Juli 29th, 2021 by Silversurger

Für die MLB-Teams ist es an der Zeit, Farbe zu bekennen hinsichtlich ihrer Ambitionen für den Rest des Jahres: Am morgigen Freitag um 22 Uhr steht die Trade-Deadline an. Bis dahin müssen alle, die entweder mit Verstärkungen nachrüsten oder aber ihre Veteranen gegen Geld und Talente versilbern wollen, ihre Deals abgeschlossen haben. Traditionell finden viele Geschäfte in den letzten Stunden vor der Deadline statt, aber eine ganze Reihe interessanter Trades ging während der letzten Tage schon über die Bühne. Den dicksten Fisch zogen die Padres in Form von Adam Frazier an Land. Frazier ist eine Allzweckwaffe auf dem Feld und führt nach seiner bisherigen Saison bei den Pirates die MLB mit den meisten Hits an.

Die nachhaltigste Neuerung dieser Woche ist keine Spielerverpflichtung, sondern die Bekanntgabe, unter welchem Namen Clevelands Baseball-Franchise künftig antreten wird. Nach dem angekündigten Abschied vom umstrittenen Spitznamen „Indians“ nennt sich das Team ab nächster Saison „Cleveland Guardians“. Der Name stellt einen Bezug zur Hope Memorial Bridge dar, die den westlichen Teil der Stadt mit dem östlichen verbindet und von acht Statuen, den „Guardians of Traffic“, getragen wird. 

Die Toronto Blue Jays werden ab morgen endlich wieder dem ersten Teil ihres Namens gerecht: Nach eineinhalb Spielzeiten an coronabedingten Ausweichstandorten in den USA kehren sie zurück nach Toronto, um den Rest der Saison in ihrem Heimstadion auszutragen. 15.000 Zuschauer, rund 30 Prozent der regulären Kapazität, werden im Rogers Centre erlaubt sein. 

National League
In der NL East gab es schon einige Tradeaktivitäten. Die New York Mets (54-46) holten sich Starting Pitcher Rich Hill von den Rays. Das ist noch nicht der große Deal, auf den viele Fans hoffen, aber eine sinnvolle Ergänzung der von Verletzungen gebeutelten Rotation – verbunden mit der Hoffnung, auf Bullpen-Games und Starts von Jerad Eickhoff künftig verzichten zu können, zumal morgen auch Carlos Carrasco endlich sein Mets-Debüt geben soll. Die Philadelphia Phillies (50-50) wollen offenbar auch etwas für die Rotation tun. Jedenfalls hatten sie vorgestern bereits Tyler Anderson von den Pirates an der Angel, der dann aber doch nach Seattle ging. Die Atlanta Braves (50-52) hatten sich schon letzte Woche mit OF Joc Pederson (Cubs) und C Stephen Vogt (Diamondbacks) verstärkt. Die Washington Nationals (46-54) sind ziemlich sicher aus dem Playoffrennen, zumal sie gestern auch noch mehrere Hiobsbotschaften erhielten: Es gibt einen erneuten Covid-Ausbruch im Team, der unter anderem SS Trea Turner betrifft, zudem muss SP Stephen Strasburg operiert werden und wird dieses Jahr nicht mehr spielen. Umso wahrscheinlicher wird es, dass die Nationals ihr anderes Ass Max Scherzer vor der Deadline abgeben werden. 

Die Milwaukee Brewers (60-42) sind in der NL Central so gut wie durch. Im Hinblick auf die Playoffs wünschte sich das Team, das primär von überragendem Pitching lebt, noch ein Upgrade für die Offense – und fand es gestern Nacht in Person von Infielder Eduardo Escobar, den man von den Diamondbacks holte. Vom Rest der Division erwarte ich dieses Jahr nicht mehr viel, aber die Cincinnati Reds (53-49) scheinen durchaus noch Ambitionen zu haben. Dafür spricht jedenfalls, dass sie bereits mehrere Trades einfädelten, um ihre Schwachstelle, den Bullpen, durch die Neuverpflichtungen Mychal Givens (Orioles), Luis Cessa und Justin Wilson (beide Yankees) aufzuwerten. 

Die San Diego Padres (59-45) haben mit dem Deal für Adam Frazier den ersten Trade-Schuss in der NL West abgegeben. Man darf gespannt sein, wie die San Francisco Giants (63-38) und die Los Angeles Dodgers (62-41) darauf reagieren. Beide sind auf dem Markt für Starting Pitching, die Dodgers könnten zudem einen Shortstop gebrauchen – Trevor Story von den Colorado Rockies (44-58) dürfte ein heißer Kandidat sein. Wenn ihr die beiden Top-Teams der Division im direkten Duell sehen wollt, gibt es die Möglichkeit dazu übrigens heute Abend mit dem dritten Spiel der laufenden Serie – ausnahmsweise mal zu einer europafreundlichen Zeit um 21:45 Uhr statt der üblichen Westcoast-Nachtschichten. 

American League
Während die Verfolger in der AL East, die Tampa Bay Rays (60-42), mit der Verpflichtung von DH Nelson Cruz aus Minnesota ihren größten Need bereits angegangen sind, halten die Spitzenreiter Boston Red Sox (63-40) sich noch zurück. Allzu groß dürften ihre Lücken im Kader nicht sein angesichts ihrer starken Saison und sieben Siegen aus den letzten neun Spielen gegen die New York Yankees (53-47) und die Toronto Blue Jays (50-48), aber einen zusätzlichen Starter wollen die Red Sox wohl gerne noch holen. Die Yankees haben, wie oben erwähnt, zwei Reliever nach Cincinnati transferiert. Spricht das dafür, dass sie die Saison aufgeben? Eher nein, vielmehr sieht es danach aus, dass sie mit dem Move Platz im Kader und auf der Gehaltsliste schaffen wollten, um anderweitig noch mal nachzulegen. Während ich diesen Artikel schreibe, sieht es gerade stark danach aus, dass die Yankees mit den Rangers an einem Trade für OF Joey Gallo arbeiten.

Die Lage in der AL Central gleicht jener in der anderen Central-Division. Auch hier steht mit den Chicago White Sox (60-42) der Sieger faktisch fest, während die restlichen Teams die Postseason bereits abgehakt haben. Für einen tiefen Postseason-Run sind die White Sox noch auf der Suche nach Hilfe für den Bullpen und für das Infield, in dem seit der Verletzung von 2B Nick Madrigal eine Lücke klafft. Verstärkungen im Outfield kommen aus den eigenen Reihen durch die Rückkehr von Eloy Jimenez und Luis Robert. Die Minnesota Twins (43-60) sind nach dem Cruz-Trade vermutlich noch nicht fertig mit dem Ausverkauf in ihrer enttäuschenden Saison. Obwohl der deutsche Outfielder Max Kepler noch bis 2024 für relativ teamfreundliche 25,25 Millionen Dollar unter Vertrag steht, gibt es auch um ihn Trade-Gerüchte. 

Die Houston Astros (63-40) haben sich in der AL West ein Polster von mittlerweile sechs Spielen auf die Oakland Athletics (57-46) angelegt. Bei der Suche nach Verstärkungen legen die Astros bislang einen klaren Schwerpunkt auf den Bullpen: Yimi Garcia kommt aus Miami, Kendall Graveman und Rafael Montero von den Seattle Mariners (55-48). Die Mariners sind selbst nach wie vor erstaunlich stabil im Rennen um einen Playoff-Platz (siehe „Spiel der Woche“). Ihr GM Jerry Dipoto ist in Sachen Trade-Aktivitäten immer für eine Überraschung gut. Dass er Graveman und Montero zu den Houston Astros ausgerechnet zum aktuellen Seriengegner und Divisionskonkurrenten schickt, zudem zu zweifelhaftem Gegenwert in Form von 3B Abraham Toro und RP Joe Smith, erschließt sich mir nicht. Einleuchtender ist die Verstärkung der Rotation mit SP Tyler Anderson, den Dipoto für zwei Prospects von den Pirates holte. Er schnappte Anderson den Phillies vor der Nase weg, als die sich eigentlich mit den Pirates bereits einig waren, es aber eine offene medizinische Frage bezüglich eines der Prospects gab, die Philadelphia schicken wollte. 

Szene der Woche
Wenn aus einem Single durch mehrere Errors faktisch ein Homerun wird, ist das sicher nicht die große Kunst des Baseballs. Nicht umsonst bezeichnet man eine solche Aktion auch als „Little League Homerun“. Unterhaltsam sind Szenen wie die folgende vom vergangenen Freitag allemal, zumindest wenn man nicht gerade Fan des gegnerischen Teams ist. Auf die spöttische Schlagzeile „Guardians did not guard home“ mussten die Indians, die gerade die anstehende Namensänderung bekannt gegeben hatten, nach der Pannenserie bei der 5:10-Niederlage gegen die Rays nicht lange warten. 

Statistik der Woche 
108. So viele Stiche hat die Naht eines Baseballs. Aber darum soll es hier gar nicht gehen, sondern darum, dass die Texas Rangers die „Leistung“ vollbracht haben, 108 Innings hintereinander niemals in Führung zu liegen. Zwölf Spiele verloren sie während dieser Durststrecke, die einen Franchise-Rekord darstellte. Der Bann brach am Dienstag, als die Rangers im vierten Inning gegen die Diamondbacks 5:1 in Führung gingen und das Spiel schließlich mit 5:4 nach Hause brachten. 

Spiel der Woche
Die Mariners sind ein Team, das schlichtweg nicht aufgibt. Das zeigen sie schon die gesamte Saison über, in der sie schon mehrfach totgesagt waren und doch stets zurück ins Playoffrennen fanden. Geradezu sinnbildlich für die Mariners des Jahres 2021 war das Spiel gegen die Astros am Montag. 0:6 lagen sie nach dem ersten Inning zurück, 0:7 im vierten, erst dann fanden die Mariners langsam ins Spiel. Mit einem 7:8-Rückstand und zwei Outs im achten Inning luden sie die Bases, bevor Dylan Moore mit einem Grand Slam zum 11:8 das Comeback perfekt machte. 

Mein Einschalttipp
Ein Hauch von World Series könnte am Wochenende durch San Francisco wehen, wenn die Giants als derzeit stärkstes Team der National League auf die Houston Astros als (gemeinsam mit den Red Sox) stärkstes Team der American League treffen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag sind die Spiele aus europäischer Sicht günstig gelegen mit einer Startzeit von jeweils 22:05 Uhr.

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Juni 5th, 2021 by Silversurger

Wenn im Baseball die Rede von einem 2-Way-Player ist, denkt man vermutlich erst mal an Shohei Ohtani und an Babe Ruth. Bei mir geht es heute um einen 2-Way-Player der ganz anderen Art. Scott Radinsky war von 1990 bis 2001 als Relief Pitcher für die Chicago White Sox, die Los Angeles Dodgers, die St. Louis Cardinals und die Cleveland Indians aktiv und füllte danach diverse Coaching-Jobs in den Major und Minor Leagues aus. Das würde nach einer ziemlich normalen Profi-Baseballkarriere klingen, hätte Radinsky nicht die ganze Zeit über ein zweites Standbein als Punkrocker gepflegt, was seine Lebensgeschichte zu einer doch eher ungewöhnlichen macht. Zunächst mit Ten Foot Pole und dann mit der 1994 von ihm gegründeten Band Pulley nutzte Radinsky regelmäßig die Saisonpausen, um Alben aufzunehmen und durch die Welt zu touren, unter anderem als Support von Green Day und NOFX. Vor wenigen Tagen hat Pulley eine neue EP veröffentlicht. Ich hatte das Vergnügen, mit Scott Radinsky ein Interview führen zu dürfen, das ihr im Folgenden nachlesen könnt.

Scott Radinsky 2012 als Pitching Coach der Indians1

Dominik: Zunächst mal herzlichen Dank, dass du dir die Zeit für mich und meine Leserinnen und Leser nimmst. Würdest du dich bitte kurz vorstellen und erzählen, was du getan hast und zurzeit tust?

Scott: Danke, gern. Ich bin Scott Radinsky, ein ehemaliger MLB-Pitcher und Profi-Baseball-Coach, der auch in einer Punk-Band namens Pulley singt. In den letzten paar Jahren habe ich bei einem lokalen High-School-Team ausgeholfen und mich für USA Baseball engagiert. [Anm.: USA Baseball ist quasi das US-Pendant zum DBV und unter anderem für die Olympia- und Nationalmannschaften verantwortlich.]

Dominik: Baseball und Punkrock, das klingt für mich nach einer großartigen Kombination, weil ich persönlich beides sehr mag, aber es scheinen mir auch zwei sehr unterschiedliche Welten zu sein – auf der einen Seite ein Sport, der als eher konservativ gilt und viel Disziplin und Einordnung in hierarchische Strukturen verlangt, auf der anderen Seite eine Musikszene, deren Mottos darin bestehen, seinen eigenen Weg zu gehen, Autoritäten und Hierarchien in Frage zu stellen usw. Wie passt das für dich zusammen?

Scott: Nun, tatsächlich hat beides für mich nie richtig zusammengepasst, abgesehen davon, dass es die einzigen Dinge sind, die ich je gemacht habe. Wenn ich nach Gemeinsamkeiten suche, dann ist es am ehesten, dass man in beiden Fällen vor Publikum spielt, aber das ist auch schon so ziemlich alles. Baseball ist der große Apparat mit festen Strukturen und Leuten, die sich gegenseitig ausbooten, um selbst nach oben zu kommen. Es ist eine ziemliche Ellenbogengesellschaft. Das Spiel ist großartig, aber das Business? Äh, nicht so großartig. 
Punkrock hingegen kam immer ohne echte Grenzen aus, innerhalb derer man sich bewegen müsste, man hat die Freiheit, sich künstlerisch und musikalisch auszudrücken und einfach man selbst zu sein. Gerade wenn man mit Labels arbeitet, die selbst von Punks betrieben werden, gibt einem das die Freiheit, sich auszudrücken und die Ermutigung, den eigenen Weg zu gehen, egal wohin dieser einen führt. 

Dominik: Würdest du sagen, Baseball sollte in der Hinsicht etwas vom Punkrock lernen?

Scott: Sie könnten auf jeden Fall lernen, mehr sie selbst zu sein und den Spielern mehr zu erlauben, sich auszudrücken. Tatsächlich gab es in den letzten paar Jahren deutlich weniger Kontroversen um die Aufrechterhaltung bestimmer Images, und einige Spieler mit offener Persönlichkeit werden ermutigt, diese auszuleben und sich nicht anzupassen. Das ist ein großer Schritt für ein Spiel, das es seit über 100 Jahren gibt, mit ungeschriebenen Regeln, Traditionen usw. Vielleicht ist der Baseball also bereits dabei, eine Seite aus dem Punkrock-Handbuch zu übernehmen.

Dominik: Alice Cooper hat mal gesagt: „Wenn mich jemand vor die Wahl gestellt hätte, ein Rockstar zu sein oder im Leftfield für die Tigers zu spiele, dann wäre das gar keine Frage gewesen. Ich hätte einfach gesagt: Wo ist mein Spind?“ Was wäre deine Wahl gewesen, wenn du zwischen Bühne und Mound hättest entscheiden müssen?

Scott: Ich denke, in dem Fall hätte ich gewählt, von Februar bis Oktober ein Baseballspieler zu sein und ein Punk in den restlichen vier Monaten des Jahres. Moment mal – das ist ja genau das, was ich bin!

Dominik: Wie war das mit deinen Teamkameraden während der aktiven Karriere, haben sie sich für dein Zweitleben als Musiker interessiert?

Scott: Einige waren beeindruckt, anderen war es egal oder es war ihnen gar nicht bewusst. Ich habe es meistens ziemlich gut hinbekommen, beides voneinander zu trennen, außer wenn ich wusste, dass sich jemand aufrichtig interessierte. Einige der Jungs waren auf Konzerten oder während der Aufnahmen im Studio und da wurde ihnen erst richtig klar, scheiße, das ist echt. Sie hatten definitiv eine andere Perspektive, nachdem sie es persönlich aus der Nähe gesehen haben.

Dominik: Und wie war es andersherum für deine Bandkollegen? Es heißt, dass du wegen dem Baseball aus deiner früheren Band Ten Foot Pole rausgeflogen bist.

Scott: Ja, Baseball war die Begründung, dass man mich bat, die Band zu verlassen, obwohl ich zu der Zeit schon seit acht Jahren professionell gespielt hatte. Es war die Zeit der Punk-Explosion in den frühen bis mittleren 1990ern und Ten Foot Pole hatte die Hoffnung, den Durchbruch zu schaffen. Je nachdem, wie man es betrachtet, kann man wohl auch sagen, dass vielleicht Geld der Grund war.  

Dominik: Du hast in 557 MLB-Spielen gepitcht. Welches war das eine Spiel oder der eine Moment, den du am meisten genossen hast?

Scott: Das war wahrscheinlich der Zeitpunkt, als ich zum ersten Mal in der Major League pitchen durfte. Das ist der Moment, auf den wir alle hinarbeiten. Als es endlich passierte und ich mir bewusst machte, dass ich in einem MLB-Spiel pitchte, da wusste ich: Ich hab’s geschafft! Danach kam der anstrengende Teil, der Kampf ums Überleben und darum, so lange dabei zu bleiben wie ich konnte.

Dominik: Hattest du als Reliever einen Walkup-Song, vielleicht sogar von deiner Band? 

Scott: Ich hatte leider keinen Song, der regelmäßig gespielt wurde, wenn ich ins Spiel kam. Ich hätte wohl einen von den Ramones gewählt.

Dominik: Inwiefern fließen deine Baseballerfahrungen in deine eigenen Songtexte ein?

Scott: Mein tägliches Leben ist definitiv ein Einfluss auf meine Lyrics und manchmal ist Baseball ein Teil davon. Ich bin nicht sicher, ob ich einen ganzen Song nennen könnte, der sich auf Baseball zurückführen lässt. Der Einfluss kommt wohl eher in Form von einzelnen Gedanken, Zeilen und Abschnitten zum Tragen als in kompletten Liedern. 

Dominik: Wäre es denn vorstellbar für dich, mal ein ganzes Album zu veröffentlichen, auf dem sich alles um Baseball dreht, so wie man es von den Isotopes kennt?

Scott: Ich weiß nicht recht, ob ich das könnte. Gott sei Dank gibt es die Isotopes.

Dominik: Apropos Veröffentlichen, ihr habt mit Pulley gerade die EP „Different Strings“ herausgebracht. Sie enthält vier Songs, die man von euch schon kannte, in neuen Akustik-Versionen. Wie ist es dazu gekommen?

Scott: Das ging zum Beginn der Coronazeit los, während wir dabei waren, neue Songs zu schreiben. Wenn wir davon eine Pause brauchten, klimperten wir zwischendurch ältere Songs auf Akustikgitarren und stellten fest, dass einige der Lieder auf diese Art gar nicht schlecht klangen. Also haben wir eine Auswahl getroffen und sie aufgenommen.

Dominik: Dass ihr dabei wart, neue Songs zu schreiben, heißt also, dass demnächst auch mit einem vollen Album zu rechnen ist? 

Scott: Ja, wir sind nach wie vor dran und werden demnächst weitere Veröffentlichungen am Start haben.

Dominik: Gibt es Hoffnung, euch auch bald mal wieder in Deutschland zu sehen, wenn die Coronasache durchgestanden ist?

Scott: Ich hoffe ganz stark, dass wir alle bald wieder Shows besuchen und spielen und uns an Live-Musik erfreuen können.

Dominik: Leider sind Musik und Sport zwei der am härtesten von Corona getroffenen Bereiche. Wie gut bist du mit der Pandemiesituation zurecht gekommen?

Scott: Ja, die Pandemie hat uns alle hart getroffen. Aber für mich persönlich kann ich sagen, dass ich viel Zeit mit meiner Familie verbracht habe und das langsame Leben genossen habe. Insofern war es in Ordnung für mich und hat mich nicht verrückt gemacht. Sicher war bei mir der Druck auch dadurch geringer, dass ich vorher schon keinen festen Job hatte und mir trotzdem keine Sorgen machen musste. Ich weiß nicht, wie lange das Sportgeschäft brauchen wird, bis es die finanziellen Einbußen verkraftet hat, aber zurzeit können die Stadien ihre Kapazitäten wieder stärker ausschöpfen, was für die Eigentümer hilfreich und ermutigend sein dürfte. 

Dominik: Wie sehen deine Zukunftspläne im Baseball aus? Hast du die Hoffnung, es als Trainer oder Manager noch mal zurück in die Big Leagues zu schaffen?

Scott: Momentan setze ich erstmal meine Arbeit mit USA Baseball und auf dem High-School-Level fort. Zudem gibt es ein College-Summer-League-Team in meiner Nähe, bei dem ich ebenfalls als Coach mithelfen werde. Was eine Rückkehr in den professionellen Baseball angeht, würde ich die Tür nicht ganz schließen wollen, aber ich bin definitiv nicht auf der Suche. Falls jemand anruft, werde ich sicher zuhören. Angesichts der Richtung, die das Profi-Level zurzeit eingeschlagen hat, muss ich sagen, dass ich sicher besser in einen Bereich passe, in dem ich eher lehren kann als nur Informationen zu transferieren. 

Dominik: Wie stehst du zu den Regeländerungen, die in letzter Zeit umgesetzt wurden oder noch diskutiert werden, zum Beispiel das 3-Batter-Minimum, automatische Baserunner in Extra-Innings oder den universellen DH?

Scott: Ich habe schon eine Meinung zu all diesen Themen, aber im Endeffekt werde ich weder in die eine noch in die andere Richtung etwas ändern können. Daher schwimme ich in dem Fall mit dem Strom und nehme es so wie es kommt. Generell habe ich den Eindruck, dass sich die Dinge ein bisschen in Richtung Little League entwickeln. 

Dominik: Du hast jahrelang für die Cleveland Indians gespielt und gearbeitet. Was hältst du von den Diskussionen um den Namen und das Logo?

Scott: Ja, ich war fast ein Jahrzehnt lang in verschiedenen Rollen für die Indians tätig. Ich muss zugeben, dass ich in der Zeit nie wirklich über den Namen nachgedacht habe. Es hat mich nie beschäftigt, weil ich sie nur unter diesem Namen kannte.

Dominik: Wenn du bei der anstehenden Auswahl des neuen Namens mitbestimmen könntest, wie würdest du das Team nennen?

Scott: Ich würde es definitiv gern „The Cleveland Baseball Team“ nennen. Ich finde, das hat einen guten Klang, lang aber gut. Aber es wird mir auch schwer fallen, sie irgendwie anders zu nennen als die Indians.

Dominik: Gibt es noch etwas, das du mit mir und meinen Leserinnen und Lesern teilen möchtest, auch wenn ich versäumt haben sollte, die richtige Frage zu stellen?

Scott: Ich möchte einfach allen danken, die das Interview gelesen haben und bis zum Ende dabei geblieben sind. Passt auf euch auf und seid nett zueinander!

Dominik: Da schließe ich mich doch glatt an. Vielen Dank, Scott!

Scott Radinsky bei einem Konzert mit Pulley 20132

Ein weiteres Dankeschön geht an Nick Josten von JO!PR und SBÄM Records für die Vermittlung des Interviews. Hier könnt ihr euch den ersten Song der EP „Different Strings“ von Scotts Band Pulley anhören. Ihr findet sie bei den bekannten Streaminganbietern, zudem sind unter dem Video (wenn ihr es in Youtube öffnet) Bezugsquellen für die Vinyl-Version genannt.

(1) Quelle: Wikimedia, Urheber: Keith Allison (CC BY-SA 2.0)
(2) Quelle: Wikimedia, Urheber: Achim Raschka (CC BY-SA 3.0)

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März 13th, 2021 by Silversurger

Bühne frei für den letzten Angriff der Indianer von Cleveland. Dieser Satz enthält zwei bedenkliche Begriffe: zum einen die auf einem historischen Irrtum beruhende Sammelbezeichnung der amerikanischen Ureinwohner als „Indianer“; zum anderen das Wort „Angriff“ in Verbindung mit einem der offensivschwächsten Teams der Liga. Das erste Problem wird im Anschluss an diese Saison gelöst, denn der Baseballklub aus Ohio wird den seit Jahren kritisierten Namen ablegen. Das zweite Problem lässt sich vermutlich nicht so leicht aus der Welt schaffen – jedenfalls nicht, indem man aus einem ohnehin schon dünnen Lineup Francisco Lindor und Carlos Santana entfernt, ohne für angemessenen Ersatz zu sorgen. Insbesondere der Blockbuster-Trade mit den Mets sorgte für viel Kritik von Clevelands Fans und Medien: Mit Lindor und Carlos Carrasco wurden zwei Leistungsträger und Publikumslieblinge nach New York geschickt, als Gegenleistung kamen mit Amed Rosario und Andres Gimenez zwei eher mittelmäßige Shortstops sowie zwei nachrangige Minor-League-Prospects. Es ging bei dem Move offensichtlich in erster Linie darum, Gehalt einzusparen, ebenso wie bei den nicht gezogenen Optionen für Santana und Closer Brad Hand. Die Indians weisen nach derzeitigem Stand für die Saison 2021 mit 40,3 Millionen Dollar die geringste Payroll der MLB auf. Umso bemerkenswerter ist es, dass sie – im Gegensatz zu anderen Sparbrötchen wie den Pirates oder den Orioles – trotzdem ein halbwegs kompetitives Team aufbieten, getragen von wenigen verbliebenen Ausnahmespielern wie Jose Ramirez und Shane Bieber.

Voraussichtliches Lineup
C Roberto Perez
1B Josh Naylor
2B Cesar Hernandez
SS Amed Rosario
3B Jose Ramirez
LF Eddie Rosario
CF Oscar Mercado
RF Daniel Johnson
DH Franmil Reyes

Voraussichtliche Rotation
RHP Shane Bieber
RHP Zach Plesac
RHP Aaron Civale
RHP Triston McKenzie
RHP Cal Quantrill
Key Reliever: James Karinchak

Wichtigster Zugang
OF Eddie Rosario (Minnesota Twins)

Wichtigster Abgang
SS Francisco Lindor (New York Mets)

Bestes Prospect
3B/OF Nolan Jones

Größte Stärke
Pitching: Die Indians sind schlichtweg Weltklasse in der Entdeckung und Entwicklung von Pitchern. In den letzten zwei Jahren wurden Trevor Bauer, Corey Kluber, Mike Clevinger, Carlos Carrasco und Brand Hand abgegeben, aber der Nachschub an starken Armen scheint in Cleveland nie zu versiegen. 2020 erlaubte das Staff unter der Führung von Cy-Young-Gewinner Shane Bieber von allen MLB-Teams die wenigsten gegnerischen Runs (209), und das dürfte 2021 nicht viel anders aussehen.

Größte Schwäche
Die Offensive: Hier zeigt sich die andere Seite der Medaille. Den wenigsten gegnerischen Runs standen 2020 die sechstwenigsten eigenen Runs gegenüber. Spiele der Indians sind definitiv nichts für Actionfans. Die Abgänge von Carlos Santana und Francisco Lindor werden das nicht zum Positiven verändern.

Spannendste Frage
Wie soll das Team nächstes Jahr heißen? Dreierlei hat Team-Owner Paul Dolan schon klargestellt: 1. Der Name Indians, den die Franchise seit 1915 trägt, ist nach der Saison 2021 Geschichte. 2. Der neue Name wird keinen Bezug zu amerikanischen Ureinwohnern haben, somit scheidet zum Beispiel „Tribe“ aus. 3. Man wird nicht dem Vorbild von Washingtons Footballern folgen und als „Cleveland Baseball Team“ auftreten. Als Favoriten gelten bislang die Namen von zwei Vorgänger-Teams, „Naps“ und „Spiders“. Weitere Möglichkeiten, die ins Spiel gebracht wurden, sind „Rockers“, „Rockets“, „Guardians“, „Buckeyes“, „Blues“ und „Clash“.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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Februar 9th, 2021 by Silversurger

Zehn Wochen Anlauf habe ich genommen, um die meiner Meinung nach größten Skandale der MLB-Geschichte herunterzuzählen. Platz eins wird kaum jemanden überraschen: Der traurigste, beschämendste und zugleich am längsten andauernde Skandal im professionellen Baseball ist die große und lange währende Rolle von rassistischer Diskriminierung.

Am 15. April 1947 hatte Jackie Robinson seinen ersten MLB-Einsatz für die Brooklyn Dodgers. Das war der Anfang vom Ende jahrezehntelanger Rassentrennung im Baseball. Dieses besonderen Moments wird jedes Jahr am 15. April gedacht: Alle Spieler, Coaches und sogar die Schiedsrichter tragen für einen Tag Jackie Robinsons Rückennummer 42 auf dem Trikot, die ansonsten in der gesamten Liga nicht mehr vergeben wird.

Robinson war übrigens nicht der erste schwarze Spieler in den Major Leagues. Im 19. Jahrhundert waren einige dunkelhäutige Akteure zu Einsätzen gekommen, zum Beispiel William Edward White 1879 für die Providence Grays und 1884 die Brüder Fleetwood und Weldy Walker für die Toledo Blue Stockings. Nach 1884 war die Rassentrennung im Baseball für über 60 Jahre traurige Realität. In einigen Minor Leagues wurde der Einsatz farbiger Akteure ausdrücklich verboten, in der MLB berief man sich auf ein sogenanntes „Gentlemen’s Agreement“. Viele Spieler und Teams in der MLB drohten mit Streiks für den Fall, dass sie gegen Mannschaften antreten sollten, die dunkelhäutige Spieler einsetzten. Cap Anson, First Baseman und Manager der Philadelphia Athletics und der Chicago White Stockings (später Chicago Colts), machte sich in dieser Hinsicht einen besonders unrühmlichen Namen.

Schwarze Baseballer konnten ihr Können in jener Zeit lediglich in den in puncto Infrastruktur und Verdienstmöglichkeiten klar benachteiligten „Negro Leagues“ zeigen. Die offizielle Anerkennung der in diesen Ligen vollbrachten Leistungen ließ sehr lange auf sich warten: Erst vor zwei Monaten, im Dezember 2020, gab die MLB bekannt, dass sieben „Negro Leagues“ der Jahre 1920 bis 1948 nachträglich als Major Leagues eingestuft werden. Das bedeutet, dass die 3.400 Spieler dieser Ligen mit all ihren Leistungen, Statistiken und Rekorden nun offiziell als Major Leaguer gelten. 

Nicht nur die viel zu späte Anerkennung der „Negro Leagues“ zeigt, dass Rassismus im Baseball keineswegs am 15. April 1947 schlagartig Geschichte war. Jackie Robinson und viele andere dunkelhäutige Spieler hatten noch über Jahre und Jahrzehnte mit offenen Anfeindungen durch Spieler, Funktionäre und Fans zu kämpfen. Der kürzlich verstorbene Hank Aaron musste dies vor allem 1973/74 erfahren, als er dabei war, den Homerun-Rekord von Babe Ruth zu brechen.

The Ruth chase should have been the greatest period of my life, and it was the worst. I couldn’t believe there was so much hatred in people. It’s something I’m still trying to get over, and maybe never will. (Hank Aaron) 

1987 kosteten rassistische Äußerungen den General Manager der Los Angeles Dodgers, Al Campanis, den Job. Ausgerechnet in einer Sendung zum 40. Jubiläum des Debüts seines ehemaligen Teamkameraden Jackie Robinson verriet Campanis krude Ansichten: zum Beispiel, dass vielen Schwarzen die „Voraussetzungen“ fehlten, Field Manager oder General Manager  zu sein, und dass sie schlechte Schwimmer seien, weil sie weniger Auftrieb hätten.

Ein noch erschreckenderes Beispiel dafür, dass Rassismus im Baseball auch lange nach 1947 noch eine Rolle spielte, bot Marge Schott, die Teameignerin der Cincinnati Reds von 1968 bis 1999. Schott leistete sich im kleinen Kreis regelmäßig beleidigende Ausfälle gegen Schwarze und Juden und verbot ihren Angestellten, Schwarze einzustellen. Nachdem sie 1996 öffentlich äußerte, Adolf Hitler sei am Anfang gut gewesen, bevor er „etwas zu weit gegangen“ sei, wurde sie von der MLB für zwei Jahre gesperrt und entschied sich anschließend zum Verkauf der Franchise.

Wo steht der Baseball heute in Bezug auf Rassismus? Das Glas ist halb voll, weil offen rassistische Äußerungen wie jene von Campanis und Schott eine absolute Seltenheit sind und auf konsequente Reaktionen stoßen; es ist halb leer, weil der Anteil von Dunkelhäutigen und sonstigen Angehörigen von Minderheiten in den Führungsebenen der Klubs immer noch unverhältnismäßig niedrig ist. Das Glas ist halb voll, weil zum Beispiel die Aktionen zur Unterstützung der „Black Lives Matter“-Bewegung im August 2020 gezeigt haben, dass die Spieler aller Hautfarben und Abstammungen bereit sind, gemeinsam starke Zeichen gegen Rassismus zu setzen; es ist halb leer, weil solche Zeichen offensichtlich immer noch nötig sind. Das Glas ist halb voll, weil auch subtilere und scheinbar „positiv gewendete“ Formen der Diskriminierung wie Logos und Teamnamen (z. B. der Cleveland Indians) in den Blick genommen und geändert werden; es ist halb leer, weil dieser ganze Prozess quälend lange dauert und immer noch von viel „wird man ja wohl noch sagen dürfen“ und „war doch schon immer so“ begleitet wird.

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Februar 4th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison soll wie geplant ab 1. April stattfinden. Das klingt nicht nach einer Neuigkeit, ist aber eine. Denn eine Verschiebung wurde in den letzten Tagen von mehreren Seiten gefordert, allein die Spielergewerkschaft stellt sich quer. Der Knaller der Woche auf dem Transfermarkt war der Wechsel von Nolan Arenado zu den St. Louis Cardinals.

Spieler wollen keinen späteren Saisonbeginn
Die Fronten scheinen verhärtet: Nachdem die Spielergewerkschaft MLBPA Anfang der Woche einen Vorschlag der Liga ablehnte, der eine auf 154 Spiele verkürzte Saison ab 28. April vorsah, schalteten sich gestern die US-Gesundheitsbehörden ein. Sie empfehlen ebenfalls, einen Monat später in den Spielbetrieb zu starten, und stellen in Aussicht, dass bis dahin alle Spieler und sonstigen Beteiligten geimpft werden könnten. Doch die MLBPA will davon nichts wissen, die Beteiligung an einem Gespräch mit Regierungsvertretern und der Ligaleitung lehnte sie rundheraus ab. Solange es keine Einigung zwischen Liga und MLBPA gibt, gelten weiterhin die ursprünglichen Starttermine. Demnach stehen am 27. Februar die ersten Spring-Training-Spiele und am 1. April die Saisoneröffnung an.

Ich muss gestehen, dass mir nicht klar ist, worauf die Gewerkschaft mit ihrer Blockadehaltung hinaus will – das Angebot der Liga enthielt die Zusage, die vollen Gehälter zu zahlen und die Designated-Hitter-Regel in der gesamten Liga anzuwenden. Damit wären die zwei vermeintlichen Kernforderungen der Spieler erfüllt. Ein besseres, der Pandemielage angepasstes Angebot können sie kaum erwarten. Eine Erklärung könnte sein, dass es der MLBPA um eine Machtdemonstration geht, bevor nächstes Jahr zwischen der Liga und ihr die Verhandlungen um einen neuen Rahmenvertrag (CBA) anstehen. Wenn das tatsächlich der Hintergrund ist, lässt es nichts Gutes für die CBA-Verhandlungen erwarten – 2022, die hoffentlich erste Saison nach der Pandemie, könnte mit einem Streik beginnen. 

Rockies traden Arenado nach St. Louis
Nolan Arenado, zweifellos einer der besten Third Basemen der Liga, wechselt den Verein: Die Colorado Rockies schicken den 29-Jährigen zu den St. Louis Cardinals. Die Cardinals geben im Gegenzug den linkshändigen Pitcher Austin Gomber, die beiden rechtshändigen Pitcher Tony Locey und Jake Sommers, 3B Mateo Gil sowie IF Elehuris Montero an Colorado ab. Das sind eine Menge talentierter Spieler, aber allesamt weder etablierte Major Leaguer noch Top-Prospects. Ganz offensichtlich waren die Rockies bereit, sich mit relativ wenig zufrieden zu geben, nur um den teuren Vertrag von Arenado loszuwerden, der ihm bei voller Erfüllung bis 2027 noch 214 Millionen Dollar einbringen wird. Mehr noch, die Rockies zahlen sogar drauf: 51 Millionen von Arenados Vertrag nehmen sie auf ihre Kappe, darunter das volle Gehalt von 35 Millionen für die anstehende Saison 2021. Aus Sicht der Cardinals ist das ein großartiges Geschäft, und auch Arenado selbst ist mit dem Wechsel glücklich: Er spielt ab sofort für ein Team mit deutlich besseren Playoffchancen und erhält obendrein die Möglichkeit, nach jedem der beiden kommenden Jahre einseitig aus dem Vertrag auszusteigen. Die Rockies hingegen werden einige Überzeugungsarbeit gegenüber den eigenen Fans leisten müssen, um den Sinn dieses Moves zu rechtfertigen.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Auf dem Free-Agent-Markt hat sich auch in dieser Woche einiges getan, wenngleich mit zum Beispiel Trevor Bauer, Marcell Ozuna und Justin Turner noch einige große Namen ausstehen. Besonders aktiv waren die Cubs, die anscheinend aus ihrem langen Winterschlaf aufgewacht und nun dabei sind, ihr fadenscheinig gewordenes Roster aufzufüllen. Hier die Vertragsabschlüsse der vergangenen sieben Tage im Überblick: SS Didi Gregorius (Philadelphia Phillies, 2 Jahre, 28 Millionen Dollar), 2B Kolten Wong (Milwaukee Brewers, 2 Jahre plus Kluboption, 18 Millionen), DH Nelson Cruz (Minnesota Twins, 1 Jahr, 13 Millionen), SP Adam Wainwright (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 8 Millionen plus Boni), OF Eddie Rosario (Cleveland Indians, 1 Jahr, 8 Millionen), OF Joc Pederson (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 7 Millionen), SP Chris Archer (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 6,5 Millionen),  RP Alex Colome (Twins, 1 Jahr plus Kluboption, 6,25 Millionen), RP Joakim Soria (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 3,5 Millionen plus Boni), SP Carlos Rodon (Chicago White Sox, 1 Jahr, 3,5 Millionen), RP Andrew Chafin (Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 2,75 Millionen), SP Trevor Williams (Cubs, 1 Jahr, 2,5 Millionen), RP Sean Doolittle (Cincinnati Reds, 1 Jahr, 1,5 Millionen plus Boni), C Alex Avila (Washington Nationals, 1 Jahr, 1,5 Millionen),  SP/RP Kohl Stewart (Cubs,1 Jahr, 750.000)

Zwischen den Baltimore Orioles und den Los Angeles Angels gibt es einen Trade, dessen Kernstück Starting Pitcher Alex Cobb ist. Der 33-jährige Rechtshänder wechselt zu den Angels, die im Gegenzug Infield-Prospect Jahmai Jones nach Baltimore schicken. Die Orioles übernehmen zudem zwei Drittel des Gehalts von 15 Millionen Dollar, das Cobb dieses Jahr zusteht. 

Schwere Vorwürfe gegen Callaway
Dem Pitching-Coach der Los Angeles Angels, Mickey Callaway, werden mehrere Fälle sexueller Belästigung vorgeworfen. Nach einem Bericht von The Athletic haben fünf Frauen aus dem Bereich der Sportmedien Callaway beschuldigt, sie mit unerwünschten Textnachrichten und Fotos bedrängt zu haben. Die Vorwürfe ziehen sich über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren, in denen Callaway für drei verschiedene Teams gearbeitet hat. Der 45-Jährige war von 2013 bis 2017 Pitching Coach der Cleveland Indians und von 2018 bis 2019 Manager der New York Mets. Die Angels haben Callaway, der die Anschuldigungen abstreitet, unmittelbar nach deren Bekanntwerden von seinem Posten freigestellt und eine vollständige Untersuchung gemeinsam mit der Liga angekündigt.

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Januar 28th, 2021 by Silversurger

Keine Woche ohne einen verstorbenen Hall of Famer – so sieht der Start in das lang ersehnte Jahr 2021 bisher leider aus. Diese Woche steht die Trauermeldung nicht am Ende, sondern am Anfang des Grand Slams, denn mit Hank Aaron ist einer der ganz Großen des Baseballs von uns gegangen.
Viel Zeit zum Innehalten bleibt leider nicht, denn der Countdown zur neuen Saison läuft und die MLB-Teams sind eifrig dabei, letzte Hand an ihre Kader zu legen. Den größten Deal landeten diese Woche die Phillies. Sie wurden sich mit J. T. Realmuto einig, dem Top-Free-Agent dieser Offseason nach meiner Rangliste vom November. 

Abschied von Hank Aaron
Die Baseballwelt trauert um einen der größten Slugger aller Zeiten: Henry „Hank“ Aaron ist am Freitag im Alter von 86 Jahren gestorben. Aaron schlug in seiner Karriere 755 Homeruns und war damit lange Rekordhalter, bevor ihn Barry Bonds im Jahr 2007 überholte. Angesichts der Rolle von Bonds in der Steroid-Ära gilt Aaron Vielen bis heute als der wahre Homerun-Champion der MLB-Geschichte. In seiner 23 Jahre langen Karriere mit den Milwaukee/Atlanta Braves und den Milwaukee Brewers wurde er 21-mal ins All-Star-Team berufen, gewann zwei Batting-Titel, drei Gold Gloves und die World Series 1957. Die Zeit seines größten Erfolges war für ihn zugleich die schwerste seines Lebens, denn das Übertreffen des Homerun-Rekords von Babe Ruth im Jahr 1974 wurde von massiven rassistischen Anfeindungen und Morddrohungen begleitet. Aaron ertrug den blinden Hass mit Mut und Gelassenheit. Für seine Rolle als Vorbild und sein auch nach der Karriere fortgesetztes gesellschaftliches Engagement wurde er 2002 mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet. Seit 1982 ist er Mitglied der Baseball Hall of Fame, in die er im ersten Jahr der Wählbarkeit mit 98% der Stimmen aufgenommen wurde.

Niemand in die Hall of Fame gewählt
Apropos Hall of Fame: Die diesjährige Wahl zur Aufnahme in die Ehrenhalle ist vorbei und zum ersten Mal seit 2013 erreichte niemand die nötige Mehrheit von 75% Zustimmung der 401 wahlberechtigten Baseball-Journalisten. 14 Wahlberechtigte gingen sogar so weit, einen leeren Wahlzettel abzugeben.
Die höchsten Werte erzielten Curt Schilling (71,1%), Barry Bonds (61,8%) und Roger Clemens (61,6%). Diese drei wären von ihren Karriereleistungen her eigentlich allesamt sichere Hall-of-Fame-Kandidaten, doch wegen Dopingvorwürfen und Charakterfragen wird ihnen schon seit neun Jahren regelmäßig die nötige Mehrheit verweigert. Nächstes Jahr stehen sie zum zehnten und letzten Mal auf dem Wahlschein – ihre letzte Chance wird vermutlich ihre beste sein, weil es einige der Wahlberechtigten wohl als ausreichenden Denkzettel ansehen werden, sie so lange wie möglich schmoren zu lassen und sie dann doch noch in die Halle zu wählen. Schilling hat auf dieses Spiel keine Lust mehr und bat in einem Brief darum, nächstes Mal nicht mehr zur Wahl gestellt zu werden. Voraussichtlich wird die Hall of Fame diesem Wunsch nicht entsprechen, da die Regeln eine freiwillige Aufgabe der Wählbarkeit nicht vorsehen.
Die Spieler, die dieses Jahr zum ersten Mal wählbar waren, galten bereits im Vorfeld als wenig aussichtsreiche Gruppe. Mark Buehrle erhielt von ihnen die meisten Stimmen, ist aber mit 11,0% weit von einer Berufung entfernt. Mit weniger als 5% der Stimmen sind Aramis Ramirez, LaTroy Hawkins, Barry Zito, A.J. Burnett, Michael Cuddyer, Dan Haren, Nick Swisher und Shane Victorino bei zukünftigen Wahlrunden nicht mehr dabei.

Saisonstart: Cactus League bittet um Verschiebung
Der Zeitplan bis zum Start der MLB-Saison am 1. April ist nach wie vor in Kraft, aber Verzögerungen durch Corona sind längst nicht vom Tisch. In einem Brief an Commissioner Rob Manfred hat nun die Cactus League – also der in Arizona basierte Teil der Spring-Training-Einrichtungen – darum gebeten, den Beginn des Spring Trainings zu verschieben. Als Grund werden die zurzeit hohen Infektionszahlen in Maricopa County angegeben.
Die Entscheidung über eine Verschiebung können die Cactus League und die MLB nur gemeinsam mit der Spielergewerkschaft MLBPA treffen. Die MLBPA hat derweil bereits sehr deutlich gemacht, dass sie einen späteren Start des Spring Trainings sehr kritisch sieht. Der Grund dafür aus Sicht der Spieler liegt auf der Hand: Ein verspätetes Spring Training würde wahrscheinlich auch einen verspäteten Saisonstart und im Endeffekt eine erneut verkürzte Saison bedeuten – und damit Gehaltseinbußen, da die Spielergehälter sich anteilsmäßig reduzieren, wenn weniger Spiele stattfinden.  

Zahltag für Realmuto
Schon seit sie J. T. Realmuto im Februar 2019 von den Miami Marlins ertradeten, waren die Philadelphia Phillies erklärtermaßen an einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Catcher interessiert. Die Verhandlungen zogen sich jedoch lange hin, der Vertrag lief aus und es mehrten sich die Gerüchte, dass der zweimalige All-Star sich anderweitig orientieren könnte. Nun haben beide Seiten doch noch zu einem Abschluss gefunden und sich auf eine Zusammenarbeit für weitere fünf Jahre geeinigt. Der Deal hat ein Volumen von 115,5 Millionen Dollar. Das entspricht einem jährlichen Durchschnitt von 23,1 Millionen und stellt in dieser Hinsicht den teuersten Vertrag da, den je ein Catcher bekommen hat. Es war offenbar ein zentraler Verhandlungspunkt für Realmuto, den Gehaltsschnitt von Joe Mauer zu übertreffen, der 2010 bei den Minnesota Twins einen Achtjahresvertrag über 184 Millionen (23 Millionen pro Jahr) erhielt.

Yankees ertraden Taillon 
Die New York Yankees arbeiten weiter daran, ihre Starting Rotation aufzuwerten und gleichzeitig 2021 unter der 210-Millionen-Grenze für Spielergehälter zu bleiben, ab welcher Strafzahlungen fällig wären. Vor diesem Hintergrund ist der Move zu sehen, von den Pittsburgh Pirates James Taillon zu holen. Der 29-Jährige ist ein solider Starter mit einem Karriere-ERA von 3.67 und hat für dieses Jahr einen Vertrag über relativ überschaubare 2,5 Millionen. Das Fragezeichen, das Taillon mitbringt, ist eine Tommy-John-Surgery vom August 2019, wegen der er die gesamte Saison 2020 pausieren musste. Als Gegenleistung für Taillon schicken die Yankees vier Prospects nach Pittsburgh: die Pitcher Miguel Yajure und Roansy Contreras, Infielder Maikol Escotto und Outfielder Canaan Smith werden Teil des Rebuilds der Pirates. 
Ein langjähriges Mitglied der Yankees-Rotation wird 2021 nicht mehr an Bord sein: Masahiro Tanaka gab heute bekannt, dass er zurück nach Japan geht und sich dort den Rakuten Eagles anschließt.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Da die Signings gerade massenweise einprasseln, liste ich den Rest wieder im Telegrammstil auf. Neue MLB-Verträge gab es diese Woche für: IF/OF Jurickson Profar (San Diego Padres, 3 Jahre plus beidseitige Option, 21 Millionen Dollar), SS Marcus Semien (Blue Jays, 1 Jahr, 18 Millionen), IF/OF Enrique Hernandez (Boston Red Sox, 2 Jahre, 14 Millionen), SS Andrelton Simmons (Minnesota Twins, 1 Jahr, 10,5 Millionen), RP Brad Hand (Washington Nationals, 1 Jahr, 10,5 Millionen), SP Garrett Richards (Boston Red Sox, 1 Jahr plus Kluboption, 10 Millionen), 2B Cesar Hernandez (Cleveland Indians, 1 Jahr plus Kluboption, 5 Millionen), RP Anthony Bass (Miami Marlins, 2 Jahre plus Kluboption, 5 Millionen), C Wilson Ramos (Detroit Tigers, 1 Jahr, 2 Millionen), C Austin Romine (Chicago Cubs, 1 Jahr, 1,5 Millionen), SS Freddy Galvis (Baltimore Orioles, 1 Jahr, 1,5 Millionen), 1B Ryan Zimmerman (Washington Nationals, 1 Jahr, 1 Million), IF Tommy La Stella (San Francisco Giants, 3 Jahre, Gehalt unbekannt), RP Aaron Loup (New York Mets, 1 Jahr, Gehalt unbekannt). 

Zudem gab es noch zwei kleinere Trades: Die New York Mets schicken SP/RP Steven Matz nach Toronto und erhalten dafür die drei Pitching-Prospects Josh Winckowski, Sean Reid-Foley und Yennsy Diaz aus dem Farmsystem der Blue Jays. Die New York Yankees geben RP Adam Ottavino sowie Minor-League-Pitcher Frank German für einen noch zu benennenden Spieler und/oder eine Ablösezahlung an die Boston Red Sox ab. Das Bemerkenswerte an letzterem Trade ist, dass er der erste zwischen den Erzrivalen Yankees und Red Sox seit sechseinhalb Jahren ist.

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Januar 14th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison 2021 naht mit großen Schritten. Wenn alles wie geplant läuft, beginnen in gut einem Monat die Trainingslager mit dem Reporting der Pitcher und Catcher. Zwei Wochen später, Ende Februar, geht es dann auch schon los mit den Vorbereitungsspielen und am 1. April ist Opening Day. Bis dahin muss in Sachen Free Agency noch viel passieren, denn von den 20 Top-Free-Agents dieses Jahres sind sage und schreibe 17 noch ohne Vertrag. Das dürfte zu einem großen Teil der Unsicherheit im Angesicht der Coronalage geschuldet sein, aber da die MLB nach wie vor von einem pünktlichen Start ausgeht, müsste sich jetzt doch so langsam mal etwas tun auf dem Markt um Trevor Bauer, J. T. Realmuto, George Springer, D. J. LeMahieu usw.
Vielleicht zeigt mein Jammern ja wieder Wirkung. Letzte Woche hat es jedenfalls funktioniert: Gerade mal eine Stunde nach Veröffentlichung des Grand Slams am Donnerstag, dessen Hauptmeldung daraus bestand, dass es wenig zu vermelden gibt, kam es zu einem Blockbuster-Trade zwischen den Indians und den Mets.

Die Mets rüsten auf
Die neue Ära in der Teamgeschichte der New York Mets, eingeleitet mit dem den Kauf der Franchise durch Multimilliardär Steve Cohen, hat ihren ersten großen Deal: Shortstop Francisco Lindor und Starting Pitcher Carlos Carrasco wechseln von den Cleveland Indians nach Queens. Für die Mets sind das zwei deutliche Upgrades, die gemeinsam mit dem neuen Catcher James McCann und einem noch gesuchten neuen Centerfielder (Wunschkandidat: George Springer) den Anspruch untermauern, in diesem und den kommenden Jahren um einen Titel mitzuspielen. Der Preis für die beiden Verstärkungen ist aus Sicht der Mets recht überschaubar. Sie geben an Cleveland Amed Rosario und Andres Gimenez ab – zwei talentierte, aber weit unterhalb der All-Star-Klasse eines Lindor angesiedelte Shortstops – sowie die beiden noch weit von MLB-Reife entfernten Prospects Josh Wolf und Isaiah Greene. Das einzige, was mir als Metsfan an dem Trade nicht gefällt, ist, dass Lindor nur für ein Jahr unter Vertrag steht. Aber es laufen wohl schon Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung.
Auf Seiten der Indians passt der Trade in das Bild des Re-Toolings, das sie seit ein, zwei Jahren betreiben: Auch Mike Clevinger, Trevor Bauer und Corey Kluber wurden gegen eine Kombination junger MLB-Spieler und noch jüngerer Prospects abgegeben. Damit schwächen die Indians auf kurze Sicht ihr Team, sparen aber Geld ein und verhindern gleichzeitig, dass man in absehbarer Zeit in ein vollständiges Rebuilding-Projekt einsteigen müsste. 

Closer Hendriks zu den White Sox 
Die vom finanziellen Volumen her bislang größte Free-Agent-Verpflichtung dieser Offseason haben sich die Chicago White Sox geleistet: 54 Millionen Dollar lassen sie sich die Dienste von Closer Liam Hendriks bis 2024 kosten. Die gewählte Vertragskonstruktion ist interessant und meines Wissens in der MLB bisher noch nicht dagewesen. Es handelt sich formal um einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen plus eine Klub-Option für 2024 über 15 Millionen. Wenn der Klub die Option nicht zieht, bekommt Hendriks die 15 Millionen aber trotzdem, mit dem Unterschied, dass die Zahlung über zehn Jahre gestreckt wird. Das nenne ich mal eine nette Altersvorsorge.

Nationals signen Schwarber
Kyle Schwarber galt vor wenigen Jahren noch als kommender Superstar, inzwischen ist er aufgrund stark schwankender Leistungen eher als ewiges Talent verschrien. Nachdem die Chicago Cubs die Geduld mit dem Outfielder und Catcher verloren und ihm gekündigt haben, haben nun die Washington Nationals zugegriffen. Sie bezahlen dem 27-Jährigen 10 Millionen Dollar für ein Jahr plus beidseitige Option auf ein weiteres Jahr, die ihm weitere 8 Millionen einbringen würde.

Late-Inning-Hilfe für die Astros 
Die Houston Astros bessern ihren Bullpen mit zwei neuen Relievern auf. Das prominentere der neuen Gesichter ist Pedro Baez. Der 32-Jährige verbrachte seine gesamte bisherige Karriere bei den Los Angeles Dodgers und kam dort in sieben Jahren auf starke 3.03 ERA. Bei den Astros erhält Baez einen Zweijahresvertrag plus Kluboption, der ihm 12 Millionen Dollar garantiert und dazu noch ein paar Leistungsboni vorsieht. Zudem kommt der Rechtshänder Ryne Stanek nach Houston. Er bekommt 1,1 Millionen für einen Einjahresvertrag.

Neuer Infielder bei den Brewers  
Die Milwaukee Brewers sind bekannt dafür, im Infield auf Flexibilität zu setzen mit zahlreichen Utility-Spielern, die je nach Matchup und Spielsituation zwischen den einzelnen Posten rotieren. Dieser Strategie bleiben sie offenbar treu, jedenfalls passt Neuverpflichtung Daniel Robertson genau ins Bild. Auf seinen bisherigen Stationen in Tampa Bay und San Francisco ist der 26-Jährige meistens als Second Baseman, Third Baseman oder Shortstop aufgelaufen und hat auch schon auf jeder anderen Position außer Catcher gespielt. Robertson erhält einen Einjahresvertrag über 900.000 Dollar, der ihm leistungsabhängig noch bis zu 400.000 Dollar mehr einbringen kann.

Tommy Lasorda ist tot 
Zum Abschluss eine traurige Nachricht: Tommy Lasorda ist tot. Der langjährige Manager der Los Angeles Dodgers starb Donnerstagnacht im Alter von 93 Jahren. Lasorda leitete das Team von 1976 bis 1996, gewann mit ihm viermal die National League und zweimal die World Series. Unmittelbar nachdem er seine Karriere beendet hatte, wurde er 1997 in die Hall of Fame aufgenommen und die Dodgers retireten sein Trikot mit der Nummer 2. Im Jahr 2000 unterbrach er seinen Ruhestand, um die US-Nationalmannschaft zur Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sydney zu führen.

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Dezember 17th, 2020 by Silversurger

Die Vorbereitungen der MLB-Teams auf die Saison 2021 laufen auf Hochtouren – wann und in welcher Form diese angesichts der Pandemielage stattfinden wird, ist allerdings noch offen. Die Meldungen, die dazu bisher durchgedrungen sind, lassen auf Uneinigkeit zwischen der Ligaleitung und der Spielergewerkschaft schließen: Die MLB denkt offenbar darüber nach, den Saisonstart vom 1. April auf Mai zu verschieben und den Spielplan entsprechend zu kürzen. Die MLBPA hingegen besteht auf einer vollen 162-Spiele-Saison, die nach ihrer Ansicht unter den Sicherheits- und Hygieneregeln der vergangenen Saison zu verantworten wäre. Diese gerade erst begonnene Diskussion wird uns in den nächsten Wochen sicher noch beschäftigen. Bis auf Weiteres sind die Teams angewiesen, sich auf einen pünktlichen Start des Spring Trainings Ende Februar einzustellen.

Die Indianer von Cleveland sind Geschichte
Für ein Team wird 2021 die letzte MLB-Saison werden, jedenfalls unter dem aktuellen Namen: Nach jahrelangen Diskussionen um den rassistischen Gehalt der Bezeichnung „Indians“ hat der Klub aus Cleveland entschieden, diese abzulegen. Anders als das „Washington Football Team“, das sich von einem Tag auf den anderen vom Wort „Redskins“ trennte, werden die Indians mit dem in Ungnade gefallenen Titel noch ein Jahr lang auf Abschiedstournee gehen. Bis 2022 soll ein neuer Teamname gefunden werden. Als früher Favorit gilt „Cleveland Spiders“, der Name eines von 1889 bis 1899 bestehenden National-League-Klubs.

MLB zollt Negro Leagues Anerkennung
Apropos Rassismus: Die MLB gab gestern einen bedeutenden symbolischen Schritt im Zuge der eigenen Vergangenheitsbewältigung bekannt. Sieben sogenannte Negro Leagues der Jahre 1920 bis 1948 werden im Nachhinein offiziell als Major Leagues anerkannt. Das bedeutet, dass die 3.400 Spieler dieser Ligen mit all ihren Leistungen, Statistiken und Rekorden nun offiziell als Major Leaguer gelten. Die MLB hatte jahrzehntelang per Absprache unter den Ownern dunkelhäutige Spieler vom professionellen Baseball ausgeschlossen und diese in den finanziell und infrastrukturell benachteiligten Negro Leagues abgesondert. Erst 1947 endete mit dem Einsatz von Jackie Robinson für die Los Angeles Dodgers die Rassentrennung im US-Baseball.

Phillies engagieren Dombrowski
Die Philadelphia Phillies haben zum ersten Mal einen President of Baseball Operations. Für den neu geschaffenen Posten wurde Dave Dombrowski gewonnen, der damit im Wesentlichen die Nachfolge des zurückgetretenen General Managers Matt Klentak antritt. Der 64-jährige Dombrowski bringt 31 Jahre Erfahrung auf verantwortungsvollen Posten in diversen MLB-Franchises mit. Er ist der einzige General Manager, der drei verschiedene Klubs – die Marlins, die Red Sox und zweimal die Tigers – in die World Series geführt hat. Gewonnen hat er diese 1997 mit Miami und 2018 mit Boston. Dass Dombrowski den Job in Philadelphia angenommen hat, kommt etwas überraschend, denn ursprünglich hatte er nach seinem Rauswurf in Boston 2019 angekündigt, an einem weiteren MLB-Job nur dann interessiert zu sein, wenn er die Verantwortung für ein neu zu gründendes Team in Nashville übernehmen kann. Offenbar änderte er seine Meinung, nachdem die Liga deutlich machte, dass eine Erweiterung für die nächsten zwei Jahre kein Thema ist.

Neuer GM und neuer Catcher für die Mets
Auch die New York Mets haben einen neuen Funktionär am Start: Jared Porter wird General Manager in Queens und damit die rechte Hand von Sandy Alderson im neu strukturierten Front Office der Mets. Porter war zuletzt Assistenz-GM bei den Arizona Diamondbacks und zuvor in verschiedenen Rollen rund um die Spielerbeobachtung und -entwicklung bei den Chicago Cubs und den Boston Red Sox tätig gewesen.
Auch auf dem Feld konnten die Mets eine Lücke schließen: Catcher James McCann wird die nächsten vier Jahre in New York spielen. Der 30-Jährige galt als zweitbester Catcher der diesjährigen Free-Agent-Klasse hinter J. T. Realmuto und dürfte für die Mets eine deutliche Verstärkung sein. Die Unterschrift unter den Vertrag ist für ihn 40,6 Millionen Dollar wert.

Weitere Neuverpflichtungen
Außer McCann haben auch die folgenden MLB-Spieler diese Woche einen neuen Arbeitgeber gefunden: SP Anthony DeSclafani (San Francisco Giants, 1 Jahr, 6 Millionen Dollar), C Mike Zunino (Tampa Bay Rays, 1 Jahr plus Vereinsoption, 3 Millionen), OF Hunter Renfroe (Boston Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen), OF David Dahl (Texas Rangers, 1 Jahr, 3 Millionen), RP Greg Holland (Kansas City Royals, 1 Jahr, 2,75 Millionen), RP Keynan Middleton (Seattle Mariners, 1 Jahr, 800.000).

Zudem gab es zwei kleine Trades, beide mit Beteiligung der Texas Rangers: RP Rafael Montero wechselt im Austausch gegen zwei Minor-League-Prospects von Texas zu den Seattle Mariners. In einem Handel mit den Tampa Bay Rays, in den auf beiden Seiten mehrere Minor Leaguer involviert sind, kommt C Nate Lowe zu den Rangers. 

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Oktober 1st, 2020 by Silversurger

Die Baseball-Nacht des Jahres liegt hinter uns: Acht Playoff-Spiele an einem Tag hatte es noch nie gegeben und wird es auch auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Denn in der American League sind bereits drei von vier Duellen der Wild-Card-Runde entschieden. Somit müssen heute nur die Oakland Athletics und die Chicago White Sox zum entscheidenden dritten Spiel antreten, während in den Serien der National League Spiel zwei ansteht.

In den Teams, die sich nicht für die Postseason qualifizieren konnten, werden derweil schon erste Weichen für das kommende Jahr gestellt: Die Boston Red Sox trennen sich nach nur einem Jahr von Manager Ron Roenicke, die Los Angeles Angels entlassen General Manager Billy Eppler. Auch bei den New York Mets steht die Ablösung von GM Brodie van Wagenen so gut wie fest, sobald der Verkauf der Franchise an Steve Cohen offiziell ist. Zwei langjährige und beliebte MLB-Spieler werden wir nicht mehr auf dem Spielfeld sehen: Hunter Pence (Giants) und Alex Gordon (Royals) haben das Ende ihrer Karrieren verkündet. 

American League
Die erste Divisional-Serie der AL steht bereits fest. Die Tampa Bay Rays treffen ab Montag in einer Best-of-5-Serie auf die New York Yankees. Die Rays entledigten sich ihrer Wild-Card-Aufgabe gegen die Toronto Blue Jays souverän mit 3:1 und 8:2. Souverän waren auch die Yankees in Spiel 1 gegen die Cleveland Indians. Sie verschafften Cy-Young-Kandidat Shane Bieber einen rabenschwarzen Tag und gewannen das Spiel 12:3. Die zweite Partie war deutlich spannender, doch nach Comebacks im vierten und im neunten Inning behielten die Yankees auch hier die Oberhand und sicherten sich mit einem 10:9 den Sweep über die Indians. Die Serie zwischen den Rays und den Yankees wird in San Diego stattfinden.

Für die andere Divisional-Serie haben sich als erstes Team die Houston Astros qualifiziert. Das ist die erste große Überraschung dieser Playoffs, denn mit ihrer negativen Saisonbilanz (29-31) und als Auswärtsteam reisten die Astros als klarer Außenseiter nach Minnesota. Doch die Twins konnten ihre Playoff-Schwäche (siehe „Statistik der Woche“) nicht ablegen, während die Astros routiniert ihre Postseason-Erfahrung ausspielten und die Partien mit 4:1 und 3:1 nach Hause brachten.

Der Gegner der Astros in der ALDS in Dodger Stadium werden entweder die Oakland Athletics oder die Chicago White Sox sein. Die beiden Teams haben sich als bisher einzige die Siege in den Spielen eins und zwei geteilt. Beim 4:1-Sieg der White Sox feuerte Lucas Giolito sechs perfekte Innings, bevor er im siebten Durchgang den ersten Hit und im achten den einzigen Run abgab. Tags darauf kam die Offense der Athletics schneller und besser ins Spiel. Die Aufholjagd der White Sox kam zu spät und endete mit einer 3:5-Niederlage.  

National League
Die NL hatte letzte Nacht ihren ersten Wild-Card-Spieltag, daher konnte logischerweise noch keine der Best-of-3-Serien entschieden werden. Die Los Angeles Dodgers wurden im ersten Spiel ihrer Favoritenrolle gerecht und schlugen die Milwaukee Brewers 4:2. Der Sieger dieses Duells trifft in der nächsten Runde in Arlington auf San Diego oder St. Louis. St. Louis setzte sich etwas überraschend im ersten Spiel mit 7:4 durch. Den Padres könnten Pitching-Probleme zum Verhängnis werden: Die Asse Dinelson Lamet und Mike Clevinger sind verletzt und Chris Paddack erwischte gestern einen richtig miesen Tag, was nicht nur die Niederlage, sondern auch viel Arbeit für den Bullpen verursachte.

Die spannendste Partie der bisherigen Playoffs war eindeutig die erste Begegnung zwischen den Atlanta Braves und den Cincinnati Reds. Mehr dazu weiter unten beim „Spiel der Woche“. Einen veritablen Upset gab es in Chicago, wo den Miami Marlins ein einziges starkes Offensiv-Inning reichte, um beim 5:1 gegen die Cubs das neueste Kapitel ihrer Cinderella-Story zu schreiben. Die Gewinner der beiden Serien treffen ab Dienstag zur NLDS in Houston aufeinander. 

Szene der Woche
Wir sind zwar schon mitten in der Postseason, aber das Triple Play der Brewers vom letzten Tag der regulären Saison möchte ich euch nicht vorenthalten:

Statistik der Woche 
18. So viele Playoff-Spiele haben die Minnesota Twins nun hintereinander verloren. Der traurige Rekord reicht zurück bis in die ALDS 2004, in der die Twins die Spiele zwei bis vier gegen die Yankees abgaben. Es folgten ein 0-3-Sweep gegen die Athletics 2006 und dann 2009, 2010, 2017 und 2019 immer wieder Niederlagen gegen die Yankees. Entsprechend groß war die Begeisterung, dass es dieses Jahr in Runde 1 endlich mal nicht gegen die Yankees ging, doch auch gegen die Astros war für das Team von Max Kepler nichts zu holen.

Spiel der Woche
Alle Freunde des gepflegten Defensivspiels, die am Dienstag von Bieber vs. Cole enttäuscht wurden, folgte die Entschädigung einen Tag später in Form einer epischen Pitchingschlacht zwischen Max Fried und Trevor Bauer sowie den jeweiligen Bullpens der Atlanta Braves und der Cincinnati Reds. Es war das erste Playoffspiel seit 1997, das mit 0:0 in die Verlängerung ging, und es war das erste überhaupt, bei dem auch nach elf und zwölf Innings keine Runs auf dem Scoreboard auftauchten. Erst in der unteren Hälfte des 13. Innings gelang den Braves bei einem Single von Freddie Freeman der erste Zähler und damit der Walk-Off-Sieg. Noch ein Rekord: 37 Strikeouts von beiden Teams zusammen hatte es in einem Playoffspiel bisher nie gegeben.

Mein Einschalttipp
In den Playoffs ist natürlich jedes Spiel ein Einschalttipp, aber heute lege ich euch ganz besonders die Partie der Oakland Athletics gegen die Chicago White Sox ans Herz. Zur besten mitteleuropäischen Sendezeit um 21:10 Uhr beginnt das entscheidende dritte Spiel um den Einzug in die ALDS. 

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September 28th, 2020 by Silversurger

Es lief längst nicht alles glatt in der wegen Corona verkürzten MLB-Saison 2020, aber der erste große Meilenstein ist erreicht: Die reguläre Saison wurde wettbewerbsgerecht durchgeführt und abgeschlossen, sodass jetzt die Playoffs folgen können. Um die Teilnehmerplätze wurde vor allem in der National League bis zum letzten Tag gerungen. Auf der Zielgeraden war es eher ein Schneckenrennen, denn die Brewers verloren zwar ihr letztes Spiel, profitierten aber davon, dass sowohl die Giants als auch die Phillies es ihnen gleichtaten. Anscheinend war niemand besonders wild darauf, bei den Dodgers antreten zu müssen…

Die Best-of-3-Serien der Wild-Card-Runde finden komplett im Stadion des höher gesetzten Teams statt und werden ohne Pausentag durchgezogen. Den Anfang machen die Teams der American League, die am Dienstag, Mittwoch und (sofern das dritte Spiel nötig ist) am Donnerstag spielen. Die Serien der National League laufen von Mittwoch bis Freitag. Die nächste Runde der Playoffs, die Divisional-Series, beginnt nächste Woche am Montag (AL) bzw. Dienstag (NL).

American League
Tampa Bay Rays vs. Toronto Blue Jays
Das Duell der Nr. 1 gegen die Nr. 8 der AL ist das einzige zwischen zwei Teams, die sich schon während der regulären Saison gesehen haben. In diesen Spielen behielten die Rays mit 6:4 Siegen die Oberhand, und natürlich gehen sie auch in die Playoffs als Favorit. Für die Blue Jays ist es bereits ein Riesenerfolg, so weit gekommen zu sein in einem Jahr, in dem sie wegen Coronaauflagen kein einziges Spiel in ihrem eigenen Stadion absolvieren durften.

Oakland Athletics vs. Chicago White Sox
Das junge Team der White Sox schien auf dem besten Weg, die AL Central zu gewinnen, doch auf der Zielgeraden geriet es spürbar ins Stolpern mit nur noch zwei Siegen aus den letzten acht Spielen. Damit haben sie sich eingehandelt, bei den Athletics antreten zu müssen, die die AL West in diesem Jahr massiv dominiert haben.

Minnesota Twins vs. Houston Astros
Die Twins haben in den letzten Spielen alles dafür gegeben, nicht wieder gegen die Yankees antreten zu müssen, gegen die ihre letzten vier Playoffteilnahmen allesamt in der ersten Runde endeten. Das ist gelungen, indem das Kepler-Team sich den Divisionssieg und damit Rang 3 auf der Setzliste sicherte. Nun dürfen sie zu Hause antreten gegen die Houston Astros, das ehemalige Spitzenteam, welches nach dem Sign-Stealing-Skandal und einer negativen Saisonbilanz seinen Schrecken weitgehend verloren hat.

Cleveland Indians vs. New York Yankees
Auch eine interessante Paarung: Das Team mit der stärksten Offense der AL – die Yankees mit 315 erzielten Runs – trifft auf das Team mit der besten Defense der MLB – die Indians mit nur 209 zugelassenen Runs. Sowohl die Indians als auch die Yankees hatten in der ersten Septemberhälfte einen Durchhänger und gerieten in Gefahr, die Playoff-Teilnahme zu verspielen. Beide haben sich dann wieder gefangen und spielen nun die Teilnahme an der Divisional-Runde untereinander aus.

National League
Los Angeles Dodgers vs. Milwaukee Brewers
Die Dodgers waren vor der Saison der große Favorit, und bisher sind sie allen Erwartungen gerecht geworden: Zum achten Mal in Folge haben sie die NL West gewonnen und das mit einer Winning Percentage von 71,7%  und somit der besten MLB-Saison eines Teams seit 1954. Die Brewers sind trotz einer negativen Bilanz gerade noch ins Playoff-Feld gerutscht und somit krasser Außenseiter gegen das Über-Team aus Los Angeles.

Atlanta Braves vs. Cincinnati Reds
Während die drei Mit-Favoriten in der vermeintlich starken NL East enttäuschten, sicherten die Braves sich souverän den dritten Divisionssieg in Folge. Nun wollen sie endlich mal über die erste Playoff-Runde hinauskommen, was ihnen die letzten neun Male verwehrt blieb. Die Reds haben es zum ersten Mal seit sieben Jahren in die Postseason geschafft. Nicht zuletzt wegen der überragenden Form von Cy-Young-Kandidat Trevor Bauer könnten sie für eine weitere Überraschung gut sein.

Chicago Cubs vs. Miami Marlins
Die Cubs hatten unter ihrem neuen Manager David Ross einen sehr starken Start in die Saison und cruisten den Rest des Weges mit wechselhaften Leistungen zum Divisionssieg. Vor dem Überraschungsteam aus Miami sollten sie gewarnt sein: Die Marlins haben bisher noch nie eine Playoff-Serie verloren. Bei ihren beiden bislang einzigen Teilnahmen, 1997 und 2003, holten sie immer gleich die World Series.

San Diego Padres vs. St. Louis Cardinals
Als Divisionszweiter ist „Slam Diego“ zwar nur an Nummer 4 gesetzt, aber nach Siegen und Run Differential sind die Padres das zweitstärkste Team der NL. In der Heimserie gegen St. Louis sehe ich sie als deutlichen Favoriten. Andererseits haben die Cardinals dieses Jahr schon unter Beweis gestellt, dass sie in der Lage sind, widrigsten Umständen zu trotzen – man denke nur an ihre 16-tägige Pause wegen Coronafällen und an die vielen, vielen Doubleheader, die sie deswegen den Rest der Saison über spielen mussten.

 

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