September 13th, 2018 by Dominik

Die Red Sox haben die ersten großen Meilensteine der regulären Saison gesetzt: Seit gestern sind sie als erstes Team hieb- und stichfest für die Playoffs qualifiziert und seit heute sind sie die erste Mannschaft, die es in diesem Jahr auf 100 Siege gebracht hat. Abseits der grauen Theorie bleibt es dabei, dass das Playoff-Picture der American League praktisch feststeht. Offen ist allein die Frage, wer von den beiden Kontrahenten im Wild-Card-Spiel das Heimrecht erhält – die Yankees oder die Athletics.

Für das Erreichen von 100 Siegen kann man sich zwar nichts kaufen, aber es ist immer ein sehr plastischer Beweis dafür, dass man eine besonders gute Saison gespielt hat. Bisher haben das noch nie vier MLB-Teams in einer Saison geschafft und nie drei in einer der beiden Teilligen. Beides könnte dieses Jahr passieren: In der AL sind sowohl die Yankees als auch die Astros auf Kurs für diese Marke und auch die Athletics haben noch realistische Chancen, sie zu erreichen. Die andere Seite der Medaille ist, dass wir in der AL auch mindestens zwei Teams mit mehr als 100 Niederlagen sehen werden. Die Orioles haben diese Schwelle mit 104 verlorenen Spielen bereits überschritten, die Royals mit bislang 96 werden folgen. Auch die White Sox und die Tigers könnte es noch mit einer dreistelligen Zahl in der „L“-Spalte erwischen.

Die National League präsentiert sich wie schon das ganze Jahr über deutlich ausgeglichener: Voraussichtlich wird kein Team 100 Siege oder 100 Niederlagen erreichen und es steht auch noch längst kein Playoff-Teilnehmer fest – auch wenn die Braves langsam aufatmen können, weil ihnen die Verfolger ausgehen.

American League
Theoretisch sicher ist den Boston Red Sox (100-46) bisher nur die Playoff-Teilnahme. Um den Gewinn der American League East wetteifern sie offiziell noch mit den New York Yankees (90-56), was bei zehn Spielen Rückstand und nur noch 16 ausstehenden Spielen nicht allzu realistisch erscheint. Aber in sechs dieser Spiele treffen die Yankees und die Red Sox direkt aufeinander, insofern könnte da tatsächlich noch etwas passieren. Nichts mehr passieren wird zugunsten der Tampa Bay Rays (80-65), die mit ihrer Bilanz in der NL voll im Rennen um jede Division und um eine Wild Card wären. Aber sie haben das Pech, in der AL East angesiedelt zu sein, deshalb sind acht Siege aus den letzten zehn Spielen und eine insgesamt hervorragende Saison des Small-Market-Teams leider vergeblich.

In der AL Central haben die Minnesota Twins (67-78) ein Lebenszeichen von sich gegeben, indem sie gerade zwei Spiele gegen die Yankees gewonnen haben. Das kann allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass sie der mit Abstand schlechteste Divisionszweite der Liga sind und den Cleveland Indians (82-64) das Leben nach wie vor extrem einfach machen. Die Chicago White Sox (57-89) sahen ein paar Wochen lang so aus wie das kommende junge Team, mit dem man in den nächsten Jahren rechnen darf. Nach einer Serie von sechs Niederlagen, die erst letzte Nacht mit einem 12-Innning-Zittersieg in Kansas City gestoppt wurde, sind sie allerdings erst mal wieder hart auf dem Boden gelandet und sie müssen noch einen härteren Rückschlag einstecken: Ihr hochgelobter Rookie-Pitcher Michael Kopech wird seine MLB-Karriere leider nach nur vier Starts für ca. eineinhalb Jahre auf Eis legen, denn er muss sich wegen eines gerissenen Bandes im Ellenbogen der Tommy-John-Surgery unterziehen.

Die Houston Astros (92-54) spielen eine blitzsaubere Saison. Sie haben dank eines starken Lineups und noch stärkeren Pitchings inzwischen wieder das beste Run Differential der Liga (+242), die Red Sox wurden am Wochenende mit 2:1 Spielen besiegt und in der AL West stehen die Astros ebenfalls vorne. Es spricht somit vieles dafür, dass der Titelverteidiger auch in diesem Jahr ein gewichtiges Wort um die World Series mitreden wird. Trotzdem stehen die Astros in der allgemeinen Aufmerksamkeit ein bisschen im Schatten zum einen der Red Sox, die dank ihrer 100 Siege und der ewig jungen Rivalität mit den Yankees die Blicke auf sich ziehen; und zum anderen in dem der Oakland Athletics (89-57), die gerade wieder sechs Siege hintereinander zu ihrer unglaublichen zweiten Saisonhälfte hinzugefügt haben und mit 34-15 nach dem All-Star-Break die MLB anführen. In der Division dürften die drei Spiele Rückstand auf die Astros kaum einzuholen sein, aber im Wild-Card-Ranking liegen die A’s nur noch ein Spiel hinter den Yankees, sodass das Heimrecht noch in Reichweite ist. Ein Vorteil für die A’s ist ihr relativ leichtes Restprogramm; ein Nachteil ist, dass sie gerade mit Sean Manaea einen Top-Pitcher für den Rest der laufenden und vielleicht für die ganze nächste Saison an eine Schulterverletzung verloren haben.

National League
Obwohl die Philadelphia Phillies (74-71) seit Wochen keinen guten Baseball mehr spielen, waren sie in der National League East lange Zeit ganz nah dran an den führenden Atlanta Braves (82-64). In den letzten Tagen gewannen die Braves in Spielen gegen Arizona und San Francisco fünfmal am Stück, während die Phillies gegen die Mets und die Nationals fünfmal am Stück verloren. Damit dürfte die Sache weitgehend durch sein. Zwar spielen die Braves und die Phillies in den verbleibenden Wochen noch siebenmal gegeneinander, doch die Leistungskurven der beiden zeigen einfach zu eindeutig in unterschiedliche Richtungen. Bevor sie die Braves einholen, verlieren die Phillies eher noch Rang zwei an die Washington Nationals (74-72). Für eine Wild Card kommen beide nicht ernsthaft in Frage.

Führend im Wild-Card-Ranking sind nach wie vor die Teams aus der NL Central. Nachdem die Milwaukee Brewers (84-63) bei den Chicago Cubs (84-61) zwei von drei Spielen gewonnen haben, stehen die Cubs nur dank zweier ausstehender Nachholspiele noch vorne und somit gewaltig unter Druck. Die St. Louis Cardinals (81-65) haben die Spitze ebenfalls noch in Reichweite, dürften aber mehr als zufrieden sein, wenn sie den aktuellen Wild-Card-Platz halten. Ihr Restprogramm macht nämlich einen sehr schweren Eindruck mit Serien gegen die Dodgers (siehe „Einschalttipp“), die Braves, die Brewers, die Cubs und lediglich den Giants als mutmaßlich schwachem Gegner.

Die Colorado Rockies sind ein verblüffendes Phänomen: Zweieinhalb Wochen vor Saisonende führen sie immer noch die NL West an und sind damit nicht nur der einzige Spitzenreiter einer Division mit einem negativen Run Differential (-2). Sie sind sogar der einzige mit einem Run Differential von weniger als +100. Eineinhalb Spiele dahinter stehen die Los Angeles Dodgers (79-67), die ein Run Differential von +133 aufweisen, dahinter die Arizona Diamondbacks (77-69) mit +72. Da das Run Differential ein wichtiger Teil der Schätzverfahren ist, wie sie zum Beispiel Fangraphs bei der Ermittlung der Playoff-Wahrscheinlichkeiten anwendet, gelten die Dodgers nach wie vor als deutlicher Favorit auf den Divisionssieg. Ich schenke diesen Zahlen nicht allzu viel Glauben, vielmehr erscheint mir der Ausgang in der NL West völlig offen. Alle Beteiligten des Dreikampfes treffen in der restlichen Zeit noch direkt aufeinander, sodass jeder von ihnen sein Schicksal selbst in der Hand hat. Komplett aus dem Rennen sind unterdessen nach momentan elf Niederlagen in Folge die San Francisco Giants (68-79).

Szene der Woche
Die Szene der Woche gehört endlich mal wieder „unserem“ MLB-Star Max Kepler. Um ein Haar hätten wir diese Woche das erste Perfect Game seit 2012 gesehen, also eine Pitching Performance, die über ein gesamtes Spiel keinen einzigen Baserunner zulässt. Jorge Lopez, ein junger und in seinen Leistungen bislang recht wechselhafter Pitcher der Kansas City Royals, warf am Sonntag gegen die Twins acht Innings lang das Spiel seines Lebens. Drei Outs trennten ihn davon, in die Geschichte der bislang 23 Perfect Games in der MLB einzugehen. Doch Kepler behielt die Nerven und holte einen Walk heraus, um seinem Team die Höchststrafe zu ersparen. Anschließend gelang Robbie Grossman auch noch der erste und einzige Hit der Twins an diesem Abend und Ehire Adrianza brachte Kepler per Sacrifice Fly zum 1:4 nach Hause.

Statistik der Woche 
7. So viele MLB-Spiele hat Rookie Rowdy Tellez von den Toronto Blue Jays bislang absolviert und dabei genauso viele Doubles geschlagen. Er ist der erste Spieler seit 1913, dem dies zum Karrierestart gelungen ist. Sechs der Doubles hatte er sogar in seinen ersten drei Spielen, was ebenfalls seit 1913 kein anderer geschafft hat. Dass ein Rookie überhaupt sechs Doubles in drei aufeinander folgenden Spielen schlägt, ist im modernen Baseball zuvor nur einem gelungen: Joe diMaggio im Jahr 1936.

Spiel der Woche
Es ist ja fast ein bisschen langweilig, aber ich muss erneut ein Spiel der Red Sox zum Spiel der Woche erklären. Die Serie gegen die Houston Astros war ein äußerst sehenswertes Kräftemessen und um ein Haar hätten die Astros nach Siegen in den ersten beiden Spielen am Sonntag den Sweep perfekt gemacht. Denn Boston begann zwar stark und lag nach fünf Innings mit 5:1 vorne, unter anderem durch J. D. Martinez‘ vierzigsten Homerun in diesem Jahr. Doch die Astros drehten das Momentum im sechsten Inning, in dem sie durch fünf Hits und einen Walk die Partie auf 5:5 ausglichen. Im siebten Inning legten die Astros eigentlich die 6:5-Führung nach. Eigentlich… denn Jose Altuves Run, den er nach einem Schlag von Yuli Gurriel und einem zu hohen Wurf von Xander Bpgaerts scheinbar erzielte, wurde von den Umpires nicht gegeben. Sie urteilten, dass Altuve von Astros-Catcher Sandy Leon vor dem Erreichen der Homeplate getagt wurde. Tatsächlich war es eine knappe Angelegenheit und hier als Schiedsrichter daneben zu liegen, ist keine Schande. Unakzeptabel erscheint mir hingegen, dass nach einer fast vier Minuten lang andauernden Prüfung per Video die Entscheidung bestehen blieb. Für mich sah Altuve nach den Stand- und Zeitlupenbildern eindeutig safe aus, aber urteilt selbst. So blieb es beim 5:5 und die Red Sox nutzten im neunten Inning die Gelegenheit, durch einen Hit von Mitch Moreland ihren siebten Walkoff-Sieg des Jahres einzufahren.

Mein Einschalttipp
So kurz vor dem Saisonende gibt es naturgemäß eine ganze Menge richtungsweisender Serien, jedenfalls in der noch heiß umkämpften NL. Eine davon liefern sich ab heute Nacht vier Spiele lang die St. Louis Cardinals und die Los Angeles Dodgers. Beide haben noch die jeweilige Divisionsspitze im Blick, sind aber vor allem direkte Konkurrenten um den zweiten Wild-Card-Platz der NL. Wenn ihr die MLB über DAZN schaut, habt ihr lediglich das Serienfinale in der Nacht von Sonntag auf Montag zur Auswahl. Auf mlb.tv könnt ihr auch die anderen Spiele sehen, zum Beispiel am Samstag um 19:05 Uhr das einzige, das nach unserer Zeit nicht mitten in der Nacht läuft. Vom Pitching-Matchup dürfte das erste Spiel (heute Nacht ab 1:15 Uhr) das interessanteste sein, wenn Clayton Kershaw (2.42 ERA, 3.03 FIP) auf Austin Gomber (2.93 ERA, 3.64 FIP) trifft.

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Dezember 8th, 2016 by Dominik

Der Knoten ist geplatzt. Wodurch genau, darüber kann man nur spekulieren. War es der Abschluss des neuen Collective Bargaining Agreements, der die Abwartehaltung einiger Teams aufgebrochen hat? War es das erste große Free-Agent-Signing von Yoenis Cespedes, das den Domino-Effekt auslöste? Oder liegt es einfach daran, dass momentan die Winter Meetings stattfinden, die jährliche Konferenz von Vertretern der MLB und aller Teamführungen, bei der traditionell viele Trades und Transaktionen besprochen werden? Fakt ist jedenfalls, dass in dieser Woche haufenweise Meldungen über neue Verträge und Geschäft eingingen und somit richtig Bewegung in die Offseason gekommen ist. Gut, dass heute Grand-Slam-Tag ist und damit Gelegenheit, die wichtigsten Entwicklungen der letzten Tage zusammenzufassen:

Die White Sox traden Sales und Eaton für massenweise Talente
Gestern Morgen wurde der erste echte Blockbuster-Trade bekannt: Die Boston Red Sox erhalten in Chris Sale das lange gesuchte Pitching-Ass – mit 27 im besten Alter und mit einem relativ teamfreundlichen Vertrag über noch drei Jahre und 38 Millionen Dollar. Mit Sale, David Price und Rick Porcello haben die Red Sox nun ein mehr als respektables Triumvirat in der Rotation und dürfen sich, da trotz des Abschieds von David Ortiz auch offensive Feuerkraft noch reichlich vorhanden ist, zu den frühen Favoriten der kommenden Saison zählen.

Der für Sale an die White Sox zu zahlende Preis ist hoch, auch wenn er „nur“ aus Prospects besteht: Das Kernstück dieser Seite des Trades ist Infielder Yoan Moncada, nach verbreiteter Einschätzung das Top-Prospect der Liga. Dazu kommen mit Michael Kopech ein 20-jähriger Flamethrower, der schon mit 18 bis zu 105 mph schnelle Fastballs geworfen hat, und als Beigabe noch OF Luis Alexander Basabe und RHP Victor Diaz. Wenn Moncada und Kopech die erhoffte Entwicklung nehmen, war es ein hervorragender, zukunftsweisender Trade für die White Sox, die für mich auf den ersten Blick als Gewinner des Deals dastehen. Natürlich muss man auch sehen, dass das scheinbare Ungleichgewicht aufgewogen wird durch das Risiko, dass unfertige Spieler manchmal nicht das werden, was man erwartet. Moncada hatte dieses Jahr 24,2% Strikeouts in den Minor Leagues und weitere 12 in 20 Plate Appearances für die Red Sox. Kopech hat eine Doping-Vorgeschichte und Anfang des Jahres brach er sich die Hand bei einer Prügelei mit einem Teamkameraden. Das alles muss nicht heißen, dass Moncada und Kopech keine glänzende MLB-Zukunft vor sich haben, aber die Möglichkeit, dass es anders kommt, muss man bei diesem Trade mitdenken. Deshalb finde ich ihn auf den zweiten Blick doch ziemlich ausgeglichen.

Wie ernst die White Sox es damit meinen, ihren Talentpool aufzurüsten, zeigt sich daran, dass sie ein paar Stunden später den nächsten Blockbuster vermelden konnten: Outfielder Adam Eaton verstärkt ab sofort die Washington Nationals und wieder besteht der Preis in einem attraktiven Paket von Prospects. Allen voran wechselt Pitcher Lucas Giolito nach Chicago – damit haben die White Sox innerhalb eines Tages sowohl das beste Batting-Prospect (Moncada) als auch das beste Pitching-Prospect der Liga an Land gezogen. Giolito dürfte in seiner Entwicklung weit genug sein, um bereits 2017 zu starten, möglicherweise auch schon gemeinsam mit Reynaldo Lopez, dem zweiten Teil des Trades. Dazu kommt mit Dane Dunning noch ein dritter junger Pitcher, der allerdings etwas mehr Zeit brauchen wird, bevor die MLB für ihn infrage kommt. Meine Bewertung dieses Trades gleicht der des ersten: Wenn die Prospects das halten, was sie versprechen, sitzen die White Sox am besseren Ende des Geschäfts.

Man darf gespannt sein, ob die White Sox nun auch noch SP Jose Quintana versilbern und was sie für ihn herauszuholen im Stande sind.

Die Cubs haben ihren Closer
Auch beim dritten „großen“ Trade der Woche führt eine Spur nach Chicago, in dem Fall allerdings in den Norden der Stadt zu den Cubs. Die haben gerade eine Meisterschaftssaison hinter sich mit einem Team, das auf Jahre hinaus vielversprechende Aussichten bietet. Eine Lücke gab es aber, da der Vertrag des erst im Juli ertradeten Closers Aroldis Chapman ausgelaufen war. Diese Lücke wurde nun hochkarätig besetzt mit Wade Davis von den Kansas City Royals. Davis bringt einen hervorragenden ERA von 1.18 in 185 Auftritten innerhalb der letzten drei Jahre mit und ließ in dieser Zeit lediglich drei Homeruns zu. Einziger Wermutstropfen aus Sicht der Cubs ist, dass der 31-Jährige mit nur einem Jahr Vertrag zu ihnen wechselt, es für sie also nach wie vor keine Langzeitlösung für die Position gibt. Aber für 2017 macht er den amtierenden World Champion sicher nicht schlechter. Für Davis geht in einem 1:1-Tausch Outfielder Jorge Soler nach Kansas City. Von ihm haben die Royals voraussichtlich auf lange Sicht etwas, denn Soler ist talentiert, nur 24 Jahre alt und hat noch vier Jahre eines sehr bezahlbaren Vertrags vor sich. Klingt für mich nach einem klassischen Win-Win-Geschäft für die beiden beteiligten Teams.

Rekordverträge für Reliever
Nicht nur an dem Trade für Wade Davis sieht man, dass Relief Pitcher dieses Jahr sehr gefragt sind, sondern auch an einigen frisch abgeschlossenen Verträgen mit Free Agents. Am Montag wurde sich Mark Melancon mit den San Francisco Giants einig. 62 Millionen Dollar für vier Jahre waren eine neue Rekordsumme; bisher war Jonathan Papelbon mit einem 50-Millionen-Vertrag der teuerste Reliever aller Zeiten gewesen. Melancons Rekord hielt allerdings nur zwei Tage, dann einigten sich die New York Yankees mit Aroldis Chapman auf dessen Rückkehr, die sie ihm mit stolzen 86 Millionen Dollar für fünf Jahre versüßen. Bei der Gelegenheit muss man sich mal in Erinnerung rufen, was die Yankees beim Trade im Juli alles bekommen haben für Chapman, der nun wieder da ist und (außer der Masse Geld für den neuen Vertrag, der so oder so angestanden hätte) nichts gekostet hat.

Weitere Free-Agent-Signings
Angesichts der Masse an hochkarätigen Trades und Verpflichtungen der vergangenen Tage liste ich die folgenden nur in aller Kürze auf. In ruhigeren Wochen wäre jeder einzelne von ihnen eine ausführliche Meldung wert gewesen:

Starting Pitcher Rich Hill bleibt bei den Los Angeles Dodgers. Für einen 37-Jährigen Spätentwickler ist ein Dreijahresvertrag über 48 Millionen Dollar ein stolzer Preis, aber Hill war der beste Free-Agent-Starter dieser Offseason und das spiegelt der Vertrag wider.

Outfielder Carlos Gomez bleibt bei den Texas Rangers. Sein neuer Vertrag bringt ihm 11,5 Millionen Dollar für ein Jahr, danach kann der 31-Jährige erneut den Free-Agent-Markt testen.

OF/DH Carlos Beltran kehrt mit einem Einjahresvertrag zurück zu den Houston Astros. Da er im April 40 Jahre alt wird, wird zweifellos die Frage aufkommen, ob er nach der Saison aufhört, aber noch hat er sich nicht in diese Richtung geäußert. Warum auch, solange seine Dienste einem MLB-Team noch 16 Millionen Dollar Jahresgehalt wert sind?

Catcher Wilson Ramos geht für zwei Jahre und leistungsabhängig 12,5 bis 18,25 Millionen Dollar zu den Tampa Bay Rays. Diese Verpflichtung leuchtet mir nicht ganz ein, vor allem angesichts der Vertragsdauer. In meinen Augen sind die Rays mindestens zwei Jahre davon entfernt, in der AL East konkurrenzfähig zu werden. Warum gibt man für diesen Zeitraum Geld für einen Top-Catcher aus, dessen Vertrag genau dann ausläuft, wenn man ihn vielleicht wirklich brauchen könnte? Ganz davon abgesehen, dass Ramos frisch operiert ist und voraussichtlich erst in der zweiten Saisonhälfte 2017 wieder spielen kann.

Allrounder Steve Pearce geht für zwei Jahre und 12,5 Millionen Dollar zu den Toronto Blue Jays. Das verstärkt den Eindruck, dass die Blue Jays sich zunehmend damit abfinden, die eigenen Free Agents Edwin Encarnacion und Jose Bautista nicht an sich binden zu können.

Ian Desmond, bei den Rangers erst kürzlich von Shortstop auf Center Fielder umgeschult, hat bei den Colorado Rockies einen Fünfjahresvertrag über 70 Millionen Dollar unterschrieben und soll dort wohl hauptsächlich als Firstbaseman eingesetzt werden.

RP Fernando Rodney hat in den Arizona Diamondbacks sein achtes MLB-Team gefunden. Der zum Saisonstart 40-Jährige kommt für ein Jahr und 2,75 Millionen Dollar plus leistungsbezogene Bestandteile. Rodney wird wohl als Closer antreten und könnte eine gute Gelegenheit für die Diamondbacks sein, zur Trade-Deadline etwas Gewinn abzuschöpfen, wenn sie wie erwartet aus dem Rennen sind und ein anderes Team für die Schlussphase der Saison einen erfahrenen Reliever braucht.

OF/DH Matt Holliday wird für ein Jahr und 13 Millionen Dollar bei den Yankees spielen. Holliday wird nächsten Monat 37 Jahre und soll ein Team mit vielen jungen Spielern mit seiner Erfahrung bereichern.

Die Miami Marlins haben SP Jeff Locke und Catcher A. J. Ellis mit Ein-Jahres-Verträgen ausgestattet. Die Marlins sind recht aktiv in dieser Offseason, allerdings auf einem Niveau, das 2017 eher als Übergangsjahr ohne große Pläne aussehen lässt – zumindest solange sich nicht das Gerücht bewahrheitet, dass sie ein hochdotiertes Angebot an RP Kenley Jansen gemacht haben.

Under Armour wird neuer Trikotausrüster 
Bis 2020 ist es noch eine Weile hin, aber die MLB hat sich diese Woche mit dem Sportartikelhersteller Under Armour geeinigt, dass dieser ab dann für zehn Jahre die Trikots aller 30 Mannschaften produzieren wird. Under Armour löst damit den bisherigen Ausrüster Majestic ab.

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