September 19th, 2019 by Silversurger

Entscheidung vertagt: Die Houston Astros, die Atlanta Braves und die New York Yankees haben in den letzten Tagen allesamt die Chance verpasst, den Gewinn ihrer jeweiligen Division in trockene Tücher zu bringen. Dass für sie noch etwas schief geht, dürfte allerdings nur eine theoretische Möglichkeit sein. Ernsthaft umkämpft sind zehn Tage vor Saisonende noch die beiden Central-Divisionen und vor allem die Wild Cards beider Ligen.

Unabhängig vom Endspurt um die Playoffs gab es diese Woche zwei unschöne Nachrichten: Mike Trout musste am Montag am Fuß operiert werden und fällt für den Rest des Jahres aus. Mit ihm und Christian Yelich, den es eine Woche zuvor erwischt hatte, verpassen die wahrscheinlichsten MVP-Kandidaten beider Ligen die Endphase der Saison. Die andere schlechte Nachricht ist, dass Pirates-Closer Felipe Vazquez verhaftet wurde. Wobei die Verhaftung an sich eine gute Nachricht ist, falls die Vorwürfe gegen Vazquez sich als zutreffend erweisen. Der 28-Jährige wird wegen Kindesmissbrauch angeklagt, er soll sexuelle Kontakte zu einer 13-Jährigen gehabt haben.

National League
Die Magic Number der Atlanta Braves (93-60) für den Gewinn der National League East beträgt 2. Das heißt entweder zwei Siege für sie oder zwei Niederlagen für die Washington Nationals (83-68) oder je eines von beidem und die Braves sind durch. In den letzten Tagen haben sie es noch mal unnötig spannend gemacht, indem sie zwei Spiele gegen die Philadelphia Phillies (78-72) verloren. Die Phillies stehen ebenso wie die New York Mets (79-73) nur drei Spiele hinter dem zweiten Wild-Card-Platz der NL. Allzu optimistisch bin ich für sie angesichts der anstehenden Spiele – noch eines gegen Atlanta, dann drei gegen Cleveland und fünf gegen Washington – allerdings nicht. Die Mets haben mit Cincinnati und den Miami Marlins (53-99) lösbarere Aufgaben vor sich, aber für einen ernsthaften Angriff auf die Playoffs dürfen sie sich keinerlei Ausrutscher mehr erlauben.

Sowohl die Phillies als auch die Mets stecken im Wild-Card-Rennen bislang hinter den Teams der NL Central fest. Die Chicago Cubs und die Milwaukee Brewers (82-70) stehen gleichauf und müssten sich, wäre die Saison jetzt zuende, ein Entscheidungsspiel liefern, bevor der Sieger das Wild-Card-Spiel gegen die Nationals absolvieren dürfte. Aber soweit sind wir noch lange nicht, denn noch haben beide Teams ein Auge auf den Divisionssieg geworfen. Die St. Louis Cardinals (85-67) stehen vorne, müssen in den verbleibenden zehn Spielen aber siebenmal gegen die Cubs spielen (siehe „Einschalttipp“). Die Cubs können die Angelegenheit somit noch aus eigener Kraft für sich entscheiden. Die Brewers haben einen deutlich leichteren Spielplan, müssen aber hoffen, dass die Cubs und die Cardinals sich gegenseitig so günstig die Punkte abnehmen, dass für sie selbst am Ende eine Wild Card oder gar der Divisionssieg herausspringt.

Über die NL West kann man nur sagen: Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen. Die Los Angeles Dodgers (98-55) stehen seit über einer Woche als Divisionssieger fest, für alle anderen Teams ist nichts mehr zu holen – auch nicht für die Arizona Diamondbacks (78-75) mit 4,5 Spielen Rückstand auf den Wild-Card-Platz und vier Teams, die man überholen müsste.

American League
Die New York Yankees (99-54) haben noch nicht die Schwelle von 100 Siegen erreicht und sie haben auch noch nicht die American League East gewonnen. Beides ist aber nur noch Formsache – wenn es nicht heute Abend gegen die Angels soweit ist, dann spätestens am Wochenende gegen die Toronto Blue Jays (61-91). Für die Tampa Bay Rays (90-63) wird die Saison spannend bis zum Ende bleiben. Zurzeit belegen sie den zweiten Wild-Card-Platz der AL, zwei Spiele hinter den Athletics und ein halbes Spiel vor den Indians. Als nächstes steht eine 4-Spiele-Serie gegen die von ihrer enttäuschenden Saison frustrierten Boston Red Sox (79-72) an.

Die AL Central ist immer noch eine der spannenden Divisionen, doch mit vier Spielen Vorsprung und ausschließlich Kellerteams auf dem restlichen Spielplan können die Minnesota Twins (93-59) sich nur noch selbst schlagen. Die Serie gegen die Cleveland Indians (89-63) am letzten Wochenende haben die Twins 2:1 gewonnen und damit die Zweifel am Divisionssieg so gut wie beseitigt. Der Blick der Indians ist nun klar auf eine Wild Card gerichtet. In der Hinsicht wären sie zurzeit der knapp ausgebootete Dritte, aber ein Sieg heute Abend gegen die Detroit Tigers (45-106) würde schon ausreichen, um wieder gleichzuziehen mit den Rays. Am Wochenende folgt eine 3-Spiele-Serie gegen die Phillies. Das ist eine interessante Konstellation für ein Interleague-Duell so spät in der Saison zwischen zwei Teams, die in die jeweiligen Wild-Card-Rennen eingebunden sind. 

Die erste Wild Card der AL würde derzeit in die AL West gehen. Dort stehen die Houston Astros (100-53) unmittelbar vor dem Gewinn der Division, während die Oakland Athletics sich nach acht Siegen aus den letzten zehn Spielen ein kleines Polster für die Wild Card zugelegt haben. Das Restprogramm der A’s klingt zudem äußerst vorteilhaft; es besteht aus den Texas Rangers (74-79), den Los Angeles Angels (69-83) und den Seattle Mariners (64-88). 

Szene der Woche 
Es ist nicht gerade das Jahr der Toronto Blue Jays, aber immerhin haben sie eine ganze Reihe interessanter junger Spieler, die Hoffnung für die nahe Zukunft machen. Einer von ihnen ist Cavan Biggio, Sohn des Hall-of-Fame-Mitglieds Craig Biggio. Cavan schlug am Dienstag zum ersten Mal in seiner jungen Karriere einen Cycle, also ein Single, ein Double, ein Triple und einen Homerun in einem Spiel. Sein Vater hat das genau einmal geschafft, am 2. April 2002. Die Biggios sind damit das zweite Vater-Sohn-Paar der MLB-Geschichte, in dem beide einen Cycle geschlagen haben. Das andere waren Daryle und Gary Ward.

Statistik der Woche 
1. So viele Baserunner hatten die Arizona Diamondbacks am Samstag in der Partie gegen die Cincinnati Reds. Sie gewannen das Spiel 1:0. Es war das erste Mal im modernen Baseball, das heißt seit mindestens dem Jahr 1900, dass ein Team ein Spiel gewonnen hat, in dem es nur einen einzigen Baserunner hatte. Der Baserunner war Nick Ahmed. Sein Triple im dritten Inning sowie der Sacrifice Fly von Jarrod Dyson gleich beim nächsten Pitch waren genug, um den Reds den fast perfekten Tag zu verderben.

Spiel der Woche
„It ain’t over till it’s over“ lautet eines der berühmtesten Baseball-Sprichwörter. Dass es wahr ist, bewiesen am Dienstag mal wieder die Minnesota Twins. Gegen die Chicago White Sox hatte man zunächst eine scheinbar beruhigende 5:0-Führung hergeschenkt und musste in die Verlängerung. Dort gingen die White Sox im elften Inning durch einen Homerun von Tim Anderson in Führung. Die Twins glichen aus, ein Sacrifice Fly von Mitch Garver scorte LaMonte Wade zum 6:6. Im zwölften Inning gingen die White Sox erneut in Front, dieses Mal sicherheitshalber mit zwei Runs durch den Homerun von Ryan Cordell. Aber auch davon ließen die Twins sich nicht zum Aufgeben bewegen. Ein 2-RBI-Single von Marwin Gonzalez brachte den erneuten Ausgleich und bereitete den Weg für eine  sehr ungewöhnliche Art, ein Spiel zu beenden: Ein Walkoff-Hit-by-Pitch von José Ruiz gegen Ronaldo Torreyes bei geladenen Bases entschied die Partie für die Twins.

Mein Einschalttipp
Die St. Louis Cardinals und die Chicago Cubs liefern sich ein ausgedehntes Finale um die NL Central. Sieben der letzten zehn Spiele absolvieren sie im direkten Duell, die ersten vier davon am kommenden Wochenende in Chicago. Jede dieser Partien wird heiß umgekämpft sein, also schaut sie euch an, wenn ihr könnt. Erfreulicherweise ist auch die Baseballabteilung von DAZN wieder ein bisschen aufgewacht und überträgt zwei der Spiele: das erste heute Nacht ab 1:15 Uhr, das zweite morgen Abend ab 20:20 Uhr. Eventuell kommt über MLB Network noch die Partie am Samstag, ebenfalls ab 20:20 Uhr unserer Zeit, dazu. Auf der sicheren Seite seid ihr mit mlb.tv, wo ihr zusätzlich zu den drei genannten Spielen auch das am Sonntag (erneut 20:20 Uhr) sehen könnt.

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Mai 9th, 2019 by Silversurger

Die vergangene MLB-Woche stand im Zeichen einiger beeindruckender Pitcher-Leistungen. Mike Fiers, Noah Syndergaard, Kyle Hendricks und Hyun-Jin Ryu legten allesamt Auftritte hin wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Auf jede davon gehe ich später in diesem Grand Slam am Donnerstag noch etwas ein, doch zunächst wie üblich der Blick auf die Zwischenstände in den einzelnen Divisionen:

American League
Die Boston Red Sox (19-19) sind zurück. Das ist die wichtigste Nachricht aus der American League East, auch wenn dort – völlig verdient – nach wie vor die Tampa Bay Rays (23-13) vorne stehen. Mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen haben sich die Red Sox aus dem Loch gegraben, in dem sie die ersten Wochen der Saison verbracht hatten. Ein nervenaufreibender 2:1-Sieg über die Baltimore Orioles (13-24) in der vergangenen Nacht brachte sie erstmals seit Saisonbeginn wieder zu einer ausgeglichenen Bilanz. Da gleichzeitig die Toronto Blue Jays (15-22) deutlich abgebaut haben, sieht es in der AL East nun so langsam nach dem erwarteten Dreikampf zwischen Tampa Bay, den New York Yankees (21-15) und den Red Sox aus. Für Letztere dürfte es recht gelegen kommen, dass die Rays und die Yankees an den beiden kommenden Wochenenden insgesamt sechsmal gegeneinander antreten müssen (siehe „Einschalttipp“).

In der AL Central darf man wohl so langsam daran glauben, dass die Minnesota Twins (23-12) „for real“ sind. Mit einer Siegquote von 65,7% führen sie nach wie vor die gesamte MLB an und der Abstand auf die verletzungsgeplagten Cleveland Indians (19-16) wächst langsam, aber beständig. Beide Teams haben in den nächsten Wochen Spielpläne, die recht lösbar aussehen – was in einer Division mit den drei Rebuildern Detroit Tigers (16-17), Chicago White Sox (16-19) und Kansas City Royals (13-25) nichts Ungewöhnliches ist.

Auch die AL West sieht zurzeit nicht nach einer besonders wettbewerbsstarken Division aus. Die Houston Astros (22-15) sind hier die einzige Konstante und es ist zu vermuten, dass sie eine auf Dauer recht einsame Saison erleben werden. Hinter den Astros stehen lediglich die Seattle Mariners (20-19) noch bei einer knapp positiven Bilanz, doch zehren sie dabei immer noch von ihrem längst vergangenen Traumstart in das Jahr. Von den letzten zehn Spielen gingen acht verloren und in den nächsten zehn lauten die Gegner achtmal Yankees, Red Sox oder Twins. Die Texas Rangers (17-17) halten sich bislang überraschend wacker, müssen nun allerdings für vier Spiele nach Houston.

National League
Die National League East war allgemein als besonders umkämpfte Division erwartet worden, doch zurzeit sieht es ganz so aus als könnten die Philadelphia Phillies (21-15) sich frühzeitig vom Rest des Feldes absetzen. Sie sind momentan das einzige Team der NL East mit einer positiven Bilanz und ebenfalls das einzige mit einem positiven Run Differential. Die Atlanta Braves (16-17) wurden auf der ersten Hälfte ihrer Westküstenreise von den Dodgers gesweept und müssen als nächstes nach Arizona. Bei den Dodgers müssen nun die Washington Nationals (14-22) antreten, bevor die Nationals in den nächsten zwei Wochen insgesamt siebenmal auf die New York Mets (17-20) treffen. Je nach Ausgang dieser Duelle kann es sein, dass entweder die Mets oder die Nationals die Saison dann schon so ziemlich abhaken können. Die Miami Marlins (10-26) haben das längst getan.

So schnell kann es gehen im Baseball: Letzte Woche waren die St. Louis Cardinals (21-16) noch die unumstrittenen Überflieger der NL Central. Doch dann ließ man sich im Spitzenduell von den Chicago Cubs (21-13) sweepen, verlor zudem zwei von drei Partien gegen Philadelphia und schon findet man sich nur noch auf Platz drei wieder. Zwischen die Cubs und die Cardinals haben sich die Milwaukee Brewers (23-16) geschoben, die gegen die Mets und die Nationals sechs Spiele in Folge gewonnen haben. Am Wochenende steht schon wieder eine Spitzenserie an: Die Cubs erwarten die Brewers für drei Spiele. Die Cardinals haben derweil mit den Pittsburgh Pirates (17-16) einen Gegner, den man ebenfalls noch nicht abschreiben kann.

Die Los Angeles Dodgers (25-14) sind zurzeit das erfolgreichste Team der NL und vor allem zu Hause eine Macht. 15 Siege und nur 4 Niederlagen sind eine Heimbilanz, mit der in der MLB kein Team auch nur ansatzweise mithalten kann. Ihre drei jüngsten Heimserien haben die Dodgers allesamt gesweept, und zu ihrer Freude finden die nächsten sechs Spiele ebenfalls im Dodger Stadium statt – vier gegen die Nationals, zwei gegen die San Diego Padres (21-17). Zwischen den Dodgers und den Padres stehen in der NL West die Arizona Diamondbacks (21-16). Die D-Backs sind für mich eine der großen Überraschungen der bisherigen Saison. An ihrer Stelle hatte ich eher die Colorado Rockies (16-20) erwartet, die letztes Wochenende das direkte Duell in Arizona 1:2 verloren und auch sonst bisher eher enttäuscht haben. Wegen miesen Wetters in Colorado konnten die Rockies diese Woche bislang nur ein Spiel absolvieren und auch das verlief mit 4:14 gegen die San Francisco Giants (16-20) wenig ermutigend.

Szene der Woche
Die Offensive im Slump, der Bullpen unzuverlässig? Für Noah Syndergaard, Starting Pitcher der New York Mets, war das im Spiel gegen die Reds am Donnerstag kein Problem, er machte dann eben alles alleine. Und „alles“ bedeutet nicht nur, dass er über volle neun Innings ging und keinen Run zuließ. Nein, er musste auch den einzigen Run seines eigenen Teams noch selbst per Solo-Homerun beisteuern. Dieser Homerun ist meine Szene der Woche:

Statistik der Woche 
81. So viele Pitches benötigte Kyle Hendricks am Freitag, um für die Chicago Cubs die kompletten neun Innings gegen die St. Louis Cardinals zu absolvieren. Er ließ vier Hits, aber keine Runs zu beim 4:0-Erfolg seines Teams. Man nennt so ein Spiel (ein Complete-Game-Shutout mit weniger als 100 Pitches) einen Maddux. Ein solcher gelang auch Hyun-Jin Ryu am Dienstag. Er brauchte 93 Pitches, um die Atlanta Braves abzufertigen und den Los Angeles Dodgers einen 9:0-Sieg zu ermöglichen.

Spiele der Woche
Die Saison 2019 hat ihren ersten No-Hitter: Mike Fiers gelang das Kunststück am Dienstag beim 2:0 seiner Oakland Athletics gegen die Cincinnati Reds. Obwohl er nur zwei Walks und sonst keine Baserunner zuließ, war Fiers vom Pitch-Count her bei weitem nicht so effektiv wie Hendricks und Ryu: 131 Pitches brauchte er, um das Spiel zu Ende zu bringen. Das waren die meisten Pitches in einem No-Hitter seit… Mike Fiers im August 2015! Damals warf er 134 Pitches gegen die Dodgers beim ersten No-Hitter seiner Karriere. Fiers ist erst der 35. Pitcher der Geschichte mit zwei MLB-Spielen ohne erlaubten Hit.

Das Spiel der San Francisco Giants gegen die Cincinnati Reds vom Montag hatte zwar nicht das sportliche Niveau der zuvor genannten Partien, aber dafür wartete es mit so vielen kuriosen Situationen auf, dass ich es hier nicht unerwähnt lassen möchte. Los ging es damit schon vor dem Spielbeginn, welcher sich durch eine Bieneninvasion verzögerte und Derek Dietrich als Kammerjäger auf den Plan rief. Später schrieben die Giants-Pitcher Pat Venditte und Sam Dyson Geschichte, als sie – augenscheinlich unabsichtlich – vier gegnerische Spieler in einem Inning abwarfen und damit den MLB-Rekord einstellten. Besser machte es ihr Teamkamerad Pablo Sandoval: Der Third Baseman pitchte ein sauberes neuntes Inning in dem Spiel, in dem er zuvor einen Homerun geschlagen, eine Base gestohlen und ein Highlight-Play im Feld produziert hatte. Genützt hat es den Giants letzten Endes wenig, denn sie gingen mit 4:12 unter gegen die Reds, für die Newcomer Nick Senzel mit zwei Homeruns brillierte.

Mein Einschalttipp
Die Tampa Bay Rays und die New York Yankees gelten als positive Überraschungen der bisherigen Saison – die Rays, weil sie hervorragend dastehen und vor allem im Pitching den Rest der Liga alt aussehen lassen; die Yankees, weil sie trotz enormen Verletzungspechs immer noch vorne mitspielen. Am Wochenende kommt es zum ersten Mal in dieser Saison zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Divisionsrivalen. Gleich im ersten Spiel am Freitag schicken beide ihre bislang besten Starter auf den Mound: Für die Yankees tritt Domingo German (2.35 ERA, 2.72 FIP) an, für die Rays Tyler Glasnow (1.47 ERA, 2.40 FIP). Die Partie könnt ihr ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Nacht auf Samstag sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv verfolgen.

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Februar 22nd, 2018 by Silversurger

Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Zum ersten Mal in dieser zu Ende gehenden Offseason kann man sagen, dass es in den letzten Tagen mit Free-Agent-Verpflichtungen und Trades Schlag auf Schlag ging. Offensichtlich fühlen sich einige Teams nun doch unter Druck, vor dem Beginn der Spring-Training-Spiele noch den Kader zu komplettieren. Die Verträge, die zum Beispiel Eric Hosmer und J. D. Martinez unterschrieben haben, machen jedenfalls nicht den Eindruck, als wären es die Spieler gewesen, die am Ende des Verhandlungsmarathons klein beigegeben haben.

Auch die Ligaführung ist endlich zu Potte gekommen und hat bekannt gegeben, welche Regeländerungen zur neuen Saison in Kraft treten werden. Erwartungsgemäß dreht sich dabei alles um das Ziel, das Spiel zu beschleunigen. Wenigstens wurde auf die Einführung einer Pitch-Clock verzichtet.

Start der Spring-Training-Spiele
Gestern gab es schon die erste Baseball-Action mit einem Freundschaftsspiel der Arizona Diamondbacks gegen die Arizona State University. Erwartungsgemäß gewannen die Diamondbacks 6:2, Major Leaguer kamen allerdings kaum zum Einsatz. Heute gibt es ein paar weitere Spiele von MLB-Teams gegen Colleges in Florida, am morgigen Freitag geht es dann richtig los mit den ersten Spring-Training-Spielen der Cactus League (Arizona) und der Grapefruit League (Florida). Viele der Spiele werden auf mlb.tv übertragen. Es sind nur Vorbereitungsspiele und die Ergebnisse letztlich egal, aber ich mag das Spring Training und schalte gerne rein, weil es eine schöne Gelegenheit ist, die MLB-Spieler mal wieder in Aktion zu sehen und sich ein erstes Bild von dem einen oder anderen Prospect zu machen.

Die Liga drückt aufs Tempo
Kurz vor Saisonstart hat die MLB eine ganze Reihe von Regeländerungen festgelegt, die dem von Commissioner Rob Manfred ausgegebenen Ziel dienen sollen, die durchschnittliche Spieldauer zu verkürzen. Die von vielen Spielern gefürchtete Pitch-Clock wird vorerst nicht eingeführt, dafür stimmte die Spielergewerkschaft MLBPA zwei anderen Maßnahmen zu: Die erste und wichtigste Änderung besteht darin, dass Besuche auf dem Mound auf sechs pro Spiel begrenzt werden, egal ob von Trainern und Spielern. Geht ein Spiel in Extra-Innings, ist pro Inning ein weiterer Mound-Besuch erlaubt. Mound-Besuche, die der Auswechslung eines Pitchers dienen, werden dabei nicht mitgezählt. Der zweite Mound-Besuch eines Trainers innerhalb eines Innings bedeutet nach wie vor automatisch die Auswechslung des Pitchers. Das gleiche gilt nun auch für jeden anderen Mound-Besuch, der über die erlaubte Anzahl hinaus geht.

Ebenfalls begrenzt wird die Zeit der Pausen zwischen den (Halb-)Innings sowie bei Pitcherwechseln. Diese dürfen ab sofort höchstens 2:05 Minuten dauern, wenn ein Spiel nur lokal im TV übertragen wird, 2:25 Minuten bei landesweiten Übertragungen und 2:55 Minuten bei Playoff-Spielen. Diese Regeländerung finde ich so überraschend wie erfreulich, denn sie läuft eine Kürzung der Werbepausen hinaus.

Eric Hosmer zu den Padres
Für First Baseman Eric Hosmer hat sich das lange Warten gelohnt: Er hat sich mit den San Diego Padres auf einen Vertrag geeinigt, der ihm in den kommenden acht Jahren 144 Millionen Dollar einbringen wird. Diese setzen sich zusammen aus einem Unterschriftsbonus von 5 Millionen, je 20 Millionen für die ersten fünf Jahre und je 13 Millionen für die drei folgenden Jahre. Obendrein konnte Hosmers Agent Scott Boras für seinen Klienten aushandeln, dass dieser nach fünf Jahren die Möglichkeit hat, aus dem Vertrag auszusteigen. Meiner Ansicht nach ist es eine Wahnsinnsleistung des Agenten, einen so vorteilhaften Vertrag für einen 28-Jährigen herauszuholen, der bislang vor allem durch jährlich schwankende Leistungen aufgefallen ist. Um genau zu sein, haben sich in Hosmers Karriere bislang gute und schlechte Jahre konsequent abgewechselt. Das gilt jedenfalls für die Offense. Seine Defense hingegen war durchgehend unterdurchschnittlich. Mit -8.7 UZR und -13 DRS war er in den letzten beiden Jahren einer der schlechtesten First Basemen der Liga – und trotzdem gewann er 2017 bereits seinen vierten Gold Glove. Es ist manchmal schon seltsam, wie um einige Spieler ein Hype entsteht, der ihnen Auszeichnungen und Monsterverträge bringt, ohne dass diese durch tatsächliche Leistungen erklärbar wären. Ich habe keine Ahnung, was die Padres geritten hat, ausgerechnet für Hosmer ihr Konto zu plündern.

J. D. Martinez und die Red Sox finden zueinander
Dass die Boston Red Sox an J. D. Martinez interessiert sind, war buchstäblich seit Monaten allgemein bekannt. Dennoch dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis der Deal in trockenen Tüchern war, da beide Seiten offenbar hart und geduldig verhandelten und sich zwischendurch auch mal öffentlich übereinander beschwerten. Nun haben sich der 30-jährige Slugger – auch er wird übrigens von Scott Boras vertreten – und der Klub also endlich geeinigt: Der Vertrag läuft über fünf Jahre, bringt Martinez 110 Millionen Dollar ein und gibt ihm die Chance, nach drei Jahren zu kündigen. Aller Voraussicht nach wird Martinez eher selten im Outfield spielen, wo Mookie Betts, Jackie Bradley Jr. und Andrew Benintendi ihre Stammplätze haben, sondern meistens als DH eingesetzt werden. Dort klaffte seit dem Karriereende von „Big Papi“ David Ortiz eine Lücke, die Hanley Ramirez allenfalls mittelmäßig ausfüllte. Ramirez wird sich nun vermutlich mit Mitch Moreland an der ersten Base abwechseln. Das gilt jedenfalls solange sich keiner der regulären Outfielder verletzt; in dem Fall würde Martinez dort einspringen und Ramirez wieder als DH übernehmen.

Haufenweise weitere Signings und Trades
Neben den beiden großen Fischen Hosmer und Martinez gab es in den letzten Tagen eine ganze Reihe weiterer Vertragsabschlüsse, die ich wenigstens mal kurz erwähnt haben möchte, auch wenn ich nicht ausführlich auf jeden davon eingehen kann:

Die Baltimore Orioles ergänzen ihre Starting Rotation mit Andrew Cashner (2 Jahre, 16 Millionen, mit Option auf ein drittes Jahr) und mit Rückkehrer Chris Tillman (1 Jahr, 3 Millionen Dollar). Mit Colby Rasmus kommt zudem eine linkshändige Alternative fürs Outfield über einen Minor-League-Vertrag nach Baltimore.

Die Minnesota Twins haben sich ebenfalls zwei Ergänzungs-Starter gesichert: Anibal Sanchez bekommt für einen Einjahresvertrag 2,5 Millionen Dollar, die er durch leistungsbezogene Vereinbarungen verdoppeln kann. Für Jake Odorizzi wird Minor-League-Shortstop Jermaine Palacios zu den Tampa Bay Rays geschickt. Odorizzi bringt einen Einjahresvertrag über 6,3 Millionen Dollar mit und bleibt für ein weiteres Jahr per Arbitration an die Twins gebunden.

Auch die New York Mets holen sich mit Jason Vargas einen weiteren Starter; sein Vertrag ist quasi eine Kopie von dem, den Cashner bei den Orioles unterschrieben hat: zwei Jahre, 16 Millionen Dollar und ein optionales drittes Jahr.

Für ein Jahr und 8 Millionen Dollar geht SP Jaime Garcia zu den Toronto Blue Jays. Auch sie haben sich die Option gesichert, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern.

SP Edinson Volquez kehrt, zunächst nur im Rahmen eines Minor-League-Vertrages, zurück zu den Texas Rangers. Er hofft, 2019 noch mal den Sprung in die MLB zu schaffen, wenn er seine aktuelle Verletzung auskuriert hat. Einen weiteren Minor-League-Vertrag vergeben die Rangers an Pitcher Jesse Chavez; sollte er im Spring Training einen Platz in der Rotation oder im Bullpen erobern, wird er dieses Jahr 1,5 Millionen Dollar verdienen.

Reliever Tony Watson verstärkt die San Francisco Giants für 7 bis 9 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren, der Klub hat die Option auf ein weiteres Jahr.

Auch die Washington Nationals ergänzen ihren Bullpen, zu ihnen kommt der 40-jährige Joaquin Benoit (1 Jahr, 1 Million).

Die Arizona Diamondbacks waren bei ihrer Suche nach Hilfe für das Outfield wohl auch an J. D. Martinez interessiert, doch nachdem dieser sich mit den Red Sox einig wurde, handelten sie schnell: Nach Arizona kommt nun Jarrod Dyson, der für zwei Jahre 7,5 Millionen Dollar erhält.

Auch die Miami Marlins sichern sich einen zusätzlichen Outfielder: Nach 2008 bis 2010 wird Cameron Maybin nun zum zweiten Mal in seiner Karriere für die Marlins spielen. Für seinen Einjahresvertrag erhält er 3,25 Millionen Dollar.

Die Tampa Bay Rays haben überraschend Outfielder Corey Dickerson designated for assignment. Als Ersatz kommt Carlos Gomez (1 Jahr, 4 Millionen), der außer im Outfield auch als DH zu Einsätzen kommen könnte. Zudem haben die Rays 1B C. J. Cron gegen Cash oder einen später zu benennenden Spieler von den Los Angeles Angels geholt.

Die Angels wiederum tun etwas für die Tiefe ihres Outfields mit der Verpflichtung von Chris Young (1 Jahr, 2 Millionen) und einem Trade für Jabari Blash, für den die New York Yankees ebenfalls Cash oder einen später zu benennenden Spieler erhalten. Einen Minor-League-Vertrag bei den Angels erhält 1B Chris Carter. Bei Bedarf wird dieser zu einem Major-League-Kontrakt über ein Jahr und 1,75 Millionen umgewandelt.

Infield-Allrounder Eduardo Nunez wird bei den Boston Red Sox bleiben: Für 4 Millionen Dollar verlängert er seinen Vertrag zunächst um ein Jahr und hat dann die Option auf seiner Seite, ein weiteres Jahr für weitere vier Millionen dranzuhängen.

Zum Abschluss noch ein schön unübersichtlicher Dreiecks-Trade: 2B/3B Brandon Drury wechselt von den Diamondbacks zu den Yankees, die somit eine Absicherung für den Fall gefunden haben, dass einer der Rookies Gleyber Torres und Miguel Andujar nicht die Erwartungen erfüllt. Outfielder Steven Souza Jr. geht von den Rays zu den Diamondbacks. Minor-League-Pitcher Anthon Widener wird von den Yankees zu den Diamondbacks geschickt. Die Rays erhalten von den Yankees 2B-Prospect Nick Solak und von den Diamondbacks Pitching-Prospect Anthony Banda sowie zwei später zu bennende Spieler.

Diese Spieler sind noch zu haben
So langsam lichten sich die Reihen der Free Agents, die noch kein Team gefunden haben. Natürlich gibt es immer noch Dutzende, die auf einen Vertrag hoffen, aber die meisten von ihnen fallen in den Graubereich, aus dem heraus man mit etwas Glück einen Ein- oder Zweijahresvertrag in der MLB bekommt, sich vielleicht aber auch mit einem Minor-League-Kontrakt zufrieden geben oder über das Karriere-Ende nachdenken muss. Kandidaten, die meiner Einschätzung nach sicher noch eine Beschäftigung zu attraktiven Bedingungen finden werden, sind SP Jake Arrieta, 3B Mike Moustakas, RP Greg Holland, SP Lance Lynn und SP Alex Cobb in der ersten sowie C Jonathan Lucroy, OF Carlos Gonzalez, SP John Lackey, 1B Lucas Duda und 2B Neil Walker in der zweiten Reihe.

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Januar 12th, 2017 by Silversurger

Steigt bei euch auch schon die Vorfreude auf die neue Baseballsaison? Noch befindet sich die MLB weitgehend im Winterschlaf, aber in einem Monat beginnt es wieder ernst zu werden: Ab dem 12. Februar melden sich die Pitcher und Catcher bei ihren Teams zum Dienst, wenige Tage später kommen die Positionsspieler hinzu und am 24. Februar beginnen die Spring-Trainig-Spiele, bevor am 2. April endlich die echte Saison anfängt. Die Baseball-Bundesliga ist übrigens einen Tag früher dran, beide Staffeln starten am 1. April in die neue Spielzeit.
In der vergangenen Woche war rund um die MLB nicht allzu viel los, abgesehen davon dass die Seattle Mariners weiterhin traden wie die Weltmeister. Hier die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Tage:

Vier weitere Mariners-Trades
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in der MLB momentan kaum ein Trade vonstatten geht, bei dem nicht der General Manager der Mariners, Jerry Dipoto, seine Finger im Spiel hat. Aus den letzten Tagen gibt es jedenfalls vier relevante Geschäfte zu vermelden und die Mariners waren an allen beteiligt: Zuerst schickten sie Outfielder Seth Smith zu den Baltimore Orioles im Tausch gegen Starting Pitcher Yovani Gallardo – keine Ahnung, was dabei der Hintergedanke war, denn einen Pitcher vom Format Gallardos (5.42 ERA im letzten Jahr) hätte man relativ problemlos unter den verfügbaren Free Agents gefunden. Jedenfalls war durch diesen Trade ein Platz im Outfield frei geworden und der wurde unmittelbar neu besetzt, indem man den flinken Jarrod Dyson aus Kansas City holte und dafür Pitcher Nathan Karns abgab. Gestern schickte Dipoto zunächst die Minor-League-Pitcher Luiz Gohara und Thomas Burrows nach Atlanta für Outfield-Prospect Mallex Smith und Reliever Shae Simmons. „Smith adds to our growing inventory of multi-skilled, athletic outfielders“, ließ sich Dipoto unmittelbar nach dem Trade zitieren, doch nur 77 Minuten später war Smith schon wieder weg als Teil eines Trades mit den Tampa Bay Rays. Die Rays erhielten neben Smith noch Pitcher Ryan Yarbrough und Shortstop Carlos Vargas als Preis für Starter Drew Smyly.
Das waren übrigens die Trades Nummer acht bis elf der Mariners seit Ende der letzten Saison und seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten hat Dipoto nun stolze 36 Trades auf dem Konto. Ich finde, das ist eine ziemlich beeindruckende Zahl in einem Sport, den man mit neun bis zehn Spielern ausübt. Ist Dipoto ein Genie oder eher ein moderner Hans im Glück? Wir werden sehen.

Plouffe und Casilla zu den Athletics 
Aktiv waren in den letzten Tagen auch die Oakland Athletics, wenngleich nicht in Form von Trades sondern durch Free-Agent-Verpflichtungen: Third-Baseman Trevor Plouffe (ehemals bei den Twins) unterschrieb einen Ein-Jahres-Vertrag über 5 Millionen Dollar und Reliever Santiago Casilla kommt aus San Francisco zurück auf die andere Seite der Bay für 11 Millionen Dollar und zwei Jahre. Die beiden Verpflichtungen passen in das Schema, das die A’s in dieser Offseason bisher erkennen lassen: Sie setzen in ihrer noch andauernden Rebuilding-Phase auf kurze Veträge mit erfahrenen Spielern, die einerseits als Platzhalter und Mentoren für die eigenen Nachwuchsleute dienen können und andererseits möglicherweise noch etwas Gegenwert bringen, wenn der eine oder andere Contender zur Trade-Deadline bereit ist, Talente gegen kurzfristige Kaderergänzungen einzutauschen.

Die Rays holen Colby Rasmus
In einer ähnlichen Situation wie die Athletics sind die Tampa Bay Rays und auch ihre neueste Verpflichtung, der ehemalige Astros-Outfielder Colby Rasmus, passt in das eben beschriebene Schema. Der 30-Jährige hat eine schwache Saison mit einem Average von .206 und 15 Homeruns hinter sich und lässt sich mit 5 Millionen Dollar plus leistungsbezogene Prämien das Jahr in Tampa Bay versüßen, in dem er versuchen wird, seine Karriere wiederzubeleben. Auch Rasmus könnte, sofern er bessere Stats abliefert als 2016, ein Tradekandidat für die Deadline Ende Juli sein.

Max Scherzer verletzt
Top-Pitcher Max Scherzer von den Washington Nationals sollte eigentlich einer der Stars des US-Teams beim World Baseball Classic (der Baseball-Weltmeisterschaft) im März sein, doch daraus wird nichts: Wegen eines Ermüdungsbruches in einem Finger seiner Wurfhand muss Scherzer die Teilnahme am Turnier absagen. Der Finger macht wohl schon seit August letzten Jahres Probleme und soll nun noch ein wenig länger geschont werden. Scherzer und die Nationals rechnen aber damit, dass er am Spring Training teilnehmen kann und rechtzeitig zum Saisonbeginn wieder voll einsatzfähig ist.

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