März 30th, 2021 by Silversurger

Ich weiß, ein Meisterschaftstipp auf den amtierenden Champion ist immer ein bisschen langweilig. Aber die Los Angeles Dodgers lassen mir keine Wahl. 43 Siege sowie ein Run Differential von +136 in 60 Spielen, gefolgt vom ersehnten und verdienten World-Series-Sieg am Ende der längsten Playoffs aller Zeiten – die Saison 2020 der Dodgers war die Definition von Dominanz. Im Gegensatz zu vielen Meisterteams vor ihnen handelte es sich dabei nicht um ein einmaliges Aufbäumen. Die Dodgers sind schon lange ein Spitzenteam, haben achtmal in Folge die NL West gewonnen und dreimal in den letzten vier Jahren den NL-Titel geholt. Und sie werden es noch lange sein, denn der Kern des Teams ist auf Jahre hinaus gesichert und Überalterung kein Thema in einem Roster, in dem zehn der World-Series-Teilnehmer 26 oder jünger waren. Als wäre das alles nicht genug, legten die Dodgers in der Offseason noch nach, indem sie mit Trevor Bauer den begehrtesten Pitcher der diesjährigen Free Agency verpflichteten. Der Cy-Young-Gewinner der NL wird voraussichtlich die Nummer drei in der Rotation sein – allein das zeigt, wie absurd stark dieses Team aufgestellt ist. Eine Titelverteidigung – es wäre die erste in der MLB seit über 20 Jahren – ist natürlich kein Automatismus, sonst könnten wir ja gleich Bundesliga-Fußball schauen. 30 Mannschaften treten an, rund die Hälfte davon macht sich begründete und berechtigte Hoffnungen. Aber kaum jemand wird ernsthaft bestreiten, dass die Dodgers als haushoher Favorit in die Saison gehen.

Voraussichtliches Lineup
C Will Smith
1B Max Muncy
2B Gavin Lux
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF A. J. Pollock
CF Cody Bellinger
RF Mookie Betts

Voraussichtliche Rotation
RHP Walker Buehler
LHP Clayton Kershaw
RHP Trevor Bauer
LHP Julio Urias
RHP Dustin May
Key Relievers: Kenley Jansen, Blake Treinen

Wichtigster Zugang
RHP Trevor Bauer (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
OF Joc Pederson (Chicago Cubs)

Bestes Prospect
C Keibert Ruiz

Größte Stärke
So ziemlich alles: 2020 haben die Dodgers sowohl die meisten Runs von allen MLB-Teams erzielt (349) als auch in der NL die wenigsten Runs kassiert (213). MLB-weit waren es nur die zweitwenigsten kassierten Runs (hinter den Indians mit 209), aber um diesen Schönheitsfehler auszumerzen, hat man ja nun die Rotation mit Trevor Bauer aufgemotzt. Sie haben eine gesunde Altersstruktur, aus der Farm kommt immer noch etwas nach und der Kader ist so tief besetzt, dass selbst der Ausfall von ein, zwei Starspielern die Dodgers nicht aus der Bahn werfen würden.

Größte Schwäche
Keine: Wenn man mit der Lupe herangeht, stößt man zum Beispiel darauf, dass 2B Gavin Lux seinem Ruf als ehemaliges Top-Prospect bisher nicht gerecht wird. Oder darauf, dass der eine Teil des Catcher-Duos, Will Smith, in der Defensive unterdurchschnittlich ist und der andere Teil, Austin Barnes, in der Offensive. Oder darauf, dass Justin Turner, A. J. Pollock und Clayton Kershaw in einem Alter sind, in dem die Leistung innerhalb der nächsten Jahre nachlassen wird; bei Kenley Jansen ist dieser Prozess phasenweise bereits unübersehbar. Aber nichts davon ist eine große Schwäche, die nicht durch die Breite und Tiefe des Rosters aufgefangen würde.

Spannendste Frage
Schlägt der World-Series-Hangover zu? Das Phänomen ist bekannt, es schlägt sich in dem Umstand nieder, dass es in der MLB wie schon erwähnt seit über 20 Jahren keine Titelverteidigung gab. Oft qualifzierten sich die amtierenden Meister im Folgejahr nicht mal für die Playoffs. Der Hangover ist kein Aberglaube, sondern vermutlich eine Kombination aus mentaler Sättigung und körperlicher Erschöpfung durch die deutlich längere Saison der World-Series-Teilnehmer. Zumindest Letzteres dürfte nach der Kurzsaison 2020 weniger ins Gewicht fallen als sonst. Auch das spricht dafür, dass die Chancen auf einen Repeat des Champions dieses Jahr so gut stehen wie lange nicht.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL West, World Champion

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März 27th, 2021 by Silversurger

Die San Diego Padres interessieren mich in diesem Jahr ganz besonders. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs haben nämlich entschieden, dass sie die Franchise sind, die ich in Out Of The Park Baseball 22 ein Jahr lang betreuen soll. Aber das nur am Rande, denn hier soll es natürlich um die echten Padres gehen, und die sind aufregend genug. Letztes Jahr spielte sich „Slam Diego“ mit erfrischend offensivem Baseball und offensichtlichem Spaß an der Sache in die Herzen vieler Fans. An Zählbarem sind dabei immerhin die erste Winning Season der Padres seit 10 und die erste Playoff-Teilnahme seit 14 Jahren herausgesprungen. In der Wild-Card-Runde der Postseason überwand man die St. Louis Cardinals, bevor in der NLDS der Divisionsrivale und spätere Champion Los Angeles Dodgers die Endstation war. Das Ziel für 2021 ist klar: Die Padres wollen aus dem großen Schatten der Dodgers heraustreten und zeigen, dass sie zu mehr taugen als nur zur zweiten Geige in der NL West und in der NL insgesamt. Zu diesem Zweck war General Manager A. J. Preller in der Offseason sehr aktiv. Durch zwei spektakuläre Trades innerhalb von zwei Tagen zwischen Weihnachten und Silvester machte er aus der bisherigen Schwäche seines Teams – mangelnde Tiefe im Pitching – eine Stärke. Jeweils im Austausch gegen Talente aus der reich bestückten Farm der Padres holte er zuerst Blake Snell von den Tampa Bay Rays und im Anschluss noch Yu Darvish von den Chicago Cubs. Ebenfalls innerhalb dieser zwei Tage machte Preller zudem den Transfer von Infielder Ha-Seong Kim aus Südkorea klar. Als weitere Verstärkung der Rotation kam im Januar per Trade mit den Pittsburgh Pirates noch Joe Musgrove hinzu. Größere Verluste gegenüber dem letzten Jahr hat der Bullpen erlitten, indem Trevor Rosenthal (Oakland) und Kirby Yates (Toronto) das Team als Free Agents verließen. Aber auch hier wurde mit Mark Melancon und Keone Kela für soliden Ersatz gesorgt. Es sind somit alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass die Padres sich gegenüber der Breakout-Saison 2020 noch ein Stück steigern. Damit etablieren sie sich als eines der stärksten Teams der MLB, wenngleich ich mich nicht vorherzusagen traue, dass sie an den Dodgers vorbei kommen.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Nola
1B Eric Hosmer
2B Jake Cronenworth
SS Fernando Tatis Jr.
3B Manny Machado
LF Tommy Pham
CF Trent Grisham
RF Wil Myers

Voraussichtliche Rotation
RHP Yu Darvish
LHP Blake Snell
RHP Dinelson Lamet
RHP Chris Paddack
RHP Joe Musgrove
Key Reliever: Drew Pomeranz

Wichtigster Zugang
SP Blake Snell (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
RP Trevor Rosenthal (Oakland Athletics)

Bestes Prospect
LHP MacKenzie Gore

Größte Stärke
Die Rotation: Ich weiß nicht, ob es jemals vorgekommen ist, dass ein Team zwei Cy-Young-Kandidaten innerhalb von zwei Tagen verpflichtet hat. Gegenüber dem Doppelschlag mit Darvish und Snell gerät Musgrove fast in den Hintergrund, aber auch er ist eine richtig gute Neuverpflichtung. Dann sind da noch die starken Eigengewächse Dinelson Lamet und Chris Paddack. Und MacKenzie Gore, eines der größten Talente im Baseball, haben wir noch nicht mal gesehen. An dieser Gruppe werden die Padres auf Jahre hinaus viel Freude haben.

Größte Schwäche
Eric Hosmer: Es mag weit hergeholt erscheinen, einen Spieler, der letztes Jahr eine Offensivleistung von 127 wRC+ abgeliefert und es in nur 38 Spielen auf solide 0.9 fWAR gebracht hat, als Schwachstelle auszumachen. Doch wenn es in Hosmers bisheriger Karriere eine Konstante gibt, dann ist es die Inkonstanz. In zehn Jahren MLB-Zugehörigkeit folgte auf jede gute Saison des First Baseman – er hatte drei davon – mindestens eine schlechte. Keine guten Aussichten, wenn man bedenkt, dass der 31-Jährige noch fünf Jahre lang unter Vertrag steht und die Padres ihm in dieser Zeit 79 Millionen Dollar schulden.

Spannendste Frage
Wie fügt Ha-Seong Kim sich in die MLB ein? Der 25-Jährige produzierte in der südkoreanischen KBO beeindruckende Statistiken: 2020 brachte er es auf eine Slashline von .306/.397/.523 mit 30 Homeruns und 23 Stolen Bases. Spannend wird zum einen, ob ihm solche oder ähnliche Leistungen auch gegen MLB-Pitching gelingen. Zum anderen stellt sich die Frage, ob und wo die Padres in ihrem Lineup einen Platz für ihn finden, denn seine Stammpositionen als Shortstop oder Third Baseman sind unumstößlich vergeben. Vorerst könnte es auf ein Platoon des rechtshändigen Kim mit dem linkshändigen Jake Cronenworth an der zweiten Base hinauslaufen.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL West, Wild Card

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März 11th, 2021 by Silversurger

Letztes Jahr um diese Zeit waren die Arizona Diamondbacks in aller Munde, weil sie mit den Verpflichtungen von Madison Bumgarner und Starling Marte zwei der größten Ausrufezeichen der Offseason 2019/20 gesetzt hatten. Die aktuelle Offseason ist quasi das genaue Gegenteil dazu: Kaum ein Team setzt so stark auf Kontinuität wie die Diamondbacks. Der prominenteste Neuzugang ist ein Relief Pitcher, der nennenswerteste Abgang ebenfalls. Sowohl das Lineup als auch die Rotation gehen nahezu unverändert in die neue Saison. Allerdings muss man in dem Zusammenhang daran erinnern, dass schon zur Trade-Deadline während der letzten Saison Starling Marte, Archie Bradley und Robbie Ray abgegeben wurden. Bezieht man das mit ein, haben die Diamondbacks deutlich mehr Substanz verloren als gewonnen. So bleibt nur die Hoffnung, dass in der Offense nahezu jeder einen Schritt nach vorne macht, das einstige Pitching-Ass Madison Bumgarner zurück in die Spur findet und gleichzeitig die positiven Überraschungen Zac Gallen und Merrill Kelly keine Regression erleben. Selbst wenn all das gelingt, dürfte es immer noch zu wenig sein, um mit den Dodgers und/oder den Padres mitzuhalten.

Voraussichtliches Lineup
C Carson Kelly
1B Christian Walker
2B Ketel Marte
SS Nick Ahmed
3B Eduardo Escobar
LF David Peralta
CF Tim Locastro
RF Kole Calhoun

Voraussichtliche Rotation
LHP Madison Bumgarner
RHP Zac Gallen
RHP Merrill Kelly
LHP Caleb Smith
RHP Luke Weaver
Key Reliever: Joakim Soria

Wichtigster Zugang
RP Joakim Soria (Oakland Athletics)

Wichtigster Abgang
RP Junior Guerra (Los Angeles Angels)

Bestes Prospect
OF Kristian Robinson

Größte Stärke
Potenzial: Da es kaum Neuzugänge gibt, liegt die größte Chance auf eine gute Saison darin, dass die vorhandenen Spieler sich steigern. Neben Bumgarner (siehe unten) ist ein Kandidat dafür Ketel Marte, der 2020 nicht an sein MVP-Niveau von 2019 anknüpfen konnte. Auch Christian Walker und Rookie-Pitcher Corbin Martin ist ein Breakout-Jahr zuzutrauen.

Größte Schwäche
Madison Bumgarner: Mit 31 sollte MadBum eigentlich noch voll im Saft stehen, doch im ersten von fünf Vertragsjahren in Arizona sah er aus wie eine 85 Millionen Dollar teure Altlast. 6.48 ERA, 7.18 FIP und 2.81 Homeruns je 9 Innings sind nicht nur bedenkliche, sondern katastrophal schlechte Werte. Etwas Hoffnung machen zwei starke Starts zum Ende der Saison, bei denen er keine Runs zuließ und mit durchschnittlich 89.4 mph wieder deutlich schneller warf als in dem Jahr bis dahin.

Spannendste Frage
Was ist der Plan für die D-Backs? Die Franchise steckt fest zwischen den übermächtig erscheinenden Dodgers und Padres auf der einen und den Rockies auf der anderen Seite, ungefähr auf Augenhöhe mit den Giants. In dieser Lage sollte man einen klaren Plan für die kommenden Jahre haben, entweder in die eine oder in die andere Richtung. Diesen Plan sehe ich bei den Diamondbacks nicht. Die Inaktivität in der Offseason spricht dafür, dass sie ihn wohl selbst nicht sehen.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL West

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März 10th, 2021 by Silversurger

Knapper als die San Francisco Giants in der vergangenen Saison kann man die Playoffs nicht verpassen: Der Gleichstand mit den Brewers wurde per Tiebreaker anhand der Intradivisions-Bilanz für Milwaukee entschieden. Anders formuliert: Die Giants wurden dafür bestraft, dass sie in der schwierigeren Division spielten. Das ist ärgerlich, aber andererseits darf man sich fragen, ob Teams mit einem Record von 29-31 überhaupt in die Playoffs gehören. Dass die Giants dem Ziel so nahe kamen, war bereits eine Überraschung und natürlich auch dem einmalig erweiterten Playoff-Feld zu verdanken. Realistisch betrachtet verkörperte das Team 2020 nicht mehr als unteres Mittelmaß. Gründe, warum das dieses Jahr anders sein sollte, sehe ich nicht. Die gute Nachricht ist, dass es General Manager Farhan Zaidi gelungen ist, innerhalb der letzten beiden Jahre den Unterbau der Giants von einem schwachen zu einem zumindest soliden Farmsystem aufzuwerten, ohne einen umfassenden Neustart der Franchise auszurufen. Darauf lässt sich die Hoffnung gründen, dass die Giants in absehbarer Zeit wieder zu Relevanz finden. 2021 wird für sie nicht mehr drin sein als bewundernd zu den Dodgers und den Padres aufzuschauen und sie vielleicht hin und wieder ein bisschen zu ärgern.

Voraussichtliches Lineup
C Buster Posey
1B Brandon Belt
2B Donovan Solano
SS Brandon Crawford
3B Evan Longoria
LF Alex Dickerson
CF Mauricio Dubon
RF Mike Yastrzemski

Voraussichtliche Rotation
RHP Kevin Gausman
RHP Johnny Cueto
RHP Anthony DeSclafani
LHP Alex Wood
RHP Logan Webb
Key Relievers: Tyler Rogers, Matt Wisler

Wichtigster Zugang
SP Anthony DeSclafani (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
SP Drew Smyly (Atlanta Braves)

Bestes Prospect
C Joey Bart

Größte Stärke
Zukunftsfähigkeit: Ein gut aufgestelltes Nachwuchssystem, wenige über das Jahr hinausgehende finanzielle Verpflichtungen sowie die Fähigkeit und Bereitschaft, zu gegebener Zeit in Verstärkungen zu investieren sind gute Voraussetzungen, die aktuelle Talsohle relativ schnell hinter sich zu lassen.

Größte Schwäche
Alter: Mit einem Durchschnitt von 30,4 Jahren (laut Baseball Prospectus) hatten die Giants letztes Jahr schon das älteste Batting-Lineup der Liga. Daran hat sich so gut wie nichts geändert, außer dass alle noch ein Jahr älter geworden sind und dass Fan-Liebling Hunter Pence seine Karriere beendet hat. Spätestens nach der Saison dürfte ein Generationswechsel anstehen, denn die Verträge von Buster Posey, Brandon Belt und Brandon Crawford laufen aus.

Spannendste Frage
Wie schlagen sich die Rebound-Kandidaten in der Rotation? Hinsichtlich der Starting Pitcher bestehen die Änderungen gegenüber dem Vorjahr darin, dass die Giants Drew Smyly gen Atlanta ziehen ließen und dafür Anthony DeSclafani und Alex Wood verpflichteten. Gemessen an deren jüngsten Leistungen ist das eine Verschlechterung, aber wer weiß: Vielleicht kann Pitching-Coach Andrew Bailey erneut seine Magie wirken, Pitcher nach einem Karriereknick zurück zu alter Stärke zu bringen – siehe Kevin Gausman.

Meine Prognose
Platz 4 in der NL West

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März 3rd, 2021 by Silversurger

Kaum ein Team lieferte in den letzten beiden Jahren derart schwankende Leistungen ab wie die Colorado Rockies. 2019 waren sie bis in die zweite Saisonhälfte hinein auf Playoff-Kurs, bevor sie in den beiden letzten Monaten einen extremen Absturz erlitten und mit einer Bilanz von 71-91 abschlossen. 2020 rieb man sich nach zwei Wochen verwundert die Augen, denn die Rockies waren mit 11-3 in die Saison gestartet. Doch dann fielen die Räder ab und die 15-31-Bilanz des restlichen Jahres war die schlechteste der MLB. Ich bin gespannt, ob das Team auch 2021 wieder zwei Gesichter zeigt. Meine Vermutung ist eher, dass in diesem Jahr ein Gesicht überwiegt und zwar nicht das gute. Der Grund für meinen Pessimismus sind die Offseason-Aktivitäten der Rockies, die in meinen Augen einer Kapitulation gleichkommen. Als erstes und vor allem meine ich damit den Trade von Nolan Arenado: Einer der besten Third Baseman der Liga und die wohl größte Identifikationsfigur für die Fans der Rockies wurde an die St. Louis Cardinals abgegeben und das ohne Not und ohne adäquate Gegenleistung. Zwar kamen für Arenado fünf Spieler von den Cardinals, doch darunter war weder ein etablierter Major Leaguer noch ein Top-Prospect, und die Rockies mussten noch über 50 Millionen Dollar drauflegen, nur um langfristig einen Teil von Arenados Gehalt zu sparen. Getreu dem selbst auferlegten Spardiktat wurde auch nicht in neue Spieler investiert. Tatsächlich sind die Rockies das einzige Team der MLB, dass in dieser Offseason bislang keinen einzigen Free Agent mit einem MLB-Vertrag verpflichtet hat. Die Zeichen scheinen auf Neuaufbau zu stehen, was angesichts der mittelfristigen Aussichtslosigkeit in einer Division mit den Dodgers und den Padres keine Schande wäre. General Manager Jeff Bridich weigert sich allerdings beharrlich, von einem Rebuild zu reden. Für mich lässt das eigentlich nur zwei Schlüsse zu: Entweder Bridich sagt nicht die Wahrheit über seinen Plan in Bezug auf das Team – oder aber er hat keinen.

Voraussichtliches Lineup
C Elias Diaz
1B C. J. Cron
2B Brendan Rodgers
SS Trevor Story
3B Ryan McMahon
LF Raimel Tapia
CF Sam Hilliard
RF Charlie Blackmon

Voraussichtliche Rotation
RHP German Marquez
LHP Kyle Freeland
RHP Antonio Senzatela
RHP Jon Gray
LHP Austin Gomber
Key Relievers: Daniel Bard

Wichtigster Zugang
LHP Austin Gomber (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
3B Nolan Arenado (St. Louis Cardinals)

Bestes Prospect
OF Zac Veen

Größte Stärke
Die Rotation: Klingt komisch, ist aber so. Marquez, Freeland und Senzatela sind eine solide Top-3, deren Standardstatistiken nur deshalb so schlecht aussehen, weil sie die Hälfte der Spiele im Hitter-Paradies Coors Field bestreiten müssen.

Größte Schwäche
Das Outfield: Die Feldmaße in Coors Field sind die mit Abstand größten unter allen MLB-Ballparks, dennoch legen die Rockies seit Jahren keinen Schwerpunkt auf das Feldspiel. Alle vorhandenen Kandidaten für die Startformation im Outfield sind mittelmäßige bis unterdurchschnittliche Fielder. Der schwächste von Ihnen – Charlie Blackmon – ist der einzige, der wenigstens starke Batting-Leistungen beiträgt. Allerdings machte der bald 35-jährige letztes Jahr den Eindruck, dass sich so langsam sein Alter zeigt.

Spannendste Frage
Wie lange ist Trevor Story noch an Bord? Nachdem Arenado weg ist und Blackmons Karriere sich dem Ende entgegen neigt, ist Story der einzige verbliebene Star der Rockies. Doch sein Vertrag läuft zum Ende der Saison aus und es erscheint unwahrscheinlich, dass der Klub das Geld in die Hand nimmt, dass Story als einer der besten Shortstops der Liga verlangen kann und wird. Sehr viel wahrscheinlicher dürfte sein, dass der 28-Jährige spätestens zur Trade-Deadline Ende Juli gegen ein paar Nachwuchsspieler eingetauscht wird.

Meine Prognose
Platz 5 in der NL West

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Februar 27th, 2021 by Silversurger

Es ist wieder diese Zeit im Jahr – für mich als Hobby-Blogger sowohl die anstrengendste als auch die spaßigste. Ab Montag gibt es hier die traditionellen Vorschauartikel für alle 30 Teams in 30 Tagen.

Wer hier schon länger mitliest, kennt das Prinzip aus den letzten Jahren: Ich veröffentliche die Artikel in der Reihenfolge meiner persönlichen Prognose, wie die jeweiligen Teams abschneiden werden. Den Anfang macht morgen die in meinen Augen schwächste Mannschaft der Liga. Von dort arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2021. Dieser Artikel hier dient als Überblick. Ich hefte ihn auf der Startseite des Blogs an und ergänze ihn nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Kommentare und Korrekturen sind mir jederzeit sehr willkommen. Meine Einschätzungen sind höchst subjektiv und liegen erfahrungsgemäß oft daneben – so ist das nunmal mit Prognosen und wenn es anders wäre, bräuchten wir uns die Spiele nicht anzuschauen.

Hier also mein Powerranking, das sich in den kommenden Tagen und Wochen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. Los Angeles Dodgers
2. Toronto Blue Jays
3. New York Mets
4. San Diego Padres
5. Chicago White Sox
6. Atlanta Braves
7. New York Yankees
8. Minnesota Twins
9. Houston Astros
10. St. Louis Cardinals
11. Tampa Bay Rays
12. Philadelphia Phillies
13. Oakland Athletics
14. Washington Nationals
15. Milwaukee Brewers
16. Los Angeles Angels
17. Boston Red Sox
18. Cleveland Indians
19. Cincinnati Reds
20. Arizona Diamondbacks
21. San Francisco Giants
22. Kansas City Royals
23. Chicago Cubs
24. Miami Marlins
25. Seattle Mariners
26. Detroit Tigers
27. Baltimore Orioles
28. Colorado Rockies
29. Texas Rangers
30. Pittsburgh Pirates

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April 7th, 2020 by Silversurger

Seit Veröffentlichung meiner Nummer 2 ist es klar: Die Los Angeles Dodgers sind mein Favorit auf den Gewinn der World Series 2020. Das dürfte kaum jemanden überraschen, denn die Dodgers sind überfällig. Sieben Jahre hintereinander haben sie die NL West gewonnen, in jedem der letzten vier Jahre haben sie in den Playoffs nur gegen den späteren World Champion verloren – zweimal in der World Series, zweimal in einer früheren Runde. Ohne nennenswerte Verluste bringen sie in diesem Jahr erneut eines der stärksten Lineups der Liga auf den Platz; die Starting Rotation ist trotz einiger Abgänge (Hyun-Jin Ryu, Rich Hill, Kenta Maeda) tief und hochwertig besetzt; obendrein nennen sie nach wie vor ein mit Talenten bestens bestücktes Farmsystem ihr eigen. Und als wäre das alles noch nicht Grund genug, ins Schwärmen zu geraten, gönnten sich die Dodgers auch noch die aufsehenerregendste Neuverpflichtung des Jahres: Superstar-Outfielder Mookie Betts wurde in einem Blockbuster-Trade von den Boston Red Sox losgeeist und kommt gemeinsam mit SP David Price im Austausch gegen OF Alex Verdugo und zwei weitere Prospects nach Los Angeles. Deutlicher kann man nicht signalisieren, dass alles andere als der Titel in diesem Jahr eine Enttäuschung wäre.

Voraussichtliches Lineup
C Will Smith
1B Max Muncy
2B Gavin Lux
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF Joc Pederson
CF Cody Bellinger
RF Mookie Betts

Voraussichtliche Rotation
RHP Walker Buehler
LHP Clayton Kershaw
LHP David Price
LHP Julio Urias
LHP Alex Wood
Key Relievers: Kenley Jansen, Blake Treinen

Wichtigster Zugang
OF Mookie Betts (Boston Red Sox)

Wichtigster Abgang
LHP Hyun-Jin Ryu (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
IF Gavin Lux

Größte Stärke
Das Batting-Lineup: Von den acht voraussichtlichen Stammspielern hatten fünf in den letzten drei Jahren mindesens eine Saison mit mehr als 5 Wins Above Replacement (fWAR). Zwei weitere, Catcher Will Smith und Infielder Gavin Lux, sind Top-Talente, die noch keine volle Saison absolviert haben. Bleibt noch der achte Spot, für den die Auswahl aus Joc Pederson und A. J. Pollock besteht – auch eher ein Luxusproblem.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Wenn man mit der Lupe nach einer Schwäche sucht, dann wird man am ehesten hier fündig. Closer Kenley Jansen hatte während der beiden letzten Jahre gelegentlich schwächere Phasen, sein Fastball ist gegenüber 2016 um 2 mph langsamer geworden. Blake Treinen wurde für 10 Millionen Dollar verpflichtet in der Hoffnung, dass er an seine starke Saison 2018 mit den Oakland Athletics anknüpft – und nicht an seine ziemlich katastrophale Saison 2019.

Spannendste Frage
Wird Mookie Betts je ein Spiel für die Dodgers absolvieren? Nach der Einigung der Liga mit der Spielergewerkschaft ist klar: Falls die Saison 2020 wegen der Corona-Krise ausfällt, wird das Vertragsjahr den Spielern trotzdem komplett angerechnet. Für Betts heißt das, dass er 2021 Free Agent ist und sich ein neues Team suchen kann. Das wäre mehr als bitter für die Dodgers, die in diesem Fall nachträglich zum großen Verlierer des Blockbuster-Trades mit den Red Sox würden.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL West, World Champion

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März 11th, 2020 by Silversurger

Fast alle Teams der MLB kann man einigermaßen einordnen: Playoff-Kandidat oder nicht, Tendenz eher aufstrebend oder nachlassend, Rebuilding und wenn ja in welcher Phase etc. Die Arizona Diamondbacks hingegen finde ich äußerst schwer zu fassen. Von einem Contender erwartet man nicht, dass er die Franchise-Player Paul Goldschmidt und Zack Greinke wegtradet. Die Diamondbacks haben das vor beziehungsweise während der letzten Saison getan. Andererseits erwartet man von einem Team, das höhere Ambitionen aufgibt und möglicherweise einen Neuaufbau anstrebt, keine Investition von 85 Millionen Dollar in die Verpflichtung von Madison Bumgarner und keinen Trade für Starling Marte. Auch das haben die Diamondbacks getan. Grob gesagt kommt man in der Summe dieser Maßnahmen, was die Stärke des Teams angeht, ungefähr auf Null raus. Die Diamondbacks bleiben somit in derselben Situation von weder Fisch noch Fleisch. Mit diesem Team wird man nicht Letzter, aber ein tiefer Playoff-Run wäre ebenfalls eine große Überraschung. Da es in der NL West mit den San Diego Padres ein zweites Team in ähnlicher Lage gibt, kann das Rennen um Platz 2 in der Division durchaus spannend werden und mit etwas Glück einen Wild-Card-Platz abwerfen. Die Kluft gegenüber den Dodgers ist für sämtliche Teams der Division nach wie vor riesig. Von größeren Verletzungen und anderen Unwägbarkeiten abgesehen, werden weder die Diamondbacks noch sonst jemand auch nur in ihre Nähe kommen.

Voraussichtliches Lineup
C Carson Kelly
1B Christian Walker
2B Ketel Marte
SS Nick Ahmed
3B Eduardo Escobar
LF David Peralta
CF Starling Marte
RF Kole Calhoun

Voraussichtliche Rotation
LHP Madison Bumgarner
LHP Robbie Ray
RHP Luke Weaver
RHP Zac Gallen
RHP Mike Leake
Key Reliever: Archie Bradley

Wichtigster Zugang
LHP Madison Bumgarner (San Francisco Giants)

Wichtigster Abgang
OF Jarrod Dyson (Pittsburgh Pirates)

Bestes Prospect
OF Kristian Robinson

Größte Stärke
Switch-Hitting: Mit Ketel Marte und Eduardo Escobar haben die Diamondbacks zwei der besten Switch-Hitter der Liga in ihren Reihen – also Batter, die je nach Pitcher mit Links oder Rechts schlagen. 2019 wurden Marte und Escobar die ersten Teamkameraden, die es in einer Saison auf jeweils mindestens 10 Homeruns von jeder Seite der Platte brachten.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Die Diamondbacks haben in den letzten vier Jahren fünf Closer durchprobiert. Seit der zweiten Saisonhälfte 2019 ist es Archie Bradley, der oberflächlich betrachtet gute Resultate (2.10 ERA, 18/21 Saves) erzielte, während gleichzeitig seine Pitchgeschwindigkeit nachließ und sich seine Walk-Rate gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelte. Die Setup-Rollen für das siebte und achte Inning sind ungeklärt. Ein Problemfeld des Bullpens war letztes Jahr die niedrige Strikeout-Rate (8.8 K/9); das werden auch die Neuzugänge Junior Guerra (8.3 K/9) und Hector Rondon (7.1 K/9) nicht beheben.

Spannendste Frage
Was ist von Madison Bumgarner zu erwarten? Der Linkshänder ist einer der Top-Pitcher seiner Generation und erst 30 Jahre alt. Der hochdotierte Fünfjahresvertrag, den ihm die Diamondbacks gegeben haben, wirkt dennoch recht optimistisch. Zum einen haben MadBums Leistungen spürbar an Konstanz verloren, nicht zuletzt weil er deutlich mehr harte Treffer und Fly-Balls zulässt als früher. Zum anderen kann er es einfach nicht lassen, gefährlichen Nebensportarten zu frönen. 2017 fiel er nach einem Unfall mit einem Geländemotorrad monatelang aus; in der laufenden Offseason wurde bekannt, dass er seit Jahren unter dem Decknamen „Mason Saunders“ an Rodeo-Veranstaltungen teilnimmt.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL West

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März 9th, 2020 by Silversurger

What can brown do for you? Das war mal der Werbespruch eines Paketlieferdienstes, passt aber auch wunderbar zur vielleicht wichtigsten Maßnahme in der Offseason der San Diego Padres. Nach fast 30 Jahren der Dominanz von Dunkelblau präsentierte der Klub im November 2019 in einer groß aufgezogenen Modenschau in Petco Park die Rückkehr zur traditionellen Vereinsfarbe. Man kann sich als Außenstehender wundern, warum so viel Aufhebens um eine dämliche Farbe gemacht wird. Aber die Padres hoffen tatsächlich, dass Braun etwas für sie tun kann. Der Farbwechsel soll den Aufbruch signalisieren, in dem die Padres sich nach langen Jahren der Erfolgslosigkeit sehen möchten. Er soll gleichzeitig für eine Rückbesinnung auf bessere Zeiten stehen – Zeiten wie 1984, als San Diego in braun und goldgelb zum ersten Mal den NL-Titel gewann. Und er soll vor allem die Fans ansprechen, von denen sich viele mit dem blauen Look nie besonders anfreunden konnten – wenngleich ich mir die Vermutung erlaube, dass das nicht unbedingt der einzige Grund für den schlechten Zuschauerschnitt der letzten Jahre war. Außer dem Farbkonzept sind die Änderungen gegenüber dem Vorjahr überschaubar. Am erwähnenswertesten ist das Outfield, in dem durch Trades Hunter Renfroe und Manuel Margot ersetzt wurden mit Tommy Pham und Trent Grisham. Ansonsten gründen die Padres ihre Hoffnung, sich gegenüber der 70-Siege-Saison 2019 zu verbessern, auf den neuen Manager Jayce Tingler und vor allem auf die Steigerung und Reifung der vorhandenen Spieler. Ganz unberechtigt ist diese Hoffnung nicht für das junge, talentierte Team und angesichts der Situation in der NL West, in der hinter den übermächtigen Dodgers alles möglich scheint.

Voraussichtliches Lineup
C Francisco Mejia
1B Eric Hosmer
2B Jurickson Profar
SS Fernando Tatis Jr.
3B Manny Machado
LF Tommy Pham
CF Trent Grisham
RF Wil Myers

Voraussichtliche Rotation
RHP Chris Paddack
RHP Dinelson Lamet
RHP Garrett Richards
RHP Zach Davies
LHP Joey Lucchesi
Key Reliever: Kirby Yates

Wichtigster Zugang
OF Tommy Pham (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
OF Manuel Margot (Tampa Bay Rays)

Bestes Prospect
LHP MacKenzie Gore

Größte Stärke
Die Farm: Auch wenn die Padres mit ihrem MLB-Team nicht so weit sind, wie sie schon sein wollten, so bietet doch weiterhin das Nachwuchssystem Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Denn auch nachdem Top-Prospects wie SS Fernando Tatis Jr. und SP Chris Paddack die Farm der Padres hinter sich gelassen haben, ist sie immer noch eine der bestbestückten der Liga. Baseball America und Baseball Prospectus stufen sie jeweils auf Rang 2 ein, Keith Law von The Athletic auf Platz 5.

Größte Schwäche
Die Offense: Diese Einstufung mag überraschen, denn mit 1B Eric Hosmer und 3B Manny Machado hat man sich in den letzten Jahren teure Free Agents geleistet, und aus der eigenen Farm kam mit Tatis Jr. eines der am meisten gehypten Prospects der ganzen Liga ins Team. Tatis Jr. ist in seinem Rookie-Jahr allen Erwartungen gerecht geworden (.317/.379/.590, 22 Homeruns, 16 Steals, 3.6 fWAR in einer halben Saison). Machado hingegen überzeugte nur einigermaßen (3.1 fWAR), Hosmer (-0.1 fWAR 2018, -0.2 fWAR 2019) sieht nach einem 144-Millionen-Fehlkauf aus und der Rest des Lineups bietet wenig Aufregendes.

Spannendste Frage
Wie viel Geduld hat die Klubleitung? Offenbar nicht sehr viel, wenn man nach einigen Äußerungen aus dem Kreis der Eigentümegruppe geht: Im September, bei der Entlassung von Manager Andy Green, ließ Ron Fowler verlauten, es würden noch mehr „Köpfe rollen“, wenn es 2020 nicht bergauf geht. Nachdem Fowler für seine Wortwahl kritisiert wurde, ruderte er zurück und sein Mit-Owner Peter Seidler korrigierte die Deadline auf 2021. Ein Jahr Schonfrist geben sie sich also noch – vielleicht.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL West

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März 3rd, 2020 by Silversurger

Die Rockies erlebten 2019 einen extremen Absturz in der zweiten Saisonhälfte, an deren Ende eine Bilanz von 71-91 stand. Nur ein Sieg am letzten Spieltag rettete den Klub davor, das Jahr auf dem letzten Platz der NL West abzuschließen. Zeit für frischen Wind, vielleicht sogar für einen größeren Umbruch? Die Verantwortlichen in Colorado sehen das anders. Sie vertrauen dem vorhandenen Personal und verzichteten in der Offseason fast vollständig auf Änderungen am Kader. Rockies-Eigner Dick Monfort glaubt trotzdem daran, dass seinem Team dieses Jahr 94 Siege zuzutrauen sind, was ein Franchise-Rekord wäre. Ist das noch gesunder Optimismus oder schon ein Stück weit Realitätsverlust? Ich glaube eher Letzteres, auch wenn Monfort das Argument ins Feld führen kann, dass die Rockies – ebenfalls mit weitgehend demselben Team – zuvor zweimal hintereinander in die Playoffs eingezogen sind. Für die Enttäuschung im letzten Jahr wurden vor allem Formschwächen und Ausfallzeiten der Pitcher verantwortlich gemacht. Das wirkliche Problem der Rockies sehe ich aber eher in der Offensive, in der die Superstars Nolan Arenado und Trevor Story viel zu wenig Unterstützung haben. 835 Runs in der Saison 2019 hören sich vordergründig gut an, doch das waren nur die neuntmeisten in der MLB und damit viel zu wenig für ein Team, das die Hälfte seiner Spiele im Hitter-Paradies Coors Field austrägt.

Voraussichtliches Lineup
C Tony Wolters
1B Daniel Murphy
2B Ryan McMahon
SS Trevor Story
3B Nolan Arenado
LF Ian Desmond
CF Charlie Blackmon
RF David Dahl

Voraussichtliche Rotation
RHP German Marquez
RHP Jon Gray
LHP Kyle Freeland
RHP Antonio Senzatela
RHP Peter Lambert
Key Relievers: Wade Davis, Scott Oberg

Wichtigster Zugang
RHP Tyler Kinley (Miami Marlins)

Wichtigster Abgang
1B Yonder Alonso (Atlanta Braves)

Bestes Prospect
IF Brendan Rodgers

Größte Stärke
Nolan Arenado: Der Third Baseman setzte 2019 Karriere-Highlights mit einem Batting Average von .315, einer On-Base-Percentage von .379 und 41 Homeruns bei nur 93 Strikeouts. Er ist der erste NL-Spieler seit Albert Pujols 2010 mit 40 oder mehr Homeruns und weniger als 100 Strikeouts. Wie lange die Rockies noch auf ihren Star zählen dürfen, ist unsicher. In der Offseason wollten die Gerüchte um einen möglichen Trade und um ein zerrüttetes Verhältnis zwischen Klub und Spieler nicht abreißen.

Größte Schwäche
Das Outfield: Als Heimteam in Coors Field müsste man hier zwei mächtige Slugger und ein katzenhaftes Feldspiel-Ass aufbieten, aber die Rockies haben leider nichts davon. Folgt man den Prognosen von Fangraphs, so sind sämtliche Kandidaten für die Startformation im Outfield unterdurchschnittliche Fielder; zwei von ihnen (Sam Hilliard und Ian Desmond) wird ein insgesamt negativer Beitrag zum Teamerfolg vorausgesagt (-0.3 bzw. -0.2 fWAR); und der einzige starke Batter der Gruppe, Charlie Blackmon, ist dafür ein noch schlechterer Feldspieler als alle anderen.

Spannendste Frage
Finden die Top-Pitcher ihre Form? Kyle Freeland stellte 2018 einen Franchise-Rekord mit 2.40 ERA in 15 Heimspielen auf und war im Rennen um den Cy-Young-Award. 2019 schien er seinen Job komplett verlernt zu haben, in 10 Starts in Coors Field kam er auf erbärmliche 9.25 ERA. German Marquez war derweil der einzige Rockies-Pitcher, der es auf mehr als 150 Innings brachte, doch seine Saison endete am 22. August mit Problemen im Wurfarm. Davon, ob Freeland und Marquez fit und gesund sind, wird es zu einem guten Teil abhängen, welche Richtung die Rockies 2020 einschlagen.

Meine Prognose
Platz 4 in der NL West

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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