Februar 18th, 2021 by Silversurger

Der Frühling ist da! Das ist zwar weder astronomisch noch meteorologisch korrekt, aber für den Baseballfan beginnt diese Jahreszeit eben mit dem Spring Training, und das haben in dieser Woche sämtliche MLB-Teams aufgenommen. Rund zwei Wochen nehmen sich die Akteure, um erstmal den gröbsten Rost abzuschütteln und eine Wellenlänge mit neuen Mitspielern und Coaches zu finden. Am 28. Februar geht es dann los mit den öffentlichen Testspielen, in denen die Teams sich auf den Start der echten Saison am 1. April vorbereiten.

Angepasste Spring-Training-Spielpläne
Coronabedingt wurden für dieses Jahr die Spielpläne der Vorbereitungsspiele umgestellt: Die Teams sollen möglichst wenig reisen und auf nicht zu viele unterschiedliche Gegner treffen. So spielen zum Beispiel die Mets, die Astros, die Marlins, die Cardinals und die Nationals, deren Trainingslager an der Ostküste von Florida liegen, ausschließlich untereinander. Die vollständigen Spielpläne findet ihr hier. Wie gewohnt werden nicht alle, aber viele der Testspiele auf mlb.tv übertragen.

Blue Jays starten Saison in Florida
Wenn Ende März die anderen Teams zurück in ihre Heimatstädte fliegen, bleiben nicht nur die Miami Marlins und die Tampa Bay Rays, sondern auch die Toronto Blue Jays in Florida zurück. Wegen der Pandemie bestehen nach wie vor rechtliche und logistische Hürden beim Grenzübertritt zwischen den USA und Kanada, daher trägt das einzige kanadische Team der MLB seine Heimspiele auch in diesem Jahr zumindest während der ersten Saisonwochen in einem Ausweichquartier aus. Letztes Jahr nutzten die Blue Jays dafür das Stadion ihrer AAA-Filiale in Buffalo, dieses Mal bleiben sie in ihrem Spring-Training-Komplex in Dunedin, gleich westlich von Tampa.

340 Millionen für Tatis Jr.
Fernando Tatis Jr. ist erst 22 Jahre alt, gilt aber bereits als einer der besten Shortstops der Liga. Damit sie an ihm noch lange Freude haben, nehmen die San Diego Padres eine enorme Menge Geld in die Hand. 340 Millionen Dollar bezahlen sie dem Jungstar dafür, dass er sich für die nächsten 14 Jahre dem Verein verschreibt. Da Tatis im Rahmen seines Rookievertrags ohnehin noch bis 2025 an die Padres gebunden gewesen wäre, kommt die Verlängerung überraschend frühzeitig. Aus Vereinssicht ist der Vertrag eine teure Wette darauf, dass Tatis sein hohes Leistungsniveau auf Dauer hält. Solange das der Fall ist, haben sicher beide Seiten ein gutes Geschäft gemacht. Sollte der Junge im Laufe der Zeit durch eine Verletzung oder andere Umstände aus der Bahn geworfen werden, hätte man sich allerdings einen heftigen Klotz ans Bein gebunden. 

Turner bleibt bei den Dodgers
Auch das letzte Mitglieder meiner Top-10 der diesjährigen Free Agents hat sein neues Zuhause gefunden; in diesem Fall ist es zugleich das alte: Justin Turner bleibt für zwei weitere Jahre bei den Los Angeles Dodgers. Der 36-jährige Third Baseman erhält für seine Unterschrift 34 Millionen Dollar, zudem kann der Klub für weitere 14 Millionen die Option auf ein drittes Jahr ziehen, und ein paar leistungsbezogene Extras kommen noch obendrauf.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Hier die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche, wie immer beschränkt auf MLB-Verträge: RP Trevor Rosenthal (Oakland Athletics, 1 Jahr, 11 Millionen Dollar), SP James Paxton (Seattle Mariners, 1 Jahr, 8,5 Millionen plus Leistungsboni), SP Jake Arrieta (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 6 Millionen), SP Aaron Sanchez (San Francisco Giants, 1 Jahr, 4,5 Millionen plus Leistungsboni), CF Kevin Pillar (New York Mets, 1 Jahr plus beidseitige Option, 3,6 Millionen), IF/OF Brad Miller (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 3,5 Millionen), IF/OF Marwin Gonzalez (Boston Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen plus Leistungsboni), RP Mark Melancon (San Diego Padres, 1 Jahr plus beidseitige Option, 3 Millionen), RP Yusmeiro Petit (Athletics, 1 Jahr, 2,55 Millionen plus Leistungsboni), SP Rich Hill (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 2,5 Millionen), SP Tyler Anderson (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, 2,5 Millionen), RP Sergio Romo (Athletics, 1 Jahr, 2,25 Millionen), SP Matt Shoemaker (Minnesota Twins, 1 Jahr, 2 Millionen plus Leistungsboni), SP Collin McHugh (Rays, 1 Jahr, 1,8 Millionen), IF Asdrubal Cabrera (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), RP David Phelps (Toronto Blue Jays, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), OF Nomar Mazara (Detroit Tigers, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), RP Brandon Workman (Cubs, 1 Jahr, 1 Million plus Leistungsboni), RP Oliver Drake (Rays, 1 Jahr, 775.000), RP Justin Wilson (New York Yankees, 1 Jahr, Finanzen unbekannt), RP Ken Giles (Mariners, 2 Jahre, Finanzen unbekannt).

Zudem gab es zwei kleine Trades, jeweils unter Beteiligung der Tampa Bay Rays: Von den Boston Red Sox bekommen sie die beiden Pitcher Chris Mazza und Jeffrey Springs im Austausch gegen die Prospects Catcher Ronaldo Hernandez und Pitcher Nick Sogard. Im zweiten Trade schicken die Rays Pitcher John Curtiss zu den Miami Marlins und bekommen dafür Minor-League-1B Evan Edwards.

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Februar 11th, 2021 by Silversurger

Das Warten ist fast zuende: In nicht mal einer Woche – am 16. und 17. Februar – starten die Pitcher und Catcher der MLB-Teams in die Spring-Training-Camps, die restlichen Spieler folgen wenige Tage später. Gerade noch rechtzeitig haben sich die Vertreter der Liga und der Spieler auf zentrale Punkte zum Umgang mit der Coronasituation geeinigt.
Die Free Agency geht derweil in den Endspurt. Mit Trevor Bauer und Marcell Ozuna haben die zwei dicksten Fische, die noch auf dem Markt waren, ihre Teamwahl getroffen – in Bauers Fall springt sogar ein Rekordgehalt heraus.

Kompromiss über Corona-Maßnahmen
Dass die MLB und die Spielergewerkschaft MLBPA sich überhaupt mal auf etwas einigen können, ist nach den konfliktreichen letzten Wochen und Monaten für sich allein schon eine erfreuliche Neuigkeit. Die beiden Seiten haben am Montag eine Reihe von Maßnahmen verabredet, unter denen das Spring Training ab nächster Woche und die Saison ab 1. April so regulär wie möglich stattfinden sollen.

Die wichtigsten Regelanpassungen bestehen darin, dass wie in der Kurzsaison 2020 Doubleheader wieder über zweimal sieben Innings gespielt und Extra-Innings in allen Spielen mit einem automatischen Baserunner begonnen werden. Beide Maßnahmen haben den Sinn, die Spieler vor Überlastungen zu schützen, wenn es wieder dazu kommt, dass durch coronabedingte Verschiebungen mehrere Spiele innerhalb kurzer Zeiträume zu absolvieren sind. Ferner wurde vereinbart, dass jeder Spieler bei Bedarf als Pitcher eingesetzt werden kann – es muss also kein bestimmtes Inning oder eine bestimmte Höhe des Rückstands erreicht sein, bevor ein Positionsspieler pitchen darf. Unsportliches Verhalten, das die Abstandsgebote verletzt – Prügeleien, Anschreien der Umpires aus kurzer Distanz – soll konsequent geahndet werden. Eine Maskenpflicht besteht für alle Beteiligten mit Ausnahme der Spieler auf dem Feld. Spieler, die Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall haben, müssen für eine Woche in Quarantäne und sich am fünften Tag testen lassen. Wird ein Spieler selbst positiv getestet, dauert die Quarantäne mindestens zehn Tage. Im Falle eines Covid-Ausbruchs dürfen die Teams in einem vereinfachten Verfahren den Kader aus den Minor Leagues auffüllen und die betreffenden Spieler danach wieder zurückschicken.

Interessant ist auch, was nicht beschlossen wurde: Die Designated-Hitter-Regel wurde nicht erneut auf die National League ausgedehnt. Sie gilt jetzt wieder wie vor 2020 ausschließlich in der American League. Auch ein Beschluss über erweiterte Playoffs wurde bisher nicht gefasst. Sofern es dazu nicht wieder eine Last-Minute-Entscheidung wie im letzten Jahr gibt, findet die Postseason dieses Jahr im alten Format mit zehn Teams statt. In der regulären Saison soll der Spielplan umgesetzt werden wie geplant, also mit 162 Spielen pro Team und ohne die geographische Umsortierung, mit deren Hilfe letztes Jahr Reiseaktivitäten minimiert wurden.

Rekordvertrag für Bauer
Um keinen der diesjährigen Free Agents wurde so viel Aufheben gemacht wie um Trevor Bauer. Der Cy-Young-Gewinner befeuerte den Hype durch seine gewohnt hohe Social-Media-Präsenz, indem er öffentlich mit dem Interesse beispielsweise der Toronto Blue Jays und der New York Mets kokettierte. Seine Entscheidung, bei welchem Team er unterschreibt, gab er schließlich am Ende eines zweieinhalbminütigen Highlight-Videos bekannt – für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Selbstinszenierung. Ich muss aber zugeben, dass ich Bauer schon vorher nicht mochte und daher einfach nur froh war, dass seine Wahl nicht auf die Mets fiel. Der 30-Jährige kehrt stattdessen zurück in seine südkalifornische Heimat und schließt sich dort dem amtierenden World Champion Los Angeles Dodgers an. Er erhält von den Dodgers einen Dreijahresvertrag über 102 Millionen Dollar mit Ausstiegs-Optionen sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Jahr. Die Zahlungen sind so strukturiert, dass Bauer sowohl dieses Jahr mit 40 Millionen als auch nächstes Jahr mit 45 Millionen jeweils einen neuen Rekord für das höchste Jahresgehalt eines MLB-Spielers aufstellt.

Ozuna bleibt in Atlanta
Als zweiter Hochkaräter in dieser Woche hat auch Marcell Ozuna einen neuen Vertrag unterschrieben. Der Outfielder bleibt für vier weitere Jahre bei den Atlanta Braves. Er erhält dafür 65 Millionen Dollar, zu denen weitere 15 Millionen hinzukommen, falls die Braves ihre Option auf ein fünftes Vertragsjahr ziehen. Für Ozuna ist damit die Taktik voll aufgegangen, sich letztes Jahr mit einem Einjahresvertrag über 18 Millionen zu begnügen. Nachdem er 2020 seine bislang stärkste Saison ablieferte, erhält der 30-Jährige nun die Belohnung in Form des ersehnten hochdotierten Dauervertrags.

5-Spieler-Deal zwischen Rangers und Athletics
Die Texas Rangers und die Oakland Athletics haben sich auf einen umfangreichen Trade geeinigt: Die Rangers senden SS Alvis Andrus, Prospect-Catcher Aramis Garcia und 13,5 Millionen Dollar nach Oakland, dafür erhalten sie OF/DH Khris Davis sowie die Prospects C Jonah Heim und RHP Dane Acker. Der Move sieht in erster Linie danach aus, dass die Athletics wieder mal Kosten sparen wollen. Allerdings ist das eine Rechnung, die nur für dieses Jahr aufgeht: Die Rangers übernehmen die 30,5 Millionen Dollar, die Davis in seinem letzten Vertragsjahr zustehen, sowie durch die Barzahlung im Zuge des Transfers auch fast die vollen 14 Millionen, die Andrus dieses Jahr verdient. Für 2022 sind die Rangers damit alle Verpflichtungen los. Die A’s hingegen müssen Andrus nächstes Jahr noch einmal 14 Millionen bezahlen, und bei genügend Einsätzen aktiviert sich für ihn sogar die Option, bis 2023 einseitig für weitere 15 Millionen zu verlängern.
Von den Leistungen her waren zuletzt weder Davis noch Andrus für ihre Teams eine große Hilfe, beide landeten 2020 bei negativen Wins Above Replacement. Neben den finanziellen Implikationen steht hinter dem Trade wohl auch der Gedanke, dass beiden ein Tapetenwechsel gut tun könnte. 

Dreiecks-Trade bringt Benintendi zu den Royals
Zwischen den Kansas City Royals, den Boston Red Sox und den New York Mets gibt es einen Dreicks-Trade. Dessen wesentliche Auswirkung auf die MLB-Roster besteht darin, dass Outfielder Andrew Benintendi aus Boston zu den Royals wechselt. Als Gegenleistung erhalten die Red Sox OF Ranchy Cordero sowie zwei später zu benennende Spieler von den Royals und RHP Josh Winckowski sowie einen weiteren noch zu benennenden Spieler von den Mets. Die Mets bekommen OF-Prospect Khalil Lee von den Royals.
Benintendi ist bis einschließlich 2022 unter Teamkontrolle. Die Royals setzen darauf, dass er an frühere Leistungen anknüpfen kann, nachdem er letzte Saison unter Form- und Verletzungsproblemen litt. Aus Sicht der Mets ist das Geschäft, dass sie mit Lee ein Prospect bekommen, von dem sie mehr erwarten als von Winckowski (und der noch ausstehenden Beigabe). Auf Seiten der Red Sox sieht es danach aus, dass sie sich mit Masse statt Klasse bezahlen lassen, aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Hier die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche, wie immer beschränkt auf MLB-Verträge: C Yadier Molina (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 9 Millionen), RP Jake McGee (San Francisco Giants, 2 Jahre, 7 Millionen), OF Adam Duvall (Miami Marlins, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen), 2B Jonathan Schoop (Detroit Tigers, 1 Jahr, 4,5 Millionen), SP Chase Anderson (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 4 Millionen), IF Jonathan Villar (New York Mets, 1 Jahr, 3,55 Millionen plus Boni), SP Mike Fiers (Oakland Athletics, 1 Jahr, 3,5 Millionen), SP Mike Foltynewicz (Texas Rangers, 1 Jahr, 2 Millionen plus Boni), OF Jake Marisnick (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 1,5 Millionen), OF Albert Almora (Mets, 1 Jahr, 1,25 Millionen plus Boni). 

Mit zwei kleineren Trades ergänzen die Los Angeles Angels ihren Kader:  Von den St. Louis Cardinals kommt OF Dexter Fowler; die Cardinals legen bei dem Deal 12,75 Millionen Dollar und damit einen Großteil von Fowlers 14 Millionen Jahresgehalt drauf, um den Platz im Kader frei zu bekommen.  Von den Tampa Bay Rays erhalten die Angels RP Aaron Slegers im Austausch gegen einen später zu benennenden Spieler. Mit SP/OF Shohei Ohtani erzielten die Angels zudem eine vorzeitige Vertragsverlängerung, durch die beide Seiten das Arbitration-Verfahren abwenden. Ohtani erhält 3 Millionen Dollar für 2021 und 5,5 Millionen für 2022.

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Januar 21st, 2021 by Silversurger

Aus dem Hot Stove dampft es gewaltig, die Offseason der MLB kommt endlich in Schwung. Drei der Top-10-Free-Agents und eine Menge weiterer interessanter Spieler sind in den letzten Tagen unter Dach und Fach gekommen. Die größten Schlagzeilen gehörten dabei den Blue Jays und den Yankees. Auch die Mets sorgten für Gesprächsstoff, aber da ging es leider weniger um sportliche Dinge als um das schlichtweg ekelhafte Verhalten eines – jetzt ehemaligen – leitenden Angestellten.  

Mets feuern GM Porter
Nur 37 Tage war Jared Porter in seinem Amt als General Manager der New York Mets. Dem 41-Jährigen wurde ein erst jetzt bekannt gewordener Vorfall aus dem Jahr 2016 zum Verhängnis. Er soll eine Journalistin sexuell belästigt haben, indem er ihr über 60 unverlangte und unbeantwortete aufdringliche Textnachrichten schickte, inklusive Bildern eines (seines?) erigierten Penis. 
„Typisch Mets“ könnte man denken, wenngleich die Vorfälle lange vor Porters Zeit in New York liegen und die Verantwortlichen des Klubs glaubhaft beteuern, von ihnen keine Ahnung gehabt zu haben, als sie sich für ihn entschieden. Der Eigentümer der Mets, Steven Cohen, reagierte innerhalb weniger Stunden nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe mit Porters Entlassung und betonte, es gebe unter seiner Führung „null Toleranz für diese Art des Verhaltens“. Team-Präsident Sandy Alderson wird den GM-Job nun vorerst selbst übernehmen und ohne Eile nach einem passenden Nachfolger für Porter suchen.
Seitens der Ligaleitung wird es eine Untersuchung der Vorwürfe geben, die voraussichtlich in einer befristeten oder unbefristeten Sperre Porters für jegliche Tätigkeit innerhalb der MLB enden dürfte.
Porter stellt den zweiten Fall innerhalb kurzer Zeit dar, in dem die Mets einen hochrangigen Angestellten einstellen und noch vor dem ersten Saisonspiel wieder feuern. Vor fast genau einem Jahr wurde Carlos Beltran von seinem erst zwei Monate zuvor angetretenen Mangerposten entbunden wegen der Rolle, die er im Sign-Stealing-Skandal der Astros gespielt hatte.

Blue Jays signen Springer
Sicher hätten die Verantwortlichen der Mets diese Woche lieber George Springer als Neuzugang vermeldet statt Fragen über das Geschlechtsteil ihres Ex-GM zu beantworten, doch das Rennen um den Centerfielder hat ein anderes Team gemacht: Die Toronto Blue Jays haben sich mit dem umworbenen Free Agent auf einen Sechsjahresvertrag geeinigt. Der dreifache All-Star bringt eine seltene Mischung aus starker Centerfield-Defense und noch stärkeren Offensivleistungen mit. Diese lassen die Blue Jays sich über den gesamten Vertragszeitraum hinweg 150 Millionen Dollar kosten.
Weil die Houston Astros als abgebender Verein dem 31-Jährigen ein Qualifying Offer vorgelegt hatten, wird für seine Verpflichtung eine Kompensation in Form von Draftpicks fällig: Die Astros erhalten einen zusätzlichen Pick in der vierten Runde der nächsten Draft, die Blue Jays verlieren dafür ihren Zweitrundenpick #54 sowie 500.000 Euro des Budgets für internationale Spielerverpflichtungen. 

Yankees: LeMahieu bleibt, Kluber kommt
Angesichts der aufrüstenden Konkurrenz sowohl in der Stadt (Mets) als auch in der Division (Blue Jays) wollen die New York Yankees nicht zurückstehen. Als ersten Teil eines Doppelschlags haben sie am Freitag das monatelange Tauziehen um eine Weiterverpflichtung von Second Baseman D. J. LeMahieu erfolgreich beendet. Der 32-Jährige erhält einen Sechsjahresvertrag über 90 Millionen Dollar. Obwohl beide Seiten von vornherein an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert waren, zogen sich die Verhandlungen hin, weil die Yankees mit ihrer Payroll dieses Jahr unbedingt unter der Luxussteuer-Grenze von 210 Millionen Dollar bleiben wollten. Diesen Kurs können sie nun beibehalten, indem die Zahlungsverpflichtungen gegenüber LeMahieu auf eine relativ lange Vertragslaufzeit gestreckt werden.
Noch am selben Tag legten die Yankees nach mit einer Verstärkung der Starting Rotation. Corey Kluber unterschreibt einen Einjahresvertrag über 11 Millionen Dollar. Der 34-Jährige war bis vor zwei Jahren das Pitching-Ass der Cleveland Indians, bevor er 2019 erst durch Formschwäche und dann auch noch durch einen gebrochenen Arm aus der Bahn geworfen wurde. 2020 trug er das Trikot der Texas Rangers, für die er verletzungsbedingt nur ein einziges Inning warf. In einem Probetraining vor Vertretern fast aller MLB-Teams zeigte er letzten Mittwoch offenbar mit Erfolg, dass mit ihm 2021 wieder zu rechnen ist.

Brantley bleibt bei den Astros
Um Michael Brantley gab es gestern etwas Verwirrung: Zuerst hieß es kurz nach Bekanntwerden des Springer-Deals, auch Springers Freund und Outfield-Kollege Brantley sei sich mit den Blue Jays einig und werde einen Dreijahresvertrag unterschreiben. Eine Stunde, nachdem diese Meldung die Runde gemacht hatte, dementierten die Blue Jays. Man sei interessiert an Brantley, aber es gebe noch keine Einigung. Nochmal gut zwei Stunden später dann die endgültige Kehrtwende: Brantley bleibt bei den Houston Astros. Der 33-Jährige erhält dort einen Zweijahresvertrag über 32 Millionen Dollar. Für die Astros ist das ein wichtiger Schritt, nachdem ihnen zuvor drohte, ihr komplettes bisheriges Stamm-Outfield – bestehend aus Springer, Brantley und Josh Reddick – in der Free Agency zu verlieren.
Neben Brantley haben sich die Astros auch einen neuen Catcher gesichert: Jason Castro kehrt nach vier Jahren in der Fremde zurück zu dem Verein, der ihn einst gedraftet hatte. Der 33-Jährige soll nach gerade eingetrudelten Meldungen einen Zweijahresvertrag bekommen, der sich wohl auf rund 7 Millionen Dollar beläuft. 

Weitere Neuverpflichtungen  
Auch die folgenden Spieler haben in den letzten Tagen neue Engagements in der MLB gefunden: SP Jose Quintana (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 8 Millionen Dollar), SP J. A. Happ (Minnesota Twins, 1 Jahr, 8 Millionen), RP Archie Bradley (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 6 Millionen), RP Kirby Yates (Toronto Blue Jays, 1 Jahr, 5,5 Millionen plus Boni), SP Martin Perez (Boston Red Sox, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen plus Boni), SP Jon Lester (Washington Nationals, 1 Jahr plus beidseitige Option, 5 Millionen), SP Alex Wood (San Francisco Giants, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). SP/RP Tyler Chatwood (Blue Jays, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). 

3-Team-Trade um Musgrove und Lucchesi 
Die San Diego Padres, die New York Mets und die Pittsburgh Pirates haben sich auf einen Dreiecks-Trade geeinigt. Involviert sind zwei MLB-Spieler: zum einen SP Joe Musgrove, der von Pittsburgh nach San Diego wechselt, zum anderen SP Joey Lucchesi, der von den Padres zu den Mets geschickt wird. Die Pirates erhalten durch den Deal eine Reihe von Prospects – C/OF Endy Rodriguez von den Mets sowie CF Hudson Head, SP Omar Cruz, RP David Bednar und SP Drake Fellows von den Padres. Head dürfte in dieser Reihe der interessanteste Name sein, er wurde bisher als Nummer acht unter den Talenten der Padres gelistet.

Don Sutton ist tot 
Zum zweiten Mal hintereinander schließt der Grand Slam am Donnerstag mit der Trauermeldung zu einer Dodgers-Legende: Gut eine Woche nach Tommy Lasorda ist am Montag Don Sutton gestorben. Sutton war von 1966 bis 1988 als Starting Pitcher in der MLB aktiv. Er spielte für fünf verschiedene Teams, aber in 16 von 23 Saisons war er ein Dodger. Nach der aktiven Karriere war er als TV-Kommentator tätig, unter anderem für die Atlanta Braves. 1998 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen. Sutton erlag im Alter von 75 Jahren einer Krebserkrankung.

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Januar 14th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison 2021 naht mit großen Schritten. Wenn alles wie geplant läuft, beginnen in gut einem Monat die Trainingslager mit dem Reporting der Pitcher und Catcher. Zwei Wochen später, Ende Februar, geht es dann auch schon los mit den Vorbereitungsspielen und am 1. April ist Opening Day. Bis dahin muss in Sachen Free Agency noch viel passieren, denn von den 20 Top-Free-Agents dieses Jahres sind sage und schreibe 17 noch ohne Vertrag. Das dürfte zu einem großen Teil der Unsicherheit im Angesicht der Coronalage geschuldet sein, aber da die MLB nach wie vor von einem pünktlichen Start ausgeht, müsste sich jetzt doch so langsam mal etwas tun auf dem Markt um Trevor Bauer, J. T. Realmuto, George Springer, D. J. LeMahieu usw.
Vielleicht zeigt mein Jammern ja wieder Wirkung. Letzte Woche hat es jedenfalls funktioniert: Gerade mal eine Stunde nach Veröffentlichung des Grand Slams am Donnerstag, dessen Hauptmeldung daraus bestand, dass es wenig zu vermelden gibt, kam es zu einem Blockbuster-Trade zwischen den Indians und den Mets.

Die Mets rüsten auf
Die neue Ära in der Teamgeschichte der New York Mets, eingeleitet mit dem den Kauf der Franchise durch Multimilliardär Steve Cohen, hat ihren ersten großen Deal: Shortstop Francisco Lindor und Starting Pitcher Carlos Carrasco wechseln von den Cleveland Indians nach Queens. Für die Mets sind das zwei deutliche Upgrades, die gemeinsam mit dem neuen Catcher James McCann und einem noch gesuchten neuen Centerfielder (Wunschkandidat: George Springer) den Anspruch untermauern, in diesem und den kommenden Jahren um einen Titel mitzuspielen. Der Preis für die beiden Verstärkungen ist aus Sicht der Mets recht überschaubar. Sie geben an Cleveland Amed Rosario und Andres Gimenez ab – zwei talentierte, aber weit unterhalb der All-Star-Klasse eines Lindor angesiedelte Shortstops – sowie die beiden noch weit von MLB-Reife entfernten Prospects Josh Wolf und Isaiah Greene. Das einzige, was mir als Metsfan an dem Trade nicht gefällt, ist, dass Lindor nur für ein Jahr unter Vertrag steht. Aber es laufen wohl schon Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung.
Auf Seiten der Indians passt der Trade in das Bild des Re-Toolings, das sie seit ein, zwei Jahren betreiben: Auch Mike Clevinger, Trevor Bauer und Corey Kluber wurden gegen eine Kombination junger MLB-Spieler und noch jüngerer Prospects abgegeben. Damit schwächen die Indians auf kurze Sicht ihr Team, sparen aber Geld ein und verhindern gleichzeitig, dass man in absehbarer Zeit in ein vollständiges Rebuilding-Projekt einsteigen müsste. 

Closer Hendriks zu den White Sox 
Die vom finanziellen Volumen her bislang größte Free-Agent-Verpflichtung dieser Offseason haben sich die Chicago White Sox geleistet: 54 Millionen Dollar lassen sie sich die Dienste von Closer Liam Hendriks bis 2024 kosten. Die gewählte Vertragskonstruktion ist interessant und meines Wissens in der MLB bisher noch nicht dagewesen. Es handelt sich formal um einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen plus eine Klub-Option für 2024 über 15 Millionen. Wenn der Klub die Option nicht zieht, bekommt Hendriks die 15 Millionen aber trotzdem, mit dem Unterschied, dass die Zahlung über zehn Jahre gestreckt wird. Das nenne ich mal eine nette Altersvorsorge.

Nationals signen Schwarber
Kyle Schwarber galt vor wenigen Jahren noch als kommender Superstar, inzwischen ist er aufgrund stark schwankender Leistungen eher als ewiges Talent verschrien. Nachdem die Chicago Cubs die Geduld mit dem Outfielder und Catcher verloren und ihm gekündigt haben, haben nun die Washington Nationals zugegriffen. Sie bezahlen dem 27-Jährigen 10 Millionen Dollar für ein Jahr plus beidseitige Option auf ein weiteres Jahr, die ihm weitere 8 Millionen einbringen würde.

Late-Inning-Hilfe für die Astros 
Die Houston Astros bessern ihren Bullpen mit zwei neuen Relievern auf. Das prominentere der neuen Gesichter ist Pedro Baez. Der 32-Jährige verbrachte seine gesamte bisherige Karriere bei den Los Angeles Dodgers und kam dort in sieben Jahren auf starke 3.03 ERA. Bei den Astros erhält Baez einen Zweijahresvertrag plus Kluboption, der ihm 12 Millionen Dollar garantiert und dazu noch ein paar Leistungsboni vorsieht. Zudem kommt der Rechtshänder Ryne Stanek nach Houston. Er bekommt 1,1 Millionen für einen Einjahresvertrag.

Neuer Infielder bei den Brewers  
Die Milwaukee Brewers sind bekannt dafür, im Infield auf Flexibilität zu setzen mit zahlreichen Utility-Spielern, die je nach Matchup und Spielsituation zwischen den einzelnen Posten rotieren. Dieser Strategie bleiben sie offenbar treu, jedenfalls passt Neuverpflichtung Daniel Robertson genau ins Bild. Auf seinen bisherigen Stationen in Tampa Bay und San Francisco ist der 26-Jährige meistens als Second Baseman, Third Baseman oder Shortstop aufgelaufen und hat auch schon auf jeder anderen Position außer Catcher gespielt. Robertson erhält einen Einjahresvertrag über 900.000 Dollar, der ihm leistungsabhängig noch bis zu 400.000 Dollar mehr einbringen kann.

Tommy Lasorda ist tot 
Zum Abschluss eine traurige Nachricht: Tommy Lasorda ist tot. Der langjährige Manager der Los Angeles Dodgers starb Donnerstagnacht im Alter von 93 Jahren. Lasorda leitete das Team von 1976 bis 1996, gewann mit ihm viermal die National League und zweimal die World Series. Unmittelbar nachdem er seine Karriere beendet hatte, wurde er 1997 in die Hall of Fame aufgenommen und die Dodgers retireten sein Trikot mit der Nummer 2. Im Jahr 2000 unterbrach er seinen Ruhestand, um die US-Nationalmannschaft zur Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney zu führen.

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Januar 7th, 2021 by Silversurger

Was für ein Start in das lang herbei gesehnte Jahr 2021: Zum Corona-Desaster kamen gestern Abend die unglaublichen und unwürdigen Szenen im und um das US-Kapitol hinzu. In Sachen Baseball gibt es derweil leider kaum Neues zu vermelden, das von den politischen und medizinischen Krankheiten ablenken könnte. Die wenigen nennenswerten Meldungen habe ich im Folgenden wie gewohnt zusammengefasst.  

MLB soll pünktlich starten, Minor Leagues später
Die MLB-Saison 2021 beginnt am 1. April. Angesichts der Pandemie sind solche Ankündigungen natürlich mit Vorsicht zu genießen, aber aktuell gehen sowohl die Liga als auch die Spielergewerkschaft MLBPA davon aus, dass der Termin gehalten wird. Entsprechende Ankündigungen wurden diese Woche veröffentlicht.
Anders sieht es für die Minor Leagues aus. Nachdem sie letztes Jahr wegen Corona die gesamte Saison absagen mussten, werden 2021 zumindest die Single-A- und Double-A-Ligen erst verspätet in den Spielbetrieb einsteigen. Die Entscheidung geht von der MLB aus, da man verhindern möchte, dass zu viele Spieler auf einmal an den Spring-Training-Standorten präsent sind. Die MLB- und wahrscheinlich auch die AAA-Teams sollen ihr Spring Training regulär durchführen, und erst wenn sie die Einrichtungen verlassen haben, rücken die Mannschaften der niedrigeren Ligen nach. Die Teams wurden bereits informiert, dass sie sich auf eine Saisondauer bis 3. Oktober einrichten sollen, einen vollen Monat länger als üblich.

Drei Free Agents weniger
Der Free-Agent-Markt entwickelt sich nach wie vor quälend langsam. Drei Namen kann man diese Woche von der Liste der Arbeitsuchenden streichen: Relief Pitcher Blake Treinen bleibt bei den Los Angeles Dodgers. Die beiden Seiten haben sich auf einen Zweijahresvertrag über 17,5 Millionen Dollar geeinigt; der Verein hat zudem die Option auf ein drittes Jahr. Outfielder Robbie Grossman heuert für zwei Jahre bei den Detroit Tigers an, die ihm dafür 10 Millionen Dollar zahlen. Die San Francisco Giants ergänzen ihren Kader um Catcher Curt Casali. Er erhält einen Einjahresvertrag über 1,5 Millionen Dollar.

Sugano entscheidet heute 
Einer der am stärksten umworbenen internationalen Free Agents ist der japanische Pitcher Tomoyuki Sugano. Für ihn endet heute Abend um 23 Uhr unserer Zeit das 30-tägige Zeitfenster für die Verpflichtung durch ein MLB-Team. Als Bewerber um seine Dienste wurden in den vergangenen Wochen die Boston Red Sox, die New York Mets, die San Diego Padres, die Texas Rangers, die Toronto Blue Jays und die San Francisco Giants genannt. Die meisten dieser Teams sind wohl aus dem Rennen, als wahrscheinlichste Kandidaten gelten kurz vor der Deadline die Blue Jays und die Giants. Es ist auch möglich, dass Sugano die Frist verstreichen lässt und sich damit für einen Verbleib bei den Yomiuri Giants in der NPB entscheidet. Der Klub hat ihm einen langfristigen Vertrag mit jährlicher Ausstiegsklausel angeboten für den Fall, dass er doch erst später sein Glück in der MLB suchen will.

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Dezember 24th, 2020 by Silversurger

Fröhliche Festtage allerseits! Der Grand Slam macht auch an Weihnachten keine Pause, fällt heute aber ein bisschen mager aus – es tut sich einfach nicht allzu viel im Baseball in dieser Zeit des Jahres. Feiert schön im kleinen Kreis und schaut spätestens am Dienstag wieder hier vorbei, denn dann gibt es die nächste Folge der Serie über die Skandale der MLB.  

Phillies befördern Fuld
Die Philadelphia Phillies treiben den Umbau ihres Front-Offices weiter voran: Nachdem letzte Woche Dave Dombrowski in der neu geschaffenen Rolle des President of Baseball Operations präsentiert wurde, wird ihm nun Sam Fuld als General Manager zur Seite gestellt. Fuld ist seit dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2017 für die Phillies tätig, bislang als Director of integrative Baseball Performance, eine Art Bindeglied zwischen der Analyseabteilung und den Spielern. Ebenfalls befördert wurde innerhalb der Organisation Jorge Vellandia, der künftig als Assistenz-GM tätig ist. 

White Sox sichern sich Yoelki Cespedes 
Eines der talentiertesten Teams der Liga angelt sich ein weiteres Top-Prospect: Die Chicago White Sox sind sich mit Outfielder Yoelki Cespedes einig und werden ihn im Januar gegen ein Handgeld von 2 Millionen Dollar unter Vertrag nehmen. Der 23-jährige Kubaner ist ein Halbbruder von Yoenis Cespedes. Yoelki (auf manchen Seiten auch „Yoelkis“ geschrieben) gilt als eines der größten internationalen Talente der wegen Corona verschobenen Signing-Periode 2020/21.

Neben Cespedes steht mit Oscar Colas ein weiterer Kubaner im Fokus des Interesses. Der Outfielder und Pitcher wurde nach einem längeren Tauziehen mit den japanischen SoftBank Hawks von der MLB zum Free Agent erklärt und kann nun ebenfalls ab 15. Januar verpflichtet werden. Der 22-Jährige wird demnächst einige Probetrainings absolvieren. Die White Sox sind aus dem Rennen um ihn vermutlich raus, nachdem sie einen Großteil ihres verfügbaren Bonuspools für Cespedes verwenden. 

Ein paar Free-Agent-Signings 
Auf dem Free-Agent-Markt haben sich in den letzten Tagen keine großen Namen bewegt, aber ein paar wenige MLB-Signings gibt es doch zu vermelden: Die Detroit Tigers verpflichten SP Jose Urena für ein Jahr zum Preis von 3,25 Millionen Dollar plus 250.000 Euro mögliche Einsatzboni. SP/RP Matt Andriese geht zu den Boston Red Sox. Er erhält dort mindestens 2,1 Millionen für die Saison 2021. Falls der Klub die Option auf ein weiteres Jahr zieht und Andriese sämtliche Einsatzprämien erreicht, kann er in den zwei Jahren bis zu 7,35 Millionen verdienen. Die Los Angeles Dodgers geben RP Tommy Kahnle einen Zweijahresvertrag über rund 5 Millionen. Das ist eine stolze Summe für einen Reliever, der voraussichtlich nur im zweiten Vertragsjahr spielen wird, da er nach einer Tommy-John-Surgery im August wohl 2021 kaum oder gar nicht eingesetzt werden kann. Die Cincinnati Reds schließlich haben RP Edgar Garcia an Land gezogen. Der kürzlich von den Rays entlassene Reliever erhält einen Vertrag über 600.000 Dollar für ein Jahr.

Gehälter fast 2,5 Milliarden niedriger als 2019
Im Jahr 2020 bezahlten die MLB-Klubs rund 1,75 Milliarden Dollar an Spielergehältern. Das ist ein extremer Abfall gegenüber 2019, als diese Zahl noch bei 4,22 Milliarden lag. Der Grund dafür ist natürlich die Corona-Pandemie, welche die Liga zu einer Verkürzung der Saison zwang und dazu, dass die vertraglich vorgesehenen Zahlungen nur anteilig nach Anzahl der Spiele erfolgten. Die Gehälter wurden dadurch gegenüber einer 162-Spiele-Saison um 63% reduziert. Dass die genannte Gesamtsumme nur 59% unter der Marke des letzten Jahres lag, zeigt, dass bei einer normal durchgeführten Saison die Gehälter gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen wären. Die höchste Payroll hatten die Dodgers mit 98,6 Millionen Dollar für ihre Meistermannschaft, gefolgt von den Yankees mit 86,3 Millionen.

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Dezember 3rd, 2020 by Silversurger

Der Free-Agent-Markt der MLB entwickelt sich nach wie vor sehr träge. Was sich seit letzter Woche getan hat, habe ich im Folgenden wie üblich für euch zusammengefasst. Am nächsten Dienstag geht es übrigens los mit der Artikelserie, für die ihr euch im Wunschkonzert entschieden habt: Macht euch gefasst auf die größten Skandale der MLB-Geschichte!

Minor, May, Maile finden neue Teams
Drei nennenswerte Free-Agent-Signings gibt es diese Woche zu vermelden: Die Kansas City Royals haben sich die Dienste des linkshändigen Starters Mike Minor gesichert. Minor absolvierte 2020 für die Rangers und die Athletics insgesamt 56.2 Innings und brachte es auf einen wenig begeisternden ERA von 5.56. Die Royals setzen einen Zweijahresvertrag über 18 Millionen Dollar darauf, dass Minor zurück zu der Form findet, die er 2019 bei den Rangers gezeigt hat (208.1 Innings, 3.59 ERA).
Ebenfalls für zwei Jahre unterschreibt Reliever Trevor May bei den New York Mets. May ist ein starker rechtshändiger Strikeout-Pitcher, der den Mets neue Möglichkeiten für die Gestaltung der späten Innings gibt. Sie lassen sich die Dienste des ehemaligen Twins 15,5 Millionen Dollar kosten.
Auch die Milwaukee Brewers haben sich auf dem Free-Agent-Markt bedient, indem sie Catcher Luke Maile anheuerten. Der 29-Jährige stand zuvor ein Jahr bei den Pittsburgh Pirates unter Vertrag, für die er aber wegen eines gebrochenen Fingers kein Spiel absolvierte. Details seiner Einigung mit den Brewers sind bisher nicht bekannt. 

Iglesias und Knebel nach Los Angeles
Auch zwei kleine Trades gab es diese Woche. Die Los Angeles Dodgers holen Reliever Corey Knebel von den Milwaukee Brewers. Die Brewers erhalten im Gegenzug einen noch nicht benannten Spieler. Es handelte sich offenbar um ein Last-Minute-Geschäft, nachdem die Brewers geplant hatten, Knebel zu entlassen.
Ebenfalls nach Los Angeles, allerdings zu den Angels, verschlägt es Shortstop José Iglesias. Im Tausch gegen ihn erhalten die Baltimore Orioles die beiden Minor-League-Pitcher Garrett Stallings und Jean Pinto. Die Verpflichtung von Iglesias spricht eine relativ deutliche Sprache, dass die Angels offenbar nicht mehr mit ihrem bisherigen Shortstop Andrelton Simmons planen, dessen Vertrag ausgelaufen ist.

Neue Gesichter auf dem Markt
Bis gestern hatten die MLB-Teams Zeit, jenen Spielern, die sie über das Arbitration-Verfahren weiterhin exklusiv an sich hätten binden können, ein Vertragsangebot zu unterbreiten. Wie üblich gingen einige Spieler leer aus, weil ihr Klub sich gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden hat. Diese Spieler sind damit frei, sich ein neues Team zu suchen und mit diesem einen Vertrag auszuhandeln. Die überraschendsten und namhaftesten unter ihnen sind die Outfielder Kyle Schwarber (Chicago Cubs), David Dahl (Colorado Rockies), Eddie Rosario (Minnesota Twins), Adam Duvall (Atlanta Braves) und Nomar Mazara (Chicago White Sox), Third Baseman Maikel Franco (Kansas City Royals) sowie die Pitcher Carlos Rodon (Chicago White Sox) und Archie Bradley (Cincinnati Reds). Eine vollständige Liste der nicht-getenderten Spieler findet ihr bei mlbtraderumors.

Domingo Santana nach Japan
Schon im Oktober hatten die Cleveland Indians ihrem Outfielder Domingo Santana mitgeteilt, dass er in ihrer Planung für die nächste Saison keine Rolle spielt. Der Klub ließ die Vertragsoption verstreichen, die den Outfielder für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr in Cleveland gehalten hätte. Der 28-Jährige wird versuchen, seine Karriere durch einen Wechsel nach Japan zu retten. Er heuert dort bei den Yakult Swallows (ja, die heißen wirklich so) in der NPB an. Vertragsdetails sind bisher nicht bekannt.

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Oktober 29th, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison 2020 ist Geschichte. In den Los Angeles Dodgers hat sie einen würdigen und verdienten Champion gefunden, der die Tampa Bay Rays in einer mitreißenden Finalserie mit 4:2 besiegte. 

Was wird hängen bleiben von dieser World Series? Vermutlich vor allem die Entscheidung von Rays-Manager Kevin Cash in Spiel sechs, seinen bis dahin überragenden Starter Blake Snell früh auszuwechseln – die Dodgers drehten direkt im Anschluss daran das Spiel zu ihren Gunsten. In Erinnerung bleiben sicher auch die starken Schlagleistungen von World-Series-MVP Corey Seager und von Tampas Rookie-Sensation Randy Arozarena sowie das verrückte Comeback der Rays in Spiel vier.

Die World Championship 2020 wird für immer eine kleine Fußnote tragen, weil sie wegen der Coronapandemie „nur“ eine verkürzte Saison krönt. Das soll die Leistung der Dodgers aber in keiner Weise schmälern – überzeugender als sie kann man weder die reguläre Saison noch die Playoffs dominieren. Apropos Corona: Die Pandemie hat die MLB-Postseason glücklicherweise weitgehend verschont. Quasi in letzter Sekunde holte sie sich dann aber doch wieder einen Platz in den Schlagzeilen. Justin Turner wurde nach dem siebten Inning ausgewechselt, weil während des Spiels ein Testergebnis eintraf, dass ihn als Covid-19-positiv auswies. Warum Turner erst nach sieben Innings raus musste, obwohl die MLB das Ergebnis wohl schon im zweiten Inning kannte, warum es nicht schon vor dem Spiel vorlag und vor allem warum Turner nach dem Spiel seine Mitspieler umarmen und für Fotos posieren durfte, wird wohl noch für einige Zeit Diskussionsstoff bieten.

Der Vollständigkeit halber noch ein kurzer Rückblick auf das letzte Spiel in der Form, wie ich ihn schon zu den Spielen 1 und 2 bzw. 3 bis 5 geschrieben hatte:

World Series, Spiel 6
Die Rays gingen als Favorit in diese Partie, weil das Pitching-Matchup klar für sie zu sprechen schien: Sie schickten Blake Snell ins Rennen gegen Tony Gonsolin, von dem klar war, dass er nicht mehr als der Opener eines Bullpen-Spiels der Dodgers sein würde. Tatsächlich übernahmen die Rays schon im ersten Inning die Führung durch einen Solo-Homerun von Randy Arozarena. Der Rookie baute seine Postseason-Rekorde damit auf 10 Homeruns und 29 Hits aus. Für die Dodgers hingegen erwies sich Snell als nahezu unhitbar. Der Starter der Rays brachte es auf 9 Strikeouts in 5.1 Innings, ließ kaum harten Kontakt zwischen Ball und Schläger zu und wurde dennoch nach dem zweiten Hit der Dodgers – einem soften Linedrive von Austin Barnes – nach nur 73 Pitches ausgewechselt. Das war vermutlich der Fehler des Jahres von Tampas Manager Kevin Cash, denn der eingewechselte Reliever Nick Anderson ließ direkt ein Double von Mookie Betts zu, ließ Barnes bei einem Wild Pitch scoren und Betts bei einem Fielder’s Choice von Seager. Schon stand es 2:1 für die Dodgers; eine Führung, die sie nicht mehr hergaben und im achten Inning per Homerun von Betts zum 3:1-Endstand ausbauten.

Szene der Woche
Was soll ich groß sagen, die Szene der Woche war natürlich der Triumph der Dodgers in der World Series. Zum Genießen für alle Fans und Freunde der Dodgers gibt es hier den entscheidenden Moment aus sechs verschiedenen Perspektiven mit ebenso vielen verschiedenen Kommentaren:

Statistik der Woche
62,9%. Das ist der Anteil der Spiele, die die Dodgers in den letzten vier Jahren gewonnen haben. Das macht sie nicht nur zum besten Team dieser vier Jahre, sondern auch zum besten in einem beliebigen Vierjahreszeitraum der Wild-Card-Ära (seit 1995). Auf Platz zwei dieser Statistik liegen die Yankees mit 62,8% in den Jahren 1996-1999. Die gewannen in diesem Zeitraum übrigens drei World Series. 

So geht es weiter
Die MLB befindet sich seit gestern offiziell in der Offseason und damit in der Vorbereitung auf eine hoffentlich einigermaßen normale Saison 2021. Große Themen der nächsten Monate – neben der Entwicklung der Pandemie – werden die Suchen der Boston Red Sox, der Chicago White Sox und der Detroit Tigers nach neuen Managern sein. Bei den Mets steht ein noch deutlich wichtigerer Wechsel an: Der Milliardär Steven Cohen will den Klub von Fred und Jeff Wilpon kaufen und benötigt dafür die Zustimmung von 23 der 29 anderen MLB-Teambesitzer.

Die Free Agency, also der Zeitraum, in dem Spieler ohne Vertrag bei einem neuen Klub unterschreiben können, beginnt am kommenden Montag, fünf Tage nach Ende der World Series. Bis Sonntag haben die Vereine Zeit, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen in bestehenden Verträgen zu ziehen und unter bestimmten Bedingungen Qualifying Offers an Spieler mit auslaufenden Kontrakten auszusprechen.

In der Woche ab dem 9. November werden die vier wichtigsten Awards der MLB für die Saison 2020 bekannt gegeben: die Rookies of the Year, die Managers of the Year, die Cy-Young-Awards und die Most Valuable Players, jeweils getrennt für die National League und die American League.

Der Baseblog wird euch wie gewohnt durch die Offseason begleiten, unter anderem mit wöchentlichen Updates zu aktuellen Entwicklungen im Grand Slam am Donnerstag. Hinzu kommen traditionelle Events wie das Baseblog-Wunschkonzert, die Wahl zur Most Ridiculous Injury (MRI-Award), Statusberichte zur Free Agency und auch wieder eine oder zwei Artikelserien zu einem Schwerpunktthema – lasst euch überraschen und schaut bitte weiterhin regelmäßig rein!

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Oktober 28th, 2020 by Silversurger

Die Los Angeles Dodgers haben die World Series 2020 gewonnen. Mit 3:1 besiegten sie die Tampa Bay Rays in Spiel sechs und nutzten damit ihre erste Chance, die Best-of-7-Serie für sich zu entscheiden.

Zum wertvollsten Spieler der Serie wurde Shortstop Corey Seager gewählt, der es in den sechs Spielen auf einen Batting Average von .400 brachte. Ein Schlag von ihm war es auch, der den Dodgers letzte Nacht im sechsten Inning die Führung bescherte, die sie bis zum Ende nicht mehr hergeben würden. Zuvor hatte Rays-Manager Kevin Cash in einer sehr umstrittenen Aktion seinen bis dahin überragenden Starting Pitcher Blake Snell ausgewechselt.

Ich gratuliere den Dodgers und vor allem den Fans, die sie unter den Lesern dieses Blogs haben, zum lang ersehnten und hoch verdienten Erfolg. Einen ausführlicheren Bericht vom Saisonfinale gibt es morgen im Grand Slam am Donnerstag.

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Oktober 26th, 2020 by Silversurger

Wenigstens eines hält in diesem dämlichen Jahr, was es verspricht, und das ist die MLB-Postseason. Die beiden Top-Teams der Liga liefern sich eine mitreißende und abwechslungsreiche World Series. Mit meiner Vorhersage, dass diese über mindestens sechs Spiele gehen würde, liege ich schon mal richtig. Den heutigen zweiten und letzten Pausentag nehme ich zum Anlass für ein kurzes Update zu den drei letzten Partien.

Spiel 3
Den Dodgers stand zum ersten Mal in der Serie Walker Buehler als Starting Pitcher zur Verfügung und das bekam der Offense der Rays nicht gut. Das junge Ass pitchte sechs hervorragende Innings, verrteilte zehn Strikeouts verteilte und ließ nur drei Hits und einen Run zu. Gleichzeitig machten die Batter der Dodgers Tampa Bays Starter Charlie Morton das Leben schwer, beginnend mit einem Solo-Homerun von Justin Turner im ersten Inning. Im fünften Durchgang musste Morton weichen, da war die Partie beim Stand von 0:5 aus Sicht der Rays schon so gut wie entschieden. Ein bisschen Grund zur Freude hatte wenigstens Tampas Rookie-Sensation Randy Arozarena: Sein Homerun im neunten Inning vermochte zwar nicht mehr am Spielausgang zu rütteln, aber es war sein achter Homerun und sein 23. Hit in dieser Postseason. Den Rekord für Homeruns stellte er damit ein, den für Hits stellte er neu auf.

Spiel 4
Dieses Spiel ist eindeutig der Star unter den bisherigen Partien der Serie. Wieder mal erwischten die Dodgers den besseren Start, genau wie am Vortag begann das Scoring mit einem Solo-Homerun von Justin Turner im ersten Durchgang. In fast jedem Inning legten die Dodgers einen oder zwei Runs nach. Doch ab dem vierten Inning kam gegen Julio Urias auch die Offense der Rays in Schwung – beginnend mit einem Homerun von Randy Arozarena, der nun auch in dieser Kategorie alleiniger Postseason-Rekordhalter ist. Ein 3-Run-Homerun im sechsten Inning von Brandon Lowe brachte die Rays sogar kurzzeitig 5:4 in Führung, welche die Dodgers prompt wieder herumdrehten. Die Rays glichen erneut aus, die Dodgers holten sich die Führung zum dritten Mal zurück. Dieses Mal hielt sie bis in den Bottom des neunten Innings. Zwei Outs waren Closer Kenley Jansen schon gelungen, zwei Strikes gegen Brett Phillips geschafft, bevor eines der verrücktesten Plays der World-Series-Geschichte die finale Wendung brachte: Phillips gelang ein Linedrive ins Centerfield, bei dem es Formsache war, dass Kevin Kiermaier von der zweiten Base aus den Ausgleich erzielte. Arozarena war von der ersten Base unterwegs in Richtung dritte Base und wäre dort sicher gestoppt worden, hätte Dodgers-Centerfielder Chris Taylor nicht die Ballaufnahme verbaselt. So rannte Arozarena weiter und Taylors Wurf ging über die Zwischenstation Max Muncy an die Homeplate. Dort wäre Arozarena wohl in einen Rundown gelaufen, nachdem er auf dem Weg in einen Purzelbaum gestolpert war. Doch sowohl Muncy als auch Catcher Will Smith führten ihre Aktionen zu überhastet aus und ermöglichten Arozarena den Score zum Walkoff-Sieg.

Spiel 5
Zu zweiten Mal in der Serie zeigte sich, dass die Dodgers mit Tyler Glasnow besser fertig werden als die Rays mit Clayton Kershaw. Die Dodgers eröffneten das Scoring gewohnt früh und lagen nach zwei Innings schon 3:0 in Front. Die Rays brachten es zwar insgesamt auf mehr Hits als der Gegner (7:6), doch in den entscheidenden Szenen des Spiels fehlten immer die letzten Zentimeter. Das zeigte sich sehr plakativ im vierten Inning, welches Manuel Margot für Tampa Bay mit einem Walk eröffnete, bevor er die zweite Base stahl und dank eines Errors weiter zur dritten rückte. Von dort versuchte er sich bei zwei Outs an der Königsdisziplin des Baserunners: einem direkten Steal von Home. Unter Ausnutzung von Kershaws gewohnt langwieriger Pitchingbewegung wäre das fast gelungen, aber eben nur fast. Stattdessen wurde Margot von Kershaw haarscharf ausgeworfen, das Inning damit beendet, und näher sollten die Rays dem Ausgleich nicht mehr kommen. Muncy legte im fünften Inning gegen Glasnow einen Solo-Homerun zum 4:2 nach. Da beide Bullpens den Rest des Spiels mit reiner Weste über die Bühne brachten, war das auch der Endstand.

Morgen geht es weiter 
Dass es dieses Jahr zwei Teams in die Finalserie geschafft haben, denen ich die Meisterschaft gleichermaßen gönnen würde, macht die World Series für mich zu einem recht entspannten Genuss. Ich hoffe, die Dodgers-Fans unter den Lesern nehmen mir nicht übel, dass ich mir das wünsche, was wohl jeder halbwegs neutrale Baseballfan sehen will: ein Spiel sieben. Damit es dazu kommt, müssen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (1:08 nach mitteleuropäischer Winterzeit) die Rays gewinnen. Die Chancen dafür stehen meiner Ansicht nach nicht schlecht, denn während die Rays Blake Snell auf den Mound schicken, haben die Dodgers einen verlässlichen Starter zu wenig im Kader. Sie müssen in Spiel sechs wieder auf Tony Gonsolin und den Bullpen bauen, was in Spiel zwei schon einmal schief ging. Falls es zum entscheidenden siebten Spiel kommt, sehe ich wiederum die Dodgers mit Buehler als Favorit.

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