April 30th, 2020 by Silversurger

Aus der MLB gibt es diese Woche nicht viel Neues. Eine Aufnahme der Saison unter speziellen Bedingungen wird weiterhin geprüft. Der momentan am stärksten diskutierte Vorschlag besteht darin, die Liga nach geographischer Lage in drei Divisionen mit je 10 Teams aufzuteilen – eine East Coast Division, die dann wohl in Florida spielen würde, eine West Coast Division in Arizona und eine Central Division in Texas. Es handelt sich aber nach wie vor nur um eines von vielen Planspielen. Eine Entscheidung, ob, wann und wie MLB-Baseball dieses Jahr stattfindet, ist bislang nicht absehbar. Ganz anders in Südkorea: Dort beginnt am Dienstag die Saison.

Saisonstart in Südkorea
Die Generalprobe in Form von bislang eineinhalb Wochen Preseason ist geglückt, nun soll es am Dienstag richtig losgehen: Die Korean Baseball Organization (KBO) startet in den offiziellen Spielbetrieb der Saison 2020. Geplant ist, eine komplette Saison mit den üblichen 144 Spielen für jedes der 10 Teams durchzuziehen. Der Zeitplan wird insgesamt nach hinten verschoben, die Playoffs sollen vom 4. bis zum 28. November im Gocheok Sky Dome in Seoul stattfinden.

Das Coronvirus gilt in Südkorea dank zahlreicher Tests und umfassender Kontaktverfolgung als weitgehend unter Kontrolle. Gleichwohl werden die Baseballspiele unter strengen Auflagen durchgeführt: Alle Beteiligten außer den Spielern sind zum Tragen von Masken und Handschuhen verpflichtet, Spucken und unnötige Körperkontakte wie High-Fives sind verboten, beim Betreten und Verlassen des Stadions wird Fieber gemessen – und vor allem werden keine Fans anwesend sein.

Mit von der Partie sind einige ehemalige MLB-Profis. In jedem Team sind bis zu drei Ausländer erlaubt, eine Liste findet ihr hier. Ob und wo man die Spiele von außerhalb des Landes live sehen kann, ist leider immer noch nicht klar. Der US-Sportsender ESPN soll in aussichtsreichen Verhandlungen mit der KBO um die Übertragungsrechte stehen. Möglicherweise werden die Spiele dann auch in Deutschland über den kostenpflichtigen ESPN Player zu sehen sein.

Hall-of-Fame-Zeremonie verschoben auf 2021
Wenig überraschend hat die National Baseball Hall of Fame gestern bekannt gegeben, dass die Aufnahmezeremonie für die neu gewählten Mitglieder Derek Jeter, Larry Walker, Ted Simmons und Marvin Miller um ein Jahr verschoben wird. Im Winter wird es im normalen Turnus die Entscheidungen über weitere Neuaufnahmen geben, am 25. Juli 2021 werden dann beide Hall-of-Fame-Klassen gemeinsam in die Ruhmeshalle eingeführt.

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Januar 23rd, 2020 by Silversurger

Die Baseball Hall of Fame in Cooperstown bekommt zwei neue Mitglieder: Derek Jeter und Larry Walker haben bei der diesjährigen Wahl jeweils die Zustimmungsschwelle von 75% überschritten. Jeter gelang dies gleich im ersten Jahr seiner Wählbarkeit, Walker im zehnten und somit letztmöglichen Jahr.
Unterdessen legt der Sign-Stealing-Skandal um die Houston Astros und die Boston Red Sox nach wie vor einen Schatten auf die Saisonvorbereitung, wenngleich es in den letzten Tage relativ ruhig um das Thema war. Der Untersuchungsbericht und das Strafmaß für die Red Sox stehen noch aus. Bezüglich der Astros sorgten kurz Gerüchte für die Aufregung, dass Spieler Buzzer unter dem Trikot getragen haben sollen, über die sie Signale über die gegnerischen Pitches erhielten. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Vorwürfe nicht neu waren und sich im Zuge der Untersuchung der MLB bereits als nicht stichhaltig erwiesen hatten.

Jeter und Walker kommen in die Hall of Fame
Dass Derek Jeter bei erster Gelegenheit in die Ruhmeshalle des Baseball aufgenommen wird, war jederzeit klar; die Frage war eigentlich nur, ob die Shortstop-Legende der Yankees ein einstimmiges Ergebnis erzielt oder nicht. Letztendlich kam er auf 99,7%, mit anderen Worten: Es fehlte ihm genau eine Stimme zu dem Traumergebnis, das sein Teamkamerad Mariano Rivera letztes Jahr als bisher einziger erreicht hatte. Warum unter den 397 Wählern der Baseball Writers Association of America (BBWA) einer der Meinung war, Jeter gehöre nicht auf seinen Wahlzettel, kann man nur mutmaßen. Vielleicht war es eine prinzipielle Entscheidung, Jeter nicht die 100% zu gönnen, weil größere Spieler als er – Babe Ruth, Ted Williams, Hank Aaron etc. – sie auch nicht bekommen haben. Vielleicht war es auch eine taktische Entscheidung, weil dem betreffenden Wähler zehn andere Spieler, für die eine knappe Wahl abzusehen war, wichtiger waren. Wie dem auch sei, im Juli wird Jeter in die Hall of Fame aufgenommen und das mit dem zweitbesten Wahlergebnis aller Zeiten.
Gemeinsam mit ihm wird auch Larry Walker seine Plakette in Cooperstown erhalten. Der kanadische Outfielder war in den 90er- und Nullerjahren ein Star bei den Colorado Rockies und den Montreal Expos. Er übersprang im zehnten Jahr seiner Wählbarkeit mit 76,6% die Hürde. Dass es für ihn trotz beeindruckender Statistiken so lange gedauert hat, liegt wohl auch daran, dass Walker den größten Teil seiner Leistungen in Coors Field erbracht hat, einem traditionell hitterfreundlichen Ballpark. Nichtsdestotrotz ist Walkers Aufnahme in die Hall of Fame meiner Ansicht nach genauso hochverdient wie die Jeters – gemessen an ihrem Karriere-bWAR sind beide mit 72,4 (Jeter) bzw. 72,7 (Walker) übrigens ziemlich exakt gleich zu bewerten.
Erneut verpasst haben den Einzug in die Halle Curt Schilling (70,0%), Roger Clemens (61,0%) und Barry Bonds (60,7%). Die drei ehemaligen Superstars gehören von den produzierten Ergebnissen her ohne Zweifel hinein, doch sie alle tragen die Hypothek des Steroid-Zeitalters mit sich, welche ihre Leistungen für immer mit einem einschränkenden Sternchen versieht. Für die drei war es das achte Jahr der Wählbarkeit. Mein Tipp ist, dass man sie bis zum zehnten schmoren lässt und sie dann doch aufnimmt.

Fliegender Managerwechsel bei den Mets
Über die New York Mets hatte ich letzten Donnerstag noch spekuliert, dass sie sich möglicherweise von ihrem Manager Carlos Beltran trennen wegen dessen unrühmlicher Rolle im Sign-Stealing-Skandal der Astros. Keine zwei Stunden später war er es bereits soweit, und schon gestern präsentierten die Mets einen Nachfolger für Beltran: Luis Rojas heißt der neue Cheftrainer, ist 38 Jahre alt und hat sich innerhalb der Mets-Organisation von der dominikanischen Sommerliga bis in die Major League hochgearbeitet. Rojas war für den Posten schon im November in der engeren Auswahl, die schließlich auf Beltran fiel. Rojas spielte selbst nie professionell Baseball und ist außerhalb der Mets ein relativ unbeschriebenes Blatt. In Fachkreisen wurde er aber schon länger als einer der interessantesten jungen Managerkandidaten gehandelt. Rojas ist der Sohn des Ex-Outfielders und Managers Felipe Alou und ein Halbbruder von Moises Alou.

Astros und Red Sox suchen noch
Noch vor den Mets hatten die Houston Astros und die Boston Red Sox im Zuge der Sign-Stealing-Affäre ihre Manager entlassen. Laut Teambesitzer Jim Crane wollen die Astros Anfang nächster Woche eine Entscheidung über die Nachfolge von A. J. Hinch treffen. In der engeren Auswahl sind Dusty Baker, Buck Showalter, John Gibbons, Eduardo Pérez, Will Venable, Jeff Banister und mindestens ein weiterer Kandidat, dessen Name bisher nicht öffentlich wurde.
Aus dem Umfeld der Red Sox hält sich hartnäckig Hensley Meulens, derzeit Bench-Coach der Mets, als Favorit für die von Alex Cora hinterlassene freie Stelle. Weitere Kandidaten gibt es mit Sicherheit, aber der Klub lässt bislang wenig nach außen dringen und macht nicht den Eindruck, dass eine Entscheidung unmittelbar bevor stünde.

Braves verpflichten Ozuna
Die Atlanta Braves sichern sich den hochrangigsten zuletzt noch verfügbaren Free Agent: Marcell Ozuna unterschreibt für ein Jahr und erhält dafür 18 Millionen Dollar. Der 29-Jährige wird voraussichtlich den Stammplatz im Leftfield neben Ender Inciarte (Center) und Ronald Acuna Jr. (Right) übernehmen. Offensiv ist Ozuna ein klares Upgrade für die Braves, bei denen die Rolle von Nick Markakis und Adam Duvall durch die Verpflichtung geschmälert und die von Austin Riley ins Infield verlagert wird. In Bezug auf Ozunas Defensivleistungen ist abzuwarten, ob er die Schulterprobleme überwunden hat, die ihn in den vergangenen beiden Jahren beim Werfen behindert haben. Da für Ozuna ein Qualifying Offer seines Ex-Klubs vorgelegen hatte, erhalten die Cardinals von den Braves einen Draftpick als Kompensation für den Wechsel.

Weitere Spielerverpflichtungen
Außer Ozuna haben auch SP/RP Drew Smyly (San Francisco Giants, 1 Jahr, 4-7 Millionen Dollar einsatzabhängig), OF Alex Gordon (Kansas City Royals, 1 Jahr, 4-5 Millionen) und C Matt Wieters (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 2-3 Millionen) neue MLB-Verträge erhalten. Minor-League-Verpflichtungen erwähne ich an dieser Stelle normalerweise nicht, aber für SP Felix Hernandez gibt es eine Ausnahme: Er wurde von den Atlanta Braves verpflichtet und erhält die Chance, im Camp zu zeigen, dass mit ihm noch zu rechnen ist. Das ehemalige Ass der Seattle Mariners hat seit 2017 nicht mehr die Leistungen und Ergebnisse abgeliefert, die man von ihm gewohnt war. Der 33-Jährige kämpft mit Sean Newcomb und einigen anderen um einen Platz als Nummer fünf in Atlantas Starting Rotation.

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Dezember 12th, 2019 by Silversurger

In San Diego enden heute die Winter Meetings. Eigentümer, Manager, Scouts und sonstige Offizielle aller MLB- und Minor-League-Teams, dazu Ligavertreter, Spieleragenten und jede Menge Journalisten bevölkerten in den letzten Tagen das Hilton Bayfront Hotel und dessen Umgebung. Die Meetings haben dieses Jahr mit diversen großen Neuigkeiten ihren Ruf als Höhepunkt der Offseason untermauert. Neben der Bekanntgabe neuer Hall-of-Fame-Berufungen und des All-MLB-Teams gab es ein paar interessante Trades und jede Menge Vertragsabschlüsse. Allen voran kamen die drei dicksten Fische des Free-Agent-Pools – Gerrit Cole, Stephen Strasburg und Anthony Rendon – vom Markt. Insgesamt haben die MLB-Klubs innerhalb der sieben Tage seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag Spielerverträge im Wert von knapp einer Milliarde Dollar vergeben.

Yankees locken Cole mit Rekordvertrag
Die New York Yankees haben bei ihren Bemühungen um Gerrit Cole großes Durchhaltevermögen bewiesen. Schon 2008 wollten sie ihn haben, wählten ihn in der ersten Draftrunde aus, doch Cole entschied sich damals gegen die frühe MLB-Karriere und für das College UCLA. Zehn Jahre später versuchten sie, ihn per Trade von den Pittsburgh Pirates zu holen, doch die Houston Astros machten das bessere Angebot. Beim dritten Versuch ist es nun endlich gelungen, das Ass in die Bronx zu locken. Erforderlich war dafür ein Vertragsangebot, das Cole zur teuersten Verpflichtung eines Pitchers aller Zeiten macht. 324 Millionen Dollar erhält der 29-Jährige über eine Laufzeit von neun Jahren. Das sind 36 Millionen pro Jahr und somit mehr als eine Million Dollar für jedes einzelne Spiel, das Cole für die Yankees absolvieren wird. Der Vertrag umfasst eine No-Trade-Klausel sowie eine Ausstiegsoption für den Spieler nach fünf Jahren. Die Yankees tragen somit das volle Risiko für den Fall, dass Cole seine zuletzt überragenden Leistungen im Laufe der neun Jahre irgendwann nicht mehr bringen sollte. Solange er sie bringt, ist er jedenfalls eine enorme Verstärkung.

Strasburg bleibt in Washington
Der zweite Top-Pitcher unter den diesjährigen Free Agents bleibt dort, wo er 2010 seine MLB-Karriere begonnen hat und wo er sie wohl auch beenden wird: Stephen Strasburg hat sich mit den Washington Nationals auf einen neuen Vertrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren geeinigt. Das garantierte Gehalt für den amtierenden World-Series-MVP beträgt 245 Millionen Dollar, zudem sind diverse Boni für das Erreichen von Einzelawards vorgesehen und ein Trade ohne Zustimmung des Spielers ist vertraglich ausgeschlossen. Verlängerungs- oder Ausstiegsoptionen wurden nicht vereinbart.

Rendon wird ein Angel
Schon vor dem Abschluss mit Strasburg hatten die Nationals durchblicken lassen, dass sie sich finanziell höchstens einen ihrer beiden Top-Free-Agents – Antony Rendon oder eben Strasburg – leisten können. Für Rendon hieß das, dass er sich anderweitig umsehen musste. Er wurde schnell fündig: Es geht an die andere Küste der USA, zu den Los Angeles Angels. Der Third Baseman erhält dort im Wesentlichen den selben Vertrag wie sein ehemaliger Teamkamerad Strasburg in Washington: 245 Millionen Dollar über sieben Jahre, ohne Ausstiegsoption, mit No-Trade-Klausel. Mit Rendon und Mike Trout haben die Angels nun die beiden – nach jährlichem Durchschnittsgehalt – höchstbezahlten Positionsspieler der MLB in ihren Reihen.

Rays schicken Pham nach San Diego
Der interessanteste Trade der Woche wurde schon vor den Winter Meetings eingetütet: Die Tampa Bay Rays und die San Diego Padres tauschen zwei gestandene Outfielder und zudem eine Reihe von Prospects. Die Padres erhalten OF Tommy Pham sowie Minor-League-IF Jake Cronenworth, die Rays bekommen dafür OF Hunter Renfroe sowie Minor-League-SS Xavier Edwards und einen später zu benennenden Spieler. Der 31-jährige Pham ist definitiv der prominenteste Teil des Trades. Mit 13.6 fWAR über die letzten drei Jahre war er einer der effektivsten Outfielder der Liga in diesem Zeitraum. Dass er abgegeben wird, dürfte von Seiten der notorisch sparsamen Rays vor allem Kostengründe haben. Pham ist noch zwei Jahre unter Teamkontrolle, sein im Arbitration-Verfahren auszuhandelndes Gehalt wird für 2020 auf 8,6 Millionen Dollar prognostiziert.

Weitere Trades und Verpflichtungen
Den Rest der sehr aktiven Woche auf dem Spielermarkt gibt es im Telegrammstil: Neue MLB-Verträge vereinbart haben SP Kyle Gibson (Texas Rangers, 3 Jahre, 28 Millionen Dollar), SP Tanner Roark (Toronto Blue Jays, 2 Jahre, 24 Millionen), SP Michael Pineda (Minnesota Twins, 2 Jahre, 20 Millionen), SP Jordan Lyles (Rangers, 2 Jahre, 16 Millionen), SS Didi Gregorius (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 14 Millionen), SP Rick Porcello (New York Mets, 1 Jahr, 10 Millionen), RP Blake Treinen (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 10 Millionen), SP Josh Lindblom (Milwaukee Brewers, 3 Jahre, 9-18 Millionen leistungsabhängig), SP Kevin Gausman (San Francisco Giants, 1 Jahr, 9 Millionen), RP Joely Rodriguez (Rangers, 2 Jahre, 5,5 Millionen plus Option für ein drittes Jahr), C Alex Avila (Twins, 1 Jahr, 4,25 Millionen), SP Michael Wacha (Mets, 1 Jahr, 3-10 Millionen leistungsabhängig), RP Junior Guerra (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 2,65 Millionen plus Option für ein zweites Jahr), RP Brad Brach (Mets, 1 Jahr, 850.000 plus Einsatzboni), RP Dan Winkler (Chicago Cubs, 1 Jahr, 750.000) und RP Kyle Finnegan (Nationals, 1 Jahr, Gehalt unbekannt).
Die Mets gönnen sich eine Ergänzung für das Outfield, indem sie CF Jake Marisnick von den Houston Astros holen. Für den Defensivspezialisten gehen zwei eher nachrangige Prospects – P Blake Taylor und OF Kenedy Corona – nach Houston.
OF Nomar Mazara wechselt zu den Chicago White Sox, die dafür OF-Prospect Steele Walker zu den Texas Rangers schicken.
Die Giants holen IF Zack Cozart und SS-Prospect Will Wilson von den Los Angeles Angels. Die Angels erhalten dafür keine direkte Gegenleistung – ihr Profit besteht darin, dass die Giants den teuren Vertrag des zuletzt sehr schwachen und häufig verletzten Cozart (12,167 Millionen für 2020) übernehmen.

Miller und Simmons kommen in die Hall of Fame
Marvin Miller und Ted Simmons werden in die Hall of Fame des Baseballs aufgenommen. Diese Entscheidung wurde während der Winter Meetings vom Modern Era Committee bekannt gegeben. Es handelt sich um eines der im jährlichen Wechsel tagenden Expertengremien, die über die quasi nachträgliche Aufnahme von Personen aus bestimmten historischen Zeiträumen befinden. Dieses Jahr war der Zeitraum von 1970 bis 1987 dran. Simmons war ein schlagstarker Catcher, der den Großteil seiner Karriere bei den St. Louis Cardinals verbrachte. Miller war ein langjähriger und äußerst einflussreicher Vertreter der Spielergewerkschaft MLBPA. Die offizielle Einführung von Miller und Timmons in die Ruhmeshalle wird am 26. Juli 2020 stattfinden – gemeinsam mit jenen Spielern, die von den Mitgliedern des Journalistenverbandes BBWAA gewählt und am 21. Januar bekannt gegeben werden.

Rule-5-Draft heute Abend
Ein integraler Bestandteil der Winter Meetings – und gleichzeitig ihr Abschluss – ist die sogenannte Rule 5 Draft. Es handelt sich um ein Verfahren, das verhindern soll, dass Teams übermäßig Talente horten und diese keine Chance auf MLB-Spielzeit haben: Spieler, die seit vier oder fünf Jahren in den Minor-Leagues sind und nicht den Sprung in den 40-Mann-Kader geschafft haben, können in der Rule-5-Draft von anderen Teams abgeworben werden. Wählbar sind nach diesen Kriterien Hunderte von Spielern, tatsächlich werden aber normalerweise insgesamt nicht mehr als 10-15 gepickt. Ein guter Teil von ihnen wird zudem im Laufe der Folgesaison zurück zum alten Team geschickt, denn das neue Team verliert seinen Anspruch auf den Spieler, sobald es ihn nicht das ganze Jahr über im MLB-Kader führt. Die Rule-5-Draft findet am heutigen Donnerstag ab 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Den ersten Pick haben die Detroit Tigers, gefolgt von den Baltimore Orioles und den Miami Marlins. Auf mlb.com wird es einen Audio-Livestream geben.

All-MLB-Team gewählt
Zum ersten Mal ließ die MLB dieses Jahr nach Saisonende ein All-MLB-Team wählen. Wer dabei ist, entschieden zu gleichen Anteilen die Fans per Internet-Abstimmung sowie ein Expertengremium. Hier ist es, das „Dream-Team“ der MLB-Saison 2019:

C J.T. Realmuto, Phillies
1B Pete Alonso, Mets
2B DJ LeMahieu, Yankees
3B Anthony Rendon, Nationals
SS Xander Bogaerts, Red Sox
OF Mike Trout, Angels
OF Cody Bellinger, Dodgers
OF Christian Yelich, Brewers
DH Nelson Cruz, Twins
SP Gerrit Cole, Astros
SP Justin Verlander, Astros
SP Jacob deGrom, Mets
SP Max Scherzer, Nationals
SP Stephen Strasburg, Nationals
RP Kirby Yates, Padres
RP Josh Hader, Brewers

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Juli 25th, 2019 by Silversurger

Für die MLB-Teams, die mit den Playoffs nichts zu tun haben, wird es diese Woche zum letzten Mal in dieser Saison richtig spannend, wenngleich nur jenseits des Platzes: Die Trade-Deadline steht an und somit die Chance, den einen oder anderen Spieler mit auslaufendem Vertrag an konkurrenzfähige Teams abzugeben und im Gegenzug möglichst vielversprechende Nachwuchstalente zu erhalten. Nach einer Regeländerung gilt die Deadline am 31. Juli dieses Jahr erstmals ohne Wenn und Aber. Während früher anschließend noch einen weiteren Monat lang die Möglichkeit bestand, über formale Umwege Trades einzufädeln, ist nun klar, dass es nach dem 31. Juli keine Wechsel mit Auswirkung auf die laufende MLB-Saison mehr geben wird. In der American League ist für die meisten Teams klar absehbar, ob sie zur Deadline als „Buyer“ oder „Seller“ auf dem Plan stehen, denn die Karten im Hinblick auf die Playoffs sind schon relativ eindeutig verteilt. In der National League ist das Bild weniger klar, da sich 14 von 15 Teams zumindest noch Außenseiterchancen auf die Postseason ausrechnen können.

National League
In der National League East sind mindestens drei Teams als potenzielle Käufer einzustufen. Die Atlanta Braves (60-43) haben keine offensichtlichen Lücken im Kader, scheinen aber auch nicht abgeneigt, noch einen Top-Spieler an Land zu holen. Ein Starting Pitcher dürfte das wahrscheinlichste Ziel sein. Auf dem Pitching-Markt werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die Washington Nationals (55-46) tätig werden, um mit ein, zwei neuen Relievern ihre Schwachstelle anzugehen. Die Philadelphia Phillies (54-48) hatten bereits eine sehr aktive Offseason und werden ihren Trend zum Aufrüsten fortsetzen. Auf ihrer Wunschliste stehen vor allem Spieler, die noch ein, zwei Jahre Vertragsdauer mitbringen und nicht nur die wenigen Monate bis Saisonende. Die New York Mets (46-55) sind zwar noch nicht endgültig aus dem Rennen, aber sie werden wohl realistisch genug sein, dieses Jahr abzuhaken und zu schauen, ob und wie sich die auslaufenden Verträge von Zack Wheeler, Todd Frazier und Jason Vargas versilbern lassen. Auch um Noah Syndergaard, der noch bis 2022 an den Klub gebunden ist, gibt es immer wieder Gerüchte. Der Preis für ihn dürfte allerdings hoch sein – während der für Wheeler durch dessen aktuelle Verletzung vermutlich deutlich gefallen ist. Die Miami Marlins (38-62) sind der eindeutigste Seller der NL. Veteranen wie Curtis Granderson, Neil Walker und Sergio Romo können Gegenwerte bringen, die das Rebuilding der Marlins voranbringen.

Die NL Central ist weit offen, daher wird hier wohl kein Team nennenswert als Seller auftreten. Die Chicago Cubs (55-47), die St. Louis Cardinals (54-47) und die Milwaukee Brewers (54-50) sind allesamt auf der Suche nach Relievern. Die Brewers hätten zudem nach der Verletzung von Brandon Woodruff gern einen weiteren Starter, während die Cubs nach einem guten rechtshändigen Batter Ausschau halten. Die Cincinnati Reds (46-54) und die Pittsburgh Pirates (46-55) befinden sich in uneindeutigen Situationen – nicht direkt im Playoffrennen, aber auch nicht abgeschlagen genug, um aufzugeben. In ihrer Situation ist damit zu rechnen, dass sie zur Trade-Deadline weder in die eine noch in die andere Richtung sonderlich aktiv werden.

Die Los Angeles Dodgers (67-37) gewinnen die NL West locker ohne weitere Verstärkungen, aber wie in den vergangenen Jahren werden sie auch dieses Mal versuchen, das eine oder andere Puzzlestück im Hinblick auf das große Ziel eines World-Series-Gewinns hinzuzufügen. Der Schwerpunkt dürfte klar auf Hilfe für den Bullpen liegen. Die restlichen Teams der Division können allesamt noch auf eine Wild Card spekulieren. Die Arizona Diamondbacks (52-51), die ohnehin bereits ein halbes Rebuilding-Projekt darstellen, könnten sich entscheiden, Leute wie Adam Jones und Zack Greinke auf den Markt zu werfen. Greinke steht noch bis 2021 unter Vertrag, ist mit 80 Millionen Dollar an garantiertem Gehalt aber auch extrem teuer. Die Colorado Rockies (47-55) und die San Francisco Giants (52-51) sehe ich als Kandidaten für eine eher untätige Herangehensweise an die Deadline. Das ist in beiden Fällen eine erstaunliche Entwicklung. Die Rockies sahen vor der Saison nach sicheren Contendern aus, konnten die Erwartungen aber bisher nicht erfüllen. Umgekehrt sind die Giants erst in den letzten paar Wochen quasi aus dem Nichts empor gekommen und plötzlich sieht es so aus, dass einst heiße Trade-Kandidaten wie Madison Bumgarner, Will Smith oder Sam Dyson womöglich gar nicht zum Verkauf stehen. Für die San Diego Padres (48-53) ist ebenfalls unklar, ob sie eher kaufen oder verkaufen wollen. Gebrauchen könnten sie einen Starter, idealerweise mit etwas längerem Vertrag als nur bis Saisonende. Guten Gegenwert würden sie für ihren Closer Kirby Yates erzielen.

American League
Die New York Yankees (66-35) gehören zu den klaren Favoriten, einen der verfügbaren Top-Starter zu akquirieren – jemanden wie Zack Wheeler, Mike Minor oder Marcus Stroman. Genau wie die Yankees haben auch die Tampa Bay Rays (58-47) genug Tradematerial in der Farm, um sich ordentlich zu verstärken. Sie dürften vor allem an einem rechtshändigen Batter interessiert sein, aber auch ein starker Reliever würde ihnen weiterhelfen. Die Boston Red Sox (56-47) befinden sich zurzeit im Niemandsland der American League East und sind auch von der Wild Card ein Stück entfernt. Die Ergebnisse der nächsten Tage werden ihre Herangehensweise an die Deadline beeinflussen. Wenn sie sich zum Aufrüsten entscheiden, dürfte ihr Fokus auf Hilfe für den Bullpen liegen, nachdem sie die Rotation bereits vor knapp zwei Wochen durch Andrew Cashner ergänzt haben. Die Toronto Blue Jays (39-65) sind gut bestückt mit dem, was viele suchen: Ihre Reliever Daniel Hudson und Ken Giles sowie Starter Marcus Stroman dürften zu den begehrtesten Trade-Chips der Liga gehören. Auch die Baltimore Orioles (32-69) sind klar in der Situation eines Sellers. Mindestens Closer Mychal Givens und Infielder Jonathan Villar werden in den nächsten Tagen gegen Talente eingetauscht werden.

Die Minnesota Twins (61-40) könnten einen Top-Starter sowie einen verlässlichen Reliever gebrauchen. Das ist allerdings das gleiche, was sehr viele suchen und man darf bezweifeln, ob die Twins zum Zahlen hoher Preise in Form guter und/oder zahlreicher Talente bereit sind. Ihr einziger Konkurrent in der AL Central, die Cleveland Indians (59-42), wird voraussichtlich wenige bis keine Trade-Aktivitäten entfalten. Die Gerüchteküche in Cleveland drehte sich in den letzten Wochen weniger um Verstärkungen als darum, ob man Starter Trevor Bauer auf den Markt wirft. Nachdem die Indians sich sowohl in der Division als auch im Wild-Card-Rennen eine stark verbesserte Position erarbeitet haben, dürfte das aber vorerst vom Tisch sein. Die Chicago White Sox (45-54) haben im Zuge ihres Neuaufbaus in den letzten Jahren ein Team mit jungen Spielern und langfristigen Verträgen zusammengestellt und werden ebenfalls wenig Interesse an Trades haben. Ein Wechselkandidat könnte allenfalls noch Veteran José Abreu sein, doch sowohl der Klub als auch der Spieler haben signalisiert, über den auslaufenden Vertrag hinaus miteinander arbeiten zu wollen. Die Kansas City Royals (39-64) werden sicher schon einige Angebote für Infielder Whit Merrifield prüfen. Zudem stehen Outfielder Billy Hamilton sowie die Reliever Jake Diekman, Wily Peralta und Ian Kennedy im Schaufenster. Auch bei den Detroit Tigers (30-67) können verstärkungswillige Teams fündig werden: Outfielder Nicholas Castellanos und Closer Shane Green werden in einer Woche wahrscheinlich einen neuen Arbeitgeber haben.

Die Houston Astros (66-38) schwimmen mit in dem Trend, in erster Linie nach Pitching Ausschau zu halten. Mindestens ein weiterer Starter soll her, vielleicht auch zwei angesichts der Verletzungsmisere in Houstons Rotation, dazu gerne ein Linkshänder für den Bullpen. Die Hauptkonkurrenten in der AL West, die Oakland Athletics (58-45), sind bereits einen Schritt weiter, denn sie haben schon Starting Pitcher Homer Bailey von den Royals an Land gezogen. Auch die A’s sind aber weiterhin an Pitchern interessiert, genauso wie die Los Angeles Angels (54-49), die vor wenigen Wochen noch nach Sellern aussahen, aber nun so gut dastehen, dass sie wohl kaufen werden. Trotz der jüngsten Erfolge sind die Schwächen in der Rotation schon länger unübersehbar, und durch den Tod von Tyler Skaggs und die Entlassung von Matt Harvey sind sie noch akuter geworden. Die Texas Rangers (51-51) befinden sich seit dem All-Star-Break im freien Fall und werden wohl als Seller auftreten. Starting Pitcher Mike Minor, Outfielder Hunter Pence und Reliever Chris Martin könnten interessante Optionen für andere Teams sein. Auf gar keinen Fall wird die Deadline verstreichen, ohne dass der tradefreudigste General Manager der Liga, Jerry Dipoto von den Seattle Mariners (42-63), aktiv geworden ist. Sicher vor einem Trade ist unter Dipoto niemand, als wahrscheinlichste Kandidaten für einen Arbeitsplatzwechsel gelten Starter Mike Leake und – trotz aktueller Verletzung – Second Baseman Dee Gordon.

Szene der Woche 
Auf dem Feld gab es in den letzten Tagen ein Triple-Play der Twins, einen Cycle von Trea Turner und Spiele von Robinson Cano sowie von Paul DeJong mit jeweils 4 Hits und 3 Homeruns. Meine Szene der Woche war aber die Aufnahmezeremonie der Baseball Hall of Fame. Mariano Rivera als erster einstimmig Gewählter aller Zeiten, zudem Roy Halladay, Edgar Martinez, Mike Mussina, Harold Baines und Lee Smith empfingen die ehrenvolle Aufnahme in den Kreis der Besten ihres Sports. Für den 2017 bei einem Flugzeugabsturz gestorbenen Halladay nahm seine Witwe Brandy an der Ehrung teil. Wenn ihr an einer etwas ausführlicheren Vorstellung der Hall-of-Fame-Klasse 2019 interessiert seid, werft doch mal einen Blick auf den Artikel, den ich früher im Jahr dazu geschrieben habe.

Statistik der Woche 
11. Am Jahrestag der Mond-Mission Apollo 11 haben die Astros 11 Runs gegen die Athletics erzielt und 11:1 gewonnen. Der 11. Run wurde mit dem 11. Hit der Astros durch den 11. Batter erzielt, den sie im dritten Inning an den Schlag brachten. Rookie-Phänomen Yordan Alvarez trug seinen Teil bei, unter anderem mit dem 11. Homerun seiner jungen Karriere. Starter Gerrit Cole warf 11 Strikeouts auf dem Weg zu seinem 11. Win des Jahres.

Spiel der Woche
Die New York Yankees und die Minnesota Twins sind zwei Schwergewichte der American League. Der Fight, den sie sich Dienstagnacht lieferten, war diesem Status mehr als würdig. Wie zwei Schwergewichtsboxer hauten sie sich in den späten Innings der Partie die scheinbar entscheidenden Schläge um die Ohren, immer wieder rappelte der Gegner sich hoch und schlug zurück. Aaron Hicks, Didi Gregorius, Miguel Sano und Gleyber Torres ließen sich allesamt zu früh für den vermeintlichen Knockout feiern, bevor es am Ende dann doch wieder Hicks war, der den Schlusspunkt setzte – nicht mit einem Schlag, sondern mit einem spektakulären Catch, der gegen den Flyball von Max Kepler im zehnten Inning bei zwei Outs und geladenen Bases ein neuerliches Comeback der Twins verhinderte und den 14:12-Erfolg der Yankees besiegelte.

Mein Einschalttipp
Da dieser Grand Slam am Donnerstag im Zeichen der Trade-Deadline steht, habe ich auch einen dazu passenden Einschalttipp: Die San Diego Padres treffen am Wochenende dreimal auf die San Francisco Giants. Für beide Klubs können der Verlauf und der Ausgang dieser Serie die Richtung weisen, wie sie an die Deadline herangehen. In der Partie am Sonntag treffen als Starting Pitcher voraussichtlich Chris Paddack (2.84 ERA, 4.02 FIP) für die Padres und Madison Bumgarner (3.66 ERA, 3.62 FIP) für die Giants aufeinander. Für Bumgarner geht es buchstäblich um seinen Job, denn sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, und falls die Giants sich zum Verkaufen entschließen, wird er wohl der wahrscheinlichste Trade-Kandidat seines Klubs sein. Das Spiel läuft ab 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf mlb.tv.

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Januar 26th, 2019 by Silversurger

Vor einigen Tagen hat die Baseball Writers Association of America (BBWA) bekannt geben, welche ehemaligen Spieler zur diesjährigen Aufnahme in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown gewählt wurden. Mariano Rivera hat dabei Geschichte geschrieben, denn er wurde als erster Spieler überhaupt mit einem einstimmigen Ergebnis gewählt. Gemeinsam mit ihm erhielten Roy Halladay, Edgar Martinez und Mike Mussina die nötige Dreiviertelmehrheit. Zudem kommen Harold Baines und Lee Smith auf Entscheidung des Era Committees in die Ruhmeshalle.

Bevor ich jeden der geehrten Spieler kurz vorstelle, bringe ich noch mal das Wahlsystem in Erinnerung: Die „normale“ Hall-of-Fame-Wahl wird durchgeführt von der Journalistenvereinigung BBWA. Wahlberechtigt sind deren Mitglieder, sofern sie der BBWA seit mindestens zehn Jahren angehören und in dieser Zeit durchgehend an der Berichterstattung über die MLB beteiligt gewesen sind. Jeder von ihnen darf für bis zu zehn Spieler stimmen. Gewählt werden können Spieler, die zehn oder mehr Jahre in der MLB aktiv waren und seit mindestens fünf Jahren ihre Karriere beendet haben. Wer in einem Jahr auf 75% oder mehr der Stimmzettel landet, wird in die Hall of Fame aufgenommen. Wer in einem Jahr weniger als 5% der Stimmen erhält oder in zehn Versuchen nie die 75% erreicht, scheidet aus; alle anderen haben im nächsten Jahr erneut die Chance, gewählt zu werden. Üblicherweise sind nach diesem Verfahren jährlich 25 bis 40 Spieler wählbar.

In diesem Jahr durften 425 Wahlberechtigte über 35 Spieler abstimmen. Gewählt wurden die genannten vier Spieler. 16 kamen auf unter 5% und sind nächstes Jahr nicht mehr wählbar, ebenso wie Fred McGriff, der es beim zehnten Versuch nur auf 39,1% brachte. Spannende Fälle sind Curt Schilling (60,9%), Roger Clemens (59,5%), Barry Bonds (59,1%) und Larry Walker (54,6%). Walker war zum neunten Mal dabei und kann sich für nächstes Jahr gute Hoffnung machen. Denn typischerweise bekommen Spieler im letzten Jahr der Wählbarkeit noch einmal einen wohlwollenden Schub an Stimmen. Schilling, Clemens und Bonds waren zum siebten Mal dabei und werden wohl frühestens beim zehnten Versuch 2022 reinkommen. Zwar gehören gerade Clemens und Bonds unbestreitbar zu den besten Baseballspielern aller Zeiten, doch bei der Wahl werden sie regelmäßig abgestraft für ihren sehr wahrscheinlichen Doping-Missbrauch. Auch Schillings Leistungen waren ohne Weiteres gut genug für die Hall of Fame; bei ihm spielen charakterliche Defizite und radikale politische Äußerungen eine große Rolle dabei, dass die Wähler ihn noch schmoren lassen. Das komplette Wahlergebnis findet sich hier.

Neben dem „normalen“ Verfahren der Wahl durch die BBWA gibt es noch einen zweiten Weg in die Hall of Fame des Baseballs: Die sogenannten Era Committees (früher bekannt als Veterans Committee) sind vier vom Direktorat der Hall of Fame eingesetzte Expertengruppen, die sich auf verschiedene historische Zeiträume des Baseballsports spezialisiert haben. Die Era Committees tagen im jährlichen Wechsel und entscheiden gemeinsam (ebenfalls mit Dreiviertelmehrheiten) über die Aufnahme von Trainern, Schiedsrichtern und Funktionären sowie von durch die BBWA nicht mehr wählbaren Spielern in die Hall of Fame. Dieses Jahr war das „Today’s Game Committee“ dran und hat während der Winter Meetings im Dezember Harold Baines und Lee Smith gewählt.

Mariano Rivera
Dass Mariano Rivera eine der großartigsten MLB-Karrieren aller Zeiten haben würde, war erst spät abzusehen: Er debütierte 1995 als 25-Jähriger für die New York Yankees und gab mit 5.51 ERA bei zehn Starts und neun Relief-Auftritten wenig Anlass für hochtrabende Erwartungen. Doch der Umstieg zum reinen Relief Pitcher brachte ihm den Durchbruch. 1997 wurde er von den Yankees zum Closer erklärt und hielt diese Rolle fortan Jahre lang fest im Griff. Mariano führt die Allzeit-Ranglisten mit den meisten Saves (652) und den meisten beendeten Spielen (952) an und schaffte es 13-mal ins All-Star-Team. Trotz überragender Saisonleistungen gelang es ihm regelmäßig, in den Playoffs noch eine Schippe draufzulegen. Sein Postseason-ERA von 0.70 in 141 Innings und seine 42 Saves in Playoff-Spielen sind mit großem Abstand führend in der MLB-Geschichte. Rivera war einer der ganz großen Faktoren dafür, dass die Yankees in seiner aktiven Zeit siebenmal die World Series erreichten und sie fünfmal gewannen.

Roy Halladay
Mit einem beachtlichen Ergebnis von 85,4% hat ein weiterer Pitcher es gleich im ersten Jahr seiner Wählbarkeit in die Hall of Fame geschafft. Tragischerweise war es Roy Halladay nicht vergönnt, diese Ehrung zu erleben, denn Halladay starb im November 2017 mit 40 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Halladay war ein dominanter Starter in den 2000er Jahren und gewann mit jedem seiner beiden Teams einen Cy-Young-Award: 2003 mit den Toronto Blue Jays in der AL, 2010 mit den Philadelphia Phillies in der NL. Er pitchte in der Blüte seiner Karriere nicht nur sehr gut, sondern auch sehr ausdauernd. Achtmal brachte er es auf 220 oder mehr Innings in einem Jahr, 2003 sogar auf seitdem unerreichte 266. Man kann vermuten, dass es für Halladay ohne die tragischen Umstände knapp geworden wäre, die 75% im ersten Anlauf zu erreichen. Aber auch wenn es sonst vielleicht zwei oder drei Wahlgänge gebraucht hätte, hat er die Aufnahme in die Ruhmeshalle zweifellos verdient.

Edgar Martinez
Edgar Martinez, der seine gesamte Karriere bei den Seattle Mariners verbrachte, erlebte bei der Wahl 2019 den typischen Aufschwung des zehnten Jahres – nach neun vergeblichen Anläufen nahm er die 75%-Hürde dieses Mal mit 85,4% ganz locker. Offenbar waren nun doch viele der BBWA-Mitglieder der Ansicht, dass man den siebenfachen All-Star mit einer Karriere-Slashline von .312/.418/.515 nicht dauerhaft ignorieren darf. Martinez hatte es schwerer als viele andere, sich in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu spielen. Das lag zum einen daran, dass er fast ausschließlich als DH spielte, und zum anderen daran, dass er – gerade für einen DH – vergleichsweise wenige Homeruns schlug. Bei Letzterem muss man Martinez zugute halten, dass er im Gegensatz zu fast allen großen Sluggern seiner Generation nie mit verbotenen Substanzen in Verbindung gebracht wurde.

Mike Mussina
Der Vierte im Bunde der frisch Gewählten ist Mike Mussina. Er übertraf mit 76,7% im sechsten Anlauf gerade so die Schwelle. Der Pitcher, dessen 18 Jahre lange Karriere sich auf die Baltimore Orioles und die New York Yankees aufteilte, gewann nie einen Cy-Young-Award und nie eine World Series. Er überzeugte generell weniger mit einzelnen herausragenden Auftritten und Statistiken als durch Konstanz und Durchhaltevermögen. Alles in allem brachte er es dadurch auf 83.0 WAR und somit auf Rang 58 der Rangliste aller Spieler der MLB-Historie – übrigens weit vor allen anderen Spielern, die dieses Jahr mit ihm in die Hall of Fame einziehen. Ich muss zugeben, dieser Wert hat mich überrascht – und meine anfängliche Skepsis zerstreut, ob Mussina wirklich in die Halle gehört.

Harold Baines
Komplett unzerstreut bleibt meine Skepsis, dass Harold Baines, einer der beiden durch das Era Committe bestimmten Spieler, etwas in der Hall of Fame zu suchen hat. Baines hatte eine lange und produktive Karriere, brachte es auf fünf All-Star-Berufungen und war in den meisten seiner 21 MLB-Jahre zweifellos ein überdurchschnittlicher Spieler. Das ist gut und aller Ehren wert, aber mehr auch nicht. Schließlich reden wir von der Hall of Fame, nicht von der Halle der Überdurchschnittlichen. Das mag hart klingen, aber die Wähler der BBWA sahen es offenbar genauso wie ich: Baines brachte es in den Wahlen auf einen Höchstwert von 6,1% im Jahr 2010 und fiel 2011 im fünften Jahr seiner Wählbarkeit unter die 5%-Hürde. Dass und wie er nun über das Era Committee berufen wurde, hat mehr als ein gewisses Geschmäckle: Dem Gremium gehörten unter anderem Jerry Reinsdorf an, der Owner der Chicago White Sox, sowie Tony La Russa, der ehemalige General Manager der White Sox. Baines spielte 14 Jahre lang für die White Sox und als er seine Karriere dort begann, waren die beiden entscheidenden Führungspersonen – Reinsdorf und La Russa.

Lee Smith
Während die Entscheidung über die Aufnahme von Baines innerhalb des Era Committees äußerst knapp fiel, bestand im Hinblick auf Lee Smith Einigkeit in dem Gremium. Smith war ebenfalls in der BBWA-Wahl nicht zum Zuge gekommen. Er stand für die (damalige) Höchstzahl von 15 Wahlgängen zur Wahl, brachte es jedoch nie über 50,6%. Als Relief Pitcher – so sagte man jedenfalls bis zu Riveras 100%-Wahl – hat man es generell relativ schwer, die nötigen Zustimmungsraten zu erhalten. Nachdem letztes Jahr bereits Trevor Hoffman (601 Saves) in die Halle gewählt wurde, sind dort nun mit ihm, Rivera (652) und Smith (478) die Top-3 Spieler mit den meisten Karriere-Saves der MLB-Geschichte vertreten. Smith war von 1993 bis 2006 Rekordhalter in dieser Kategorie.

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Januar 24th, 2019 by Silversurger

Die Meldung der letzten Tage war die Bekanntgabe der Resultate der Wahl zur Hall of Fame. Closer-Legende Mariano Rivera wurde als Erster überhaupt mit einem einstimmigen Ergebnis in die Ehrenhalle gewählt. Außer ihm werden auch Edgar Martinez, Mike Mussina und der 2017 verstorbene Roy Halladay einen Platz in Cooperstown bekommen. Ich werde über die Hall-of-Fame-Klasse 2019 am Wochenende einen eigenen Artikel schreiben. Hier und heute gibt es erst mal die übliche Zusammenfassung der anderen interessanten Ereignisse rund um die MLB aus den letzten sieben Tagen.

Yankees verpflichten Ottavino und Farquhar, traden Gray
Die New York Yankees arbeiten weiter daran, einen starken Bullpen in die Saison 2019 zu schicken: Unter anderem sind Aroldis Chapman und Dellin Betances nach wie vor da, Zach Britton erhielt vor wenigen Wochen einen neuen Vertrag und nun kommt auch noch Adam Ottavino hinzu. Der 33-jährige Rechtshänder unterschreibt für drei Jahre und 27 Millionen Dollar. Er füllt die Lücke, die der Abgang von David Robertson zu den Phillies hinterlassen hatte.

Ein weiterer Reliever erhält zwar zunächst nur einen Minor-League-Vertrag, aber dass es überhaupt so weit gekommen ist, ist schon eine kleine Sensation: Es handelt sich um Danny Farquhar – jenen früheren White-Sox-Reliever, der im April letzten Jahres während eines Spiels mit einer Gehirnblutung zusammengebrochen war. Es war damals völlig offen, ob Farquhar die Sache überlebt und inwiefern er mit bleibenden Schäden zu rechnen hat. Nach weniger als einem Jahr hat der Junge sich erfreulicherweise so weit erholt, dass er seinen Traum von der MLB-Karriere weiter verfolgen kann. Ich drücke ihm die Daumen.

Keine Zukunft in New York hat derweil Starting Pitcher Sonny Gray. Die Yankees hatten bereits seit Ende der Saison offen nach einem Tradepartner gesucht, nachdem Gray bei ihnen nie die Leistungen abrufen konnte, die man aus seiner Zeit in Oakland gewohnt war. Manchmal hilft in solchen Fällen eine neue Umgebung und die bekommt Gray nun in Cincinnati bei den Reds. Im Gegenzug wechselten zunächst 2B-Prospect Shed Long und ein Draftpick zu den Yankees. Long wurde allerdings direkt an die Seattle Mariners weitergereicht im Tausch gegen CF-Prospect Josh Stowers. Zu einer Voraussetzung für den Trade hatten die Reds gemacht, dass sie sich mit Gray auf einen längerfristigen Kontrakt einigen können. Diese Einigung haben sie erzielt und Gray steht nun bis einschließlich 2022 für insgesamt 38 Millionen Dollar unter Vertrag. Zusätzlich haben die Reds für weitere 12 Millionen eine Option auf die Saison 2023.

Markakis bleibt bei den Braves
Die Atlanta Braves halten ihren Rightfielder Nick Markakis für 2019. Für 6 Millionen Dollar plus Option für ein weiteres Jahr zum selben Preis ist Markakis ein relatives Schnäppchen: Sein letzter Vertrag in Atlanta brachte ihm 44 Millionen in vier Jahren ein und 2018 war ein starkes Jahr für ihn mit einer Slashline von .297/.366/.440 und seiner ersten Allstar-Berufung. Der 35-Jährige wollte unbedingt bei den Braves bleiben und ließ dafür höhere Angebote sausen. Seine Begründung, sich mit dem Deal zufrieden zu geben, klingt sympatisch: „Ich spiele ein Kinderspiel und bekomme dafür eine Menge Geld. Wie könnte ich darüber enttäuscht sein?“

Zwei Neue für die Rangers
Die Texas Rangers haben zwei Ergänzungen für ihren Kader an Land gezogen: Asdrubal Cabrera erhält einen Einjahresvertrag über 3,5 Millionen Dollar. Der 33-Jährige ist defensiv nicht mehr so stark, dass er auf Dauer seine alte Rolle als Shortstop ausfüllen könnte, aber er kann auf allen Infieldpositionen spielen und wird dies für die Rangers wohl vor allem als Third Baseman tun. Dort hatte der Wechsel von Adrian Beltre in den Ruhestand eine große Lücke hinterlassen. Eine weitere Neuverpflichtung ist Zach McAllister. Der Reliever hatte in Cleveland einige gute Jahre, zuletzt aber ein ziemlich schlechtes. Bei den Rangers erhält er die Chance zu zeigen, dass das nur ein Ausrutscher war. Er bekommt ein Grundgehalt von einer Million Dollar, das er durch leistungsbezogene Bestandteile aufbessern kann.

Allen zu den Angels
Cody Allen befindet sich in einer ganz ähnlichen Situation wie McAllister: Auch er kommt aus Cleveland, auch er hatte dort sehr gute Jahre – noch deutlich bessere als McAllister – und auch für ihn war das Jahr 2018 eher zum Vergessen. Die Los Angeles Angels hoffen, dass ein wiedererstarkter Allen ihnen als Closer dienen kann, und statten ihn dafür mit einem Einjahresvertrag über 8,5 Millionen Dollar aus. Bis zu 2 Millionen kann er noch zusätzlich verdienen, wenn er bestimmte Anzahlen von beendeten Spielen erreicht.

Giants signen Pomeranz
Auch Starting Pitcher Drew Pomeranz erhält einen leistungsbezogenen Vertrag. Der Linkshänder ist zwar frischgebackener World Champion mit den Boston Red Sox, doch sein Beitrag dazu war mit nur 74 gepitchten Innings und einem ERA von 6.08 eher mager. Er ist nun bei den San Francisco Giants untergekommen, die ihm für 2019 je nach Anzahl der absolvierten Starts zwischen 1,5 und 5 Millionen Dollar bezahlen.

Perez wird ein Twin
Martin Perez hatte ebenfalls ein schwaches Jahr. Für die Rangers brachte er es auf 85.1 Innings und 6.22 ERA. Das sind Resultate, genau wie die von McAllister und Pomeranz, unter Replacement Level, also mit negativen Wins Above Replacement (Allen brachte es immerhin auf 0.0 WAR). Die Minnesota Twins haben in Perez offenbar trotzdem etwas entdeckt, was ihnen gefällt, denn sie statten ihn mit einem Vertrag über 3,5 Millionen Dollar für ein Jahr plus Kluboption für ein weiteres Jahr aus.

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Juli 30th, 2018 by Silversurger

Am gestrigen Sonntag wurden in einer feierlichen Zeremonie sechs ehemalige MLB-Spieler in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown aufgenommen. Ich möchte die sechs kurz vorstellen, vorab auch noch mal das Verfahren der Aufnahme in dieses besondere Museum erläutern.

Die Entscheidung, wer in die Hall of Fame aufgenommen wird, trifft standardmäßig der Verband der Baseballjournalisten, die Baseball Writers Association of America (BBWA). Wahlberechtigt sind die Mitglieder der BBWA, sofern sie dieser seit mindestens zehn Jahren angehören und in dieser Zeit durchgehend an der Berichterstattung über die MLB beteiligt gewesen sind. Jeder Wähler darf für bis zu zehn Spieler stimmen. Gewählt werden können Spieler, die zehn oder mehr Jahre in der MLB aktiv waren und seit mindestens fünf Jahren ihre Karriere beendet haben. Wer in einem Jahr auf 75% oder mehr der Stimmzettel landet, wird in die Hall of Fame aufgenommen. Wer hingegen weniger als 5% der Stimmen erhält oder in zehn Versuchen nie die 75% erreicht, scheidet aus; alle anderen haben im nächsten Jahr erneut die Chance, gewählt zu werden.

Nach diesem Verfahren sind üblicherweise 25 bis 40 Spieler wählbar. In diesem Jahr waren es 33. Vier davon erhielten die nötige Stimmenanzahl: Chipper Jones (97,2%), Vladimir Guerrero (92,9%), Jim Thome (89,8%) und Trevor Hoffman (79,9%). Jones und Thome wurden gleich im ersten Jahr ihrer Wählbarkeit gekürt, was als besondere Ehre gilt. Guerrero und Hoffman hatten im letzten Jahr nur wenige Stimmen gefehlt, was in aller Regel ein sicheres Zeichen dafür ist, dass man den Sprung im Folgejahr schaffen wird – genau so ist es jetzt gekommen und man darf wohl davon ausgehen, dass es im Jahr 2019 Edgar Martinez genauso ergehen wird, dem dieses Jahr mit 70,4% noch 20 Stimmen zum Einzug fehlten. Ein ganzes Stück entfernt von dem ersehnten Wert landeten auch im sechsten Jahr ihrer Wählbarkeit Roger Clemens (57,3%), Barry Bonds (56,4%) und Curt Schilling (51,2%) – zumindest die beiden Erstgenannten gehören von ihren Leistungen her ohne Frage in die Hall of Fame, doch die Rolle leistungsfördernder Substanzen für ihre Karrieren wirft einen dunklen Schatten auf selbige und hat sie bislang unter den 75% gehalten. Nächstes Jahr haben sie eine neue Chance, im Gegensatz zu den 14 Spielern, die dieses Mal unter 5% blieben – darunter Jamie Moyer und Johan Santana mit je 2,4%. 

Neben dem „normalen“ Verfahren der Wahl durch die BBWA gibt es noch einen zweiten Weg in die Hall of Fame des Baseballs: Die sogenannten Eras Committees (früher bekannt als Veterans Committee) sind vier vom Direktorat der Hall of Fame eingesetzte Expertengruppen, die sich auf verschiedene historische Zeiträume des Baseballsports spezialisiert haben. Die Era Committees tagen im jährlichen Wechsel und entscheiden gemeinsam (ebenfalls mit Dreiviertelmehrheiten) über die Aufnahme von Trainern, Schiedsrichtern und Funktionären sowie von durch die BBWA nicht mehr wählbaren Spielern in die Hall of Fame. Für die Aufnahme in diesem Jahr war das Modern Baseball Era Committees zuständig und hat bereits während der Winter Meetings im Dezember die Aufnahme von Jack Morris und Alan Trammell verfügt.

Chipper Jones
Larry Wayne „Chipper“ Jones wurde von den Braves Atlanta Braves 1990 als Draftpick Nummer 1 gewählt und hat nie für einen anderen Klub gespielt. In der MLB war er 1993 sowie von 1995 bis 2012 aktiv und brachte es auf acht All-Star-Wahlen, einen MVP-Titel (1999) und eine gewonnene World Series (1995) mit seinen Braves. Er ist einer von nur neun Spielern, die in ihrer Karriere mindestens 400 Homeruns, einen Average von mindestens .300, eine OBP von mindestens .400 und ein SLG von mindestens .500 erreicht haben – und unter diesen neun der einzige Switch Hitter. Diese Zahlen sprechen, ebenso wie das mehr als eindeutige Ergebnis gleich im ersten Jahr der Wählbarkeit, klar dafür, dass Jones dieses Jahr die unumstrittenste Neuaufnahme in die Hall of Fame war.

Vladimir Guerrero
Vlad Guerrero kam ziemlich weit herum in seiner 16-jährigen MLB-Karriere: Er begann 1996 ganz im Norden bei den Montreal Expos, machte ab 2004 ganz im Westen weiter für die Los Angeles Angels of Anaheim, 2010 ging es in den Süden zu den Texas Rangers und 2011 schließlich in den Osten zu den Baltimore Orioles. Guerrero galt als formidabler Bad-Ball-Hitter, also als jemand, der oft mit Erfolg nach Pitches weit außerhalb der Strikezone schlug. 2009 erzielte er gegen die Baltimore Orioles sogar einen Hit, indem er einen Ball schlug, der – ebenso wie Guerreros Bat – vorher auf dem Boden aufgekommen war. Seine Fähigkeit, von quasi überall zu treffen, machte Strikeouts gegen ihn fast unmöglich und brachte ihm einen Karriere-Average von .318 ein. Paart man diesen statistisch mit seinen 449 Homeruns, so reiht er sich in nur fünf andere Spieler ein, die solche Werte erreicht haben und deren Namen Musik in den Ohren jedes Baseballfans sind: Babe Ruth, Jimmie Foxx, Ted Williams, Lou Gehrig und Stan Musial. Guerrero wird der erste Spieler überhaupt sein, der sich in der Hall of Fame mit einer Kappe der Angels verewigen lässt.

Jim Thome
Auch Jim Thome hat ein paar Statistiken vorzuweisen, mit denen nur wenige mithalten können: Mit 612 Homeruns ist er auf Platz acht der ewigen Rangliste, mit 1747 Walks auf Platz sieben – und neben Barry Bonds und Babe Ruth der einzige, der in beiden Kategorien zu den Top-10 gehört. In seiner Karriere erzielte der Third und First Baseman 13 Walkoff-Homeruns und damit mehr als jeder andere in der Geschichte. Thome spielte in 22 MLB-Jahren für sechs verschiedene Teams, wobei er seine längste und prägendste Zeit mit den Cleveland Indians verbrachte. Er war fünfmal im All-Star-Team und spielte in zwei World Series, die jedoch beide knapp verloren gingen – 1995 gegen die Braves (mit Chipper Jones) und 1997 gegen die Florida Marlins.

Trevor Hoffman
Nur fünf Stimmen trennten Hoffman davon, schon 2017 in die Hall of Fame aufgenommen zu werden. Jetzt ist es aber endlich soweit und der siebenfache All-Star erhält seinen Platz in der Ruhmeshalle als lediglich sechster Reliever. Dass es soweit kam, war am Anfang seiner Karriere nicht abzusehen: Die Cincinnati Reds drafteten ihn 1989 in der elften Runde als Shortstop. Als solcher war er nicht besonders erfolgreich, aber er demonstrierte einen Wurfarm, der seinen Minor-League-Coach Jim Lett auf die Idee brachte, ihn auf Pitcher umzuschulen. Ein paar Jahre und zwei Trades später gelang ihm bei den San Diego Padres der Durchbruch und Hoffman wurde zu einem der dominantesten Closer der MLB-Geschichte. Fans und Gegnern lief es regelmäßig eiskalt den Rücken herunter, wenn Hoffman bei Heimspielen zum Walkup-Song „Hells Bells“ das Feld betrat. Mit 602 Karriere-Saves ist er Zweiter hinter dem legendären Mariano Rivera, der nächstes Jahr vermutlich bei erster Gelegenheit ebenfalls in die Hall of Fame einziehen wird.

Jack Morris
Morris pitchte von 1977 bis 1994 lang für die Detroit Tigers, Minnesota Twins, Toronto Blue Jays und Cleveland Indians, unter anderem in vier gewonnenen World Series. Das Highlight seiner Karriere dürfte die Word Series 1991 gewesen sein, in der er nach 10 Shutout-Innings in Spiel 7 für die Twins zum MVP der Serie gekürt wurde. Zudem gelang ihm 1984 ein No-Hitter für die Tigers gegen die White Sox. Trotz dieser Erfolge verkörpert Morris in Statistiken wie einem 3.90-Karriere-ERA lediglich soliden Durchschnitt. In den 80er Jahren gab er mehr Hits, mehr Earned Runs und mehr Homeruns ab als jeder andere Pitcher der MLB, allerdings absolvierte er in dem Jahrzehnt auch die meisten Starts und die meisten Innings unter allen Pitchern. Während seiner Wählbarkeit durch die BBWA erreichte er nie die nötigen 75%, doch das Era Committee entschied nun, dass er mit seinen Errungenschaften dennoch in die Hall of Fame gehört.

Alan Trammell
Gemeinsam mit Morris gewann Shortstop Alan Trammell 1984 die World Series mit den Tigers, für die er in seiner gesamten 20 Jahre währenden Karriere auflief. Er war MVP dieser World Series, wurde zudem sechsmal ins All-Star-Game gewählt, viermal mit dem Gold Glove und dreimal mit dem Silver Slugger ausgezeichnet. Bei der Hall-Wahl wurde Trammell lange Zeit irgendwie übersehen, sein bester Wert waren knapp über 40% im letzten Jahr seiner Wählbarkeit 2016. Das mag damit zusammenhängen, dass sein Batting (.285/.352/.415) gut, aber selten überragend war und dass sich sein Wert als Spieler mehr auf lange Sicht als in einzelnen Highlights bewies. Am Ende seiner Karriere standen jedenfalls bemerkenswerte 70,7 bWAR, was eine TOP-100-Platzierung in der ewigen Rangliste bedeutet.

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Januar 25th, 2018 by Silversurger

Wenn schon die aktuellen Stars der MLB keine Schlagzeilen in Form von Free-Agent-Signings oder Trades machen, dann müssen zumindest die von früher dafür sorgen, dass es etwas zu berichten gibt: Gleich vier Spieler werden dieses Jahr nach Wahl durch die Baseball Writers‘ Asscociation of America (BBWA) neu in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown aufgenommen. Deutschlands erster MLB-Spieler Donald Lutz wird es dorthin vermutlich nicht schaffen, aber dafür steht er am Anfang einer hoffentlich erfolgreichen Trainerkarriere. Ein paar Roster-Moves in den Big Leagues gab es diese Woche natürlich auch, aber die großen Namen kamen darin erneut nicht vor. Selbst die Gerüchteküche köchelt auf sehr kleiner Flamme – lediglich von Yu Darvish und Lorenzo Cain liest man zurzeit vermehrt, dass ihre Entscheidungen, wo sie unterschreiben werden, kurz bevor stehen sollen.

Jones, Guerrero, Thome und Hoffman sind gewählt
Am 29. Juli 2018 wird die diesjährige Hall-of-Fame-Klasse im Rahmen einer Zeremonie in Cooperstown offiziell in die Ruhmeshalle des Baseballs aufgenommen. Das ist zwar noch gut ein halbes Jahr hin, aber vergangene Nacht wurde bereits bekannt gegeben, welche Spieler die Wahlberechtigten der BBWA für die diesjährige Aufnahme auserkoren haben. Erst zum zweiten Mal seit 1955 gelang es vier Spielern auf einmal, die erforderliche 75%-Mehrheit zu erreichen.

Das beste Ergebnis erzielte gleich im ersten Jahr seiner Wählbarkeit Larry „Chipper“ Jones mit 97,2%. Der Third Baseman hatte seine Karriere 2012 nach 19 Jahren in der MLB beendet. Er brachte es auf 2.726 Hits, 468 Homeruns und einen MVP-Titel in der National League. Als Switch-Hitter brachte er es auf Karriere-Averages von über .300 von beiden Seiten der Homeplate. Jones spielte nie für ein anderes Team als die Atlanta Braves, mit denen er 1995 die World Series gewann.

Vladimir Guerrero erhielt 92,9% der Stimmen und wird damit der dritte Spieler – und gleichzeitig der erste Batter – aus der Dominikanischen Republik sein, der Aufnahme in die Hall of Fame findet. Der Rightfielder und DH blickt zurück auf 16 Jahre in der MLB, die meisten davon mit den Montreal Expos und den Anaheim bzw. Los Angeles Angels. Mit einer Karriere-Slashline von .318/.379/.553 und 449 Homeruns ist der AL-MVP von 2009 ein würdiger Hall of Famer.

Das gleiche lässt sich über Jim Thome sagen, der mit 89,8% genau wie Jones gleich im erstmöglichen Jahr in die Hall of Fame gewählt wurde. Thome absolvierte bei sechs verschiedenen Teams 22 MLB-Jahre, gut die Hälfte davon für die Cleveland Indians. Da er als 1B und 3B ein eher unterdurchschnittlicher Fielder war, spielte der Power-Hitter vor allem in der zweiten Hälfte seiner Karriere oft als DH. Mit 612 Homeruns belegt er Platz acht in der ewigen Rangliste, was für sich allein schon Rechtfertigung genug für die Aufnahme in die Hall ist; er hat aber auch die siebtmeisten Walks (1.747) aller Zeiten und dadurch eine Karriere-On-Base-Percentage von über .400 erzielt.

Trevor Hoffman war 2017 noch der große Pechvogel, als ihm mit 74% nur 20 Stimmen zur Wahl im ersten Jahr fehlten. Dieses Jahr kam er auf 79,9% und somit klar über die Schwelle. Hoffman brachte es in 18 Jahren – mehr als 15 davon für die San Diego Padres – auf 601 Saves, einen nur von Mariano Rivera übertroffenen Wert. Er wird der fünfte Reliever in der Hall of Fame sein. Der sechste wird dann übrigens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Rivera, der nächstes Jahr zum ersten Mal auf dem Stimmzettel stehen wird.

Neben Rivera dürfte Edgar Martinez als ein sicherer Tipp für die Wahl 2019 gelten. Er ist dann, nachdem er dieses Mal mit 70,4% erneut nicht den Sprung schaffte, zum zehnten und letzten Mal wählbar. In aller Regel sind die Stimmberechtigten im letzten Jahr der Wählbarkeit eines Spielers, der mehrfach nah dran war, großzügig.

Vierzehn ehemalige MLB-Spieler landeten im ersten Jahr ihrer Wählbarkeit unter der Schwelle von 5%, die ihnen eine zweite Chance im nächsten Jahr ermöglicht hätte. Der prominenteste davon ist Johan Santana. Santana pitchte nicht nur den einzigen No-Hitter in der Geschichte der New York Mets, er war mit einem ERA+ von 136 auch sonst ein sehr erfolgreicher Pitcher. Für die Kernzeit seiner Karriere von 2002 bis 2010 hatte er unter allen Startern, die in dieser Zeit mindestens 500 Innings pitchten, mit 2.89 den niedrigsten ERA. Es ist somit nicht übertrieben zu sagen, dass er der beste Pitcher seiner Generation war. Leider verkürzten Verletzungen seine Zeit in der MLB und trugen dazu bei, dass Santana auch heute nicht die Anerkennung zuteil wird, die er verdient hätte.

Giants verpflichten Austin Jackson
Die San Francisco Giants sind eines von vielleicht vier, fünf MLB-Teams, die an der Ereignisarmut dieser Offseason keine Mitschuld tragen. Eine Woche nach dem Trade für Andrew McCutchen haben die Giants nun in Austin Jackson einen weiteren Outfielder verpflichtet. Der 31-Jährige war zuletzt für die Cleveland Indians aktiv und füllte dort die Rolle eines Reserve- und Ergänzungsspielers aus, der besonders gegen linkshändiges Pitching gute Ergebnisse erzielte. Er wird in San Francisco wohl eine ähnliche Rolle spielen. Wenn die Giants nicht noch einen Centerfielder für jeden Tag verpflichten – jemanden wie Lorenzo Cain zum Beispiel –, dann dürfte ein Platoon aus Steve Duggar gegen Rechts- und Jackson gegen Linkshänder ein realistisches Szenario sein. Jackson erhält sechs Millionen Dollar für einen Zweijahresvertrag.

Randal Grichuk zu den Blue Jays 
Auch die Toronto Blue Jays arbeiten an ihrem Outfield. Letzte Woche verpflichteten sie schon den Veteranen Curtis Granderson, nun kommt nach einem Trade mit den St. Louis Cardinals noch Randal Grichuk hinzu. Der 26-Jährige war bei den Cardinals entbehrlich geworden, nachdem diese früher in der Offseason Marcell Ozuna von den Miami Marlins an Land gezogen hatten. Grichuk ist ein guter Defender, der alle drei Outfield-Positionen beherrscht, sowie ein Power-Hitter. Offensichtliche Probleme hat er bei der Plate-Disziplin: In jeder seiner bisher drei MLB-Saisons endeten rund 30% seiner At-Bats mit einem Strikeout und nur rund 6% mit einem Walk. Für Grichuk wurden Reliever Dominic Leone und Pitching-Prospect Conner Greene nach St. Louis geschickt.

Vier Reliever für die Diamondbacks
Die Arizona Diamondbacks versuchen offenbar, ihren Bullpen möglichst kostengünstig aufzurüsten: In den letzten Tagen statteten sie in Antonio Bastardo, Fernando Salas, Kris Medlen und Michael Blazek gleich vier MLB-erfahrene Reliever mit Minor-League-Verträgen aus. Wenn einer oder zwei davon es schaffen, ihre Karriere mit soliden Leistungen wiederzubeleben, dann haben die Diamondbacks ein gutes Geschäft gemacht.

Neuer Job für Donald Lutz
Der ganz große Durchbruch ist ihm als Spieler leider nie gelungen, dennoch hat Donald Lutz einen festen Platz in der Baseball-Geschichte als erster Deutscher, der es bis in die MLB schaffte. Zurzeit spielt der 28-Jährige sehr erfolgreich mit den Brisbane Bandits um die australische Meisterschaft, doch im Anschluss geht es zurück nach Amerika: Lutz steigt als Bench Coach bei den Arizona League Reds, einem Rookie-Farmteam der Cincinnati Reds, ein. Lutz war als Spieler von 2007 bis 2016 für die Reds aktiv gewesen und hatte für sie 2013 und 2014 insgesamt 62 MLB-Einsätze. Ich drücke ihm die Daumen, dass er auch als Coach Baseball-Geschichte schreibt.

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Januar 19th, 2017 by Silversurger

Jeff Bagwell, Tim Raines und Ivan Rodriguez ziehen am 30. Juli in die National Baseball Hall of Fame ein. Das ist die Neuigkeit der Woche und damit auch das erste Thema im Grand Slam am Donnerstag. Außerdem haben in den letzten Tagen ein paar weitere Free Agents eine neue – oder ihre alte – Bleibe gefunden, allen voran Mr. Batflip Jose Bautista.

Die Hall-of-Fame-Klasse 2017
Mit meiner Vorhersage lag ich nicht allzu weit daneben: Die fünf Spieler, deren Aufnahme in die Hall of Fame ich prognostiziert hatte, belegten bei den Wahlergebnissen tatsächlich die ersten fünf Plätze, allerdings scheiterten Trevor Hoffman (74,0%) und Vladimir Guerrero (71,7%) knapp an der 75%-Hürde, während Jeff Bagwell (86,2%), Tim Raines (86,0%) und Ivan „Pudge“ Rodriguez (76,0%) diese nahmen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Hoffman und Guerrero es bei der Wahl im nächsten Jahr schaffen – es ist eine Art ungeschriebenes Gesetz, dass man mit einem Ergebnis von über 70% im Folgejahr gewählt wird.

Hinter den fünf Genannten klafft ein großes Loch, nächster in der Reihe ist Edgar Martinez mit 58,6%. Die beiden wegen ihrer Dopinggeschichte umstrittenen Stars Roger Clemens (54,1%) und Barry Bonds (53,8%) erhielten weniger Stimmen als allgemein erwartet wurde und sehen ihre Chancen, es irgendwann in das Ehrenmuseum zu schaffen, langsam aber sicher schwinden. Auch Manny Ramirez, der mit Außenseiterchancen in sein erstes Jahr als wählbarer Kandidat gegangen war, wird sich nach seinen 23,8% keine großen Hoffnungen mehr machen, auch wenn er noch neun Chancen haben wird. Keine Chance mehr hat hingegen Jorge Posada (3,8%). Da er im ersten Anlauf unter 5% blieb, ist er bei der nächsten Wahl nicht mehr dabei – ein Schicksal, das er mit 15 anderen Ex-Spielern teilt.

Bautista bleibt bei den Blue Jays
Es hat sehr lange gedauert, aber am Ende stand dann doch das erwartete Ergebnis: Jose Bautista bleibt das Gesicht der Franchise Toronto Blue Jays. Der erhoffte längerfristige Vertrag war für den 36-Jährigen nicht drin, aber 18 Millionen Dollar für ein Jahr plus zwei für beide Seiten optionale Jahre klingen nach einem fairen Deal.

Tyson Ross geht zu den Rangers
Eines der großen Schnäppchen dieser Offseason könnten die Texas Rangers gemacht haben. Der rechtshändige Pitcher Tyson Ross wurde, nachdem die Padres entschieden hatten, ihn ziehen zu lassen, von angeblich über 20 Clubs umworben. Ross hatte drei starke Jahre in San Diego mit einem ERA von 3.16, verpasste allerdings die letzte Saison nahezu vollständig wegen einer Verletzung am Wurfarm. Ross wurde (genau wie z. B. Matt Harvey) wegen eines „Thoracic Outlet Syndrome“ operiert und es bleibt abzuwarten, ob er danach wieder der Alte ist. Wenn er es ist, sind die 6 Millionen Dollar für seinen Jahresvertrag sehr gut angelegtes Geld. Mit Andrew Cashner, Yu Darvish, Cole Hamels, Martin Perez, A.J. Griffin und Ross haben die Rangers nun eine Rotation, die auch ein, zwei Verletzte wegstecken kann.

Die Phillies holen Saunders
Auch die Philadelphia Phillies haben noch eine Verstärkung an Land gezogen. Michael Saunders, zuletzt bei den Blue Jays unter Vertrag, bekommt zunächst für ein Jahr 9 Millionen Dollar und der Club hat noch die Option auf ein zweites Jahr für 11 Millionen. Saunders ist der lange gesuchte linkshändige Veteran, der wohl im Right Field auflaufen wird und damit Prospect Roman Quinn Zeit verschafft, etwas mehr AAA-Erfahrung zu sammeln. Jetzt müssen die Phillies nur hoffen, dass sie den Saunders aus der ersten Saisonhälfte 2016 erleben (.298/.372/.551, 16 HRs) und nicht den aus der zweiten (.178/.282/.357, 8 HRs).

Vertragsverlängerungen für Myers, Arenado und Duffy
Zu guter Letzt seien noch ein paar interessante Vertragsverlängerungen erwähnt: All-Star-3B Nolan Arenado bleibt für 29,5 Millionen Dollar die nächsten zwei Jahre bei den Colorado Rockies und umgeht mit diesem Deal das Schiedsverfahren (Arbitration), das sonst angestanden hätte.

Gleiches gilt für OF/1B Wil Myers, dessen Dienste sich die San Diego Padres für sechs Jahre und 83 Millionen Dollar gesichert haben. In meinen Augen ist es aus Clubsicht etwas riskant, sich so langfristig und für so viel Geld an einen Spieler zu binden, der in seiner bisherigen Karriere solide, aber nicht überragende Zahlen (.257/.331/.429) geliefert und sich nicht ganz unanfällig für Verletzungen gezeigt hat.

Auch Starting Pitcher Danny Duffy und die Kansas City Royals haben die Arbitration vermieden und sich stattdessen auch einen Fünfjahresvertrag über 65 Millionen Dollar geeinigt. Linkshänder Duffy kommt ebenfalls nicht ohne Fragezeichen aus, denn Konstanz war bislang nicht seine Stärke. 2016 fand er sich zunächst in den Bullpen versetzt, schwang sich dann aber mit 179.2 gepitchten Innings und einem ERA von 3.51 zum besten Starter der Royals auf. Klar, dass sie ihn halten wollten, aber ob es fünf Jahre sein mussten, lasse ich mal dahingestellt.

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Januar 14th, 2017 by Silversurger

Am kommenden Mittwoch, dem 18. Januar, wird die Baseball Writers Association of America (BBWA) bekannt geben, welche ehemaligen Spieler dieses Jahr in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown aufgenommen werden.

Wahlberechtigt sind die Mitglieder der BBWA, sofern sie dieser seit mindestens zehn Jahren angehören und in dieser Zeit durchgehend an der Berichterstattung über die MLB beteiligt gewesen sind. Jeder Wähler darf für bis zu zehn Spieler stimmen. Gewählt werden können Spieler, die zehn oder mehr Jahre in der MLB aktiv waren und seit mindestens fünf Jahren ihre Karriere beendet haben. Wer in einem Jahr auf 75% oder mehr der Stimmzettel landet, wird in die Hall of Fame aufgenommen. Wer in einem Jahr weniger als 5% der Stimmen erhält oder in zehn Versuchen nie die 75% erreicht, scheidet aus; alle anderen haben im nächsten Jahr erneut die Chance, gewählt zu werden.

Nach diesem Verfahren sind üblicherweise 25 bis 40 Spieler wählbar. In diesem Jahr sind es 34, die man hier aufgelistet findet. 19 davon sind zum ersten Mal im Pool, 14 zum zweiten bis zehnten Mal und einer – Lee Smith – sogar zum fünfzehnten Mal. Smith ist der letzte Spieler, der noch unter die alte Regel fällt, nach der man fünfzehn statt zehn Versuche hatte, die nötigen Stimmen zu bekommen.

Wer schafft es auf Anhieb? 
Anders als im letzten Jahr, als Ken Griffey Jr. mit dem Rekordergebnis von 99,32% beim ersten Versuch in die Hall gewählt wurde, gibt es dieses Mal keinen Spieler auf der Liste, dessen Wahl als sicher gilt. Berechtigte Hoffnungen dürfen sich Manny Ramirez, Vladimir Guerrero, Ivan Rodriguez und Jorge Posada machen.

Ramirez war einer der großen Hitter seiner Zeit (.312/.411/.585), ließ sich allerdings zweimal mit leistungssteigernden Drogen erwischen, was seine Chancen auf einen sofortigen Einzug in die Hall deutlich schmälern dürfte. Auch gegen „Pudge“ Rodriguez gab es Dopingvorwürfe, allerdings keinerlei Beweise und aus unbestätigten Gerüchten sollte man einem der offensiv wie defensiv besten Catcher aller Zeiten (mit unter anderem den meisten Spielen, den meisten Hits und den meisten Extra-Base-Hits sowie 13 Gold Gloves als Catcher) keinen Strick drehen. Er ist meinen Augen der aussichtsreichste Kandidat, im ersten Jahr gewählt zu werden. Guerrero könnte es ebenfalls schaffen. Er war ein großartiger Hitter, bekannt für seine Fähigkeit, auch nach schlechten Pitches zu schlagen und Basehits daraus zu produzieren. Als Fielder beging er einerseits viele Errors, hatte aber andererseits einen sehr starken rechten Arm. Ich bin sicher, Guerrero wird in die Hall of Fame kommen, vielleicht im ersten, spätestens aber im zweiten Jahr. Posada schließlich hat in 17 Jahren mit den Yankees vier World Series gewonnen und es mit einer Karriere-Slashline von .273/.374/.474 auf gute Zahlen gebracht; für so überragend, dass er zwangsläufig in die Hall of Fame gewählt wird, halte ich ihn aber nicht.

Wer kommt noch rein?
Hinter der aus Griffey Jr. und Mike Piazza bestehenden Hall-of-Fame-Klasse von 2016 verpassten Jeff Bagwell (71,6%), Tim Raines (69,8%) und Trevor Hoffman (67,3%) letztes Jahr nur knapp die Aufnahmeschwelle. Alle drei können guter Hoffnung sein, dass es dieses Mal klappt – in aller Regel wird man mit solchen Zustimmungswerten im Folgejahr gewählt.

Hinter den drei Genannten landete 2016 mit Curt Schilling (52,3%), Roger Clemens (45,2%) und Barry Bonds (44,3%) ein Trio großer Namen, deren Chancen auf eine der begehrten Plaketten in Cooperstown nur mittelmäßig sind. Vor allem Clemens und Bonds spalten die Gemüter – beide gehören unzweifelhaft zu den besten MLB-Spielern aller Zeiten, beide sind aber auch bekannte Dopingsünder. In welchem Ausmaß sind die Karriereleistungen der Beiden auf verbotene Substanzen zurückzuführen? Und welche Rolle soll bei der Wahl die charakterliche Einwandfreiheit der Kandidaten spielen? Vor diesen Fragen stehen die BBWA-Mitglieder in Bezug auf Bonds und Clemens nun zum fünften Mal. Der Ausgang ist offen, wenngleich sich die Anzeichen mehren, dass der Widerstand gegen ihre Aufnahme bröckelt und sie dieses Mal wohl zumindest näher an die 75% herankommen als in den Jahren davor. Wenn es nach mir ginge: Ich würde sie in die Hall of Fame aufnehmen, das Dopingthema aber nicht verschämt unter den Tisch kehren, sondern durch entsprechende Darstellung im Museum eine offensive Auseinandersetzung damit befördern.

Um eine konkrete Prognose zu wagen: Ich tippe, dass die diesjährige Hall-of-Fame-Klasse aus Rodriguez, Guerrero, Bagwell, Raines und Hoffman bestehen wird. Bonds und Clemens bleiben dieses Mal noch draußen, sind aber nächstes Jahr dabei.

Neben dem „normalen“ Verfahren der Wahl durch die BBWA gibt es übrigens noch einen zweiten Weg in die Hall of Fame des Baseballs: Die sogenannten Eras Committees (früher bekannt als Veterans Committee) sind vier vom Direktorat der Hall of Fame eingesetzte Expertengruppen, die sich auf verschiedene historische Zeiträume des Baseballsports spezialisiert haben. Die Era Committees tagen im jährlichen Wechsel und entscheiden gemeinsam (ebenfalls mit Dreiviertelmehrheiten) über die Aufnahme von Trainern, Schiedsrichtern und Funktionären sowie von durch die BBWA nicht mehr wählbaren Spielern in die Hall of Fame. Für die Aufnahme in diesem Jahr haben die Committees bereits während der Winter Meetings im Dezember die beiden Funktionäre John Schuerholz (Präsident der Atlanta Braves) und Bud Selig (ehemaliger Commissioner der MLB) gewählt.

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