Juli 25th, 2019 by Silversurger

Für die MLB-Teams, die mit den Playoffs nichts zu tun haben, wird es diese Woche zum letzten Mal in dieser Saison richtig spannend, wenngleich nur jenseits des Platzes: Die Trade-Deadline steht an und somit die Chance, den einen oder anderen Spieler mit auslaufendem Vertrag an konkurrenzfähige Teams abzugeben und im Gegenzug möglichst vielversprechende Nachwuchstalente zu erhalten. Nach einer Regeländerung gilt die Deadline am 31. Juli dieses Jahr erstmals ohne Wenn und Aber. Während früher anschließend noch einen weiteren Monat lang die Möglichkeit bestand, über formale Umwege Trades einzufädeln, ist nun klar, dass es nach dem 31. Juli keine Wechsel mit Auswirkung auf die laufende MLB-Saison mehr geben wird. In der American League ist für die meisten Teams klar absehbar, ob sie zur Deadline als „Buyer“ oder „Seller“ auf dem Plan stehen, denn die Karten im Hinblick auf die Playoffs sind schon relativ eindeutig verteilt. In der National League ist das Bild weniger klar, da sich 14 von 15 Teams zumindest noch Außenseiterchancen auf die Postseason ausrechnen können.

National League
In der National League East sind mindestens drei Teams als potenzielle Käufer einzustufen. Die Atlanta Braves (60-43) haben keine offensichtlichen Lücken im Kader, scheinen aber auch nicht abgeneigt, noch einen Top-Spieler an Land zu holen. Ein Starting Pitcher dürfte das wahrscheinlichste Ziel sein. Auf dem Pitching-Markt werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die Washington Nationals (55-46) tätig werden, um mit ein, zwei neuen Relievern ihre Schwachstelle anzugehen. Die Philadelphia Phillies (54-48) hatten bereits eine sehr aktive Offseason und werden ihren Trend zum Aufrüsten fortsetzen. Auf ihrer Wunschliste stehen vor allem Spieler, die noch ein, zwei Jahre Vertragsdauer mitbringen und nicht nur die wenigen Monate bis Saisonende. Die New York Mets (46-55) sind zwar noch nicht endgültig aus dem Rennen, aber sie werden wohl realistisch genug sein, dieses Jahr abzuhaken und zu schauen, ob und wie sich die auslaufenden Verträge von Zack Wheeler, Todd Frazier und Jason Vargas versilbern lassen. Auch um Noah Syndergaard, der noch bis 2022 an den Klub gebunden ist, gibt es immer wieder Gerüchte. Der Preis für ihn dürfte allerdings hoch sein – während der für Wheeler durch dessen aktuelle Verletzung vermutlich deutlich gefallen ist. Die Miami Marlins (38-62) sind der eindeutigste Seller der NL. Veteranen wie Curtis Granderson, Neil Walker und Sergio Romo können Gegenwerte bringen, die das Rebuilding der Marlins voranbringen.

Die NL Central ist weit offen, daher wird hier wohl kein Team nennenswert als Seller auftreten. Die Chicago Cubs (55-47), die St. Louis Cardinals (54-47) und die Milwaukee Brewers (54-50) sind allesamt auf der Suche nach Relievern. Die Brewers hätten zudem nach der Verletzung von Brandon Woodruff gern einen weiteren Starter, während die Cubs nach einem guten rechtshändigen Batter Ausschau halten. Die Cincinnati Reds (46-54) und die Pittsburgh Pirates (46-55) befinden sich in uneindeutigen Situationen – nicht direkt im Playoffrennen, aber auch nicht abgeschlagen genug, um aufzugeben. In ihrer Situation ist damit zu rechnen, dass sie zur Trade-Deadline weder in die eine noch in die andere Richtung sonderlich aktiv werden.

Die Los Angeles Dodgers (67-37) gewinnen die NL West locker ohne weitere Verstärkungen, aber wie in den vergangenen Jahren werden sie auch dieses Mal versuchen, das eine oder andere Puzzlestück im Hinblick auf das große Ziel eines World-Series-Gewinns hinzuzufügen. Der Schwerpunkt dürfte klar auf Hilfe für den Bullpen liegen. Die restlichen Teams der Division können allesamt noch auf eine Wild Card spekulieren. Die Arizona Diamondbacks (52-51), die ohnehin bereits ein halbes Rebuilding-Projekt darstellen, könnten sich entscheiden, Leute wie Adam Jones und Zack Greinke auf den Markt zu werfen. Greinke steht noch bis 2021 unter Vertrag, ist mit 80 Millionen Dollar an garantiertem Gehalt aber auch extrem teuer. Die Colorado Rockies (47-55) und die San Francisco Giants (52-51) sehe ich als Kandidaten für eine eher untätige Herangehensweise an die Deadline. Das ist in beiden Fällen eine erstaunliche Entwicklung. Die Rockies sahen vor der Saison nach sicheren Contendern aus, konnten die Erwartungen aber bisher nicht erfüllen. Umgekehrt sind die Giants erst in den letzten paar Wochen quasi aus dem Nichts empor gekommen und plötzlich sieht es so aus, dass einst heiße Trade-Kandidaten wie Madison Bumgarner, Will Smith oder Sam Dyson womöglich gar nicht zum Verkauf stehen. Für die San Diego Padres (48-53) ist ebenfalls unklar, ob sie eher kaufen oder verkaufen wollen. Gebrauchen könnten sie einen Starter, idealerweise mit etwas längerem Vertrag als nur bis Saisonende. Guten Gegenwert würden sie für ihren Closer Kirby Yates erzielen.

American League
Die New York Yankees (66-35) gehören zu den klaren Favoriten, einen der verfügbaren Top-Starter zu akquirieren – jemanden wie Zack Wheeler, Mike Minor oder Marcus Stroman. Genau wie die Yankees haben auch die Tampa Bay Rays (58-47) genug Tradematerial in der Farm, um sich ordentlich zu verstärken. Sie dürften vor allem an einem rechtshändigen Batter interessiert sein, aber auch ein starker Reliever würde ihnen weiterhelfen. Die Boston Red Sox (56-47) befinden sich zurzeit im Niemandsland der American League East und sind auch von der Wild Card ein Stück entfernt. Die Ergebnisse der nächsten Tage werden ihre Herangehensweise an die Deadline beeinflussen. Wenn sie sich zum Aufrüsten entscheiden, dürfte ihr Fokus auf Hilfe für den Bullpen liegen, nachdem sie die Rotation bereits vor knapp zwei Wochen durch Andrew Cashner ergänzt haben. Die Toronto Blue Jays (39-65) sind gut bestückt mit dem, was viele suchen: Ihre Reliever Daniel Hudson und Ken Giles sowie Starter Marcus Stroman dürften zu den begehrtesten Trade-Chips der Liga gehören. Auch die Baltimore Orioles (32-69) sind klar in der Situation eines Sellers. Mindestens Closer Mychal Givens und Infielder Jonathan Villar werden in den nächsten Tagen gegen Talente eingetauscht werden.

Die Minnesota Twins (61-40) könnten einen Top-Starter sowie einen verlässlichen Reliever gebrauchen. Das ist allerdings das gleiche, was sehr viele suchen und man darf bezweifeln, ob die Twins zum Zahlen hoher Preise in Form guter und/oder zahlreicher Talente bereit sind. Ihr einziger Konkurrent in der AL Central, die Cleveland Indians (59-42), wird voraussichtlich wenige bis keine Trade-Aktivitäten entfalten. Die Gerüchteküche in Cleveland drehte sich in den letzten Wochen weniger um Verstärkungen als darum, ob man Starter Trevor Bauer auf den Markt wirft. Nachdem die Indians sich sowohl in der Division als auch im Wild-Card-Rennen eine stark verbesserte Position erarbeitet haben, dürfte das aber vorerst vom Tisch sein. Die Chicago White Sox (45-54) haben im Zuge ihres Neuaufbaus in den letzten Jahren ein Team mit jungen Spielern und langfristigen Verträgen zusammengestellt und werden ebenfalls wenig Interesse an Trades haben. Ein Wechselkandidat könnte allenfalls noch Veteran José Abreu sein, doch sowohl der Klub als auch der Spieler haben signalisiert, über den auslaufenden Vertrag hinaus miteinander arbeiten zu wollen. Die Kansas City Royals (39-64) werden sicher schon einige Angebote für Infielder Whit Merrifield prüfen. Zudem stehen Outfielder Billy Hamilton sowie die Reliever Jake Diekman, Wily Peralta und Ian Kennedy im Schaufenster. Auch bei den Detroit Tigers (30-67) können verstärkungswillige Teams fündig werden: Outfielder Nicholas Castellanos und Closer Shane Green werden in einer Woche wahrscheinlich einen neuen Arbeitgeber haben.

Die Houston Astros (66-38) schwimmen mit in dem Trend, in erster Linie nach Pitching Ausschau zu halten. Mindestens ein weiterer Starter soll her, vielleicht auch zwei angesichts der Verletzungsmisere in Houstons Rotation, dazu gerne ein Linkshänder für den Bullpen. Die Hauptkonkurrenten in der AL West, die Oakland Athletics (58-45), sind bereits einen Schritt weiter, denn sie haben schon Starting Pitcher Homer Bailey von den Royals an Land gezogen. Auch die A’s sind aber weiterhin an Pitchern interessiert, genauso wie die Los Angeles Angels (54-49), die vor wenigen Wochen noch nach Sellern aussahen, aber nun so gut dastehen, dass sie wohl kaufen werden. Trotz der jüngsten Erfolge sind die Schwächen in der Rotation schon länger unübersehbar, und durch den Tod von Tyler Skaggs und die Entlassung von Matt Harvey sind sie noch akuter geworden. Die Texas Rangers (51-51) befinden sich seit dem All-Star-Break im freien Fall und werden wohl als Seller auftreten. Starting Pitcher Mike Minor, Outfielder Hunter Pence und Reliever Chris Martin könnten interessante Optionen für andere Teams sein. Auf gar keinen Fall wird die Deadline verstreichen, ohne dass der tradefreudigste General Manager der Liga, Jerry Dipoto von den Seattle Mariners (42-63), aktiv geworden ist. Sicher vor einem Trade ist unter Dipoto niemand, als wahrscheinlichste Kandidaten für einen Arbeitsplatzwechsel gelten Starter Mike Leake und – trotz aktueller Verletzung – Second Baseman Dee Gordon.

Szene der Woche 
Auf dem Feld gab es in den letzten Tagen ein Triple-Play der Twins, einen Cycle von Trea Turner und Spiele von Robinson Cano sowie von Paul DeJong mit jeweils 4 Hits und 3 Homeruns. Meine Szene der Woche war aber die Aufnahmezeremonie der Baseball Hall of Fame. Mariano Rivera als erster einstimmig Gewählter aller Zeiten, zudem Roy Halladay, Edgar Martinez, Mike Mussina, Harold Baines und Lee Smith empfingen die ehrenvolle Aufnahme in den Kreis der Besten ihres Sports. Für den 2017 bei einem Flugzeugabsturz gestorbenen Halladay nahm seine Witwe Brandy an der Ehrung teil. Wenn ihr an einer etwas ausführlicheren Vorstellung der Hall-of-Fame-Klasse 2019 interessiert seid, werft doch mal einen Blick auf den Artikel, den ich früher im Jahr dazu geschrieben habe.

Statistik der Woche 
11. Am Jahrestag der Mond-Mission Apollo 11 haben die Astros 11 Runs gegen die Athletics erzielt und 11:1 gewonnen. Der 11. Run wurde mit dem 11. Hit der Astros durch den 11. Batter erzielt, den sie im dritten Inning an den Schlag brachten. Rookie-Phänomen Yordan Alvarez trug seinen Teil bei, unter anderem mit dem 11. Homerun seiner jungen Karriere. Starter Gerrit Cole warf 11 Strikeouts auf dem Weg zu seinem 11. Win des Jahres.

Spiel der Woche
Die New York Yankees und die Minnesota Twins sind zwei Schwergewichte der American League. Der Fight, den sie sich Dienstagnacht lieferten, war diesem Status mehr als würdig. Wie zwei Schwergewichtsboxer hauten sie sich in den späten Innings der Partie die scheinbar entscheidenden Schläge um die Ohren, immer wieder rappelte der Gegner sich hoch und schlug zurück. Aaron Hicks, Didi Gregorius, Miguel Sano und Gleyber Torres ließen sich allesamt zu früh für den vermeintlichen Knockout feiern, bevor es am Ende dann doch wieder Hicks war, der den Schlusspunkt setzte – nicht mit einem Schlag, sondern mit einem spektakulären Catch, der gegen den Flyball von Max Kepler im zehnten Inning bei zwei Outs und geladenen Bases ein neuerliches Comeback der Twins verhinderte und den 14:12-Erfolg der Yankees besiegelte.

Mein Einschalttipp
Da dieser Grand Slam am Donnerstag im Zeichen der Trade-Deadline steht, habe ich auch einen dazu passenden Einschalttipp: Die San Diego Padres treffen am Wochenende dreimal auf die San Francisco Giants. Für beide Klubs können der Verlauf und der Ausgang dieser Serie die Richtung weisen, wie sie an die Deadline herangehen. In der Partie am Sonntag treffen als Starting Pitcher voraussichtlich Chris Paddack (2.84 ERA, 4.02 FIP) für die Padres und Madison Bumgarner (3.66 ERA, 3.62 FIP) für die Giants aufeinander. Für Bumgarner geht es buchstäblich um seinen Job, denn sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, und falls die Giants sich zum Verkaufen entschließen, wird er wohl der wahrscheinlichste Trade-Kandidat seines Klubs sein. Das Spiel läuft ab 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf mlb.tv.

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Mai 9th, 2019 by Silversurger

Die vergangene MLB-Woche stand im Zeichen einiger beeindruckender Pitcher-Leistungen. Mike Fiers, Noah Syndergaard, Kyle Hendricks und Hyun-Jin Ryu legten allesamt Auftritte hin wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Auf jede davon gehe ich später in diesem Grand Slam am Donnerstag noch etwas ein, doch zunächst wie üblich der Blick auf die Zwischenstände in den einzelnen Divisionen:

American League
Die Boston Red Sox (19-19) sind zurück. Das ist die wichtigste Nachricht aus der American League East, auch wenn dort – völlig verdient – nach wie vor die Tampa Bay Rays (23-13) vorne stehen. Mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen haben sich die Red Sox aus dem Loch gegraben, in dem sie die ersten Wochen der Saison verbracht hatten. Ein nervenaufreibender 2:1-Sieg über die Baltimore Orioles (13-24) in der vergangenen Nacht brachte sie erstmals seit Saisonbeginn wieder zu einer ausgeglichenen Bilanz. Da gleichzeitig die Toronto Blue Jays (15-22) deutlich abgebaut haben, sieht es in der AL East nun so langsam nach dem erwarteten Dreikampf zwischen Tampa Bay, den New York Yankees (21-15) und den Red Sox aus. Für Letztere dürfte es recht gelegen kommen, dass die Rays und die Yankees an den beiden kommenden Wochenenden insgesamt sechsmal gegeneinander antreten müssen (siehe „Einschalttipp“).

In der AL Central darf man wohl so langsam daran glauben, dass die Minnesota Twins (23-12) „for real“ sind. Mit einer Siegquote von 65,7% führen sie nach wie vor die gesamte MLB an und der Abstand auf die verletzungsgeplagten Cleveland Indians (19-16) wächst langsam, aber beständig. Beide Teams haben in den nächsten Wochen Spielpläne, die recht lösbar aussehen – was in einer Division mit den drei Rebuildern Detroit Tigers (16-17), Chicago White Sox (16-19) und Kansas City Royals (13-25) nichts Ungewöhnliches ist.

Auch die AL West sieht zurzeit nicht nach einer besonders wettbewerbsstarken Division aus. Die Houston Astros (22-15) sind hier die einzige Konstante und es ist zu vermuten, dass sie eine auf Dauer recht einsame Saison erleben werden. Hinter den Astros stehen lediglich die Seattle Mariners (20-19) noch bei einer knapp positiven Bilanz, doch zehren sie dabei immer noch von ihrem längst vergangenen Traumstart in das Jahr. Von den letzten zehn Spielen gingen acht verloren und in den nächsten zehn lauten die Gegner achtmal Yankees, Red Sox oder Twins. Die Texas Rangers (17-17) halten sich bislang überraschend wacker, müssen nun allerdings für vier Spiele nach Houston.

National League
Die National League East war allgemein als besonders umkämpfte Division erwartet worden, doch zurzeit sieht es ganz so aus als könnten die Philadelphia Phillies (21-15) sich frühzeitig vom Rest des Feldes absetzen. Sie sind momentan das einzige Team der NL East mit einer positiven Bilanz und ebenfalls das einzige mit einem positiven Run Differential. Die Atlanta Braves (16-17) wurden auf der ersten Hälfte ihrer Westküstenreise von den Dodgers gesweept und müssen als nächstes nach Arizona. Bei den Dodgers müssen nun die Washington Nationals (14-22) antreten, bevor die Nationals in den nächsten zwei Wochen insgesamt siebenmal auf die New York Mets (17-20) treffen. Je nach Ausgang dieser Duelle kann es sein, dass entweder die Mets oder die Nationals die Saison dann schon so ziemlich abhaken können. Die Miami Marlins (10-26) haben das längst getan.

So schnell kann es gehen im Baseball: Letzte Woche waren die St. Louis Cardinals (21-16) noch die unumstrittenen Überflieger der NL Central. Doch dann ließ man sich im Spitzenduell von den Chicago Cubs (21-13) sweepen, verlor zudem zwei von drei Partien gegen Philadelphia und schon findet man sich nur noch auf Platz drei wieder. Zwischen die Cubs und die Cardinals haben sich die Milwaukee Brewers (23-16) geschoben, die gegen die Mets und die Nationals sechs Spiele in Folge gewonnen haben. Am Wochenende steht schon wieder eine Spitzenserie an: Die Cubs erwarten die Brewers für drei Spiele. Die Cardinals haben derweil mit den Pittsburgh Pirates (17-16) einen Gegner, den man ebenfalls noch nicht abschreiben kann.

Die Los Angeles Dodgers (25-14) sind zurzeit das erfolgreichste Team der NL und vor allem zu Hause eine Macht. 15 Siege und nur 4 Niederlagen sind eine Heimbilanz, mit der in der MLB kein Team auch nur ansatzweise mithalten kann. Ihre drei jüngsten Heimserien haben die Dodgers allesamt gesweept, und zu ihrer Freude finden die nächsten sechs Spiele ebenfalls im Dodger Stadium statt – vier gegen die Nationals, zwei gegen die San Diego Padres (21-17). Zwischen den Dodgers und den Padres stehen in der NL West die Arizona Diamondbacks (21-16). Die D-Backs sind für mich eine der großen Überraschungen der bisherigen Saison. An ihrer Stelle hatte ich eher die Colorado Rockies (16-20) erwartet, die letztes Wochenende das direkte Duell in Arizona 1:2 verloren und auch sonst bisher eher enttäuscht haben. Wegen miesen Wetters in Colorado konnten die Rockies diese Woche bislang nur ein Spiel absolvieren und auch das verlief mit 4:14 gegen die San Francisco Giants (16-20) wenig ermutigend.

Szene der Woche
Die Offensive im Slump, der Bullpen unzuverlässig? Für Noah Syndergaard, Starting Pitcher der New York Mets, war das im Spiel gegen die Reds am Donnerstag kein Problem, er machte dann eben alles alleine. Und „alles“ bedeutet nicht nur, dass er über volle neun Innings ging und keinen Run zuließ. Nein, er musste auch den einzigen Run seines eigenen Teams noch selbst per Solo-Homerun beisteuern. Dieser Homerun ist meine Szene der Woche:

Statistik der Woche 
81. So viele Pitches benötigte Kyle Hendricks am Freitag, um für die Chicago Cubs die kompletten neun Innings gegen die St. Louis Cardinals zu absolvieren. Er ließ vier Hits, aber keine Runs zu beim 4:0-Erfolg seines Teams. Man nennt so ein Spiel (ein Complete-Game-Shutout mit weniger als 100 Pitches) einen Maddux. Ein solcher gelang auch Hyun-Jin Ryu am Dienstag. Er brauchte 93 Pitches, um die Atlanta Braves abzufertigen und den Los Angeles Dodgers einen 9:0-Sieg zu ermöglichen.

Spiele der Woche
Die Saison 2019 hat ihren ersten No-Hitter: Mike Fiers gelang das Kunststück am Dienstag beim 2:0 seiner Oakland Athletics gegen die Cincinnati Reds. Obwohl er nur zwei Walks und sonst keine Baserunner zuließ, war Fiers vom Pitch-Count her bei weitem nicht so effektiv wie Hendricks und Ryu: 131 Pitches brauchte er, um das Spiel zu Ende zu bringen. Das waren die meisten Pitches in einem No-Hitter seit… Mike Fiers im August 2015! Damals warf er 134 Pitches gegen die Dodgers beim ersten No-Hitter seiner Karriere. Fiers ist erst der 35. Pitcher der Geschichte mit zwei MLB-Spielen ohne erlaubten Hit.

Das Spiel der San Francisco Giants gegen die Cincinnati Reds vom Montag hatte zwar nicht das sportliche Niveau der zuvor genannten Partien, aber dafür wartete es mit so vielen kuriosen Situationen auf, dass ich es hier nicht unerwähnt lassen möchte. Los ging es damit schon vor dem Spielbeginn, welcher sich durch eine Bieneninvasion verzögerte und Derek Dietrich als Kammerjäger auf den Plan rief. Später schrieben die Giants-Pitcher Pat Venditte und Sam Dyson Geschichte, als sie – augenscheinlich unabsichtlich – vier gegnerische Spieler in einem Inning abwarfen und damit den MLB-Rekord einstellten. Besser machte es ihr Teamkamerad Pablo Sandoval: Der Third Baseman pitchte ein sauberes neuntes Inning in dem Spiel, in dem er zuvor einen Homerun geschlagen, eine Base gestohlen und ein Highlight-Play im Feld produziert hatte. Genützt hat es den Giants letzten Endes wenig, denn sie gingen mit 4:12 unter gegen die Reds, für die Newcomer Nick Senzel mit zwei Homeruns brillierte.

Mein Einschalttipp
Die Tampa Bay Rays und die New York Yankees gelten als positive Überraschungen der bisherigen Saison – die Rays, weil sie hervorragend dastehen und vor allem im Pitching den Rest der Liga alt aussehen lassen; die Yankees, weil sie trotz enormen Verletzungspechs immer noch vorne mitspielen. Am Wochenende kommt es zum ersten Mal in dieser Saison zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Divisionsrivalen. Gleich im ersten Spiel am Freitag schicken beide ihre bislang besten Starter auf den Mound: Für die Yankees tritt Domingo German (2.35 ERA, 2.72 FIP) an, für die Rays Tyler Glasnow (1.47 ERA, 2.40 FIP). Die Partie könnt ihr ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Nacht auf Samstag sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv verfolgen.

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Mai 2nd, 2019 by Silversurger

Der Mai ist gekommen und die MLB hat ein neues Top-Team: Mit 20 Siegen aus 30 Spielen sind die St. Louis Cardinals derzeit ganz vorne. Ihrem einstigen Top-Prospect Alex Reyes dürfte allerdings nicht zum Feiern zumute sein: Erst wurde er wegen schwacher Leistungen in die Minor League versetzt, dann lief es dort im ersten Start auch nicht gut und schließlich musste für den aufgestauten Frust eine Wand herhalten, die sich offenbar mit voller Härte zur Wehr setzte. Jedenfalls hat Reyes sich dabei den kleinen Finger gebrochen, fällt nun mehrere Wochen aus und ist hiermit offiziell nominiert für den MRI-Award 2019. Noch ein Stück dämlicher angestellt hat sich Logan Webb, das Top-Pitching-Prospect der San Francisco Giants: Er hat offenbar versucht, mit der verbotenen Substanz Dehydrochlormethyltestosteron seine Leistungen zu steigern. Nach dem positiven Test auf das Dopingmittel wurde er für 80 Spiele gesperrt und dürfte damit die Chance vertan haben, schon dieses Jahr den Sprung ins MLB-Roster zu schaffen.

National League
Die Teams der National League East haben keine besonders gute Woche hinter sich. Eine Ausnahme davon stellen lediglich die Philadelphia Phillies (17-13) dar. Deren 3:1-Seriensieg über die Miami Marlins (9-21) ist dafür verantwortlich, dass sie als einzige in der Division bei einer positiven Bilanz stehen. Die New York Mets (15-15) und die Atlanta Braves (15-15) haben ihren Rhythmus noch nicht gefunden und halten sich mit schwankenden Leistungen gerade so über Wasser. Insbesondere bei den Mets muss man zweifeln, ob das noch lange gut geht, denn mit einem Run Differential von -20 und den meisten zugelassenen Runs (169) der gesamten NL steht man normalerweise nicht bei 15-15. Die Washington Nationals (12-17) sind auf dem Weg in die Krise schon einen Schritt weiter, soll heißen: Sie stecken mittendrin. Von den letzten sieben Spielen haben sie nur eines gewonnen und dafür brauchte es 11 Innings gegen die Padres. Ausgerechnet jetzt steht für die Nationnals eine schwierige Auswärtstour an (Phillies, Brewers, Dodgers).

Mit Siegen in zehn der letzten elf Spiele lassen die St. Louis Cardinals (20-10) in der NL Central zurzeit niemandem Gelegenheit, an sie heranzukommen. Doch am Wochenende könnte es spannend werden, denn die Chicago Cubs (16-12) begrüßen die Cardinals für eine Drei-Spiele-Serie zum Spitzenduell (siehe „Einschalttipp“). Die Cubs hatten einen ganz miesen Start in den ersten beiden Saisonwochen. Seitdem haben sie aber keine Serie mehr verloren und inzwischen das stärkste Run Differential (+38) der NL herausgespielt. Die Milwaukee Brewers (17-15) können da zwar mit einem Run-Verhältnis von -9 nicht mithalten, doch mit Erfolgen in je zwei von drei Spielen gegen die Mets und die Rockies scheinen sie ihr Zwischentief überwunden zu haben. Die anstehenden Serien gegen erneut die Mets sowie die Nationals klingen nach lösbaren Aufgaben. Die Pittsburgh Pirates (14-14) dürften mit den Playoffs wenig zu tun haben, aber mit zwei Siegen gegen die Rangers ist für sie wenigstens der freie Fall von acht Niederlagen in Folge erstmal gestoppt.

Die Los Angeles Dodgers (20-13) sind in der NL West voll auf Kurs, müssen aber zwei Rückschläge verdauen: erstens eine 1:2 verlorene Serie beim Erzrivalen San Francisco Giants (13-18), zweitens eine Verletzung von Centerfielder A. J. Pollock. Bei Letzterer handelt es sich um eine Infektion im rechten Ellenbogen, der 2016 schon einmal operiert werden musste. Damals wurde eine Metallplatte eingesetzt; aus dieser muss nun eine Schraube entfernt werden, die wohl die Probleme verursacht hat. Pollock wird nach der Prozedur für einige Wochen ausfallen. Die Dodgers müssen nun für drei Spiele zu den San Diego Padres (17-14), während in Denver die Colorado Rockies (14-17) auf die Arizona Diamondbacks (18-13) treffen. Es wird also ein richtig interessantes Wochenende in der NL West mit lauter direkten Duellen zwischen den vier besten Teams der Division.

American League
Können die Tampa Bay Rays (19-11) sich auf Dauer an der Spitze der American League East halten? Ein 2:0-Sweep bei den Boston Red Sox (14-17) am vergangenen Wochenende machte Hoffnung, doch der verlorene Doubleheader in Kansas City gestern war ein herber Dämpfer. Zum Glück für die Rays konnten die New York Yankees (17-13) daraus kein Kapital schlagen, da sie selbst ihre beiden Spiele in Arizona verloren. Die große Neuigkeit bei den Toronto Blue Jays (14-16) war die letzte Woche angekündigte und heiß ersehnte Ankunft des Supertalents Vladimir Guerrero Jr. Bislang konnte Vlad Jr. den Hype noch nicht rechtfertigen, in fünf Spielen schlug er eine Slashline von .167/.286/.222. Aber fünf Spiele sind im Baseball so gut wie gar nichts; es gibt also noch lange keinen Grund, enttäuscht zu sein.

Alles andere als eine Enttäuschung sind bislang die Minnesota Twins (18-10). Sie weisen mittlerweile die beste Bilanz nicht nur der AL Central, sondern der gesamten AL auf. Zuletzt gabe es zwei Erfolge aus drei Spielen gegen die Astros, davor einen Sweep gegen die Orioles. Zu den drei Siegen über Baltimore steuerte Max Kepler vier Homeruns bei, und auch sonst spielt „unser“ Mann in der MLB eine ganz hervorragende Saison (.277/.349/.564, 7 HR). Auf Platz zwei verdrängt sind inzwischen die Cleveland Indians (16-13), die letzte Nacht nicht nur ein 2:4 bei den Marlins verdauen mussten, sondern auch die viel schlimmere Nachricht, dass sie auf ihr Ass Corey Kluber eine Weile verzichten müssen. Kluber wurde von einem Comebacker von Brian Anderson am Pitching-Arm getroffen und erlitt eine Fraktur. Er ist nach Danny Salazar und Mike Clevinger schon der dritte Starter der Indians, der für mindestens einige Wochen ausfälllt.

In der AL West konnten die Houston Astros (18-13) zwar diese Woche nicht überzeugen – einem Split gegen die Indians folgten zwei Niederlagen in drei Spielen gegen die Twins –, doch geschadet hat ihnen das nicht, denn die Verfolger schwächelten noch mehr. Sowohl die Seattle Mariners (18-15) als auch die Texas Rangers (14-15) haben von ihren letzten neun Spielen sieben verloren – und ihre einzigen Siege bei dem 2:2-Split im direkten Aufeinandertreffen eingefahren. Auch die Oakland Athletics (14-19) befinden sich im Absturz. Nach einer 0:6-Bilanz aus den Spielen in Toronto und Boston bleibt ihnen nur noch die Station in Pittsburgh, um von ihrem Ostküstentrip nicht mit leeren Händen heimzukehren.

Szene der Woche
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die Bierdusche würdigen, die Ryan Braun von den Milwaukee Brewers(!) in Citi Field zuteil wurde, als er einen Flyball von Pete Alonso zu fangen versuchte (man beachte die schlecht versteckte Botschaft „This Bud’s for you“ im Hintergrund):

Sehenswert wäre auch der Dodgers-Fan gewesen, der auf der Jagd nach einem Foulball zunächst eine Portion Pommes aufgab – und ein Inning später das Pizzastück, das er sich als Ersatz geholt hatte, hinterher warf:

Aber Yankees-Pitcher C. C. Sabathia lässt mir keine andere Wahl, eine andere Szene in den Mittelpunkt zu stellen. Mit seinem 3000. Strikeout erreichte der 38-Jährige einen Meilenstein, den nur 16 Leute vor ihm bewältigt haben, und ließ sich dafür zurecht feiern:

Statistik der Woche 
1.998. So viele RBI sind Albert Pujols in seiner Karriere bislang gelungen. Das ist zwar eine kleinere Zahl als die der Strikeouts von C. C. Sabathia, dennoch ist sie noch ein Stück beeindruckender. Pujols steht damit nämlich offiziell auf dem dritten Platz der Allzeit-Rangliste, auf welcher er in den letzten Tagen Lou Gehrig (1.994) und Barry Bonds (1.996) überholt hat. Vor Pujols stehen nun nur noch Hank Aaron (2.297) und Alex Rodriguez (2.086). Inoffiziell belegt er übrigens „nur“ Rang fünf; das liegt daran, dass RBI erst 1920 als Statistik eingeführt wurden, sodass ein Teil der 2.214 RBI von Babe Ruth und die gesamten 2.075 RBI von Cap Anson nicht in die Rekordliste der MLB einfließen.

Spiel der Woche
Das Spiel zwischen den Los Angeles Dodgers und den Pittsburgh Pirates am Sonntag hatte eine Menge Geschichten zu erzählen. Die erste war die Geschichte von zwei älteren Herren: Dodgers-Pitcher Rich Hill (39) kehrte aus seiner Verletzungspause zurück und bildete mit Catcher Russel Martin (36) das wohl älteste Battery-Duo, das die MLB zurzeit zu bieten hat. Für Hill lief es eher mittelmäßig – zwar absolvierte er 6 Innings, in denen ihm 6 Strikeuots gelangen und er nur einen Earned Run zuließ, aber diese Werte schmeicheln etwas, denn ein Error im zweiten Inning verhinderte, dass ihm weitere vier Runs angerechnet wurden. Die zweite Geschichte war die eines noch sehr jungen Herren: Cody Bellinger, 23, brachte per Sac-Fly den ersten Run, per Homerun den zweiten Run sowie durch ein Single den siebten und letzten Run seines Teams über die Platte. Der Homerun war übrigens der 14. in der laufenden Saison, womit Bellinger einen Rekord einstellte: Nur vier Spieler haben es jemals geschafft, noch vor dem 1. Mai einer Saison so viele Homeruns zu erzielen – Albert Pujols 2006, Alex Rodriguez 2007 sowie Christian Yelich und Cody Bellinger 2019. Die dritte Geschichte war die eines Teams, das in der jungen Saison schon hoch geflogen und tief gefallen ist. Die Pirates gaben eine 5:1-Führung aus der Hand und verloren am Ende mit 6:7 ihr achtes Spiel in Folge. Aber zum Glück ist es Baseball und schon im nächsten Spiel waren es die Pirates selbst, die ein dramatisches Comeback bejubeln durften.

Mein Einschalttipp
In der NL Central ist ein heißer Zweikampf zwischen den St. Louis Cardinals und den Chicago Cubs entbrannt. Die derzeit drei Spiele Abstand zwischen den beiden stammen von dem schwachen Saisonstart der Cubs, sollten aber nicht darüber hinweg täuschen, dass beide Teams zurzeit in absolut beeindruckender Form sind. Von Freitag bis Sonntag haben die Cubs drei Heimspiele gegen die Cardinals und von daher keine schlechten Chancen, den Rückstand zu verringern oder gar aufzuholen. DAZN ignoriert diese interessante Serie leider komplett, daher könnt ihr sie ausschließlich über mlb.tv verfolgen. Sowohl am Freitag (20:20 Uhr) als auch am Samstag (22:05 Uhr) kommen die Spiele zu europafreundlichen Zeiten, während die Partie am Sonntag (1:05 Uhr) eher etwas für Nachteulen ist.

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April 18th, 2019 by Silversurger

Die MLB ist drei Wochen nach Saisonstart noch erfreulich ausgeglichen – nur ein einziges Team hat sich in seiner Division schon spürbar vom Rest des Feldes abgesetzt, und dieses eine Team ist eine echte Überraschung: 5,5 Spiele Vorsprung haben die Tampa Bay Rays sich in der AL East bereits erarbeitet. Zum Vergleich: Die Führenden der fünf anderen Divisionen weisen zusammengenommen einen Vorsprung von 3,5 Spielen auf. Hier der wöchentliche Überblick zum aktuellen Stand in der Liga sowie in Blake Snells Badezimmer:

National League
Die Philadelphia Phillies (11-6) haben mit einer 2:1 gewonnenen Serie gegen die New York Mets (10-8) die Führung der National League East übernommen. Zuvor hatten die Mets und die Atlanta Braves (9-8) eine Vier-Spiele-Serie gesplittet. Die Braves verpassten zwar durch zwei Niederlagen gegen die Diamondbacks die Chance auf einen Sprung nach vorn, aber einen großen Erfolg konnten sie diese Woche dennoch verzeichnen: Ihr junger Second Baseman Ozzie Albies stimmte einer Vertragsverlängerung bis 2027 zu. Er erhält dafür 35 Millionen Dollar, was ein geradezu unglaubliches Schnäppchen aus Sicht des Klubs ist. Bei den Washington Nationals (8-8) halten sich bislang Siege und Niederlagen die Waage. Die anstehende Serie gegen die Miami Marlins (4-14) macht Hoffnung, dies zum Positiven ändern zu können.

In der NL Central behaupten die Milwaukee Brewers (12-7) den ersten Platz, aber ihre Leistungen sind bislang nicht konstant genug, um sich absetzen zu können. Die überraschend starken Pittsburgh Pirates (10-6) bleiben ebenso dran wie die St. Louis Cardinals (10-8), die gestern erfolgreich einen Sweep der Brewers abwehrten. Auch die Chicago Cubs (8-9) sind nach drei Siegen über die Marlins wieder im Rennen, während die Cincinnati Reds (5-12) bereits abgeschlagen sind.

Aus der NL West ist man klare Verhältnisse gewohnt, doch die gibt es zurzeit nicht: Die Los Angeles Dodgers (12-8) mussten ihren angestammten Platz an der Spitze zwischenzeitlich an die San Diego Padres (11-8) abgeben. Nach vier Siegen in Folge sind die Dodgers inzwischen wieder hauchdünn vorne, aber für sie steht nun eine anstrengende Reise nach Milwaukee und Chicago an. Die Padres haben eine dankbarere Aufgabe vor sich mit einer Vier-Spiele-Serie im eigenen Stadion gegen die Reds. Zuletzt haben sie dort allerdings zwei Niederlagen gegen die schwach gestarteten Colorado Rockies (6-12) einstecken müssen. Die Rockies erwarten nun die Phillies und die Nationals zu interessanten Heimserien. Mittelfristig rechne ich mit den Rockies eher als mit den Arizona Diamondbacks (9-9) und den San Francisco Giants (8-11).

American League
Die einzige Division, in der nach drei Wochen Baseball tatsächlich klare Verhältnisse herrschen, ist die American League East. Die Tampa Bay Rays (14-4) haben jede ihrer bislang sechs Serien gewonnen und lassen die Favoriten weit hinter sich. Das ist ein beeindruckender Saisonstart, man muss aber auch dazu sagen, dass sie es – außer den Astros zum Auftakt – bislang nicht mit den Top-Teams zu tun bekommen haben. Vom Selbstverständnis her ist der nächste Gegner Boston Red Sox (6-13) ein solches, von der Bilanz her bisher noch nicht. Das gilt auch für die New York Yankees (8-9), denen immerhin durch einen Zwei-Spiele-Sweep gegen die Red Sox etwas Aufbauarbeit gelungen ist. Die Verletzungsmisere der Yankees geht derweil unverändert weiter: Greg Bird ist das neueste Mitglied der langen Ausfallliste, ein Riss der Plantarsehne setzt ihn für mindestens einen Monat außer Gefecht. Blake Snell, das Pitcher-Ass der Rays, hat sich ebenfalls verletzt. Zum Glück verpasst er wohl nur einen Start, aber die Umstände, unter denen er sich den vierten Zeh am rechten Fuß brach, sind bemerkenswert: Er kam zu Hause aus der Dusche und hatte spontan die Idee, ein Deko-Objekt aus Granit umzustellen. Dabei übersah er, dass das Objekt aus mehreren Teilen bestand, die nicht fest miteinander verbunden waren. Prompt fiel ihm eine Granitstange auf besagten Zeh und brachte Snell eine frühe Nominierung für die dämlichste Verletzung des Jahres ein.

Die AL Central hatte zum Saisonbeginn ein paar Überraschungen zu bieten, doch inzwischen sieht sie schon wieder so aus, wie es zu erwarten war: die Cleveland Indians (11-7) vorne, die Minnesota Twins (9-6) dahinter und der Rest der Division mit negativen Bilanzen. Die Indians haben ihre Lage insbesondere durch einen Drei-Spiele-Sweep bei den Mariners verbessert. Gegen Atlanta und Miami stehen nun zwei lösbare Heimserien an.

Die erwähnte Serie zwischen den Indians und den Seattle Mariners (13-8) hat auch in der AL West zu einer gewissen Normalisierung des Tabellenbildes geführt – gemeinsam mit einer Reihe von zehn gewonnenen Spielen hintereinander für die Houston Astros (12-6). Der Favorit hat sich dadurch an die Spitze gesetzt und hält diese knapp auch nach der gestrigen Niederlage gegen die Oakland Athletics (11-10). Die Rolle der Texas Rangers (10-7) und der Los Angeles Angels (8-10) für diese Saison erscheint noch ungeklärt. Momentan haben die Rangers Oberwasser, nachdem sie die Angels in drei Spielen gesweept haben. Nun müssen sie allerdings gegen Houston antreten, während die Angels die angeschlagenen Mariners erwarten.

Szene der Woche
Warum verließ Justin Bour im ersten Inning des Spiels seiner Angels gegen die Cubs das Feld und ließ sich unterwegs widerstandslos von Javier Baez taggen, obwohl ihn der Umpire gerade safe an der zweiten Base gegeben hatte? Ich sehe drei mögliche Erklärungen: 1. Er hat den Safe-Call verpasst oder falsch verstanden. 2. Er ist ein durch und durch ehrlicher Mensch und wollte das Geschenk des Schiedsrichterirrtums nicht annehmen. 3. Es war ihm klar, dass dieser Call eine Review nach sich ziehen und geändert würde, und er wollte sich und allen anderen Beteiligten die Prozedur ersparen. Was auch immer tatsächlich hinter der Aktion steckte, sie war auf jeden Fall der kurioseste Moment der Baseballwoche. Zumindest eine ehrenvolle Erwähnung möchte ich zwei weiteren Szenen gönnen: dem Pitch von Yu Darvish, mit dem er auf einen Streich den Batter, den Catcher und den Umpire traf, und der hollywoodreifen Meidbewegung von Collin McHugh.

Statistik der Woche 
6.827. So viele Plate Appearances absolvierte Joey Votto in der MLB ohne ein einziges Pop Out zur ersten Base. Gestern, bei Nummer 6.828 im achten Inning seiner Reds gegen die Angels, ist es schließlich passiert. Zum ersten Mal in seiner dreizehnten MLB-Saison. Verblüffend, oder?

Spiel der Woche
Extra-Inning-Spiele sind Geschmackssache. Die normalen 9 Innings in rund drei Stunden sind im Vergleich mit den meisten anderen Sportarten schon mehr als lang genug und meistens sind Partien mit mehreren zusätzlichen Innings auch keine Offensivfeuerwerke. Ich persönlich liebe Extra-Innings – dass es keine Unentschieden gibt und auch keine halbseidenen Abkürzungen wie ein Elfmeterschießen ist für mich das Salz in der Baseballsuppe. Entsprechend happy war ich darüber, am Samstagmorgen zu sehen, dass die Rockies und die Giants im zehnten Inning sind, und dass ich dann quasi noch ein vollständiges Spiel geboten bekam. Nach 18 Innings wurde die längste Partie dieser Saison durch einen winzigen Fehler entschieden: Rockies-Catcher Chris Iannetta hatte den Fuß ein paar Zentimeter zu weit vorne und so konnte Brandon Belt bei einem Fielder’s Choice mit geladenen Bases den entscheidenden Run erzielen.

Mein Einschalttipp
Die Brewers und die Dodgers beginnen heute in Milwaukee eine Vier-Spiele-Serie. Beide Kontrahenten aus der NLCS 2018 führen zurzeit ihre Division an, beide werden den Spitzenplatz wohl verlieren, wenn sie diese Serie nicht erfolgreich gestalten. Das Finale der Serie wird am Sonntag zur für uns besten Sendezeit um 20:10 Uhr sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv übertragen. Als Starting Pitcher werden voraussichtlich Kenta Maeda (3.80 ERA, 4.91 FIP) und Brandon Woodruff (5.23 ERA, 3.04 FIP) antreten.

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März 4th, 2019 by Silversurger

Die fetten Jahre der San Francisco Giants sind vorbei. Genauer gesagt sind sie das seit mindestens zwei Jahren, doch erst der Zusammenbruch der Offensivabteilung in den letzten Monaten der Saison 2018 dürfte auch dem letzten Optimisten die Augen geöffnet haben. Mit einer On-Base-Percentage von .272 haben die Giants die schlechteste zweite Saisonhälfte eines MLB-Teams seit 46 Jahren hingelegt und die zum All-Star-Break noch greifbar nahen Playoffs meilenweit verfehlt. Die Frage ist, wie es nun weitergeht. Die enttäuschenden Leistungen insbesondere des Lineups sowie die eher schwach bestückte Farm scheinen für einen Rebuild zu sprechen. Dagegen sprechen das von Madison Bumgarner angeführte, sowohl in der Rotation als auch im Bullpen weitgehend solide Pitching-Staff sowie das Selbstbild der Giants. Letzteres sieht den Klub auf Augenhöhe mit Franchises wie den Yankees, Red Sox und Dodgers – also jenen Kandidaten, die ein Denken in Möglichkeitsfenstern und Aufbauphasen als unter ihrer Würde betrachten. In dieses Bild passt, dass die Giants ihre neuen General Manager aus dem Front Office der Dodgers geangelt haben. Farhad Zaidi steht für Kreativität und für intensive Orientierung an Statistiken und Analysen. Er steht offenbar auch für den Versuch, den Kader in überschaubarer Zeit zurück zur Konkurrenzfähigkeit zu führen. Dafür spricht jedenfalls, dass die Giants mit einem sehr ernsthaften Angebot bis zuletzt im Rennen um Bryce Harper mitmischten. Dieses Rennen haben sie allerdings verloren und es deutet auch sonst eher wenig darauf hin, dass mit den Giants schon 2019 wieder zu rechnen wäre. Das Jahr werden sie vor allem zur weiteren Begutachtung nutzen, ob man auf dem vorhandenen Kern aufbauen kann oder ob doch größere Umwälzungen nötig sind, die man gegebenenfalls zur Trade-Deadline in die Wege leiten würde.

Voraussichtliches Lineup
C Buster Posey
1B Brandon Belt
2B Joe Panik
SS Brandon Crawford
3B Evan Longoria
LF Austin Slater
CF Steven Duggar
RF Mac Williamson

Voraussichtliche Rotation
LHP Madison Bumgarner
RHP Jeff Samardzija
LHP Derek Holland
RHP Dereck Rodriguez
LHP Drew Pomeranz
Key Reliever: Will Smith

Wichtigster Zugang
LHP Drew Pomeranz (Boston Red Sox)

Wichtigster Abgang
RP Hunter Strickland (Seattle Mariners)

Bestes Prospect
C Joey Bart

Größte Stärke
Catching: Wenigstens eine Position, um die die Giants sich langfristig keinerlei Sorgen machen müssen. Buster Posey ist einer der Besten auf seiner Position. Zwar hat er gerade eine Hüft-OP hinter sich und dürfte langsam aber sicher in den Herbst seiner Karriere eintreten. Doch die Nachfolge ist bereits gesichert in Person von Joey Bart, der als das Top-Catching-Talent im gesamten Baseball gilt.

Größte Schwäche
Runscoring: Trotz großer Namen wie Posey, Belt und Longoria hatten die Giants 2018 die zweitwenigsten Runs, das zweitschwächste Slugging und die zweitgeringste OPS der gesamten Liga. Dabei spielt auch ihr pitcherfreundlicher Heim-Ballpark (er heißt seit diesem Jahr übrigens Oracle Park) eine Rolle.

Spannendste Frage
Bleibt Bruce Bochy bis Saisonende? Der 63-Jährige ist der dienstälteste Manager der Liga. 2019 wird seine 13. Saison als sportlicher Leiter der Giants, mit denen er 2010, 2012 und 2014 die World Series gewonnen hat. Zuvor war er in gleicher Rolle schon zwölf Jahre für die San Diego Padres aktiv. Bochy hat frühzeitig bekannt gegeben, dass er nach dieser Saison in den Ruhestand gehen wird. Falls die Giants schon deutlich vor dem Ende der Saison aus dem Rennen um die Playoffs sein sollten, dürfte es schwer zu rechtfertigen sein, den Wechsel nicht schon früher zu vollziehen.

Prognose
Platz 5 in der NL West

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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Februar 28th, 2019 by Silversurger

Seit einer Woche fliegen wieder die Bälle in den Spring-Training-Spielen. Die Los Angeles Dodgers haben vier von fünf Spielen gewonnen, die Oakland Athletics haben fünf von sechs verloren, der Rest der Liga steht irgendwo dazwischen – und eigentlich ist es komplett egal, denn Spielergebnisse sind in der Saisonvorbereitung noch nicht mal zweitrangig. Dass ausgerechnet „unser“ Max Kepler am Sonntag einer der ersten Spieler war, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen, hat mich trotzdem sehr gefreut: In seinem ersten At Bat des Jahres schlug er direkt einen Homerun und im zweiten gleich noch einen. Hier die übliche Übersicht, was sich sonst diese Woche in der MLB getan hat – und was sich noch nicht getan hat, obwohl alle darauf warten:

Twins holen Marwin Gonzalez
Ich wüsste von kaum einem Team, bei dem Marwin Gonzalez in dieser Offseason nicht irgendwann mal im Gespräch war. Das Rennen gemacht haben nun letztlich die Minnesota Twins, die ihm einen Zweijahresvertrag über 21 Millionen Dollar angeboten haben. Vielseitigkeit ist der große Trumpf, den Gonzalez mitbringt. Er hat in seinen sieben Jahren bei den Houston Astros alle Positionen außer Pitcher und Catcher gespielt – manchmal drei in einem Spiel – und überall hat er seine Sache gut gemacht. Einen wie ihn kann man wirklich immer gebrauchen.

Rekordvertrag für Arenado
Auch Nolan Arenado könnte jedes Team gut gebrauchen – nicht als Allrounder wie Gonzalez, sondern schlichtweg als einen der besten Third Basemen der Liga. Das wissen auch die Colorado Rockies, die Arenado ein Jahr, bevor er ein heiß umworbener Free Agent geworden wäre, mit einem neuen Vertrag ausgestattet haben. Der Kontrakt läuft über acht Jahre und bringt Arenado gut 260 Millionen Dollar ein. Arenados Jahresgehalt ist damit das höchste, das je ein Nicht-Pitcher verdient hat. Der Vertrag enthält eine Klausel, die dem Klub verbietet, Arenado ohne seine Zustimmung zu traden; außerdem hat Arenado die Möglichkeit, nach drei Jahren einseitig aus dem Vertrag auszusteigen.

Yankees verlängern mit Hicks
Auch die New York Yankees bleiben am Ball beim Bemühen, ihre Leistungsträger langfristig zu halten. Nach Pitcher Luis Severino hat nun auch Center Fielder Aaron Hicks einen neuen Vertrag unterschrieben. 70 Millionen Dollar für sieben Jahre sind für die Yankees eine überschaubare finanzielle Größenordnung; die Laufzeit erscheint mir allerdings überraschend lang für einen 29-jährigen Spieler auf einer körperlich anspruchsvollen Feldposition.

Mikolas bleibt in St. Louis
Die dritte nenneswerte Vertragsverlängerung dieser Woche hat Pitcher Miles Mikolas von den St. Louis Cardinals bekommen. Der 30-jährige Rechtshänder hatte letztes Jahr ein beeindruckendes MLB-Comeback nach drei Jahren in Japan. Sein bisheriger Zweijahresvertrag über 15,5 Millionen Dollar gilt noch für 2019, daran anschließend läuft der neue Vertrag über weitere 68 Millionen bis 2023. Mikolas wird für die Cardinals am Opening Day starten.

Neues von der Harper-Front
Wer erwartet hatte, dass kurz nach der Unterschrift von Manny Machado in San Diego auch Bryce Harper sein neues Team bekannt geben würde, wird enttäuscht sein: Die Hängepartie um den wohl hochwertigsten Free Agent dieses Jahres geht weiter. Als Favorit für seine Verpflichtung gelten seit Wochen die Philadelphia Phillies. Die Phillies sind offenbar die einzigen, die Harper bisher ein offizielles Angebot gemacht haben, das die 300 Millionen für zehn Jahre übertrifft, die Machado von den Padres bekommt. Einen besseren Vertrag als Machado zu erhalten, scheint Harper sehr wichtig zu sein. Aber er tut sich schwer damit, sich für die Phillies zu entscheiden, vor allem weil für ihn offenbar die Chemie mit deren Manager Gabe Kapler nicht stimmt. Darüber hinaus könnte es in den andauernden Verhandlungen um eine Opt-Out-Klausel gehen, wie sie Machado nach fünf und Arenado nach drei Jahren in ihren Verträgen haben. Als weitere Kandidaten für die Harper-Verpflichtung sind noch die Los Angeles Dodgers und die San Francisco Giants im Rennen. Beide Teams wollten sich bislang nicht auf einen Zehnjahresvertrag einlassen, doch zumindest die Giants könnten sich gerüchteweise in dieser Hinsicht noch bewegen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich weiß auch nichts, warten wir es einfach ab.

Setzt Kimbrel aus?
Auch Craig Kimbrel, bis letztes Jahr Closer des World Champions Boston Red Sox, ist bislang noch ohne neues Team. Der 30-Jährige fordert einen Vertrag über fünf bis sechs Jahre für mindestens 100 Millionen Dollar und besteht wohl so konsequent auf diesen Werten, dass bereits spekuliert wird, ob er dieses Jahr komplett aussetzt, wenn ihm niemand ein entsprechendes Angebot macht. Sein Agent David Meter hat diese Spekulationen allerdings umgehend dementiert und angkündigt, Kimbrel werde „in naher Zukunft“ einen neuen Vertrag unterschreiben. Darum, bei welchem Team das sein könnte, ist es allerdings erstaunlich ruhig. Anfangs interessierte Kandidaten wie die Red Sox, die Atlanta Braves, die Philadelphia Phillies und die St. Louis Cardinals haben sich inzwischen alle anderweitig orientiert.

Und was ist eigentlich mit Dallas Keuchel?
Auch um Dallas Keuchel ist es erstaunlich ruhig. Der linkshändige Starter ist neben Harper und Kimbrel der dritte im Bunde der arbeitslosen Starspieler. Auch er ist offenbar mit überzogenen Forderungen in die Offseason gegangen: Einen Vertrag über sechs bis sieben Jahre und ein Jahresgehalt von 25 bis 30 Millionen Dollar waren seine Wunschvorstellung. Von der dürfte er inzwischen abgerückt sein; jedenfalls sollte er das, wenn er ernsthaft nach einem neuen Vertrag sucht. Gut gebrauchen könnten den Linkshänder einige Teams, zum Beispiel die San Diego Padres, die St. Louis Cardinals oder auch die Houston Astros, bei denen er seine gesamte bisherige Karriere verbracht hat.

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Februar 21st, 2019 by Silversurger

Endlich! Endlich ist die Hängepartie um den zukünftigen Verbleib von Manny Machado vorbei. Endlich hat auch Mike Moustakas seinen neuen Vertrag, sodass von den herausragenden Free Agents dieser Offseason nur noch Bryce Harper, Dallas Keuchel und Craig Kimbrel übrig sind und wohl innerhalb der nächsten Tage ebenfalls ihre Teams finden werden. Und endlich geht es wieder los mit MLB-Baseball, auch wenn es erst mal nur die Vorbereitungsspiele sind, die am Wochenende beginnen. Besonderen Grund, sich auf die neue Saison zu freuen hat der deutsche Major Leaguer Max Kepler, der bei den Twins einen dicken neuen Vertrag unterschrieben hat.

Machado entscheidet sich für die Padres
Über weite Strecken der Offseason sah es danach aus, als wären die Chicago White Sox und die Philadelphia Phillies die aussichtsreichsten Kandidaten im Ringen um Manny Machado. Dass letztlich die San Diego Padres das Rennen machen, hatte kaum jemand voraus gesehen. Neben Zweifeln, ob die Padres das nötige Geld investieren können und wollen, sprach auch das Vorhandensein des vielversprechenden Shortstop-Prospects Fernando Tatis Jr. eher gegen eine Verpflichtung von Machado. Der hatte bislang nie einen Hehl daraus gemacht, dass er am liebsten auf seiner angestammten Position als Shortstop spielen möchte, auch wenn seine Defensivstatistiken in dieser Rolle nicht wirklich überzeugen konnten. Das sonnige Klima San Diegos sowie ein großzügiges Vertragsangebot konnte Machado dann offenbar doch nicht ausschlagen, auch wenn er als Third Baseman antreten muss. Machado bekommt einen Zehnjahresvertrag über 300 Millionen Dollar, aus dem er auf eigene Initiative nach fünf Jahren aussteigen kann. Der Vertrag wurde in einigen Medien vollmundig als „größter Free-Agent-Vertrag der amerikanischen Sportgeschichte“ verkauft. Das ist nicht falsch, aber doch ein bisschen irreführend: Giancarlo Stantons 13-Jahresvertrag über 325 Millionen von 2015 ist immer noch eine Nummer größer, aber es war eben kein Free-Agent-Vertrag, weil Stanton zu der Zeit bereits bei den Marlins spielte und es sich somit „nur“ um eine Vertragsverlängerung handelte.

Moustakas bleibt bei den Brewers
Ein weiterer Top-Free-Agent, der sich mit der Entscheidung für einen neuen Arbeitgeber lange Zeit gelassen hat, ist Third Baseman Mike Moustakas. Der 30-Jährige bleibt nun bei den Milwaukee Brewers, für die er bereits in der zweiten Saisonhälfte 2018 aktiv gewesen war. Er hat einen Einjahresvertrag unterschrieben, der ihm zunächst 10 Millionen Dollar einbringt. Für 2020 haben beide Seiten die Option, für weitere 11 Millionen um ein Jahr zu verlängern oder aber gegen Zahlung von 3 Millionen aus dem Vertrag herauszukommen.

Langfristiger Vertrag für Max Kepler
Großer Zahltag für Max Kepler: Der einzige deutsche Major Leaguer hat von den Minnesota Twins eine Vertragsverlängerung erhalten, die ihn für die kommenden fünf Saisons an den Klub bindet und ihm insgesamt 35 Millionen Dollar einbringt. Darüber hinaus können die Twins den Kontrakt zum Preis von zehn Millionen um ein sechstes Jahr verlängern. Dieser Vertrag ist ein klares Bekenntnis der Twins zu Kepler als langfristiger Eckpfeiler ihres Teams. Das ist nicht nur für den 26-jährigen Outfielder, sondern auch für den gesamten deutschen Baseball eine großartige Bestätigung. Kepler ist der erste Spieler überhaupt, der seine komplette Baseballjugend im deutschen Vereinssystem verbracht und sich anschließend in der MLB etabliert hat. Außer Kepler hat bei den Twins übrigens auch sein langjähriger Weggefährte, Shortstop Jorge Polanco, einen neuen Vertrag bekommen. Polanco wird für die nächsten fünf Jahre 25,75 Millionen verdienen, hinzu kommen Kluboptionen für 2024 (10,5 Millionen) und 2025 (12,5 Millionen).

Severino verlängert bei Yankees
Auch die New York Yankees haben sich darum gekümmert, die Dienste eines ihrer Leistungsträger auf Dauer zu sichern: Anstelle seiner drei Arbitration-Jahre 2019 bis 2021 hat Starting Pitcher Luis Severino nun einen garantierten Vertrag bis 2022, der ihm 40 Millionen Dollar einbringt. Für 2023 haben die Yankees eine Teamoption für weitere 15 Millionen. Das ist mal ein schönes Geburtstagsgeschenk für den Dominikaner, der gestern 25 Jahre alt geworden ist.

Tigers verpflichten Harrison
Die Detroit Tigers komplettieren ihre Übernahme des Middle Infields der Pittsburgh Pirates aus dem letzten Jahr: Nach Shortstop Jordy Mercer haben sie nun auch Second Baseman Josh Harrison unter Vertrag genommen. Der 31-jährige Veteran wird voraussichtlich zunächst Stammspieler sein, könnte aber zur Trade Deadline ein Kandidat für einen Wechsel werden, der die Tigers bei ihrem Rebuilding voran bringt. Harrison erhält für den Einjahresvertrag 2 Millionen Dollar, die er durch Boni auf bis zu 3 Millionen steigern kann.

Neue Reliever für Royals und Cubs
Zwei Ergänzungsverpflichtungen für den Bullpen möchte ich nicht ganz unter den Tisch fallen lassen: Die Kansas City Royals haben Reliever Jake Diekman angeheuert. Der Linkshänder erhält 2,75 Millionen Dollar für ein Jahr, verbunden mit einer beidseitigen Option auf ein weiteres Jahr. Die Chicago Cubs haben mit Xavier Cedeno ebenfalls einen linkshändigen Reliever verpflichtet. Cedenos Vertrag ist ein eher ungewöhnliches Konstrukt: Es ist kein Minor-League-Vertrag, aber auch nicht der übliche garantierte Major-League-Vertrag, sondern ein ungarantierter MLB-Vertrag. Das bedeutet, Cedeno ist vorerst Teil des 40-Mann-Kaders, kann aber bis zum Ende des Spring Trainings noch entlassen werden und bekäme dann nur einen kleinen Teil des vereinbarten Gehalts von 900.000 Dollar. Ist er zum Opening Day noch Teil des Kaders, sind ihm die 900.000 sicher und er kann noch bis zu 300.000 durch Leistungsboni hinzuverdienen.

Bruce Bochy hört auf
Eine überraschende Ankündigung kam am Montag von Bruce Bochy, dem Manager der San Francisco Giants: Er wird nach der Saison 2019 in den Ruhestand wechseln. Der 63-Jährige ist der dienstälteste Manager der Liga. Seine letzte Saison wird die 13. als sportlicher Leiter der Giants sein, mit denen er 2010, 2012 und 2014 die World Series gewonnen hat. Zuvor war er in gleicher Rolle schon zwölf Jahre für die San Diego Padres aktiv. Überraschend an seinem Schritt ist vor allem, dass er ihn schon so frühzeitig bekannt gibt. Falls die Giants schon deutlich vor dem Ende der Saison aus dem Rennen um die Playoffs sein sollten, dürfte es schwer zu rechtfertigen sein, den Wechsel nicht schon früher zu vollziehen – insbesondere falls dann die Nachfolgersuche bereits abgeschlossen ist, für die der neue President of Baseball Operations, Farhan Zaidi, nun reichlich Zeit hat.

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Februar 19th, 2019 by Silversurger

Barry Bonds ist die wohl umstrittenste Figur der Baseballgeschichte. Er ist Rekordhalter mit den meisten Homeruns sowohl in einer Saison (73 im Jahr 2001) als auch insgesamt (762). Er hat mehr Walks (2585) herausgeholt als irgendein anderer MLB-Spieler. Die beste On-Base-Percentage, die je in einer Saison erzielt wurde (.601 im Jahr 2004), geht auf sein Konto – die zweitbeste (.582 im Jahr 2002) übrigens auch. Seine sieben MVP-Titel sind Rekord, ebenso die längste Serie von vier hintereinander. Trotzdem wurde Bonds bis heute nicht in die Hall of Fame aufgenommen, erreichte in bislang sieben Wahlgängen nie die erforderlichen 75 Prozent Zustimmung.

Das Talent war Bonds quasi in die Wiege gelegt: Sein Vater Bobby Bonds war selbst ein erfolgreicher MLB-Spieler und dessen bester Freund Willie Mays übernahm die Patenschaft für den kleinen Barry. Dieser begann 1986 – nur fünf Jahre nach dem Karriereende seines Vaters – bei den Pittsburgh Pirates seine eigene Laufbahn. Er etablierte sich schnell als Topspieler und wurde 1990 und 1992 zum MVP der Liga gewählt. 1993 machten ihn die San Francisco Giants mit einem Sechsjahresvertrag über 43,75 Millionen Dollar zum damals bestbezahlten Baseballer aller Zeiten. Seine überragenden Leistungen in den folgenden Jahren rechtfertigten den teuren Vertrag. Ungefähr um das Jahr 1998 traf Bonds jedoch offenbar eine folgenschwere Entscheidung. Vermutlich aus Frust über die Erfolge anderer mutmaßlicher Steroid-Nutzer wie Sammy Sosa und Marc McGwire griff er selbst zu verbotenen Substanzen.

Barry Bonds 1993 (1)

Der Fall ist nicht ganz einfach: Bonds selbst gab das Doping nie zu und ist auch nie positiv getestet worden. Die MLB hat daher auch keine Sperren oder sonstigen Strafen ausgesprochen, die aufgestellten Rekorde haben offizielle Gültigkeit. Gleichwohl gibt es keine ernsthaften Zweifel, dass Barry Bonds leistungsfördernde Mittel genutzt hat. Im Jahr 2003, also noch während Bonds aktiver Karriere, kam der sogenannte BALCO-Skandal ans Licht. BALCO war eine Firma, die Sportler systematisch mit anabolen Steroiden versorgte. Bonds war einer ihrer prominentesten Kunden. Vor einem Geschworenengericht räumte er damals ein, von einem in die Affäre verwickelten Trainer Substanzen verabreicht bekommen zu haben. Er habe aber nicht gewusst, dass es sich um Steroide handelte. In einem späteren Verfahren wurde Bonds wegen dieser Aussage der Irreführung des Gerichts schuldig gesprochen. Nach Berufung wurde dieses Urteil aufgehoben mit der Begründung, Bonds Falschaussage habe das Verfahren von 2003 nicht entscheidend beeinflusst.

Letzten Endes stehen sich nach Bonds Karriere zwei Fakten unversöhnlich gegenüber. Erstens: Barry Bonds hat – wie viele Akteure seiner Generation – sein Leistungsvermögen durch unfaire Mittel gesteigert. Zweitens: Bonds war einer der besten Baseballspieler aller Zeiten und das wird man nicht allein durch Spritzen. Vielleicht vergibt ihm die Baseballwelt irgendwann so weit, dass er den Platz in der Ruhmeshalle einnehmen darf, welcher ihm ohne die Dopinggeschichte längst sicher wäre. Ungeachtet dessen werden seine Rekorde für immer gedanklich mit einer einschränkenden Fußnote versehen sein.

Das war erst mal der letzte Artikel der Serie über die größten Baseballer aller Zeiten. Ich hoffe, sie hat euch gefallen und die Offseason ein bisschen erträglicher gemacht. Ab jetzt stehen hier auf dem Blog wieder verstärkt die Stars von heute im Mittelpunkt. Nächste Woche beginne ich mit den traditionellen 30 Team-Previews in 30 Tagen und dann beginnt auch schon die Saison 2019.

(1) Quelle: Wikimedia, Urheber: Jim Accordino (CC BY 2.0)

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Februar 5th, 2019 by Silversurger

Willie Mays ist der Hauptdarsteller der wahrscheinlich berühmtesten Feldspielszene aller Zeiten: Im achten Inning des ersten Spiels der World Series 1954 schlug Vic Wertz einen Ball weit in das sehr tiefe Centerfield der Polo Grounds. Der Ball schien unerreichbar für Mays und doch gelang es ihm, ihn in vollem Lauf mit dem Rücken zum Feld über der eigenen Schulter aus der Luft zu pflücken. Die Aktion bewahrte die New York Giants vor einem Rückstand und legte damit den Grundstein, das Spiel und schließlich auch die World Series gegen die Cleveland Indians zu gewinnen. Sie ist bis heute als “The Catch” bekannt.

Man wird dem Baseballer Willie Mays allerdings nicht gerecht, wenn man ihn auf “The Catch” beschränkt. Mays war nicht nur der wohl beste Outfielder der Baseballgeschichte, sondern geradezu der Prototyp eines sogenannten Five-Tool-Players. Gemeint ist damit ein Spieler, der alle fünf Kernkompetenzen des Spiels in sich vereint: den Ball oft treffen, den Ball hart treffen, schnelles Baserunning, sicheres Fangen sowie hartes und präzises Werfen. Willie Mays schlug einen Karriere-Average von .302, hat mit 660 Homeruns die fünftmeisten aller Zeiten erzielt und 338 Bases gestohlen. Die 7.095 Outs, die er als Outfielder produziert hat, führen bis heute die Allzeit-Rangliste an.

In den Zählstatistiken hätte Mays noch besser aussehen können – er hätte wahrscheinlich sogar Babe Ruths Homerun-Rekord gebrochen –, wenn er nicht den größten Teil der Saison 1952 und die gesamte Saison 1953 verpasst hätte, weil er zum Korea-Krieg eingezogen wurde. 1954 war der Rookie of the Year von 1951 zurück in der Liga und legte direkt eine überragende Saison hin, an deren Ende er mit den Giants die World Series gewann und zum wertvollsten Spieler gewählt wurde. Er wurde zudem zum ersten Mal in das All-Star-Game berufen, was ihm ab da in jedem einzelnen Jahr gelingen sollte, bis er 1973 im Alter von 42 Jahren seine Karriere beendete.

Willie Mays 1961 (1)

Mays verbrachte fast seine ganze Karriere bei den Giants, mit denen er 1958 von New York nach San Francisco umzog. Ganz am Ende kehrte er für eineinhalb Jahre zurück nach New York und erreichte mit den Mets noch einmal die World Series. Diese ging in sieben Spielen an die Oakland Athletics. Mays hatte als Pinch-Hitter in Spiel drei den letzten Auftritt seiner Karriere.

1979 wurde Willie Mays bei erster Gelegenheit mit 95% Zustimmung in die Hall of Fame gewählt. Er blieb auch nach seiner aktiven Zeit eine engagierte und beliebte öffentliche Persönlichkeit. 2015 verlieh Barack Obama ihm die “Presidential Medal of Freedom”. In der Lobrede dankte er Mays für sein zivilgesellschaftliches Engagement, mit dem er dazu beigetragen habe, dass jemand wie er – Obama – überhaupt daran denken durfte, für das Präsidentenamt zu kandidieren.

(1) Quelle: Wikimedia, Urheber: Manny’s Baseball Land (PD-US)

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Januar 24th, 2019 by Silversurger

Die Meldung der letzten Tage war die Bekanntgabe der Resultate der Wahl zur Hall of Fame. Closer-Legende Mariano Rivera wurde als Erster überhaupt mit einem einstimmigen Ergebnis in die Ehrenhalle gewählt. Außer ihm werden auch Edgar Martinez, Mike Mussina und der 2017 verstorbene Roy Halladay einen Platz in Cooperstown bekommen. Ich werde über die Hall-of-Fame-Klasse 2019 am Wochenende einen eigenen Artikel schreiben. Hier und heute gibt es erst mal die übliche Zusammenfassung der anderen interessanten Ereignisse rund um die MLB aus den letzten sieben Tagen.

Yankees verpflichten Ottavino und Farquhar, traden Gray
Die New York Yankees arbeiten weiter daran, einen starken Bullpen in die Saison 2019 zu schicken: Unter anderem sind Aroldis Chapman und Dellin Betances nach wie vor da, Zach Britton erhielt vor wenigen Wochen einen neuen Vertrag und nun kommt auch noch Adam Ottavino hinzu. Der 33-jährige Rechtshänder unterschreibt für drei Jahre und 27 Millionen Dollar. Er füllt die Lücke, die der Abgang von David Robertson zu den Phillies hinterlassen hatte.

Ein weiterer Reliever erhält zwar zunächst nur einen Minor-League-Vertrag, aber dass es überhaupt so weit gekommen ist, ist schon eine kleine Sensation: Es handelt sich um Danny Farquhar – jenen früheren White-Sox-Reliever, der im April letzten Jahres während eines Spiels mit einer Gehirnblutung zusammengebrochen war. Es war damals völlig offen, ob Farquhar die Sache überlebt und inwiefern er mit bleibenden Schäden zu rechnen hat. Nach weniger als einem Jahr hat der Junge sich erfreulicherweise so weit erholt, dass er seinen Traum von der MLB-Karriere weiter verfolgen kann. Ich drücke ihm die Daumen.

Keine Zukunft in New York hat derweil Starting Pitcher Sonny Gray. Die Yankees hatten bereits seit Ende der Saison offen nach einem Tradepartner gesucht, nachdem Gray bei ihnen nie die Leistungen abrufen konnte, die man aus seiner Zeit in Oakland gewohnt war. Manchmal hilft in solchen Fällen eine neue Umgebung und die bekommt Gray nun in Cincinnati bei den Reds. Im Gegenzug wechselten zunächst 2B-Prospect Shed Long und ein Draftpick zu den Yankees. Long wurde allerdings direkt an die Seattle Mariners weitergereicht im Tausch gegen CF-Prospect Josh Stowers. Zu einer Voraussetzung für den Trade hatten die Reds gemacht, dass sie sich mit Gray auf einen längerfristigen Kontrakt einigen können. Diese Einigung haben sie erzielt und Gray steht nun bis einschließlich 2022 für insgesamt 38 Millionen Dollar unter Vertrag. Zusätzlich haben die Reds für weitere 12 Millionen eine Option auf die Saison 2023.

Markakis bleibt bei den Braves
Die Atlanta Braves halten ihren Rightfielder Nick Markakis für 2019. Für 6 Millionen Dollar plus Option für ein weiteres Jahr zum selben Preis ist Markakis ein relatives Schnäppchen: Sein letzter Vertrag in Atlanta brachte ihm 44 Millionen in vier Jahren ein und 2018 war ein starkes Jahr für ihn mit einer Slashline von .297/.366/.440 und seiner ersten Allstar-Berufung. Der 35-Jährige wollte unbedingt bei den Braves bleiben und ließ dafür höhere Angebote sausen. Seine Begründung, sich mit dem Deal zufrieden zu geben, klingt sympatisch: „Ich spiele ein Kinderspiel und bekomme dafür eine Menge Geld. Wie könnte ich darüber enttäuscht sein?“

Zwei Neue für die Rangers
Die Texas Rangers haben zwei Ergänzungen für ihren Kader an Land gezogen: Asdrubal Cabrera erhält einen Einjahresvertrag über 3,5 Millionen Dollar. Der 33-Jährige ist defensiv nicht mehr so stark, dass er auf Dauer seine alte Rolle als Shortstop ausfüllen könnte, aber er kann auf allen Infieldpositionen spielen und wird dies für die Rangers wohl vor allem als Third Baseman tun. Dort hatte der Wechsel von Adrian Beltre in den Ruhestand eine große Lücke hinterlassen. Eine weitere Neuverpflichtung ist Zach McAllister. Der Reliever hatte in Cleveland einige gute Jahre, zuletzt aber ein ziemlich schlechtes. Bei den Rangers erhält er die Chance zu zeigen, dass das nur ein Ausrutscher war. Er bekommt ein Grundgehalt von einer Million Dollar, das er durch leistungsbezogene Bestandteile aufbessern kann.

Allen zu den Angels
Cody Allen befindet sich in einer ganz ähnlichen Situation wie McAllister: Auch er kommt aus Cleveland, auch er hatte dort sehr gute Jahre – noch deutlich bessere als McAllister – und auch für ihn war das Jahr 2018 eher zum Vergessen. Die Los Angeles Angels hoffen, dass ein wiedererstarkter Allen ihnen als Closer dienen kann, und statten ihn dafür mit einem Einjahresvertrag über 8,5 Millionen Dollar aus. Bis zu 2 Millionen kann er noch zusätzlich verdienen, wenn er bestimmte Anzahlen von beendeten Spielen erreicht.

Giants signen Pomeranz
Auch Starting Pitcher Drew Pomeranz erhält einen leistungsbezogenen Vertrag. Der Linkshänder ist zwar frischgebackener World Champion mit den Boston Red Sox, doch sein Beitrag dazu war mit nur 74 gepitchten Innings und einem ERA von 6.08 eher mager. Er ist nun bei den San Francisco Giants untergekommen, die ihm für 2019 je nach Anzahl der absolvierten Starts zwischen 1,5 und 5 Millionen Dollar bezahlen.

Perez wird ein Twin
Martin Perez hatte ebenfalls ein schwaches Jahr. Für die Rangers brachte er es auf 85.1 Innings und 6.22 ERA. Das sind Resultate, genau wie die von McAllister und Pomeranz, unter Replacement Level, also mit negativen Wins Above Replacement (Allen brachte es immerhin auf 0.0 WAR). Die Minnesota Twins haben in Perez offenbar trotzdem etwas entdeckt, was ihnen gefällt, denn sie statten ihn mit einem Vertrag über 3,5 Millionen Dollar für ein Jahr plus Kluboption für ein weiteres Jahr aus.

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