

    American League
    Die Boston Red Sox (56-47) haben sich zwischendurch vier Niederlagen in Folge erlaubt und damit für neue Spannung in der American League East gesorgt. Sie stehen nun nur noch knapp vor den New York Yankees (53-46) und den Tampa Bay Rays (53-49) und werden froh sein, dass diese sich in den nächsten Tagen im direkten Duell gegenseitig Punkte wegnehmen. Die Red Sox selbst werden es aber auch nicht leicht haben, denn sie treffen nun nacheinander auf die beiden Contender der AL Central.

    Diese beiden, die Cleveland Indians (54-45) und die Kansas City Royals (53-47), schenken sich zurzeit mit sechs bzw. acht Siegen hintereinander überhaupt nichts im Kampf und die Spitze der AL Central. Leidtragender davon sind die Minnesota Twins (49-51), die sich vorerst von dem lange aufrecht erhaltenen Führungsanspruch verabschieden müssen. Daran ändert leider auch die gute Form „unseres“ MLBlers Max Kepler (.292/.366/.444 im Juli) nichts.

    In der AL West bleiben die Houston Astros (67-34) das Maß aller Dinge. Angesichts des Hypes um die Los Angeles Dodgers ist der um die Astros etwas abgeflaut. Doch auch sie spielen nach wie vor eine absolut beeindruckende Saison. Mit siebzehn Spielen auf die zweitplatzierten Seattle Mariners (51-52) halten sie den derzeit höchsten Vorsprung innerhalb der Majors und ihre 599 erzielten Runs führen die MLB mit weitem Abstand an.

    Szene der Woche
    Triple Plays, also drei Outs auf einen Streich, sieht man generell schon selten in der MLB. Ein Run-Scoring-Triple-Play, also eines, bei dem gleichzeitig ein Run nach Hause kommt, ist noch weitaus seltener – genauer gesagt kam das erst zehnmal vor. Und wenn dies dann auch noch beim allerersten At Bat im neuen Heimstadion eines frisch verpflichteten Spielers passiert, dann haben wir ein vermutlich historisch einmaliges Ereignis. Passiert ist das Ganze am Dienstag Third Baseman Todd Frazier, der letzte Woche im Zuge eines Trades von den Chicago White Sox zu den New York Yankees gewechselt war – ausgerechnet gegen die Cincinnati Reds, für die Frazier von 2011 bis 2015 gespielt hatte.

    Statistik der Woche 
    20 Jahre, 275 Tage. So alt ist der aktuell jüngste Spieler in der MLB, der frisch aus den Minors ins Team der Boston Red Sox geholte Third Baseman Rafael Devers. Es soll eigentlich nur ein kurzes Hineinschnuppern sein, um die Lücke bis zur Ankunft des neu aus San Francisco verpflichteten Eduardo Nunez zu füllen. Doch Devers hat sich offenbar vorgenommen, es den Red Sox sehr schwer zu machen, ihn wieder nach unten zu schicken: In seinem ersten Spiel holte er zwei Walks heraus, im zweiten zwei Hits und der erste davon war gleich ein Home Run. Devers ist damit der jüngste Red-Sox-Spieler mit einem Homerun seit Tony Conigliaro im Jahr 1965.

    Spiel der Woche
    Ich sehe zurzeit urlaubsbedingt nicht viel Baseball, aber das Spiel zwischen den Cleveland Indians und den Los Angeles Angels Dienstagnacht war sicher sehr unterhaltsam: Zuerst sah es nach einer klaren Angelegenheit für die Indians aus, als diese im zweiten Inning auf 7:0 davon zogen. Doch die Angels verkürzten Stück um Stück und nach sechs Durchgängen stand es 7:7. Bis ins elfte Inning hinein blieb es bei diesem Spielstand, bevor schließlich Edwin Encarnacion per Walk-Off-Grand-Slam doch noch den Sieg für Cleveland sicherte. Encarnacions Homerun war übrigens sein 1000. RBI in der MLB – genauer gesagt seine RBIs 998 bis 1001.

    Spiel der kommenden Woche
    Sowohl die Cleveland Indians als auch die Boston Red Sox führen derzeit mit hauchdünnem Vorsprung ihre jeweilige Division an. Insofern wird es auf jeden Fall spannend, was das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams von Montag bis Mittwoch hervorbringt. Obendrein gibt es voraussichtlich in der Partie Dienstagnacht ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit ein starkes Pitcherduell zu sehen, wenn für Boston Chris Sale (2.37 ERA, 1.91 FIP) und für Cleveland Carlos Carrasco (3.58 ERA, 3.59 FIP) auf dem Mound stehen.

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