November 7th, 2019 by Silversurger

Ab heute erscheint der Grand Slam am Donnerstag wieder in seiner Offseason-Variante. Bis es Ende März wieder um Spiele, Ergebnisse und Tabellen geht, werde ich an dieser Stelle das aktuelle Geschehen rund um die MLB in kurzen Abschnitten zusammenfassen. Außerdem möchte ich noch einmal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit der Baseblog sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, aber ich freue mich nach wie vor über jede weitere.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste wichtige Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden am Sonntag die Gold Glove Awards vergeben. 18 Spieler wurden für herausragende Defensivleistungen geehrt, je einer auf jeder Feldposition in der National League und in der American League. Third Baseman Nolan Arenado (Rockies) setzte die längste Serie von Awards fort, indem er im siebten Jahr seiner Karriere zum siebten Mal die Ehrung erhielt. Auch Leftfielder Alex Gordon (Royals) erhielt seinen siebten Gold Glove, wenngleich bei ihm nicht alle direkt hintereinander kamen. Das Team mit den meisten Preisträgern in diesem Jahr sind die Arizona Diamondbacks: Pitcher Mike Leake, Shortstop Nick Ahmed und Leftfielder David Peralta bekamen einen der begehrten Handschuhe, außerdem muss man Zack Greinke zumindest halb mitzählen, da er vor seinem Wechsel nach Houston den größten Teil der Saison bei den Diamondbacks gespielt hat. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2019.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Jeweils drei Finalisten für die Titel des wertvollsten Spielers (MVP), des Rookies des Jahres, des Managers des Jahres und des besten Pitchers (Cy-Young-Award) wurden Anfang der Woche bereits veröffentlicht.

Carlos Beltran ist neuer Manager der Mets
Die New York Mets haben ihren neuen Manager gefunden: Am Montag wurde Carlos Beltran offiziell als sportlicher Leiter des Teams für die nächsten drei Jahre vorgestellt. Der 42-jährige Puerto Ricaner ist in New York bestens bekannt, nachdem er rund die Hälfte seiner 20 Jahre währenden Spielerkarriere bei den Mets und den Yankees verbrachte. Er ist somit auch mit dem besonderen Medienrummel in der Metropole vertraut – eine wichtige Voraussetzung, an der nicht zuletzt sein Vorgänger Mickey Callaway gescheitert ist. Für Beltran ist es die erste Trainerstation. Er hatte seine aktive Zeit 2017 als World Champion mit den Houston Astros beendet und war zwischenzeitlich als Berater des General Managers der Yankees, Brian Cashman, tätig. Beltrans erste Aufgabe ist nun, sich einen Trainerstab zusammenzustellen. Als Bench Coach ist sein Vor-Vorgänger Terry Collins im Gespräch, unter dem Beltran selbst noch spielte und zu dem er ein sehr gutes Verhältnis haben soll.

Royals verpflichten Matheny
Auch die Kansas City Royals haben einen neuen Manager. Sie wurden innerhalb der eigenen Organisation fündig, indem sie Mike Matheny, ihren bisherigen Berater für Spielerentwickung, beförderten. Matheny war zuletzt von 2012 bis 2018 als Manager der St. Louis Cardinals tätig gewesen. 2013 führte er die Cardinals bis in die World Series und war mit einer Bilanz von 591 Siegen und 474 Niederlagen auch sonst recht erfolgreich, bis er nach einem schwachen Saisonstart 2018 entlassen wurde. In Kansas City erwartet ihn ein Team, das sich nach dem World-Series-Sieg 2015 und dem darauf folgenden Absturz mitten im Rebuild befindet.

Giants und Pirates noch auf der Suche
Von ursprünglich acht offenen Manager-Stellen sind derzeit noch zwei unbesetzt. Relativ nah an einer Entscheidung dürften die San Francisco Giants sein. Gestern wurde bekannt, dass die Kandidatenliste inzwischen auf drei Bewerber reduziert wurde: Ex-Phillies-Manager Gabe Kapler, Astros-Bench-Coach Joe Espada und Rays-Bench-Coach Matt Quatraro. Bei den Pittsburgh Pirates wird es länger dauern. Sie wollen zuerst einen neuen General Manager anstellen, der logischerweise ein gewichtiges Wort mitreden soll bei der Auswahl des Managers. Für den GM-Posten der Pirates sind zwar schon einige Namen im Spiel, aber der Prozess wird sich noch hinziehen, nachdem erst kürzlich eine externe Agentur angeheuert wurde, um bei der Suche zu helfen.

Karriereende für Martin Prado?
Die offizielle Bestätigung steht noch aus, aber mehreren Quellen zufolge scheint Infielder Martin Prado zu beabsichtigen, seine Karriere zu beenden. Der 36-Jährige ist Free Agent, nachdem sein Dreijahresvertrag mit den Miami Marlins auslief. Diese drei Jahre waren von zahlreichen Verletzungen und eher schwachen Leistungen geprägt. Prado brachte es in dieser Zeit auf eine Slashline von nur .241/.276/.313 – weit unter dem Durchschnitt seiner durchaus beeindruckenden Karriere von .287/.335/.412. Prado spielte 14 Jahre in der MLB, die Hälfte davon bei den Atlanta Braves, den Rest bei den New York Yankees, Arizona Diamondbacks und den Marlins.

Max Kepler kommt nach Deutschland
Dass Max Kepler, der einzige deutsche MLB-Star, am 16.11. in Regensburg ein Baseball-Camp für 12- bis 14-Jährige abhalten wird, war schon eine Weile bekannt. Jetzt hat die MLB ein paar weitere Termine für seine Stippvisite im Heimatland veröffentlicht: Er wird am 15.11. in München sein, am 18.11. in Berlin und am 19.11. in Frankfurt. Die Termine sind jeweils auf eine bis zwei Stunden ausgelegt. Details wurden nicht genannt, aber angesichts der angegebenen Zeitfenster werden es wohl keine Camps sein, sondern Autogrammstunden oder Ähnliches.

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Juli 19th, 2018 by Silversurger

Das Tauziehen ist beendet: Die Zukunft von Baltimores Star-Infielder Manny Machado beherrschte in den letzten Tagen geradezu penetrant die Berichterstattung um die MLB, selbst die All-Star-Events wurden davon ein Stück weit zur Seite gedrängt. Unter anderem die Yankees, die Brewers und die Phillies sollen sich sehr um einen Deal bemüht haben, aber nun ist die Sache endlich entschieden und Machado wird für den Rest der Saison die Los Angeles Dodgers verstärken. Im Gegenzug wechselt ein Paket von fünf Prospects, darunter Outfielder Yusniel Diaz, zu den Orioles.

Ebenfalls beendet ist die Zeit von Mike Matheny als Manager der St. Louis Cardinals. Matheny war sechseinhalb Jahre für den Klub tätig. In den ersten vier Jahren unter seiner Verantwortung erreichten die Cardinals jedes Mal die Playoffs. 2016 und 2017 verpassten sie diese, und nachdem es auch in diesem Jahr zur Saisonmitte nicht allzu vielversprechend aussieht, entschied man sich, den Wechsel einzuleiten. Der bisherige Bench-Coach Mike Shildt übernimmt vorerst als Interims-Manager und hat die Chance, sich als dauerhafte Besetzung zu empfehlen.

Da wegen des All-Star-Breaks seit letzter Woche nur wenige MLB-Spiele stattgefunden haben, verzichte ich dieses Mal auf die Einzelbetrachtung der Divisionen und lege den Fokus des Grand Slams auf die drei Hauptevents der All-Star-Woche – ergänzt um einen egoistischen Einschalttipp.

MLB Futures Game 
Den Auftakt der All-Star-Woche bildete wie üblich das Futures Game. Dieses Stelldichein der vielversprechendsten Talente erfährt leider nicht die Beachtung, die es verdient. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es immer schon am Sonntag gleichzeitig mit der letzten Runde der MLB-Spiele vor dem Break stattfindet. Traditionell treten die US-amerikanischen Talente gegen die aus dem Rest der Welt an. Dieses Mal gewannen die USA 10:6, wobei das meiste Aufsehen einem Spieler des Welt-Teams zukam: Yusniel Diaz gelang es als zweiter Spieler in der Geschichte des Futures Games, in der Partie zwei Homeruns zu erzielen. Dieser Auftritt kann durchaus direkten Einfluss darauf gehabt haben, dass Diaz drei Tage später zum Kernstück des Machado-Trades wurde. Auf der anderen Seite machte der erst 18-jährige Pitcher Hunter Greene auf sich aufmerksam. Der letztjährige #2-Draftpick der Cincinnati Reds warf 27 Pitches, darunter 19 Fastballs, von denen jeder Geschwindigkeiten zwischen 100,0 und 103,1 Meilen pro Stunde erreichte. Einen davon, 102,3 mph schnell, ließ er allerdings von Luis Alexander Basabe (White Sox) über den Zaun schlagen.

Homerun-Derby
221 Homeruns wurden im diesjährigen Homerun-Derby geschlagen, mehr als je zuvor. Die meisten (55) gingen auf das Konto von Kyle Schwarber (Chicago Cubs). 21 Bälle über den Zaun gelangen Schwarber allein im Halbfinale gegen Rhys Hoskins (Philadelphia Phillies). Gewonnen hat das Derby letzten Endes aber nicht Schwarber, sondern Bryce Harper (Washington Nationals). In seinem Heimstadion behielt Harper im Finale dank eines atemberaubenden Comebacks in der letzten Minute seiner Zeit mit 19:18 die Oberhand. Ob dabei alles mit rechten Dingen zuging, ist zumindest umstritten. Denn einige der Pitches, die Harpers Papa ihm zuwarf, kamen zu früh, noch bevor der vorherige Ball gelandet war. Das entspricht nicht den Regeln, aber den Titel wird man Harper nicht aberkennen. Denn zum einen versäumten die Offiziellen, in der Situation direkt einzugreifen und zum anderen dürfte der erzielte Vorteil minimal sein, zumal Harper am Ende noch 22 Sekunden übrig hatte.

All-Star-Game
Zum sechsten Mal hintereinander hat die American League das All-Star-Game gewonnen. Das hört sich nach dauerhafter Dominanz an, doch ganz so klar ist die Sache nicht. Langfristig gesehen hat die AL erst seit dem diesjährigen Spiel genau einen Sieg Vorsprung mit 44:43 gewonnenen All-Star-Games. Und es hätte am Dienstag ohne Weiteres auch andersherum ausgehen können, denn das Spiel war durchweg knapp und wurde erst im zehnten Inning entschieden. Die Zuschauer erlebten mehr oder weniger ein zweites Homerun-Derby, denn fast alle der 8:6 Zähler fielen durch lange Bälle. Zehnmal ging der Ball über den Zaun, ein neuer All-Star-Game-Rekord. Die Entscheidung im Extra-Inning brachten Back-to-back-Homeruns der Astros-Teamkollegen Alex Bregman und George Springer.

Mein Einschalttipp
Mein USA-Urlaub neigt sich dem Ende zu, doch am Samstag steht noch der hoffentlich krönende Abschluss mit dem Derby der New York Yankees gegen meine Mets an. Das Schöne als Fan eines solchen Teams ist, dass man in das Spiel ohne jede Erwartungshaltung gehen kann. Wenn man überrascht wird, dann ausschließlich positiv, denn schlimmer als vor zwei Wochen beim 0:9 gegen die Rays kann es kaum werden. Das einzige, was meine Freude auf das Spiel trüben könnte, wäre ein Rainout, weswegen ich ständig den Wetterbericht beobachte. Momentan steht die Vorhersage bei 50% Regenwahrscheinlichkeit, also bitte Daumen drücken. Aller Voraussicht nach wird Yoenis Cespedes nach seiner Verletzung zumindest als DH zur Verfügung stehen und auch das Pitching-Matchup klingt vernünftig: Zwar werden deGrom und Severino nach ihren All-Star-Einsätzen wohl einen Tag länger geschont werden, aber Steven Matz (3.38 ERA, 4.81 FIP) und Sonny Gray (5.46 ERA, 4.34 FIP) waren nach ein paar holprigen Starts zuletzt gut drauf und dürften für ein interessantes Spiel sorgen. Matz schätze ich dabei etwas stärker ein, dafür haben die Yankees die deutlich bessere Offense am Start. Wenn ihr reinschauen wollt, schaltet ab 19:05 mitteleuropäischer Zeit auf mlb.tv oder DAZN ein. Ich sitze übrigens auf Höhe des vorderen linken Außenfelds – der Typ mit der Metskappe. 😉

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