Januar 11th, 2018 by Silversurger

Und sie bewegt sich doch! Letzte Nacht ist endlich mal wieder etwas passiert in dieser sehr langsamen Offseason: Mit Jay Bruce hat ein weiterer Free Agent meiner Top-20-Liste einen neuen (und alten) Arbeitgeber gefunden. Einen Monat vor dem Trainingsauftakt für die neue Saison sind aber immer noch 14 Mitglieder dieser Liste – und zahlreiche weitere Free Agents – ohne neuen Vertrag. Würden die Arbeitslosen der MLB sich zu einer eigenen Mannschaft zusammen finden, brächten sie ein beachtliches Lineup zusammen: C Lucroy, 1B Hosmer, 2B Walker, SS Nunez, 3B Moustakas, LF Gonzalez, CF Cain, RF Martinez, DH Morrison. Starting Rotation: Darvish, Arrieta, Lynn, Cobb, Cashner. Bullpen: Holland, Reed, Albers, Watson. Das wäre kein schlechtes Team, oder?

Jay Bruce zurück in New York
Die notorisch sparsamen Mets haben sich doch noch aus der Deckung gewagt und Outfielder Jay Bruce zurück geholt. Nach einem holprigem Start in New York hatte der Outfielder 2017 in die Erfolgsspur gefunden (.256/.321/.520) und sich zum Publikumsliebling gemausert. Zur Trade Deadline war er nach Cleveland getradet worden, weil die Saison der Mets frühzeitig abgehakt war und sein Vertrag ohnehin auslief. Nun streift Bruce in den nächsten drei Jahren doch wieder das Mets-Jersey über und erhält dafür 39 Millionen Dollar. Bruce wird hauptsächlich im Rightfield spielen, kann aber auch mal an der First Base einspringen und bringt den Mets somit mehr Flexibilität für ihr Lineup sowie dringend benötigte Führungsqualität. Wenn nun noch ein solider Second oder Third Baseman (die jeweils andere Rolle übernimmt Asdrubal Cabrera) gefunden wird und vielleicht noch ein Starter für die untere Hälfte der Rotation, dann sieht die Offseason der Mets plötzlich gar nicht mehr so schlimm aus wie es lange den Anschein hatte.

Boone Logan zu den Brewers
Das andere interessante Free-Agent-Signing dieser Woche ist aus Milwaukee zu vermelden und betrifft wenig überraschend einen Relief Pitcher. Reliever scheinen die einzigen Spieler zu sein, für die es in dieser Offseason einen nennenswerten Markt gibt. Die Brewers haben sich die Dienste von Linkshänder Boone Logan gesichert, der 1,875 Millionen Dollar Festgehalt für ein Jahr erhält und über leistungsbezogene Bestandteile weitere 3,2 Millionen verdienen kann. Der Verein hat eine einseitige Option auf ein zweites Vertragsjahr.

Neuer Backup-Catcher für die Angels
Die Los Angeles Angels sind eines von ganz wenigen Teams, die dieses Jahr richtig aufgerüstet haben. Mit Catcher René Rivera haben sie nun ein weiteres Puzzlestück hinzugefügt. Der 34-Jährige erhält 2,8 Millionen Dollar für ein Jahr und wird voraussichtlich als Reserve und Entlastung für Stamm-Catcher Martin Maldonado dienen.

Padres finden Bullpen-Verstärkung in Japan
Nachdem vor zwei Wochen schon die Diamondbacks mit dem ersten MLB-Engagement des 33-jährigen japanischen Relievers Yoshihisa Hirano überraschten, haben die San Diego Padres nun eine ähnliche Verpflichtung getätigt: Auch Kazuhisa Makita ist 33 und auch er erhält von seinem neuen Team einen Zweijahresvertrag. Im Gegensatz zu Hirano ist er nicht als Closer eingeplant sondern in einer weniger exponierten Bullpenrolle, folgerichtig ist er mit vier Millionen Dollar auch ein Stück günstiger. Ich bin gespannt, ob und wie Makitas Submarine-Stil sich in der MLB bewährt.

Dreiecks-Trade zwischen Dodgers, Royals und White Sox 
Es sind keine allzu berühmten Spieler involviert, aber ich finde, ein Dreiecks-Trade ist immer eine interessante Konstellation. In diesem Fall haben die Dodgers, die Royals und die White Sox sich auf solch einen Ringtausch geeinigt. Im Einzelnen: Die Dodgers bekommen Reliever Scott Alexander von den Royals und Minor-League-Infielder Jake Peter von den White Sox; die Royals erhalten von den Dodgers Pitching-Prospect Trevor Oaks und Minor-League-Infielder Erick Mejia; die White Sox bekommen die Reliever Luis Avilan und zwei Millionen Dollar von den Dodgers sowie Reliever Joakim Soria und eine Million von den Royals. Die wichtigsten Konsequenzen des Trades sind, dass die Dodgers mit Alexander einen Linkshänder-Spezialisten als Nachfolger von Tony Watson haben, ohne wieder in den Bereich der Luxussteuer zu rutschen; dass die Royals Sorias Gehalt loswerden und damit mehr Spielraum in der Free Agency haben (z. B. für Eric Hosmer); und dass die White Sox zwei solide Reliever bekommen, ohne viel dafür hergeben zu müssen.

Trade Solarte
Einen weiteren Trade haben die Blue Jays und die Padres vereinbart: Yangervis Solarte wechselt von San Diego nach Toronto, das im Gegenzug zwei Minor Leaguer abgibt. Solarte gibt den Blue Jays Tiefe für das gesamte Infield, dafür haben die Padres in Outfielder Edward Oliveras und RP Jared Carkuff nun zwei weitere Talente, die sich mit etwas Glück zu MLB-Spielern entwickeln könnten.

Skandal um Spieler-Agent Wood 
Die Agentur CSE, die zahlreiche MLB- und Minor-League-Spieler vertritt, hat einen hochrangigen Mitarbeiter, Spieler-Agent Jason Wood, gefeuert. Das wäre keine Meldung wert, stünde die Entlassung nicht in Zusammenhang mit einem ekligen Skandal, in dem mittlerweile die Staatsanwaltschaft ermittelt: Ein Spieler soll beim Duschen eine Kamera gefunden haben und es sieht alles danach aus, dass Wood diese Kamera angebracht und zahlreiche weitere von ihm betreute Spieler beim Duschen gefilmt hat. Wood bestreitet die Vorwürfe, der Anfangsverdacht ist aber offenbar stark genug, dass der Agent auch von der Spielergewerkschaft bis auf weiteres gesperrt wurde. Wood vertrat bislang beispielsweise Red-Sox-Outfielder Andrew Benintendi, Mariners-Pitcher David Phelps und Rays-Pitcher Jake Odorizzi.

Finale Weltrangliste für 2017
Ein kurzer Nachtrag zur kürzlich hier veröffentlichten Serie über Baseball in aller Welt: Der Weltverband WBSC hat die endgültige Baseball-Weltrangliste des Jahres 2017 veröffentlicht. Die ersten sechs Plätze sind unverändert geblieben,wobei die zweitplatzierten USA im Jahr ihres WBC-Triumphes den Rückstand auf Spitzenreiter Japan deutlich verkleinern konnten. Den größten Sprung nach vorne machte Israel von Rang 22 auf 19. Deutschland steht wie schon ein Jahr zuvor auf dem 20. Platz.

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Februar 9th, 2017 by Silversurger

Wie jeder Footballfan liebe ich den Superbowl. Wie jeder Baseballfan bin ich aber auch froh, wenn er vorbei ist, denn das ist das untrügliche Signal, dass jetzt wieder Baseball auf dem Programm steht: Am kommenden Sonntag machen die Pitcher und Catcher der Cleveland Indians den Anfang und in den Tagen darauf steigen auch bei den anderen Teams zunächst die Pitcher und Catcher und kurz darauf die restlichen Spieler offiziell ins Training ein. Am 24. Februar stehen bereits die ersten Spring-Training-Spiele an und ab da vergeht die Zeit bis zum echten Saisonbeginn am 2. April wie im Fluge, zumal zwischenzeitlich auch noch der World Baseball Classic, also die Baseball-Weltmeisterschaft, auf dem Programm steht.
Kurz bevor es ernst wird, gab es diese Woche noch eine Menge interessanter Free-Agent-Verpflichtungen: Mike Napoli und Jason Hammel sind bei neuen Teams untergekommen und vor allem der Markt für Reliever ist endlich richtig in Schwung geraten. Der Grand Slam am Donnerstag hält euch auf dem Laufenden:

Neue Engagements für Napoli, Carter und Morrison
Als einer der letzten „großen“ Free Agents hat 1B/DH Mike Napoli einen neuen Verein gefunden und es sind – nach schon lange anhaltenden Spekulationen wenig überraschend – die Texas Rangers. Der Deal ist noch nicht offiziell, aber der 35-jährige Slugger wird wohl für ein Jahr plus Team-Option unterschreiben und dafür 8,5 Millionen Dollar erhalten.
Im Windschatten dieser Verpflichtung sind zwei weitere First Basemen ebenfalls zu neuen Verträgen gekommen: Logan Morrison verbringt für 4,2 Millionen Dollar ein weiteres Jahr bei den Tampa Bay Rays und Chris Carter kommt dieses Jahr für 3,5 Millionen bei den Yankees unter. Carter wird den Fans der Yankees vermutlich Wechselbäder der Gefühle bescheren: Im letzten Jahr hatte er sowohl die meisten Homeruns (41) als auch die meisten Strikeouts (206) der National League.

Jason Hammel zu den Royals
Auch der bislang interessanteste verbliebene Starting Pitcher ist nun vom Markt: Jason Hammel, zuletzt beim World-Series-Sieger Chicago Cubs (wenngleich er in der Postseason nicht zum Einsatz kam), geht zu den Kansas City Royals. Für rund 14 Millionen übernimmt der 34-Jährige in den nächsten zwei Jahren den Platz in der Rotation, der durch den tragischen Unfalltod von Yordano Ventura freigeworden war.

Der Knoten der Reliever-Free-Agency ist geplatzt
Die diesjährige Free Agency hielt einige Paukenschläge in Form ungewöhnlich teurer und langfristiger Verträge für Relief Pitcher bereit – was in manchen Fällen (Aroldis Chapman, Mark Melancon) noch halbwegs verständlich, in anderen Fällen (Brett Cecil) meiner Ansicht nach völliger Irrsinn ist. Auf jeden Fall führten diese Monsterverträge dazu, dass auch bei anderen Relievern und bei deren Beratern Begehrlichkeiten geweckt wurden und dass die Clubs, die nicht auf die Preistreiberei einsteigen wollten, lange pokern mussten. In den letzten ein, zwei Wochen scheint der Knoten endlich geplatzt und zahlreiche solide Reliever einigten sich mit ihren Teams auf „normale“ Verträge.
Das Paradebeispiel für eine solche Politik der ruhigen Hand sind die New York Mets. General Manager Sandy Alderson hatte gleich zu Beginn der Offseason deutlich gemacht, dass es mit ihm keine exorbitanten Reliever-Verträge geben wird. Im Umfeld wurde es angesichts der vorhandenen Löcher im Kader und scheinbarer Untätigkeit der Verantwortlichen schon langsam unruhig, da zauberte Alderson letzten Freitag Einigungen mit Lefty Jerry Blevins (ein Jahr, 6 Millionen, plus Option auf ein weiteres Jahr) und Righty Fernando Salas (ein Jahr, 3 Millionen) hervor – also mit genau den beiden Spielern, deren Wiederverpflichtung nach starken Auftritten im letzten Jahr von Fans und Medien vielfach erhofft worden war. Ebenfalls gute Deals konnten in den letzten Tagen die Los Angeles Dodgers mit Sergio Romo (1 Jahr, 3 Millionen), die Cleveland Indians mit Boone Logan (1 Jahr, 6,5 Millionen) und die Toronto Blue Jays mit Joe Smith (1 Jahr, 3 Millionen) schließen.

Und was ist mit Matt Wieters?
Von meiner vor drei Monaten aufgestellten Top-20-Liste der Free Agents dieser Offseason ist noch genau einer übrig: Matt Wieters galt als einer der beiden besten Catcher eines auf dieser Position dünn besetzten Marktes – eigentlich als der beste, wenn man berücksichtigt, dass der andere der beiden, Wilson Ramos, dieses Jahr verletzungsbedingt in erster Linie als DH zu gebrauchen ist. Mit 30 Jahren, einem offensiv höchstens mittelmäßigen 2016 (.243/.302/.409), aber der Aussicht auf Besserung, je weiter er seine eigene Verletzungsgeschichte hinter sich lässt, schien Wieters‘ Hoffnung auf einen lukrativen Mehrjahresvertrag nicht unbegründet zu sein. Doch es kam anders: Nach und nach orientierten sich die Favoriten auf eine Verpflichtung – die Orioles, die Nationals, die Yankees, die Mets – anderweitig und Wieters sieht mehr und mehr nach dem Unglücklichen aus, der bei der Reise nach Jerusalem ohne Stuhl dasteht, wenn die Musik aufhört zu spielen. Ganz so weit wird es nicht kommen, aber inzwischen ist wohl davon auszugehen, dass er sich mit einem Einjahresvertrag begnügen und nächstes Jahr einen neuen Anlauf auf ein besseres Engagement starten muss. Als mögliche Orte, an denen Wieters landen könnte, wurden in den letzten Tagen Tampa Bay, Colorado, Anaheim, Cincinnati und immer noch Baltimore gehandelt.

Homer Bailey operiert
Leider muss man auch schon über eines der ersten Verletzungsopfer der noch nicht begonnenen Saison berichten: Homer Bailey, Starter der Cincinnati Reds, musste sich einen Knochensporn am Ellbogen entfernen lassen und wird zumindest den Beginn der Saison verpassen. Bailey bleibt somit das Verletzungspech treu. Seit er 2014 einen Sechsjahresvertrag über 105 Millionen Dollar unterzeichnete, verpasste er wegen Ellbogen-OPs einen Teil der Saison 2014 und fast die kompletten Spielzeiten 2015 und 2016.

Regeländerungen offiziell vorgeschlagen
Die aller Wahrscheinlichkeit nach bevorstehenden Regeländerungen zur neuen Saison – Verkleinerung der Strikezone und Abkürzung von Intentional Walks – hatte ich in früheren Artikeln schon beschrieben. Damit sie wirklich in Kraft treten können, muss jedoch noch die Spielergewerkschaft MLBPA zustimmen. Diese Zustimmung wurde seitens der Liga nun erbeten und es ist wohl relativ bald mit einer Entscheidung zu rechnen, damit Spieler und Schiedsrichter die Neuerungen im Spring Training angemessen einüben können.

MLB.TV ist zurück
Zu guter Letzt noch ein Hinweis: Seit vorgestern ist MLB.TV für die kommende Saison buchbar – nach wie vor zu sehr vernünftigen Preisen, zum Beispiel 113 Dollar plus Steuern für das Premiumpaket, mit dem man ein ganzes Jahr lang sämtliche Saison- und Playoffspiele der MLB live, zeitversetzt und als Aufzeichnung sehen kann.

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Februar 2nd, 2017 by Silversurger

Dafür, dass noch einige interessante Leute wie Catcher Matt Wieters, 1B/DH Mike Napoli, 1B Chris Carter oder die Reliever Sergio Romo, Boone Logan, Fernando Salas und Jerry Blevins ohne Vertrag sind, ist es auf dem Free-Agent-Markt knapp zwei Wochen vor dem offiziellen Trainingsauftakt der Teams erstaunlich ruhig geworden. Carter überlegt wohl sogar schon ernsthaft, nach Japan zu wechseln. Die größte MLB-Schlagzeile der letzten Tage war unterdessen eine Geschichte, die mit Sport nur indirekt zu tun hat. Hier die wichtigsten Neuigkeiten seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag:

Cardinals für Hackerangriff bestraft
Es klingt nach Stoff für ein Buch oder einen Film, ist aber tatsächlich so passiert: Ein hochrangiger Mitarbeiter der Scouting-Abteilung der St. Louis Cardinals hat sich über Jahre hinweg in die Datenbanken der Houston Astros eingehackt, um Erkenntnisse über Talente zu stehlen. Laut einem schon letztes Jahr ergangenen Urteil gegen den geständigen Mitarbeiter, Chris Correa, hat dieser sich 48-mal innerhalb von zweieinhalb Jahren Zugang zum Netzwerk der Astros verschafft und dabei fünf verschiedene Accounts von Astros-Mitarbeitern missbraucht. Correa wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe von den Cardinals entlassen und sitzt nun eine 46-monatige Haftstrafe ab.
Die MLB hat sich mit der Entscheidung über ihre eigenen Disziplarmaßnahmen gegenüber dem Team Zeit gelassen, weil man auf den Inhalt gerichtlicher Dokumente wartete. Diese sollten Aufschluss darüber geben, ob Correa allein und in eigener Verantwortung gehandelt hat. Tatsächlich scheint dies nach allen vorhandenen Erkenntnissen der Fall gewesen zu sein, sodass die nun verkündete Strafe für die Cardinals einigermaßen glimpflich ausfällt: 2 Millionen Dollar und ihre beiden höchsten Draftpicks müssen sie abgeben und zwar direkt an den Geschädigten, also die Houston Astros.

Rekordvertrag für Carlos Martinez
Den Gürtel deutlich enger schnallen müssen die Cardinals aufgrund der Strafe offensichtlich nicht: Mit dem 25-jährigen Starter hat man sich mehreren Berichten zufolge auf eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre geeinigt, für die Martinez etwas mehr als 50 Millionen Dollar erhalten soll. Das ist an sich kein ungewöhnlicher Vertrag für einen vielversprechenden Pitcher, der schon zwei gute MLB-Saisons gespielt hat – bemerkenswert ist der Deal aber deshalb, weil Martinez noch für drei der fünf Jahre arbitration-eligible gewesen wäre, d. h. die Cardinals hätten ihn in diesen drei Jahren über das in der MLB übliche Schiedsverfahren voraussichtlich deutlich günstiger beschäftigen können. Für einen Spieler im ersten Arbitration-Jahr stellt der neue Vertrag, wenn er so zustande kommt, einen Rekord dar. Die Cardinals greifen also tief in die Tasche, um sich Martinez als einen Eckpfeiler des Teams bis 2022 zu sichern. Voraussichtlich wird der Vertrag noch ein bis zwei optionale Jahre enthalten; das würde ihn jedenfalls aus Teamsicht verständlicher machen.

Brandon Moss zu den Royals
Eine der wenigen relevanten Free-Agent-Verpflichtungen der letzten Tag ist Brandon Moss, der bei den Kansas City Royals für zwei Jahre und 12 Millionen Dollar unterschreiben soll. Moss ist Outfielder, allerdings kein besonders guter Defender, daher wird er wohl hauptsächlich als DH auflaufen. Mit einer Karriere-Slashline von .241/.319/.455 ist Moss in erster Linie ein Power-Hitter und hat als solcher sicher seinen Wert, aber gegenüber seinem nach Toronto abgewanderten Vorgänger Kendrys Morales stellt er eine klare Verschlechterung dar.

Blue Jays holen Lefty J. P. Howell
Apropos Toronto: Die Blue Jays haben meiner bescheidenen Ansicht nach eine nicht überragende, aber doch ganz ordentliche Offseason: Mit den Neuverpflichtungen Morales und Steve Pearce sowie der Weiterbeschäftigung von Jose Bautista wurde sichergestellt, dass sich das Lineup gegenüber dem letzten Jahr zumindest nicht verschlechtert. Der größte bisher noch ausstehende Bedarf war ein linkshändiger Reliever und auch der wurde in Person von J. P. Howell nun an Land gezogen. Howell hatte 2016 bei den Dodgers ein schwaches Jahr (4.09 ERA) und wirft insofern die Frage auf, ob er in der Lage ist, an seine deutlich erfolgreichere Zeit von 2013 bis 2015 (1.97 ERA) anzuknüpfen. Für einen Einjahresvertrag über 3 Millionen Dollar ist das Risiko jedenfalls überschaubar und diese Zahlen unterstreichen, dass es für die Blue Jays vernünftig war, nicht in ein Wettbieten um den bisherigen Jobinhaber Brett Cecil einzusteigen. Dieser ist den Statistiken nach nicht wirklich besser als Howell, räumte aber bei den St. Louis Cardinals einen meiner Ansicht nach absurden Vierjahresvertrag über 30,5 Millionen Dollar ab.

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