März 7th, 2019 by Silversurger

Dass Bryce Harper in Philadelphia gelandet ist, ist ja mittlerweile ein alter Hut – ich bekomme langsam den Eindruck, dass die MLB die großen Nachrichten immer bis Donnerstagnachmittag aufhebt, um sie direkt nach meinem wöchentlichen Überblicksartikel zu veröffentlichen. Aber so wichtig, dass er zum Fixpunkt einer Verschwörungstheorie taugte, ist mein Blog dann wohl doch nicht. Ich bleibe jedenfalls beim gewohnten Termin für den Grand Slam am Donnerstag und wenn der gute Herr Harper sich nicht danach richten mag, kann er eben erst eine Woche später lesen, was ich von seinem Rekordvertrag halte und was sich in der MLB diese Woche sonst noch getan hat. Das hat er jetzt davon.

330 Millionen für Harper
Glaubt man seinem Agenten Scott Boras, so hatte Bryce Harper „ein volles Büffet“ an Angeboten. Er hätte zum Beispiel von einem ungenannten Team 45 Millionen Dollar Jahresgehalt für einen kürzeren Vertrag haben können oder von den San Francisco Giants einen Zehnjahresvertrag für 310 Millionen. Letzten Endes hat er sich für das Angebot der Philadelphia Phillies entschieden, das mit 330 Millionen das größte Gesamtvolumen und mit 13 Jahren die längste Laufzeit aufwies. Dass das im Durchschnitt ein Jahresgehalt von „nur“ knapp über 25 Millionen ist, ließ Harper sich durch einige Annehmlichkeiten versüßen. So hat er sich den Anspruch auf eine eigene Loge im Citizens Bank Park festschreiben lassen sowie das Recht, auf Auswärtsreisen eine Suite statt eines normalen Hotelzimmers zu bewohnen. In jedem Jahr kann Harper bis zu 800.000 Dollar an Bonuszahlungen hinzuverdienen, indem er bestimmte Einzelauszeichnungen wie All-Star-Berufungen oder MVP-Titel erreicht. Der Vertrag enthält übrigens keinerlei Opt-Out-Klauseln, Optionsjahre oder Zahlungen, die auf spätere Zeiträume verschoben werden. Festgeschrieben ist allerdings eine volle No-Trade-Klausel, das heißt die Phillies können Harper nicht ohne sein Einverständnis zu einem anderen Team traden. Kurz gesagt: Dieser Vertrag ist aus Spielersicht ein wahrer Traum.
Aus Sicht des Vereins sieht die Sache für mich etwas anders aus, auch wenn die Phillies natürlich überzeugt sind, einen guten Deal gemacht zu haben. Ich persönlich finde es völlig absurd, sich irgendeinen Spieler für 13 Jahre mit garantiertem zweistelligen Millionengehalt ans Bein zu binden. Dass es dabei um Harper geht – einen sehr guten, aber bisher nur in einer Saison (2015) wirklich überragenden Spieler mit durchaus schwankenden Leistungen und wohl nicht ganz einfachem Charakter –, macht die Sache nur um so irrsinniger. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie die Phillies in sechs oder sieben Jahren über diesen Vertrag denken.

Blue Jays verpflichten Buchholz
Für vergleichsweise kleines Geld haben die Toronto Blue Jays Pitcher Clay Buchholz verpflichtet. Er erhält einen Einjahresvertrag über 3 Millionen Dollar und kann abhängig von absolvierten Innings bis zu 2,25 Millionen dazuverdienen. Der 34-Jährige war in den letzten zwei Jahren durch Verletzungen eingeschränkt, brachte es 2018 in seinen 16 Einsätzen für die Arizona Diamondbacks aber auf starke Werte mit 2.01 ERA und 3.47 FIP.

Severino verpasst Opening Day, Perez die ganze Saison
Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres als eine ernsthafte Verletzung im Spring Training. Richtig übel erwischt hat es Salvador Perez: Der Catcher der Kansas City Royals hat sich das UCL-Band im rechten Ellenbogen gerissen und wer regelmäßig Baseball verfolgt, weiß was das bedeutet: Tommy-John-Surgery, Saison gelaufen. Auch Bobby Wahl, Reliever bei den Milwaukee Brewers, mit einer Knieverletzung und Padres-Outfielder Travis Jankowski mit gebrochenem Handgelenk werden für mehrere Monate und möglicherweise die gesamte Saison ausfallen. Mit kleineren Verletzungen werden unter anderem Minnesotas Miguel Sano, Dodgers-Ass Clayton Kershaw sowie die Yankees-Starter Luis Severino und C. C. Sabathia den Saisonbeginn verpassen. Die Rotation der Yankees wird somit schon sehr früh sehr dünn und es mehren sich Spekulationen, dass sie noch mal auf dem Free-Agent-Markt tätig werden. Dallas Keuchel oder Gio Gonzalez könnten attraktive Optionen sein, doch bislang lässt der Klub verlauten, dass man auf interne Lösungen wie Domingo German, Jonathan Loaisiga, Luis Cessa, oder Chance Adams setzt.

80 Spiele Sperre für Dopingsünder Wright
Leider hat die Saison 2019 auch schon ihrern ersten Dopingfall: Pitcher Steven Wright von den Boston Red Sox wurde der Nutzung des Wachstumshormons GHRP-2 überführt. Der Knuckleballer bestreitet, das Mittel bewusst eingenommen zu haben, konnte aber bislang keine entlastenden Beweise oder Erklärungen vorlegen. Die Liga hat daher entschieden, dass er das übliche Strafmaß für Ersttäter erhält: eine Sperre für die ersten 80 Spiele der Saison sowie für die Playoffs.

Roster werden wohl 2020 größer
Ich hatte hier mal einige Vorschläge der Ligaleitung und/oder der Spielergewerkschaft MLBPA für Regeländerungen aufgelistet. Die meisten davon werden vorerst nicht umgesetzt werden, doch in einem Punkt scheinen die beiden Verhandlungspartner kurz vor einer Einigung zu stehen: Die Größe des aktiven Kaders für die reguläre Saison bis 31. August sowie für die Postseason soll ab 2020 von 25 auf 26 Spieler erhöht werden. Gleichzeitig wird voraussichtlich die Kadergröße für den Zeitraum ab 1. September von 40 auf 28 gesenkt. Die Erhöhung auf 26 ist ein Wunsch der MLBPA – sie bedeutet 30 neue Arbeitsplätze für MLB-Spieler. Die Absenkung auf 28 geht eher von der Liga aus. Sie möchte weg von den aufgeblähten Rostern im letzten Saisonmonat, die einerseits zu häufigeren Pitcherwechseln während des Spiels führen und andererseits zu einer gewissen Wettbewerbsverzerrung, wenn ohnehin schon schwache Teams in der Endphase der Saison mit einem Haufen Minor Leaguer antreten.

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Februar 28th, 2019 by Silversurger

Seit einer Woche fliegen wieder die Bälle in den Spring-Training-Spielen. Die Los Angeles Dodgers haben vier von fünf Spielen gewonnen, die Oakland Athletics haben fünf von sechs verloren, der Rest der Liga steht irgendwo dazwischen – und eigentlich ist es komplett egal, denn Spielergebnisse sind in der Saisonvorbereitung noch nicht mal zweitrangig. Dass ausgerechnet „unser“ Max Kepler am Sonntag einer der ersten Spieler war, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen, hat mich trotzdem sehr gefreut: In seinem ersten At Bat des Jahres schlug er direkt einen Homerun und im zweiten gleich noch einen. Hier die übliche Übersicht, was sich sonst diese Woche in der MLB getan hat – und was sich noch nicht getan hat, obwohl alle darauf warten:

Twins holen Marwin Gonzalez
Ich wüsste von kaum einem Team, bei dem Marwin Gonzalez in dieser Offseason nicht irgendwann mal im Gespräch war. Das Rennen gemacht haben nun letztlich die Minnesota Twins, die ihm einen Zweijahresvertrag über 21 Millionen Dollar angeboten haben. Vielseitigkeit ist der große Trumpf, den Gonzalez mitbringt. Er hat in seinen sieben Jahren bei den Houston Astros alle Positionen außer Pitcher und Catcher gespielt – manchmal drei in einem Spiel – und überall hat er seine Sache gut gemacht. Einen wie ihn kann man wirklich immer gebrauchen.

Rekordvertrag für Arenado
Auch Nolan Arenado könnte jedes Team gut gebrauchen – nicht als Allrounder wie Gonzalez, sondern schlichtweg als einen der besten Third Basemen der Liga. Das wissen auch die Colorado Rockies, die Arenado ein Jahr, bevor er ein heiß umworbener Free Agent geworden wäre, mit einem neuen Vertrag ausgestattet haben. Der Kontrakt läuft über acht Jahre und bringt Arenado gut 260 Millionen Dollar ein. Arenados Jahresgehalt ist damit das höchste, das je ein Nicht-Pitcher verdient hat. Der Vertrag enthält eine Klausel, die dem Klub verbietet, Arenado ohne seine Zustimmung zu traden; außerdem hat Arenado die Möglichkeit, nach drei Jahren einseitig aus dem Vertrag auszusteigen.

Yankees verlängern mit Hicks
Auch die New York Yankees bleiben am Ball beim Bemühen, ihre Leistungsträger langfristig zu halten. Nach Pitcher Luis Severino hat nun auch Center Fielder Aaron Hicks einen neuen Vertrag unterschrieben. 70 Millionen Dollar für sieben Jahre sind für die Yankees eine überschaubare finanzielle Größenordnung; die Laufzeit erscheint mir allerdings überraschend lang für einen 29-jährigen Spieler auf einer körperlich anspruchsvollen Feldposition.

Mikolas bleibt in St. Louis
Die dritte nenneswerte Vertragsverlängerung dieser Woche hat Pitcher Miles Mikolas von den St. Louis Cardinals bekommen. Der 30-jährige Rechtshänder hatte letztes Jahr ein beeindruckendes MLB-Comeback nach drei Jahren in Japan. Sein bisheriger Zweijahresvertrag über 15,5 Millionen Dollar gilt noch für 2019, daran anschließend läuft der neue Vertrag über weitere 68 Millionen bis 2023. Mikolas wird für die Cardinals am Opening Day starten.

Neues von der Harper-Front
Wer erwartet hatte, dass kurz nach der Unterschrift von Manny Machado in San Diego auch Bryce Harper sein neues Team bekannt geben würde, wird enttäuscht sein: Die Hängepartie um den wohl hochwertigsten Free Agent dieses Jahres geht weiter. Als Favorit für seine Verpflichtung gelten seit Wochen die Philadelphia Phillies. Die Phillies sind offenbar die einzigen, die Harper bisher ein offizielles Angebot gemacht haben, das die 300 Millionen für zehn Jahre übertrifft, die Machado von den Padres bekommt. Einen besseren Vertrag als Machado zu erhalten, scheint Harper sehr wichtig zu sein. Aber er tut sich schwer damit, sich für die Phillies zu entscheiden, vor allem weil für ihn offenbar die Chemie mit deren Manager Gabe Kapler nicht stimmt. Darüber hinaus könnte es in den andauernden Verhandlungen um eine Opt-Out-Klausel gehen, wie sie Machado nach fünf und Arenado nach drei Jahren in ihren Verträgen haben. Als weitere Kandidaten für die Harper-Verpflichtung sind noch die Los Angeles Dodgers und die San Francisco Giants im Rennen. Beide Teams wollten sich bislang nicht auf einen Zehnjahresvertrag einlassen, doch zumindest die Giants könnten sich gerüchteweise in dieser Hinsicht noch bewegen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich weiß auch nichts, warten wir es einfach ab.

Setzt Kimbrel aus?
Auch Craig Kimbrel, bis letztes Jahr Closer des World Champions Boston Red Sox, ist bislang noch ohne neues Team. Der 30-Jährige fordert einen Vertrag über fünf bis sechs Jahre für mindestens 100 Millionen Dollar und besteht wohl so konsequent auf diesen Werten, dass bereits spekuliert wird, ob er dieses Jahr komplett aussetzt, wenn ihm niemand ein entsprechendes Angebot macht. Sein Agent David Meter hat diese Spekulationen allerdings umgehend dementiert und angkündigt, Kimbrel werde „in naher Zukunft“ einen neuen Vertrag unterschreiben. Darum, bei welchem Team das sein könnte, ist es allerdings erstaunlich ruhig. Anfangs interessierte Kandidaten wie die Red Sox, die Atlanta Braves, die Philadelphia Phillies und die St. Louis Cardinals haben sich inzwischen alle anderweitig orientiert.

Und was ist eigentlich mit Dallas Keuchel?
Auch um Dallas Keuchel ist es erstaunlich ruhig. Der linkshändige Starter ist neben Harper und Kimbrel der dritte im Bunde der arbeitslosen Starspieler. Auch er ist offenbar mit überzogenen Forderungen in die Offseason gegangen: Einen Vertrag über sechs bis sieben Jahre und ein Jahresgehalt von 25 bis 30 Millionen Dollar waren seine Wunschvorstellung. Von der dürfte er inzwischen abgerückt sein; jedenfalls sollte er das, wenn er ernsthaft nach einem neuen Vertrag sucht. Gut gebrauchen könnten den Linkshänder einige Teams, zum Beispiel die San Diego Padres, die St. Louis Cardinals oder auch die Houston Astros, bei denen er seine gesamte bisherige Karriere verbracht hat.

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Februar 14th, 2019 by Silversurger

Die Pitcher und Catcher aller MLB-Teams befinden sich mittlerweile schon mitten in der Saisonvorbereitung. Die restlichen Spieler steigen innerhalb der nächsten Tage offiziell ins Training ein, tatsächlich sind die meisten von ihnen bereits an den Spring-Training-Stützpunkten in Florida und Arizona eingetroffen. Eine handvoll hochgelobter Free Agents hat allerdings nach wie vor kein neues Team gefunden: Bryce Harper, Manny Machado, Dallas Keuchel, Craig Kimbrel und Mike Moustakas warten allesamt entweder noch auf das richtige Angebot oder sie versuchen, die interessierten Klubs gegeneinander auszuspielen. Wenigstens eine der unendlichen Geschichten dieser Offseason hat letzte Woche – stilgerecht eine Stunde nach Veröffentlichung des letzten Grand Slam am Donnerstag – ein Ende gefunden: J. T. Realmuto wurde von den Miami Marlins zu den Philadelphia Phillies getradet.

Phillies traden für Realmuto
Die Marlins haben die gesamte Offseason über nach einem Tradepartner für ihren wechselwilligen Star-Catcher gesucht. Dabei haben sie hoch gepokert und mit ihren Forderungen vermutlich auch einige Teams abgeschreckt. Die Mets, die Dodgers, die Yankees, die Padres, die Reds, die Braves und die Astros waren allesamt mehr oder weniger stark interessiert, fanden aber keinen gemeinsamen Nenner mit den Marlins. Diese wollten gerüchteweise zum Beispiel Cody Bellinger von den Dodgers, Ozzie Albies von den Braves, Amed Rosario und Brandon Nimmo von den Mets oder Miguel Andujar und Gary Sanchez von den Yankees, jeweils im Paket mit zusätzlichen Prospects. Im Endeffekt einigte man sich mit den Phillies auf einen Preis, der recht vernünftig und ausgewogen erscheint: Für Realmuto wechseln Catcher Jorge Alfaro, Top-Pitching-Prospect Sixto Sanchez, Lefty-Pitcher Will Stewart und 250.000 Dollar internationales Bonus-Budget nach Miami.

Nola verlängert für vier Jahre
Die Phillies waren in den letzten Tagen fleißig: Sie haben nicht nur den Trade für Realmuto ausgehandelt und weiter um die Dienste von Bryce Harper und/oder Manny Machado gebuhlt, sondern auch das Ass ihrer Rotation für die nächsten vier Jahre gesichert. Aaron Nola unterschreibt einen Vertrag bis 2022, für den er insgesamt 45 Millionen Dollar erhält. Darüber hinaus haben die Phillies die Option, Nola für weitere 11,75 Millionen auch in der Saison 2023 in Philadelphia spielen zu lassen. Der Deal erscheint aus Sicht des Klubs sehr günstig – das ist er auch, wobei man nicht übersehen darf, dass Nola für drei von den vier bis fünf Jahren der Vertragslaufzeit ohnehin noch an die Phillies gebunden gewesen wäre.

Marlins verpflichten Romo
Relief Pitcher Sergio Romo hat sich mit den Marlins auf einen Einjahresvertrag über 2,5 Millionen Dollar plus Leistungsboni geeinigt. Der bei Saisonstart 36-Jährige wird in dem jungen Team als erfahrener Mentor dienen und zur Mitte der Saison vermutlich ein Kandidat für einen Deadline-Trade sein, um weitere Talente an Land zu ziehen. Zudem gilt Romo als Favorit auf die Rolle des Closers – wenngleich es bei den wenig konkurrenzfähigen Marlins vermutlich nicht allzu viele Save-Gelegenheiten geben wird.

Murray: Athletics schauen in die Röhre
College-Star Kyler Murray hat nun offiziell verlautbaren lassen, was im Laufe der letzten Wochen immer wahrscheinlicher geworden war: Der 21-jährige Baseball-Outfielder und Football-Quarterback sucht sein Glück in der NFL, nicht in der MLB. Letztes Jahr hatte er den Oakland Athletics noch das Gegenteil zugesagt, sich in der ersten Draftrunde von ihnen auswählen lassen und einen Vertrag über einen Signing-Bonus von 4,66 Millionen Dollar unterschrieben. Das Geld muss er nun größtenteils zurückzahlen, aber immerhin 210.000 Dollar bleiben ihm dafür, dass die A’s weiterhin die Transferrechte in Sachen Baseball an ihm besitzen. Von diesen eher theoretischen Rechten abgesehen ist der Draftpick aus Sicht der Athletics verschenkt. Murray wird Ende April an der NFL-Draft teilnehmen und gilt auch dort als Kandidat für einen Pick in der ersten Runde.

Anderson und Grossman unterschreiben in Oakland
Angesichts der Geschichte um Kyler Murray kann man den Athletics nur wünschen, dass sie mit ihren anderen Vertragspartnern mehr Glück haben. Die zwei neuesten davon sind Brett Anderson und Robbie Grossman. Der linkshändige Pitcher Anderson kehrt für ein Jahr und ein Salär von 1,5 Millionen Dollar zu den A’s zurück und ergänzt die Starting Rotation. Outfielder Grossman unterschreibt ebenfalls für ein Jahr und erhält dafür 2 Millionen. Beide können ihr Gehalt noch durch leistungsbezogene Bestandteile aufbessern.

Lindor zum Saisonstart fraglich
Die Saison 2019 hat ihr erstes Verletzungsopfer: Shortstop Francisco Lindor von den Cleveland Indians hat sich bei einem privaten Training eine Zerrung in der rechten Wade zugezogen und wird rund zwei Monate lang ausfallen. Er fehlt den Indians somit in der kompletten Saisonvorbereitung und möglicherweise für die ersten ein, zwei Wochen der regulären Saison.

Kein DH in der NL bis mindestens 2021
Die Fans von Teams aus der National League können aufatmen: MLB-Commissioner Rob Manfred hat klargestellt, dass die Einführung eines Designated Hitters (DH) in die NL bis mindestens 2021 kein Thema sein wird. Letzte Woche war bekannt geworden, dass die Spielergewerkschaft MLBPA einen entsprechenden Vorschlag eingebracht hat. Für Manfred genießt die Ausweitung der in der AL seit 1973 existierenden DH-Regel aber keine Priorität. Nach seiner Aussage wird sie erst dann ein Thema, wenn die MLBPA sie in die Vertragsverhandlungen über ein neues Collective Bargaining Agreement (CBA) einbringt. Das aktuelle CBA läuft von 2017 bis 2021, die Neuverhandlung steht also für die Saisonpause 2021/2022 an.

Mets vs. Nationals oder Cubs vs. Cardinals in London?
Ende Juni steht in London die erste MLB-Serie auf europäischem Boden an. Das Matchup der Yankees gegen die Red Sox setzt hohe Maßstäbe für zukünftige Gastspiele und es sieht danach aus, dass die Liga auch für die kommenden Jahre mit echten Leckerbissen aufwarten will: Für 2020 ist derzeit im Gespräch, dass entweder eine Serie der New York Mets gegen die Washington Nationals oder eine zwischen den Chicago Cubs und den St. Louis Cardinals nach London verlegt werden soll. Eine offizielle Entscheidung wird erst nach dem Opening Day der anstehenden Saison bekannt gegeben werden, also Ende März oder Anfang April.

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Januar 17th, 2019 by Silversurger

Die Free Agency der MLB entwickelt sich, wenn auch langsam und in kleinen Schritten. Nachdem letzte Woche vor allem Catcher und Reliever gefragt waren, haben nun die besten verfügbaren Second Basemen ihre neuen Arbeitgeber gefunden. Brian Doziers Anheuern in Washington hatte es in letzter Sekunde noch in den letzten Grand Slam geschafft. In den Tagen darauf entschieden sich Jed Lowrie und D.J. LeMahieu, dass es sie beide nach New York zieht. Die größten Schlagzeilen machte derweil ein junger Sportler, der vielleicht nie in der MLB spielen wird.

Murray meldet sich zur NFL-Draft
Die Posse um Kyler Murray geht weiter: Der 21-Jährige ist ein Top-Talent sowohl als Baseball-Outfielder wie auch als Football-Quarterback und er kann sich offenbar nicht zwischen den beiden Sportarten entscheiden. Letztes Jahr gab er den Oakland Athletics, die ihn in der ersten Draftrunde wählten, eine feste Zusage, zum diesjährigen Spring Training eine Profikarriere im Baseball zu beginnen. Nun hat er sich allerdings am letztmöglichen Tag auch für die NFL-Draft im April angemeldet, für die er ebenfalls als Kandidat für die erste Runde gilt. Von dem knapp 5 Millionen Dollar schweren Vertrag mit den A’s ist Murray offiziell noch nicht zurück getreten. Man muss aber wohl davon ausgehen, dass die Verantwortlichen der NFL-Teams eine klare Entscheidung von ihm verlangen, bevor sie einen hohen Draftpick in ihn investieren.

Lowrie und LeMahieu gehen nach New York
Die Parallelen sind unübersehbar: Beide New Yorker Teams haben sich die Unterschriften von etablierten Second Basemen gesichert, beide haben dafür Zweijahresverträge vergeben und die finanzielle Größenordnung ist ebenfalls ähnlich: Jed Lowrie erhält von den Mets 20 Millionen Dollar, D.J. LeMahieu 24 Millionen von den Yankees. Gemeinsam ist beiden Verpflichtungen auch, dass sie relativ überraschend kamen. Denn die Yankees haben an der zweiten Base Gleyber Torres und die Mets verstärkten die Position erst vor wenigen Wochen mit Robinson Cano. LeMahieu ist wohl flexibel genug, an allen drei Bases zu spielen und die Rolle eines Super-Ersatzspielers einzunehmen, der auch ohne echten Stammplatz fast täglich zum Einsatz kommt. Lowrie hingegen spielte in seiner Karriere bisher fast ausschließlich als Second Baseman. Realistische Optionen der Mets mit Lowrie auf 2B könnten darin bestehen, Cano Einsatzzeit an der ersten Base zu geben und Jeff McNeill im Outfield zu testen.

Flores zu den Diamondbacks
Keine Verwendung mehr hatten die Mets angesichts ihres gut gefüllten Infields für Wilmer Flores. Er erhielt kein Arbitration-Angebot und konnte sich einen neuen Klub suchen, den er nun in den Arizona Diamondbacks gefunden hat. Der 27-Jährige erhält einen Vertrag über 4,25 Millionen Dollar im ersten Jahr plus Verlängerungsoption für den Verein, die Flores im zweiten Jahr weitere 5,5 Millionen einbringen würde. Flores kann auf sämtlichen Infield-Positionen spielen und hatte – außer im vergangenen Jahr – immer deutlich bessere Zahlen gegen Linkshänder als gegen Rechtshänder. Damit könnte er in Arizona vor allem für Jake Lamb an der ersten Base ein sinnvoller Platoon-Partner sein.

Dodgers ertraden neuen alten Catcher
Nach dem Abgang von Yasmani Grandal waren die Los Angeles Dodgers händeringend auf der Suche nach einem neuen Catcher. Wie vielen anderen Klubs waren auch ihnen die Forderungen, die die Miami Marlins für J.T. Realmuto stellen, offenbar zu hoch. Deswegen haben sie sich nun zumindest vorerst mit einer günstigeren Tradeoption begnügt: Russell Martin kommt von den Toronto Blue Jays im Austausch gegen die Minor Leaguer SS Ronny Brito und RHP Andrew Sopko. Die Blue Jays übernehmen rund 16,4 Millionen Dollar von Martins Gehalt im finalen Vertragsjahr 2019, sodass die Dodgers ihm nur 3,6 Millionen zahlen müssen. Für dieses relativ überschaubare Geld haben sie nun einen in Kürze 36-jährigen Catcher mit unverändert guter Defense, dessen Offensivleistungen jedoch in den letzten Jahren spürbar nachgelassen haben. Martin war 2002 von den Dodgers gedraftet worden und hatte bereits von 2006 bis 2010 für sie gespielt.

Giants und Blue Jays ergänzen Pitching-Staff
Die San Francisco Giants haben sich mit Pitcher Derek Holland auf einen Einjahresvertrag geeinigt. Der Linkshänder erhält 7 Millionen Dollar und kann dieses Gehalt in Abhängigkeit von der Anzahl seiner Starts auf bis zu 9 Millionen steigern. Zudem haben die Giants die Option auf ein weiteres Vertragsjahr. Holland hatte seine durch Verletzungen beeinträchtigte Karriere letztes Jahr in San Francisco erfolgreich wiederbelebt und es auf einen ERA von 3.57 in 30 Starts mit 171.1 Innings gebracht. Auch die Toronto Blue Jays haben ihr Pitching-Personal ergänzt: David Phelps, der die letzte Saison durch eine Tommy-John-Surgery verpasst hat, unterschreibt einen Einjahresvertrag plus Kluboption für 2020. Phelps wird mindestens 2,5 Millionen Dollar verdienen, hinzu kommen mehrere leistungsbezogene Boni. Der ehemalige Starter war von den Seattle Mariners 2016 zum Reliever umfunktioniert worden und hatte in dieser Rolle starke Leistungen gebracht, bevor die Verletzung ihn ausbremste.

Ein neuer Outfielder für die Rays
Die Tampa Bay Rays haben ebenfalls noch ein Puzzlestück hinzugefügt: Zu ihnen kommt Outfielder Avisail Garcia, der von den Chicao White Sox keinen neuen Vertrag erhalten hatte. Garcia bekommt für einen Einjahreskontrakt leistungsabhängig zwischen 3,5 und 6 Millionen Dollar. Die starke Leistungsbezogenheit des Vertrages erscheint logisch, denn Garcias bisherige Karriere war ein ziemliches Auf und Ab. Die Rays wollen offenbar sicher gehen, dass sie nicht zu viel bezahlen, falls sie nicht wie erhofft den Avisail Garcia von 2017 erhalten, sondern eher den von 2018.

Harper und Machado lassen sich weiterhin Zeit
Nicht viel Neues gibt es derweil im Hinblick auf die beiden begehrtesten Free Agents dieser Offseason, Bryce Harper und Manny Machado, zu vermelden – ganz ohne diese beiden Namen kommt ein Grand Slam am Donnerstag zurzeit aber auch nicht aus. Die Erkenntnisse der letzten Tage sind: Die Philadelphia Phillies gelten als Favorit, entweder Harper oder Machado – jedoch nicht beide – an Land zu ziehen. Die Chicago White Sox sind ebenfalls an beiden interessiert, werben aber vor allem um Machado. Sie haben ihm wohl schon vor einigen Wochen ein Angebot in der Größenordnung von sieben Jahren und 175 Millionen Dollar unterbreitet – was zwar eine Menge Geld ist, aber weniger als das, was von den meisten Experten als sein Marktwert angesehen wird. Bezüglich Harper sind auch die Washington Nationals noch im Rennen, obwohl die Gerüchte um eine Rückkehr ihres Superstars seit letzter Woche wieder deutlich abgekühlt sind. Über die New York Yankees hieß es schon mehrmals, sie seien in Bezug auf Machado und/oder Harper aus dem Rennen, aber sie scheinen mindestens noch mit einem Auge darauf zu schielen, wie sich die Sache entwickelt.

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Januar 10th, 2019 by Silversurger

Das wichtigste zuerst: Bryce Harper und Manny Machado haben sich immer noch nicht entschieden, wo sie dieses Jahr – und voraussichtlich für einige weitere Jahre – spielen werden. Bei Machado gelten die Yankees als Favorit, im Ringen um Harper haben sich überraschenderweise die Nationals mit einem wohl deutlich verbesserten Angebot zurück gemeldet. Um beide Top-Free-Agents buhlen außerdem die White Sox und die Phillies. Die Hoffnung rund um die Liga ist, dass eine Art Domino-Effekt auf dem Free-Agent-Markt einsetzt, sobald Harper und Machado ihre Wahl getroffen haben. Bereits spürbar gelichtet haben sich die Märkte für Catcher und hochwertige Reliever, nachdem in den letzten Tagen Yasmani Grandal, Zach Britton und David Robertson neue Verträge unterschrieben haben.

Grandal zu den Brewers
Die Milwaukee Brewers haben sich die Dienste von Yasmani Grandal gesichert. Er erhält einen Einjahresvertrag über 18,25 Millionen Dollar – ein überraschend kurzer und überraschend günstiger Deal für den besten Catcher, der als Free Agent verfügbar war. Angesichts dieses relativen Schnäppchens können die Brewers leicht verschmerzen, dass sie zudem ihren dritthöchsten Draftpick an die Los Angeles Dodgers abgeben müssen, nachdem Grandal bei seinem Ex-Klub ein Qualifying Offer abgelehnt hatte. Dieses war mit 17,9 Millionen übrigens nur unwesentlich niedriger als das Gehalt, das Grandal nun in Milwaukee akzeptiert hat. Es sieht ein bisschen danach aus, dass er sich bezüglich seines eigenen Marktwertes überschätzt hatte und nun den kurzen Vertrag angenommen hat, um in der nächsten Offseason einen neuen Anlauf auf einen noch lukrativeren Kontrakt zu nehmen.

Phillies verpflichten Robertson
Die Philadelphia Phillies haben sich erfolgreich um David Robertson bemüht. Der 33-Jährige ist einer der konstantesten Relief Pitcher der letzten Jahre und soll laut den Vorstellungen von Phillies-Manager Gabe Kapler ohne starr zugewiesene Rolle immer dann zum Einsatz kommen, wenn die wichtigsten Outs benötigt werden. Robertson hat sich bei der Klubsuche und den Vertragsverhandlungen in dieser Offseason selbst vertreten – eine Seltenheit in der MLB. Das von ihm erzielte Resultat kann sich durchaus sehen lassen: Er erhält 23 Millionen Dollar für zwei Jahre, für weitere 12 Millionen kann der Klub den Vertrag um ein dritte Jahr verlängern.

Britton bleibt bei den Yankees
Durch Robertsons Entscheidung, die New York Yankees zu verlassen, waren diese unter Zugzwang, wenigstens den anderen ihrer beiden Top-Reliever mit ausgelaufenem Vertrag zu halten. Das ist gelungen, indem man Zach Britton einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen Dollar plus Klub-Option auf ein viertes Jahr für 14 Millionen Dollar anbot. Die Weiterverpflichtung des Linkshänders galt den Yankees als hohe Priorität, für die sie möglicherweise etwas überbezahlt haben. Sie sind nach wie vor daran interessiert, den Bullpen noch weiter zu verstärken. Ein Kandidat dafür ist Adam Ottavino.

Dozier geht nach Washington
2B Brian Dozier hatte 2018 sowohl in der Offensive als auch als Feldspieler ein schwaches Jahr und war für die Dodgers nicht die erhoffte Verstärkung zur Trade Deadline. Die Washington Nationals setzen darauf, dass der All-Star von 2015 und Gold-Glove-Gewinner von 2017 zu seiner Normalform aus den Vorjahren zurückkehrt. Sie bezahlen dem 31-Jährigen dafür 9 Millionen Dollar im Rahmen eines Einjahresvertrages. Dozier stellt vermutlich eine Übergangslösung dar, während die Nationals ihre Prospects Carter Kieboom und Luis Garcia entwickeln.

Rangers hoffen auf Miller
Shelby Miller erhält eine neue Chance, seine bislang enttäuschende Karriere zurück in die Erfolgsspur zu führen: Er wird die Rotation der Texas Rangers ergänzen. Bei 2 Millionen Dollar für einen Einjahresvertrag ist das Riskio, das die Rangers mit seiner Verpflichtung eingehen, überschaubar. Miller war einer der vielversprechendsten jungen Pitcher der Liga, bevor er 2015 zur Hauptperson eines der legendärsten Fehleinkäufe der MLB-Geschichte wurde. Ender Inciarte, Dansby Swanson and Aaron Blair schickten die Arizona Diamondbacks damals für ihn zu den Atlanta Braves. Das galt schon zum Zeitpunkt des Abschlusses als ein schlechtes Geschäft für die Diamondbacks und erwies sich endgültig als Katastrophe, als Miller in den Saisons 2015 und 2016 einen massiven Leistungseinbruch erlitt. Durch eine Tommy-John-Surgery und weitere Ellenbogenprobleme verpasste er die Saisons 2017 und 2018 fast komplett.

Zwei Ergänzungen für die White Sox
Auch die Chicago White Sox haben ihrem Kader zwei weitere Puzzlestücke hinzugefügt: Reliever Kelvin Herrera kommt für zwei Jahre und 18 Millionen Dollar, Outfielder Jon Jay für ein Jahr und vier Millionen. Wie die Zahlen bereits signalisieren, ist Herrera die deutlich relevantere Verstärkung für das Team. Gleichwohl könnte die Verpflichtung von Jay sich als großer Schachzug erweisen: Die White Sox ringen bekanntlich eifrig um die Gunst von Manny Machado. Vor ein paar Wochen hatten sie bereits für dessen Schwager Yonder Alonso getradet, mit Jay kommt nun ein weiterer guter Freund von ihm nach Chicago. Jay, Alonso und Machado trainieren in den Offseasons regelmäßig gemeinsam in Florida.

Tradereiches Wochenende bei den Mets
Gleich drei Trades vermeldeten die New York Mets im Laufe des vergangenen Wochenendes: Aus Milwaukee kommt CF Keon Broxton für RP Bobby Wahl und die Prospects P Adam Hill und IF Felix Valerio; aus Houston kommen Corner-IF/OF J.D. Davis und IF-Prospect Cody Bohanek für OF Ross Adolph, 2B Luis Santana und C Scott Manea; aus Cleveland wechseln P Walker Lockett und IF Sam Haggert für C Kevin Plawecki nach New York. Die Strategie der Mets hinter diesen Moves scheint darin zu bestehen, Ergänzungsspieler eher über die Abgabe von Talenten zu holen als über die Free Agency und dadurch die Gehälter niedrig zu halten. Als Anhänger der Mets hinterlässt einen dieses Vorgehen etwas unschlüssig: Steckt dahinter ein neues Spardiktat der notorisch knausrigen Owner Fred und Jeff Wilpon oder erhält sich GM Brodie Van Wagenen damit den Spielraum für noch eine oder zwei echte Verstärkungen? Das Handeln der Mets innerhalb der kommenden Wochen wird diese Frage beantworten.

Geht Murray doch in die NFL?
Kyler Murray, Collegestar in zwei Sportarten, wurde letztes Jahr in der ersten Draftrunde von den Oakland Athletics ausgewählt. Die A’s entschieden sich für ihn, obwohl zu dem Zeitpunkt unklar schien, ob Murray sein Glück als Profi tatsächlich im Baseball oder nicht doch eher als Football-Quarterback versuchen wird. Hinterher wurde bekannt, dass Klub und Spieler offenbar zuvor eine Absprache getroffen hatten: Murray würde noch einen Winter lang College-Football für die Oklahoma Sooners spielen – was er sehr erfolgreich getan hat – und zum Spring Training seinen knapp 5 Millionen Dollar teuren Vertrag bei den Athletics antreten. Nun ist der junge Mann aber offenbar doch noch mal ins Zweifen geraten. Diversen Quellen zufolge erwägt er, sich für die NFL-Draft im April anzumelden, nachdem ihm von mehreren Experten das Potenzial attestiert wurde, auch dort in der ersten Runde gewählt zu werden. Ob Murray wie geplant Mitte Februar im Trainingslager der Athletics auftaucht, muss nun wieder als völlig offen gelten.

Das kleinste Stadion der MLB wird noch kleiner
Einen Monat, nachdem bekannt wurde, dass die Hoffnungen der Tampa Bay Rays auf einen neuen Ballpark sich vorerst zerschlagen haben, kündigte das Team nun Renovierungs- und Umbaumaßnahmen an seinem alten Stadion an. Insbesondere ist geplant, das komplette Oberdeck zu schließen. Tropicana Field hat mit 31.042 Plätzen bereits das geringste Fassungsvermögen aller MLB-Stadien, welches allerdings regelmäßig nicht mal zur Hälfte ausgeschöpft wird. Durch die Maßnahmen wird sich die Kapazität noch einmal um 5.000 Plätze reduzieren. Das Ziel ist, durch das engere Zusammenrücken der wenigen Zuschauer mehr Atmosphäre zu schaffen. Mittelfristig gelten die Rays aufgrund des geringen Zuspruchs als Kandidat für eine Verlegung der Franchise. Dem steht allerdings ein bis 2027 laufender Vertrag mit der Stadt St. Petersburg über die Stadionnutzung entgegen. Falls die Rays ohne Zustimmung der Stadt vorher umziehen wollten, würde es voraussichtlich zu einem Rechtsstreit um hohe Strafzahlungen kommen.

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Dezember 27th, 2018 by Silversurger

Über die Weihnachtstage kehrt üblicherweise auch in der MLB etwas Ruhe und Besinnlichkeit ein und so gab es in den vergangenen Tagen keine nennenswerten Moves zu vermelden. Kurz vor den Feiertagen fanden aber durchaus noch ein paar interessante Trades und Verpflichtungen statt, auf die ich hier kurz zurück kommen möchte – allen voran ein Blockbuster zwischen den Dodgers und den Reds, der auf Seiten der Dodgers ein Vorbote für etwas noch Größeres sein könnte.

Dodgers sparen, Reds rüsten auf
Die Cincinnati Reds scheinen fest entschlossen, aus der Rolle der grauen Maus in der NL Central herauszutreten: Im Trade mit den Los Angeles Dodgers haben sie sich in OF Matt Kemp, OF Yasiel Puig und SP Alex Wood drei etablierte Veteranen sowie Backup-Catcher Kyle Farmer gesichert. Im Gegenzug erhalten die Dodgers die beiden Prospects IF Jeter Downs und P Josiah Gray. Das klingt auf den ersten Blick sehr einseitig zu Gunsten der Reds, doch tatsächlich waren die Dodgers so versessen auf den Trade, dass sie noch 7 Millionen Dollar obendrauf legen und zudem den Vertrag von Homer Bailey übernehmen, obwohl sie für ihn keine Verwendung haben und ihn direkt wieder entlassen werden. Der Sinn des Trades besteht für die Dodgers darin, dass sie in Summe rund 17 Millionen Dollar an Gehältern sparen und damit unter die Luxussteuer-Grenze rutschen. Sie könnten allerdings bald wieder darüber liegen, denn es wird gemunkelt, dass die Dodgers sich mit der Aktion den Spielraum für eine große Free-Agent-Verpflichtung verschaffen wollten. Bryce Harper gilt als heißer Kandidat dafür.

Erneuter Dreiecks-Trade der Rays
Die Tampa Bay Rays scheinen eine Vorliebe für kreative Trades zu haben, denn in der zweiten Woche hintereinander haben sie einen Handel abgeschlossen, bei dem drei Teams involviert sind. Ihre Partner waren dieses Mal die Oakland Athletics und die Texas Rangers. Der bekannteste betroffene Spieler ist IF Jurickson Profar, der von Texas nach Oakland wechselt. RP Emilio Pagan und ein Draftpick wandern von den Athletics zu den Rays, während die Rays 750.000 Dollar an internationalem Bonus-Budget zu den Rangers schicken. Außerdem wechseln die Minor-Leaguer Rollie Lacy von den Rangers zu den Rays, Eli White von den Athletics zu den Rangers sowie Brock Burke, Kyle Bird und Yoel Espinal von den Rays zu den Rangers.

Dipoto holt den nächsten Santana
Die Seattle Mariners und ihr handlungsfreudiger GM Jerry Dipoto mischen natürlich auch wieder im Trade-Karussell mit. Dipotos neueste Errungenschaft ist OF Domingo Santana, der im Austausch gegen OF Ben Gamel und Minor-League-Pitcher Noah Zavalos von den Milwaukee Brewers kommt. Ich bin gespannt, ob dieser Santana länger in Seattle bleibt als der letzte. Dipoto hatte in dieser Offseason bereits Carlos Santana von den Phillies ertradet, nur um ihn eineinhalb Wochen später nach Cleveland weiterzureichen.

Cardinals verpflichten Andrew Miller
Das relevanteste Free-Agent-Signing der Woche ist, dass Relief Pitcher Andrew Miller zu den St. Louis Cardinals geht. Der stark umworbene Linkshänder erhält einen Vertrag über 25 Millionen Dollar für zwei Jahre. Wenn er in dieser Zeit in mindestens 110 Spielen eingesetzt wird, verlängert sich die Laufzeit um ein weiteres Jahr für 12 Millionen. I

Daniel Murphy zu den Rockies
Infielder Daniel Murphy hat bei den Colorado Rockies einen ähnlichen Vertrag unterschrieben wie Miller in St. Louis. Er erhält zunächst 24 Millionen Dollar für zwei Jahre, die anschließende beidseitige Option für das dritte Jahr ist 12 Millionen wert. Der Buyout, falls der Vertrag nicht fortgesetzt wird, beträgt 6 Millionen Dollar.

Anibal Sanchez ergänzt Nationals-Rotation
Für zwei Jahre und 19 Millionen Dollar wird SP Anibal Sanchez bei den Washington Nationals spielen. Der 34-Jährige wird Teil einer beeindruckenden Pitching-Rotation um Max Scherzer, Stephen Strasburg und Patrick Corbin sein.

Athletics holen Soria und Fiers
SP Mike Fiers kehrt zurück zu den Oakland Athletics. Die A’s hatten Fiers drei Wochen zuvor entlassen, weil sie ihm kein Arbitration-Angebot unterbreiten wollten. Sie einigten sich mit ihm aber stattdessen auf einen neuen Kontrakt über rund 14 Millionen Dollar für zwei Jahre Auch Reliever Joakim Soria erhält bei den Athletics einen Zweijahresvertrag. Er unterschreibt für 15 Millionen Dollar. Soria hat Erfahrung als Closer, wird in Oakland aber eher als Setup-Man für Blake Treinen zum Einsatz kommen.

Trevor Cahill zu den Angels
Auch die Los Angeles Angels bauen an ihrer Starting Rotation für 2019. Nach der Verpflichtung von Matt Harvey in der Vorwoche meldeten die Angels nun auch mit Trevor Cahill Vollzug. Der 30-jährige Rechtshänder erhält für ein Jahr 9 Millionen plus Leistungsboni von bis zu 1,5 Millionen Dollar.

Giants verpflichten Switch-Pitcher Venditte
Pat Venditte ist der einzige Switch-Pitcher in der MLB seit über 30 Jahren. Er hat sich bislang noch nicht stabil in der Liga etablieren können, aber in den wenigen Einsätzen für die Dodgers letztes Jahr zeigte er vielversprechende Ansätze (14 IP, 2.57 ERA). 2019 wird Venditte für die Giants antreten, die ihm für das Jahr 585.000 Dollar bezahlen.

Cruz nach Minnesota
In letzter Sekunde erfahre ich gerade, dass die Minnesota Twins sich mit DH Nelson Cruz auf einen Vertrag über ein Jahr plus Option für ein weiteres Jahr geeinigt haben. Finanzielle Details sind noch nicht bekannt.

Machado, Harper, Kikuchi nähern sich Entscheidungen
Die beiden Top-Free-Agents Manny Machado und Bryce Harper sowie das japanische Pitcher-Talent Yusei Kikuchi haben sich bislang nicht entschieden, wo sie in den nächsten Jahren spielen wollen. Machado hat aber bereits wissen lassen, dass die engere Auswahl sich für ihn auf die Chicago White Sox, die New York Yankees und die Philadelphia Phillies beschränkt und dass er sich im neuen Jahr entscheiden wird. Harper hat sich noch nicht so eindeutig geäußert, aber mit den Chicago Cubs und den Los Angeles Dodgers haben sich zwei Favoriten auf seine Dienste herauskristallisiert. Um Kikuchi gibt es bislang erstaunlich wenige konkrete Spekulationen. Eine Entscheidung dürfte aber bald fallen und bekannt werden, denn Kikuchi wurde formal am 3. Dezember für eine Verpflichtung in der MLB freigegeben, die innerhalb von 30 Tagen erfolgen muss.

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November 8th, 2018 by Silversurger

Ab heute erscheint der Grand Slam am Donnerstag wieder in seiner Offseason-Form. Bis es im April wieder um Spiele, Ergebnisse und Tabellen geht, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich aus Zeitgründen nicht in einem ausführlichen Artikel verarbeiten kann, aber zumindest mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich noch ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, aber ich freue mich nach wie vor über jede weitere.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden die Gold Glove Awards für herausragende Defensivleistungen vergeben. 19 Preisträger gibt es: je einen auf jeder Feldposition in der National League und in der American League – nur für die First Basemen der NL gab es zwei, da die Abstimmung mit einem Unentschieden zwischen Freddie Freeman (Braves) und Anthony Rizzo (Cubs) endete. Besonders hervorzuheben ist C Yadier Molina (Cardinals), der schon den neunten Gold Glove seiner Karriere abräumte. 3B Nolan Arenado (Rockies) hält derzeit die längste Serie, indem er im sechsten Jahr seiner Karriere zum sechsten Mal die Ehrung erhalten hat. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2018.

Billy Beane ist Executive of the Year
Zum ersten Mal überhaupt vergab die MLB in dieser Woche den Titel des „Executive of the Year“, also des Funktionärs des Jahres. Anders als die meisten anderen Awards wird dieser Preis nicht getrennt nach Ligen verteilt, sondern für die MLB insgesamt. Sein erster Träger ist Billy Beane, Vizepräsident der Oakland Athletics. Beane hat es mal wieder geschafft, mit wenig Geld ein Team zusammenzustellen, das eine überraschend starke Saison spielte und mit 97 Siegen in die Playoffs einzog – ganz so, wie man es von Beane kennt und erwartet, wenn man den Film „Moneyball“ gesehen hat.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Die Finalisten für die Auszeichnungen wurden vor einigen Tagen veröffentlicht. Meine persönliche Einschätzung hatte ich Ende August bereits abgegeben und jetzt bin ich gespannt, ob ich wenigstens mit ein paar meiner Einschätzungen richtig liege, nachdem drei meiner Favoriten es gar nicht ins Finale geschafft haben.

Dodgers verlieren GM Zaidi an die Giants
Farhan Zaidi wechselt zwischen zwei Erzrivalen die Seiten: Der bisherige General Manager der Los Angeles Dodgers erhält bei den San Francisco Giants den Posten des „President of Baseball Operations“. Die Job-Bezeichnungen in der MLB sind leider immer etwas erklärungsbedürftig: Für Zaidi ist das der Aufstieg in die höchste Position eines Front Offices, das heißt er ist nun der Hauptentscheider, wenn es um Trades, Spielerverträge etc. geht. In manchen Klubs ist das der General Manager, aber sowohl bei den Giants als auch bei den Dodgers gibt es darüber noch eben jenen Präsidentenposten. In Los Angeles hat Andrew Friedman diese Stelle inne und muss sich nun einen neuen leitenden Angestellten suchen.

Woodward ist neuer Rangers-Manager
Neben Zaidi müssen die Dodgers auch ihren bisherigen Third Base Coach Chris Woodward ersetzen. Woodward hat das Angebot der Texas Rangers angenommen, bei ihnen Manager zu werden, also quasi Chefcoach. Woodward wurde nach langwieriger Suche aus mindestens elf Kandidaten ausgewählt und wird für seine analytische Herangehensweise gerühmt. In Los Angeles arbeitete er neben der Aufgabe als Basecoach hauptsächlich mit dem Infield und dirigierte die defensiven Shifts. Vor seiner vor fünf Jahren in Seattle begonnenen Coaching-Karriere hatte Woodward eine zwölf Jahre lange MLB-Karriere als Utility-Infielder.

Roberts und Kershaw bleiben
Neben den schmerzhaften Abgängen von Zaidi und Woodward haben die Dodgers auch zwei wichtige Vertragsverlängerungen zu vermelden: Ihr Pitcher-Ass Clayton Kershaw hat erfolgreich mit seiner Option gepokert, aus dem noch zwei Jahre laufenden Vertrag aussteigen zu können. Man einigte sich schließlich auf eine neue dreijährige Laufzeit, für die Kershaw 93 Millionen Dollar erhält und sich noch etwas dazu verdienen kann: Je eine Zusatzmillion gibt es jährlich für den 24., 26., 28. und 30. Start sowie weitere Boni für einen der ersten drei Plätze im Cy-Young-Voting. Von so viel Geld kann Dave Roberts als Manager nur träumen, doch auch er wird bleiben: Trotz Kritik, die während der World Series aufgekommen war, zogen die Dodgers zunächst die Vertragsoption für ein weiteres Jahr zum Preis von 1,1 Millionen. Eine Einigung auf einen neuen, längerfristigen Vertrag steht offenbar kurz bevor.

Qualifying Offers für sieben Spieler
Sieben Spieler mit auslaufendem Vertrag haben von ihrem Team ein sogenanntes Qualifying Offer erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,9 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Bryce Harper, Dallas Keuchel, Patrick Corbin, A. J. Pollock, Yasmani Grandal, Hyun-Jin Ryu und Craig Kimbrel haben nun bis Montag nächster Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnen sie es ab und unterschreiben woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Die meisten der Spieler, vielleicht auch alle, werden das Angebot ablehnen; am ehesten könnte ich mir bei Grandal und Ryu vorstellen, dass sie es annehmen. Alle sieben Empfänger der Qualifying Offers stehen übrigens in meiner Liste der Top-20 Free Agents dieser Offseason. Dort stehen auch Charlie Morton und Michael Brantley, deren Teams sich aber gegen das Qualifying Offer entschieden haben.

Cubs: Smyly geht, Hamels bleibt
Die Chicago Cubs haben die Verlängerungsoption im Vertrag von Pitcher Cole Hamels gezogen. Der 34-Jährige kostet sie 20 Millionen Dollar für die Saison 2019. Um einen Teil des Geldes wieder reinzuholen, wurde Pitcher Drew Smyly zu den Texas Rangers getradet. Smyly verdient 2019 sieben Millionen und hat dieses Jahr gar nicht gespielt, nachdem er sich 2017 einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste. Die Rangers kaufen somit ein bisschen die Katze im Sack, aber die Aufnahme von Smyly war für sie dennoch attraktiv. Denn hätten die Cubs andernfalls gesagt, dass sie sich Hamels nicht leisten können, so hätten die Rangers wegen einer alten Vereinbarung mit Hamels sechs Millionen als Entschädigung für die nicht gezogene Option an ihn bezahlen müssen – ohne Gegenleistung, versteht sich.

Sabathia hängt ein Jahr dran
Pitcher-Oldie CC Sabathia bleibt der Liga noch ein Jahr lang erhalten: Der 38-Jährige hat sich mit den New York Yankees auf einen Einjahresvertrag über acht Millionen Dollar geeinigt. Gleichzeitig gab er bekannt, dass die kommende Saison – seine neunzehnte in der MLB – die letzte seiner Karriere sein wird.

McCullers fällt lange aus
Hiobsbotschaft für die Houston Astros: SP Lance McCullers Jr. musste sich diese Woche einer Tommy-John-Surgery unterziehen. Er wird damit für die gesamte Saison 2019 ausfallen. Dass die Operation nötig wird, war McCullers offenbar seit August bewusst und es ist nun klar, warum der eigentliche Starter in den letzten zwei Monaten der Saison nur noch für einzelne Relief-Innings zum Einsatz kam. Der Pitcherriege der Astros könnte ein größerer Umbruch bevorstehen, denn Dallas Keuchel und Charlie Morton sind Free Agents und nach McCullers‘ Verletzung sind von einer der Top-Rotationen der letzten Jahre nun nur noch Justin Verlander und Gerrit Cole übrig.

Rays holen Zunino und kubanisches Talent 
Der erste nennenswerte Trade der aktuellen Offseason geht – wie könnte es anders sein – auf das Konto des hyperaktiven GM der Seattle Mariners, Jerry Dipoto. Sein Handelspartner sind in dem Fall die Tampa Bay Rays, die von den Mariners Catcher Mike Zunino und Outfielder Guillermo Heredia erhalten und dafür Outfielder Mallex Smith nach Seattle schicken. Auf beiden Seiten ist voraussichtlich noch ein Minor-League-Spieler in den Trade involviert. Kernstück des Trades ist Zunino, ein defensiv anerkannt starker Catcher mit eher unkonstanter Offense. Mallex Smith wird gespannt sein, ob und wie lange er dieses Mal tatsächlich bei den Mariners landet. Vor knapp zwei Jahren hatte Dipoto ihn nämlich schon einmal von den Atlanta Braves ertradet, nur um ihn 77 Minuten später in einem erneuten Trade nach Tampa Bay weiterzureichen.

Einen weiteren signifikanten Move haben die Rays mit Blick auf die noch etwas fernere Zukunft unternommen: Gegen eine Bonuszahlung von 2,6 Millionen Dollar wurde das kubanische Talent Sandy Gaston unter Vertrag genommen. Der 16-jährige Pitcher wirft einen bereits bis zu 97 Meilen schnellen Fastball und wurde von MLB Pipeline auf Platz 16 unter den internationalen Top-Prospects geführt.

MLB-All-Stars auf Tour in Japan
Eine Gruppe von MLB-Spielern – die Bezeichnung als All-Star-Team ist vielleicht ein bisschen hochgegriffen, aber ein paar echte Hochkaräter sind durchaus dabei – spielt ab morgen eine Reihe von sechs Spielen gegen die japanische Nationalmannschaft. Wer vormittags die Gelegenheit hat und hungrig nach Live-Baseball ist, kann über DAZN im MLB-Network die Spiele sehen. Auf mlb.tv werden sie wohl leider nicht ausgestrahlt. Die Partien beginnen jeweils zwischen 10 und 11 Uhr unserer Zeit. Hier findet ihr Übersichten über die konkreten Spieltermine und über die Kader der Teams. Zur Einstimmung gab es heute schon ein Freundschaftsspiel gegen die Yomiuri Giants, das das MLB-Team 9:6 gewann. Danke an Ralf für den Hinweis auf die Serie und die Live-Übertragung!

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November 6th, 2018 by Silversurger

Seit Samstag hat die Free Agency der MLB offiziell begonnen. Jeder Spieler, der keinen laufenden Vertrag hat, kann nun frei mit den interessierten Klubs verhandeln und einen neuen Kontrakt unterzeichnen.

Erfahrungsgemäß zieht sich die Free Agency im Baseball länger hin als beispielsweise im Football oder in anderen Sportarten mit einer Salary Cap, also einer festen Obergrenze für Spielergehälter. In solchen Sportarten werden oft innerhalb weniger Tage die wichtigsten Spielerverpflichtungen eingetütet, weil sowohl die Teams als auch die Spieler nach Planungssicherheit innerhalb des vorgegebenen finanziellen Rahmens streben. Im Baseball hingegen ist die Free Agency wie das Spiel selbst: Es gewinnt, wer den längeren Atem hat und geduldig auf den richtigen Moment wartet. Ich hoffe nur, es wird nicht wieder so eine extreme Hängepartie wie im letzten Jahr, wo sich der Poker um zahlreiche Spieler bis weit ins Spring Training und sogar in die Saison hinein zog.

Das Warten auf die ersten aufregenden Deals verkürzt man sich am besten durch munteres Spekulieren, welche Spieler dieses Jahr besonders gefragt sein werden und bei welchen Teams sie am Ende landen. Hier ist meine Top-20-Liste der wichtigsten Free Agents dieser Offseason:

  1. Bryce Harper, OF, 26 Jahre alt, bisher Washington Nationals

Für jeden, der solche Listen schreibt, lautet die erste Frage dieses Jahr: Harper oder Machado? Ich denke, dass Harper den besseren Vertrag bekommen wird, weil er der berechenbarere der beiden ist. Damit meine ich nicht die Konstanz seiner Leistungen, welche speziell in der ersten Saisonhälfte dieses Jahres durchaus zu wünschen übrig ließ und wohl verhindern wird, dass er den 400-Millionen-Rekordvertrag bekommt, den man ihm vor einem Jahr noch zugetraut hätte. Was ich mit Berechenbarkeit meine, ist dass ich mir bei Harper weniger Sorgen als bei Machado mache, dass er mit Rückschlägen und Frustrationen umgehen kann.  Favoriten: Nationals, Dodgers, Phillies

  1. Manny Machado, SS/3B, 26, Los Angeles Dodgers

Machado ist ein fantastischer Baseballspieler und produziert seit Jahren auf hohem Niveau, obwohl er – genau wie Harper – in einem Alter ist, in dem viele andere erst den Sprung in die Major League schaffen. Mit seinem Auftreten in der Postseason, das irgendwo zwischen Diva und Fiesling schwankte, dürfte er sich für die anstehenden Bewerbungen um einen neuen Job keinen Gefallen getan haben. Aber er wird vermutlich trotzdem ohne Probleme jemanden finden, der ihn für acht oder neun Jahre unter Vertrag nimmt und dafür rund 300 Millionen Dollar bezahlt. Favoriten: Yankees, Phillies, Dodgers

  1. Patrick Corbin, SP, 29, Arizona Diamondbacks

Corbin flog – bei mir jedenfalls – während der Saison ein bisschen unter dem Radar. Aber wenn man sich Zahlen wie 3.15 ERA und 2.47 FIP anschaut, sieht es ganz danach aus, dass der Linkshänder der interessanteste Starter auf dem diesjährigen Markt sein könnte. Da er obendrein noch unter 30 ist, dürfte gut und gerne ein Fünf- oder Sechsjahresvertrag mit dreistelliger Vergütung drin sein. Favoriten: Astros, Yankees, Diamondbacks

  1. Craig Kimbrel, RP, 31, Boston Red Sox

Relievern wird in den letzten Jahren immer mehr Wert beigemessen und für einen der Top-Closer der Liga, World-Series-Gewinner obendrein, dürfte ein ordentlicher Zahltag programmiert sein. Kimbrels Saison 2018 war nicht ganz so dominant wie 2017 und in den Playoffs wirkte er zeitweise etwas wackelig, doch am Ende war er wieder voll da. Ich schätze, die Red Sox nehmen die nötigen 50 Millionen Dollar in die Hand, um Kimbrel für drei, vier weitere Jahre an sich zu binden. Favoriten: Red Sox, Cubs, Braves

  1. Dallas Keuchel, SP, 31, Houston Astros

Keuchel ist immer noch ein Top-Pitcher, seine Leistungskurve zeigte in den letzten beiden Jahren aber tendenziell nach unten. Das wird die Teams davor zurück schrecken lassen, ihm einen sehr langen Vertrag zu geben. Dennoch wird er von der hohen Nachfrage nach Starting Pitching profitieren, insbesondere weil er entgegen dem allgemeinen Trend kein „Strikeout-oder-Homerun-Pitcher“ ist. Sein auf Groundballs abzielender Stil zahlt sich vor allem in hitterfreundlichen Ballparks aus. Favoriten: Astros, Nationals, Yankees

  1. Michael Brantley, OF, 32, Cleveland Indians

Brantley litt 2016 und 2017 unter Verletzungen und war schon fast in Vergessenheit geraten. Doch mit einer Slashline von .309/.364/.468 und 143 absolvierten Spielen meldete Brantley sich dieses Jahr eindrucksvoll zurück – gerade rechtzeitig, um sich nach dem Auslaufen seines relativ bescheidenen alten Vertrags in Position zu bringen. Favoriten: Indians, Mariners, Giants

  1. Nathan Eovaldi, SP, 29, Boston Red Sox

Ein weiterer World-Series-Held, der sich nun berechtigte Hoffnungen auf den großen Zahltag macht. Eovaldi hatte eine ordentliche erste Saisonhälfte in Tampa Bay und eine sehr gute zweite Hälfte inklusive Postseason für die Red Sox. Er dürfte relativ unumstritten der beste rechtshändige Starter auf dem Markt sein und im Gegensatz zu Corbin, Keuchel und Ryu – die allesamt Qualifying Offers erhalten haben – kostet er seinen neuen Klub keinen Draftpick. Allein seine recht umfangreiche Verletzungsgeschichte gibt ein bisschen Anlass zur Sorge und könnte dazu führen, dass ihm eher Verträge über drei als über sechs Jahre angeboten werden. Favoriten: Red Sox, Braves, Padres

  1. Josh Donaldson, 3B, 33, Cleveland Indians

Eine Verletzungsgeschichte bringt auch Josh Donaldson mit und auch für ihn schätze ich deshalb, dass er mit keinem langen Vertrag rechnen darf. Wenn er gesund ist, ist er aber ein Top-Spieler und von Machado abgesehen der beste Third Baseman, der zu haben ist. Wer ihn bekommt, wird möglicherweise ein Schnäppchen machen. Favoriten: Indians, Brewers, Braves

  1. Adam Ottavino, RP, 33, Colorado Rockies

Wer aus einer Saison bei den Rockies mit einem ERA von 2.43 heraus geht, der muss verdammt viel richtig gemacht haben – umso mehr, wenn er es in den Heimspielen im Hitter-Paradies Coors Field sogar auf einen Wert von 2.10 bringt. Ottavino wird einer der gefragtesten Reliever dieser Offseason sein und könnte es auf ein Jahresgehalt in zweistelliger Millionenhöhe bringen. Favoriten: Indians, Rockies, Dodgers

  1. Wilson Ramos, C, 31, Philadelphia Phillies

Die schwache Postseason von Yasmani Grandal könnte sich als Gold wert erweisen für Wilson Ramos, denn er steht nun als ziemlich eindeutig bester Catcher der diesjährigen Free-Agent-Klasse im Raum. Offensiv gehört Ramos unbestreitbar zur Elite auf seiner Position – 2018 brachte er es auf .306/.358/.487 mit 15 Homeruns in 111 Spielen. Seine Defensive ist mindestens solide, ein Fragezeichen ist nur seine Gesundheit nach bereits zwei Kreuzbandrissen.  Favoriten: Rays, Nationals, Mets

  1. Mike Moustakas, 3B, 30, Milwaukee Brewers
  2. Nelson Cruz, DH, 38, Seattle Mariners
  3. Hyun-Jin Ryu, SP, 32, Los Angeles Dodgers
  4. J. A. Happ, SP, 36, New York Yankees
  5. A. J. Pollock, OF, 31, Arizona Diamondbacks
  6. Jeurys Familia, RP, 29, Oakland Athletics
  7. Charlie Morton, SP, 35, Houston Astros
  8. Yasmani Grandal, C, 30, Los Angeles Dodgers
  9. Daniel Murphy, 1B/2B, 34, Chicago Cubs
  10. David Robertson, RP, 34, New York Yankees

Nicht ganz auf meine Liste geschafft haben es: RP Andrew Miller, RP Zach Britton, 2B D. J. LeMahieu, OF Andrew McCutchen, IF/OF Marwin Gonzalez, RP Joe Kelly

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August 23rd, 2018 by Silversurger

Gute Neuigkeiten für alle Fans der ca. 16 Teams, deren Saison 2018 bereits gelaufen ist: Schon am 20. März 2019 beginnt die nächste Saison. Das ist der früheste Opening Day der MLB-Geschichte, was hauptsächlich mit der anstrengenden Reise nach Japan zusammenhängt, die zwei Teams auf sich nehmen werden. Diese wird der erste Teil einer ganzen Reihe von internationalen Aktivitäten sein, die der gestern veröffentliche Spielplan 2019 vorsieht: Am 20./21. März spielen die Oakland Athletics und die Seattle Mariners in Tokio, am 13./14. April die St. Louis Cardinals und die Cincinnati Reds im mexikanischen Monterrey, am 4./5. Mai die Houston Astros und die Los Angeles Angels ebenfalls in Monterrey und schließlich gastieren am 29. und 30. Juni die Boston Red Sox und die New York Yankees in London zur ersten MLB-Serie auf europäischem Boden. Auch in Williamsport, Pennsylvania, wird es wieder ein Spiel anlässlich der Little League World Series geben. Es findet statt am 18. August zwischen den Pittsburgh Pirates und den Chicago Cubs.

Damit ist der Bogen zurück in die alte Saison geschlagen, denn am vergangenen Sonntag spielten die New York Mets und die Philadelphia Phillies den diesjährigen Little League Classic. Für die Mets war es eine schöne Gelegenheit, beim 8:2-Sieg in einem längst verlorenen Jahr wenigstens für einen kurzen Moment mal unter den Augen der Baseball-Nation zu glänzen. Wer sonst diese Woche glänzte und wer eher nicht, erfahrt ihr wie immer hier im Grand Slam am Donnerstag.

National League
Die Washington Nationals (64-63) haben es diese Woche tatsächlich mal geschafft, die Schlagzeilen in der National League East zu beherrschen – nicht mit ihren unverändert mittelmäßigen sportlichen Leistungen, sondern durch zwei verwirklichte Trades und einen, der nicht zustande kam. Getradet wurden 2B Daniel Murphy zu den Cubs und 1B Matt Adams zu den Cardinals. Als Gegenleistung gab es ein niedrig eingestuftes Infield-Prospect für Murphy und 50.000 Dollar für Adams. Das ist nicht viel, aber die Nationals waren angesichts auslaufender Verträge in einer schwachen Verhandlungsposition und müssen froh sein, überhaupt etwas bekommen zu haben und die Gehälter nicht mehr zahlen zu müssen. Star-Outfielder Bryce Harper stand ebenfalls auf dem Waiver und wurde von den Dodgers geclaimt. Ihn ließen die Nationals aber nicht ziehen, daher bleibt er bis zum Ende des Vertrages in Washington. Die Dodgers haben damit zumindest verhindert, dass er wenn schon nicht zu ihnen, dann wenigstens auch zu keinem ihrer Konkurrenten wechselt. Sportlich waren die Atlanta Braves (71-55) die Gewinner der letzten Tage. Durch drei Siege über die Pirates stehen sie nun wieder klar vor den Philadelphia Phillies (68-58). Diese steckten zuletzt vier Niederlagen hintereinander gegen die New York Mets (56-70) und die Nationals ein.

In der NL Central setzt sich die Aufholjagd der St. Louis Cardinals (71-57) ungebremst fort. Die Cardinals besiegten zunächst die Milwaukee Brewers (71-58) und vertrieben diese anschließend von Platz zwei, indem ihnen ein Drei-Spiele-Sweep gegen die Dodgers gelang. Von den Chicago Cubs (72-53) sind sowohl die Brewers als auch die Cardinals nur einen Sieg entfernt, allerdings haben die Cubs weniger Spiele absolviert. Zurzeit wären sogar alle drei in den Playoffs, denn die Cardinals und die Brewers belegen beide Wild-Card-Plätze der NL. Die Pittsburgh Pirates (63-65) haben derweil wohl endgültig den Anschluss verloren und dürfen sich ebenso wie die Cincinnati Reds (56-71) keine Hoffnungen mehr auf die Playoffs machen.

Um die Wild Cards wird es dieses Jahr noch viele „Endspiele“ geben, drei davon finden an diesem Wochenende statt: Mit den Cardinals und den Colorado Rockies (69-57) treffen zwei Mannschaften aufeinander, die zu den heißesten Teams der letzten Wochen gehören und in der Wild-Card-Rangliste ganz nah beieinander stehen. In der NL West gibt es für die Rockies bislang kein Vorbeikommen an den ebenfalls stark aufspielenden Arizona Diamondbacks (71-56), aber die Los Angeles Dodgers (67-61) haben sie inzwischen schon drei Spiele hinter sich gelassen. Bei Letzteren dürfte so langsam die Panik um sich greifen. Nach neun Niederlagen aus zwölf Spielen muss für die Dodgers gegen potenzielle Aufbaugegner wie die San Diego Padres (50-79) und die Rangers dringend eine Siegesserie her.

American League
Die Boston Red Sox (89-39) haben diese Woche unter Beweis gestellt, dass sie doch noch von dieser Welt sind: Zum ersten Mal seit vier Monaten haben sie drei Niederlagen hintereinander eingefahren. Das hilft vielleicht dabei, nicht zu viel Übermut zu entwickeln und daran zu erinnern, dass es noch schwierige Gegner gibt; zum Beispiel die Indians, gegen die zwei dieser Niederlagen zustande kamen. Der Vorsprung in der American League East auf die New York Yankees (79-47) ist nach wie vor komfortabel. Der Rest der Division spielt realistisch betrachtet keine Rolle, auch wenn die Tampa Bay Rays (66-61) sich hier mal eine Erwähnung verdient haben. Die Rays spielen guten Baseball, haben zuletzt eine Serie gegen die Yankees, ein Spiel gegen die Red Sox und gleich drei gegen die Royals gewonnen und wären mit ihrer derzeitigen Bilanz in der NL zumindest im Wild-Card-Rennen. Da sie aber in der AL antreten und die Schere zwischen den Top-Teams und dem Rest dort deutlich größer ist, nützt ihnen all das herzlich wenig.

Noch größer als irgendwo sonst ist die Schere in der AL Central. Über diese Division ist dieses Jahr schon vielfach alles geschrieben worden, was zu schreiben ist. 13 Spiele beträgt mittlerweile der Vorsprung der Cleveland Indians (73-53) vor den Minnesota Twins (60-66), vor den drittplatzierten Detroit Tigers (52-75) sind es sogar schon 21,5. Großen Respekt muss man den Indians dafür zollen, dass sie nach wie vor mit vollem Fokus bei der Sache sind und zum Beispiel gerade bei der Serie in Boston zeigen, dass sie noch nicht vor Langeweile eingangen sind. Spannend wird es jedenfalls vor den Playoffs nicht mehr: Die Red Sox sind für den Rest der regulären Saison der einzige Gegner der Indians, für den es noch um etwas geht. Hoffnung auf bessere Zeiten hat bei den Chicago White Sox (48-78) diese Woche Top-Prospect Michael Kopech gemacht: Der Rechtshänder pitchte bei seinem MLB-Debüt zwei starke Innings mit vier Strikeouts. Leider musste er dann wegen einer Regenunterbrechung von knapp einer Stunde ausgewechselt werden, aber sein Auftritt machte Appetit auf mehr.

Die Houston Astros (77-50) sind immer noch Tabellenführer der AL West, obwohl sie diese Woche als solcher deutlich gewackelt haben. Zweimal – zuerst am Samstag nach zwei Niederlagen zum Start der Serie gegen die Oakland Athletics (76-51), dann erneut am Montag durch eine Niederlage bei den Seattle Mariners (72-56) –  mussten sie die Führung bereits mit den Athletics teilen. Zurzeit hat Houston wieder ein Spiel Vorsprung, aber das nächste direkte Aufeinandertreffen der A’s und der Astros steht bereits vor der Tür (siehe „Einschalttipp“). Als fünftes Rad am Wagen könnten sich derweil die Mariners erweisen, die ihre Serie gegen Houston 1:2 verloren und dadurch nun 5,5 Spiele hinter den Astros und 4,5 hinter dem Wild-Card-Platz der Athletics liegen. Das ist eine Menge, auch weil die Mariners von den drei Teams das schwierigste Restprogramm haben.

Szene der Woche
Es war mal wieder eine Woche mit so vielen tollen Szenen, dass ich mich einfach nicht für eine einzelne entscheiden kann. Auf jeden Fall ansehen solltet ihr euch das kuriose Triple Play der Rangers gegen die Angels. Nicht zu verachten ist aber auch der seitwärts gerollte Slide von Jake Bauers, der mich allerdings noch mehr beeindruckt hätte, wäre er erfolgreich gewesen. Mein heimlicher Favorit ist jedoch die beeindruckende, auf ebenso viel Talent wie Gottvertrauen gründende Pitching Performance von Schwester Mary Jo Sobieck. Nicht aus der MLB und somit außer Konkurrenz möchte ich noch diese unglaubliche Aktion von Manager Butch Hobson in einem Independent-League-Spiel erwähnen. Muss man gesehen haben. Wirklich.

Statistik der Woche 
5×1. Das ist die Formel für etwas, was es in der MLB-Historie bis zu dieser Woche noch nie gegeben hatte: In fünf Spielen hintereinander haben die Chicago Cubs genau einen Run gescort und jeden davon per Solo-Homerun. In den ersten beiden Spielen reichte der eine Run sogar jeweils zum Sieg gegen die Pirates, die restlichen drei gingen allerdings 1:3 und 1:2 gegen Pittsburgh sowie 1:2 gegen Detroit verloren.

Spiel der Woche
Die St. Louis Cardinals sind das Überraschungsteam der zweiten Saisonhälfte in der National League. Falls das noch in irgendeiner Weise infrage stand, war spätestens der Sweep gegen die Los Angeles Dodgers das klärende Statement. Der Sieg im dritten Spiel gestern Nacht war besonders schön anzusehen, unter anderem weil er auf der Leistung von drei Rookie-Pitchern beruhte. Der 22-jährige Jack Flaherty erlaubte erst im sechsten Inning seinen ersten und einzigen Hit, durch den die Dodgers allerdings per Solo-Homerun von Joc Pederson in Führung gingen. Der 23-jährige Dakota Hudson und der 21-jährige Jordan Hicks waren neben Routinier Brett Cecil die Garanten, dass es für den Gegner bei dem einen Run blieb. Das Comeback, mit dem der Rückstand noch in einen 3:1-Sieg gedreht werden konnte, geht ebenfalls auf das Konto der Jugendbewegung der Cardinals in Form von Homeruns durch Tyler O’Neill (23) und Paul deJong (25). So typisch der Sieg für die derzeitige Form der Cardinals ist, so typisch ist er auch für die Dodgers: Wieder mal bekamen sie einen hervorragenden Start – dieses Mal von Walker Buehler mit drei Hits und null Runs in sieben Innings – und wieder war es der Bullpen – dieses Mal Scott Alexander und Kenley Jansen – der das Spiel am Ende aus der Hand gab. Wenigstens hatte Max Muncy Gelegenheit, eine nette Bekanntschaft zu schließen…

Mein Einschalttipp
Ich habe es oben schon angedeutet: Diese Woche führt für mich kein Weg vorbei an der nächsten Episode des Showdowns um die AL West. Am letzten Wochenende entführten die Oakland Athletics zwei Spiele aus dem Stadion der Houston Astros, nun steht Anfang der kommenden Woche in Oakland eine weitere Drei-Spiele-Serie an. Wer um 2 Uhr nachts sowieso wach ist, sollte sich die beiden Partien in den Nächten von Montag auf Dienstag und Dienstag auf Mittwoch nicht entgehen lassen. Ich für meinen Teil nehme mir eher die Partie am Mittwochabend vor. Das Spiel beginnt zur besten mitteleuropäischen Sendezeit um 20:10 Uhr und ist wie üblich auf mlb.tv zu sehen. DAZN hat es nach meinem Kenntnisstand leider nicht im Programm. Als Pitcher starten voraussichtlich Sean Manaea (3.70 ERA, 4.29 FIP) für die Athletics und Dallas Keuchel (3.59 ERA, 3.69 FIP) für die Astros.

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August 2nd, 2018 by Silversurger

Die Trade Deadline der MLB kam und ging am Dienstag Abend, und auch wenn die ganz großen Würfe ausblieben – Bryce Harper und Jacob deGrom zum Beispiel haben nicht das Team gewechselt –, hat sich doch einiges bewegt. Ich werde hier nicht alle Moves herunterbeten (eine umfassende Übersicht findet sich hier), aber natürlich steht der Grand Slam am Donnnerstag diese Woche unter dem Zeichen der Deadline-Trades. Die größte Überraschung war für mich die Aktivität der Pittsburgh Pirates, die sich mit Starter Chris Archer und Reliever Keone Kela verstärkt haben. Das ist eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob die Pirates aus ihrer unklaren Ausgangslage heraus einen Angriff auf die Playoffs starten wollen oder nicht. Ebenfalls sehr aktiv waren die Milwaukee Brewers und die Seattle Mariners als weitere Buyer sowie auf der Seite der Seller die Minnesota Twins und die Baltimore Orioles, welche offenbar einen konsequenten Rebuild angehen. Zurückhaltender als ich gedacht hätte, waren die Oakland Athletics, die New York Mets und die Washington Nationals. Das einzige Team, das komplett untätig blieb, sind die San Francisco Giants.

Übrigens: Auch nach der Deadline vom 31. Juli sind Trades in der MLB nicht ausgeschlossen. Getradet werden dürfen nun allerdings nur noch Spieler, die entweder nicht im 40-Mann-Kader ihres Teams stehen oder die vorher auf den Waiver gesetzt wurden. Auf Spieler von dieser Liste kann jedes Team einen Anspruch anmelden, einen sogenannten Waiver-Claim. Wenn es mehrere Claims für einen Spieler gibt, so wird der Claim des Teams mit der aktuell schlechtesten Bilanz bevorzugt. Mit diesem Team kann der bisherige Klub des Spielers sich auf einen Trade einigen, andere Teams sind außen vor. Somit können Trades im August relativ leicht blockiert werden, aber manchmal geht doch ein Blockbuster durch. Letztes Jahr wechselte zum Beispiel Justin Verlander auf diese Art zu den Houston Astros, mit denen er schließlich die World Series gewann.

American League
In der American League East haben sich alle Teams zur Trade Deadline so verhalten, wie man es von ihnen erwartet hatte: Die Boston Red Sox (75-34) und die New York Yankees (68-38) haben vor allem ihre Starting Rotation verstärkt, um im Ringen um die Division weiterhin bestehen zu können. Die Tampa Bay Rays (55-53), die Toronto Blue Jays (48-59) und die Baltimore Orioles (33-75) hingegen haben haufenweise erfahrene Spieler abgegeben und sich im Gegenzug mit Prospects für eine erhoffte bessere Zukunft gerüstet. In dieser Division ist schon lange klar, dass es bis zum Ende der Saison ein Zweikampf bleiben wird. Über die nächsten vier Tage hinweg wird dieser mal wieder ganz unmittelbar ausgetragen, denn die Red Sox empfangen die Yankees in Fenway Park (siehe Einschalttipp).

Noch klarer sind die Fronten in der AL Central, die schon seit Monaten nur noch einen Contender kennt, nämlich die Cleveland Indians (59-48). Für die Indians ist wichtig, in keinen allzu gemütlichen Trott zu fallen, denn in den Playoffs werden sie ganz anders gefordert sein als in der regulären Saison. Zur Deadline haben die Indians hauptsächlich ihren Bullpen und die Tiefe des Outfields aufgerüstet. Die Minnesota Twins (49-58) haben ihr Farmsystem mit einer Reihe von Trades deutlich ausgebaut und sich im Zuge dessen von Top-Spielern wie 2B Brian Dozier (Dodgers) und RP Ryan Pressly (Astros) getrennt. Die Detroit Tigers (47-62), Chicago White Sox (37-70) und Kansas City Royals (34-73) waren ebenfalls als Seller unterwegs, hielten sich dabei jedoch eher zurück. Mike Moustakas (Royals zu Brewers) und Joakim Soria (White Sox zu Brewers) sind die beiden nennenswerten Namen, während Leute wie Mike Fiers, Shane Green (beide Tigers) und Jose Abreu (White Sox) überraschenderweise nicht getradet wurden.

Von den Houston Astros (69-41) hatte ich keine großen Aktivitäten erwartet, aber sie waren doch recht rührig, um ihren Bullpen zu verstärken. Ryan Pressly (Twins) wird ihnen sicher weiterhelfen, Roberto Osuna (Blue Jays) bringt wegen des gegen ihn laufenden Verfahrens einige Fragezeichen mit. Hinter Houston tobt in der AL West das Rennen um eine Wild Card. Während die Seattle Mariners (63-45) zweimal gegen die Astros verloren, gelang den Oakland Athletics (64-46) gerade ein Sweep der Blue Jays und nun stehen beide gleichauf. Vielleicht machen die Deadline-Trades am Ende den Unterschied: Die Athletics haben mit Jeurys Familia (Mets) ein Ass für den Bullpen geholt, konnten oder wollten sich ansonsten aber keine Ergänzungen des Kaders leisten. Mariners-GM Jerry Dipoto war so aktiv wie man ihn kennt und investierte eine Reihe von Prospects, um drei Reliever und den Outfielder Cameron Maybin (Marlins) an Land zu ziehen. Die Los Angeles Angels (54-55) und die Texas Rangers (46-63) trennten sich erwartungsgemäß von einigen Veteranen mit auslaufenden Verträgen.

National League
Die Teams der National League East gehörten nicht zu den aktivsten auf dem Markt der Deadline-Trades. Sowohl die Philadelphia Phillies (59-48) als auch die Atlanta Braves (57-47) gönnten sich ein paar unspektakuläre, doch solide Ergänzungen ihrer Kader. Die Washington Nationals (54-53) haben die Saison offenbar noch nicht aufgegeben, denn anders lässt es sich kaum erklären, dass sie an Stars mit auslaufenden Verträgen wie Bryce Harper und Daniel Murphy eisern festhalten. Für beide hätten sich hochwertige Prospect-Pakete einheimsen lassen, aber die Nationals beschränkten sich auf zwei kleine Trades, in denen sie RP Brandon Kintzler (Cubs) und LF Brian Goodwin (Royals) abgaben. Die New York Mets (44-61) ließen ihren Closer Jeurys Familia (Athletics) und 2B Asdrubal Cabrera (Phillies) ziehen, fanden aber offenbar keine Abnehmer für die ebenfalls auslaufenden C Devin Mesoraco und OF/3B Jose Bautista. Ihre hochwertig bestückte Rotation ließen die Mets unangetastet, was wohl ein Zeichen dafür ist, dass man derzeit keinen langfristigen Rebuild anstrebt, sondern schnell wieder wettbewerbsfähig sein will. Auch die Miami Marlins (46-63) beschränkten sich auf kleinere Trades, 1B Justin Bour und C J. T. Realmuto bleiben vorerst in Miami.

Zwischen den beiden Kontrahenten um die NL Central sind in meinen Augen die Milwaukee Brewers (63-48) zumindest auf kurzfristige Sicht der klare Gewinner der Trade-Deadline. Mit 2B Jonathan Schoop (Orioles), 3B Mike Moustakas (Royals) und RP Joakim Soria (White Sox) haben sie sich deutlich verstärkt, mussten dafür aber auch einige gute Prospects abgeben. Die Chicago Cubs (62-45) entschieden sich für den zurückhaltenderen Weg. Auch sie ergänzten ihren Kader, wählten in SP Cole Hamels (Rangers) und RP Brandon Kintzler (Nationals) aber günstigere Optionen, deren Nützlichkeit sich erst noch zeigen muss: Hamels erlebt bislang das schwächste Jahr seiner Karriere und Kintzler stand in Washington im Verdacht, die undichte Stelle zu sein, welche negative Nachrichten über die Stimmung im Clubhouse durchsickern ließ. Die Pittsburgh Pirates (56-53) stehen nur ein halbes Spiel vor den St. Louis Cardinals (55-53), aber beide verfolgen gegensätzliche Strategien für den Rest der Saison: Die Trades der Cardinals sind klar darauf gerichtet, Weichen für die Zukunft zu stellen, die der Pirates hingegen sprechen für einen Angriff auf den zurzeit noch vier Spiele entfernten Wild-Card-Platz. Die Cincinnati Reds (48-60) waren erstaunlich zurückhaltend mit Trades; für SP Matt Harvey fanden sie offenbar keinen Abnehmer.

In der NL West geht es nach wie vor hauteng zu. Dementsprechend waren die Arizona Diamondbacks (60-49), die Los Angeles Dodgers (60-49) und die Colorado Rockies (58-49) bemüht, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu verstärken. Der Rahmen der Möglichkeiten ist bei den Dodgers traditionell etwas größer und so gelang es ihnen, mit SS/3B Manny Machado (Orioles) und 2B Brian Dozier (Twins) zwei Top-Leute zu holen. Die Diamondbacks ergänzten mit weniger spektakulären Namen, aber dennoch sinnvoll ihr Infield und ihren Bullpen, während die Rockies sich auf RP Seunghwan Oh (Blue Jays) als Neuzugang beschränkten. Bei den San Francisco Giants (55-54) gab es Gerüchte, dass Madison Bumgarner und Andrew McCutchen zu haben sein könnten, aber letzten Endes entschied man, an den Deadline-Trades dieses Jahr nicht teilzunehmen. Die San Diego Padres (42-68) beließen es bei nur einem Trade, der aber immerhin brachte ihnen für zwei Reliever das Top-Prospect C Francisco Mejia von den Indians ein.

Szene der Woche
Nach all den vielen Trades in den letzten Tagen bleibe ich auch in dieser Kategorie beim Thema: Selten war ein Trade so schön anzusehen wie der des Relievers Jake Diekman von den Rangers zu den Diamondbacks. Der Deal fand statt in der Mitte einer Zwei-Spiele-Serie der Rangers in Arizona. Diekman war somit bereits in der richtigen Stadt und musste nur seine Tasche packen und von der einen Kabine in die andere umziehen. Das tat er so stilvoll wie es nur geht, indem er dafür das Bullpen Cart der Diamondbacks nutzte und sich von deren Maskottchen, dem Rotluchs D. Baxter, kutschieren ließ.

Statistik der Woche 
10. So viele RBIs erzielte Catcher Franciso Arcia in den beiden ersten Spielen seiner MLB-Karriere am Donnerstag und am Samstag für die Los Angeles Angels. Der Venezolaner stellte damit einen neuen Rookie-Rekord auf. Besonders erstaunlich an der Sache ist, dass es sich bei Arcia um kein hochgelobtes und -bezahltes Prospect handelt, sondern um einen 28-Jährigen, der zwölf Jahre lang in den Minor Leagues gespielt und auf seine Chance gewartet hat. Nachdem die Angels Catcher Martin Maldonado zu den Astros getradet haten, hat er diese Chance endlich bekommen – und sie für den Anfang definitiv genutzt.

Spiel der Woche
Man könnnte hier das 25:4 der Nationals über die Mets anführen mit den meisten Runs eines MLB-Teams seit elf Jahren und der höchsten Niederlage in der Franchise-Geschichte der New Yorker. Aber ich will nicht schon wieder mit meinem Gejammer über die Mets nerven. Nein, mein Spiel der Woche war das gestrige 6:4 der Dodgers gegen die Brewers. Gründe dafür gibt es genug: Erstens war es eine sehr spannende Partie, die nach mehrfachen Führungswechseln erst im zehnten Inning per Walkoff-Homerun durch Yasmani Grandal entschieden wurde. Zweitens war es für beide Teams ein wichtiges Spiel, weil jedes von ihnen gewinnen musste, um in seiner jeweiligen Division auf Platz eins vorzurücken. Drittens spielten mehrere Akteure eine Rolle, die erst durch die jüngste Trade-Welle zu einem der Teams gekommen waren. Vor allem hatte 2B Brian Dozier ein starkes Debüt für die Dodgers, unter anderem mit seinem Homerun zum Ausgleich im zweiten Inning. Sehenswert war auch das Wiedersehen von Dodgers-Shortstop Manny Machado und Brewers-2B Jonathan Schoop – beide sind Freunde und waren vor ein paar Tagen noch Teamkameraden in Baltimore, aber natürlich hält das Machado nicht davon ab, solche Plays zu machen.

Mein Einschalttipp
Wenn die Boston Red Sox gegen die New York Yankees spielen, dann gilt in diesem Jahr noch etwas mehr als in jedem anderen: Da kann und sollte man nicht wegschauen. Gleich viermal hintereinander gibt es von heute bis Sonntag das Duell der Erzrivalen und zumindest eines davon findet zu einer europafreundlichen Uhrzeit statt, am Samstag um 22:05 Uhr unserer Zeit. Das Spiel könnt ihr wie üblich auf mlb.tv sehen, außerdem wird es auf DAZN gesendet und obendrein kostenlos gestreamt auf spox.com. Es gibt also keine Ausreden, es sich nicht anzusehen. Und weil in diesem Artikel kein Absatz ohne Bezug auf Trades auskommt, sei erwähnt, dass es am Samstag voraussichtlich zu einem Matchup zweier neu verpflichteter Starter kommen wird: Nathan Eovaldi (3.80 ERA, 4.01 FIP) wird nach dem Wechsel von den Rays seinen zweiten Start für die Red Sox absolvieren und J. A. Happ (4.05 ERA, 3.94 FIP) zum zweiten Mal für die Yankees antreten. Hinter dem ehemaligen Blue Jay steht allerdings noch ein Fragezeichen, da er sich die Hand-Mund-Fuß-Krankheit eingefangen hat und man abwarten muss, ob er am Samstag fit ist.

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