Mai 6th, 2021 by Silversurger

Happy Birthday, Willie Mays! Eine der größten Legenden des Baseballs und das älteste lebende Mitglied der Hall of Fame feiert heute seinen 90. Geburtstag. Baseball ist so ein alter, traditionsreicher Sport und glänzt doch immer wieder mit neuen Ereignissen, die es vorher nie gegeben hat. Alec Bettinger und John Means können davon diese Woche ein Lied singen – Means in Dur, Bettinger in Moll. Ein Comeback der besonderen Art gab es am Dienstag: Nach über eineinhalb Jahren Corona-Pause wird endlich auch in den Minor Leagues wieder Baseball gespielt.

National League
Die NL East verkörpert in der bisherigen Saison sowohl Mittelmaß als auch Spannung wie keine andere Division. Für keines der beteiligten Teams haben sich bislang die hohen Erwartungen erfüllt, aber alle bleiben in ihrer Mittelmäßigkeit so eng beisammen, dass jederzeit für jeden alles drin ist. So gab es seit dem letzten Donnerstag vier verschiedene Tabellenführer: Vor einer Woche waren es die Atlanta Braves (14-16), die jetzt Dritter sind. Dann waren es die Philadelphia Phillies (16-15), die auch jetzt wieder vorne stehen. Zwischenzeitlich waren die Washington Nationals (12-14), jetzt Vierter, vorne, zeitweise gemeinsam mit den jetzt zweitplatzierten New York Mets (12-13). Die einzigen, die nie auf Platz eins standen, sind die Miami Marlins (13-16), welche aber lustigerweise auch das einzige Team der Division mit einem positiven Run Differential sind. Eine unschöne Nachricht aus Miami ist, dass Pitcher Paul Campbell positiv auf das leistungsfördernde Steroid DHCMT getestet wurde. Campbell wurde, wie in der MLB für erstmals überführte Dopingsünder üblich, für 80 Spiele gesperrt. Angesichts seiner bislang trotz Doping eher bescheidenen Leistungen (8.74 ERA in 11.1 IP) werden die Marlins den Ausfall verkraften.

Auch in der NL Central gibt es einen Führungswechsel. Nachdem die Milwaukee Brewers (17-14) vier Spiele hintereinander verloren haben, sind die St. Louis Cardinals (18-13) an ihnen vorbeigezogen. Heute Nachmittag gibt es übrigens zwei interessante Fernduelle um die Spitzen der NL East und der NL Central, wenn zum jeweiligen Serienfinale die Cardinals auf die Mets und die Brewers auf die Phillies treffen. Die Chicago Cubs (15-16) erleben bisher eine ziemliche Achterbahnfahrt, auf der es in den letzten Tagen mal wieder steil bergauf ging mit einem 3-Spiele-Sweep über die Dodgers.  

Dieser Sweep wirkt sich wiederum massiv auf das Tabellenbild der NL West aus. Die Los Angeles Dodgers (17-15) sind plötzlich nur noch Dritter. Obwohl sich ihre Gesamtbilanz mit einem Run Differential von +37 noch sehr passabel liest, kann und muss man nach elf Niederlagen in den letzten vierzehn Spielen wohl von einer Krise des Titelverteidigers sprechen. Zu allem Überfluss ist für Starter Dustin May die Saison gelaufen, er muss sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen. An der Spitze der Division stehen jetzt erstmal die San Francisco Giants (18-13), dicht gefolgt von den San Diego Padres (18-13). Eine glückliche Fügung des Spielplans will es, dass die Giants und die Padres am Wochenende dreimal gegeneinander antreten. Die Paarung gab es schon am letzten Wochenende, da behielten die Padres in San Diego mit 2:1 Siegen die Oberhand. Nun darf man gespannt sein, ob sich eines der beiden Teams absetzen kann oder ob in ein paar Tagen doch wieder die Dodgers der lachende Dritte bzw. Erste sind. Dazu müssen sie allerdings erstmal im Stadtderby bei den Angels bestehen. 

American League
Die Boston Red Sox (18-13) haben in den letzten Tagen ein bisschen geschwächelt, drei von vier Spielen gegen die Rangers verloren und eines gegen die Tigers. Noch halten sie sich an der Spitze der AL East, doch die New York Yankees (16-14) nahen durch fünf Siege in Folge mit großen Schritten und auch die Tampa Bay Rays (17-15) haben zurzeit einen starken Lauf. Knapp positiv stehen die Toronto Blue Jays (16-15), die demnächst einen Umzug im laufenden Betrieb zu bewältigen haben: Ab 1. Juni werden die Blue Jays ihre Heimspiele in Buffalo austragen. In Florida wird es nämlich zu der Jahreszeit zu warm und feucht, um dauerhaft im unüberdachten Spring-Training-Ballpark zu spielen, und das Reisen zwischen Kanada und den USA ist immer noch durch Corona stark beeinträchtigt, sodass eine Heimkehr nach Toronto weiterhin warten muss. Nicht übersehen sollte man, dass auch die Baltimore Orioles (15-16) keineswegs abgeschlagen sind – mit dem No-Hitter gegen die Mariners (siehe „Statistik der Woche“) haben sie sich gestern eindrucksvoll in Erinnerung gebracht.

Die Tabelle der AL Central zeigt eine sehr interessante Momentaufnahme: Die Cleveland Indians, die Chicago White Sox und die Kansas City Royals stehen allesamt bei 16-13 und teilen sich damit die Divisionsspitze. In den nächsten Tagen wird hier aber definitiv Bewegung reinkommen, denn zunächst spielen heute Abend noch mal die Royals gegen die Indians und dann kommen am Wochenende die White Sox für drei Spiele nach Kansas City. Chicago muss einen weiteren schweren Schlag an der Verletzungsfront verdauen: Centerfielder Luis Robert zog sich am Sonntag beim Baserunning einen Riss am Hüftmuskel zu und wird wohl drei bis vier Monate lang ausfallen. Nach Eloy Jimenez, den es kurz vor Saisonbeginn erwischte, müssen die White Sox somit auch auf den zweiten ihrer jungen Star-Outfielder für einen Großteil der Saison verzichten.

Die AL West wird nach wie vor von den Oakland Athletics (19-13) angeführt, dahinter haben die Seattle Mariners (17-15) den Rang des ersten Verfolgers von den Houston Astros (15-15) zurückgeholt. Das stärkste Team der letzten Tage waren allerdings die Texas Rangers (15-17), die von ihren jüngsten fünf Spielen vier gewonnen haben und am Wochenende die Mariners zu einer interessanten Serie erwarten. Die Los Angeles Angels (13-16) drohen nach vier Niederlagen am Stück, den Anschluss zu verlieren. Um das zu vermeiden, muss am Wochenende der eine oder andere Erfolg im Derby gegen die ebenfalls angeschlagenen Dodgers her.

Szene der Woche
Wie eingangs erwähnt, hat Brewers-Pitcher Alec Bettinger etwas „geschafft“, was es noch nie zuvor gegeben hat. Der Rekord, auf den der 25-Jährige sicher liebend gerne verzichten würde, besteht darin, in seinem ersten MLB-Spiel mehrere Grand Slams zuzulassen. Dabei war er fast schon aus dem ersten Inning entkommen, als er mit zwei Outs bei einem schwachen Groundball von Matt Beaty die erste Base abdeckte, aber beim Fangen den Kontakt zur Base verfehlte. Kurz darauf flog ihm von A. J. Pollock der erste Homerun bei geladenen Bases um die Ohren. Im zweiten Inning, wieder mit zwei Outs, wieder mit geladenen Bases, war erneut Beaty am Schlag. Dieses Mal war es ein Flyball, der gerade so den Rightfield-Zaun überwand. Das war zweimal Pech für Beaty, der insgesamt 11 Runs zuließ und damit auch den Rekord für die meisten Earned Runs in einem MLB-Debüt einstellte.

Statistik der Woche 
0. So viele Hits hat John Means beim gestrigen 6:0 der Orioles gegen die Mariners zugelassen – und übrigens genausoviele Walks, Hit-by-Pitches und Errors. Trotzdem war es am Ende „nur“ ein No-Hitter und kein Perfect Game, denn im dritten Inning kam Sam Haggerty bei einem nicht gefangenen dritten Strike auf die erste Base. Es war das erste Mal in der MLB-Geschichte, dass ein dropped 3rd Strike den einzigen Baserunner in einem nicht-perfekten No-Hitter verursachte. Interessanterweise gab es in keinem der drei No-Hitter der bisherigen Saison einen Walk: Bei Joe Musgrove am 9. April und Carlos Rodon am 14. April war es jeweils ein Hit-by-Pitch, der zwischen No-No und Perfektion stand.

Spiel der Woche
Die Chicago Cubs und die Cincinnati Reds entschieden am Sonntag kurzerhand, das Home-Run-Derby vorzuziehen. Insgesamt wurden in dem so spannenden wie unterhaltsamen Spiel zehn Bälle in ebenso vielen Innings über den Zaun geschlagen, fünf von jedem Team. Den knappen Unterschied zugunsten der Reds machte am Ende der überragende Spieler der Partie aus: Rightfielder Nick Castellanos erzielte fünf Hits in sechs At-Bats, darunter zwei Homeruns sowie den Walk-Off-Single für sein Team im zehnten Inning.

Mein Einschalttipp
Derby in Los Angeles, überkreuztes Fernduell in NL East und NL Central, Gipfeltreffen in der NL West – heute und am Wochenende warten eine Menge aufregender Spielpaarungen. Wenn ich mich für eine einzelne Partie entscheiden müsste, dann wäre es die zwischen den San Francisco Giants und den San Diego Padres am Samstag ab 22:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit – nicht zuletzt wegen des interessanten Pitching-Matchups zwischen Joe Musgrove (2.38 ERA, 2.75FIP) und Kevin Gausman (2.04 ERA, 3.23 FIP).

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Dezember 3rd, 2020 by Silversurger

Der Free-Agent-Markt der MLB entwickelt sich nach wie vor sehr träge. Was sich seit letzter Woche getan hat, habe ich im Folgenden wie üblich für euch zusammengefasst. Am nächsten Dienstag geht es übrigens los mit der Artikelserie, für die ihr euch im Wunschkonzert entschieden habt: Macht euch gefasst auf die größten Skandale der MLB-Geschichte!

Minor, May, Maile finden neue Teams
Drei nennenswerte Free-Agent-Signings gibt es diese Woche zu vermelden: Die Kansas City Royals haben sich die Dienste des linkshändigen Starters Mike Minor gesichert. Minor absolvierte 2020 für die Rangers und die Athletics insgesamt 56.2 Innings und brachte es auf einen wenig begeisternden ERA von 5.56. Die Royals setzen einen Zweijahresvertrag über 18 Millionen Dollar darauf, dass Minor zurück zu der Form findet, die er 2019 bei den Rangers gezeigt hat (208.1 Innings, 3.59 ERA).
Ebenfalls für zwei Jahre unterschreibt Reliever Trevor May bei den New York Mets. May ist ein starker rechtshändiger Strikeout-Pitcher, der den Mets neue Möglichkeiten für die Gestaltung der späten Innings gibt. Sie lassen sich die Dienste des ehemaligen Twins 15,5 Millionen Dollar kosten.
Auch die Milwaukee Brewers haben sich auf dem Free-Agent-Markt bedient, indem sie Catcher Luke Maile anheuerten. Der 29-Jährige stand zuvor ein Jahr bei den Pittsburgh Pirates unter Vertrag, für die er aber wegen eines gebrochenen Fingers kein Spiel absolvierte. Details seiner Einigung mit den Brewers sind bisher nicht bekannt. 

Iglesias und Knebel nach Los Angeles
Auch zwei kleine Trades gab es diese Woche. Die Los Angeles Dodgers holen Reliever Corey Knebel von den Milwaukee Brewers. Die Brewers erhalten im Gegenzug einen noch nicht benannten Spieler. Es handelte sich offenbar um ein Last-Minute-Geschäft, nachdem die Brewers geplant hatten, Knebel zu entlassen.
Ebenfalls nach Los Angeles, allerdings zu den Angels, verschlägt es Shortstop José Iglesias. Im Tausch gegen ihn erhalten die Baltimore Orioles die beiden Minor-League-Pitcher Garrett Stallings und Jean Pinto. Die Verpflichtung von Iglesias spricht eine relativ deutliche Sprache, dass die Angels offenbar nicht mehr mit ihrem bisherigen Shortstop Andrelton Simmons planen, dessen Vertrag ausgelaufen ist.

Neue Gesichter auf dem Markt
Bis gestern hatten die MLB-Teams Zeit, jenen Spielern, die sie über das Arbitration-Verfahren weiterhin exklusiv an sich hätten binden können, ein Vertragsangebot zu unterbreiten. Wie üblich gingen einige Spieler leer aus, weil ihr Klub sich gegen eine weitere Zusammenarbeit entschieden hat. Diese Spieler sind damit frei, sich ein neues Team zu suchen und mit diesem einen Vertrag auszuhandeln. Die überraschendsten und namhaftesten unter ihnen sind die Outfielder Kyle Schwarber (Chicago Cubs), David Dahl (Colorado Rockies), Eddie Rosario (Minnesota Twins), Adam Duvall (Atlanta Braves) und Nomar Mazara (Chicago White Sox), Third Baseman Maikel Franco (Kansas City Royals) sowie die Pitcher Carlos Rodon (Chicago White Sox) und Archie Bradley (Cincinnati Reds). Eine vollständige Liste der nicht-getenderten Spieler findet ihr bei mlbtraderumors.

Domingo Santana nach Japan
Schon im Oktober hatten die Cleveland Indians ihrem Outfielder Domingo Santana mitgeteilt, dass er in ihrer Planung für die nächste Saison keine Rolle spielt. Der Klub ließ die Vertragsoption verstreichen, die den Outfielder für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr in Cleveland gehalten hätte. Der 28-Jährige wird versuchen, seine Karriere durch einen Wechsel nach Japan zu retten. Er heuert dort bei den Yakult Swallows (ja, die heißen wirklich so) in der NPB an. Vertragsdetails sind bisher nicht bekannt.

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März 23rd, 2017 by Silversurger

Das Spring Training neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und in nur zehn Tagen beginnt endlich die neue MLB-Saison – schon zwei Tage vorher startet übrigens die deutsche Baseball-Bundesliga, auf die ich mich genauso sehr freue. Heute steht aber erst einmal das Ergebnis eines anderen Wettbewerbs im Vordergrund: Die USA haben den World Baseball Classic gewonnen und sind somit zum ersten Mal das geworden, was man in den meisten anderen Sportarten als Weltmeister bezeichnen würde. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Klarer Sieg der USA im Finale des WBC 
Das Finale zwischen den Gastgebern und Puerto Rico verlief einseitiger als erwartet: 8:0 siegten die USA, die in der Zwischenrunde den Puerto Ricanern noch mit 5:6 unterlegen gewesen waren. Ganz großen Anteil an dem Erfolg hatte der Starting Pitcher der USA, Marcus Stroman, der erst im siebten Inning den ersten Hit zuließ und hinterher zum MVP des Spiels gewählt wurde. In der Offensive leisteten 2B Ian Kinsler und OF Andrew McCutchen mit je zwei Hits, darunter ein 2-Run-Homerun von Kinsler, und je einem Walk den größten Beitrag.

Gute und schlechte Nachrichten für die Yankees
Die meisten Schlagzeilen aus dem Spring-Training gebührten diese Woche den New York Yankees. Erfreulich aus ihrer Sicht ist, dass sie mit 19 Siegen und nur 7 Niederlagen bislang das erfolgreichste Team der Vorbereitungsrunde sind. Für besonderes Aufsehen sorgte die Leistung vom vergangenen Freitag, als Masahiro Tanaka, Chasen Shreve und Jordan Montgomery einen No-Hitter gegen die Detroit Tigers pitchten – übrigens den ersten Spring-Trainig-No-Hitter seit zwei Jahren. Natürlich sind solche Freundschaftsspiel-Erfolge im Endeffekt nichts wert und so wird die Freude über die guten Leistungen wohl deutlich von der schlechten Nachricht dieser Woche überschattet: Shortstop Didi Gregorius kehrte mit einem gezerrten Schultermuskel von seiner WBC-Teilnahme für das niederländische Nationalteam zurück und wird mindestens bis in den Mai hinein ausfallen. Naturgemäß gab es sofort Spekulationen über einen Trade, beispielsweise für Freddy Galvis von den Phillies oder für Zack Cozart von den Reds, aber wahrscheinlicher erscheint eine interne Vertretungslösung. Diese wird aller Voraussicht nach nicht Top-Prospect Gleyber Torres sein, dem man mehr Zeit zur Entwicklung in den Minor Leagues geben will. Starlin Castro, Tyler Wade und Ruben Tajada sind wohl die aussichtsreichsten Kandidaten für den Job.

Neue Tommy-John-Opfer
Noch schlimmer als Gregorius hat es die beiden Starting Pitcher Cody Anderson von den Cleveland Indians und Trevor May von den Minnesota Twins erwischt: Beide mussten sich der berüchtigten Tommy-John-Surgery zur Reparatur von Bändern im Ellbogen unterziehen. Das bedeutet, dass die Saison 2017 ohne die beiden stattfinden wird. Sowohl Anderson als auch May waren zuletzt keine festen Größen in ihren Teams und konnten vor der Verletzung allenfalls auf den fünften Platz in der jeweiligen Rotation hoffen.

Vertragsverlängerung für Kevin Kiermaier und Tim Anderson
Grund zur Freude gibt es für OF Kevin Kiermaier von den Tampa Bay Rays und Shortstop Tim Anderson von den Chicago White Sox, denn beide haben diese Woche neue millionenschwere Verträge unterzeichnet. Kiermaier – defensiv unbestreitbar einer der besten Outfielder der Liga, als Batter bislang nicht mehr als solide – erhält von den Rays 53,5 Millionen Dollar für sechs Jahre, ein weiteres Jahr ist optional für 13 Millionen.

Anderson hat ebenfalls für sechs Jahre unterschrieben und bekommt dafür 25 Millionen Dollar. Seine Vertragsverlängerung kam überraschend, denn er spielt seit nicht mal einem Jahr in der MLB. Er wäre daher nach den zwischen der Spielergewerkschaft MLBPA und der Liga ausgehandelten Regeln ohnehin noch sechs Jahre an die White Sox gebunden gewesen und hätte sich auch mit weit weniger Geld zufrieden geben müssen. Kernstück des Vertrages sind daher die beiden optionalen Jahre, in denen die White Sox ihren Shortstop für 12,5 und 14 Millionen Dollar nach der festen Laufzeit weiterbeschäftigen können.

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März 16th, 2017 by Silversurger

Zum Glück bin ich nicht abergläubisch, sonst müsste ich mich jetzt schlecht fühlen: Letzte Woche habe ich mich an dieser Stelle gefreut, dass es im Spring Training bis dato keine ernsthaften Verletzungen gegeben hatte. In den Tagen darauf schienen die MLB-Spieler plötzlich zu fallen wie die Fliegen. Außerdem freute ich mich mit Israel, dem Überraschungstam der ersten Runde beim World Baseball Classic. Nach zwei Niederlagen in der Zwischenrunde sind die Israelis nun leider ausgeschieden. Hier die wichtigsten Neuigkeiten der letzte sieben Tage aus der MLB sowie vom WBC:

Japan und Niederlande im WBC-Halbfinale 
Die erste der beiden Zwischenrundengruppen des WBC hat ihre Spiele bereits abgeschlossen. Israel ist zwar auch in diese Runde mit einem Sieg über einen Favoriten gestartet (4:1 gegen Kuba), doch dann setzte es klare Niederlagen gegen den Weltranglistenersten Japan und Europameister Niederlande, die nun als erste für das Halbfinale qualifiziert sind. So weit waren beide auch 2013 beim letzten WBC gekommen, dann war allerdings Endstation gegen die Dominikanische Republik bzw. gegen Puerto Rico. Tatsächlich könnte es dazu kommen, dass dieses Jahr alle vier Halbfinalisten die gleichen sind wie 2013. Allerdings sind in der zweiten Gruppe der Zwischenrunde noch mindestens vier Spiele zu absolvieren und neben den beiden Genannten dürften auch die USA in Bezug auf den Halbfinaleinzug noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Übrigens hat sich DAZN als Inhaber der Übertragungsrechte in Deutschland inzwischen erbarmt und zeigt einige Spiele des WBC als Livestream. Der Dienst kostet 9,99 Euro im Monat. Wenn man nur den WBC sehen will, reicht dafür der kostenlose Probemonat.

Chad Bettis benötigt Chemotherapie
Für Chad Bettis, Starting Pitcher der Colorado Rockies, ist die Saison wahrscheinlich gelaufen, bevor sie überhaupt begonnen hatte: Der 27-Jährige musste erfahren, dass seine Erkrankung an Hodenkrebs sich nicht wie zunächst erhofft durch eine Ende letzten Jahres vorgenommene OP erledigt hat. Stattdessen hat der Krebs sich ausgebreitet und macht eine ausführlichere Behandlung inklusive Chemotherapie nötig. Immerhin liegen die Heilungschancen wohl bei über 90%. Ob Bettis dieses Jahr noch auf den Mound zurückkehren kann, steht in den Sternen; die Prioritäten in dieser Situation sind natürlich auch ganz klar andere.

Viele, viele Verletzungen
In der dritten Woche des Spring Trainings kam es leider zu einer ganzen Reihe von Verletzungen. Hier eine Auswahl:

IF/OF Ian Desmond, der bei den Rockies als First Baseman zum Einsatz kommen sollte, hat sich die linke Hand gebrochen, als er von einem Pitch getroffen wurde. Er musste operiert werden und dürfte frühestens Ende April wieder einsatzbereit sein.

SP Trevor May von den Minnesota Twins hat ein Band im Ellbogen des Wurfarmes gerissen. Das bedeutet, dass er sich voraussichtlich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss und somit mindestens für den Rest des Jahres ausfällt.

Auch bei den SPs Anthony DeSclafani von den Cincinnati Reds und Cody Anderson von den Cleveland Indians bereiten die Ellbogenbänder Probleme, allerdings sind sie bei beiden wohl nicht abgerissen und es besteht derzeit noch Hoffnung, dass beide ihre Arme nach einer mehrwöchigen Erholungspause wieder belasten können.

Ähnlich ergeht es Jason Kipnis, 2B der Indians. Bei ihm sitzt die Verletzung in der Schulter und auch in seinem Fall ist die Hoffnung derzeit, dass es mit ein paar Wochen Pause getan ist. Den Opening Day wird Kipnis in jedem Fall verpassen.

Eine wahre Schrecksekunde gab es am Freitag im Spiel der Toronto Blue Jays gegen die Detroit Tigers, als RP T. J. House von einem Comebacker hart am Hinterkopf getroffen wurde. House blieb zunächst reglos liegen, wurde lange behandelt und anschließend ins Krankenhaus gebracht, das er aber glücklicherweise schon am nächsten Tag wieder verlassen durfte, nachdem eine ernste Verletzung ausgeschlossen wurde.

Derek Norris released
Die Washington Nationals haben sich von Catcher Derek Norris getrennt. Das ist insofern bemerkenswert, als die Nationals ihn erst im Dezember via Trade geholt und im Gegenzug Pitching-Prospect Pedro Avila an die San Diego Padres abgegeben hatten. Überraschend kam der Move aber nicht, nachdem die Nationals sich auf der Catcherposition mit Free Agent Matt Wieters verstärkt haben. Norris wurde offiziell released und kann somit frei nach einem neuen Arbeitgeber suchen. Vermutlich wird er einen solchen relativ schnell finden. Die Tampa Bay Rays haben bereits ihr Interesse bekundet.

Und natürlich ein Trade der Mariners
Was wäre die MLB-Woche ohne einen Trade der Seattle Mariners? Als Partner haben sich dieses Mal die Philadelphia Phillies gefunden, die den beidhändigen Pitcher Pat Venditte bekommen und dafür OF-Prospect Joey Curletta nach Seattle schicken. Für Jerry Dipoto, den offensichtlich shoppingsüchtigen General Manager der Mariners, war es der fünfzehnte Trade in dieser Offseason.

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