März 18th, 2019 by Silversurger

Die New York Mets waren mit dem Ende der Saison 2018 an einer Weggabelung angelangt. Zum zweiten Mal in Folge war eine voller Hoffnung begonnene Saison in einer massiven Enttäuschung geendet. Die Ursachen dafür waren zahlreich, angefangen mit Verletzungen über schlechte Roster-Entscheidungen zugunsten abgehalfterter Ex-Stars wie Jose Bautista und Adrian Gonzalez bis hin zu einem bisweilen überfordert wirkenden Rookie-Manager Mickey Callaway. Die Weggabelung bestand nun in der Frage: Soll man alles auf Null setzen, die vorhandenen Stars wegtraden und in den Rebuilding-Modus wechseln? Oder versucht man, die Unzulänglichkeiten kurzfristig zu überwinden und sofort einen neuen Anlauf zu starten? Die Frage personifizierte sich in der Suche nach einem neuen General Manager, denn Sandy Alderson hatte den Job aus gesundheitlichen Gründen schon während der Saison aufgeben müssen. Die Teambesitzer, Vater Fred und Sohn Jeff Wilpon, vergaben den Posten an Ex-Spielervermittler Brodie van Wagenen – und somit an den Bewerber, der in den Gesprächen am entschiedensten für die Variante „sofortiger Angriff“ eingetreten war. Man mag zu van Wagenen stehen wie man will, leeres Gerede kann man ihm jedenfalls nicht vorwerfen. Wenige Tage nach Amtsantritt hatte er seinen ersten großen Trade im Sack: Second Baseman Robinson Cano und Top-Closer Edwin Diaz kamen aus Seattle im Austausch gegen Jay Bruce und mehrere Prospects. Das Signal dieses Moves war eindeutig: Wir sind bereit, Talente abzugeben und Canos teuren Vertrag zu übernehmen, weil wir gewinnen wollen – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt und in den nächsten Jahren. Zu diesem Zweck rüstete van Wagenen weiter auf: den Bullpen mit Rückkehrer Jeurys Familia und Lefty Justin Wilson, die Tiefe im Infield mit Jed Lowrie und J. D. Davis sowie im Outfield mit Keon Broxton, Gregor Blanco und Carlos Gomez, die jahrelange Problemposition mit Catcher Wilson Ramos. Die meisten der Neuverpflichtungen stärken den Kader mehr in der Breite als in der Spitze, was für die oft verletzungsgeplagten Mets vermutlich genau der richtige Weg ist. Auch das Coaching wurde aufgewertet: Callaway bleibt, bekommt aber mit Hitting Coach Chili Davis und Bench Coach Tim Riggleman zwei erfahrene Mitarbeiter an die Seite gestellt. Der einzige Bereich, der unangetastet blieb, ist die Pitching Rotation. Mit Jacob deGrom, Noah Syndergaard, Zack Wheeler und Steven Matz ist man hier zwar hervorragend aufgestellt, doch wenn sich einer davon verletzt und/oder Jason Vargas als Nummer fünf weiterhin unter Leistungsschwankungen leidet, könnte es recht schnell eng werden. Trotz einer insgesamt sehr guten Offseason bleiben die Mets eine Wundertüte. Das gilt umso mehr in der sehr starken NL East, in der zwischen den Nationals, den Phillies, den Braves und eben den Mets schlichtweg alles möglich ist und beinahe nichts überraschen würde.

Voraussichtliches Lineup
C Wilson Ramos
1B Pete Alonso
2B Robinson Cano
SS Amed Rosario
3B Jed Lowrie
LF Michael Conforto
CF Juan Lagares
RF Brandon Nimmo

Voraussichtliche Rotation
RHP Jacob deGrom
RHP Noah Syndergaard
RHP Zack Wheeler
LHP Steven Matz
LHP Jason Vargas
Key Reliever: Edwin Diaz

Wichtigster Zugang
RHP Edwin Diaz (Seattle Mariners)

Wichtigster Abgang
IF Wilmer Flores (Arizona Diamondbacks)

Bestes Prospect
1B Pete Alonso

Größte Stärke
Pitching: Die Starting Rotation der Mets mit deGrom, Syndergaard und Co. ist seit Jahren eine der besten der Liga. Der Bullpen war zuletzt eher ein Schwachpunkt, doch Diaz und die anderen Neuverpflichtungen lassen mit einigem Recht darauf hoffen, dass sich das dieses Jahr ändert.

Größte Schwäche
Verletzungsanfälligkeit: „Wenn sie gesund bleiben“ ist eine Einschränkung, die bei der Prognose für jedes Team gilt. Bei den Mets ist es jedoch ein lauteres und schärferes „Wenn“ als bei allen anderen. Das Thema begleitet sie seit Jahren und die Zahlen belegen, dass es nicht nur ein Gefühl ist, dass die Mets immer wieder überdurchschnittlich häufig und lange von Verletzungen betroffen sind. Es gäbe wohl keine größere Verstärkung für das Team als wenn jemand die Ursache dafür finden und abstellen könnte.

Spannendste Frage
Wer setzt sich an der ersten Base durch? Vor wenigen Wochen noch schien die Situation klar: Top-Prospect Pete Alonso sollte noch etwas in der Minor League reifen, Ex-Prospect Dominic Smith hatte sich letztes Jahr als Flop erwiesen. Der bisherige Third Baseman Todd Frazier würde seinen Platz an Jed Lowrie abgeben und um Frazier trotzdem im Lineup zu halten, schien es auf der Hand zu liegen, dass er als First Baseman in die Saison geht. Inzwischen hat sich die Lage komplett geändert. Lowrie und Frazier laborieren beide an Verletzungen, dafür rocken Alonso und Smith das Spring Training mit starken Leistungen. Einer von beiden wird den Posten wohl bekommen. Bei der Entscheidung könnte auch die Service Time eine Rolle spielen – gemeint ist, dass die Mets ein zusätzliches Jahr Teamkontrolle über Alonso gewinnen könnten, wenn sie ihn zumindest noch ein paar Wochen aus der MLB heraushalten. Van Wagenen hat allerdings mehrfach betont, dass er auf solche Überlegungen nichts gebe und mit den „25 besten Spielern“ in die Saison gehen werde.

Prognose
Platz 2 in der NL East und eine Wild Card

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März 16th, 2019 by Silversurger

Nach langjähriger Aufbauarbeit sahen die Philadelphia Phillies 2018 über weite Strecken so aus, als hätten sie den Schritt zurück in die Wettbewerbsfähigkeit bereits vollzogen. Am 7. August standen sie 64-49 und führten die NL East an. Von den restlichen 49 Spielen der Saison gewannen sie nur noch 16 und beendeten das Jahr zum sechsten Mal in Folge mit mehr Niederlagen als Siegen. Doch die Vereinsführung hat Blut geleckt und so gab Teambesitzer John Middleton für 2019 eine klare Marschrichtung vor: Man wolle besser werden, man wolle dafür Geld ausgeben und man sei bereit, dabei auch „a little bit stupid“ zu sein. Mission erfüllt, kann man dazu nur sagen: Die Phillies sind durch die Verpflichtungen von Bryce Harper, J. T. Realmuto, Andrew McCutchen, Jean Segura und David Robertson definitiv besser geworden; sie haben sich das Einiges kosten lassen; und zumindest der Vertrag für Harper ist durchaus ein bisschen stupid. Mit dem neuen Team hätten die Phillies letztes Jahr vermutlich die Division gewonnen, doch die Nationals, die Mets und die Braves haben allesamt ebenfalls gut gearbeitet und so ist in der NL East mit einem engen Rennen auf hohem Niveau zu rechnen. Im Hinblick auf die Playoffs werden von vier starken Teams eins bis drei auf der Strecke bleiben. Ich tippe, dass das die Braves sein werden, weil sie das Team mit der geringsten Erfahrung sind, und die Phillies, weil ich bei ihnen kein gutes Gefühl habe, was die Chemie im Clubhouse angeht. Aber vielleicht ist da auch der Wunsch Vater des Gedankens.

Voraussichtliches Lineup
C J. T. Realmuto
1B Rhys Hoskins
2B Cesar Hernandez
SS Jean Segura
3B Maikel Franco
LF Andrew McCutchen
CF Odubel Herrera
RF Bryce Harper

Voraussichtliche Rotation
RHP Aaron Nola
RHP Jake Arrieta
RHP Nick Pivetta
RHP Vince Velasquez
RHP Zach Eflin
Key Reliever: David Robertson

Wichtigster Zugang
OF Bryce Harper (Washington Nationals)

Wichtigster Abgang
C Jorge Alfaro (Miami Marlins)

Bestes Prospect
3B Alec Bohm

Größte Stärke
Der Harper-Faktor: Ich finde den 13-Jahres-Vertrag zwar ziemlich irrsinnig, aber kurzfristig hilft Bryce Harper dem Klub definitiv weiter – sowohl mit seinen spielerischen Qualitäten als auch mit dem Signal, das eine so aufsehenerregende Verpflichtung an den Rest des Teams sowie an das Umfeld sendet. Die Trikot- und Ticketverkäufe sind durch seine Ankunft explodiert, die Erwartungen vermutlich auch.

Größte Schwäche
Defense: Die Kunst des Feldspiels haben die Phillies nicht gerade erfunden. 2018 waren sie in dieser Hinsicht eines der schwächsten Teams der MLB und bis auf Realmuto geben auch die Neuverpflichtungen wenig Anlass, auf eine deutliche Steigerung zu hoffen.

Spannendste Frage
Wie kurz ist die Leine für Kapler? Der zahlenverliebte Field Manager hat in seiner Rookie-Saison diverse schwer nachvollziehbare und unpopuläre Entscheidungen getroffen. Solange es für die Phillies gut lief, wurde darüber großzügig hinweg gesehen, doch der Einbruch in den letzten zwei Monaten der Saison brachte Kapler schnell ins Kreuzfeuer. Angeblich wurde auch Bryce Harpers Entscheidung für Philadelphia durch Vorbehalte gegenüber Kapler erschwert. Sollte die Saison 2019 nicht so laufen wie erhofft, dürfte Kapler Kandidat Nummer eins für die Rolle des Sündenbocks sein.

Prognose
Platz 3 in der NL East

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März 12th, 2019 by Silversurger

Die Atlanta Braves kamen 2018 aus dem Nirgendwo – genauer gesagt kamen sie aus einer Serie von drei Jahren mit mindestens 90 Niederlagen – und eroberten die NL East im Sturm. Eine 90-72-Bilanz stand am Ende der Saison zu Buche und damit das genaue Gegenteil des Ergebnisses aus dem Vorjahr. Dass die Braves mit ihrer konsequenten Aufbau- und Nachwuchspolitik irgendwann wieder eine ernstzunehmende Größe sein würden, war allseits erwartet worden, doch kaum jemand hatte sie schon für 2018 auf der Rechnung gehabt. Ihr Erfolgsheimnis war Konstanz: Während jeder der Konkurrenten in der Division sich letztes Jahr mindestens eine längere Schwächephase erlaubte, spielten die Braves durchweg soliden Baseball. Dazu dürften sie auch 2019 in der Lage sein, denn das Team wurde weitgehend zusammen gehalten und mit Third Baseman Josh Donaldson sinnvoll ergänzt. Ob konstant solider Baseball in diesem Jahr ausreicht, um erneut in die Playoffs zu kommen, erscheint mir allerdings zweifelhaft. Denn die Nationals, die Mets und die Phillies hatten allesamt sehr aktive Offseasons im Bemühen, eine Wiederholung der Betriebsunfälle vom letzten Jahr zu verhindern. Sofern das den Dreien halbwegs gelingt, sehe ich die Braves 2019 knapp hinter ihnen, vor allem weil mich ihre Rotation noch nicht überzeugt. Das Hauptziel dieses Jahres sollte sein, Pitching-Prospects wie Kyle Wright, Ian Anderson, Touki Toussaint und Mike Soroka weiter zu entwickeln. 2020 könnte dann das Jahr sein, ab dem die Braves sich für längere Zeit vor niemandem mehr verstecken müssen.

Voraussichtliches Lineup
C Tyler Flowers
1B Freddie Freeman
2B Ozzie Albies
SS Dansby Swanson
3B Josh Donaldson
LF Ronald Acuna Jr.
CF Ender Inciarte
RF Nick Markakis

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Foltynewicz
RHP Julio Teheran
RHP Kevin Gausman
LHP Sean Newcomb
RHP Touki Toussaint
Key Reliever: A. J. Minter

Wichtigster Zugang
3B Josh Donaldson (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
C Kurt Suzuki (Washington Nationals)

Bestes Prospect
RHP Kyle Wright

Größte Stärke
Jugend: Schon das Team, das letztes Jahr überraschend die Divisionskrone eroberte, wurde – neben Freddie Freeman – von vielen jungen Spielern getragen. Ronald Acuna Jr. wurde NL-Rookie of the Year der NL und auch Ozzie Albies, Dansby Swanson und Sean Newcomb sind bereits wichtige Stützen und noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. Obwohl die Braves also schon reichlich von ihrer Farm geerntet haben, ist diese immer noch sehr gut bestückt, sodass der Talentzufluss in das MLB-Team noch einige Jahre anhalten wird.

Größte Schwäche
Walks: Die Pitcher der Braves ließen 2018 je neun Innings 3.92 Bases on Balls zu und damit mehr als jedes andere NL-Team. Das dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass mit Rick Kranitz ein neuer Pitching-Coach geholt wurde. Man wird sehen, ob er das Problem in den Griff bekommt.

Spannendste Frage
Wer setzt sich im Rightfield durch? Wenn man der Stammformation der Braves eine Lücke attestieren kann, dann im rechten Außenfeld. Lange sah es in der Offseason so aus, als müsste man mit Adam Duvall ins Rennen gehen, der letztes Jahr aus Cincinnati geholt wurde und sich als herbe Enttäuschung erwies (.132/.193/.151). Ende Januar kam dann doch noch Nick Markakis mit einem Einjahresvertrag zurück. Markakis wurde zwar Mitte letzten Jahres ins All-Star-Team gewählt, doch in der zweiten Saisonhälfte baute auch er stark ab (.258/.332/.369). Falls keiner der beiden zurück zu früherer Stärke findet, dürften die Braves wohl entweder noch mal auf dem Markt tätig werden oder aber Prospect Christian Pache erste MLB-Luft schnuppern lassen.

Prognose
Platz 4 in der NL East

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Februar 26th, 2019 by Silversurger

Derek Jeter und der Rest der Eignergruppe der Miami Marlins betreiben das Projekt Neuaufbau weiterhin mit eisernem Besen: Catcher J. T. Realmuto, der nach dem Kahlschlag des letzten Jahres einzige verbliebene Star im Team, wurde diesen Winter offensiv angeboten und schließlich nach Philadelphia getradet. Das Lineup wurde aufgefüllt mit einer Reihe von Veteranen – Neil Walker, Curtis Granderson, Sergio Romo –, die zu überschaubaren Preisen ihre Spielzeit und Erfahrung einbringen und idealerweise im Sommer gegen weitere Prospects getradet werden können. Auch optisch stehen die Zeichen auf Neuanfang: im Stadion, das von der grässlichen Homerun-Skulptur befreit wurde, ebenso wie im Erscheinungsbild der Spieler in neuen Uniformen mit neuem Logo. Es ist auf lange Sicht durchaus interessant, was mit den Miami Marlins passiert, aber die Aussicht auf die bevorstehende Saison 2019 ist alles andere als spannend: Die Marlins sind ein so radikal entkerntes Team wie außer ihnen allenfalls noch die Orioles. Erschwerend hinzu kommt, dass sie in der vielleicht stärksten Division der Liga spielen – alle anderen Teams der NL East haben aufgerüstet und machen sich berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs. Unter den gegebenen Umständen wäre für die Marlins jedes bessere Ergebnis als eine 100-Niederlagen-Saison eine positive Überraschung.

Voraussichtliches Lineup
C Jorge Alfaro
1B Neil Walker
2B Starlin Castro
SS J. T. Riddle
3B Brian Anderson
LF Curtis Granderson
CF Lewis Brinson
RF Peter O’Brien

Voraussichtliche Rotation
RHP Jose Urena
LHP Wei-Yin Chen
RHP Dan Straily
LHP Caleb Smith
RHP Trevor Richards
Key Reliever: Sergio Romo

Wichtigster Zugang
RP Sergio Romo (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
C J. T. Realmuto (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
RHP Sixto Sanchez

Größte Stärke
Talente: Es ist nicht leicht, bei den Marlins irgendeine Stärke festzustellen. Anders als man es während eines so massiven Rebuildings erwarten würde, ist auch die Farm der Franchise nicht gerade überragend. Durch die Trades der letzten eineinhalb Jahre sind aber immerhin ein paar interessante Prospects an Bord gekommen. Insbesondere die Starting Rotation könnte mit Sandy Alcantara, Zac Gallen und Nick Neidert bis Ende des Jahres ein neues Gesicht bekommen.

Größte Schwäche
Fehlender Rückhalt: Die Fanbasis in Miami ist klein und fragil. Die Übergangssaison 2018 wurde knallhart abgestraft mit einem Zuschauerschnitt von nur knapp über 10.000 – der schwächsten Zahl eines MLB-Klubs seit 2004 (der letzten Saison der Montreal Expos). Die Aussicht auf noch zwei, drei weitere Übergangssaisons macht kaum Hoffnung, dass der Zuspruch in absehbarer Zeit größer wird.

Spannendste Frage
Haben wir schon den „echten“ Lewis Brinson gesehen? Der 24-jährige Outfielder galt als das Top-Talent der Marlins, doch seine bisherigen Auftritte in der Major League waren eine herbe Enttäuschung. In 130 Spielen (109 davon im Jahr 2018) brachte er es auf eine Schlagleistung von .189/.239/.331 sowie auf eine Strikeout-Rate von 33,6%. Keiner steht bei den Marlins 2019 so sehr unter dem Druck, sich beweisen zu müssen, wie Brinson.

Prognose
Platz 5 in der NL East

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Februar 24th, 2019 by Silversurger

Baseball is back: Das Spring-Trainig läuft auf Hochtouren, es gibt schon wieder täglich Livespiele auf mlb.tv und in dreieinhalb Wochen – genauer gesagt am 20. März – eröffnen die Seattle Mariners und die Oakland Athletics in Tokio die MLB-Saison 2019. Für alle anderen Teams beginnt die Saison am 28. März, dem offiziellen Opening Day. In der Zeit bis dahin möchte ich wie schon im letzten Jahr und im Jahr davor jedem Team einen kurzen Vorschauartikel widmen.

Die Reihenfolge, in der ich die Artikel veröffentliche, entspricht meiner persönlichen Prognose für das Abschneiden der jeweiligen Teams. Morgen geht es los mit der in meinen Augen schwächsten Mannschaft der Liga, und dann arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2019. Dieser Artikel hier dient als Überblick, den ich auf der Startseite des Blogs anheften und nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews aktualisieren werde, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Korrekturen und Kommentaren sind mir sehr willkommen – schließlich bin ich nicht für jedes Team Experte. Davon abgesehen liege ich mit meiner Einschätzung des einen Teams, für das ich mich wirklich als Experten sehe, regelmäßig besonders weit daneben…

Hier mein Powerranking, das sich in den kommenden 30 Tagen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8. Chicago Cubs
9. New York Mets
10. Tampa Bay Rays
11. Philadelphia Phillies
12. Milwaukee Brewers
13. Colorado Rockies
14. Minnesota Twins
15. Atlanta Braves
16. Oakland Athletics
17. Cincinnati Reds
18. Los Angeles Angels
19. San Diego Padres
20. Pittsburgh Pirates
21. Arizona Diamondbacks
22. Toronto Blue Jays
23. San Francisco Giants
24. Seattle Mariners
25. Chicago White Sox
26. Texas Rangers
27. Kansas City Royals
28. Detroit Tigers
29. Miami Marlins
30. Baltimore Orioles

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März 21st, 2018 by Silversurger

In schöner Regelmäßigkeit spielen die Washington Nationals erfolgreiche reguläre Saisons: In jedem der letzten sechs Jahre hatten sie einen positiven Record, in vier davon gewannen sie ihre Division. In ebenso schöner Regelmäßigkeit scheiden sie in den Playoffs in der ersten Runde aus. Die bislang einzige gewonnene Playoffserie der Franchise datiert aus dem Jahr 1981, damals noch als Montreal Expos in der NLDS gegen die Philapdelphia Phillies. Der jüngste Versuch, jemanden für die anhaltende Postseason-Misere verantwortlich zu machen, traf im Oktober Manager Dusty Baker. Baker war zwar mit zwei Divisionstiteln in ebenso vielen Jahren und einer Siegquote von 59,3% der erfolgreichste Manager der Teamgeschichte, doch das rettete ihn nicht vor dem Rauswurf. Sein Nachfolger ist Dave Martinez, ein Neuling auf der Position, von dem man sich erhofft, dass er als Bench Coach der Chicago Cubs unter Joe Maddon gelernt hat, wie man Playoffspiele gewinnt. Eine Schonfrist wird Martinez nicht für sich in Anspruch nehmen können, denn die Zeit für Erfolge ist genau jetzt, bevor Stützen wie Bryce Harper, Daniel Murphy und Gio Gonzalez Free Agents werden. Für dieses Jahr konnte das Roster weitgehend konstant gehalten werden, die Neubesetzung des Trainerstuhls ist die einzige größere Veränderung gegenüber 2017. Sowohl das Lineup als auch die Rotation und der Bullpen werden zum Saisonstart genauso aussehen wie zum Ende der letzten Saison. Die einzige Ausnahme wird der fünfte Starterposten sein, um den sich Erick Fedde, A. J. Cole und Jeremy Hellickson bemühen.

Voraussichtliches Lineup
C Matt Wieters
1B Ryan Zimmerman
2B Daniel Murphy
SS Trea Turner
3B Anthony Rendon
LF Adam Eaton
CF Michael Taylor
RF Bryce Harper

Voraussichtliche Rotation
SP Max Scherzer
SP Stephen Strasburg
SP Gio Gonzalez
SP Tanner Roark
SP Erick Fedde
Closer Sean Doolittle

Wichtigster Zugang
1B Matt Adams (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
RP Matt Albers (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
OF Victor Robles

Größte Stärke
Scherzer, Strasburg, Gonzalez: Das Dreigestirn an der Spitze der Rotation dürfte auch dieses Jahr das beste sein, das in der MLB zu finden ist. 2017 brachte jeder der drei es auf einen ERA von unter 3.00 – ein Meilenstein, den in den anderen 29 Teams zusammen lediglich 11 Starter (mind. 50 IP) erreichten. Im Cy-Young-Voting der NL belegten Scherzer, Strasburg und Gonzalez die Ränge 1, 3 und 6.

Größte Schwäche
Erfolgsdruck: Die Trennung von Baker zeigt, wie sehr sich die Nationals unter Stress setzen, endlich den ersten Titel nach Washington zu holen. Die Zeit dafür läuft ihnen davon, sowohl weil – neben ein paar anderen – der Vertrag von Bryce Harper ausläuft, als auch weil mit den Phillies und den Braves zwei Klubs auf dem Sprung stehen, wieder zu echten Konkurrenten der Nationals und der Mets heranzuwachsen.

Spannendste Frage
Wie geht es weiter mit Bryce Harper? Wenn man den Star-Outfielder darauf anspricht, gibt er die Antwort, die sich für einen Profi geziemt: Er konzentriert sich darauf, 2018 alles für sein Team zu geben, über 2019 wird nicht geredet. Aber natürlich redet längst alle Welt darüber, was aus Bryce Harper 2019 wird. Bis hin zu einem Zehnjahresvertrag über 400 Millionen Dollar entweder bei den Nationals oder bei den Yankees reichten die Spekulationen. Nach dem Schock des aus Spielersicht suboptimal verlaufenen Marktes in der laufenden Offseason sind die Prognosen deutlich moderater geworden. Das ändert aber nichts daran, dass Harper – vorbehaltlich einer schweren Verletzung oder eines extremen Leistungseinbruchs – der begehrteste Free Agent seit Jahren und das Thema bis zum Vertragsabschluss ein Dauerbrenner sein wird. Für Harper und die Nationals wird es schwer werden, sich davon nicht ablenken