April 3rd, 2020 by Silversurger

Der Abschied der Atlanta Braves aus dem Baseball-Jahr 2019 war eine Demütigung: eine 1:13-Niederlage gegen die St. Louis Cardinals, vor heimischem Publikum im entscheidenden Spiel 5 der NLDS. Das sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass sie vor diesem Ende mit Schrecken eine hervorragende Saison gespielt haben. Zum zweiten Mal hintereinander gewannen sie die sehr kompetitive NL East, mit 97 Siegen waren sie hinter den Dodgers das zweiterfolgreichste Team der National League. Das alles gelang mit einem jungen Kern, auf den man noch einige Jahre lang setzen kann – angefangen mit Outfielder Ronald Acuna Jr., dem Rookie des Jahres 2018, und Pitcher Mike Soroka, Zweiter bei der Rookie-Wahl 2019. Der schwerwiegendste Verlust gegenüber dem Vorjahr ist der von Slugger Josh Donaldson, der als Free Agent bei den Twins unterschrieb. Darauf reagierten die Braves prompt, indem sie für 18 Millionen Dollar Marcell Ozuna verpflichteten, der Donaldson in der Mitte des Lineups ersetzen soll. Schwachpunkte gibt es wenige – vermutlich die von Donaldson verlassene Third Base, vielleicht auch das Centerfield mit Ender Inciarte, der eine schwache und verletzungsgeplagte Saison hinter sich hat. Doch für den Fall, dass er nicht zurück in die Erfolgsspur findet, haben die Braves das nächste Ass schon im Ärmel: Christian Pache gilt als Top-Talent und zumindest von seinem Defensivspiel her längst bereit für die MLB. Die Rotation der Braves kann mit den Konkurrenten aus Washington und New York meiner Ansicht nach nicht ganz mithalten, ist aber solide genug, um in Verbindung mit der explosiven Offensive und einem verlässlichen Bullpen das Team erneut zum Favoriten auf den Divisionssieg zu machen.

Voraussichtliches Lineup
C Travis d’Arnaud
1B Freddie Freeman
2B Ozzie Albies
SS Dansby Swanson
3B Austin Riley
LF Marcell Ozuna
CF Ender Inciarte
RF Ronald Acuna Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Soroka
LHP Cole Hamels
RHP Mike Foltynewicz
LHP Max Fried
RHP Felix Hernandez
Key Reliever: Mark Melancon, Will Smith

Wichtigster Zugang
OF Marcell Ozuna (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
3B Josh Donaldson (Minnesota Twins)

Bestes Prospect
OF Christian Pache

Größte Stärke
Die obere Hälfte des Lineups: Nach Leadoff-Hitter Ronald Acuna Jr. bekommen die gegnerischen Pitcher es mit Ozzie Albies, Freddie Freeman und Marcell Ozuna zu tun. An dieser Gruppe dreimal vorbei zu kommen, ohne Runs zu kassieren, erscheint schwer vorstellbar.

Größte Schwäche
Third Base: Nach Donaldsons Abgang waren die Braves im Gespräch, für Kris Bryant oder Nolan Arenado zu traden, doch bislang hat sich in der Richtung nichts ergeben. Johan Camargo und Austin Riley sind die aussichtsreichsten internen Kandidaten für den Posten. Keiner von ihnen dürfte in der Lage sein, Donaldsons Fußstapfen auszufüllen.

Spannendste Frage
Wer wird der Closer? Wer bei knappen Führungen im letzten Inning den Ball bekommt, ist noch offen, doch das ist eher ein Luxusproblem als eine Verlegenheit: Mit Mark Melancon, Will Smith und Shane Greene hat Atlanta drei erprobte Reliever für die späten Innings im Kader. Hinzu kommen mit Luke Jackson, der letztes Jahr mit 18 Saves das Team anführte, sowie Darren O’Day und Chris Martin weitere starke Optionen, sodass der Bullpen sich als eine weitere Stärke der Braves herausstellen dürfte.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL East

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März 26th, 2020 by Silversurger

Zum zweiten Mal an diesem Tag muss ich von enttäuschter Vorfreude schreiben. Beim ersten Mal ging es darum, dass der für heute vorgesehene Opening Day in unabsehbare Ferne gerückt ist. Dieses Mal geht es um die Preview zu den New York Mets, auf die ich mich während der ganzen bisherigen Artikelserie besonders gefreut hatte. Mein Lieblingsteam hatte eine zwar streckenweise holprige, aber doch positiv stimmende Offseason. Ein empfindlicher Verlust ist Starting Pitcher Zack Wheeler, der für fünf Jahre und 118 Millionen Dollar in Philadelphia unterschrieben hat. Das ist aus Mets-Sicht schade, aber angesichts der Vertragsdaten war es vernünftig, ihn ziehen zu lassen und nicht in ein Wettbieten mit den Phillies einzutreten. Zudem hat General Manager Brody Van Wagenen vorausschauend gehandelt und schon zur Trade-Deadline 2019 in Marcus Stroman einen angemessenen Ersatz für Wheeler geholt. Außer Wheeler ging auch Manager Mickey Callaway, der sich in den zwei Jahren seiner Amtszeit in mehrerlei Hinsicht als Fehlbesetzung erwiesen hatte. Als sein Nachfolger wurde zunächst Carlos Beltran präsentiert, doch der war nur zwei Monate im Amt, bevor er selbiges wegen seiner zentralen Rolle im Sign-Stealing-Skandal der Astros wieder abgeben musste. Das öffnete die Tür für Newcomer Luis Rojas, der fachlich vermutlich ohnehin die bessere Wahl ist als Beltran und obendrein nach allem, was man hört, einen sehr guten Draht zu den Spielern besitzt. Das Stamm-Lineup für 2020 ist dasselbe, das letztes Jahr vor allem in der zweiten Saisonhälfte überzeugte, angeführt vom Rookie des Jahres und Homerun-Champion Pete Alonso sowie dem überragenden Kontakt-Hitter Jeff McNeil. Überragend sah auch die Spitze der Rotation aus mit Cy-Young-Gewinner Jacob deGrom, Noah Syndergaard und Stroman, ergänzt durch eine solide Auswahl für die Plätze vier und fünf aus Steven Matz, Rick Porcello und Michael Wacha. Leider hat mein Optimismus vorgestern Abend einen herben Rückschlag erhalten, als bekannt wurde, dass Syndergaard sich heute einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss. Sein Ausfall für mindestens ein Jahr bedeutet eine spürbare Schwächung für die Mets, die zwar immer noch ein gutes Team haben, aber innerhalb der hochwertigen Konkurrenz um die NL East nun ein Stück weit in die Außenseiterrolle rutschen.

Voraussichtliches Lineup
C Wilson Ramos
1B Pete Alonso
2B Robinson Cano
SS Amed Rosario
3B Jeff McNeil
LF J. D. Davis
CF Brandon Nimmo
RF Michael Conforto

Voraussichtliche Rotation
RHP Jacob deGrom
RHP Marcus Stroman
LHP Steven Matz
RHP Rick Porcello
RHP Michael Wacha
Key Relievers: Edwin Diaz, Dellin Betances

Wichtigster Zugang
RP Dellin Betances (New York Yankees)

Wichtigster Abgang
RHP Zack Wheeler (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
SS Ronny Mauricio

Größte Stärke
Jacob deGrom: Den „DeGrominator“ kann man mit einigem Recht als derzeit besten Pitcher der Welt bezeichnen. Sowohl 2018 als auch 2019 hat er die MLB nach ERA angeführt, in beiden Jahren gewann er mit großer Mehrheit die Wahl zum Cy-Young-Award.

Größte Schwäche
Defense: Die Mets sind seit Jahren eines der schwächsten Teams, was das Fielding betrifft – was kein großes Wunder ist, wenn man regelmäßig ohne echten Centerfielder antritt, sich im Leftfield zwei gelernte Corner Infielder abwechseln, die Stärken des First Baseman, des Rightfielders und des Catchers auch nicht gerade in der Defensive liegen und sich für Jeff McNeil immer ein (häufig wechselnder) Platz auf dem Feld finden muss. Die Order an das Pitching-Personal ist klar: Der Ball sollte so wenig wie möglich ins Spiel kommen.

Spannendste Frage
Welche Rolle spielen Yoenis Cespedes und Jed Lowrie? Cespedes war einst der Star der Mets-Offense, doch seit er 2017 einen 110-Millionen-Dollar-Vertrag über vier Jahre erhielt, verbrachte er in jeder Saison mehr Zeit auf der Verletztenliste als auf dem Feld. 2019 fiel er nach einem obskuren Unfall unter Beteiligung eines Wildschweins ganzjährig aus. Lowrie kam vor der letzten Saison als hoffnungsvolle Neuverpflichtung für das Infield, bestritt aber wegen Knieproblemen noch kein einziges Spiel für die Mets. Der Status von Cespedes und Lowrie in Bezug auf die Saison 2020 ist genauso schwer einzuschätzen wie der der Saison selbst.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL East, Wild Card

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März 22nd, 2020 by Silversurger

Was für ein Kraftakt: Zuerst rollten die Washington Nationals nach einem schwachen Start in die reguläre Saison 2019 das Feld von hinten auf und ergatterten auf der Zielgeraden eine Wild Card in die Playoffs. In der Postseason waren sie dann sage und schreibe fünfmal in der Situation, dass eine Niederlage das Ausscheiden bedeutet hätte – angefangen mit dem Wild-Card-Spiel und bis hin zu Spiel 7 der World Series. In jedem dieser Spiele gerieten sie mindestens einmal in Rückstand und jedes dieser Spiele gewannen sie am Ende. Als Mets-Fan sage ich es nicht gern, aber: Dieses Team hat sich die World Championship hart erarbeitet und redlich verdient. Zum Unternehmen Titelverteidigung wurde der Kern der Truppe weitgehend beisammen gehalten, doch eine schwere Entscheidung musste getroffen werden: Für zwei Eckpfeiler des Erfolgs, Starting Pitcher Stephen Strasburg und Third Baseman Anthony Rendon, standen neue Verträge an, der Klub konnte sich aber nur einen davon leisten. Die Wahl fiel auf Strasburg, der für sieben Jahre und 245 Millionen Dollar unterschrieb, während Rendon zu identischen Konditionen in Los Angeles bei den Angels anheuerte. An der dritten Base ergibt sich dadurch die Gelegenheit für Top-Prospect Carter Kieboom, seine Major-League-Reife unter Beweis zu stellen. Letztes Jahr gelang ihm das während eines kurzen Call-ups noch nicht (.128/.209/.282).

Voraussichtliches Lineup
C Yan Gomes
1B Eric Thames
2B Starlin Castro
SS Trea Turner
3B Carter Kieboom
LF Juan Soto
CF Victor Robles
RF Adam Eaton

Voraussichtliche Rotation
RHP Max Scherzer
RHP Stephen Strasburg
LHP Patrick Corbin
RHP Anibal Sanchez
RHP Joe Ross
Key Relievers: Will Harris, Sean Doolittle

Wichtigster Zugang
2B Starlin Castro (Miami Marlins)

Wichtigster Abgang
3B Anthony Rendon (Los Angeles Angels)

Bestes Prospect
IF Carter Kieboom

Größte Stärke
Die Rotation: Max Scherzer, Stephen Strasburg, Patrick Corbin – das sind die Top-3, die sich mit einigem Recht als Hauptverantwortliche des Titelgewinns und als das beste Starter-Trio der Liga fühlen dürfen. Die Frage, die man sich gleichwohl stellen muss, ist, wie gut sie in der Lage sind, die körperliche Belastung des langen Oktobers wegzustecken.

Größte Schwäche
Die Farm: Prospect-Guru Keith Law von „The Athletic“ führt das Nachwuchssystem der Nationals auf Platz 29 von 30. Das ist keine tolle Aussicht für die Zukunft, aber es ist erklärbar, nachdem die Nationals die Früchte jahrelanger Arbeit abgeerntet und den erhofften Erfolg erzielt haben. Oder wie Law selbst es formuliert: „You don’t care, right, Nats fans? You got a ring! That’s what the farm is for, and Mike Rizzo and company worked the heck out of their system to get to that World Series.“

Spannendste Frage
Schlägt der Hangover zu? Seit 19 Jahren hat kein Team den höchsten Baseballtitel verteidigt. Neben der schon erwähnten körperlichen Anstrengungen einer World-Series-Saison sind auch die mentalen Effekte nicht zu vernachlässigen. Nach einem so hart erarbeiteten Erfolg fällt es wohl jedem ein bisschen schwer, jegliche Selbstzufriedenheit abzuschütteln und den gleichen großen Willen aufzubringen wie die noch hungrigen Konkurrenten.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL East, Wild Card

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März 8th, 2020 by Silversurger

Die Nerven liegen langsam blank in Philadelphia: Erst haben die Phillies sich durch ein mehrjähriges Rebuilding gequält, dann haben sie innerhalb der letzten drei Offseasons mehr als 700 Millionen Dollar für Free Agents ausgegeben – und trotzdem ist es bisher nicht gelungen, erstmals seit 2011 eine Saison mit positiver Bilanz abzuschließen geschweige denn in die Playoffs einzuziehen. Ein weiterer Trainerwechsel soll es nun richten. Gabe Kapler musste nach nur zwei Jahren wieder gehen, als Nachfolger für den bisweilen überfordert wirkenden Jung-Manager wurde quasi sein Gegenteil verpflichtet: der erfahrene Haudegen Joe Girardi. Weitere Investitionen sind die Verpflichtungen von Starting Pitcher Zack Wheeler und Shortstop Didi Gregorius. Ob das reicht, um die Kurve zu kriegen, erscheint mir sehr fraglich. In jeder anderen Division würde ich den Phillies eine bessere Rolle zutrauen, aber in der ultra-kompetitiven NL East sehe ich sie nicht auf einem Level mit den Braves, den Nationals und den Mets. Im Vergleich mit diesen Teams fehlt es Philadelphias Kader insbesondere an Pitching- und allgemeiner Tiefe. Und es mag nur meine persönliche Einbildung sein, aber ich sehe die Phillies auch von den weichen Faktoren – Stimmung im Clubhouse, Selbstbewusstsein etc. – schwächer als die drei Konkurrenten.

Voraussichtliches Lineup
C J. T. Realmuto
1B Rhys Hoskins
2B Scott Kingery
SS Didi Gregorius
3B Jean Segura
LF Andrew McCutchen
CF Adam Haseley
RF Bryce Harper

Voraussichtliche Rotation
RHP Aaron Nola
RHP Zack Wheeler
RHP Jake Arrieta
RHP Zach Eflin
RHP Vince Velasquez
Key Relievers: Hector Neris, Seranthony Dominguez

Wichtigster Zugang
RHP Zack Wheeler (New York Mets)

Wichtigster Abgang
2B Cesar Hernandez (Cleveland Indians)

Bestes Prospect
3B Alec Bohm

Größte Stärke
Das neue Coaching-Team: Die Phillies haben sich eine Menge Erfahrung in den Trainerstab geholt. Joe Girardi führte die New York Yankees während seiner Amtszeit als Manager von 2008 bis 2017 zu einer World Series und keiner einzigen Losing Season; Pitching-Coach Bryan Price war in seiner Rolle erfolgreich in Seattle, Arizona und Cincinnati tätig. Als Hitting-Coach wurde Joe Dillon verpflichtet, der letztes Jahr als Assistenztrainer die Meisterschaft mit den Nationals gewann.

Größte Schwäche
Teile der Rotation: Aaron Nola und Zack Wheeler sind ein starker One-Two-Punch mit Potenzial, sich noch weiter zu steigern. Hinter diesen beiden fällt die Starting Rotation deutlich ab. Jake Arrietas Leistungen sind seit seiner Cy-Young-Saison 2015 konstant rückläufig, eine Ellenbogen-OP kostete ihn die letzten zwei Monate der Saison 2019. Vince Velasquez, Zach Eflin und Nick Pivetta füllen die restlichen Starter-Spots im günstigsten Falle durchschnittlich aus.

Spannendste Frage
Ist und bleibt McCutchen fit? Die Phillies hatten letztes Jahr zahlreiche Ausfälle durch Verletzungen zu beklagen, aber am meisten weh tat ihnen der Kreuzbandriss von Andrew McCutchen. Mit einer On-Base-Percentage von .378 war er der zweitbeste Leadoff-Hitter der MLB. Nach seinem frühen Saisonende Anfang Juni hatten die Phillies für den Rest des Jahres mit .295 die zweitschlechteste Leadoff-OBP der Liga.

Meine Prognose
Platz 4 in der NL East

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Februar 27th, 2020 by Silversurger

Das unspannendste Team in der spannendsten Division der MLB. So hart muss man es wohl sagen, denn während die anderen vier Mitglieder der NL East um die Wette rüsten, bleiben die Miami Marlins ihrem seit zwei Jahre laufenden Rebuilding treu. Eines muss man ihnen zugute halten: Anders als bei den Orioles und den Pirates deutet sich bei den Marlins schon eine deutliche Entwicklung in die richtige Richtung an. Es kommt einiges an jugendlichem Talent nach und mit Verpflichtungen von Veteranen wie Jesus Aguilar, Jonathan Villar und Corey Dickerson zeigt man den guten Willen, wenigstens ein paar Spiele mehr zu gewinnen. Die Zugänge sollen eine Offense verstärken, die 2019 in den Ranglisten fast aller Statistik-Kategorien am Ende oder in der Nähe davon landete. Dem gleichen Ziel dient die Verpflichtung von James Rowson als Bench Coach und Offensive Coordinator. Rowson war zuletzt Hitting Coach der Minnesota Twins und führte diese letztes Jahr zum Homerun-Rekord.

Voraussichtliches Lineup
C Jorge Alfaro
1B Jesus Aguilar
2B Isan Diaz
SS Miguel Rojas
3B Jonathan Villar
LF Corey Dickerson
CF Lewis Brinson
RF Brian Anderson

Voraussichtliche Rotation
RHP Sandy Alcantara
LHP Caleb Smith
RHP Pablo Lopez
RHP Yordan Yamamoto
RHP Elieser Hernandez
Key Relievers: Brandon Kintzler, Ryne Stanek

Wichtigster Zugang
2B/3B Jonathan Villar (Baltimore Orioles)

Wichtigster Abgang
2B Starlin Castro (Washington Nationals)

Bestes Prospect
RHP Sixto Sanchez

Größte Stärke
Die Farm: Das Ziel der Vereinsführung in den letzten Jahren bestand darin, durch Trades und Draftpicks Talente anzuhäufen. Das ist gelungen. Insbesondere im Starting Pitching sieht die Zukunft mit Prospects wie Sixto Sanchez, Edward Cabrera und Nick Neidert rosig aus, aber auch vielversprechende Positionsspieler wie Outfielder J. J. Bleday und Shortstop Jazz Chisholm stehen in den Startlöchern.

Größte Schwäche
Offense: Trotz der Neuzugänge handelt es sich nach wie vor um eines der schwächsten Batting-Lineups der Liga, von Tiefe ganz zu schweigen. Das geht insbesondere auf das Konto früherer Hoffnungsträger wie Lewis Brinson, Isan Diaz und Jorge Alfaro, die sich bislang als herbe Enttäuschungen erwiesen haben.

Spannendste Frage
Gelingt es, mehr Fans anzulocken? Mit einem Schnitt von rund 10.000 Zuschauern pro Heimspiel waren die Marlins sowohl 2018 als auch 2019 abgeschlagen Letzter in der MLB. Um das zu ändern, wurde für dieses Jahr nach Umfragen beschlossen, die Spiele während der Woche eine halbe Stunde früher zu beginnen. Außerdem wurde der Outfield-Zaun 2 bis 3 Meter in Richtung Homeplate gerückt, um mehr Homeruns zu ermöglichen. Kleiner Tipp, liebe Marlins: Attraktiven Baseball zu spielen würde wahrscheinlich mehr bringen.

Meine Prognose
Platz 5 in der NL East

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Februar 24th, 2020 by Silversurger

Update vom 13. März: Der Start der MLB-Saison wurde wegen der Corona-Pandemie um mindestens zwei Wochen verschoben. Die Serie von Vorschau-Artikeln führe ich fort, aber statt täglich werde ich nur noch jeden zweiten Tag ein Team vorstellen, um die Wartezeit etwas gleichmäßiger zu füllen. Bleibt dran und bleibt vor allem gesund!

In gut einem Monat, am 26. März 2020, beginnt endlich die neue MLB-Saison. Höchste Zeit, die gute alte Baseblog-Tradition der Team-Vorstellungen aufleben zu lassen. Ab morgen gibt es hier wieder 30 Tage lang jeden Tag einen kurzen Vorschauartikel auf die neue Saison.

Die Reihenfolge, in der ich die Artikel veröffentliche, entspricht meiner persönlichen Prognose des Abschneidens der jeweiligen Teams. Den Anfang macht morgen die in meinen Augen schwächste Mannschaft der Liga. Von dort arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2020. Dieser Artikel hier dient als Überblick, den ich auf der Startseite des Blogs anhefte und nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews aktualisiere, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Korrekturen und Kommentaren sind mir wie immer sehr willkommen – schließlich sind meine Einschätzungen höchst subjektiv und ich bin ganz sicher nicht für jedes Team Experte. Hier mein Powerranking, das sich in den kommenden Tagen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. Los Angeles Dodgers
2. New York Yankees
3. Atlanta Braves
4. Houston Astros
5. Tampa Bay Rays
6. Minnesota Twins
7. New York Mets
8. Los Angeles Angels
9. Washington Nationals
10. St. Louis Cardinals
11. Oakland Athletics
12. Chicago White Sox
13. Chicago Cubs
14. Boston Red Sox
15. Arizona Diamondbacks
16. Cincinnati Reds
17. San Diego Padres
18. Philadelphia Phillies
19. Cleveland Indians
20. Milwaukee Brewers
21. Toronto Blue Jays
22. Texas Rangers
23. Colorado Rockies
24. San Francisco Giants
25. Kansas City Royals
26. Detroit Tigers
27. Seattle Mariners
28. Miami Marlins
29. Pittsburgh Pirates
30. Baltimore Orioles

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März 21st, 2019 by Silversurger

Die Ära Bryce Harper ist für die Washington Nationals offiziell beendet. Sie mussten das langjährige Gesicht ihrer Franchise ziehen lassen, da sie beim Wettbieten mit den Philadelphia Phillies schlichtweg nicht mithalten konnten. Ein Zehnjahresvertrag über 300 Millionen Dollar, von denen ein Drittel auf langfristige „Rentenzahlungen“ verlegt worden wäre, war das Äußerste, was man bieten konnte und wollte – zu wenig, wie inzwischen bekannt ist. Blickt man auf die sieben Jahre mit Harper zurück, so fällt auf dass die Nationals erstaunlich wenig gemacht haben aus ihrem weit offenen Gelegenheitsfenster. Sie hatten in der Zeit zwar in jeder Saison eine positive Bilanz von Siegen und Niederlagen und viermal haben sie damit die NL East gewonnen, doch über die erste Playoffrunde sind sie nie hinaus gekommen. Nachdem der größte Star das Team verlassen hat, mussten die Nationals sich in der Offseason der Frage stellen, ob man nun den großen Ausverkauf und Neuaufbau startet. Aber spätestens mit der Verpflichtung von Patrick Corbin, dem begehrtesten Free-Agent-Pitcher des Jahres, war klar, dass die Entscheidung anders lautet. Die Nationals sehen sich weiterhin als Contender und mit dem Team, das sie ins Rennen schicken, kann man das kaum in Abrede stellen. Das herausragende Starter-Duo um Max Scherzer und Stephen Strasburg wird durch Corbin zum Triumvirat, im Outfield teilen zwei elektrisierende Youngster sich die Fußstapfen von Harper, und mit Brian Dozier und dem Catcher-Platoon aus Yan Gomes und Kurt Suzuki wurde ein bereits gut aufgestelltes Lineup sinnvoll ergänzt. Als Mets-Fan sage ich es nicht gern, aber in meinen Augen sind die Nationals in Jahr eins nach Harper nicht schlechter geworden. Wenn ich mich in der sicher heiß umkämpften NL East auf einen Favoriten festlegen und dabei objektiv sein soll, geht meine Stimme hauchdünn und schweren Herzens an Washington.

Voraussichtliches Lineup
C Yan Gomes
1B Ryan Zimmerman
2B Brian Dozier
SS Trea Turner
3B Anthony Rendon
LF Juan Soto
CF Victor Robles
RF Adam Eaton

Voraussichtliche Rotation
RHP Max Scherzer
RHP Stephen Strasburg
LHP Patrick Corbin
LHP Anibal Sanchez
LHP Jeremy Hellickson
Key Reliever: Sean Doolittle

Wichtigster Zugang
LHP Patrick Corbin (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
OF Bryce Harper (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
OF Victor Robles

Größte Stärke
Die Rotation: Scherzer und Strasburg sind seit Jahren einer der herausragenden One-Two-Punches der Liga. Dass die Saison 2018 der Nationals nicht nach Wunsch verlief, lag auch daran, dass es hinter den beiden recht schnell dünn wurde. Die Neuverpflichtungen Corbin und Anibal Sanchez stellen hier ein klares Upgrade dar. Übrigens: Die Matchups der Eröffnungsserie zwischen den Nationals und den Mets lauten deGrom vs. Scherzer, Syndergaard vs. Strasburg und Wheeler vs. Corbin. Wer jetzt nicht glühend heiß auf das Opening Weekend ist, dem kann ich auch nicht helfen.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Hier liegt seit Jahren die Achillesferse der Nationals und auch dieses Jahr ist die Reliever-Riege eine Ansammlung von Fragezeichen. Seit Juli 2017 hat man mit Sean Doolittle immerhin einen exzellenten Closer, der allerdings in den letzten sechs Jahren keine Saison ohne Aufenthalt auf der Verletztenliste überstanden hat. Koda Glover hatte ebenfalls noch nie ein Jahr ohne größere Verletzungen. Trevor Rosenthal kommt von einer Tommy-John-Surgery. Kyle Barraclough hatte 2018 eine starke erste Saisonhälfte und sah in der zweiten aus, als hätte er sein Handwerk komplett verlernt (13.5 ERA, 3.38 HR/9). Letzte Woche wurde Linkshänder Tony Sipp dazugeholt, der aus einer guten Saion für die Astros kommt, davor aber zwei Jahre zum Abhaken hatte und in Kürze 36 wird.

Spannendste Frage
Erfüllen Robles und Soto die Erwartungen? Gemeinsam sollen die beiden Talente dafür sorgen, dass der Schatten von Bryce Harper nicht allzu lange über dem Outfield der Nationals liegt. Juan Soto hatte 2018 mit nur 19 Jahren bereits eine spektakuläre Rookie-Saison (.292/.406/.517, 22 HRs), aber das zweite Jahr ist bekanntlich meistens das schwerste. Der eineinhalb Jahre ältere Victor Robles gilt als ebenso großes Talent und soll dieses Jahr seinen Durchbruch haben, nachdem er 2018 von einer Ellenbogenverletzung ausgebremst wurde. Robles bringt im Vergleich zu Soto etwas weniger Schlagkraft, aber dafür noch bessere Feldspielqualitäten mit.

Prognose
Platz 1 in der NL East

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März 18th, 2019 by Silversurger

Die New York Mets waren mit dem Ende der Saison 2018 an einer Weggabelung angelangt. Zum zweiten Mal in Folge war eine voller Hoffnung begonnene Saison in einer massiven Enttäuschung geendet. Die Ursachen dafür waren zahlreich, angefangen mit Verletzungen über schlechte Roster-Entscheidungen zugunsten abgehalfterter Ex-Stars wie Jose Bautista und Adrian Gonzalez bis hin zu einem bisweilen überfordert wirkenden Rookie-Manager Mickey Callaway. Die Weggabelung bestand nun in der Frage: Soll man alles auf Null setzen, die vorhandenen Stars wegtraden und in den Rebuilding-Modus wechseln? Oder versucht man, die Unzulänglichkeiten kurzfristig zu überwinden und sofort einen neuen Anlauf zu starten? Die Frage personifizierte sich in der Suche nach einem neuen General Manager, denn Sandy Alderson hatte den Job aus gesundheitlichen Gründen schon während der Saison aufgeben müssen. Die Teambesitzer, Vater Fred und Sohn Jeff Wilpon, vergaben den Posten an Ex-Spielervermittler Brodie van Wagenen – und somit an den Bewerber, der in den Gesprächen am entschiedensten für die Variante „sofortiger Angriff“ eingetreten war. Man mag zu van Wagenen stehen wie man will, leeres Gerede kann man ihm jedenfalls nicht vorwerfen. Wenige Tage nach Amtsantritt hatte er seinen ersten großen Trade im Sack: Second Baseman Robinson Cano und Top-Closer Edwin Diaz kamen aus Seattle im Austausch gegen Jay Bruce und mehrere Prospects. Das Signal dieses Moves war eindeutig: Wir sind bereit, Talente abzugeben und Canos teuren Vertrag zu übernehmen, weil wir gewinnen wollen – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt und in den nächsten Jahren. Zu diesem Zweck rüstete van Wagenen weiter auf: den Bullpen mit Rückkehrer Jeurys Familia und Lefty Justin Wilson, die Tiefe im Infield mit Jed Lowrie und J. D. Davis sowie im Outfield mit Keon Broxton, Gregor Blanco und Carlos Gomez, die jahrelange Problemposition mit Catcher Wilson Ramos. Die meisten der Neuverpflichtungen stärken den Kader mehr in der Breite als in der Spitze, was für die oft verletzungsgeplagten Mets vermutlich genau der richtige Weg ist. Auch das Coaching wurde aufgewertet: Callaway bleibt, bekommt aber mit Hitting Coach Chili Davis und Bench Coach Tim Riggleman zwei erfahrene Mitarbeiter an die Seite gestellt. Der einzige Bereich, der unangetastet blieb, ist die Pitching Rotation. Mit Jacob deGrom, Noah Syndergaard, Zack Wheeler und Steven Matz ist man hier zwar hervorragend aufgestellt, doch wenn sich einer davon verletzt und/oder Jason Vargas als Nummer fünf weiterhin unter Leistungsschwankungen leidet, könnte es recht schnell eng werden. Trotz einer insgesamt sehr guten Offseason bleiben die Mets eine Wundertüte. Das gilt umso mehr in der sehr starken NL East, in der zwischen den Nationals, den Phillies, den Braves und eben den Mets schlichtweg alles möglich ist und beinahe nichts überraschen würde.

Voraussichtliches Lineup
C Wilson Ramos
1B Pete Alonso
2B Robinson Cano
SS Amed Rosario
3B Jed Lowrie
LF Michael Conforto
CF Juan Lagares
RF Brandon Nimmo

Voraussichtliche Rotation
RHP Jacob deGrom
RHP Noah Syndergaard
RHP Zack Wheeler
LHP Steven Matz
LHP Jason Vargas
Key Reliever: Edwin Diaz

Wichtigster Zugang
RHP Edwin Diaz (Seattle Mariners)

Wichtigster Abgang
IF Wilmer Flores (Arizona Diamondbacks)

Bestes Prospect
1B Pete Alonso

Größte Stärke
Pitching: Die Starting Rotation der Mets mit deGrom, Syndergaard und Co. ist seit Jahren eine der besten der Liga. Der Bullpen war zuletzt eher ein Schwachpunkt, doch Diaz und die anderen Neuverpflichtungen lassen mit einigem Recht darauf hoffen, dass sich das dieses Jahr ändert.

Größte Schwäche
Verletzungsanfälligkeit: „Wenn sie gesund bleiben“ ist eine Einschränkung, die bei der Prognose für jedes Team gilt. Bei den Mets ist es jedoch ein lauteres und schärferes „Wenn“ als bei allen anderen. Das Thema begleitet sie seit Jahren und die Zahlen belegen, dass es nicht nur ein Gefühl ist, dass die Mets immer wieder überdurchschnittlich häufig und lange von Verletzungen betroffen sind. Es gäbe wohl keine größere Verstärkung für das Team als wenn jemand die Ursache dafür finden und abstellen könnte.

Spannendste Frage
Wer setzt sich an der ersten Base durch? Vor wenigen Wochen noch schien die Situation klar: Top-Prospect Pete Alonso sollte noch etwas in der Minor League reifen, Ex-Prospect Dominic Smith hatte sich letztes Jahr als Flop erwiesen. Der bisherige Third Baseman Todd Frazier würde seinen Platz an Jed Lowrie abgeben und um Frazier trotzdem im Lineup zu halten, schien es auf der Hand zu liegen, dass er als First Baseman in die Saison geht. Inzwischen hat sich die Lage komplett geändert. Lowrie und Frazier laborieren beide an Verletzungen, dafür rocken Alonso und Smith das Spring Training mit starken Leistungen. Einer von beiden wird den Posten wohl bekommen. Bei der Entscheidung könnte auch die Service Time eine Rolle spielen – gemeint ist, dass die Mets ein zusätzliches Jahr Teamkontrolle über Alonso gewinnen könnten, wenn sie ihn zumindest noch ein paar Wochen aus der MLB heraushalten. Van Wagenen hat allerdings mehrfach betont, dass er auf solche Überlegungen nichts gebe und mit den „25 besten Spielern“ in die Saison gehen werde.

Prognose
Platz 2 in der NL East und eine Wild Card

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März 16th, 2019 by Silversurger

Nach langjähriger Aufbauarbeit sahen die Philadelphia Phillies 2018 über weite Strecken so aus, als hätten sie den Schritt zurück in die Wettbewerbsfähigkeit bereits vollzogen. Am 7. August standen sie 64-49 und führten die NL East an. Von den restlichen 49 Spielen der Saison gewannen sie nur noch 16 und beendeten das Jahr zum sechsten Mal in Folge mit mehr Niederlagen als Siegen. Doch die Vereinsführung hat Blut geleckt und so gab Teambesitzer John Middleton für 2019 eine klare Marschrichtung vor: Man wolle besser werden, man wolle dafür Geld ausgeben und man sei bereit, dabei auch „a little bit stupid“ zu sein. Mission erfüllt, kann man dazu nur sagen: Die Phillies sind durch die Verpflichtungen von Bryce Harper, J. T. Realmuto, Andrew McCutchen, Jean Segura und David Robertson definitiv besser geworden; sie haben sich das Einiges kosten lassen; und zumindest der Vertrag für Harper ist durchaus ein bisschen stupid. Mit dem neuen Team hätten die Phillies letztes Jahr vermutlich die Division gewonnen, doch die Nationals, die Mets und die Braves haben allesamt ebenfalls gut gearbeitet und so ist in der NL East mit einem engen Rennen auf hohem Niveau zu rechnen. Im Hinblick auf die Playoffs werden von vier starken Teams eins bis drei auf der Strecke bleiben. Ich tippe, dass das die Braves sein werden, weil sie das Team mit der geringsten Erfahrung sind, und die Phillies, weil ich bei ihnen kein gutes Gefühl habe, was die Chemie im Clubhouse angeht. Aber vielleicht ist da auch der Wunsch Vater des Gedankens.

Voraussichtliches Lineup
C J. T. Realmuto
1B Rhys Hoskins
2B Cesar Hernandez
SS Jean Segura
3B Maikel Franco
LF Andrew McCutchen
CF Odubel Herrera
RF Bryce Harper

Voraussichtliche Rotation
RHP Aaron Nola
RHP Jake Arrieta
RHP Nick Pivetta
RHP Vince Velasquez
RHP Zach Eflin
Key Reliever: David Robertson

Wichtigster Zugang
OF Bryce Harper (Washington Nationals)

Wichtigster Abgang
C Jorge Alfaro (Miami Marlins)

Bestes Prospect
3B Alec Bohm

Größte Stärke
Der Harper-Faktor: Ich finde den 13-Jahres-Vertrag zwar ziemlich irrsinnig, aber kurzfristig hilft Bryce Harper dem Klub definitiv weiter – sowohl mit seinen spielerischen Qualitäten als auch mit dem Signal, das eine so aufsehenerregende Verpflichtung an den Rest des Teams sowie an das Umfeld sendet. Die Trikot- und Ticketverkäufe sind durch seine Ankunft explodiert, die Erwartungen vermutlich auch.

Größte Schwäche
Defense: Die Kunst des Feldspiels haben die Phillies nicht gerade erfunden. 2018 waren sie in dieser Hinsicht eines der schwächsten Teams der MLB und bis auf Realmuto geben auch die Neuverpflichtungen wenig Anlass, auf eine deutliche Steigerung zu hoffen.

Spannendste Frage
Wie kurz ist die Leine für Kapler? Der zahlenverliebte Field Manager hat in seiner Rookie-Saison diverse schwer nachvollziehbare und unpopuläre Entscheidungen getroffen. Solange es für die Phillies gut lief, wurde darüber großzügig hinweg gesehen, doch der Einbruch in den letzten zwei Monaten der Saison brachte Kapler schnell ins Kreuzfeuer. Angeblich wurde auch Bryce Harpers Entscheidung für Philadelphia durch Vorbehalte gegenüber Kapler erschwert. Sollte die Saison 2019 nicht so laufen wie erhofft, dürfte Kapler Kandidat Nummer eins für die Rolle des Sündenbocks sein.

Prognose
Platz 3 in der NL East

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März 12th, 2019 by Silversurger

Die Atlanta Braves kamen 2018 aus dem Nirgendwo – genauer gesagt kamen sie aus einer Serie von drei Jahren mit mindestens 90 Niederlagen – und eroberten die NL East im Sturm. Eine 90-72-Bilanz stand am Ende der Saison zu Buche und damit das genaue Gegenteil des Ergebnisses aus dem Vorjahr. Dass die Braves mit ihrer konsequenten Aufbau- und Nachwuchspolitik irgendwann wieder eine ernstzunehmende Größe sein würden, war allseits erwartet worden, doch kaum jemand hatte sie schon für 2018 auf der Rechnung gehabt. Ihr Erfolgsheimnis war Konstanz: Während jeder der Konkurrenten in der Division sich letztes Jahr mindestens eine längere Schwächephase erlaubte, spielten die Braves durchweg soliden Baseball. Dazu dürften sie auch 2019 in der Lage sein, denn das Team wurde weitgehend zusammen gehalten und mit Third Baseman Josh Donaldson sinnvoll ergänzt. Ob konstant solider Baseball in diesem Jahr ausreicht, um erneut in die Playoffs zu kommen, erscheint mir allerdings zweifelhaft. Denn die Nationals, die Mets und die Phillies hatten allesamt sehr aktive Offseasons im Bemühen, eine Wiederholung der Betriebsunfälle vom letzten Jahr zu verhindern. Sofern das den Dreien halbwegs gelingt, sehe ich die Braves 2019 knapp hinter ihnen, vor allem weil mich ihre Rotation noch nicht überzeugt. Das Hauptziel dieses Jahres sollte sein, Pitching-Prospects wie Kyle Wright, Ian Anderson, Touki Toussaint und Mike Soroka weiter zu entwickeln. 2020 könnte dann das Jahr sein, ab dem die Braves sich für längere Zeit vor niemandem mehr verstecken müssen.

Voraussichtliches Lineup
C Tyler Flowers
1B Freddie Freeman
2B Ozzie Albies
SS Dansby Swanson
3B Josh Donaldson
LF Ronald Acuna Jr.
CF Ender Inciarte
RF Nick Markakis

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Foltynewicz
RHP Julio Teheran
RHP Kevin Gausman
LHP Sean Newcomb
RHP Touki Toussaint
Key Reliever: A. J. Minter

Wichtigster Zugang
3B Josh Donaldson (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
C Kurt Suzuki (Washington Nationals)

Bestes Prospect
RHP Kyle Wright

Größte Stärke
Jugend: Schon das Team, das letztes Jahr überraschend die Divisionskrone eroberte, wurde – neben Freddie Freeman – von vielen jungen Spielern getragen. Ronald Acuna Jr. wurde NL-Rookie of the Year der NL und auch Ozzie Albies, Dansby Swanson und Sean Newcomb sind bereits wichtige Stützen und noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. Obwohl die Braves also schon reichlich von ihrer Farm geerntet haben, ist diese immer noch sehr gut bestückt, sodass der Talentzufluss in das MLB-Team noch einige Jahre anhalten wird.

Größte Schwäche
Walks: Die Pitcher der Braves ließen 2018 je neun Innings 3.92 Bases on Balls zu und damit mehr als jedes andere NL-Team. Das dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass mit Rick Kranitz ein neuer Pitching-Coach geholt wurde. Man wird sehen, ob er das Problem in den Griff bekommt.

Spannendste Frage
Wer setzt sich im Rightfield durch? Wenn man der Stammformation der Braves eine Lücke attestieren kann, dann im rechten Außenfeld. Lange sah es in der Offseason so aus, als müsste man mit Adam Duvall ins Rennen gehen, der letztes Jahr aus Cincinnati geholt wurde und sich als herbe Enttäuschung erwies (.132/.193/.151). Ende Januar kam dann doch noch Nick Markakis mit einem Einjahresvertrag zurück. Markakis wurde zwar Mitte letzten Jahres ins All-Star-Team gewählt, doch in der zweiten Saisonhälfte baute auch er stark ab (.258/.332/.369). Falls keiner der beiden zurück zu früherer Stärke findet, dürften die Braves wohl entweder noch mal auf dem Markt tätig werden oder aber Prospect Christian Pache erste MLB-Luft schnuppern lassen.

Prognose
Platz 4 in der NL East

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