April 22nd, 2021 by Silversurger

Während die National League immer noch gebannt auf das epische Duell zwischen den Dodgers und den Padres zurückblickt und sich auf die Fortsetzung ab heute Nacht freut, stechen in sämtlichen Divisionen der American League überraschende Ergebnisse und Entwicklungen hervor. Überraschend kam auch das Karriereende von zwei langjährigen MLB-Veteranen: Sowohl Jay Bruce, zuletzt als First Baseman für die Yankees im Einsatz, als auch der seit September vereinslose Second Baseman Neil Walker erklärten in den letzten Tagen ihren Rücktritt vom professionellen Baseball.  Nicht die Karriere, aber mindestens die aktuelle Saison ist für Adrian Morejon beendet. Seit gestern steht fest, dass der 22-Jährige Starter der Padres sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss. Die Padres-Rotation ist gleich doppelt vom Verletzungspech verfolgt: Dinelson Lamet musste gestern seinen ersten Start nach einem halben Jahr Pause im zweiten Inning abbrechen und unterzieht sich nun weiteren Untersuchungen.

National League
Die NL East hatte ich vor der Saison als stärkste Division der Liga eingeschätzt, doch diese Erwartung hat sich bislang nicht erfüllt. Das derzeit einzige Team mit knapp positivem Record sind die New York Mets (7-6), die aber nach zwei desolaten Niederlagen bei den Cubs ein Run Differential von -14 aufweisen. Tatsächlich bringen es bislang allein die Miami Marlins (8-9) auf ein positives Run Differential (+4). Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen haben die Marlins zudem von allen Teams der Division aktuell den besten Lauf und schicken sich an, im zweiten Jahr hintereinander den Spielverderber für die hoch eingestuften Teams der Mets, der Phillies (9-9), der Braves (8-10) und der Nationals (7-9) zu geben.

Ebenfalls sieben aus den letzten zehn haben die Milwaukee Brewers (11-7) gewonnen, die sich damit an die Spitze der NL Central gesetzt haben. Der starke Start der Cincinnati Reds (9-8) scheint sich hingegen immer mehr als Strohfeuer zu erweisen. Drei Niederlagen am Stück haben sie gegen die Indians und die Diamondbacks kassiert und nun stehen schwierige Auswärtsserien gegen die St. Louis Cardinals (8-10) und die Dodgers an. Erfreulich verläuft die Saison bislang für die Pittsburgh Pirates (8-10). Sie stehen zwar erwartungsgemäß auf dem letzten Platz, verkaufen sich aber keineswegs so schwach und chancenlos, wie man es vor der Saison und noch während der ersten Woche befürchten musste. 

So, wie es aussieht, bleibt die seit Jahren bestehende Dominanz der Los Angeles Dodgers (14-4) in der NL West weiterhin ungebrochen. Die San Diego Padres (10-10) wurden von den Dodgers in einer epischen Serie (siehe „Spiel der Woche“) in ihre Schranken verwiesen, ganz abgesehen von den eingangs erwähnten Verletzungssorgen. Eine positive Überraschung sind bislang die San Francisco Giants (11-7), die wacker oben mitmischen. Man muss allerdings dazu sagen, dass es der Spielplan bisher recht gut mit den Giants meint und ihnen die ersten Duelle gegen die Dodgers noch bis 22. Mai erspart bleiben. Am Ende der Tabelle finden sich die Colorado Rockies (6-12) als derzeit schwächstes Team der Liga, aber nicht ohne Hoffnung nach zuletzt zwei Siegen in Folge gegen die Astros.

American League
Nicht ohne Hoffnung ist auch das aktuell schwächste der Team der American League, aber der Fehlstart in die Saison sorgt bei den New York Yankees (6-11) und ihren Fans für gewaltigen Frust. Strikeouts und andere misslungene Aktionen der eigenen Spieler werden gnadenlos mit Buhrufen quittiert, das Spiel gegen die Tampa Bay Rays (10-9) am Freitag musste sogar kurz unterbrochen werden, weil Bälle und andere Gegenstände aufs Feld geworfen wurden.  An der Spitze der AL East stehen anstelle der abgestürzten Favoriten aus New York und der (auch von mir) gehypten Toronto Blue Jays (8-10) immer noch die Boston Red Sox (12-7). Die Red Sox leben dabei immer noch von einem Zwischenspurt mit neun Siegen hintereinander vom 6. bis zum 14. April. Seitdem wechselten Licht und Schatten sich ab; nun steht eine interessante Serie gegen die Mariners bevor (siehe „Einschalttipp“).

Wenn mich ein Team noch mehr überrascht als die Red Sox an der Spitze der AL East, dann sind das die Kansas City Royals (10-7) in der AL Central. Die Royals haben gerade gegen die Rays zum ersten Mal in diesem Jahr eine Serie verloren, aber auch diese beendeten sie mit einem positiven Ausklang durch einen aufregenden Walkoff-Sieg in Spiel drei. Die Chicago White Sox (9-9) und die Cleveland Indians (8-8) halten mit ausgeglichenen Bilanzen den Anschluss, während die Minnesota Twins (6-11) durch richtig schwierige Zeiten gehen: Wegen mehrerer Covid-Fälle im Team – darunter Max Kepler – mussten drei Spiele der Twins verschoben werden; von den letzten zehn Spielen, die vor und nach der Zwangspause ausgetragen werden konnten, wurden neun verloren; gestern Nacht setzte es eine besonders empfindliche Niederlage bei den Athletics, als drei Führungen aus der Hand gegeben wurden, bevor zwei Fielding Errors im zehnten Inning das Spiel entschieden. 

Des einen Leid ist des anderen Freud‘: Für die Oakland Athletics (12-7) war der Walkoff gegen die Twins bereits der elfte Sieg in Folge – eine verblüffende Wende, nachdem die A’s mit 1-7 in die Saison gestartet waren. Nun stehen sie in der AL West ganz vorne, während die Houston Astros (7-10) den entgegengesetzten Weg zurückgelegt haben. Nach neun Niederlagen in den letzten zehn Spielen sind sie auf dem letzten Platz angekommen, noch hinter den Texas Rangers (9-10). Neben den Athletics stehen mit den Seattle Mariners (11-7) und den Los Angeles Angels (9-7) zwei weitere Teams bei einer positiven Bilanz. Vor allem von den Mariners hätte ich das nicht erwartet; sie haben bereits Serien gegen die Astros, die Twins und die Giants gewonnen und zuletzt sogar den Dodgers einen Split abgetrotzt.

Szene der Woche
Ein Triple Play ist immer etwas Besonderes, deshalb bekommt die Aktion der Cincinnati Reds vom Samstag hier auch den Ehrenplatz. Noch sehr viel seltener ist aber ein sogenanntes Unassisted Triple Play, also ein solches, bei dem alle drei Outs ganz alleine von einem einzelnen Feldspieler erledigt werden. Ein solcher Spielzug gelang in der gesamten MLB-Geschichte bisher nur 15-mal. Joey Votto hätte die Nummer 16 auf der Liste sein können: Erst fing er Josh Naylors Linedrive zum ersten Out, dann tagte er Franmil Reyes kurz vor der ersten Base zum zweiten Out. Zum Abschluss hätte er selbst auf die dritte Base treten und damit das Out gegen Eddie Rosario besorgen können, der schon die Homeplate passiert und gar nicht mitbekommen hatte, was Sache war. Doch Votto entschied sich im Eifer des Gefechts, den Ball zu Third Baseman Max Schrock zu werfen und diesen am Spielzug teilhaben zu lassen. Daher ist es kein Unassisted, sondern ein 3-3-5-Triple-Play. Gefreut hat sich Votto trotzdem mit vollem Recht, denn es war ein toller Spielzug und ein wichtiger Baustein beim 3:2-Sieg über die Indians.

Statistik der Woche 
40. So viele Strikeouts hat Corbin Burnes von den Milwaukee Brewers in seinen vier Starts in dieser Saison erzielt. Das ist für sich allein schon eine starke Leistung, aber wirklich einzigartig wird sie durch die Tatsache, dass Burnes in diesem Jahr noch keinen einzigen Walk zugelassen hat. Das sind gleich zwei MLB-Rekorde: 40 Strikeouts mit null Walks hat vor ihm weder ab Saisonstart noch innerhalb von vier aufeinanderfolgenden Spielen je ein MLB-Pitcher geschafft.

 

Spiel der Woche
So früh in der Saison bin ich sehr zurückhaltend damit, vom Spiel des Jahres zu reden, aber was die Los Angeles Dodgers und die San Diego Padres am Freitag – nach unserer Zeit am Samstagmorgen – geboten haben, war ganz großes Kino. Monster-Homeruns, verblüffende Errors, fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, haufenweise Führungswechsel, eine Beinahe-Schlägerei, ein Fan auf dem Feld, 17 verschiedene Pitcher einschließlich eines Feldspielers, drei volle Extra-Innings – was immer man sich unter einem aufregenden Baseballspiel vorstellt, dieses Match hatte es zu bieten. 

Mein Einschalttipp
Der naheliegende Tipp an dieser Stelle ist natürlich wieder das Matchup zwischen den Dodgers und den Padres, denn die wohl heißeste Intra-Division-Serie der Saison geht ab heute Nacht in ihre zweite Runde. Aber weil das wahrscheinlich jeder Baseballfan sowieso schon auf dem Schirm hat, gibt es von mir eine zusätzliche Empfehlung: Mit den Seattle Mariners und den Boston Red Sox treffen zwei der größten Überraschungen der bisherigen Saison von heute bis Sonntag viermal aufeinander. Die Spiele am Samstag und am Sonntag laufen jeweils zur europafreundlichen Zeit um 19:10 Uhr. Die voraussichtlichen Starter sind Chris Flexen vs. Nate Eovaldi am Samstag und Nick Margevicius vs. Eduardo Rodriguez am Sonntag.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

April 15th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison 2021 hat es in sich: Gleich zwei No-Hitter gab es in den letzten Tagen zu bestaunen. Zudem sorgte ein ausgefahrener Ellenbogen für Schlagzeilen und Diskussionen. Leider spielt allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz auch Corona immer noch eine Rolle in Form kleiner und großer Ausbrüche innerhalb mehrerer Teams. 

American League
Wer sich vor einer Woche verwundert die Augen rieb, weil die Baltimore Orioles (5-6) die AL East anführten, hat nun erneut Grund zum Staunen – nicht, weil die Orioles zurück auf Normalmaß geschrumpft sind, sondern weil sie an der Spitze der Division von einer weiteren Überraschungsmannschafg abgelöst wurden. Mit 0-3 (gegen die Orioles) waren die Boston Red Sox scheinbar desolat in die Saison gestartet, doch seitdem gewannen sie jedes einzelne Spiel und stehen nun mit 9-3 ganz vorne. Dahinter stehen die Toronto Blue Jays (6-6) zwar bisher nur bei einer ausgeglichenen Bilanz, haben aber bereits zwei gewonnene Serien gegen die New York Yankees (5-7) auf dem Konto, welche sich den letzten Platz mit den Tampa Bay Rays (5-7) teilen. 

Auch in der AL Central ist mit den Kansas City Royals (6-4) ein Team vorne, von dem man das nicht erwartet hätte. Zwei Siege gegen die Angels haben den Royals einen kleinen Vorsprung vor dem Rest des Feldes eingebracht, in dem die Cleveland Indians (6-5), Chicago White Sox (6-6) und Detroit Tigers (6-6) fast gleichauf stehen. Auch die Minnesota Twins (5-7) sind nicht weit weg, aber fünf Niederlagen am Stück gegen die Mariners und die Red Sox haben Max Kepler & Co. einen empfindlichen Dämpfer verpasst. 

In der AL West ging die Schere in der ersten Saisonwoche bereits recht weit auseinander, doch dann steckten die Houston Astros (6-6) nach ihrem 6-1-Start fünf Niederlagen in Folge ein, während die Oakland Athletics (5-7) viermal hintereinander gewannen, und schon ist die Division wieder eng beisammen. Ganz vorne stehen zurzeit die Los Angeles Angels (7-5), gefolgt von den Seattle Mariners (6-5). Beide Teams haben aber auch schlechte Nachrichten zu verdauen: Bei den Angels fällt Outfielder Dexter Fowler nach einer Knieoperation für die gesamte Saison aus; genauso geht es Mariners-Pitcher James Paxton, der eine Tommy-John-Surgery benötigt. Die Astros haben möglicherweise einen Corona-Ausbruch im Team. Jose Altuve, Martin Maldonado, Yordan Alvarez, Alex Bregman und Robel Garcia wurden gestern auf die Covid-19-Verletztenliste gesetzt, nähere Informationen hat der Klub bisher nicht herausgegeben. 

National League
In der NL East hatten zunächst die Philadelphia Phillies (6-6) den besten Start, doch durch drei Siege innerhalb von zwei Tagen haben die New York Mets (5-3) den Phillies inzwischen den Rang abgelaufen. Dasselbe kann man über die Miami Marlins (5-6) und die Atlanta Braves (4-8) sagen – auch hier haben drei Spiele das Bild gedreht. In beiden Serien ist es übrigens (noch) kein Sweep, denn sowohl zwischen den Mets und den Phillies als auch den Marlins und den Braves steht heute noch eine vierte Partie an. Die Washington Nationals (3-6) sind schwach in die Saison gestartet, konnten nun aber gegen die Cardinals immerhin zwei von drei Spielen gewinnen. Die noch bessere Nachricht ist, dass von den zahlreichen Covid-19-Betroffenen der Nationals aus der ersten Saisonwoche inzwischen wieder fast alle an Bord sind. Einzig Pitcher Jon Lester wurde noch ein Aufbautraining am alternativen Trainingsstandort verordnet. 

Auch in der NL Central verursacht Corona Sorgen: Bei den Chicago Cubs (5-7) wurden zwei Coaches positiv auf das Virus getestet. Infektionen bei Spielern wurden bisher nicht festgestellt, doch drei Reliever sind vorsorglich in Quarantäne. Sportlich läuft es auch nicht toll für die Cubs: Drei Serien hintereinander gingen verloren, zwei davon gegen die Milwaukee Brewers (7-5), welche sich dadurch an die Spitze der Division gesetzt haben. Die teilen sie sich bislang noch mit den Cincinnati Reds (7-5), obwohl diese nach ihrem starken Auftakt zuletzt Serien gegen die Diamondbacks und die Giants verloren. 

Die Los Angeles Dodgers (10-2) machen genau da weiter, wo sie letztes Jahr aufgehört haben. Mit fünf Siegen am Stück und neun aus den letzten zehn sind sie in der NL West schon wieder eine Klasse für sich. Auch das Run Differential der Dodgers von +32 ist einsame Spitze in der MLB. Noch bricht aber zum Glück keine Langeweile in der Division aus, denn mit den San Francisco Giants (8-4) und den San Diego Padres (8-5) spielen zwei Teams so weit oben mit, dass sie derzeit beide Wild Cards der NL abbekämen. Am Wochenende können die Padres erstmals zeigen, ob sie in der Lage sind, den Dodgers im Kampf um die Division gefährlich zu werden (siehe „Einschalttipp“). 

Szene der Woche
Ich muss zugeben, dass ich mich über den 3:2-Sieg im Home Opener der Mets gegen die Marlins am letzten Donnerstag gefreut habe. „A win is a win“, so fasste es Mets-Outfielder Michael Conforto später zusammen. Eben jener Conforto war allerdings verantwortlich dafür, dass die Freude über den Sieg nicht ganz ungetrübt war, denn so gewinnt man eigentlich nicht gern. Die Mets hatten im neunten Inning einen Rückstand ausgeglichen und anschließend die Bases geladen, unter anderem durch einen Intentional Walk für Francisco Lindor. Conforto kam mit einem Out an die Platte und gab schnell zwei Strikes an Marlins-Reliever Anthony Bass ab. Bei einem 1-2-Count schien der dritte Strike die Zone zu durchqueren, doch der Ball streifte Confortos Arm und der Umpire entschied auf Hit-by-Pitch. Wegen der geladenen Bases brachte das den siegbringenden Run für die Mets nach Hause. Was die Szene streitbar machte, war die Bewegung von Conforto während des Pitches. Er wich dem Ball nicht nur nicht aus, sondern lehnte sich ihm regelrecht entgegen. In dem Fall hätte der Umpire, wie er später selbst feststellte, eigentlich auf Strike entscheiden müssen. Doch die Tatsachenentscheidung blieb bestehen, obwohl es noch ein Video-Review gab. Bei diesem durfte den Regeln nach nur überprüft werden, ob der Pitch wirklich den Arm berührt hatte, aber nicht das Ermessen des Umpires, inwiefern der Batter den Hit-by-Pitch billigend in Kauf nahm oder gar absichtlich herbeiführte. 

Statistik der Woche 
8. So viele Spiele hintereinander hat Red-Sox-Slugger J. D. Martinez zum Saisonstart absolviert, in denen er jeweils mindestens einen Extra-Base-Hit erzielte. Er stellte damit einen MLB-Rekord ein, welchen er nun gemeinsam mit Sandy Alomar Jr. (1997) und Alex Rodriguez (2007) hält. Der alleinige Rekord blieb Martinez versagt: In der Partie gegen die Twins am Dienstag gelang ihm zum ersten Mal in diesem Jahr kein einziger Hit. 

Spiel(e) der Woche
Die San Diego Padres waren das letzte MLB-Team, das noch nie einen No-Hitter erzielt hatte. Das änderte sich letzten Freitag, als Joe Musgrove das Kunststück beim 3:0-Sieg gegen die Texas Rangers gelang. Dass ausgerechnet Musgrove diesen Meilenstein der Teamgeschichte erzielte, scheint einem fast schon zu kitschigen Drehbuch entnommen. Der 28-Jährige spielt zwar erst seit diesem Jahr für San Diego, aber er wuchs unweit des Ballparks als Fan der Padres auf. Um ein Haar hätte es gegen die Rangers sogar zum Perfect Game gereicht: Ein Hit-by-Pitch gegen Joey Gallo im vierten Inning erlaubte den einzigen Baserunner für Texas, ansonsten stand sowohl in der Spalte für Hits als auch in der für Walks eine fette Null. 

Auch der zweite No-Hitter in dieser noch jungen Saison ging nur knapp am Perfect Game vorbei. Acht Innings lang ließ White-Sox-Lefty Carlos Rodon letzte Nacht keinen Baserunner der Cleveland Indians zu. Zu Beginn des neunten wurde es gleich zweimal brenzlig: Zuerst gelang First Baseman Jose Abreu um Haaresbreite ein Groundout gegen Josh Naylor, um das perfekte Spiel seines Pitchers intakt zu halten. Im folgenden At-Bat traf dieser mit einem Slider den Fuß von Roberto Perez. Das Perfect Game war damit passé, aber Rodon behielt die Nerven und brachte mit den letzten beiden Outs den No-Hitter und den 8:0-Sieg nach Hause. 

Mein Einschalttipp
Zurück zu den Padres: Am Wochenende steht zum ersten Mal in diesem Jahr das mit Spannung erwartete Duell der beiden Favoriten in der NL West an. Dreimal hintereinander sind die Los Angeles Dodgers zu Gast in Petco Park. Frühaufsteher haben vielleicht Lust, am Samstagmorgen ab 4:10 Uhr beim ersten Spiel der Serie reinzuschauen. Meine Empfehlung ist die dritte Partie am Sonntagabend ab 22:10 Uhr – nicht nur wegen der günstigen Startzeit, sondern auch wegen des Pitcherduells zwischen Blake Snell und Trevor Bauer. 

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

März 30th, 2021 by Silversurger

Ich weiß, ein Meisterschaftstipp auf den amtierenden Champion ist immer ein bisschen langweilig. Aber die Los Angeles Dodgers lassen mir keine Wahl. 43 Siege sowie ein Run Differential von +136 in 60 Spielen, gefolgt vom ersehnten und verdienten World-Series-Sieg am Ende der längsten Playoffs aller Zeiten – die Saison 2020 der Dodgers war die Definition von Dominanz. Im Gegensatz zu vielen Meisterteams vor ihnen handelte es sich dabei nicht um ein einmaliges Aufbäumen. Die Dodgers sind schon lange ein Spitzenteam, haben achtmal in Folge die NL West gewonnen und dreimal in den letzten vier Jahren den NL-Titel geholt. Und sie werden es noch lange sein, denn der Kern des Teams ist auf Jahre hinaus gesichert und Überalterung kein Thema in einem Roster, in dem zehn der World-Series-Teilnehmer 26 oder jünger waren. Als wäre das alles nicht genug, legten die Dodgers in der Offseason noch nach, indem sie mit Trevor Bauer den begehrtesten Pitcher der diesjährigen Free Agency verpflichteten. Der Cy-Young-Gewinner der NL wird voraussichtlich die Nummer drei in der Rotation sein – allein das zeigt, wie absurd stark dieses Team aufgestellt ist. Eine Titelverteidigung – es wäre die erste in der MLB seit über 20 Jahren – ist natürlich kein Automatismus, sonst könnten wir ja gleich Bundesliga-Fußball schauen. 30 Mannschaften treten an, rund die Hälfte davon macht sich begründete und berechtigte Hoffnungen. Aber kaum jemand wird ernsthaft bestreiten, dass die Dodgers als haushoher Favorit in die Saison gehen.

Voraussichtliches Lineup
C Will Smith
1B Max Muncy
2B Gavin Lux
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF A. J. Pollock
CF Cody Bellinger
RF Mookie Betts

Voraussichtliche Rotation
RHP Walker Buehler
LHP Clayton Kershaw
RHP Trevor Bauer
LHP Julio Urias
RHP Dustin May
Key Relievers: Kenley Jansen, Blake Treinen

Wichtigster Zugang
RHP Trevor Bauer (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
OF Joc Pederson (Chicago Cubs)

Bestes Prospect
C Keibert Ruiz

Größte Stärke
So ziemlich alles: 2020 haben die Dodgers sowohl die meisten Runs von allen MLB-Teams erzielt (349) als auch in der NL die wenigsten Runs kassiert (213). MLB-weit waren es nur die zweitwenigsten kassierten Runs (hinter den Indians mit 209), aber um diesen Schönheitsfehler auszumerzen, hat man ja nun die Rotation mit Trevor Bauer aufgemotzt. Sie haben eine gesunde Altersstruktur, aus der Farm kommt immer noch etwas nach und der Kader ist so tief besetzt, dass selbst der Ausfall von ein, zwei Starspielern die Dodgers nicht aus der Bahn werfen würden.

Größte Schwäche
Keine: Wenn man mit der Lupe herangeht, stößt man zum Beispiel darauf, dass 2B Gavin Lux seinem Ruf als ehemaliges Top-Prospect bisher nicht gerecht wird. Oder darauf, dass der eine Teil des Catcher-Duos, Will Smith, in der Defensive unterdurchschnittlich ist und der andere Teil, Austin Barnes, in der Offensive. Oder darauf, dass Justin Turner, A. J. Pollock und Clayton Kershaw in einem Alter sind, in dem die Leistung innerhalb der nächsten Jahre nachlassen wird; bei Kenley Jansen ist dieser Prozess phasenweise bereits unübersehbar. Aber nichts davon ist eine große Schwäche, die nicht durch die Breite und Tiefe des Rosters aufgefangen würde.

Spannendste Frage
Schlägt der World-Series-Hangover zu? Das Phänomen ist bekannt, es schlägt sich in dem Umstand nieder, dass es in der MLB wie schon erwähnt seit über 20 Jahren keine Titelverteidigung gab. Oft qualifzierten sich die amtierenden Meister im Folgejahr nicht mal für die Playoffs. Der Hangover ist kein Aberglaube, sondern vermutlich eine Kombination aus mentaler Sättigung und körperlicher Erschöpfung durch die deutlich längere Saison der World-Series-Teilnehmer. Zumindest Letzteres dürfte nach der Kurzsaison 2020 weniger ins Gewicht fallen als sonst. Auch das spricht dafür, dass die Chancen auf einen Repeat des Champions dieses Jahr so gut stehen wie lange nicht.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL West, World Champion

Hier geht’s zum vollständigen Power-Ranking mit allen Previews.

Posted in MLB, Preview Tagged with: , ,

Februar 18th, 2021 by Silversurger

Der Frühling ist da! Das ist zwar weder astronomisch noch meteorologisch korrekt, aber für den Baseballfan beginnt diese Jahreszeit eben mit dem Spring Training, und das haben in dieser Woche sämtliche MLB-Teams aufgenommen. Rund zwei Wochen nehmen sich die Akteure, um erstmal den gröbsten Rost abzuschütteln und eine Wellenlänge mit neuen Mitspielern und Coaches zu finden. Am 28. Februar geht es dann los mit den öffentlichen Testspielen, in denen die Teams sich auf den Start der echten Saison am 1. April vorbereiten.

Angepasste Spring-Training-Spielpläne
Coronabedingt wurden für dieses Jahr die Spielpläne der Vorbereitungsspiele umgestellt: Die Teams sollen möglichst wenig reisen und auf nicht zu viele unterschiedliche Gegner treffen. So spielen zum Beispiel die Mets, die Astros, die Marlins, die Cardinals und die Nationals, deren Trainingslager an der Ostküste von Florida liegen, ausschließlich untereinander. Die vollständigen Spielpläne findet ihr hier. Wie gewohnt werden nicht alle, aber viele der Testspiele auf mlb.tv übertragen.

Blue Jays starten Saison in Florida
Wenn Ende März die anderen Teams zurück in ihre Heimatstädte fliegen, bleiben nicht nur die Miami Marlins und die Tampa Bay Rays, sondern auch die Toronto Blue Jays in Florida zurück. Wegen der Pandemie bestehen nach wie vor rechtliche und logistische Hürden beim Grenzübertritt zwischen den USA und Kanada, daher trägt das einzige kanadische Team der MLB seine Heimspiele auch in diesem Jahr zumindest während der ersten Saisonwochen in einem Ausweichquartier aus. Letztes Jahr nutzten die Blue Jays dafür das Stadion ihrer AAA-Filiale in Buffalo, dieses Mal bleiben sie in ihrem Spring-Training-Komplex in Dunedin, gleich westlich von Tampa.

340 Millionen für Tatis Jr.
Fernando Tatis Jr. ist erst 22 Jahre alt, gilt aber bereits als einer der besten Shortstops der Liga. Damit sie an ihm noch lange Freude haben, nehmen die San Diego Padres eine enorme Menge Geld in die Hand. 340 Millionen Dollar bezahlen sie dem Jungstar dafür, dass er sich für die nächsten 14 Jahre dem Verein verschreibt. Da Tatis im Rahmen seines Rookievertrags ohnehin noch bis 2025 an die Padres gebunden gewesen wäre, kommt die Verlängerung überraschend frühzeitig. Aus Vereinssicht ist der Vertrag eine teure Wette darauf, dass Tatis sein hohes Leistungsniveau auf Dauer hält. Solange das der Fall ist, haben sicher beide Seiten ein gutes Geschäft gemacht. Sollte der Junge im Laufe der Zeit durch eine Verletzung oder andere Umstände aus der Bahn geworfen werden, hätte man sich allerdings einen heftigen Klotz ans Bein gebunden. 

Turner bleibt bei den Dodgers
Auch das letzte Mitglieder meiner Top-10 der diesjährigen Free Agents hat sein neues Zuhause gefunden; in diesem Fall ist es zugleich das alte: Justin Turner bleibt für zwei weitere Jahre bei den Los Angeles Dodgers. Der 36-jährige Third Baseman erhält für seine Unterschrift 34 Millionen Dollar, zudem kann der Klub für weitere 14 Millionen die Option auf ein drittes Jahr ziehen, und ein paar leistungsbezogene Extras kommen noch obendrauf.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Hier die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche, wie immer beschränkt auf MLB-Verträge: RP Trevor Rosenthal (Oakland Athletics, 1 Jahr, 11 Millionen Dollar), SP James Paxton (Seattle Mariners, 1 Jahr, 8,5 Millionen plus Leistungsboni), SP Jake Arrieta (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 6 Millionen), SP Aaron Sanchez (San Francisco Giants, 1 Jahr, 4,5 Millionen plus Leistungsboni), CF Kevin Pillar (New York Mets, 1 Jahr plus beidseitige Option, 3,6 Millionen), IF/OF Brad Miller (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 3,5 Millionen), IF/OF Marwin Gonzalez (Boston Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen plus Leistungsboni), RP Mark Melancon (San Diego Padres, 1 Jahr plus beidseitige Option, 3 Millionen), RP Yusmeiro Petit (Athletics, 1 Jahr, 2,55 Millionen plus Leistungsboni), SP Rich Hill (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 2,5 Millionen), SP Tyler Anderson (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, 2,5 Millionen), RP Sergio Romo (Athletics, 1 Jahr, 2,25 Millionen), SP Matt Shoemaker (Minnesota Twins, 1 Jahr, 2 Millionen plus Leistungsboni), SP Collin McHugh (Rays, 1 Jahr, 1,8 Millionen), IF Asdrubal Cabrera (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), RP David Phelps (Toronto Blue Jays, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), OF Nomar Mazara (Detroit Tigers, 1 Jahr, 1,75 Millionen plus Leistungsboni), RP Brandon Workman (Cubs, 1 Jahr, 1 Million plus Leistungsboni), RP Oliver Drake (Rays, 1 Jahr, 775.000), RP Justin Wilson (New York Yankees, 1 Jahr, Finanzen unbekannt), RP Ken Giles (Mariners, 2 Jahre, Finanzen unbekannt).

Zudem gab es zwei kleine Trades, jeweils unter Beteiligung der Tampa Bay Rays: Von den Boston Red Sox bekommen sie die beiden Pitcher Chris Mazza und Jeffrey Springs im Austausch gegen die Prospects Catcher Ronaldo Hernandez und Pitcher Nick Sogard. Im zweiten Trade schicken die Rays Pitcher John Curtiss zu den Miami Marlins und bekommen dafür Minor-League-1B Evan Edwards.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Februar 11th, 2021 by Silversurger

Das Warten ist fast zuende: In nicht mal einer Woche – am 16. und 17. Februar – starten die Pitcher und Catcher der MLB-Teams in die Spring-Training-Camps, die restlichen Spieler folgen wenige Tage später. Gerade noch rechtzeitig haben sich die Vertreter der Liga und der Spieler auf zentrale Punkte zum Umgang mit der Coronasituation geeinigt.
Die Free Agency geht derweil in den Endspurt. Mit Trevor Bauer und Marcell Ozuna haben die zwei dicksten Fische, die noch auf dem Markt waren, ihre Teamwahl getroffen – in Bauers Fall springt sogar ein Rekordgehalt heraus.

Kompromiss über Corona-Maßnahmen
Dass die MLB und die Spielergewerkschaft MLBPA sich überhaupt mal auf etwas einigen können, ist nach den konfliktreichen letzten Wochen und Monaten für sich allein schon eine erfreuliche Neuigkeit. Die beiden Seiten haben am Montag eine Reihe von Maßnahmen verabredet, unter denen das Spring Training ab nächster Woche und die Saison ab 1. April so regulär wie möglich stattfinden sollen.

Die wichtigsten Regelanpassungen bestehen darin, dass wie in der Kurzsaison 2020 Doubleheader wieder über zweimal sieben Innings gespielt und Extra-Innings in allen Spielen mit einem automatischen Baserunner begonnen werden. Beide Maßnahmen haben den Sinn, die Spieler vor Überlastungen zu schützen, wenn es wieder dazu kommt, dass durch coronabedingte Verschiebungen mehrere Spiele innerhalb kurzer Zeiträume zu absolvieren sind. Ferner wurde vereinbart, dass jeder Spieler bei Bedarf als Pitcher eingesetzt werden kann – es muss also kein bestimmtes Inning oder eine bestimmte Höhe des Rückstands erreicht sein, bevor ein Positionsspieler pitchen darf. Unsportliches Verhalten, das die Abstandsgebote verletzt – Prügeleien, Anschreien der Umpires aus kurzer Distanz – soll konsequent geahndet werden. Eine Maskenpflicht besteht für alle Beteiligten mit Ausnahme der Spieler auf dem Feld. Spieler, die Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall haben, müssen für eine Woche in Quarantäne und sich am fünften Tag testen lassen. Wird ein Spieler selbst positiv getestet, dauert die Quarantäne mindestens zehn Tage. Im Falle eines Covid-Ausbruchs dürfen die Teams in einem vereinfachten Verfahren den Kader aus den Minor Leagues auffüllen und die betreffenden Spieler danach wieder zurückschicken.

Interessant ist auch, was nicht beschlossen wurde: Die Designated-Hitter-Regel wurde nicht erneut auf die National League ausgedehnt. Sie gilt jetzt wieder wie vor 2020 ausschließlich in der American League. Auch ein Beschluss über erweiterte Playoffs wurde bisher nicht gefasst. Sofern es dazu nicht wieder eine Last-Minute-Entscheidung wie im letzten Jahr gibt, findet die Postseason dieses Jahr im alten Format mit zehn Teams statt. In der regulären Saison soll der Spielplan umgesetzt werden wie geplant, also mit 162 Spielen pro Team und ohne die geographische Umsortierung, mit deren Hilfe letztes Jahr Reiseaktivitäten minimiert wurden.

Rekordvertrag für Bauer
Um keinen der diesjährigen Free Agents wurde so viel Aufheben gemacht wie um Trevor Bauer. Der Cy-Young-Gewinner befeuerte den Hype durch seine gewohnt hohe Social-Media-Präsenz, indem er öffentlich mit dem Interesse beispielsweise der Toronto Blue Jays und der New York Mets kokettierte. Seine Entscheidung, bei welchem Team er unterschreibt, gab er schließlich am Ende eines zweieinhalbminütigen Highlight-Videos bekannt – für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Selbstinszenierung. Ich muss aber zugeben, dass ich Bauer schon vorher nicht mochte und daher einfach nur froh war, dass seine Wahl nicht auf die Mets fiel. Der 30-Jährige kehrt stattdessen zurück in seine südkalifornische Heimat und schließt sich dort dem amtierenden World Champion Los Angeles Dodgers an. Er erhält von den Dodgers einen Dreijahresvertrag über 102 Millionen Dollar mit Ausstiegs-Optionen sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Jahr. Die Zahlungen sind so strukturiert, dass Bauer sowohl dieses Jahr mit 40 Millionen als auch nächstes Jahr mit 45 Millionen jeweils einen neuen Rekord für das höchste Jahresgehalt eines MLB-Spielers aufstellt.

Ozuna bleibt in Atlanta
Als zweiter Hochkaräter in dieser Woche hat auch Marcell Ozuna einen neuen Vertrag unterschrieben. Der Outfielder bleibt für vier weitere Jahre bei den Atlanta Braves. Er erhält dafür 65 Millionen Dollar, zu denen weitere 15 Millionen hinzukommen, falls die Braves ihre Option auf ein fünftes Vertragsjahr ziehen. Für Ozuna ist damit die Taktik voll aufgegangen, sich letztes Jahr mit einem Einjahresvertrag über 18 Millionen zu begnügen. Nachdem er 2020 seine bislang stärkste Saison ablieferte, erhält der 30-Jährige nun die Belohnung in Form des ersehnten hochdotierten Dauervertrags.

5-Spieler-Deal zwischen Rangers und Athletics
Die Texas Rangers und die Oakland Athletics haben sich auf einen umfangreichen Trade geeinigt: Die Rangers senden SS Alvis Andrus, Prospect-Catcher Aramis Garcia und 13,5 Millionen Dollar nach Oakland, dafür erhalten sie OF/DH Khris Davis sowie die Prospects C Jonah Heim und RHP Dane Acker. Der Move sieht in erster Linie danach aus, dass die Athletics wieder mal Kosten sparen wollen. Allerdings ist das eine Rechnung, die nur für dieses Jahr aufgeht: Die Rangers übernehmen die 30,5 Millionen Dollar, die Davis in seinem letzten Vertragsjahr zustehen, sowie durch die Barzahlung im Zuge des Transfers auch fast die vollen 14 Millionen, die Andrus dieses Jahr verdient. Für 2022 sind die Rangers damit alle Verpflichtungen los. Die A’s hingegen müssen Andrus nächstes Jahr noch einmal 14 Millionen bezahlen, und bei genügend Einsätzen aktiviert sich für ihn sogar die Option, bis 2023 einseitig für weitere 15 Millionen zu verlängern.
Von den Leistungen her waren zuletzt weder Davis noch Andrus für ihre Teams eine große Hilfe, beide landeten 2020 bei negativen Wins Above Replacement. Neben den finanziellen Implikationen steht hinter dem Trade wohl auch der Gedanke, dass beiden ein Tapetenwechsel gut tun könnte. 

Dreiecks-Trade bringt Benintendi zu den Royals
Zwischen den Kansas City Royals, den Boston Red Sox und den New York Mets gibt es einen Dreicks-Trade. Dessen wesentliche Auswirkung auf die MLB-Roster besteht darin, dass Outfielder Andrew Benintendi aus Boston zu den Royals wechselt. Als Gegenleistung erhalten die Red Sox OF Ranchy Cordero sowie zwei später zu benennende Spieler von den Royals und RHP Josh Winckowski sowie einen weiteren noch zu benennenden Spieler von den Mets. Die Mets bekommen OF-Prospect Khalil Lee von den Royals.
Benintendi ist bis einschließlich 2022 unter Teamkontrolle. Die Royals setzen darauf, dass er an frühere Leistungen anknüpfen kann, nachdem er letzte Saison unter Form- und Verletzungsproblemen litt. Aus Sicht der Mets ist das Geschäft, dass sie mit Lee ein Prospect bekommen, von dem sie mehr erwarten als von Winckowski (und der noch ausstehenden Beigabe). Auf Seiten der Red Sox sieht es danach aus, dass sie sich mit Masse statt Klasse bezahlen lassen, aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Hier die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche, wie immer beschränkt auf MLB-Verträge: C Yadier Molina (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 9 Millionen), RP Jake McGee (San Francisco Giants, 2 Jahre, 7 Millionen), OF Adam Duvall (Miami Marlins, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen), 2B Jonathan Schoop (Detroit Tigers, 1 Jahr, 4,5 Millionen), SP Chase Anderson (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 4 Millionen), IF Jonathan Villar (New York Mets, 1 Jahr, 3,55 Millionen plus Boni), SP Mike Fiers (Oakland Athletics, 1 Jahr, 3,5 Millionen), SP Mike Foltynewicz (Texas Rangers, 1 Jahr, 2 Millionen plus Boni), OF Jake Marisnick (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 1,5 Millionen), OF Albert Almora (Mets, 1 Jahr, 1,25 Millionen plus Boni). 

Mit zwei kleineren Trades ergänzen die Los Angeles Angels ihren Kader:  Von den St. Louis Cardinals kommt OF Dexter Fowler; die Cardinals legen bei dem Deal 12,75 Millionen Dollar und damit einen Großteil von Fowlers 14 Millionen Jahresgehalt drauf, um den Platz im Kader frei zu bekommen.  Von den Tampa Bay Rays erhalten die Angels RP Aaron Slegers im Austausch gegen einen später zu benennenden Spieler. Mit SP/OF Shohei Ohtani erzielten die Angels zudem eine vorzeitige Vertragsverlängerung, durch die beide Seiten das Arbitration-Verfahren abwenden. Ohtani erhält 3 Millionen Dollar für 2021 und 5,5 Millionen für 2022.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Januar 21st, 2021 by Silversurger

Aus dem Hot Stove dampft es gewaltig, die Offseason der MLB kommt endlich in Schwung. Drei der Top-10-Free-Agents und eine Menge weiterer interessanter Spieler sind in den letzten Tagen unter Dach und Fach gekommen. Die größten Schlagzeilen gehörten dabei den Blue Jays und den Yankees. Auch die Mets sorgten für Gesprächsstoff, aber da ging es leider weniger um sportliche Dinge als um das schlichtweg ekelhafte Verhalten eines – jetzt ehemaligen – leitenden Angestellten.  

Mets feuern GM Porter
Nur 37 Tage war Jared Porter in seinem Amt als General Manager der New York Mets. Dem 41-Jährigen wurde ein erst jetzt bekannt gewordener Vorfall aus dem Jahr 2016 zum Verhängnis. Er soll eine Journalistin sexuell belästigt haben, indem er ihr über 60 unverlangte und unbeantwortete aufdringliche Textnachrichten schickte, inklusive Bildern eines (seines?) erigierten Penis. 
„Typisch Mets“ könnte man denken, wenngleich die Vorfälle lange vor Porters Zeit in New York liegen und die Verantwortlichen des Klubs glaubhaft beteuern, von ihnen keine Ahnung gehabt zu haben, als sie sich für ihn entschieden. Der Eigentümer der Mets, Steven Cohen, reagierte innerhalb weniger Stunden nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe mit Porters Entlassung und betonte, es gebe unter seiner Führung „null Toleranz für diese Art des Verhaltens“. Team-Präsident Sandy Alderson wird den GM-Job nun vorerst selbst übernehmen und ohne Eile nach einem passenden Nachfolger für Porter suchen.
Seitens der Ligaleitung wird es eine Untersuchung der Vorwürfe geben, die voraussichtlich in einer befristeten oder unbefristeten Sperre Porters für jegliche Tätigkeit innerhalb der MLB enden dürfte.
Porter stellt den zweiten Fall innerhalb kurzer Zeit dar, in dem die Mets einen hochrangigen Angestellten einstellen und noch vor dem ersten Saisonspiel wieder feuern. Vor fast genau einem Jahr wurde Carlos Beltran von seinem erst zwei Monate zuvor angetretenen Mangerposten entbunden wegen der Rolle, die er im Sign-Stealing-Skandal der Astros gespielt hatte.

Blue Jays signen Springer
Sicher hätten die Verantwortlichen der Mets diese Woche lieber George Springer als Neuzugang vermeldet statt Fragen über das Geschlechtsteil ihres Ex-GM zu beantworten, doch das Rennen um den Centerfielder hat ein anderes Team gemacht: Die Toronto Blue Jays haben sich mit dem umworbenen Free Agent auf einen Sechsjahresvertrag geeinigt. Der dreifache All-Star bringt eine seltene Mischung aus starker Centerfield-Defense und noch stärkeren Offensivleistungen mit. Diese lassen die Blue Jays sich über den gesamten Vertragszeitraum hinweg 150 Millionen Dollar kosten.
Weil die Houston Astros als abgebender Verein dem 31-Jährigen ein Qualifying Offer vorgelegt hatten, wird für seine Verpflichtung eine Kompensation in Form von Draftpicks fällig: Die Astros erhalten einen zusätzlichen Pick in der vierten Runde der nächsten Draft, die Blue Jays verlieren dafür ihren Zweitrundenpick #54 sowie 500.000 Euro des Budgets für internationale Spielerverpflichtungen. 

Yankees: LeMahieu bleibt, Kluber kommt
Angesichts der aufrüstenden Konkurrenz sowohl in der Stadt (Mets) als auch in der Division (Blue Jays) wollen die New York Yankees nicht zurückstehen. Als ersten Teil eines Doppelschlags haben sie am Freitag das monatelange Tauziehen um eine Weiterverpflichtung von Second Baseman D. J. LeMahieu erfolgreich beendet. Der 32-Jährige erhält einen Sechsjahresvertrag über 90 Millionen Dollar. Obwohl beide Seiten von vornherein an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert waren, zogen sich die Verhandlungen hin, weil die Yankees mit ihrer Payroll dieses Jahr unbedingt unter der Luxussteuer-Grenze von 210 Millionen Dollar bleiben wollten. Diesen Kurs können sie nun beibehalten, indem die Zahlungsverpflichtungen gegenüber LeMahieu auf eine relativ lange Vertragslaufzeit gestreckt werden.
Noch am selben Tag legten die Yankees nach mit einer Verstärkung der Starting Rotation. Corey Kluber unterschreibt einen Einjahresvertrag über 11 Millionen Dollar. Der 34-Jährige war bis vor zwei Jahren das Pitching-Ass der Cleveland Indians, bevor er 2019 erst durch Formschwäche und dann auch noch durch einen gebrochenen Arm aus der Bahn geworfen wurde. 2020 trug er das Trikot der Texas Rangers, für die er verletzungsbedingt nur ein einziges Inning warf. In einem Probetraining vor Vertretern fast aller MLB-Teams zeigte er letzten Mittwoch offenbar mit Erfolg, dass mit ihm 2021 wieder zu rechnen ist.

Brantley bleibt bei den Astros
Um Michael Brantley gab es gestern etwas Verwirrung: Zuerst hieß es kurz nach Bekanntwerden des Springer-Deals, auch Springers Freund und Outfield-Kollege Brantley sei sich mit den Blue Jays einig und werde einen Dreijahresvertrag unterschreiben. Eine Stunde, nachdem diese Meldung die Runde gemacht hatte, dementierten die Blue Jays. Man sei interessiert an Brantley, aber es gebe noch keine Einigung. Nochmal gut zwei Stunden später dann die endgültige Kehrtwende: Brantley bleibt bei den Houston Astros. Der 33-Jährige erhält dort einen Zweijahresvertrag über 32 Millionen Dollar. Für die Astros ist das ein wichtiger Schritt, nachdem ihnen zuvor drohte, ihr komplettes bisheriges Stamm-Outfield – bestehend aus Springer, Brantley und Josh Reddick – in der Free Agency zu verlieren.
Neben Brantley haben sich die Astros auch einen neuen Catcher gesichert: Jason Castro kehrt nach vier Jahren in der Fremde zurück zu dem Verein, der ihn einst gedraftet hatte. Der 33-Jährige soll nach gerade eingetrudelten Meldungen einen Zweijahresvertrag bekommen, der sich wohl auf rund 7 Millionen Dollar beläuft. 

Weitere Neuverpflichtungen  
Auch die folgenden Spieler haben in den letzten Tagen neue Engagements in der MLB gefunden: SP Jose Quintana (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 8 Millionen Dollar), SP J. A. Happ (Minnesota Twins, 1 Jahr, 8 Millionen), RP Archie Bradley (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 6 Millionen), RP Kirby Yates (Toronto Blue Jays, 1 Jahr, 5,5 Millionen plus Boni), SP Martin Perez (Boston Red Sox, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen plus Boni), SP Jon Lester (Washington Nationals, 1 Jahr plus beidseitige Option, 5 Millionen), SP Alex Wood (San Francisco Giants, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). SP/RP Tyler Chatwood (Blue Jays, 1 Jahr, 3 Millionen plus Boni). 

3-Team-Trade um Musgrove und Lucchesi 
Die San Diego Padres, die New York Mets und die Pittsburgh Pirates haben sich auf einen Dreiecks-Trade geeinigt. Involviert sind zwei MLB-Spieler: zum einen SP Joe Musgrove, der von Pittsburgh nach San Diego wechselt, zum anderen SP Joey Lucchesi, der von den Padres zu den Mets geschickt wird. Die Pirates erhalten durch den Deal eine Reihe von Prospects – C/OF Endy Rodriguez von den Mets sowie CF Hudson Head, SP Omar Cruz, RP David Bednar und SP Drake Fellows von den Padres. Head dürfte in dieser Reihe der interessanteste Name sein, er wurde bisher als Nummer acht unter den Talenten der Padres gelistet.

Don Sutton ist tot 
Zum zweiten Mal hintereinander schließt der Grand Slam am Donnerstag mit der Trauermeldung zu einer Dodgers-Legende: Gut eine Woche nach Tommy Lasorda ist am Montag Don Sutton gestorben. Sutton war von 1966 bis 1988 als Starting Pitcher in der MLB aktiv. Er spielte für fünf verschiedene Teams, aber in 16 von 23 Saisons war er ein Dodger. Nach der aktiven Karriere war er als TV-Kommentator tätig, unter anderem für die Atlanta Braves. 1998 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen. Sutton erlag im Alter von 75 Jahren einer Krebserkrankung.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Januar 14th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison 2021 naht mit großen Schritten. Wenn alles wie geplant läuft, beginnen in gut einem Monat die Trainingslager mit dem Reporting der Pitcher und Catcher. Zwei Wochen später, Ende Februar, geht es dann auch schon los mit den Vorbereitungsspielen und am 1. April ist Opening Day. Bis dahin muss in Sachen Free Agency noch viel passieren, denn von den 20 Top-Free-Agents dieses Jahres sind sage und schreibe 17 noch ohne Vertrag. Das dürfte zu einem großen Teil der Unsicherheit im Angesicht der Coronalage geschuldet sein, aber da die MLB nach wie vor von einem pünktlichen Start ausgeht, müsste sich jetzt doch so langsam mal etwas tun auf dem Markt um Trevor Bauer, J. T. Realmuto, George Springer, D. J. LeMahieu usw.
Vielleicht zeigt mein Jammern ja wieder Wirkung. Letzte Woche hat es jedenfalls funktioniert: Gerade mal eine Stunde nach Veröffentlichung des Grand Slams am Donnerstag, dessen Hauptmeldung daraus bestand, dass es wenig zu vermelden gibt, kam es zu einem Blockbuster-Trade zwischen den Indians und den Mets.

Die Mets rüsten auf
Die neue Ära in der Teamgeschichte der New York Mets, eingeleitet mit dem den Kauf der Franchise durch Multimilliardär Steve Cohen, hat ihren ersten großen Deal: Shortstop Francisco Lindor und Starting Pitcher Carlos Carrasco wechseln von den Cleveland Indians nach Queens. Für die Mets sind das zwei deutliche Upgrades, die gemeinsam mit dem neuen Catcher James McCann und einem noch gesuchten neuen Centerfielder (Wunschkandidat: George Springer) den Anspruch untermauern, in diesem und den kommenden Jahren um einen Titel mitzuspielen. Der Preis für die beiden Verstärkungen ist aus Sicht der Mets recht überschaubar. Sie geben an Cleveland Amed Rosario und Andres Gimenez ab – zwei talentierte, aber weit unterhalb der All-Star-Klasse eines Lindor angesiedelte Shortstops – sowie die beiden noch weit von MLB-Reife entfernten Prospects Josh Wolf und Isaiah Greene. Das einzige, was mir als Metsfan an dem Trade nicht gefällt, ist, dass Lindor nur für ein Jahr unter Vertrag steht. Aber es laufen wohl schon Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung.
Auf Seiten der Indians passt der Trade in das Bild des Re-Toolings, das sie seit ein, zwei Jahren betreiben: Auch Mike Clevinger, Trevor Bauer und Corey Kluber wurden gegen eine Kombination junger MLB-Spieler und noch jüngerer Prospects abgegeben. Damit schwächen die Indians auf kurze Sicht ihr Team, sparen aber Geld ein und verhindern gleichzeitig, dass man in absehbarer Zeit in ein vollständiges Rebuilding-Projekt einsteigen müsste. 

Closer Hendriks zu den White Sox 
Die vom finanziellen Volumen her bislang größte Free-Agent-Verpflichtung dieser Offseason haben sich die Chicago White Sox geleistet: 54 Millionen Dollar lassen sie sich die Dienste von Closer Liam Hendriks bis 2024 kosten. Die gewählte Vertragskonstruktion ist interessant und meines Wissens in der MLB bisher noch nicht dagewesen. Es handelt sich formal um einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen plus eine Klub-Option für 2024 über 15 Millionen. Wenn der Klub die Option nicht zieht, bekommt Hendriks die 15 Millionen aber trotzdem, mit dem Unterschied, dass die Zahlung über zehn Jahre gestreckt wird. Das nenne ich mal eine nette Altersvorsorge.

Nationals signen Schwarber
Kyle Schwarber galt vor wenigen Jahren noch als kommender Superstar, inzwischen ist er aufgrund stark schwankender Leistungen eher als ewiges Talent verschrien. Nachdem die Chicago Cubs die Geduld mit dem Outfielder und Catcher verloren und ihm gekündigt haben, haben nun die Washington Nationals zugegriffen. Sie bezahlen dem 27-Jährigen 10 Millionen Dollar für ein Jahr plus beidseitige Option auf ein weiteres Jahr, die ihm weitere 8 Millionen einbringen würde.

Late-Inning-Hilfe für die Astros 
Die Houston Astros bessern ihren Bullpen mit zwei neuen Relievern auf. Das prominentere der neuen Gesichter ist Pedro Baez. Der 32-Jährige verbrachte seine gesamte bisherige Karriere bei den Los Angeles Dodgers und kam dort in sieben Jahren auf starke 3.03 ERA. Bei den Astros erhält Baez einen Zweijahresvertrag plus Kluboption, der ihm 12 Millionen Dollar garantiert und dazu noch ein paar Leistungsboni vorsieht. Zudem kommt der Rechtshänder Ryne Stanek nach Houston. Er bekommt 1,1 Millionen für einen Einjahresvertrag.

Neuer Infielder bei den Brewers  
Die Milwaukee Brewers sind bekannt dafür, im Infield auf Flexibilität zu setzen mit zahlreichen Utility-Spielern, die je nach Matchup und Spielsituation zwischen den einzelnen Posten rotieren. Dieser Strategie bleiben sie offenbar treu, jedenfalls passt Neuverpflichtung Daniel Robertson genau ins Bild. Auf seinen bisherigen Stationen in Tampa Bay und San Francisco ist der 26-Jährige meistens als Second Baseman, Third Baseman oder Shortstop aufgelaufen und hat auch schon auf jeder anderen Position außer Catcher gespielt. Robertson erhält einen Einjahresvertrag über 900.000 Dollar, der ihm leistungsabhängig noch bis zu 400.000 Dollar mehr einbringen kann.

Tommy Lasorda ist tot 
Zum Abschluss eine traurige Nachricht: Tommy Lasorda ist tot. Der langjährige Manager der Los Angeles Dodgers starb Donnerstagnacht im Alter von 93 Jahren. Lasorda leitete das Team von 1976 bis 1996, gewann mit ihm viermal die National League und zweimal die World Series. Unmittelbar nachdem er seine Karriere beendet hatte, wurde er 1997 in die Hall of Fame aufgenommen und die Dodgers retireten sein Trikot mit der Nummer 2. Im Jahr 2000 unterbrach er seinen Ruhestand, um die US-Nationalmannschaft zur Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney zu führen.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Januar 7th, 2021 by Silversurger

Was für ein Start in das lang herbei gesehnte Jahr 2021: Zum Corona-Desaster kamen gestern Abend die unglaublichen und unwürdigen Szenen im und um das US-Kapitol hinzu. In Sachen Baseball gibt es derweil leider kaum Neues zu vermelden, das von den politischen und medizinischen Krankheiten ablenken könnte. Die wenigen nennenswerten Meldungen habe ich im Folgenden wie gewohnt zusammengefasst.  

MLB soll pünktlich starten, Minor Leagues später
Die MLB-Saison 2021 beginnt am 1. April. Angesichts der Pandemie sind solche Ankündigungen natürlich mit Vorsicht zu genießen, aber aktuell gehen sowohl die Liga als auch die Spielergewerkschaft MLBPA davon aus, dass der Termin gehalten wird. Entsprechende Ankündigungen wurden diese Woche veröffentlicht.
Anders sieht es für die Minor Leagues aus. Nachdem sie letztes Jahr wegen Corona die gesamte Saison absagen mussten, werden 2021 zumindest die Single-A- und Double-A-Ligen erst verspätet in den Spielbetrieb einsteigen. Die Entscheidung geht von der MLB aus, da man verhindern möchte, dass zu viele Spieler auf einmal an den Spring-Training-Standorten präsent sind. Die MLB- und wahrscheinlich auch die AAA-Teams sollen ihr Spring Training regulär durchführen, und erst wenn sie die Einrichtungen verlassen haben, rücken die Mannschaften der niedrigeren Ligen nach. Die Teams wurden bereits informiert, dass sie sich auf eine Saisondauer bis 3. Oktober einrichten sollen, einen vollen Monat länger als üblich.

Drei Free Agents weniger
Der Free-Agent-Markt entwickelt sich nach wie vor quälend langsam. Drei Namen kann man diese Woche von der Liste der Arbeitsuchenden streichen: Relief Pitcher Blake Treinen bleibt bei den Los Angeles Dodgers. Die beiden Seiten haben sich auf einen Zweijahresvertrag über 17,5 Millionen Dollar geeinigt; der Verein hat zudem die Option auf ein drittes Jahr. Outfielder Robbie Grossman heuert für zwei Jahre bei den Detroit Tigers an, die ihm dafür 10 Millionen Dollar zahlen. Die San Francisco Giants ergänzen ihren Kader um Catcher Curt Casali. Er erhält einen Einjahresvertrag über 1,5 Millionen Dollar.

Sugano entscheidet heute 
Einer der am stärksten umworbenen internationalen Free Agents ist der japanische Pitcher Tomoyuki Sugano. Für ihn endet heute Abend um 23 Uhr unserer Zeit das 30-tägige Zeitfenster für die Verpflichtung durch ein MLB-Team. Als Bewerber um seine Dienste wurden in den vergangenen Wochen die Boston Red Sox, die New York Mets, die San Diego Padres, die Texas Rangers, die Toronto Blue Jays und die San Francisco Giants genannt. Die meisten dieser Teams sind wohl aus dem Rennen, als wahrscheinlichste Kandidaten gelten kurz vor der Deadline die Blue Jays und die Giants. Es ist auch möglich, dass Sugano die Frist verstreichen lässt und sich damit für einen Verbleib bei den Yomiuri Giants in der NPB entscheidet. Der Klub hat ihm einen langfristigen Vertrag mit jährlicher Ausstiegsklausel angeboten für den Fall, dass er doch erst später sein Glück in der MLB suchen will.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , ,

Dezember 24th, 2020 by Silversurger

Fröhliche Festtage allerseits! Der Grand Slam macht auch an Weihnachten keine Pause, fällt heute aber ein bisschen mager aus – es tut sich einfach nicht allzu viel im Baseball in dieser Zeit des Jahres. Feiert schön im kleinen Kreis und schaut spätestens am Dienstag wieder hier vorbei, denn dann gibt es die nächste Folge der Serie über die Skandale der MLB.  

Phillies befördern Fuld
Die Philadelphia Phillies treiben den Umbau ihres Front-Offices weiter voran: Nachdem letzte Woche Dave Dombrowski in der neu geschaffenen Rolle des President of Baseball Operations präsentiert wurde, wird ihm nun Sam Fuld als General Manager zur Seite gestellt. Fuld ist seit dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2017 für die Phillies tätig, bislang als Director of integrative Baseball Performance, eine Art Bindeglied zwischen der Analyseabteilung und den Spielern. Ebenfalls befördert wurde innerhalb der Organisation Jorge Vellandia, der künftig als Assistenz-GM tätig ist. 

White Sox sichern sich Yoelki Cespedes 
Eines der talentiertesten Teams der Liga angelt sich ein weiteres Top-Prospect: Die Chicago White Sox sind sich mit Outfielder Yoelki Cespedes einig und werden ihn im Januar gegen ein Handgeld von 2 Millionen Dollar unter Vertrag nehmen. Der 23-jährige Kubaner ist ein Halbbruder von Yoenis Cespedes. Yoelki (auf manchen Seiten auch „Yoelkis“ geschrieben) gilt als eines der größten internationalen Talente der wegen Corona verschobenen Signing-Periode 2020/21.

Neben Cespedes steht mit Oscar Colas ein weiterer Kubaner im Fokus des Interesses. Der Outfielder und Pitcher wurde nach einem längeren Tauziehen mit den japanischen SoftBank Hawks von der MLB zum Free Agent erklärt und kann nun ebenfalls ab 15. Januar verpflichtet werden. Der 22-Jährige wird demnächst einige Probetrainings absolvieren. Die White Sox sind aus dem Rennen um ihn vermutlich raus, nachdem sie einen Großteil ihres verfügbaren Bonuspools für Cespedes verwenden. 

Ein paar Free-Agent-Signings 
Auf dem Free-Agent-Markt haben sich in den letzten Tagen keine großen Namen bewegt, aber ein paar wenige MLB-Signings gibt es doch zu vermelden: Die Detroit Tigers verpflichten SP Jose Urena für ein Jahr zum Preis von 3,25 Millionen Dollar plus 250.000 Euro mögliche Einsatzboni. SP/RP Matt Andriese geht zu den Boston Red Sox. Er erhält dort mindestens 2,1 Millionen für die Saison 2021. Falls der Klub die Option auf ein weiteres Jahr zieht und Andriese sämtliche Einsatzprämien erreicht, kann er in den zwei Jahren bis zu 7,35 Millionen verdienen. Die Los Angeles Dodgers geben RP Tommy Kahnle einen Zweijahresvertrag über rund 5 Millionen. Das ist eine stolze Summe für einen Reliever, der voraussichtlich nur im zweiten Vertragsjahr spielen wird, da er nach einer Tommy-John-Surgery im August wohl 2021 kaum oder gar nicht eingesetzt werden kann. Die Cincinnati Reds schließlich haben RP Edgar Garcia an Land gezogen. Der kürzlich von den Rays entlassene Reliever erhält einen Vertrag über 600.000 Dollar für ein Jahr.

Gehälter fast 2,5 Milliarden niedriger als 2019
Im Jahr 2020 bezahlten die MLB-Klubs rund 1,75 Milliarden Dollar an Spielergehältern. Das ist ein extremer Abfall gegenüber 2019, als diese Zahl noch bei 4,22 Milliarden lag. Der Grund dafür ist natürlich die Corona-Pandemie, welche die Liga zu einer Verkürzung der Saison zwang und dazu, dass die vertraglich vorgesehenen Zahlungen nur anteilig nach Anzahl der Spiele erfolgten. Die Gehälter wurden dadurch gegenüber einer 162-Spiele-Saison um 63% reduziert. Dass die genannte Gesamtsumme nur 59% unter der Marke des letzten Jahres lag, zeigt, dass bei einer normal durchgeführten Saison die Gehälter gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen wären. Die höchste Payroll hatten die Dodgers mit 98,6 Millionen Dollar für ihre Meistermannschaft, gefolgt von den Yankees mit 86,3 Millionen.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , ,

Dezember 3rd, 2020 by Silversurger

Der Free-Agent-Markt der MLB entwickelt sich nach wie vor sehr träge. Was sich seit letzter Woche getan hat, habe ich im Folgenden wie üblich für euch zusammengefasst. Am nächsten Dienstag geht es übrigens los mit der Artikelserie, für die ihr euch im Wunschkonzert entschieden habt: Macht euch gefasst auf die größten Skandale der MLB-Geschichte!

Minor, May, Maile finden neue Teams
Drei nennenswerte Free-Agent-Signings gibt es diese Woche zu vermelden: Die Kansas City Royals haben sich die Dienste des linkshändigen Starters Mike Minor gesichert. Minor absolvierte 2020 für die Rangers und die Athletics insgesamt 56.2 Innings und brachte es auf einen wenig begeisternden ERA von 5.56. Die Royals setzen einen Zweijahresvertrag über 18 Millionen Dollar darauf, dass Minor zurück zu der Form findet, die er 2019 bei den Rangers gezeigt hat (208.1 Innings, 3.59 ERA).
Ebenfalls für zwei Jahre unterschreibt Reliever Trevor May bei den New York Mets. May ist ein starker rechtshändiger Strikeout-Pitcher, der den Mets neue Möglichkeiten für die Gestaltung der späten Innings gibt. Sie lassen sich die Dienste des ehemaligen Twins 15,5 Millionen Dollar kosten.
Auch die Milwaukee Brewers haben sich auf dem Free-Agent-Markt bedient, indem sie Catcher Luke Maile anheuerten. Der 29-Jährige stand zuvor ein Jahr bei den Pittsburgh Pirates unter Vertrag, für die er aber wegen eines gebrochenen Fingers kein Spiel absolvierte. Details seiner Einigung mit den Brewers sind bisher nicht bekannt. 

Iglesias und Knebel nach Los Angeles
Auch zwei kleine Trades gab es diese Woche. Die Los Angeles Dodgers holen Reliever Corey Knebel von den Milwaukee Brewers. Die Brewers erhalten im Gegenzug einen noch nicht benannten Spieler. Es handelte sich offenbar um ein Last-Minute-Geschäft, nachdem die Brewers geplant hatten, Knebel zu entlassen.
Ebenfalls nach Los Angeles, allerdings zu den Angels, verschlägt es Shortstop José Iglesias. Im Tausch gegen ihn erhalten die Baltimore Orioles die beiden Minor-League-Pitcher Garrett Stallings und Jean Pinto. Die Verpflichtung von Iglesias spricht eine relativ deutliche Sprache, dass die Angels offenbar nicht mehr mit ihrem bisherigen Shortstop Andrelton Simmons planen, dessen Vertrag ausgelaufen ist.

Neue Gesichter auf dem Markt
Bis gestern hatten die MLB-Teams Zeit, jenen Spielern, die sie über das Arbitration-Verfahren weiterhin exklusiv an sich hätten binden können, ein Vertragsangebot zu unterbreiten. Wie üblich gingen einige Spieler leer aus, weil ihr Klub sich gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden hat. Diese Spieler sind damit frei, sich ein neues Team zu suchen und mit diesem einen Vertrag auszuhandeln. Die überraschendsten und namhaftesten unter ihnen sind die Outfielder Kyle Schwarber (Chicago Cubs), David Dahl (Colorado Rockies), Eddie Rosario (Minnesota Twins), Adam Duvall (Atlanta Braves) und Nomar Mazara (Chicago White Sox), Third Baseman Maikel Franco (Kansas City Royals) sowie die Pitcher Carlos Rodon (Chicago White Sox) und Archie Bradley (Cincinnati Reds). Eine vollständige Liste der nicht-getenderten Spieler findet ihr bei mlbtraderumors.

Domingo Santana nach Japan
Schon im Oktober hatten die Cleveland Indians ihrem Outfielder Domingo Santana mitgeteilt, dass er in ihrer Planung für die nächste Saison keine Rolle spielt. Der Klub ließ die Vertragsoption verstreichen, die den Outfielder für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr in Cleveland gehalten hätte. Der 28-Jährige wird versuchen, seine Karriere durch einen Wechsel nach Japan zu retten. Er heuert dort bei den Yakult Swallows (ja, die heißen wirklich so) in der NPB an. Vertragsdetails sind bisher nicht bekannt.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , ,