April 7th, 2020 by Silversurger

Seit Veröffentlichung meiner Nummer 2 ist es klar: Die Los Angeles Dodgers sind mein Favorit auf den Gewinn der World Series 2020. Das dürfte kaum jemanden überraschen, denn die Dodgers sind überfällig. Sieben Jahre hintereinander haben sie die NL West gewonnen, in jedem der letzten vier Jahre haben sie in den Playoffs nur gegen den späteren World Champion verloren – zweimal in der World Series, zweimal in einer früheren Runde. Ohne nennenswerte Verluste bringen sie in diesem Jahr erneut eines der stärksten Lineups der Liga auf den Platz; die Starting Rotation ist trotz einiger Abgänge (Hyun-Jin Ryu, Rich Hill, Kenta Maeda) tief und hochwertig besetzt; obendrein nennen sie nach wie vor ein mit Talenten bestens bestücktes Farmsystem ihr eigen. Und als wäre das alles noch nicht Grund genug, ins Schwärmen zu geraten, gönnten sich die Dodgers auch noch die aufsehenerregendste Neuverpflichtung des Jahres: Superstar-Outfielder Mookie Betts wurde in einem Blockbuster-Trade von den Boston Red Sox losgeeist und kommt gemeinsam mit SP David Price im Austausch gegen OF Alex Verdugo und zwei weitere Prospects nach Los Angeles. Deutlicher kann man nicht signalisieren, dass alles andere als der Titel in diesem Jahr eine Enttäuschung wäre.

Voraussichtliches Lineup
C Will Smith
1B Max Muncy
2B Gavin Lux
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF Joc Pederson
CF Cody Bellinger
RF Mookie Betts

Voraussichtliche Rotation
RHP Walker Buehler
LHP Clayton Kershaw
LHP David Price
LHP Julio Urias
LHP Alex Wood
Key Relievers: Kenley Jansen, Blake Treinen

Wichtigster Zugang
OF Mookie Betts (Boston Red Sox)

Wichtigster Abgang
LHP Hyun-Jin Ryu (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
IF Gavin Lux

Größte Stärke
Das Batting-Lineup: Von den acht voraussichtlichen Stammspielern hatten fünf in den letzten drei Jahren mindesens eine Saison mit mehr als 5 Wins Above Replacement (fWAR). Zwei weitere, Catcher Will Smith und Infielder Gavin Lux, sind Top-Talente, die noch keine volle Saison absolviert haben. Bleibt noch der achte Spot, für den die Auswahl aus Joc Pederson und A. J. Pollock besteht – auch eher ein Luxusproblem.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Wenn man mit der Lupe nach einer Schwäche sucht, dann wird man am ehesten hier fündig. Closer Kenley Jansen hatte während der beiden letzten Jahre gelegentlich schwächere Phasen, sein Fastball ist gegenüber 2016 um 2 mph langsamer geworden. Blake Treinen wurde für 10 Millionen Dollar verpflichtet in der Hoffnung, dass er an seine starke Saison 2018 mit den Oakland Athletics anknüpft – und nicht an seine ziemlich katastrophale Saison 2019.

Spannendste Frage
Wird Mookie Betts je ein Spiel für die Dodgers absolvieren? Nach der Einigung der Liga mit der Spielergewerkschaft ist klar: Falls die Saison 2020 wegen der Corona-Krise ausfällt, wird das Vertragsjahr den Spielern trotzdem komplett angerechnet. Für Betts heißt das, dass er 2021 Free Agent ist und sich ein neues Team suchen kann. Das wäre mehr als bitter für die Dodgers, die in diesem Fall nachträglich zum großen Verlierer des Blockbuster-Trades mit den Red Sox würden.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL West, World Champion

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März 11th, 2020 by Silversurger

Fast alle Teams der MLB kann man einigermaßen einordnen: Playoff-Kandidat oder nicht, Tendenz eher aufstrebend oder nachlassend, Rebuilding und wenn ja in welcher Phase etc. Die Arizona Diamondbacks hingegen finde ich äußerst schwer zu fassen. Von einem Contender erwartet man nicht, dass er die Franchise-Player Paul Goldschmidt und Zack Greinke wegtradet. Die Diamondbacks haben das vor beziehungsweise während der letzten Saison getan. Andererseits erwartet man von einem Team, das höhere Ambitionen aufgibt und möglicherweise einen Neuaufbau anstrebt, keine Investition von 85 Millionen Dollar in die Verpflichtung von Madison Bumgarner und keinen Trade für Starling Marte. Auch das haben die Diamondbacks getan. Grob gesagt kommt man in der Summe dieser Maßnahmen, was die Stärke des Teams angeht, ungefähr auf Null raus. Die Diamondbacks bleiben somit in derselben Situation von weder Fisch noch Fleisch. Mit diesem Team wird man nicht Letzter, aber ein tiefer Playoff-Run wäre ebenfalls eine große Überraschung. Da es in der NL West mit den San Diego Padres ein zweites Team in ähnlicher Lage gibt, kann das Rennen um Platz 2 in der Division durchaus spannend werden und mit etwas Glück einen Wild-Card-Platz abwerfen. Die Kluft gegenüber den Dodgers ist für sämtliche Teams der Division nach wie vor riesig. Von größeren Verletzungen und anderen Unwägbarkeiten abgesehen, werden weder die Diamondbacks noch sonst jemand auch nur in ihre Nähe kommen.

Voraussichtliches Lineup
C Carson Kelly
1B Christian Walker
2B Ketel Marte
SS Nick Ahmed
3B Eduardo Escobar
LF David Peralta
CF Starling Marte
RF Kole Calhoun

Voraussichtliche Rotation
LHP Madison Bumgarner
LHP Robbie Ray
RHP Luke Weaver
RHP Zac Gallen
RHP Mike Leake
Key Reliever: Archie Bradley

Wichtigster Zugang
LHP Madison Bumgarner (San Francisco Giants)

Wichtigster Abgang
OF Jarrod Dyson (Pittsburgh Pirates)

Bestes Prospect
OF Kristian Robinson

Größte Stärke
Switch-Hitting: Mit Ketel Marte und Eduardo Escobar haben die Diamondbacks zwei der besten Switch-Hitter der Liga in ihren Reihen – also Batter, die je nach Pitcher mit Links oder Rechts schlagen. 2019 wurden Marte und Escobar die ersten Teamkameraden, die es in einer Saison auf jeweils mindestens 10 Homeruns von jeder Seite der Platte brachten.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Die Diamondbacks haben in den letzten vier Jahren fünf Closer durchprobiert. Seit der zweiten Saisonhälfte 2019 ist es Archie Bradley, der oberflächlich betrachtet gute Resultate (2.10 ERA, 18/21 Saves) erzielte, während gleichzeitig seine Pitchgeschwindigkeit nachließ und sich seine Walk-Rate gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelte. Die Setup-Rollen für das siebte und achte Inning sind ungeklärt. Ein Problemfeld des Bullpens war letztes Jahr die niedrige Strikeout-Rate (8.8 K/9); das werden auch die Neuzugänge Junior Guerra (8.3 K/9) und Hector Rondon (7.1 K/9) nicht beheben.

Spannendste Frage
Was ist von Madison Bumgarner zu erwarten? Der Linkshänder ist einer der Top-Pitcher seiner Generation und erst 30 Jahre alt. Der hochdotierte Fünfjahresvertrag, den ihm die Diamondbacks gegeben haben, wirkt dennoch recht optimistisch. Zum einen haben MadBums Leistungen spürbar an Konstanz verloren, nicht zuletzt weil er deutlich mehr harte Treffer und Fly-Balls zulässt als früher. Zum anderen kann er es einfach nicht lassen, gefährlichen Nebensportarten zu frönen. 2017 fiel er nach einem Unfall mit einem Geländemotorrad monatelang aus; in der laufenden Offseason wurde bekannt, dass er seit Jahren unter dem Decknamen „Mason Saunders“ an Rodeo-Veranstaltungen teilnimmt.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL West

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März 9th, 2020 by Silversurger

What can brown do for you? Das war mal der Werbespruch eines Paketlieferdienstes, passt aber auch wunderbar zur vielleicht wichtigsten Maßnahme in der Offseason der San Diego Padres. Nach fast 30 Jahren der Dominanz von Dunkelblau präsentierte der Klub im November 2019 in einer groß aufgezogenen Modenschau in Petco Park die Rückkehr zur traditionellen Vereinsfarbe. Man kann sich als Außenstehender wundern, warum so viel Aufhebens um eine dämliche Farbe gemacht wird. Aber die Padres hoffen tatsächlich, dass Braun etwas für sie tun kann. Der Farbwechsel soll den Aufbruch signalisieren, in dem die Padres sich nach langen Jahren der Erfolgslosigkeit sehen möchten. Er soll gleichzeitig für eine Rückbesinnung auf bessere Zeiten stehen – Zeiten wie 1984, als San Diego in braun und goldgelb zum ersten Mal den NL-Titel gewann. Und er soll vor allem die Fans ansprechen, von denen sich viele mit dem blauen Look nie besonders anfreunden konnten – wenngleich ich mir die Vermutung erlaube, dass das nicht unbedingt der einzige Grund für den schlechten Zuschauerschnitt der letzten Jahre war. Außer dem Farbkonzept sind die Änderungen gegenüber dem Vorjahr überschaubar. Am erwähnenswertesten ist das Outfield, in dem durch Trades Hunter Renfroe und Manuel Margot ersetzt wurden mit Tommy Pham und Trent Grisham. Ansonsten gründen die Padres ihre Hoffnung, sich gegenüber der 70-Siege-Saison 2019 zu verbessern, auf den neuen Manager Jayce Tingler und vor allem auf die Steigerung und Reifung der vorhandenen Spieler. Ganz unberechtigt ist diese Hoffnung nicht für das junge, talentierte Team und angesichts der Situation in der NL West, in der hinter den übermächtigen Dodgers alles möglich scheint.

Voraussichtliches Lineup
C Francisco Mejia
1B Eric Hosmer
2B Jurickson Profar
SS Fernando Tatis Jr.
3B Manny Machado
LF Tommy Pham
CF Trent Grisham
RF Wil Myers

Voraussichtliche Rotation
RHP Chris Paddack
RHP Dinelson Lamet
RHP Garrett Richards
RHP Zach Davies
LHP Joey Lucchesi
Key Reliever: Kirby Yates

Wichtigster Zugang
OF Tommy Pham (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
OF Manuel Margot (Tampa Bay Rays)

Bestes Prospect
LHP MacKenzie Gore

Größte Stärke
Die Farm: Auch wenn die Padres mit ihrem MLB-Team nicht so weit sind, wie sie schon sein wollten, so bietet doch weiterhin das Nachwuchssystem Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Denn auch nachdem Top-Prospects wie SS Fernando Tatis Jr. und SP Chris Paddack die Farm der Padres hinter sich gelassen haben, ist sie immer noch eine der bestbestückten der Liga. Baseball America und Baseball Prospectus stufen sie jeweils auf Rang 2 ein, Keith Law von The Athletic auf Platz 5.

Größte Schwäche
Die Offense: Diese Einstufung mag überraschen, denn mit 1B Eric Hosmer und 3B Manny Machado hat man sich in den letzten Jahren teure Free Agents geleistet, und aus der eigenen Farm kam mit Tatis Jr. eines der am meisten gehypten Prospects der ganzen Liga ins Team. Tatis Jr. ist in seinem Rookie-Jahr allen Erwartungen gerecht geworden (.317/.379/.590, 22 Homeruns, 16 Steals, 3.6 fWAR in einer halben Saison). Machado hingegen überzeugte nur einigermaßen (3.1 fWAR), Hosmer (-0.1 fWAR 2018, -0.2 fWAR 2019) sieht nach einem 144-Millionen-Fehlkauf aus und der Rest des Lineups bietet wenig Aufregendes.

Spannendste Frage
Wie viel Geduld hat die Klubleitung? Offenbar nicht sehr viel, wenn man nach einigen Äußerungen aus dem Kreis der Eigentümegruppe geht: Im September, bei der Entlassung von Manager Andy Green, ließ Ron Fowler verlauten, es würden noch mehr „Köpfe rollen“, wenn es 2020 nicht bergauf geht. Nachdem Fowler für seine Wortwahl kritisiert wurde, ruderte er zurück und sein Mit-Owner Peter Seidler korrigierte die Deadline auf 2021. Ein Jahr Schonfrist geben sie sich also noch – vielleicht.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL West

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März 3rd, 2020 by Silversurger

Die Rockies erlebten 2019 einen extremen Absturz in der zweiten Saisonhälfte, an deren Ende eine Bilanz von 71-91 stand. Nur ein Sieg am letzten Spieltag rettete den Klub davor, das Jahr auf dem letzten Platz der NL West abzuschließen. Zeit für frischen Wind, vielleicht sogar für einen größeren Umbruch? Die Verantwortlichen in Colorado sehen das anders. Sie vertrauen dem vorhandenen Personal und verzichteten in der Offseason fast vollständig auf Änderungen am Kader. Rockies-Eigner Dick Monfort glaubt trotzdem daran, dass seinem Team dieses Jahr 94 Siege zuzutrauen sind, was ein Franchise-Rekord wäre. Ist das noch gesunder Optimismus oder schon ein Stück weit Realitätsverlust? Ich glaube eher Letzteres, auch wenn Monfort das Argument ins Feld führen kann, dass die Rockies – ebenfalls mit weitgehend demselben Team – zuvor zweimal hintereinander in die Playoffs eingezogen sind. Für die Enttäuschung im letzten Jahr wurden vor allem Formschwächen und Ausfallzeiten der Pitcher verantwortlich gemacht. Das wirkliche Problem der Rockies sehe ich aber eher in der Offensive, in der die Superstars Nolan Arenado und Trevor Story viel zu wenig Unterstützung haben. 835 Runs in der Saison 2019 hören sich vordergründig gut an, doch das waren nur die neuntmeisten in der MLB und damit viel zu wenig für ein Team, das die Hälfte seiner Spiele im Hitter-Paradies Coors Field austrägt.

Voraussichtliches Lineup
C Tony Wolters
1B Daniel Murphy
2B Ryan McMahon
SS Trevor Story
3B Nolan Arenado
LF Ian Desmond
CF Charlie Blackmon
RF David Dahl

Voraussichtliche Rotation
RHP German Marquez
RHP Jon Gray
LHP Kyle Freeland
RHP Antonio Senzatela
RHP Peter Lambert
Key Relievers: Wade Davis, Scott Oberg

Wichtigster Zugang
RHP Tyler Kinley (Miami Marlins)

Wichtigster Abgang
1B Yonder Alonso (Atlanta Braves)

Bestes Prospect
IF Brendan Rodgers

Größte Stärke
Nolan Arenado: Der Third Baseman setzte 2019 Karriere-Highlights mit einem Batting Average von .315, einer On-Base-Percentage von .379 und 41 Homeruns bei nur 93 Strikeouts. Er ist der erste NL-Spieler seit Albert Pujols 2010 mit 40 oder mehr Homeruns und weniger als 100 Strikeouts. Wie lange die Rockies noch auf ihren Star zählen dürfen, ist unsicher. In der Offseason wollten die Gerüchte um einen möglichen Trade und um ein zerrüttetes Verhältnis zwischen Klub und Spieler nicht abreißen.

Größte Schwäche
Das Outfield: Als Heimteam in Coors Field müsste man hier zwei mächtige Slugger und ein katzenhaftes Feldspiel-Ass aufbieten, aber die Rockies haben leider nichts davon. Folgt man den Prognosen von Fangraphs, so sind sämtliche Kandidaten für die Startformation im Outfield unterdurchschnittliche Fielder; zwei von ihnen (Sam Hilliard und Ian Desmond) wird ein insgesamt negativer Beitrag zum Teamerfolg vorausgesagt (-0.3 bzw. -0.2 fWAR); und der einzige starke Batter der Gruppe, Charlie Blackmon, ist dafür ein noch schlechterer Feldspieler als alle anderen.

Spannendste Frage
Finden die Top-Pitcher ihre Form? Kyle Freeland stellte 2018 einen Franchise-Rekord mit 2.40 ERA in 15 Heimspielen auf und war im Rennen um den Cy-Young-Award. 2019 schien er seinen Job komplett verlernt zu haben, in 10 Starts in Coors Field kam er auf erbärmliche 9.25 ERA. German Marquez war derweil der einzige Rockies-Pitcher, der es auf mehr als 150 Innings brachte, doch seine Saison endete am 22. August mit Problemen im Wurfarm. Davon, ob Freeland und Marquez fit und gesund sind, wird es zu einem guten Teil abhängen, welche Richtung die Rockies 2020 einschlagen.

Meine Prognose
Platz 4 in der NL West

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März 2nd, 2020 by Silversurger

Der Kader der San Francisco Giants am Opening Day wird einen der höchsten Altersdurchschnitte der Liga aufweisen. Das Team trägt den Ballast vieler Spieler jenseits ihres Zenits mit teuren Verträgen. Die Farm ist zwar mit einigen Top-Prospects, aber nicht besonders breit bestückt. Eigentlich sehen die Giants nach einem klaren Fall für ein Rebuilding-Projekt aus, aber das passt nicht zum Selbstverständnis der stolzen und traditionsreichen Franchise. Deutlicher hätte sie das nicht demonstrieren können als damit, dass man letztes Jahr zur Trade-Deadline eisern festhielt an Starter-Ass Madison Bumgarner und Closer Will Smith. Beide hätten sich für die letzten Monate ihrer Vertragslaufzeiten gut gegen Talente „verleihen“ lassen, stattdessen haben sie nach der Saison als Free Agents den Verein für nichts außer ein paar Kompensations-Draftpicks verlassen. Auf Neuverpflichtungen hat man weitgehend verzichtet – das Starting Lineup wird dasselbe sein wie im letzten Jahr, das Pitching-Staff wurde um ein paar grenzwertige Bounceback-Kandidaten wie Kevin Gausman und Drew Smyly ergänzt. Für frischen Wind wird somit allein Gabe Kapler zuständig sein, der als Manager die Nachfolge von Bruce Bochy antritt. Team-Präsident Farhan Zaidi entschied sich sehr schnell für Kapler, nachdem dieser in Philadelphia nach zwei enttäuschenden Jahren entlassen worden war. Unter den Fans stieß die Entscheidung auf massive Ablehnung. Kapler wird es schwer haben, sofern sich die Giants unter ihm nicht gerade zur Überraschung des Jahres aufschwingen. Die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte gering sein. Den Giants droht eine weitere Saison im unteren Mittelmaß der Liga und ohne klare Zukunftsperspektive.

Voraussichtliches Lineup
C Buster Posey
1B Brandon Belt
2B Mauricio Dubon
SS Brandon Crawford
3B Evan Longoria
LF Alex Dickerson
CF Steven Duggar
RF Mike Yastrzemski

Voraussichtliche Rotation
RHP Jeff Samardzija
RHP Johnny Cueto
RHP Kevin Gausman
LHP Drew Smyly
RHP Logan Webb
Key Reliever: Tony Watson

Wichtigster Zugang
SP Kevin Gausman (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
LHP Madison Bumgarner (Arizona Diamondbacks)

Bestes Prospect
C Joey Bart

Größte Stärke
Farhan Zaidi: Der Team-Präsident, der vor gut einem Jahr von den rivalisierten Dodgers kam, genießt nach wie vor großes Vertrauen in und um San Francisco. Er gilt als Baseball-Mastermind und wenn es auch vielen schwer fällt, ein klares Ziel und die dazugehörige Entwicklung des Teams zu erkennen, so besteht doch immer die Hoffnung, dass sich irgendwann herausstellt, dass Zaidi die ganze Zeit über einen genialen Plan verfolgt und erfolgreich umgesetzt hat.

Größte Schwäche
Offensive: Letztes Jahr produzierten lediglich die Miami Marlins noch weniger Runs als die Giants. Ohne jede Verstärkung und mit weiter zunehmendem Alter wird dieses Lineup es schwer haben, 2020 eine bessere Saison zu spielen.

Spannendste Frage
Wann tritt Joey Bart die Nachfolge von Buster Posey an? Der junge Catcher, Pick Nummer 2 in der Draft 2018, ist die große Hoffnung der Giants. Er soll möglichst nahtlos den Job von Posey übernehmen, sowohl hinter der Platte als auch als Gesicht der Franchise. Bart hatte letztes Jahr vielversprechende Ansätze auf Double-A-Niveau gezeigt, wurde allerdings durch Verletzungen ausgebremst – vor all durch einen gebrochenen Daumen, der ihn den Großteil der Arizona Fall League kostete. Wenn für ihn dieses Jahr alles gut läuft, könnte er die in die Jahre gekommene Legende Posey zur Saisonmitte ablösen.

Meine Prognose
Platz 5 in der NL West

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Februar 24th, 2020 by Silversurger

Update vom 13. März: Der Start der MLB-Saison wurde wegen der Corona-Pandemie um mindestens zwei Wochen verschoben. Die Serie von Vorschau-Artikeln führe ich fort, aber statt täglich werde ich nur noch jeden zweiten Tag ein Team vorstellen, um die Wartezeit etwas gleichmäßiger zu füllen. Bleibt dran und bleibt vor allem gesund!

In gut einem Monat, am 26. März 2020, beginnt endlich die neue MLB-Saison. Höchste Zeit, die gute alte Baseblog-Tradition der Team-Vorstellungen aufleben zu lassen. Ab morgen gibt es hier wieder 30 Tage lang jeden Tag einen kurzen Vorschauartikel auf die neue Saison.

Die Reihenfolge, in der ich die Artikel veröffentliche, entspricht meiner persönlichen Prognose des Abschneidens der jeweiligen Teams. Den Anfang macht morgen die in meinen Augen schwächste Mannschaft der Liga. Von dort arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2020. Dieser Artikel hier dient als Überblick, den ich auf der Startseite des Blogs anhefte und nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews aktualisiere, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Korrekturen und Kommentaren sind mir wie immer sehr willkommen – schließlich sind meine Einschätzungen höchst subjektiv und ich bin ganz sicher nicht für jedes Team Experte. Hier mein Powerranking, das sich in den kommenden Tagen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. Los Angeles Dodgers
2. New York Yankees
3. Atlanta Braves
4. Houston Astros
5. Tampa Bay Rays
6. Minnesota Twins
7. New York Mets
8. Los Angeles Angels
9. Washington Nationals
10. St. Louis Cardinals
11. Oakland Athletics
12. Chicago White Sox
13. Chicago Cubs
14. Boston Red Sox
15. Arizona Diamondbacks
16. Cincinnati Reds
17. San Diego Padres
18. Philadelphia Phillies
19. Cleveland Indians
20. Milwaukee Brewers
21. Toronto Blue Jays
22. Texas Rangers
23. Colorado Rockies
24. San Francisco Giants
25. Kansas City Royals
26. Detroit Tigers
27. Seattle Mariners
28. Miami Marlins
29. Pittsburgh Pirates
30. Baltimore Orioles

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März 23rd, 2019 by Silversurger

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Man kann einen Artikel über die Los Angeles Dodgers negativ aufziehen, etwa so: Zwei Jahre in Folge haben sie sich genau dann, als es darauf ankam, als nicht gut genug erwiesen. Zwei Meisterteams hintereinander feierten ihren World-Series-Triumph in Dodger Stadium und beide Male waren es nicht die Dodgers. 2017 durften nach einem 7-Spiele-Krimi die Houston Astros jubeln, 2018 erledigten die Boston Red Sox den Job in nur fünf Spielen. Die zwei verlorenen Serien verstellen allerdings leicht den Blick auf die positive Botschaft: Die Dodgers haben eine Riesenleistung vollbracht, indem sie zweimal hintereinander die National League gewonnen haben. Und wenn man sich das Team anschaut, das sie dieses Jahr ins Rennen schicken, sehen sie bestens gerüstet dafür aus, einen dritten Anlauf auf das große Ziel zu nehmen. Gegangen sind Catcher Yasmani Grandal und Shortstop Manny Machado in der Free Agency sowie die Outfielder Matt Kamp und Yasiel Puig per Trade mit den Cincinnati Reds. Ein wirklicher Verlust dürfte dabei allenfalls Grandal sein. Die Abgänge im Outfield wurden durch die Verpflichtung von A. J. Pollock aufgefangen und im Laufe der Saison wird wohl auch Top-Prospect Alex Verdugo den Weg in das MLB-Team finden. Den Posten des Shortstops übernimmt knapp ein Jahr nach seiner Tommy-John-Surgery Corey Seager zurück. Das Pitching-Personal ist gegenüber dem Vorjahr im Kern intakt geblieben, auch wenn die beiden herausragenden Namen mit leichten Sorgen verbunden sind: Top-Ass Clayton Kershaw wird die Saison auf der Verletztenliste beginnen; zudem hat seine Pitch-Geschwindigkeit in den letzten Jahren langsam, aber beständig nachgelassen. Letzteres gilt auch für Closer Kenley Jansen, der sich in der Offseason einer Herzoperation unterziehen musste. Nimmt man das Alter und die Verletzungsanfälligkeit von Rich Hill dazu sowie das schwache Finish des Bullpens im letzten Jahr, so sind das durchaus ein paar Sollbruchstellen in einem generell starken Pitching-Staff. Insgesamt sind die Dodgers für mich erneut klarer Favorit in der NL West und ein aussichtsreicher Kandidat für den dritten World-Series-Einzug in Folge.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Barnes
1B Max Muncy
2B Chris Taylor
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF Joc Pederson
CF A. J. Pollock
RF Cody Bellinger

Voraussichtliche Rotation
LHP Clayton Kershaw
RHP Walker Buehler
LHP Rich Hill
LHP Hyun-Jin Ryu
RHP Kenta Maeda
Key Reliever: Kenley Jansen

Wichtigster Zugang
OF A. J. Pollock (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
SS/3B Manny Machado (San Diego Padres)

Bestes Prospect
OF Alex Verdugo

Größte Stärke
Die Tiefe des Lineups: Die Dodgers haben 2018 von allen Teams der National League die meisten Runs erzielt (804). Das ist ihnen vor allem dank ihrer Flexibilität und Variabilität gelungen. Sie hatten das Personal – und haben es immer noch –, um auf jeden Pitcher und jede Spielsituation mit einer maßgeschneiderten Aufstellung zu reagieren. Durch intensives und erfolgreiches Platooning und Pinch-Hitting kamen in der vergangenen Saison lediglich zwei Spieler – Chris Taylor und Cody Bellinger – auf mehr als 520 Plate Appearences für die Dodgers. Beide brachten es auf diese Zahl, indem sie auf mindestens drei verschiedenen Positionen spielten.

Größte Schwäche
Catching: Auch wenn es in der Postseason 2018 nicht danach aussah, gehörte Yasmani Grandal in den letzten Jahren regelmäßig zu den besten Catchern der Liga, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Grandal wechselte in der Offseason als Free Agent nach Milwaukee und die Dodgers unternahmen keine großen Sprünge, ihn gleichwertig zu ersetzen. Der bisherige Backup Austin Barnes wird sich die Rolle mit dem alternden Rückkehrer Russell Martin teilen. Bei beiden stellt sich die Frage, ob sie an ihre schwache letzte Saison anknüpfen oder doch noch einmal zu früherer Stärke zurück finden.

Spannendste Frage
Sind Seager und Jansen wieder die Alten? Sowohl Corey Seager (Ellenbogen und Hüfte) als auch Kenley Jansen (Herz) haben ernsthafte medizinische Eingriffe hinter sich. Beide haben die Operationen wohl gut überstanden und machen im Spring Training bisher einen guten Eindruck. Ob und wie schnell sie unter Wettkampfbedingungen ihre alte Form erreichen und wieder wichtige Stützen des Teams sein können, bleibt dennoch abzuwarten.

Prognose
Platz 1 in der NL West, World-Series-Teilnahme

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März 14th, 2019 by Silversurger

Nicht viele MLB-Franchises können Anfang März von sich behaupten, ihr wichtigstes Saisonziel bereits erreicht zu haben. Für die Colorado Rockies dürfte diese Behauptung aber keine Übertreibung sein. Die kürzlich erzielte Vertragsverlängerung mit ihrem größten Star, Third Baseman Nolan Arenado, stellt eine extrem wichtige Weiche für die kommenden Jahre. Ohne diese frühzeitige Einigung hätte über der Saison 2019 das Damoklesschwert des auslaufenden Kontraktes geschwebt und die Frage aufgeworfen, ob ein Abschied von Arenado das gerade erst geöffnete Zeitfenster eines konkurrenzfähigen Rockies-Teams schon wieder zuschlägt. Dank des neuen Vertrages, der Arenado für die nächsten acht Jahre 260 Millionen Dollar einbringt, dürfte diese Gefahr abgewendet sein. Außer ihm sind auch die anderen Stützpfeiler des Lineups, Charlie Blackmon und Trevor Story, noch für mehrere Jahre unter Teamkontrolle, ebenso wie die gesamte Pitching-Rotation. Neuzugänge gab es kaum, zu erwähnen ist einzig Daniel Murphy. Murphy soll die erste Base übernehmen, wodurch Ian Desmond frei für mehr Einsatzzeit im Outfield wird. Alles in allem scheinen die Rockies gut aufgestellt, eine ähnlich starke Saison zu spielen wie im Vorjahr. Dass ich sie trotzdem knapp außerhalb der Playoff-Ränge sehe, liegt vor allem an der Konkurrenz: Der Erfolg im letzten Jahr hing stark zusammen mit verletzungsgeplagten Dodgers und mit einer schwachen NL East, die sich aus dem Rennen um die Wild Cards komplett heraushielt. Beide Umstände werden sich wohl nicht in diesem Ausmaß wiederholen.

Voraussichtliches Lineup
C Chris Iannetta
1B Daniel Murphy
2B Ryan McMahon
SS Trevor Story
3B Nolan Arenado
LF David Dahl
CF Ian Desmond
RF Charlie Blackmon

Voraussichtliche Rotation
RHP Kyle Freeland
RHP German Marquez
RHP Antonio Senzatela
LHP Tyler Anderson
RHP Jon Gray
Key Reliever: Wade Davis

Wichtigster Zugang
1B Daniel Murphy (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
2B D. J. LeMahieu (New York Yankees)

Bestes Prospect
IF Brendan Rogers

Größte Stärke
Die Rotation: Denver galt wegen der Höhenlage lange als übles Pflaster für Pitcher. Wer andere Optionen hatte, unterschrieb anderswo und wer doch das Risiko einging, bei den Rockies anzuheuern, hatte damit den Leistungseinbruch quasi vorprogrammiert. Doch die Rockies haben offenbar die Lösung für ihr einstiges Problem gefunden, indem sie konsequent auf die Entwicklung von Talenten im eigenen Minor-League-System setzen. Fast alle ihrer Teams spielen ebenfalls in hoch gelegenen Ballparks und so ist eine Generation von Rockies-Pitchern herangewachsen, die sich in den besonderen Luftverhältnissen zu Hause fühlt. Die Pitcher der Rockies hatten 2018 die drittmeisten Wins Above Replacement unter allen NL-Teams.

Größte Schwäche
Mangelnde Tiefe: Die Stammformation des Lineups ist sehr kopflastig, das heißt es fällt nach drei, vier Topleuten deutlich ab. Wenn nun noch die unvermeidlichen Verletzungen und Formkrisen einer 162-Spiele-Saison hinzukommen, erscheinen mir die Rockies personell nicht allzu gut gerüstet, diese aufzufangen.

Spannendste Frage
Wie wird Daniel Murphy angenommen? Rein sportlich passt Murphy nach Denver wie die Faust auf’s Auge: Als versierter Kontakthitter mit Homerunpower scheint er wie geschaffen für das weitläufige Coors Field. Als Persönlichkeit ist er jedoch umstritten, weil er sehr konservative religiöse Ansichten vertritt. Seit er 2015 homophobe Äußerungen über Billy Beane von sich gab, stieß er bei allen Klubs, für die er seitdem spielte – den Mets, Nationals und Cubs – auf Kritik und Proteste von Fans und Medien.

Prognose
Platz 2 in der NL West

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März 8th, 2019 by Silversurger

Zum zweiten Mal in Folge sorgen die San Diego Padres mit einer spektakulären Free-Agent-Verpflichtung für Aufsehen. Letztes Jahr lockten sie First Baseman Eric Hosmer mit einem Achtjahresvertrag über 144 Millionen Dollar – und dürften die Entscheidung inzwischen bereuen, nachdem Hosmer in seinem ersten Jahr unter Replacement Level produzierte (-0.1 fWAR). Der erhoffte Ruck ging nicht durch das junge Team, die Saison 2018 wurde mit nur 66 Siegen abgeschlossen. Was tut man nach so einem Rückschlag? Kleinere Brötchen backen? Ganz im Gegenteil, mit dem 300-Millionen-Dollar-Vertrag für Third Baseman Manny Machado über zehn Jahre setzte man dieses Jahr noch mal gewaltig einen drauf. Die Padres wollen offenbar mit der Brechstange raus aus dem Rebuilding-Modus und nach acht Losing-Seasons in Folge ist das nur zu verständlich. Second Baseman Ian Kinsler – für vergleichsweise bescheidene 8 Millionen Dollar und zwei Jahre – ist der Dritte im Bunde der erprobten Veteranen, die das talentierte Lineup besseren Zeiten entgegen führen soll. Die besseren Zeiten werden kommen, das dürfte angesichts der Kombination aus eingekaufter Star-Power und einer gut gepflegten Farm kaum in Frage stehen. Ich schätze aber, dass die Padres noch ein Jahr von diesen Zeiten entfernt sind. Um für sie schon in dieser Saison deutlich mehr als eine ausgeglichene Bilanz anzupeilen, fehlt es in meinen Augen noch zu sehr am Pitching.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Hedges
1B Eric Hosmer
2B Ian Kinsler
SS Luis Urias
3B Manny Machado
LF Wil Myers
CF Manuel Margot
RF Franmil Reyes

Voraussichtliche Rotation
LHP Joey Lucchesi
LHP Robbie Erlin
LHP Eric Lauer
RHP Brett Kennedy
RHP Bryan Mitchell
Key Reliever: Kirby Yates

Wichtigster Zugang
3B Manny Machado (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
SS Freddy Galvis (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
SS Fernando Tatis Jr.

Größte Stärke
Zukunftsfähigkeit: Mit Ausnahme von Kinsler (der auf 2B durch Urias ersetzt werden kann, sobald Tatis als SS übernimmt) steht jeder im obigen Lineup genannten Spieler noch mindestens vier Jahre in San Diego unter Vertrag. Es klingt irgendwie seltsam, aber die Padres könnten demnächst jahrelang die NL West dominieren.

Größte Schwäche
Die Rotation: Mit Joey Lucchesi (130 Innings, 4.08 ERA im Jahr 2018) und Eric Lauer (112 Innings, 4.34 ERA) haben die Padres zwei halbwegs erprobte Arme, die eher in die Mitte oder an das Ende einer Rotation passen als an deren Spitze. Der Rest des Staffs besteht aus Füllmaterial (Erlin, Mitchell) und schwer einschätzbaren Rookies (Kennedy, Paddack, Nix).

Spannendste Frage
Wann schlägt die Stunde von Tatis Jr.? Fernando Tatis Jr. gilt als eines der Top-Prospects der Liga. Er ist ein Power-Hitter sowie ein fähiger Shortstop und Baserunner. Bislang hat der 20-Jährige nicht höher als AA gespielt, doch die allgemeine Erwartung ist, dass er das AAA-Level genauso schnell bewältigt wie seine restliche Minor-League-Karriere und dass er in der zweiten Saisonhälfte dieses Jahres erstmals in der MLB zeigen darf, was er kann.

Prognose
Platz 3 in der NL West

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März 6th, 2019 by Silversurger

Dies ist die zehnte Preview meiner diesjährigen Artikelserie und ich sehe an dieser Stelle einen gewissen Einschnitt: Die bisher vorgestellten Teams sind in meinen Augen die hoffnungslosen Fälle, was die Saison 2019 betrifft. Die Arizona Diamondbacks sind die erste Mannschaft, der ich zutraue, im besten Fall um die Teilnahme an den Playoffs mitzuspielen. Dass ihnen das tatsächlich gelingt, halte ich gleichwohl für relativ unwahrscheinlich. Im Jahr eins nach Paul Goldschmidt und Patrick Corbin dürfte es schwer sein, den Anschluss in einer Division zu halten, in der die Dodgers und die Rockies nicht schlechter geworden und die Padres vermutlich im Kommen sind. Letztes Jahr hielten die Diamondbacks sich lange im Rennen, bevor sie im Endspurt einbrachen und die Playoffs letztlich klar verpassten. Da waren allerdings noch Goldschmidt, Corbin und A. J. Pollock an Bord. Gleichwertiger Ersatz wurde nicht geholt, sodass die finanziell notorisch klammen Diamondbacks wieder mal gezwungen sind, sich über die Entwicklung junger Spieler neu zu formieren. Das läuft nicht zwangsläufig auf ein volles Rebuilding hinaus, denn sowohl der MLB-Kader als auch die Farm bieten genug Anknüpfungspunkte, um den Erneuerungsprozess möglicherweise innerhalb von ein, zwei Jahren zu vollziehen. Die sportliche Leitung um General Manager Mike Hazen und Field Manager Torey Lovullo hat bereits 2017 in ihrer ersten gemeinsamen Saison unter Beweis gestellt, dass sie es drauf hat, mit begrenzten Mitteln und in überraschend kurzer Zeit ein erfolgreiches Team aufzubauen.

Voraussichtliches Lineup
C Alex Avila
1B Jake Lamb
2B Wilmer Flores
SS Nick Ahmed
3B Eduardo Escobar
LF David Peralta
CF Ketel Marte
RF Steven Souza Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Zack Greinke
LHP Robbie Ray
RHP Zack Godley
RHP Luke Weaver
RHP Matt Andriese
Key Reliever: Greg Holland

Wichtigster Zugang
RHP Luke Weaver (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
1B Paul Goldschmidt (St. Louis Cardinals)

Bestes Prospect
SS Jazz Chisholm

Größte Stärke
Starting Pitching: Auch nach dem Abgang von Patrick Corbin steht mit Zack Greinke, Robbie Ray und Zack Godley eine starke Top-3 an der Spitze der Rotation. Dahinter ist es aktuell noch etwas dünn, doch in Jon Duplantier, Taylor Widener und Taylor Clarke kommen einige fast MLB-bereite Jungpitcher nach.

Größte Schwäche
Centerfield: Für A. J. Pollock wurde kein externer Nachfolger verpflichtet und intern ist nur Jarrod Dyson da – ein guter Feldspieler, der mit dem Schläger ungefähr gar nichts trifft. Ein Ausweg könnte das Experiment sein, den athletischen Infielder Marte ins zentrale Outfield zu verschieben.

Spannendste Frage
Wie wirkt sich der neue Bodenbelag aus? In Chase Field wird gerade ein neuer Kunstrasen verlegt. Das dürfte zu einer deutlichen Veränderung führen, denn bisher galt das Infield im heißen und trockenen Klima Arizonas immer als eines der schnellsten der Liga. Kunstrasen ist in der Regel langsamer und erlaubt den Infieldern mehr Plays. Möglicherweise ist das für die defensivstarken Diamondbacks eher ein Nachteil, denn bisher hatten sie den gegnerischen Mannschaften voraus, dass sie im Gegensatz zu diesen an das schnelle Infield gewöhnt waren.

Prognose
Platz 4 in der NL West

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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