Dezember 10th, 2019 by Silversurger

Er tauchte dieses Jahr in nur einem einzigen MLB-Spiel auf, aber dieser eine Auftritt hinterließ bleibenden Eindruck: Dellin Betances erhält den MRI-Award 2019. Die Wahl zu diesem aus unerfindlichen Gründen wenig geliebten Titel fand hier im Baseblog statt und ging mit überwältigender Mehrheit an den Yankees-Reliever. Von 52 abgegebenen Stimmen für die dämlichste Verletzung (Most Ridiculous Injury) des Jahres entfielen 27 und somit satte 52% auf Betances. Mit gehörigem Abstand folgt Hunter Strickland (11 Stimmen, 21%), für den es zum zweiten Mal im Folge nur zum Vize-MRI-Award reichte – was, nebenbei bemerkt, ein MLB-Rekord für die Ewigkeit sein dürfte.

So hat es sich im Nachhinein für Betances also doch noch gelohnt, wenigstens dieses eine Spiel zu absolvieren. Der 31-Jährige war ein Jahr lang mit Schulterproblemen ausgefallen, bevor er am 15. September gegen die Los Angeles Angels seine Rückkehr auf den Mound feierte. Das Comeback mit zwei Strikeouts war für den Reliever so erfolgreich und elektrisierend, dass es ihn zu einem Jubelsprung veranlasste, bei dem er sich die linke Achillessehne anriss.

Dellin Betances ist inzwischen auf dem Weg der Besserung und auf der Suche nach einem neuen Job, da der Vertrag bei den Yankees ausgelaufen ist. Gut möglich, dass der gebürtige New Yorker in seiner Heimatstadt bleibt, denn sowohl die Yankees als auch die Mets gelten als ernsthafte Interessenten an seinen Diensten für die Saison 2020. Ich wünsche ihm, dass es ein verletzungsfreies Jahr wird.


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Dezember 3rd, 2019 by Silversurger

Wir wissen inzwischen, wer die MVPs, die Rookies und die Manager des Jahres 2019 sind, die All-Stars kennen wir schon lange und das erstmals gewählte All-MLB-Team wird in ein paar Tagen von der Liga bekannt gegeben. Was in dieser Reihe schöner Auszeichnungen noch fehlt, ist der Award, den es nur hier im Baseblog gibt: der für die dämlichste Verletzung, die „most ridiculous injury“, kurz der MRI-Award.

Letztes Jahr gab es ein lange spannendes Rennen zwischen Chris Martin, der sich auf dem Weg zu einer Schlägerei den Oberschenkel gezerrt hatte, und Hunter Strickland, der sich beim wutentbrannten Schlag gegen eine Tür die Hand gebrochen hatte. Chris Martin trug schließlich den Titel davon, doch verteidigen wird er ihn nicht, denn dafür waren seine Verletzungen im Jahr 2019 viel zu unspektakulär. Kollege Strickland hingegen steht erneut auf der Nominierungsliste – toll, was der Mann sich immer wieder einfallen lässt, um es in meine Blogartikel zu schaffen.

Genug der Vorrede, Ladies and Gentlemen, hier sind die Nominierten für den MRI-Award 2019:

  • Blake Snell: Schon kurz nach Saisonstart im April sicherte sich Blake Snell, Starter der Tampa Bay Rays, die Teilnahme an dieser Wahl. passiert ist es im heimischen Badezimmer: Snell kam – logischerweise nackt – aus der Dusche, sein Blick fiel auf ein nicht näher bezeichnetes Deko-Objekt aus Granit und brachte ihn spontan auf die Idee, dieses woanders hinzustellen. Dabei übersah er, dass das Objekt aus drei Teilen bestand, die nicht fest miteinander verbunden waren. Prompt fiel ihm eine Granitstange auf den vierten Zeh (sagt man dazu eigentlich „Ringzeh“?) des rechten Fußes und brach diesen. Snell fiel für zehn Tage aus.
  • Hunter Strickland: Der Reliever der Washington Nationals wird trotz erheblicher Rückschläge nicht müde, sich mit störenden Einrichtungsgegenständen im Clubhouse anzulegen. Letztes Jahr bezahlte er seine Attacke auf eine Tür mit zwei Monaten auf der Verletztenliste. Diesen August gelang es ihm, beim Training im Fitnessraum eine Schnur so an einer Hantel zu befestigen, dass diese ihm, als er im Sitzen an der Schnur zog, ins Gesicht klatschte und ihm die Nase brach. Zum Glück war es ein glatter, unkomplizierter Bruch, sodass Strickland schon zwei Tage später wieder spielen konnte.
  • Kyle Crick: Sich als Sportler nicht im Spiel oder im Training, sondern bei einer Schlägerei zu verletzen, ist eigentlich schon dämlich genug. Noch dämlicher ist es, wenn das beim Fight mit dem eigenen Teamkameraden passiert. Felipe Vazquez und Kyle Crick, beides Reliever der Pittsburgh Pirates, gerieten am 9. September aus unbekannten Gründen in der Kabine aneinander. Ein Wort gab das andere und schließlich wurde die Auseinandersetzung handfest. Crick legte hinterher Wert auf die Feststellung, Vazquez habe angefangen. Er selbst allerdings schlug so fest und ungeschickt zu, dass er sich ein Band im Zeigefinger riss und operiert werden musste. (Dass der inzwischen wegen Kindesmissbrauchs verhaftete Vazquez die Schläge wohl verdient hatte, ist eine andere, für diesen Artikel zu ernste und traurige Geschichte…)
  • Dellin Betances: Der Yankees-Reliever trat 2019 in genau einem einzigen Spiel auf. Fast ein Jahr lang war er mit Schulterproblemen ausgefallen, bevor er am 15. September gegen die Los Angeles Angels endlich sein Comeback feiern durfte. Er fertigte seine ersten beiden Batter mit Strikeouts ab und freute sich darüber so sehr, dass er jubelnd vom Mound sprang – wobei er sich die linke Achillessehne anriss und damit die Saison für sich beendete.

Welches war die dämlichste Verletzung der MLB-Saison 2019?

  • Dellin Betances – Achillessehnenriss beim Jubeln (52%, 27 Votes)
  • Hunter Strickland – Nasenbruch im Fitnessraum (21%, 11 Votes)
  • Kyle Crick – Handverletzung beim Fight mit Teamkamerad (13%, 7 Votes)
  • Blake Snell – Zehenfraktur im Badezimmer (13%, 7 Votes)

Total Voters: 52

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Die Abstimmung ist ab sofort und für genau eine Woche freigeschaltet. Selbstverständlich ist die Wahl anonym, aber ihr dürft gerne in den Kommentaren Wahlkampf für euren Favoriten machen.

Damit mich niemand falsch versteht: Es liegt mir nichts ferner als ernsthafte Verletzungen zu feiern oder mich darüber lustig zu machen. Jeder verletzte Spieler kann sich meines Mitgefühls und meiner aufrichtigen Genesungswünsche sicher sein. Trotzdem erlaube ich mir, über Missgeschicke wie die hier geschilderten in einem gewissen Rahmen zu lachen und zu scherzen – nicht mehr und nicht weniger als man innerhalb eines Sportteams nach solchen Aktionen auch den Spott der Mitspieler ertragen muss.

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November 28th, 2019 by Silversurger

Happy Thanksgiving allerseits! Für die USA im Allgemeinen und für NFL-Football im Speziellen ist heute ein bedeutender Feiertag. In der MLB wird sich heute eher nichts tun, die Spieler und sonstigen Akteure verbringen den Tag entweder mit der Familie oder mit sozialem Engagement. Für mich ist das eine gute Gelegenheit, in Ruhe darauf zurück zu blicken, was sich rund um die Liga in den vergangenen sieben Tagen getan hat – angefangen mit der Verpflichtung von Yasmani Grandal, die die White Sox frecherweise wenige Minuten nach dem letzten Grand Slam am Donnerstag öffentlich machten.

Die White Sox investieren in Grandal und Abreu
Das Rebuiling-Projekt der Chicago White Sox ist wohl offiziell abgeschlossen: Zwei Deals innerhalb weniger Tage über zusammen mehr als 120 Millionen Dollar signalisieren klar, dass der Klub ab sofort wieder eine Rolle spielen möchte in der AL Central und darüber hinaus. Das Geld bekommen zwei Spieler, die als erfahrene Eckpfeiler dabei helfen sollen, das junge, talentierte Team zu führen, welches die White Sox sich im Laufe der letzten Jahre aufgebaut haben.
Yasmani Grandal kommt für für vier Jahre und 73 Millionen Dollar nach Chicago. Der 31-Jährige war in der zweiten Offseason hintereinander der beste Catcher unter den Free Agents. Er hatte letztes Jahr damit überrascht, dass er sich mit einem Einjahresvertrag über 18,25 Millionen bei den Milwaukee Brewers zufrieden gab und ein Angebot der Mets über vier Jahre und 60 Millionen ausschlug. Der Vertrag, den er jetzt erzielt hat, spricht dafür, dass Grandals Taktik der Wette auf sich selbst aufgegangen ist. Gelungen ist ihm das durch die stärkste Saison seiner Karriere, in der er es auf 5.2 fWAR brachte mit einer Slashline von .246/.380/.468, 28 Homeruns in 632 Plate Appearances und einer soliden Defense.
Weitere 50 Millionen lassen die White Sox sich die Dienste von First Baseman Jose Abreu in den kommenden drei Jahren kosten. Der 32-jährige Slugger hatte letzte Woche einem Qualifying Offer der White Sox zugestimmt, nun konnten sich beide Seiten doch noch auf eine längerfristige Zusammenarbeit einigen. Abreus Saison 2019 (1.9 fWAR, .284/.330/.503, 33 Homerun) war gut, aber doch weit entfernt von den Leistungen, die er von 2014 bis 2017 gezeigt hat. Der Vertrag, den die White Sox ihm nun geben, wirkt in diesem Lichte recht großzügig, aber Abreus Wert als Führungsspieler dürfte für das Team deutlich über die zahlenmäßige Produktion hinaus gehen.

Trade zwischen den Brewers und den Padres
Keinen Blockbuster, aber einen interessanten Tausch einiger junger Spieler haben die Milwaukee Brewers und die San Diego Padres vereinbart: OF Trent Grisham und RHP Zach Davies gehen nach San Diego, dafür wechseln IF Luis Urias und LHP Eric Lauer zu den Brewers. Die Brewers erhalten darüber hinaus noch einen „Player to be named later“. Grisham und Urias sind beide frühere Top-Prospects, die die in sie gesetzten Erwartungen 2019 (noch?) nicht voll erfüllen konnten. Ein Tapetenwechsel hin zu einem Team, in dem die Konkurrenz auf den jeweiligen Positionen geringer ist als im bisherigen Klub, klingt in beiden Fällen nach einer guten Idee. Die in den Trade involvierten Pitcher sind Material für Mitte bis Ende einer Starting Rotation, wobei der 26-jährige Davies die etabliertere Größe ist, während der 24-jährige Lauer etwas mehr Entwicklungspotenzial bietet.

Mariners verlängern mit Rookie
Auch die Seattle Mariners haben ihren Posten an der ersten Base langfristig vergeben: Sie haben sich mit Evan White auf einen Sechsjahresvertrag über 24 Millionen Dollar geeinigt. Der Vertrag enthält zudem drei Verlängerungsoptionen für den Klub, durch die er sich letztlich auf neun Jahre und 55,5 Millionen belaufen kann. Der 23-Jährige White hat bisher noch kein MLB-Spiel absolviert. Die Saison 2019 verbrachte er bei den Arkansas Travelers, dem AA-Minor-League-Team der Mariners. Die frühzeitige und langfristige Verpflichtung erinnert stark an den Vertrag zwischen den Philadelphia Phillies und Scott Kingery, der damals – kurz vor der Saison 2018 – ebenfalls vor seinem ersten MLB-At-Bat für 24 Millionen und sechs Jahre unterschrieb. Interessanter Fakt am Rande: White ist derzeit der einzige Spieler im Roster der Mariners mit einem garantierten Vertrag, der über 2021 hinaus reicht.

Ein paar weitere Signings
Auf dem Free-Agent-Karussell der MLB standen diese Woche vor allem Catcher hoch im Kurs. Neben Grandal fanden auch Travis d’Arnaud (Atlanta Braves für 2 Jahre, 16 Millionen), Yan Gomes (Washington Nationals, 2 Jahre, 10 Millionen), Stephen Vogt (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 3 Millionen), Mike Zunino (Tampa Bay Rays, 1 Jahr, 4,5 Millionen plus Klub-Option) und Dustin Garneau (Houston Astros, 1 Jahr, 650.000) neue Engagements für ihre Tätigkeit hinter der Homeplate.
RHP Kyle Gibson einigte sich mit den Texas Rangers auf einen Dreijahresvertrag über 30 Millionen Dollar. Auch LHP Drew Pomeranz (San Diego Padres, 4 Jahre, 34 Millionen), RHP Kendall Graveman (Seattle Mariners, 1 Jahr, 2 Millionen plus Klub-Option) und RHP Carl Edwards Jr. (Seattle Mariners, 1 Jahr, 950.000) haben neue Jobs gefunden.

Koreanischer Pitcher auf dem Sprung
Letzte Woche habe ich einige interessante Spieler aus der japanischen NPB aufgelistet, die sich in dieser Offseason um einen Wechsel in die MLB bewerben. Mindestens ebenso großes Interesse zieht derzeit der Koreaner Kwang-hyung Kim auf sich. Der linkshändige Pitcher von den SK Wyverns soll bereits Anfragen von den Mets, den Royals, den Dodgers, den Diamondbacks und den Cubs erhalten haben. In der KBO wurde der 30-Jährige in der Regel als Starter eingesetzt. Ob er in der MLB ebenfalls starten oder zum Reliever umfunktioniert werden soll, ist noch unklar – möglicherweise wird das auch ein Punkt in den anstehenden Verhandlungen mit den interessierten Vereinen sien.

Yankees streiten mit Ellsbury
Die New York Yankees waren in den letzten Jahren von außergwöhnlich zahlreichen Verletzungen geplagt. Von zwei besonders häufig verletzten Spielern, First Baseman Greg Bird und Outfielder Jacoby Ellsbury, hat man sich nun getrennt. Ein Schlussstrich ist damit, zumindest was Ellsbury betrifft, noch nicht gezogen. Ihm schulden die Yankees nämlich noch rund 26 Millionen Dollar aus einem 2014 geschlossenen Siebenjahresvertrag – 21 Millionen für die Saison 2020 sowie 5 weitere Millionen als Buyout, damit sich der Vertrag nicht automatisch bis 2021 verlängert. Die Yankees weigern sich bislang, dieses Geld zu bezahlen. Ihr Vorwurf lautet, Ellsbury habe sich ohne Absprache von einem Arzt außerhalb der Organisation behandeln lassen und damit seine Genesung beeinträchtigt. Die Spielergewerkschaft MLBPA hat bereits erklärt, Ellsbury zu unterstützen in dieser Auseinandersetzung, die zu einem interessanten Präzedenzfall werden kann.

Neuer Eigentümer für die Royals
Die Kansas City Royals haben einen neuen Owner: Der Unternehmer John Sherman hat den Klub für rund eine Milliarde Dollar gekauft. Er und der bisherige Eigentümer, David Glass, hatten sich vor drei Monaten auf den Handel geeinigt. Letzte Woche erfolgten die notwendigen Zustimmungen der anderen MLB-Teambesitzer, sodass der Verkauf vorgestern offiziell bekannt gegeben werden konnte. Sherman ist schon länger im Baseball-Geschäft aktiv. Bevor er nun das Team seiner Heimatstadt erwarb, hielt er bereits einige Jahre lang Minderheitenanteile an den Cleveland Indians. Für Glass waren die Royals ein glänzendes Geschäft: Er hatte den Klub im Jahr 2000 für 96 Millionen Dollar erworben.

Wahl zum ersten All-MLB-Team läuft
Seit 1933 gibt es in der MLB das All-Star-Spiel. Das Verfahren, nach dem die Spieler für die All-Star-Roster ausgewählt werden, hat sich seitdem mehrfach geändert, doch zwei Dinge sind immer gleich geblieben: erstens dass es je ein Team für die American League und die National League gibt, zweitens dass das Spiel ungefähr zur Mitte der Saison stattfindet und somit bei der Spielerauswahl nur die Leistungen aus der ersten Saisonhälfte berücksichtigt werden. Das wird sich in absehbarer Zeit nicht ändern, aber es brachte die MLB auf die Idee, ab diesem Jahr zusätzlich die Wahl eines All-MLB-Teams einzuführen. Dieses Team wird nicht nach Ligen getrennt sein und es wird erst nach Abschluss der Saison gewählt. Die Auswahl erfolgt mit einem Gewicht von je 50 Prozent durch die Fans und durch ein Expertengremium. Die Fanwahl läuft seit Dienstag dieser Woche bis Dienstag nächster Woche (3. Dezember). In diesem Zeitraum könnt ihr hier eure Stimmen abgeben, bei Bedarf auch mehrmals im Abstand von 24 Stunden. Das Ergebnis wird am 10. Dezember während der Winter Meetings der MLB bekannt gegeben.

Dämliche Verletzungen gesucht!
Auch hier im Blog gibt es in Kürze wieder eine Wahl – zum zweiten Mal werde ich den MRI-Award für die dämlichste Verletzung (Most Ridiculous Injury) des Jahres vergeben. Ich habe bereits ein paar sehr aussichtsreiche Kandidaten auf dem Zettel, aber bevor ich die Abstimmung starte, möchte ich hier erstmal zu weiteren Nominierungen aufrufen. Teilt mir eure Kandidaten einfach als Kommentar unter diesem Artikel mit – bitte mit der dazugehörigen Geschichte, egal ob als Link oder in euren eigenen Worten.
Für alle, die den Award nicht schon vom letzten Jahr kennen: Es handelt sich um eine nicht bierernst gemeinte Auszeichnung für einen Spieler, der sich bei einer möglichst lächerlichen Aktion verletzt hat. Hier könnt ihr die Nominierungen und das Abstimmungsergebnis aus dem letzten Jahr nachlesen, hier die Laudatio auf den ersten Preisträger Chris Martin.

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