November 6th, 2018 by Dominik

Seit Samstag hat die Free Agency der MLB offiziell begonnen. Jeder Spieler, der keinen laufenden Vertrag hat, kann nun frei mit den interessierten Klubs verhandeln und einen neuen Kontrakt unterzeichnen.

Erfahrungsgemäß zieht sich die Free Agency im Baseball länger hin als beispielsweise im Football oder in anderen Sportarten mit einer Salary Cap, also einer festen Obergrenze für Spielergehälter. In solchen Sportarten werden oft innerhalb weniger Tage die wichtigsten Spielerverpflichtungen eingetütet, weil sowohl die Teams als auch die Spieler nach Planungssicherheit innerhalb des vorgegebenen finanziellen Rahmens streben. Im Baseball hingegen ist die Free Agency wie das Spiel selbst: Es gewinnt, wer den längeren Atem hat und geduldig auf den richtigen Moment wartet. Ich hoffe nur, es wird nicht wieder so eine extreme Hängepartie wie im letzten Jahr, wo sich der Poker um zahlreiche Spieler bis weit ins Spring Training und sogar in die Saison hinein zog.

Das Warten auf die ersten aufregenden Deals verkürzt man sich am besten durch munteres Spekulieren, welche Spieler dieses Jahr besonders gefragt sein werden und bei welchen Teams sie am Ende landen. Hier ist meine Top-20-Liste der wichtigsten Free Agents dieser Offseason:

  1. Bryce Harper, OF, 26 Jahre alt, bisher Washington Nationals

Für jeden, der solche Listen schreibt, lautet die erste Frage dieses Jahr: Harper oder Machado? Ich denke, dass Harper den besseren Vertrag bekommen wird, weil er der berechenbarere der beiden ist. Damit meine ich nicht die Konstanz seiner Leistungen, welche speziell in der ersten Saisonhälfte dieses Jahres durchaus zu wünschen übrig ließ und wohl verhindern wird, dass er den 400-Millionen-Rekordvertrag bekommt, den man ihm vor einem Jahr noch zugetraut hätte. Was ich mit Berechenbarkeit meine, ist dass ich mir bei Harper weniger Sorgen als bei Machado mache, dass er mit Rückschlägen und Frustrationen umgehen kann.  Favoriten: Nationals, Dodgers, Phillies

  1. Manny Machado, SS/3B, 26, Los Angeles Dodgers

Machado ist ein fantastischer Baseballspieler und produziert seit Jahren auf hohem Niveau, obwohl er – genau wie Harper – in einem Alter ist, in dem viele andere erst den Sprung in die Major League schaffen. Mit seinem Auftreten in der Postseason, das irgendwo zwischen Diva und Fiesling schwankte, dürfte er sich für die anstehenden Bewerbungen um einen neuen Job keinen Gefallen getan haben. Aber er wird vermutlich trotzdem ohne Probleme jemanden finden, der ihn für acht oder neun Jahre unter Vertrag nimmt und dafür rund 300 Millionen Dollar bezahlt. Favoriten: Yankees, Phillies, Dodgers

  1. Patrick Corbin, SP, 29, Arizona Diamondbacks

Corbin flog – bei mir jedenfalls – während der Saison ein bisschen unter dem Radar. Aber wenn man sich Zahlen wie 3.15 ERA und 2.47 FIP anschaut, sieht es ganz danach aus, dass der Linkshänder der interessanteste Starter auf dem diesjährigen Markt sein könnte. Da er obendrein noch unter 30 ist, dürfte gut und gerne ein Fünf- oder Sechsjahresvertrag mit dreistelliger Vergütung drin sein. Favoriten: Astros, Yankees, Diamondbacks

  1. Craig Kimbrel, RP, 31, Boston Red Sox

Relievern wird in den letzten Jahren immer mehr Wert beigemessen und für einen der Top-Closer der Liga, World-Series-Gewinner obendrein, dürfte ein ordentlicher Zahltag programmiert sein. Kimbrels Saison 2018 war nicht ganz so dominant wie 2017 und in den Playoffs wirkte er zeitweise etwas wackelig, doch am Ende war er wieder voll da. Ich schätze, die Red Sox nehmen die nötigen 50 Millionen Dollar in die Hand, um Kimbrel für drei, vier weitere Jahre an sich zu binden. Favoriten: Red Sox, Cubs, Braves

  1. Dallas Keuchel, SP, 31, Houston Astros

Keuchel ist immer noch ein Top-Pitcher, seine Leistungskurve zeigte in den letzten beiden Jahren aber tendenziell nach unten. Das wird die Teams davor zurück schrecken lassen, ihm einen sehr langen Vertrag zu geben. Dennoch wird er von der hohen Nachfrage nach Starting Pitching profitieren, insbesondere weil er entgegen dem allgemeinen Trend kein „Strikeout-oder-Homerun-Pitcher“ ist. Sein auf Groundballs abzielender Stil zahlt sich vor allem in hitterfreundlichen Ballparks aus. Favoriten: Astros, Nationals, Yankees

  1. Michael Brantley, OF, 32, Cleveland Indians

Brantley litt 2016 und 2017 unter Verletzungen und war schon fast in Vergessenheit geraten. Doch mit einer Slashline von .309/.364/.468 und 143 absolvierten Spielen meldete Brantley sich dieses Jahr eindrucksvoll zurück – gerade rechtzeitig, um sich nach dem Auslaufen seines relativ bescheidenen alten Vertrags in Position zu bringen. Favoriten: Indians, Mariners, Giants

  1. Nathan Eovaldi, SP, 29, Boston Red Sox

Ein weiterer World-Series-Held, der sich nun berechtigte Hoffnungen auf den großen Zahltag macht. Eovaldi hatte eine ordentliche erste Saisonhälfte in Tampa Bay und eine sehr gute zweite Hälfte inklusive Postseason für die Red Sox. Er dürfte relativ unumstritten der beste rechtshändige Starter auf dem Markt sein und im Gegensatz zu Corbin, Keuchel und Ryu – die allesamt Qualifying Offers erhalten haben – kostet er seinen neuen Klub keinen Draftpick. Allein seine recht umfangreiche Verletzungsgeschichte gibt ein bisschen Anlass zur Sorge und könnte dazu führen, dass ihm eher Verträge über drei als über sechs Jahre angeboten werden. Favoriten: Red Sox, Braves, Padres

  1. Josh Donaldson, 3B, 33, Cleveland Indians

Eine Verletzungsgeschichte bringt auch Josh Donaldson mit und auch für ihn schätze ich deshalb, dass er mit keinem langen Vertrag rechnen darf. Wenn er gesund ist, ist er aber ein Top-Spieler und von Machado abgesehen der beste Third Baseman, der zu haben ist. Wer ihn bekommt, wird möglicherweise ein Schnäppchen machen. Favoriten: Indians, Brewers, Braves

  1. Adam Ottavino, RP, 33, Colorado Rockies

Wer aus einer Saison bei den Rockies mit einem ERA von 2.43 heraus geht, der muss verdammt viel richtig gemacht haben – umso mehr, wenn er es in den Heimspielen im Hitter-Paradies Coors Field sogar auf einen Wert von 2.10 bringt. Ottavino wird einer der gefragtesten Reliever dieser Offseason sein und könnte es auf ein Jahresgehalt in zweistelliger Millionenhöhe bringen. Favoriten: Indians, Rockies, Dodgers

  1. Wilson Ramos, C, 31, Philadelphia Phillies

Die schwache Postseason von Yasmani Grandal könnte sich als Gold wert erweisen für Wilson Ramos, denn er steht nun als ziemlich eindeutig bester Catcher der diesjährigen Free-Agent-Klasse im Raum. Offensiv gehört Ramos unbestreitbar zur Elite auf seiner Position – 2018 brachte er es auf .306/.358/.487 mit 15 Homeruns in 111 Spielen. Seine Defensive ist mindestens solide, ein Fragezeichen ist nur seine Gesundheit nach bereits zwei Kreuzbandrissen.  Favoriten: Rays, Nationals, Mets

  1. Mike Moustakas, 3B, 30, Milwaukee Brewers
  2. Nelson Cruz, DH, 38, Seattle Mariners
  3. Hyun-Jin Ryu, SP, 32, Los Angeles Dodgers
  4. J. A. Happ, SP, 36, New York Yankees
  5. A. J. Pollock, OF, 31, Arizona Diamondbacks
  6. Jeurys Familia, RP, 29, Oakland Athletics
  7. Charlie Morton, SP, 35, Houston Astros
  8. Yasmani Grandal, C, 30, Los Angeles Dodgers
  9. Daniel Murphy, 1B/2B, 34, Chicago Cubs
  10. David Robertson, RP, 34, New York Yankees

Nicht ganz auf meine Liste geschafft haben es: RP Andrew Miller, RP Zach Britton, 2B D. J. LeMahieu, OF Andrew McCutchen, IF/OF Marwin Gonzalez, RP Joe Kelly

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November 1st, 2018 by Dominik

Seit vier Tagen ist die MLB-Saison 2018 Geschichte. Die Boston Red Sox sind noch mitten in den redlich verdienten Feierlichkeiten nach der souverän gewonnenen World Series, alle anderen machen sich mehr oder weniger intensiv Gedanken, wie man den Bostonern im nächsten Jahr das Leben schwerer machen kann als in diesem. Das gilt ganz besonders für die Los Angeles Dodgers, bei denen nach der verlorenen Finalserie zwei wichtige Personalentscheidungen anstehen.

Hier auf dem Baseblog ist die Offseason traditionell die Zeit, in der ich mich neben dem aktuellen Geschehen verstärkt mit Hintergrundthemen wie  Taktiken, Geschichte, Ballparks und so weiter beschäftige. Es wird dazu wieder das beliebte Wunschkonzert geben, das ich mit einem Artikel am kommenden Wochenende starten werde. Also haltet die Augen offen, denn es lohnt sich, beim Wünschen schnell zu sein.

Die World Series
Die World Series ist nun schon ein paar Tage her und ich fange jetzt nicht noch mal damit an, jedes einzelne Spiel durchzugehen. Stattdessen stelle ich die Frage, was von dieser Finalserie in Erinnerung bleiben wird. Mir fällt dazu Folgendes ein:

  • Das längste Spiel der World-Series-Geschichte (siehe „Statistik der Woche“).
  • Nathan Eovaldi, dessen Einsatz als Starting Pitcher dreimal vorgesehen war, aber nie zustande kam, weil er stattdessen im Dienst der Mannschaft immer wieder in kritischen Situationen Relieve-Aufgaben übernahm.
  • Die große Ausgewogenheit des Bostoner Lineups, das sowohl Homeruns als auch Smallball beherrscht und aus dem sich quasi in jedem Spiel ein neuer Held in den Vordergrund schiebt, auch wenn es für die drei, vier Top-Hitter mal nicht rund läuft.
  • David Price, der mit zwei hervorragenden Starts wohl endgültig den Ruf hinter sich gelassen hat, kein guter Playoff-Pitcher zu sein.
  • Clayton Kershaw, der genau das nicht geschafft hat – zwei World-Series-Starts mit einem ERA von 7.36 sind nicht das, was man von einem der – wenn nicht sogar dem – besten Pitcher der Welt erwartet.
  • Kenley Jansen, der als Closer das ist, was Kershaw als Starter ist: Weltspitze, aber in der World Series zum zweiten Mal hintereinander eine herbe Enttäuschung.
  • Ein eiskaltes Batting-Lineup der Dodgers, das es in der World Series auf einen Batting Average von nur .180 brachte. Das ist indiskutabel zu wenig; auch für ein Team, das von seiner Grundanlage her mehr auf Homeruns als auf einen hohen Average ausgerichtet ist.
  • Die Red Sox haben ihren Titelgewinn gestern in Boston mit einer großen Parade gefeiert und können sich nach nunmehr vier gewonnenen World Series innerhalb von 15 Jahren mit Fug und Recht das Team des bisherigen Jahrtausends nennen. 2004, 2007, 2013 und nun 2018 sind die Jahreszahlen der Meisterschaften des erfolgreichsten MLB-Teams seit dem Hattrick der New York Yankees von 1998 bis 2000. Das war damals übrigens auch das bisher letzte Mal, dass ein Team seinen World-Series-Titel verteidigen konnte. Die Red Sox scheinen nach dem überragenden Jahr mit 108 Saisonsiegen und einer durchweg dominanten Postseason ein heißer Kandidat, dieses Kunststück vollbringen zu können. Dafür spricht nicht zuletzt, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Meistermannschaft größtenteils beisammen gehalten werden kann. Craig Kimbrel, Nathan Eovaldi und Joe Kelly sind die hochkarätigsten Free Agents, alle anderen Leistungsträger haben noch Verträge.

    Für die Dodgers stellt sich unterdessen nach der zweiten verlorenen World Series hintereinander die Frage, ob und wie man die Kraft für einen dritten Anlauf findet. Vieles wird an der Frage hängen, ob Superstar Clayton Kershaw sich entscheidet, in Los Angeles zu bleiben. Sein Siebenjahresvertrag mit den Dodgers, von dem noch zwei Jahre ausstehen, enthält eine einseitige Ausstiegsklausel, die er innerhalb von drei Tagen nach Saisonende hätte ziehen können. Das hat er bisher nicht getan, aber er hat sich mit dem Verein auf eine Fristverlängerung bis Freitagnachmittag geeinigt. Das scheint dafür zu sprechen, dass er sich die Entscheidung nicht leicht macht. Viel mehr Geld wird woanders allerdings kaum zu verdienen sein: Mit einem Jahresgehalt von 33 Millionen Dollar ist Kershaw bereits der bestbezahlte Pitcher und der zweitbestbezahlte Baseballspieler der Welt.

    Neben Kershaws Zukunft ist auch die von Manager Dave Roberts ungeklärt. Sein Vertrag läuft aus und bislang haben die Dodgers öffentlich keine klaren Signale gesendet, ob man an einer Verlängerung interessiert ist. Während seiner bislang drei Jahre im Amt hat Roberts 287 Spiele gewonnen und 200 verloren. Er hat sein Team in jedem Jahr an die Spitze der NL West und zweimal hintereinander bis in die World Series geführt. Das ist eine beeindruckende Bilanz, aber man muss auch erwähnen, dass Roberts während der Playoffs mehrfach Kritik für sein Lineup- und Bullpen-Management einstecken musste. Soweit ich es einschätzen kann, gilt Roberts Verbleib als völlig offen.

    Szene der Woche
    Hätte irgend jemand ein Drehbuch zur World Series geschrieben, er hätte wohl keine bessere Schlussszene erfinden können als die, die sich am Sonntag ereignet hat. Auf dem Mound stand Chris Sale, der Top-Pitcher der Red Sox. Er hätte zur tragischen Figur der Postseason werden können, weil er nach einer hervorragenden regulären Saison von einer Magenerkrankung geplagt war und seine Leistung nicht so abrufen konnnte wie gewohnt. Doch das Ende war für ihn mehr als versöhnlich: Er pitchte das neunte Inning des entscheidenden Spiels und schickte alle drei Batter per Strikeout von der Platte. Beim dritten Aus war ausgerechnet Manny Machado am Schlag. Der kurz vor der Trade-Deadline verpflichtete Shortstop der Dodgers hatte während der Playoffs kräftig an seinem Badboy-Image gearbeitet mit mehreren schlecht verdeckten Fouls und mit höhnischem Grinsen über die Buhrufe, die er für seine Aktionen erhielt. Die letzte Szene der Saison also war ein Strikeout von Sale gegen Machado. Nicht irgendein Strikeout, sondern ein perfekter Slider, der Machado so hart daneben schwingen ließ, dass er dabei auf die Knie ging. Baseball kann so schön sein.

    Statistik der Woche
    7:05. So viele Stunden dauerte – nein, nicht Spiel drei der World Series 2018. Das dauerte 7:20 Stunden und somit eine glatte Viertelstunde länger als die gesamte World Series 1939. Auch damals gab es schon den Modus „Best of 7“, also vier Siege bis zum Gewinn der Championship. Die New York Yankees schlugen damals die Cincinnati Reds in 4:0 Spielen.

    Der Rest der Liga
    Beginnen wir mit der traurigsten Nachricht dieser Baseballwoche: Willie McCovey ist tot. Der legendäre First Baseman der San Franciso Giants starb gestern im Alter von 80 Jahren. McCovey spielte von 1959 bis 1980 in der MLB, den größten und erfolgreichsten Teil davon für die Giants. Sein Name wird unsterblich bleiben, nicht nur weil McCovey 1986 in die Hall of Fame gewählt wurde und weil die Giants seine Nummer 44 retired haben, sondern vor allem weil die Bucht hinter der Rightfield-Tribüne von AT&T-Park – das Ziel der berühmten Splash-Hits – im Gedenken an den linkshändigen Slugger allseits als „McCovey Cove“ bekannt ist.

    In den MLB-Franchises geht es ab sofort und für die nächsten Monate vor allem um die Kaderzusammenstellung zur kommenden Saison 2019. Bei den New York Mets musste dafür erst mal ein neuer Verantwortlicher gesucht werden, nachdem General Manager Sandy Alderson während der Saison zurückgetreten war. Die Entscheidung fiel auf Brodie Van Wagenen, einen bisherigen Spieleragenten. Als solcher war Van Wagenen sehr einflussreich, hatte viele namhafte Klienten. Zu selbigen gehörten zum Beispiel die Mets Jacob deGrom, Noah Syndergaard, Yoenis Cespedes und Brandon Nimmo sowie von anderen Teams Robinson Cano, Ryan Zimmerman und Ryan Howard. Der 44-jährige Van Wagenen ist ein Verhandlungsprofi und gilt als guter Analytiker. Interessant wird sein, wie sich sein Wechsel von der Seite der Spieler- zur Seite der Klubvertreter auswirkt. Schließlich hat er nun die Macht und die Verantwortung, seinen Ex-Klienten zu erklären, ob sie aus Sicht des Vereins wirklich die Verträge verdienen, die er als Agent vor Kurzem noch für sie gefordert hat.

    Auch die Toronto Blue Jays sind auf der Suche nach einem neuen leitenden Angestellten fündig geworden. Bei ihnen war es der Posten des Managers, der zu besetzen war. Zur Erinnerung: Das ist im Gegensatz zum General Manager das, was man in anderen Sportarten als Headcoach bezeichnet. Diese Stelle wird ab sofort Charlie Montoyo ausfüllen. Montoyo hat als Spieler nur sehr kurz in die MLB hinein schnuppern dürfen, als Manager dürfte er aber nach 18 Jahren im Minor-League-System sowie drei Jahren als Third-Base-Coach und einem Jahr als Bench-Coach der Tampa Bay Rays wissen, was auf ihn zukommt. Die Coaches der Rays sind dieses Jahr heiß begehrt: Letzte Woche wurde schon Rocco Baldelli als neuer Manager der Twins vorgestellt und Matt Quatraro galt ebenfalls als Kandidat für einen höheren Posten. Den erhält er jetzt bei den Rays, indem er nach Montoyos Wechsel vom Third-Base-Coach zum Bench Coach aufsteigt.

    Kein neues Personal gibt es bei den Oakland Athletics, hier setzt man stattdessen auf Kontinuität: Vizepräsident Billy Beane, General Manager David Forst und Manager Bob Melvin erhielten allesamt frühzeitig neue Verträge, bevor die alten in einem Jahr ausgelaufen wären. Das ist ein klarer Vertrauensbeweis der Klubführung, den das Trio sich durch die sensationell starke Saison ihres Low-Budget-Teams redlich verdient hat.

    Eine der ersten Entscheidungen, die sämtliche General Manager in der Offseason zu treffen haben, ist die über sogenannte Qualifying Offers an Spieler. Ein Qualifying Offer ist ein Vertragsangebot über einen ligaweit einheitlichen Betrag – derzeit rund 17,9 Millionen Dollar – für einen Einjahresvertrag. Dieses Angebot kann man einem Spieler mit auslaufendem Vertrag machen, wenn er a) noch nie in seiner Karriere ein solches Angebot erhalten hat und b) die gesamte abgelaufende Saison im Kader des Vereins verbracht hat. Wahrscheinliche Kandidaten für ein Qualifying Offer sind dieses Jahr zum Beispiel Bryce Harper, Patrick Corbin, Dallas Keuchel und Craig Kimbrel – und auch Clayton Kershaw, falls er die oben erwähnte Option zieht. Wer so ein Angebot erhält, hat eine Woche Zeit, es anzunehmen. Lehnt er es ab und unterschreibt woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation.

    Neben dem allgemein geregelten Verfahren der Qualifying Offers stehen dieser Tage zahlreiche Entscheidungen über Optionen an, auf die sich die Klubs und die Spieler in den einzelnen Verträgen geeinigt haben. Um nur ein paar der schon ausgeübten oder abgelehnten Optionen zu nennen: Die Diamondbacks haben die Option für Paul Goldschmidt (14,5 Millionen) gezogen, die Giants die für Madison Bumgarner (12 Millionen) und die für Pablo Sandoval (550.000), die Red Sox die für Chris Sale (16 Millionen) und die Indians die für Carlos Carrasco (9 Millionen); abgelehnt wurden hingegen die Möglichkeiten, James Shields für 16 Millionen bei den White Sox, Ervin Santana für 14 Millionen bei den Twins und Gerardo Parra für 12,5 Millionen bei den Rockies zu halten. Diese Spieler werden nun ebenso Free Agents wie Mike Moustakas (15 Millionen) und Joakim Soria (10 Millionen), die sich selbst dagegen entschieden, ihre Verlängerungsoption bei den Brewers zu ziehen. David Price hingegen hat seine Option genutzt und sich damit vier weitere Jahre bei den Red Sox für insgesamt 127 Millionen Dollar gesichert.

    Keine formell vereinbarten Optionen hat J. T. Realmuto, der Catcher und letzte verbliebene Star der Miami Marlins. Sein Erstvertrag läuft noch für zwei Jahre und die muss er, wenn der Klub darauf besteht, bei den Marlins verbringen. Das Tischtuch zwischen den beiden Seiten scheint allerdings zerschnitten, denn Realmuto und sein Agent Jeff Berry ließen bereits öffentlich verlauten, er werde „zum Start des Spring Trainings definitiv ein anderes Trikot tragen“. Mit anderen Worten: Realmuto will kein Teil von Miamis Rebuilding-Projekt sein und verlangt einen Trade. Das könnte eine der interessanten Geschichten dieser Offseason werden.


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    Juli 5th, 2018 by Dominik

    Wer hätte vor der Saison darauf gewettet, dass am 5. Juli die Washington Nationals und die New York Mets bei einer negativen Bilanz stehen? Ich beschäftige mich nicht wirklich mit Sportwetten, aber wahrscheinlich hätte man mit diesem Tipp sehr reich werden können. Generell finde ich die National League dieses Jahr besonders interessant, denn im Gegensatz zur American League steht in keiner Division das Team an der Spitze, das eine Mehrheit dort erwartet hätte. In beiden Ligen gleichermaßen erfreulich finde ich, dass mit nur einer Ausnahme in allen Divisionen das Rennen so spannend ist, dass höchstens eineinhalb Spiele zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten liegen. So kann es meinetwegen gerne noch lange nach dem bevorstehenden All-Star-Break bleiben. Auch in den unteren Regionen der Tabellen wird es in den kommenden Wochen spannend: Für die dort feststeckenden Teams beginnt jetzt die heiße Phase, in der sie versuchen werden, möglichst viele Spieler, die wegen Alter oder Vertragsdauer ohnehin keine lange Zukunft mehr im Verein haben, bei den konkurrenzfähigen Teams gegen Nachwuchstalente einzutauschen. Manny Machado, Jacob deGrom und Mike Moustakas sind nur drei von vielen Namen, die derzeit als Kandidaten für solche Trades kursieren.

    National League
    In der National League East gibt es momentan viel Bewegung, nur an Rang eins für die Atlanta Braves (49-36) hat sich schon seit geraumer Zeit nichts mehr geändert. Das muss nicht so bleiben, denn nach zwei Niederlagen gegen die Yankees müssen die Braves nun zu einer schwierigen Serie nach Milwaukee und die Philadelphia Phillies (47-37) sind ihnen bereits dicht auf den Fersen, nachdem sie zuletzt unter anderem drei Siege gegen die Washington Nationals (42-43) eingefahren haben. Die Nationals, die eigentlich angetreten waren, um diese Division erneut zu gewinnen, haben 17 der letzten 22 Spiele verloren, sind nun sogar unter die .500-Marke gerutscht und damit weit hinter die Phillies und die Braves zurückgefallen. Noch viel weiter zurück sind die New York Mets (34-49) und die Miami Marlins (36-52), die zumindest dadurch für Spannung sorgen, dass sie sich momentan fast täglich auf dem letzten Platz abwechseln.

    Auch die NL Central wird momentan nicht von dem ursprünglichen Favoriten angeführt, doch die bislang zu unkonstanten Chicago Cubs (49-35) befinden sich gerade wieder mal in einem Ansturm auf die Spitze. Sechs Partien in Folge haben sie gewonnen und liegen jetzt nur noch ein Spiel hinter den Milwaukee Brewers (51-35). Die Brewers spielen an den nächsten Tagen wie schon erwähnt ein Duell der Überraschungsteams gegen die Braves, während die Cubs mit den Cincinnati Reds (38-49) eine scheinbar einfachere Aufgabe vor sich haben. Nicht vergessen sollte man die St. Louis Cardinals (44-41), die sich an ihrer bevorzugten Stelle halten: im Windschatten. Eine frisch gewonnene Serie gegen die Diamondbacks zeigt, dass mit den Cardinals nach wie vor zu rechnen ist – anders als mit den Pittsburgh Pirates (40-46), deren starker Start in die Saison längst vergessen ist und die bis zum All-Star-Break noch ein schweres Restprogramm (Phillies, Nationals, Brewers) vor sich haben.

    Die Los Angeles Dodgers (47-39) finde ich dieses Jahr besonders schwer einzuschätzen. Immer wieder kämpfen sie sich in der NL West an die Spitze heran, um dann plötzlich ganz stark nachzulassen. Zurzeit zeigt die Konjunkturkurve nach vier Siegen hintereinander wieder nach oben. In den restlichen zehn Spielen bis zur Pause sind sechsmal die Stadtrivalen Los Angeles Angels der Gegner der Dodgers. Die Arizona Diamondbacks (48-39), zurzeit im Fernduell noch ein halbes Spiel vor den Dodgers, wirken angeschlagen, haben fünf der letzten sechs Spiele verloren. Darunter war ein Sweep durch die San Francisco Giants (45-43), die dadurch ebenfalls nah an die Spitze gerückt sind – das haben sie aber gleich wieder verspielt, indem sie sich ihrerseits von den Colorado Rockies (44-43) sweepen ließen. Um das aktuelle Bild der NL West zusammenzufassen: Keines der Teams kann bislang mit Klasse und Konstanz überzeugen, aber gerade das macht die Division zu einer der spannendsten der Liga.

    American League
    Extrem spannend ist auch die American League East, allerdings nur was den Zweikampf um die Spitze angeht. Am letzten Wochenende verloren die Boston Red Sox (59-29) das direkte Duell gegen die New York Yankees (56-28) zwar mit 1:2, aber die Tabellenführung konnten sie trotzdem behaupten, weil sie in den letzten zehn Spielen außer diesen beiden Niederlagen alles gewannen. Gegen die Royals, die Rangers und die Toronto Blue Jays (40-46) dürfte die Wahrscheinlichkeit nicht schlecht stehen, auch die restlichen Spiele bis zum All-Star-Break deutlich positiv zu gestalten. Das gilt allerdings auch für die Yankees, die es ebenfalls mit den Blue Jays sowie mit den Baltimore Orioles (24-61) zu tun bekommen. Ein Härtetest dürfte höchstens die Serie bei den Indians Ende nächster Woche werden.

    Jene Cleveland Indians (48-37) haben in der AL Central gerade die Pflichtaufgabe gegen die Kansas City Royals (25-61) souverän erledigt und bleiben für mich weiterhin der langweiligste aller Tabellenführer – langweilig, weil sie auf Platz eins ihrer Division völlig unangefochten sind, aber auch weil ihnen dafür Leistungen reichen, die man wohl als gehobenes Mittelmaß bezeichnen darf. Wer gehofft hatte, dass entweder die Detroit Tigers (38-50) oder die Minnesota Twins (35-48) noch mal etwas Spannung reinbringen könnten, der wird enttäuscht sein: Beide haben je elf ihrer letzten dreizehn Spiele verloren und können sich getrost auf die Pläne konzentrieren, welche Veteranen man zur Trade Deadline einigermaßen gewinnbringend loswerden kann. Auch für die Chicago White Sox (30-56) und die Kansas City Royals (25-61) geht es natürlich schon lange um nichts anderes mehr.

    Sehr viel lieber als in die AL Central schaut man als interessierter und halbwegs neutraler MLB-Fan zurzeit in die AL West. Dort gibt es zum einen die Houston Astros (57-31), in meinen Augen immer noch das stärkste Team der Liga, auch wenn der spektakuläre Fight zwischen den Yankees und den Red Sox die Aufmerksamkeit ein bisschen von ihnen weglenkt. Komisch eigentlich, denn schließlich gibt es auch die Seattle Mariners (55-32), durch die auch in dieser Division der Sieg alles andere als ein Selbstläufer ist. Ein bisschen leid tut es mir um die Oakland Athletics (48-39), denn auch die spielen bislang eine richtig starke Saison, haben aber angesichts der Kräfteverhältnisse in der American League trotzdem kaum Aussichten auf einen Playoff-Platz. Die einzige Hoffnung, daran etwas zu ändern, wäre ein Einbruch der Mariners. Der kann durchaus kommen, auch wenn zurzeit nicht viel darauf hindeutet und ich es ihnen nicht wünsche.

    Szene der Woche
    Wahrscheinlich haben wir diese Woche den Homerun-Raub des Jahres gesehen, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden, welcher es war: Der von Torontos Kevin Pillar gegen Nick Castellanos oder der von Milwaukees Keon Broxton gegen Brian Dozier? Seht sie euch an und entscheidet selbst!

    Statistik der Woche 
    17:1. Das war der Endstand zwischen den Los Angeles Dodgers und den Pittsburgh Pirates am Montag. Das Besondere daran ist, dass Dodgers-Reliever Caleb Ferguson sich in diesem Spiel einen Save verdient hat. Das klingt kaum zu glauben, denn normalerweise besteht ein Save darin, dass man eine Führung von höchstens drei Runs verteidigt oder aber eine Führung, die durch vorhandene Baserunner auf der Kippe steht. Relativ unbekannt ist die Regelung, dass ein Save auch darin bestehen kann, als Reliever mindestens drei Innings bis zum letzten Out des Spiels zu pitchen. In dem Fall spielt der konkrete Spielstand keine Rolle und so kam es, dass Ferguson einen 16-Run-Save verbuchen konnte.

    Spiel der Woche
    Die Spiele der Miami Marlins und der Tampa Bay Rays sind selten für Schlagzeilen gut, aber am Mittwoch haben die beiden sich ein richtig gutes Lokalderby geliefert. Fünfeinhalb Stunden dauerte es, bis nach 16 Innings die Rays als Sieger feststanden. Vorangegangen waren ein schneller Start der Rays, die nach eineinhalb Innings 4:0 in Front lagen, sowie eine erfolgreiche Aufholjagd der Marlins, die im fünften Inning auf 4:4 ausglichen. Fast wären sie sogar in Führung gegangen, doch Defensiv-Ass Kevin Kiermaier gelang es, nach einem gefangenen Flyball Brian Anderson an der Homeplate auszuwerfen. Es folgten zehn scorelose Innings, bevor den Rays im 16. Durchgang nach dem zweiten Out fünf Runs gelangen. Angesichts der daraus resultierenden 9:4-Führung entschied Rays-Manager Kevin Cash, seinen Bullpen zu schonen und Backup-Catcher Jesus Sucre pitchen zu lassen. Das ging fast schief, denn Sucre ließ drei Singles und einen Sacrifice Fly zu, bevor Cash ein Einsehen hatte und Jose Alvarado brachte, um die letzten zwei Outs einzufahren.

    Mein Einschalttipp
    Wenn am Sonntag ab 19:10 Uhr europäischer Zeit die New York Mets auf die Tampa Bay Rays treffen, dann wird das vermutlich keine Sternstunde des Baseballs werden. Die Mets befinden sich in einem desolatem Zustand und im heimischen Citi Field sind sie vor allem offensiv noch eine viel größere Katastrophe als auswärts. Starting Pitcher wird am Sonntag irgendein Minor Leaguer sein, der vom Klub bislang noch nicht mal benannt wurde. Das liegt daran, dass Jacob deGrom, Steven Matz und Zack Wheeler momentan die einzigen sind, die von der Rotation der Mets noch übrig sind. Jason Vargas und Noah Syndergaard sind nach Verletzungen im Aufbautraining und so lange überbrückt man mit Spot-Startern. Syndergaard wird sogar am gleichen Tag einen Rehab-Start im Single-A-Team in Brooklyn absolvieren – er steht also nur wenige Kilometer entfernt auf dem Minor-League-Mound, während die Zuschauer im Citi Field einen nicht zu beneidenden Lückenbüßer kennenlernen dürfen. Der Gegner sind die Rays, die eine für ihre Verhältnisse ordentliche Saison spielen, aber weit entfernt von den zwei übermächtigen Konkurrenten im Niemandsland der AL East dümpeln – ein rundum mittelmäßiges Team um den ebenso mittelmäßigen Starter Nathan Eovaldi (3.92 ERA, 4.75 FIP). Warum um alles in der Welt empfehle ich euch ausgerechnet dieses Spiel? Nun, ich habe „leider“ schon lange Tickets für die Partie und wenn ich sie mir schon anschauen muss, könnt ihr es doch aus Solidarität auch tun, oder? DAZN hat das Spiele aus unerfindlichen Gründen nicht im Programm, aber auf mlb.tv könnt ihr es live, in Farbe und in voller Länge genießen.

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    März 15th, 2018 by Dominik

    Zwei Wochen bis zum Opening Day und das Fieber steigt. Die aktuellen Stände im Spring Training habe ich der Vollständigkeit halber hiermit verlinkt, ansonsten breite ich darüber lieber den Mantel des Schweigens – zum Glück sind diese Spiele völlig bedeutungslos. Interessanter dürfte sein, dass es diese Woche einige erwähnenswerte Free-Agent-Signings gab. Den meisten davon merkt man an, dass die betreffenden Spieler – obwohl wirklich tolle Leute darunter sind – nach dem letzten Strohhalm gegriffen haben, um endlich irgendwo unterzukommen. Von den „großen“ Namen sind nun nur noch wenige auf dem Markt übrig. Die prominentesten Arbeitslosen der MLB dürften momentan RP Greg Holland und SP Alex Cobb sein.

    Moustakas hat sich verzockt
    So hat sich das 3B Mike Moustakas sicher nicht vorgestellt mit seinem Free-Agent-Jahr: Zu Beginn der Offseason lehnte er das Qualifying Offer der Royals ab. Dieses hätte ihm gut 17 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr in Kansas City eingebracht. Das reichte Moustakas und seinem Agenten Scott Boras nicht, sie wollten mehr Dollars und eine längere Vertragslaufzeit. Aber der Markt spielte nicht mit, Moustakas blieb lange ohne neuen Vertrag und nun blieb ihm offenbar nichts anderes übrig als zu deutlich schlechteren Konditionen bei den Royals zu bleiben. Der Vertrag läuft zunächst ein Jahr und bringt ihm 6,5 Millionen plus leistungsbezogene Boni. Es gibt eine beidseitige Option für ein zweites Jahr, in dem Moustakas 15 Millionen bekommen würde. Für die Royals ist das ein toller Verhandlungserfolg, zu Contendern werden sie aber auch durch Moustakas nicht werden.

    Arrieta zu den Phillies 
    Auch Jake Arrieta ist ein Stück weit zum Opfer der aus Spielersicht ungünstig verlaufenden Offseason geworden. Über das Jahresgehalt von 25 Millionen Dollar, das der Pitcher bei den Philadelphia Phillies bekommen wird, kann er sich sicher nicht beschweren, doch eigentlich hatte er nach einer längeren Bindung als drei Jahre gesucht. Es ist vermutlich die zentrale Erkenntnis dieser Offseason, dass die Zeiten weitgehend vorbei sind, in denen die Klubs 32-jährigen Spielern Sechsjahresverträge angeboten haben. Das ist sicher vernünftig und genauso vernünftig ist, dass Arrieta und die Phillies zusammen gefunden haben. In meiner Saisonvorschau letzte Woche hatte ich einen erfahrenen Starter als das fehlende Puzzleteil für dieses Team identifiziert und die Phillies haben prompt den besten geholt, der für Geld zu bekommen war.

    Twins holen Lynn
    Ganz ähnlich ist die Situation bei den Minnesota Twins. Auch sie stellen ein junges Team, dessen größtes Fragezeichen bis vor Kurzem die Starting Rotation war, und auch sie haben sich nun an dieser Stelle verstärkt: Lance Lynn unterschreibt für ein Jahr und 12 Millionen Dollar. Im Vergleich mit zum Beispiel Arrieta oder Yu Darvish ist das ein echtes Schnäppchen für den Verein. Lynn spielte von 2011 bis 2017 für die St. Louis Cardinals und hatte in keinem Jahr seiner MLB-Karriere einen ERA von über 4. 2016 musste er zwar wegen einer Tommy-John-Surgery aussetzen, doch seine Leistungen im Jahr 2017 (3.43 ERA in 186.1 IP) ließen keine Zweifel an seiner vollständigen Genesung aufkommen.

    Walker von Queens in die Bronx
    Neil Walker, ehemals Second Baseman der Mets, kehrt nach seinem kurzen Milwaukee-Ausflug zurück nach New York, allerdings in einen anderen Stadtteil. Er spielt nun zwar beim namhaftesten Baseballklub der Welt, allerdings musste auch er zu einem relativen Schnäppchenpreis unterschreiben. Er bekommt 4 Millionen Dollar für ein Jahr und wird bei den Yankees dazu dienen, den Übergang zu den Nachwuchs-Infieldern Gleyber Torres und Miguel Andujar zu erleichtern – indem er als Mentor fungiert und ihnen mit seinen Einsätzen Pausen oder wenn nötig auch noch etwas Zeit in den Minors ermöglicht. Eine solche Rolle ist fast zu schade für einen Spieler seines Kalibers, für den Fangraphs zu Beginn der Offseason einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen Dollar prognostizierte. Möglicherweise haben die Yankees auch deshalb zugegriffen, weil sie damit rechnen, Walker während der Saison gewinnbringend weitertraden zu können.

    CarGo bleibt bei den Rockies
    Im Gegensatz zu den bisher erwähnten Spielern war es für Outfielder Carlos Gonzalez fast schon absehbar, dass er nicht mit einem großen Zahltag in der Free Agency rechnen durfte. Er hatte 2017 offensiv ein schwieriges Jahr (.262/.339/.423, 14 HR, -0.2 fWAR) und seine schwache Defense sowie Probleme mit linkshändigen Pitchern machen ihn nicht gerade attraktiver. Dass er nun für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr bei den Colorado Rockies bleiben darf, ist von daher durchaus als Erfolg für ihn zu werten – obwohl er letztes Jahr an gleicher Stelle noch das Vierfache verdient hat.

    Lucroy landet in Oakland 
    Auch für die Oakland Athletics ist beim Winterschlussverkauf noch etwas abgefallen: Sie haben sich mit Catcher Jonathan Lucroy auf einen Einjahresvertrag von 6,5 Millionen Dollar geeinigt. Die Athletics sind weit entfernt von Konkurrenzfähigkeit, doch Lucroy ist definitv eine sinnvolle Ergänzung. Er wertet die bislang auf Replacement-Level besetzte Position sowohl direkt auf als auch indirekt, indem er die neuen Kollegen an seiner reichhaltigen Erfahrung teilhaben lassen wird.

    Dopingsperre für Royals-Outfielder Bonifacio
    Unterdessen hat Jorge Bonifacio Erfahrungen gemacht, auf die man gerne verzichtet: Er hat versucht, sich mit verbotenen Mitteln – konkret geht es um das Steroid Boldenon – einen Vorteil zu verschaffen, und er hat sich dabei erwischen lassen. Der Outfielder wird nun 80 Spiele lang, also rund die halbe Saison, zuschauen und in dieser Zeit auch auf sein Gehalt verzichten müssen. Für Ned Yost, den Manager der Royals, war es ein Schock („It really kind of made me sick to my stomach“), aber wenigstens sparte er sich dadurch eine unangenehme Personalentscheidung. Denn durch Bonifacios Sperre wurde automatisch der Rosterplatz frei, den die Royals für Moustakas brauchten.

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    März 8th, 2018 by Dominik

    Noch exakt drei Wochen sind es bis zum Saisonstart der MLB. Mike Moustakas, Jake Arrieta, Lance Lynn, Alex Cobb, Greg Holland und einige andere sind nach wie vor arbeitslos, während es in den vergangenen Tagen nur ein paar Verpflichtungen aus der zweiten oder dritten Reihe der Free Agents gab. Einige davon mussten sich mit einem Minor-League-Vertrag begnügen, nachdem der Markt in dieser Offseason für den Großteil der Spieler nicht viel hergab. Für den erwartungsfrohen Baseballfan gibt es immerhin schon seit zwei Wochen täglich Live-Baseball. Wenn man sich die aktuellen Stände im Spring Training anschaut, dann sieht das schon fast so aus, wie es auch in der regulären Saison laufen könnte: Die New York Yankees (10-2) führen die Grapefruit League an, die Chicago Cubs (9-2) die Cactus League, während sich ganz unten die Pittsburgh Pirates (3-7) und die Texas Rangers (3-8) tummeln.

    Was bedeuten Spring-Training-Ergebnisse?
    Nur zur Erinnerung, bevor die Fans der Yankees und der Cubs mit dem Feiern anfangen und die der Rangers und der Pirates Tränen vergießen: Die Ergebnisse des Spring Trainings haben nur einen ganz geringen Zusammenhang mit denen der regulären MLB-Saison. Letztes Jahr landeten zum Beispiel die Houston Astros im Spring Training nur bei 15-15, während Teams wie die Pittsburgh Pirates (19-12) oder die Los Angeles Angels (21-14) es auf hervorragende Bilanzen brachten – wir wissen alle, dass es nach der regulären Saison deutlich anders aussah.

    Noch ein Tommy-John-Opfer bei den Rays
    Schlechte Nachrichten für die Tampa Bay Rays: Nach Top-Prospect Brent Honeywell muss nun ein weiteres Pitching-Talent der Rays die Hoffnung begraben, dieses Jahr in der MLB sein Können unter Beweis zu stellen: José de León hat sich ein Band im Ellenbogen gerissen und wird sich genau wie Honeywell einer Tommy-John-Surgery unterziehen müssen. Die übliche Ausfallzeit nach dieser Prozedur beträgt 12 bis 14 Monate.

    Ichiro zurück in Seattle
    Für die Fans der Mariners und für einen der berühmtesten Spieler ihrer Geschichte wird ein Traum wahr: Ichiro Suzuki ist zurück in Seattle. Der 44-jährige Outfielder erhält einen Einjahresvertrag über 750.000 bis 2 Millionen Dollar und die Gelegenheit, seine großartige MLB-Karriere an dem Ort ausklingen zu lassen, an dem er die ersten zwölf Jahre davon verbracht hat. Für die Mariners war ein Move nötig geworden, nachdem in ihrem ohnehin dünn besetzten Outfield Ben Gamel für sechs Wochen ausfällt und auch Mitch Haniger und Guillermo Heredia angeschlagen sind. Ichiro stellt für die Mariners sowohl die benötigte Ergänzung auf dem Feld als auch eine willkommene Promotion- und Merchandising-Möglichkeit dar.

    Rangers verpflichten kubanisches Talent
    Die Texas Rangers haben 2,8 Millionen Dollar ihres internationalen Bonuspools investiert und sich die Dienste von Julio Pablo Martinez gesichert. Das 21-jährige kubanische Outfield-Talent erhält getreu den Regeln für internationale Verpflichtungen einen Minor-League-Vertrag sowie die genannte Summe als Signing Bonus. Martinez wird auf der Liste der Top-100-Prospects von Baseball America auf Rang 60 aufgenommen und ist damit das dritthöchste Prospect der Rangers.

    Weitere Signings
    2B/3B Ryan Schimpf konnte sich bei den Tampa Bay Rays, die ihn erst im Dezember von den San Diego Padres ertradet hatten, nicht durchsetzen. Gegen eine finanzielle Entschädigung lassen die Rays ihn nun weiterziehen zu den Atlanta Braves. Die Braves können ihn als Absicherung an der noch nicht endgültig besetzten dritten Base gebrauchen und ihn, da er noch zwei Jahre lang Minor-League-Optionen hat, ihn zwischendurch problemlos in der Farm parken.

    Auch die Kansas City Royals haben noch etwas für die Tiefe ihres Kaders getan: Für ein Jahr und drei Millionen Dollar ergänzt Jon Jay das Outfield und Pitcher Ricky Nolasco bekommt einen Minor-League-Vertrag sowie die Chance, sich um einen Platz in der Starting Rotation zu bewerben.

    Genau wie Nolasco hat auch Reliever Tyler Clippard keinen Erfolg dabei gehabt, einen neuen MLB-Vertrag zu finden. Auch er hat daher einen Minor-League-Vertrag unterschrieben in der Hoffnung, bei den Toronto Blue Jays so sehr zu überzeugen, dass er es zurück in die Majors schafft.

    Allrounder Danny Valencia muss sich bei den Baltimore Orioles ebenfalls vorerst mit einem Minor-League-Vertrag zufrieden geben. Er hat allerdings die Option ausgehandelt, dass er 1,2 Millionen plus leistungsbezogene Bestandteile verdienen wird, sofern die Orioles ihn ins MLB-Team holen. Valencia ist hauptsächlich eine Absicherung für den Fall von Verletzungen, vielleicht aber auch für einen möglichen Trade von Manny Machado.

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    Februar 22nd, 2018 by Dominik

    Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Zum ersten Mal in dieser zu Ende gehenden Offseason kann man sagen, dass es in den letzten Tagen mit Free-Agent-Verpflichtungen und Trades Schlag auf Schlag ging. Offensichtlich fühlen sich einige Teams nun doch unter Druck, vor dem Beginn der Spring-Training-Spiele noch den Kader zu komplettieren. Die Verträge, die zum Beispiel Eric Hosmer und J. D. Martinez unterschrieben haben, machen jedenfalls nicht den Eindruck, als wären es die Spieler gewesen, die am Ende des Verhandlungsmarathons klein beigegeben haben.

    Auch die Ligaführung ist endlich zu Potte gekommen und hat bekannt gegeben, welche Regeländerungen zur neuen Saison in Kraft treten werden. Erwartungsgemäß dreht sich dabei alles um das Ziel, das Spiel zu beschleunigen. Wenigstens wurde auf die Einführung einer Pitch-Clock verzichtet.

    Start der Spring-Training-Spiele
    Gestern gab es schon die erste Baseball-Action mit einem Freundschaftsspiel der Arizona Diamondbacks gegen die Arizona State University. Erwartungsgemäß gewannen die Diamondbacks 6:2, Major Leaguer kamen allerdings kaum zum Einsatz. Heute gibt es ein paar weitere Spiele von MLB-Teams gegen Colleges in Florida, am morgigen Freitag geht es dann richtig los mit den ersten Spring-Training-Spielen der Cactus League (Arizona) und der Grapefruit League (Florida). Viele der Spiele werden auf mlb.tv übertragen. Es sind nur Vorbereitungsspiele und die Ergebnisse letztlich egal, aber ich mag das Spring Training und schalte gerne rein, weil es eine schöne Gelegenheit ist, die MLB-Spieler mal wieder in Aktion zu sehen und sich ein erstes Bild von dem einen oder anderen Prospect zu machen.

    Die Liga drückt aufs Tempo
    Kurz vor Saisonstart hat die MLB eine ganze Reihe von Regeländerungen festgelegt, die dem von Commissioner Rob Manfred ausgegebenen Ziel dienen sollen, die durchschnittliche Spieldauer zu verkürzen. Die von vielen Spielern gefürchtete Pitch-Clock wird vorerst nicht eingeführt, dafür stimmte die Spielergewerkschaft MLBPA zwei anderen Maßnahmen zu: Die erste und wichtigste Änderung besteht darin, dass Besuche auf dem Mound auf sechs pro Spiel begrenzt werden, egal ob von Trainern und Spielern. Geht ein Spiel in Extra-Innings, ist pro Inning ein weiterer Mound-Besuch erlaubt. Mound-Besuche, die der Auswechslung eines Pitchers dienen, werden dabei nicht mitgezählt. Der zweite Mound-Besuch eines Trainers innerhalb eines Innings bedeutet nach wie vor automatisch die Auswechslung des Pitchers. Das gleiche gilt nun auch für jeden anderen Mound-Besuch, der über die erlaubte Anzahl hinaus geht.

    Ebenfalls begrenzt wird die Zeit der Pausen zwischen den (Halb-)Innings sowie bei Pitcherwechseln. Diese dürfen ab sofort höchstens 2:05 Minuten dauern, wenn ein Spiel nur lokal im TV übertragen wird, 2:25 Minuten bei landesweiten Übertragungen und 2:55 Minuten bei Playoff-Spielen. Diese Regeländerung finde ich so überraschend wie erfreulich, denn sie läuft eine Kürzung der Werbepausen hinaus.

    Eric Hosmer zu den Padres
    Für First Baseman Eric Hosmer hat sich das lange Warten gelohnt: Er hat sich mit den San Diego Padres auf einen Vertrag geeinigt, der ihm in den kommenden acht Jahren 144 Millionen Dollar einbringen wird. Diese setzen sich zusammen aus einem Unterschriftsbonus von 5 Millionen, je 20 Millionen für die ersten fünf Jahre und je 13 Millionen für die drei folgenden Jahre. Obendrein konnte Hosmers Agent Scott Boras für seinen Klienten aushandeln, dass dieser nach fünf Jahren die Möglichkeit hat, aus dem Vertrag auszusteigen. Meiner Ansicht nach ist es eine Wahnsinnsleistung des Agenten, einen so vorteilhaften Vertrag für einen 28-Jährigen herauszuholen, der bislang vor allem durch jährlich schwankende Leistungen aufgefallen ist. Um genau zu sein, haben sich in Hosmers Karriere bislang gute und schlechte Jahre konsequent abgewechselt. Das gilt jedenfalls für die Offense. Seine Defense hingegen war durchgehend unterdurchschnittlich. Mit -8.7 UZR und -13 DRS war er in den letzten beiden Jahren einer der schlechtesten First Basemen der Liga – und trotzdem gewann er 2017 bereits seinen vierten Gold Glove. Es ist manchmal schon seltsam, wie um einige Spieler ein Hype entsteht, der ihnen Auszeichnungen und Monsterverträge bringt, ohne dass diese durch tatsächliche Leistungen erklärbar wären. Ich habe keine Ahnung, was die Padres geritten hat, ausgerechnet für Hosmer ihr Konto zu plündern.

    J. D. Martinez und die Red Sox finden zueinander
    Dass die Boston Red Sox an J. D. Martinez interessiert sind, war buchstäblich seit Monaten allgemein bekannt. Dennoch dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis der Deal in trockenen Tüchern war, da beide Seiten offenbar hart und geduldig verhandelten und sich zwischendurch auch mal öffentlich übereinander beschwerten. Nun haben sich der 30-jährige Slugger – auch er wird übrigens von Scott Boras vertreten – und der Klub also endlich geeinigt: Der Vertrag läuft über fünf Jahre, bringt Martinez 110 Millionen Dollar ein und gibt ihm die Chance, nach drei Jahren zu kündigen. Aller Voraussicht nach wird Martinez eher selten im Outfield spielen, wo Mookie Betts, Jackie Bradley Jr. und Andrew Benintendi ihre Stammplätze haben, sondern meistens als DH eingesetzt werden. Dort klaffte seit dem Karriereende von „Big Papi“ David Ortiz eine Lücke, die Hanley Ramirez allenfalls mittelmäßig ausfüllte. Ramirez wird sich nun vermutlich mit Mitch Moreland an der ersten Base abwechseln. Das gilt jedenfalls solange sich keiner der regulären Outfielder verletzt; in dem Fall würde Martinez dort einspringen und Ramirez wieder als DH übernehmen.

    Haufenweise weitere Signings und Trades
    Neben den beiden großen Fischen Hosmer und Martinez gab es in den letzten Tagen eine ganze Reihe weiterer Vertragsabschlüsse, die ich wenigstens mal kurz erwähnt haben möchte, auch wenn ich nicht ausführlich auf jeden davon eingehen kann:

    Die Baltimore Orioles ergänzen ihre Starting Rotation mit Andrew Cashner (2 Jahre, 16 Millionen, mit Option auf ein drittes Jahr) und mit Rückkehrer Chris Tillman (1 Jahr, 3 Millionen Dollar). Mit Colby Rasmus kommt zudem eine linkshändige Alternative fürs Outfield über einen Minor-League-Vertrag nach Baltimore.

    Die Minnesota Twins haben sich ebenfalls zwei Ergänzungs-Starter gesichert: Anibal Sanchez bekommt für einen Einjahresvertrag 2,5 Millionen Dollar, die er durch leistungsbezogene Vereinbarungen verdoppeln kann. Für Jake Odorizzi wird Minor-League-Shortstop Jermaine Palacios zu den Tampa Bay Rays geschickt. Odorizzi bringt einen Einjahresvertrag über 6,3 Millionen Dollar mit und bleibt für ein weiteres Jahr per Arbitration an die Twins gebunden.

    Auch die New York Mets holen sich mit Jason Vargas einen weiteren Starter; sein Vertrag ist quasi eine Kopie von dem, den Cashner bei den Orioles unterschrieben hat: zwei Jahre, 16 Millionen Dollar und ein optionales drittes Jahr.

    Für ein Jahr und 8 Millionen Dollar geht SP Jaime Garcia zu den Toronto Blue Jays. Auch sie haben sich die Option gesichert, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern.

    SP Edinson Volquez kehrt, zunächst nur im Rahmen eines Minor-League-Vertrages, zurück zu den Texas Rangers. Er hofft, 2019 noch mal den Sprung in die MLB zu schaffen, wenn er seine aktuelle Verletzung auskuriert hat. Einen weiteren Minor-League-Vertrag vergeben die Rangers an Pitcher Jesse Chavez; sollte er im Spring Training einen Platz in der Rotation oder im Bullpen erobern, wird er dieses Jahr 1,5 Millionen Dollar verdienen.

    Reliever Tony Watson verstärkt die San Francisco Giants für 7 bis 9 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren, der Klub hat die Option auf ein weiteres Jahr.

    Auch die Washington Nationals ergänzen ihren Bullpen, zu ihnen kommt der 40-jährige Joaquin Benoit (1 Jahr, 1 Million).

    Die Arizona Diamondbacks waren bei ihrer Suche nach Hilfe für das Outfield wohl auch an J. D. Martinez interessiert, doch nachdem dieser sich mit den Red Sox einig wurde, handelten sie schnell: Nach Arizona kommt nun Jarrod Dyson, der für zwei Jahre 7,5 Millionen Dollar erhält.

    Auch die Miami Marlins sichern sich einen zusätzlichen Outfielder: Nach 2008 bis 2010 wird Cameron Maybin nun zum zweiten Mal in seiner Karriere für die Marlins spielen. Für seinen Einjahresvertrag erhält er 3,25 Millionen Dollar.

    Die Tampa Bay Rays haben überraschend Outfielder Corey Dickerson designated for assignment. Als Ersatz kommt Carlos Gomez (1 Jahr, 4 Millionen), der außer im Outfield auch als DH zu Einsätzen kommen könnte. Zudem haben die Rays 1B C. J. Cron gegen Cash oder einen später zu benennenden Spieler von den Los Angeles Angels geholt.

    Die Angels wiederum tun etwas für die Tiefe ihres Outfields mit der Verpflichtung von Chris Young (1 Jahr, 2 Millionen) und einem Trade für Jabari Blash, für den die New York Yankees ebenfalls Cash oder einen später zu benennenden Spieler erhalten. Einen Minor-League-Vertrag bei den Angels erhält 1B Chris Carter. Bei Bedarf wird dieser zu einem Major-League-Kontrakt über ein Jahr und 1,75 Millionen umgewandelt.

    Infield-Allrounder Eduardo Nunez wird bei den Boston Red Sox bleiben: Für 4 Millionen Dollar verlängert er seinen Vertrag zunächst um ein Jahr und hat dann die Option auf seiner Seite, ein weiteres Jahr für weitere vier Millionen dranzuhängen.

    Zum Abschluss noch ein schön unübersichtlicher Dreiecks-Trade: 2B/3B Brandon Drury wechselt von den Diamondbacks zu den Yankees, die somit eine Absicherung für den Fall gefunden haben, dass einer der Rookies Gleyber Torres und Miguel Andujar nicht die Erwartungen erfüllt. Outfielder Steven Souza Jr. geht von den Rays zu den Diamondbacks. Minor-League-Pitcher Anthon Widener wird von den Yankees zu den Diamondbacks geschickt. Die Rays erhalten von den Yankees 2B-Prospect Nick Solak und von den Diamondbacks Pitching-Prospect Anthony Banda sowie zwei später zu bennende Spieler.

    Diese Spieler sind noch zu haben
    So langsam lichten sich die Reihen der Free Agents, die noch kein Team gefunden haben. Natürlich gibt es immer noch Dutzende, die auf einen Vertrag hoffen, aber die meisten von ihnen fallen in den Graubereich, aus dem heraus man mit etwas Glück einen Ein- oder Zweijahresvertrag in der MLB bekommt, sich vielleicht aber auch mit einem Minor-League-Kontrakt zufrieden geben oder über das Karriere-Ende nachdenken muss. Kandidaten, die meiner Einschätzung nach sicher noch eine Beschäftigung zu attraktiven Bedingungen finden werden, sind SP Jake Arrieta, 3B Mike Moustakas, RP Greg Holland, SP Lance Lynn und SP Alex Cobb in der ersten sowie C Jonathan Lucroy, OF Carlos Gonzalez, SP John Lackey, 1B Lucas Duda und 2B Neil Walker in der zweiten Reihe.

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    November 12th, 2017 by Dominik

    Die Free Agency läuft offiziell seit einer Woche, die großen Deals sind bislang noch ausgeblieben. Das ist nicht weiter überraschend, denn üblicherweise kommt erst ab den Winter Meetings der MLB – dieses Jahr vom 10. bis 14. Dezember in Orlando – richtig Bewegung in den Markt. Das nennenswerteste Signing der letzten Tage ist der Fünfjahresvertrag über 106 Millionen Dollar, für den Outfielder Justin Upton bei den Los Angeles Angels bleibt. Upton war kein Free Agent, er hatte aber eine Ausstiegsoption im alten Vertrag, die nun natürlich hinfällig ist.

    Die diesjährige Free-Agent-Klasse umfasst verhältnismäßig viele gute Starting Pitcher, zwei Top-Closer, eine bunte Mischung aus Positionsspielern und ein japanisches Ausnahmetalent, das die Liga auf Jahre hinaus prägen könnte. Hier sind meine Top-20 der Free Agents 2017:

    1. Shohei Otani, SP/OF, Hokkaido Nippon Ham Fighters

    Der 23-jährige Otani ist in aller Munde als das wohl größte Talent, das der Baseball seit einiger Zeit gesehen hat. Otani dominiert die japanische Liga sowohl als Pitcher als auch am Schlag. In der MLB würde er sicher vornehmlich als Pitcher eingesetzt, aber es wäre denkbar, dass er an Tagen zwischen seinen Starts auch als Batter aufgestellt wird – vor allem, wenn er in der American League landet und somit als Designated Hitter infrage kommt. Aufgrund seines Alters gilt Otani für die MLB als „internationaler Amateur-Free-Agent“ und kann dem aktuellen Collective Bargaining Agreement zufolge nur einen Vertrag über rund 10 Millionen Dollar bekommen – und auch das nur, wenn ein Team sein erlaubtes Budget für internationale Verpflichtungen durch Trades auf das Maximum erhöht und dieses Maximum vollständig für Otani einsetzt. Er könnte diesen Kraftakt wert sein. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass Otani bei seinem ersten Vertrag auf die eine oder andere Million verzichtet und das Team wählt, bei dem ihm die ruhmreichste Karriere winkt. Mein Tipp: Er landet bei den Yankees.

    1. Yu Darvish, SP, Los Angeles Dodgers

    Auch der Rang des besten „normalen“ Free Agents ist in japanischer Hand. Yu Darvish – er kam  2011 übrigens ebenfalls von den Ham Fighters in die MLB – hatte eine World Series zum Vergessen, ist und bleibt aber ein sehr guter Pitcher. Er wird keine Probleme haben, einen langfristigen Vertrag und ein Jahresgehalt von 25 Millionen Dollar oder mehr an Land zu ziehen. Mein Tipp: Er geht zu den Cubs.

    1. J.D. Martinez, OF, Arizona Diamondbacks

    Martinez kam im Juli per Trade von den rebuildenden Tigers zu den Diamondbacks und erwies sich dort als offensive Granate mit einer Slashline von .302/.366/.741 und 29 Homeruns in 62 Spielen. Mit diesen Zahlen ist er der beste auf dem Markt verfügbare Batter und es ist davon auszugehen, dass die Diamondbacks bei einem Wettbieten um Martinez‘ Dienste nicht mithalten können. Mein Tipp: Sofern die Giants nicht für Giancarlo Stanton traden, ist Martinez ihr Mann.

    1. Jake Arrieta, SP, Chicago Cubs

    Arrieta hat in den vergangenen zwei Jahren 2 mph von seinem Fastball verloren und auch seine sonstigen Werte weisen einen eher absteigenden Trend auf. Dennoch ist der 32-Jährige ein verlässlicher Starter und anerkannter Führungsspieler, der mit einem Vier- bis Fünfjahresvertrag und dreistelligen Dollarmillionen rechnen darf. Die Cubs haben seit zwei Jahren erfolglos versucht, eine Verlängerung mit Arrieta auszuhandeln. Daher vermute ich, dass er auch das Qualifying Offer ablehnt und beide Seiten sich anderweitig orientieren. Mein Tipp: Die Dodgers holen ihn als Nachfolger von Darvish.

    1. Wade Davis, RP, Chicago Cubs

    Auch Davis hat von den Cubs ein Qualifying Offer über 17,4 Millionen Dollar erhalten, auch er wird es voraussichtlich ablehnen und etwas Längerfristiges anstreben. Als bester Closer auf dem Markt wird er einen Vertrag in der Größenordnung der 62 Millionen für vier Jahre verlangen, die letztes Jahr Mark Melancon abgeräumt hat. Die Cubs waren bisher immer zurückhaltend mit großen Verträgen für Reliever, aber dennoch ist mein Tipp: Davis verlängert in Chicago.

    1. Eric Hosmer, 1B, Kansas City Royals

    Mit 28 ist Hosmer relativ jung für einen Free Agent und mit .318/.385/.498 hat er zum richtigen Zeitpunkt offensiv die beste Saison seiner Karriere hingelegt. In einigen Rankings steht er deutlich höher als bei mir, aber für meinen Geschmack sind Hosmers Leistungen zu unkonstant, um den erhofften 200-Millionen-Dollar-Vertrag zu rechtfertigen. In Kansas City steht ein Rebuilding an, aber ich kann mir vorstellen, dass man Hosmer langfristig als Gesicht der Franchise bindet. Mein Tipp: Er bleibt.

    1. Mike Moustakas, 3B, Kansas City Royals

    Genau wie seine Teamkollegen Eric Hosmer und Lorenzo Cain hat Moustakas von den Royals ein Qualifying Offer erhalten und wird es ablehnen, weil er einen langfristigen Vertrag möchte und diesen auch verdient. Er wird ihn bekommen und weil ich glaube, dass die Royals sich bereits für eine Verlängerung von Hosmer finanziell aus dem Fenster lehnen, ist mein Tipp: Moustakas wechselt zu den Atlanta Braves.

    1. Greg Holland, RP, Colorado Rockies

    Holland ist die Alternative zu Wade Davis für Teams, die ihren Closer-Posten für ein paar Jahre zuverlässig besetzt wissen möchten. Im Vergleich mit Davis bringt Holland ein paar Fragezeichen mit, da er 2016 wegen Tommy-John-Surgery pausierte und 2017 nach einer dominanten ersten Saisionhälfte gegen Ende deutlich nachließ. Mein Tipp: Er lehnt das Qualifying Offer ab und verlängert für drei Jahre bei den Rockies.

    1. Jay Bruce, OF, Cleveland Indians

    Bruce ist ein weiterer Spieler, der pünktlich zum Auslaufen seines Vertrages eine starke Saison hingelegt hat und nun auf einen Vertrag in der Größenordnung um 50 Millionen Dollar hoffen kann. Da Bruce während der Saison von den Mets zu den Indians getradet wurde, war ein Qualifying Offer nicht möglich. Das erleichtert einen erneuten Teamwechsel, weil ohne QO keine Draftpick-Kompensation für das abgebende Team anfällt. Mein Tipp: Er wird der Nachfolger von José Bautista bei den Blue Jays.

    1. Lance Lynn, SP, St. Louis Cardinals

    Lynn kehrte 2017 erfolgreich von seiner Tommy-John-Surgery zurück und ist ein solider Innings-Eater, den man sich als Nummer zwei oder drei nahezu jeder MLB-Rotation vorstellen kann. Entsprechend groß wird die Nachfrage nach seinen Diensten sein und das Qualifying Offer der Cardinals kommt für ihn definitiv nicht infrage. Mein Tipp: Er geht nach Baltimore.

    1. Lorenzo Cain, OF, Kansas City Royals
    2. Alex Cobb, SP, Tampa Bay Rays
    3. Zack Cozart, SS, Cincinnati Reds
    4. Carlos Santana, 1B, Cleveland Indians
    5. Logan Morrison, 1B/OF, Tampa Bay Rays
    6. Addison Reed, RP, Boston Red Sox
    7. Todd Frazier, 3B, New York Yankees
    8. Jonathan Lucroy, C, Colorado Rockies
    9. Neil Walker, 2B, Milwaukee Brewers
    10. Brandon Morrow, RP, Los Angeles Dodgers

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