Dezember 26th, 2019 by Silversurger

Der Grand Slam am Donnerstag schläft auch an Weihnachten nicht, weil es die MLB genauso wenig tut. Zum Beispiel wünschten sich viele Fans der New York Mets für ihren Klub nichts sehnlicher als eine Verstärkung des Bullpens – und bekamen prompt am Heiligabend Dellin Betances unter den Baum gelegt. Auch die Toronto Blue Jays und die Chicago White Sox rüsteten um die Feiertage herum ordentlich nach, um 2020 eine erfreulichere Rolle spielen zu können als in den letzten Jahren. Von Seiten der Liga wird derweil eine Regeländerung kolportiert, die – wenn sie tatsächlich irgendwann kommt – nicht nur für fröhliche Gesichter sorgen wird.
Hier auf dem Baseblog ist das der letzte Grand Slam am Donnerstag und wahrscheinlich auch der letzte Artikel im Jahr 2019. Ich wünsche euch allen ein frohes Fest und einen guten Start ins neue Jahr, in dem wir uns hoffentlich in alter (oder neuer) Frische wieder hier lesen!

Digitale Strikezone in drei Jahren?
MLB-Commissioner Rob Manfred ist bekanntlich schon lange ein Fan der Idee, eine automatisierte, per Videokamera und Computer festgelegte Strikezone einzuführen. Ein solches System wurde dieses Jahr bereits in der Arizona Fall League getestet. Unter den Spielern gewann die digitale Strikezone dabei wohl nicht viele Befürworter, doch die Ligaleitung verfolgt das Ziel einer Einführung in die MLB weiter und hat inzwischen eine Einigung mit der Schiedsrichtervereinigung erzielt. Diese könnte zur Umsetzung der Pläne in drei Jahren führen, wie Jacob Bogage in der Washington Post berichtet.

White Sox signen Keuchel, Gonzalez und Encarnacion
Die Chicago White Sox sind eines der aktivsten Teams der diesjährigen Offseason. Nachdem sie bereits Catcher Yasmani Grandal und Outfielder Nomar Mazara an Land gezogen sowie mit First Baseman Jose Abreu verlängert hatten, verstärken sie nun ihre Starting Rotation mit zwei erfahrenen linkshändigen Pitchern. Dallas Keuchel, der am 1. Januar 32 wird, kommt für zunächst drei Jahre und 55,5 Millionen Dollar. Wenn er es 2021 und 2022 auf genügend Einsatzzeit bringt, verlängert der Kontrakt sich automatisch für ein weiteres Jahr und 18,5 Millionen. Der 34-jährige Gio Gonzalez ist eine deutlich günstigere, aber durchaus solide Ergänzung. Er erhält einen Einjahresvertrag über eine Garantiesumme von 5 Millionen Dollar, für weitere 6,5 Millionen können die White Sox den Kontrakt bei Bedarf bis 2021 ausdehnen. Ganz frisch kam heute Nacht die Meldung, dass auch Edwin Encarnacion bei den White Sox anheuert. Der in Kürze 37-jährige Slugger bringt eine Menge Erfahrung in das junge Lineup und wird sich mit Abreu als DH und First Baseman abwechseln. Er erhält 12 Millionen für ein Jahr, der Klub hat die Option auf ein weiteres Jahr zum gleichen Preis.

Ryu und Shaw zu den Blue Jays
Jede AL-Division hat nächstes Jahr ein Team, das mit bedeutenden Investitionen den Sprung in die Konkurrenzfähigkeit versucht. Was in der AL Central die White Sox und in der AL West die Los Angeles Angels sind, sind in der AL East die Toronto Blue Jays. Die Blue Jays haben einen starken jungen Kern um Vladimir Guerrero Jr., Lourdes Gurriel Jr., Bo Bichette, Cavan Biggio und Danny Jansen. Gefehlt hat es bislang am Pitching, welches mit Tanner Roark, Chase Anderson, Shun Yamaguchi und nun der Star-Verpflichtung Hyun-Jin Ryu neu aufgestellt wurde. Für Ryu lässt der Klub 80 Millionen Dollar über vier Jahre springen und sticht damit namhafte Mitbewerber wie die Dodgers, die Angels, die Braves oder die Twins aus. Ryu ist zweifellos einer der Top-Pitcher der Liga, bringt aber auch einige Fragezeichen in Form einer Verletzungsgeschichte und seines Alters von 33 Jahren mit sich. Als weitere Ergänzung des Kaders holen die Blue Jays Infielder Travis Shaw. Der 29-jährige hatte 2017 und 2018 starke Jahre bei den Milwaukee Brewers, bevor er 2019 plötzlich das Baseballspielen verlernt zu haben schien und nach der Saison von den Brewers entlassen wurde. Die Blue Jays hoffen, dass er zu alter Stärke zurück findet, und bezahlen ihm 4 Millionen Dollar für ein Jahr.

Mets holen Betances, sparen bei Cespedes
Das Weihnachtsgeschenk der Mets an sich selbst hatte ich schon am Anfang dieses Artikels erwähnt: Relief Pitcher Dellin Betances unterschreibt für ein Jahr und ein garantiertes Gehalt von 10,5 Millionen Dollar. Darüber hinaus hat Betances die Option auf ein bis zwei weitere Jahre und zusätzliche Zahlungen, die in Abhängigkeit von seinen Leistungen und Einsatzzeiten aktiv werden. Betances gehörte mehrere Jahre zu den besten Relievern der Liga, bis er die Saison 2019 verletzungsbedingt bis auf ein einziges Spiel komplett verpasste. Eine Umzugspauschale ist vermutlich nicht Teil des Vertrages: Der in Manhatten geborene Betances spielte zuletzt in der Bronx für die Yankees und hat es somit nicht weit zum neuen Arbeitgeber in Queens. Das Geld für seine Verpflichtung haben die Mets auch deshalb zur Verfügung, weil sie sich mit ihrem Outfielder Yoenis Cespedes auf eine Vertragsänderung geeinigt haben: Statt 29,5 Millionen Dollar erhält Cespedes 2020 nur noch 6 Millionen als Grundgehalt, die in Abhängigkeit von der Zahl seiner Einsätze auf bis zu 20 Millionen anwachsen können. Grund für die Neuverhandlungen war die obskure Knöchelverletzung, die Cespedes sich im Mai 2019 auf seiner Ranch zugezogen hatte – offenbar beim Reiten oder einer ähnlichen Aktivität, die er nicht hätte ausführen dürfen, während er sich gerade von einer anderen Verletzung erholen sollte.

Weitere Neuverpflichtungen
Die oben noch nicht erwähnten Spielerverpflichtungen dieser Woche gibt es wie gewohnt im Telegrammstil: OF Kole Calhoun (Arizona Diamondbacks, 2 Jahre, 16 Millionen Dollar + 1 Jahr Klub-Option), SP Julio Teheran (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 9 Millionen), C Martin Maldonado (Houston Astros, 2 Jahre, 7 Millionen), 2B Cesar Hernandez (Cleveland Indians, 1 Jahr, 6,25 Millionen), 1B C. J. Cron (Detroit Tigers, 1 Jahr, 6,1 Millionen), SS Jonathan Schoop (Tigers, 1 Jahr, 6,1 Millionen), RP Sergio Romo (Minnesota Twins, 1 Jahr, 5 Millionen + 1 Jahr Klub-Option), 3B Maikel Franco (Kansas City Royals, 1 Jahr, 3-4 Millionen leistungsabhängig), RP Tyler Clippard (Twins, 1 Jahr, 2,75 Millionen).

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August 16th, 2018 by Silversurger

Baseball-Fan zu sein ist ein wunderbares Hobby. Aber manchmal macht es mich auch richtig wütend. Ich meine nicht, wenn mein Team verliert – das ärgert mich natürlich auch, aber das ist in Ordnung, das gehört zum Sport dazu. Was mir wirklich sauer aufstößt, weil es eben nichts mit Sport zu tun hat, sind Szenen wie die der vergangenen Nacht. Da ist ein junger Spieler wie Ronald Acuna Jr., der sich nichts Übleres zu Schulden kommen lässt als das Spiel zu spielen, das wir alle lieben. Er spielt es gut, in den letzten Tagen spielte er es sogar so gut, dass er unter anderem acht Homeruns in acht Spielen zum Erfolg seiner Atlanta Braves beitrug. Die letzten drei davon waren Leadoff-Homeruns in aufeinander folgenden Partien gegen die Miami Marlins. Als Acuna letzte Nacht im vierten Spiel der Serie erneut als erster Schlagmann an die Platte trat, warf Marlins-Pitcher Jose Urena ihm gleich den ersten Pitch hart an den Ellenbogen. Es war der schnellste Pitch, den Urena im ganzen Jahr geworfen hat. Natürlich behauptete er hinterher, es sei keine Absicht gewesen, aber das zu glauben fälllt unter den gegebenen Umständen extrem schwer. Die Umpires glaubten es jedenfalls nicht und erteilten Urena einen Platzverweis. Mit einem einzigen Pitch war es der kürzeste Start des Jahres. Acuna spielte zunächst weiter, musste sich aber im zweiten Inning mit Schmerzen auswechseln lassen. Nach ersten Erkenntnissen scheint nichts gebrochen zu sein, weitere Untersuchungen stehen noch aus – ebenso wie die Entscheidung der MLB, ob Urena mit einer Sperre rechnen muss.

American League
Zum Glück gab es diese Woche nicht nur solche unschönen Szenen, sondern auch eine Menge sehenswerten Baseball. Zum Beispiel von den Boston Red Sox (86-36), die von ihren letzten 18 Spielen 15 gewonnen haben. Zudem haben sie für den ersten Cycle dieser Saison gesorgt, also einen Single, einen Double, einen Triple und einen Homerun durch einen Spieler innerhalb eines Spiels: Mookie Betts ist dieses Kunststück am Donnnerstag in Toronto gelungen, allerdings ausgerechnet bei einer der seltenen Niederlagen der Red Sox. In der American League East ist der Vorsprung der Red Sox vor den New York Yankees (75-45) mittlerweile auf zehn Spiele angewachsen. Das ist die zweitdeutlichste Führung innerhalb der MLB und schon ein bisschen verrückt, denn schließlich sind die Yankees mit ihrer Bilanz das zweitbeste Team der ganzen Liga und selbst auf Kurs für 100 oder mehr Siege.

Noch größer als der Vorsprung der Red Sox ist nur der der Cleveland Indians (69-51) in der AL Central. Die Indians fahren weiterhin stabil ihre Siege ein, zuletzt sogar fünf hintereinander, während der Rest der Division längst einen Haken unter die Saison gemacht hat. Immerhin eine gute Nachricht von den Minnesota Twins (56-63) gibt es aus deutscher Sicht zu vermelden: Max Kepler hat nach seiner ausgedehnten Schwächephase im Mai und Juni inzwischen wieder voll in die Spur gefunden. Mit Slashlines von .358/.350/.494 im Juli und .268/.362/.488 im bisherigen August hat der Rightfielder wieder seinen Platz als einer der Leistungsträger seines Teams eingenommen.

Es ist ein bisschen schade, dass die East und die Central dieses Jahr so früh komplett entschieden scheinen. Dafür hat es die dritte Division der AL, die AL West, richtig in sich: Die Houston Astros (74-47) stehen zwar immer noch vorne, doch sicher können sie sich an der Spitze längst nicht mehr fühlen. Dazu trug insbesondere eine Reihe von fünf Niederlagen bei, vier davon beigebracht durch die Seattle Mariners (70-52). Die Oakland Athletics (72-49) stehen nun nur noch zwei Spiele hinter den Astros und die Mariners selbst sind ebenfalls nah herangerückt. Die meiste Zeit spielt man in der MLB ja Fernduelle, aber zurzeit trägt der Spielplan massiv dazu bei, den Dreikampf mit direkten Aufeinandertreffen zu befeuern: Nach den Serien Astros-Mariners und Athletics-Mariners in der letzten Woche stehen nun Athletics-Astros und anschließend Mariners-Astros an sowie eine Woche später Astros-Athletics und dann Athletics-Mariners.

National League
Die National League East hat sich in den letzten Tagen deutlich ausdifferenziert. Vor einer Woche noch standen die Atlanta Braves (68-51) und die Philadelphia Phillies (66-53) quasi gleichauf an der Spitze, die Washington Nationals (60-61) waren guter Hoffnung, eine Aufholjagd starten zu könnnen, und am Ende der Tabelle spürten die New York Mets (51-67) den Atem von Schlusslicht Miami Marlins (48-75) im Nacken. Inzwischen haben die Braves einen Vorsprung von zwei Spielen vor den Phillies, die Nationals sind mit neun Spielen Rückstand wohl endgültig aus dem Rennen und die Mets haben den vierten Platz gegenüber den Marlins deutlich gefestigt. Mal sehen, wie lange die Klarheit Bestand hat – die Braves haben übers Wochenende eine schwere Serie gegen die Rockies zu bestreiten, während die Phillies gleich fünfmal gegen die Mets antreten dürfen.

In der NL Central behaupten die Chicago Cubs (69-50) ihren Spitzenplatz vor den Milwaukee Brewers (68-55), doch die eigentliche Nachricht in dieser Division sind die St. Louis Cardinals (66-55). Acht Spiele in Folge haben die Cardinals gewonnen und zehn der letzten elf. Damit sind sie wieder dick im Rennen sowohl um die Division als auch um eine Wild Card. Damit beweisen die Cardinals mal wieder ihr legendäres Talent, immer dann aufzutrumpfen, wenn sie gerade allseits abgeschrieben wurden. Der Wechsel zu einem Interims-Manager in der Saisonmitte, der Verzicht auf Verstärkungen zur Trade-Deadline – alles sah danach aus, dass man die laufende Saison unspektakulär ausklingen lassen wollte. Doch nun steht man plötzlich nur noch ein Spiel hinter dem derzeitigen Wild-Card-Inhaber, den Brewers – und erwartet ausgerechnet diese Brewers am Wochenende zu einer Drei-Spiele-Serie. Den entgegengesetzten Weg sind derweil die Pittsburgh Pirates (61-60) gegangen. Sie hatten zur Deadline mit Starter Chris Archer und Reliever Keone Kela aufgerüstet, doch es sieht derzeit nicht danach aus, als könnten sie den Anschluss an die Playoff-Plätze noch mal herstellen. Die anstehende Vier-Spiele-Serie gegen die Cubs dürfte dafür bereits die letzte realistsiche Chance sein.

Bleibt noch die NL West, nach wie vor die knappste Division der Liga mit weniger als zwei Spielen Abstand zwischen drei Teams. Die Arizona Diamondbacks (66-55) stehen noch vorne, konnten zuletzt aber nicht überzeugen: In Cincinnati verlor man die Serie 1:2, in Texas reichte es nur zu einem 1:1-Split. Das öffnete der Konkurrenz die Tür und vor allem die Colorado Rockies (64-56) nutzten die Chance, um sich zurück in die Spitzengruppe zu spielen. Entscheidend dafür war, dass die Rockies die Serie gegen die Los Angeles Dodgers (65-57) 3:1 für sich entschieden. Die Dodgers verloren nach den drei Spielen in Colorado noch zwei weitere gegen die San Francisco Giants (61-61), bevor sie letzte Nacht die Bremse fanden und einen Walk-off-Sieg über die Giants im zwölften Inning einfuhren. Die Dodgers könnten gerade gut einen Aufbaugegner gebrauchen, aber den bekommen sie nicht: Mit Seattle und St. Louis erwarten sie Teams, die selbst gerade jeden Sieg benötigen, um in Contention zu bleiben.

Szene der Woche
Wer die Liga über mlb.tv verfolgt, hat bestimmt schon zigmal die Szene gesehen, in der Yoenis Cespedes (damals noch bei den Athletics) aus dem Leftield heraus Howie Kendrick an der Homeplate auswirft. Das war 2014 und es wird bis heute immer wieder als Pausenfüller eingespielt, weil es so ein großartiges Play war. Nun gibt es einen würdigen Nachfolger für diese Szene und die Hauptperson trägt ebenfalls das Trikot der Athletics: Rookie Ramon Laureano komplettierte ein traumhaftes Doubleplay gegen die Angels, als er am Samstag einen Flyball ins linke Centerfield mit einem für sich allein schon sehenswerten Catch eroberte und dann einen unglaublichen Wurf 321 Fuß (98 Meter) weit perfekt an die erste Base feuerte, bevor Eric Young es dorthin zurück schaffen konnte.

Statistik der Woche 
3. So viele Homeruns schlug der Rookie-First-Baseman der Toronto Blue Jays, Ronald Guzman, am Freitag beim 12:7-Sieg über die Yankees. Guzman ist der erste Rookie, dem dies jemals in einem Spiel gegen die Yankees gelungen ist, und die Yankees dürften auch sonst sein Lieblingsgegner sein: In 17 At-Bats gegen die New Yorker hat Guzman dieses Jahr 6 Homeruns erzielt. Gegen den Rest der MLB waren es insgesamt 7 in 271 At-Bats.

Spiel der Woche
Die Nationals sind diese Woche faktisch aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden und wenn man später zurückblickt, wird man möglicherweise ein Spiel als den entscheidenden Knackpunkt der Saison ausmachen: In der bis dahin unentschiedenen Serie zwischen den Nationals und den Cubs trafen am Sonntagabend Cole Hamels und Max Scherzer aufeinander. Beide Pitcher hatten einen hervorragenden Tag und hielten je 7 Innings durch, in denen Scherzer nur drei, Hamels sogar nur einen Hit erlaubten. Mit Glück und Geschick hatten die Nationals aus diesem einen Hit im zweiten Inning eine 1:0-Führung gezaubert (Walk, Single, Sacrifice Fly) und als ihnen im neunten Inning gegen ihren Ex-Teamkameraden Brandon Kintzler durch zwei weitere Hits zwei weitere Runs gelangen, schien das Spiel so gut wie gewonnen. Ryan Madson übernahm den Mound als Closer, bekam den Job aber nicht erledigt: Durch einen Single und zwei Hit-by-Pitches lud er die Bases und bei zwei Outs kam Pinch Hitter David Bote an die Platte. Der war zwar nur einen Strike vom dritten Aus entfernt, schlug aber den kniehohen Fastball weit übers Centerfield zum Walkoff-Grand-Slam. Man nennt so etwas – einen Homerun mit Bases Loaded und drei Runs Rückstand im unteren neunten oder Extra-Inning – auch einen „Ultimate Grand Slam“. Ein solcher kam bislang erst 27-mal vor und ist damit ähnlich selten wie das perfekte Spiel eines Pitchers.

Mein Einschalttipp
Ich habe ja oben schon erwähnt, dass es zurzeit vor allem in der AL West richtig rund geht, was direkte Duelle um die Playoff-Plätze angeht. Dort lohnt es sich auf jeden Fall, täglich reinzuschauen. Aber da mein letzter Einschalttipp schon diese Division betraf, gibt es eine andere Empfehlung: Die Atlanta Braves und die Colorado Rockies haben beide zurzeit einen Lauf und es wird interessant zu sehen sein, ob und wie sich das fortsetzt, wenn sie es von heute bis Sonntag miteinander zu tun bekommen. Das attraktivste Matchup gibt es Freitagnacht ab 1:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit zwischen Colorados Kyle Freeland (3.02 ERA, 3.95 FIP) und Atlantas Sean Newcomb (3.40 ERA, 4.15 FIP). Wer nachts lieber schläft, kann das letzte Spiel der Serie am Sonntag ab 19:35 Uhr unserer Zeit anschauen. Pitchen werden dann vermutlich German Marquez (4.51 ERA, 4.07 FIP) und Anibal Sanchez (3.07 ERA, 3.77 FIP).

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Mai 3rd, 2018 by Silversurger

Der Mai ist gekommen. Auch wenn dieser Monat dem Sprichwort nach „alles neu“ macht, möchte ich mir doch kurz die Zeit nehmen, auf ein paar Aprilrekorde zurück blicken: Zum Beispiel erzielten die Teams der MLB zum ersten Mal überhaupt in einem vollständigen Monat mehr Strikeouts (6656) als Hits (6360). Die Tendenz, dass Batter mehr auf alles oder nichts – Homerun oder Strikeout – setzen, ist schon seit ein paar Jahren zunehmend zu beobachten. Darüber hinaus dürfte das kalte Wetter eine Rolle gespielt haben. Dieses war auch verantwortlich für einen weiteren Rekord: 28 Spiele sind im April ausgefallen, so viele wie nie zuvor. Auf deutlich erfreulichere Art hatten die Arizona Diamondbacks einen historischen Monat: Sie begannen als erstes Team seit 1907 eine Saison mit neun gewonnenen Serien hintereinander. Als dieses Kunststück damals den Cubs gelang, gewannen sie übrigens am Ende die World Series.

American League
Die American League East entwickelt sich langsam, aber sicher in die Richtung, die man vor der Saison von ihr erwartet hatte. Das heißt vor allem, dass sich an der Spitze die Erzrivalen Boston Red Sox (22-8) und New York Yankees (20-10) ein Rennen liefern. Die Red Sox haben immer noch die beste Bilanz der Liga, von den letzten zehn Spielen konnten sie jedoch nur die Hälfte gewinnen. Das gab den Yankees die Gelegenheit zum Aufschließen und mit ihrerseits zwölf Siegen aus den letzten vierzehn Partien haben sie diese Chance genutzt. Leidtragender sind die Toronto Blue Jays (17-13), deren Höhenflug vorerst gestoppt scheint – wobei die Welt nach dem heutigen Doubleheader gegen die Indians durchaus schon wieder anders aussehen kann. Das mit dem gestoppten Höhenflug gilt auch für die Tampa Bay Rays (13-16), die einen beeindruckenden Zwischenspurt von acht Siegen hintereinander hingelegt haben, der aber nach einer verlorenen Serie gegen die Tigers wieder verpufft ist.

Für die Cleveland Indians (16-13) stehen die Zeichen auf eine eher langweilige Saison in der AL Central: Während sie selbst relativ regelmäßig zwar nicht überragende, aber zumindest solide positive Ergebnisse einfahren, steht der gesamte Rest der Division bei deutlich mehr Niederlagen als Siegen. Von den Detroit Tigers (13-16), den Chicago White Sox (8-20) und den Kansas City Royals (8-22) hatte kaum jemand etwas anderes erwartet. Die Minnesota Twins (10-16) stehen hingegen höchst unerwartet so schlecht da. Nach ordentlichem Start in die Saison verlor das Team von Max Kepler elf der letzten dreizehn Partien und das nicht nur gegen Spitzenteams, sondern auch mehrfach gegen die Reds und die Rays.

Die Houston Astros (20-12) an der Spitze der AL West sind ein gewohntes Bild und daran wird sich auf absehbare Zeit vermutlich nichts ändern, auch nicht durch die zwei Niederlagen gegen die Yankees. Hinter den Astros geht es eng zu zwischen den Los Angeles Angels (18-10) und den Seattle Mariners (17-12). Letztere sind drauf und dran, für mich zum Unter-dem-Radar-Team der AL zu werden wie es die St. Louis Cardinals in der NL schon sind. Beide Mannschaften haben es irgendwie an sich, dass sie jedes Mal, wenn ich mal zwei, drei Tage nicht auf sie geachtet habe, plötzlich besser dastehen als ich gedacht oder für möglich gehalten hätte. Besser als gedacht sind übrigens auch die Oakland Athletics (15-15) mit ihrer .500-Bilanz.

National League
In der National League East spielen gerade die Atlanta Braves (18-11) und die New York Mets (17-11) die Tabellenführung unter sich aus. Die ersten zwei Spiele der Serie gingen an die Braves, obwohl die Mets ihre Top-Asse Noah Syndergaard und Jacob DeGrom aufgeboten hatten. Letzterer musste zu allem Überfluss mit einem überdehnten Ellenbogen ausgewechselt werden. Den Braves schaut man zurzeit sehr gerne zu, vor allem weil sie viele sehr junge Spieler bereits erfolgreich einsetzen – 2B Ozzie Albies ist mit 21 schon eine feste Größe, der 20-jährige SP Mike Soroka hatte in Spiel 1 gegen die Mets ein glänzendes Debüt mit sechs Innings und nur einem zugelassenen Run, und der 20-jährige OF Ronald Acuna spielt bisher so sensationell, wie man es nach seinem Sturm durch die Minor Leagues erwartet hatte. Die Philadelphia Phillies (17-13) wären eigentlich gern als lachender Dritter aufgetreten, während sich die Konkurrenz gegenseitig die Punkte wegnimmt. Stattdessen sind sie aber in ihre erste größere Schwächephase der Saison geraten und haben nicht nur die Serien gegen die Diamondbacks und die Braves verloren, sondern auch die gegen die Miami Marlins (11-19). Immerhin haben sie nach Siegen trotzdem zu den Mets aufschließen können. Und dann sind da ja noch die Washington Nationals (15-16), die bisher enttäuscht hatten, nun aber mit vier Siegen hintereinander offenbar dabei sind, erstmals richtig in Fahrt zu kommen.

Noch spannender als in der NL East geht es von den Bilanzen der Teams her nur in der NL Central zu. Die Milwaukee Brewers (19-13), die St. Louis Cardinals (17-12), die Chicago Cubs (16-12) und die Pittsburgh Pirates (17-14) stehen zurzeit allesamt nahezu gleichauf. Nur die Cincinnati Reds (7-24) schwimmen nicht mit, sie sind auch zwei Wochen nach dem überraschend frühen Trainerwechsel nach wie vor das schlechteste Team im Baseball. Am Wochenende stehen zwei für die Division richtungsweisende Serien auf dem Programm: Die Cardinals empfangen dreimal die Cubs und gleichzeitig die Brewers dreimal die Pirates. Die Chancen stehen also gut, dass sich das Tabellenbild bis nächste Woche spürbar ausdifferenziert. Am ehesten sind es nach wie vor die Pirates, von denen man erwarten würde, dass sie in dem Rennen nicht auf Dauer mithalten können. Allerdings haben sie erst diese Woche die Cardinals gesweept und dass sie die meisten kassierten Runs (143) der vier Konkurrenten haben, machen sie mehr als wett dadurch, dass sie in der Division auch die meisten erzielten Runs (149) auf dem Konto haben.

Für die Los Angeles Dodgers (13-17) kommt es zurzeit knüppeldick: nicht nur weil sie in der NL West dabei sind, den Anschluss zu verlieren, indem sie vor der letzten Nacht fünf Spiele hintereinander verloren haben, darunter eine Serie gegen die Arizona Diamondbacks (21-9); nicht nur, weil die Colorado Rockies (17-15) und die San Francisco Giants (16-15) keine Anstalten machen, die Verfolgung des Spitzenreiters dem Favoriten aus L. A. zu überlassen. Sondern auch, indem nun zu allem Überfluss mit SS Corey Seager einer der jungen und kaum ersetzbaren Leistungsträger der Dodgers-Offense dauerhaft ausfällt. Seager hat die typische Baseballerverletzung, ein beschädigtes ulnares Seitenband, das nur durch die Tommy-John-Surgery zu reparieren ist und ungefähr ein Jahr Pause bedeutet. Man darf gespannt sein, ob die Dodgers sich für Seagers Vertretung mit einer internen Lösung – Chris Taylor oder Kike Hernandez – zufrieden geben oder ob sie einen Trade anstreben. Die große Lösung wäre ein Handel für Manny Machado von den Orioles, allerdings würde das die Gehälter der Dodgers gefährlich nahe an die Schwelle zur Luxussteuer bringen, die sie dieses Jahr auf keinen Fall überschreiten wollten.

Szene der Woche
Wenn mich jemand zwingen würde, meine Auswahl auf die MLB zu beschränken, dann wäre Odubel Herreras Catch mit Sprung in einen Busch sicher ein ebenso heißer Kandidat wie der Homerun von Yoenis Cespedes, der beim Stand von 0:11 in San Diego nicht nur für die Tonne war, sondern auch genau dort landete. Auch den 8-Strikeouts-Save von Brewers-Closer Josh Hader hätte man hier nennen können. Aber sorry, liebe Profis, diese Woche habt ihr alle keine Chance gegen den knuddeligen Little Leaguer, der die mehrfache Aufforderung seines Coaches, von der dritten Base zur Homeplate zu rennen, auf die coolstmögliche Art umgesetzt und sie dann auch noch mit einem atemberaubenden Slide gekrönt hat. Ganz, ganz großes Kino.

Statistik der Woche 
7. So viele Homeruns hat 1B/DH Matt Davidson dieses Jahr schon im Kauffman Stadium in Kansas City geschlagen. Das Besondere daran ist, dass Davidson nicht für die dort heimischen Royals, sondern für die Chicago White Sox spielt. Die sieben Homers sind bereits jetzt die meisten, die je ein Auswärtsspieler in einer Saison in diesem Stadion geschlagen hat. Dabei ist die Saison gerade erst einen Monat alt und Davidson ist in anderen Ballparks bislang nicht unbedingt als Homerun-Hitter berüchtigt – neben den sieben Stück in sieben Spielen bei den Royals sind es in den 18 anderen Spielen zusammen nur zwei.

Spiel der Woche
Nick Kingham ist kein Wunderkind, das den professionellen Baseball im Sturm erobert hat: Er wurde 2010 erst in der vierten Runde von den Pittsburgh Pirates gedraftet und brauchte acht Jahre, um sich mit durchaus wechselhaften Leistungen in den Minor Leagues bis zu seinem MLB-Debüt hochzuarbeiten. Dieses Debüt des 26-jährigen Rechtshänders war allerdings ein historisch gutes: 6 2/3 Innings lang hielt er am Sonntag gegen die St. Louis Cardinals ein perfektes Spiel aufrecht, das heißt er ließ keinen der ersten 20 MLB-Batter, die ihm gegenüber traten, die erste Base erreichen. Auch wenn Paul DeJong den Bann schließlich mit einem Single bei zwei Outs im siebten Inning brach, ist Kinghams Pitching-Debüt ein Rekord für die MLB in ihrer heutigen Form. Er produzierte anschließend noch ein Out gegen Marcell Ozuna, um die sieben fast-perfekten Innings abzuschließen und nahm die begeisterten Ovationen der Fans in Pittsburgh entgegen. Dafür, dass sein glanzvoller Einstand nicht umsonst war, hatte bereits im unteren sechsten Inning die Offense der Pirates mit vier Runs gesorgt, denen im achten Inning ein weiterer zum 5:0-Endstand folgte. Für Kingham stand zunächst nicht fest, ob er einen weiteren MLB-Start absolvieren darf. Wenig überraschend entschied die Teamführung nach diesem Spiel, dass er vorerst Teil der Rotation bleiben wird.

Mein Einschalttipp
Das aktuell beste Team der National League trifft auf den amtierenden – und auch dieses Jahr sehr starken – Titelverteidiger aus der American League. Im Oktober würde man so ein Aufeinandertreffen World Series nennen, im Mai ist es „nur“ eine reguläre Serie zwischen den Arizona Diamondbacks und den Houston Astros. Von Freitag bis Sonntag finden die drei Spiele statt und ich empfehle jedem Baseballfan, da mal reinzuschauen. DAZN-Kunden stehen in dem Fall leider im Regen, denn keines der Spiele hat es in die Auswahl des Abo-Streams geschafft. Das ist aber nicht so schlimm wie es sich anhört, denn erfreulicherweise ist die Begegnung am Sonntag das kostenlose Spiel des Tages auf mlb.tv. Los geht es um 22:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit dem ersten Pitch von Justin Verlander (1.13 ERA, 2.35 FIP), der bislang eine sensationell gute Saison für die Astros spielt. Für die Diamondbacks wird voraussichtlich Matt Koch (2.37 ERA, 4.32 FIP) antreten; Koch ist im Vergleich mit Verlander ein unbeschriebenes Blatt, aber in seinen drei bisherigen Starts hat er Leistungen gebracht, die als mindestens solide einzustufen sind.

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Dezember 1st, 2016 by Silversurger

Zwei Meilensteine der diesjährigen Offseason wurden an den vergangenen beiden Tagen erreicht: Zuerst kam der nach meiner Einschätzung beste Free Agent des Jahres zu einem neuen Vertrag: Zu meiner großen Freude bleibt Yoenis Cespedes bei den New York Mets. Und heute Nacht einigten sich die Verhandlungspartner quasi in letzter Sekunde auf ein neues CBA und verhinderten damit einen drohenden Arbeitskampf in der MLB.

Neues CBA für 5 Jahre vereinbart
Dass die Teambesitzer und die Spielergewerkschaft sich unmittelbar vor der Deadline zum 1. Dezember auf ein neues Collective Bargaining Agreement (CBA) geeinigt haben, bedeutet nicht nur die Abwendung des befürchteten Lockouts. Es wurden im Zuge der Verhandlungen um den bis 2021 laufenden Rahmenvertrag auch einige wichtige Neuerungen vereinbart:

  • Das All-Star-Game bestimmt künftig nicht mehr das Heimrecht für die World Series. Stattdessen geht der Vorteil an das Team mit der besseren Saisonbilanz.
  • Es wird keine Draft für internationale Spielerverpflichtungen eingeführt, stattdessen wird es eine Beschränkung in Form einer verbindlichen Gehaltsobergrenze geben.
  • Die Grenze für Luxussteuer, also die Strafzahlung für Teams, die besonders hohe Spielergehälter zahlen, wird 2017 auf 195 Millionen und bis 2021 schrittweise auf 210 Millionen Dollar angehoben. Der Spitzensteuersatz für Teams, die weit über der Grenze liegen (vermutlich ab ca. 250 Millionen) wird wohl von derzeit ca. 50% auf eine Größenordnung von 60% bis 70% erhöht. Zudem rutschen Letztere in der Draft um einige Plätze nach hinten.
  • Qualifying Offers für Free Agents wird es weiterhin geben; jeder Spieler kann aber nur einmal ein solches erhalten und wenn er woanders unterschreibt, gibt es eine Draft-Pick-Kompensation nur noch, wenn der Vertrag über 50 Millionen Dollar umfasst. Die Höhe des betreffenden Draftpicks hängt davon ab, ob das neue Team im Finanzausgleich der Liga zu den Gebern oder zu den Empfängern gehört.
  • Die Rostergrößen werden vorerst offenbar nicht angetastet, es bleibt also bei 25 Spielern vor September und 40 Spielern ab September.

Soweit die wichtigsten bisher bekannt gewordenen Details. Das CBA muss von beiden Seiten noch ratifiziert werden.

Dodgers in finanziellen Schwierigkeiten?
Ein Team, das beim Thema Spielergehälter seit Jahren ganz vorne mitspielt und regelmäßig mit Luxussteuern zur Kasse gebeten wird, sind die Los Angeles Dodgers. Diese Woche wurde bekannt, dass die Dodgers hoch verschuldet sind – die Rede ist von mehreren hundert Millionen bis zu einer Milliarde Dollar. Die Existenz dieser Schulden wird vom Team nicht bestritten, zurückgewiesen werden aber Gerüchte, die Dodgers befänden sich unter verschärften Auflagen der MLB. In jedem Fall ist wohl davon auszugehen, dass die Dodgers in den kommenden Jahren bei den Gehältern ein wenig kürzer treten werden. Der Plan ist, dass verstärkt Spieler aus dem eigenen Farmsystem nachkommen und entsprechend weniger in teure Free Agents investiert werden muss.

Porcello und Rendon sind Comeback Players des Jahres
Die meisten Auszeichnungen für Einzelspieler der vergangenen Saison wurden schon vor zwei Wochen vergeben, aber eine hat noch gefehlt, nämlich die für den Comeback Player. Diese per Wahl unter 30 Journalisten (einem je Team) bestimmte Ehre geht dieses Jahr in der American League an Rick Porcello von den Boston Red Sox und in der National League an Anthony Rendon von den Washington Nationals.

Wie der Name schon sagt, zeichnet der Award Spieler aus, die nach einer schwächeren Phase zurück zu alter Stärke gefunden haben. Auf Porcello trifft das zweifellos zu: 2015 brachte er es in 172 Innings auf 4.92 ERA und nur 0.6 WAR, 2016 fraß er 223 Innings und verdiente sich mit 3.15 ERA und 5.0 WAR bereits den Cy-Young-Award. Auch Rendon ist eine passende Wahl. Er steigerte sich binnen eines Jahres von einer OPS von .707 mit 5 Homeruns auf .798 mit 20 Homeruns.

Cespedes bleibt ein Met
Mein größter Wunsch an diese Offseason war, dass Outfielder Yoenis Cespedes bei den New York Mets bleibt und dass der Vertrag drei bis vier Jahre lang läuft. Mission erfüllt: Cespedes hat für vier Jahre und 110 Millionen Dollar unterschrieben. Damit haben beide Seiten eine ordentliche Planungssicherheit, gleichzeitig läuft die Bindung aber nicht so lang, dass man befürchten muss, irgendwann jahrelang auf einem teuren Vertrag zu sitzen, für den aus Alters- oder Motivationsgründen die Gegenleistung nicht mehr stimmt. Aller Voraussicht nach werden die Mets nun einen ihrer anderen Outfielder wegtraden, denn mit Cespedes, Conforto, Granderson, Bruce, Nimmo und Lagares herrscht ein Überangebot an potenziellen Stammspielern. Am wahrscheinlichsten ist, dass man sich von Bruce oder Granderson trennt; für beide gibt es wohl schon Interessenten, allen voran die Blue Jays. Wenn ich noch einen Wunsch äußern darf, nachdem mein größter schon erfüllt wurde: Ich hoffe sehr, dass Bruce geht und Granderson bleibt – sowohl aus sportlichen als auch aus Sympathiegründen.

Volquez geht zu den Marlins
Es gab noch ein paar weitere Free-Agent-Signings diese Woche, aber die neben Cespedes erwähnenswerteste Verpflichtung ist in meinen Augen die von Edinson Volquez durch die Miami Marlins. Die Marlins sind – nicht erst seit dem tragischen Tod von Jose Fernandez – eines der Teams mit den größten Lücken in der Starting Rotation und Volquez ist sicher einer der interessanteren Veteranen, die zur Verfügung standen. 2016 hatte der 33-jährige Volquez ein schwaches Jahr (5.37 ERA), frühere Leistungen (2014 3.04 ERA; 2015 3.55 ERA) geben aber Anlass zur Hoffnung, dass dies nur ein negativer Ausreißer war. Was den Zweijahresvertrag über 22 Millionen Dollar aus Teamsicht noch ein Stück attraktiver macht ist die Tatsache, dass die Kansas City Royals ihm kein Qualifying Offer unterbreitet hatten und die Marlins somit keinen Draftpick abgeben müssen.

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November 24th, 2016 by Silversurger

Ein fröhliches Thanksgiving wünsche ich allen, denen dieses Fest etwas bedeutet! Mir persönlich bedeutet es eigentlich nur, dass an dem Tag Football gespielt wird (Go Lions!) und dass es immer ein Donnerstag ist und damit Grand-Slam-Tag. Die vergangenen sieben Tage empfand ich als die ruhigste Woche der bisherigen Offseason, aber ein paar interessante Neuigkeiten gibt es trotzdem:

Droht der MLB ein Lockout?
Die Teambesitzer der MLB auf der einen und die Spielergewerkschaft auf der anderen Seite verhandeln momentan über eine Erneuerung des Collective Bargaining Agreements, einer Art Tarifvertrag für die Liga. Das aktuelle CBA läuft zum 1. Dezember aus, bis dahin muss der Anschlussvertrag stehen. Steht er nicht, droht ein Lockout, also die Einstellung aller Aktivitäten innerhalb der Liga. Das wäre im Dezember nicht wahnsinnig tragisch, aber wenn die Fronten erst mal so verhärtet sind, dass ein Lockout in Kauf genommen wird, dann ist nicht abzusehen, wie lange er anhält. Nach der bislang letzten Verhandlungsrunde vom Dienstag gab es jedoch erstmals verhalten optimistische Äußerungen, dass eine Einigung in Sicht ist. Über das Thanksgiving-Wochenende ist nun erst mal Pause, dann setzen sich die beiden Seiten erneut zusammen. Die strittigen Punkte sind vor allem

  • eine von den Spielern gewünschte Abschaffung des Systems von Qualifying Offers und damit verbundenen Draft-Pick-Kompensationen beim Wechsel von Free Agents
  • die von den Teambesitzern gewünschte Einführung einer Draft für internationale Spieler
  • sowie eine Neuregelung der Formeln für Luxussteuern und andere Finanzausgleiche zwischen den Teams.
  • Als relativ sicher gilt bereits, dass die Mannschaftskader von 25 auf 26 Spieler (bzw. jeweils ab September von 18 auf 29 Spieler) angehoben werden. Zudem soll es mehr Mittagsspiele geben, wenn die Teams am gleichen Tag noch reisen müssen. Das wäre aus der Sicht von uns europäischen Zuschauern auf jeden Fall erfreulich.

    Mariners und Diamondbacks traden fünf Spieler
    Die Seattle Mariners arbeiten weiterhin daran, ihren Kader ordentlich umzukrempeln. Nach den Trades für Carlos Ruiz mit den Los Angeles Dodgers und für Danny Valencia mit den Oakland Athletics gibt es nun mit den Arizona Diamondbacks den nächsten Deal. Dieses Mal wechseln gleich fünf Spieler ihren Arbeitsplatz. Kern des Trades ist, dass RHP Taijuan Walker nach Arizona geht und SS Jean Segura nach Seattle. Darüber hinaus erhalten die Diamondbacks SS Ketel Marte und die Mariners bekommen noch OF Mitch Haniger und LHP Zac Curtis. Klingt nach einem sinnvollen Geschäft für beide Seiten, denn die Mariners haben in Segura wohl nach langer Suche ihren Shortstop für jeden Tag gefunden, während die Diamondbacks mit Walker einen talentierten jungen Pitcher bekommen, der „nur noch“ seine mangelnde Konstanz in den Griff bekommen muss. Ein Wechsel des Umfelds kann da Wunder wirken.

    Brett Cecil geht zu den Cardinals
    Die St. Louis Cardinals haben den linkshändigen RP Brett Cecil (zuletzt bei den Blue Jays) für vier Jahre und 30,5 Millionen Dollar unter Vertrag genommen. Der 30-Jährige erlebte 2016 einen schwachen Saisonstart und eine Verletzungspause, nach welcher es bei ihm deutlich besser lief. Mit einem ERA von 3.93 und einem AVG seiner Gegner von .265 ist Cecil ein mittelmäßiger Reliever. Dass er einen so guten Vertrag erhält und angeblich mehrere andere Teams um seine Dienste gebuhlt haben, zeigt, wie sehr die Vereine derzeit gewillt sind, in Relief Pitcher zu investieren und wie umkämpft dieser Markt ist.

    Neue Gerüchte um Cespedes
    Yoenis Cespedes ist nach meiner Einschätzung der Top-Free-Agent dieses Jahres und er beziehungsweise sein Management scheint hart daran zu arbeiten, aus dieser komfortablen Situation das Maximum für ihn herauszuholen. Im Alter von 31 strebt er vor allem eine langfristige Bindung für eine entsprechend hohe Garantiesumme an. Von vier Jahren als voraussichtliche Schmerzgrenze der interessierten Teams war zunächst die Rede, inzwischen halten die in amerikanischen Blogs zitierten Insider-Quellen vielfach fünf Jahre für möglich. Das sind letzten Endes aber nur Spekulationen und Gerüchte, vielleicht sogar gestreut vom eigenen Umfeld des Spielers. Andere Gerüchte besagen, dass die größte Sorge der Teams darin besteht, Cespedes könne bei einer zu langen Vertragsdauer bequem werden und die hohe Motivation vermissen lassen, mit der er eineinhalb Jahre lang die Mets – aber eben auch sich selbst im Poker um bessere Verträge – wettbewerbsfähig gehalten hat.

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    November 10th, 2016 by Silversurger

    Herzlich willkommen zur ersten Offseason-Ausgabe des Grand Slam am Donnerstag. Bis es im April wieder Spielzüge, Ergebnisse und Tabellenstände zu diskutieren gibt, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich nicht wichtig genug für einen eigenen Artikel, aber so interessant finde, dass ich sie mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, und ich freue mich über jede weitere.

    Trade zwischen Mariners und Dodgers
    Die Seattle Mariners haben sich die Dienste von Catcher Carlos Ruiz gesichert, der durch eine zu ziehende Club-Option für 4,5 Millionen Dollar ein Jahr lang unter Vertrag steht. Im Gegenzug wechselt Relief Pitcher Vidal Nuno zu den Los Angeles Dodgers. Das ist nicht gerade ein Blockbuster, aber immerhin der erste erwähnenswerte Trade dieser Offseason.

    Bud Black wird Rockies-Manager
    Die Colorado Rockies haben ihren neuen Manager vorgestellt und für die NL West ist es ein alter Bekannter: Bud Black managte zuletzt von 2007 bis 2015 die San Diego Padres. Auf den ehemaligen Pitcher wartet ein gutes Stück Arbeit beim Versuch, die Rockies zu einem Playoff-Kandidaten zu machen. Ihre 75-87-Bilanz des vergangenen Jahres war schon die beste seit 2010, in der Postseason war Colorado zum bislang letzten Mal 2009. Blacks Resultate in San Diego waren allerdings auch eher gemischt mit einer Gesamtbilanz von 649-713. Seine letzte Winning Season war 2010, das hat er mit seinem neuen Team schon mal gemeinsam.

    Bürger stimmen für neues Rangers-Stadion 
    Die Wahl vom Dienstag ist in aller Munde, aber wer hat mitbekommen, dass an dem Tag nicht nur für Donald Trump und für die Legalisierung von Cannabis in einigen Bundesstaaten gestimmt wurde sondern auch für einen neuen Ballpark in Arlington? Mit 60 zu 40 Prozent entschieden die Wähler, dass der Staat bis zu 500 Millionen Dollar und damit die Hälfte des Stadionprojektes mit einfahrbarem Dach finanziert. Der Ballpark soll 2020 oder 2021 fertig sein und ist verbunden mit der Garantie, dass die Texas Rangers bis mindestens 2053 in Arlington bleiben.

    Mets wollen Cespedes behalten 
    Anders als im letzten Jahr, in dem die New York Mets sich lange aus den Verhandlungen um Yoenis Cespedes mehr oder weniger heraushielten, um dann ganz überraschend doch einen faktischen Einjahresvertrag mit ihm abzuschließen, ist eine Verlängerung mit ihm dieses Mal erklärtes Ziel von General Manager Sandy Alderson. Die Fans werden es gerne hören, denn diese Nachricht bedeutet nicht nur, dass man den Leistungsträger und Publikumsliebling halten möchte, sondern wohl auch, dass man nicht vor größeren Investitionen zurückschreckt.

    Blue Jays bemühen sich um Encarnacion
    Auch Edwin Encarnacion wird stark von seinem aktuellen Team umworben. Beim Bemühen, einen ihrer beiden Big Bats zu halten, genießt Encarnacion für die Blue Jays offenbar klare Priorität gegenüber José Bautista. Gefühlt wird aber auch kaum einem Spieler in diesen ersten Tagen der Free Agency so viel Interesse anderer Clubs nachgesagt wie Encarnacion. Unter den Bewerbern um seine Dienste befinden sich Meldungen zufolge die Red Sox, die Astros und die Yankees.

    100 Millionen für Chapman? 
    Für einen Top-Hitter wie Cespedes oder Encarnacion wäre ein Vertrag, der einen dreistelligen Millionenbetrag garantiert, keine Sensation. Die gleiche Summe für einen Relief Pitcher wäre hingegen ein regelrechter Erdrutsch, auch wenn es um Aroldis Chapman geht. Vermutlich greift er mit dieser ihm nachgesagten Forderung etwas zu hoch, aber er kann ohne Weiteres in Kürze der bestbezahlte Reliever aller Zeiten sein. Bisher hält diesen Rekord Jonathan Papelbon mit 50 Millionen Dollar für einen Vierjahresvertrag.

    White Sox starten Rebuild
    Keine großen Verträge für Spieler über 30 darf man von den Chicago White Sox erwarten, denn jüngste Aussagen von GM Rick Hahn lassen darauf schließen, dass die White Sox einen langfristigen Neuaufbau anstreben. Das Team verfehlt seit Jahren die selbst gesteckten Erwartungen, die Altersstruktur steigt und das Farmsystem ist nicht gerade prall mit Talenten gefüllt. Wenn die White Sox tatsächlich den Resetknopf drücken, dann darf man ein paar interessante Trades erwarten. Chris Sale und José Quintana werden gerade bei dem schwachen Free-Agent-Markt für Starting Pitcher auf großes Interesse stoßen.

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    November 8th, 2016 by Silversurger

    Es ist eine schöne Tradition, dass um diese Jahreszeit allseits darüber spekuliert wird, wo die wichtigsten Free Agents der MLB unterkommen. Teams und Spieler, die Verlängerungs- oder Ausstiegsklauseln ziehen wollten, haben das größtenteils vor dem heutigen Beginn der Free Agency getan. Zudem war gestern Abend die Deadline für sogenannte Qualifying Offers. Zehn Spieler haben von ihrem Team ein solches Angebot erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,2 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Jeder von ihnen hat nun eine Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnt er es ab und unterschreibt woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Hier gibt es eine Übersicht über die zehn Qualifying Offers dieses Jahres sowie über ein paar nennenswerte Spieler, die das Angebot nicht erhalten haben. Für Spieler, die während der gerade beendeten Saison getradet wurden, können übrigens keine Qualifying Offers abgegeben werden.

    Die Free-Agent-Klasse dieses Jahres erscheint mir insgesamt eher schwach; die beste Auswahl besteht an Hittern im Outfield und auch einige gute Closer sind zu haben, der Markt für Starting Pitcher, Catcher und Middle Infielder ist hingegen sehr dünn. Hier sind meine Top 20 der diesjährigen Free Agents:

    1. Yoenis Cespedes, OF, New York Mets

    Nach dem vorhersehbaren Opt-Out aus dem Vertrag mit den Mets strebt Cespedes nun den großen Zahltag seiner Karriere an – mit Recht, muss man sagen, denn in seinen eineinhalb Saisons in New York hat er unter Beweis gestellt, dass er nicht nur ein guter Hitter sondern auch in der Lage ist, ein Team zu tragen. Er ist für mich die klare Nummer eins der diesjährigen Free Agency und wird für vier bis fünf Jahre einen deutlich dreistelligen Dollarbetrag herausholen. Cespedes fühlt sich bekanntlich wohl in New York und die Metsfans lieben ihn, aber ich fürchte, er wird der Vereinsführung zu teuer sein. Mein Tipp ist, dass er bei den anderen New Yorkern landet.

    1. Justin Turner, 3B, Los Angeles Dodgers

    Ein flexibler Infielder, der offensiv wie defensiv seit drei Jahren gut produziert und darüber hinaus sowohl bei den Fans als auch im Clubhouse hohes Ansehen genießt – mit diesem Profil steht Justin Turner in dieser Free-Agent-Klasse ziemlich alleine da. Die Dodgers wissen, was sie an ihm haben und gelten als Favorit für eine Weiterverpflichtung, nicht zuletzt weil Turner in Kalifornien aufgewachsen und verwurzelt ist. Aber er wird sich nicht billig verkaufen, vier bis fünf Jahre für 70 bis 80 Millionen sollten schon drin sein – wenn nicht in Los Angeles, dann vielleicht in San Francisco oder in Atlanta („Hauptsache Kalifornien“ hätte Andi Möller jetzt gesagt).

    1. Aroldis Chapman, RP, Chicago Cubs

    Die diesjährige Postseason hat gezeigt, dass die Reliever im modernen Baseball eine immer wichtigere Rolle spielen und Aroldis Chapman hatte daran großen Anteil, auch wenn er im legendären Spiel 7 fast zur tragischen Figur geworden wäre. Er tritt seit fünf Jahren als Closer an, in der Zeit hat er 91% seiner Savegelegenheiten verwandelt und nur 1.84 ERA zugelassen. Die heißesten Kandidaten auf einen hochdotierten Vertrag mit ihm sind die Teams, für die er letztes Jahr gespielt hat, also die Cubs und die Yankees. Aber ich lehne mich mal aus dem Fenster und prognostiziere, dass er bei den Giants unterschreibt, die damit ihren lange gehegten Schwachpunkt ausmerzen.

    1. Rich Hill, SP, Los Angeles Dodgers

    Hill wird bis Saisonbeginn 37 sein und spätestens seit er in der vergangenen Saison wochenlang wegen einer Blase am Finger ausfiel, haftet ihm der Ruf der Verletzungsanfälligkeit an. Wenn er auf dem Mound stand, hat er jedoch hervorragende Arbeit abgeliefert (2.12 ERA) und angesichts der kaum vorhandenen Konkurrenz auf dem FA-Markt für Starting Pitcher dürften Hill eine Menge gut dotierter Angebote ins Haus flattern. Er wird für zwei bis drei Jahre irgendwo landen, wo Geld vorhanden und Starting Pitching gesucht ist – beides trifft auf seinen bisherigen Club zu und deshalb sehe ich ihn weiterhin bei den Dodgers.

    1. Edwin Encarnacion, 1B/DH, Toronto Blue Jays

    Mit einer OPS von .886, 42 Home Runs und 127 RBIs ist Encarnacion der vielleicht gefährlichste Batter unter allen diesjährigen Free Agents. Geschmälert wird sein Wert allerdings nicht nur durch sein Alter von bald 34 Jahren, sondern auch dadurch, dass defensiv mit ihm nicht viel anzufangen ist. Ich schätze, damit ist er für die gesamte National League unattraktiv. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sich letzten Endes mit den Blue Jays auf eine weitere Zusammenarbeit einigt. Wenn nicht, dann vermute ich, dass er bei den Boston Red Sox die Nachfolge für Big Papi David Ortiz antritt. Sagen wir mal 60 Millionen für drei Jahre.

    1. Kenley Jansen, RP, Los Angeles Dodgers
    2. Deter Fowler, OF, Chicago Cubs
    3. Mark Trumbo, OF, Baltimore Orioles
    4. Jose Bautista, OF, Toronto Blue Jays
    5. Mark Melancon, RP, Washington Nationals
    6. Jeremy Hellickson, SP, Philadelphia Phillies
    7. Ian Desmond, SS/OF, Washington Nationals
    8. Neil Walker, 2B, New York Mets
    9. Colby Rasmus, OF, Houston Astros
    10. Carlos Gomez, OF, Texas Rangers
    11. Wilson Ramos, C, Washington Nationals
    12. Josh Reddick, OF, Los Angeles Dodgers
    13. Matt Wieters, C, Baltimore Orioles
    14. Steve Pearce, 1B/OF, Baltimore Orioles
    15. Mike Napoli, 1B, Cleveland Indians

    Zu guter Letzt noch eine Erinnerung: Ich freue mich über jeden weiteren Beitrag zum Offseason-Wunschkonzert.

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