März 21st, 2021 by Silversurger

Die St. Louis Cardinals stellen mich vor ein kleines Dilemma. Wenn ich sie in meinem Ranking so einsortiere, wie ich sie im Vergleich mit den 29 anderen MLB-Teams sehe, dann stehen sie ein paar Plätze weiter unten. Doch da ich traditionell meine prognostizierten Playoff-Teilnehmer auf die ersten zehn Ränge setze, gehören sie dorthin. Was ich damit sagen will: Die NL Central ist für mich zurzeit die schwächste Division der MLB, aber irgendwer muss sie gewinnen. Dass das dieses Jahr die Cardinals sind, erscheint recht wahrscheinlich. Denn während alle anderen Teams der Division bestenfalls auf der Stelle treten, haben die Cards in der Offseason zumindest ein Ausrufezeichen gesetzt. Gemeint ist der Trade für Nolan Arenado, einen der besten Third Baseman der Liga. Für den fünffachen Allstar gaben die Cardinals an die Colorado Rockies ein Paket von fünf Spielern ab, von denen sie keinen ernsthaft vermissen werden. Das ist für St. Louis ein sehr gutes Geschäft und eine deutliche Verstärkung. Es ist allerdings auch die einzige in dieser Offseason. Bekannte Problemzonen wie ein offensivschwaches Outfield und fehlende Tiefe im Starting Pitching bleiben bestehen; eine neue tut sich im Infield auf, nachdem man 2B Kolten Wong keinen neuen Vertrag anbot. Große Hoffnungen ruhen dabei auf der Entwicklung junger Spieler wie Tommy Edman und Dylan Carlson. Alles in allem sind die Cardinals ein solides, konkurrenzfähiges Team, aber nicht auf Augenhöhe mit den Spitzenmannschaften der NL East und NL West.

Voraussichtliches Lineup
C Yadier Molina
1B Paul Goldschmidt
2B Tommy Edman
SS Paul DeJong
3B Nolan Arenado
LF Tyler O’Neill
CF Harrison Bader
RF Dylan Carlson

Voraussichtliche Rotation
RHP Jack Flaherty
LHP Kwang Hyun Kim
RHP Miles Mikolas
RHP Adam Wainwright
RHP Carlos Martinez
Key Reliever: Giovanny Gallegos

Wichtigster Zugang
3B Nolan Arenado (Colorado Rockies)

Wichtigster Abgang
2B Kolten Wong (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
OF Dylan Carlson

Größte Stärke
Defense: Die Cardinals legen seit Jahren großen Wert auf gutes Feldspiel. 2020 führten sie die MLB mit einer Defensive Efficiency von .731 an. Der Wert sagt aus, wie groß der Anteil von Bällen im Spiel ist, den das Teams in Outs umsetzt. Mit Nolan Arenado an der dritten Base und mit Dylan Carson statt Dexter Fowler im Outfield könnte das Fielding der Cardinals dieses Jahr sogar noch besser sein als im letzten.

Größte Schwäche
Rotation-Tiefe: Trotz eines unbefriedigenden 2020 ist Jack Flaherty das Ass der Cardinals, und Adam Wainwright scheint in jedem Jahr seines biblischen Alters ein bisschen besser zu werden. Dann geht es aber auch schon los: Carlos Martinez hatte ein katastrophales Jahr 2020, das die Frage aufwarf, ob er nicht doch besser als Reliever aufgehoben wäre. Kwang Hyun Kim laboriert nach seinem starken ersten MLB-Jahr an Verletzungen, die ihn den Saisonstart kosten könnten. Miles Mikolas wird selbigen aufgrund von Schulterproblemen verpassen. Dakota Hudson erholt sich von einer Tommy-John-Surgery und kann günstigstenfalls in den Playoffs eine Hilfe sein. Die Cardinals werden somit vermutlich häufiger mit Verlegenheitsstartern leben und sich mehr auf ihren exzellenten Bullpen verlassen müssen als ihnen lieb ist.

Spannendste Frage
Wie wird Arenado schlagen? Wenn jemand von den Rockies kommt und bisher die Hälfte seiner Spiele im Batter-Paradies Coors Field absolviert hat, liegt die Frage auf der Hand, ob bei einem Teamwechsel seine Schlagleistungen leiden. Die Erfahrung zeigt, dass ein solcher Effekt zwar einerseits in den Heimspiel-Statistiken von Ex-Rockies beobachtbar ist, sich aber andererseits oft durch verbesserte Auswärts-Stats ausgleicht, weil die ständige körperliche Umstellung hinsichtlich der Luft- und Platzverhältnisse in Heim- und Auswärtsspielen wegfällt. Was in Bezug auf Arenado eher Sorgen bereitet, ist sein schwaches Jahr 2020, in dem nicht nur oberflächliche Werte wie der Batting Average (.253) Karrieretiefstwerte erreichten, sondern auch Kontaktmaße wie Hard-Hit-Rate (33,7%) und Exit Velocity (87.8 mph). Mit knapp 30 Jahren und angesichts der Kürze der Saison besteht gute Hoffnung, dass Arenados 2020 nur ein statistischer Ausreißer war, vermutlich zusammenhängend mit einer inzwischen auskurierten Schulterverletzung.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL Central

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März 16th, 2021 by Silversurger

Die Milwaukee Brewers haben zum ersten Mal in der Teamgeschichte den dritten Playoff-Einzug in Folge geschafft. Irgendetwas scheinen sie also richtig zu machen. Aber auch nicht zu viel, denn sonst wären sie nicht (gleichzeitig mit den Astros) das erste Team der MLB-Historie gewesen, das die Postseason mit einer negativen Bilanz (29-31) erreichte. Wenn sie ihre Serie auf vier Jahre ausbauen wollen, werden sie sich steigern müssen. Wie sie das mit ihren Offseason-Moves bewerkstelligen wollen, ist mir nicht ganz klar. Zwar war das Front Office um Matt Stearns und Matt Arnold nicht untätig, aber die Auswahl der Neuverpflichtungen wirft Fragezeichen auf. Bedarf hätte vor allem an einem Catcher, einem Corner Infielder und einem Shortstop bestanden. Geholt hat man Jackie Bradley Jr., dessen bevorzugte Position im Centerfield sich fest in der Hand von Lorenzo Cain befindet, sowie Kolten Wong, der als Second Baseman mit den jungen Keston Hiura und Luis Urias konkurriert und die beiden voraussichtlich auf weniger ideale Positionen verdrängt. Die Problemzonen der Brewers bleiben somit unverändert bestehen, ihre Stärken aber auch – namentlich das Outfield um Christian Yelich sowie der von Manager Craig Counsell meisterhaft orchestrierte Bullpen. Bezogen auf die gesamte Liga reicht es in meiner Einschätzung für nicht mehr als einen Platz im Mittelfeld des Rankings. Aber in der wohl schwächsten Division der MLB könnte das für einen erneuten Playoff-Run reichen.

Voraussichtliches Lineup
C Omar Narvaez
1B Keston Hiura
2B Kolten Wong
SS Luis Urias
3B Travis Shaw
LF Christian Yelich
CF Lorenzo Cain
RF Jackie Bradley Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Brandon Woodruff
RHP Corbin Burnes
RHP Josh Lindblom
LHP Brett Anderson
RHP Adrian Houser
Key Relievers: Josh Hader, Devin Williams

Wichtigster Zugang
2B Kolten Wong (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
3B Jedd Gyorko (Free Agent)

Bestes Prospect
SS Brice Turang

Größte Stärke
Der Bullpen: Josh Hader ist über die letzten drei Jahre betrachtet der Top-Reliever im Spiel, mit Rookie of the Year Devin Williams hat er seit 2020 einen kongenialen Partner. Brent Suter und Justin Topa sind weitere Pfeiler eines Bullpens, aus dem Counsell regelmäßig das Maximum herausholt.

Größte Schwäche
Die Infield-Corners: Seit nach der Saison 2011 Prince Fielder den Klub verlassen hat, starteten für die Brewers 36 verschiedene Spieler mindestens ein Spiel an der First Base. Keston Hiura wird in Kürze die Nummer 37 werden. Eine ähnliche Drehtür ist die Third Base seit dem Abgang von Aramis Ramirez im Jahr 2015. 20 verschiedene Spieler starteten seitdem auf der Position, für die derzeit keine offensichtliche Besetzung an Bord ist. Eventuell bekommt Travis Shaw, der auf dem Posten 2017 und 2018 eine gute Zeit hatte und nun mit einem Minor-League-Vertrag zurück in Milwaukee ist, eine zweite Chance. Weitere Optionen sind Luis Urias und Orlando Arcia, je nachdem wer von beiden nicht als Shortstop eingesetzt wird.

Spannendste Frage
Findet Yelich zurück zu alter Stärke? Christian Yelich war 2018 und 2019 überragend, gewann mit 7.7 und 7.8 fWAR einen ersten und einen zweiten Platz in der MVP-Wahl. In der Kurzsaison 2020 schlug er nur .205/.356/.430 und brachte es auf 0.7 fWAR. Vor allem mit rechtshändigen Pitchern hatte er ungewohnt große Probleme. Eine Rolle könnte gespielt haben, dass die MLB letztes Jahr Videoanalysen während des Spiels im Dugout untersagte. Yelich hat diese Analysen früher intensiv genutzt und wird froh sein, dass sie dieses Jahr wieder erlaubt sind.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL Central

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März 12th, 2021 by Silversurger

Die Cincinnati Reds galten letztes Jahr als Geheimtipp in der National League. Diesem Ruf wurden sie gerecht, indem sie zum ersten Mal seit 2013 eine Winning Season einfuhren und die Playoffs erreichten. Auch wenn sie dort sang- und klanglos mit zwei Niederlagen gegen die Braves ausschieden, war die Saison 2020 ein großer Schritt nach vorne für die leidgeprüfte Franchise. Apropos leidgeprüft: Die Reds sind nicht gerade ein reiches Team und so war es absehbar, dass sie sich die Dienste ihres größten Leistungsträgers nicht auf Dauer leisten konnten. Nach seiner Cy-Young-Saison mit einem ERA von 1.73 war Trevor Bauer der Hauptpreis der diesjährigen Free Agency und heuerte für einen dreistelligen Millionenbetrag bei den Dodgers an. Die Top-Reliever Raisel Iglesias und Archie Bradley ließ man ebenfalls aus Kostengründen ziehen, auch Shortstop Freddy Galvis ging und wurde nicht ersetzt. Umso mehr benötigen die Reds nun Rebounds von Mike Moustakas und Nick Castellanos, die ihre teuren Vierjahresverträge bislang nicht mit Leistung gerechtfertigt haben. Wenn diese beiden in die Spur finden und gemeinsam mit Eugenio Suarez das Lineup tragen, wenn zudem Joey Votto im Alter von 37 Jahren noch einmal ein bisschen Joey Votto sein kann und wenn die immer noch starke Starting Rotation ihr Niveau hält, dann ist ein erneuter Angriff auf die Playoffs möglich. Das sind sehr viele Wenns, aber zum Glück für die Reds geht das den meisten Teams in der eher schwachen NL Central nicht anders.

Voraussichtliches Lineup
C Tucker Barnhart
1B Joey Votto
2B Mike Moustakas
SS Kyle Farmer
3B Eugenio Suarez
LF Jesse Winker
CF Nick Senzel
RF Nick Castellanos

Voraussichtliche Rotation
RHP Luis Castillo
RHP Sonny Gray
RHP Tyler Mahle
LHP Wade Miley
RHP Michael Lorenzen
Key Reliever: Amir Garrett

Wichtigster Zugang
RP Sean Doolittle (Washington Nationals)

Wichtigster Abgang
SP Trevor Bauer (Los Angeles Dodgers)

Bestes Prospect
LHP Nick Lodolo

Größte Stärke
Die Rotation: Der Verlust von Trevor Bauer wiegt schwer, aber auch ohne ihn verfügen die Reds immer noch über eine ansehnliche Starting Five. Luis Castillo und Sonny Gray sind regelmäßige All-Star-Kandidaten und Tyler Mahle hat sich sehr gut entwickelt, seit er letztes Jahr seinen Curveball durch einen Slider ersetzte. Als Nummer vier und fünf sind Wade Miley und Michael Lorenzen solide Besetzungen, solange man ihnen nicht zu viele Innings zumutet.

Größte Schwäche
Shortstop: Hier liegt seit Jahren ein ständig wiederkehrendes Problemfeld der Reds. Zuletzt hat Freddy Galvis die Position zumindest in der Defensive solide verwaltet, doch man ließ ihn in der Free Agency ziehen und bemühte sich nicht genug um potenzielle Verstärkungen wie Marcus Semien, Didi Gregorius oder Andrelton Simmons. Die vorhandenen Optionen im Team sind Kyle Farmer, der in seiner Karriere nie mehr als Replacement-Level erreicht hat, und das nicht ausgereifte Prospect Jose Garcia.

Spannendste Frage
Wer gewinnt den Closer-Job? Nachdem Iglesias und Bradley den Klub verlassen haben, ist das Rennen eröffnet. An Kandidaten mangelt es nicht: Neuzugang Sean Doolittle hat die meiste Erfahrung in der Rolle, als leichter Favorit gilt aber Reds-Eigengewächs Amir Garrett, der genau wie Lucas Sims bereits öffentlich Ansprüche auf das Amt angemeldet hat. Eine weitere Option wäre der vielseitige Michael Lorenzen, falls der sich nicht als Starter durchsetzt. Oder als Outfielder. Oder als Pinch Hitter.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL Central

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März 8th, 2021 by Silversurger

Wenn es so etwas wie einen Verlierer der Offseason gibt, dann sind die Chicago Cubs ein ganz heißer Kandidat dafür. Wenige Jahre nach dem Titelgewinn 2016 ist das damals zur Dynastie hochgelobte Team weitgehend auseinandergefallen und scheint am Anfang eines erneuten Rebuildings zu stehen. Diesen muss es ohne den Architekten des letzten Aufbaus bestreiten, denn Team-Präsident Theo Epstein hat das sinkende Schiff bereits verlassen. Epsteins langjähriger Adjutant Jed Hoyer übernahm das Amt zwar nahtlos, sorgte aber gleich mit seinen ersten Entscheidungen für zweifelnde Blicke. So tradete er den besten Starter des Teams, Yu Darvish, sowie Backup-Catcher Victor Caratini zu den San Diego Padres und gab sich dafür mit vier sehr jungen Minor Leaguern zufrieden. Zudem entschied man, Outfielder Kyle Schwarber kein Arbitration-Angebot zu machen und ihn stattdessen zu entlassen. Schwarber unterschrieb wenige Tage später einen 10-Millionen-Vertrag bei den Washington Nationals. Dass die Cubs scheinbar vorschnell und trotz alles andere als übermächtiger Divisions-Konkurrenz in den Fire-Sale gehen, ist schon unverständlich genug. Dass sie dabei versäumen, wenigstens angemessene Gegenleistungen zu erzielen, ist schlichtweg ein Desaster. Ich weiß, ich lehne mich gerade weit aus dem Fenster und muss vielleicht in ein paar Monaten Abbitte leisten. Aber für mich sind die Cubs auf den größten Absturz des Jahres programmiert.

Voraussichtliches Lineup
C Willson Contreras
1B Anthony Rizzo
2B Nico Hoerner
SS Javier Baez
3B Kris Bryant
LF Joc Pederson
CF Ian Happ
RF Jason Heyward

Voraussichtliche Rotation
RHP Kyle Hendricks
RHP Jake Arrieta
RHP Zach Davies
RHP Trevor Williams
RHP Alec Mills
Key Reliever: Craig Kimbrel

Wichtigster Zugang
OF Joc Pederson (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
SP Yu Darvish (San Diego Padres)

Bestes Prospect
RHP Brailyn Marquez

Größte Stärke
Der Kern des Lineups: Kris Bryant, Javier Baez und Anthony Rizzo sind immer noch ein Top-Trio, das jedem Gegner das Leben schwer machen kann. Alle drei befinden sich im letzten Vertragsjahr und dürften zur Trade-Deadline im Schaufenster stehen.

Größte Schwäche
Pitching: Kyle Hendricks ist die letzte verlässliche Größe, ansonsten besteht das Staff aus viel Mittelmaß und Nostalgie.

Spannendste Frage
Wann wird das Rebuilding-Projekt offiziell? Bislang besteht Jed Hoyer darauf, dass die Cubs sich nicht im Neuaufbau befinden. Der Darvish-Trade spricht eine andere Sprache. Spätestens zum 31. Juli, der Deadline für Spielerwechsel während der Saison, werden die Cubs Farbe bekennen müssen, wohin die Reise gehen und wie lange sie dauern soll.

Meine Prognose
Platz 4 in der NL Central

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März 1st, 2021 by Silversurger

Die Pittsburgh Pirates waren letztes Jahr das erfolgloseste Team der Liga mit nur 19 Siegen und 41 Niederlagen. Umgerechnet auf eine normale Saison entspräche das einer Bilanz von 51-111. Die schlechte Nachricht für 2021 lautet: Das Team ist in der Offseason noch schwächer geworden. Mit Josh Bell und Jameson Taillon wurden zwei der wenigen Leistungsträger vertradet, zudem verließen unter anderem SP Chris Archer und Closer Keone Kela das Team in der Free Agency. Der einzige Neuzugang auf MLB-Niveau ist SP Tyler Anderson. Immerhin, und das ist die gute Nachricht, zeigen sich deutliche Lichtblicke im Hinblick auf die kommenden Jahre. Mit General Manager Ben Cherington und Field Manager Derek Shelton hat letztes Jahr ein Führungsduo das Ruder übernommen, das sich klar zum Rebuilding bekennt und dieses bislang konsequent durchzieht. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Das Farmsystem der Pirates hat im Ranking von Baseball America einen Sprung von Rang 23 auf Platz 13 geschafft und in 3B Ke’Bryan Hayes und SP Mitch Keller sind bereits zwei vielversprechende Identifikationsfiguren der neuen Pirates-Generation im Big-League-Roster angekommen. Der Eindruck, dass die Franchise einen Plan für die Zukunft hat, ist deutlich mehr, als man während der letzten fünf Jahre behaupten konnte.

Voraussichtliches Lineup
C Jacob Stallings
1B Colin Moran
2B Adam Frazier
SS Erik Gonzalez
3B Ke’Bryan Hayes
LF Bryan Reynolds
CF Anthony Alford
RF Gregory Polanco

Voraussichtliche Rotation
RHP Mitch Keller
LHP Steven Brault
RHP Chad Kuhl
LHP Tyler Anderson
RHP Jonathan Brubaker
Key Reliever: Richard Rodriguez

Wichtigster Zugang
SP Tyler Anderson (San Francisco Giants)

Wichtigster Abgang
1B Josh Bell (Washington Nationals)

Bestes Prospect
3B Ke’Bryan Hayes

Größte Stärke
Payroll-Flexibilität: Nach derzeitigem Stand haben die Pirates das zweitgünstigste Roster der Liga und im Gegensatz zu vielen anderen Teams keine Altlasten in Form überbezahlter Veteranen an Bord. OF Gregory Polanco ist mit einem Gehalt von 11,6 Millionen mit Abstand der teuerste Spieler, befindet sich aber im letzten Jahr seines Vertrages.

Größte Schwäche
Hitting: Die Pirates haben letztes Jahr von allen Teams der MLB die wenigsten Runs (219) erzielt, zudem hatten sie die schlechteste On Base Percentage (.284) und das schwächste Slugging (.357). Aussichten auf Besserung: Fehlanzeige.

Spannendste Frage
Wer wird der #1-Pick? Einer der wenigen positven Aspekte daran, das schlechteste Team der Liga zu sein, besteht darin, dass man in der Draft am 11. Juli den ersten Spieler wählen darf. Als Favoriten gelten zwei Pitcher aus Vanderbilt mit berühmten Vätern: Jack Leiter, der Sohn von Ex-MLB-Pitcher Al Leiter, und Kumar Rocker, Sohn des ehemaligen NFL-Defensive-Linemans Tracy Rocker.

Meine Prognose
Platz 5 in der NL Central

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Februar 27th, 2021 by Silversurger

Es ist wieder diese Zeit im Jahr – für mich als Hobby-Blogger sowohl die anstrengendste als auch die spaßigste. Ab Montag gibt es hier die traditionellen Vorschauartikel für alle 30 Teams in 30 Tagen.

Wer hier schon länger mitliest, kennt das Prinzip aus den letzten Jahren: Ich veröffentliche die Artikel in der Reihenfolge meiner persönlichen Prognose, wie die jeweiligen Teams abschneiden werden. Den Anfang macht morgen die in meinen Augen schwächste Mannschaft der Liga. Von dort arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2021. Dieser Artikel hier dient als Überblick. Ich hefte ihn auf der Startseite des Blogs an und ergänze ihn nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Kommentare und Korrekturen sind mir jederzeit sehr willkommen. Meine Einschätzungen sind höchst subjektiv und liegen erfahrungsgemäß oft daneben – so ist das nunmal mit Prognosen und wenn es anders wäre, bräuchten wir uns die Spiele nicht anzuschauen.

Hier also mein Powerranking, das sich in den kommenden Tagen und Wochen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. Los Angeles Dodgers
2. Toronto Blue Jays
3. New York Mets
4. San Diego Padres
5. Chicago White Sox
6. Atlanta Braves
7. New York Yankees
8. Minnesota Twins
9. Houston Astros
10. St. Louis Cardinals
11. Tampa Bay Rays
12. Philadelphia Phillies
13. Oakland Athletics
14. Washington Nationals
15. Milwaukee Brewers
16. Los Angeles Angels
17. Boston Red Sox
18. Cleveland Indians
19. Cincinnati Reds
20. Arizona Diamondbacks
21. San Francisco Giants
22. Kansas City Royals
23. Chicago Cubs
24. Miami Marlins
25. Seattle Mariners
26. Detroit Tigers
27. Baltimore Orioles
28. Colorado Rockies
29. Texas Rangers
30. Pittsburgh Pirates

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März 20th, 2020 by Silversurger

Die St. Louis Cardinals gehen als Verteidiger des Divisionstitels in die neue Saison der NL Central. Das kam ein bisschen überraschend nach drei eher mittelmäßigen Jahren und einem ebensolchen Beginn der letzten Saison. Doch die Cardinals steigerten sich im Verlauf des Jahres und brachten es in der zweiten Saisonhälfte auf die beeindruckende Bilanz von 51 Siegen und nur 30 Niederlagen. Darauf lässt sich für 2020 aufbauen, insbesondere auf den starken Leistungen des Pitching-Staffs um Jack Flaherty, der sich als das neue Ass des Teams etabliert hat. Die Cardinals sind keine Überflieger, denn dazu ist das Lineup zu inkonsistent und auch der Bullpen wirft zu viele Fragen auf. Nennenswerte Verstärkungen in der Offseason waren zudem Fehlanzeige. Aber der Klub ist traditionell berüchtigt dafür, aus begrenzten Möglichkeiten das Beste herauszuholen, und sein Manager Mike Shildt personifiziert diese Eigenschaft wie kaum ein zweiter. Deshalb traue ich den Cardinals zu, dass sie auch 2020 die NL Central gewinnen werden. Viel mehr als Bauchgefühl ist das jedoch nicht angesichts der weit offenen Konkurrenzsituation in der Division. Letztes Jahr war es schon ein Dreikampf zwischen den Cardinals, den Cubs und den Brewers, in der neuen Saison könnten die Reds in diese Gruppe aufsteigen und die Sache noch spannender machen. Auf eine Reihenfolge innerhalb des Quartetts würde ich nicht wetten wollen.

Voraussichtliches Lineup
C Yadier Molina
1B Paul Goldschmidt
2B Kolten Wong
SS Paul DeJong
3B Matt Carpenter
LF Tyler O’Neill
CF Harrison Bader
RF Dexter Fowler

Voraussichtliche Rotation
RHP Jack Flaherty
RHP Miles Mikolas
RHP Dakota Hudson
RHP Adam Wainwright
RHP Carlos Martinez
Key Reliever: Giovanny Gallegos

Wichtigster Zugang
LHP Kwang-Hyun Kim (SK Wyverns)

Wichtigster Abgang
OF Marcell Ozuna (Atlanta Braves)

Bestes Prospect
OF Dylan Carlson

Größte Stärke
Paul Goldschmidt: Für seine Verhältnisse hatte Goldy in seinem ersten Jahr als Cardinal eine schwächere Saison mit 2.9 fWAR und .821 OPS. Aber die Saisonstatistik täuscht darüber hinweg, dass er nach dem All-Star-Break mächtig in Fahrt kam. 18 Homeruns, 60 RBI und .886 OPS in der zweiten Saisonhälfte machten jeden Zweifel an den nach wie vor herausragenden Fähigkeiten des 32-jährigen First Baseman zunichte.

Größte Schwäche
Offensive Tiefe: Mit Goldschmidt, Matt Carpenter und vielleicht noch Paul DeJong ist ein starker Kern an Hittern vorhanden. Ob das reicht, um ganz oben mitzuhalten, ist zumindest fraglich. Die Batting-Leistung des Teams insgesamt war 2019 nur knapp durchschnittlich und das Auftreten in der NLCS war ein regelrechter Offenbarungseid der Cardinals-Offense. Inzwischen haben die Cardinals ihren Cleanup-Hitter Marcell Ozuna ersatzlos ziehen lassen, was das Lineup mit Sicherheit nicht stärker macht.

Spannendste Frage
Wer übernimmt die Rolle des Closers? 2019 hatten die Cardinals Saves von neun verschiedenen Pitchern. In der zweiten Saisonhälfte übernahm Carlos Martinez den Job und machte seine Sache gut. Da Martinez dieses Jahr in die Starting Rotation zurückkehrt, ist die Stelle wieder zu haben. Die offensichtliche Wahl wäre Andrew Miller, der jedoch mit einer mysteriösen Verletzung zu kämpfen hat. Ob und welche Rolle das frühere Top-Prospect Alex Reyes spielen wird, ist ebenfalls schwer einzuschätzen. Eine sichere Bank als Reliever ist am ehesten Giovanny Gallegos, auf den es letztlich als Closer hinauslaufen könnte.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL Central

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März 14th, 2020 by Silversurger

Im Herbst 2016, die Chicago Cubs waren frisch gebackener World Champion, fragte sich die Baseball-Welt, ob man am Beginn einer Dynastie steht, also einer jahrelangen Vorherrschaft eines einzelnen Teams. So stark, so ausgewogen, so jung war die Mannschaft, dass ganz selbstverständlich darüber diskutiert wurde, wie viele Meisterschaften die Cubs in den folgenden Jahren noch einfahren würden. Es kam anders, wie wir heute wissen: ein bisschen Sättigungseffekt hier, ein bisschen Abnutzung da, der eine oder andere Spieler nahm nicht die erhoffte Entwicklung und natürlich schläft auch die Konkurrenz nicht. So ging es langsam bergab und am Ende der vergangenen Saison stand man mit einer Bilanz von 84-78 und ohne Playoff-Ticket da. Als Sündenbock wurde der Cheftrainer ausgemacht. Joe Maddon erhielt keine Vertragsverlängerung und wurde ersetzt durch David Ross. Der war 2016 noch als Backup-Catcher Teil des Meisterteams und muss sich nun schnell in die neue Rolle gegenüber seinen Freunden und ehemaligen Teamkameraden einfinden. Die Erwartungen in Chicago sind nach wie vor hoch. Für General Manager Theo Epstein hängt wohl auch der eigene Arbeitsplatz daran, ob die Cubs in seinen verbleibenden zwei Vertragsjahren zurück in die Erfolgsspur finden. Das Team, das dafür zur Verfügung steht, ist weitgehend dasselbe wie in den letzten Jahren. Es wird spannend zu sehen, zu was die inzwischen nicht mehr ganz so junge Truppe unter der neuen Führung fähig sein wird.

Voraussichtliches Lineup
C Willson Contreras
1B Anthony Rizzo
2B Jason Kipnis
SS Javier Baez
3B Kris Bryant
LF Kyle Schwarber
CF Ian Happ
RF Jason Heyward

Voraussichtliche Rotation
LHP Jon Lester
RHP Yu Darvish
RHP Kyle Hendricks
LHP Jose Quintana
RHP Tyler Chatwood
Key Reliever: Craig Kimbrel

Wichtigster Zugang
OF Steven Souza Jr. (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
OF Nicholas Castellanos (Cincinnati Reds)

Bestes Prospect
IF Nico Hoerner

Größte Stärke
Der Kern des Lineups: Ein Team, das um Kris Bryant, Javier Baez, Anthony Rizzo und Kyle Schwarber aufgebaut ist, ist per se ein Playoff-Kandidat. Für die Cubs gilt es, diese Stärke noch ein oder zwei Mal zu nutzen, bevor nach der Saison 2021 sämtliche genannten Spieler Free Agents werden und wohl kaum alle gehalten werden können.

Größte Schwäche
Pitching. Es wurde so gut wie nichts getan, um den Verlust von Cole Hamels und mehrerer Reliever aufzufangen. Wenn Jon Lester, Jose Quintana und Craig Kimbrel nicht zu alter Stärke finden, dann wird es um Yu Darvish und Kyle Hendricks ziemlich dünn.

Spannendste Frage
Wer setzt sich an der zweiten Base durch? Hier war im – inzwischen ausgesetzten – Spring Training ein interessanter Position-Battle entstanden. Das 22-jährige Talent Nico Hoerner soll die langfristige Lösung sein, bekommt aber wohl erst noch etwas Zeit zur Entwicklung. Die Utility-Spieler Daniel Descalso und David Bote sind interne Kandidaten für den Posten, aber am Ende könnte das Rennen einer machen, den kaum jemand auf der Rechnung hatte: der ehemalige All-Star Jason Kipnis, der im Februar mit einem Minor-League-Deal bei den Cubs anheuert.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL Central

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März 10th, 2020 by Silversurger

Die Richtung stimmt schon mal für die Cincinnati Reds: Nach vier Jahren mit einem Abo auf die rote Laterne der NL Central landeten sie 2019 mit 75 Siegen auf einem soliden vierten Platz – und es war sogar noch Pech dabei. Von den erzielten und kassierten Runs her hätten die Reds statistisch gesehen fünf Spiele mehr gewinnen müssen. Auch das Zuschauerinteresse stieg deutlich an, von 1,63 Millionen im Jahr 2018 auf immerhin 1,81 Millionen. Der Aufwärtstrend der Franchise gründete vor allem auf starkem Pitching. Die Offensive hingegen bereitete einige Sorgen. Zum Beispiel waren die Leistungen des einst überragenden Joey Votto im zweiten Jahr hintereinander stark rückläufig; Nick Senzels Rookie-Saison war von Verletzungen geprägt; Aristides Aquino schlug ein paar Wochen lang wie Superman, bis die Gegner merkten, dass Breaking Balls sein Kryptonit sind. Folgerichtig investierten die Reds in dieser Offseason vor allem in erfahrene Hitter: IF Mike Moustakas und OF Nicholas Castellanos wurden für jeweils 64 Millionen Dollar mit Vierjahresverträgen ausgestattet; für 3 Jahre und 21 Millionen Dollar kam aus Japan Shogo Akiyama, der den Leadoff-Spot und das Centerfield ausfüllen soll. Das sind allesamt Moves, die Sinn ergeben und die Reds voran bringen werden auf ihrem Weg nach oben. Innerhalb der ziemlich ausgeglichenen Division kann es durchaus passieren, dass Cincinnati im September an einer Playoff-Teilnahme schnuppert.

Voraussichtliches Lineup
C Tucker Barnhart
1B Joey Votto
2B Mike Moustakas
SS Freddy Galvis
3B Eugenio Suarez
LF Jesse Winker
CF Shogo Akiyama
RF Nicholas Castellanos

Voraussichtliche Rotation
RHP Luis Castillo
RHP Trevor Bauer
RHP Sonny Gray
RHP Anthony DeSclafani
LHP Wade Miley
Key Reliever: Raisel Iglesias

Wichtigster Zugang
IF Mike Moustakas (Milwaukee Brewers)

Wichtigster Abgang
RHP Kevin Gausman (San Francisco Giants)

Bestes Prospect
RHP Hunter Greene

Größte Stärke
Die Rotation: Die Reds haben das Luxusproblem, ihren Opening-Day-Pitcher aus drei hervorragenden Optionen auwählen zu können. Luis Castillo und Sonny Gray haben eine sehr starke Saison 2019 hinter sich, Trevor Bauer trennt ein mittelmäßiges Jahr von seiner 2.21-ERA-Saison 2018. Anthony DeSclafani und Wade Miley sind die solide Abrundung einer Gruppe, die für mich zu den drei besten in der NL gehört.

Größte Schwäche
Shortstop: Freddy Galvis verwaltet die Position und trägt wenig zur Offensive bei. Alternativen zu ihm gibt es praktisch keine, es sei denn man ließe Eugenio Suarez oder Nick Senzel auf der ungewohnten Position starten und nähme in Kauf, dass das Defensivspiel darunter leiden würde. Wenn die Reds noch mal nachbessern, sei es jetzt oder während der Saison, dann könnte ein Francisco Lindor oder ein Trevor Story das fehlende Puzzleteil sein.

Spannendste Frage
Gelingt Shogo Akiyama der nahtlose Übergang? Mit in Kürze 32 Jahren wagt der fünffache All-Star der japanischen NPB den Sprung über den großen Teich. Das ist verhältnismäßig spät und muss daher ohne viel Anpassungszeit funktionieren. Die Reds setzen darauf, dass Akiyama insbesondere seine herausragenden On-Base-Fähigkeiten auch gegen MLB-Pitcher zur Anwendung bringt. Übrigens waren die Reds bislang das einzige Team der Liga, das noch nie einen Spieler aus Japan im Lineup hatte.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL Central

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März 6th, 2020 by Silversurger

Mein Vorschau-Ranking ist im mittleren Drittel angelangt und gleichzeitig an einer Stelle, an der ich einen gewissen Cut sehe zwischen den ab jetzt besprochenen Teams und den zehn, die ich schon vorgestellt habe. Ab Rang 21 abwärts habe ich die Mannschaften einsortiert, für die ich dieses Jahr nur marginale Chancen auf die Teilnahme an den Playoffs sehe. Die Milwaukee Brewers sind das erste Team in meiner Vorschauserie, dem ich die Playoff-Qualifikation grundsätzlich zutraue. Warum auch nicht, schließlich waren sie schon letztes und vorletztes Jahr dabei. 2018 trennte sie nur ein Sieg vom Einzug in die World Series, 2019 waren sie im Wild-Card-Spiel einen schlechten Pitch und ein defensives Missgeschick davon entfernt, den späteren Champion Washington auszuschalten. Trotzdem habe ich die Brewers für die kommende Saison nur ganz am Rand meines Playoff-Blickfelds. Sie haben in der Offseason einen relativ großen Umbruch erlebt und der sieht für mich nicht so aus, als sollten sie gestärkt daraus hervorgehen. Die Vertragsverlängerung mit Superstar Christian Yelich bis 2028 ist zwar ein großer Erfolg, aber auch ein finanzieller Kraftakt von 215 Millionen Dollar, dem sich einiges unterordnen musste. Die Top-Free-Agents Yasmani Grandal und Mike Moustakas unterschrieben ihre neuen Verträge anderswo, auch Eric Thames, Gio Gonzalez, Jordan Lyles, Drew Pomeranz und einige mehr zogen weiter. Aufgefüllt wurde der Kader durch Trades und günstige Free Agents mehr schlecht als recht. Insbesondere das Infield wirft eine Menge Fragezeichen auf. Auch das Pitching-Staff jenseits von Brandon Woodruff und Josh Hader überzeugt mich nicht wirklich. Ich muss allerdings zugeben, dasss mir das mit den Brewers-Pitchern seit Jahren so geht und Manager Craig Counsell es regelmäßig geschafft hat, mich positiv zu überraschen. Mal sehen, ob ihm das auch dieses Jahr gelingt.

Voraussichtliches Lineup
C Omar Narvaez
1B Justin Smoak
2B Keston Hiura
SS Orlando Arcia
3B Eric Sogard
LF Christian Yelich
CF Lorenzo Cain
RF Avisail Garcia

Voraussichtliche Rotation
RHP Brandon Woodruff
RHP Adrian Houser
LHP Eric Lauer
LHP Brett Anderson
RHP Josh Lindblom
Key Reliever: Josh Hader

Wichtigster Zugang
OF Avisail Garcia (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
C Yasmani Grandal (Chicago White Sox)

Bestes Prospect
SS Brice Turang

Größte Stärke
Christian Yelich: Die gegnerischen Pitcher finden einfach kein Mittel gegen den MVP 2018 und Vize-MVP 2019 der National League. Letztes Jahr warfen sie gegen ihn nur 41,8% der Pitches in die Strikezone (2018 waren es noch 48,6%), doch Yelich passte sich nahtlos an und schlug .329/.429/.671. Das ist ein OPS von 1.100 und damit die beste Offensivleistung eines MLB-Spielers in den letzten zehn Jahren außer der 2015-Saison von Bryce Harper (1.109 OPS).

Größte Schwäche
Das Infield: Justin Smoak, Brock Holt, Eric Sogard, Jedd Gyorko, Luis Urias, Ryon Healy, Ronny Rodriguez – die Brewers haben die Offseason damit verbracht, Infielder anzuhäufen, die meisten davon Utility-Spieler ohne klare Position und mit entsprechenden Defiziten in der Defensive. Den einzigen klaren Stammplatz hat der junge Second Baseman Keston Hiura, der sich in seinem Rookiejahr 2019 als starker Hitter, aber schwacher Feldspieler gezeigt hat.

Spannendste Frage
Schafft Josh Lindblom den Durchbruch im dritten Anlauf? Der Pitcher wurde 2008 von den Dodgers gedraftet, konnte sich aber nie in der MLB etablieren. 2014 wechselte er nach Südkorea, ein Comebackversuch 2017 bei den Pirates war nicht von Erfolg gekrönt. Zurück in Südkorea überarbeitete Lindblom sein Pitch-Arsenal und plötzlich erzielte er überragende Ergebnisse. Ein ERA von 2.50 in 30 Starts für die Doosan Bears brachte ihm den MVP-Award der KBO-Saison 2019 und weckte die Aufmerksamkeit der Brewers, bei denen der 32-Jährige einen Dreijahresvertrag für 9 Millionen Doller erhielt.

Meine Prognose
Platz 4 in der NL Central

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