Juni 18th, 2019 by Silversurger

Die Szene ist schon ein paar Tage alt, aber sie geht mir einfach nicht aus dem Kopf: Freitagnacht, Dodgers gegen Cubs, 9. Inning. Closer Kenley Jansen ist ein Aus davon entfernt, den 5:3-Sieg für Los Angeles nach Hause zu bringen. Mit Victor Caratini am Schlag und Jason Heyward als Runner an der zweiten Base ruft Jansen plötzlich laut und vernehmlich: „I’m going to balk!“ Genau das tut er dann auch, indem er den rechten Fuß an den Rubber stellt und ein paarmal aufstampft. Um die kuriose Situation perfekt zu machen, sendet er anschließend persönlich den Runner zur dritten Base.

Zur Erinnerung: Ein Balk bezeichnet eine unzulässige Aktion des Pitchers, zum Beispiel eine angetäuschte oder abgebrochene Pitchingbewegung. Wenn der Umpire auf Balk entscheidet, wird das Spiel kurz unterbrochen und jeder vorhandene Baserunner darf eine Base weiter gehen. Normalerweise ärgert sich der Pitcher in so einer Situation, denn entweder weiß er, dass er einen Fehler gemacht hat, oder er fühlt sich vom Umpire benachteiligt. Einen absichtlichen Balk, zumal mit Ankündigung, hatte ich bisher noch nie gesehen.

Objektiv betrachtet gibt es scheinbar keinen Grund, einen Baserunner eine Base weiter zu schicken. Schließlich kommt er damit dem Erzielen eines Runs einen Schritt näher. Obendrein entsteht eine weitere freie Base zwischen dem aktuellen Batter und dem Runner. Das heißt, wenn der Batter zum Beispiel durch einen Walk ebenfalls auf Base kommt, hat sich die Verteidigung durch den Balk eine Möglichkeit zum Force-Out an der dritten Base genommen.

Das war im aktuellen Fall nicht anders, und dennoch sah Jansen es offenbar als Vorteil an, Heyward nicht mehr an der zweiten Base stehen zu haben. Seine Gründe dafür erklärte er nach dem Spiel (siehe unten stehendes Video): Es ging um die Zeichen, die Pitcher und Catcher sich während eines At-Bats geben, um die Art und Richtung der Pitches zu verabreden. Mit einem Runner an der zweiten Base muss der Catcher seine Signale verschlüsselt übermitteln als sonst, denn der Runner schaut ihm direkt auf die Finger und kann seinerseits dem Batter Tipps geben, wenn er die Zeichen durchschaut. Steht der Runner an der dritten Base, ist ihm das nicht möglich. Für Jansen war somit der Vorteil, sich unbeobachtet mit dem Catcher austauschen zu können, größer als der Nachteil, Heyward näher an die Homeplate zu lassen. Ob Heyward scort oder nicht, war tatsächlich relativ egal, denn die Dodgers hatten ja zwei Runs Vorsprung. Das Verhindern eines zweiten Baserunners war sehr viel wichtiger als die Frage, was mit dem ersten Runner passiert. Der Plan ging letztlich auf, denn Jansen gelang das Strikeout gegen Caratini.

Hätte Heyward auf die geschenkte Base verzichten können, um weiterhin die Zeichen des Catchers zu studieren? Nein, denn die Regeln sind eindeutig: Bei einem Balk muss jeder Baserunner eine Base weiter rücken. Zudem ist es verboten, nach dem legalen Erreichen einer Base zurück zu einer früheren Base zu laufen, um die Defense zu stören. Hätte Heyward das versucht, wäre er automatisch als out erklärt worden und das Spiel wäre zu Ende gewesen.

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Mai 30th, 2019 by Silversurger

Sorry erstmal an alle regelmäßigen Leserinnen und Leser, dass ihr eine ganze Woche auf einen neuen Artikel warten musstet: Ich war neben dem üblichen privaten und beruflichen Wahnsinn zuerst mit ein paar letzten Schliffen an meinem Buch beschäftigt und dann hat mich für einige Tage ein handfester Männerschnupfen dahingerafft. Aber jetzt bin ich wieder voll da und werde nicht weiter jammern, sondern nur noch über Baseball reden. Fangen wir an mit jemandem, der eine deutlich bessere Woche hatte als ich: Max Kepler wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere zum AL-Spieler der Woche gewählt. Mit einer überragenden Slashline von .571/.600/1.190 und ligaweit führenden zehn Runs (drei davon per Homerun) in der vergangenen Woche hat er diese Auszeichnung redlich verdient. Herzlichen Glückwunsch!

National League
In der National League East waren die Atlanta Braves (30-26) den Philadelphia Phillies (33-22) für kurze Zeit ganz eng auf die Pelle gerückt. Dann jedoch gewannen die Phillies zweimal gegen die Cardinals, während die Braves zweimal den Washington Nationals (24-32) unterlagen und schon ist der Abstand wieder etwas deutlicher. Die New York Mets (27-28) befinden sich auf einer der generell ungeliebten Touren an die andere Küste der USA. Dort haben sie letzte Nacht in epischer Weise die Chance vergeigt, zum zweiten Mal nacheinander die Dodgers zu schlagen und erstmals nach vier Wochen auf über .500 zu klettern. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Lebenszeichen aus Miami: Die Marlins (19-34) haben zuletzt beachtliche neun von zwölf Spielen gewonnen. In der Rangfolge der schwächsten Teams der Liga haben sie dadurch bereits die Orioles und die Royals hinter sich gelassen.

Die NL Central befindet sich in einer kollektiven Schwächephase. Keines der fünf Teams hat in den vergangenen zehn Tagen mehr Spiele gewonnen als verloren; Schlusslicht Cincinnati Reds (26-30) ist der einzige Klub, der es in dieser Zeit wenigstens auf eine ausgeglichene Bilanz brachte. In den letzten Serien zogen die Chicago Cubs (31-23) den Kürzeren gegen die Astros, während die Milwaukee Brewers (31-25) den Twins unterlagen. Damit bleiben die Cubs knapp vor den Brewers und die Pittsburgh Pirates (27-27) sowie die St. Louis Cardinals (26-28) in überbrückbarer Nähe.

In der NL West ziehen die Los Angeles Dodgers (37-19) weiterhin unangefochten ihre Kreise, weit vor den San Diego Padres (29-27). Die interessanteste Entwicklung innerhalb der Division hat sich im unteren Teil der Tabelle vollzogen, denn die Colorado Rockies (27-27) und die San Francisco Giants (21-33) scheinen klar in unterschiedliche Richtungen unterwegs zu sein. Fünf Siege aus den letzten sechs Spielen haben die Rockies aus dem Keller geführt. Für sie ist plötzlich sogar Platz drei greifbar, sie müssen dafür nur heute Nacht den Vier-Spiele-Sweep gegen die Arizona Diamondbacks (28-28) komplettieren. Die Giants hingegen haben die letzten sieben Spiele alle verloren und können die Saison wohl abhaken.

American League
Die New York Yankees (36-19) haben eine weitere gute Woche hinter sich mit gewonnene Serien gegen die Padres und die Royals. Die Führung der Yankees in der American League East scheint auf den ersten Blick gefestigter als sie ist, denn die Tampa Bay Rays (34-19) haben zwar zwei Siege weniger auf dem Konto, aber sie haben auch zwei Spiele weniger gespielt. Beide Top-Teams dürften ein anstrengendes Wochenende vor sich haben: Die Yankees empfangen die Boston Red Sox (29-27) in einer weiteren Auflage der größten Baseball-Rivalität der Geschichte. Für die Red Sox ist diese Serie die Chance, den bislang vermissten Anschluss an die Spitze der Division herzustellen. Die Rays empfangen derweil das aktuell stärkste Team der Liga, die Twins.

Für die Minnesota Twins (37-17) dürfte die Serie in Tampa Bay eine durchaus willkommene Herausforderung sein, denn innerhalb der eigenen AL Central ist es für die Twins bereits recht einsam geworden. 20 Spiele über .500 stehen sie schon und damit stolze neuneinhalb Spiele vor den Cleveland Indians (28-27). Die wollten eigentlich gern oben mitspielen, müssen sich in der kommenden Serie aber erst mal der Chicago White Sox (26-29) erwehren, um wenigstens Platz zwei der Division zu halten.

Auch die AL West ist eine Division, in der es realistisch betrachtet nur noch um Platz zwei hinter den Houston Astros (37-20) geht. Den Anspruch auf selbigen haben in den letzten Tagen die Oakland Athletics (29-27) untermauert, indem sie eine Reihe von zehn Siegen am Stück hinlegten. Gestoppt wurde die Erfolgsserie der A’s durch die Los Angeles Angels (26-29). Die Angels wollen selbst noch ein Wort mitreden, müssten dazu aber erst mal an den Texas Rangers (27-26) vorbei. Ein bisschen traurig ist die Geschichte der Seattle Mariners (24-34) in diesem Jahr: Nach einem vielversprechenden Saisonstart sind sie Woche für Woche weiter abgestürzt und inzwischen klar Letzter.

Szene der Woche
Ich habe dieses Jahr bisher viel zu wenig über Cody Bellinger geredet. Der 23-Jährige Dodger spielt offensiv eine überragende Saison mit bereits 20 Homeruns und besten Aussichten auf einen MVP-Titel. Seine 4.4 Wins Above Replacement stellen derzeit alles in den Schatten, einschließlich Mike Trout mit 3.3 auf Rang zwei der Liga. Montagnacht bewies Bellinger mal wieder, dass er auch im Feldspiel glänzen kann: Zwei fantastische Würfe, einer im ersten Inning an die Homeplate, einer im achten Inning an die dritte Base, bewahrten sein Team vor gegnerischen Runs. Einen Homerun steuerte er zum Sieg der Dodgers über die Mets übrigens auch bei, aber das ist bei ihm ja schon nichts Besonderes mehr…

Statistik der Woche 
101.5. So viele Meilen pro Stunde hatte der Pitch von Miamis Tayron Guerrero, den Matt Adams am Freitag zu einem Homerun für die Nationals schlug. Unmittelbar davor hatte Juan Soto einen 100.1 mph schnellen Ball von Guerrero ebenfalls über den Zaun befördert. Es war das erste Mal, seit regelmäßig die Pitchgeschwindigkeiten gemessen werden (2008), dass ein Team zwei Homeruns gegen Pitches über 100mph in einem Spiel geschlagen hat. Genauer gesagt, ist es sogar das erste Mal, dass einem Team zwei solcher Homeruns in einer Saison gelungen sind.

Spiel der Woche
Für die Cleveland Indians gab es dieses Jahr trotz der knapp positiven Bilanz bisher nicht viel zu lachen. Mittwochnacht immerhin gelang ihnen ein Auftritt, der sehr gut für das geschundene Selbstvertrauen sein dürfte. Gegen den amtierenden Meister, die Boston Red Sox, gab Nachwuchspitcher Zach Plesac ein sehr solides Debüt. Er erlaubte über 5.1 Innings nur einen Run und ließ sich auch durch eine 69-minütige Regenunterbrechung nicht aus dem Konzept bringen. Auf der anderen Seite machte aber auch David Price seine Sache gut und bereitete den Weg, dass vor dem letzten Inning Boston 5:2 vorne lag. Die Indians hatten dieses Jahr noch kein einziges Spiel gedreht, standen 0-24 in Spielen mit einem Rückstand nach acht Innings. Dieses Mal klappte es: Homeruns von Roberto Perez und Greg Allen, ein Double von Jordan Luplow und dazwischen ein paar Walks besorgten das späte Comeback im Nieselregen.

Mein Einschalttipp
Das Wochenende bringt eine ganze Reihe hochwertiger Duelle mit sich: Red Sox gegen Yankees, Phillies gegen Dodgers, Twins gegen Rays, Cubs gegen Cardinals, Astros gegen Athletics, um nur ein paar zu nennen. Meine Empfehlung aus dieser großen Auswahl ist das Spiel der Phillies gegen die Dodgers am Sonntag und das aus gutem Grund: Es ist endlich mal wieder ein MLB-Spiel, das mit deutschem Live-Kommentar übertragen wird. Günther Zapf und Oliver Knaack werden ab 22:10 Uhr durch den Livestream von Spox und DAZN begleiten.

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Mai 9th, 2019 by Silversurger

Die vergangene MLB-Woche stand im Zeichen einiger beeindruckender Pitcher-Leistungen. Mike Fiers, Noah Syndergaard, Kyle Hendricks und Hyun-Jin Ryu legten allesamt Auftritte hin wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Auf jede davon gehe ich später in diesem Grand Slam am Donnerstag noch etwas ein, doch zunächst wie üblich der Blick auf die Zwischenstände in den einzelnen Divisionen:

American League
Die Boston Red Sox (19-19) sind zurück. Das ist die wichtigste Nachricht aus der American League East, auch wenn dort – völlig verdient – nach wie vor die Tampa Bay Rays (23-13) vorne stehen. Mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen haben sich die Red Sox aus dem Loch gegraben, in dem sie die ersten Wochen der Saison verbracht hatten. Ein nervenaufreibender 2:1-Sieg über die Baltimore Orioles (13-24) in der vergangenen Nacht brachte sie erstmals seit Saisonbeginn wieder zu einer ausgeglichenen Bilanz. Da gleichzeitig die Toronto Blue Jays (15-22) deutlich abgebaut haben, sieht es in der AL East nun so langsam nach dem erwarteten Dreikampf zwischen Tampa Bay, den New York Yankees (21-15) und den Red Sox aus. Für Letztere dürfte es recht gelegen kommen, dass die Rays und die Yankees an den beiden kommenden Wochenenden insgesamt sechsmal gegeneinander antreten müssen (siehe „Einschalttipp“).

In der AL Central darf man wohl so langsam daran glauben, dass die Minnesota Twins (23-12) „for real“ sind. Mit einer Siegquote von 65,7% führen sie nach wie vor die gesamte MLB an und der Abstand auf die verletzungsgeplagten Cleveland Indians (19-16) wächst langsam, aber beständig. Beide Teams haben in den nächsten Wochen Spielpläne, die recht lösbar aussehen – was in einer Division mit den drei Rebuildern Detroit Tigers (16-17), Chicago White Sox (16-19) und Kansas City Royals (13-25) nichts Ungewöhnliches ist.

Auch die AL West sieht zurzeit nicht nach einer besonders wettbewerbsstarken Division aus. Die Houston Astros (22-15) sind hier die einzige Konstante und es ist zu vermuten, dass sie eine auf Dauer recht einsame Saison erleben werden. Hinter den Astros stehen lediglich die Seattle Mariners (20-19) noch bei einer knapp positiven Bilanz, doch zehren sie dabei immer noch von ihrem längst vergangenen Traumstart in das Jahr. Von den letzten zehn Spielen gingen acht verloren und in den nächsten zehn lauten die Gegner achtmal Yankees, Red Sox oder Twins. Die Texas Rangers (17-17) halten sich bislang überraschend wacker, müssen nun allerdings für vier Spiele nach Houston.

National League
Die National League East war allgemein als besonders umkämpfte Division erwartet worden, doch zurzeit sieht es ganz so aus als könnten die Philadelphia Phillies (21-15) sich frühzeitig vom Rest des Feldes absetzen. Sie sind momentan das einzige Team der NL East mit einer positiven Bilanz und ebenfalls das einzige mit einem positiven Run Differential. Die Atlanta Braves (16-17) wurden auf der ersten Hälfte ihrer Westküstenreise von den Dodgers gesweept und müssen als nächstes nach Arizona. Bei den Dodgers müssen nun die Washington Nationals (14-22) antreten, bevor die Nationals in den nächsten zwei Wochen insgesamt siebenmal auf die New York Mets (17-20) treffen. Je nach Ausgang dieser Duelle kann es sein, dass entweder die Mets oder die Nationals die Saison dann schon so ziemlich abhaken können. Die Miami Marlins (10-26) haben das längst getan.

So schnell kann es gehen im Baseball: Letzte Woche waren die St. Louis Cardinals (21-16) noch die unumstrittenen Überflieger der NL Central. Doch dann ließ man sich im Spitzenduell von den Chicago Cubs (21-13) sweepen, verlor zudem zwei von drei Partien gegen Philadelphia und schon findet man sich nur noch auf Platz drei wieder. Zwischen die Cubs und die Cardinals haben sich die Milwaukee Brewers (23-16) geschoben, die gegen die Mets und die Nationals sechs Spiele in Folge gewonnen haben. Am Wochenende steht schon wieder eine Spitzenserie an: Die Cubs erwarten die Brewers für drei Spiele. Die Cardinals haben derweil mit den Pittsburgh Pirates (17-16) einen Gegner, den man ebenfalls noch nicht abschreiben kann.

Die Los Angeles Dodgers (25-14) sind zurzeit das erfolgreichste Team der NL und vor allem zu Hause eine Macht. 15 Siege und nur 4 Niederlagen sind eine Heimbilanz, mit der in der MLB kein Team auch nur ansatzweise mithalten kann. Ihre drei jüngsten Heimserien haben die Dodgers allesamt gesweept, und zu ihrer Freude finden die nächsten sechs Spiele ebenfalls im Dodger Stadium statt – vier gegen die Nationals, zwei gegen die San Diego Padres (21-17). Zwischen den Dodgers und den Padres stehen in der NL West die Arizona Diamondbacks (21-16). Die D-Backs sind für mich eine der großen Überraschungen der bisherigen Saison. An ihrer Stelle hatte ich eher die Colorado Rockies (16-20) erwartet, die letztes Wochenende das direkte Duell in Arizona 1:2 verloren und auch sonst bisher eher enttäuscht haben. Wegen miesen Wetters in Colorado konnten die Rockies diese Woche bislang nur ein Spiel absolvieren und auch das verlief mit 4:14 gegen die San Francisco Giants (16-20) wenig ermutigend.

Szene der Woche
Die Offensive im Slump, der Bullpen unzuverlässig? Für Noah Syndergaard, Starting Pitcher der New York Mets, war das im Spiel gegen die Reds am Donnerstag kein Problem, er machte dann eben alles alleine. Und „alles“ bedeutet nicht nur, dass er über volle neun Innings ging und keinen Run zuließ. Nein, er musste auch den einzigen Run seines eigenen Teams noch selbst per Solo-Homerun beisteuern. Dieser Homerun ist meine Szene der Woche:

Statistik der Woche 
81. So viele Pitches benötigte Kyle Hendricks am Freitag, um für die Chicago Cubs die kompletten neun Innings gegen die St. Louis Cardinals zu absolvieren. Er ließ vier Hits, aber keine Runs zu beim 4:0-Erfolg seines Teams. Man nennt so ein Spiel (ein Complete-Game-Shutout mit weniger als 100 Pitches) einen Maddux. Ein solcher gelang auch Hyun-Jin Ryu am Dienstag. Er brauchte 93 Pitches, um die Atlanta Braves abzufertigen und den Los Angeles Dodgers einen 9:0-Sieg zu ermöglichen.

Spiele der Woche
Die Saison 2019 hat ihren ersten No-Hitter: Mike Fiers gelang das Kunststück am Dienstag beim 2:0 seiner Oakland Athletics gegen die Cincinnati Reds. Obwohl er nur zwei Walks und sonst keine Baserunner zuließ, war Fiers vom Pitch-Count her bei weitem nicht so effektiv wie Hendricks und Ryu: 131 Pitches brauchte er, um das Spiel zu Ende zu bringen. Das waren die meisten Pitches in einem No-Hitter seit… Mike Fiers im August 2015! Damals warf er 134 Pitches gegen die Dodgers beim ersten No-Hitter seiner Karriere. Fiers ist erst der 35. Pitcher der Geschichte mit zwei MLB-Spielen ohne erlaubten Hit.

Das Spiel der San Francisco Giants gegen die Cincinnati Reds vom Montag hatte zwar nicht das sportliche Niveau der zuvor genannten Partien, aber dafür wartete es mit so vielen kuriosen Situationen auf, dass ich es hier nicht unerwähnt lassen möchte. Los ging es damit schon vor dem Spielbeginn, welcher sich durch eine Bieneninvasion verzögerte und Derek Dietrich als Kammerjäger auf den Plan rief. Später schrieben die Giants-Pitcher Pat Venditte und Sam Dyson Geschichte, als sie – augenscheinlich unabsichtlich – vier gegnerische Spieler in einem Inning abwarfen und damit den MLB-Rekord einstellten. Besser machte es ihr Teamkamerad Pablo Sandoval: Der Third Baseman pitchte ein sauberes neuntes Inning in dem Spiel, in dem er zuvor einen Homerun geschlagen, eine Base gestohlen und ein Highlight-Play im Feld produziert hatte. Genützt hat es den Giants letzten Endes wenig, denn sie gingen mit 4:12 unter gegen die Reds, für die Newcomer Nick Senzel mit zwei Homeruns brillierte.

Mein Einschalttipp
Die Tampa Bay Rays und die New York Yankees gelten als positive Überraschungen der bisherigen Saison – die Rays, weil sie hervorragend dastehen und vor allem im Pitching den Rest der Liga alt aussehen lassen; die Yankees, weil sie trotz enormen Verletzungspechs immer noch vorne mitspielen. Am Wochenende kommt es zum ersten Mal in dieser Saison zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Divisionsrivalen. Gleich im ersten Spiel am Freitag schicken beide ihre bislang besten Starter auf den Mound: Für die Yankees tritt Domingo German (2.35 ERA, 2.72 FIP) an, für die Rays Tyler Glasnow (1.47 ERA, 2.40 FIP). Die Partie könnt ihr ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Nacht auf Samstag sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv verfolgen.

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Mai 2nd, 2019 by Silversurger

Der Mai ist gekommen und die MLB hat ein neues Top-Team: Mit 20 Siegen aus 30 Spielen sind die St. Louis Cardinals derzeit ganz vorne. Ihrem einstigen Top-Prospect Alex Reyes dürfte allerdings nicht zum Feiern zumute sein: Erst wurde er wegen schwacher Leistungen in die Minor League versetzt, dann lief es dort im ersten Start auch nicht gut und schließlich musste für den aufgestauten Frust eine Wand herhalten, die sich offenbar mit voller Härte zur Wehr setzte. Jedenfalls hat Reyes sich dabei den kleinen Finger gebrochen, fällt nun mehrere Wochen aus und ist hiermit offiziell nominiert für den MRI-Award 2019. Noch ein Stück dämlicher angestellt hat sich Logan Webb, das Top-Pitching-Prospect der San Francisco Giants: Er hat offenbar versucht, mit der verbotenen Substanz Dehydrochlormethyltestosteron seine Leistungen zu steigern. Nach dem positiven Test auf das Dopingmittel wurde er für 80 Spiele gesperrt und dürfte damit die Chance vertan haben, schon dieses Jahr den Sprung ins MLB-Roster zu schaffen.

National League
Die Teams der National League East haben keine besonders gute Woche hinter sich. Eine Ausnahme davon stellen lediglich die Philadelphia Phillies (17-13) dar. Deren 3:1-Seriensieg über die Miami Marlins (9-21) ist dafür verantwortlich, dass sie als einzige in der Division bei einer positiven Bilanz stehen. Die New York Mets (15-15) und die Atlanta Braves (15-15) haben ihren Rhythmus noch nicht gefunden und halten sich mit schwankenden Leistungen gerade so über Wasser. Insbesondere bei den Mets muss man zweifeln, ob das noch lange gut geht, denn mit einem Run Differential von -20 und den meisten zugelassenen Runs (169) der gesamten NL steht man normalerweise nicht bei 15-15. Die Washington Nationals (12-17) sind auf dem Weg in die Krise schon einen Schritt weiter, soll heißen: Sie stecken mittendrin. Von den letzten sieben Spielen haben sie nur eines gewonnen und dafür brauchte es 11 Innings gegen die Padres. Ausgerechnet jetzt steht für die Nationnals eine schwierige Auswärtstour an (Phillies, Brewers, Dodgers).

Mit Siegen in zehn der letzten elf Spiele lassen die St. Louis Cardinals (20-10) in der NL Central zurzeit niemandem Gelegenheit, an sie heranzukommen. Doch am Wochenende könnte es spannend werden, denn die Chicago Cubs (16-12) begrüßen die Cardinals für eine Drei-Spiele-Serie zum Spitzenduell (siehe „Einschalttipp“). Die Cubs hatten einen ganz miesen Start in den ersten beiden Saisonwochen. Seitdem haben sie aber keine Serie mehr verloren und inzwischen das stärkste Run Differential (+38) der NL herausgespielt. Die Milwaukee Brewers (17-15) können da zwar mit einem Run-Verhältnis von -9 nicht mithalten, doch mit Erfolgen in je zwei von drei Spielen gegen die Mets und die Rockies scheinen sie ihr Zwischentief überwunden zu haben. Die anstehenden Serien gegen erneut die Mets sowie die Nationals klingen nach lösbaren Aufgaben. Die Pittsburgh Pirates (14-14) dürften mit den Playoffs wenig zu tun haben, aber mit zwei Siegen gegen die Rangers ist für sie wenigstens der freie Fall von acht Niederlagen in Folge erstmal gestoppt.

Die Los Angeles Dodgers (20-13) sind in der NL West voll auf Kurs, müssen aber zwei Rückschläge verdauen: erstens eine 1:2 verlorene Serie beim Erzrivalen San Francisco Giants (13-18), zweitens eine Verletzung von Centerfielder A. J. Pollock. Bei Letzterer handelt es sich um eine Infektion im rechten Ellenbogen, der 2016 schon einmal operiert werden musste. Damals wurde eine Metallplatte eingesetzt; aus dieser muss nun eine Schraube entfernt werden, die wohl die Probleme verursacht hat. Pollock wird nach der Prozedur für einige Wochen ausfallen. Die Dodgers müssen nun für drei Spiele zu den San Diego Padres (17-14), während in Denver die Colorado Rockies (14-17) auf die Arizona Diamondbacks (18-13) treffen. Es wird also ein richtig interessantes Wochenende in der NL West mit lauter direkten Duellen zwischen den vier besten Teams der Division.

American League
Können die Tampa Bay Rays (19-11) sich auf Dauer an der Spitze der American League East halten? Ein 2:0-Sweep bei den Boston Red Sox (14-17) am vergangenen Wochenende machte Hoffnung, doch der verlorene Doubleheader in Kansas City gestern war ein herber Dämpfer. Zum Glück für die Rays konnten die New York Yankees (17-13) daraus kein Kapital schlagen, da sie selbst ihre beiden Spiele in Arizona verloren. Die große Neuigkeit bei den Toronto Blue Jays (14-16) war die letzte Woche angekündigte und heiß ersehnte Ankunft des Supertalents Vladimir Guerrero Jr. Bislang konnte Vlad Jr. den Hype noch nicht rechtfertigen, in fünf Spielen schlug er eine Slashline von .167/.286/.222. Aber fünf Spiele sind im Baseball so gut wie gar nichts; es gibt also noch lange keinen Grund, enttäuscht zu sein.

Alles andere als eine Enttäuschung sind bislang die Minnesota Twins (18-10). Sie weisen mittlerweile die beste Bilanz nicht nur der AL Central, sondern der gesamten AL auf. Zuletzt gabe es zwei Erfolge aus drei Spielen gegen die Astros, davor einen Sweep gegen die Orioles. Zu den drei Siegen über Baltimore steuerte Max Kepler vier Homeruns bei, und auch sonst spielt „unser“ Mann in der MLB eine ganz hervorragende Saison (.277/.349/.564, 7 HR). Auf Platz zwei verdrängt sind inzwischen die Cleveland Indians (16-13), die letzte Nacht nicht nur ein 2:4 bei den Marlins verdauen mussten, sondern auch die viel schlimmere Nachricht, dass sie auf ihr Ass Corey Kluber eine Weile verzichten müssen. Kluber wurde von einem Comebacker von Brian Anderson am Pitching-Arm getroffen und erlitt eine Fraktur. Er ist nach Danny Salazar und Mike Clevinger schon der dritte Starter der Indians, der für mindestens einige Wochen ausfälllt.

In der AL West konnten die Houston Astros (18-13) zwar diese Woche nicht überzeugen – einem Split gegen die Indians folgten zwei Niederlagen in drei Spielen gegen die Twins –, doch geschadet hat ihnen das nicht, denn die Verfolger schwächelten noch mehr. Sowohl die Seattle Mariners (18-15) als auch die Texas Rangers (14-15) haben von ihren letzten neun Spielen sieben verloren – und ihre einzigen Siege bei dem 2:2-Split im direkten Aufeinandertreffen eingefahren. Auch die Oakland Athletics (14-19) befinden sich im Absturz. Nach einer 0:6-Bilanz aus den Spielen in Toronto und Boston bleibt ihnen nur noch die Station in Pittsburgh, um von ihrem Ostküstentrip nicht mit leeren Händen heimzukehren.

Szene der Woche
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die Bierdusche würdigen, die Ryan Braun von den Milwaukee Brewers(!) in Citi Field zuteil wurde, als er einen Flyball von Pete Alonso zu fangen versuchte (man beachte die schlecht versteckte Botschaft „This Bud’s for you“ im Hintergrund):

Sehenswert wäre auch der Dodgers-Fan gewesen, der auf der Jagd nach einem Foulball zunächst eine Portion Pommes aufgab – und ein Inning später das Pizzastück, das er sich als Ersatz geholt hatte, hinterher warf:

Aber Yankees-Pitcher C. C. Sabathia lässt mir keine andere Wahl, eine andere Szene in den Mittelpunkt zu stellen. Mit seinem 3000. Strikeout erreichte der 38-Jährige einen Meilenstein, den nur 16 Leute vor ihm bewältigt haben, und ließ sich dafür zurecht feiern:

Statistik der Woche 
1.998. So viele RBI sind Albert Pujols in seiner Karriere bislang gelungen. Das ist zwar eine kleinere Zahl als die der Strikeouts von C. C. Sabathia, dennoch ist sie noch ein Stück beeindruckender. Pujols steht damit nämlich offiziell auf dem dritten Platz der Allzeit-Rangliste, auf welcher er in den letzten Tagen Lou Gehrig (1.994) und Barry Bonds (1.996) überholt hat. Vor Pujols stehen nun nur noch Hank Aaron (2.297) und Alex Rodriguez (2.086). Inoffiziell belegt er übrigens „nur“ Rang fünf; das liegt daran, dass RBI erst 1920 als Statistik eingeführt wurden, sodass ein Teil der 2.214 RBI von Babe Ruth und die gesamten 2.075 RBI von Cap Anson nicht in die Rekordliste der MLB einfließen.

Spiel der Woche
Das Spiel zwischen den Los Angeles Dodgers und den Pittsburgh Pirates am Sonntag hatte eine Menge Geschichten zu erzählen. Die erste war die Geschichte von zwei älteren Herren: Dodgers-Pitcher Rich Hill (39) kehrte aus seiner Verletzungspause zurück und bildete mit Catcher Russel Martin (36) das wohl älteste Battery-Duo, das die MLB zurzeit zu bieten hat. Für Hill lief es eher mittelmäßig – zwar absolvierte er 6 Innings, in denen ihm 6 Strikeuots gelangen und er nur einen Earned Run zuließ, aber diese Werte schmeicheln etwas, denn ein Error im zweiten Inning verhinderte, dass ihm weitere vier Runs angerechnet wurden. Die zweite Geschichte war die eines noch sehr jungen Herren: Cody Bellinger, 23, brachte per Sac-Fly den ersten Run, per Homerun den zweiten Run sowie durch ein Single den siebten und letzten Run seines Teams über die Platte. Der Homerun war übrigens der 14. in der laufenden Saison, womit Bellinger einen Rekord einstellte: Nur vier Spieler haben es jemals geschafft, noch vor dem 1. Mai einer Saison so viele Homeruns zu erzielen – Albert Pujols 2006, Alex Rodriguez 2007 sowie Christian Yelich und Cody Bellinger 2019. Die dritte Geschichte war die eines Teams, das in der jungen Saison schon hoch geflogen und tief gefallen ist. Die Pirates gaben eine 5:1-Führung aus der Hand und verloren am Ende mit 6:7 ihr achtes Spiel in Folge. Aber zum Glück ist es Baseball und schon im nächsten Spiel waren es die Pirates selbst, die ein dramatisches Comeback bejubeln durften.

Mein Einschalttipp
In der NL Central ist ein heißer Zweikampf zwischen den St. Louis Cardinals und den Chicago Cubs entbrannt. Die derzeit drei Spiele Abstand zwischen den beiden stammen von dem schwachen Saisonstart der Cubs, sollten aber nicht darüber hinweg täuschen, dass beide Teams zurzeit in absolut beeindruckender Form sind. Von Freitag bis Sonntag haben die Cubs drei Heimspiele gegen die Cardinals und von daher keine schlechten Chancen, den Rückstand zu verringern oder gar aufzuholen. DAZN ignoriert diese interessante Serie leider komplett, daher könnt ihr sie ausschließlich über mlb.tv verfolgen. Sowohl am Freitag (20:20 Uhr) als auch am Samstag (22:05 Uhr) kommen die Spiele zu europafreundlichen Zeiten, während die Partie am Sonntag (1:05 Uhr) eher etwas für Nachteulen ist.

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April 18th, 2019 by Silversurger

Die MLB ist drei Wochen nach Saisonstart noch erfreulich ausgeglichen – nur ein einziges Team hat sich in seiner Division schon spürbar vom Rest des Feldes abgesetzt, und dieses eine Team ist eine echte Überraschung: 5,5 Spiele Vorsprung haben die Tampa Bay Rays sich in der AL East bereits erarbeitet. Zum Vergleich: Die Führenden der fünf anderen Divisionen weisen zusammengenommen einen Vorsprung von 3,5 Spielen auf. Hier der wöchentliche Überblick zum aktuellen Stand in der Liga sowie in Blake Snells Badezimmer:

National League
Die Philadelphia Phillies (11-6) haben mit einer 2:1 gewonnenen Serie gegen die New York Mets (10-8) die Führung der National League East übernommen. Zuvor hatten die Mets und die Atlanta Braves (9-8) eine Vier-Spiele-Serie gesplittet. Die Braves verpassten zwar durch zwei Niederlagen gegen die Diamondbacks die Chance auf einen Sprung nach vorn, aber einen großen Erfolg konnten sie diese Woche dennoch verzeichnen: Ihr junger Second Baseman Ozzie Albies stimmte einer Vertragsverlängerung bis 2027 zu. Er erhält dafür 35 Millionen Dollar, was ein geradezu unglaubliches Schnäppchen aus Sicht des Klubs ist. Bei den Washington Nationals (8-8) halten sich bislang Siege und Niederlagen die Waage. Die anstehende Serie gegen die Miami Marlins (4-14) macht Hoffnung, dies zum Positiven ändern zu können.

In der NL Central behaupten die Milwaukee Brewers (12-7) den ersten Platz, aber ihre Leistungen sind bislang nicht konstant genug, um sich absetzen zu können. Die überraschend starken Pittsburgh Pirates (10-6) bleiben ebenso dran wie die St. Louis Cardinals (10-8), die gestern erfolgreich einen Sweep der Brewers abwehrten. Auch die Chicago Cubs (8-9) sind nach drei Siegen über die Marlins wieder im Rennen, während die Cincinnati Reds (5-12) bereits abgeschlagen sind.

Aus der NL West ist man klare Verhältnisse gewohnt, doch die gibt es zurzeit nicht: Die Los Angeles Dodgers (12-8) mussten ihren angestammten Platz an der Spitze zwischenzeitlich an die San Diego Padres (11-8) abgeben. Nach vier Siegen in Folge sind die Dodgers inzwischen wieder hauchdünn vorne, aber für sie steht nun eine anstrengende Reise nach Milwaukee und Chicago an. Die Padres haben eine dankbarere Aufgabe vor sich mit einer Vier-Spiele-Serie im eigenen Stadion gegen die Reds. Zuletzt haben sie dort allerdings zwei Niederlagen gegen die schwach gestarteten Colorado Rockies (6-12) einstecken müssen. Die Rockies erwarten nun die Phillies und die Nationals zu interessanten Heimserien. Mittelfristig rechne ich mit den Rockies eher als mit den Arizona Diamondbacks (9-9) und den San Francisco Giants (8-11).

American League
Die einzige Division, in der nach drei Wochen Baseball tatsächlich klare Verhältnisse herrschen, ist die American League East. Die Tampa Bay Rays (14-4) haben jede ihrer bislang sechs Serien gewonnen und lassen die Favoriten weit hinter sich. Das ist ein beeindruckender Saisonstart, man muss aber auch dazu sagen, dass sie es – außer den Astros zum Auftakt – bislang nicht mit den Top-Teams zu tun bekommen haben. Vom Selbstverständnis her ist der nächste Gegner Boston Red Sox (6-13) ein solches, von der Bilanz her bisher noch nicht. Das gilt auch für die New York Yankees (8-9), denen immerhin durch einen Zwei-Spiele-Sweep gegen die Red Sox etwas Aufbauarbeit gelungen ist. Die Verletzungsmisere der Yankees geht derweil unverändert weiter: Greg Bird ist das neueste Mitglied der langen Ausfallliste, ein Riss der Plantarsehne setzt ihn für mindestens einen Monat außer Gefecht. Blake Snell, das Pitcher-Ass der Rays, hat sich ebenfalls verletzt. Zum Glück verpasst er wohl nur einen Start, aber die Umstände, unter denen er sich den vierten Zeh am rechten Fuß brach, sind bemerkenswert: Er kam zu Hause aus der Dusche und hatte spontan die Idee, ein Deko-Objekt aus Granit umzustellen. Dabei übersah er, dass das Objekt aus mehreren Teilen bestand, die nicht fest miteinander verbunden waren. Prompt fiel ihm eine Granitstange auf besagten Zeh und brachte Snell eine frühe Nominierung für die dämlichste Verletzung des Jahres ein.

Die AL Central hatte zum Saisonbeginn ein paar Überraschungen zu bieten, doch inzwischen sieht sie schon wieder so aus, wie es zu erwarten war: die Cleveland Indians (11-7) vorne, die Minnesota Twins (9-6) dahinter und der Rest der Division mit negativen Bilanzen. Die Indians haben ihre Lage insbesondere durch einen Drei-Spiele-Sweep bei den Mariners verbessert. Gegen Atlanta und Miami stehen nun zwei lösbare Heimserien an.

Die erwähnte Serie zwischen den Indians und den Seattle Mariners (13-8) hat auch in der AL West zu einer gewissen Normalisierung des Tabellenbildes geführt – gemeinsam mit einer Reihe von zehn gewonnenen Spielen hintereinander für die Houston Astros (12-6). Der Favorit hat sich dadurch an die Spitze gesetzt und hält diese knapp auch nach der gestrigen Niederlage gegen die Oakland Athletics (11-10). Die Rolle der Texas Rangers (10-7) und der Los Angeles Angels (8-10) für diese Saison erscheint noch ungeklärt. Momentan haben die Rangers Oberwasser, nachdem sie die Angels in drei Spielen gesweept haben. Nun müssen sie allerdings gegen Houston antreten, während die Angels die angeschlagenen Mariners erwarten.

Szene der Woche
Warum verließ Justin Bour im ersten Inning des Spiels seiner Angels gegen die Cubs das Feld und ließ sich unterwegs widerstandslos von Javier Baez taggen, obwohl ihn der Umpire gerade safe an der zweiten Base gegeben hatte? Ich sehe drei mögliche Erklärungen: 1. Er hat den Safe-Call verpasst oder falsch verstanden. 2. Er ist ein durch und durch ehrlicher Mensch und wollte das Geschenk des Schiedsrichterirrtums nicht annehmen. 3. Es war ihm klar, dass dieser Call eine Review nach sich ziehen und geändert würde, und er wollte sich und allen anderen Beteiligten die Prozedur ersparen. Was auch immer tatsächlich hinter der Aktion steckte, sie war auf jeden Fall der kurioseste Moment der Baseballwoche. Zumindest eine ehrenvolle Erwähnung möchte ich zwei weiteren Szenen gönnen: dem Pitch von Yu Darvish, mit dem er auf einen Streich den Batter, den Catcher und den Umpire traf, und der hollywoodreifen Meidbewegung von Collin McHugh.

Statistik der Woche 
6.827. So viele Plate Appearances absolvierte Joey Votto in der MLB ohne ein einziges Pop Out zur ersten Base. Gestern, bei Nummer 6.828 im achten Inning seiner Reds gegen die Angels, ist es schließlich passiert. Zum ersten Mal in seiner dreizehnten MLB-Saison. Verblüffend, oder?

Spiel der Woche
Extra-Inning-Spiele sind Geschmackssache. Die normalen 9 Innings in rund drei Stunden sind im Vergleich mit den meisten anderen Sportarten schon mehr als lang genug und meistens sind Partien mit mehreren zusätzlichen Innings auch keine Offensivfeuerwerke. Ich persönlich liebe Extra-Innings – dass es keine Unentschieden gibt und auch keine halbseidenen Abkürzungen wie ein Elfmeterschießen ist für mich das Salz in der Baseballsuppe. Entsprechend happy war ich darüber, am Samstagmorgen zu sehen, dass die Rockies und die Giants im zehnten Inning sind, und dass ich dann quasi noch ein vollständiges Spiel geboten bekam. Nach 18 Innings wurde die längste Partie dieser Saison durch einen winzigen Fehler entschieden: Rockies-Catcher Chris Iannetta hatte den Fuß ein paar Zentimeter zu weit vorne und so konnte Brandon Belt bei einem Fielder’s Choice mit geladenen Bases den entscheidenden Run erzielen.

Mein Einschalttipp
Die Brewers und die Dodgers beginnen heute in Milwaukee eine Vier-Spiele-Serie. Beide Kontrahenten aus der NLCS 2018 führen zurzeit ihre Division an, beide werden den Spitzenplatz wohl verlieren, wenn sie diese Serie nicht erfolgreich gestalten. Das Finale der Serie wird am Sonntag zur für uns besten Sendezeit um 20:10 Uhr sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv übertragen. Als Starting Pitcher werden voraussichtlich Kenta Maeda (3.80 ERA, 4.91 FIP) und Brandon Woodruff (5.23 ERA, 3.04 FIP) antreten.

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April 4th, 2019 by Silversurger

Die MLB-Saison ist eine Woche alt und geizt bisher nicht an Highlights und Überraschungen. Vor allem in der American League könnte man auf die Idee kommen, jemand hätte als Aprilscherz sämtliche Tabellen umgedreht. Aber nein, die Mariners stehen tatsächlich bei 7-1 und die großen Vier – Red Sox, Yankees, Indians, Astros – haben quasi im Gleichschritt klassische Fehlstarts hingelegt. Obwohl es nun wieder täglich Action auf dem Platz gibt, finden die Front Offices offenbar immer noch die Zeit, einen Trend aus der Offseason fortzusetzen: Xander Bogaerts (Red Sox), Ronald Acuna (Braves), German Marquez (Rockies), Randal Grichuk (Blue Jays), David Bote (Cubs) sowie Indians-Manager Terry Francona erhielten allesamt mehrjährige Vertragsverlängerungen. Alles, was diese Woche sonst passiert ist, gibt es heute erstmals in diesem Jahr wieder in der In-Season-Version des Grand Slam am Donnerstag:

National League
In der National League East kam es gleich zum Start zu mehreren direkten Duellen der vier Teams, zwischen denen dieses Jahr ein spannnendes Rennen erwartet wird. Dabei kamen die New York Mets (5-1) und die Philadelphia Phillies (4-1) am besten aus den Startlöchern. Die Mets begannen mit zwei Siegen in einer 2-1-Serie gegen die Washington Nationals (2-3), der sie einen Drei-Spiele-Sweep gegen die Miami Marlins (2-5) folgen ließen. Die Phillies schlugen zum Auftakt dreimal hintereinander die Atlanta Braves (2-3) und teilten sich dann eine Zwei-Spiele-Serie mit den Nationals. Auch wenn die Nationals sowohl gegen die Phillies als auch gegen die Mets je ein Spiel gewinnen konnten, bricht in Washington schon leichte Panik aus. Aus fünf Heimspielen hatte man mehr erwartet, zumal beide Starts von Top-Ass Max Scherzer verloren wurden. Obendrein hat Shortstop Trea Turner, der am Sonntag die Mets quasi im Alleingang schlug, sich den Finger gebrochen und wird eine Weile ausfallen. Die folgenden sechs Spiele – wieder gegen die Mets und die Phillies, dieses Mal aber auswärts – könnten für die Nationals schon richtungsweisend sein.

Die NL Central gilt gemeinsam mit der East als die am schwersten vorhersagbare Division. Das Tabellenbild nach der ersten Woche ist jedoch recht eindeutig: Die Milwaukee Brewers (6-1) stürmen voran, nachem sie gegen die St. Louis Cardinals (3-3) drei von vier und gegen die Cincinnati Reds (1-4) drei von drei Spielen gewonnen haben. Die Cardinals rehabilitierten sich anschließend mit zwei Siegen gegen die Pittsburgh Pirates (1-3). Außer den Pirates und den Reds haben auch die Chicago Cubs (1-4) bisher nur ein einziges Spiel gewonnen. Beim 12:4-Auftaktsieg bei den Rangers sahen die Cubs noch souverän aus, nach vier Niederlagen hintereinander stehen sie nun aber schon ein bisschen mit dem Rücken zur Wand. Am Wochenende geht es für sie dreimal gegen die Brewers; da wird man sehen, ob der Start noch zu retten ist.

Wenn es eine Division gibt, in der Überraschungen bislang weitgehend ausgeblieben sind, dann ist das die NL West. Die Los Angeles Dodgers (5-2) sind der klare Favorit und mit gewonnenen Serien gegen die Arizona Diamondbacks (3-4) und die San Francisco Giants (2-5) haben sie sich auch prompt an die Spitze gesetzt. Beeindruckt haben sie vor allem in der Offense und dort in erster Linie mit Homeruns. In jedem der sieben Spiele haben sie mindestens einen erzielt und stolze acht allein im Eröffnungsspiel – MLB-Rekord. Auch die San Diego Padres (4-3) hatten einen guten Start, insbesondere durch drei Siege aus der Auftaktserie gegen die Giants. Die Colorado Rockies (3-4) durften als einziges Team der Division noch nicht gegen die direkte Konkurrenz antreten. Sie starteten mit einem 2-2-Split gegen die Marlins, verloren dann zwei Spiele gegen die Rays, bevor ihnen ihr bislang überragender Starter German Marquez gestern einen 1:0-Sieg zum Abschluss der Serie ermöglichte. Am Wochenende erwarten die Rockies die Dodgers zum Heimauftakt in Coors Field.

American League
Die New York Yankees (2-4) hauchdünn vor den Boston Red Sox (2-5) – entweder so oder genau umgekehrt hatte man das in der American League East erwartet. Allerdings war die Erwartung eher nicht, dass es dabei um die Plätze vier und fünf der Division geht. Die Red Sox hatten bei ihren Niederlagen in Seattle und Oakland ungewohnt große Probleme, gegnerische Punkte zu verhindern. 45 zugelassene Runs sind die meisten in der AL und die zweitmeisten in der MLB. Die Yankees hingegen waren bei ihrem eigenen Scoring überraschend zurückhaltend – 20 Runs aus sechs Spielen sind zu wenig, vor allem gegen vermeintliche Nicht-Contender wie die Baltimore Orioles (4-2) und die Detroit Tigers. Man muss dazu sagen, dass die Yankees bislang mehr als jedes andere Team vom Verletzungspech verfolgt werden. Luis Severino, C. C. Sabathia, Dellin Betances, Aaron Hicks, Didi Gregorius und Jordan Montgomery standen von Anfang an nicht zur Verfügung, inzwischen kamen noch Giancarlo Stanton, Miguel Andujar und Troy Tulowitzki hinzu. Die positive Überraschung der Division sind außer den Orioles – denen ich eher vier Siege in einem Monat als vier Siege in einer Woche zugetraut hätte – die Tampa Bay Rays (5-2). Nur elf zugelassene Runs sind mit großem Abstand Spitze in der gesamten Liga und der erfolgreiche Start wurde nicht gegen Fallobst eingefahren, sondern gegen die Astros und die Rockies.

Die AL Central war zuletzt wegen der klaren Dominanz der Cleveland Indians (2-3) die langeweiligste Division der Liga. Meine Befürchtung war (und ist immer noch), dass das dieses Jahr so weitergeht, aber der Saisonstart macht Hoffnung auf mehr Spannung: Die Minnesota Twins (5-1) sind richtig gut in die Saison gekommen, unter anderem mit zwei Siegen gegen die Indians. Beim gestrigen 7:6-Comebacksieg gegen die Kansas City Royals (2-3) hatte Max Kepler einen großen Auftritt, indem ein Single von ihm im achten Innning zwei Runs zum Ausgleich über die Platte brachte. Auch die Detroit Tigers (4-3) gehören zu den positiven Überraschungen der ersten Woche, insbesondere aufgrund ihrer zwei Siege gegen die Yankees. Ein Run-Verhältnis von 12:17 weist allerdings darauf hin, dass auch ein bisschen Glück dabei mitgespielt hat, dass sie aktuell so gut dastehen.

Den Kavalierstart der Seattle Mariners (7-1) in die AL West kann man nicht mit Glück erklären. Nach der anstrengenden Tokio-Reise zur Saisoneröffnung gegen die Oakland Athleics (5-3) warteten mit den Red Sox und den Los Angeles Angels (1-5) ernstzunehmende Gegner auf die Mariners, aber die bescherten jedem ihrer Kontrahenten einen Fehlstart. Mit 56 Runs aus acht Spielen klickt vor allem die Offensive der Mariners. Die Pitcher machen ebenfalls einen soliden Job, allerdings gab es hier mit der Verletzung des Closers Hunter Strickland einen ersten Rückschlag. Ich glaube zwar nicht, dass der Höhenflug der Mariners von Dauer sein wird, aber mit den White Sox und den Royals als nächsten Gegnern könnte er schon noch eine Weile andauern. Außer den Mariners stehen auch die Texas Rangers (4-2) sowie die Athletics bei positiven Bilanzen und verweisen den Favoriten, die Houston Astros (2-5), bislang auf den vorletzten Platz. Die Astros treffen nun zum Heimauftakt auf die Athletics, anschließend gibt es von Montag bis Mittwoch das Duell der Enttäuschten gegen die Yankees.

Szene der Woche
Die Rückkehr des neuen Phillies-Stars Bryce Harper an seine alte Wirkungsstätte war mit großer Spannung erwartet worden. Würden die Fans in Washington ihren langjährigen Star mit freundlichem Applaus bedenken oder mit Ablehnung? Ich hätte mit Ersterem gerechnet, aber ich lag daneben: Er erhielt ein gewaltiges Konzert aus Buhrufen und Pfiffen. Harper „bedankte“ sich für den Empfang mit drei Hits, darunter ein monströser Homerun, sowie mit einem Batflip in Richtung des Dugouts der Nationals. Manchmal rostet alte Liebe verblüffend schnell.

Statistik der Woche 
102. So viele Spieler aus der Dominikanischen Republik finden sich auf den Opening-Day-Rostern der MLB-Teams (einschließlich Verletztenliste). Es ist das erste Mal, das zu einem Zeitpunkt mehr als 100 MLB-Spieler aus irgend einem anderen Land als den USA in der Liga aktiv sind. Die zweitgrößte Gruppe bilden übrigens Spieler aus Venezuela (68), alle anderen Länder sind mit weniger als 20 Spielern vertreten. Aus Europa sind es genau drei: der Litauer Dovydas Neverauskas, der Niederländer Didi Gregorius und natürlich Max Kepler.

Spiel der Woche
Es war schon wieder alles dabei in dieser ersten Woche der Saison: Comeback-Siege, Walkoffs, Extra-Inning-Geduldsspiele und vieles mehr. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Partie, der ich schon Wochen vorher entgegen gefiebert hatte: das Auftaktspiel zwischen den Washington Nationals und den New York Mets. Es war das erhoffte Duell zweier überragender Pitcher zwischen Jacob deGrom und Max Scherzer. Der Cy-Young-Gewinner und der Zweiplatzierte der Wahl aus 2018 lieferten ab – deGrom mit 6.0 IP, 5 Hits, 10 Strikeouts, 0 erlaubten Runs; Scherzer mit 7.2 IP, 2 Hits und 12 Strikeouts, aber auch mit den entscheidenden 2 erlaubten Runs. Dass diese beiden einzigen Runs des Spiels ausgerechnet auf das Konto der umstrittenen Neuverpflichtung der Mets, Robinson Cano, gingen, machte die Sache noch ein Stück interessanter. Übrigens hat sich deGrom nicht nur durch dieses Spiel schon früh für einen weiteren Cy-Young-Award in Stellung gebracht: Gestern Nacht ließ er in Miami 7 Innings mit weiteren 14 Strikeouts und erneut 0 zugelassenen Runs folgen – einen Homerun schlug er übrigens auch.

Mein Einschalttipp
Es stehen einige interessante Serien an, aber am spannendsten finde ich die zwischen den Chicago Cubs und den Milwaukee Brewers. Können die Brewers in der NL Central der Konkurrenz frühzeitig enteilen oder bügeln die Cubs ihren schwachen Start schnell wieder aus? Das Duell läuft von Freitag bis Sonntag, mein Einschalttipp ist aufgrund der günstigen Zeit das Sonntagsspiel um 20:10 Uhr unserer Zeit. Starting Pitcher werden Kyle Hendricks für Chicago und Zach Davies für Milwaukee sein.

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März 23rd, 2019 by Silversurger

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Man kann einen Artikel über die Los Angeles Dodgers negativ aufziehen, etwa so: Zwei Jahre in Folge haben sie sich genau dann, als es darauf ankam, als nicht gut genug erwiesen. Zwei Meisterteams hintereinander feierten ihren World-Series-Triumph in Dodger Stadium und beide Male waren es nicht die Dodgers. 2017 durften nach einem 7-Spiele-Krimi die Houston Astros jubeln, 2018 erledigten die Boston Red Sox den Job in nur fünf Spielen. Die zwei verlorenen Serien verstellen allerdings leicht den Blick auf die positive Botschaft: Die Dodgers haben eine Riesenleistung vollbracht, indem sie zweimal hintereinander die National League gewonnen haben. Und wenn man sich das Team anschaut, das sie dieses Jahr ins Rennen schicken, sehen sie bestens gerüstet dafür aus, einen dritten Anlauf auf das große Ziel zu nehmen. Gegangen sind Catcher Yasmani Grandal und Shortstop Manny Machado in der Free Agency sowie die Outfielder Matt Kamp und Yasiel Puig per Trade mit den Cincinnati Reds. Ein wirklicher Verlust dürfte dabei allenfalls Grandal sein. Die Abgänge im Outfield wurden durch die Verpflichtung von A. J. Pollock aufgefangen und im Laufe der Saison wird wohl auch Top-Prospect Alex Verdugo den Weg in das MLB-Team finden. Den Posten des Shortstops übernimmt knapp ein Jahr nach seiner Tommy-John-Surgery Corey Seager zurück. Das Pitching-Personal ist gegenüber dem Vorjahr im Kern intakt geblieben, auch wenn die beiden herausragenden Namen mit leichten Sorgen verbunden sind: Top-Ass Clayton Kershaw wird die Saison auf der Verletztenliste beginnen; zudem hat seine Pitch-Geschwindigkeit in den letzten Jahren langsam, aber beständig nachgelassen. Letzteres gilt auch für Closer Kenley Jansen, der sich in der Offseason einer Herzoperation unterziehen musste. Nimmt man das Alter und die Verletzungsanfälligkeit von Rich Hill dazu sowie das schwache Finish des Bullpens im letzten Jahr, so sind das durchaus ein paar Sollbruchstellen in einem generell starken Pitching-Staff. Insgesamt sind die Dodgers für mich erneut klarer Favorit in der NL West und ein aussichtsreicher Kandidat für den dritten World-Series-Einzug in Folge.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Barnes
1B Max Muncy
2B Chris Taylor
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF Joc Pederson
CF A. J. Pollock
RF Cody Bellinger

Voraussichtliche Rotation
LHP Clayton Kershaw
RHP Walker Buehler
LHP Rich Hill
LHP Hyun-Jin Ryu
RHP Kenta Maeda
Key Reliever: Kenley Jansen

Wichtigster Zugang
OF A. J. Pollock (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
SS/3B Manny Machado (San Diego Padres)

Bestes Prospect
OF Alex Verdugo

Größte Stärke
Die Tiefe des Lineups: Die Dodgers haben 2018 von allen Teams der National League die meisten Runs erzielt (804). Das ist ihnen vor allem dank ihrer Flexibilität und Variabilität gelungen. Sie hatten das Personal – und haben es immer noch –, um auf jeden Pitcher und jede Spielsituation mit einer maßgeschneiderten Aufstellung zu reagieren. Durch intensives und erfolgreiches Platooning und Pinch-Hitting kamen in der vergangenen Saison lediglich zwei Spieler – Chris Taylor und Cody Bellinger – auf mehr als 520 Plate Appearences für die Dodgers. Beide brachten es auf diese Zahl, indem sie auf mindestens drei verschiedenen Positionen spielten.

Größte Schwäche
Catching: Auch wenn es in der Postseason 2018 nicht danach aussah, gehörte Yasmani Grandal in den letzten Jahren regelmäßig zu den besten Catchern der Liga, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Grandal wechselte in der Offseason als Free Agent nach Milwaukee und die Dodgers unternahmen keine großen Sprünge, ihn gleichwertig zu ersetzen. Der bisherige Backup Austin Barnes wird sich die Rolle mit dem alternden Rückkehrer Russell Martin teilen. Bei beiden stellt sich die Frage, ob sie an ihre schwache letzte Saison anknüpfen oder doch noch einmal zu früherer Stärke zurück finden.

Spannendste Frage
Sind Seager und Jansen wieder die Alten? Sowohl Corey Seager (Ellenbogen und Hüfte) als auch Kenley Jansen (Herz) haben ernsthafte medizinische Eingriffe hinter sich. Beide haben die Operationen wohl gut überstanden und machen im Spring Training bisher einen guten Eindruck. Ob und wie schnell sie unter Wettkampfbedingungen ihre alte Form erreichen und wieder wichtige Stützen des Teams sein können, bleibt dennoch abzuwarten.

Prognose
Platz 1 in der NL West, World-Series-Teilnahme

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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März 7th, 2019 by Silversurger

Dass Bryce Harper in Philadelphia gelandet ist, ist ja mittlerweile ein alter Hut – ich bekomme langsam den Eindruck, dass die MLB die großen Nachrichten immer bis Donnerstagnachmittag aufhebt, um sie direkt nach meinem wöchentlichen Überblicksartikel zu veröffentlichen. Aber so wichtig, dass er zum Fixpunkt einer Verschwörungstheorie taugte, ist mein Blog dann wohl doch nicht. Ich bleibe jedenfalls beim gewohnten Termin für den Grand Slam am Donnerstag und wenn der gute Herr Harper sich nicht danach richten mag, kann er eben erst eine Woche später lesen, was ich von seinem Rekordvertrag halte und was sich in der MLB diese Woche sonst noch getan hat. Das hat er jetzt davon.

330 Millionen für Harper
Glaubt man seinem Agenten Scott Boras, so hatte Bryce Harper „ein volles Büffet“ an Angeboten. Er hätte zum Beispiel von einem ungenannten Team 45 Millionen Dollar Jahresgehalt für einen kürzeren Vertrag haben können oder von den San Francisco Giants einen Zehnjahresvertrag für 310 Millionen. Letzten Endes hat er sich für das Angebot der Philadelphia Phillies entschieden, das mit 330 Millionen das größte Gesamtvolumen und mit 13 Jahren die längste Laufzeit aufwies. Dass das im Durchschnitt ein Jahresgehalt von „nur“ knapp über 25 Millionen ist, ließ Harper sich durch einige Annehmlichkeiten versüßen. So hat er sich den Anspruch auf eine eigene Loge im Citizens Bank Park festschreiben lassen sowie das Recht, auf Auswärtsreisen eine Suite statt eines normalen Hotelzimmers zu bewohnen. In jedem Jahr kann Harper bis zu 800.000 Dollar an Bonuszahlungen hinzuverdienen, indem er bestimmte Einzelauszeichnungen wie All-Star-Berufungen oder MVP-Titel erreicht. Der Vertrag enthält übrigens keinerlei Opt-Out-Klauseln, Optionsjahre oder Zahlungen, die auf spätere Zeiträume verschoben werden. Festgeschrieben ist allerdings eine volle No-Trade-Klausel, das heißt die Phillies können Harper nicht ohne sein Einverständnis zu einem anderen Team traden. Kurz gesagt: Dieser Vertrag ist aus Spielersicht ein wahrer Traum.
Aus Sicht des Vereins sieht die Sache für mich etwas anders aus, auch wenn die Phillies natürlich überzeugt sind, einen guten Deal gemacht zu haben. Ich persönlich finde es völlig absurd, sich irgendeinen Spieler für 13 Jahre mit garantiertem zweistelligen Millionengehalt ans Bein zu binden. Dass es dabei um Harper geht – einen sehr guten, aber bisher nur in einer Saison (2015) wirklich überragenden Spieler mit durchaus schwankenden Leistungen und wohl nicht ganz einfachem Charakter –, macht die Sache nur um so irrsinniger. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie die Phillies in sechs oder sieben Jahren über diesen Vertrag denken.

Blue Jays verpflichten Buchholz
Für vergleichsweise kleines Geld haben die Toronto Blue Jays Pitcher Clay Buchholz verpflichtet. Er erhält einen Einjahresvertrag über 3 Millionen Dollar und kann abhängig von absolvierten Innings bis zu 2,25 Millionen dazuverdienen. Der 34-Jährige war in den letzten zwei Jahren durch Verletzungen eingeschränkt, brachte es 2018 in seinen 16 Einsätzen für die Arizona Diamondbacks aber auf starke Werte mit 2.01 ERA und 3.47 FIP.

Severino verpasst Opening Day, Perez die ganze Saison
Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres als eine ernsthafte Verletzung im Spring Training. Richtig übel erwischt hat es Salvador Perez: Der Catcher der Kansas City Royals hat sich das UCL-Band im rechten Ellenbogen gerissen und wer regelmäßig Baseball verfolgt, weiß was das bedeutet: Tommy-John-Surgery, Saison gelaufen. Auch Bobby Wahl, Reliever bei den Milwaukee Brewers, mit einer Knieverletzung und Padres-Outfielder Travis Jankowski mit gebrochenem Handgelenk werden für mehrere Monate und möglicherweise die gesamte Saison ausfallen. Mit kleineren Verletzungen werden unter anderem Minnesotas Miguel Sano, Dodgers-Ass Clayton Kershaw sowie die Yankees-Starter Luis Severino und C. C. Sabathia den Saisonbeginn verpassen. Die Rotation der Yankees wird somit schon sehr früh sehr dünn und es mehren sich Spekulationen, dass sie noch mal auf dem Free-Agent-Markt tätig werden. Dallas Keuchel oder Gio Gonzalez könnten attraktive Optionen sein, doch bislang lässt der Klub verlauten, dass man auf interne Lösungen wie Domingo German, Jonathan Loaisiga, Luis Cessa, oder Chance Adams setzt.

80 Spiele Sperre für Dopingsünder Wright
Leider hat die Saison 2019 auch schon ihrern ersten Dopingfall: Pitcher Steven Wright von den Boston Red Sox wurde der Nutzung des Wachstumshormons GHRP-2 überführt. Der Knuckleballer bestreitet, das Mittel bewusst eingenommen zu haben, konnte aber bislang keine entlastenden Beweise oder Erklärungen vorlegen. Die Liga hat daher entschieden, dass er das übliche Strafmaß für Ersttäter erhält: eine Sperre für die ersten 80 Spiele der Saison sowie für die Playoffs.

Roster werden wohl 2020 größer
Ich hatte hier mal einige Vorschläge der Ligaleitung und/oder der Spielergewerkschaft MLBPA für Regeländerungen aufgelistet. Die meisten davon werden vorerst nicht umgesetzt werden, doch in einem Punkt scheinen die beiden Verhandlungspartner kurz vor einer Einigung zu stehen: Die Größe des aktiven Kaders für die reguläre Saison bis 31. August sowie für die Postseason soll ab 2020 von 25 auf 26 Spieler erhöht werden. Gleichzeitig wird voraussichtlich die Kadergröße für den Zeitraum ab 1. September von 40 auf 28 gesenkt. Die Erhöhung auf 26 ist ein Wunsch der MLBPA – sie bedeutet 30 neue Arbeitsplätze für MLB-Spieler. Die Absenkung auf 28 geht eher von der Liga aus. Sie möchte weg von den aufgeblähten Rostern im letzten Saisonmonat, die einerseits zu häufigeren Pitcherwechseln während des Spiels führen und andererseits zu einer gewissen Wettbewerbsverzerrung, wenn ohnehin schon schwache Teams in der Endphase der Saison mit einem Haufen Minor Leaguer antreten.

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Februar 28th, 2019 by Silversurger

Seit einer Woche fliegen wieder die Bälle in den Spring-Training-Spielen. Die Los Angeles Dodgers haben vier von fünf Spielen gewonnen, die Oakland Athletics haben fünf von sechs verloren, der Rest der Liga steht irgendwo dazwischen – und eigentlich ist es komplett egal, denn Spielergebnisse sind in der Saisonvorbereitung noch nicht mal zweitrangig. Dass ausgerechnet „unser“ Max Kepler am Sonntag einer der ersten Spieler war, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen, hat mich trotzdem sehr gefreut: In seinem ersten At Bat des Jahres schlug er direkt einen Homerun und im zweiten gleich noch einen. Hier die übliche Übersicht, was sich sonst diese Woche in der MLB getan hat – und was sich noch nicht getan hat, obwohl alle darauf warten:

Twins holen Marwin Gonzalez
Ich wüsste von kaum einem Team, bei dem Marwin Gonzalez in dieser Offseason nicht irgendwann mal im Gespräch war. Das Rennen gemacht haben nun letztlich die Minnesota Twins, die ihm einen Zweijahresvertrag über 21 Millionen Dollar angeboten haben. Vielseitigkeit ist der große Trumpf, den Gonzalez mitbringt. Er hat in seinen sieben Jahren bei den Houston Astros alle Positionen außer Pitcher und Catcher gespielt – manchmal drei in einem Spiel – und überall hat er seine Sache gut gemacht. Einen wie ihn kann man wirklich immer gebrauchen.

Rekordvertrag für Arenado
Auch Nolan Arenado könnte jedes Team gut gebrauchen – nicht als Allrounder wie Gonzalez, sondern schlichtweg als einen der besten Third Basemen der Liga. Das wissen auch die Colorado Rockies, die Arenado ein Jahr, bevor er ein heiß umworbener Free Agent geworden wäre, mit einem neuen Vertrag ausgestattet haben. Der Kontrakt läuft über acht Jahre und bringt Arenado gut 260 Millionen Dollar ein. Arenados Jahresgehalt ist damit das höchste, das je ein Nicht-Pitcher verdient hat. Der Vertrag enthält eine Klausel, die dem Klub verbietet, Arenado ohne seine Zustimmung zu traden; außerdem hat Arenado die Möglichkeit, nach drei Jahren einseitig aus dem Vertrag auszusteigen.

Yankees verlängern mit Hicks
Auch die New York Yankees bleiben am Ball beim Bemühen, ihre Leistungsträger langfristig zu halten. Nach Pitcher Luis Severino hat nun auch Center Fielder Aaron Hicks einen neuen Vertrag unterschrieben. 70 Millionen Dollar für sieben Jahre sind für die Yankees eine überschaubare finanzielle Größenordnung; die Laufzeit erscheint mir allerdings überraschend lang für einen 29-jährigen Spieler auf einer körperlich anspruchsvollen Feldposition.

Mikolas bleibt in St. Louis
Die dritte nenneswerte Vertragsverlängerung dieser Woche hat Pitcher Miles Mikolas von den St. Louis Cardinals bekommen. Der 30-jährige Rechtshänder hatte letztes Jahr ein beeindruckendes MLB-Comeback nach drei Jahren in Japan. Sein bisheriger Zweijahresvertrag über 15,5 Millionen Dollar gilt noch für 2019, daran anschließend läuft der neue Vertrag über weitere 68 Millionen bis 2023. Mikolas wird für die Cardinals am Opening Day starten.

Neues von der Harper-Front
Wer erwartet hatte, dass kurz nach der Unterschrift von Manny Machado in San Diego auch Bryce Harper sein neues Team bekannt geben würde, wird enttäuscht sein: Die Hängepartie um den wohl hochwertigsten Free Agent dieses Jahres geht weiter. Als Favorit für seine Verpflichtung gelten seit Wochen die Philadelphia Phillies. Die Phillies sind offenbar die einzigen, die Harper bisher ein offizielles Angebot gemacht haben, das die 300 Millionen für zehn Jahre übertrifft, die Machado von den Padres bekommt. Einen besseren Vertrag als Machado zu erhalten, scheint Harper sehr wichtig zu sein. Aber er tut sich schwer damit, sich für die Phillies zu entscheiden, vor allem weil für ihn offenbar die Chemie mit deren Manager Gabe Kapler nicht stimmt. Darüber hinaus könnte es in den andauernden Verhandlungen um eine Opt-Out-Klausel gehen, wie sie Machado nach fünf und Arenado nach drei Jahren in ihren Verträgen haben. Als weitere Kandidaten für die Harper-Verpflichtung sind noch die Los Angeles Dodgers und die San Francisco Giants im Rennen. Beide Teams wollten sich bislang nicht auf einen Zehnjahresvertrag einlassen, doch zumindest die Giants könnten sich gerüchteweise in dieser Hinsicht noch bewegen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich weiß auch nichts, warten wir es einfach ab.

Setzt Kimbrel aus?
Auch Craig Kimbrel, bis letztes Jahr Closer des World Champions Boston Red Sox, ist bislang noch ohne neues Team. Der 30-Jährige fordert einen Vertrag über fünf bis sechs Jahre für mindestens 100 Millionen Dollar und besteht wohl so konsequent auf diesen Werten, dass bereits spekuliert wird, ob er dieses Jahr komplett aussetzt, wenn ihm niemand ein entsprechendes Angebot macht. Sein Agent David Meter hat diese Spekulationen allerdings umgehend dementiert und angkündigt, Kimbrel werde „in naher Zukunft“ einen neuen Vertrag unterschreiben. Darum, bei welchem Team das sein könnte, ist es allerdings erstaunlich ruhig. Anfangs interessierte Kandidaten wie die Red Sox, die Atlanta Braves, die Philadelphia Phillies und die St. Louis Cardinals haben sich inzwischen alle anderweitig orientiert.

Und was ist eigentlich mit Dallas Keuchel?
Auch um Dallas Keuchel ist es erstaunlich ruhig. Der linkshändige Starter ist neben Harper und Kimbrel der dritte im Bunde der arbeitslosen Starspieler. Auch er ist offenbar mit überzogenen Forderungen in die Offseason gegangen: Einen Vertrag über sechs bis sieben Jahre und ein Jahresgehalt von 25 bis 30 Millionen Dollar waren seine Wunschvorstellung. Von der dürfte er inzwischen abgerückt sein; jedenfalls sollte er das, wenn er ernsthaft nach einem neuen Vertrag sucht. Gut gebrauchen könnten den Linkshänder einige Teams, zum Beispiel die San Diego Padres, die St. Louis Cardinals oder auch die Houston Astros, bei denen er seine gesamte bisherige Karriere verbracht hat.

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Januar 31st, 2019 by Silversurger

Bryce Harper, Manny Machado, J. T. Realmuto. Ich wollte die Namen nur mal wieder genannt haben, weil die ganze MLB-Offseason sich um sie zu drehen scheint. Das war auch diese Woche nicht anders, obwohl es in Bezug auf die Drei nichts wirklich Neues gibt: Favoriten sind nach wie vor die Phillies für Harper und die White Sox für Machado, während die Marlins für Realmuto offenbar nach wie vor Mondpreise verlangen, sodass auch mit den neuesten Interessenten – den Reds und den Padres – bisher noch keine Vereinbarung zu erzielen war. Ganz ereignislos war die Woche aber nicht. Hier sind die neuesten Entwicklungen aus der MLB sowie ein TV-Tipp von ganz woanders:

Dodgers holen A. J. Pollock
Der hochwertigste Free-Agent-Move der Woche ist leider so alt, wie er in diesem Artikel nur sein kann: Keine Stunde nach Veröffentlichung des letzten Grand Slam am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass Outfielder A. J. Pollock sich mit den Los Angeles Dodgers einig geworden ist. Pollock erhält einen Vierjahresvertrag über 50 Millionen Dollar sowie die Option, den Vertrag von seiner Seite aus um ein Jahr zu verlängern. Dafür würde er abhängig von seinen vorherigen Leistungen weitere 10 bis 20 Millionen erhalten. Pollock kann im Feld ruhigen Gewissens auf allen Outfield-Positionen eingesetzt werden und ist am Schlag eine verlässliche rechtshändige Ergänzung für das linkshänderlastigen Lineup der Dodgers. Dadurch, dass die Dodgers sich mit Pollock den zweitumworbensten Outfielder der diesjährigen Free Agency gesichert haben, dürfte es so gut wie sicher sein, dass sie sich nicht mehr am Ringen um die Dienste von Bryce Harper beteiligen.

Marco Estrada zu den Athletics
Die Oakland Athletics bauen weiter an ihrer Starting Rotation und haben nun nach Mike Fiers und Joakim Soria auch Marco Estrada verpflichtet. Der 35-Jährige hatte in Toronto zuletzt zwei eher schwache Jahre, doch die A’s hoffen, dass er nach überstandenen Rückenproblemen zu früheren Leistungen zurückfindet. Estrada erhält einen Einjahresvertrag über 4 Millionen Dollar.

Blue Jays verpflichten Freddy Galvis
Estradas früherer Klub, die Toronto Blue Jays, gönnt sich derweil einen neuen Shortstop. Freddy Galvis ist ein solider Feldspieler und ein eher unterdurchschnittlicher Batter, aber immerhin ein Muster an Durchhaltevermögen: Er hat als ein einziger MLB-Spieler sowohl 2017 (für die Phillies) als auch 2018 (für die Padres) alle 162 Spiele der jeweiligen Saison absolviert. Galvis erhält einen Einjahresvertrag, der ihm 5 Millionen Dollar garantiert und eine Kluboption für ein weiteres Jahr und 4,5 Millionen enthält.

Neil Walker wird ein Marlin
Die Miami Marlins versuchen auch 2019, mit möglichst geringen Gehaltszahlungen durch eine weitere Aufbausaison zu kommen. Aber den einen oder anderen erfahrenen Spieler braucht man dann doch auf dem Feld und mit Infielder Neil Walker dürfte man einen recht guten Deal gemacht haben. Der 33-jährige, zuletzt für die Yankees aktive Switch-Hitter unterschreibt für ein Jahr und 2 Millionen Dollar.

Diverse Reliever finden ein neues Zuhause
Besonders aktiv war diese Woche der Markt für Relief Pitcher. Die relevanteste Neuverpflichtung war Linkshänder Justin Wilson, der für 10 Millionen Dollar einen Zweijahresvertrag bei den New York Mets unterschrieben hat. Wilsons alter Klub, die Chicago Cubs, wurde sich derweil mit Brad Brach einig. Brach erhält 4,35 Millionen für ein Jahr, danach gibt es eine beidseitige Option, durch die der Vertag sich auf zwei Jahre und bis zu 9,5 Millionen erstrecken würde. Greg Holland geht zu den Diamondbacks und wird dort für ein Jahr leistungsabhängig 3,5 bis 7 Millionen bekommen. Oliver Perez bleibt bei den Cleveland Indians. Sein Vertrag bringt ihm 2,5 Millionen für ein Jahr und verlängert sich automatisch, wenn der 37-Jährige 2019 in mindestens 55 Spielen auftaucht. Für die Seattle Mariners wird Hunter Strickland vermutlich besonders motiviert auftreten, denn er kann das Volumen seines Vertrages leistungsabhängig von 1,3 Millionen auf 2,6 Millionen verdoppeln. Er käme damit in die Größenordnung des Grundgehalt von Shawn Kelley, welcher sich mit den Texas Rangers auf 2,5 Millionen für ein Jahr plus Option auf ein zweites Jahr geeinigt hat, ebenfalls mit leistungsbezogenen Bonusmöglichkeiten.

Royals verlängern mit Merrifield
Preisfrage: Welcher MLB-Spieler führte 2018 sowohl mit den meisten Hits (192) als auch mit den meisten Stolen Bases (45) die gesamte Liga an? Ganz ehrlich, ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass es 2B Whit Merrifield von den Kansas City Royals war. Im Gegensatz zu mir scheinen die Royals sehr genau zu wissen, was sie an ihm haben, deshalb haben sie ihm eine Vertragsverlängerung bis 2023 zukommen lassen. Die Konditionen von 16,25 Millionen Dollar Garantiegehalt und bis zu 2 Millionen Leistungsboni für die vierjährige Laufzeit klingen geradezu unverschämt günstig. Das relativiert sich, wenn man berücksichtigt, dass der Spätentwickler Merrifield – er spielte seine erste volle MLB-Saison 2017 im Alter von 29 Jahren – ohnehin noch bis 2022 unter Teamkontrolle gewesen wäre und 2019 für das Mindestgehalt hätte spielen müssen. Der Vertrag verlängert diese Zeit somit nur um ein Jahr und gibt dem Spieler im Gegenzug eine ordentliche finanzielle Sicherheit.

Lovullo bleibt bis 2021 in Arizona
Auch die Arizona Diamondbacks und Torey Lovullo haben sich auf eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit geeinigt: Der Vertrag des Managers, der Ende 2019 ausgelaufen wäre, wird bis 2021 verlängert. Lovullo hatte die Diamondbacks in seinem ersten Jahr 2017 zu einer überraschenden Bilanz von 93-69 und in die Playoffs geführt. 2018 hatten sie eine schwächere, aber immer noch solide Saison mit 82 Siegen und 80 Niederlagen.

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