September 28th, 2020 by Silversurger

Es lief längst nicht alles glatt in der wegen Corona verkürzten MLB-Saison 2020, aber der erste große Meilenstein ist erreicht: Die reguläre Saison wurde wettbewerbsgerecht durchgeführt und abgeschlossen, sodass jetzt die Playoffs folgen können. Um die Teilnehmerplätze wurde vor allem in der National League bis zum letzten Tag gerungen. Auf der Zielgeraden war es eher ein Schneckenrennen, denn die Brewers verloren zwar ihr letztes Spiel, profitierten aber davon, dass sowohl die Giants als auch die Phillies es ihnen gleichtaten. Anscheinend war niemand besonders wild darauf, bei den Dodgers antreten zu müssen…

Die Best-of-3-Serien der Wild-Card-Runde finden komplett im Stadion des höher gesetzten Teams statt und werden ohne Pausentag durchgezogen. Den Anfang machen die Teams der American League, die am Dienstag, Mittwoch und (sofern das dritte Spiel nötig ist) am Donnerstag spielen. Die Serien der National League laufen von Mittwoch bis Freitag. Die nächste Runde der Playoffs, die Divisional-Series, beginnt nächste Woche am Montag (AL) bzw. Dienstag (NL).

American League
Tampa Bay Rays vs. Toronto Blue Jays
Das Duell der Nr. 1 gegen die Nr. 8 der AL ist das einzige zwischen zwei Teams, die sich schon während der regulären Saison gesehen haben. In diesen Spielen behielten die Rays mit 6:4 Siegen die Oberhand, und natürlich gehen sie auch in die Playoffs als Favorit. Für die Blue Jays ist es bereits ein Riesenerfolg, so weit gekommen zu sein in einem Jahr, in dem sie wegen Coronaauflagen kein einziges Spiel in ihrem eigenen Stadion absolvieren durften.

Oakland Athletics vs. Chicago White Sox
Das junge Team der White Sox schien auf dem besten Weg, die AL Central zu gewinnen, doch auf der Zielgeraden geriet es spürbar ins Stolpern mit nur noch zwei Siegen aus den letzten acht Spielen. Damit haben sie sich eingehandelt, bei den Athletics antreten zu müssen, die die AL West in diesem Jahr massiv dominiert haben.

Minnesota Twins vs. Houston Astros
Die Twins haben in den letzten Spielen alles dafür gegeben, nicht wieder gegen die Yankees antreten zu müssen, gegen die ihre letzten vier Playoffteilnahmen allesamt in der ersten Runde endeten. Das ist gelungen, indem das Kepler-Team sich den Divisionssieg und damit Rang 3 auf der Setzliste sicherte. Nun dürfen sie zu Hause antreten gegen die Houston Astros, das ehemalige Spitzenteam, welches nach dem Sign-Stealing-Skandal und einer negativen Saisonbilanz seinen Schrecken weitgehend verloren hat.

Cleveland Indians vs. New York Yankees
Auch eine interessante Paarung: Das Team mit der stärksten Offense der AL – die Yankees mit 315 erzielten Runs – trifft auf das Team mit der besten Defense der MLB – die Indians mit nur 209 zugelassenen Runs. Sowohl die Indians als auch die Yankees hatten in der ersten Septemberhälfte einen Durchhänger und gerieten in Gefahr, die Playoff-Teilnahme zu verspielen. Beide haben sich dann wieder gefangen und spielen nun die Teilnahme an der Divisional-Runde untereinander aus.

National League
Los Angeles Dodgers vs. Milwaukee Brewers
Die Dodgers waren vor der Saison der große Favorit, und bisher sind sie allen Erwartungen gerecht geworden: Zum achten Mal in Folge haben sie die NL West gewonnen und das mit einer Winning Percentage von 71,7%  und somit der besten MLB-Saison eines Teams seit 1954. Die Brewers sind trotz einer negativen Bilanz gerade noch ins Playoff-Feld gerutscht und somit krasser Außenseiter gegen das Über-Team aus Los Angeles.

Atlanta Braves vs. Cincinnati Reds
Während die drei Mit-Favoriten in der vermeintlich starken NL East enttäuschten, sicherten die Braves sich souverän den dritten Divisionssieg in Folge. Nun wollen sie endlich mal über die erste Playoff-Runde hinauskommen, was ihnen die letzten neun Male verwehrt blieb. Die Reds haben es zum ersten Mal seit sieben Jahren in die Postseason geschafft. Nicht zuletzt wegen der überragenden Form von Cy-Young-Kandidat Trevor Bauer könnten sie für eine weitere Überraschung gut sein.

Chicago Cubs vs. Miami Marlins
Die Cubs hatten unter ihrem neuen Manager David Ross einen sehr starken Start in die Saison und cruisten den Rest des Weges mit wechselhaften Leistungen zum Divisionssieg. Vor dem Überraschungsteam aus Miami sollten sie gewarnt sein: Die Marlins haben bisher noch nie eine Playoff-Serie verloren. Bei ihren beiden bislang einzigen Teilnahmen, 1997 und 2003, holten sie immer gleich die World Series.

San Diego Padres vs. St. Louis Cardinals
Als Divisionszweiter ist „Slam Diego“ zwar nur an Nummer 4 gesetzt, aber nach Siegen und Run Differential sind die Padres das zweitstärkste Team der NL. In der Heimserie gegen St. Louis sehe ich sie als deutlichen Favoriten. Andererseits haben die Cardinals dieses Jahr schon unter Beweis gestellt, dass sie in der Lage sind, widrigsten Umständen zu trotzen – man denke nur an ihre 16-tägige Pause wegen Coronafällen und an die vielen, vielen Doubleheader, die sie deswegen den Rest der Saison über spielen mussten.

 

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August 20th, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison läuft auf vollen Touren. Das klingt wie ein Allgemeinplatz, ist aber tatsächlich eine hochaktuelle Meldung: Gestern war nämlich der erste Tag seit über drei Wochen, an dem kein Team coronabedingt pausieren musste. Die Cardinals, die es besonders schwer erwischt hatte, sind seit Samstag wieder im Rennen. Ab demselben Tag mussten einige Reds-Spiele wegen eines positiven Testergebnisses ausfallen. Da diese Infektion eines einzelnen, namentlich nicht genannten Spielers offenbar keine weiteren Kreise zog, konnten die Reds schon gestern mit einem Doubleheader gegen die Royals wieder ins Geschehen eingreifen.

American League
In der Tabelle der AL East sind die New York Yankees (16-8) plötzlich nicht mehr unangefochten – zwei Niederlagen gegen den direkten Konkurrenten Tampa Bay Rays (16-9) haben dazu geführt, dass die Rays nach Siegen gleichgezogen haben. Mit neun gewonnenen Spielen aus den letzten zehn ist Tampa Bay zurzeit das heißeste Team der Liga, und wenn heute Abend (siehe „Einschalttipp“) ein weiterer Erfolg gelingt, übernehmen sie die Führung der Division. Die Yankees leiden derweil mal wieder unter dem Verletzungspech, das ihnen seit Jahren ein treuer Begleiter ist. Mit Giancarlo Stanton, Aaron Judge und DJ LeMahieu landeten in der vergangenen Woche drei ihrer herausragenden Batter auf der Injury List. Auch die Teams in der zweiten Reihe der AL East sind sich in den letzten Tagen direkt begegnet: Die überraschend gut gestarteten Baltimore Orioles (12-12) unterlagen dreimal hintereinander den Toronto Blue Jays (10-11), wodurch die Lücke zwischen den beiden fast geschlossen wurde. Die Boston Red Sox (7-18) befinden sich derweil weiterhin im freien Fall, weisen mittlerweile den zweitschlechtesten Record und die schlechteste Run-Differenz (-49) der MLB auf.

Die AL Central wird nach wie vor von den Minnesota Twins (16-9) angeführt, doch die Cleveland Indians (15-9) mit zuletzt fünf Siegen in Folge bleiben dran. Hier wird es vor allem nächste Woche von Dienstag bis Donnerstag spannend, wenn die beiden eine Serie gegeneinander spielen. Zu den Indians ist noch zu erwähnen, dass es nach dem letzte Woche erwähnten Zwischenfall um Mike Clevinger und Zach Plesac ein Team-Meeting gab. Darin äußerten mehrere Spieler offen ihren Ärger über die beiden Pitcher, die mit einem abendlichen Ausflug die Pandemieregeln verletzt und anschließend darüber gelogen hatten. Mindestens ein Mitspieler drohte offen an, aus der Saison auszusteigen, falls Clevinger und Plesac kurzfristig in den Kader zurückkehren sollten. Das wird erst mal nicht passieren, die beiden trainieren zurzeit an einem gesonderten Standort. Wie es mit ihnen weitergeht, ob man ihnen nach einer angemessen langen Quarantäne verzeiht oder ob man versucht sie zu traden, bleibt abzuwarten. Zurück zum Sport: Das junge Team der Chicago White Sox (14-11) hat in den letzten Tagen in einen Rhythmus gefunden und könnte der lachende Dritte werden, wenn sich die Twins und die Indians nächste Woche gegenseitig die Punkte wegnehmen. Davor steht für die White Sox allerdings noch das Derby gegen die Cubs übers Wochenende. Hinter den drei erwähnten Teams tut sich schon eine gewisse Kluft auf: Die Detroit Tigers (9-13) und die Kansas City Royals (10-15) werden erwartungsgemäß mit den Playoffs nichts zu tun haben.

Ziemlich sicher dürfte hingegen schon jetzt die Playoff-Teilnahme der Oakland Athletics (17-8) sein. Die A’s haben nach wie vor die beste Bilanz der gesamten AL. Ihr Hauptkonkurrent um den ersten Platz der AL West sind inzwischen die Houston Astros (14-10), die sich nach ihrem durchwachsenen Start mit einer Serie von sieben Siegen zurück ins Rennen gearbeitet haben. Kurioserweise weisen die Athletics und die Astros momentan exakt dieselben Zahlen sowohl erzielter (126) als auch kassierter (99) Runs auf. Am Wochenende wartet auf Houston eine schwere Aufgabe in Form der Padres. Die haben gerade drei Spiele gegen die Texas Rangers (10-13) gewonnen und damit deren Hoffnungen auf eine gute Saison einen herben Dämpfer versetzt. Bei den Los Angeles Angels (8-17) und den Seattle Mariners (8-18) sind derartige Hoffnungen bereits begraben.

National League
Kommen wir zur spannendsten Division der Liga, der NL East. Der Vorsprung der führenden Atlanta Braves (14-11) auf die letztplatzierten Washington Nationals (9-12) beträgt gerade mal drei Spiele. Zum Vergleich: In den anderen Divisionen der NL ist schon der Abstand zwischen Platz eins und zwei größer als in der East jener zwischen eins und fünf. Die Ausgeglichenheit spiegelt sich auch in den jüngsten Ergebnissen wieder: Die Braves und die Nationals sowie die Philadelphia Phillies (9-10) und die New York Mets (12-14) haben von ihren letzten zehn Spielen jeweils fünf gewonnen und fünf verloren. Nur die Miami Marlins (9-9) fallen etwas aus der Reihe. Sie hatten vor und kurz nach ihrer Coronapause einen überraschenden Traumstart, befinden sich nun aber mit fünf Niederlagen hintereinander gegen die Braves und die Mets klar auf dem absteigenden Ast.

Einen Traumstart hatten auch die Chicago Cubs (16-8) in der NL Central. Davon zehren sie nach wie vor, denn auch wenn sie fünf ihrer letzten acht Spiele verloren haben, schickt sich innerhalb der Division niemand an, ihnen ernsthaft das Leben schwer zu machen. Eine ausgeglichene Bilanz reicht den Milwaukee Brewers (10-10) für Platz zwei, dahinter folgen die St. Louis Cardinals (6-7). Die Cardinals haben angesichts ihrer vielen Nachholspiele noch reichlich Gelegenheit, das Feld von hinten aufzurollen – ich würde allerdings eher damit rechnen, dass die zahlreichen vorgesehenen Doubleheader auf Dauer zu viel Kraft kosten. Auch die Cincinnati Reds (10-12) haben noch Spiele nachzuholen und könnten für eine Überraschung gut sein, zumal sie nun 15-mal hintereinander ausschließlich gegen die Cubs, die Brewers und die Cardinals antreten. Die Pittsburgh Pirates (4-16) sind bisher mit Abstand das schwächste Team der gesamten Liga und auf dem Weg zu einer historischen Saison: Ihre bisherige Siegquote von 20% wäre die schlechteste eines Major-League-Teams seit 140 Jahren.

In der NL West hat sich in der vergangenen Woche einiges gerade gerückt in Richtung der Verhältnisse, die man vor der Saison erwartet hatte. Damit meine ich insbesondere, dass die Los Angeles Dodgers (18-8) sich klar vom Rest des Feldes abgesetzt haben und dass die furios gestarteten Colorado Rockies (13-11) gegenüber den San Diego Padres (14-12) und den Arizona Diamondbacks (13-12) auf Normalmaß zurückgeschrumpft sind. Zwischen diesen drei Teams dürfte der Rest der Saison ein richtig spannendes Hauen und Stechen um Platz zwei und vielleicht den einen oder anderen Wild-Card-Platz werden. Schon etwas abgeschlagen sind in dieser Division einzig die San Francisco Giants (10-16).

Szene der Woche
Darf man bei einer 7-Run-Führung und geladenen Bases im achten Inning nach einem 3-0-Pitch schlagen? Die offensichtliche Antwort des Regelbuches lautet „na klar“. Aber im Baseball gibt es bekanntlich auch noch die sogenannten ungeschriebenen Regeln. Das Problem mit diesen Regeln ist, dass niemand genau sagen kann, wie sie lauten, weil sie – nun ja: ungeschrieben sind. Relativ einig ist man sich, dass bei einer hohen Führung keine besonderen Aktionen wie ein überraschender Bunt oder das Stehlen einer Base versucht werden, weil man den Gegner nicht unnötig demütigen soll. So weit, so gut, aber gehört dazu auch, dass man nicht den Schläger schwingen darf, wenn man einen Fastball in der Mitte der Strikezone serviert bekommt? Bei den Texas Rangers scheinen einige das so zu sehen, unter anderem Pitcher Ian Gibaut, der den Grand Slam von Fernando Tatis Jr. damit „bestrafte“, den nächsten Pitch in Richtung des Kopfes von Manny Machado zu werfen. Ganz ehrlich: So etwas hat für mich nichts mit ungeschriebenen Regeln zu tun, sondern einzig und allein mit schlechten Verlierern.

Statistik der Woche 
6. So viele Spiele mit 3 Homeruns in der Karriere eines Spielers sind MLB-Rekord. Gehalten wird dieser von drei Spielern: von Johnny Mize, der seine sechs 3-Homer-Auftritte von 1938 bis 1950 hatte, von Sammy Sosa mit derselben Leistung in den Jahren 1996 bis 2002 und seit letzten Donnerstag auch von Mookie Betts. Zweimal im Jahr 2016, zweimal 2018, einmal 2019 und nun das erste Mal 2020 schlug Betts den Ball dreifach über den Zaun. Da er erst 27 Jahre alt ist und bei den Dodgers erst kürzlich einen Vertrag bis 2033 unterschrieben hat, stehen die Chancen für ihn gut, sich früher oder später den alleinigen Rekord zu sichern.

Spiel der Woche
Hier kann diese Woche nur die Partie zwischen den Minnesota Twins und den Milwaukee Brewers von Dienstagnacht stehen. Acht Innings lang war es die Show von Twins-Starter Kenta Maeda, der den Brewers keinen Hit erlaubte. Im neunten Inning endete der No-Hitter beim Stand von 3:0 für die Twins durch einen Schlag von Eric Sogard, der haarscharf an Jorge Polancos Handschuh vorbei ging. Ein schwacher Auftritt von Minnesotas Closer Taylor Rogers und ein Error von Infielder Ildemado Vargas ermöglichten den Brewers, den Spielstand auszugleichen. Es folgten drei Extra-Innings mit diversen interessanten Szenen: der Ejection von Twins-1B Marwin Gonzalez, die Catcher Mitch Garver zwang, die für ihn ungewohnte Position zu übernehmen; einem Inning, in dem die Twins nur zwei Batter an die Platte schickten (das dritte Out war der automatische Runner nach der neuen Extra-Innings-Regel); einem sehenswerten Diving-Catch von Max Kepler; und schließlich dem Walkoff-Sieg der Twins durch ein Single von Polanco.

Mein Einschalttipp
Von einem Showdown zu sprechen, ist sicher noch verfrüht, doch immerhin steht beim heutigen Besuch der Tampa Bay Rays in Yankee Stadium die Tabellenspitze der AL East auf dem Spiel. Die Rays haben die ersten beiden Partien der Serie mit 6:3 und 4:2 gewonnen – mathematisch würde ich im dritten Spiel ein 2:1 erwarten, aber so vorhersehbar ist Baseball zum Glück nicht. Für die Yankees wäre es das erste Mal seit drei Jahren, dass sie im eigenen Stadion einen 3-Spiele-Sweep erleiden. Verhindern soll dies Starting Pitcher James Paxton (7.04 ERA, 4.97 FIP), der in diesem Jahr allerdings bislang noch nicht seine gewohnte Form gefunden und deutlich an Wurfgeschwindigkeit eingebüßt hat. Die Rays verzichten auf einen klassischen Starter, John Curtiss (2.84 ERA, 2.99 FIP) wird für sie als Opener ins Spiel gehen. Ich werde heute Abend ab 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf jeden Fall reinschauen. Die Möglichkeit dazu gibt es wie immer auf mlb.tv, und erfreulicherweise hat sich auch DAZN entschieden, die Partie zu übertragen.

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August 13th, 2020 by Silversurger

Covid-19 und kein Ende in Sicht: Nachdem am letzten Wochenende neue Fälle bei den St. Louis Cardinals auftraten, mussten bis einschließlich heute alle Spiele der Cardinals abgesagt werden. Zudem sahen sich die Cleveland Indians zu internen Sperren gezwungen, weil ihre Pitcher Zach Plesac und Mike Clevinger sich am Samstag ins Nachtleben von Chicago gestürzt und damit die Pandemieregeln der Liga verletzt hatten. Aus Sorge, dass Corona-Ausbrüche nach der regulären Saison auch die Playoffs durcheinander wirbeln könnten, wird inzwischen immer lauter darüber nachgedacht, die Postseason in einer Bubble auszutragen. Das würde bedeuten, dass man zwei bis drei Stadien auswählt, in denen sämtliche Playoffspiele stattfinden, während die Teams in nahe gelegenen Hotels so weit wie möglich von der Außenwelt isoliert werden. Die Entscheidung, ob man einen solchen Weg gehen möchte, wird aber erst für September erwartet.

National League
In der Tabelle der NL East stehen nach wie vor die Miami Marlins (8-4) an der Spitze, wenngleich ihr Höhenflug nach dem verblüffenden 7-1-Start erst mal gestoppt scheint. Am Wochenende müssen die Marlins dreimal gegen die Atlanta Braves (11-9) ran, den eigentlichen Favoriten der Division, der selbst gerade drei Niederlagen hinter sich hat und auf Wiedergutmachung aus sein wird. Die anderen Teams der ursprünglich als besonders stark eingeschätzten Division bleiben bisher allesamt hinter den Erwartungen zurück: Bei den Washington Nationals (6-8) funktioniert die Offensivabteilung nur sporadisch, während die New York Mets (8-11) Probleme haben, regelmäßig verlässliche Starting Pitcher aufzustellen. Noah Syndergaard fällt nach seiner Tommy-John-Surgery vom März das ganze Jahr aus; Marcus Stroman wird dieses Jahr ebenfalls nicht pitchen, nachdem er sich in der Gemengelage um seine Wadenverletzung und die Corona-Pandemie für den Opt-Out entschieden hat; Steven Matz befindet sich zudem in einer tiefen Formkrise. Die Philadelphia Phillies (5-8) haben gerade zweimal gegen die Orioles verloren und brauchen im „Duell der Enttäuschten“ mit den Mets am Wochenende einen Erfolg, wenn sie die Playoff-Hoffnungen nicht früh begraben wollen.

In der NL Central geben nach wie vor die Chicago Cubs (12-3) unangefochten den Ton an. Ihre Bilanz nach dem ersten Viertel der Saison ist die beste der gesamten MLB, während die Cincinnati Reds (8-10) und die Milwaukee Brewers (7-9) den Erwartungen bisher nicht gerecht werden. In den kommenden Tagen treffen die Brewers viermal auf die Cubs, sodass das Wochenende entweder eine frühe Vorentscheidung oder neue Spannung bringen kann. Die St. Louis Cardinals (2-3) sind bisher noch kaum zu beurteilen – man kann ihnen nur wünschen, dass sie ihren Corona-Ausbruch endlich im Griff haben und noch eine halbwegs reguläre Restsaison spielen können. Dass sie es dabei noch auf 60 Spiele bringen, erscheint inzwischen unwahrscheinlich.

Hochspannung in der NL West hätte man angesichts der klaren Favoritenstellung der Los Angeles Dodgers (12-7) eher nicht erwartet, aber die Colorado Rockies (12-6) und die San Diego Padres (11-8) sorgen mit starken Leistungen bislang für ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im direkten Duell mit den Padres mussten die Dodgers in den letzten drei Tagen zwei Niederlagen hinnehmen. In der kommenden Nacht bekommen die Padres die Gelegenheit, durch einen weiteren Sieg mit den Dodgers gleichzuziehen (siehe „Einschalttipp“).

American League
In der AL East werden die New York Yankees (12-6) ihrer Favoritenrolle schon seit Beginn gerecht. Die Tampa Bay Rays (11-8), die vor der Saison als einziger ernsthafter Konkurrent der Yankees galten, hatten hingegen einen eher holprigen Start. Den scheinen sie nun aber hinter sich gelassen zu haben. Die letzten sieben Tage bestanden für sie aus einer 3-1 gewonnenen Serie gegen die Yankees sowie aus drei Siegen gegen die Boston Red Sox (6-12), die sie heute als Vier-Spiele-Sweep abzuschließen hoffen. Überraschenderweise finden sich auch die Baltimore Orioles (9-7) mit einer positiven Bilanz wieder. Vier Siege in Folge, je zwei gegen die Nationals und die Phillies, machen es möglich. Wäre nicht der Regen dazwischen gekommen, wären es möglicherweise fünf geworden: Die dritte Partie gegen die Nationals wurde beim Stand von 5:2 für die Orioles im sechsten Inning abgebrochen. Sie wird morgen in Baltimore zu Ende gespielt, direkt vor Beginn der nächsten Serie gegen Washington.  

Die Minnesota Twins (12-7) führen die AL Central an. Dass sie eine überragende Offense auf den Platz bringen, war vor der Saison klar. Etwas überraschend ist hingegen, wie sehr sie auch im Pitching überzeugen. 65 zugelassene Runs sind die zweitwenigsten der gesamten AL. Im Gegensatz zu den auf beiden Seiten des Balls starken Twins sind die Cleveland Indians (10-9) ein ziemlich extremer Fall: Absolut herausragendes Pitching paart sich bei ihnen mit häufiger Abwesenheit von offensiver Unterstützung. Immerhin bringen sie es auf diese Weise mit nur 62 erzielten Runs und trotz der beiden deutlichen Niederlagen gegen die Cubs noch auf ein Run Differential von +11. Die drei restlichen Teams der Division hingegen weisen trotz jeweils über 20 mehr erzielten Runs allesamt negative Run Differentials auf.

Gefühlt wird deutlich mehr über die Yankees und die Twins gesprochen als über die Oakland Athletics (13-6). Tatsächlich sind aber die A’s das Team mit sowohl der besten Bilanz der AL als auch mit dem deutlichsten Vorsprung innerhalb ihrer Division, der AL West. Alle anderen Teams der Division weisen eine negative Bilanz auf, auch die Houston Astros (8-10). Im direkten Aufeinandertreffen der Athletics und der Astros gab es am letzten Wochenende einen Sweep der A’s und im letzten der drei Spiele unschöne Szenen. Oaklands Outfielder Ramon Laureano wurde von den Pitchern der Astros während der Serie mehrmals abgeworfen. Nach dem dritten solchen Vorfall begann Laureano eine hitzige Diskussion, zuerst mit dem Übeltäter Humberto Castellanos, dann mit Houstons Hitting-Coach Alex Cintron. Schließlich warf Cintron seinen Helm auf den Boden und ging auf Laureano los, woraufhin eine größere Rangelei zwischen beiden Teams ausbrach. Mutmaßlicher Hintergrund der Ereignisse ist der Sign-Stealing-Skandal um die Meistersaison 2017 der Astros. Diesen hatte Mike Fiers ans Licht gebracht, der damals bei den Astros gespielt hatte und heute für die Athletics aktiv ist. Die Liga hat dieses Jahr eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Brawls, weswegen die Strafen relativ hart ausfielen: Laureano wurde für sechs Spiele gesperrt, Cintron für 20. Cintrons Sperre läuft bereits, während Laureano Einspruch gegen das Strafmaß eingelegt hat und bis zur Entscheidung noch spielen darf.   

Szene der Woche
Wenn ihr Baseball seit weniger als fünf Jahren verfolgt, habt ihr vermutlich noch nie einen 4-Base-Error gesehen – also einen einzelnen Fehler im Feldspiel, der dem Gegner vier Bases „schenkt“. Zum ersten Mal seit April 2015 gab es am Sonntag ein solches Missgeschick. Der Pechvogel, dem es unterlief, ist Rookie-Outfielder Jo Adell von den Los Angeles Angels. Er bekam einen Flyball von Nick Solak (Texas Rangers) scheinbar sicher in den Handschuh, doch der Ball hüpfte heraus und über den Zaun. Der Scorer wertete die Aktion zunächst als Homerun, korrigierte sich aber später und trug sie als Error ein – zum Ärger von beiden beteiligten Spielern.

Statistik der Woche 
.472. Das ist der aktuelle Batting Average von Charlie Blackmon. Er liegt damit zurzeit an der Spitze der Liga, gefolgt von Donovan Solano (Giants) mit .458 und DJ LeMahieu (Yankees) mit .431. Nachdem schon mehr als ein Viertel der Saison absolviert ist, darf man sich fragen, ob dies das Jahr ist, in dem es zum ersten Mal seit Ted Williams 1941 (.406) wieder einem Batter gelingt, über eine gesamte Saison hinweg über .400 zu schlagen.

Spiel der Woche
Das Besondere an meinem Spiel der Woche ist, dass es das erste Major-League-Spiel in Buffalo seit 1915 war. Die Toronto Blue Jays haben in dem Ballpark im Norden des Bundesstaats New York Quartier bezogen, weil die kanadischen Behörden keine Genehmigung für MLB-Spiele und den damit verbundenen Reiseverkehr in Toronto erteilt haben. Dass der Heimauftakt der „Buffalo Blue Jays“ gegen die Miami Marlins vom Dienstag obendrein ein unterhaltsames Spiel mit mehreren Führungswechseln und einer Verlängerung war, machte mir die Wahl umso leichter:

Mein Einschalttipp
Diese Woche habe ich einen Tipp für die Frühaufsteher unter euch: Morgen um 3:40 Uhr mitteleuropäischer Zeit steigt Spiel vier der Serie zwischen den Los Angeles Dodgers und den San Diego Padres. Die Dodgers taten sich bislang schwer mit den Padres, vor allem in den beiden ersten Partien (1:2 und 2:6) wollte die sonst so gefürchtete Offense nicht recht in Schwung kommen. Nach einem 6:0-Erfolg im dritten Spiel peilen die Dodgers nun an, zumindest mit einem Split aus der Reihe zu gehen. Leicht wird es sicher nicht gegen Chris Paddack (3.18 ERA, 3.87 FIP), das Ass der Padres. Für die Dodgers wird Julio Urias (2.40 ERA, 2.90 FIP) auf dem Mound stehen. Mit Urias ist man bisher nur teilweise zufrieden: Auf der einen Seite hat er in seinen bisherigen Starts kaum gegnerische Punkte zugelassen, auf der anderen Seite hat er viele Pitches gebraucht und damit in seinen drei Spielen nur 15 Innings abgedeckt.

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August 6th, 2020 by Silversurger

Wir gewöhnen uns zurzeit in vielen Lebensbereichen an eine „neue Normalität“. In der MLB besteht die neue Normalität offenbar darin, dass immer wieder einzelne Teams tage- oder wochenweise wegen Corona-Ausbrüchen aus dem Spielplan genommen werden und dieser laufend angepasst wird. Die Miami Marlins und die Philadelphia Phillies sind seit Anfang der Woche zurück im Spielbetrieb, dafür pausieren nun die St. Louis Cardinals, bei denen sieben Spieler und sechs Angestellte positiv getestet wurden.

Die MLB strebt nach wie vor an, 60 Spiele je Team durchzuführen, unter anderem mit Hilfe von verkürzten Doubleheadern mit 7 Innings pro Spiel. Doch es gibt auch einen Plan B: Falls es nötig wird, die Saison mit unterschiedlich vielen gespielten Partien zu beenden, wird in der Endabrechnung statt der Zahl der Siege der Prozentanteil der Siege herangezogen.

Dass Corona auch für ansonsten gesunde Profisportler keine Lappalie ist, zeigt der Fall von Eduardo Rodriguez: Der Red-Sox-Pitcher erlitt infolge der Virusinfektion eine Herzmuskelentzündung und fällt für den Rest der Saison aus. In Anbetracht solcher Erfahrungen kann man es den Spielern nicht verdenken, die sich den Risiken dieser Saison nicht weiter aussetzen wollen: Lorenzo Cain (Brewers), Shelby Miller (Brewers), Isan Diaz (Marlins) und Yoenis Cespedes (Mets, siehe „Szene der Woche“) haben sich im Lauf der letzten Tage für den Opt-Out entschieden.

Ein Opfer der Pandemielage wird leider auch das Field-of-Dreams-Spiel, das nächste Woche in Iowa stattfinden sollte. MLB-Commissioner Rob Manfred dazu: „Wir haben alles versucht, um ein erstklassiges Event für die Menschen in Iowa, für die Bewunderer des Films und für die Fans im Allgemeinen durchzuführen. Leider mussten wir zu dem Schluss gelangen, dass es nicht klug wäre, angesichts der öffentlichen Gesundheitslage die normalen Abläufe der Clubs zu ändern.“ Eine bedauerliche, aber vernünftige Entscheidung. Das Spiel soll 2021 nachgeholt werden. 

American League
Die Tabellen sagen nach zwei Wochen und diversen Ausfällen noch nicht viel aus. Aber immerhin haben die meisten Teams schon rund ein Fünftel der Saison absolviert, also riskieren wir einen kurzen Blick: In der AL East überragen die New York Yankees (9-2), die den hohen Erwartungen bisher in nahezu jeder Hinsicht gerecht werden. Enttäuschend waren bisher lediglich die Auftritte von Starting Pitcher J. A. Happ und das frühe Saison-Aus von Reliever Tommy Kahnle, der sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste. Alle anderen Teams der Division stehen derzeit mit einer negativen Bilanz dar, einschließlich des nicht allzu geheimen Geheimfavoriten Tampa Bay Rays (5-7). 

Auch an der Spitze der AL Central herrschen schon relativ klare Verhältnisse, nachdem die Minnesota Twins (10-2) zuletzt sechs Spiele in Folge gewonnen haben, drei davon gegen die Cleveland Indians (7-6). Auch die Chicago White Sox (7-5) sind gut aus den Startlöchern gekommen. Man darf gespannt sein, wie sie sich am Wochenende im Verfolgerduell mit den Indians schlagen.

In der AL West sind die Oakland Athletics (8-4) bislang die positive Überraschung. Sie führen die Division vor den Houston Astros (6-5) an. Am Wochenende treffen die A’s und die Astros dreimal direkt aufeinander. Die Negativüberraschung sind die Los Angeles Angels (4-8). Bei ihnen erfüllt wieder mal kaum jemand die hohen Erwartungen – außer natürlich Mike Trout, der sich nach ein paar Tagen Babypause mit drei Homeruns in zwei Spielen zurück meldete. Als zweiter Superstar des Teams ist eigentlich seit drei Jahren Shohei Ohtani vorgesehen, doch ihm machen in unschöner Regelmäßigkeit Verletzungen einen Strich durch die Rechnung. Aktuell setzt ihn eine Zerrung im Unterarm außer Gefecht. Ohtani wird wohl heute oder morgen als DH ins Lineup der Angels zurückkehren, als Pitcher fällt er aber voraussichtlich für den Rest der Saison aus.

National League
Über die NL East kann man wegen der vielen Spielausfälle kaum etwas sagen außer dass die Atlanta Braves (8–5) ziemlich gut und die New York Mets (5-8) ziemlich schlecht gestartet sind – was größtenteils aus den sieben direkten Aufeinandertreffen resultiert, welche die Braves 5-2 für sich entschieden haben. Ein Wermutstropfen für die Braves ist, dass sie auf ihren besten Pitcher für den Rest des Jahres verzichten müssen. Mike Soroka erlitt einen Achillessehnenriss, als er im Spiel gegen die Mets am Dienstag die erste Base covern wollte und schon beim ersten Schritt vom Mound ungünstig auftrat. Tabellenführer der NL East sind übrigens die Miami Marlins (5-1) – eine schöne Momentaufnahme für den krassen Außenseiter, aber angesichts von nur sechs gespielten Partien ein Muster ohne Wert.

In der NL Central schwimmen die Chicago Cubs (10-2) auf einer Welle von sechs Siegen hintereinander und haben die Milwaukee Brewers (4-5) und die Cincinnati Reds (5-7) schon ein ganzes Stück weit abgehängt. Kaum zu beurteilen sind bislang die St. Louis Cardinals (2-3), die coronabedingt erst fünf Spiele absolvieren konnten. Nach sechs Tagen Quarantäne in einem Hotel in Milwaukee durften die Cardinals gestern nach Hause reisen. Sie werden voraussichtlich morgen den Spielbetrieb wieder aufnehmen, beginnend mit dem Härtetest einer Wochenendserie gegen die Cubs.

Die NL West könnte spannender werden als erwartet. Zwar haben die hoch favorisierten Los Angeles Dodgers (9-4) einen grundsoliden Start hingelegt und sich mit +33 bereits das höchste Run Differential der gesamten MLB erspielt. Doch die Colorado Rockies (8-3) überzeugen ebenso, haben bislang jede ihrer Serien gewonnen. Auch die San Diego Padres (7-6) kamen gut in die Saison rein, erhielten aber durch jeweils 1:2 verlorene Serien gegen die Dodgers und die Rockies diese Woche ihre ersten Dämpfer.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche ist der Abgang von Yoenis Cespedes bei den Mets. Der Outfielder mit dem Hang zum Spektakulären – sowohl auf dem Platz als auch jenseits davon – sorgte für Aufruhr im Lager der Mets, als er am Sonntag nicht zum Spiel in Atlanta erschien und auf Kontaktversuche nicht reagierte. Schließlich schickte man eine Gruppe von Sicherheitsleuten, die sich Zugang zu seinem Hotelzimmer verschafften, welches sie allerdings komplett leer vorfanden. Erst in der Mitte des Spiels meldete sich der Agent von Cespedes mit der Erklärung, sein Mandant habe entschieden, wegen Corona aus der Saison auszusteigen. Das ist sein gutes Recht, aber auf diese Art, ohne jeden persönlichen Abschied von dem Team, dem er fünf Jahre angehört hat, hinterlässt die Sache mehr als einen faden Beigeschmack. Bei den Mets wird man Cespedes wohl nicht mehr sehen, denn das aktuelle ist sein letztes Vertragsjahr.

Da es von dem obskuren Abgang kein Video gibt und wir alle sowieso lieber schöne Baseballszenen sehen, gibt es quasi als Bonus zur Szene der Woche diesen atemberaubenden Wurf von Mookie Betts:

Statistik der Woche 
9 von 9. Tyler Alexander gelang es am Sonntag, neun Batter hintereinander per Strikeout abzufertigen. Der Reliever kam im dritten Inning für die Detroit Tigers ins Spiel und pflügte einmal durch das komplette Lineup der Cincinnati Reds, bevor er Mike Moustakas bei einem 0-2-Count abwarf und dadurch die Strecke beendete. Alexander hat damit einen Rekord für die meisten aufeinander folgenden Strikeouts durch einen Einwechselpitcher aufgestellt. Der Rekord für die meisten Strikeouts hintereinander durch einen einzelnen Pitcher liegt bei zehn, aufgestellt von Mets-Starter Tom Seaver im Jahr 1970.

Spiel der Woche
Zwei Homeruns von Joc Pederson, ein besonders beeindruckender von Fernando Tatis Jr. und ein sehenswertes Doubleplay, um die Aufholjagd im neunten Inning zu beenden – das sind die Hauptzutaten für mein Spiel der Woche, das letzte Nacht zwischen den San Diego Padres und den Los Angeles Dodgers stieg:

Mein Einschalttipp
Diese Woche gibt es nicht nur einen Einschalt-, sondern auch einen Hingehtipp: Morgen beginnt die verkürzte Saison der Baseball-Bundesliga. Den Anfang machen am Freitag um 18:30 Uhr die Paderborn Untouchables und die Cologne Cardinals. Eine halbe Stunde später beginnt das wohl interessanteste Duell des ersten Spieltags, bei dem der amtierende Meister Heidenheim Heideköpfe auf die Mainz Athletics trifft. Zuschauer sind in fast allen Ballparks im Rahmen von Abstands- und Hygienekonzepten und mit Erfassung von Kontaktdaten erlaubt – eine Ausnahme davon stellen bislang die bayerischen Teams dar, die noch keine Zuschauer zulassen dürfen. Informiert euch bitte beim jeweiligen Verein über die konkreten Bedingungen, zum Beispiel ob Tickets online gekauft werden müssen. Wenn euch das zu umständlich oder zu unsicher ist oder ihr kein Team in der Nähe habt, schaut doch bei einer der Live-Übertragungen rein. Mir liegt leider keine genaue Information vor, welche Vereine Streams zur Verfügung stellen, aber zumindest mit den üblichen Verdächtigen wie Bonn, Regensburg, München, Hamburg und Berlin darf man wohl rechnen. Wer dazu weitere Informationen hat, kann sie gerne als Kommentar posten.

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Juli 23rd, 2020 by Silversurger

Opening Day! Nach langem Warten geht es heute Nacht endlich los mit der neuen MLB-Saison. Geprägt vom längst noch nicht besiegten Coronavirus wird es eine Saison wie keine andere. Aber wenn es gelingt, die 60 Spieltage plus Playoffs wie geplant durchzuziehen, ist das schon ein Erfolg und eine schöne Ablenkung von der bedrückenden Gesamtsituation. Auch vom deutschen Baseball gibt es übrigens gute Nachrichten – mehr dazu am Ende dieses Artikels.

Das Wichtigste zum ersten Spieltag
Den Saisonauftakt bestreiten heute Nacht ab 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Washington Nationals gegen die New York Yankees. Passender konnte man das Eröffnungsspiel nicht wählen als mit diesem Aufeinandertreffen des Titelverteidigers auf der einen und des Rekordmeisters und Top-Favoriten auf der anderen Seite. Zudem ist das Pitching-Matchup von Max Scherzer gegen Gerrit Cole eine Neuauflage aus der letzten World Series, als Cole noch für die Houston Astros spielte. Im Anschluss, nach unserer Zeit um 4 Uhr morgen früh, treffen noch die Los Angeles Dodgers mit Clayton Kershaw auf die San Francisco Giants mit Johnny Cueto. Die Dodgers sind der andere Top-Favorit neben den Yankees, die Giants ihr historischer Erzrivale. Beide Spiele könnt ihr auf mlb.tv sehen, das dieses Jahr zum Preis von 60 Dollar für die gesamte Saison zu haben ist. DAZN zeigt wie im letzten Jahr ausgewählte Spiele, darunter die Eröffnungspartie Yankees-Nationals heute Nacht sowie den Opener der Mets gegen die Braves morgen Abend ab 22:10 unserer Zeit.

Blue Jays noch ohne Stadion
Die größte offene Frage kurz vor dem Auftakt ist immer noch, wo die Toronto Blue Jays ihre Heimspiele austragen werden. Um die Partien in Toronto stattfinden zu lassen, hätten die Heim- und Auswärtsteams eine Ausnahmegenehmigung der kanadischen Behörden von den bestehenden Reisebeschränkungen benötigt. Diese Genehmigung wurde nicht erteilt. Die Blue Jays sind nun auf der Suche nach einer anderen Heimstätte, die bis zum ersten Heimspiel am 29. Juli gefunden werden muss. Möglichkeiten bestehen in den Minor-League-Einrichtungen des Klubs in Buffalo (New York) und in Dunedin (Florida). Beide Ballparks sehen die Verantwortlichen aber als nur eingeschränkt geeignet an, lieber möchten sie in einem MLB-Stadion spielen. Gestern sah es kurz so aus, als gäbe es dazu eine Einigung mit den Pittsburgh Pirates, dass die Blue Jays während deren Auswärtsserien PNC Park nutzen können. Doch die Behörden von Pennsylvania signalisierten umgehend Ablehnung, sodass diese Option bereits vom Tisch ist. Geprüft wird derzeit noch eine gemeinsame Nutzung von Camden Yards mit den Baltimore Orioles. Sollte auch das nicht klappen, bleiben wohl doch nur die Minor-League-Ballparks oder aber die Lösung, dass die Blue Jays in diesem Jahr alle ihre Spiel im Stadion des Gegners austragen. Das gab es bisher nur bei den Ruppert Mundys im Roman „The Great American Novel“ von Philip Roth.

Langzeitvertrag für Betts
Den großen Knaller kurz vor Saisonbeginn ließen gestern die Los Angeles Dodgers platzen: Der in dieser Offseason von den Boston Red Sox geholte Star-Outfielder Mookie Betts erhält einen neuen Megavertrag. Es ist ein Zwölfjahresvertrag über rund 365 Millionen Dollar. Zusammen mit der noch einjährigen Laufzeit des bisherigen Vertrages ist Betts nun bis zur Saison 2032 an die Dodgers gebunden und erhält in dieser Zeit 392 Millionen Dollar. Es ist der zweitgrößte Vertrag in der Geschichte des Baseballs, übertroffen nur vom 426-Millionen-Kontrakt, den Mike Trout letztes Jahr bei den Los Angeles Angels unterschrieb. Betts wird bei Vertragsende 40 Jahre alt sein.

Puig weiterhin arbeitslos
Yasiel Puig war einst ebenfalls im Outfield der Dodgers aktiv und galt als Megatalent. Doch er wurde den Erwartungen nie ganz gerecht und kann von einem Vertrag, wie Betts ihn bekommen hat, nur träumen. Tatsächlich wäre er froh, überhaupt wieder einen MLB-Vertrag zu bekommen. Letzte Woche vermeldete ich hier noch, dass Puig von den Atlanta Braves verpflichtet wurde. Doch unmittelbar vor der Unterschrift wurde er positiv auf Covid-19 getestet, was die Braves von dem Engagement zurückschrecken ließ. Ob er den Job in Atlanta oder irgendwo anders bekommt, sobald er die Erkrankung überstanden hat, ist nun wieder komplett offen.

Auch die Bundesliga kommt wieder
Eine Entscheidung über die Saison 2020 der Baseball-Bundesliga ließ lange auf sich warten, doch nun ist es offiziell: Auch die höchste deutsche Liga wird dieses Jahr spielen. Schon in zweieinhalb Wochen, am 8./9. August beginnt die verkürzte Bundesligasaison. Sie soll aus einer siebenwöchigen Hauptrunde bestehen, gefolgt von Halbfinalspielen zwischen den ersten beiden Teams der Nord- und Südstaffel und einer Best-of-3-Finalserie, die am 17./18. Oktober enden soll. Zuschauer und Catering sind in begrenztem Ausmaß erlaubt, die konkreten Auflagen werden von den örtlichen Behörden festgelegt. Der Spielbetrieb dieses Jahr ist freiwillig, aber es haben alle 16 Mannschaften zugesagt. Absteiger wird es nicht geben. Den kompletten Spielplan findet ihr auf der Website der Baseball-Bundesliga.

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April 7th, 2020 by Silversurger

Seit Veröffentlichung meiner Nummer 2 ist es klar: Die Los Angeles Dodgers sind mein Favorit auf den Gewinn der World Series 2020. Das dürfte kaum jemanden überraschen, denn die Dodgers sind überfällig. Sieben Jahre hintereinander haben sie die NL West gewonnen, in jedem der letzten vier Jahre haben sie in den Playoffs nur gegen den späteren World Champion verloren – zweimal in der World Series, zweimal in einer früheren Runde. Ohne nennenswerte Verluste bringen sie in diesem Jahr erneut eines der stärksten Lineups der Liga auf den Platz; die Starting Rotation ist trotz einiger Abgänge (Hyun-Jin Ryu, Rich Hill, Kenta Maeda) tief und hochwertig besetzt; obendrein nennen sie nach wie vor ein mit Talenten bestens bestücktes Farmsystem ihr eigen. Und als wäre das alles noch nicht Grund genug, ins Schwärmen zu geraten, gönnten sich die Dodgers auch noch die aufsehenerregendste Neuverpflichtung des Jahres: Superstar-Outfielder Mookie Betts wurde in einem Blockbuster-Trade von den Boston Red Sox losgeeist und kommt gemeinsam mit SP David Price im Austausch gegen OF Alex Verdugo und zwei weitere Prospects nach Los Angeles. Deutlicher kann man nicht signalisieren, dass alles andere als der Titel in diesem Jahr eine Enttäuschung wäre.

Voraussichtliches Lineup
C Will Smith
1B Max Muncy
2B Gavin Lux
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF Joc Pederson
CF Cody Bellinger
RF Mookie Betts

Voraussichtliche Rotation
RHP Walker Buehler
LHP Clayton Kershaw
LHP David Price
LHP Julio Urias
LHP Alex Wood
Key Relievers: Kenley Jansen, Blake Treinen

Wichtigster Zugang
OF Mookie Betts (Boston Red Sox)

Wichtigster Abgang
LHP Hyun-Jin Ryu (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
IF Gavin Lux

Größte Stärke
Das Batting-Lineup: Von den acht voraussichtlichen Stammspielern hatten fünf in den letzten drei Jahren mindesens eine Saison mit mehr als 5 Wins Above Replacement (fWAR). Zwei weitere, Catcher Will Smith und Infielder Gavin Lux, sind Top-Talente, die noch keine volle Saison absolviert haben. Bleibt noch der achte Spot, für den die Auswahl aus Joc Pederson und A. J. Pollock besteht – auch eher ein Luxusproblem.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Wenn man mit der Lupe nach einer Schwäche sucht, dann wird man am ehesten hier fündig. Closer Kenley Jansen hatte während der beiden letzten Jahre gelegentlich schwächere Phasen, sein Fastball ist gegenüber 2016 um 2 mph langsamer geworden. Blake Treinen wurde für 10 Millionen Dollar verpflichtet in der Hoffnung, dass er an seine starke Saison 2018 mit den Oakland Athletics anknüpft – und nicht an seine ziemlich katastrophale Saison 2019.

Spannendste Frage
Wird Mookie Betts je ein Spiel für die Dodgers absolvieren? Nach der Einigung der Liga mit der Spielergewerkschaft ist klar: Falls die Saison 2020 wegen der Corona-Krise ausfällt, wird das Vertragsjahr den Spielern trotzdem komplett angerechnet. Für Betts heißt das, dass er 2021 Free Agent ist und sich ein neues Team suchen kann. Das wäre mehr als bitter für die Dodgers, die in diesem Fall nachträglich zum großen Verlierer des Blockbuster-Trades mit den Red Sox würden.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL West, World Champion

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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Februar 13th, 2020 by Silversurger

Baseball is back: Während der letzten Tage haben jedenfalls schon mal die Pitcher und Catcher aller Teams in den Trainigscamps in Florida und Arizona die Saisonvorbereitung aufgenommen. Die restlichen Spieler folgen in den nächsten Tagen und schon Ende nächster Woche geht es los mit dem täglichen Testspielbetrieb des Spring Trainings. Damit uns das Warten darauf nicht langweilig wird, hat die Ligaleitung Pläne für eine radikale Reform der MLB-Playoffs durchsickern lassen, die zurzeit heiß diskutiert werden.

Demnächst 14 Playoff-Teams?
Die Pläne der Liga sollen drei wesentliche Neuerungen vorsehen:
1. Die Anzahl der Playoffteilnehmer soll von 10 auf 14 Teams erhöht werden. Es würden dann in jeder der beiden Teilligen AL und NL die drei Divisionssieger sowie die vier Teams mit den nächstbesten Bilanzen an der Postseason teilnehmen.
2. Anstelle des einzelnen Wild-Card-Spiels soll eine Playoff-Runde treten, von der nur das stärkste Team der jeweiligen Teilliga befreit ist. Dieses Team ist für die zweite Runde gesetzt. Die anderen sechs Teams spielen paarweise Best-of-3-Duelle gegeneinander, wobei das Team mit der stärkeren Bilanz in allen drei Spielen Heimrecht hat.
3. Jetzt kommt der wirklich revolutionäre Teil: Die Zusammenstellung der Wild-Card-Duelle erfolgt, indem die beiden Divisions-Gewinner ihren Gegner aus den restlichen Playoff-Teams aussuchen. Diese Auswahl soll als TV-Ereignis vermarktet werden, bei dem am Abend des regulären Saisonendes live von Teamverantwortlichen verkündet wird, gegen wen sie antreten wollen.
Wenn jemanden meine Ansicht dazu interessiert: Die Idee, die Playoffs auf 14 Teilnehmer aufzublähen, gefällt mir überhaupt nicht, denn das bedeutet eine Entwertung der langen und anstrengenden regulären Saison. Wofür spielt man 162 Spiele, wenn anschließend selbst Teams aus dem grauesten Mittelmaß noch der Weg zur World Series offen steht? Der Vorschlag, in der Wild-Card-Runde vom Einzelspiel wegzukommen und stattdessen eine Best-of-3-Serie zu spielen, gefällt mir hingegen gut. Zu der dritten Idee, der direkten Auswahl des Gegners, habe ich mir noch keine abschließende Meinung gebildet. Uninteressant klingt sie jedenfalls nicht.
In Kraft treten könnte die Reform zur Saison 2022. Zuvor müsste eine Einigung mit der Spielergewerkschaft MLBPA erzielt werden. Der Chef der Gewerkschaft, Tony Clark, zeigte sich in einer ersten Reaktion von den Plänen überrascht, aber gegenüber einer Erweiterung der Playoffs nicht abgeneigt. Zwischen MLB und MLBPA stehen ohnehin Neuverhandlungen über die Rahmenvereinbarung (CBA) an, da deren aktuelle Fassung 2021 ausläuft.

Roenicke neuer Manager der Red Sox
Kurz vor dem Trainingsauftakt haben die Boston Red Sox noch schnell eine neue sportliche Leitung bestimmt: Der bisherige Bench Coach Ron Roenicke wurde am Dienstag zum Manager befördert. Genauer gesagt trägt er zunächst den Titel „Interimsmanager“, solange noch die Ergebnisse der MLB-Untersuchung der Sign-Stealing-Vorwürfe aus dem Jahr 2018 ausstehen. Da die Red Sox Roenicke den Posten geben, gehen sie offenbar davon aus, dass er in die damaligen Vorgänge nicht signifikant involviert war und dass er keine Bestrafung seitens der Liga zu erwarten hat. Dennoch wartet man vor seiner endgültigen Ernennung verständlicherweise den Abschluss der Untersuchung ab.
Wann die MLB ihre Entscheidung über mögliche Strafen bekannt gibt, ist unklar. Die ursprüngliche Ankündigung war, dass das vor Beginn der Spring-Training-Spiele erledigt sein soll. Nach den Einschätzungen, die bisher durchgedrungen sind, werden die Verstöße der Red Sox von 2018 wohl als weniger massiv eingestuft als die der Astros von 2017. Alex Cora, 2017 Bench Coach der Astros und 2018 bis 2019 Manager der Red Sox, war wegen der ihm zugeschriebenen Rolle in beiden Skandalen im Januar entlassen worden.
Ron Roenicke ist 63 Jahre alt und seit 2018 für die Red Sox tätig. Von 2011 bis 2015 war er Manager der Milwaukee Brewers, davor und danach war er seit 1992 in verschiedenen Rollen als Coach bei den Los Angeles Dodgers und den Los Angeles Angels aktiv.

Trades um Betts, Price, Maeda & Co. sind jetzt offiziell
Dass Mookie Betts und David Price von den Red Sox zu den Los Angeles Dodgers getradet werden, war schon letzte Woche die Top-Neuigkeit. Allerdings hatte ich bereits erwähnt, dass das Gesamtpaket des Blockbuster-Trades, bei dem auch die Minnesota Twins involviert waren, möglicherweise wegen medizinischer Bedenken noch mal aufgeschnürt wird. Genau so ist es gekommen und der endgültige Deal sieht nun folgendermaßen aus: Wie gehabt geben die Red Sox OF Mookie Betts sowie SP David Price an die Dodgers ab und übernehmen rund die Hälfte der 96 Millionen Dollar, die Price bis 2022 noch zustehen; wie gehabt erhalten die Red Sox im Gegenzug OF Alex Verdugo; dazu geben ihnen die Dodgers jetzt noch IF-Prospect Jeter Downs und Minor-League-Catcher Connor Wong.
Die Twins sind an dem Betts-Trade nun nicht mehr beteiligt, sie haben stattdessen einen unabhängigen Deal mit den Dodgers ausgehandelt: Kenta Maeda wechselt wie ursprünglich vorgesehen von den Dodgers zu den Twins. Obendrein senden die Dodgers 10 Millionen Dollar und den jungen Catcher Jair Carmago nach Minnesota. Im Gegenzug wechseln Pitching-Prospect Brusdar Graterol, OF-Prospect Luke Raley und ein Draftpick (#67 in der Draft 2020) zu den Dodgers.

Pederson-Trade entfällt
Ein dritter Trade, der im Zusammenhang mit den beiden eben geschilderten ausgehandelt worden war, ist abgesagt worden: Joc Pederson und Ross Stripling wechseln nicht von den Dodgers zu den Los Angeles Angels. Der Owner der Angels, Arte Moreno, war offenbar verärgert über die durch die anderen Trades verursachte Verzögerung und entschied daher, die Verhandlungen abzubrechen. Sinn ergibt das in meinen Augen nicht, denn es war von vornherein klar, dass die Trades zusammenhängen. Und nachdem die Dodgers von den Twins nun einen weiteren Outfielder und einen weiteren Pitcher bekommen haben, erschiene eine Trennung von Pederson und Stripling umso logischer. Man wird sehen, ob sich im Laufe der nächsten Tage für die beiden noch etwas Neues ergibt – andernfalls müssen sie damit leben, weiterhin für den Klub zu spielen, der sie durch den versuchten Trade bereits als verzichtbar abgestempelt hatte.

Spielertausch zwischen Padres und Rays
Neben den ganzen geänderten oder abgesagten Geschäften aus der letzten Woche habe ich auch noch einen komplett neuen Trade im Angebot: Die San Diego Padres und die Tampa Bay Rays haben sich zum zweiten Mal in dieser Offseason auf ein Tauschgeschäft geeinigt. Die Rays schicken RP Emilio Pagan nach San Siego, dafür wechseln OF Manuel Margot und C/OF-Prospect Logan Driscoll zu den Rays. Beide Teams festigen damit bestehende Stärken. Pagan bildet mit Kirby Yates und Andres Munoz in San Diego künftig ein starkes Trio von Relievern, deren Rollenverteilung in den späten Innings noch zu klären ist. Margot ist ein defensivstarker Centerfielder und als solcher die Absicherung für den Fall, dass sein neuer Teamkamerad Kevin Kiermaier wieder von Verletzungen heimgesucht wird.

Pillar zu den Red Sox
Auch die Red Sox verpflichten einen Centerfielder: Kevin Pillar ergänzt das Bostoner Outfield, in dessen voraussichtlicher Stammbesetzung nach dem Trade von Mookie Betts mit Andrew Benintendi, Jackie Bradley Jr. und Alex Verdugo nur noch Linkshänder zugange sind. Als Rechtshänder, der seine besten Offensivleistungen gegen linkshändige Pitcher erbringt, ist Pillar eine sinnvolle Bereicherung. Der Deal ist noch nicht offiziell, dementsprechend gibt es auch noch keine Vertragsdetails.

Pence zurück in San Francisco
Hunter Pence hat schon für vier verschiedene MLB-Teams gespielt, aber irgendwie erschien es mir seltsam, ihn letztes Jahr in einem anderen Trikot als dem der San Francisco Giants zu sehen. Falls es anderen auch so ging, dass sie sich an Pence in Rangers-blau nicht recht gewöhnen konnten, ist jetzt alles wieder gut: Der Outfielder ist zurück an der Bay, die Giants nehmen ihn für 3 Millionen Dollar unter Vertrag. Über Einsatzboni kann der 36-Jährige sein Einkommen um bis zu 2,5 Millionen Dollar erhöhen. Seine Rolle – neben der der Identifikationsfigur für die Madison Bumgarner nachtrauernden Fans – ist eine ähnliche, wie Pillar sie in Boston spielen wird. Auch in San Francisco besteht das Stamm-Outfield mit Mike Yastrzemski, Alex Dickerson und Steven Duggar ausschließlich aus Linkshändern, und Pence ist ein Kandidat dafür, den primären rechtshändigen Ergänzungsspieler darzustellen.

Maybin nach Detroit
Noch ein Rückkehrer: Outfielder Cameron Maybin unterschreibt für ein Jahr und 1,5 Millionen Dollar bei den Detroit Tigers. Maybin läuft damit zum dritten Mal für die Tigers auf, welche ihn 2005 gedraftet und an die MLB herangeführt hatten, bevor sie ihn 2007 zu den Mariners tradeten. 2016 spielte Maybin erneut für die Tigers. Der 32-Jährige hatte letztes Jahr mit den Yankees die stärkste Saison seiner Karriere (.285/.364/.494). Für die im Rebuilding befindlichen Tigers ist er eine solide Ergänzung und möglicherweise ein Tradechip, der sich zur Mitte der Saison gegen Talente eintauschen lässt.

Mariners signen Walker
Auch Pitcher Taijuan Walker kehrt zurück an eine frühere Wirkungsstätte: Er heuert für 2 Millionen Dollar für ein Jahr bei den Seattle Mariners an, von denen er 2010 gedraftet wurde und für die er von 2013 bis 2016 in der MLB spielte. Walker kommt mit dem Fragezeichen, ob er wieder der solide Starter sein kann, der er bis 2017 war, nachdem er die Saisons 2018 und 2019 wegen einer Tommy-John-Surgery und weiteren Verletzungen fast vollständig verpasste.

Neuer Käufer für die Mets gesucht
Der ursprünglich geplante Verkauf der Anteilsmehrheit an den New York Mets an den Hedgefonds-Unternehmer Steve Cohen ist, wie sich letzte Woche schon abzeichnete, geplatzt. Jeff Wilpon, der COO der Mets und Sohn des Haupteigentümers Fred Wilpon, hat Anfang der Woche ein Statement herausgegeben. Darin beruft er sich hinsichtlich der Gründe des gescheiterten Geschäfts auf vereinbartes Stillschweigen, lässt aber durchblicken, dass er und sein Vater weiterhin nach einem Käufer für das Team suchen. Anhänger der Mets dürfen also nach wie vor hoffen, dass die Ära der ungeliebten Wilpons-Ownerschaft in absehbarer Zeit endet. Wenn ihr ein paar Milliarden (3 dürften reichen) übrig habt und euch schon immer den Traum erfüllen wolltet, eine MLB-Franchise zu besitzen: Hier ist eure Chance!

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Februar 6th, 2020 by Silversurger

Blockbuster-Alarm: Eine Woche vor dem Start des Spring Trainings gibt es noch mal einen richtig dicken Trade. Kernstück des Handels, an dem drei Teams, fünf Spieler und etliche Millionen Dollar beteiligt sind, ist Star-Outfielder Mookie Betts. Allerdings ist das Geschäft noch nicht endgültig besiegelt, da die damit verbundenen medizinischen Untersuchungen wohl Zweifel in Bezug auf einen der involvierten Nachwuchsspieler aufgeworfen haben.

Betts zu den Dodgers per 3-Team-Trade
Die wochenlangen Gerüchte, dass die Boston Red Sox einen Tradepartner für Mookie Betts suchen, haben sich bewahrheitet in Form eines aufsehenerregenden 3-Team-Trades. Die Los Angeles Dodgers verstärken sich mit Betts und obendrein mit Starting Pitcher David Price. Dafür geben sie ihren jungen Outfielder Alex Verdugo an die Red Sox ab und schicken Starter Kenta Maeda zu den Minnesota Twins. Die Twins wiederum reichen dafür ihr Top-Pitching-Prospect Brusdar Graterol weiter nach Boston. Graterol ist das eingangs erwähnte Fragezeichen, dessentwegen der Trade noch nicht offiziell ist. Die medizinische Freigabe ist in seinem Fall nur eingeschränkt erfolgt. Möglicherweise läuft es darauf hinaus, dass er wegen seiner Vorgeschichte mit einer Tommy-John-Surgery und mehreren anderen Verletzungen nicht mehr als zukünftiger MLB-Starter, sondern nur noch als Reliever eingestuft wird. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Trade trotzdem stattfindet, aber wahrscheinlich werden die Twins nun noch etwas drauflegen müssen.
Es erscheint auf den ersten Blick wenig verständlich, dass die Red Sox einen ihrer talentiertesten und beliebtesten Spieler im besten Alter abgeben (nebenbei bemerkt fast genau 100 Jahre nach dem legendär katastrophalen Trade von Babe Ruth zu den Yankees). Aber eine Vertragsverlängerung für Betts über 2020 hinaus passte nicht in den Kostenrahmen des Klubs für die nächsten Jahre. So entschied man sich, Betts lieber jetzt gegen einen ordentlichen Gegenwert abzugeben, statt ihn nächstes Jahr quasi umsonst gehen zu lassen. Mit Verdugo und Graterol konnte man zwei mögliche Eckpfeiler für ein kleines Rebuilding an Land ziehen – um den Preis, sich für die bevorstehende Saison gegenüber den übermächtig erscheinenden Yankees in der AL East ziemlich sicher aus dem Spiel zu nehmen.
Die Dodgers sehen derzeit wie der klare Gewinner des Trades aus – mit Betts erhalten sie einen offensiv wie defensiv überragenden Spieler, der angesichts seines Alters von 27 Jahren noch viele gute Jahre vor sich hat. Die Absicht des Klubs ist erklärtermaßen, ihn langfristig an sich zu binden. Hinzu kommt David Price, der zwar schon 35 ist und letztes Jahr durch eine Verletzung beeinträchtigt war, in der Rotation aber dennoch ein Upgrade gegenüber Maeda darstellen sollte. Weniger erfreulich ist, dass Price noch 96 Millionen Dollar aus einem 2016 mit den Red Sox geschlossenen Siebenjahresvertrag erwartet. Das wird aber dadurch abgemildert, dass die Red Sox sich im Zuge des Trades verpflichtet haben, rund die Hälfte dieser Summe zu tragen.
Der Part des Trades, der für mich nicht wirklich Sinn ergibt, ist der der Twins. Sie geben mit Graterol ihr Top-Pitching-Prospect her für einen 31-jährigen bestenfalls soliden Starter, der in der MLB noch in keinem Jahr mehr als 175.2 Innings geworfen hat. Für mich sieht das nach einem allzu optimistischen und kurzsichtigen Versuch eines Win-Now-Moves aus. Oder die Twins wussten schon, was bei der medizinischen Beurteilung herauskommt. Nach dieser werden sie wohl einen zusätzlichen Spieler oder Geld abgeben müssen, um den Deal abzuschließen.

Pederson bleibt in der Gegend
Im Windschatten des Betts-Trades haben die Dodgers Mittwochnacht einen weiteren Deal angebahnt: Joc Pederson soll nach Anaheim zu den Los Angeles Angels wechseln. Damit bauen die Dodgers das entstandene Überangebot im Outfield ab und sparen die 7,75 bis 9,5 Millionen Dollar, die sie Pederson dieses Jahr geschuldet hätten. Die Angels erhalten in Pederson einen überdurchschnittlichen Hitter für ihr allerdings ebenfalls überbevölkertes Outfield. Neben Mike Trout und Justin Upton war bislang Brian Goodwin für die Startformation vorgesehen, Letzterer als Platzhalter für das Top-Prospect Jo Adell.
Außer Pederson werden die Angels voraussichtlich auch OF-Talent Andy Pages und Pitcher Ross Stripling bekommen, im Gegenzug werden IF Luis Renfigo und ein oder zwei weitere Prospects zu den Dodgers wechseln. Der Deal wurde bisher noch nicht finalisiert, weil die Dodgers ihn vom Abschluss des Trades um Mookie Betts abhängig machen.

Mariners verlängern mit Gonzales
Um die Seattle Mariners war es in dieser Offseason ungewohnt ruhig. Ihr sonst so trade- und wechselfreudiger General Manager Jerry Dipoto scheint zurzeit mehr auf Kontinuität zu setzen. Dafür spricht der Sechsjahresvertrag, mit dem im November 1B-Prospect Evan White ausgestattet wurde, und dafür spricht auch der Kontrakt, den nun Pitcher Marco Gonzales erhielt. Der in Kürze 28-Jährige wird für 30 Millionen Dollar bis 2024 an den Klub gebunden, zudem haben die Mariners die Option, für 15 Millionen Dollar noch ein Jahr dranzuhängen.

Neue Teams für Flores und Riddle
Sowohl die San Francisco Giants als auch die Pittsburgh Pirates haben sich mit einem Infielder ergänzt. Die Giants statten Wilmer Flores mit einem Zweijahresvertrag über 6 Millionen Dollar aus. Flores lieferte letztes Jahr bei den Arizona Diamondbacks starke Ergebnisse (.317/.361/.487), wenngleich er wegen einer zwischenzeitlichen Fußverletzung nur 89 Spiele absolvierte. J. T. Riddle war bei den Miami Marlins nicht ganz so erfolgreich, vielmehr brachte er es bei einer Slashline von .189/.230/.371 auf negative -0.6 WAR und wurde nach der Saison entlassen. Dass er bei den Pirates einen MLB-Vertrag über immerhin 850.000 Dollar bekommt, finde ich daher überraschend.

Click neuer General Manager der Astros
Die Führungsmannschaft der Houston Astros ist wieder komplett: Eine Woche nach der Verpflichtung von Dusty Baker als Field Manager wurde nun James Click als neuer General Manager des skandalgeschüttelten Klubs vorgestellt. Der 42-Jährige war zuvor seit 2006 für die Tampa Bay Rays tätig, zuletzt als „Vice President for Baseball Operations“ – sozusagen als Assistent des General Managers. Click ist schon der zweite hochrangige Funktionär, den die Rays in dieser Offseason an die Konkurrenz verlieren: Ende Oktober hatten die Boston Red Sox Chaim Bloom zu ihrem General Manager gemacht.

Mets-Verkauf vorerst geplatzt
Hiobsbotschaft für die Fans der New York Mets: Der im Dezember angekündigte und von vielen herbeigesehnte Verkauf der Franchise wird möglicherweise nicht stattfinden. Nach allem, was bisher durchgesickert ist, sollen es mal wieder die aktuellen Teambesitzer Fred und Jeff Wilpon verbockt haben, indem sie in letzter Sekunde neue Forderungen auf den Tisch brachten. Es soll dabei vor allem darum gehen, wie lange und in welcher Form die Wilpons noch Einfluss auf die Franchise nehmen wollen. Der ursprünglich kaufwillige Multimilliardär Steve Cohen, der eine 80-Prozent-Mehrheit des Klubs übernehmen wollte, hat sich davon offenbar abschrecken lassen. Man darf gespannt sein, ob die Verhandlungen noch mal aufgenommen werden oder ob es das vorerst war mit den Hoffnungen, das ungeliebte Vater-Sohn-Gespann an der Vereinsspitze bald los zu sein.

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Januar 16th, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison 2020 steht vor der Tür, was eigentlich Grund zur Vorfreude sein sollte. Doch die letzten Tage standen klar im Schatten unrühmlicher Vorfälle aus der jüngeren Vergangenheit. Das Meisterteam des Jahres 2017 wurde des systematischen Betrugs überführt, vergleichbare Anschuldigungen gegen das Meisterteam des Jahres 2018 werden noch geprüft. Die bislang ausgesprochenen und noch zu erwartenden Strafen sind empfindlich, auch wenn sie nicht bis zum ultimativen Mittel – dem Entzug von Titeln – reichen. Mehrere Verantwortliche haben durch den Skandal bereits ihren Job verloren, mindestens ein weiterer könnte in Kürze folgen. Alles in allem gibt der professionalle Baseball gerade ein betrübliches Bild ab. Als Fan des Sports kann man nur hoffen, dass es sich bei den aktuellen Ereignissen um ein reinigendes Gewitter handelt und dass spätestens in zwei Monaten wieder der sportliche und vor allem faire Wettkampf auf dem Platz im Mittelpunkt steht.

Red Sox feuern schon mal den Manager
Die Boston Red Sox haben in der Saison 2018 die Fingerzeige der gegnerischen Catcher gefilmt, die Informationen während der Spiele ausgewertet und an ihre Batter weitergeleitet. Die Untersuchung dazu läuft noch und wird aller Voraussicht nach zu ähnlichen Strafen führen wie die Astros sie diese Woche für ihre Verstöße im Jahr 2017 hinnehmen mussten (siehe Bericht vom Dienstag). Als erste interne Konsequenz trennten die Red Sox sich vorgestern von Manager Alex Cora. Das kommt wenig überraschend, denn Cora kommt eine zentrale Rolle in beiden Sign-Stealing-Fällen zu. 2017 war er Bench Coach der Astros und laut dem Untersuchungsergebnis der MLB die Hauptperson, die gemeinsam mit mehreren Spielern das Spionagesystem entwickelte und durchführte. Ein Strafmaß für ihn hat die Liga noch nicht festgelegt, weil dazu zunächst die Untersuchung der Vorfälle in Boston abgeschlossen werden soll, wo Cora ab 2018 als Field Manager, also Cheftrainer der Red Sox tätig war.
Der Nachfolger für Cora in Boston steht noch nicht fest. Als frühe Favoriten für den Job gelten Jason Varitek, bislang Assistent des General Managers, sowie der derzeitige Bench Coach der New York Mets, Hensley Meulens.

Stolpert auch Beltran über den Sign-Stealing-Skandal?
Auch die Mets könnten bald wieder auf der Suche nach einem neuen Manager sein, denn ihr vor zwei Monaten verpflichteter Skipper Carlos Beltran steht ebenfalls im Fokus des Sign-Stealing-Skandals. Er war zwar während der Vorgänge bei den Astros 2017 nur Spieler und als solcher von der MLB ausdrücklich von individuellen Strafen ausgenommen. Beltrans Integrität hat jedoch spürbaren Schaden genommen: Beim Aufkommen des Skandals verkündete er noch öffentlich, von einem Sign-Stealing-System in Houston nichts mitbekommen zu haben. Die Untersuchung der Liga benennt ihn jedoch als einzigen Spieler namentlich als einen der Protagonisten neben Cora. Eine Entscheidung, ob die Mets die Zusammenarbeit mit Beltran fortsetzen, wird bis Ende der Woche erwartet.

Donaldson zu den Twins
Zurück zum Sport: Die Minnesota Twins sind als Sieger aus dem wochenlangen Wettbieten um die Dienste von Josh Donaldson hervorgegangen. Der Third Baseman bekommt einen Vertrag über vier Jahre und 92 Millionen Dollar. Für weitere 8 Millionen kann der Klub die Option auf ein fünftes Jahr ziehen, wodurch sich Donaldsons Einkünfte aus dem Konktrakt auf glatte 100 Millionen belaufen würden. Drei Tage zuvor hatte es noch so ausgesehen, als hätten die Twins einen anderen Weg eingeschlagen, indem sie ihrem bisherigen Third Baseman Miguel Sano 30 Millionen für eine Vertragsverlängerung um drei Jahre gaben. Nun stellt sich heraus, dass der Plan von vornherein war, Sano auf die defensiv weniger anspruchsvolle Position an der ersten Base zu verschieben und ein Upgrade für die dritte Base zu finden. Das ist durch die Verpflichtung von Donaldson definitiv gelungen. Der 34-Jährige bringt sowohl starkes Feldspiel als auch ordentliche Homerun-Power auf die Waage. Die Twins werten damit ein ohnehin schon beeindruckendes Lineup weiter auf. Mit Max Kepler, Mitch Garver, Nelson Cruz, Eddie Rosario, Sano und Donaldson haben sie nun sechs Spieler an Bord, die 2019 mehr als 30 Homeruns schlugen.

Weitere Spielerverpflichtungen
Außer Donaldson haben auch die folgenden MLB-Spieler diese Woche einen neuen Arbeitgeber gefunden: 3B Todd Frazier (Texas Rangers, 1 Jahr, 5 Millionen Dollar mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Alex Wood (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 4-10 Millionen leistungsabhängig), IF Jedd Gyorko (Milwaukee Brewers, 1 Jahr, 2 Millionen mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Ivan Nova (Detroit Tigers, 1 Jahr, 1,5-2 Millionen leistungsabhängig), OF Guillermo Heredia (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, 1 Million).

Viele kleine Trades
Es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass zwischen den Colorado Rockies und den St. Louis Cardinals ein Trade im Raum steht, dessen Kernstück Third Baseman Nolan Arenado sein soll. Bisher haben die Verhandlungen aber zu keinem Ergebnis geführt. Daher gibt es an dieser Stelle zwar eine Reihe kleiner Deals, aber (noch) keinen Blockbuster zu vermelden:
Die Tampa Bay Rays holen sich in 1B/OF Jose Martinez und OF Randy Arozarena zwei Ergänzungsspieler von den Cardinals, welche dafür Pitching-Prospect Matthew Liberatore und C Edgardo Rodriguez bekommen. Der „Hauptpreis“ in diesem Trade ist Liberatore. Um das linkshändige Talent zu bekommen, geben die Cardinals nicht nur Martinez und Arozarena her, sondern auch einen hohen Draftpick (Nummer 38) für einen niedrigeren (Nummer 66).
Die Los Angeles Angels bekommen von den Diamondbacks RP Matt Andriese im Tausch gegen Minor-League-Pitcher Jeremy Beasley.
OF Austin Dean wechselt von den Miami Marlins zu den Cardinals, die dafür Minor-League-OF Diowill Burgos abgeben.
Die Chicago Cubs schicken IF/OF Tony Kemp zu den Oakland Athletics und bekommen im Gegenzug Minor-League-IF Alfonso Rivas.
Die Houston Astros bekommen SP/RP Austin Pruitt von den Tampa Bay Rays und geben dafür die Minor Leaguer OF Cal Stevenson und RP Peyton Battenfield ab.
Die Texas Rangers schicken RP Jeffrey Springs zu den Boston Red Sox und erhalten als Gegenleistung 1B Sam Travis.

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Januar 9th, 2020 by Silversurger

Die besinnliche Zeit des Jahreswechsels ist offensichtlich vorbei, denn in den letzten sieben Tagen gab es wieder haufenweise Neuigkeiten aus der MLB, insbesondere in Form von Spielerverpflichtungen. Vor allem die Nationals waren sehr aktiv dabei, ihren Kader für das Projekt Titelverteidigung zu ergänzen.

Der Champion kauft ein
Die Washington Nationals scheinen sich angewöhnt zu haben, Verträge immer gleich in Bündeln auszugeben. Im Dezember waren es Stephen Strasburg, Yan Gomes und Howie Kendrick, die innerhalb von zwei Tagen neue Kontrakte mit ihrem Klub unterschrieben. Nach vier Wochen Funkstille gaben die Nationals nun gleich fünf weitere Verpflichtungen bekannt. Der Bullpen wird durch Rückkehrer Daniel Hudson (2 Jahre, 11 Millionen Dollar) sowie durch Will Harris (3 Jahre, 24 Millionen) gefestigt. Für das Middle Infield kommen Starlin Castro (2 Jahre, 12 Millionen) und Asdrubal Cabrera (1 Jahr, 2,5 Millionen) und als First Baseman wird Eric Thames (1 Jahr, 4 Millionen plus beidseitige Option für ein zweites Jahr) sich voraussichtlich die Rolle mit einem weiteren Spieler – evtl. Nats-Urgestein Ryan Zimmerman – teilen.

White Sox verlängern mit Robert, holen Cishek
Die Chicago White Sox sind nicht nur in dieser Woche, sondern schon in der gesamten Offseason sehr aktiv. Sie scheinen sich fest vorgenommen zu haben, in diesem Jahr den Schritt aus dem Rebuilding in die Konkurrenzfähigkeit zu vollziehen. Der neueste Helfer auf diesem Weg ist Reliever Steve Cishek. Der 33-Jährige Sidearm-Pitcher kommt vom Stadtrivalen Cubs und verstärkt den Bullpen der White Sox für die späten Innings. Sein Vertrag läuft zunächst ein Jahr und bringt ihm 6 Millionen Dollar ein, für die gleiche Summe kann der Klub die Option für ein weiteres Jahr ziehen.
Eine langfristige Investition tätigen die White Sox in ihr Centerfield-Prospect Luis Robert. Der 22-Jährige bindet sich für sechs Jahre an den Verein und bekommt dafür 50 Millionen; weitere 38 Millionen können hinzukommen, wenn die White Sox die Option für zwei zusätzliche Jahre in Anspruch nehmen. Es handelt sich um den höchstdotierten Vertrag, den je ein Spieler bekommen hat, bevor er in einem MLB-Spiel aufgetaucht ist. Ermutigt hat die White Sox vermutlich die Erfahrung mit Eloy Jimenez, der letztes Jahr ebenfalls außergewöhnlich früh einen langfristigen Vertrag bekommen und anschließend eine starke Rookie-Saison hingelegt hatte.

Weitere Spielerverpflichtungen
Neue MLB-Verträge haben außer den oben Genannten auch folgende Spieler bekommen: Relief Pitcher Craig Stammen (San Diego Padres, 2 Jahre, 9 Millionen Dollar plus 1 Jahr Klub-Option), Catcher Jason Castro (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 6,8 Millionen), Catcher Robinson Chirinos (Texas Rangers, 1 Jahr, 6,75 Millionen plus 1 Jahr Klub-Option), Relief Pitcher Hector Rondon (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 4-5 Millionen einsatzabhängig plus 1 Jahr Klub-Option), Shortstop Jose Iglesias (Baltimore Orioles, 1 Jahr, 3 Millionen plus 1 Jahr Klub-Option), Starter/ Reliever Jimmy Nelson (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 1,25-4,75 Millionen leistungsabhängig plus 1 Jahr beidseitige Option), Catcher Kevin Plawecki (Boston Red Sox, 1 Jahr, 900.000).

81 Spiele Sperre für Domingo German
Die New York Yankees werden noch lange auf Domingo German verzichten müssen. Der Starter wurde für 81 Spiele gesperrt, rückwirkend ab September 2019. Davon bleiben noch 63 Spiele Sperre zu Beginn der Saison 2020. Der 27-Jährige wird damit von der Liga für einen Fall von häuslicher Gewalt gegenüber seiner Lebensgefährtin bestraft. German hat die Sperre bereits akzeptiert, gerichtlich wird gegen ihn allerdings keine Anklage erhoben.

Neues zum Thema Sign Stealing
Im Hinblick auf die Vorwürfe gegen die Houston Astros, während der Meisterschaftssaison mit unerlaubten Mitteln Zeichen der gegnerischen Spieler ausspioniert zu haben, soll es bald zu einer Entscheidung der Liga kommen. Nach allem, was man hört, wird es wohl keine persönlichen Strafen geben, aber möglicherweise eine hohe Geldstrafe gegen den Klub und vielleicht noch weitere Konsequenzen wie den Verlust von Draftpicks.
Unterdessen wurden neue Vorwürfe laut, dieses Mal gegen die Boston Red Sox. Sie sollen 2018, also ebenfalls in ihrer Meisterschaftssaison, den Video-Analyseraum ihres Stadions genutzt haben, um den Gegnern unerlaubterweise auf die Finger zu schauen. Wenn sich die Anschuldigungen als stichhaltig erweisen, dürfte ein weiteres Verfahren durch die Ligaleitung ins Haus stehen. Dass die Champions von zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit unsauberen Mitteln gearbeitet haben sollen, wirft ein betrübliches Licht auf den professionellen Baseball. Auffällig ist auch, dass in beiden Teams Alex Cora eine zentrale Rolle einnahm – 2017 als Bench Coach der Astros, 2018 als Manager der Red Sox.

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