Juli 2nd, 2020 by Silversurger

Die Vorbereitungen auf die MLB-Saison 2020 laufen auf Hochtouren: Alle Teams haben während der letzten Tage ihre erweiterten Kader mit bis zu 60 Spielern bekannt gegeben und das Training sowie Coronatests in ihren Summer Camps aufgenommen. Der Spielplan für die reguläre Saison steht leider noch nicht fest. Aller Voraussicht nach beginnt die Saison am 23. Juli mit einem Eröffnungsspiel der New York Yankees gegen den amtierenden Champion, die Washington Nationals. Einen Tag später steigen die restlichen Teams in ihr 60-Spiele-Programm ein. Das alles steht natürlich unter dem Vorbehalt, dass die Pandemielage in den USA den Saisonstart zulässt.

Mindestens vier Spieler verzichten
Die Beteiligung an der Saison in diesem ungewöhnlichen Jahr ist den Spielern freigestellt. Bislang haben vier Akteure bekannt gegeben, dass sie von dem Recht Gebrauch machen werden, auf die Saison 2020 (und damit auch auf ihr Gehalt) zu verzichten. Rockies-Outfielder Ian Desmond, Diamondbacks-Pitcher Mike Leake sowie von den Washington Nationals First Baseman Ryan Zimmerman und Pitcher Joe Ross werden dieses Jahr freiwillig aussetzen. Desmond hat seine Entscheidung in einem lesenswerten Instagram-Post begründet. Im Wesentlichen argumentiert er damit, dass er das Spielen der Saison für ein Risiko hält, welches er als Vater von vier Kindern mit einer schwangeren Frau nicht einzugehen bereit ist – in meinen Augen eine sehr legitime und ehrenwerte Sichtweise.

Blue Jays vorerst in Florida
Für die Toronto Blue Jays als einziges MLB-Team außerhalb der USA ist weiterhin unklar, wo sie ihr Summer Camp und ihre Saisonspiele durchführen werden. Einstweilen hat sich das Team in der Spring-Training-Einrichtung des Klubs in Dunedin, Florida, gesammelt. Dort wartet man nun, ob die kanadischen Behörden grünes Licht für den Flug nach Toronto und für die Nutzung von Rogers Centre geben.

Rekordvertrag für Torkelson
Nach der MLB-Draft vom 10. und 11. Juni haben die meisten Teams inzwischen die Verträge mit den gepickten Spielern abgeschlossen. Der Nummer-1-Pick Spencer Torkelson hat mit den Detroit Tigers einen Rekordvertrag ausgehandelt: Er erhält für seine Unterschrift ein Handgeld von 8.416.300 Dollar. Der 20-jährige First Baseman wurde allseits als das Top-Talent dieser Draft angesehen und soll in Detroit langfristig die alternde Legende Miguel Cabrera ablösen.

Keine Minor Leagues 2020
Für die weit überwiegende Zahl der Baseball-Profis in den USA wird es keine Saison 2020 geben: Wie allseits erwartet worden war, haben die Minor Leagues die Saison wegen des Coronavirus komplett abgesagt. Das ist in Anbetracht der Lage sehr verständlich, aber auch ein herber Schlag für die betroffenen Spieler und sonstigen Angestellten.

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Juni 25th, 2020 by Silversurger

Die wichtigste Nachricht der Woche – ach was, des Jahres! – habe ich gestern schon kurz verkündet: Es wird eine MLB-Saison 2020 geben. Die Grundlage dafür wurde durch die zunächst einseitige Festlegung der Ligaleitung gelegt, eine 60-Spiele-Saison auf Basis der Vereinbarung vom März durchzuführen. Die Spielergewerkschaft MLBPA hat diesem Plan zugestimmt, sodass der Saisonstart in rund einem Monat in trockenen Tüchern ist. Noch sind nicht alle Details geklärt, aber was schon bekannt ist, fasse ich in diesem Artikel zusammen.

Wann geht es los?
Die Spieler melden sich bis spätestens 1. Juli in den Trainingscamps ihrer Teams. Am 23. oder 24. Juli beginnt die reguläre Saison.

Wo wird gespielt?
Es soll in den regulären Heimstadien der Teams gespielt werden. Die meisten Teams halten auch ihr Vorbereitungscamp auf dem eigenen Gelände in ihrer Heimatstadt ab. Unklar ist die Situation der Toronto Blue Jays: Derzeit gelten noch strikte Reisebeschränkungen zwischen Kanada und den USA. Die MLB hat bei der kanadischen Regierung nach einer Ausnahmegenehmigung für die Blue Jays und die gegnerischen Teams ersucht. Falls diese nicht erteilt wird, müssen die Blue Jays für ihre Heimspiele voraussichtlich auf ihre Spring-Training-Einrichtung in Florida oder den Ballpark eines ihrer Minor-League-Teams ausweichen.

Wie sehen die Spielpläne aus?
Die konkreten Termine werden zurzeit noch abgestimmt. Jedes Team soll 60 Spiele absolvieren, darunter je 10 gegen die Konkurrenten aus der eigenen Division und je 4 gegen die Teams aus der geographisch entsprechenden Division der anderen Liga. Ein Team der NL East zum Beispiel trifft somit 40-mal auf Gegner der NL East und 20-mal auf Teams aus der AL East.

In welchem Format werden die Playoffs gespielt?
Es wurde lange über ein erweitertes Playoff-Feld verhandelt, aber nun bleibt doch alles beim Alten: Jede Teilliga schickt fünf Teams ins Rennen, die drei Divisionssieger und zwei Wild-Card-Teams. Letztere absolvieren ein einzelnes Wild-Card-Game, danach folgen die Divisional Series (best-of-5), die League Championship (best-of-7) und die World Series (best-of-7).

Wann ist die Trade-Deadline?
Die normalerweise am 31. Juli geltende Frist, bis zu der Trades möglich sind, wird auf den 31. August verschoben. Für den Einsatz in der Postseason gilt, dass die Spieler spätestens am 15. September Teil des Kaders sein müssen.

Welche Regeländerungen gelten?
Die wichtigste Änderung, jedenfalls für die Teams der National League, ist die universelle Anwendung der DH-Regel. Jedes Team darf dieses Jahr in jedem Spiel einen Designated Hitter bestimmen, der im Batting Lineup die Stelle des Pitchers übernimmt.
Eine weitere Besonderheit in diesem Jahr besteht darin, dass zu Beginn jedes Extra-Innings automatisch ein Runner auf der zweiten Base stehen wird. Der Runner wird jeweils der Spieler sein, der im vorherigen Inning das letzte Out erlitt (oder ein für ihn eingewechselter Spieler).
In normalen Jahren werden Spiele, die nach weniger als fünf Innings wetterbedingt abgebrochen werden, zu einem späteren Zeitpunkt von Beginn an wiederholt. Dieses Jahr gilt, dass solche Spiele an der Stelle des Abbruchs wieder aufgenommen werden.
Die Rostergrößen werden für die ersten beiden Wochen der Saison auf 30 erhöht, für die nächsten beiden Wochen liegen sie bei 28 und für den Rest der Saison bei den sonst üblichen 26. Insgesamt darf jedes Team 60 Spieler benennen, die während der Saison zum Einsatz kommen können.

Was wird gegen die Verbreitung des Coronavirus getan?
Alle Spieler, Trainer und Betreuer werden jeden zweiten Tag auf Corona getestet. Zweimal täglich wird bei den Spielern Fieber gemessen, einmal monatlich erfolgt zudem ein Antikörpertest.
Während des Spiels soll in möglichst vielen Situationen ein Abstand von 6 Fuß (ca. 1,80m) gehalten werden. Zu diesem Zweck werden Spieler, die nicht im Einsatz sind, sowie Trainer und sonstige Mitwirkende nicht im Dugout sitzen, sondern verteilt auf den Zuschauerplätzen. Wer sich dem Umpire oder jemandem vom gegnerischen Team nähert, um zu diskutieren oder zu streiten, soll konsequent des Platzes verwiesen werden.
Körperkontakte zum Begrüßen, Feiern usw. sind untersagt, ebenso jegliches Spucken oder Fingerlecken. Pitcher dürfen einen nassen Lappen am Hosenbund tragen, um zwischendurch die Hand zu befeuchten. Der Lappen darf keine Substanzen außer Wasser enthalten. Der Ball wird jedes Mal ausgetauscht, sobald er von mehreren Spielern angefasst wurde.

Was passiert, wenn ein Spieler positiv getestet wird?
Es gab in den letzten Tagen mehrere Meldungen über Spieler zum Beispiel der Phillies, der Rockies und der Blue Jays, die positiv auf das Virus getestet wurden. Das wird auch während der Saison nicht ausbleiben. In dem Fall landen die betroffenen Spieler auf einer speziellen Verletztenliste. Diese hat anders als die anderen Listen keine Minimal- oder Maximaldauer. Positiv getestete Spieler dürfen wieder eingesetzt werden, sobald sie zweimal negativ getestet wurden.

Wird es Zuschauer in den Stadien geben?
Man sollte meinen, die klare Antwort auf diese Frage laute nein. Tatsächlich sind Zuschauer aber nicht ausdrücklich verboten. Die Liga überlässt es den Teams und den lokalen Behörden, individuell über die Zulassung von Ballpark-Besuchern zu entscheiden. Laut NBC erwägen mindestens die Texas Rangers, die Miami Marlins, die Chicago White Sox und die Chicago Cubs, eine begrenzte Anzahl von Zuschauern zuzulassen. Ich halte es offen gesagt für ziemlichen Irrsinn, diese Überlegungen ausgerechnet in Texas und Florida anzustellen, zwei aktuellen Hotspots des Infektionsgeschehens. Auf den offensichtlichen Witz bezüglich der Marlins-Fans und ihrer jahrelangen Erfahrung mit Social Distancing verzichte ich an dieser Stelle.

Was ist mit dem Field of Dreams?
Das wohl meist ersehnte Spiel der MLB-Saison 2020 war ursprünglich für den 13. August vorgesehen. Am Drehort des Films „Field of Dreams“ in Iowa sollte durch ein Match zwischen den New York Yankees und den Chicago White Sox der Traum von Ray Kinsella wahr werden. Ob es dazu noch kommen wird, ist fraglich. In die oben beschriebene Spielplanstruktur passt eine Partie zwischen den Yankees (AL East) und den White Sox (AL Central) jedenfalls nicht. Zudem hat die besondere Aktion vermutlich wenig Sinn, wenn der für 8.000 Besucher ausgelegte Ballpark leer bleibt. Andererseits wäre vom Thema das Films her ein „Geisterspiel“ vielleicht gar kein so unpassender Rahmen…

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Juni 24th, 2020 by Silversurger

Der Durchbruch in den unendlich scheinenden Verhandlungen ist endlich erzielt: Wir werden eine MLB-Saison 2020 bekommen! Die Spieler haben dem Plan der Liga zugestimmt, bis 1. Juli ein zweites Spring Training aufzunehmen. Am 23. oder 24. Juli soll die reguläre Saison beginnen.

Der Kern der Vereinbarung ist, dass die Saison 60 Spiele je Team umfassen wird bei voller anteilsmäßiger Bezahlung der Spieler. Es wird universell mit Desginated Hitter gespielt, Extra-Innings werden mit automatisch vorhandenen Baserunnern begonnen. Erwartungsgemäß werden keine Zuschauer in den Stadien zugelassen sein und es gilt ein umfangreiches Hygienekonzept zum Umgang mit dem Coronavirus.

Weitere Details werden wohl im Laufe des Tages bekannt gegeben, vielleicht auch schon ein Spielplan. Ich werde morgen Nachmittag im Grand Slam am Donnerstag ausführlich berichten.

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Juni 18th, 2020 by Silversurger

„Tell us when and where.“ Dieses starke Statement machten sich in den letzten Tagen zahlreiche MLB-Spieler in den sozialen Netzwerken zu eigen. Sie reagierten damit auf Drohungen der Team-Owner, einseitig die Rahmenbedingungen für die MLB-Saison 2020 festzulegen, wenn es zu keiner Einigung kommt. Die Botschaft der Spieler ist klar: Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir wollen endlich spielen, und wenn die Owner sich für eine Minimalzahl von Spieltagen entscheiden, dann sind sie diejenigen, die gegenüber den Fans dafür gerade zu stehen haben.

Widersprüchliche Botschaften vom Commissioner
Während die Spieler somit den Schwarzen Peter geschickt zurück an die Liga gespielt haben, macht MLB-Commissioner Rob Manfred in der aktuellen Situation keine gute Figur. Vor einer Woche erklärte er noch vollmundig: „We’re going to play baseball in 2020 – 100 percent“. Am Montag sprach er gegenüber ESPN erneut von 100 Prozent, aber die Botschaft war plötzlich eine andere: „The owners are a hundred percent committed to getting baseball back on the field. Unfortunately, I can’t tell you that I’m a hundred percent certain that’s gonna happen.” Am Dienstag wiederum machte aus mehreren seriösen Quellen – unter anderem SNY und The Athletic – das Gerücht die Runde, dass sechs bis acht Owner sich gegen eine MLB-Saison 2020 positioniert hätten – was wiederum Manfreds Aussage vom Vortag konterkariert.

Produktives Treffen gestern
Einen Hoffnungsschimmer immerhin gibt es seit gestern Abend: Manfred und der Chef der Spielergewerkschaft MLBPA, Tony Clark, hatten ein eigenen Aussagen zufolge „produktives“ persönliches Treffen. Eine Einigung über die Länge der Saison und über die Berechnung der Spielergehälter gibt es zwar nach wie vor nicht, aber zumindest reden die beiden Seiten nun wieder mit- statt übereinander.

Fauci empfiehlt frühes Saisonende
Bei dem aufreibenden Hin und Her um finanzielle und organisatorische Fragen der möglichen MLB-Saison könnte man fast vergessen, dass die wichtigste Rahmenbedingung nach wie vor die Corona-Pandemie ist. Die Behörden in fast allen US-Bundesstaaten geben schon seit einiger Zeit grünes Licht für Geisterspiele. Nur die Blue Jays müssten sich vermutlich einen Ausweich-Standort suchen, da Reisen zwischen Kanada und USA nach wie vor mit 14 Tagen Quarantäne verbunden sind. Auch Dr. Anthony Fauci, der prominenteste Corona-Experte der USA, hält eine Durchführung der Saison für vertretbar. Er trifft allerdings eine wichtige Einschränkung: Sein Rat ist, die Saison auf die Sommermonate zu beschränken und die Playoffs nicht wie üblich bis Ende Oktober dauern zu lassen, wenn des kälteren Wetters wegen eine neue Infektionswelle droht. Ein Argument mehr dafür, endlich mal anzufangen…

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Juni 11th, 2020 by Silversurger

Das unwürdige Tauziehen um die MLB-Saison 2020 geht weiter – längst geht es dabei kaum noch um die Pandemie, stattdessen vor allem um Geld und um Gesichtswahrung. Ein Hauch von Normalität wehte immerhin letzte Nacht, als die erste Runde der MLB-Draft 2020 durchgeführt wurde.

Tigers wählen Torkelson an Nummer 1
Der Top-Pick der diesjährigen Draft war wie erwartet 1B Spencer Torkelson. Die Detroit Tigers sicherten sich den Power-Hitter von der Arizona State University. Hoch gehandelt wurde vor der Draft auch der vielseitige IF/OF Austin Martin von Vanderbilt, der letztlich aber erst an Nummer 5 zu den Toronto Blue Jays ging. Die Baltimore Orioles, die als zweite an der Reihe waren, entschieden sich etwas überraschend für OF Heston Kjerstad aus Arkansas. Kjerstad war zwar als First-Rounder erwartet worden, aber eher in der Mitte oder zweiten Hälfte der Runde. Ebenfalls eine kleine Überraschung war die Wahl von Pitcher Max Meyer aus Minnesota durch die Miami Marlins an Nummer 3. Als Top-Pitcher der Draft hatten die meisten Experten eigentlich Linkshänder Asa Lacy (Texas A&M) erwartet, den sich die Kansas City Royals als Pick 4 sicherten. Die größte Überraschung des Abends dürfte allerdings der Pick der Boston Red Sox gewesen sein. Sie verwendeten ihr Wahlrecht an Nummer 17 auf Nick Yorke, einen Middle-Infielder aus einer kalifornischen Highschool. Ihn hatte kaum jemand in der ersten Runde erwartet. Aber da die Red Sox dieses Jahr keinen Zweitrundenpick haben, waren sie wohl bereit, für ihren Wunschspieler etwas zu reachen.

Heute geht es ab 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit weiter mit dem Rest der Draft, zu sehen auf ESPN, MLB Network oder am einfachsten direkt auf der Homepage mlb.com. Wegen der Corona-Situation gibt es dieses Jahr nur fünf Runden statt der sonst üblichen 40. Von den danach verbleibenden Nachwuchsspielern können die Clubs beliebig viele für jeweils bis zu 20.000 Dollar unter Vertrag nehmen.

Kein Ende in Sicht
In Bezug auf eine mögliche MLB-Saison 2020 finden die Teambesitzer und die Spielergewerkschaft MLBPA einfach keinen gemeinsamen Nenner. Es fühlt sich an, als ob ich hier jede Woche dasselbe schreiben muss: Die Liga legt einen Vorschlag vor, die MLBPA lehnt ihn ab und kontert mit einem Gegenvorschlag, den wiederum die Liga ablehnt. Die neuesten Angebote bestanden darin, dass die Liga die vorgeschlagene Anzahl der Saisonspiele von 48 auf 76 erhöhte und die Spielergewerkschaft von 114 Spielen auf 89 reduzierte. Das sieht auf den ersten Blick so aus, als käme man sich näher. Doch der Teufel steckt im Detail und in diesem Fall ist das entscheidende Detail, dass die Spieler nach wie vor darauf bestehen, ihre Gehälter anteilig nach der Zahl der Spiele zu erhalten – im aktuellen Vorschlag also 89 durch 162 vom normalen Jahresgehalt. Die Klubs hingegen wollen nur – je nach Playoff-Format – 50 bis 75 Prozent von dem derart errechneten Anteil bezahlen. Eine Einigung scheint derzeit in weiter Ferne – und damit auch die einstige Hoffnung, in der ersten Julihälfte in den Spielbetrieb einzusteigen.

DBV lässt Vereine wählen
Noch keine Entscheidung, aber eine halbwegs klare Marschroute gibt es im Hinblick auf den Baseball-Spielbetrieb in Deutschland: Der Ausschuss für Wettkampfsport des Deutschen Baseball- und Softballverbandes (DBV) hat festgelegt, dass es in diesem Jahr in seinen Ligen keinen Auf- und Abstieg geben wird. Alle für 2020 gemeldeten Teams können sich auch 2021 für dieselbe Liga anmelden. Sollten Plätze frei werden, wird gegebenenfalls über Nachrücker entschieden. Sofern 2020 noch ein Spielbetrieb stattfindet, wird die Beteiligung daran auf freiwilliger Basis sein. Die Vereine können wählen, ob sie am Spielbetrieb teilnehmen möchten und ob sie dazu auch bereit sind, wenn er ohne Zuschauer stattfinden muss. Für jede Gruppe der 1. und 2. Baseball-Bundesliga wird nach Mehrheit der jeweiligen Vereine entschieden, ob und in welchem Spielmodus eine Saison 2020 durchgeführt wird. Die Deadline für die Meldungen ist der 15. Juli. Bis zu diesem Termin soll auch entschieden werden, ob Deutsche Meisterschaften und Länderpokale im Nachwuchsbereich stattfinden.

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Juni 4th, 2020 by Silversurger

Seit rund vier Wochen verhandeln und streiten die Klubs und die Spieler um finanzielle Fragen, die einer MLB-Saison 2020 im Wege stehen – ein Ende dieses ziemlich unwürdigen Gezerres ist leider nicht in Sicht. Immerhin ein kleines Highlight für die Fans gibt es kommende Woche durch das Stattfinden der Draft. Derweil ist für viele Spieler der Minor Leagues der Traum von der MLB-Karriere letzte Woche geplatzt – und für alle Spieler im System der Oakland Athletics der Traum, dass sie ihrem Verein etwas wert sind. Aber lest selbst:

Am Mittwoch wird gedraftet
Die MLB-Draft wird nächste Woche stattfinden, allerdings nicht so wie gewohnt. Zum einen wird das Event wegen der Corona-Krise komplett virtuell vollzogen, zum anderen wird es sehr viel kürzer sein als sonst. Anstelle der üblichen 40 Runden gibt es dieses Mal nur 5 Durchgänge zur Auswahl von Spielern aus den Colleges und Highschools. Den Teams wird dadurch der Zwang genommen, in dieser Zeit der Unsicherheit zusätzliche Gehaltsempfänger verpflichten zu müssen. Anschließend an die 5 Draftrunden haben alle Klubs die Möglichkeit, unbegrenzt viele weitere Spieler für jeweils bis zu 20.000 Dollar unter Vertrag zu nehmen.

Pick Nummer eins haben dieses Jahr die Detroit Tigers, gefolgt von den Baltimore Orioles und den Miami Marlins. Die Houston Astros sind als Strafe für den Sign-Stealing-Skandal von der ersten und zweiten Draftrunde ausgeschlossen.

Der Favorit, als erstes vom Board zu gehen, ist 1B Spencer Torkelson (Arizona State), ein Powerhitter mit exzellenter Plate-Discipline. Außenseiterchancen, anstelle von Torkelson gewählt zu werden, hat der vielseitige IF/OF Austin Martin (Vanderbilt). Die am höchsten gehandelten Pitcher sind Linkshänder Asa Lacy (Texas A&M) und Rechtshänder Emerson Hancock (Georgia). Nicht ganz so hoch gerankt, aber schlagzeilenträchtig allein wegen seines Namens ist 3B/RHP Jaden Agassi. Der 18-jährige Sohn der Tennis-Legenden Steffi Graf und Andre Agassi hat frisch die Highschool abgeschlossen und gilt als talentiert genug, in einer der späteren Runden gewählt zu werden. Als wahrscheinlicher gilt aber, sowohl aufgrund der verkürzten Draft als auch weil Agassi sich noch von einer Tommy-John-Surgery am Wurfarm erholt, dass er die Profi-Karriere ein paar Jahre hinausschiebt und zunächst seine Einschreibung an der University of South California wahrnimmt.

Die Draft beginnt in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Sie wird live auf ESPN und MLB Network übertragen; Letzteres ist Teil des Pakets von DAZN.

Streit um Gehälter dauert an
Wie eingangs schon erwähnt, zeichnet sich im Gehälterstreit zwischen den Klubs und den Spielern leider kein Kompromiss ab. Die Teambesitzer beharren auf ihrer Forderung nach stärkeren Gehaltskürzungen. Die Spielergewerkschaft MLBPA hat am letzten Wochenende ihren Gegenvorschlag vorgelegt, in dem sie eine 114-Spiele-Saison mit anteiligen Gehältern und einen Aufschub von Teilen der Gehaltszahlungen anbietet. Dies wurde von den Ownern erwartungsgemäß abgelehnt. Von ihrer Seite steht bislang kein neues Angebot, sondern eine Drohung im Raum: Wenn die MLBPA den angestrebten Kürzungen nicht zustimmt, könnte die Liga im Alleingang beschließen, dass eine ultrakurze Saison mit nur 48 bis 54 Saisonspielen gespielt wird. Auf diese Art würden die Gehälter automatisch drastisch sinken, da sie sich nach der bisherigen Regelung anteilig an der Zahl der durchgeführten Spiele bemessen. Theoretisch hat die MLB diese Möglichkeit, praktisch würde ein solches Vorgehen vermutlich zu einem Streik der Spieler führen.

Kein Dissens über Umstrukturierung
Ein Punkt, in dem sich die Liga und die Spieler offenbar geeinigt haben, ist die vorübergehende Umstrukturierung der Divisionen für die Saison 2020. Um lange Reisen zu vermeiden, soll die AL East mit der NL East zu einer Division aus 10 Teams zusammengelegt werden, ebenso die beiden Central-Divisonen und die beiden West-Divisionen. Alle oder fast alle regulären Saisonspiele sollen innerhalb der jeweiligen Division ausgetragen werden. Als Spielorte werden nach diesem Plan die gewohnten Heimstadien der Teams genutzt, die Designated-Hitter-Regel gilt bei allen Spielen. Auch bezüglich einer Erweiterung der Playoffs auf 14 Teams scheint man sich relativ einig zu sein, wenngleich das genaue Format der Postseason noch unklar ist.

Zahlreiche Minor Leaguer entlassen, Athletics stellen Zahlungen ein
Die MLB-Spieler jammern über die Winkelzüge der Owner zwar mit einigem Recht, aber immer noch auf hohem Niveau – um seine Existenz muss von ihnen jedenfalls niemand fürchten. Ganz anders sieht es derweil in den Minor Leagues aus. Im Unterbau des professionellen Baseballs herrscht weitreichende Unsicherheit: Wird es eine Saison 2020 geben? Wenn nein, bekommen die Spieler ihre ohnehin sehr niedrigen Gehälter trotzdem weiter? Wird zudem der schon vor Corona bestehende Plan umgesetzt, 42 Minor-League-Teams komplett einzusparen?

Letzte Woche gab es eine Entlassungswelle, bei der Hunderte Minor-League-Spieler von den Klubs freigesetzt wurden. Das war zwar eine unpopuläre und in vielerlei Hinsicht bedauerliche Maßnahme. Allerdings muss man sich dabei klar machen, dass solche Entlassungswellen jedes Jahr zum Ende des Spring Trainings üblich sind und somit erwartbar war, dass es auch dieses Jahr irgendwann dazu kommen würde.

Immerhin haben inzwischen fast alle MLB-Franchises entschieden, ihren verbleibenden Minor Leaguern zumindest die 400 Dollar pro Woche weiter zu bezahlen, auf die die Klubs sich ursprünglich bis 31. Mai geeinigt hatten. Auch die Washington Nationals, die die Zahlungen zunächst auf 300 Dollar reduzieren wollten, besannen sich schnell eines besseren, nachdem mehrere ihrer MLB-Spieler ankündigten, die Gehälter der Minor-League-Kollegen zur Not aus eigener Tasche aufstocken zu wollen. Der meines Wissens einzige Verein, der sich entschieden hat, sämtliche Minor Leaguer ab 1. Juni in unbezahlten Urlaub zu schicken, sind die Oakland Athletics. Die Entscheidung der A’s bedeutet, dass ihre Minor-League-Spieler nun erstens ohne Einkommen sind und sich zweitens noch nicht mal arbeitslos melden können, weil sie formal noch bei dem Klub angestellt sind. Um es deutlich zu sagen: Das ist eine Schande und beraubt in meinen Augen die Athletics sämtlicher Sympathien, die ich bisher für sie hatte.

Chris Archer fällt lange aus
Chris Archer, Pitcher der Pittsburgh Pirates, musste sich am Dienstag einer Operation zur Behandlung eines Thoracic-outlet-Syndroms unterziehen. Ob Archer überhaupt noch mal für die Pirates spielt, ist fraglich. Für 2020 fält er in jedem Fall aus, und für 2021 muss der Verein entscheiden, ob er die Option zur Vertragsverlängerung für 11 Millionen Dollar zieht. Ich rechne eher nicht damit, denn Archers Leistungen in Pittsburgh waren, nachdem er 2018 per Trade von den Tampa Bay Rays kam, bislang weitgehend enttäuschend. Hinzu kommt, dass nach dieser Art von OP, bei der üblicherweise eine Rippe ganz oder teilweise entfernt wird, um dem betroffenen Nerv Raum zu verschaffen, viele Pitcher – z. B. Matt Harvey, Tyler Thornburg, Tyson Ross – nicht mehr zur vollen Form gefunden haben.

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Mai 28th, 2020 by Silversurger

Zum Einstieg gibt es heute einen Hörtipp: Ich habe die Ehre, dass ich in der aktuellen Folge des Podcasts „Just Baseball“ zu Gast sein durfte. In einem rund halbstündigen Interview rede ich mit den sympathischen Gastgebern Andreas, Axel und Florian unter anderem über Baseblog, mein Baseball-Buch und die Aussichten auf eine MLB-Saison 2020. Hören könnt ihr die Folge über die Homepage des Podcasts, aber auch auf iTunes oder dem Podcatcher eures Vertrauens.

Klubs und Spieler weiterhin uneinig
Apropos MLB-Saison 2020: Der Stand ist hier leider immer noch derselbe wie letzte und vorletzte Woche. Das heißt, die nötigen Hygienekonzepte liegen vor, es gibt von den meisten Bundesstaaten grünes Licht für Spiele in leeren Stadien, aber es gibt immer noch keine Einigung zwischen den Klubs und den Spielern über die Gehälter. Die Liga hat der Spielergewerkschaft MLBPA am Dienstag offiziell den Vorschlag vorgelegt, der schon seit einiger Zeit im Raum steht: Die Spieler sollen im Durchschnitt auf rund die Hälfte des Gehalts verzichten, das ihnen anhand der Zahl der Spiele zustünde. Davon ausgehend, dass eine verkürzte Saison 2020 etwa halb so viele Spiele umfassen würde wie gewohnt, bekämen die Spieler im Schnitt also nur ein Viertel ihres gewohnten Einkommens. Das wäre immer noch eine Menge Geld, aber natürlich ein herber Einschnitt. Prominente Vertreter der Spieler wie Max Scherzer und Blake Snell haben bereits deutlich gemacht, dass sie diesen Plan nicht hinnehmen wollen. Ein Gegenvorschlag der Spielergewerkschaft wird für Ende dieser Woche erwartet. Der anzubietende Kompromiss könnte darin bestehen, dass die Spieler auf Teile des Gehalts zwar nicht verzichten, aber einer um einige Monate oder Jahre verzögerten Auszahlung zustimmen.
Es gibt keine offizielle Deadline für die Verhandlungen, doch es liegt auf der Hand, dass eine schnelle Einigung nötig ist, wenn das Ziel weiterhin in einem Saisonbeginn Anfang Juli besteht.

NPB peilt Saisonstart an
In Japan ist man schon einen Schritt weiter als in den USA: Die Nippon Professional Baseball (NPB)-Saison soll am 19. Juni den Spielbetrieb aufnehmen. Die 12 Teams werden am 2. Juni, also nächsten Dienstag, mit Testspielen beginnen, um sich auf die von 143 auf 120 Spiele verkürzte reguläre Saison vorzubereiten. Die Spiele finden ohne Zuschauer statt, zudem wird auf das All-Star-Spiel sowie auf Interleague-Spiele verzichtet.

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Mai 21st, 2020 by Silversurger

Ich wünsche allseits einen schönen, sonnigen und vor allem gesunden Feiertag – leider immer noch ohne Baseball. Im Hinblick auf eine mögliche MLB-Saison ohne Zuschauer herrscht weiterhin Uneinigkeit zwischen den Klubs und den Spielern. Es geht dabei weniger um die Pandemie als vor allem ums Geld. Über die 2021 vorgesehene Weltmeisterschaft im Baseball, den World Baseball Classic, wurde derweil eine radikale Entscheidung getroffen.

Wer sich zuerst bewegt, verliert?
Ein zweites Spring-Training ab Mitte Juni, Start einer verkürzten Saison Anfang Juli – so könnte der Plan für Major-League-Baseball in diesem Jahr aussehen. In den meisten Bundesstaaten sieht es danach aus, dass die Gesundheits- und sonstigen Behörden grünes Licht geben würden für Spiele ohne Zuschauer und unter besonderen Hygieneregeln. Doch bislang scheitert die Sache am Streit zwischen den Klubs und den Spielern. Die Spielergewerkschaft MLBPA beruft sich darauf, dass man schon Ende März eine Einigung mit den Vereinen erzielt hat, dass die Spieler anteilig nach Anzahl der Spiele bezahlt werden. Dass die Spiele ganz oder teilweise ohne Zuschauer stattfinden würden, sei damals bereits berücksichtigt worden. Die Position der Teambesitzer hingegen lautet, dass die Vereinbarung vom März keine Geisterspiele berücksichtige und ohne Zuschauereinnahmen nicht aufrecht zu erhalten sei. Nach Rechnung der Owner müssten sie mit 4 Milliarden Dollar Verlust rechnen, wenn die Spiele ohne Zuschauer stattfinden und gleichzeitig die Spieler auf den vereinbarten Gehaltsanteilen beharren. Beide Seiten geben sich zurzeit unversöhnlich und man hat das Gefühl, dass diejenige, die sich als erstes bewegt, als Verlierer dasteht. Das Problem dabei ist: Wenn sich niemand bewegt, verlieren am Ende beide und vor allem auch die Fans, Ballpark-Angestellte und viele mehr.

WBC auf 2023 verschoben
Im März dieses Jahres wirkte sich die Corona-Krise erstmals spürbar auf den Baseball aus, indem das Qualifikationsturnier zum World Baseball Classic kurzfristig abgesagt wurde. Die deutsche Nationalmannschaft war zu dem Zeitpunkt bereits in Arizona und musste heilfroh sein, relativ schnell wieder nach Hause zu kommen, während bereits nach und nach die Flugverbindungen zwischen den USA und Europa eingestellt wurden. Das Hauptturnier des WBC war ursprünglich geplant für März 2021. Es sprach einiges dafür, sich von diesem Termin zu verabschieden: Erstens ist nicht abzusehen, ob das Thema Corona bis dahin erledigt ist; zweitens muss vorher noch die Qualifikation abgeschlossen werden; drittens stehen 2021 auch die von 2020 verschobenen Olympischen Spiele an, bei denen Baseball ebenfalls mit von der Partie ist. Vor diesem Hintergrund ist die nun getroffene Entscheidung des Weltverbands folgerichtig, dass der WBC 2021 nicht stattfinden wird. Das Turnier soll im Jahr 2023 nachgeholt werden.

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Mai 14th, 2020 by Silversurger

Der Grand Slam am Donnerstag beschränkt sich heute auf ein kurzes Update zur möglichen, aber immer noch nicht sicheren Baseball-Saison 2020.

Streit um Gehälter, universeller DH wahrscheinlich
Aktuell verhandelt die Leitung der MLB mit der Spielergewerkschaft MLBPA um die Bedingungen einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Dazu gehört ein rund 80-seitiges Hygienekonzept, in dem zum Beispiel festgelegt wird, wer wann gestestet wird, welche Regeln für Reisen und Hotelaufenthalte gelten, wie auf Krankheitssymptome und auf nachgewiesene Coronafälle zu regieren ist usw.

Ein besonders wichtiger und konfliktträchtiger Verhandlungspunkt sind die Spielergehälter. Eigentlich gab es hierzu schon vor einigen Wochen die Einigung, dass die Gehälter anteilsmäßig nach Anzahl der stattfindenden Spiele gezahlt werden. Nun wollen die Klubs aber nachverhandeln mit der Argumentation, dass bei Spielen ohne Zuschauer ihre Einnahmen deutlich geringer ausfallen. Die Spieler und sonstigen Angestellten sollen diese Verluste mit auffangen. Das klingt einerseits nachvollziehbar, andererseits denke ich, dass den Teambesitzern doch bei der letzten Einigung längst klar gewesen sein muss, dass es dieses Jahr höchstwahrscheinlich keine Zuschauer im Stadion geben wird.

Weniger Streit dürfte es um einen anderen Vorschlag der Liga geben: Es soll einmalig für die Saison 2020 der Designated Hitter für die gesamte MLB eingeführt werden. Die Teams sollen damit die Flexibilität erhalten, bei einem Spielplan mit weniger Ruhetagen einzelne Spieler durch Verzicht auf die Fielding-Aufgaben zu entlasten. Die Spielergewerkschaft wird dem höchstwahrscheinlich zustimmen, da sie ohnehin seit Jahren als Befürworter der DH-Regel gilt.

Die Voraussetzungen für einen möglichen Saisonstart von Seiten der US-Bundesstaaten sind bislang noch sehr unterschiedlich: Während beispielsweise Arizona angekündigt hat, Profisport ab 15. Mai wieder zuzulassen, fährt der Nachbarstaat Kalifornien bislang eine deutlich strengere Linie. Es könnte daher nötig werden, dass kalifornische Teams ihre Spiele zunächst in Arizona oder einem anderen Staat austragen müssen.

Die Lage in Deutschland
Im deutschen Baseball ist der Trainingsbetrieb unter besonderen Abstands- und weiteren Regeln inzwischen in den meisten, aber noch nicht in allen Ländern und Kommunen freigegeben. Ob es auch einen Spielbetrieb geben wird, ist nach wie vor nicht absehbar. Laut der aktuellen Meldung des Deutschen Baseball- und Softballverbands wäre Ende Juni der früheste denkbare Termin für einen Saisonbeginn.

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Mai 7th, 2020 by Silversurger

Noch steht die (westliche) Baseballwelt still. Doch angesichts der umfangreichen Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Deutschland, USA und vielen anderen Ländern scheint es zunehmend wahrscheinlich, dass wir zumindest eine verkürzte Saison erleben werden. Zum ersten Mal sind konkrete Termine durchgesickert, wann es losgehen könnnte.

MLB-Start am 1. Juli?
Aus Kreisen um die Cleveland Indians wurde gestern bekannt, dass der Klub seine Spieler aufgefordert hat, die persönlichen Fitnessprogramme auf einen Trainingsbeginn am 10. Juni und einen Saisonstart am 1. Juli einzustellen. Das sind noch lange keine fixen Termine und wohl eher die frühestmöglichen Zeitpunkte, zu denen sich etwas tun könnte. Aber dass überhaupt schon Termine im Gespräch sind, ist sicher ein positives Zeichen, dass in diesem Jahr noch mit Baseball zu rechnen ist.

Die Ligaleitung plant offenbar, der Spielergewerkschaft MLBPA Ende dieser oder Anfang nächster Woche einen konkreten Vorschlag vorzulegen. Dieser wird Zeitpläne, Modelle für den Umgang mit Gehaltsansprüchen und für die sonstigen Rahmenbedingungen des Spielbetriebs enthalten. Als wahrscheinlich gilt inzwischen, dass alle oder zumindest die meisten Partien als Geisterspiele in den jeweiligen Heimstadien der Teams ausgetragen werden. Die früher diskutierte Idee einer Fokussierung auf einige wenige Standorte scheint zurzeit nicht weiter verfolgt zu werden. Auch eine Umorganisation der Divisionen wird es voraussichtlich nicht geben. Die Spielpläne werden aber wohl darauf ausgerichtet, weite Reisen zu minimieren.

Gute Aussichten auf Trainingsbetrieb in Deutschland
Ob und wann es in Deutschland einen Spielbetrieb geben wird, ist ebenfalls noch offen. In den meisten Bundesländern sieht es derzeit danach aus, dass gemeinsamer Sport im Freien unter bestimmten Regeln und Voraussetzungen wieder erlaubt wird. Baseball als relativ kontaktarmer Mannschaftssport dürfte gute Aussichten haben, zumindest schon mal für die Wiederaufnahme von Trainingseinheiten grünes Licht zu erhalten. Der DBV hat dafür bereits Richtlinien erarbeitet, die mir sehr vernünftig erscheinen.

Saison in Südkorea läuft
In Südkorea hat die KBO-Saison wie geplant am Dienstag begonnen. An dieser Stelle wollte ich ein Update dazu liefern, wie man die Spiele per Livestream verfolgen kann. Leider scheint es in Deutschland keine solche Möglichkeit zu geben, jedenfalls keine offizielle ohne technische Tricksereien. Für die USA hat ESPN die Übertragungsrechte erworben, doch nach meinen bisherigen Informationen sind die Partien in Deutschland nicht über den ESPN Player zu sehen. Wenn ihr wild auf die KBO-Spiele seid, habt ihr die Möglichkeit, mit Hilfe von VPN-Clients den Anschein zu erwecken, dass ihr euch in Südkorea, den USA oder sonstwo auf der Welt befindet, um die dortigen Möglichkeiten zu nutzen. Für mich persönlich muss ich sagen, dass es mir den Aufwand nicht wert ist.

Bald Zuschauer in Taiwan?
Deutlich unkomplizierter kann man in einige Spiele der taiwanesischen CPBL reinschauen. Ich verlinke hier noch mal die Seite, auf der ihr die dafür nötigen Informationen findet.

Taiwan war vor vier Wochen der Vorreiter mit dem weltweit ersten Saisonstart einer Baseball-Profiliga. Nun fühlt man sich offenbar bereit, einen Schritt weiter zu gehen: Ab morgen sollen pro Spiel 1.000 Zuschauer erlaubt sein. Die Fans müssen ihre Temperatur messen lassen, Mundschutz tragen und eineinhalb Meter Abstand halten. Taiwan hat in den letzten 25 Tagen nur einzelne neu eingereiste Coronafälle gemeldet, Infektionen im Inland gab es demnach in diesem Zeitraum überhaupt nicht.

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