März 28th, 2021 by Silversurger

Die New York Mets stehen am Beginn einer neuen Zeitrechnung. Für 2,475 Milliarden Dollar erwarb Hedgefond-Milliardär Steve Cohen Ende letzten Jahres die Mehrheitsanteile an der Franchise von der bisherigen Eingentümergruppe um Fred und Jeff Wilpon. Für die meisten Fans der Mets ging damit ein Traum in Erfüllung, denn im Gegensatz zu den als ebenso geizig wie inkompetent eingestuften Wilpons wird Cohen als regelrechter Heilsbringer angesehen. Der Mann ist nicht nur überaus reich, er gilt auch als sehr umgänglich und als geneigt, sich mit kompetentem Personal zu umgeben. Zudem schadet es sicher nicht, dass er selbst lebenslanger Metsfan ist. Wer gehofft hatte, dass Cohen nun einfach die Schatulle öffnet und auf große Free-Agent-Einkaufstour geht, wurde möglicherweise enttäuscht. Auf der Suche nach einem Starting Pitcher, einem Catcher und einem Centerfielder wurde verhandelt mit Trevor Bauer, J. T. Realmuto und George Springer – verpflichtet wurden Taijuan Walker, James McCann und Kevin Pillar. Das sind keine aufregenden, sondern „nur“ solide Moves, die den Kader sinnvoll ergänzen. Doch während in der Free Agency ein echter Knaller ausblieb, knallte der Trade mit den Cleveland Indians umso lauter: Im spektakulärsten Deal dieser Offseason lotsten die Mets Star-Shortstop Francisco Lindor sowie Starter Carlos Carrasco nach Queens. Im Gegenzug schickten sie ihre beiden bisherigen Shortstops sowie zwei nachrangige Prospects nach Cleveland, was ein sehr überschaubarer Preis ist. Der einzige Wermutstropfen bei dem Geschäft ist, dass Lindor nur für ein Jahr unter Vertrag steht. Eine Verlängerung mit ihm wird angestrebt, ebenso wie mit Michael Conforto und Noah Syndergaard, die sich ebenfalls im letzten Vertragsjahr befinden. Alle drei zu halten wäre ein ganz starkes Signal, dass Cohen es ernst damit meint, die Mets zu einem dauerhaften Contender zu machen. „If I don’t win a World Series in the next three to five years – I’d like to make it sooner – I would consider that slightly disappointing“, so die Marschrichtung, die er bei seiner ersten Pressekonferenz als Teambesitzer ausgab. Ob die Mets schon dieses Jahr die Chance zum ganz großen Wurf haben, hängt auch davon ab, ob sie von weiteren Verletzungen verschont bleiben – dass sie zu Beginn der Saison auf Carrasco, Syndergaard und Seth Lugo verzichten müssen, ist möglicherweise der erste Stolperstein beim Start in die neue Zeitrechnung. 

Voraussichtliches Lineup
C James McCann
1B Pete Alonso
2B Jeff McNeil
SS Francisco Lindor
3B J. D. Davis
LF Dominic Smith
CF Brandon Nimmo
RF Michael Conforto

Voraussichtliche Rotation
RHP Jacob deGrom
RHP Marcus Stroman
RHP Carlos Carrasco
RHP Taijuan Walker
LHP David Peterson
(RHP Noah Syndergaard; verletzt bis ca. Saisonmitte)
Key Relievers: Edwin Diaz, Trevor May

Wichtigster Zugang
SS Francisco Lindor (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
LHP Steven Matz (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
C Francisco Alvarez

Größte Stärke
Die Rotation: Angesichts der Unendlichkeit des Universums erscheint es wahrscheinlich, dass es irgendwo einen besseren Pitcher als Jacob deGrom gibt; innerhalb meines bescheidenen Erdlingshorizonts ist mir aber keiner bekannt. Mit Marcus Stroman, Carlos Carrasco und Taijuan Walker bildet er eine hervorragende Starting-Rotation, die von David Peterson vervollständigt wird, sofern dieser die vielversprechenden Ansätze seiner Rookiesaison bestätigt. Mitte der Saison kommt zudem Noah Syndergaard von der Tommy-John-Surgery zurück. Joey Lucchesi und Jordan Yamamoto sorgen dafür, dass auch über die Top-5 hinaus mehr Flexibiliät und Tiefe vorhanden ist als in den letzten Jahren.

Größte Schwäche
Outfield-Defense: Dass dieses Jahr in der National League wieder ohne Designated Hitter gespielt wird, dürfte kaum einem Team so weh tun wie den Mets. Auf die Bats von Dominic Smith und Pete Alonso kann und will man nicht verzichten. Das läuft zwingend darauf hinaus, Smith auf der suboptimalen Position im Leftfield einzusetzen. Dort wiederum wäre Brandon Nimmo besser aufgehoben, der mangels Alternative weiterhin das Centerfield bearbeiten muss.

Spannendste Frage
Wann bekommen die Mets einen neuen General Manager? Eigentlich wollte Sandy Alderson sich auf die Rolle des staatsmännischen Lenkers beschränken, als er sich von Steve Cohen überreden ließ, zum zweiten Mal in seiner Karriere bei den Mets anzuheuern und dort „President of Baseball Operations“ zu werden. Für das alltägliche Front-Office-Geschäft wurde Jared Porter als GM verpflichtet, doch der war seinen Job schon nach wenigen Wochen wieder los. Gegen ihn waren Vorwürfe sexueller Belästigung aus seiner Zeit bei den Cubs bekannt geworden, woraufhin Cohen ihm umgehend die Tür wies. Der 73-jährige Alderson ist seitdem doch wieder für das Tagesgeschäft verantwortlich, unterstützt von Assistent Zack Scott. Mit einer Neueinstellung wollen die Mets sich Zeit lassen, möglicherweise bis nach der Saison.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL East

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März 25th, 2021 by Silversurger

Die Offseason der Atlanta Braves verlief so, wie man die Franchise seit Jahren kennt: ohne große Schlagzeilen, aber zielstrebig, solide und dadurch erfolgreich. Die Offense, der drei erste Plätze in der NL East hintereinander zu verdanken sind, blieb fast vollständig zusammen. Das schließt auch und vor allem Marcell Ozuna ein, dem der Verbleib in Atlanta mit einem Vierjahresvertrag über 65 Millionen Dollar schmackhaft gemacht wurde. Der größte Schwachpunkt des letzten Jahres war die Pitching-Tiefe – gegen Ende der Saison sowie in den Playoffs bestand die Rotation gefühlt nur noch aus Max Fried und Ian Anderson. Dieses Problem wurde durch die Verpflichtung von Charlie Morton und Drew Smyly angegangen, außerdem hat Mike Soroka seinen Achillessehnenriss überwunden und wird in wenigen Wochen wieder einsatzbereit sein. Ein intaktes Lineup, ein stabilisiertes Pitching-Staff, dazu die Top-Rookies Anderson und Christian Pache in ihrer ersten vollen Saison – hier sind alle Zutaten für eine weitere starke Saison an Ort und Stelle. Ich glaube dennoch, dass die Braves dieses Jahr härter um den Divisionssieg kämpfen müssen als zuletzt. Aber das liegt weniger an ihnen selbst als vielmehr daran, dass von mindestens einem der Konkurrenten ein großer Sprung nach vorne zu erwarten ist.

Voraussichtliches Lineup
C Travis d’Arnaud
1B Freddie Freeman
2B Ozzie Albies
SS Dansby Swanson
3B Austin Riley
LF Marcell Ozuna
CF Christian Pache
RF Ronald Acuna Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Soroka
LHP Max Fried
RHP Ian Anderson
RHP Charlie Morton
LHP Drew Smyly
Key Relievers: Chris Martin, Will Smith

Wichtigster Zugang
RHP Charlie Morton (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
OF Nick Markakis (Karriere beendet)

Bestes Prospect
OF Christian Pache

Größte Stärke
Acuna Jr. und Freeman: Freddie Freeman ist der amtierende MVP der NL, aber angesichts der Anwesenheit von Ronald Acuna Jr. vielleicht noch nicht mal der beste Spieler seines Teams. Beide zusammen bilden das ab, was die Offense der Braves insgesamt ausmacht: überragendes Batting gepaart mit solidem Fielding und eine gesunde Mischung aus Jugend und Erfahrung.

Größte Schwäche
Third Base: Schwachpunkte im Lineup der Braves muss man mit der Lupe suchen, aber hier ist einer. Der Job gehört zunächst Austin Riley, der 2019 mit einer Handvoll starker Spiele furios einstieg, seitdem jedoch sowohl offensiv als auch defensiv unterdurchschnittliche Leistungen abliefert. Wenn der Breakout des in Kürze 24-Jährigen weiter ausbleibt, könnte Jake Lamb eine Chance erhalten. Dessen letzte gute Saison ist allerdings schon vier Jahre her.

Spannendste Frage
Wie lange halten die Starter durch? Wie eingangs erwähnt, scheint die Schwachstelle des letzten Jahres vorerst abgestellt. Jedoch hat aus unterschiedlichen Gründen noch kein Mitglied der Braves-Rotation jemals mehr als 175 Innings in einem Jahr geworfen, mit Ausnahme des 37-jährigen Charlie Morton. Eine volle Saison inklusive Playoffs wird für sie alle eine Herausforderung.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL East, Wild Card

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März 19th, 2021 by Silversurger

870 Millionen Dollar haben die Philadelphia Phillies von 2018 bis 2021 für Free Agents ausgegeben. Der viel zitierten Ankündigung ihres Haupteigentümers John Middleton aus dem Jahr 2018, Geld für Verstärkungen in die Hand zu nehmen und dabei auch „a little bit stupid“ zu sein, sind sie damit in mehrerlei Hinsicht gerecht geworden: Keine andere Franchise hat in dem Zeitraum auch nur annähernd so viel investiert wie die Phillies; der ausgabefreudigste Klub nach ihnen waren die Yankees mit gerade mal 590 Millionen. A little bit stupid ist allerdings, dass die Phillies trotzdem seit zehn Jahren keine Winning Season und keine Playoff-Teilnahme erreicht haben. Nachdem weder teure Neuverpflichtungen noch der letztjährige Trainerwechsel zu Joe Girardi bislang den erstrebten Erfolg brachten, soll es nun ein erfahrener Front-Office-Funktionär richten: Dave Dombrowski leitet seit diesem Jahr die sportlichen Geschicke der Phillies als President of Baseball Operations. Auf dem neu geschaffenen Posten tritt Dombrowski im Wesentlichen die Nachfolge des zurückgetretenen General Managers Matt Klentak an. Dombrowski hat als einziger General Manager in der MLB-Historie drei verschiedene Klubs – die Marlins, die Red Sox und zweimal die Tigers – in die World Series geführt. Das sind beeindruckende Referenzen, zu denen allerdings auch gehört, dass die Red Sox ihn 2019 feuerten, nachdem seine Arbeitsweise und seine Entscheidungen als altmodisch und wenig nachhaltig kritisiert wurden. Den Schwerpunkt seiner ersten Offseason bei den Phillies legte Dombrowski darauf, den bisherigen Kader weitgehend zusammenzuhalten. Die großen Free-Agent-Kontrakte dieses Jahres waren Anschlussverträge für Catcher J. T. Realmuto (5 Jahre, 115,5 Millionen) und Shortstop Didi Gregorius (2 Jahre, 28 Millionen). Größere Umwälzungen gab es im Bullpen (siehe „spannendste Frage“), ansonsten ist die Startformation quasi identisch mit der des Vorjahres.

Voraussichtliches Lineup
C J. T. Realmuto
1B Rhys Hoskins
2B Jean Segura
SS Didi Gregorius
3B Alec Bohm
LF Andrew McCutchen
CF Odubel Herrera
RF Bryce Harper

Voraussichtliche Rotation
RHP Aaron Nola
RHP Zack Wheeler
RHP Zach Eflin
RHP Vince Velasquez
RHP Spencer Howard
Key Relievers: Archie Bradley, Hector Neris

Wichtigster Zugang
RP Archie Bradley (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
SP Jake Arrieta (Chicago Cubs)

Bestes Prospect
SP Spencer Howard

Größte Stärke
Bryce Harper: Wenn die Phillies den Weg zum Erfolg finden, dann wird ein guter Teil der Verantwortung dafür auf dem Rücken des 330-Millionen-Dollar-Manns lasten. Harpers Leistungen am Schlagmal in der Kurzsaison 2020 lassen einen deutlichen Reifungsprozess erkennen: Seine Strikeout-Rate lag mit 17,1% so niedrig wie noch nie in seiner Karriere, gleichzeitig stieg seine Walk-Rate auf 20,1% und damit auf den zweitbesten Wert der Liga, übertroffen nur von Juan Soto.

Größte Schwäche
Tiefe: Die Phillies sind sehr „top-heavy“ in dem Sinne, dass sowohl im Lineup als auch in der Starting Rotation zwei, drei herausragende Spieler den Ton angeben, es dahinter aber zu schnell zu dünn wird. Hier könnte einer der Gründe liegen, warum dem Team seit Jahren auf der Zielgeraden der Saison die Luft ausgeht. Die Bilanz der Phillies in den letzten drei Septembern lautet 33-53.

Spannendste Frage
Was taugt der neu aufgestellte Bullpen? Die Leistung, die die Phillies letztes Jahr von ihren Relievern erhalten haben, war schlichtweg katastrophal (7.06 ERA, -0.8 WAR, 12 blown Saves). Dementsprechend wurde hier in der Offseason ein Schwerpunkt gesetzt. Archie Bradley, Jose Alvarado, Brandon Kintzler, Tony Watson und Sam Coonrod wurden verpflichtet, auch Chase Anderson könnte eine Rolle spielen, sofern er sich nicht als Starter durchsetzt. Mehr als ein durchschnittlicher Bullpen wird dabei nicht herauskommen, doch das wäre bereits ein großer Fortschritt.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL East

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März 17th, 2021 by Silversurger

Die Washington Nationals stehen am Scheideweg. Der Championship-Saison 2019 folgte das fast schon obligatorische Hangover-Jahr, an dessen Ende die Nationals mit deutlich negativem Record (26-34) auf dem letzten Platz der Division landeten. Jetzt stehen sie da mit ausgeschlachtetem Farmsystem und alterndem Kader und fragen sich, ob das Fenster für einen weiteren Angriff auf die Spitze noch offen ist. Die Antwort der Nationals auf diese Frage lautet offensichtlich ja – und wer will es ihnen verdenken angesichts der Tatsachen, dass sie mit Juan Soto einen der aufregendsten jungen Stars auf dem Feld haben und mit Max Scherzer, Stephen Strasburg und Patrick Corbin in Normalform immer noch eine furchterregende Starting Rotation ihr eigen nennen. Dementsprechend gingen die Nationals in der Offseason zwar nicht gerade all-in, investierten aber doch ordentlich mit einem Trade für Josh Bell sowie den Free-Agent-Verpflichtungen von Jon Lester, Kyle Schwarber und Brad Hand. Einen längeren Vertrag als ein Jahr hat übrigens keiner von ihnen bekommen. Das ist verständlich, zum einen wegen der unklaren Richtung der Franchise, zum anderen weil alle Neuverpflichtungen außer Hand eine schwache Saison 2020 gespielt haben und erst mal beweisen müssen, was sie noch draufhaben. Alles in allem sehe ich im Roster der Nationals neben den unbestreitbaren Stars zu viele Fragezeichen und zu wenig Tiefe, um Formkrisen oder Verletzungen aufzufangen. In einer weniger gut sortierten Division als der NL East könnte es reichen, um um die Playoffplätze mitzuspielen, doch an den Mets, den Braves und wahrscheinlich auch den Phillies sehe ich für die Nationals kein Vorbeikommen.

Voraussichtliches Lineup
C Yan Gomes
1B Josh Bell
2B Starlin Castro
SS Trea Turner
3B Carter Kieboom
LF Kyle Schwarber
CF Victor Robles
RF Juan Soto

Voraussichtliche Rotation
RHP Max Scherzer
RHP Stephen Strasburg
LHP Patrick Corbin
LHP Jon Lester
RHP Joe Ross
Key Relievers: Brad Hand

Wichtigster Zugang
RP Brad Hand (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
OF Adam Eaton (Chicago White Sox)

Bestes Prospect
RHP Cade Cavalli

Größte Stärke
Juan Soto: Der 22-Jährige hat den Namen Bryce Harper in Washington längst vergessen lassen. Mit 1.185 OPS und 201 wRC+ war er 2020 der stärkste Offensivspieler der gesamten Liga. Soto macht nicht nur jedem Pitcher das Leben schwer, sondern auch seinem Verein: Wer einen Superstar wie ihn bis 2024 unter vertraglicher Kontrolle hat, überlegt es sich mindestens zweimal, ob und wann man ein Rebuilding-Projekt startet.

Größte Schwäche
Das Farmsystem: Die Experten sind sich ausnahmsweise einig. Sowohl Baseball America als auch Keith Law von The Athletic stufen das Nachwuchssystem der Nationals als das schwächste von allen 30 MLB-Franchises ein. Das ist kein Wunder, nachdem sie auf dem Weg zur World Series Prospects getradet haben, niedrige Picks in den ersten Draftrunden hatten und ein paar Picks bei der Verpflichtung von Free Agents abgeben mussten. Law verweist zumindest auf einen Silberstreifen am Horizont: Die Nationals waren in den letzten Jahren sehr aktiv dabei, Vorverträge mit internationalen Talenten zu schließen. Wenn diese sich entwickeln wie erhofft, könnte das System innerhalb der nächsten ein, zwei Jahre einen Sprung nach vorne machen.

Spannendste Frage
Was ist von Scherzer, Strasburg und Corbin zu erwarten? Von den Namen her ist das nach wie vor eines der besten Starter-Trios der MLB – und nebenbei bemerkt auch das zweitteuerste, nur knapp übertroffen von den Dodgers mit Bauer, Kershaw und Price. Scherzer ist mit seinen 36 Jahren immer noch ein dominanter Pitcher, doch seine Walk-Rate von 3.07 pro 9 Innings und sein ERA von 3.74 waren 2020 deutlich schlechter als die Werte, die man in den letzten Jahren von ihm gewohnt war. Corbin ließ noch stärker nach, von 3.25 ERA 2019 auf 4.66 im Jahr 2020. Strasburg warf letztes Jahr nur fünf Innings, bevor er den Rest der Saison wegen einer Karpaltunnel-Operation verpasste. Alle drei müssen zu alter Stärke finden, um den Nationals dieses Jahr eine Chance zu geben.

Meine Prognose
Platz 4 in der NL East

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März 7th, 2021 by Silversurger

Die Miami Marlins waren die große Überraschung der Saison 2020. Allen negativen Prognosen zum Trotz schafften sie es auf Platz zwei der NL East und zum ersten Mal seit 2003 in die Playoffs der MLB. Dafür reichte ihnen eine Bilanz von nur einem Sieg über .500, befördert von der einmaligen Erweiterung des Playoff-Felds und wohl auch von etwas Glück: Anhand der erzielten und kassierten Runs wäre eine Bilanz von 26-34 realistisch gewesen statt der tatsächlich erreichten 31-29. Das soll die Leistung des jungen Underdog-Teams nicht schmälern, das ganz nebenbei auch einen massiven COVID-19-Ausbruch wegsteckte. Dieser betraf das halbe Team, zwang erst zu Spielausfällen und anschließend zu einem engen Spielplan mit vielen Nachholspielen. Dass die Marlins alle Widerstände und Wahrscheinlichkeiten überwanden und bis in die Divisional-Runde der National League stürmten, zeigt, dass sie nicht mehr das Kanonenfutter der Liga sind. Aber können sie eine Saison wie die letzte wiederholen, auch über die reguläre Dauer von 162 Spielen? Da bin ich noch sehr skeptisch, und die Marlins selbst sind es wohl auch: Würden sie ernsthaft mit einem erneuten Playoff-Run rechnen, hätten sie in der Offseason sicher aktiver daran gearbeitet, mit dem einen oder anderen Free Agent ihr Lineup aufzuwerten. Stattdessen deuten die zurückhaltenden Moves darauf hin, dass man ungerührt den langfristigen Aufbauplan fortsetzt, den Derek Jeter und seine Partner seit der Übernahme des Teams im Jahr 2017 verfolgen.

Voraussichtliches Lineup
C Jorge Alfaro
1B Jesus Aguilar
2B Isan Diaz
SS Miguel Rojas
3B Brian Anderson
LF Corey Dickerson
CF Starling Marte
RF Adam Duvall

Voraussichtliche Rotation
RHP Sandy Alcantara
RHP Pablo Lopez
RHP Sixto Sanchez
RHP Elieser Hernandez
LHP Trevor Rogers
Key Relievers: Anthony Bass, Yimi Garcia

Wichtigster Zugang
RP Anthony Bass (Toronto Blue Jays)

Wichtigster Abgang
RP Ryne Stanek (Houston Astros)

Bestes Prospect
RHP Sixto Sanchez

Größte Stärke
Die Rotation: Zumindest auf den ersten drei bis vier Plätzen sind die Marlins sehr solide besetzt. Alcantara, Lopez und Hernandez übertrafen letztes Jahr alle Prognosen und waren der Hauptfaktor für die überraschend starke Saison der Marlins. Sanchez hat bei seinen ersten MLB-Einsätzen das Potenzial gezeigt, das Ass des Teams zu werden.

Größte Schwäche
Die Konkurrenz: Die NL East ist die einzige Division, in der gleich vier Teams in der Offseason investiert haben und mit der klaren Erwartung in die Saison gehen, die Playoffs zu erreichen. Für die Marlins dürfte da kaum mehr übrig bleiben als Platz fünf. Andererseits dachte man das letztes Jahr auch.

Spannendste Frage
Was ist von der neuen General Managerin zu erwarten? Die Verpflichtung von Kim Ng als Nachfolgerin von Michael Hill hat für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Darin ging es vor allem darum, dass sie in der Geschichte der MLB sowohl die erste Frau in einem solchen Amt als auch der erste GM asiatischer Abstammung ist. Doch Ng ist alles andere als eine Quotenfrau. Die 51-Jährige bringt 30 Front-Office-Erfahrung mit, unter anderem bei den Dodgers und den Yankees, mit denen sie an drei World-Series-Siegen beteiligt war. Mit dem heutigen Teambesitzer Derek Jeter und Manager Don Mattingly hat sie auf früheren Karrierestationen bereits zusammengearbeitet, was den Einstieg der von mehreren Teams umworbenen Ng bei den Marlins erleichtern dürfte.

Meine Prognose
Platz 5 in der NL East

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Februar 27th, 2021 by Silversurger

Es ist wieder diese Zeit im Jahr – für mich als Hobby-Blogger sowohl die anstrengendste als auch die spaßigste. Ab Montag gibt es hier die traditionellen Vorschauartikel für alle 30 Teams in 30 Tagen.

Wer hier schon länger mitliest, kennt das Prinzip aus den letzten Jahren: Ich veröffentliche die Artikel in der Reihenfolge meiner persönlichen Prognose, wie die jeweiligen Teams abschneiden werden. Den Anfang macht morgen die in meinen Augen schwächste Mannschaft der Liga. Von dort arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2021. Dieser Artikel hier dient als Überblick. Ich hefte ihn auf der Startseite des Blogs an und ergänze ihn nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Kommentare und Korrekturen sind mir jederzeit sehr willkommen. Meine Einschätzungen sind höchst subjektiv und liegen erfahrungsgemäß oft daneben – so ist das nunmal mit Prognosen und wenn es anders wäre, bräuchten wir uns die Spiele nicht anzuschauen.

Hier also mein Powerranking, das sich in den kommenden Tagen und Wochen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. Los Angeles Dodgers
2. Toronto Blue Jays
3. New York Mets
4. San Diego Padres
5. Chicago White Sox
6. Atlanta Braves
7. New York Yankees
8. Minnesota Twins
9. Houston Astros
10. St. Louis Cardinals
11. Tampa Bay Rays
12. Philadelphia Phillies
13. Oakland Athletics
14. Washington Nationals
15. Milwaukee Brewers
16. Los Angeles Angels
17. Boston Red Sox
18. Cleveland Indians
19. Cincinnati Reds
20. Arizona Diamondbacks
21. San Francisco Giants
22. Kansas City Royals
23. Chicago Cubs
24. Miami Marlins
25. Seattle Mariners
26. Detroit Tigers
27. Baltimore Orioles
28. Colorado Rockies
29. Texas Rangers
30. Pittsburgh Pirates

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April 3rd, 2020 by Silversurger

Der Abschied der Atlanta Braves aus dem Baseball-Jahr 2019 war eine Demütigung: eine 1:13-Niederlage gegen die St. Louis Cardinals, vor heimischem Publikum im entscheidenden Spiel 5 der NLDS. Das sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass sie vor diesem Ende mit Schrecken eine hervorragende Saison gespielt haben. Zum zweiten Mal hintereinander gewannen sie die sehr kompetitive NL East, mit 97 Siegen waren sie hinter den Dodgers das zweiterfolgreichste Team der National League. Das alles gelang mit einem jungen Kern, auf den man noch einige Jahre lang setzen kann – angefangen mit Outfielder Ronald Acuna Jr., dem Rookie des Jahres 2018, und Pitcher Mike Soroka, Zweiter bei der Rookie-Wahl 2019. Der schwerwiegendste Verlust gegenüber dem Vorjahr ist der von Slugger Josh Donaldson, der als Free Agent bei den Twins unterschrieb. Darauf reagierten die Braves prompt, indem sie für 18 Millionen Dollar Marcell Ozuna verpflichteten, der Donaldson in der Mitte des Lineups ersetzen soll. Schwachpunkte gibt es wenige – vermutlich die von Donaldson verlassene Third Base, vielleicht auch das Centerfield mit Ender Inciarte, der eine schwache und verletzungsgeplagte Saison hinter sich hat. Doch für den Fall, dass er nicht zurück in die Erfolgsspur findet, haben die Braves das nächste Ass schon im Ärmel: Christian Pache gilt als Top-Talent und zumindest von seinem Defensivspiel her längst bereit für die MLB. Die Rotation der Braves kann mit den Konkurrenten aus Washington und New York meiner Ansicht nach nicht ganz mithalten, ist aber solide genug, um in Verbindung mit der explosiven Offensive und einem verlässlichen Bullpen das Team erneut zum Favoriten auf den Divisionssieg zu machen.

Voraussichtliches Lineup
C Travis d’Arnaud
1B Freddie Freeman
2B Ozzie Albies
SS Dansby Swanson
3B Austin Riley
LF Marcell Ozuna
CF Ender Inciarte
RF Ronald Acuna Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Soroka
LHP Cole Hamels
RHP Mike Foltynewicz
LHP Max Fried
RHP Felix Hernandez
Key Reliever: Mark Melancon, Will Smith

Wichtigster Zugang
OF Marcell Ozuna (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
3B Josh Donaldson (Minnesota Twins)

Bestes Prospect
OF Christian Pache

Größte Stärke
Die obere Hälfte des Lineups: Nach Leadoff-Hitter Ronald Acuna Jr. bekommen die gegnerischen Pitcher es mit Ozzie Albies, Freddie Freeman und Marcell Ozuna zu tun. An dieser Gruppe dreimal vorbei zu kommen, ohne Runs zu kassieren, erscheint schwer vorstellbar.

Größte Schwäche
Third Base: Nach Donaldsons Abgang waren die Braves im Gespräch, für Kris Bryant oder Nolan Arenado zu traden, doch bislang hat sich in der Richtung nichts ergeben. Johan Camargo und Austin Riley sind die aussichtsreichsten internen Kandidaten für den Posten. Keiner von ihnen dürfte in der Lage sein, Donaldsons Fußstapfen auszufüllen.

Spannendste Frage
Wer wird der Closer? Wer bei knappen Führungen im letzten Inning den Ball bekommt, ist noch offen, doch das ist eher ein Luxusproblem als eine Verlegenheit: Mit Mark Melancon, Will Smith und Shane Greene hat Atlanta drei erprobte Reliever für die späten Innings im Kader. Hinzu kommen mit Luke Jackson, der letztes Jahr mit 18 Saves das Team anführte, sowie Darren O’Day und Chris Martin weitere starke Optionen, sodass der Bullpen sich als eine weitere Stärke der Braves herausstellen dürfte.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL East

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März 26th, 2020 by Silversurger

Zum zweiten Mal an diesem Tag muss ich von enttäuschter Vorfreude schreiben. Beim ersten Mal ging es darum, dass der für heute vorgesehene Opening Day in unabsehbare Ferne gerückt ist. Dieses Mal geht es um die Preview zu den New York Mets, auf die ich mich während der ganzen bisherigen Artikelserie besonders gefreut hatte. Mein Lieblingsteam hatte eine zwar streckenweise holprige, aber doch positiv stimmende Offseason. Ein empfindlicher Verlust ist Starting Pitcher Zack Wheeler, der für fünf Jahre und 118 Millionen Dollar in Philadelphia unterschrieben hat. Das ist aus Mets-Sicht schade, aber angesichts der Vertragsdaten war es vernünftig, ihn ziehen zu lassen und nicht in ein Wettbieten mit den Phillies einzutreten. Zudem hat General Manager Brody Van Wagenen vorausschauend gehandelt und schon zur Trade-Deadline 2019 in Marcus Stroman einen angemessenen Ersatz für Wheeler geholt. Außer Wheeler ging auch Manager Mickey Callaway, der sich in den zwei Jahren seiner Amtszeit in mehrerlei Hinsicht als Fehlbesetzung erwiesen hatte. Als sein Nachfolger wurde zunächst Carlos Beltran präsentiert, doch der war nur zwei Monate im Amt, bevor er selbiges wegen seiner zentralen Rolle im Sign-Stealing-Skandal der Astros wieder abgeben musste. Das öffnete die Tür für Newcomer Luis Rojas, der fachlich vermutlich ohnehin die bessere Wahl ist als Beltran und obendrein nach allem, was man hört, einen sehr guten Draht zu den Spielern besitzt. Das Stamm-Lineup für 2020 ist dasselbe, das letztes Jahr vor allem in der zweiten Saisonhälfte überzeugte, angeführt vom Rookie des Jahres und Homerun-Champion Pete Alonso sowie dem überragenden Kontakt-Hitter Jeff McNeil. Überragend sah auch die Spitze der Rotation aus mit Cy-Young-Gewinner Jacob deGrom, Noah Syndergaard und Stroman, ergänzt durch eine solide Auswahl für die Plätze vier und fünf aus Steven Matz, Rick Porcello und Michael Wacha. Leider hat mein Optimismus vorgestern Abend einen herben Rückschlag erhalten, als bekannt wurde, dass Syndergaard sich heute einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss. Sein Ausfall für mindestens ein Jahr bedeutet eine spürbare Schwächung für die Mets, die zwar immer noch ein gutes Team haben, aber innerhalb der hochwertigen Konkurrenz um die NL East nun ein Stück weit in die Außenseiterrolle rutschen.

Voraussichtliches Lineup
C Wilson Ramos
1B Pete Alonso
2B Robinson Cano
SS Amed Rosario
3B Jeff McNeil
LF J. D. Davis
CF Brandon Nimmo
RF Michael Conforto

Voraussichtliche Rotation
RHP Jacob deGrom
RHP Marcus Stroman
LHP Steven Matz
RHP Rick Porcello
RHP Michael Wacha
Key Relievers: Edwin Diaz, Dellin Betances

Wichtigster Zugang
RP Dellin Betances (New York Yankees)

Wichtigster Abgang
RHP Zack Wheeler (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
SS Ronny Mauricio

Größte Stärke
Jacob deGrom: Den „DeGrominator“ kann man mit einigem Recht als derzeit besten Pitcher der Welt bezeichnen. Sowohl 2018 als auch 2019 hat er die MLB nach ERA angeführt, in beiden Jahren gewann er mit großer Mehrheit die Wahl zum Cy-Young-Award.

Größte Schwäche
Defense: Die Mets sind seit Jahren eines der schwächsten Teams, was das Fielding betrifft – was kein großes Wunder ist, wenn man regelmäßig ohne echten Centerfielder antritt, sich im Leftfield zwei gelernte Corner Infielder abwechseln, die Stärken des First Baseman, des Rightfielders und des Catchers auch nicht gerade in der Defensive liegen und sich für Jeff McNeil immer ein (häufig wechselnder) Platz auf dem Feld finden muss. Die Order an das Pitching-Personal ist klar: Der Ball sollte so wenig wie möglich ins Spiel kommen.

Spannendste Frage
Welche Rolle spielen Yoenis Cespedes und Jed Lowrie? Cespedes war einst der Star der Mets-Offense, doch seit er 2017 einen 110-Millionen-Dollar-Vertrag über vier Jahre erhielt, verbrachte er in jeder Saison mehr Zeit auf der Verletztenliste als auf dem Feld. 2019 fiel er nach einem obskuren Unfall unter Beteiligung eines Wildschweins ganzjährig aus. Lowrie kam vor der letzten Saison als hoffnungsvolle Neuverpflichtung für das Infield, bestritt aber wegen Knieproblemen noch kein einziges Spiel für die Mets. Der Status von Cespedes und Lowrie in Bezug auf die Saison 2020 ist genauso schwer einzuschätzen wie der der Saison selbst.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL East, Wild Card

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März 22nd, 2020 by Silversurger

Was für ein Kraftakt: Zuerst rollten die Washington Nationals nach einem schwachen Start in die reguläre Saison 2019 das Feld von hinten auf und ergatterten auf der Zielgeraden eine Wild Card in die Playoffs. In der Postseason waren sie dann sage und schreibe fünfmal in der Situation, dass eine Niederlage das Ausscheiden bedeutet hätte – angefangen mit dem Wild-Card-Spiel und bis hin zu Spiel 7 der World Series. In jedem dieser Spiele gerieten sie mindestens einmal in Rückstand und jedes dieser Spiele gewannen sie am Ende. Als Mets-Fan sage ich es nicht gern, aber: Dieses Team hat sich die World Championship hart erarbeitet und redlich verdient. Zum Unternehmen Titelverteidigung wurde der Kern der Truppe weitgehend beisammen gehalten, doch eine schwere Entscheidung musste getroffen werden: Für zwei Eckpfeiler des Erfolgs, Starting Pitcher Stephen Strasburg und Third Baseman Anthony Rendon, standen neue Verträge an, der Klub konnte sich aber nur einen davon leisten. Die Wahl fiel auf Strasburg, der für sieben Jahre und 245 Millionen Dollar unterschrieb, während Rendon zu identischen Konditionen in Los Angeles bei den Angels anheuerte. An der dritten Base ergibt sich dadurch die Gelegenheit für Top-Prospect Carter Kieboom, seine Major-League-Reife unter Beweis zu stellen. Letztes Jahr gelang ihm das während eines kurzen Call-ups noch nicht (.128/.209/.282).

Voraussichtliches Lineup
C Yan Gomes
1B Eric Thames
2B Starlin Castro
SS Trea Turner
3B Carter Kieboom
LF Juan Soto
CF Victor Robles
RF Adam Eaton

Voraussichtliche Rotation
RHP Max Scherzer
RHP Stephen Strasburg
LHP Patrick Corbin
RHP Anibal Sanchez
RHP Joe Ross
Key Relievers: Will Harris, Sean Doolittle

Wichtigster Zugang
2B Starlin Castro (Miami Marlins)

Wichtigster Abgang
3B Anthony Rendon (Los Angeles Angels)

Bestes Prospect
IF Carter Kieboom

Größte Stärke
Die Rotation: Max Scherzer, Stephen Strasburg, Patrick Corbin – das sind die Top-3, die sich mit einigem Recht als Hauptverantwortliche des Titelgewinns und als das beste Starter-Trio der Liga fühlen dürfen. Die Frage, die man sich gleichwohl stellen muss, ist, wie gut sie in der Lage sind, die körperliche Belastung des langen Oktobers wegzustecken.

Größte Schwäche
Die Farm: Prospect-Guru Keith Law von „The Athletic“ führt das Nachwuchssystem der Nationals auf Platz 29 von 30. Das ist keine tolle Aussicht für die Zukunft, aber es ist erklärbar, nachdem die Nationals die Früchte jahrelanger Arbeit abgeerntet und den erhofften Erfolg erzielt haben. Oder wie Law selbst es formuliert: „You don’t care, right, Nats fans? You got a ring! That’s what the farm is for, and Mike Rizzo and company worked the heck out of their system to get to that World Series.“

Spannendste Frage
Schlägt der Hangover zu? Seit 19 Jahren hat kein Team den höchsten Baseballtitel verteidigt. Neben der schon erwähnten körperlichen Anstrengungen einer World-Series-Saison sind auch die mentalen Effekte nicht zu vernachlässigen. Nach einem so hart erarbeiteten Erfolg fällt es wohl jedem ein bisschen schwer, jegliche Selbstzufriedenheit abzuschütteln und den gleichen großen Willen aufzubringen wie die noch hungrigen Konkurrenten.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL East, Wild Card

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März 8th, 2020 by Silversurger

Die Nerven liegen langsam blank in Philadelphia: Erst haben die Phillies sich durch ein mehrjähriges Rebuilding gequält, dann haben sie innerhalb der letzten drei Offseasons mehr als 700 Millionen Dollar für Free Agents ausgegeben – und trotzdem ist es bisher nicht gelungen, erstmals seit 2011 eine Saison mit positiver Bilanz abzuschließen geschweige denn in die Playoffs einzuziehen. Ein weiterer Trainerwechsel soll es nun richten. Gabe Kapler musste nach nur zwei Jahren wieder gehen, als Nachfolger für den bisweilen überfordert wirkenden Jung-Manager wurde quasi sein Gegenteil verpflichtet: der erfahrene Haudegen Joe Girardi. Weitere Investitionen sind die Verpflichtungen von Starting Pitcher Zack Wheeler und Shortstop Didi Gregorius. Ob das reicht, um die Kurve zu kriegen, erscheint mir sehr fraglich. In jeder anderen Division würde ich den Phillies eine bessere Rolle zutrauen, aber in der ultra-kompetitiven NL East sehe ich sie nicht auf einem Level mit den Braves, den Nationals und den Mets. Im Vergleich mit diesen Teams fehlt es Philadelphias Kader insbesondere an Pitching- und allgemeiner Tiefe. Und es mag nur meine persönliche Einbildung sein, aber ich sehe die Phillies auch von den weichen Faktoren – Stimmung im Clubhouse, Selbstbewusstsein etc. – schwächer als die drei Konkurrenten.

Voraussichtliches Lineup
C J. T. Realmuto
1B Rhys Hoskins
2B Scott Kingery
SS Didi Gregorius
3B Jean Segura
LF Andrew McCutchen
CF Adam Haseley
RF Bryce Harper

Voraussichtliche Rotation
RHP Aaron Nola
RHP Zack Wheeler
RHP Jake Arrieta
RHP Zach Eflin
RHP Vince Velasquez
Key Relievers: Hector Neris, Seranthony Dominguez

Wichtigster Zugang
RHP Zack Wheeler (New York Mets)

Wichtigster Abgang
2B Cesar Hernandez (Cleveland Indians)

Bestes Prospect
3B Alec Bohm

Größte Stärke
Das neue Coaching-Team: Die Phillies haben sich eine Menge Erfahrung in den Trainerstab geholt. Joe Girardi führte die New York Yankees während seiner Amtszeit als Manager von 2008 bis 2017 zu einer World Series und keiner einzigen Losing Season; Pitching-Coach Bryan Price war in seiner Rolle erfolgreich in Seattle, Arizona und Cincinnati tätig. Als Hitting-Coach wurde Joe Dillon verpflichtet, der letztes Jahr als Assistenztrainer die Meisterschaft mit den Nationals gewann.

Größte Schwäche
Teile der Rotation: Aaron Nola und Zack Wheeler sind ein starker One-Two-Punch mit Potenzial, sich noch weiter zu steigern. Hinter diesen beiden fällt die Starting Rotation deutlich ab. Jake Arrietas Leistungen sind seit seiner Cy-Young-Saison 2015 konstant rückläufig, eine Ellenbogen-OP kostete ihn die letzten zwei Monate der Saison 2019. Vince Velasquez, Zach Eflin und Nick Pivetta füllen die restlichen Starter-Spots im günstigsten Falle durchschnittlich aus.

Spannendste Frage
Ist und bleibt McCutchen fit? Die Phillies hatten letztes Jahr zahlreiche Ausfälle durch Verletzungen zu beklagen, aber am meisten weh tat ihnen der Kreuzbandriss von Andrew McCutchen. Mit einer On-Base-Percentage von .378 war er der zweitbeste Leadoff-Hitter der MLB. Nach seinem frühen Saisonende Anfang Juni hatten die Phillies für den Rest des Jahres mit .295 die zweitschlechteste Leadoff-OBP der Liga.

Meine Prognose
Platz 4 in der NL East

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