Dezember 5th, 2019 by Silversurger

Die Free Agency in der MLB nimmt Fahrt auf: Mit Zack Wheeler und Mike Moustakas durften diese Woche zwei der dickeren Fische der diesjährigen FA-Klasse hochdotierte Verträge in Philadelphia beziehungsweise Cincinnati unterschreiben. Um die „Hauptpreise“ Stephen Strasburg und Gerrit Cole war es eine Zeit lang relativ ruhig, doch nun haben sich beide mit den Verantwortlichen der New York Yankees getroffen. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass es mit einem von ihnen innerhalb der nächsten Tage einen Vertragsabschluss gibt.

Hier im Baseblog läuft übrigens noch fünf Tage lang die Abstimmung über den MRI-Award. Momentan hat sich ein klarer Favorit herauskristallisiert, aber noch ist nichts entschieden.

Wheeler zu den Phillies
Hinter Zack Wheeler war eine ganze Reihe von Teams her, da er nach den teuren Stars Cole und Strasburg als die beste bezahlbare Alternative zur Verstärkung einer Starting-Rotation galt. „Bezahlbar“ ist ein relativer Begriff, denn seine Dienste lassen sich die Philadelphia Phillies immerhin stolze 118 Millionen Dollar für fünf Jahre kosten. Sie erhalten dafür einen 29-jährigen Starting Pitcher, der eine Menge messbarer Fähigkeiten mitbringt, bisher aber nie ganz den Sprung vom Talent zum Ass geschafft hat. Gebremst wurde seine Entwicklung durch Verletzungen, die ihn 2015 bis 2017 zweieinhalb MLB-Saisons kostete. Doch nach zwei soliden und weitgehend verletzungsfreien Spielzeiten 2018 und 2019 liegen die Sorgen um Wheelers körperliche Robustheit weitgehend hinter ihm. Da Wheeler ein Qualifying Offer der Mets abgelehnt hatte, kostet seine Aufnahme die Phillies ihren Zweitrundenpick in der kommenden Draft sowie 500.000 Dollar des Budgets für internationale Spielerverpflichtungen.

Reds holen Moustakas
Mike Moustakas brauchte drei Anläufe, bis es für ihn mit dem ersehnten Langzeitvertrag klappte: Sowohl 2017 als auch 2018 galt der Infielder als einer der besseren Free Agents, doch beide Male musste er sich schließlich mit kurzzeitigen Engagements bei den Royals beziehungsweise den Brewers zufrieden geben. Bei den Cincinnati Reds gibt es nun den großen Zahltag in Form eines Vierjahresvertrages über 64 Millionen Dollar. Geholfen hat dem gelernten Third Baseman dabei, dass er bei den Brewers letztes Jahr unter Beweis stellen konnte, auch an der zweiten Base eine gute Figur abzugeben. Der 3B-Posten ist in Cincinnati nämlich fest an Eugenio Suarez vergeben, aber als Doubleplay-Partner von Freddy Galvis hat sich ein Platz für Moustakas in dem aufstrebenden Team gefunden.

Vier Minor Leaguer für Dylan Bundy
Die Los Angeles Angels suchen mehrere Upgrades für ihre Starting-Rotation. Das erste haben sie nun nicht unter den Free Agents gefunden, sondern auf dem Trade-Markt. Rechtshänder Dylan Bundy kommt von den Baltimore Orioles im Austausch gegen vier Minor-League-Pitcher. Unter diesen ist Isaac Mattson der aussichtsreichste Kandidat auf eine zukünftige MLB-Karriere; außer ihm wechseln Kyle Bradish, Kyle Brnovich und Zach Peek nach Baltimore.

Weitere Trades und Verpflichtungen
Die Atlanta Braves ergänzen ihre Rotation für ein Jahr mit Linkshänder Cole Hamels. Der 36-Jährige erhält 18 Millionen Dollar.
In einem kleinen Trade mit den Boston Red Sox haben die Cleveland Indians Sandy Leon als neuen Ersatz-Catcher an Land gezogen. Leon erhält einen Einjahresvertrag über 2 Millionen Dollar. Für ihn geben die Indians Minor-League-Pitcher Adenys Bautista an Boston ab.
Die Miami Marlins griffen dankbar zu, als zwei erprobte MLB-Spieler von ihren bisherigen Teams entlassen wurden: 1B Jesus Aguilar wurde über den Waiver von den Tampa Bay Rays geholt, IF Jonathan Villar kommt im Austausch gegen den linkshändigen Nachwuchspitcher Easton Lucas von den Baltimore Orioles nach Miami.
Die Oakland Athletics haben sich mit Lefty-Reliever Jake Diekman auf eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre für insgesamt 7,5 Millionen Dollar geeinigt.

Treinen, Pillar und andere sind nun Free Agents
Während einige Spieler bereits ihr neues Team gefunden haben, haben andere erst vor wenigen Tagen erfahren, dass sie eines brauchen. In 56 Fällen haben die MLB-Teams entschieden, Spielern, die sie über das Arbitration-Verfahren weiterhin an sich hätten binden können, kein Angebot zu unterbreiten. Diese sogenannten Non-Tender sind nun Free Agents und damit auf Job-Suche. Bei den meisten Non-Tenders handelt es sich um wenig bekannte Ergänzungsspieler, aber es sind auch ein paar namhafte Überraschungen dabei. Insbesondere RP Blake Treinen (Athletics), OF Kevin Pillar (Giants), SP Aaron Sanchez (Astros), SP Kevin Gausman (Reds) und SS Addison Russell (Cubs) dürften einige Interessenten auf den Plan rufen.

Wechseln die Mets den Besitzer?
In Fankreisen der New York Mets schlug die Nachricht gestern ein wie eine Konfettibombe: Der Milliardär Steve Cohen steht wohl kurz davor, eine Mehrheit der Eigentumsanteile an dem Klub zu übernehmen. Dies würde das Ende der Ära Wilpon einläuten. Fred Wilpon hatte seit 1980 als Teilhaber und seit 2002 allein das Ruder bei den Mets in der Hand, inzwischen unterstützt von seinem Sohn Jeff. Die Wilpons, die 2008 in den gigantischen Finanzskandal um Bernie Madoff verwickelt waren, sind bei den Anhängern der Mets extrem unbeliebt, weil sie zum einen als sehr knausrig hinsichtlich notwendiger Investitionen gelten und zum anderen als Kontrollfreaks, die sich unverhältnismäßig ins sportliche Tagesgeschäft einmischen. Ob Cohen der erhoffte Heilsbringer ist, wird man abwarten müssen, aber die bisherigen Quellenberichte sprechen dafür, dass er wohl eine deutlich ausgabefreudigere Politik anstrebt als seine Vorgänger. Leisten kann er es sich jedenfalls – sein Vermögen wird auf 13,6 Milliarden Dollar geschätzt, er wäre damit der reichste Owner eines MLB-Teams. Die Mets sollen ihn angeblich rund 2,6 Milliarden kosten – kein schlechter Schnitt für die Wilpons, die ihre Anteile zwischen 1980 und 2002 schrittweise für 470 Millionen erworben haben.

Angels bleiben in Anaheim
Die Los Angeles Angels werden auch in den nächsten 30 Jahren nicht in Los Angeles, sondern in Anaheim zu Hause sein: Mit der Stadt wurde eine Einigung erzielt, die den Verbleib des Teams bis 2050 sichert und für den Betrag von 325 Millionen Dollar das Stadion in das Eigentum des Klubs übergehen lässt. Als ihr eigener Hausherr werden die Angels nun das Thema Modernisierung vorantreiben. Ob es auf eine Renovierung des vorhandenen Ballparks oder auf einen Abriss und Neubau hinausläuft, ist noch zu entscheiden.

Carrasco und Donaldson sind die Comeback Players 2019
Die MLB hat bekannt gegeben, dass Carlos Carrasco und Josh Donaldson die Comeback Players of the Year 2019 sind. Dass Carrasco diese Auszeichnung erhalten würde, stand zu keiner Zeit in Frage. Der 32-jährige Pitcher gab am 6. Juli bekannt, dass er unter Leukämie erkrankt war und auf unbestimmte Zeit ausfallen würde. Knapp zwei Monate später stand er unter großem Jubel wieder auf dem Mound und absolvierte noch elf Saisonspiele. Josh Donaldson hatte 2018 nur in 55 Spielen dabei sein können und galt vor der Saison wegen seiner Verletzungsgeschichte und dem relativ hohen Alter von 33 Jahren als Risikoverpflichtung. Mit 155 Auftritten und 37 Homeruns in der Saison 2019 ließ er alle Zweifler verstummen.

London-Tickets ab heute erhältlich
Die MLB kehrt zurück nach Europa: Nach der diesjährigen Premiere mit zwei Spielen zwischen den New York Yankees und den Boston Red Sox steht 2020 ein weiteres Traditionsduell auf dem Programm. Am 13. und 14. Juni treffen die Chicago Cubs und die St. Louis Cardinals im London Stadium aufeinander. Tickets dafür sind seit heute über die offizielle Seite erhältlich.

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Februar 21st, 2019 by Silversurger

Endlich! Endlich ist die Hängepartie um den zukünftigen Verbleib von Manny Machado vorbei. Endlich hat auch Mike Moustakas seinen neuen Vertrag, sodass von den herausragenden Free Agents dieser Offseason nur noch Bryce Harper, Dallas Keuchel und Craig Kimbrel übrig sind und wohl innerhalb der nächsten Tage ebenfalls ihre Teams finden werden. Und endlich geht es wieder los mit MLB-Baseball, auch wenn es erst mal nur die Vorbereitungsspiele sind, die am Wochenende beginnen. Besonderen Grund, sich auf die neue Saison zu freuen hat der deutsche Major Leaguer Max Kepler, der bei den Twins einen dicken neuen Vertrag unterschrieben hat.

Machado entscheidet sich für die Padres
Über weite Strecken der Offseason sah es danach aus, als wären die Chicago White Sox und die Philadelphia Phillies die aussichtsreichsten Kandidaten im Ringen um Manny Machado. Dass letztlich die San Diego Padres das Rennen machen, hatte kaum jemand voraus gesehen. Neben Zweifeln, ob die Padres das nötige Geld investieren können und wollen, sprach auch das Vorhandensein des vielversprechenden Shortstop-Prospects Fernando Tatis Jr. eher gegen eine Verpflichtung von Machado. Der hatte bislang nie einen Hehl daraus gemacht, dass er am liebsten auf seiner angestammten Position als Shortstop spielen möchte, auch wenn seine Defensivstatistiken in dieser Rolle nicht wirklich überzeugen konnten. Das sonnige Klima San Diegos sowie ein großzügiges Vertragsangebot konnte Machado dann offenbar doch nicht ausschlagen, auch wenn er als Third Baseman antreten muss. Machado bekommt einen Zehnjahresvertrag über 300 Millionen Dollar, aus dem er auf eigene Initiative nach fünf Jahren aussteigen kann. Der Vertrag wurde in einigen Medien vollmundig als „größter Free-Agent-Vertrag der amerikanischen Sportgeschichte“ verkauft. Das ist nicht falsch, aber doch ein bisschen irreführend: Giancarlo Stantons 13-Jahresvertrag über 325 Millionen von 2015 ist immer noch eine Nummer größer, aber es war eben kein Free-Agent-Vertrag, weil Stanton zu der Zeit bereits bei den Marlins spielte und es sich somit „nur“ um eine Vertragsverlängerung handelte.

Moustakas bleibt bei den Brewers
Ein weiterer Top-Free-Agent, der sich mit der Entscheidung für einen neuen Arbeitgeber lange Zeit gelassen hat, ist Third Baseman Mike Moustakas. Der 30-Jährige bleibt nun bei den Milwaukee Brewers, für die er bereits in der zweiten Saisonhälfte 2018 aktiv gewesen war. Er hat einen Einjahresvertrag unterschrieben, der ihm zunächst 10 Millionen Dollar einbringt. Für 2020 haben beide Seiten die Option, für weitere 11 Millionen um ein Jahr zu verlängern oder aber gegen Zahlung von 3 Millionen aus dem Vertrag herauszukommen.

Langfristiger Vertrag für Max Kepler
Großer Zahltag für Max Kepler: Der einzige deutsche Major Leaguer hat von den Minnesota Twins eine Vertragsverlängerung erhalten, die ihn für die kommenden fünf Saisons an den Klub bindet und ihm insgesamt 35 Millionen Dollar einbringt. Darüber hinaus können die Twins den Kontrakt zum Preis von zehn Millionen um ein sechstes Jahr verlängern. Dieser Vertrag ist ein klares Bekenntnis der Twins zu Kepler als langfristiger Eckpfeiler ihres Teams. Das ist nicht nur für den 26-jährigen Outfielder, sondern auch für den gesamten deutschen Baseball eine großartige Bestätigung. Kepler ist der erste Spieler überhaupt, der seine komplette Baseballjugend im deutschen Vereinssystem verbracht und sich anschließend in der MLB etabliert hat. Außer Kepler hat bei den Twins übrigens auch sein langjähriger Weggefährte, Shortstop Jorge Polanco, einen neuen Vertrag bekommen. Polanco wird für die nächsten fünf Jahre 25,75 Millionen verdienen, hinzu kommen Kluboptionen für 2024 (10,5 Millionen) und 2025 (12,5 Millionen).

Severino verlängert bei Yankees
Auch die New York Yankees haben sich darum gekümmert, die Dienste eines ihrer Leistungsträger auf Dauer zu sichern: Anstelle seiner drei Arbitration-Jahre 2019 bis 2021 hat Starting Pitcher Luis Severino nun einen garantierten Vertrag bis 2022, der ihm 40 Millionen Dollar einbringt. Für 2023 haben die Yankees eine Teamoption für weitere 15 Millionen. Das ist mal ein schönes Geburtstagsgeschenk für den Dominikaner, der gestern 25 Jahre alt geworden ist.

Tigers verpflichten Harrison
Die Detroit Tigers komplettieren ihre Übernahme des Middle Infields der Pittsburgh Pirates aus dem letzten Jahr: Nach Shortstop Jordy Mercer haben sie nun auch Second Baseman Josh Harrison unter Vertrag genommen. Der 31-jährige Veteran wird voraussichtlich zunächst Stammspieler sein, könnte aber zur Trade Deadline ein Kandidat für einen Wechsel werden, der die Tigers bei ihrem Rebuilding voran bringt. Harrison erhält für den Einjahresvertrag 2 Millionen Dollar, die er durch Boni auf bis zu 3 Millionen steigern kann.

Neue Reliever für Royals und Cubs
Zwei Ergänzungsverpflichtungen für den Bullpen möchte ich nicht ganz unter den Tisch fallen lassen: Die Kansas City Royals haben Reliever Jake Diekman angeheuert. Der Linkshänder erhält 2,75 Millionen Dollar für ein Jahr, verbunden mit einer beidseitigen Option auf ein weiteres Jahr. Die Chicago Cubs haben mit Xavier Cedeno ebenfalls einen linkshändigen Reliever verpflichtet. Cedenos Vertrag ist ein eher ungewöhnliches Konstrukt: Es ist kein Minor-League-Vertrag, aber auch nicht der übliche garantierte Major-League-Vertrag, sondern ein ungarantierter MLB-Vertrag. Das bedeutet, Cedeno ist vorerst Teil des 40-Mann-Kaders, kann aber bis zum Ende des Spring Trainings noch entlassen werden und bekäme dann nur einen kleinen Teil des vereinbarten Gehalts von 900.000 Dollar. Ist er zum Opening Day noch Teil des Kaders, sind ihm die 900.000 sicher und er kann noch bis zu 300.000 durch Leistungsboni hinzuverdienen.

Bruce Bochy hört auf
Eine überraschende Ankündigung kam am Montag von Bruce Bochy, dem Manager der San Francisco Giants: Er wird nach der Saison 2019 in den Ruhestand wechseln. Der 63-Jährige ist der dienstälteste Manager der Liga. Seine letzte Saison wird die 13. als sportlicher Leiter der Giants sein, mit denen er 2010, 2012 und 2014 die World Series gewonnen hat. Zuvor war er in gleicher Rolle schon zwölf Jahre für die San Diego Padres aktiv. Überraschend an seinem Schritt ist vor allem, dass er ihn schon so frühzeitig bekannt gibt. Falls die Giants schon deutlich vor dem Ende der Saison aus dem Rennen um die Playoffs sein sollten, dürfte es schwer zu rechtfertigen sein, den Wechsel nicht schon früher zu vollziehen – insbesondere falls dann die Nachfolgersuche bereits abgeschlossen ist, für die der neue President of Baseball Operations, Farhan Zaidi, nun reichlich Zeit hat.

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August 9th, 2018 by Silversurger

Wird die aktuelle MLB-Saison in die Geschichte eingehen mit den meisten Saisonsiegen eines Teams? Den Rekord halten zurzeit die Seattle Mariners mit 116 Siegen im Jahr 2001. Die Boston Red Sox stehen dieses Jahr nach 115 von 162 Spielen bei 81 Siegen. Das entspricht einer Siegquote von 70,4%. Behalten sie dieses Tempo bei, landen sie am Ende bei 114 Siegen. Das wäre exakt das gleiche Ergebnis, das 1998 die New York Yankees erzielt hatten und das bis heute die zweitbeste Saison eines Teams im modernen Baseball ist. Die Prognose von Fangraphs für den Rest des Jahres ist etwas zurückhaltender und geht von 109 Siegen aus. Um den Rekord der Mariners einzustellen, bräuchten die Red Sox aus den verbleibenden 47 Spielen eine Bilanz von 35-12. Das dürfte sehr schwer werden, aber nicht unmöglich: In ihren letzten 47 Spielen erzielten die Red Sox eine Bilanz von… 35-12.

National League
Die Atlanta Braves (62-49) haben heute Abend in der Hand, wohin sich ihr Blick in der National League East in den nächsten Tagen hauptsächlich richten wird. Wenn sie im vierten Spiel der Serie gegen die Washington Nationals (58-56) den dritten Sieg einfahren, dann haben sie die Tabellenführung von den Philadelphia Phillies (63-49) zurück erobert und können sich bis auf weiteres ganz auf den Zweikampf mit den Phillies konzentrieren. Gewinnen hingegen die Nationals, dann bewahren diese ein Mindestmaß an Tuchfühlung zur Spitze und damit ihre Hoffnung, die bislang enttäuschende Saison noch retten zu können. In direktem Zusammenhang damit steht auch die Frage, ob Washington doch noch einen Trade von Bryce Harper, ihrem Superstar mit auslaufendem Vertrag, anstreben wird oder nicht. Im Keller der NL East haben sich derzeit die New York Mets (47-65) mal wieder ein Stück von den Miami Marlins (47-69) absetzen können – nicht zuletzt, weil ihnen gestern endlich mal wieder gelungen ist, ein von Jacob deGrom gestartetes Spiel zu gewinnen (siehe Statistik der Woche). Am Wochenende kommt es zum direkten Duell um den letzten Platz.

In der NL Central haben die Chicago Cubs (66-48) derzeit mal wieder die Spitze von den Milwaukee Brewers (66-51) übernommen. Beide müssen am Wochenende ein bisschen Schicksal für die NL East spielen, denn die Cubs empfangen die Nationals, während die Brewers bei den Braves antreten, bevor es am Dienstag und Mittwoch zu zwei direkten Duellen zwischen den Cubs und den Brewers kommt. Die St. Louis Cardinals (60-55) haben sich offenbar auch noch nicht aufgegeben. Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen haben sie sich auf nur noch vier Spiele Rückstand im Wild-Card-Rennen herangearbeitet und dabei auch die Pittsburgh Pirates (59-56) hinter sich gelassen.

Auch in der NL West hat sich die Sortierung an der Spitze gegenüber letzter Woche etwas verändert: Die Arizona Diamondbacks (64-52) stehen jetzt wieder allein vorne, auch wenn es nur ein halbes Spiel ist, das sie von den Los Angeles Dodgers (63-52) trennt. Das kann sich heute noch ändern, dennn die Diamondbacks haben spielfrei, während die Dodgers auf die Colorado Rockies (60-54) treffen. Bei einem Sieg ziehen die Dodgers wieder exakt gleich mit den Diamondbacks, eine Niederlage hingegen würde die Rockies zurück ins Rennen holen und diesen die Möglichkeit eröffnen, den Dodgers im weiteren Verlauf der Vier-Spiele-Serie echte Probleme zu bereiten. Die Rockies könnten ein paar Siege gegen die Dodgers gut gebrauchen, denn danach warten schwierige Auswärtsserien in Houston und in Atlanta.

American League
Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schon Anfang August schreiben kann, aber: Die American League East scheint entschieden. Was lange Zeit wie ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Ziellinie aussah, ist inzwischen ein 9-Spiele-Vorsprung für die Boston Red Sox (81-34) gegenüber den New York Yankees (71-42). Dazu kam es, indem die Red Sox zehn ihrer letzten elf Spiele gewannen, darunter die komplette Vier-Spiele-Serie gegen die Yankees. Mit 15:7, 4:1, 4:1 und im letzten Spiel 5:4 nach zehn Innings fertigte Boston den Erzrivalen ab, der nun erst mal schauen muss, wie es in der Wild-Card-Tabelle steht (zum Glück für die Yankees ganz gut, vor allem weil sie der Enttäuschung einen Drei-Spiele-Sweep gegen die White Sox folgen ließen, während die Mariners in Texas zweimal patzten). Die Siegesserie der Red Sox kann unterdessen durchaus noch eine Weile andauern: Nach dem dritten Spiel gegen die Toronto Blue Jays (51-62) treten sie viermal bei den Baltimore Orioles (35-79), dem vielleicht schwächsten Team der Liga, an.

Der Titel „schwächstes Team der Liga“ ist allerdings nicht ganz unumstritten, denn dafür finden sich in der AL Central auch noch ein paar Kandidaten: Die Kansas City Royals (35-79) haben die gleiche miserable Bilanz wie die Orioles und ihr Run Differential von -198 ist mit Abstand das schlechteste der MLB – die Orioles als Zweitschlechtester haben „nur“ -158. Die Detroit Tigers (47-68) sind zwar aktuell Dritter der Division, mit sechs Niederlagen hintereinander weisen sie aber derzeit die längste Serie von Misserfolgen auf. Die würden sie natürlich gerne beenden in den anstehenden Spielen gegen die Minnesota Twins (53-60), die zwar Zweiter, aber ebenfalls weit weg von allen Wild-Card- oder Divisionstitelhoffnungen sind. Ganz oben cruisen weiterhin gemütlich die Cleveland Indians (63-50). Paradoxerweise sind die Indians der Divisionsführer mit den wenigsten Siegen und gleichzeitig der mit dem größten Vorsprung (10 Spiele) auf Platz zwei.

Mit zehn Siegen mehr cruisen in der AL West auch die Houston Astros (73-42) weitgehend  unangefochten auf dem ersten Rang. In deren Windschatten haben die Oakland Athletics (68-47) sich inzwischen auf den Wild-Card-Platz hochgearbeitet und die Seattle Mariners (65-50) drei Siege weit abgehängt. Nächste Woche kommt es dreimal zum direkten Duell der beiden Außenseiter, die so gern mal wieder in die Playoffs kommen wollen (siehe Einschalttipp). Vorher müssen die A’s noch zu den Los Angeles Angels (58-58), bei denen gerade etwas Verwirrung um die Zukunft von Mike Scioscia herrscht. Scioscia ist seit 19 Jahren Manager der Angels und damit der dienstälteste Manager der Liga. In den letzten Tagen gab es mehrfach Meldungen aus „verlässlichen Quellen“, Scisoscia plane seinen Rücktritt zum Saisonende. Er selbst bezeichnet diese Meldungen zwar als „poppycock“ (Blödsinnn), doch dass die Angels unmittelbar danach mit Eric Chavez einen möglichen Nachfolger als Manager des Triple-A-Teams verpflichteten, lässt vermuten, dass an den Spekulationen doch etwas dran ist.

Szene der Woche
Ich kann nicht behaupten, dass ich noch nie einen Homerun bei einem Bunt gesehen hätte – in der Altersklasse der Schüler kommt so etwas durchaus vor. In der MLB ist es eine extreme Seltenheit, aber Philadelphias Cesar Hernandez ist dieses Kunststück gegen die Diamondbacks gelungen. Vom offiziellen Scoring her ist es natürlich kein Homerun, sondern eine Verkettung von zwei Throwing Errors durch Jake Diekman und Steven Souza Jr. Aber ein Run ist ein Run und Hernandez darf sich durchaus damit rühmen, ihn sich durch schnelles und aufmerksames Baserunnning verdient zu haben. Denn hätte er nicht sowohl auf dem Weg zur ersten als auch auf dem zur dritten Base die Defense durch sein aggressives Bemühen unter Druck gesetzt, wären die Errors vermutlich nicht passiert.

Statistik der Woche 
2,4. So viele Runs hatten die New York Mets durchschnittlich in den letzten 16 Spielen (ohne das von gestern) erzielt, in denen Jacob deGrom ihr Starting Pitcher war. Das ist ein unglaublich niedriger Wert und der Grund dafür, warum der aktuell beste Pitcher der MLB mit einem ERA von 1.77 nach 23 Starts und 152.1 gepitchten Innings nur eine Bilanz von 6-7 auf dem Konto hat. Nebenbei bemerkt zeigt dieser Fall mal wieder, was für eine dämliche und nichtssagende Statistik Pitcher-Wins sind. Obwohl deGrom einen halben Run pro Spiel weniger zulässt als der nächstbeste Pitcher der NL, Max Scherzer (2.28 ERA), musste er Scherzer bereits den Start im All-Star-Game überlassen und auch im Voting für den Cy-Young-Award steht Scherzer derzeit deutlich vor deGrom. Wenn es dabei bleibt, wäre das eine schreiende Ungerechtigkeit.

Spiel der Woche
Natürlich hätte sich hier angeboten, noch mal den Sweep der Red Sox über die Yankees zu rekapitulieren und hier insbesondere das aufregende Comeback im letzten Spiel der Serie. Aber es gab diese Woche ein Minor-League-Spiel, über das ich unbedingt schreiben möchte: Der Class-A-Mannschaft der Yankees, den Tampa Tarpons, gelang ein No-Hitter gegen die Clearwater Threshers, ein Team der Phillies. Es war sogar fast ein Perfect Game, denn Tampas Starter Deivi Garcia erlaubte in dem gesamten Spiel, das über reguläre sieben Innings plus ein Extra-Inning ging, keinen einzigen Baserunner. Dennoch verloren die Tarpons das Spiel 0:1. Dass es dazu kommen konnte, ist der neuen Overtime-Regel geschuldet, die derzeit in den Minor Leagues getestet wird. Nach dieser Regel beginnt in den Extra-Innings jedes Team mit einem Runner auf der zweiten Base. Der automatische Runner von Clearwater im oberen achten Inning rückte durch einen Error weiter zur dritten Base und scorte kurz darauf während eines Groundouts. Das war der siegbringende Run – und ein verdammt gutes Argument, das Regelexperiment bitte, bitte nie auf die MLB auszuweiten.

Mein Einschalttipp
Seit Wochen wetteifern die beiden Überraschungsteams des Jahres, die Seattle Mariners und die Oakland Athletics, um den zweiten Wild-Card-Platz der AL. Zu einem direkten Aufeinandertreffen kam es, obwohl die Mariners und die A’s Divisionsrivalen sind, seit Mitte Mai nicht. Jetzt ist es endlich soweit, von Montag bis Mittwoch gibt es in Oakland drei Spiele gegen Seattle. Bei diesen Westküsten-Matchups sind die Zeiten meistens recht ungünstig für uns Europäer, es sei denn man ist extremer Frühaufsteher. Am Mittwoch immerhin findet das Spiel schon um 21:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt, da werde ich dann wohl mal reinschauen. Die Starter dieser Partie sind voraussichtlich Mike Leake (4.16 ERA, 4.30 FIP) für die Mariners und Brian Anderson (4.64 ERA, 4.91 FIP) für die Athletics. Das ist nicht das hochkarätigste Pitching-Matchup, aber das muss ja für ein spannendes Spiel kein Hindernis sein. Leider weiß ich noch nicht, ob DAZN eines der Spiele überträgt, auf mlb.tv könnt ihr sie jedenfalls alle sehen.

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August 2nd, 2018 by Silversurger

Die Trade Deadline der MLB kam und ging am Dienstag Abend, und auch wenn die ganz großen Würfe ausblieben – Bryce Harper und Jacob deGrom zum Beispiel haben nicht das Team gewechselt –, hat sich doch einiges bewegt. Ich werde hier nicht alle Moves herunterbeten (eine umfassende Übersicht findet sich hier), aber natürlich steht der Grand Slam am Donnnerstag diese Woche unter dem Zeichen der Deadline-Trades. Die größte Überraschung war für mich die Aktivität der Pittsburgh Pirates, die sich mit Starter Chris Archer und Reliever Keone Kela verstärkt haben. Das ist eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob die Pirates aus ihrer unklaren Ausgangslage heraus einen Angriff auf die Playoffs starten wollen oder nicht. Ebenfalls sehr aktiv waren die Milwaukee Brewers und die Seattle Mariners als weitere Buyer sowie auf der Seite der Seller die Minnesota Twins und die Baltimore Orioles, welche offenbar einen konsequenten Rebuild angehen. Zurückhaltender als ich gedacht hätte, waren die Oakland Athletics, die New York Mets und die Washington Nationals. Das einzige Team, das komplett untätig blieb, sind die San Francisco Giants.

Übrigens: Auch nach der Deadline vom 31. Juli sind Trades in der MLB nicht ausgeschlossen. Getradet werden dürfen nun allerdings nur noch Spieler, die entweder nicht im 40-Mann-Kader ihres Teams stehen oder die vorher auf den Waiver gesetzt wurden. Auf Spieler von dieser Liste kann jedes Team einen Anspruch anmelden, einen sogenannten Waiver-Claim. Wenn es mehrere Claims für einen Spieler gibt, so wird der Claim des Teams mit der aktuell schlechtesten Bilanz bevorzugt. Mit diesem Team kann der bisherige Klub des Spielers sich auf einen Trade einigen, andere Teams sind außen vor. Somit können Trades im August relativ leicht blockiert werden, aber manchmal geht doch ein Blockbuster durch. Letztes Jahr wechselte zum Beispiel Justin Verlander auf diese Art zu den Houston Astros, mit denen er schließlich die World Series gewann.

American League
In der American League East haben sich alle Teams zur Trade Deadline so verhalten, wie man es von ihnen erwartet hatte: Die Boston Red Sox (75-34) und die New York Yankees (68-38) haben vor allem ihre Starting Rotation verstärkt, um im Ringen um die Division weiterhin bestehen zu können. Die Tampa Bay Rays (55-53), die Toronto Blue Jays (48-59) und die Baltimore Orioles (33-75) hingegen haben haufenweise erfahrene Spieler abgegeben und sich im Gegenzug mit Prospects für eine erhoffte bessere Zukunft gerüstet. In dieser Division ist schon lange klar, dass es bis zum Ende der Saison ein Zweikampf bleiben wird. Über die nächsten vier Tage hinweg wird dieser mal wieder ganz unmittelbar ausgetragen, denn die Red Sox empfangen die Yankees in Fenway Park (siehe Einschalttipp).

Noch klarer sind die Fronten in der AL Central, die schon seit Monaten nur noch einen Contender kennt, nämlich die Cleveland Indians (59-48). Für die Indians ist wichtig, in keinen allzu gemütlichen Trott zu fallen, denn in den Playoffs werden sie ganz anders gefordert sein als in der regulären Saison. Zur Deadline haben die Indians hauptsächlich ihren Bullpen und die Tiefe des Outfields aufgerüstet. Die Minnesota Twins (49-58) haben ihr Farmsystem mit einer Reihe von Trades deutlich ausgebaut und sich im Zuge dessen von Top-Spielern wie 2B Brian Dozier (Dodgers) und RP Ryan Pressly (Astros) getrennt. Die Detroit Tigers (47-62), Chicago White Sox (37-70) und Kansas City Royals (34-73) waren ebenfalls als Seller unterwegs, hielten sich dabei jedoch eher zurück. Mike Moustakas (Royals zu Brewers) und Joakim Soria (White Sox zu Brewers) sind die beiden nennenswerten Namen, während Leute wie Mike Fiers, Shane Green (beide Tigers) und Jose Abreu (White Sox) überraschenderweise nicht getradet wurden.

Von den Houston Astros (69-41) hatte ich keine großen Aktivitäten erwartet, aber sie waren doch recht rührig, um ihren Bullpen zu verstärken. Ryan Pressly (Twins) wird ihnen sicher weiterhelfen, Roberto Osuna (Blue Jays) bringt wegen des gegen ihn laufenden Verfahrens einige Fragezeichen mit. Hinter Houston tobt in der AL West das Rennen um eine Wild Card. Während die Seattle Mariners (63-45) zweimal gegen die Astros verloren, gelang den Oakland Athletics (64-46) gerade ein Sweep der Blue Jays und nun stehen beide gleichauf. Vielleicht machen die Deadline-Trades am Ende den Unterschied: Die Athletics haben mit Jeurys Familia (Mets) ein Ass für den Bullpen geholt, konnten oder wollten sich ansonsten aber keine Ergänzungen des Kaders leisten. Mariners-GM Jerry Dipoto war so aktiv wie man ihn kennt und investierte eine Reihe von Prospects, um drei Reliever und den Outfielder Cameron Maybin (Marlins) an Land zu ziehen. Die Los Angeles Angels (54-55) und die Texas Rangers (46-63) trennten sich erwartungsgemäß von einigen Veteranen mit auslaufenden Verträgen.

National League
Die Teams der National League East gehörten nicht zu den aktivsten auf dem Markt der Deadline-Trades. Sowohl die Philadelphia Phillies (59-48) als auch die Atlanta Braves (57-47) gönnten sich ein paar unspektakuläre, doch solide Ergänzungen ihrer Kader. Die Washington Nationals (54-53) haben die Saison offenbar noch nicht aufgegeben, denn anders lässt es sich kaum erklären, dass sie an Stars mit auslaufenden Verträgen wie Bryce Harper und Daniel Murphy eisern festhalten. Für beide hätten sich hochwertige Prospect-Pakete einheimsen lassen, aber die Nationals beschränkten sich auf zwei kleine Trades, in denen sie RP Brandon Kintzler (Cubs) und LF Brian Goodwin (Royals) abgaben. Die New York Mets (44-61) ließen ihren Closer Jeurys Familia (Athletics) und 2B Asdrubal Cabrera (Phillies) ziehen, fanden aber offenbar keine Abnehmer für die ebenfalls auslaufenden C Devin Mesoraco und OF/3B Jose Bautista. Ihre hochwertig bestückte Rotation ließen die Mets unangetastet, was wohl ein Zeichen dafür ist, dass man derzeit keinen langfristigen Rebuild anstrebt, sondern schnell wieder wettbewerbsfähig sein will. Auch die Miami Marlins (46-63) beschränkten sich auf kleinere Trades, 1B Justin Bour und C J. T. Realmuto bleiben vorerst in Miami.

Zwischen den beiden Kontrahenten um die NL Central sind in meinen Augen die Milwaukee Brewers (63-48) zumindest auf kurzfristige Sicht der klare Gewinner der Trade-Deadline. Mit 2B Jonathan Schoop (Orioles), 3B Mike Moustakas (Royals) und RP Joakim Soria (White Sox) haben sie sich deutlich verstärkt, mussten dafür aber auch einige gute Prospects abgeben. Die Chicago Cubs (62-45) entschieden sich für den zurückhaltenderen Weg. Auch sie ergänzten ihren Kader, wählten in SP Cole Hamels (Rangers) und RP Brandon Kintzler (Nationals) aber günstigere Optionen, deren Nützlichkeit sich erst noch zeigen muss: Hamels erlebt bislang das schwächste Jahr seiner Karriere und Kintzler stand in Washington im Verdacht, die undichte Stelle zu sein, welche negative Nachrichten über die Stimmung im Clubhouse durchsickern ließ. Die Pittsburgh Pirates (56-53) stehen nur ein halbes Spiel vor den St. Louis Cardinals (55-53), aber beide verfolgen gegensätzliche Strategien für den Rest der Saison: Die Trades der Cardinals sind klar darauf gerichtet, Weichen für die Zukunft zu stellen, die der Pirates hingegen sprechen für einen Angriff auf den zurzeit noch vier Spiele entfernten Wild-Card-Platz. Die Cincinnati Reds (48-60) waren erstaunlich zurückhaltend mit Trades; für SP Matt Harvey fanden sie offenbar keinen Abnehmer.

In der NL West geht es nach wie vor hauteng zu. Dementsprechend waren die Arizona Diamondbacks (60-49), die Los Angeles Dodgers (60-49) und die Colorado Rockies (58-49) bemüht, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu verstärken. Der Rahmen der Möglichkeiten ist bei den Dodgers traditionell etwas größer und so gelang es ihnen, mit SS/3B Manny Machado (Orioles) und 2B Brian Dozier (Twins) zwei Top-Leute zu holen. Die Diamondbacks ergänzten mit weniger spektakulären Namen, aber dennoch sinnvoll ihr Infield und ihren Bullpen, während die Rockies sich auf RP Seunghwan Oh (Blue Jays) als Neuzugang beschränkten. Bei den San Francisco Giants (55-54) gab es Gerüchte, dass Madison Bumgarner und Andrew McCutchen zu haben sein könnten, aber letzten Endes entschied man, an den Deadline-Trades dieses Jahr nicht teilzunehmen. Die San Diego Padres (42-68) beließen es bei nur einem Trade, der aber immerhin brachte ihnen für zwei Reliever das Top-Prospect C Francisco Mejia von den Indians ein.

Szene der Woche
Nach all den vielen Trades in den letzten Tagen bleibe ich auch in dieser Kategorie beim Thema: Selten war ein Trade so schön anzusehen wie der des Relievers Jake Diekman von den Rangers zu den Diamondbacks. Der Deal fand statt in der Mitte einer Zwei-Spiele-Serie der Rangers in Arizona. Diekman war somit bereits in der richtigen Stadt und musste nur seine Tasche packen und von der einen Kabine in die andere umziehen. Das tat er so stilvoll wie es nur geht, indem er dafür das Bullpen Cart der Diamondbacks nutzte und sich von deren Maskottchen, dem Rotluchs D. Baxter, kutschieren ließ.

Statistik der Woche 
10. So viele RBIs erzielte Catcher Franciso Arcia in den beiden ersten Spielen seiner MLB-Karriere am Donnerstag und am Samstag für die Los Angeles Angels. Der Venezolaner stellte damit einen neuen Rookie-Rekord auf. Besonders erstaunlich an der Sache ist, dass es sich bei Arcia um kein hochgelobtes und -bezahltes Prospect handelt, sondern um einen 28-Jährigen, der zwölf Jahre lang in den Minor Leagues gespielt und auf seine Chance gewartet hat. Nachdem die Angels Catcher Martin Maldonado zu den Astros getradet haten, hat er diese Chance endlich bekommen – und sie für den Anfang definitiv genutzt.

Spiel der Woche
Man könnnte hier das 25:4 der Nationals über die Mets anführen mit den meisten Runs eines MLB-Teams seit elf Jahren und der höchsten Niederlage in der Franchise-Geschichte der New Yorker. Aber ich will nicht schon wieder mit meinem Gejammer über die Mets nerven. Nein, mein Spiel der Woche war das gestrige 6:4 der Dodgers gegen die Brewers. Gründe dafür gibt es genug: Erstens war es eine sehr spannende Partie, die nach mehrfachen Führungswechseln erst im zehnten Inning per Walkoff-Homerun durch Yasmani Grandal entschieden wurde. Zweitens war es für beide Teams ein wichtiges Spiel, weil jedes von ihnen gewinnen musste, um in seiner jeweiligen Division auf Platz eins vorzurücken. Drittens spielten mehrere Akteure eine Rolle, die erst durch die jüngste Trade-Welle zu einem der Teams gekommen waren. Vor allem hatte 2B Brian Dozier ein starkes Debüt für die Dodgers, unter anderem mit seinem Homerun zum Ausgleich im zweiten Inning. Sehenswert war auch das Wiedersehen von Dodgers-Shortstop Manny Machado und Brewers-2B Jonathan Schoop – beide sind Freunde und waren vor ein paar Tagen noch Teamkameraden in Baltimore, aber natürlich hält das Machado nicht davon ab, solche Plays zu machen.

Mein Einschalttipp
Wenn die Boston Red Sox gegen die New York Yankees spielen, dann gilt in diesem Jahr noch etwas mehr als in jedem anderen: Da kann und sollte man nicht wegschauen. Gleich viermal hintereinander gibt es von heute bis Sonntag das Duell der Erzrivalen und zumindest eines davon findet zu einer europafreundlichen Uhrzeit statt, am Samstag um 22:05 Uhr unserer Zeit. Das Spiel könnt ihr wie üblich auf mlb.tv sehen, außerdem wird es auf DAZN gesendet und obendrein kostenlos gestreamt auf spox.com. Es gibt also keine Ausreden, es sich nicht anzusehen. Und weil in diesem Artikel kein Absatz ohne Bezug auf Trades auskommt, sei erwähnt, dass es am Samstag voraussichtlich zu einem Matchup zweier neu verpflichteter Starter kommen wird: Nathan Eovaldi (3.80 ERA, 4.01 FIP) wird nach dem Wechsel von den Rays seinen zweiten Start für die Red Sox absolvieren und J. A. Happ (4.05 ERA, 3.94 FIP) zum zweiten Mal für die Yankees antreten. Hinter dem ehemaligen Blue Jay steht allerdings noch ein Fragezeichen, da er sich die Hand-Mund-Fuß-Krankheit eingefangen hat und man abwarten muss, ob er am Samstag fit ist.

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