Juni 7th, 2018 by Silversurger

Casey Mize ist der erste Pick der MLB-Draft 2018. Der Rechtshänder galt schon im Vorfeld als Favorit darauf, von den Detroit Tigers gewählt zu werden und da er im College für die Auburn Tigers spielte, muss er sich noch nicht mal an einen neuen Teamnamen gewöhnen. Insgesamt wurden in 40 Runden insgesamt 1214 Spieler gedraftet. Von den meisten werden wir als normale MLB-Fans erst in einigen Jahren wieder der sogar nie etwas hören, weil sie nun erst mal den langen Weg durch die Minor Leagues antreten oder aber dem Ruf des Baseballs nicht folgen und sich für ein Studium oder einen alternativen Karriereweg entscheiden. Letzteres wäre auch für Pick Nummer 9 der ersten Runde denkbar gewesen: Die Oakland Athletics entschieden sich an dieser Stelle für Outfielder Kyler Murray von den Oklahoma Sooners. Das sorgte für Aufsehen, den Murray gilt auch als großes Football-Talent und sollte in diesem Jahr als Quarterback für das Team seiner Uni starten. Inzwischen wurde bekannt, dass es wohl eine Absprache zwischen Murray und den A’s gibt: Murray wird die kommende Saison für die Sooners absolvieren, danach tritt er aber für rund 5 Millionen Dollar den Job bei den Athletics an und konzentriert sich ganz auf Baseball.

Neben der Draft waren diese Woche leider zahlreiche schwere Verletzungen die wichtigsten Neuigkeiten. Eine ganze Reihe von Pitchern wurde langfristig außer Gefecht gesetzt: Jordan Montgomery von den Yankees, Ryan Sherriff von den Cardinals und Rays-Talent Anthony Banda mussten sich allesamt der Tommy-John-Surgery unterziehen und werden wohl erst zur Saison 2020 wieder ins MLB-Geschehen eingreifen. Besonders bitter erging es einem weiteren Cardinal: Top-Prospect Alex Reyes hatte vor 22 Monaten ebenfalls eine Tommy-John-Surgery; vor ein paar Tagen gab er endlich sein Comeback, doch schon nach vier Innnings war die Saison für ihn beendet, weil eine Sehne rechts oben am Rücken riss und Reyes erneut operiert werden musste.

National League
In der National League East tobt ein Zweikampf alt gegen jung oder konkreter gesagt: Washington Nationals (35-25) gegen Atlanta Braves (36-26). Die direkte Serie zwischen den beiden entschieden am vergangenen Wochenende die Braves für sich, die Nationals haben aber seitdem wieder aufgeholt und nun stehen beide quasi gleichauf an der Spitze. Ein Stück zurückgefallen sind hingegen die Philadelphia Phillies (32-27), die von den letzten zehn Spielen nur drei gewinnen konnten. Besonders schmerzhaft dürfte der erlittene Sweep gegen die Giants gewesen sein: In den drei Spielen brachten die Phillies nur einen einzigen Run zustande und das war ein Solo-Homerun ausgerechnet von Pitcher Jake Arrieta. Noch größere Offensivsorgen haben die New York Mets (27-32), mehr dazu weiter unten beim „Spiel der Woche“. Manche werden sich erinnern, dass die Mets mit 12-2 einen großartigen Start in die Saison hatten – seit dem 15. April sind sie allerdings das schlechteste Team der NL mit einer Bilanz von 15-30. Sogar die Miami Marlins (22-39) waren mit 18-27 in diesem Zeitraum deutlich besser. MLB-weit ist seit 15. April übrigens ein einziges Team mit 14-30 noch schlechter als die Mets: die Orioles, von denen die Mets sich gerade in zwei Spielen haben sweepen lassen.

Einen Zwei-Spiele-Sweep mussten auch die Milwaukee Brewers (37-25) gegen die Indians gerade einstecken, zudem verloren sie voher eine Serie gegen die White Sox 1:2. Noch halten sich die Brewers an der Spitze der NL Central, doch sie spüren deutlich den Atem der Chicago Cubs (34-24) im Nacken. Die Cubs haben acht der letzten zehn Spiele gewonnen, sie haben die beste Defensive, die zweitbeste Offensive und das mit Abstand beste Run Differential der NL. Die Gelegenheit scheint günstig, jetzt auch in der Division die Verhältnisse gerade zu rücken: Nacheinander werden die Cubs nun Serien gegen die Pittsburgh Pirates (31-30), die Brewers und die St. Louis Cardinals (32-27) spielen, jeweils drei Spiele lang. Über den Stand nach diesen eineinhalb Wochen kann man nur eines sicher voraussagen: Die Cincinnati Reds (21-41) werden dann immer noch auf dem letzten Platz stehen.

Wer in der NL West in eineinhalb Wochen – oder auch nur in einer Woche – auf welchem Platz steht, ist völlig offen. Mit nur 4,5 Spielen Abstand zwischen Rang eins und Rang fünf ist diese Division eindeutig die ausgeglichenste der Liga. Ganz vorne stehen mit identischem Record die Arizona Diamondbacks (32-29) und die Colorado Rockies (32-29), dicht gefolgt von den San Francisco Giants (31-31) und den Los Angeles Dodgers (30-31), die beide auf der Überholspur unterwegs zu sein scheinen. Das gilt übrigens auch für die San Diego Padres (29-35), die gerade drei Serien hintereinander gewonnen haben und jetzt an die Ostküste reisen, wo sie mit den Marlins eine vermutlich lösbare Aufgabe erwartet.

American League
Kommen wir von der ausgeglichensten Division der MLB zur unausgeglichensten: In der American League East sind die Rollen längst klar verteilt. Die Boston Red Sox (43-19) als immer noch bestes Team der Liga sowie Erzrivale New York Yankees (40-18) lassen den Rest der Gruppe weit hinter sich, die Tampa Bay Rays (28-32) und die Toronto Blue Jays (26-35) bilden ein schwaches Mittelfeld, und die Baltimore Orioles (19-41) haben trotz ihrer Siege gegen die Mets immer noch die schlechteste Bilanz der gesamten MLB. Der Blick auf die Spielpläne lässt erwarten, dass die klaren Verhältnisse in der Division insgesamt noch klarer werden, während es im Kampf um die Spitze spannend bleibt: Die Red Sox treffen noch einmal auf die Tigers und dann auf die White Sox, die Yankees besuchen ihren am Boden liegenden Stadtrivalen Mets – jede Niederlage der beiden NL-East-Spitzen in diesen Spielen wäre bereits eine Überraschung.

Eine Überraschung wäre auch, wenn irgendein anderes Team als die Cleveland Indians (32-28) die AL Central gewinnt. Zurzeit ist das die einzige Division, in der ich mich schon jetzt auf einen klaren Favoriten festzulegen traue – nicht weil die Indians so überragend gut wären, sondern weil sie dieses Jahr kaum Konkurrenz haben. Die Detroit Tigers (29-34) sind momentan am nächsten dran, doch fehlt es ihnen ebenso offensichtlich an der Qualität für einen Playoffrun wie den Chicago White Sox (20-39) und den Kansas City Royals (21-41). Die Minnesota Twins (26-31) haben mit einer 3:1-Serie gegen die Indians zumindest ein deutliches Lebenszeichen abgegeben, nun aber auch wieder zwei Spiele gegen die White Sox verloren. Ich würde mir ja wünschen, dass Max Kepler, „unser“ Mann in der MLB, die Twins aus dem Tief führt, doch leider läuft es bei ihm weiterhin überhaupt nicht rund. In den letzten 30 Spielen schlug er magere .192/.309/.365.

Wenn mich jemand nach der größten Überraschung der bisherigen MLB-Saison fragt, so antworte ich ohne zu zögern: Die Seattle Mariners (38-23) führen die AL West an. Es ist kaum zu glauben, was alles nicht dafür sprach, dass die Mariners nach gut 60 Spielen so gut dastehen: eine eher fragwürdige Offseason, diverse Verletzungen während der Saison (Erasmo Ramirez, David Phelps, Robinson Cano, Dee Gordon, Nelson Cruz, Ben Gamel, Ryon Healy), eine empfindliche Dopingsperre (Robinson Cano), die Formschwäche des langjährigen Pitcher-Asses Felix Hernandez, das wahrscheinliche Karriereende von Ichiro Suzuki, die übermächtige Konkurrenz in Form von World Champion Houston Astros (38-25) und nicht zuletzt die Tatsache, dass die Mariners seit 17 Jahren nicht in den Playoffs waren und man es ihnen deshalb schlichtweg nicht zutraut. Das alles haben sie überwunden und stehen nun – zumindest in einer Momentaufnahme – ganz vorne. Dort zu bleiben wird nicht einfach, zumal echte Herausforderungen unmittelbar bevorstehen: Zunächst müssen die Mariners nach Tampa Bay, was auf dem Papier kein schwerer Gegner aber allein schon wegen der extrem weiten Anreise unangenehm ist. Danach kommen die Los Angeles Angels (35-28) und die Red Sox nach Seattle, bevor die Reise wieder an die Ostküste zu den Yankees sowie nach Boston geht. Wenn die Mariners nach diesem Marathon immer noch vorne stehen, werde ich noch deutlich beeindruckter sein als ich es jetzt schon bin.

Szene der Woche
Es gibt Tage, an denen klappt einfach alles. Da kann man sogar wie Maikel Franco locker-lässig an der Homeplate vorbei traben und trotzdem einen Run erzielen, weil weder der Umpire noch die Gegner genau hingeschaut haben. Dann wieder gibt es Tage, an denen klappt überhaupt nichts. An solchen Tagen sieht man Spielzüge wie letzte Nacht zwischen den Cincinnati Reds und den Colorado Rockies: Billy Hamilton fängt einen scheinbar einfachen Flugball nicht, Scott Schebler geht nur halbherzig hinterher, derweil stolpert Carlos Gonzalez über die zweite Base, plumpst hin beim Versuch, zu selbiger zurückzukehren, kommt aber trotzdem unbehelligt an, weil inzwischen auch Scooter Gennett den Ball hat fallen lassen. Leider fehlt dem Video die passende Musik, man sollte es mit dem Benny-Hill-Theme unterlegen. Zu guter Letzt gibt es noch Tage, an denen etwas ganz Übles doch wieder gut wird: Vor fünf Wochen war die Baseball-Welt geschockt, als White-Sox-Reliever Danny Farquhar während des Spiels mit einer Gehirnblutung im Dugout zusammenbrach. Zum Glück wurde er sehr schnell und erfolgreich behandelt und am Freitag war der Jubel groß, als Farquhar das Spiel seines Teams besuchte und den zeremoniellen ersten Pitch warf.

Statistik der Woche 
8. So viele Strikeouts kassierte Yankees-Outfielder Aaron Judge während des Doubleheaders gegen Detroit am Montag dieser Woche. Damit hat Judge mal wieder einen MLB-Rekord aufgestellt, wenn auch einen von der Sorte, über den er nicht allzu glücklich sein wird. Seit der Aufnahme regelmäßiger Aufzeichnungen im Jahr 1913 gab es noch nie so viele Strikeouts gegen einen Spieler an einem Tag.

Spiel der Woche
Es gibt sicher schönere Spiele als das zwischen den New York Mets und den Chicago Cubs vom letzten Samstag. Ich wähle es hier trotzdem, weil es zum einen eine lange Zeit sehr spannende Parie war und weil es zum anderen so wunderbar treffend den Zustand der New York Mets widerspiegelt: Die Mets erhalten zurzeit nahezu täglich sehr gute Vorstellungen ihrer Starting Pitcher. Acht Spiele hintereinander ist es den Startern gelungen, nicht mehr als zwei Runs zu kassieren, siebenmal war es sogar nur ein Run oder gar keiner. Gewonnen haben die Mets von diesen acht Spielen nur ein einziges, die anderen sieben hat entweder der Bullpen oder – häufiger noch – die fehlende Offense vergeigt. Im angesprochenen Spiel brillierte Jacob deGrom mit 13 Strikeuots und nur einem Run in sieben Innings, insgesamt stellten die Mets-Pitcher sogar einen Franchise-Rekord auf mit 24 Strikeouts in einem Spiel. Doch die Bats der Mets blieben wie so oft stumm. Lediglich ein Solo-Homerun von Michael Conforto rettete sie mit einem 1:1 in die Extra-Innings, bevor es im 14. Innning zum großen Zusammenbruch kam und das Spiel 1:7 an die Cubs abgegeben wurde. Es war übrigens erst das zweite Mal in der MLB-Geschichte, dass ein Team, das es auf 24 oder mehr Strikeouts in einem Spiel brachte, dieses Spiel verlor. Den Rekord halten die Los Angeles Angels, die 2004 ein 17-Inning-Spiel trotz 26 Strikeouts mit 0:1 an die Milwaukee Brewers verloren.

Mein Einschalttipp
Eigentlich muss man immer einschalten, wenn die New York Mets und die New York Yankees in der Subway Series aufeinander treffen und natürlich werde ich das von Freitag bis Sonntag auch regelmäßig tun. Nachdem aber zurzeit leistungsmäßig Welten zwischen den beiden Lokalrivalen liegen und ich den Mets bereits im „Spiel der Woche“ breiten Raum gewidmet habe, geht mein Einschalttipp an ein anderes Duell, nämlich an das zwischen den Milwaukee Brewers und den Chicago Cubs. Von Montag bis Mittwoch werden die beiden Teams um die Führung der NL Central ringen und das Finale der Serie läuft für uns Mitteleuropäer zur besten Sendezeit um 20:10 Uhr. Mike Montgomery (3.89 ERA, 3.85 FIP) für die Cubs und Jhoulys Chacin (3.39 ERA, 4.00 FIP) für die Brewers dürften ein ziemlich ausgeglichenes Pitching-Matchup bilden, dem ihr sowohl auf mlb.tv als auch auf DAZN folgen könnt. Auch ohne kostenpflichtiges Abo könnt ihr dabei sein, denn es ist das „Free Game of the Day“ auf mlb.tv.

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Juli 21st, 2016 by Silversurger

Seit knapp einer Woche wird wieder MLB-Baseball gespielt und wer hätte es gedacht: Am besten aus der Pause gekommen sind die Los Angeles Angels of Anaheim mit einer glatten 6-0-Bilanz nach dem All-Star-Break. An der Spitze der Liga herrscht unterdessen ziemlich große Ausgeglichenheit: In der National League haben alle drei Divisionsspitzenreiter gleich viele Siege auf dem Konto und in der American League könnte neben der East- nun auch die West-Division zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen um den Divisionssieg werden. Bei solch engen Verhältnissen kann die eine oder andere gelungene Aktion zur Trade-Deadline durchaus entscheidend für den Saisonausgang werden.

National League

In der National League East bleiben die Washington Nationals (57-38) klar vorne, während der spannende Teil der Division momentan der Kampf um Platz zwei ist. Die Miami Marlins (51-43) haben momentan knapp die Nase vor den New York Mets (50-44) und würden damit auch den zweiten Wild-Card-Platz der NL belegen. Schon am kommenden Wochenende kann sich das entweder ändern oder stabilisieren, denn von Freitag bis Sonntag sind die Mets und die Marlins zu einer Drei-Spiele-Serie in Miami verabredet.

Den Chicago Cubs (57-37) scheint die Pause gut getan zu haben: Mit einem 2-9-Slump sind sie in selbige hinein gegangen, mit zwei gewonnenen Serien gegen die Rangers und die Mets sind sie aus ihr herausgekommen. Damit sind sie (dank einer Niederlage weniger als die Nationals und die Giants) knapp zurück an der Spitze der MLB. In der NL Central ist der Vorsprung auf die St. Louis Cardinals (50-44) und die Pittsburgh Pirates (48-46) nach wie vor komfortabel und durch den gestrigen Trade für Pitcher Mike Montgomery haben die Cubs bereits demonstriert, dass sie willens sind, ihren ohnehin schon starken und ausgeglichenen Kader weiter zu verbessern, um ihrer Rolle als Favorit auf die World Series gerecht zu werden.

Weniger gut – um nicht zu sagen: miserabel – sind die San Francisco Giants (57-38) in den zweiten Teil der Saison gestartet: fünf Spiele, fünf Niederlagen, darunter drei gegen die nicht wirklich konkurrenzfähigen San Diego Padres (41-54). Der Slump der Giants öffnet in der NL West die Tür für die seit Wochen in Lauerstellung befindlichen Los Angeles Dodgers (53-43), die allerdings ihrerseits nur zwei von fünf Spielen nach dem All-Star-Break gewinnen konnten und deren Starting Pitching von massiven Verletzungssorgen geplagt wird: Nach Alex Wood droht nun auch Megastar Clayton Kershaw eine OP mit mehrmonatiger Ausfallzeit und auch Hyun-Jin Ryu musste nach nur einem Start wieder auf die DL. Mit einer zusammengefassten Bilanz von 10-17 ist keine Division so schlecht aus der Pause gekommen wie die NL West.

American League

Keine Division macht dieses Jahr so viel Spaß wie die American League East. Zwischen Platz eins und Platz drei liegt rechnerisch nur ein einziges Spiel, wobei kurioserweise von den Dreien das Team mit den meisten Siegen gleichzeitig die meisten Niederlagen auf dem Konto hat und deswegen in der Tabelle hinter den beiden anderen steht. Ganz vorne sind seit heute Nacht zur Abwechslung die Boston Red Sox (53-39), hauchdünn vor den schlecht aus der Pause gekommenen Baltimore Orioles (53-40) und den Toronto Blue Jays (54-42). Und als ob ein Dreikampf nicht genug wäre, wehren sich auch die New York Yankees (48-46) mit zuletzt vier Siegen in Folge (drei davon gegen die Orioles) massiv dagegen, die Saison abzuhaken.

Die AL Central bleibt, was den Abstand zwischen Platz eins uns zwei betrifft, die Division mit den klarsten Verhältnissen. Die Cleveland Indians (56-38) haben in den ersten Spielen nach dem All-Star-Break das getan, was sie schon die gesamte Saison tun, nämlich Serien gegen ihre Divisionsgegner gewinnen, in dem Fall gegen die Minnesota Twins (35-59) und die Kansas City Royals (47-47). Durch den schwachen Start sowohl der Royals mit 2-4 als auch der Chicago White Sox (46-48) mit 1-5 in den zweiten Teil der Saison gibt es in der AL Central plötzlich nur noch zwei Teams mit einer Bilanz über .500. So sind die Detroit Tigers (49-46) momentan alleiniger Verfolger der Indians, aber mit zuletzt zwei Niederlagen gegen die Twins machen auch sie nicht den Eindruck, zu einer echten Aufholjagd fähig zu sein. Apropos Twins: Max Kepler kam seit dem All-Star-Break in allen sechs Spielen zum Einsatz. Leider gelangen ihm dabei in 23 At-Bats nur zwei Hits, aber immerhin waren beide Homeruns.

Ganz anders sieht es in der AL West aus, denn hier ist die seit Wochen anhaltende Aufholjagd der Houston Astros (51-44) nach wie vor in vollem Gange. Seit der Pause haben die Astros – wenngleich nur mit einer ausgeglichenen 3-3-Bilanz – weitere zwei Spiele auf die Texas Rangers (55-41) gut gemacht. Vor dreieinhalb Wochen lagen die Rangers noch scheinbar uneinholbar 10.0 Spiele vor den Astros, nun sind es nur noch 3.5. Nun müssen die Astros gegen die Los Angeles Angels (43-52) ran. Das sollte normalerweise eine mehr als lösbare Aufgabe sein, aber die Angels haben gerade zum ersten Mal in diesem Jahr einen echten Lauf und man darf gespannt sein, ob sie nach den White Sox und den Rangers auch den Astros in die Suppe spucken können. Mit den Seattle Mariners (48-47) hat die AL West noch ein weiteres Team mit knapp positivem Record. Die Mariners sind einer der Wackelkandidaten, von denen man nicht recht weiß, ob sie sich noch Hoffnung auf die Playoffs machen oder ob sie sich bereits auf nächstes Jahr konzentrieren; mir persönlich erscheinen sie zu unkonstant, als dass sie noch ernsthafte Chancen hätten, den Rückstand zum Divisionssieg oder Wild-Card-Platz aufzuholen.

Spielzug der Woche

Die beeindruckendste Einzelleistung dieser Woche hat in meinen Augen Hanley Ramirez vollbracht, der mit drei 2-Run-Homeruns quasi im Alleingang den Ausschlag zu Gunsten der Red Sox beim 11:7 über die Giants gab und seinem Team damit die Tabellenführung in der AL East bescherte. Die Giants hätten es sich wohl besser überlegen sollen, bevor sie Hanley Ramirez so sauer machten, dass er seinen dritten Homerun zwar nicht wie erklärtermaßen beabsichtigt zum Mond, aber zumindest bis an die Oberkante des grünen Monsters schlug…

Statistik der Woche

28 2/3 Innings. So lange schon hat der Bullpen der Yankees keinen Run zugelassen. Mir geht ja beim Schreiben kaum etwas so schwer von der Hand wie ein Lob für die Yankees, aber die Reliever-Truppe um Dellin Betances, Andrew Miller und Aroldis Chapman sucht wirklich ihresgleichen in der MLB. Respekt.

Spiel der Woche

Ich glaube, ich habe schon ein-, zweimal durchblicken lassen, dass ich ein großer Fan von Marathonspielen mit vielen Extra-Innings bin. Die Pirates und die Nationals haben sich letzten Sonntag ein solches geliefert, 18 Innings lang, und das zu einer Sendezeit, die es mir ohne allzu viel Schlafverlust ermöglichte, den üppigen Rest der Partie anzuschauen, nachdem das Spiel meiner Mets vorbei war. Dabei sah es bis zum letzten Strike des neunten Innings überhaupt nicht nach Verlängerung aus, aber Daniel Murphy – verletzungsbedingt nur als Pinch-Hitter im Einsatz – schaffte bei zwei Outs und einem 2-2-Count den ausgleichenden Homerun. Erst eine komplette Spieldauer später gelang erneut ein Run, übrigens wieder ein Homerun nach zwei Outs, dieses Mal aber für die Pirates durch Starling Marte. Interessant war die Aussage von Nationals-Manager Dusty Baker nach dem Spiel: Baker nahm die Niederlage auf seine Kappe, denn eigentlich wäre es sinnvoll gewesen, Marte per Intentional Walk auf Base zu schicken, um Pitcher Jon Niese an den Schlag zu bringen. Genau das hatte Baker auch vor, aber er reagierte nicht schnell genug, um seine Anweisung anzuzeigen und schon hatte Marte gleich den ersten Pitch über den Zaun geschlagen.

Spiel der kommenden Woche

Die Mets und die Marlins duellieren sich das Wochenende über um Platz zwei der NL East hinter den Nationals und gleichzeitig um den zweiten Wild-Card-Platz hinter den Dodgers. Das reizvollste Pitcher-Matchup bietet dabei das Spiel am Samstag (bzw. Sonntagmorgen, 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit), in dem mit Jacob deGrom (2.38 ERA, 3.11 FIP) und Jose Fernandez (2.53 ERA, 2.08 FIP) zwei der besten Werfer der Liga aufeinandertreffen. Beide hatten ihren letzten Einsatz gegen die Phillies und beide haben dabei Glanzleistungen gezeigt, deGrom mit einem One-Hitter und Fernandez mit 14 Strikeouts.

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