Januar 21st, 2020 by Silversurger

Ihr wollt sie, ihr bekommt sie: Ich wurde mehrfach gefragt, ob es eine Fortsetzung der Serie über MLB-Stadien aus den letzten beiden Offseasons geben wird, und deshalb gibt es sie jetzt. Den Anfang für dieses Jahr macht der Ballpark des amtierenden World-Series-Champions Washington Nationals. Er trägt den nicht allzu phantasievollen Namen Nationals Park.

Geschichte
Die Entscheidung, die Montreal Expos nach Washington zu verlegen und die Franchise dort unter dem Namen Nationals fortzuführen, fiel Ende 2004, ein halbes Jahr vor dem Beginn der ersten Saison am neuen Standort. Zur gleichen Zeit begann auch die Planung für ein eigenes Stadion, das natürlich nicht innerhalb weniger Monate aus dem Boden zu stampfen war. Als Übergangslösung diente von 2005 bis 2007 das Robert-F.-Kennedy-Stadion, das in den 60er-Jahren schon Heimat der Washington Senators gewesen war.

Ein Bauplatz für den neuen Ballpark im Süden der Stadt am Fluss Anacostia wurde 2004 sehr schnell gefunden. Baubeginn war dennoch erst im Mai 2006, weil sich die Verhandlungen um die Finanzierung zwischen der Stadt, der Liga und der Deutschen Bank als wichtigstem Kreditgeber lange hinzogen. Der eigentliche Bau ging dann wiederum recht zügig vonstatten. Nach nicht mal zwei Jahren konnten die Nationals wie geplant in die neue Heimstatt einziehen.

Nationals Park während eines Spiels gegen die Giants 2011 (1)

Die Ehre des ersten Spiels im neuen Ballpark hatten am 22. März 2008 nicht die Nationals, sondern die College-Teams der George Washington University und der Saint Joseph’s University. Eine Woche später testeten die Nationals bei einem Freundschaftsspiel gegen die Baltimore Orioles zum ersten Mal ihr neues Feld, bevor am Tag danach, dem 30. März, das offizielle Eröffnungsspiel gegen die Atlanta Braves stattfand. Der damalige Präsident George W. Bush warf vor 39.389 Zuschauern den ersten Pitch. Den letzten Pitch des Spiels schlug Ryan Zimmerman im neunten Inning zum Walkoff-Homerun, durch den die Nationals 3:2 gewannen.

Kurz nach der Eröffnung, am 17. April 2008, besuchte der damalige Papst Benedikt XVI. den Ballpark. Er gönnte sich allerdings kein Spiel der Nationals, sondern hielt vor 47.000 Gläubigen seine eigene Veranstaltung ab. Sportliche Highlights der Stadiongeschichte waren das All-Star-Spiel 2018 und natürlich die drei Spiele der World Series 2019.

Architektonische Auffälligkeiten
Das Design des Stadions verantwortet Joe Spear, einer der Gründer des auf Ballparks spezialisierten Architekturbüros Populous. Spears erste Amtshandlung bestand darin, dem geplanten Bau eine komplett andere Richtung zu geben: Statt wie zunächst vorgesehen zum Fluss ließ er Nationals Park zur Stadt hin ausrichten, sodass man von den Zuschauerrängen in Richtung Kapitol schaute. Diese Aussicht ist mittlerweile allerdings weitgehend verbaut, nur aus einigen Ecken erheischt man noch einen Blick auf das Kapitol sowie auf das Washington Monument und die National Cathedral.

Nationals Park von oben (2)

Das Gebäude selbst ist ein modernes, relativ schnörkelloses Baseballstadion, dessen Außenfront an den Ostflügel der National Gallery of Art erinnern soll – ich muss zugeben, dass es mir schwerfällt, diese Ähnlichkeit zu erkennen. Weitere Anspielungen auf die Region und auf Washingtons Baseballgeschichte wurden dezent im Design untergebracht. Zum Beispiel ist der Backstop, also die Wand hinter der Homeplate, aus Blaustein gefertigt, einem für die Gegend typischen Baumaterial. Eine rechtwinklinge Zacke im rechten Teil des Centerfields erinnert an Griffith Field, das einstige Stadion der Washington Senators, welches damals um fünf Häuser und einen Baum herum gebaut werden musste.

Das Stadion wurde außergewöhnlich tief eingegraben, sodass das Spielfeld rund acht Meter unterhalb der Straßenebene der Umgebung liegt. Dadurch ist es möglich, dass mehr als die Hälfte der Zuschauer ihre Sitze erreichen kann, ohne Treppen, Aufzüge oder Rampen benutzen zu müssen.

Eine weitere Besonderheit von Nationals Park ist das 2011 angebrachte Schiffshorn – genauer gesagt handelt es sich um das Tauchhorn eines U-Boots –, das bei jedem Homerun und jedem Sieg der Nationals ertönt und an die Nachbarschaft des Stadions zur Marinewerft erinnert.

Spielbezogene Eigenheiten
Nationals Park ist hinsichtlich der Freundlichkeit gegenüber Pitchern oder Battern ein eher neutrales Stadion mit allenfalls leichter Tendenz zur Benachteiligung rechtshändiger Schlagmänner. Dass diese in Washington etwas seltener Homeruns schlagen als in durchschnittlichen MLB-Ballparks ist die einzige kleine Auffälligkeit in der Analyse der Parkfaktoren der Jahre 2014 bis 2018.

Eine Kuriosität stellt eine vermeintliche zweite Foullinie an der Wand links vom linken Foulpost des Stadions dar. Diese Linie markiert eine Stelle, an der zwischen dem Spielfeld und der Tribüne eine Lücke besteht. Die damit verbundene Groundrule besagt, dass ein Ball, der zuerst im Spielfeld und von dort zwischen der Foullinie und der zweiten Linie aufprallt, als „out of play“ und somit automatisches Double gewertet wird. Ein Ball, der aus dem Fair Territory auf die Linie oder links davon prallt, bleibt hingegen im Spiel.

Rechts im Bild die ungewöhnliche „zweite Foullinie“ links neben dem Foulpost. (3)

Wo sitzt man am besten?
Wie in jedem MLB-Stadion gibt es in Nationals Park zahlreiche verschiedene Preiskategorien sowie variierende Ticketpreise in Abhängigkeit von Tageszeit, Wochentag und natürlich der Attraktivität des Gegners.

Das Premium-Erlebnis bieten die Club-Seats in den Bereichen A bis D. Für je nach Spiel 300 bis weit über 1000 Dollar je Ticket bekommt man eine hervorragende Sicht von hinter der Homeplate inklusive Zugang zu einem opulenten Büffet sowie Getränken mit und ohne Alkohol.

Eine familienfreundliche Alternative sind die Blöcke 140 bis 143. Es handelt sich um Plätze ab ca. 30 Dollar im unteren Bereich der Tribüne des Rightfields, nah an der Family-Fun-Area und vielen Verpflegungsständen.

Ein wichtiges Kriterium beim Besuch von Nachmittagsspielen im Sommer ist die Frage, wo man am ehesten vor der prallen Sonne geschützt ist. Auf der Third-Base-Seite hat man am frühesten Schatten und muss nicht in die Sonne schauen. Es empfehlen sich hier insbesondere die günstigeren Plätze auf Ebene 400 oder die besseren auf Ebene 200 Höhe Infield.

(1) Quelle: Wikimedia, Urheber: Something Original (CC BY 3.0)
(2) Quelle: Wikimedia, Urheber: Carol M. Highsmith (Public Domain)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: baseballoogie (CC BY NC 2.0)

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Januar 16th, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison 2020 steht vor der Tür, was eigentlich Grund zur Vorfreude sein sollte. Doch die letzten Tage standen klar im Schatten unrühmlicher Vorfälle aus der jüngeren Vergangenheit. Das Meisterteam des Jahres 2017 wurde des systematischen Betrugs überführt, vergleichbare Anschuldigungen gegen das Meisterteam des Jahres 2018 werden noch geprüft. Die bislang ausgesprochenen und noch zu erwartenden Strafen sind empfindlich, auch wenn sie nicht bis zum ultimativen Mittel – dem Entzug von Titeln – reichen. Mehrere Verantwortliche haben durch den Skandal bereits ihren Job verloren, mindestens ein weiterer könnte in Kürze folgen. Alles in allem gibt der professionalle Baseball gerade ein betrübliches Bild ab. Als Fan des Sports kann man nur hoffen, dass es sich bei den aktuellen Ereignissen um ein reinigendes Gewitter handelt und dass spätestens in zwei Monaten wieder der sportliche und vor allem faire Wettkampf auf dem Platz im Mittelpunkt steht.

Red Sox feuern schon mal den Manager
Die Boston Red Sox haben in der Saison 2018 die Fingerzeige der gegnerischen Catcher gefilmt, die Informationen während der Spiele ausgewertet und an ihre Batter weitergeleitet. Die Untersuchung dazu läuft noch und wird aller Voraussicht nach zu ähnlichen Strafen führen wie die Astros sie diese Woche für ihre Verstöße im Jahr 2017 hinnehmen mussten (siehe Bericht vom Dienstag). Als erste interne Konsequenz trennten die Red Sox sich vorgestern von Manager Alex Cora. Das kommt wenig überraschend, denn Cora kommt eine zentrale Rolle in beiden Sign-Stealing-Fällen zu. 2017 war er Bench Coach der Astros und laut dem Untersuchungsergebnis der MLB die Hauptperson, die gemeinsam mit mehreren Spielern das Spionagesystem entwickelte und durchführte. Ein Strafmaß für ihn hat die Liga noch nicht festgelegt, weil dazu zunächst die Untersuchung der Vorfälle in Boston abgeschlossen werden soll, wo Cora ab 2018 als Field Manager, also Cheftrainer der Red Sox tätig war.
Der Nachfolger für Cora in Boston steht noch nicht fest. Als frühe Favoriten für den Job gelten Jason Varitek, bislang Assistent des General Managers, sowie der derzeitige Bench Coach der New York Mets, Hensley Meulens.

Stolpert auch Beltran über den Sign-Stealing-Skandal?
Auch die Mets könnten bald wieder auf der Suche nach einem neuen Manager sein, denn ihr vor zwei Monaten verpflichteter Skipper Carlos Beltran steht ebenfalls im Fokus des Sign-Stealing-Skandals. Er war zwar während der Vorgänge bei den Astros 2017 nur Spieler und als solcher von der MLB ausdrücklich von individuellen Strafen ausgenommen. Beltrans Integrität hat jedoch spürbaren Schaden genommen: Beim Aufkommen des Skandals verkündete er noch öffentlich, von einem Sign-Stealing-System in Houston nichts mitbekommen zu haben. Die Untersuchung der Liga benennt ihn jedoch als einzigen Spieler namentlich als einen der Protagonisten neben Cora. Eine Entscheidung, ob die Mets die Zusammenarbeit mit Beltran fortsetzen, wird bis Ende der Woche erwartet.

Donaldson zu den Twins
Zurück zum Sport: Die Minnesota Twins sind als Sieger aus dem wochenlangen Wettbieten um die Dienste von Josh Donaldson hervorgegangen. Der Third Baseman bekommt einen Vertrag über vier Jahre und 92 Millionen Dollar. Für weitere 8 Millionen kann der Klub die Option auf ein fünftes Jahr ziehen, wodurch sich Donaldsons Einkünfte aus dem Konktrakt auf glatte 100 Millionen belaufen würden. Drei Tage zuvor hatte es noch so ausgesehen, als hätten die Twins einen anderen Weg eingeschlagen, indem sie ihrem bisherigen Third Baseman Miguel Sano 30 Millionen für eine Vertragsverlängerung um drei Jahre gaben. Nun stellt sich heraus, dass der Plan von vornherein war, Sano auf die defensiv weniger anspruchsvolle Position an der ersten Base zu verschieben und ein Upgrade für die dritte Base zu finden. Das ist durch die Verpflichtung von Donaldson definitiv gelungen. Der 34-Jährige bringt sowohl starkes Feldspiel als auch ordentliche Homerun-Power auf die Waage. Die Twins werten damit ein ohnehin schon beeindruckendes Lineup weiter auf. Mit Max Kepler, Mitch Garver, Nelson Cruz, Eddie Rosario, Sano und Donaldson haben sie nun sechs Spieler an Bord, die 2019 mehr als 30 Homeruns schlugen.

Weitere Spielerverpflichtungen
Außer Donaldson haben auch die folgenden MLB-Spieler diese Woche einen neuen Arbeitgeber gefunden: 3B Todd Frazier (Texas Rangers, 1 Jahr, 5 Millionen Dollar mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Alex Wood (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 4-10 Millionen leistungsabhängig), IF Jedd Gyorko (Milwaukee Brewers, 1 Jahr, 2 Millionen mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Ivan Nova (Detroit Tigers, 1 Jahr, 1,5-2 Millionen leistungsabhängig), OF Guillermo Heredia (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, 1 Million).

Viele kleine Trades
Es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass zwischen den Colorado Rockies und den St. Louis Cardinals ein Trade im Raum steht, dessen Kernstück Third Baseman Nolan Arenado sein soll. Bisher haben die Verhandlungen aber zu keinem Ergebnis geführt. Daher gibt es an dieser Stelle zwar eine Reihe kleiner Deals, aber (noch) keinen Blockbuster zu vermelden:
Die Tampa Bay Rays holen sich in 1B/OF Jose Martinez und OF Randy Arozarena zwei Ergänzungsspieler von den Cardinals, welche dafür Pitching-Prospect Matthew Liberatore und C Edgardo Rodriguez bekommen. Der „Hauptpreis“ in diesem Trade ist Liberatore. Um das linkshändige Talent zu bekommen, geben die Cardinals nicht nur Martinez und Arozarena her, sondern auch einen hohen Draftpick (Nummer 38) für einen niedrigeren (Nummer 66).
Die Los Angeles Angels bekommen von den Diamondbacks RP Matt Andriese im Tausch gegen Minor-League-Pitcher Jeremy Beasley.
OF Austin Dean wechselt von den Miami Marlins zu den Cardinals, die dafür Minor-League-OF Diowill Burgos abgeben.
Die Chicago Cubs schicken IF/OF Tony Kemp zu den Oakland Athletics und bekommen im Gegenzug Minor-League-IF Alfonso Rivas.
Die Houston Astros bekommen SP/RP Austin Pruitt von den Tampa Bay Rays und geben dafür die Minor Leaguer OF Cal Stevenson und RP Peyton Battenfield ab.
Die Texas Rangers schicken RP Jeffrey Springs zu den Boston Red Sox und erhalten als Gegenleistung 1B Sam Travis.

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Januar 2nd, 2020 by Silversurger

Herzlich willkommen im Jahr 2020! Der Baseblog begrüßt euch mit dem ersten Grand Slam am Donnerstag im neuen Jahr. Der Überblick über die Baseball-Ereignisse der letzten Tage wird heute kurz ausfallen, denn wie üblich hat sich zwischen den Jahren nicht viel getan in der MLB. Ein paar Spielerverpflichtungen gibt es immerhin zu vermelden.

Dickerson nach Miami
Die Miami Marlins warten in dieser Offseason erwartungsgemäß nicht mit spektakulären Einkäufen auf, aber einige ihrer offensichtlichen Schwachstellen sind sie mit soliden Ergänzungen angegangen. Nach First Baseman Jesus Aguilar, Second Baseman Jonathan Villar und Catcher Francisco Cervelli kommt nun auch Corner Outfielder Corey Dickerson nach Miami. Der 30-jährige Linkshänder unterschreibt für zwei Jahre und erhält dafür 17,5 Millionen Dollar. Dickerson passt wie die anderen genannten Neuverpflichtungen in das Anforderungsprofil des Klubs: Man hält das Team während des Rebuildings halbwegs konkurrenzfähig, geht dabei keine langfristigen finanziellen Verpflichtungen mit älteren Spielern ein und eröffnet die Möglichkeit, den einen oder anderen erfahrenen Akteur als Trade-Chip einzusetzen, um während der Saison weiter am Kader für die Zukunft zu arbeiten. In dieses Raster würde auch der 31-jährige koreanische Outfielder Kim Jae-Hwan fallen, an dem die Marlins interessiert sein sollen. Es ist allerdings unklar, ob dieses Interesse nach der Einigung mit Dickerson noch aktuell ist.

Reds holen Akiyama
Die Cincinnati Reds sind auf der Suche nach einer Verstärkung für ihr Outfield in Japan fündig geworden: Shogo Akiyama von den Seibu Lions unterschreibt einen Dreijahresvertrag für etwas mehr als 20 Millionen Dollar. Der 31-jährige brachte es über neun Jahre in der japanischen Profiliga NPB auf einen Batting Average von .301. Er kann auf allen drei Outfield-Positionen eingesetzt werden und gilt als starker Baserunner.

Zwei Neue für die Twins
Die beiden letzten Free-Agent-Signings des alten Jahres gehörten den Minnesota Twins. In einem Doppelschlag am Silvestertag sicherten die Twins sich für ein Jahr die Dienste der beiden Pitcher-Veteranen Rich Hill und Homer Bailey. Der 33-jährige Bailey erhält 7 Millionen Garantiegehalt und wird einen Platz in der Mitte der Starting Rotation einnehmen. Hill wird erst im Laufe der Saison eingreifen, da er sich derzeit noch von einer Ellenbogenverletzung erholt. Der linkshändige Curveballer hat in den letzten Jahren trotz seines Alters von bald 40 Jahren regelmäßig sehr gute Leistungen geliefert, aber auch viele Pausen gebraucht. Sein Vertrag wurde deshalb stark auf die tatsächlichen Einsätze ausgerichtet: Hills Grundgehalt beträgt „nur“ 3 Millionen Dollar, kann jedoch beim Erreichen von 15 Starts und/oder 75 Innings auf über 10 Millionen anwachsen.

Diese Top-Spieler sind noch zu haben
Die Free Agency hat sich in diesem Jahr deutlich schneller entwickelt als in den beiden vergangenen Offseasons. Von den Top-20, die ich vor knapp zwei Monaten aufgelistet habe, haben mittlerweile 16 ehemalige Free Agents einen neuen MLB-Vertrag unterschrieben. Noch nicht für einen Verein entschieden hat sich Third Baseman Josh Donaldson, dem aber wohl mehrere Angebote vorliegen, darunter eines über vier Jahre von den Twins. Außer ihm sucht ein Trio von Outfieldern noch nach einem neuen Job: Nicholas Castellanos, Marcell Ozuna und Yasiel Puig.

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Dezember 19th, 2019 by Silversurger

Die schönste Nachricht gibt es gleich zum Einstieg: In 98 Tagen beginnt die MLB-Saison 2020! Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, wir blicken erneut auf eine sehr aktive Woche auf dem Spielermarkt zurück. Angeführt wird die Liste der Neuigkeiten von den Vereinswechseln der beiden Pitcher-Asse Madison Bumgarner und Corey Kluber.

Rangers traden für Kluber
Dass Corey Kluber auf dem Trading-Block der Cleveland Indians stand, war schon während der gesamten letzten Saison kein Geheimnis. Die Indians wollen Geld sparen und den Kader verjüngen, daher war für den 33-Jährigen in den Plänen des Klubs kein Platz mehr. Es fand sich jedoch lange kein Tradepartner – möglicherweise weil das Risiko zu hoch erschien, dass Kluber nach einer von Verletzungen und mittelmäßigen Leistungen geprägten Saison 2019 nicht mehr zur alten Stärke zurück findet. Die Texas Rangers haben nun zugeschlagen, nachdem die Forderung der Indians offenbar auf ein Minimum zusammengeschrumpft war: Outfielder Delino DeShields und Reliever Emmanuel Clase erscheinen als geradezu lächerlich niedriger Preis für den zweifachen Cy-Young-Gewinner. Mit den Verpflichtungen von Kluber, Kyle Gibson und Jordan Lyles sieht die durch Lance Lynn und Mike Minor vervollständigte Rotation der Rangers plötzlich playoff-tauglich aus.

Bumgarner wechselt innerhalb der NL West
Auch die Arizona Diamondbacks gönnen sich ein Upgrade für ihre Rotation: Für 85 Millionen Dollar sicherten sie sich die Unterschrift von Madison Bumgarner für die nächsten fünf Jahre. Die Entscheidung des ehemaligen Giants-Stars, beim Divisionskonkurrenten anzuheuern, kam etwas überraschend, denn als Favoriten galten zahlungskräftigere Teams wie die Dodgers oder die Braves. Berichten zufolge ist Bumgarner so angetan von der Aussicht, im warmen Arizona zu spielen, dass er auf ein paar Millionen Dollar verzichtet, die er woanders mehr hätte verdienen können – ob man nun 85 oder 100 Millionen bekommt, dürfte ja auch keine nennenswerten Auswirkungen auf den Lebensstandard haben. Da die Giants Bumgarner ein Qualifying Offer unterbreitet hatten, müssen die Diamondbacks für die Verpflichtung des 30- Jährigen ihren dritthöchsten Draftpick für 2020 an sie abgeben.

Verstärkung aus Fernost für Cardinals, Blue Jays und Rays
Mindestens drei neue Gesichter, die relativ spät den Sprung aus den asiatischen Profiligen in die USA wagen, werden wir nächstes Jahr in der MLB sehen. Die Tampa Bay Rays wurden sich letzten Freitag mit Yoshitomo Tsutsugo einig. Der linkshändige Power-Hitter ist 28 Jahre alt und kann als First Baseman oder im Outfield spielen. Tsutsugo erhält 12 Millionen Dollar für einen Zweijahresvertrag. 2,4 Millionen müssen die Rays als Ablöse an die Yokohama DeNA BayStars bezahlen. Pitcher Shun Yamaguchi unterschreibt für zwei Jahre und rund 6 Millionen bei den Toronto Blue Jays. Der 32-Jährige Forkballer war in Japan sowohl als Starter als auch als Reliever erfolgreich. In Toronto werden für ihn beide Möglichkeiten offen stehen. Der dritte Neuling aus dem fernen Osten ist Kwang-hyun Kim. Der 31-jährige Pitcher kommt vom südkoreanischen SK Wyverns und wird für zwei Jahre 8 Millionen zuzüglich Boni von jährlich bis zu 1,5 Millionen erhalten. Ähnlich wie Yamaguchi wird auch er im Spring Training oder der Frühphase der Saison dahingehend beurteilt werden, ob er sich in der MLB eher als Starter oder als Reliever eignet.

Weitere Trades und Verpflichtungen
Neben den oben genannten Spielern haben auch die folgenden Baseballer in den letzten Tagen neue MLB-Verträge unterschrieben: OF Avisail Garcia (Milwaukee Brewers, 2 Jahre, 20 Millionen + 1 Jahr Club-Option), SP Wade Miley (Cincinnati Reds, 2 Jahre, 15 Millionen + 1 Jahr Club-Option), RP Joe Smith (Houston Astros, 2 Jahre, 8 Millionen), SP Martin Perez (Boston Red Sox, 1 Jahr, 6 Millionen + 1 Jahr Club-Option), SP Brett Anderson (Brewers, 1 Jahr, 5-7 Millionen leistungsabhängig), 1B Justin Smoak (Brewers, 1 Jahr, 5 Millionen + 1 Jahr Club-Option), IF Eric Sogard (Brewers, 1 Jahr, 4,5 Millionen + 1 Jahr Club-Option), C Austin Romine (Detroit Tigers, 1 Jahr, 4,1 Millionen), IF Jose Peraza (Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen), RP Yimi Garcia (Miami Marlins, 2 Jahre, finanzielle Details unbekannt), C Luke Maile (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, finanzielle Details unbekannt), 1B/3B Ryon Healy (Brewers, 1 Jahr, finanzielle Details unbekannt).

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Dezember 5th, 2019 by Silversurger

Die Free Agency in der MLB nimmt Fahrt auf: Mit Zack Wheeler und Mike Moustakas durften diese Woche zwei der dickeren Fische der diesjährigen FA-Klasse hochdotierte Verträge in Philadelphia beziehungsweise Cincinnati unterschreiben. Um die „Hauptpreise“ Stephen Strasburg und Gerrit Cole war es eine Zeit lang relativ ruhig, doch nun haben sich beide mit den Verantwortlichen der New York Yankees getroffen. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass es mit einem von ihnen innerhalb der nächsten Tage einen Vertragsabschluss gibt.

Hier im Baseblog läuft übrigens noch fünf Tage lang die Abstimmung über den MRI-Award. Momentan hat sich ein klarer Favorit herauskristallisiert, aber noch ist nichts entschieden.

Wheeler zu den Phillies
Hinter Zack Wheeler war eine ganze Reihe von Teams her, da er nach den teuren Stars Cole und Strasburg als die beste bezahlbare Alternative zur Verstärkung einer Starting-Rotation galt. „Bezahlbar“ ist ein relativer Begriff, denn seine Dienste lassen sich die Philadelphia Phillies immerhin stolze 118 Millionen Dollar für fünf Jahre kosten. Sie erhalten dafür einen 29-jährigen Starting Pitcher, der eine Menge messbarer Fähigkeiten mitbringt, bisher aber nie ganz den Sprung vom Talent zum Ass geschafft hat. Gebremst wurde seine Entwicklung durch Verletzungen, die ihn 2015 bis 2017 zweieinhalb MLB-Saisons kostete. Doch nach zwei soliden und weitgehend verletzungsfreien Spielzeiten 2018 und 2019 liegen die Sorgen um Wheelers körperliche Robustheit weitgehend hinter ihm. Da Wheeler ein Qualifying Offer der Mets abgelehnt hatte, kostet seine Aufnahme die Phillies ihren Zweitrundenpick in der kommenden Draft sowie 500.000 Dollar des Budgets für internationale Spielerverpflichtungen.

Reds holen Moustakas
Mike Moustakas brauchte drei Anläufe, bis es für ihn mit dem ersehnten Langzeitvertrag klappte: Sowohl 2017 als auch 2018 galt der Infielder als einer der besseren Free Agents, doch beide Male musste er sich schließlich mit kurzzeitigen Engagements bei den Royals beziehungsweise den Brewers zufrieden geben. Bei den Cincinnati Reds gibt es nun den großen Zahltag in Form eines Vierjahresvertrages über 64 Millionen Dollar. Geholfen hat dem gelernten Third Baseman dabei, dass er bei den Brewers letztes Jahr unter Beweis stellen konnte, auch an der zweiten Base eine gute Figur abzugeben. Der 3B-Posten ist in Cincinnati nämlich fest an Eugenio Suarez vergeben, aber als Doubleplay-Partner von Freddy Galvis hat sich ein Platz für Moustakas in dem aufstrebenden Team gefunden.

Vier Minor Leaguer für Dylan Bundy
Die Los Angeles Angels suchen mehrere Upgrades für ihre Starting-Rotation. Das erste haben sie nun nicht unter den Free Agents gefunden, sondern auf dem Trade-Markt. Rechtshänder Dylan Bundy kommt von den Baltimore Orioles im Austausch gegen vier Minor-League-Pitcher. Unter diesen ist Isaac Mattson der aussichtsreichste Kandidat auf eine zukünftige MLB-Karriere; außer ihm wechseln Kyle Bradish, Kyle Brnovich und Zach Peek nach Baltimore.

Weitere Trades und Verpflichtungen
Die Atlanta Braves ergänzen ihre Rotation für ein Jahr mit Linkshänder Cole Hamels. Der 36-Jährige erhält 18 Millionen Dollar.
In einem kleinen Trade mit den Boston Red Sox haben die Cleveland Indians Sandy Leon als neuen Ersatz-Catcher an Land gezogen. Leon erhält einen Einjahresvertrag über 2 Millionen Dollar. Für ihn geben die Indians Minor-League-Pitcher Adenys Bautista an Boston ab.
Die Miami Marlins griffen dankbar zu, als zwei erprobte MLB-Spieler von ihren bisherigen Teams entlassen wurden: 1B Jesus Aguilar wurde über den Waiver von den Tampa Bay Rays geholt, IF Jonathan Villar kommt im Austausch gegen den linkshändigen Nachwuchspitcher Easton Lucas von den Baltimore Orioles nach Miami.
Die Oakland Athletics haben sich mit Lefty-Reliever Jake Diekman auf eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre für insgesamt 7,5 Millionen Dollar geeinigt.

Treinen, Pillar und andere sind nun Free Agents
Während einige Spieler bereits ihr neues Team gefunden haben, haben andere erst vor wenigen Tagen erfahren, dass sie eines brauchen. In 56 Fällen haben die MLB-Teams entschieden, Spielern, die sie über das Arbitration-Verfahren weiterhin an sich hätten binden können, kein Angebot zu unterbreiten. Diese sogenannten Non-Tender sind nun Free Agents und damit auf Job-Suche. Bei den meisten Non-Tenders handelt es sich um wenig bekannte Ergänzungsspieler, aber es sind auch ein paar namhafte Überraschungen dabei. Insbesondere RP Blake Treinen (Athletics), OF Kevin Pillar (Giants), SP Aaron Sanchez (Astros), SP Kevin Gausman (Reds) und SS Addison Russell (Cubs) dürften einige Interessenten auf den Plan rufen.

Wechseln die Mets den Besitzer?
In Fankreisen der New York Mets schlug die Nachricht gestern ein wie eine Konfettibombe: Der Milliardär Steve Cohen steht wohl kurz davor, eine Mehrheit der Eigentumsanteile an dem Klub zu übernehmen. Dies würde das Ende der Ära Wilpon einläuten. Fred Wilpon hatte seit 1980 als Teilhaber und seit 2002 allein das Ruder bei den Mets in der Hand, inzwischen unterstützt von seinem Sohn Jeff. Die Wilpons, die 2008 in den gigantischen Finanzskandal um Bernie Madoff verwickelt waren, sind bei den Anhängern der Mets extrem unbeliebt, weil sie zum einen als sehr knausrig hinsichtlich notwendiger Investitionen gelten und zum anderen als Kontrollfreaks, die sich unverhältnismäßig ins sportliche Tagesgeschäft einmischen. Ob Cohen der erhoffte Heilsbringer ist, wird man abwarten müssen, aber die bisherigen Quellenberichte sprechen dafür, dass er wohl eine deutlich ausgabefreudigere Politik anstrebt als seine Vorgänger. Leisten kann er es sich jedenfalls – sein Vermögen wird auf 13,6 Milliarden Dollar geschätzt, er wäre damit der reichste Owner eines MLB-Teams. Die Mets sollen ihn angeblich rund 2,6 Milliarden kosten – kein schlechter Schnitt für die Wilpons, die ihre Anteile zwischen 1980 und 2002 schrittweise für 470 Millionen erworben haben.

Angels bleiben in Anaheim
Die Los Angeles Angels werden auch in den nächsten 30 Jahren nicht in Los Angeles, sondern in Anaheim zu Hause sein: Mit der Stadt wurde eine Einigung erzielt, die den Verbleib des Teams bis 2050 sichert und für den Betrag von 325 Millionen Dollar das Stadion in das Eigentum des Klubs übergehen lässt. Als ihr eigener Hausherr werden die Angels nun das Thema Modernisierung vorantreiben. Ob es auf eine Renovierung des vorhandenen Ballparks oder auf einen Abriss und Neubau hinausläuft, ist noch zu entscheiden.

Carrasco und Donaldson sind die Comeback Players 2019
Die MLB hat bekannt gegeben, dass Carlos Carrasco und Josh Donaldson die Comeback Players of the Year 2019 sind. Dass Carrasco diese Auszeichnung erhalten würde, stand zu keiner Zeit in Frage. Der 32-jährige Pitcher gab am 6. Juli bekannt, dass er unter Leukämie erkrankt war und auf unbestimmte Zeit ausfallen würde. Knapp zwei Monate später stand er unter großem Jubel wieder auf dem Mound und absolvierte noch elf Saisonspiele. Josh Donaldson hatte 2018 nur in 55 Spielen dabei sein können und galt vor der Saison wegen seiner Verletzungsgeschichte und dem relativ hohen Alter von 33 Jahren als Risikoverpflichtung. Mit 155 Auftritten und 37 Homeruns in der Saison 2019 ließ er alle Zweifler verstummen.

London-Tickets ab heute erhältlich
Die MLB kehrt zurück nach Europa: Nach der diesjährigen Premiere mit zwei Spielen zwischen den New York Yankees und den Boston Red Sox steht 2020 ein weiteres Traditionsduell auf dem Programm. Am 13. und 14. Juni treffen die Chicago Cubs und die St. Louis Cardinals im London Stadium aufeinander. Tickets dafür sind seit heute über die offizielle Seite erhältlich.

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August 15th, 2019 by Silversurger

Wenn euer Team noch im Playoff-Rennen ist, beginnt spätestens jetzt mit nur noch rund 40 ausstehenden Spielen die heiße Phase der MLB-Saison. Sollte für eure Lieblinge das Jahr bereits gelaufen sein, gibt es ebenfalls einen Grund zur Freude: Seit ein paar Tagen steht der Spielplan für die nächste Saison, in der bestimmt alles besser wird. Am 26. März 2020 geht es los. Es wird das früheste Startdatum der MLB-Geschichte (abgesehen von vorgezogenen internationalen Spielen) und soll ein kompletter Spieltag sein, an dem alle 30 Teams aktiv sind – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Weitere Highlights der kommenden Saison sind die Eröffnung eines neuen Stadions für die Rangers, Globe Life Field, am 31. März, eine Serie zwischen den Mets und den Marlins in Puerto Rico Ende April, ein Spiel der White Sox gegen die Yankees in direkter Nachbarschaft zum „Field of Dreams“ in Iowa am 13. August sowie zwei Partien zwischen den Cubs und den Cardinals im Juni in London.

American League
Die New York Yankees (81-41) machen genau so weiter wie in den letzten Wochen: mit Verletzungsmeldungen ohne Ende und mit einem Erfolg nach dem anderen. Vor allem ihrem Lieblingsgegner, den Baltimore Orioles (39-82), haben die Yankees gewaltig eingeschenkt mit einer Saisonbilanz von 17:2 Siegen und zuletzt 16 Erfolgen gegen die Orioles hintereinander. Zum Glück für Baltimore müssen sie dieses Jahr nicht mehr gegen die Yankees ran. In der American League East haben zwar die Tampa Bay Rays (71-51) ebenfalls eine starke Woche hinter sich, doch mit zehn Spielen Rückstand dürfte der erste Platz außer Reichweite sein. Apropos außer Reichweite: Auch zwei Siege gegen die Indians ändern für die Boston Red Sox (64-59) nichts daran, dass die Playoffs dieses Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohne den Titelverteidiger stattfinden werden.

Auf die AL Central haben die beiden gerade erwähnten Erfolge der Red Sox gegen die Cleveland Indians (72-49) deutlich stärkere Auswirkungen. Durch sie haben nämlich die Indians den erst am vergangenen Wochenende von den Minnesota Twins (75-48) eroberten ersten Platz bereits wieder verloren. Die Twins liegen jetzt wieder hauchdünn vorne und die kurzfristigen Aussichten scheinen auch eher Minnesota zu begünstigen:  Während die Twins bei den Rangers und gegen die Chicago White Sox (54-65) antreten, müssen die Indians für sieben Tage nach New York – zuerst in die Bronx zu den Yankees, dann direkt weiter nach Queens zu den Mets.

In der AL West gibt es quasi seit Saisonbeginn keine Zweifel am ersten Platz der Houston Astros (78-43). Daran ändert sich auch dadurch nichts, dass sie diese Woche dreimal gegen Teams aus dem Keller – einmal gegen die Orioles, zweimal gegen die White Sox – verloren haben. Jetzt allerdings müssen die Astros nach Oakland zu einer 4-Spiele-Serie bei den Athletics (68-52) und dort sollten sie sich wieder gefangen haben, wenn sie es nicht doch noch mal spannend machen wollen. Ein Sweep durch die Athletics in dieser Serie würde sowohl in der Division alles möglich machen als auch die Ausgangsposition der A’s im Hinblick auf die Wild Cards deutlich stärken. Zurzeit sieht es für die Athletics an beiden Fronten eher schlecht aus: Sie liegen 9,5 Spiele hinter den Astros, zwei Spiele hinter dem Wild-Card-Platz und nach den Astros wartet mit den Yankees direkt das zweite Top-Team der AL auf sie.

National League
In der National League East hatten die Atlanta Braves (72-50) in den letzten vier Wochen eher durchwachsene Ergebnisse, doch zuletzt gab es mal wieder drei Siege in Folge, davon zwei gegen die aufstrebenden New York Mets (61-59). Der Lauf der Mets ist damit erstmal beendet, ihr Rückstand auf die Wild Cards liegt wieder bei drei Spielen. Inhaber der ersten Wild Card sind zurzeit die Washington Nationals (65-55), die sich mit einem Sweep über die Reds wieder etwas Luft verschafft haben. Ebenfalls im Wild-Card-Rennen aktiv sind die Philadelphia Phillies (62-58). Sie haben durch zwei Siege über die Cubs ihren Rückstand auf nur noch zwei Spiele reduziert.

Durch die Niederlagen gegen Philadelphia haben die Chicago Cubs (64-56) die Tabellenführung in der NL Central verloren. An ihrer Stelle stehen nach fünf Siegen in Folge die St. Louis Cardinals (63-55). Wenn es so weiter geht, werden die letzten zehn Tage der Saison Ende September ein furioses Hauen und Stechen, denn Chicago und St. Louis treffen dann noch siebenmal direkt aufeinander. Vielleicht sind dann die Milwaukee Brewers (63-58) der lachende Dritte. Sie segeln zurzeit im Windschatten der beiden anderen, nur eineinhalb Spiele von der Spitze entfernt trotz negativen Run-Differentials. Ein positives Run-Differential und dennoch keine Chance, noch etwas zu reißen, haben die Cincinnati Reds (56-63). Das Schlusslich bilden die Pittsburgh Pirates (50-70). Bei ihnen läuft seit dem All-Star-Break rein gar nichts mehr zusammen und zu allem Überfluss musste nun auch noch Starter Jameson Taillon eine Tommy-John-Surgery über sich ergehen lassen. Er fällt damit nicht nur für den Rest der laufenden, sondern wahrscheinlich auch für die komplette nächste Saison aus.

Von Woche zu Woche wird der Abstand zwischen den Los Angeles Dodgers (81-41) und dem Rest des Feldes in der NL West immer noch ein bisschen größer. 19,5 Spiele Vorsprung haben sie inzwischen auf die Arizona Diamondbacks (61-60), von ihren letzten zehn Spielen haben die Dodgers neun gewonnen. Spannung ist Fehlanzeige in dieser Division, zumal auch die Wild-Card-Aussichten der Diamondbacks oder der San Francisco Giants (60-61) angesichts der geballten Konkurrenz aus den anderen Divisionen nur noch minimal erscheinen. Über das Wochenende treffen die Diamondbacks und die Giants viermal direkt aufeinander – für beide ist diese Serie der letzte Strohhalm, bevor man die Saison so endgültig abhaken muss wie die San Diego Padres (56-64) und die Colorado Rockies (54-67) es längst getan haben.

Szene der Woche 
Drei Homeruns von einem Spieler in einem Spiel kommen deutlich häufiger vor als zum Beispiel ein Cycle, sind aber nüchtern betrachtet wertvoller. Für die Seattle Mariners hatte neun Jahre lang kein Spieler ein 3-Homerun-Game, bis am Dienstag Kyle Seager den Bann brach. Gelungen ist ihm das allerdings nur durch ein bisschen Hilfe des Outfields der Detroit Tigers. Seagers Flyball bei zwei Outs im neunten Inning
war eigentlich zu kurz und Centerfielder Niko Goodrum bereits mit dem Handschuh dran. Doch Leftfielder Brandon Dixon konnte nicht rechtzeitig bremsen, stieß mit Goodrum zusammen und dieser ließ vor Schreck den Ball über den Zaun springen. Da der Ball außer Goodrums Handschuh nichts berührt hatte – nicht den Boden, nicht den Zaun unterhalb der gelben Linie –, war es den Regeln nach ein astreiner Homerun.

Statistik der Woche 
80. So viele Siege haben dieses Jahr als erstes die Yankees und die Dodgers erreicht. In der MLB-Geschichte kam das bislang zweimal vor, 1947 und 1953. In beiden Jahren trafen sich diese beiden Teams letztlich in der World Series.

Spiel der Woche
Man hat ja meistens nicht viel zu lachen als Fan der Mets, aber während der Aufholjagd der letzten Wochen machte das Team endlich mal wieder richtig Spaß. Das merkte man spürbar an der Zahl und an den Reaktionen der Zuschauer in der wichtigen Serie gegen die Nationals am vergangenen Wochenende. In allen drei Partien herrschte regelrechte Playoff-Atmosphäre, wobei der Höhepunkt gleich im ersten Spiel erreicht wurde: Einen 3:6-Rückstand im neunten Inning konnten die Mets zunächst durch Todd Fraziers gewaltigen 3-Run-Homerun ausgleichen und wenig später per Walkoff-Single von Michael Conforto endgültig zum Triumph drehen. Rookie-of-the-Year-Kandidat Pete Alonso war von dem epischen Comeback so begeistert, dass er Conforto die Kleider vom Leib riss…

Mein Einschalttipp
Gipfeltreffen in der NL: Am Wochenende empfängt das zweitbeste Team der bisherigen Saison, die Atlanta Braves, das beste, die Los Angeles Dodgers, zu einer 3-Spiele-Serie. Je nach Schlafgewohnheiten und Medienzugang habe ich unterschiedliche Empfehlungen: DAZN überträgt Freitagnacht ab 1:20 Uhr die erste Partie der Serie. Die Starter werden voraussichtlich Kenta Maeda (4.12 ERA, 4.09 FIP) für die Dodgers und Mike Soroka (2.32 ERA, 3.18 FIP) für Atlanta sein. Am Sonntag um 19:20 Uhr, allerdings nur auf mlb.tv, kann man das Serienfinale zwischen Neuling Dustin May (2.65 ERA, 2.74 FIP) und Max Fried (3.99 ERA, 3.76 FIP) sehen.

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Juni 13th, 2019 by Silversurger

Die Woche begann mit einem Schock: David Ortiz, einer der größten und beliebtesten Baseballer der letzten 20 Jahre, wurde in seiner Heimatstadt Santo Domingo bei einem versuchten Raubüberfall angeschossen. Zum Glück gab es schnell Entwarnung in dem Sinne, dass die Verletzung weder lebensgefährlich ist noch mit bleibenden Schäden zu rechnen ist. „Big Papi“ Ortiz wurde zweimal operiert und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der Täter und weitere Beteiligte wurden am Tatort festgenommen.

Zurück zum Sport: Die Free Agency 2019 hat endlich ihren Abschluss gefunden, indem zweieinhalb Monate nach Saisonbeginn auch Dallas Keuchel sein neues Team gefunden hat. Die Atlanta Braves haben dem Linkshänder einen Vertrag für den Rest des Jahres gegeben, für den er 13 Millionen Dollar erhält. Die Braves legen somit noch mal nach für das Rennen um die NL East, mit dem auch mein Überblick über die aktuellen Stände in der MLB beginnt:

National League
Mit sechs Siegen in Folge sind die Atlanta Braves (39-29) innerhalb der letzten Tage an die Spitze der National League East gestürmt, die sie heute erstmals in dieser Saison von den Philadelphia Phillies (38-30) übernommen haben. Am Wochenende kommt es in Atlanta zu drei direkten Duellen der beiden Kontrahenten. Die New York Mets (33-34) und die Washington Nationals (31-36) wirken mit ihren negativen Bilanzen schon etwas abgeschlagen, doch so weit sind sie gar nicht weg: 7,5 Spiele sind der geringste Abstand, den es in der MLB zurzeit zwischen Platz eins und vier einer Division gibt. Die Nationals haben sieben der letzten zehn Spiele gewonnen, die Mets fünf der letzten sieben, darunter ein Split in der Subway Series bei den Yankees.

Die NL Central ist ebenfalls eine extrem spannende Division. Die Milwaukee Brewers (39-29) und die Chicago Cubs (38-29) haben sich in letzter Zeit mehrfach auf Rang eins abgewechselt. Die Brewers haben momentan knapp die Nase vorn, doch die Cubs haben ein Spiel weniger absolviert und können in der kommenden Nacht gleichziehen. Dazu müssen sie allerdings in Los Angeles gegen die Dodgers gewinnen, mit denen sie es auch an den folgenden drei Tagen zu tun haben. Die Brewers reisen mit in den Westen, haben dort mit den Giants aber den vermeintlich leichteren Gegner. Nach einer Achterbahnfahrt durch die bisherige Saison stehen die St. Louis Cardinals (33-33) derzeit bei einer ausgeglichenen Bilanz. Sie treten nun viermal bei den Mets an, einem Team in quasi identischer Situation wie sie selbst. Die Cincinnati Reds (30-36) haben erstmals seit Langem das Tabellenende verlassen und dieses an die seit sechs Spielen sieglosen Pittsburgh Pirates (30-37) abgegeben.

In der NL West gibt es ebenfalls Spannung, allerdings nicht im Hinblick auf die Tabellenführung. Die ist und bleibt fest in der Hand der Los Angeles Dodgers (45-23), welche die gesamte NL auch nach den zwei jüngsten Niederlagen gegen die Angels klar dominieren. Auf den mittleren Plätzen der Division ist jedoch einiges in Bewegung: Die Arizona Diamondbacks (36-33) haben ihr Zwischentief überwunden und nach sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen mit den Colorado Rockies (35-32) praktisch gleichgezogen. Nur noch auf Rang vier und mit einer negativen Bilanz stehen nach vier Niederlagen in Folge die San Diego Padres (33-35) da. Zu allem Überfluss mussten die Padres ihr Ass Chris Paddack in die Minor League herabstufen, nachdem sich bei ihm körperliche Ermüdungserscheinungen zeigten – er hatte 2018 eine Tommy-John-Surgery und spielt gerade seine erste vollständige MLB-Saison. Er wird ein paar Tage pausieren und dann neu bewertet.

American League
Die New York Yankees (41-25) halten sich knapp an der Spitze der American League East, wenngleich sie während der vergangenen eineinhalb Wochen deutlich geschwächelt haben mit verlorenen Serien gegen die Toronto Blue Jays (24-43) und die Indians sowie einem Split gegen die Mets. Als zweites Spitzenteam der Division sitzen die Tampa Bay Rays (41-26) weiterhin fest im Sattel, nachdem die Serie gegen die Boston Red Sox (35-34) 3:1 gewonnen wurde. Vor allem das Pitching der Rays ist nach wie vor überragend und führt mit nur 220 zugelassenen Runs mit großem Abstand die MLB an. Nächste Woche kommt es zu einem neuen Spitzenduell zwischen den Yankees und den Rays (siehe Einschalttipp).

Die Minnesota Twins (44-22) setzen ihren Spaziergang durch die AL Central unaufhaltsam fort. Sowohl ihre Siegquote als auch ihre 394 erzielten Runs sowie das Run-Differential von +110 sind MLB-Spitze. Eine große Hilfe dabei ist sicherlich die Schwäche der anderen Teams in ihrer Division. In den kommenden zwei Wochen zum Beispiel treffen die Twins siebenmal auf das schwächste Team der Liga, die Kansas City Royals (21-46). Die Detroit Tigers (25-39) sind nicht viel besser, vom Run-Differential (-109) sogar schlechter als die Royals (-72). Eine eher positive Überraschung sind bisher die Chicago White Sox (32-34), die den Cleveland Indians (34-33) einen Kampf um Platz zwei liefern. Ob Chicagos junges Team diese Rolle dauerhaft spielen kann, wird in den kommenden Wochen auf eine harte Prüfung gestellt: Die nächsten Gegner heißen Yankees, Cubs, Rangers, Red Sox und Twins.

Dass die AL West mit den Houston Astros (46-23) ein absolutes Spitzenteam beherbergt, ist weder neu noch überraschend. Sehr überraschend ist hingegen, dass die Texas Rangers (36-31) auf Kurs für einen Wild-Card-Platz sind. Der befürchtete Einbruch nach der Verletzung der Outfielder Joey Gallo und Willie Calhoun – beide sind wohl bald wieder an Bord – blieb aus. In den letzten 16 Spielen haben die Rangers 11-5 gespielt und jede der Niederlagen war knapp. Würde die Saison jetzt enden, wären die Rangers im Wild-Card-Spiel, mit je zwei Spielen Vorsprung auf die Indians, die Red Sox und die Oakland Athletics (35-34). Die Los Angeles Angels (33-35) sind nach ihrem Zwei-Spiele-Sweep im Lokalderby gegen die Dodgers ebenfalls wieder im Rennen, müssen nun aber in einer schwierigen Auswärtsserie in Tampa Bay bestehen.

Szene der Woche
Für diese Kategorie hätte ich mal wieder ein paar Homeruns im Angebot, zum Beispiel vier hintereinander von den Nationals oder einen von Hunter Pence für die Rangers, bei dem in Fenway Park einfach niemand den Ball holen wollte. Kein Homerun wurde der weite Flyball von Brett Gardner gegen die Indians. Der Yankees-Outfielder ärgerte sich so sehr über den Catch von Jordan Luplow, dass er seinen Helm im Dugout gegen die Wand pfefferte. Der Helm ließ sich das allerdings nicht gefallen und verpasste Gardner beim Gegenangriff eine blutige Lippe. Damit ist Gardner ein ganz heißer Anwärter auf meinen diesjährigen Award für die dämlichste Verletzung des Jahres.

Statistik der Woche 
13. Ja, es ist schon wieder ein Homerun-Rekord. Nachdem es letzte Woche die meisten Homeruns in einem Monat zu vermelden gab, sind es dieses Mal die meisten, die je in einem einzelnen Spiel erzielt wurden. Zu sehen waren sie Montagnacht in der Partie der Phillies gegen die Diamondbacks. Gleich die ersten drei Batter des Abends, Jarrod Dyson, Ketel Marte und David Peralta schlugen den Ball über den Zaun. Es folgten je zwei von Eduardo Escobar und Ildemaro Vargas und einer von Alex Avila für Arizona sowie zwei von Scott Kingery und je einer von Jean Segura, Rhys Hoskins und Jay Bruce für die Phillies. Den Rekord stellten Hoskins und Bruce im neunten Inning mit den Nummern zwölf und dreizehn des Spiels auf, der Sieg ging aber mit 13:8 an die Diamondbacks.

Spiel der Woche
Die Serie hatten die Braves mit Siegen in den ersten beiden Spielen in Miami bereits in der Tasche, als sie am Sonntag im dritten Spiel mit einem 1:5-Rückstand ins neunte Inning gingen. In so einer Situation kann man es ein bisschen lässig angehen, den Gegner die restlichen drei Outs machen lassen und gemütlich die Heimreise nach Atlanta antreten. Aber so sind sie nicht, die Braves der Saison 2019. Ein Double, einen Walk, einen Balk, ein Single und schließlich Ronald Acunas Homerun boten sie auf, um auf 5:5 auszugleichen. Auch davon, dass die Marlins im zehnten Inning mit einem Runner in Scoring Position und nur einem Out nahe am Walkoff waren, ließ Atlanta sich nicht beunruhigen. Mit zwei Strikeouts hintereinander bannte Jarlin Garcia die Gefahr und im zwölften Inning gelang es Matt Joyce schließlich, die Braves erstmals und gleichzeitig endgültig in Führung zu bringen. Für sie war es bereits der zwölfte Comeback-Win in diesem Jahr, dem sie letzte Nacht gegen Pittsburgh den dreizehnte folgen ließen.

Mein Einschalttipp
Das Ringen um die AL East geht in die nächste Runde: Von Montag bis Mittwoch gastieren die Rays dreimal bei den Yankees. Wenn das Überraschungsteam aus Tampa Bay eine ernsthafte Chance auf den Divisionssieg haben will, wäre es ein Riesenschritt, mal eine Serie gegen den direkten Konkurrenten zu gewinen. Die ersten beiden Serien des Jahres zwischen den beiden gingen jeweils 2:1 für die Yankees aus. Je nach Schlafgewonheiten und Medienausstattung empfiehlt sich zum Reinschauen entweder das erste oder das letzte Spiel der Serie: Montagnacht geht es los um 1:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit, das Spiel wird auf DAZN übertragen. Am Mittwoch schließt die Partie um 19:05 Uhr unserer Zeit die Reihe ab.

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Juni 6th, 2019 by Silversurger

Die erste der beiden unendlichen Free-Agent-Geschichten dieses Jahres ist endlich vorbei: Star-Closer Craig Kimbrel hat einen Vertrag bei den Chicago Cubs unterschrieben. Es ist, wie von Kimbrel die ganze Zeit über angestrebt, ein Vertrag über mehrere Jahre, allerdings für weitaus weniger Geld als von ihm ursprünglich erhofft: 43 Millionen Dollar bekommt der 31-Jährige für dieses und die beiden folgenden Jahre, anschließend kann der Klub für 15 Millionen Dollar noch ein Jahr dranhängen. Kollege Dallas Keuchel ist nach wie vor ohne Vertrag, doch der linkshändige Starter hat wohl ebenfalls einige ernsthafte Interessenten. Genannt werden derzeit vor allem die Yankees und die Braves.

American League
Die American League East bleibt spannend, dafür haben die New York Yankees (38-22) und die Tampa Bay Rays (36-23) in den letzten Tagen gesorgt – nicht mit Absicht, versteht sich, denn sie taten es, indem sie jeweils drei bzw. vier Spiele in Folge verloren. Die Boston Red Sox (32-29) konnten dadurch den Abstand zur Spitze auf „nur noch“ sechseinhalb Spiele verkleinern und sehen einem interessanten Wochenende entgegen: An diesem treffen sie innerhalb von drei Tagen viermal auf die Rays, während die Yankees in Cleveland antreten müssen.

Die Cleveland Indians (31-30) haben ihre Bilanz gerade mal wieder auf knapp positiv gedreht, indem sie die ersten beiden Spiele einer Serie gegen die Minnesota Twins (40-20) gewonnen haben. Doch der Abstand auf die Twins in der AL Central ist immer noch enorm und die schlechten Nachrichten für die Indians reißen einfach nicht ab: Nach Mike Clevinger, Danny Salazar und Corey Kluber fällt mit Carlos Carrasco ein weiterer Teil der Rotation aus und das auf unbestimmte Zeit. Als Grund gibt der Verein eine „blood condition“ an und verzichtet vorerst auf weitere Details; die Bekundungen, dass alle Teamkameraden für ihn da sein werden und dass man der Familie viel Kraft wünscht, lassen leider auf eine möglicherweise schwere Erkrankung schließen. Auch die Detroit Tigers (23-35) müssen unschöne Neuigkeiten verdauen: Ihr einstiger Superstar Miguel Cabrera leidet unter chronischen Kniebeschwerden und wird auf Anweisung der Ärzte ab sofort nur noch als Designated Hitter zum Einsatz kommen statt auf seiner angestammten Position als First Baseman.

Wenn es gerade schon um Verletzungen geht, darf ich Joey Gallo nicht unerwähnt lassen: Bei dem Outfielder der Texas Rangers (31-28) ist es zwar „nur“ eine Bauchmuskelzerrung, aber sie wird ihn einige Wochen außer Gefecht setzen. Das könnte ein Knackpunkt für die Rangers sein, die bislang eine überraschend starke Saison gespielt haben und dabei auf Gallo als Leistungsträger setzen konnten. In der AL West sind die Rangers zwar weit entfernt von den schlichtweg konkurrenzlosen Houston Astros (42-21), halten sich aber stabil auf Platz zwei, während die Oakland Athletics munter Achterbahn fahren: Einer Reihe von zehn Siegen ließen die A’s sechs Niederlagen in sieben Spielen folgen. Heute Abend geht es im Rubber-Game der Serie gegen die Los Angeles Angels (30-32) direkt um den dritten Platz in der Division.

National League
Die Philadelphia Phillies (35-27) halten in der National League East ihren knappen Vorsprung vor den Atlanta Braves (33-28), doch das Outfield der Phillies verursacht derzeit größere Sorgen: Bryce Harper bringt bislang nicht die Leistung, die man sich von dem Mann mit dem Rekordvertrag versprochen hatte; Odubel Herrera ist vorläufig gesperrt, weil er unter Verdacht steht, seiner Freundin körperliche Gewalt angetan zu haben; Andrew McCutchen hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und wird für den Rest des Jahres ausfallen. Als eine erste Maßnahme holten die Phillies Jay Bruce von den Mariners, aber die Baustelle im Outfield dürfte damit längst nicht behoben sein. Generell macht in dieser Division bislang niemand einen so gefestigten Eindruck, dass man von einer frühzeitigen Entscheidung ausgehen könnte. Die erfolgreichsten Teams der letzten ein, zwei Wochen waren ausgerechnet die beiden Schlusslichter: Die Washington Nationals (28-33) gewannen acht ihrer letzten zehn Spiele, die Miami Marlins (23-36) sieben.

Auch in der NL Central wird es noch lange spannend bleiben. Die Chicago Cubs (34-26) sind zwar noch vorne, doch die Division ist deutlich enger zusammengerückt, indem die St. Louis Cardinals (30-29) die Cubs am letzten Wochenende gesweept haben. Die gleiche Paarung steht am kommenden Wochenende erneut an, dieses Mal in Chicago (siehe Einschalttipp). Die Milwaukee Brewers (34-28) hatten sich zwischenzeitlich kurz die Tabellenführung ausgeliehen, diese aber durch zwei überraschende Niederlagen gegen die Marlins prompt wieder abgegeben. Die Pittsburgh Pirates (29-31) und die Cincinnati Reds (28-32) sind noch so nah dran, dass man von der NL Central als einzige Division sprechen kann, in der von Platz eins bis fünf noch für jedes Team alles möglich ist..

In der NL West kann man das beim besten Willen nicht behaupten, hier wird niemand den Los Angeles Dodgers (43-20) streitig machen, dass sie zum siebten Mal in Folge die Division gewinnen. Hier geht es für die anderen Teams einzig und allein um Platz zwei bzw. um die Chance auf einen Wild-Card-Platz. Die Colorado Rockies (31-29) haben sich durch acht Siege in Folge, darunter ein Vier-Spiele-Sweep gegen die Arizona Diamondbacks (31-32), zum „Best of the Rest“ hochgearbeitet. Die Serie wurde zwar inzwischen durch zwei Niederlagen bei den Cubs beendet, aber weder die Cardinals noch die San Diego Padres (31-31) scheinen zurzeit in der Verfassung, zum Gegenschlag auszuholen – die San Francisco Giants (25-35) sowieso nicht.

Szene der Woche
Die offensichtliche Wahl an dieser Stelle ist natürlich die Bekanntgabe des Nummer-eins-Picks der diesjährigen Draft: Herzlichen Glückwunsch an Catcher Adley Rutschman, der wie erwartet von den Baltimore Orioles ausgewählt wurde und hoffentlich in ein, zwei Jahren mit dafür sorgen wird, dass man sich die Orioles wieder gerne anschaut.

Eine interessante Spielszene habe ich auch noch parat, genauer gesagt eine wie ich sie – zumindest auf professionellem Niveau – noch nie erlebt habe. Aber seht selbst:

Statistik der Woche 
1135. So viele Homeruns wurden im Mai dieses Jahres geschlagen und damit so viele wie in keinem Monat der MLB-Geschichte zuvor. Torontos Supertalent Vladimir Guerrero Jr. hatte die Ehre, am Freitag im achten Inning in Colorado den 1120. Homerun des Monats zu schlagen und damit den Rekord zu sichern, bevor die Kollegen noch 15 draufpackten, um die neue Bestmarke zu zementieren. Den größten Anteil an der Homerunflut im Mai hatten Pittsburghs Josh Bell, Houstons Alex Bregman und Cincinnatis Derek Dietrich mit jeweils 12.

Spiel der Woche
Vielleicht sollte ich dieses Mal eher von einem „Inning der Woche“ sprechen. Ausgerechnet die Miami Marlins – immer noch das Team mit den wenigsten Siegen und den wenigsten erzielten Runs in der NL – explodierten Dienstagnacht gegen die Milwaukee Brewers mit sage und schreibe elf Runs in einem Inning. Es war das erfolgreichste Inning der Franchisegeschichte, und am Ende des Tages stand ein 16:0-Sieg von einem der – eigentlich – schlechtesten Teams der Liga gegen eines der – eigentlich – besten.

Mein Einschalttipp
Die Serie zwischen den St. Louis Cardinals und den Chicago Cubs hat am letzten Wochenende eine Menge Spannung zurück in die NL Central gebracht, indem die Cardinals als Außenseiter dem Favoriten und Tabellenführer Cubs alle drei Spiele abnahmen. Von Freitag bis Sonntag kommt es zu drei Rückspielen in Chicago. Eine angenehme Startzeit um 20:20 Uhr nach mitteleuropäischer Rechnung bietet gleich die erste Partie am Freitag mit dem Pitcher-Duell zwischen Cole Hamels (3.62 ERA, 3.92 FIP) und Mike Mikolas (4.41 ERA, 4.69 FIP). Zu sehen gibt es das Spiel nur mit einem Abo von mlb.tv, bei DAZN bleibt die Serie leider komplett unberücksichtigt.

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Februar 26th, 2019 by Silversurger

Derek Jeter und der Rest der Eignergruppe der Miami Marlins betreiben das Projekt Neuaufbau weiterhin mit eisernem Besen: Catcher J. T. Realmuto, der nach dem Kahlschlag des letzten Jahres einzige verbliebene Star im Team, wurde diesen Winter offensiv angeboten und schließlich nach Philadelphia getradet. Das Lineup wurde aufgefüllt mit einer Reihe von Veteranen – Neil Walker, Curtis Granderson, Sergio Romo –, die zu überschaubaren Preisen ihre Spielzeit und Erfahrung einbringen und idealerweise im Sommer gegen weitere Prospects getradet werden können. Auch optisch stehen die Zeichen auf Neuanfang: im Stadion, das von der grässlichen Homerun-Skulptur befreit wurde, ebenso wie im Erscheinungsbild der Spieler in neuen Uniformen mit neuem Logo. Es ist auf lange Sicht durchaus interessant, was mit den Miami Marlins passiert, aber die Aussicht auf die bevorstehende Saison 2019 ist alles andere als spannend: Die Marlins sind ein so radikal entkerntes Team wie außer ihnen allenfalls noch die Orioles. Erschwerend hinzu kommt, dass sie in der vielleicht stärksten Division der Liga spielen – alle anderen Teams der NL East haben aufgerüstet und machen sich berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs. Unter den gegebenen Umständen wäre für die Marlins jedes bessere Ergebnis als eine 100-Niederlagen-Saison eine positive Überraschung.

Voraussichtliches Lineup
C Jorge Alfaro
1B Neil Walker
2B Starlin Castro
SS J. T. Riddle
3B Brian Anderson
LF Curtis Granderson
CF Lewis Brinson
RF Peter O’Brien

Voraussichtliche Rotation
RHP Jose Urena
LHP Wei-Yin Chen
RHP Dan Straily
LHP Caleb Smith
RHP Trevor Richards
Key Reliever: Sergio Romo

Wichtigster Zugang
RP Sergio Romo (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
C J. T. Realmuto (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
RHP Sixto Sanchez

Größte Stärke
Talente: Es ist nicht leicht, bei den Marlins irgendeine Stärke festzustellen. Anders als man es während eines so massiven Rebuildings erwarten würde, ist auch die Farm der Franchise nicht gerade überragend. Durch die Trades der letzten eineinhalb Jahre sind aber immerhin ein paar interessante Prospects an Bord gekommen. Insbesondere die Starting Rotation könnte mit Sandy Alcantara, Zac Gallen und Nick Neidert bis Ende des Jahres ein neues Gesicht bekommen.

Größte Schwäche
Fehlender Rückhalt: Die Fanbasis in Miami ist klein und fragil. Die Übergangssaison 2018 wurde knallhart abgestraft mit einem Zuschauerschnitt von nur knapp über 10.000 – der schwächsten Zahl eines MLB-Klubs seit 2004 (der letzten Saison der Montreal Expos). Die Aussicht auf noch zwei, drei weitere Übergangssaisons macht kaum Hoffnung, dass der Zuspruch in absehbarer Zeit größer wird.

Spannendste Frage
Haben wir schon den „echten“ Lewis Brinson gesehen? Der 24-jährige Outfielder galt als das Top-Talent der Marlins, doch seine bisherigen Auftritte in der Major League waren eine herbe Enttäuschung. In 130 Spielen (109 davon im Jahr 2018) brachte er es auf eine Schlagleistung von .189/.239/.331 sowie auf eine Strikeout-Rate von 33,6%. Keiner steht bei den Marlins 2019 so sehr unter dem Druck, sich beweisen zu müssen, wie Brinson.

Prognose
Platz 5 in der NL East

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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Februar 14th, 2019 by Silversurger

Die Pitcher und Catcher aller MLB-Teams befinden sich mittlerweile schon mitten in der Saisonvorbereitung. Die restlichen Spieler steigen innerhalb der nächsten Tage offiziell ins Training ein, tatsächlich sind die meisten von ihnen bereits an den Spring-Training-Stützpunkten in Florida und Arizona eingetroffen. Eine handvoll hochgelobter Free Agents hat allerdings nach wie vor kein neues Team gefunden: Bryce Harper, Manny Machado, Dallas Keuchel, Craig Kimbrel und Mike Moustakas warten allesamt entweder noch auf das richtige Angebot oder sie versuchen, die interessierten Klubs gegeneinander auszuspielen. Wenigstens eine der unendlichen Geschichten dieser Offseason hat letzte Woche – stilgerecht eine Stunde nach Veröffentlichung des letzten Grand Slam am Donnerstag – ein Ende gefunden: J. T. Realmuto wurde von den Miami Marlins zu den Philadelphia Phillies getradet.

Phillies traden für Realmuto
Die Marlins haben die gesamte Offseason über nach einem Tradepartner für ihren wechselwilligen Star-Catcher gesucht. Dabei haben sie hoch gepokert und mit ihren Forderungen vermutlich auch einige Teams abgeschreckt. Die Mets, die Dodgers, die Yankees, die Padres, die Reds, die Braves und die Astros waren allesamt mehr oder weniger stark interessiert, fanden aber keinen gemeinsamen Nenner mit den Marlins. Diese wollten gerüchteweise zum Beispiel Cody Bellinger von den Dodgers, Ozzie Albies von den Braves, Amed Rosario und Brandon Nimmo von den Mets oder Miguel Andujar und Gary Sanchez von den Yankees, jeweils im Paket mit zusätzlichen Prospects. Im Endeffekt einigte man sich mit den Phillies auf einen Preis, der recht vernünftig und ausgewogen erscheint: Für Realmuto wechseln Catcher Jorge Alfaro, Top-Pitching-Prospect Sixto Sanchez, Lefty-Pitcher Will Stewart und 250.000 Dollar internationales Bonus-Budget nach Miami.

Nola verlängert für vier Jahre
Die Phillies waren in den letzten Tagen fleißig: Sie haben nicht nur den Trade für Realmuto ausgehandelt und weiter um die Dienste von Bryce Harper und/oder Manny Machado gebuhlt, sondern auch das Ass ihrer Rotation für die nächsten vier Jahre gesichert. Aaron Nola unterschreibt einen Vertrag bis 2022, für den er insgesamt 45 Millionen Dollar erhält. Darüber hinaus haben die Phillies die Option, Nola für weitere 11,75 Millionen auch in der Saison 2023 in Philadelphia spielen zu lassen. Der Deal erscheint aus Sicht des Klubs sehr günstig – das ist er auch, wobei man nicht übersehen darf, dass Nola für drei von den vier bis fünf Jahren der Vertragslaufzeit ohnehin noch an die Phillies gebunden gewesen wäre.

Marlins verpflichten Romo
Relief Pitcher Sergio Romo hat sich mit den Marlins auf einen Einjahresvertrag über 2,5 Millionen Dollar plus Leistungsboni geeinigt. Der bei Saisonstart 36-Jährige wird in dem jungen Team als erfahrener Mentor dienen und zur Mitte der Saison vermutlich ein Kandidat für einen Deadline-Trade sein, um weitere Talente an Land zu ziehen. Zudem gilt Romo als Favorit auf die Rolle des Closers – wenngleich es bei den wenig konkurrenzfähigen Marlins vermutlich nicht allzu viele Save-Gelegenheiten geben wird.

Murray: Athletics schauen in die Röhre
College-Star Kyler Murray hat nun offiziell verlautbaren lassen, was im Laufe der letzten Wochen immer wahrscheinlicher geworden war: Der 21-jährige Baseball-Outfielder und Football-Quarterback sucht sein Glück in der NFL, nicht in der MLB. Letztes Jahr hatte er den Oakland Athletics noch das Gegenteil zugesagt, sich in der ersten Draftrunde von ihnen auswählen lassen und einen Vertrag über einen Signing-Bonus von 4,66 Millionen Dollar unterschrieben. Das Geld muss er nun größtenteils zurückzahlen, aber immerhin 210.000 Dollar bleiben ihm dafür, dass die A’s weiterhin die Transferrechte in Sachen Baseball an ihm besitzen. Von diesen eher theoretischen Rechten abgesehen ist der Draftpick aus Sicht der Athletics verschenkt. Murray wird Ende April an der NFL-Draft teilnehmen und gilt auch dort als Kandidat für einen Pick in der ersten Runde.

Anderson und Grossman unterschreiben in Oakland
Angesichts der Geschichte um Kyler Murray kann man den Athletics nur wünschen, dass sie mit ihren anderen Vertragspartnern mehr Glück haben. Die zwei neuesten davon sind Brett Anderson und Robbie Grossman. Der linkshändige Pitcher Anderson kehrt für ein Jahr und ein Salär von 1,5 Millionen Dollar zu den A’s zurück und ergänzt die Starting Rotation. Outfielder Grossman unterschreibt ebenfalls für ein Jahr und erhält dafür 2 Millionen. Beide können ihr Gehalt noch durch leistungsbezogene Bestandteile aufbessern.

Lindor zum Saisonstart fraglich
Die Saison 2019 hat ihr erstes Verletzungsopfer: Shortstop Francisco Lindor von den Cleveland Indians hat sich bei einem privaten Training eine Zerrung in der rechten Wade zugezogen und wird rund zwei Monate lang ausfallen. Er fehlt den Indians somit in der kompletten Saisonvorbereitung und möglicherweise für die ersten ein, zwei Wochen der regulären Saison.

Kein DH in der NL bis mindestens 2021
Die Fans von Teams aus der National League können aufatmen: MLB-Commissioner Rob Manfred hat klargestellt, dass die Einführung eines Designated Hitters (DH) in die NL bis mindestens 2021 kein Thema sein wird. Letzte Woche war bekannt geworden, dass die Spielergewerkschaft MLBPA einen entsprechenden Vorschlag eingebracht hat. Für Manfred genießt die Ausweitung der in der AL seit 1973 existierenden DH-Regel aber keine Priorität. Nach seiner Aussage wird sie erst dann ein Thema, wenn die MLBPA sie in die Vertragsverhandlungen über ein neues Collective Bargaining Agreement (CBA) einbringt. Das aktuelle CBA läuft von 2017 bis 2021, die Neuverhandlung steht also für die Saisonpause 2021/2022 an.

Mets vs. Nationals oder Cubs vs. Cardinals in London?
Ende Juni steht in London die erste MLB-Serie auf europäischem Boden an. Das Matchup der Yankees gegen die Red Sox setzt hohe Maßstäbe für zukünftige Gastspiele und es sieht danach aus, dass die Liga auch für die kommenden Jahre mit echten Leckerbissen aufwarten will: Für 2020 ist derzeit im Gespräch, dass entweder eine Serie der New York Mets gegen die Washington Nationals oder eine zwischen den Chicago Cubs und den St. Louis Cardinals nach London verlegt werden soll. Eine offizielle Entscheidung wird erst nach dem Opening Day der anstehenden Saison bekannt gegeben werden, also Ende März oder Anfang April.

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