Januar 29th, 2019 by Silversurger

Jack Roosevelt Robinson – besser bekannt als Jackie Robinson – wäre übermorgen, am 31. Januar 2019, 100 Jahre alt geworden. Wie alle in dieser Serie Vorgestellten war Jackie Robinson ein sehr guter Baseballspieler. Seine Bedeutung für den Baseballsport und dessen Geschichte geht jedoch weit über seine Leistungen auf dem Platz hinaus. Als er am 15. April 1947 als First Baseman der Brooklyn Dodgers in Ebbets Field auflief, bedeutete dies das Ende eines beschämenden Kapitels der Baseballhistorie – der Rassenschranke, durch die dunkelhäutigen Spielern jahrzehntelang der Zugang zur MLB verwehrt war.

Entgegen einem verbreiteten Irrglauben war Robinson nicht der erste schwarze Spieler in den Major Leagues und es gab auch nie eine schriftliche Regel, die den Einsatz farbiger Akteure in der MLB verbot. Es gab solche Regeln aber zum einen in einigen Minor Leagues und es gab zum anderen Spieler und Teams in der MLB, die mit Streiks für den Fall drohten, dass sie gegen Mannschaften antreten sollten, die dunkelhäutige Spieler einsetzten. Nach einem einzigen Spiel von William Edward White für die Providence Grays 1879 sowie einigen Einsätzen der Brüder Fleet und Weldy Walker für die Toledo Blue Stockings 1884 war die Rassentrennung im Baseball über 60 Jahre lang Fakt. Schwarze Baseballer konnten ihr Können in dieser Zeit lediglich in den in puncto Infrastruktur und Verdienstmöglichkeiten klar benachteiligten Negro Leagues zeigen.

Der Wendepunkt ging vor allem auf zwei Personen zurück: zum einen auf den damaligen General Manager der Brooklyn Dodgers, Branch Rickey, zum anderen auf den MLB-Commissioner Happy Chandler. Chandler war der deutlich offener eingestellte Nachfolger des 1944 verstorbenen Kenesaw Landis, welcher früheren Integrationsbestrebungen klare Absagen erteilt hatte. Rickey ließ mit Chandlers Rückendeckung schwarze Talente sichten, zunächst unter dem Vorwand, die Dodgers wollten ein neues Negro-Team gründen. Seine Absicht war aber von vornherein, die Rassenbarriere im Baseball aufzuheben. Zu diesem Zweck suchte er nach einem Spieler mit sowohl dem sportlichen Talent als auch der mentalen Stärke für die ihm zugedachte Pionierrolle.

Robinson berichtete später in seiner Autobiographie von einem der ersten Treffen mit Rickey und von dessen Bitte, auf rassistische Angriffe nicht zu reagieren. “Sie wollen einen Spieler, der nicht den Mumm hat, sich zu wehren?”, fragte der durchaus für sein feuriges Temperament bekannte Robinson. “Ich will einen Spieler, der den Mumm hat, sich nicht zu wehren”, war Rickeys berühmte Entgegnung.

Jackie Robinson 1950 (1)

Im Oktober 1945 machte Rickey Ernst mit seinem Vorhaben, indem er Robinson, der bis dahin für das Negro-Team Kansas City Monarchs gespielt hatte, unter Vertrag nahm. Er setzte ihn zunächst eine Saison lang für die Montreal Royals, den Minor-League-Partner der Dodgers, ein. 1947 wurde er ins MLB-Team befördert, für das er an jenem legendären 15. April sein erstes Spiel bestritt.

Erwartunsgemäß stieß Robinson in den ersten Monaten seiner MLB-Karriere auf massive Drohungen und Anfeindungen – nicht nur von gegnerischen Fans und Spielern, sondern auch innerhalb des eigenen Teams. Sein souveräner Umgang damit ließ diese wirkungslos verpuffen und zeigte, dass sein Förderer Rickey mit ihm eine weise Wahl getroffen hatte.

Robinson wurde 1947 zum Rookie des Jahres und 1949 – inzwischen auf seiner Stammposition als Second Baseman – zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt. Trotz seines mit 28 Jahren späten Einstiegs erlebte er mit den Dodgers eine zehn Jahre währende produktive MLB-Karriere. Diese krönte er 1955 mit dem Gewinn der World Series gegen den Stadtrivalen New York Yankees. 1962, im ersten Jahr seiner Wählbarkeit, wurde Jackie Robinson in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown aufgenommen. Er starb 1972 im Alter von 53 Jahren an einem Herzinfarkt.

Der Jahrestag von Jackie Robinsons erstem MLB-Einsatz hat sich seit 2004 ligaweit als besonderer Feier- und Gedenktag etabliert. Alle Spieler, Schiedsrichter, Coaches und Manager tragen am 15. April die Rückennummer 42, die ansonsten – als einzige Nummer überhaupt – in der gesamten Liga nicht mehr vergeben wird.

(1) Quelle: Wikimedia, Urheber: United States Information Agency (keine Nutzungseinschränkung)

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April 15th, 2017 by Silversurger

Heute vor 70 Jahren, am 15. April 1947, endete eines der der beschämendsten Kapitel in der Geschichte der MLB. Mit dem Einsatz von Jackie Robinson zogen die Brooklyn Dodgers den Schlussstrich unter jahrzehntelange Rassentrennung im professionellen Baseball.

Jackie Robinson war nicht der erste schwarze Spieler in den Major Leagues und es gab auch nie eine schriftliche Regel, die den Einsatz farbiger Akteure verbot. Aber es gab solche Regeln ab den 1880er Jahren in den Minor Leagues und es gab Spieler und Teams, die mit Streik drohten, wenn sie gegen Mannschaften antreten sollten, die dunkelhäutige Spieler einsetzten. Nach einem einzigen Spiel von William Edward White für die Providence Grays 1879 und Einsätzen der Brüder Fleet und Weldy Walker für die Toledo Blue Stockings 1884 war die Rassentrennung im Baseball über 70 Jahre lang Fakt. Schwarze Baseballer konnten ihr Können in dieser Zeit lediglich in den in puncto Infrastruktur und Verdienstmöglichkeiten klar benachteiligten Negro Leagues zeigen.

Der Wendepunkt kam 1945 und ging vor allem auf zwei Personen zurück: zum einen auf den damaligen General Manager der Brooklyn Dodgers, Branch Rickey, zum anderen auf den MLB-Commissioner Happy Chandler. Chandler war der deutlich offener eingestellte Nachfolger des 1944 verstorbenen Kenesaw Landis, welcher früheren Integrationsbestrebungen klare Absagen erteilt hatte. Rickey ließ mit der Unterstützung seines Vereins und Chandlers schwarze Talente sichten, zunächst unter dem Vorwand, die Dodgers wollten ein neues Negro-Team gründen. Seine Absicht war aber von vornherein, die Rassenbarriere im Baseball aufzuheben. Zu diesem Zweck suchte er nach einem Spieler mit sowohl dem sportlichen Talent als auch der mentalen Stärke für die ihm zugedachte Pionierrolle.

Im Oktober 1945 machte Rickey Ernst mit seinem Vorhaben, indem er Jackie Robinson vom Negro-Team Kansas City Monarchs unter Vertrag nahm und ihn zunächst für die Montreal Royals, den Minor-League-Partner der Dodgers, einsetzte. Nach einer Saison für die Royals wurde Robinson in das MLB-Team befördert und am Opening Day 1947, jenem legendären 15. April, bestritt er sein erstes Spiel für die Brooklyn Dodgers. Vor gut 25.000 Zuschauern, mehr als die Hälfte davon schwarz, blieb Robinson zwar ohne Hit, steuerte aber einen Walk, einen Run und eine tadellose Leistung an der ersten Base zum 5:3-Erfolg gegen die Boston Braves bei.

Trotz zahlreicher Anfeindungen und Drohungen von innerhalb und außerhalb des eigenen Clubs etablierte Robinson sich in der Liga und bereitete damit den Weg dafür, dass das Zusammenspiel schwarzer und weißer Sportler bald zu einer Selbstverständlichkeit wurde. Robinson wurde 1947 zum Rookie des Jahres und 1949 zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt und erlebte trotz seines mit 28 Jahren späten Einstiegs eine zehn Jahre lange produktive Karriere in der MLB. 1962, im ersten Jahr seiner Wählbarkeit, wurde er in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown aufgenommen. Jackie Robinson starb 1972 im Alter von 53 Jahren an einem Herzinfarkt.

Der Jahrestag von Jackie Robinsons erstem MLB-Einsatz hat sich seit 2004 ligaweit als besonderer Feier- und Gedenktag etabliert. Alle Spieler, Schiedsrichter, Coaches und Manager tragen an diesem Tag die Rückennummer 42, die ansonsten als einzige überhaupt in der gesamten Liga überhaupt nicht mehr vergeben wird.

Jackie Robinsons Geschichte wurde mehrfach aufgeschrieben und verfilmt. Der jüngste und sehr empfehlenswerte Film trägt den Titel „42“ mit Chadwick Boseman in der Hauptrolle und Harrison Ford als Branch Rickey. Obwohl sich der Film gewisse künstlerische Freiheiten in historischen Details nimmt, gibt er die Ereignisse der Jahre 1946 und 1947 sehr authentisch und sensibel wieder, was auch die bei der Produktion eingebundene Witwe von Jackie Robinson, Rachel Robinson, bezeugte.

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