November 14th, 2019 by Silversurger

Es ist die große Award-Woche in der MLB und das ist auch das dominierende Themen im heutigen Grand Slam am Donnerstag. Erwähnenswert ist zudem, dass inzwischen alle Teams außer den Pittsburgh Pirates ihren Manager für die kommende Saison benannt haben – zuletzt die San Francisco Giants, bei denen Gabe Kapler die Nachfolge des in den Ruhestand gewechselten Bruce Bochy antritt. Außerdem gibt es mal wieder Ärger um mutmaßliches Sign Stealing von MLB-Teams in Heimspielen – ein Glück, dass zumindest die diesjährige World Series von dieser Diskussion verschont bleiben wird, da es in ihr keinen einzigen Heimsieg gab…

Die Giants haben einen neuen Manager
Gabe Kapler war nicht lange arbeitslos: Einen Monat, nachdem die Philadelphia Phillies ihren Field Manager entlassen hatten, hat dieser bei den San Francisco Giants bereits eine neue Anstellung gefunden. Der 44-Jährige gilt als kreativer Analytiker mit dem Talent, einen guten Draht zu den Spielern aufzubauen. In Philadelphia konnte er allerdings die Erwartungen, das Team aus dem Mittelmaß zu führen, nicht erfüllen, brachte es in zwei Jahren auf eine Bilanz von 161-163. Es kommt daher für mich etwas überraschend, dass die Giants ihre Hoffnungen auf ihn setzen. Der General Manager der Giants, Farhan Zaidi, und Kapler kennen sich aus der gemeinsamen Zeit von 2014 bis 2017 bei den Los Angeles Dodgers.

Alonso und Alvarez sind die besten Neulinge
Die Rookies of the Year wurden Montagnacht bekannt gegeben. In der American League gewann Yordan Alvarez von den Houston Astros die Auszeichnung einstimmig, in der National League holte Pete Alonso von den New York Mets den Titel mit 29 von 30 Stimmen. Das einzige Überraschende an diesen Ergebnissen ist die eine Stimme, die Alonso zur Einstimmigkeit fehlte. 53 Homeruns in seiner Debütsaison sind die meisten, die je ein Rookie erzielt hat, zudem gewann er das Homerun-Derby im Juli. Mit 4.8 fWAR leistete Alonso den mit Abstand größten Gesamtbeitrag eines Rookies, gefolgt von Braves-Pitcher Mike Soroka mit 4.0. Soroka erhielt übrigens die eine Stimme bei der Wahl, die nicht an Alonso ging. Alvarez brachte es auf 3.8 fWAR, was der Höchstwert eines Rookies in der American League war. Die mit Spannung erwartete erste Saison von Torontos Vladimir Guerrero Jr., der einst als heißer Favorit für den Rookie des Jahres galt, war mit 0.4 fWAR vergleichsweise enttäuschend.

Manager des Jahres ausgezeichnet
Bei den Wahlen zum Manager des Jahres ging es weitaus enger zu als bei den Rookies. In der NL setzte sich Mike Shildt von den St. Louis Cardinals knapp vor Craig Counsell von den Milwaukee Brewers durch. Counsell stand zwar auf 13 Wahlzetteln auf Platz eins und Shildt nur auf 10, doch deutlich mehr Zweitstimmen brachten Shildt in der Gesamtwertung nach vorne. Für Shildt war 2019 die erste volle Saison als Manager, nachdem er Mitte 2018 als Interimsbesetzung übernommen und sich eine Daueranstellung verdient hatte. Die Cardinals holten unter seiner Leitung 91 Siege und ihren ersten Divisionstitel seit 2015.
Auch in der American League war es ein enges Rennen: Minnesotas Rocco Baldelli und Yankees-Skipper Aaron Boone erhielten jeweils 13 Erststimmen, insgesamt hatte Baldelli die Nase vorn. Er führte die Twins zu 101 Siegen und auf Platz eins der AL Central in der Breakout-Saison des deutschen Stars Max Kepler.

Verlander und deGrom erhalten Cy-Young-Award
Auch die besten Pitcher der Saison 2019 haben diese Woche ihre Auszeichnung erhalten. In der American League gab es ein Rennen zwischen zwei Teamkameraden: Alle 30 Erststimmen der wahlberechtigten Journalisten entfielen auf Pitcher der Houston Astros. Justin Verlander erhielt 17 davon, Gerrit Cole die restlichen 13. Für Verlander ist es nach 2011 mit den Detroit Tigers das zweite Mal in seiner Karriere, dass er den begehrten Award erhält. Auch der Preisträger in der National League ist ein Wiederholungstäter. Jacob deGrom bekommt die Auszeichnung sogar zum zweiten Mal hintereinander. Das Ass der Mets ist damit der erste Pitcher seit Tim Lincecum 2008/2009, der den Cy-Young-Titel verteidigen konnte. Seine Wahl war alles andere als knapp; mit 29 von 30 Erststimmen und 207 Gesamtpunkten ließ er Hyun-Jin Ryu und Max Scherzer (je 72) weit hinter sich.

Wertvollste Spieler werden heute gekürt
Die letzte und wichtigste der großen Einzelauszeichnungen steht noch aus. Heute Nacht zwischen 0 und 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit werden die „Most Valuable Players“ der beiden Ligen verkündet. In der AL ist wie quasi jedes Jahr Mike Trout einer der Favoriten auf den Titel. Hätte er sich nicht Anfang September für den Rest der Saison verletzt, wäre es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mal eng geworden. So allerdings kann sich sein Konkurrent Alex Bregman durchaus Chancen ausrechnen. Ich würde dennoch eher auf einen weiteren und völlig verdienten Award für Trout tippen. In der NL dürfte es relativ knapp werden zwischen Cody Bellinger und Christian Yelich. Für Yelich sprechen die etwas besseren Offensivstatistiken, für Bellinger die stärkere Defense sowie die geringeren Ausfallzeiten aufgrund von Verletzungen. Der dritte Finalist der NL, Anthony Rendon, geht als klarer Außenseiter in die Entscheidung – nicht zuletzt, weil die Awards sich ausdrücklich auf die reguläre Saison beziehen und Rendons Heldentaten in den Playoffs somit unberücksichtigt bleiben.

Entscheidung über Qualifying Offers steht an
Kurz bevor heute Nacht die MVPs bekannt gegeben werden, steht noch eine wichtige Deadline an: Bis 23 Uhr mitteleuropäischer Zeit müssen die zehn Spieler, die ein Qualifying Offer erhalten haben, sich entscheiden, ob sie dieses annehmen oder nicht. In den meisten Fällen ist klar abzusehen, dass das Qualifying Offer abgelehnt wird. Gerrit Cole, Stephen Strasburg, Anthony Rendon, Zack Wheeler und Madison Bumgarner werden darüber nicht mal nachdenken und auch für Josh Donaldson, Marcell Ozuna und Jake Odorizzi dürfte eine Unterschrift für ein Jahr und 17,8 Millionen Dollar kein Thema sein. Giants-Reliver Will Smith sowie Jose Abreu, First Baseman der White Sox, sind die einzigen beiden, bei denen ich mir vorstellen kann, dass sie das Angebot annehmen. Für alle, die es nicht annehmen, bedeutet das, dass bei einem Vereinswechsel der neue Klub eine Kompensation in Form von Draftpicks an das bisherige Team leisten muss.

Haben die Astros bei der Meisterschaft 2017 betrogen?
Viel Wirbel gab es während der letzten Tage um die Houston Astros und die Nachricht, diese hätten bei Heimspielen in ihrer Championship-Saison 2017 systematisch Zeichen des gegnerischen Catchers ausspioniert. Konkret sollen die Zeichen mit einer Kamera im Centerfield gefilmt und durch akustische Signale – zum Beispiel Klopfen auf einen Mülleimer – an die Batter weitergegeben worden sein. Die MLB hat eine Untersuchung eingeleitet, nachdem mittlerweile vier Personen aus dem Umfeld der Astros von dem mutmaßlichen Betrugssystem berichtet haben. Eine dieser Personen ist der damalige Astros-Pitcher Mike Fiers, die anderen drei sind noch unbekannt. Das Ausspähen von Zeichen – das sogenannte Sign Stealing – ist grundsätzlich nicht verboten und auf herkömmlichem Wege durchaus Teil des Spiels. Was allerdings von der Liga untersagt ist, ist das Sign Stealing mit technischen Hilfsmitteln. Es gab in den letzten Jahren wiederholt Anschuldigungen gegen verschiedene Teams, darunter die Red Sox, die Yankees und die Astros, dass sie sich auf diese Weise Vorteile verschafft haben. Vor der Saison 2019 reagierte die Liga, indem sie die Regeln und die Kontrollen bezüglich Sign Stealing mit elektronischen Mitteln deutlich verschärfte.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

Juli 11th, 2019 by Silversurger

Auch mitten im All-Star-Break gibt es den Grand Slam am Donnerstag, aber da durch selbigen seit letzter Woche nur wenige MLB-Spiele stattgefunden haben und sich an den Ständen kaum etwas verändert hat, verzichte ich dieses Mal auf die Einzelbetrachtung der Divisionen. Stattdessen liegt der Fokus auf den drei Hauptevents der All-Star-Woche – plus Einschalttipp für das Wochenende, an dem endlich wieder „richtiger“ MLB-Baseball ansteht.

Zuvor ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Ich bin die nächsten knapp drei Wochen im Urlaub. Mein Plan ist, auch in dieser Zeit den Grand Slam am Donnerstag regelmäßig zu schreiben und zu veröffentlichen – es gilt schließlich, eine Serie von bislang 162 Folgen ohne Unterbrechung zu wahren. Aber wundert euch bitte nicht, wenn er mal etwas später kommt oder kürzer ausfällt als gewohnt und wenn ich zwischendurch wenige oder gar keine zusätzlichen Artikel schreibe.

MLB Futures Game 
Den Auftakt der All-Star-Woche bildete wie üblich das Futures Game. Dieses Stelldichein der vielversprechendsten Talente erfährt leider nicht die Beachtung, die es verdient. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es immer schon am Sonntag gleichzeitig mit der letzten Runde der MLB-Spiele vor dem Break stattfindet. Bislang traten immer die US-amerikanischen Talente gegen die aus dem Rest der Welt an. Dieses Jahr wurde der Modus geändert, sodass erstmals genau wie im All-Star-Game ein Team der American League gegen eines der National League spielte. Einen Sieger gab es dabei nicht: Im siebten und eigentlich letzten Inning gelang Samuel Huff (Texas Rangers) ein 2-Run-Homerun zum 2:2-Ausgleich für die AL, und nachdem auch ein Extra-Inning keine Entscheidung brachte, beließ man es beim Unentschieden. Die NL war zunächst im vierten Inning durch RBI-Singles von Taylor Trammell (Cincinnati Reds) und Dylan Carlson (St. Louis Cardinals) in Führung gegangen.

Homerun-Derby
In der MLB sind dieses Jahr schon einige Homerun-Rekorde gefallen – unter anderem zweimal hintereinander der Rekord für die meisten Homeruns, die je in einem Monat geschlagen wurden. Logisch, dass die Erwartungen auch an das Homerun-Derby hoch waren, und sie wurden nicht enttäuscht. 312 Homeruns bekamen die Zuschauer Dienstagnacht zu sehen, das waren 91 mehr als der bisherige Rekord aus dem letzten Jahr. Exakt so viele Homeruns, also 91, schlug allein Vladimir Guerrero Jr. Auch das ist ein neuer Rekord, ebenso wie die 40 Homeruns, die Guerrero Jr. in der zweiten Runde schlug, um gegen Joc Pederson zu gewinnen und ins Finale einzuziehen. Diese zweite Runde war ein Duell für die Ewigkeit: Beide Kontrahenten erzielten innerhalb der regulären Zeit (4 Minuten plus 30 Sekunden Bonus) je 29 Homeruns. Es folgte eine Verlängerung von 1 Minute, in der beide es auf 8 Homeruns brachten. Um das Unentschieden zu durchbrechen, wurden dann abwechselnd je drei Schwünge ausgeführt. Beim zweiten Mal gelang Guerrero Jr. einen Homerun mehr als Pederson, sodass er mit 40:39 diese Runde gewann.

Fast alles drehte sich an diesem Abend um Guerrero Jr., aber gewonnen hat er das Home Run Derby nicht. Denn im Finale unterlag der Rookie einem anderen Neuling, Pete Alonso von den New York Mets. Alonso genügte eine Gesamtzahl von 57 Homeruns für den Sieg, denn er hatte Glück mit den Gegnern und dem Spielmodus: Er durfte in jeder Runde als Zweiter schlagen und das Duell endete sofort, wenn die vorgelegte Zahl des Gegners übertroffen war. So genügten ihm 14 gegen Carlos Santana, 20 gegen Ronald Acuna und 23 gegen Guerrero Jr.

Da Alonso alle Gegner schlug und in jeder Runde noch Zeit übrig hatte, war es ein klarer und verdienter Sieg für ihn. Klar ist aber auch, dass Guerrero Jr. es schwerer hatte als er, da er in jeder Runde vorlegen und somit alles geben musste, von dem schier endlosen Duell in Runde zwei ganz zu schweigen.

All-Star-Game
Zum siebten Mal hintereinander hat die American League das All-Star-Game gewonnen. Das Astros-Duo aus Alex Bregman (Single) und Michael Brantley (RBI-Double) brachte die AL als erste aufs Scoreboard. Ein Homerun von Joey Gallo, ein RBI-Single von Jorge Polanco und ein Run von Matt Chapman während eines Double Plays gegen Xander Bogaerts waren die weiteren Scores für den 4:3-Sieger. Die Runs der NL erzielten Charlie Blackmon per Homerun und Pete Alonso per 2-RBI-Single. Auf dem Mound herrschte wie im All-Star-Game üblich viel Kommen und Gehen unter den Größten ihres Fachs. Justin Verlander, Jacob deGrom, Jose Berrios, Luis Castillo und Aroldis Chapman überzeugten mit dominanten Innings, ebenso Clevelands Lokalmatador Shane Bieber, der anschließend zum MVP des Spiels erklärt wurde.

Mein Einschalttipp
Es waren nur vier Tage Pause, obendrein mit Unterhaltungsprogramm, aber trotzdem bin ich froh, dass die Saison endlich weitergeht. Ebenfalls sehr erfreulich finde ich, dass Sport1 zurzeit mal wieder ein paar MLB-Spiele mit deutschem Kommentar ins Programm genommen hat. In den nächsten Tagen gibt es gleich zwei davon, die ich hiermit als Einschalttipp empfehle: Am Sonntag ab 20 Uhr gibt es das Verfolgerduell der NL East zwischen den Washington Nationals und den Philadelphia Phillies zu sehen. Am Mittwoch ab 21 Uhr wird ein Spiel übertragen, das ich selbst nicht besser hätte aussuchen können: Die Minnesota Twins treffen auf meine Lieblinge, die New York Mets. Zugegeben, die Mets sind (wieder mal) ein ziemlicher Verkehrsunfall, aber wegschauen kann man bei sowas ja auch nicht. Und zumindest die Twins mit Max Kepler machen dieses Jahr richtig Spaß.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , ,