März 8th, 2018 by Dominik

Noch exakt drei Wochen sind es bis zum Saisonstart der MLB. Mike Moustakas, Jake Arrieta, Lance Lynn, Alex Cobb, Greg Holland und einige andere sind nach wie vor arbeitslos, während es in den vergangenen Tagen nur ein paar Verpflichtungen aus der zweiten oder dritten Reihe der Free Agents gab. Einige davon mussten sich mit einem Minor-League-Vertrag begnügen, nachdem der Markt in dieser Offseason für den Großteil der Spieler nicht viel hergab. Für den erwartungsfrohen Baseballfan gibt es immerhin schon seit zwei Wochen täglich Live-Baseball. Wenn man sich die aktuellen Stände im Spring Training anschaut, dann sieht das schon fast so aus, wie es auch in der regulären Saison laufen könnte: Die New York Yankees (10-2) führen die Grapefruit League an, die Chicago Cubs (9-2) die Cactus League, während sich ganz unten die Pittsburgh Pirates (3-7) und die Texas Rangers (3-8) tummeln.

Was bedeuten Spring-Training-Ergebnisse?
Nur zur Erinnerung, bevor die Fans der Yankees und der Cubs mit dem Feiern anfangen und die der Rangers und der Pirates Tränen vergießen: Die Ergebnisse des Spring Trainings haben nur einen ganz geringen Zusammenhang mit denen der regulären MLB-Saison. Letztes Jahr landeten zum Beispiel die Houston Astros im Spring Training nur bei 15-15, während Teams wie die Pittsburgh Pirates (19-12) oder die Los Angeles Angels (21-14) es auf hervorragende Bilanzen brachten – wir wissen alle, dass es nach der regulären Saison deutlich anders aussah.

Noch ein Tommy-John-Opfer bei den Rays
Schlechte Nachrichten für die Tampa Bay Rays: Nach Top-Prospect Brent Honeywell muss nun ein weiteres Pitching-Talent der Rays die Hoffnung begraben, dieses Jahr in der MLB sein Können unter Beweis zu stellen: José de León hat sich ein Band im Ellenbogen gerissen und wird sich genau wie Honeywell einer Tommy-John-Surgery unterziehen müssen. Die übliche Ausfallzeit nach dieser Prozedur beträgt 12 bis 14 Monate.

Ichiro zurück in Seattle
Für die Fans der Mariners und für einen der berühmtesten Spieler ihrer Geschichte wird ein Traum wahr: Ichiro Suzuki ist zurück in Seattle. Der 44-jährige Outfielder erhält einen Einjahresvertrag über 750.000 bis 2 Millionen Dollar und die Gelegenheit, seine großartige MLB-Karriere an dem Ort ausklingen zu lassen, an dem er die ersten zwölf Jahre davon verbracht hat. Für die Mariners war ein Move nötig geworden, nachdem in ihrem ohnehin dünn besetzten Outfield Ben Gamel für sechs Wochen ausfällt und auch Mitch Haniger und Guillermo Heredia angeschlagen sind. Ichiro stellt für die Mariners sowohl die benötigte Ergänzung auf dem Feld als auch eine willkommene Promotion- und Merchandising-Möglichkeit dar.

Rangers verpflichten kubanisches Talent
Die Texas Rangers haben 2,8 Millionen Dollar ihres internationalen Bonuspools investiert und sich die Dienste von Julio Pablo Martinez gesichert. Das 21-jährige kubanische Outfield-Talent erhält getreu den Regeln für internationale Verpflichtungen einen Minor-League-Vertrag sowie die genannte Summe als Signing Bonus. Martinez wird auf der Liste der Top-100-Prospects von Baseball America auf Rang 60 aufgenommen und ist damit das dritthöchste Prospect der Rangers.

Weitere Signings
2B/3B Ryan Schimpf konnte sich bei den Tampa Bay Rays, die ihn erst im Dezember von den San Diego Padres ertradet hatten, nicht durchsetzen. Gegen eine finanzielle Entschädigung lassen die Rays ihn nun weiterziehen zu den Atlanta Braves. Die Braves können ihn als Absicherung an der noch nicht endgültig besetzten dritten Base gebrauchen und ihn, da er noch zwei Jahre lang Minor-League-Optionen hat, ihn zwischendurch problemlos in der Farm parken.

Auch die Kansas City Royals haben noch etwas für die Tiefe ihres Kaders getan: Für ein Jahr und drei Millionen Dollar ergänzt Jon Jay das Outfield und Pitcher Ricky Nolasco bekommt einen Minor-League-Vertrag sowie die Chance, sich um einen Platz in der Starting Rotation zu bewerben.

Genau wie Nolasco hat auch Reliever Tyler Clippard keinen Erfolg dabei gehabt, einen neuen MLB-Vertrag zu finden. Auch er hat daher einen Minor-League-Vertrag unterschrieben in der Hoffnung, bei den Toronto Blue Jays so sehr zu überzeugen, dass er es zurück in die Majors schafft.

Allrounder Danny Valencia muss sich bei den Baltimore Orioles ebenfalls vorerst mit einem Minor-League-Vertrag zufrieden geben. Er hat allerdings die Option ausgehandelt, dass er 1,2 Millionen plus leistungsbezogene Bestandteile verdienen wird, sofern die Orioles ihn ins MLB-Team holen. Valencia ist hauptsächlich eine Absicherung für den Fall von Verletzungen, vielleicht aber auch für einen möglichen Trade von Manny Machado.

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März 1st, 2018 by Dominik

Seit einer Woche läuft das Spring-Training und ganz ehrlich: Es langweilt mich jetzt schon. Als es losging, war ich noch heiß wie Frittenfett darauf, die Spieler wieder live in Aktion zu sehen, doch leider nutzt sich das schnell ab, wenn es um nichts geht und die echte Saison noch volle vier Wochen auf sich warten lässt. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn man kann ja froh sein, dass überhaupt so viel auf mlb.tv gezeigt wird – mit täglichen Liveübertragungen aus der Saisonvorbereitung kann wohl keine andere Sportart mithalten. Ich schalte auch brav jeden Tag ein und schaue mir zumindest zwei, drei Innings – also den Teil, in dem üblicherweise noch viele „echte“ MLB-Spieler auf dem Feld sind – an. Dennoch interessieren mich in dieser Phase noch mehr die News von abseits des Feldes, also Free-Agents-Signings und Ähnliches. Von allem, was in den letzten Tagen rund um die MLB los war, gibt es hier wie gewohnt eine kurze Zusammenfassung:

Erste Erkenntnisse aus dem Spring-Training
Könnte man aus den Ergebnissen der Spring-Training-Spiele irgend etwas ableiten, so wären die Aussichten für die Kansas City Royals rosig: Mit 4:0 Siegen (und einem Unentschieden) führen sie die Tabelle der Cactus League an. Auch die Boston Red Sox hatten einen starken Start, sie stehen in der Grapefruit League vorne mit 6:1 Siegen. Nichts zu holen war bislang für die Pittsburgh Pirates, sie bringen es nach fünf Spielen nur auf ein Unentschieden und vier Niederlagen.

Interessant zu sehen fand ich vor allem die beeindruckende Frühform von Mets-Pitcher Noah Syndergaard, der gegen die Astros zwei perfekte Innings absolvierte und es auf Pitch-Geschwindigkeiten von über 100 mph brachte. Besondere Aufmerksamkeit wurde zudem dem Debüt von Shohei Ohtani für die Los Angeles Angels zuteil. Sein erster Auftritt als Pitcher gegen die Milwaukee Brewers war eher durchwachsen: In 1 1/3 Innings gelangen ihm zwei Strikeouts, er erlaubte aber zwei Hits, einen Walk und zwei Runs, darunter einen Homerun. Besser lief es für Ohtani zwei Tage später, als er gegen die San Diego Padres erstmals als Batter zum Einsatz kam: Mit zwei Walks und einem RBI-Single nutzte er seine drei Plate Appearances nahezu bestmöglich.

Bedauerlicherweise sind auch schon die ersten Verletzungen zu beklagen. Am schlimmsten erwischt hat es Brent Honeywell, ein Top-Pitching-Prospect der Tampa Bay Rays. Für ihn wird dieses Jahr nichts aus dem ersehnten Durchbruch in der MLB, denn er hat sich ein Band im Ellbogen gerissen und muss sich nun der Tommy-John-Surgery unterziehen. Das bedeutet für ihn eine Pause bis Mitte 2019. Auch für Will Middlebrooks von den Philadelphia Phillies ist die Saison wahrscheinlich gelaufen. Er stieß beim Fielden eines Flugballs so unglücklich mit einem Teamkollegen zusammen, dass er sich ein Bein brach.

Neue First Basemen für Royals und Twins
Die beiden wichtigsten Neuverpflichtungen der Woche betreffen beide die erste Base: Lucas Duda wird dort seinen neuen Arbeitsplatz bei den Kansas City Royals einnehmen. Er erhält einen Einjahresvertrag über 3,5 Millionen Dollar und spielt nun ausgerechnet bei dem Team, gegen das ihm in der World Series 2015 ein folgenschwerer Error unterlaufen war, welcher die Niederlage seines damaligen Teams New York Mets eingeleitet hatte. Aber keine Sorge, liebe Royals-Fans: Duda ist ein guter Griff, meiner bescheidenen Ansicht nach sogar ein echtes Schnäppchen, da er seinem sehr viel teureren Vorgänger Eric Hosmer weder im Feld noch an der Platte in irgendetwas nachsteht.

Auch die Minnesota Twins haben einen neuen First Baseman gefunden: Logan Morrison, zuletzt Teamkollege von Duda bei den Tampa Bay Rays, unterschreibt für zunächst ein Jahr und 5,5 Millionen Dollar. Eine Option auf ein weiteres Jahr für 8 Millionen aktiviert sich automatisch, wenn Morrison in diesem Jahr 600 Plate Appearances erreicht. Diese Marke zu erreichen wird schwer, denn auf seiner Stammposition wird Morrison nur Ersatz hinter Joe Mauer sein. Man kann aber davon ausgehen, dass er regelmäßig als Designated Hitter auflaufen wird.

Nachsitzen für Martinez und die Red Sox
Schon letzte Woche hatte ich hier den Deal zwischen OF/DH J. D. Martinez und den Boston Red Sox verkündet. Dieser ist inzwischen bestätigt, doch die beiden Verhandlungspartner mussten noch mal nachsitzen. Der Grund waren Röntgenaufnahmen von einer Fußverletzung, derentwegen Martinez letztes Jahr sechs Wochen pausieren musste und die wohl dauerhafte Spuren hinterlassen hat. Die Red Sox wollten sich in den Nachverhandlungen dagegen absichern, einen Haufen Geld zu verlieren, falls sich langfristige Spätfolgen der Verletzung zeigen. Daher einigte man sich, dass Martinez‘ Gehalt sich 2021 und 2022 deutlich reduziert, falls es zu nennenswerten Ausfallzeiten im Zusammenhang mit dieser Sache kommt. Im Gegenzug hat Martinez nun nicht mehr nur nach dem dritten, sondern auch nach dem zweiten und dem vierten Jahr die Option, aus dem Vertrag auszusteigen.

Weitere Signings und Trades
Hier noch ein paar kleinere Rostermoves aus den letzten Tagen:

Die Detroit Tigers ergänzen ihr Pitching-Personal um Francisco Liriano. Für einen Einjahrsvertrag über 4 Millionen Dollar wird der 34-jährige Linkshänder entweder den Bullpen der Tigers verstärken und/oder bei Bedarf Einsätze als Starter bekommmen.

Outfielder Corey Dickerson, den die Tampa Bay Rays letzte Woche designated hatten, wurde zu den Pittsburgh Pirates getradet. Im Gegenzug wechseln Reliever Daniel Hudson, Infield-Prospect Tristan Gray und eine nicht näher bezifferte Geldsumme nach Tampa.

Einen Tag zuvor hatten die Pirates sich mit Outfielder Michael Saunders auf einen Minor-League-Vertrag mit Major-League-Option geeinigt. Nach dem Dickerson-Trade sah Saunders jedoch seine Chancen auf einen Platz im Team deutlich geschmälert und bat daher die Pirates, den Vertrag wieder aufzulösen. Dieser Wunsch wurde ihm gewährt und gab ihm die Freiheit, stattdessen – ebenfalls im Rahmen eines Minor-League-Vertrages – bei den Kansas City Royals anzuheuern.

Auch Reliever Seung-hwan Oh einigte sich diese Woche mit zwei verschiedenen Teams: Zuerst nahm er ein Angebot der Texas Rangers an, die ihm einen Einjahresvertrag über 2,75 Millionen Dollar offerierten. Bei der medizinischen Untersuchung fiel Oh jedoch aus unbekannten Gründen durch und die Rangers zogen ihr Angebot zurück. Oh unterschrieb daraufhin bei den Toronto Blue Jays für ein Jahr und 1,75 Millionen. Auch bei den Blue Jays gehört natürlich eine medizinische Beurteilung zum Prozess des Vertragsabschlusses, doch offenbar waren die Bedenken in Toronto geringer. Eine Sicherheit hat man trotzdem eingebaut: Ein zweites Vertragsjahr, für das Oh 2,5 Millionen Dollar erhalten würde, tritt nur in Kraft, wenn er es im ersten Jahr auf mindestens 70 Einsätze bringt.

Ein alter Bekannter ist zurück in Cleveland: Die Indians verpflichten Mike Napoli im Rahmen eines Minor-League-Vertrages. Ein Rosterspot für das MLB-Team ist für ihn nicht in Sicht, da die erste Base mit Edwin Encarnacion und Yonder Alonso gut besetzt ist. Aber den Minor-League-Kontrakt ist Napoli als Absicherung für Verletzungen sowie als Mentor für junge Spieler sicher wert.

Und noch ein alter Bekannter ist wieder da: Pitcher Tim Lincecum hatte seine besten Zeiten mit den San Francisco Giants, für die er 2008 und 2009 den Cy-Young Award holte und 2013 und 2014 No-Hitter warf. Diverse Verletzungen beeinträchtigten seine Karriere und ein Comeback-Versuch bei den Los Angeles Angels misslang 2016 gründlich mit nur neun Einsätzen und einem ERA von 9.16. Doch Lincecum hat nie aufgegeben und konnte bei einem Tryout vor mehreren Teams letzte Woche offenbar überzeugen. Die Texas Rangers verpflichten ihn für 1 Million Dollar zuzüglich Leistungsprämien für ein Jahr. Er wird voraussichtlich aus dem Bullpen eingesetzt werden und die Chance erhalten, sich um die Rolle des Closers zu bewerben.

Saisoneröffnung 2019 in Tokio 
Die letzte Nachricht für heute wird erst in einem Jahr relevant: Die MLB-Saison 2019 soll in der japanischen Hauptstadt Tokio eröffnet werden. Aller Voraussicht nach werden es wie schon 2012 wieder die Oakland Athletics und die Seattle Mariners sein, die eine Zwei-Spiele-Serie im Tokyo Dome spielen. Es wird das achte Mal sein, dass die MLB reguläre Saisonspiele außerhalb der USA und Kanadas stattfinden lässt. Bislang war die Liga zweimal in Mexiko (1996 und 1999) zu Gast, viermal in Japan (2000, 2004, 2008, 2012) und einmal in Australien (2014). Als nächstes Ziel ist vor allem die Dominikanische Republik im Gespräch, aber auch in Mexiko soll es in den nächsten Jahren wieder MLB-Spiele geben und vielleicht auch in London.

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Februar 22nd, 2018 by Dominik

Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Zum ersten Mal in dieser zu Ende gehenden Offseason kann man sagen, dass es in den letzten Tagen mit Free-Agent-Verpflichtungen und Trades Schlag auf Schlag ging. Offensichtlich fühlen sich einige Teams nun doch unter Druck, vor dem Beginn der Spring-Training-Spiele noch den Kader zu komplettieren. Die Verträge, die zum Beispiel Eric Hosmer und J. D. Martinez unterschrieben haben, machen jedenfalls nicht den Eindruck, als wären es die Spieler gewesen, die am Ende des Verhandlungsmarathons klein beigegeben haben.

Auch die Ligaführung ist endlich zu Potte gekommen und hat bekannt gegeben, welche Regeländerungen zur neuen Saison in Kraft treten werden. Erwartungsgemäß dreht sich dabei alles um das Ziel, das Spiel zu beschleunigen. Wenigstens wurde auf die Einführung einer Pitch-Clock verzichtet.

Start der Spring-Training-Spiele
Gestern gab es schon die erste Baseball-Action mit einem Freundschaftsspiel der Arizona Diamondbacks gegen die Arizona State University. Erwartungsgemäß gewannen die Diamondbacks 6:2, Major Leaguer kamen allerdings kaum zum Einsatz. Heute gibt es ein paar weitere Spiele von MLB-Teams gegen Colleges in Florida, am morgigen Freitag geht es dann richtig los mit den ersten Spring-Training-Spielen der Cactus League (Arizona) und der Grapefruit League (Florida). Viele der Spiele werden auf mlb.tv übertragen. Es sind nur Vorbereitungsspiele und die Ergebnisse letztlich egal, aber ich mag das Spring Training und schalte gerne rein, weil es eine schöne Gelegenheit ist, die MLB-Spieler mal wieder in Aktion zu sehen und sich ein erstes Bild von dem einen oder anderen Prospect zu machen.

Die Liga drückt aufs Tempo
Kurz vor Saisonstart hat die MLB eine ganze Reihe von Regeländerungen festgelegt, die dem von Commissioner Rob Manfred ausgegebenen Ziel dienen sollen, die durchschnittliche Spieldauer zu verkürzen. Die von vielen Spielern gefürchtete Pitch-Clock wird vorerst nicht eingeführt, dafür stimmte die Spielergewerkschaft MLBPA zwei anderen Maßnahmen zu: Die erste und wichtigste Änderung besteht darin, dass Besuche auf dem Mound auf sechs pro Spiel begrenzt werden, egal ob von Trainern und Spielern. Geht ein Spiel in Extra-Innings, ist pro Inning ein weiterer Mound-Besuch erlaubt. Mound-Besuche, die der Auswechslung eines Pitchers dienen, werden dabei nicht mitgezählt. Der zweite Mound-Besuch eines Trainers innerhalb eines Innings bedeutet nach wie vor automatisch die Auswechslung des Pitchers. Das gleiche gilt nun auch für jeden anderen Mound-Besuch, der über die erlaubte Anzahl hinaus geht.

Ebenfalls begrenzt wird die Zeit der Pausen zwischen den (Halb-)Innings sowie bei Pitcherwechseln. Diese dürfen ab sofort höchstens 2:05 Minuten dauern, wenn ein Spiel nur lokal im TV übertragen wird, 2:25 Minuten bei landesweiten Übertragungen und 2:55 Minuten bei Playoff-Spielen. Diese Regeländerung finde ich so überraschend wie erfreulich, denn sie läuft eine Kürzung der Werbepausen hinaus.

Eric Hosmer zu den Padres
Für First Baseman Eric Hosmer hat sich das lange Warten gelohnt: Er hat sich mit den San Diego Padres auf einen Vertrag geeinigt, der ihm in den kommenden acht Jahren 144 Millionen Dollar einbringen wird. Diese setzen sich zusammen aus einem Unterschriftsbonus von 5 Millionen, je 20 Millionen für die ersten fünf Jahre und je 13 Millionen für die drei folgenden Jahre. Obendrein konnte Hosmers Agent Scott Boras für seinen Klienten aushandeln, dass dieser nach fünf Jahren die Möglichkeit hat, aus dem Vertrag auszusteigen. Meiner Ansicht nach ist es eine Wahnsinnsleistung des Agenten, einen so vorteilhaften Vertrag für einen 28-Jährigen herauszuholen, der bislang vor allem durch jährlich schwankende Leistungen aufgefallen ist. Um genau zu sein, haben sich in Hosmers Karriere bislang gute und schlechte Jahre konsequent abgewechselt. Das gilt jedenfalls für die Offense. Seine Defense hingegen war durchgehend unterdurchschnittlich. Mit -8.7 UZR und -13 DRS war er in den letzten beiden Jahren einer der schlechtesten First Basemen der Liga – und trotzdem gewann er 2017 bereits seinen vierten Gold Glove. Es ist manchmal schon seltsam, wie um einige Spieler ein Hype entsteht, der ihnen Auszeichnungen und Monsterverträge bringt, ohne dass diese durch tatsächliche Leistungen erklärbar wären. Ich habe keine Ahnung, was die Padres geritten hat, ausgerechnet für Hosmer ihr Konto zu plündern.

J. D. Martinez und die Red Sox finden zueinander
Dass die Boston Red Sox an J. D. Martinez interessiert sind, war buchstäblich seit Monaten allgemein bekannt. Dennoch dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis der Deal in trockenen Tüchern war, da beide Seiten offenbar hart und geduldig verhandelten und sich zwischendurch auch mal öffentlich übereinander beschwerten. Nun haben sich der 30-jährige Slugger – auch er wird übrigens von Scott Boras vertreten – und der Klub also endlich geeinigt: Der Vertrag läuft über fünf Jahre, bringt Martinez 110 Millionen Dollar ein und gibt ihm die Chance, nach drei Jahren zu kündigen. Aller Voraussicht nach wird Martinez eher selten im Outfield spielen, wo Mookie Betts, Jackie Bradley Jr. und Andrew Benintendi ihre Stammplätze haben, sondern meistens als DH eingesetzt werden. Dort klaffte seit dem Karriereende von „Big Papi“ David Ortiz eine Lücke, die Hanley Ramirez allenfalls mittelmäßig ausfüllte. Ramirez wird sich nun vermutlich mit Mitch Moreland an der ersten Base abwechseln. Das gilt jedenfalls solange sich keiner der regulären Outfielder verletzt; in dem Fall würde Martinez dort einspringen und Ramirez wieder als DH übernehmen.

Haufenweise weitere Signings und Trades
Neben den beiden großen Fischen Hosmer und Martinez gab es in den letzten Tagen eine ganze Reihe weiterer Vertragsabschlüsse, die ich wenigstens mal kurz erwähnt haben möchte, auch wenn ich nicht ausführlich auf jeden davon eingehen kann:

Die Baltimore Orioles ergänzen ihre Starting Rotation mit Andrew Cashner (2 Jahre, 16 Millionen, mit Option auf ein drittes Jahr) und mit Rückkehrer Chris Tillman (1 Jahr, 3 Millionen Dollar). Mit Colby Rasmus kommt zudem eine linkshändige Alternative fürs Outfield über einen Minor-League-Vertrag nach Baltimore.

Die Minnesota Twins haben sich ebenfalls zwei Ergänzungs-Starter gesichert: Anibal Sanchez bekommt für einen Einjahresvertrag 2,5 Millionen Dollar, die er durch leistungsbezogene Vereinbarungen verdoppeln kann. Für Jake Odorizzi wird Minor-League-Shortstop Jermaine Palacios zu den Tampa Bay Rays geschickt. Odorizzi bringt einen Einjahresvertrag über 6,3 Millionen Dollar mit und bleibt für ein weiteres Jahr per Arbitration an die Twins gebunden.

Auch die New York Mets holen sich mit Jason Vargas einen weiteren Starter; sein Vertrag ist quasi eine Kopie von dem, den Cashner bei den Orioles unterschrieben hat: zwei Jahre, 16 Millionen Dollar und ein optionales drittes Jahr.

Für ein Jahr und 8 Millionen Dollar geht SP Jaime Garcia zu den Toronto Blue Jays. Auch sie haben sich die Option gesichert, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern.

SP Edinson Volquez kehrt, zunächst nur im Rahmen eines Minor-League-Vertrages, zurück zu den Texas Rangers. Er hofft, 2019 noch mal den Sprung in die MLB zu schaffen, wenn er seine aktuelle Verletzung auskuriert hat. Einen weiteren Minor-League-Vertrag vergeben die Rangers an Pitcher Jesse Chavez; sollte er im Spring Training einen Platz in der Rotation oder im Bullpen erobern, wird er dieses Jahr 1,5 Millionen Dollar verdienen.

Reliever Tony Watson verstärkt die San Francisco Giants für 7 bis 9 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren, der Klub hat die Option auf ein weiteres Jahr.

Auch die Washington Nationals ergänzen ihren Bullpen, zu ihnen kommt der 40-jährige Joaquin Benoit (1 Jahr, 1 Million).

Die Arizona Diamondbacks waren bei ihrer Suche nach Hilfe für das Outfield wohl auch an J. D. Martinez interessiert, doch nachdem dieser sich mit den Red Sox einig wurde, handelten sie schnell: Nach Arizona kommt nun Jarrod Dyson, der für zwei Jahre 7,5 Millionen Dollar erhält.

Auch die Miami Marlins sichern sich einen zusätzlichen Outfielder: Nach 2008 bis 2010 wird Cameron Maybin nun zum zweiten Mal in seiner Karriere für die Marlins spielen. Für seinen Einjahresvertrag erhält er 3,25 Millionen Dollar.

Die Tampa Bay Rays haben überraschend Outfielder Corey Dickerson designated for assignment. Als Ersatz kommt Carlos Gomez (1 Jahr, 4 Millionen), der außer im Outfield auch als DH zu Einsätzen kommen könnte. Zudem haben die Rays 1B C. J. Cron gegen Cash oder einen später zu benennenden Spieler von den Los Angeles Angels geholt.

Die Angels wiederum tun etwas für die Tiefe ihres Outfields mit der Verpflichtung von Chris Young (1 Jahr, 2 Millionen) und einem Trade für Jabari Blash, für den die New York Yankees ebenfalls Cash oder einen später zu benennenden Spieler erhalten. Einen Minor-League-Vertrag bei den Angels erhält 1B Chris Carter. Bei Bedarf wird dieser zu einem Major-League-Kontrakt über ein Jahr und 1,75 Millionen umgewandelt.

Infield-Allrounder Eduardo Nunez wird bei den Boston Red Sox bleiben: Für 4 Millionen Dollar verlängert er seinen Vertrag zunächst um ein Jahr und hat dann die Option auf seiner Seite, ein weiteres Jahr für weitere vier Millionen dranzuhängen.

Zum Abschluss noch ein schön unübersichtlicher Dreiecks-Trade: 2B/3B Brandon Drury wechselt von den Diamondbacks zu den Yankees, die somit eine Absicherung für den Fall gefunden haben, dass einer der Rookies Gleyber Torres und Miguel Andujar nicht die Erwartungen erfüllt. Outfielder Steven Souza Jr. geht von den Rays zu den Diamondbacks. Minor-League-Pitcher Anthon Widener wird von den Yankees zu den Diamondbacks geschickt. Die Rays erhalten von den Yankees 2B-Prospect Nick Solak und von den Diamondbacks Pitching-Prospect Anthony Banda sowie zwei später zu bennende Spieler.

Diese Spieler sind noch zu haben
So langsam lichten sich die Reihen der Free Agents, die noch kein Team gefunden haben. Natürlich gibt es immer noch Dutzende, die auf einen Vertrag hoffen, aber die meisten von ihnen fallen in den Graubereich, aus dem heraus man mit etwas Glück einen Ein- oder Zweijahresvertrag in der MLB bekommt, sich vielleicht aber auch mit einem Minor-League-Kontrakt zufrieden geben oder über das Karriere-Ende nachdenken muss. Kandidaten, die meiner Einschätzung nach sicher noch eine Beschäftigung zu attraktiven Bedingungen finden werden, sind SP Jake Arrieta, 3B Mike Moustakas, RP Greg Holland, SP Lance Lynn und SP Alex Cobb in der ersten sowie C Jonathan Lucroy, OF Carlos Gonzalez, SP John Lackey, 1B Lucas Duda und 2B Neil Walker in der zweiten Reihe.

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Februar 8th, 2018 by Dominik

Die meisten Teams haben bereits ihre Spring-Training-Quartiere bezogen, nächste Woche geht es offiziell los mit der Vorbereitung auf die MLB-Saison 2018. Noch immer haben aber rund 120 eigentlich etablierte Spieler keinen Verein gefunden und es scheint auch niemand damit zu rechnen, dass sich das auf die Schnelle noch massiv ändert. Die Spielergewerkschaft MLBPA stellt sich jedenfalls bereits auf die besondere Situation ein, indem sie auf der Suche nach geeigneten Orten für ein eigenes Spring-Training-Camp der Free Agents ist.

Unter den Spielern regt sich Unzufriedenheit
Viele Spieler und deren Vertreter haben in den letzten Tagen ihren Ärger über die aus ihrer Sicht geizigen Klubs kundgetan. Noch sieht es nicht nach einem Arbeitskampf aus, aber es mehren sich die Anzeichen, dass bald vorgezogene Neuverhandlungen anstehen könnten. Das aktuelle Collective Bargaining Agreement (CBA), eine Art Rahmentarifvertrag zwischen der MLB und der MLBPA, wurde zwar erst vor einem Jahr neu unterzeichnet und gilt noch bis 2021. Die Spielerseite kommt aber zunehmend zu der Überzeugung, man sei mit dem Vertrag einen schlechten Deal eingegangen.

Ein Grund für die offenbar schwache Verhandlungsposition der Spieler dürfte sein, dass die Luxury-Tax-Regeln des neuen CBA die Klubs stärker zum Sparen anhalten als man vorher dachte. Selbst notorisch ausgabefreudige Franchises wie die Yankees oder die Dodgers bemühen sich, wenigstens in einzelnen Jahren unter die Schwellwerte der Luxussteuer zu rutschen. Denn bei dauerhafter Überschreitung drohen nicht mehr nur einfache Strafzahlungen sondern diese steigen mit jeder Wiederholung und gehen mit weiteren Nachteilen einher wie späteren Draftpicks oder reduzierten Budgets für internationale Spielerverpflichtungen.

In diesem Jahr scheint es den Vereinen auch deshalb leichter zu fallen, sich mit großzügigen Angeboten zurück zu halten, weil die Free-Agent-Klasse des nächsten Jahres deutlich hochkarätiger zu werden verspricht als die jetzige. Bryce Harper und Manny Machado sind dann zum Beispiel zu haben und möglicherweise auch Clayton Kershaw, der eine Opt-Out-Klausel im Vertrag hat. Selbst die reichen Teams müssen schon jetzt darauf achten, sich den Spielraum gegenüber ihrem Budget und der Luxussteuergrenze zu bewahren, wenn sie 2019 einen dieser Stars abgreifen möchten. Das kann durchaus dazu beitragen, sich dieses Jahr mit größeren Investitionen zurückzuhalten.

Andere Faktoren, über die sich zum Beispiel Spieleragent Scott Boras öffentlich beklagt hat, sind die zunehmenden Neigungen der Teams, sich von Spielern über 30 abzuwenden und stattdessen über längere Zeit Prospects zu tanken. Da mag er nicht ganz falsch liegen. Allerdings kann man wohl kaum dagegen streiken oder protestieren, dass die Teams dazulernen. Langjährige Verträge für Spieler, bei denen kaum absehbar ist, zu welchen Leistungen sie in der zweiten Hälfte des Kontrakts noch fähig sind, haben sich in den letzten Jahren allzu oft als schlechte Idee erwiesen. Und die geduldige Strategie eines Aufbaus durch selbst herangezogene Talente hat sich für Teams wie die Cubs und die Astros ganz offensichtlich bewährt und findet nun entsprechend viele Nachahmer.

Man darf jedenfalls schon jetzt gespannt sein auf die nächste Offseason, denn dann wird sich zeigen, ob sich der Trend zur Zurückhaltung der Klubs auf dem Free-Agent-Markt verfestigt oder ob sich dieses Jahr als ein durch das Aufeinandertreffen einiger Besonderheiten verursachter Ausreißer erweist.

Mets verpflichten Todd Frazier
Wenigstens ein relevanter Free Agent ist diese Woche bei einem Team untergekommen und zwar Third Baseman Todd Frazier bei den New York Mets. Die Verpflichtung passt in jeglicher Hinsicht: Frazier stammt aus New Jersey und war erklärtermaßen daran interessiert, nach seinem letztjährigen Engagement bei den Yankees weiterhin in Heimatnähe zu bleiben. Die Mets hatten dringenden Bedarf im Infield, da die Zukunft des seit zwei Jahren verletzten David Wright mehr als fragwürdig ist und die Allzweckwaffen Asdrubal Cabrera, Wilmer Flores und Jose Reyes auf der Position allesamt überfordert schienen. 2017 brachten die drei es zusammen auf üble -17 DRS auf 3B. Frazier war mit +10 DRS einer der Top-Fielder auf diesem Posten und bringt offensiv (.213/.344/.428) zusätzliche Power ins Lineup, die seinen schwachen Average aufwiegt. Frazier erhält einen Zweijahresvertrag über 17 Millionen Dollar.

Vor ein paar Wochen wäre ich nicht im Entferntesten auf die Idee gekommen, dass ich das ein paar Tage vor Beginn des Spring Trainings schreiben kann, aber es ist wahr: Die New York Mets sind eines der aktivsten Teams der Offseason. Das ist angsichts der sparsamen Eigentümer der Franchise eine echte Überraschung. General Manager Sandy Alderson ist es durch gezieltes und geduldiges Handeln gelungen, das Lineup mit verhältnismäßig wenig Geld zu ergänzen und zu verstärken – neben Frazier unterschrieben OF Jay Bruce für 39 Millionen (2 Jahre), IF Jose Reyes für 2,5 Millionen (1 Jahr) und 1B Adrian Gonzalez für 545.000 (1 Jahr). Zudem wurden Schwachstellen im Bullpen durch die Verpflichtung von Anthony Swarzak (14 Millionen, 2 Jahre) und den schon letztes Jahr eingefädelten Trade für A. J. Ramos beseitigt. Wenn jetzt noch ein solider Starter wie Lance Lynn oder Alex Cobb hinzukommt, bin ich von der Offseason der Mets aufrichtig begeistert.

Rangers sichern sich ab mit Colon
Minor-League-Signings lasse ich an dieser Stelle meistens unerwähnt, aber für ihn bin ich zu jeder Ausnahme bereit: Bartolo „Big Sexy“ Colon setzt seine Karriere fort. Der bald 45-jährige Akteur des legendärsten Homeruns aller Zeiten hat zwar kein Team gefunden, dass ihm einen MLB-Vertrag anbietet, aber er konnte einen ordentlichen Minor-League-Vertrag mit den Texas Rangers aushandeln. Colon hatte 2017 ein schwaches Jahr mit 6.48 ERA in 28 Starts für die Atlanta Braves und die Minnesota Twins. Dennoch kann er mit seiner Erfahrung und seinem Durchhaltevermögen sowohl als Mentor wie auch als Absicherung für den Fall von Verletzungen eine wertvolle Rolle spielen. Sein Engagement wird automatisch in einen Einjahresvertrag über 1,75 Millionen Dollar umgewandelt, wenn und sobald er in den 40-Mann-Kader der Rangers berufen wird.

Ein Quarterback für die Yankees
Es muss sehr an Yankees-GM Brian Cashman genagt haben, dass die Mets einen Heisman-Trophy-Gewinner in ihren Reihen haben und er nicht. Die Scharte ist nun ausgewetzt, denn in einem Trade mit den Texas Rangers haben die Yankees sich die Rechte an dem Superbowl-Champion und vierfachen Pro Bowler Russell Wilson gesichert. Warum verpflichtet ein Baseballteam einen Quarterback? Es ist im Endeffekt nicht mehr als ein Marketing-Gag, denn obwohl Wilson in seiner Collegezeit ein brauchbarer Second Baseman war und zwei Spielzeiten in der Organisation der Colorado Rockies verbrachte, strebt er nicht an, eine MLB-Karriere zu verfolgen. Also keine Angst, liebe Seahawks-Fans, Wilson wird weiterhin Football spielen. Seine Rolle bei den Yankees wird sich darauf beschränken, ein, zwei Tage im Spring Training mitzumachen und sich damit einen Kindheitstraum zu erfüllen.

Carlos Martinez unter Anklage
Unschöne Neuigkeiten von jenseits des Spielfelds gab es diese Woche über Pitcher Carlos Martinez von den St. Louis Cardinals. Gegen Martinez läuft ein Gerichtsverfahren, weil er am 4. Juli 2014 an einer gewalttätigen Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein soll. Diese begann wohl in einem Strip-Club und eskalierte dann draußen in einer Schlägerei, bei der Martinez der Anklage zufolge gemeinsam mit anderen einen Mann attackierte. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen, unter anderem eine Rückenfraktur, und klagt nun auf Entschädigungszahlungen. Mit einer Sperre durch die Liga ist nach derzeitigem Stand nicht zu rechnen: erstens weil es sich um einen Zivilprozess handelt, nicht um eine Strafanklage, zweitens weil das verschärfte Vorgehen der MLB gegenüber Vorfällen wie sexuelle Belästigung und häusliche Gewalt erst nach den hier betroffenen Ereignissen in Kraft getreten ist.

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Januar 25th, 2018 by Dominik

Wenn schon die aktuellen Stars der MLB keine Schlagzeilen in Form von Free-Agent-Signings oder Trades machen, dann müssen zumindest die von früher dafür sorgen, dass es etwas zu berichten gibt: Gleich vier Spieler werden dieses Jahr nach Wahl durch die Baseball Writers‘ Asscociation of America (BBWA) neu in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown aufgenommen. Deutschlands erster MLB-Spieler Donald Lutz wird es dorthin vermutlich nicht schaffen, aber dafür steht er am Anfang einer hoffentlich erfolgreichen Trainerkarriere. Ein paar Roster-Moves in den Big Leagues gab es diese Woche natürlich auch, aber die großen Namen kamen darin erneut nicht vor. Selbst die Gerüchteküche köchelt auf sehr kleiner Flamme – lediglich von Yu Darvish und Lorenzo Cain liest man zurzeit vermehrt, dass ihre Entscheidungen, wo sie unterschreiben werden, kurz bevor stehen sollen.

Jones, Guerrero, Thome und Hoffman sind gewählt
Am 29. Juli 2018 wird die diesjährige Hall-of-Fame-Klasse im Rahmen einer Zeremonie in Cooperstown offiziell in die Ruhmeshalle des Baseballs aufgenommen. Das ist zwar noch gut ein halbes Jahr hin, aber vergangene Nacht wurde bereits bekannt gegeben, welche Spieler die Wahlberechtigten der BBWA für die diesjährige Aufnahme auserkoren haben. Erst zum zweiten Mal seit 1955 gelang es vier Spielern auf einmal, die erforderliche 75%-Mehrheit zu erreichen.

Das beste Ergebnis erzielte gleich im ersten Jahr seiner Wählbarkeit Larry „Chipper“ Jones mit 97,2%. Der Third Baseman hatte seine Karriere 2012 nach 19 Jahren in der MLB beendet. Er brachte es auf 2.726 Hits, 468 Homeruns und einen MVP-Titel in der National League. Als Switch-Hitter brachte er es auf Karriere-Averages von über .300 von beiden Seiten der Homeplate. Jones spielte nie für ein anderes Team als die Atlanta Braves, mit denen er 1995 die World Series gewann.

Vladimir Guerrero erhielt 92,9% der Stimmen und wird damit der dritte Spieler – und gleichzeitig der erste Batter – aus der Dominikanischen Republik sein, der Aufnahme in die Hall of Fame findet. Der Rightfielder und DH blickt zurück auf 16 Jahre in der MLB, die meisten davon mit den Montreal Expos und den Anaheim bzw. Los Angeles Angels. Mit einer Karriere-Slashline von .318/.379/.553 und 449 Homeruns ist der AL-MVP von 2009 ein würdiger Hall of Famer.

Das gleiche lässt sich über Jim Thome sagen, der mit 89,8% genau wie Jones gleich im erstmöglichen Jahr in die Hall of Fame gewählt wurde. Thome absolvierte bei sechs verschiedenen Teams 22 MLB-Jahre, gut die Hälfte davon für die Cleveland Indians. Da er als 1B und 3B ein eher unterdurchschnittlicher Fielder war, spielte der Power-Hitter vor allem in der zweiten Hälfte seiner Karriere oft als DH. Mit 612 Homeruns belegt er Platz acht in der ewigen Rangliste, was für sich allein schon Rechtfertigung genug für die Aufnahme in die Hall ist; er hat aber auch die siebtmeisten Walks (1.747) aller Zeiten und dadurch eine Karriere-On-Base-Percentage von über .400 erzielt.

Trevor Hoffman war 2017 noch der große Pechvogel, als ihm mit 74% nur 20 Stimmen zur Wahl im ersten Jahr fehlten. Dieses Jahr kam er auf 79,9% und somit klar über die Schwelle. Hoffman brachte es in 18 Jahren – mehr als 15 davon für die San Diego Padres – auf 601 Saves, einen nur von Mariano Rivera übertroffenen Wert. Er wird der fünfte Reliever in der Hall of Fame sein. Der sechste wird dann übrigens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Rivera, der nächstes Jahr zum ersten Mal auf dem Stimmzettel stehen wird.

Neben Rivera dürfte Edgar Martinez als ein sicherer Tipp für die Wahl 2019 gelten. Er ist dann, nachdem er dieses Mal mit 70,4% erneut nicht den Sprung schaffte, zum zehnten und letzten Mal wählbar. In aller Regel sind die Stimmberechtigten im letzten Jahr der Wählbarkeit eines Spielers, der mehrfach nah dran war, großzügig.

Vierzehn ehemalige MLB-Spieler landeten im ersten Jahr ihrer Wählbarkeit unter der Schwelle von 5%, die ihnen eine zweite Chance im nächsten Jahr ermöglicht hätte. Der prominenteste davon ist Johan Santana. Santana pitchte nicht nur den einzigen No-Hitter in der Geschichte der New York Mets, er war mit einem ERA+ von 136 auch sonst ein sehr erfolgreicher Pitcher. Für die Kernzeit seiner Karriere von 2002 bis 2010 hatte er unter allen Startern, die in dieser Zeit mindestens 500 Innings pitchten, mit 2.89 den niedrigsten ERA. Es ist somit nicht übertrieben zu sagen, dass er der beste Pitcher seiner Generation war. Leider verkürzten Verletzungen seine Zeit in der MLB und trugen dazu bei, dass Santana auch heute nicht die Anerkennung zuteil wird, die er verdient hätte.

Giants verpflichten Austin Jackson
Die San Francisco Giants sind eines von vielleicht vier, fünf MLB-Teams, die an der Ereignisarmut dieser Offseason keine Mitschuld tragen. Eine Woche nach dem Trade für Andrew McCutchen haben die Giants nun in Austin Jackson einen weiteren Outfielder verpflichtet. Der 31-Jährige war zuletzt für die Cleveland Indians aktiv und füllte dort die Rolle eines Reserve- und Ergänzungsspielers aus, der besonders gegen linkshändiges Pitching gute Ergebnisse erzielte. Er wird in San Francisco wohl eine ähnliche Rolle spielen. Wenn die Giants nicht noch einen Centerfielder für jeden Tag verpflichten – jemanden wie Lorenzo Cain zum Beispiel –, dann dürfte ein Platoon aus Steve Duggar gegen Rechts- und Jackson gegen Linkshänder ein realistisches Szenario sein. Jackson erhält sechs Millionen Dollar für einen Zweijahresvertrag.

Randal Grichuk zu den Blue Jays 
Auch die Toronto Blue Jays arbeiten an ihrem Outfield. Letzte Woche verpflichteten sie schon den Veteranen Curtis Granderson, nun kommt nach einem Trade mit den St. Louis Cardinals noch Randal Grichuk hinzu. Der 26-Jährige war bei den Cardinals entbehrlich geworden, nachdem diese früher in der Offseason Marcell Ozuna von den Miami Marlins an Land gezogen hatten. Grichuk ist ein guter Defender, der alle drei Outfield-Positionen beherrscht, sowie ein Power-Hitter. Offensichtliche Probleme hat er bei der Plate-Disziplin: In jeder seiner bisher drei MLB-Saisons endeten rund 30% seiner At-Bats mit einem Strikeout und nur rund 6% mit einem Walk. Für Grichuk wurden Reliever Dominic Leone und Pitching-Prospect Conner Greene nach St. Louis geschickt.

Vier Reliever für die Diamondbacks
Die Arizona Diamondbacks versuchen offenbar, ihren Bullpen möglichst kostengünstig aufzurüsten: In den letzten Tagen statteten sie in Antonio Bastardo, Fernando Salas, Kris Medlen und Michael Blazek gleich vier MLB-erfahrene Reliever mit Minor-League-Verträgen aus. Wenn einer oder zwei davon es schaffen, ihre Karriere mit soliden Leistungen wiederzubeleben, dann haben die Diamondbacks ein gutes Geschäft gemacht.

Neuer Job für Donald Lutz
Der ganz große Durchbruch ist ihm als Spieler leider nie gelungen, dennoch hat Donald Lutz einen festen Platz in der Baseball-Geschichte als erster Deutscher, der es bis in die MLB schaffte. Zurzeit spielt der 28-Jährige sehr erfolgreich mit den Brisbane Bandits um die australische Meisterschaft, doch im Anschluss geht es zurück nach Amerika: Lutz steigt als Bench Coach bei den Arizona League Reds, einem Rookie-Farmteam der Cincinnati Reds, ein. Lutz war als Spieler von 2007 bis 2016 für die Reds aktiv gewesen und hatte für sie 2013 und 2014 insgesamt 62 MLB-Einsätze. Ich drücke ihm die Daumen, dass er auch als Coach Baseball-Geschichte schreibt.

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Januar 4th, 2018 by Dominik

Dies ist der erste Grand Slam am Donnerstag des Jahres 2018 und ich wünsche allseits ein sehr schönes solches. Vom Umfang her wird der Grand Slam heute leider erneut eher mickrig, denn auch im neuen Jahr will die Offseason der MLB bislang nicht richtig in Schwung kommen: Letzte Woche hatte ich hier konstatiert, dass von meinen Top-20 Free Agents nur vier bereits einen neuen Verein gefunden hatten. Zu diesen vier ist in den vergangenen sieben Tagen nur ein einziger hinzugekommen und auch über relevante Trades liest man zurzeit nicht mehr als relativ kalte Gerüchte.

Wade Davis geht nach Colorado
Für einen etablierten MLB-Pitcher ist es nie eine leichte Entscheidung, zu den Colorado Rockies zu wechseln – schließlich lässt man sich darauf ein, die Hälfte seiner Einsätze im hitterfreundlichsten Ballpark der Liga zu absolvieren und in aller Regel die eigenen Statistiken leiden zu sehen. Top-Closer Wade Davis, bisher bei den Chicago Cubs, hat sich trotzdem für die Rockies entschieden und lässt sich das natürlich ordentlich bezahlen: 52 Millionen Dollar erhält Davis für drei Jahre Baseball, das ist vom Jahresgehalt (17,33 Millionen) her ein Rekord für Reliever. Da Davis ein Qualifying Offer der Cubs abgelehnt hatte, muss Colorado für ihn einen Zweitrundenpick in der diesjährigen Draft abgeben. Mit Jake McGee, Bryan Shaw und jetzt Davis haben die Rockies ihren Bullpen ordentlich aufgerüstet und geben dafür insgesamt gut 100 Millionen Dollar an garantierten Gehältern aus.

Angebote für Hosmer und Martinez
Für zwei weitere hochkarätige Free Agents ist ein Ende der Hängepartie zumindest absehbar, denn für sie liegen lukrative Angebote auf dem Tisch. Die Boston Red Sox sollen laut Bob Nightengale von USA Today Outfielder J. D. Martinez (bisher Diamondbacks) einen Fünfjahresvertrag angeboten haben. Die Red Sox gelten schon länger als Favorit auf die Verpflichtung von Martinez, doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Der 35-jährige Martinez wird vermutlich eine um ein, zwei Jahre längere Laufzeit anstreben.

Um 1B Eric Hosmer soll es sogar ein regelrechtes Wettbieten geben, bei dem mindestens zwei Offerten für Siebenjahresverträge auf dem Tisch liegen – von seinem bisherigen Klub Kansas City Royals sowie von den San Diego Padres. Beide Angebote bewegen sich wohl in der Größenordnung um 140 Millionen Dollar.

Belästigungsvorwurf gegen Sano 
Miguel Sano, Third Baseman der Minnesota Twins, muss sich mit ernsten Anschuldigungen auseinandersetzen: Eine Fotografin bezichtigt ihn sexueller Belästigung – er soll sie 2015 nach einer Autogrammstunde bedrängt und angefasst sowie versucht haben, sie gewaltsam zu küssen. Die Vorwürfe schlagen hohe Wellen und das ist gut so. Denn wenn Sano sich tatsächlich derart verhalten hat, dann sollte er damit nicht davon kommen. Aber natürlich gilt zunächst die Unschuldsvermutung; Sano streitet die ihm vorgeworfenen Taten bislang vollständig ab.

Mariners warten am längsten
Noch eine statistische Randnotiz: Die Seattle Mariners sind das Team, das am längsten auf eine Playoff-Teilnahme wartet. In der MLB haben sie diese zweifelhafte Ehre schon seit zwei Jahren, nun haben sie sie auch in Bezug auf alle US-Sport-Major-Ligen. Das Football-Team Buffalo Bills war Rekordhalter mit 17 Jahren bis ihm am Sonntag der Einzug in die NFL-Playoffs gelang. Die Mariners warten mittlerweile seit 16 Jahren auf eine solche Gelegenheit. Ihre letzte Teilnahme an der Postseason hatten sie im Jahr 2001, als sie sensationelle 116 Spiele in der regulären Saison gewannen, aber in der ALCS an den Yankees scheiterten. Seitdem ist für Seattles Fans Warten angesagt und ich schätze, das könnte noch eine Weile so weitergehen: In einer Division mit dem amtierenden World-Series-Champion Astros sowie den Angels, die um Mike Trout herum kräftig aufgerüstet haben, dürfte es erneut schwer werden für die Mariners.

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November 12th, 2017 by Dominik

Die Free Agency läuft offiziell seit einer Woche, die großen Deals sind bislang noch ausgeblieben. Das ist nicht weiter überraschend, denn üblicherweise kommt erst ab den Winter Meetings der MLB – dieses Jahr vom 10. bis 14. Dezember in Orlando – richtig Bewegung in den Markt. Das nennenswerteste Signing der letzten Tage ist der Fünfjahresvertrag über 106 Millionen Dollar, für den Outfielder Justin Upton bei den Los Angeles Angels bleibt. Upton war kein Free Agent, er hatte aber eine Ausstiegsoption im alten Vertrag, die nun natürlich hinfällig ist.

Die diesjährige Free-Agent-Klasse umfasst verhältnismäßig viele gute Starting Pitcher, zwei Top-Closer, eine bunte Mischung aus Positionsspielern und ein japanisches Ausnahmetalent, das die Liga auf Jahre hinaus prägen könnte. Hier sind meine Top-20 der Free Agents 2017:

  1. Shohei Otani, SP/OF, Hokkaido Nippon Ham Fighters

Der 23-jährige Otani ist in aller Munde als das wohl größte Talent, das der Baseball seit einiger Zeit gesehen hat. Otani dominiert die japanische Liga sowohl als Pitcher als auch am Schlag. In der MLB würde er sicher vornehmlich als Pitcher eingesetzt, aber es wäre denkbar, dass er an Tagen zwischen seinen Starts auch als Batter aufgestellt wird – vor allem, wenn er in der American League landet und somit als Designated Hitter infrage kommt. Aufgrund seines Alters gilt Otani für die MLB als „internationaler Amateur-Free-Agent“ und kann dem aktuellen Collective Bargaining Agreement zufolge nur einen Vertrag über rund 10 Millionen Dollar bekommen – und auch das nur, wenn ein Team sein erlaubtes Budget für internationale Verpflichtungen durch Trades auf das Maximum erhöht und dieses Maximum vollständig für Otani einsetzt. Er könnte diesen Kraftakt wert sein. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass Otani bei seinem ersten Vertrag auf die eine oder andere Million verzichtet und das Team wählt, bei dem ihm die ruhmreichste Karriere winkt. Mein Tipp: Er landet bei den Yankees.

  1. Yu Darvish, SP, Los Angeles Dodgers

Auch der Rang des besten „normalen“ Free Agents ist in japanischer Hand. Yu Darvish – er kam  2011 übrigens ebenfalls von den Ham Fighters in die MLB – hatte eine World Series zum Vergessen, ist und bleibt aber ein sehr guter Pitcher. Er wird keine Probleme haben, einen langfristigen Vertrag und ein Jahresgehalt von 25 Millionen Dollar oder mehr an Land zu ziehen. Mein Tipp: Er geht zu den Cubs.

  1. J.D. Martinez, OF, Arizona Diamondbacks

Martinez kam im Juli per Trade von den rebuildenden Tigers zu den Diamondbacks und erwies sich dort als offensive Granate mit einer Slashline von .302/.366/.741 und 29 Homeruns in 62 Spielen. Mit diesen Zahlen ist er der beste auf dem Markt verfügbare Batter und es ist davon auszugehen, dass die Diamondbacks bei einem Wettbieten um Martinez‘ Dienste nicht mithalten können. Mein Tipp: Sofern die Giants nicht für Giancarlo Stanton traden, ist Martinez ihr Mann.

  1. Jake Arrieta, SP, Chicago Cubs

Arrieta hat in den vergangenen zwei Jahren 2 mph von seinem Fastball verloren und auch seine sonstigen Werte weisen einen eher absteigenden Trend auf. Dennoch ist der 32-Jährige ein verlässlicher Starter und anerkannter Führungsspieler, der mit einem Vier- bis Fünfjahresvertrag und dreistelligen Dollarmillionen rechnen darf. Die Cubs haben seit zwei Jahren erfolglos versucht, eine Verlängerung mit Arrieta auszuhandeln. Daher vermute ich, dass er auch das Qualifying Offer ablehnt und beide Seiten sich anderweitig orientieren. Mein Tipp: Die Dodgers holen ihn als Nachfolger von Darvish.

  1. Wade Davis, RP, Chicago Cubs

Auch Davis hat von den Cubs ein Qualifying Offer über 17,4 Millionen Dollar erhalten, auch er wird es voraussichtlich ablehnen und etwas Längerfristiges anstreben. Als bester Closer auf dem Markt wird er einen Vertrag in der Größenordnung der 62 Millionen für vier Jahre verlangen, die letztes Jahr Mark Melancon abgeräumt hat. Die Cubs waren bisher immer zurückhaltend mit großen Verträgen für Reliever, aber dennoch ist mein Tipp: Davis verlängert in Chicago.

  1. Eric Hosmer, 1B, Kansas City Royals

Mit 28 ist Hosmer relativ jung für einen Free Agent und mit .318/.385/.498 hat er zum richtigen Zeitpunkt offensiv die beste Saison seiner Karriere hingelegt. In einigen Rankings steht er deutlich höher als bei mir, aber für meinen Geschmack sind Hosmers Leistungen zu unkonstant, um den erhofften 200-Millionen-Dollar-Vertrag zu rechtfertigen. In Kansas City steht ein Rebuilding an, aber ich kann mir vorstellen, dass man Hosmer langfristig als Gesicht der Franchise bindet. Mein Tipp: Er bleibt.

  1. Mike Moustakas, 3B, Kansas City Royals

Genau wie seine Teamkollegen Eric Hosmer und Lorenzo Cain hat Moustakas von den Royals ein Qualifying Offer erhalten und wird es ablehnen, weil er einen langfristigen Vertrag möchte und diesen auch verdient. Er wird ihn bekommen und weil ich glaube, dass die Royals sich bereits für eine Verlängerung von Hosmer finanziell aus dem Fenster lehnen, ist mein Tipp: Moustakas wechselt zu den Atlanta Braves.

  1. Greg Holland, RP, Colorado Rockies

Holland ist die Alternative zu Wade Davis für Teams, die ihren Closer-Posten für ein paar Jahre zuverlässig besetzt wissen möchten. Im Vergleich mit Davis bringt Holland ein paar Fragezeichen mit, da er 2016 wegen Tommy-John-Surgery pausierte und 2017 nach einer dominanten ersten Saisionhälfte gegen Ende deutlich nachließ. Mein Tipp: Er lehnt das Qualifying Offer ab und verlängert für drei Jahre bei den Rockies.

  1. Jay Bruce, OF, Cleveland Indians

Bruce ist ein weiterer Spieler, der pünktlich zum Auslaufen seines Vertrages eine starke Saison hingelegt hat und nun auf einen Vertrag in der Größenordnung um 50 Millionen Dollar hoffen kann. Da Bruce während der Saison von den Mets zu den Indians getradet wurde, war ein Qualifying Offer nicht möglich. Das erleichtert einen erneuten Teamwechsel, weil ohne QO keine Draftpick-Kompensation für das abgebende Team anfällt. Mein Tipp: Er wird der Nachfolger von José Bautista bei den Blue Jays.

  1. Lance Lynn, SP, St. Louis Cardinals

Lynn kehrte 2017 erfolgreich von seiner Tommy-John-Surgery zurück und ist ein solider Innings-Eater, den man sich als Nummer zwei oder drei nahezu jeder MLB-Rotation vorstellen kann. Entsprechend groß wird die Nachfrage nach seinen Diensten sein und das Qualifying Offer der Cardinals kommt für ihn definitiv nicht infrage. Mein Tipp: Er geht nach Baltimore.

  1. Lorenzo Cain, OF, Kansas City Royals
  2. Alex Cobb, SP, Tampa Bay Rays
  3. Zack Cozart, SS, Cincinnati Reds
  4. Carlos Santana, 1B, Cleveland Indians
  5. Logan Morrison, 1B/OF, Tampa Bay Rays
  6. Addison Reed, RP, Boston Red Sox
  7. Todd Frazier, 3B, New York Yankees
  8. Jonathan Lucroy, C, Colorado Rockies
  9. Neil Walker, 2B, Milwaukee Brewers
  10. Brandon Morrow, RP, Los Angeles Dodgers

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November 9th, 2017 by Dominik

Herzlich willkommen zur ersten Offseason-Ausgabe des Grand Slam am Donnerstag in diesem Jahr. Bis es im April wieder um Spiele und Ergebnisse geht, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich aus Zeitgründen nicht in einem ausführlichen Artikel verarbeiten kann, aber zumindest mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich hiermit ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, und ich freue mich über jede weitere.

Roy Halladay und Daniel Flores sind tot
Einsteigen muss ich leider mit zwei sehr traurigen Meldungen: Roy Halladay, während seiner aktiven Zeit für Philadelphia und Toronto einer der besten Pitcher der MLB, ist im Alter von nur 40 Jahren ums Leben gekommen. Halladay brachte es von 1988 bis 2013 dreimal zum All-Star und gewann je einen Cy-Young-Award in der National und in der American League. Legendär wurde er im Jahr 2010,  als er für die Phillies ein Perfect Game in der regulären Saison und einen No-Hitter in den Playoffs warf. „Doc“ Halladay starb am Dienstag beim Absturz eines von ihm selbst gesteuerten Leichtflugzeuges in den Golf von Mexiko.
Genauso traurig ist die Geschichte von Daniel Flores: Gerade mal 17 Jahre alt wurde der Nachwuchs-Catcher, den die Boston Red Sox erst im Sommer dieses Jahres für einen Signing-Bonus von über drei Millionen Dollar aus seiner Heimat Venezuela geholt hatten. Er schien eine große Zukunft vor sich zu haben, galt als Top-10-Prospect sowohl innerhalb der Franchise als auch unter allen Catchern im US-Baseball. Flores starb laut Meldung der Red Sox an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Krebsbehandlung.

Neue Manager für sechs MLB-Teams
Ein Fünftel der MLB-Teams wird mit einem neuen Manager in die Saison 2018 gehen. Zur Erinnerung: Der Manager ist im Baseball-Sprachgebrauch die Position, die man in anderen Sportarten als Headcoach oder Cheftrainer bezeichnet.
In Detroit hat man sich für einen alten Hasen entschieden in Person von Ron Gardenhire, der von 2002 bis 2014 dreizehn Jahre lang die Minnesota Twins gemanagt hatte. Der 60-Jährige soll mit seiner Erfahrung den dringend nötigen Neuaufbau der Tigers begleiten.
Ebenfalls im Neuaufbau befinden sich die Philadelphia Phillies, die dabei auf ein ganz neues Gesicht setzen: Gabe Kapler verfügt bisher über keine Erfahrung als Manager außer einem kurzfristigen Minor-League-Engagement vor zehn Jahren, nach dem er dann doch noch bis 2011 seine Karriere als Spieler fortsetzen. Als Director of Player Development der Los Angeles Dodgers durfte der 42-Jährige in den vergangenen drei Jahren unter Beweis stellen, dass er ein gutes Händchen in der Entwicklung junger Spieler hat.
Die anderen vier Teams, die sich für einen Wechsel des Managers entschieden haben, streben keinen Neuaufbau sondern zeitnahe Erfolge an. Die Boston Red Sox erhoffen sich diese von Alex Cora, der als Bench Coach in Houston gerade die World Series gewonnen hat. Außer diesem einen Jahr Coaching-Erfahrung ist Cora in dem Metier noch ein unbeschriebenes Blatt. Er gilt aber als hervorragender Analyst und stand bei mehreren Teams auf der Kandidatenliste als Manager.
Eines dieser Teams waren die New York Mets. Sie haben sich letztlich für Mickey Callaway entschieden, den bisherigen Pitching-Coach der Cleveland Indians. In dieser Rolle hat er fünf Jahre lang sehr erfolgreiche Arbeit geleistet und sich damit für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter empfohlen. Callaway ist genau wie Kapler und Cora 42 Jahre alt, das scheint dieses Jahr ein beliebtes Einstiegsalter zu sein.
Ein paar Jahre älter, genauer gesagt 53, musste Dave Martinez werden, bevor ihm die Washington Nationals seine erste Chance als Manager auf höchster Ebene anboten. Er bringt zehn Jahre Erfahrung als Bench Coach der Tampa Bay Rays und der Chicago Cubs mit.
Die einzige derzeit noch offene Managerstelle der MLB ist die wohl begehrteste, nämlich die der New York Yankees. Etwas überraschend trennten sich die Yankees nach der Saison von Joe Girardi, der zehn Jahre lang das Zepter in der Hand gehalten und 2009 einen World-Series-Titel geholt hatte. Die Yankees haben gerade erst mit den Bewerbungsgesprächen begonnen; als erster wurde der bisherige Bench Coach Rob Thomson interviewt. Die Kandidatenliste ist noch lang, der prominenteste Name darauf ist jedoch bereits gestrichen: Alex Rodriguez hat deutlich gemacht, dass er kein Interesse an dem Job hat.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden die Gold Glove Awards für herausragende Defensivleistungen vergeben. 18 Preisträger gibt es, je einen auf jeder Position in der National League und in der American League. Besonders hervorzuheben sind 3B Nolan Arenado (Rockies), LF Jason Heyward (Cubs) und LF Alex Gordon (Royals), die jeweils schon zum fünften Mal in ihrer Karriere die Ehrung erhalten haben. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2017.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Die Finalisten für die Auszeichnungen wurden vor einigen Tagen veröffentlicht. Meine persönliche Einschätzung hatte ich Anfang September bereits abgegeben und anscheinend habe ich zumindest nicht ganz falsch gelegen, denn meine Favoriten sind allesamt noch im Rennen.

Qualifying Offers für neun Spieler
Der wichtigste Teil der Offseason ist die Free Agency, die am Sonntag offiziell begonnen hat. Ihr Startschuss ist gleichzeitig die Deadline für das Einreichen sogenannter Qualifying Offers. Neun Spieler mit auslaufendem Vertrag haben von ihrem Team ein solches Angebot erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,4 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Jeder von ihnen hat nun eine Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnt er es ab und unterschreibt woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Hier gibt es eine Übersicht über die neun Qualifying Offers dieses Jahres sowie über ein paar nennenswerte Spieler, die das Angebot nicht erhalten haben. Für Spieler, die während der gerade beendeten Saison getradet wurden, können übrigens keine Qualifying Offers abgegeben werden.

Stanton, Gordon, Yelich im Ausverkauf?
Trade- und Free-Agent-Gerüchte gibt es in dieser Zeit des Jahres mehr als man erzählen kann. Im Mittelpunkt davon stehen dieses Mal die Miami Marlins, nachdem die neue Owner-Gruppe um Derek Jeter angekündigt hat, einen massiven Umbruch einzuleiten und die Kosten des Kaders deutlich zu reduzieren. RF Giancarlo Stanton, 2B Dee Gordon und CF Christian Yelich sind die drei herausragenden Kandidaten, die gesteigertes Interesse anderer Teams hervorrufen dürften. Das gilt ganz besonders für Stanton, der dieses Jahr die meisten Homeruns (59) erzielt hat seit Barry Bonds 2001 auf dem Höhepunkt der Doping-Ära 73 gelangen. Ihn hätte sicher jeder General Manager gern im Team, allerdings kommt Stanton mit einem dicken Rucksack: Das neue Team müsste den noch bis 2028 laufenden Vertrag übernehmen, der Stanton durchschnittlich 25 Millionen Dollar im Jahr einbringt. So krank es sich anhören mag: 25 Millionen Dollar Jahresgehalt für einen Superstar sind in der MLB durchaus im normalen Rahmen. Das Problem bei der Sache ist die Verpflichtung, die teure Bezahlung noch elf Jahre aufrecht zu erhalten, ohne zu wissen ob Stanton mit 38 noch fit ist und abliefert. Ich bin relativ sicher, dass die Marlins jemanden finden, der den Vertrag übernimmt. Viel Gegenwert in Form von Prospects werden sie wegen der problematischen Vertragssituation aber nicht erwarten dürfen.

Lackey, Colon, Granderson haben noch lange nicht genug
Im Gegensatz zum letzten Jahr, als zum Beispiel David Ortiz und Alex Rodriguez ihre Karriere beendeten, hat in der laufenden Offseason noch kein ganz Großer seinen Übergang in den Ruhestand verkündet. Die Pitcher Matt Cain (Giants) und Bronson Arroyo (Reds) sind bislang die namhaftesten Neurentner des Jahres. Drei andere Kandidaten, Pitcher John Lackey (39, Cubs), Pitcher Bartolo Colon (44, Twins) und Outfielder Curtis Granderson (36, Dodgers) haben trotz fortgeschrittenen Alters und auslaufender Verträge bereits angekündigt, dass sie auch nächstes Jahr noch in der MLB zu spielen gedenken. Ich freue mich drauf.

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Mai 25th, 2017 by Dominik

Was für ein Tag ist heute eigentlich? Religiöse Menschen feiern Christi Himmelfahrt, gleichzeitig gilt der Tag aber auch in weiten Teilen des deutschsprachigen Raums als Vatertag oder – hauptsächlich in den östlichen Bundesländern – als Herrentag. Nennt ihn wie ihr wollt, auf jeden Fall ist es ein Donnerstag und da gibt es hier wie üblich den Grand Slam, den wöchentlichen Überblick zur MLB. Wenn ihr mit Lesen fertig seid, dann schnappt euch eure Freundinnen und Freunde, Kinder und sonstigen Familienmitglieder und macht einen Ausflug in den lokalen Ballpark, denn fast überall wird heute Baseball gespielt und schöner kann man einen Feiertag doch kaum verbringen, ganz egal wie er bei euch heißt.

American League
Die American League East bleibt neben der NL West die Highlight-Division der MLB. Dem tut auch keinen Abbruch, dass die New York Yankees (27-17) und die Baltimore Orioles (25-20) diese Woche mehr Spiele verloren als gewonnen haben. Im Gegenteil, das erlaubte den Boston Red Sox (24-21) den Anschluss an die Spitze herzustellen und aus dem bisherigen Zwei- einen Dreikampf zu machen.

Quasi täglich rechne ich damit, dass die Minnesota Twins (25-18) der unvermeidlich erscheinende Einbruch ereilt, doch bislang bleibt er aus: Nach derzeit vier Siegen in Folge, darunter ein Sweep gegen die Orioles, haben sie die Führung in der AL Central sogar etwas stabilisiert, auch wenn ihnen die Cleveland Indians (24-21) nach wie vor dicht auf den Fersen sind. War letzte Woche noch die gesamte Division sehr eng beisammen, so hat sich das inzwischen etwas entzerrt, da die Detroit Tigers (22-23), die Chicago White Sox (20-25) und die Kansas City Royals (19-27) in den letzten Tagen allesamt schwächelten und momentan den Anschluss an die Twins und die Indians nicht halten können.

Die Houston Astros (31-16) haben als erstes MLB-Team in diesem Jahr 30 Siege erreicht und führen nach wie vor souverän die AL West an. Dennoch brachte diese Woche mehrere Rückschläge für die Astros, denn zum einen wurden sie in der Serie gegen die Indians zum ersten Mal in diesem Jahr gesweept und zum anderen mussten sie ihr Pitching-Ass Dallas Keuchel auf die Verletztenliste setzen. Es sieht momentan aber ganz danach aus, dass Keuchel schon am kommenden Wochenende wieder dabei sein kann und auf die verlorene Serie antworteten die Astros direkt mit einem Sweep gegen die Tigers. Ernsthafte Verfolger hat Houston bislang noch nicht, aber mit den wiedererstarkten Texas Rangers (24-23) und den überraschend soliden Los Angeles Angels (25-24) weisen immerhin zwei weitere Teams der Division eine positive Bilanz auf. Die Oakland Athletics (21-25) und nach der jüngsten Serie von fünf Niederlagen auch die Seattle Mariners (20-27) sind schon recht abgeschlagen.

National League
Es tut mir in der Seele weh, aber zurzeit habe ich den Eindruck, dass ich – obwohl erst gut ein Viertel der Saison vorbei ist – für den Rest des Jahres immer nur das Gleiche über die National League East zu sagen habe: Die Washington Nationals (28-17) spulen routiniert ihr Programm ab und langweilen sich dabei ein bisschen, denn die anderen Teams der Division sind derzeit schlichtweg nicht konkurrenzfähig – entweder weil sie wie die Atlanta Braves (20-24) und die Philadelphia Phillies (15-29) in der Entwicklung ihres Rosters generell noch nicht so weit sind oder weil sie wie die New York Mets (19-25) extrem von Verletzungen gebeutelt werden oder weil sie die Miami Marlins (16-29) sind, bei denen beide Faktoren zutreffen und sich mit massiver Plan- und Richtungslosigkeit der Franchise paaren.

Was die Minnesota Twins in der American League sind, sind die Milwaukee Brewers (25-21) in der National League: ein Team, das eigentlich mitten im Rebuild steckt, sich aber erstaunlich stark und erstaunlich konstant an der Spitze hält, in diesem Fall an der der NL Central. Je drei Siegen gegen die Mets und die Padres sowie einem Split mit den Cubs folgte nun zwar ein gegen die Blue Jays erlittener Sweep, der die Führung der Bewers vor den St. Louis Cardinals (23-20) und den Chicago Cubs (24-21) aber noch nicht gefährdete. Deutlich abgerutscht ist hingegen das zweite überraschend stark gestartete Team, die Cincinnati Reds (22-24), die sich nach neun Niederlagen aus den letzten zwölf Spielen nur noch knapp vor dem derzeitigen Schlusslicht Pittsburgh Pirates (21-26) halten.

Für die NL West erwartet zwar fast jeder, mich selbst eingeschlossen, dass über kurz oder lang die Los Angeles Dodgers (27-20) sich als die konstanteste Größe im derzeitigen Führungstrio erweisen, aber noch gibt es dafür keine sichtbaren Anzeichen, denn sowohl die Colorado Rockies (31-17) als auch die Arizona Diamondbacks (29-19) befinden sich schon wieder auf Siegesserien. Die San Francisco Giants (20-28) scheinen mit acht Siegen aus den letzten zwölf Spielen, darunter eine Serie von fünf gewonnenen Partien hintereinander, so langsam in Tritt zu kommen. Von einer Aufholjagd zu sprechen, wäre derzeit noch übertrieben; aber zumindest setzen sich die Giants inzwischen deutlich von den San Diego Padres (17-31) ab, dem momentan schlechtesten Team außerhalb der NL East.

Szene der Woche
Zugegeben, mit Baseball hat meine Szene der Woche nicht viel zu tun, aber mit irgendwas muss man sich ja während einer zweistündigen Regenpause beschäftigen. Die Bullpens der Chicago Cubs und der Milwaukee Brewers nutzten die Unterbrechung des Spiels am Freitag, um sich und die ausharrenden Zuschauer mit einem lustigen Tanzwettbewerb bei Laune zu halten. Joachim Llambi wäre ob der dargebotenen Künste wohl nicht gerade vor Begeisterung vom Stuhl gefallen, aber ich habe mich köstlich amüsiert.

Statistik der Woche 
8. In so vielen Spielen hintereinander hat Red-Sox-Pitcher Chris Sale jeweils eine zweistellige Anzahl von Strikeouts erzielt. Damit hat er seinen eigenen, mit Pedro Martinez geteilten Rekord von 2015 eingestellt. Übertreffen konnte er ihn aber nicht, denn letzte Nacht endete die Serie, als Sale beim 9:4-Sieg gegen die Texas Rangers nur sechs Strikeouts gelangen.

Spiel der Woche
Die San Francisco Giants haben dieses Jahr bislang nicht allzu viele Highlights produziert, aber der Sieg bei den St. Louis Cardinals vom Samstag war auf jeden Fall eines: Volle zwölf Innings lang gelang es San Francisco nicht, auch nur einen einzigen Runner in Scoring Position, also auf die zweite Base oder weiter zu bringen – das hatte seit 1990 kein anderes Team „geschafft“. Im dreizehnten Inning fanden die Giants dann doch noch ihre Bats. Mit drei Singles hintereinander wurden die Bases geladen und der 21-jährige Rookie Christian Arroyo brachte am Ende eines 12-Pitch-At-Bats einen Double an und damit die ersten zwei Runs des 3:1-Erfolges nach Hause. Erwähnen sollte man noch die starken Auftritte der beiden Starter Jeff Samardzija (Giants) und Carlos Martinez (Cardinals): Es war das erste Spiel in diesem Jahr, in dem beide Starter mindestens acht Innings durchhielten und keine Runs erlaubten.

Spiel der kommenden Woche
Letzte Woche habe ich an dieser Stelle ordentlich daneben gegriffen, denn ausgerechnet das von mir als Einschalttipp gewählte Spiel der Cubs gegen die Brewers wurde wegen schlechten Wetters abgesagt. In der Hoffnung, dass sich meine Empfehlung nicht wieder als schlechtes Omen erweist, lege ich euch für diese Woche das Gipfeltreffen der AL East zwischen den New York Yankees und den Baltimore Orioles ans Herz. Das europafreundlichste Spiel der Serie ist gleich das erste am Montag um 19:05 Uhr unserer Zeit. Die Starting Pitcher werden voraussichtlich Luis Severino (3.11 ERA) für die Yankees und Dylan Bundy (2.92 ERA) für die O’s sein.

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Februar 2nd, 2017 by Dominik

Dafür, dass noch einige interessante Leute wie Catcher Matt Wieters, 1B/DH Mike Napoli, 1B Chris Carter oder die Reliever Sergio Romo, Boone Logan, Fernando Salas und Jerry Blevins ohne Vertrag sind, ist es auf dem Free-Agent-Markt knapp zwei Wochen vor dem offiziellen Trainingsauftakt der Teams erstaunlich ruhig geworden. Carter überlegt wohl sogar schon ernsthaft, nach Japan zu wechseln. Die größte MLB-Schlagzeile der letzten Tage war unterdessen eine Geschichte, die mit Sport nur indirekt zu tun hat. Hier die wichtigsten Neuigkeiten seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag:

Cardinals für Hackerangriff bestraft
Es klingt nach Stoff für ein Buch oder einen Film, ist aber tatsächlich so passiert: Ein hochrangiger Mitarbeiter der Scouting-Abteilung der St. Louis Cardinals hat sich über Jahre hinweg in die Datenbanken der Houston Astros eingehackt, um Erkenntnisse über Talente zu stehlen. Laut einem schon letztes Jahr ergangenen Urteil gegen den geständigen Mitarbeiter, Chris Correa, hat dieser sich 48-mal innerhalb von zweieinhalb Jahren Zugang zum Netzwerk der Astros verschafft und dabei fünf verschiedene Accounts von Astros-Mitarbeitern missbraucht. Correa wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe von den Cardinals entlassen und sitzt nun eine 46-monatige Haftstrafe ab.
Die MLB hat sich mit der Entscheidung über ihre eigenen Disziplarmaßnahmen gegenüber dem Team Zeit gelassen, weil man auf den Inhalt gerichtlicher Dokumente wartete. Diese sollten Aufschluss darüber geben, ob Correa allein und in eigener Verantwortung gehandelt hat. Tatsächlich scheint dies nach allen vorhandenen Erkenntnissen der Fall gewesen zu sein, sodass die nun verkündete Strafe für die Cardinals einigermaßen glimpflich ausfällt: 2 Millionen Dollar und ihre beiden höchsten Draftpicks müssen sie abgeben und zwar direkt an den Geschädigten, also die Houston Astros.

Rekordvertrag für Carlos Martinez
Den Gürtel deutlich enger schnallen müssen die Cardinals aufgrund der Strafe offensichtlich nicht: Mit dem 25-jährigen Starter hat man sich mehreren Berichten zufolge auf eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre geeinigt, für die Martinez etwas mehr als 50 Millionen Dollar erhalten soll. Das ist an sich kein ungewöhnlicher Vertrag für einen vielversprechenden Pitcher, der schon zwei gute MLB-Saisons gespielt hat – bemerkenswert ist der Deal aber deshalb, weil Martinez noch für drei der fünf Jahre arbitration-eligible gewesen wäre, d. h. die Cardinals hätten ihn in diesen drei Jahren über das in der MLB übliche Schiedsverfahren voraussichtlich deutlich günstiger beschäftigen können. Für einen Spieler im ersten Arbitration-Jahr stellt der neue Vertrag, wenn er so zustande kommt, einen Rekord dar. Die Cardinals greifen also tief in die Tasche, um sich Martinez als einen Eckpfeiler des Teams bis 2022 zu sichern. Voraussichtlich wird der Vertrag noch ein bis zwei optionale Jahre enthalten; das würde ihn jedenfalls aus Teamsicht verständlicher machen.

Brandon Moss zu den Royals
Eine der wenigen relevanten Free-Agent-Verpflichtungen der letzten Tag ist Brandon Moss, der bei den Kansas City Royals für zwei Jahre und 12 Millionen Dollar unterschreiben soll. Moss ist Outfielder, allerdings kein besonders guter Defender, daher wird er wohl hauptsächlich als DH auflaufen. Mit einer Karriere-Slashline von .241/.319/.455 ist Moss in erster Linie ein Power-Hitter und hat als solcher sicher seinen Wert, aber gegenüber seinem nach Toronto abgewanderten Vorgänger Kendrys Morales stellt er eine klare Verschlechterung dar.

Blue Jays holen Lefty J. P. Howell
Apropos Toronto: Die Blue Jays haben meiner bescheidenen Ansicht nach eine nicht überragende, aber doch ganz ordentliche Offseason: Mit den Neuverpflichtungen Morales und Steve Pearce sowie der Weiterbeschäftigung von Jose Bautista wurde sichergestellt, dass sich das Lineup gegenüber dem letzten Jahr zumindest nicht verschlechtert. Der größte bisher noch ausstehende Bedarf war ein linkshändiger Reliever und auch der wurde in Person von J. P. Howell nun an Land gezogen. Howell hatte 2016 bei den Dodgers ein schwaches Jahr (4.09 ERA) und wirft insofern die Frage auf, ob er in der Lage ist, an seine deutlich erfolgreichere Zeit von 2013 bis 2015 (1.97 ERA) anzuknüpfen. Für einen Einjahresvertrag über 3 Millionen Dollar ist das Risiko jedenfalls überschaubar und diese Zahlen unterstreichen, dass es für die Blue Jays vernünftig war, nicht in ein Wettbieten um den bisherigen Jobinhaber Brett Cecil einzusteigen. Dieser ist den Statistiken nach nicht wirklich besser als Howell, räumte aber bei den St. Louis Cardinals einen meiner Ansicht nach absurden Vierjahresvertrag über 30,5 Millionen Dollar ab.

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