November 19th, 2020 by Silversurger

Von Live-Baseball sind wir zwar weit entfernt, aber in der MLB herrscht in diesem Herbst alles andere als Langeweile. Unter den Neuigkeiten dieser Woche habe ich zum Beispiel die erste weibliche Führungskraft in einem MLB-Klub, den Rücktritt eines populären Funktionärs, sowohl den ersten Dopingfall als auch die erste Tommy-John-Surgery dieser Offseason sowie ganz nebenbei noch die Auszeichnung der besten Spieler der Saison 2020 im Angebot. Was wollt ihr demnächst gerne lesen? Lasst es mich bitte als Kommentar im Wunschkonzert wissen! 

Abreu und Freeman sind die MVPs
Letzte Woche musste ich den Höhepunkt der Award-Verleihungen schuldig bleiben, weil die wertvollsten Spieler erst Donnerstagnacht ausgezeichnet wurden. In beiden Teilen der MLB fiel die Wahl auf einen First Baseman.
In der AL geht der MVP-Titel an Jose Abreu von den Chicago White Sox. Der 33-Jährige füllte die Rolle als erfahrener Führungsspieler des jungen Teams perfekt aus und ging mit einer Slashline von .317/.370/.617 auf dem Weg zur ersten Playoff-Teilnahme seines Klubs seit 2008 voran. Abreu erhielt 21 von 30 möglichen Erststimmen und ließ damit 3B Jose Ramirez (Indians) und 2B DJ LeMahieu (Yankees) klar hinter sich.
Die Wahl der NL entschied Freddie Freeman von den Atlanta Braves für sich. Das ist eine großartige Comebackstory, nachdem Freeman kurz vor Saisonbeginn an Covid-19 erkrankt war, mit durchaus heftigen Symptomen. Doch er kam danach schnell zurück in Form und spielte seine bisher beste Saison (.341/.462/.640) für die Braves, die zum dritten Mal in Folge die NL East gewannen. Mit 28 von 30 Erststimmen war die Wahl mehr als eindeutig. Die anderen beiden Stimmen gingen an OF Mookie Betts (Dodgers). 

Theo Epstein tritt zurück
Der bisherige „President of Baseball Operations“ der Chicago Cubs, Theo Epstein, hat seinen Rücktritt erklärt. Nach neun Jahren in Chicago sieht der 46-Jährige, der sowohl für die Cubs als auch davor für die Boston Red Sox jahrzehntelange Titelträume wahr gemacht hat, die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen. Fans der Phillies und der Mets, die beide gerade passende Stellen anzubieten haben, sollten sich allerdings nicht zu früh die Hände reiben: Laut Jon Morosi von MLB Network neigt Epstein wohl dazu, sich erstmal eine Auszeit von einem Jahr zu gönnen. Epsteins Nachfolge bei den Cubs übernimmt Jed Hoyer, sein bisher engster Mitarbeiter als General Manager.

Kim Ng wird General Mangerin der Marlins
Die Miami Marlins haben eine Nachfolgerin für ihren bisherigen General Manger Michael Hill gefunden, dessen ausgelaufener Vertrag nicht verlängert wurde. Kim Ng wird die erste Frau auf einem hochrangigen Posten eines MLB-Teams und gleichzeitig der erste GM asiatischer Abstammung. Ng ist in dieser Rolle alles andere als ein PR-Stunt; sie ist vielmehr eine langjährige ausgewiesene Fachfrau, die in den letzten Jahren schon bei mehreren GM-Besetzungen im Gespräch war. Die 51-Jährige begann ihre Karriere vor rund 30 Jahren als Praktikantin bei den White Sox, war Assistenz-GM bei den Yankees und den Dodgers, bevor sie 2011 Senior Vice President of Baseball Operations der MLB wurde. Marlins-Owner Derek Jeter, der Ng aus der gemeinsamen Zeit bei den Yankees kennt, baut darauf, dass sie aus dem vielversprechenden jungen Team der Marlins einen dauerhaften Contender macht.

Neuer GM auch bei den Angels
Die Los Angeles Angels haben ebenfalls einen neuen GM ausgewählt. Den Posten des zum Saisonende gefeuerten Billy Eppler erhält Perry Minasian, bislang Assistenz-GM bei den Braves. Angels-Owner Arte Moreno setzt damit nach Tony Reagins, Jerry Dipoto und Eppler erneut auf einen Neuling in der Führungsrolle. Ähnlich wie die neue GM der Marlins, Kim Ng, galt Minasian schon seit einigen Jahren immer wieder als Kandidat, wenn irgendwo in der Liga eine entsprechende Stelle zu vergeben war. Minasian erbt mit den Angels ein Team, dem dank herausragender Einzelspieler wie Mike Trout, Anthony Rendon und Shohei Ohtani regelmäßig eine Favoritenrolle zugedacht wird, die es bisher jedoch nie erfüllen konnte.

Dopingsünder Cano gesperrt
Apropos unerfüllte Erwartungen: Second Baseman Robinson Cano von den New York Mets wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere des Dopings überführt. Getreu den Anti-Doping-Richtlinien der MLB wird er als Wiederholungstäter für 162 Spiele, also die gesamte Saison 2021, gesperrt. Cano war nach seiner ersten Dopingsperre 2018 von den Seattle Mariners zu den Mets getradet worden. Dort hatte er 2019 ein eher schwaches Jahr, doch 2020 gelang dem 38-jährigen Dominikaner ein beeindruckendes Comeback. Dieses erscheint nun unter einem anderen Licht, da es offenbar nur mit Hilfe des synthetischen Steroids Stanozolol zustande kam.
Für die Mets dürfte der Verlust zu verkraften sein: Da Cano während der Sperre keinen Gehaltsanspruch hat, spart der Verein 24 Millionen Dollar, die sich vermutlich besser einsetzen lassen als für einen schummelnden Altstar.

Clevinger verlängert Vertrag und fällt erstmal aus 
Die Saison 2021 wird nicht nur ohne Cano, sondern auch ohne Mike Clevinger stattfinden. Der Starting Pitcher der San Diego Padres musste sich am Dienstag einer Tommy-John-Surgery unterziehen, was üblicherweise mindestens ein Jahr Pause bedeutet. Die Padres hatten Clevinger zur Trade Deadline Ende August von den Cleveland Indians geholt. Dort war er in Ungnade gefallen, nachdem er mit einer privaten Kneipentour die Corona-Auflagen missachtet und dies dem Team verschwiegen hatte. Davon abgesehen hatte er sportlich ein sehr starkes Jahr und war einer der Verantwortlichen für den furiosen Run der Padres in die Playoffs. Kurz vor seiner OP einigten die Padres sich mit ihm auf eine Vertragsverlängerung bis 2022. Clevinger verdient in den beiden Jahren insgesamt 11,5 Millionen Dollar – das schien auf den ersten Blick etwas wenig für einen Spieler seiner Klasse, doch nach der kurz darauf erfolgten Nachricht über seine Verletzung ist klar, dass es sich im Prinzip um das Gehalt für 2022 handelt. 

Braves verpflichten Smyly
Auch die Atlanta Braves vermelden einen Vertragsabschluss: Der linkshändige Starter Drew Smyly wurde für ein Jahr verpflichtet. Er erhält dafür 11 Millionen Dollar. Der 31-Jährige spielte schon bei den Tigers, Rays, Rangers, Phillies und Giants. Seine Leistungen waren meistens solide, er war aber auch oft verletzt und benötigte dann etwas Anlauf, um wieder zu seiner Form zu finden. 2020 brachte er es für die Giants auf einen ERA von 3.45 über 26.1 Innings. Das ist eine relativ kleine Stichprobe, aber für die Braves offenbar genug, um ihm einen recht großzügigen Vertrag anzubieten. 

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Oktober 8th, 2020 by Silversurger

Hochspannung in den MLB-Playoffs: Noch keines der Divisional-Duelle ist entschieden, aber in allen vier Serien kann es  schon heute soweit sein. Vor der Zusammenfassung des sportlichen Geschehens der letzten Tage noch kurz zwei Neuigkeiten von außerhalb der Playoff-Bubble: Neben den Los Angeles Angels sind nun auch die Philadelphia Phillies auf der Suche nach einem neuen General Manager. Matt Klentak hat nach fünf weitgehend erfolglosen Jahren – ohne Winning Season, ohne Playoff- Teilnahme – seinen Rücktritt erklärt. Und auch bei den Cincinnati Reds ist eine Stelle offen: Dick Williams hat gestern erklärt, seinen Posten als „President of Baseball Operations“ abgeben zu wollen. 

National League
Da in den NLDS-Duellen erst je zwei Spiele absolviert wurden, konnte noch keine der Best-of-5-Serien entschieden werden. Allerdings stehen sowohl die Atlanta Braves als auch die Los Angeles Dodgers mit einem Bein in der nächsten Runde. 

Die Braves haben die ersten Spiele gegen die Miami Marlins 9:5 und 2:0 gewonnen. Wie schon in der Wild-Card-Runde gegen die Cincinnati Reds überzeugen die Braves bislang vor allem mit starkem Pitching, ihrer ursprünglich angenommenen Schwachstelle. Die Braves haben nun drei Matchbälle für den letzten nötigen Sieg, um in die Championship-Serie der NL einzuziehen. 

Dasselbe gilt für die Dodgers, die mit 5:1 und 6:5 beide Partien gegen die San Diego Padres für sich entschieden haben. Im ersten Spiel war Geduld gefragt, denn die Dodgers blieben fünf Innings ohne Hit und lagen 0:1 zurück, bevor im sechsten Durchgang der Knoten platzte und sie gleich vier Runs aufs Scoreboard brachten. Auch im zweiten Spiel überkamen sie einen frühen Rückstand und wehrten im neunten Inning ein Comeback des Gegners ab, um sich die vielversprechende Ausgangslage vor Spiel drei zu sichern. 

American League
In der AL gibt es nach drei Spielen ebenfalls noch keine Entscheidung. Nah dran waren die Houston Astros, die mit 10:5 und 5:2 die ersten Spiele gegen die Oakland Athletics gewannen. In der dritte Partie nahmen sie den Athletics zweimal die Führung ab, mussten sich am Ende aber doch geschlagen geben (siehe „Spiel der Woche“). 

Die New York Yankees landeten mit 9:3 den ersten Erfolg in der Serie gegen die Tampa Bay Rays, doch die Spiele zwei und drei gingen mit 7:5 und 8:4 an den Gegner. War vor der Serie noch die Frage, ob das formidable Pitching der Rays die Homerun-Power der Yankees unter Kontrolle halten kann, so sieht es nun eher danach aus, dass die Rays die Yankees mit deren eigenen Waffen schlagen: Vier Homeruns am Dienstag, drei Homeruns am Mittwoch waren der maßgebliche Faktor, dass die Rays nur noch einen Sieg vom Einzug in die Championship-Serie entfernt sind.

Szene der Woche
Der Endstand von 9:3 für die Yankees klingt nach einer klaren Angelegenheit, aber tatsächlich war die Partie gegen die Rays am Montag ein enorm spannendes Spiel mit mehreren Führungswechseln. Die Entscheidung zugunsten der Bronx-Bomber brachte erst der Paukenschlag im neunten Inning, der folgende Grand Slam von Giancarlo Stanton. Als Szene der Woche steht er auch stellvertretend für insgesamt sechs Homeruns durch Stanton in den bisherigen fünf Playoff-Spielen. 

Statistik der Woche 
18. Das ist die gleiche Zahl wie letzte Woche an dieser Stelle, aber eine ganz andere Statistik: 18 Strikeouts erzielten die Pitcher der Rays am Dienstag beim 7:5 gegen die Yankees und stellten damit einen neuen Rekord für 9-Inning-Playoffspiele auf. 10 davon gingen auf das Konto von Starter Tyler Glasnow, der die ersten fünf Innings pitchte.

Spiel der Woche
Das offizielle Homerun-Derby der MLB musste dieses Jahr coronabedingt ausfallen, aber die Oakland Athletics und die Houston Astros taten gestern alles, um die Fans von weiten Schlägen für den Verlust zu entschädigen. Siebenmal ging der Ball in der heiß umkämpften Partie über den Zaun. Entscheidend waren am Ende ironischerweise zwei Bälle, die zwar etwas zu kurz gerieten, jedoch als Sacrifice-Flys den Athletics die Runs zum 8:7 und 9:7 brachten. 

Mein Einschalttipp
Die MLB-Saison ist längst in der Phase angelangt, in der jedes Spiel, das sich zeitlich und vom Schlafbedarf her einrichten lässt, Pflichtprogramm ist. Das gilt erst recht für die Baseball-Bundesliga, in der an den beiden kommenden Wochenenden das Finale um die Deutsche Meisterschaft zwischen den Bonn Capitals und den Heidenheim Heideköpfen ansteht. Am Samstag ab 15 Uhr und am Sonntag ab 14 Uhr gibt es vermutlich zum letzten Mal in diesem Jahr die Chance, deutschen Spitzenbaseball per Livestream zu verfolgen. Die Partien aus Bonn werden wie üblich auf sportdeutschland.tv gesendet. Die weiteren Spiele der Best-of-5-Serie finden am folgenden Wochenende in Heidenheim statt, von wo es leider in der Regel keine Liveübertragung gibt. 

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Oktober 3rd, 2020 by Silversurger

Nach der viertägigen Wild-Card-Runde lässt sich deren Ergebnis in wenigen Worten zusammenfassen: Alle sieben Teams aus den Central-Divisionen sowie die Toronto Blue Jays sind ausgeschieden, sämtliche Erst- und Zweitplatzierten der East- und West-Divisionen haben es in die nächste Runde geschafft. Wie es sich ergeben hat, treffen in dieser nächsten Runde, den Divisional Series, alle Mannschaften auf Konkurrenten aus der eigenen Division. 

Die Divisionals werden wie geplant in neutralen Ballparks ausgetragen. Am Montag beginnen die beiden ALDS, die NLDS kommen am Dienstag dazu. Gespielt wird dann wieder täglich ohne Pausentage bis zur Entscheidung im Best-of-5-Format. 

American League Divisional Series 
Tampa Bay Rays vs. New York Yankees (in San Diego) 
Vor der Saison waren die Yankees der Top-Favorit und die Rays der Geheimfavorit der AL. Das hat sich ein bisschen geändert, nachdem die Rays sowohl in der Gesamtabrechnung die Yankees klar hinter sich ließen als auch die direkten Duelle mit acht zu zwei Siegen dominierten. Kein anderes Team hatte die Yankees dieses Jahr so souverän und konsistent unter Kontrolle wie die Rays, welche der stärksten Offense der Liga nur 34 Runs in zehn Spielen erlaubten. Man muss allerdings dazu sagen, dass die Yankees selten in Bestbesetzung antreten konnten – DJ LeMahieu, Aaron Judge und Giancarlo Stanton verpassten jeweils einen großen Teil der Spiele gegen die Rays. Dieses Mal sind sie allesamt an Bord beim Versuch, den Angstgegner zu überwinden. 

Oakland Athletics vs. Houston Astros (in Los Angeles) 
Wenn man nach der regulären Saison geht, sehen die Vorzeichen für dieses Duell ziemlich einseitig aus: Die Athletics spielten eine dominante 36-24-Saison, die Astros hingegen hatten Glück, mangels Konkurrenz mit einer negativen Bilanz von 29-31 noch einen Platz in den Playoffs zu ergattern. Der Unterschied zwischen beiden Teams wurde nicht zuletzt in den zehn direkten Vergleichen erspielt, von denen die Athletics sieben gewannen. In der Wild-Card-Runde waren allerdings die Astros überzeugender. Sie sweepten routiniert die Minnesota Twins, während die Oakland Athletics sich zu einem knappen 2-1 über die Chicago White Sox mühten.

National League Divisional Series
Los Angeles Dodgers vs. San Diego Padres (in Arlington) 
Für neutrale Zuschauer dürfte dies das am heißesten erwartete Duell der Divisional-Runde sein. Die Dodgers weisen aus der regulären Saison die beste Bilanz der MLB auf, die Padres haben die zweitmeisten Siege der NL auf dem Konto – und das, obwohl sie zehnmal gegen das Überteam aus LA antreten mussten. Die Dodgers behielten in diesen Spielen knapp mit 6-4 die Oberhand. In der Wild-Card-Runde machten die Dodgers kurzen Prozess mit den Brewers, während die Padres gegen die St. Louis Cardinals drei Spiele brauchten. Sorgen bereitet nach wie vor das Starting-Pitching der Padres. Ob die Asse Dinelson Lamet und Mike Clevinger bis zur NLDS fit werden, ist fraglich. Gestern Nacht war es der Bullpen der Padres, der in einem gemeinsamen Kraftakt die Kastanien aus dem Feuer holte: Neun verschiedene Pitcher hielten den Gegner über neun Innings ohne Run – das hatte es bisher noch nie gegeben. 

Atlanta Braves vs. Miami Marlins (in Houston) 
Diese beiden Teams haben es allen Kritikern gezeigt. Die Braves waren als das Playoff-Team mit dem schwächsten Pitching eingestuft gewesen. Als Antwort darauf ließen sie gegen die Cincinnati Reds in zwei Spielen über insgesamt 22 Innings keinen einzigen Run zu. Nun geht es gegen die Miami Marlins, die aus dem „Bottom Feeder“, zu dem sie vor der Saison abgestempelt waren, ein trotziges Motto gemacht haben. Auch sie benötigten nur zwei Spiele, um gegen die Chicago Cubs souverän das Weiterkommen zu sichern. In der regulären Saison gewannen die Braves sechs von zehn gegen die Marlins, darunter ein spektakuläres 29:9. Die Braves gehen als klarer Favorit in die NLDS, aber die Marlins fühlen sich bekanntlich pudelwohl in der Außenseiterrolle. 

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Oktober 1st, 2020 by Silversurger

Die Baseball-Nacht des Jahres liegt hinter uns: Acht Playoff-Spiele an einem Tag hatte es noch nie gegeben und wird es auch auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Denn in der American League sind bereits drei von vier Duellen der Wild-Card-Runde entschieden. Somit müssen heute nur die Oakland Athletics und die Chicago White Sox zum entscheidenden dritten Spiel antreten, während in den Serien der National League Spiel zwei ansteht.

In den Teams, die sich nicht für die Postseason qualifizieren konnten, werden derweil schon erste Weichen für das kommende Jahr gestellt: Die Boston Red Sox trennen sich nach nur einem Jahr von Manager Ron Roenicke, die Los Angeles Angels entlassen General Manager Billy Eppler. Auch bei den New York Mets steht die Ablösung von GM Brodie van Wagenen so gut wie fest, sobald der Verkauf der Franchise an Steve Cohen offiziell ist. Zwei langjährige und beliebte MLB-Spieler werden wir nicht mehr auf dem Spielfeld sehen: Hunter Pence (Giants) und Alex Gordon (Royals) haben das Ende ihrer Karrieren verkündet. 

American League
Die erste Divisional-Serie der AL steht bereits fest. Die Tampa Bay Rays treffen ab Montag in einer Best-of-5-Serie auf die New York Yankees. Die Rays entledigten sich ihrer Wild-Card-Aufgabe gegen die Toronto Blue Jays souverän mit 3:1 und 8:2. Souverän waren auch die Yankees in Spiel 1 gegen die Cleveland Indians. Sie verschafften Cy-Young-Kandidat Shane Bieber einen rabenschwarzen Tag und gewannen das Spiel 12:3. Die zweite Partie war deutlich spannender, doch nach Comebacks im vierten und im neunten Inning behielten die Yankees auch hier die Oberhand und sicherten sich mit einem 10:9 den Sweep über die Indians. Die Serie zwischen den Rays und den Yankees wird in San Diego stattfinden.

Für die andere Divisional-Serie haben sich als erstes Team die Houston Astros qualifiziert. Das ist die erste große Überraschung dieser Playoffs, denn mit ihrer negativen Saisonbilanz (29-31) und als Auswärtsteam reisten die Astros als klarer Außenseiter nach Minnesota. Doch die Twins konnten ihre Playoff-Schwäche (siehe „Statistik der Woche“) nicht ablegen, während die Astros routiniert ihre Postseason-Erfahrung ausspielten und die Partien mit 4:1 und 3:1 nach Hause brachten.

Der Gegner der Astros in der ALDS in Dodger Stadium werden entweder die Oakland Athletics oder die Chicago White Sox sein. Die beiden Teams haben sich als bisher einzige die Siege in den Spielen eins und zwei geteilt. Beim 4:1-Sieg der White Sox feuerte Lucas Giolito sechs perfekte Innings, bevor er im siebten Durchgang den ersten Hit und im achten den einzigen Run abgab. Tags darauf kam die Offense der Athletics schneller und besser ins Spiel. Die Aufholjagd der White Sox kam zu spät und endete mit einer 3:5-Niederlage.  

National League
Die NL hatte letzte Nacht ihren ersten Wild-Card-Spieltag, daher konnte logischerweise noch keine der Best-of-3-Serien entschieden werden. Die Los Angeles Dodgers wurden im ersten Spiel ihrer Favoritenrolle gerecht und schlugen die Milwaukee Brewers 4:2. Der Sieger dieses Duells trifft in der nächsten Runde in Arlington auf San Diego oder St. Louis. St. Louis setzte sich etwas überraschend im ersten Spiel mit 7:4 durch. Den Padres könnten Pitching-Probleme zum Verhängnis werden: Die Asse Dinelson Lamet und Mike Clevinger sind verletzt und Chris Paddack erwischte gestern einen richtig miesen Tag, was nicht nur die Niederlage, sondern auch viel Arbeit für den Bullpen verursachte.

Die spannendste Partie der bisherigen Playoffs war eindeutig die erste Begegnung zwischen den Atlanta Braves und den Cincinnati Reds. Mehr dazu weiter unten beim „Spiel der Woche“. Einen veritablen Upset gab es in Chicago, wo den Miami Marlins ein einziges starkes Offensiv-Inning reichte, um beim 5:1 gegen die Cubs das neueste Kapitel ihrer Cinderella-Story zu schreiben. Die Gewinner der beiden Serien treffen ab Dienstag zur NLDS in Houston aufeinander. 

Szene der Woche
Wir sind zwar schon mitten in der Postseason, aber das Triple Play der Brewers vom letzten Tag der regulären Saison möchte ich euch nicht vorenthalten:

Statistik der Woche 
18. So viele Playoff-Spiele haben die Minnesota Twins nun hintereinander verloren. Der traurige Rekord reicht zurück bis in die ALDS 2004, in der die Twins die Spiele zwei bis vier gegen die Yankees abgaben. Es folgten ein 0-3-Sweep gegen die Athletics 2006 und dann 2009, 2010, 2017 und 2019 immer wieder Niederlagen gegen die Yankees. Entsprechend groß war die Begeisterung, dass es dieses Jahr in Runde 1 endlich mal nicht gegen die Yankees ging, doch auch gegen die Astros war für das Team von Max Kepler nichts zu holen.

Spiel der Woche
Alle Freunde des gepflegten Defensivspiels, die am Dienstag von Bieber vs. Cole enttäuscht wurden, folgte die Entschädigung einen Tag später in Form einer epischen Pitchingschlacht zwischen Max Fried und Trevor Bauer sowie den jeweiligen Bullpens der Atlanta Braves und der Cincinnati Reds. Es war das erste Playoffspiel seit 1997, das mit 0:0 in die Verlängerung ging, und es war das erste überhaupt, bei dem auch nach elf und zwölf Innings keine Runs auf dem Scoreboard auftauchten. Erst in der unteren Hälfte des 13. Innings gelang den Braves bei einem Single von Freddie Freeman der erste Zähler und damit der Walk-Off-Sieg. Noch ein Rekord: 37 Strikeouts von beiden Teams zusammen hatte es in einem Playoffspiel bisher nie gegeben.

Mein Einschalttipp
In den Playoffs ist natürlich jedes Spiel ein Einschalttipp, aber heute lege ich euch ganz besonders die Partie der Oakland Athletics gegen die Chicago White Sox ans Herz. Zur besten mitteleuropäischen Sendezeit um 21:10 Uhr beginnt das entscheidende dritte Spiel um den Einzug in die ALDS. 

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September 28th, 2020 by Silversurger

Es lief längst nicht alles glatt in der wegen Corona verkürzten MLB-Saison 2020, aber der erste große Meilenstein ist erreicht: Die reguläre Saison wurde wettbewerbsgerecht durchgeführt und abgeschlossen, sodass jetzt die Playoffs folgen können. Um die Teilnehmerplätze wurde vor allem in der National League bis zum letzten Tag gerungen. Auf der Zielgeraden war es eher ein Schneckenrennen, denn die Brewers verloren zwar ihr letztes Spiel, profitierten aber davon, dass sowohl die Giants als auch die Phillies es ihnen gleichtaten. Anscheinend war niemand besonders wild darauf, bei den Dodgers antreten zu müssen…

Die Best-of-3-Serien der Wild-Card-Runde finden komplett im Stadion des höher gesetzten Teams statt und werden ohne Pausentag durchgezogen. Den Anfang machen die Teams der American League, die am Dienstag, Mittwoch und (sofern das dritte Spiel nötig ist) am Donnerstag spielen. Die Serien der National League laufen von Mittwoch bis Freitag. Die nächste Runde der Playoffs, die Divisional-Series, beginnt nächste Woche am Montag (AL) bzw. Dienstag (NL).

American League
Tampa Bay Rays vs. Toronto Blue Jays
Das Duell der Nr. 1 gegen die Nr. 8 der AL ist das einzige zwischen zwei Teams, die sich schon während der regulären Saison gesehen haben. In diesen Spielen behielten die Rays mit 6:4 Siegen die Oberhand, und natürlich gehen sie auch in die Playoffs als Favorit. Für die Blue Jays ist es bereits ein Riesenerfolg, so weit gekommen zu sein in einem Jahr, in dem sie wegen Coronaauflagen kein einziges Spiel in ihrem eigenen Stadion absolvieren durften.

Oakland Athletics vs. Chicago White Sox
Das junge Team der White Sox schien auf dem besten Weg, die AL Central zu gewinnen, doch auf der Zielgeraden geriet es spürbar ins Stolpern mit nur noch zwei Siegen aus den letzten acht Spielen. Damit haben sie sich eingehandelt, bei den Athletics antreten zu müssen, die die AL West in diesem Jahr massiv dominiert haben.

Minnesota Twins vs. Houston Astros
Die Twins haben in den letzten Spielen alles dafür gegeben, nicht wieder gegen die Yankees antreten zu müssen, gegen die ihre letzten vier Playoffteilnahmen allesamt in der ersten Runde endeten. Das ist gelungen, indem das Kepler-Team sich den Divisionssieg und damit Rang 3 auf der Setzliste sicherte. Nun dürfen sie zu Hause antreten gegen die Houston Astros, das ehemalige Spitzenteam, welches nach dem Sign-Stealing-Skandal und einer negativen Saisonbilanz seinen Schrecken weitgehend verloren hat.

Cleveland Indians vs. New York Yankees
Auch eine interessante Paarung: Das Team mit der stärksten Offense der AL – die Yankees mit 315 erzielten Runs – trifft auf das Team mit der besten Defense der MLB – die Indians mit nur 209 zugelassenen Runs. Sowohl die Indians als auch die Yankees hatten in der ersten Septemberhälfte einen Durchhänger und gerieten in Gefahr, die Playoff-Teilnahme zu verspielen. Beide haben sich dann wieder gefangen und spielen nun die Teilnahme an der Divisional-Runde untereinander aus.

National League
Los Angeles Dodgers vs. Milwaukee Brewers
Die Dodgers waren vor der Saison der große Favorit, und bisher sind sie allen Erwartungen gerecht geworden: Zum achten Mal in Folge haben sie die NL West gewonnen und das mit einer Winning Percentage von 71,7%  und somit der besten MLB-Saison eines Teams seit 1954. Die Brewers sind trotz einer negativen Bilanz gerade noch ins Playoff-Feld gerutscht und somit krasser Außenseiter gegen das Über-Team aus Los Angeles.

Atlanta Braves vs. Cincinnati Reds
Während die drei Mit-Favoriten in der vermeintlich starken NL East enttäuschten, sicherten die Braves sich souverän den dritten Divisionssieg in Folge. Nun wollen sie endlich mal über die erste Playoff-Runde hinauskommen, was ihnen die letzten neun Male verwehrt blieb. Die Reds haben es zum ersten Mal seit sieben Jahren in die Postseason geschafft. Nicht zuletzt wegen der überragenden Form von Cy-Young-Kandidat Trevor Bauer könnten sie für eine weitere Überraschung gut sein.

Chicago Cubs vs. Miami Marlins
Die Cubs hatten unter ihrem neuen Manager David Ross einen sehr starken Start in die Saison und cruisten den Rest des Weges mit wechselhaften Leistungen zum Divisionssieg. Vor dem Überraschungsteam aus Miami sollten sie gewarnt sein: Die Marlins haben bisher noch nie eine Playoff-Serie verloren. Bei ihren beiden bislang einzigen Teilnahmen, 1997 und 2003, holten sie immer gleich die World Series.

San Diego Padres vs. St. Louis Cardinals
Als Divisionszweiter ist „Slam Diego“ zwar nur an Nummer 4 gesetzt, aber nach Siegen und Run Differential sind die Padres das zweitstärkste Team der NL. In der Heimserie gegen St. Louis sehe ich sie als deutlichen Favoriten. Andererseits haben die Cardinals dieses Jahr schon unter Beweis gestellt, dass sie in der Lage sind, widrigsten Umständen zu trotzen – man denke nur an ihre 16-tägige Pause wegen Coronafällen und an die vielen, vielen Doubleheader, die sie deswegen den Rest der Saison über spielen mussten.

 

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September 10th, 2020 by Silversurger

Zum zweiten Mal hintereinander muss ich meine wöchentliche Zusammenfassung zur MLB mit einer Trauermeldung beginnen: Wenige Tage nach Tom Seaver ist mit Lou Brock ein weiterer Star der 60er- und 70er-Jahre gestorben. Brock begann seine Karriere bei den Chicago Cubs, aber die längste Zeit verbrachte er bei den St. Louis Cardinals, mit denen er 1964 und 1967 die World Series gewann. Am bekanntesten war der Leftfielder für sein exzellentes Baserunning. Mit 938 gestohlenen Bases hielt er bis 1991 den MLB-Rekord und steht in dieser Kategorie immer noch auf Platz zwei hinter Rickey Henderson. Brock starb nach mehreren schweren Krankheiten letzten Sonntag im Alter von 81 Jahren.

Sportlich war es eine gute Woche für die MLB, denn es war die erste in diesem Jahr ohne Spielausfälle. Da die reguläre Saison schon in zweieinhalb Wochen endet, konzentriere ich mich im heutigen Überblick stark auf das Ringen um die Playoffplätze.

National League
Die National League ist im Hinblick auf das Playoff-Rennen nach wie vor die deutlich interessantere Teilliga der MLB. Der Blick auf die Tabelle zeigt, dass erst fünf von acht Plätzen so gut wie sicher vergeben sind.

In der NL East machen die Atlanta Braves (25-18) und die Philadelphia Phillies (21-18) die Ränge 1 und 2 unter sich aus, beide werden wir auf jeden Fall in der Postseason sehen. Ob sie dort sehr lange durchhalten, darf man bezweifeln, denn beide Teams haben große Probleme beim Pitching – die Braves haben den schlechtesten Starter-ERA der NL (5.92), die Phillies den schlechtesten Bullpen-ERA der MLB (7.24). Um die Divisionsgegner auf Distanz zu halten, hat es bisher gereicht, aber spätestens gegen die Top-Teams der NL West, die Los Angeles Dodgers (32-12) und die San Diego Padres (28-17), wird es wohl anders aussehen. Neben den vier Genannten sind auch die Chicago Cubs (25-19) aus der NL Central faktisch durch. Für den zweiten Platz in dieser Division sitzen trotz knapp negativer Bilanz die St. Louis Cardinals (18-17) in der besten Positon. Zweifelhaft ist allerdings, ob und wie die Cardinals es wegstecken werden, in den verbleibenden 18 Tagen noch 23 Spiele zu absolvieren. Selbst nach diesen 23 werden sie übrigens nur auf 58 absolvierte Patien kommen. Auf zwei Spiele gegen die Detroit Tigers, die in der langen Corona-Pause der Cardinals ausfielen, wird die Liga verzichten, sofern ihnen in der Endabrechnung keine entscheidende Bedeutung zukommt. Der Hauptkonkurrent der Cardinals um den zweiten Platz sind die Milwaukee Brewers (19-22). Die Brewers haben bislang alle Erwartungen enttäuscht und auch zur Trade-Deadline nicht gegengesteuert. Dennoch haben sie noch alle Chancen auf einen Turnaround, da noch zehn Spiele gegen die Cardinals anstehen.

Neben dem zweiten Platz in der Central sind noch zwei Wild Cards zu vergeben. Die San Francisco Giants (23-21) spielen eine fantastische zweite Saisonhälfte, zuletzt mit fünf Siegen hintereinander und acht aus den letzten zehn Spielen. Ihr Restprogramm mit siebenmal den Padres und dreimal den Athletics ist hart, aber die Giants gehen als klarer Favorit in den Wild-Card-Endspurt. Die zweite Wild Card hätten zurzeit die Miami Marlins (19-19); die haben aber noch fast so viele Nachholspiele wie die Cardinals zu absolvieren, darunter sieben gegen die Phillies innerhalb der nächsten fünf Tage. Vermutlich wird das Rennen um den letzten Playoffplatz zwischen den Marlins sowie entweder den Cardinals oder den Brewers – je nachdem, wer von ihnen nicht Zweiter in der Central wird – stattfinden. Ein Comeback der Cincinnati Reds (19-24), der New York Mets (20-24) oder der Colorado Rockies (20-23) ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. 

American League
In der American League ist in Bezug auf die Playoffs fast alles entschieden. Die AL East werden die Tampa Bay Rays (28-15) sich nicht mehr nehmen lassen, und auch die Toronto Blue Jays (24-19) und die New York Yankees (22-21) werden so gut wie sicher in die Postseason einziehen. Dass das den Yankees wohl nur über die Wild Card gelingen wird und dass sie im Playoff-Bild der AL der einzige Wackelkandidat sind, ist eine faustdicke Überraschung dieser Saison. Seit dem 19. August lautet die Bilanz der Yankees 6-15, die wichtigen Serien gegen Toronto und Tampa Bay wurden allesamt verloren. Gegen die Baltimore Orioles (20-22) gilt es nun, zu retten, was zu retten ist (siehe „Einschalttipp“). 

In der AL Central ist zwar noch völlig offen, in welcher Reihenfolge die Chicago White Sox (27-16), die Cleveland Indians (26-17) und die Minnesota Twins (27-18) durch die Ziellinie laufen, aber für alle drei ist der Playoff-Platz sicher und es geht nur noch um die Setzliste. Auch in der AL West ist das Wesentliche klar: Die Oakland Athletics (26-15) gewinnen die Division, die Houston Astros (22-22) ziehen als Zweiter in die Postseason ein. Die Astros sind neben den Yankees der zweite Favorit, dem das erweiterte Playoff-Format dieser Saison zugute kommt. Unter normalen Umständen wären wohl beide auf der Strecke geblieben.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche dauerte rund 10 Minuten, aber ich erspare euch die Originallänge und poste stattdessen eine gut einminütige Zusammenfassung. Sage und schreibe 19 Pitches lang kämpften Reliever Caleb Thielbar von den Twins und Cardinals-Catcher Matt Wieters am Dienstag um den Ausgang eines At-Bats bei zwei Outs und geladenen Bases. Mit insgesamt 14 Foul Balls hielt Wieters das At Bat am Leben, Thielbar warf zehn 3-2-Pitches hintereinander in die Strikezone und entging so dem automatischen Run, den ein Walk bei vollen Bases bedeutet hätte. Schließlich gewann Thielbar das zermürbende Duell, als Wieters in ein Flyout schlug. Es war das drittlängste At Bat seit der 1988 begonnenen exakten Aufzeichnung der Pitches.

Statistik der Woche 
300. So viele Homeruns hat Mike Trout in seiner Karriere schon geschlagen. Nummer 300 erzielte er am Samstag als Beitrag zu einem 10:9-Sieg seiner Los Angeles Angels gegen die Houston Astros. Der 29-Jährige ist damit das 151. Mitglied im 300-Homeruns-Club und erst das 16., dass diese Marke mit unter 30 Jahren erreichte. Zudem hat er es schneller als jeder andere Spieler der Geschichte auf die Kombination von 300 Homeruns und 200 Stolen Bases gebracht. Der bisherige Rekordhalter Willie Mays benötigte dafür 1.295 Spiele, Trout schaffte es in 1.235. Gleichzeitig wurde Trout mit dem 300. Homerun zum alleinigen Franchise-Rekordhalter der Angels, indem er die 299 Karriere-Homeruns von Tim Salmon übertrumpfte. (Ich frage mich gerade, ob man zwingend wie ein Fisch heißen muss, um viele Homeruns für die Angels zu erzielen. Aber das nur am Rande.)

Spiel der Woche
Zum zweiten Mal in Folge präsentiere ich an dieser Stelle einen veritablen Blowout. Die 29 Runs, die die Atlanta Braves gestern Abend gegen die Marlins erzielten, waren die meisten in einem Spiel der National League seit 1897. Ein anderer witziger Fakt zum Spiel: Es war das erste 29:9 in der Geschichte der MLB. Das letzte noch nie dagewesene Ergebnis hatte es vor 21 Jahren gegeben, als die Reds die Rockies 24:12 schlugen. Jeder Spieler aus der Startformation der Braves brachte es gestern auf mindestens einen Hit und mindestens einen Run. Den größten Anteil hatte Adam Duvall mit drei Homeruns und 9 RBI.

Mein Einschalttipp
Wer hätte gedacht, dass es im September ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Yankees und den Orioles um einen Playoffplatz geben würde? Ich jedenfalls nicht, aber genau so kann es in den nächsten Tagen kommen. Ab heute treffen die größte Überraschung und die größte Enttäuschung der AL in einer Vier-Spiele-Serie aufeinander. DAZN ist leider nicht am Ball, aber die Partie am Samstag läuft ab 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit als Free Game of the Day bei mlb.tv, sodass ihr auch ohne Abo reinschauen könnt.

Hier noch ein Bonus-TV-Tipp für Leser aus Österreich: Am Sonntag läuft auf Puls 4 ab 13:20 Uhr 42, die hervorragende Verfilmung der Geschichte von Jackie Robinson. Das Programm bietet auch einen Livestream an; um diesen aus Deutschland oder anderen Ländern abzuspielen, benötigt man die Hilfes eines VPN-Tools. 

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September 1st, 2020 by Silversurger

Gestern ist die Frist für Spielerwechsel in der laufenden MLB-Saison abgelaufen. Angesichts der Kürze und der Unsicherheiten dieser Saison hielten sich viele Teams im Vergleich mit „normalen“ Jahren eher zurück mit größeren Investitionen. Eine deutliche Ausnahme davon stellen die San Diego Padres dar. Mit 10 Zu- und 14 Abgängen waren sie extrem aktiv und adressierten sämtliche Schwächen ihres bisherigen Kaders. Der prominenteste Neuzugang ist Starting Pitcher Mike Clevinger, der gemeinsam mit Outfielder Greg Allen und einem noch nicht benannten Spieler von den Cleveland Indians kommt. Zudem bekommen die Padres Catcher Jason Castro von den Angels, DH Mitch Moreland von den Red Sox, Reliever Trevor Rosenthal von den Royals sowie von den Mariners Catcher Austin Nola und die Reliever Taylor Williams, Dan Altavilla und Austin Adams. Abgegeben haben sie dafür einige Ersatzspieler und Prospects – allerdings ohne die Spitze ihres Farmsystems anzutasten. Die Padres sind damit der klare Gewinner der diesjährigen Trade-Deadline. Neben der produktivsten Offense der Liga stellen sie nun mit Clevinger, Chris Paddack und Dilson Lamet ein Top-Trio in der Rotation, das sich hinter niemandem verstecken muss und Unterstützung mit viel frischem Wind aus dem Bullpen bekommt.

Ebenfalls recht aktiv waren die Toronto Blue Jays. In der begründeten Hoffnung, einen Run auf die Playoffs zu starten, haben sie ihr Starting Pitching mit Ross Stripling (Dodgers), Robbie Ray (Diamondbacks) und Taijuan Walker (Mariners) aufgerüstet. Hinzu kommt mit Jonathan Villar (Marlins) eine Ergänzung für das Infield.

Auch die Cincinnati Reds und die New York Mets scheinen dieses Jahr noch etwas vorzuhaben, wenngleich sie zurzeit ein paar Spiele von den Playoffplätzen entfernt sind. Beide haben sich punktuell verstärkt: die Reds mit Outfielder Brian Goodwin (Angels) und Reliever Archie Bradley (Diamondbacks), die Mets mit Catcher Robinson Chirinos und Infielder Todd Frazier (beide von den Rangers) sowie mit Reliever Miguel Castro (Orioles). Castro kann sich beim Kofferpacken Zeit lassen, denn die Mets spielen heute und morgen in Baltimore, sodass er erstmal nur die Uniform und von einem Dugout in den anderen wechseln muss. 

Nicht ganz schlau werde ich (wie schon in der gesamten bisherigen Saison) aus der Rolle, die die Miami Marlins spielen. Das Team belegt reichlich überraschend mit einer ausgeglichenen Bilanz Platz 2 der NL East. Soll man in so einer Situation zur Trade-Deadline als Seller oder Buyer auftreten? Die Marlins haben sich für beides entschieden: Villar für Outfield-Prospect Griffin Conine zu den Blue Jays zu schicken, ist ein typischer Seller-Move; andererseits holen sie Outfielder Starling Marte von den Diamondbacks im Austausch gegen einen erkrankten Pitcher (Caleb Smith) und zwei Prospects. Das spricht dann doch eher dafür, dass sie bei dem Versuch, zum ersten Mal seit 2003 die Playoffs zu erreichen, Ernst machen wollen. Eine weitere Verstärkung erwarten die Marlins davon, dass 2B Isan Diaz entschieden hat, von seinem ursprünglichen Corona-Opt-Out zurückzutreten. Das ist wohl auch der Grund, aus dem Villar verzichtbar geworden ist.

Den seltsamsten Move haben meiner Ansicht nach die Milwaukee Brewers getätigt: Ihre einzige Aktion zur Trade-Deadline bestand darin, Reliever David Phelps für drei Minor-League-Pitcher zu den Philadelphia Phillies zu schicken. Damit schwächen sie nicht nur ihr eigenes Team, das nur einen Sieg vom Wild-Card-Platz entfernt steht, sondern sie schicken ausgerechnet dem Team eine Verstärkung, das eben jenen Wild-Card-Platz zurzeit belegt und damit die direkte Konkurrenz darstellt.

Zu den Verlierern der Deadline würde ich neben den Brewers auch die Astros, die Yankees, die Rays und die White Sox zählen – lauter Teams mit Playoff-Ambitionen und Verletzungsproblemen vor allem im Pitching, die die Frist untätig verstreichen ließen. 

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August 27th, 2020 by Silversurger

2020 wird natürlich als das Corona-Jahr in die Geschichte eingehen. Vielleicht wird es darüber hinaus im Rückblick aber auch das Jahr sein, in dem über ein anderes großes Problem in den USA in weiten Teilen der Gesellschaft nicht mehr geschwiegen wurde. Letzte Nacht fielen drei Spiele in der MLB aus – nicht wegen der Pandemie, nicht wegen des Wetters, sondern weil die Spieler entschieden, ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt zu setzen. Sie schlossen sich damit einer Bewegung an, die die Basketballer der Milwaukee Bucks gestartet hatten, als sie gestern Spiel 5 ihrer NBA-Playoffserie absagten. Milwaukee ist nur 50 Kilometer entfernt von Kenosha – dem Ort, an dem Polizisten vor wenigen Tagen Jacob Blake durch sieben Schüsse in den Rücken schwer verletzten und an dem bei den folgenden Protesten zwei Menschen durch ein 17-jähriges Mitglied einer rassistischen Bürgermiliz getötet wurden. Auf einem Team-Meeting beschlossen die Milwaukee Brewers, zum Spiel gegen die Cincinnati Reds nicht anzutreten. Die Reds zogen sofort nach, auch damit die Brewers für ihre couragierte Aktion nicht mit einer automatischen Niederlage bestraft werden können. Im Anschluss entschieden auch die Dodgers und die Giants sowie die Mariners und die Padres, ihre Spiele nicht auszutragen. Viele Spieler der restlichen Teams drückten ihre Solidarität durch das Tragen von „Black Lives Matter“-Shirts aus oder indem sie während der Nationalhymne auf die Knie gingen. So sehr ich sonst versuche, Politik aus diesem Blog herauszuhalten: An dieser Stelle muss ich einfach mal sagen, wie richtig und wichtig ich diese Aktionen finde. Manche Themen sind größer als Sport. Rassismus ist ein solches Thema, und niemand sollte dazu schweigen.

Ich weiß offen gestanden nicht, wie ich nun einen angemessenen Übergang zur Zusammenfassung des sportlichen Geschehens in der MLB finde – ich fürchte, es gibt keinen. Unter „normalen“ Umständen hätte ich den Artikel damit eingeleitet, dass wir bei der Halbzeit der Saison angelangt sind. Die meisten Teams haben knapp über oder knapp unter der Hälfte der 60 Spiele absolviert, wenngleich einige noch Nachholbedarf wegen Corona-Ausfällen haben. Zuletzt pausierten von Donnerstag bis Montag die New York Mets nach zwei positiven Tests, denen glücklicherweise keine weiteren folgten. Der wichtigste Termin der kommenden Tage ist Montag, der 31. August: An diesem Tag ist Trade-Deadline, also die letzte Chance, vor der Endphase der Saison noch Spieler zwischen den Teams zu handeln. 

National League
In der Tabelle der NL East geht es nach wie vor recht eng zu. Die Atlanta Braves (18-12) führen zwar deutlich, was die Zahl der Siege angeht, aber sie sind das einzige Team der Division, das schon 30 Spiele absolviert hat. Die Miami Marlins (14-12), die Philadelphia Phillies (12-14) und die New York Mets (13-16) sind alle noch so nah dran, dass das Rennen um die zwei Playoffplätze zwischen diesen vier Teams viel Spannung verspricht. Die Washington Nationals (11-17) haben nach drei Niederlagen in Folge etwas den Anschluss verloren und müssen zudem den Ausfall ihres wertvollsten Spielers verkraften: World-Series-MVP Stephen Strasburg musste sich zur Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms operieren lassen und wird dieses Jahr nicht mehr pitchen.
Bei den Mets steht am Montag neben der Trade-Deadline noch ein anderer Tag der Entscheidung an: Bis zu diesem Tag werden die aktuellen Teambesitzer, Fred und Jeff Wilpon, noch Angebote für den Verkauf der Franchise entgegen nehmen. Als Favorit gilt nach wie vor der Milliardär Steve Cohen. Allerdings haben die Wilpons sich beim vorläufigen Scheitern eines Deals vor einigen Monaten mit ihm wohl persönlich überworfen und würden daher im Zweifelsfall lieber an jemand anderen verkaufen. Die Frage ist, ob es ein anderes Angebot gibt, das mit Cohen finanziell halbwegs mithalten kann. Die prominente Bietergruppe um den ehemaligen Yankees-Star Alex Rodriguez und seine Frau Jennifer Lopez dürfte damit ihre Schwierigkeiten haben.

Die Chicago Cubs (18-12) führen die NL Central an, aber zurzeit scheint ihnen die Luft auszugehen: Nach einem traumhaften Start in die Saison haben sie in den letzten zwei Wochen vier Serien hintereinander verloren, darunter die gegen ihre wichtigsten Konkurrenten St. Louis Cardinals (11-9) und Milwaukee Brewers (13-15) sowie das Stadtderby gegen die White Sox. Den Cubs dürfte es gerade recht kommen, dass auf sie nun die beiden schwächeren Teams der Division, die Cincinnati Reds (11-17) und die Pittsburgh Pirates (7-19), warten. Bevor sie Freitagnacht ihr nächstes Spiel haben, können die Cubs allerdings bereits ihren Spitzenplatz verlieren: Die Cardinals tragen heute Abend zwei Nachholspiele als Doubleheader gegen die Pirates aus. Sollten sie beide gewinnen, rücken sie gemäß ihrer Winning Percentage auf Platz eins.

Die NL West macht dieses Jahr Spaß, weil sie Woche für Woche immer wieder tüchtig durcheinander gewirbelt wird. Das betrifft nicht Platz eins, welchen die Los Angeles Dodgers (22-9) mit ihrem Überteam längst fest gebucht haben. Doch angesichts der erweiterten Playoffs ist diese Saison der zweite Platz genauso interessant wie der erste. Erster Anwärter darauf sind derzeit die San Diego Padres (18-13), die sich letzte Woche in einen regelrechten Rausch gespielt haben mit sieben Siegen in Folge, bevor sie gegen die Mariners mal wieder eine Partie abgeben mussten. Die Colorado Rockies (16-15) haben ihr Zwischentief überwunden und stehen nach einem Sweep über die Arizona Diamondbacks (13-19) wieder auf einer positiven Bilanz. Die Überraschung der Woche sind die San Francisco Giants (15-16). Das vor kurzem noch hoffnungslos abgeschlagene Team hat gegen die Angels, die Diamondbacks und die Dodgers acht Siege in Folge eingefahren – fast alle davon deutlich – und ist plötzlich wieder mitten im Rennen.

American League
In der AL East standen die Tampa Bay Rays (21-11) vor einer Woche kurz davor, die New York Yankees (16-11) an der Spitze abzulösen. Inzwischen sind sie einen Schritt weiter, indem sie zuerst einen 3-Spiele-Sweep gegen die Yankees komplettierten und anschließend deren Spielausfälle nutzten, um sich weiter abzusetzen. Die Yankees kamen auch nach der Spielpause nicht in Tritt und verloren beide Spiele eines Doubleheaders gegen die Braves. Obendrein verspürte Aaron Judge bei seinem Comebackversuch erneut Schmerzen in der Wade und wird wohl wieder ausfallen. Verletzungspech haben aber auch die Rays: Yonny Chirinos musste sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen, er fällt bis ins nächste Jahr hinein aus. Mit ihm haben die Rays bereits sieben Pitcher auf der Injury List stehen.
Zwischen den Rays und den Yankees wird es vermutlich dieses Jahr nur darum gehen, wer auf Platz eins und wer auf Platz zwei in die Playoffs einzieht. Dahinter mühen sich die Toronto Blue Jays (15-14) redlich um eine mögliche Wild Card. Ihr Programm der nächsten eineinhalb Wochen sieht sehr lösbar aus: Es geht fünfmal gegen die Boston Red Sox (10-21), viermal gegen die Baltimore Orioles (14-16) und zweimal gegen die Marlins.

Die AL Central ist in gewisser Weise sowohl die spannendste als auch die langweiligste Division der MLB: Spannend ist sie in der Hinsicht, dass die Minnesota Twins (20-12), die Cleveland Indians (19-12) und die Chicago White Sox (19-12) nahezu gleichauf vorne stehen und sich den Rest der Saison um die Plätze balgen werden. Langweilig ist sie, weil es absehbar erscheint, dass alle drei Teams letztlich in die Playoffs kommen werden, und weil die anderen beiden Mitglieder der Division – die Detroit Tigers (13-16) und die Kansas City Royals (12-19) – die Saison frühzeitig abschreiben können.
Die aufregendste Geschichte ist sicher die um die White Sox – das junge Team gilt seit zwei Jahren als Geheimtipp für eine Breakout-Season, und jetzt ist es möglicherweise soweit. Von den letzten zehn Spielen haben sie neun gewonnen, darunter ein erfolgreiches Derby gegen die Cubs und ein No-Hitter gegen die Pirates (siehe „Spiel der Woche“). Gegen die Indians und die Twins sahen sie dieses Jahr allerdings bisher noch nicht gut aus (3 Siege, 6 Niederlagen). Ich bin daher sehr gespannt auf die Serie zwischen den Twins und den White Sox Anfang nächster Woche.

Die Kluft in der AL West ist ähnlich deutlich wie die in der Central: Hier verläuft sie zwischen den ersten beiden Plätzen und den dreien dahinter. Die Oakland Athletics (22-10) spielen eine überragende Saison, die Houston Astros (17-14) eine immerhin so solide, dass ihnen das Playoffticket so gut wie sicher ist. Die Seattle Mariners (12-19), die Texas Rangers (11-19) und die Los Angeles Angels (10-22) hingegen müssten schon einen extremen Turnaround hinlegen, um noch mal in Reichweite der Postseason zu kommen. Am kommenden Wochenende steht in Houston ein Gipfeltreffen an. Für drei Spiele kommen die Athletics in den Minute Maid Park, um möglicherweise eine Vorentscheidung im Kampf um den Divisionssieg herbeizuführen.

Szene der Woche
Als Metsfan tut es mir in der Seele weh, diese Szene zu verbreiten, aber vor der Chuzpe und dem Geschick von Jon Berti, nach seinem Walk im sechsten Inning die zweite, die dritte und schließlich im Vierfüßlergang die Homeplate zu stehen, muss ich einfach den Hut ziehen:

Statistik der Woche 
4. In so vielen Spielen hintereinander schlugen die San Diego Padres letzte Woche einen Grand Slam. Das ist MLB-Rekord. Hier noch mal alle vier Slams in einem Video:

 

Spiel der Woche
Die Saison 2020 hat ihren ersten No-Hitter! Lucas Giolito gelang das Meisterstück am Dienstag beim 4:0-Sieg seiner Chicago White Sox gegen die Pittsburgh Pirates. Er brauchte nur 101 Pitches, um 27 Batter zu retiren, 13 davon per Strikeout. Den einzigen Fleck auf seine weiße Weste (oder Socke?) brachte ein Walk, den er gegen Leadoff-Hitter Erik Gonzalez im vierten Inning zuließ. Nachdem Gonzalez damit bereits ein Perfect Game verhindert hatte, wurde er bei zwei Outs im neunten Inning fast noch einmal zum Spielverderber. Doch Chicagos Rightfielder Adam Engel bekam Gonzalez‘ harten Linedrive unter Kontrolle und rette damit seinem Freund und Teamkameraden Giolito den besonderen Erfolg.

Mein Einschalttipp
Es wird die längste Subway Series seit der World Series 2000: Am Wochenende treffen die New York Yankees und die New York Mets fünfmal aufeinander. Für beide Teams geht es nicht nur um die „Bragging Rights“ in der Stadt, sondern auch um Rehabilitierung nach zuletzt unbefriedigenden Ergebnissen: Die Yankees brauchen die Siege, damit ihnen in der AL East die Rays nicht davonziehen; die Mets brauchen sie, um ihre Chancen auf eine Playoffteilnahme zu wahren. Ich werde mir so viel wie möglich anschauen von den beiden Doubleheadern am Freitag (ab 22:05 Uhr) und am Sonntag (ab 19:05 Uhr) sowie dem Einzelspiel am Samstag (19:05 Uhr). Letzteres wird übrigens auch von DAZN gestreamt. Ob es im Laufe der Serie zu einem Duell der beiden Mega-Asse Gerrit Cole und Jacob deGrom kommt, steht noch nicht fest – die Chance dazu bestünde in einem der Sonntagsspiele.

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August 6th, 2020 by Silversurger

Wir gewöhnen uns zurzeit in vielen Lebensbereichen an eine „neue Normalität“. In der MLB besteht die neue Normalität offenbar darin, dass immer wieder einzelne Teams tage- oder wochenweise wegen Corona-Ausbrüchen aus dem Spielplan genommen werden und dieser laufend angepasst wird. Die Miami Marlins und die Philadelphia Phillies sind seit Anfang der Woche zurück im Spielbetrieb, dafür pausieren nun die St. Louis Cardinals, bei denen sieben Spieler und sechs Angestellte positiv getestet wurden.

Die MLB strebt nach wie vor an, 60 Spiele je Team durchzuführen, unter anderem mit Hilfe von verkürzten Doubleheadern mit 7 Innings pro Spiel. Doch es gibt auch einen Plan B: Falls es nötig wird, die Saison mit unterschiedlich vielen gespielten Partien zu beenden, wird in der Endabrechnung statt der Zahl der Siege der Prozentanteil der Siege herangezogen.

Dass Corona auch für ansonsten gesunde Profisportler keine Lappalie ist, zeigt der Fall von Eduardo Rodriguez: Der Red-Sox-Pitcher erlitt infolge der Virusinfektion eine Herzmuskelentzündung und fällt für den Rest der Saison aus. In Anbetracht solcher Erfahrungen kann man es den Spielern nicht verdenken, die sich den Risiken dieser Saison nicht weiter aussetzen wollen: Lorenzo Cain (Brewers), Shelby Miller (Brewers), Isan Diaz (Marlins) und Yoenis Cespedes (Mets, siehe „Szene der Woche“) haben sich im Lauf der letzten Tage für den Opt-Out entschieden.

Ein Opfer der Pandemielage wird leider auch das Field-of-Dreams-Spiel, das nächste Woche in Iowa stattfinden sollte. MLB-Commissioner Rob Manfred dazu: „Wir haben alles versucht, um ein erstklassiges Event für die Menschen in Iowa, für die Bewunderer des Films und für die Fans im Allgemeinen durchzuführen. Leider mussten wir zu dem Schluss gelangen, dass es nicht klug wäre, angesichts der öffentlichen Gesundheitslage die normalen Abläufe der Clubs zu ändern.“ Eine bedauerliche, aber vernünftige Entscheidung. Das Spiel soll 2021 nachgeholt werden. 

American League
Die Tabellen sagen nach zwei Wochen und diversen Ausfällen noch nicht viel aus. Aber immerhin haben die meisten Teams schon rund ein Fünftel der Saison absolviert, also riskieren wir einen kurzen Blick: In der AL East überragen die New York Yankees (9-2), die den hohen Erwartungen bisher in nahezu jeder Hinsicht gerecht werden. Enttäuschend waren bisher lediglich die Auftritte von Starting Pitcher J. A. Happ und das frühe Saison-Aus von Reliever Tommy Kahnle, der sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste. Alle anderen Teams der Division stehen derzeit mit einer negativen Bilanz dar, einschließlich des nicht allzu geheimen Geheimfavoriten Tampa Bay Rays (5-7). 

Auch an der Spitze der AL Central herrschen schon relativ klare Verhältnisse, nachdem die Minnesota Twins (10-2) zuletzt sechs Spiele in Folge gewonnen haben, drei davon gegen die Cleveland Indians (7-6). Auch die Chicago White Sox (7-5) sind gut aus den Startlöchern gekommen. Man darf gespannt sein, wie sie sich am Wochenende im Verfolgerduell mit den Indians schlagen.

In der AL West sind die Oakland Athletics (8-4) bislang die positive Überraschung. Sie führen die Division vor den Houston Astros (6-5) an. Am Wochenende treffen die A’s und die Astros dreimal direkt aufeinander. Die Negativüberraschung sind die Los Angeles Angels (4-8). Bei ihnen erfüllt wieder mal kaum jemand die hohen Erwartungen – außer natürlich Mike Trout, der sich nach ein paar Tagen Babypause mit drei Homeruns in zwei Spielen zurück meldete. Als zweiter Superstar des Teams ist eigentlich seit drei Jahren Shohei Ohtani vorgesehen, doch ihm machen in unschöner Regelmäßigkeit Verletzungen einen Strich durch die Rechnung. Aktuell setzt ihn eine Zerrung im Unterarm außer Gefecht. Ohtani wird wohl heute oder morgen als DH ins Lineup der Angels zurückkehren, als Pitcher fällt er aber voraussichtlich für den Rest der Saison aus.

National League
Über die NL East kann man wegen der vielen Spielausfälle kaum etwas sagen außer dass die Atlanta Braves (8–5) ziemlich gut und die New York Mets (5-8) ziemlich schlecht gestartet sind – was größtenteils aus den sieben direkten Aufeinandertreffen resultiert, welche die Braves 5-2 für sich entschieden haben. Ein Wermutstropfen für die Braves ist, dass sie auf ihren besten Pitcher für den Rest des Jahres verzichten müssen. Mike Soroka erlitt einen Achillessehnenriss, als er im Spiel gegen die Mets am Dienstag die erste Base covern wollte und schon beim ersten Schritt vom Mound ungünstig auftrat. Tabellenführer der NL East sind übrigens die Miami Marlins (5-1) – eine schöne Momentaufnahme für den krassen Außenseiter, aber angesichts von nur sechs gespielten Partien ein Muster ohne Wert.

In der NL Central schwimmen die Chicago Cubs (10-2) auf einer Welle von sechs Siegen hintereinander und haben die Milwaukee Brewers (4-5) und die Cincinnati Reds (5-7) schon ein ganzes Stück weit abgehängt. Kaum zu beurteilen sind bislang die St. Louis Cardinals (2-3), die coronabedingt erst fünf Spiele absolvieren konnten. Nach sechs Tagen Quarantäne in einem Hotel in Milwaukee durften die Cardinals gestern nach Hause reisen. Sie werden voraussichtlich morgen den Spielbetrieb wieder aufnehmen, beginnend mit dem Härtetest einer Wochenendserie gegen die Cubs.

Die NL West könnte spannender werden als erwartet. Zwar haben die hoch favorisierten Los Angeles Dodgers (9-4) einen grundsoliden Start hingelegt und sich mit +33 bereits das höchste Run Differential der gesamten MLB erspielt. Doch die Colorado Rockies (8-3) überzeugen ebenso, haben bislang jede ihrer Serien gewonnen. Auch die San Diego Padres (7-6) kamen gut in die Saison rein, erhielten aber durch jeweils 1:2 verlorene Serien gegen die Dodgers und die Rockies diese Woche ihre ersten Dämpfer.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche ist der Abgang von Yoenis Cespedes bei den Mets. Der Outfielder mit dem Hang zum Spektakulären – sowohl auf dem Platz als auch jenseits davon – sorgte für Aufruhr im Lager der Mets, als er am Sonntag nicht zum Spiel in Atlanta erschien und auf Kontaktversuche nicht reagierte. Schließlich schickte man eine Gruppe von Sicherheitsleuten, die sich Zugang zu seinem Hotelzimmer verschafften, welches sie allerdings komplett leer vorfanden. Erst in der Mitte des Spiels meldete sich der Agent von Cespedes mit der Erklärung, sein Mandant habe entschieden, wegen Corona aus der Saison auszusteigen. Das ist sein gutes Recht, aber auf diese Art, ohne jeden persönlichen Abschied von dem Team, dem er fünf Jahre angehört hat, hinterlässt die Sache mehr als einen faden Beigeschmack. Bei den Mets wird man Cespedes wohl nicht mehr sehen, denn das aktuelle ist sein letztes Vertragsjahr.

Da es von dem obskuren Abgang kein Video gibt und wir alle sowieso lieber schöne Baseballszenen sehen, gibt es quasi als Bonus zur Szene der Woche diesen atemberaubenden Wurf von Mookie Betts:

Statistik der Woche 
9 von 9. Tyler Alexander gelang es am Sonntag, neun Batter hintereinander per Strikeout abzufertigen. Der Reliever kam im dritten Inning für die Detroit Tigers ins Spiel und pflügte einmal durch das komplette Lineup der Cincinnati Reds, bevor er Mike Moustakas bei einem 0-2-Count abwarf und dadurch die Strecke beendete. Alexander hat damit einen Rekord für die meisten aufeinander folgenden Strikeouts durch einen Einwechselpitcher aufgestellt. Der Rekord für die meisten Strikeouts hintereinander durch einen einzelnen Pitcher liegt bei zehn, aufgestellt von Mets-Starter Tom Seaver im Jahr 1970.

Spiel der Woche
Zwei Homeruns von Joc Pederson, ein besonders beeindruckender von Fernando Tatis Jr. und ein sehenswertes Doubleplay, um die Aufholjagd im neunten Inning zu beenden – das sind die Hauptzutaten für mein Spiel der Woche, das letzte Nacht zwischen den San Diego Padres und den Los Angeles Dodgers stieg:

Mein Einschalttipp
Diese Woche gibt es nicht nur einen Einschalt-, sondern auch einen Hingehtipp: Morgen beginnt die verkürzte Saison der Baseball-Bundesliga. Den Anfang machen am Freitag um 18:30 Uhr die Paderborn Untouchables und die Cologne Cardinals. Eine halbe Stunde später beginnt das wohl interessanteste Duell des ersten Spieltags, bei dem der amtierende Meister Heidenheim Heideköpfe auf die Mainz Athletics trifft. Zuschauer sind in fast allen Ballparks im Rahmen von Abstands- und Hygienekonzepten und mit Erfassung von Kontaktdaten erlaubt – eine Ausnahme davon stellen bislang die bayerischen Teams dar, die noch keine Zuschauer zulassen dürfen. Informiert euch bitte beim jeweiligen Verein über die konkreten Bedingungen, zum Beispiel ob Tickets online gekauft werden müssen. Wenn euch das zu umständlich oder zu unsicher ist oder ihr kein Team in der Nähe habt, schaut doch bei einer der Live-Übertragungen rein. Mir liegt leider keine genaue Information vor, welche Vereine Streams zur Verfügung stellen, aber zumindest mit den üblichen Verdächtigen wie Bonn, Regensburg, München, Hamburg und Berlin darf man wohl rechnen. Wer dazu weitere Informationen hat, kann sie gerne als Kommentar posten.

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Juli 30th, 2020 by Silversurger

Wer gehofft hatte, dass die MLB-Saison 2020 inmitten der Pandemie glatt durchläuft, sieht sich leider schon nach einer Woche getäuscht: Ein massiver Ausbruch von Covid-19-Fällen bei den Miami Marlins führte dazu, dass deren Spiele seit Montag für mindestens eine Woche ausgesetzt sind. Vorsichtshalber wurde auch die Serie der Phillies gegen die Yankees verschoben, da die Phillies der letzte Gegner der Marlins waren. Stattdessen zog man eine Serie zwischen den Yankees und den Orioles, den beiden ursprünglich vorgesehenen Gegnern der Marlins und Phillies, im Spielplan nach vorne.
Die Fortsetzung der Saison ist nach Aussagen von Ligachef Rob Manfred nicht in Gefahr – mit vereinzelten Ausbrüchen wie diesem sei zu rechnen gewesen und man sei überzeugt, mit den bestehenden Test- und Hygieneregeln den richtigen Weg gewählt zu haben. Etwas anderes kann er ja auch kaum sagen, und immerhin gab es bei den 29 anderen Teams außer den Marlins seit 6 Tagen keine positiven Covid-19-Befunde mehr. 
Um die Spielausfälle aufzufangen, wird es später in der Saison voraussichtlich verstärkt zu Doubleheadern kommen, also zu zwei Spielen an einem Tag. Die Liga und die Spielergewerkschaft verhandeln zurzeit, ob man diese Spiele auf je 7 Innings verkürzt, um die Belastung für die Spieler zu reduzieren. 

American League
Über Bilanzen und Tabellenstände lohnt es sich nach den wenigen Spielen noch nicht zu sprechen. Erfreulich fand ich, dass schon nach drei Tagen jedes MLB-Team mindestens einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto hatte. Den besten Start von allen AL-Teams hatten die Minnesota Twins (4-1), die nach fünf Spielen schon ein Run Differential von +17 aufweisen. Der Gegenpart sind die Seattle Mariners (2-4) mit einem Run Differential von -18, aus dem sie aber immerhin schon zwei Siege eingefahren haben. 

Leider gibt es auch schon ein paar empfindliche Ausfälle durch Verletzungen zu melden. Beide Teams aus Texas müssen bis auf Weiteres auf ihr Pitching-Ass verzichten: Justin Verlander von den Houston Astros hat sich eine Zerrung im Unterarm zugezogen; Meldungen, dass dies sein Saisonende bedeute, bestritt Verlander, aber er wird auf jeden Fall für einige Wochen ausfallen. Bei Corey Kluber von Texas Rangers ist im ersten Inning des ersten Spiels ein Schultermuskel gerissen. Auch für ihn ist im schlechtesten Fall die Saison gelaufen, bestenfalls kann er in vier Wochen wieder werfen. 

Die Toronto Blue Jays haben übrigens endlich eine Heimat für diese Saison gefunden. Nach langem Hin und Her entschied man sich dafür, die Heimspiele im Ballpark der Buffalo Bisons, dem Triple-A-Team der Blue Jays, durchzuführen. Allerdings müssen noch Arbeiten an der Infrastruktur des Stadions durchgeführt werden, sodass dort erst ab voraussichtlich 11. August gespielt wird. Bis dahin tragen die Blue Jays ihre „Heimspiele“ in den Stadien der eigentlichen Auswärtsteams in Washington und Philadelphia aus.

National League
In der National League, speziell der NL East, ist das Bild durch die Spielausfälle bei den Phillies (1-2) und den Marlins (2-1) noch sehr schief. Bei den Marlins wurden mittlerweile 16 Spieler und 2 Betreuer positiv auf das Coronavirus getestet. Die Spiele des Klubs sind bis vorerst Montag abgesagt. Ob die Marlins am Dienstag in den Spielbetrieb zurückkehren und ob sie noch das volle 60-Spiele-Programm absolvieren werden, ist völlig offen. Die Phillies sollen, nachdem sie in den Spielen gegen die Marlins offenbar von Ansteckungen verschont geblieben sind, ab Samstag wieder ins Geschehen eingreifen, beginnend mit einem Doubleheader gegen die Blue Jays. [Nachtrag: Weniger als zwei Stunden nach Veröffentlichung dieses Artikels wurde bekannt, dass die Phillies leider doch einen Coronafall haben. Die Serie gegen die Blue Jays wird verschoben.]

Für die beiden überraschendsten Personalnachrichten der ersten MLB-Woche sorgten die Atlanta Braves (3-3). Am Dienstag entließen sie ihren Starter Mike Foltynewicz. Vor zwei Jahren war Foltynewicz noch ein All-Star und die Nummmer eins in der Braves-Rotation, doch nach einem schwachen Jahr 2019 inklusive Abstecher in die Minor Leagues war der Geduldsfaden der Teamverantwortlichen sehr dünn geworden. Ein einziger schlechter Start am Montagabend genügte ihnen, um die Hoffnung auf einen Rebound ihres einstigen Asses aufzugeben. Mindestens ebenso überraschend kam letzte Nacht die Meldung einer Rückkehr: Outfielder Nick Markakis hatte vor drei Wochen die Option wahrgenommen, diese Saison wegen des Coronavirus auszusetzen. Doch der 36-Jährige bereute seine Entscheidung, als er die Spiele seines Teams im Fernsehen sah. Kurzerhand besprach er sich mit seiner Familie und mit General Manager Alex Anthopoulos, und da alle einverstanden waren, wird er in den nächsten Tagen doch noch zum Team stoßen.

Den ersten größeren Brawl der Saison gab es auch schon: Zwischen den Los Angeles Dodgers (4-2) und den Houston Astros (3-3) brach am Dienstag eine Rangelei aus, nachdem Dodgers-Reliever Joe Kelly mehrere Gegenspieler abzuwerfen versuchte und Astros-Shortstop Carlos Correa nach einem Strikeout „Nice swing, bitch!“ zurief. Kelly wurde von der MLB für acht Spiele gesperrt, zudem wurden Dodgers-Manager Dave Roberts mit einer Sperre von einem Spiel und Astros-Manager Dusty Baker mit einer Geldstrafe bedacht.

Szene der Woche
Eigentlich gibt es ja kaum ein passenderes Sinnbild für dieses ziemlich verkorkste Jahr als den – ebenfalls ziemlich verkorksten – zeremoniellen ersten Pitch der Saison durch Dr. Anthony Fauci, den Chef-Epidemiologen der USA:

Aber viel lieber als über Epidemien und verkorkste Jahre möchte ich über Baseball reden, und deshalb ist meine Szene der Woche ein anderer erster Pitch – nämlich jener erste Pitch im ersten Spiel der Minnesota Twins, den Max Kepler direkt über das Rightfield hämmerte. So fängt man eine Saison an:

Statistik der Woche 
27 Jahre. So lange dauerte es, bis die Miami Marlins zum ersten Mal in ihrer Teamgeschichte zu einem späteren Zeitpunkt als Juni an der Tabellenspitze der NL East standen. Dass ihnen das mit einem Sieg im Eröffnungsspiel gelungen ist, ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber dass sie es vorher so lange geschafft haben, an keinem einzigen Juli-, August- oder Septembertag auf Platz eins zu stehen, finde ich wirklich beeindruckend, vor allem weil sie schon zwei World Series gewonnen haben. In beiden Fällen erreichten sie die Playoffs von Platz zwei aus als Wild-Card-Team.

Spiel der Woche
Das Spiel der Oakland Athletics gegen die Los Angeles Angels vom Freitag verdient eine besondere Erwähnung als die erste MLB-Partie, die nach den neuen Extra-Innings-Regeln in die Verlängerung ging. Matt Olson sorgte dafür, dass sie mit einem Knaller endete, genauer gesagt mit einem Walk-Off Grand Slam zum 7:3, nachdem Marcus Semien als automatischer Runner sowie Ramon Laureano und Khris Davis die Bases geladen hatten. Es war der erste Walk-Off Grand Slam am Opening Day seit 1986, als Jim Pressley die Seattle Mariners zum Sieg schlug – übrigens ebenfalls gegen die Angels. Den letzten Walk-Off Grand Slam für die Athletics in Extra-Innings schlug im Jahr 2008 Mark Ellis gegen – ja genau, die Angels.

Mein Einschalttipp
Die Minnesota Twins (4-1) und die Cleveland Indians (4-2) sind beide vielversprechend in die Saison gestartet. Ab heute Nacht treffen die beiden AL-Central-Kontrahenten in einer 4-Spiele-Serie zum ersten Mal in diesem Jahr aufeinander. Bekommen die Indians mit ihrem traditionell starken Pitching die bombastische Offense der Twins in den Griff? Ich bin gespannt darauf. Vor allem das Spiel am Sonntag bietet sich wegen des europafreundlichen Beginns um 20:10 Uhr unserer Zeit dafür an, mal reinzuschauen. Ihr könnt die Partie sowohl auf mlb.tv als auch auf DAZN verfolgen. Als Starting Pitcher werden voraussichtlich Aaron Civale für die Indians und für die Twins Homer Bailey ins Rennen gehen.

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