März 23rd, 2019 by Silversurger

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Man kann einen Artikel über die Los Angeles Dodgers negativ aufziehen, etwa so: Zwei Jahre in Folge haben sie sich genau dann, als es darauf ankam, als nicht gut genug erwiesen. Zwei Meisterteams hintereinander feierten ihren World-Series-Triumph in Dodger Stadium und beide Male waren es nicht die Dodgers. 2017 durften nach einem 7-Spiele-Krimi die Houston Astros jubeln, 2018 erledigten die Boston Red Sox den Job in nur fünf Spielen. Die zwei verlorenen Serien verstellen allerdings leicht den Blick auf die positive Botschaft: Die Dodgers haben eine Riesenleistung vollbracht, indem sie zweimal hintereinander die National League gewonnen haben. Und wenn man sich das Team anschaut, das sie dieses Jahr ins Rennen schicken, sehen sie bestens gerüstet dafür aus, einen dritten Anlauf auf das große Ziel zu nehmen. Gegangen sind Catcher Yasmani Grandal und Shortstop Manny Machado in der Free Agency sowie die Outfielder Matt Kamp und Yasiel Puig per Trade mit den Cincinnati Reds. Ein wirklicher Verlust dürfte dabei allenfalls Grandal sein. Die Abgänge im Outfield wurden durch die Verpflichtung von A. J. Pollock aufgefangen und im Laufe der Saison wird wohl auch Top-Prospect Alex Verdugo den Weg in das MLB-Team finden. Den Posten des Shortstops übernimmt knapp ein Jahr nach seiner Tommy-John-Surgery Corey Seager zurück. Das Pitching-Personal ist gegenüber dem Vorjahr im Kern intakt geblieben, auch wenn die beiden herausragenden Namen mit leichten Sorgen verbunden sind: Top-Ass Clayton Kershaw wird die Saison auf der Verletztenliste beginnen; zudem hat seine Pitch-Geschwindigkeit in den letzten Jahren langsam, aber beständig nachgelassen. Letzteres gilt auch für Closer Kenley Jansen, der sich in der Offseason einer Herzoperation unterziehen musste. Nimmt man das Alter und die Verletzungsanfälligkeit von Rich Hill dazu sowie das schwache Finish des Bullpens im letzten Jahr, so sind das durchaus ein paar Sollbruchstellen in einem generell starken Pitching-Staff. Insgesamt sind die Dodgers für mich erneut klarer Favorit in der NL West und ein aussichtsreicher Kandidat für den dritten World-Series-Einzug in Folge.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Barnes
1B Max Muncy
2B Chris Taylor
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF Joc Pederson
CF A. J. Pollock
RF Cody Bellinger

Voraussichtliche Rotation
LHP Clayton Kershaw
RHP Walker Buehler
LHP Rich Hill
LHP Hyun-Jin Ryu
RHP Kenta Maeda
Key Reliever: Kenley Jansen

Wichtigster Zugang
OF A. J. Pollock (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
SS/3B Manny Machado (San Diego Padres)

Bestes Prospect
OF Alex Verdugo

Größte Stärke
Die Tiefe des Lineups: Die Dodgers haben 2018 von allen Teams der National League die meisten Runs erzielt (804). Das ist ihnen vor allem dank ihrer Flexibilität und Variabilität gelungen. Sie hatten das Personal – und haben es immer noch –, um auf jeden Pitcher und jede Spielsituation mit einer maßgeschneiderten Aufstellung zu reagieren. Durch intensives und erfolgreiches Platooning und Pinch-Hitting kamen in der vergangenen Saison lediglich zwei Spieler – Chris Taylor und Cody Bellinger – auf mehr als 520 Plate Appearences für die Dodgers. Beide brachten es auf diese Zahl, indem sie auf mindestens drei verschiedenen Positionen spielten.

Größte Schwäche
Catching: Auch wenn es in der Postseason 2018 nicht danach aussah, gehörte Yasmani Grandal in den letzten Jahren regelmäßig zu den besten Catchern der Liga, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Grandal wechselte in der Offseason als Free Agent nach Milwaukee und die Dodgers unternahmen keine großen Sprünge, ihn gleichwertig zu ersetzen. Der bisherige Backup Austin Barnes wird sich die Rolle mit dem alternden Rückkehrer Russell Martin teilen. Bei beiden stellt sich die Frage, ob sie an ihre schwache letzte Saison anknüpfen oder doch noch einmal zu früherer Stärke zurück finden.

Spannendste Frage
Sind Seager und Jansen wieder die Alten? Sowohl Corey Seager (Ellenbogen und Hüfte) als auch Kenley Jansen (Herz) haben ernsthafte medizinische Eingriffe hinter sich. Beide haben die Operationen wohl gut überstanden und machen im Spring Training bisher einen guten Eindruck. Ob und wie schnell sie unter Wettkampfbedingungen ihre alte Form erreichen und wieder wichtige Stützen des Teams sein können, bleibt dennoch abzuwarten.

Prognose
Platz 1 in der NL West, World-Series-Teilnahme

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März 14th, 2019 by Silversurger

Nicht viele MLB-Franchises können Anfang März von sich behaupten, ihr wichtigstes Saisonziel bereits erreicht zu haben. Für die Colorado Rockies dürfte diese Behauptung aber keine Übertreibung sein. Die kürzlich erzielte Vertragsverlängerung mit ihrem größten Star, Third Baseman Nolan Arenado, stellt eine extrem wichtige Weiche für die kommenden Jahre. Ohne diese frühzeitige Einigung hätte über der Saison 2019 das Damoklesschwert des auslaufenden Kontraktes geschwebt und die Frage aufgeworfen, ob ein Abschied von Arenado das gerade erst geöffnete Zeitfenster eines konkurrenzfähigen Rockies-Teams schon wieder zuschlägt. Dank des neuen Vertrages, der Arenado für die nächsten acht Jahre 260 Millionen Dollar einbringt, dürfte diese Gefahr abgewendet sein. Außer ihm sind auch die anderen Stützpfeiler des Lineups, Charlie Blackmon und Trevor Story, noch für mehrere Jahre unter Teamkontrolle, ebenso wie die gesamte Pitching-Rotation. Neuzugänge gab es kaum, zu erwähnen ist einzig Daniel Murphy. Murphy soll die erste Base übernehmen, wodurch Ian Desmond frei für mehr Einsatzzeit im Outfield wird. Alles in allem scheinen die Rockies gut aufgestellt, eine ähnlich starke Saison zu spielen wie im Vorjahr. Dass ich sie trotzdem knapp außerhalb der Playoff-Ränge sehe, liegt vor allem an der Konkurrenz: Der Erfolg im letzten Jahr hing stark zusammen mit verletzungsgeplagten Dodgers und mit einer schwachen NL East, die sich aus dem Rennen um die Wild Cards komplett heraushielt. Beide Umstände werden sich wohl nicht in diesem Ausmaß wiederholen.

Voraussichtliches Lineup
C Chris Iannetta
1B Daniel Murphy
2B Ryan McMahon
SS Trevor Story
3B Nolan Arenado
LF David Dahl
CF Ian Desmond
RF Charlie Blackmon

Voraussichtliche Rotation
RHP Kyle Freeland
RHP German Marquez
RHP Antonio Senzatela
LHP Tyler Anderson
RHP Jon Gray
Key Reliever: Wade Davis

Wichtigster Zugang
1B Daniel Murphy (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
2B D. J. LeMahieu (New York Yankees)

Bestes Prospect
IF Brendan Rogers

Größte Stärke
Die Rotation: Denver galt wegen der Höhenlage lange als übles Pflaster für Pitcher. Wer andere Optionen hatte, unterschrieb anderswo und wer doch das Risiko einging, bei den Rockies anzuheuern, hatte damit den Leistungseinbruch quasi vorprogrammiert. Doch die Rockies haben offenbar die Lösung für ihr einstiges Problem gefunden, indem sie konsequent auf die Entwicklung von Talenten im eigenen Minor-League-System setzen. Fast alle ihrer Teams spielen ebenfalls in hoch gelegenen Ballparks und so ist eine Generation von Rockies-Pitchern herangewachsen, die sich in den besonderen Luftverhältnissen zu Hause fühlt. Die Pitcher der Rockies hatten 2018 die drittmeisten Wins Above Replacement unter allen NL-Teams.

Größte Schwäche
Mangelnde Tiefe: Die Stammformation des Lineups ist sehr kopflastig, das heißt es fällt nach drei, vier Topleuten deutlich ab. Wenn nun noch die unvermeidlichen Verletzungen und Formkrisen einer 162-Spiele-Saison hinzukommen, erscheinen mir die Rockies personell nicht allzu gut gerüstet, diese aufzufangen.

Spannendste Frage
Wie wird Daniel Murphy angenommen? Rein sportlich passt Murphy nach Denver wie die Faust auf’s Auge: Als versierter Kontakthitter mit Homerunpower scheint er wie geschaffen für das weitläufige Coors Field. Als Persönlichkeit ist er jedoch umstritten, weil er sehr konservative religiöse Ansichten vertritt. Seit er 2015 homophobe Äußerungen über Billy Beane von sich gab, stieß er bei allen Klubs, für die er seitdem spielte – den Mets, Nationals und Cubs – auf Kritik und Proteste von Fans und Medien.

Prognose
Platz 2 in der NL West

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März 8th, 2019 by Silversurger

Zum zweiten Mal in Folge sorgen die San Diego Padres mit einer spektakulären Free-Agent-Verpflichtung für Aufsehen. Letztes Jahr lockten sie First Baseman Eric Hosmer mit einem Achtjahresvertrag über 144 Millionen Dollar – und dürften die Entscheidung inzwischen bereuen, nachdem Hosmer in seinem ersten Jahr unter Replacement Level produzierte (-0.1 fWAR). Der erhoffte Ruck ging nicht durch das junge Team, die Saison 2018 wurde mit nur 66 Siegen abgeschlossen. Was tut man nach so einem Rückschlag? Kleinere Brötchen backen? Ganz im Gegenteil, mit dem 300-Millionen-Dollar-Vertrag für Third Baseman Manny Machado über zehn Jahre setzte man dieses Jahr noch mal gewaltig einen drauf. Die Padres wollen offenbar mit der Brechstange raus aus dem Rebuilding-Modus und nach acht Losing-Seasons in Folge ist das nur zu verständlich. Second Baseman Ian Kinsler – für vergleichsweise bescheidene 8 Millionen Dollar und zwei Jahre – ist der Dritte im Bunde der erprobten Veteranen, die das talentierte Lineup besseren Zeiten entgegen führen soll. Die besseren Zeiten werden kommen, das dürfte angesichts der Kombination aus eingekaufter Star-Power und einer gut gepflegten Farm kaum in Frage stehen. Ich schätze aber, dass die Padres noch ein Jahr von diesen Zeiten entfernt sind. Um für sie schon in dieser Saison deutlich mehr als eine ausgeglichene Bilanz anzupeilen, fehlt es in meinen Augen noch zu sehr am Pitching.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Hedges
1B Eric Hosmer
2B Ian Kinsler
SS Luis Urias
3B Manny Machado
LF Wil Myers
CF Manuel Margot
RF Franmil Reyes

Voraussichtliche Rotation
LHP Joey Lucchesi
LHP Robbie Erlin
LHP Eric Lauer
RHP Brett Kennedy
RHP Bryan Mitchell
Key Reliever: Kirby Yates

Wichtigster Zugang
3B Manny Machado (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
SS Freddy Galvis (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
SS Fernando Tatis Jr.

Größte Stärke
Zukunftsfähigkeit: Mit Ausnahme von Kinsler (der auf 2B durch Urias ersetzt werden kann, sobald Tatis als SS übernimmt) steht jeder im obigen Lineup genannten Spieler noch mindestens vier Jahre in San Diego unter Vertrag. Es klingt irgendwie seltsam, aber die Padres könnten demnächst jahrelang die NL West dominieren.

Größte Schwäche
Die Rotation: Mit Joey Lucchesi (130 Innings, 4.08 ERA im Jahr 2018) und Eric Lauer (112 Innings, 4.34 ERA) haben die Padres zwei halbwegs erprobte Arme, die eher in die Mitte oder an das Ende einer Rotation passen als an deren Spitze. Der Rest des Staffs besteht aus Füllmaterial (Erlin, Mitchell) und schwer einschätzbaren Rookies (Kennedy, Paddack, Nix).

Spannendste Frage
Wann schlägt die Stunde von Tatis Jr.? Fernando Tatis Jr. gilt als eines der Top-Prospects der Liga. Er ist ein Power-Hitter sowie ein fähiger Shortstop und Baserunner. Bislang hat der 20-Jährige nicht höher als AA gespielt, doch die allgemeine Erwartung ist, dass er das AAA-Level genauso schnell bewältigt wie seine restliche Minor-League-Karriere und dass er in der zweiten Saisonhälfte dieses Jahres erstmals in der MLB zeigen darf, was er kann.

Prognose
Platz 3 in der NL West

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März 6th, 2019 by Silversurger

Dies ist die zehnte Preview meiner diesjährigen Artikelserie und ich sehe an dieser Stelle einen gewissen Einschnitt: Die bisher vorgestellten Teams sind in meinen Augen die hoffnungslosen Fälle, was die Saison 2019 betrifft. Die Arizona Diamondbacks sind die erste Mannschaft, der ich zutraue, im besten Fall um die Teilnahme an den Playoffs mitzuspielen. Dass ihnen das tatsächlich gelingt, halte ich gleichwohl für relativ unwahrscheinlich. Im Jahr eins nach Paul Goldschmidt und Patrick Corbin dürfte es schwer sein, den Anschluss in einer Division zu halten, in der die Dodgers und die Rockies nicht schlechter geworden und die Padres vermutlich im Kommen sind. Letztes Jahr hielten die Diamondbacks sich lange im Rennen, bevor sie im Endspurt einbrachen und die Playoffs letztlich klar verpassten. Da waren allerdings noch Goldschmidt, Corbin und A. J. Pollock an Bord. Gleichwertiger Ersatz wurde nicht geholt, sodass die finanziell notorisch klammen Diamondbacks wieder mal gezwungen sind, sich über die Entwicklung junger Spieler neu zu formieren. Das läuft nicht zwangsläufig auf ein volles Rebuilding hinaus, denn sowohl der MLB-Kader als auch die Farm bieten genug Anknüpfungspunkte, um den Erneuerungsprozess möglicherweise innerhalb von ein, zwei Jahren zu vollziehen. Die sportliche Leitung um General Manager Mike Hazen und Field Manager Torey Lovullo hat bereits 2017 in ihrer ersten gemeinsamen Saison unter Beweis gestellt, dass sie es drauf hat, mit begrenzten Mitteln und in überraschend kurzer Zeit ein erfolgreiches Team aufzubauen.

Voraussichtliches Lineup
C Alex Avila
1B Jake Lamb
2B Wilmer Flores
SS Nick Ahmed
3B Eduardo Escobar
LF David Peralta
CF Ketel Marte
RF Steven Souza Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Zack Greinke
LHP Robbie Ray
RHP Zack Godley
RHP Luke Weaver
RHP Matt Andriese
Key Reliever: Greg Holland

Wichtigster Zugang
RHP Luke Weaver (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
1B Paul Goldschmidt (St. Louis Cardinals)

Bestes Prospect
SS Jazz Chisholm

Größte Stärke
Starting Pitching: Auch nach dem Abgang von Patrick Corbin steht mit Zack Greinke, Robbie Ray und Zack Godley eine starke Top-3 an der Spitze der Rotation. Dahinter ist es aktuell noch etwas dünn, doch in Jon Duplantier, Taylor Widener und Taylor Clarke kommen einige fast MLB-bereite Jungpitcher nach.

Größte Schwäche
Centerfield: Für A. J. Pollock wurde kein externer Nachfolger verpflichtet und intern ist nur Jarrod Dyson da – ein guter Feldspieler, der mit dem Schläger ungefähr gar nichts trifft. Ein Ausweg könnte das Experiment sein, den athletischen Infielder Marte ins zentrale Outfield zu verschieben.

Spannendste Frage
Wie wirkt sich der neue Bodenbelag aus? In Chase Field wird gerade ein neuer Kunstrasen verlegt. Das dürfte zu einer deutlichen Veränderung führen, denn bisher galt das Infield im heißen und trockenen Klima Arizonas immer als eines der schnellsten der Liga. Kunstrasen ist in der Regel langsamer und erlaubt den Infieldern mehr Plays. Möglicherweise ist das für die defensivstarken Diamondbacks eher ein Nachteil, denn bisher hatten sie den gegnerischen Mannschaften voraus, dass sie im Gegensatz zu diesen an das schnelle Infield gewöhnt waren.

Prognose
Platz 4 in der NL West

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März 4th, 2019 by Silversurger

Die fetten Jahre der San Francisco Giants sind vorbei. Genauer gesagt sind sie das seit mindestens zwei Jahren, doch erst der Zusammenbruch der Offensivabteilung in den letzten Monaten der Saison 2018 dürfte auch dem letzten Optimisten die Augen geöffnet haben. Mit einer On-Base-Percentage von .272 haben die Giants die schlechteste zweite Saisonhälfte eines MLB-Teams seit 46 Jahren hingelegt und die zum All-Star-Break noch greifbar nahen Playoffs meilenweit verfehlt. Die Frage ist, wie es nun weitergeht. Die enttäuschenden Leistungen insbesondere des Lineups sowie die eher schwach bestückte Farm scheinen für einen Rebuild zu sprechen. Dagegen sprechen das von Madison Bumgarner angeführte, sowohl in der Rotation als auch im Bullpen weitgehend solide Pitching-Staff sowie das Selbstbild der Giants. Letzteres sieht den Klub auf Augenhöhe mit Franchises wie den Yankees, Red Sox und Dodgers – also jenen Kandidaten, die ein Denken in Möglichkeitsfenstern und Aufbauphasen als unter ihrer Würde betrachten. In dieses Bild passt, dass die Giants ihre neuen General Manager aus dem Front Office der Dodgers geangelt haben. Farhad Zaidi steht für Kreativität und für intensive Orientierung an Statistiken und Analysen. Er steht offenbar auch für den Versuch, den Kader in überschaubarer Zeit zurück zur Konkurrenzfähigkeit zu führen. Dafür spricht jedenfalls, dass die Giants mit einem sehr ernsthaften Angebot bis zuletzt im Rennen um Bryce Harper mitmischten. Dieses Rennen haben sie allerdings verloren und es deutet auch sonst eher wenig darauf hin, dass mit den Giants schon 2019 wieder zu rechnen wäre. Das Jahr werden sie vor allem zur weiteren Begutachtung nutzen, ob man auf dem vorhandenen Kern aufbauen kann oder ob doch größere Umwälzungen nötig sind, die man gegebenenfalls zur Trade-Deadline in die Wege leiten würde.

Voraussichtliches Lineup
C Buster Posey
1B Brandon Belt
2B Joe Panik
SS Brandon Crawford
3B Evan Longoria
LF Austin Slater
CF Steven Duggar
RF Mac Williamson

Voraussichtliche Rotation
LHP Madison Bumgarner
RHP Jeff Samardzija
LHP Derek Holland
RHP Dereck Rodriguez
LHP Drew Pomeranz
Key Reliever: Will Smith

Wichtigster Zugang
LHP Drew Pomeranz (Boston Red Sox)

Wichtigster Abgang
RP Hunter Strickland (Seattle Mariners)

Bestes Prospect
C Joey Bart

Größte Stärke
Catching: Wenigstens eine Position, um die die Giants sich langfristig keinerlei Sorgen machen müssen. Buster Posey ist einer der Besten auf seiner Position. Zwar hat er gerade eine Hüft-OP hinter sich und dürfte langsam aber sicher in den Herbst seiner Karriere eintreten. Doch die Nachfolge ist bereits gesichert in Person von Joey Bart, der als das Top-Catching-Talent im gesamten Baseball gilt.

Größte Schwäche
Runscoring: Trotz großer Namen wie Posey, Belt und Longoria hatten die Giants 2018 die zweitwenigsten Runs, das zweitschwächste Slugging und die zweitgeringste OPS der gesamten Liga. Dabei spielt auch ihr pitcherfreundlicher Heim-Ballpark (er heißt seit diesem Jahr übrigens Oracle Park) eine Rolle.

Spannendste Frage
Bleibt Bruce Bochy bis Saisonende? Der 63-Jährige ist der dienstälteste Manager der Liga. 2019 wird seine 13. Saison als sportlicher Leiter der Giants, mit denen er 2010, 2012 und 2014 die World Series gewonnen hat. Zuvor war er in gleicher Rolle schon zwölf Jahre für die San Diego Padres aktiv. Bochy hat frühzeitig bekannt gegeben, dass er nach dieser Saison in den Ruhestand gehen wird. Falls die Giants schon deutlich vor dem Ende der Saison aus dem Rennen um die Playoffs sein sollten, dürfte es schwer zu rechtfertigen sein, den Wechsel nicht schon früher zu vollziehen.

Prognose
Platz 5 in der NL West

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Februar 24th, 2019 by Silversurger

Baseball is back: Das Spring-Trainig läuft auf Hochtouren, es gibt schon wieder täglich Livespiele auf mlb.tv und in dreieinhalb Wochen – genauer gesagt am 20. März – eröffnen die Seattle Mariners und die Oakland Athletics in Tokio die MLB-Saison 2019. Für alle anderen Teams beginnt die Saison am 28. März, dem offiziellen Opening Day. In der Zeit bis dahin möchte ich wie schon im letzten Jahr und im Jahr davor jedem Team einen kurzen Vorschauartikel widmen.

Die Reihenfolge, in der ich die Artikel veröffentliche, entspricht meiner persönlichen Prognose für das Abschneiden der jeweiligen Teams. Morgen geht es los mit der in meinen Augen schwächsten Mannschaft der Liga, und dann arbeite ich mich jeden Tag ein Stück nach oben bis zu meinem Tipp für den World-Series-Gewinner 2019. Dieser Artikel hier dient als Überblick, den ich auf der Startseite des Blogs anheften und nach und nach mit Links zu den bereits veröffentlichten Previews aktualisieren werde, sodass ihr in einem Monat die ganze Liste seht.

Korrekturen und Kommentaren sind mir sehr willkommen – schließlich bin ich nicht für jedes Team Experte. Davon abgesehen liege ich mit meiner Einschätzung des einen Teams, für das ich mich wirklich als Experten sehe, regelmäßig besonders weit daneben…

Hier mein Powerranking, das sich in den kommenden 30 Tagen mit Teamnamen und mit Links zu den jeweiligen Artikeln füllen wird:
1. New York Yankees
2. Houston Astros
3. Boston Red Sox
4. Los Angeles Dodgers
5. St. Louis Cardinals
6. Washington Nationals
7. Cleveland Indians
8. Chicago Cubs
9. New York Mets
10. Tampa Bay Rays
11. Philadelphia Phillies
12. Milwaukee Brewers
13. Colorado Rockies
14. Minnesota Twins
15. Atlanta Braves
16. Oakland Athletics
17. Cincinnati Reds
18. Los Angeles Angels
19. San Diego Padres
20. Pittsburgh Pirates
21. Arizona Diamondbacks
22. Toronto Blue Jays
23. San Francisco Giants
24. Seattle Mariners
25. Chicago White Sox
26. Texas Rangers
27. Kansas City Royals
28. Detroit Tigers
29. Miami Marlins
30. Baltimore Orioles

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März 22nd, 2018 by Silversurger

Die Los Angeles Dodgers haben eine großartige Saison hinter sich. Mit 104 Siegen waren sie das erfolgreichste Team der regulären Saison und in der Postseason führte sie ihr Weg bis in Spiel sieben der World Series. Trotz alledem fühlt es sich so an, als sei das letzte Jahr vor allem durch verpasste Chancen geprägt gewesen: Durch eine Negativserie von 16 Niederlagen in 17 Spielen im späten August und frühen September wurde die Chance verpasst, einen neuen MLB-Rekord für die meisten Siege in einer Saison aufzustellen; durch die Niederlage im entscheidenden Spiel der World Series wurde der Titel verpasst; Giancarlo Stanton wollte erklärtermaßen gerne zu den Dodgers, doch diese verpassten es, die Gelegenheit zu ergreifen; Shohei Ohtani hätten die Dodgers gern geholt, doch auch ihn verpassten sie knapp, indem er sich für die Angels entschied; und schließlich verpasste man die Chance, entweder Yu Darvish zu re-signen oder in der Free Agency einen adäquaten Nachfolger zu holen. Zu allem Überfluss hat sich jetzt auch noch Justin Turner verletzt; dafür kann niemand etwas, aber es ist ein weiterer Mosaikstein in dem Bild von einem Team, das gegenüber der Vorsaison eher einen Schritt zurück als einen Schritt nach vorne macht. Das soll nicht heißen, dass die Dodgers keine starke Mannschaft mehr wären. Für mich sind sie klarer Favorit, die NL West zum sechsten Mal in Folge zu gewinnen, und ich traue ihnen einen erneuten tiefen Playoff-Run zu. Aber als Favoriten, dieses Jahr die World Series zu erreichen geschweige denn zu gewinnen, sehe ich sie nicht.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Barnes
1B Cody Bellinger
2B Logan Forsythe
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF Chris Taylor
CF Joc Pederson
RF Yasiel Puig

Voraussichtliche Rotation
SP Clayton Kershaw
SP Rich Hill
SP Alex Wood
SP Kenta Maeda
SP Hyun-Jin Ryu
Closer Kenley Jansen

Wichtigster Zugang
OF Matt Kemp (Atlanta Braves)

Wichtigster Abgang
SP Yu Darvish (Chicago Cubs)

Bestes Prospect
SP Walker Buehler

Größte Stärke
Nachhaltigkeit: Die Dodgers haben nicht nur aktuell ein sehr gutes Team beisammen, sie haben auch im Gegensatz zu vielen anderen derzeitigen Spitzenklubs keine Sorgen, dass sich irgendwelche Fenster schließen könnten. Sie haben eine relativ günstige Altersstruktur mit vielen jungen Leistungsträgern und fast alle Top-Spieler stehen noch für mehrere Jahre unter Vertrag. Darüber hinaus ist auch das Farm System nach wie vor voll mit Talenten. MLB Pipeline listet es als das sechstbeste der Liga.

Größte Schwäche
Der Bullpen außer Jansen: Kenley Jansen ist einer der besten, vielleicht sogar der beste Closer der Liga. Ansonsten ist im Bullpen der Dodgers aber einiges ungeklärt. Die besten Optionen für die Brücke zwischen Starter und Closer waren letztes Jahr Kenta Maeda, Brandon Morrow und Tony Watson, doch Morrow und Watson haben den Verein verlassen und Maeda soll eine neue Chance als Starter bekommen. Externe Verstärkungen haben die Dodgers sich kaum geleistet, allenfalls Scott Alexander könnnte sich als solche erweisen.

Spannendste Frage
Wird es Kershaws letztes Jahr bei den Dodgers? Zu der obigen Aussage, dass fast alle Top-Spieler noch eine Weile unter Vertrag stehen, gibt es eine bedeutende Ausnahme. Clayton Kershaws Kontrakt läuft zwar noch bis einschließlich 2020, enthält aber eine Opt-Out-Klausel für Ende 2018. Mit 33 Millionen Dollar im Jahr ist der 30-Jährige zwar bereits der Top-Verdiener der MLB, aber es ist trotzdem gut möglich, dass der wohl beste Pitcher der Welt nach der Saison seinen Marktwert testet und versucht, noch etwas mehr Gehalt oder zumindest eine längere Laufzeit herauszuholen.

Prognose
Platz 1 in der NL West, Aus in der NLCS

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März 20th, 2018 by Silversurger

Die Arizona Diamondbacks sind ein lebendes Beispiel dafür, dass Erfolge nicht nur von den Spielern, sondern auch von der sportlichen Leitung abhängen. 2016 waren die Diamondbacks noch eine Enttäuschung, weil sie das vorhandene Potenzial ihres Kaders nicht zur Entfaltung brachten und bei einer Bilanz von nur 69 Siegen und 93 Niederlagen landeten. Als Konsequenz aus der fehlgeschlagenen Saison wurde das komplette Führungstrio gefeuert und durch Mike Hazen als General Manager und Torey Lovullo als Manager ersetzt. Das Team blieb personell weitgehend dasselbe, vollzog leistungsmäßig aber eine buchstäbliche Kehrtwende: Am Ende der Saison 2017 standen eine exakt umgekehrte Bilanz von 93 Siegen und 69 Niederlagen sowie die Qualifikation für die Playoffs. Dort warteten die gleichen Gegner wie in der regulären Saison: Das Wild-Card-Spiel gegen die Rockies gewannen die Diamondbacks, in der NLDS ließen sie sich von den Dodgers sweepen. Wie jedes Team, das einmal Postseason-Luft geschnuppert hat, wollen auch die Diamondbacks direkt wieder dorthin. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, auch wenn das Team eine deutliche Schwächung hinnehmen muss: Outfielder J. D. Martinez hat Arizona nach Ablauf seines Vertrages verlassen und im Lineup eine Lücke gerissen, die durch Steven Souza und Jarrod Dyson nur unzureichend gefüllt werden kann. Die Offense der Diamondbacks bleibt dennoch eine der besseren der Liga, jedenfalls solange sie von größeren Ausfällen verschont bleibt. Da sowohl die Starting Rotation als auch der Bullpen letztes Jahr deutliche Schritte nach vorne gemacht haben und für 2018 weitgehend zusammen gehalten wurden, ergibt sich ein ausgeglichenes Team, dem ich eine weitere starke Saison zutraue.

Voraussichtliches Lineup
C Alex Avila
1B Paul Goldschmidt
2B Chris Owings
SS Ketel Marte
3B Jake Lamb
LF David Peralta
CF A. J. Pollock
RF Steven Souza

Voraussichtliche Rotation
SP Zack Greinke
SP Taijuan Walker
SP Robbie Ray
SP Patrick Corbin
SP Zack Godley
Closer Archie Bradley

Wichtigster Zugang
C Alex Avila (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
OF J. D. Martinez (Boston Red Sox)

Bestes Prospect
SP Jon Duplantier

Größte Stärke
Die Starting Rotation: Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich war beim Blick auf die Zahlen wirklich überrascht, dass die Diamondbacks 2017 mit 3.61 ERA, 3.71 FIP und 18.8 fWAR die beste Rotation der NL und die zweitbeste der MLB stellten. Zack Greinke hat im zweiten Jahr seines großzügigen Vertrages endlich den Output zeigen können, den man von ihm erwartet, Robbie Ray hatte ein echtes Breakout-Jahr und auch Taijuan Walker, Patrick Corbin und Zack Godley überzeugten durch Leistung und Konstanz. Jeder der fünf absolvierte mehr als 150 Innings und sie alle sind dieses Jahr erneut für die Diamondbacks am Start, um zu beweisen, dass das letzte Jahr kein Zufall war.

Größte Schwäche
Die Bench: Was die Diamondbacks von den wirklichen Spitzenteams unterscheidet, ist die fehlende Tiefe des Rosters. In der ersten Reihe sind sie durchweg sehr gut aufgestellt, auf der Bank sehe ich allerdings kaum Leute, die man im Fall von Ausfällen bedenkenlos und ohne zu erwartenden Qualitätsverlust bringen kann.

Spannendste Frage
Wie wird sich der Bullpen aufstellen? Der letztjährige Closer Fernando Rodney hat das Team verlassen, was aber – bei allem Respekt vor seiner langen und erfolgreichen Karriere – kein großer Verlust sein dürfte. Als bester Reliever der Diamondbacks hat sich bereits letztes Jahr der erfolgreich vom Starter umgeschulte Archie Bradley erwiesen. Brad Boxberger und Yoshihisa Hirano sind die beiden anderen Kernstücke einer Einheit, in der die Einzelrollen noch nicht festgelegt sind und möglicherweise je nach Gegner und Erholungsstand immer wieder neu justiert werden. Bradley als das Ass der Gruppe dürfte der erste Anwärter auf den Closer-Posten sein, aber es ist auch gut denkbar, dass er weiterhin in einer hochflexiblen „Andrew-Miller-Rolle“ am besten aufgehoben ist.

Prognose
Platz 2 in der NL West, Wild Card

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März 16th, 2018 by Silversurger

Genau wie die gestern vorgestellten Twins waren die Colorado Rockies eines der Überraschungsteams des letzten Jahres und genau wie für die Twins währte die Postseason für die Rockies nur bis zum Wild-Card-Spiel. Natürlich hat das Hunger auf mehr gemacht, gerade für eine Franchise wie die Rockies, die es in ihrer 25 Jahre alten Geschichte nur viermal in die Playoffs geschafft hat – übrigens immer über die Wild Card, noch nie als Divisionssieger. Die Division werden sie wohl auch dieses Jahr nicht gewinnen, aber eine Wild Card möchte man schon gern wieder haben. Das Batting Lineup des letzten Jahres um seine beiden Stars Nolan Arenado und Charlie Blackmon ist nahezu unverändert geblieben. Nur Catcher Chris Iannetta ist neu und Rookie Ryan McMahon wird voraussichtlich die erste Base übernehmen. Auch in der komplett aus Eigengewächsen bestehenden Starting Rotation ist Beständigkeit die Devise; größere Veränderungen gab es allein im Bullpen, der in Closer Greg Holland einen Leistungsträger verloren, in Wade Davis aber wohl mindestens gleichstarken Ersatz gefunden hat. Es wird schwer werden, den Erfolg aus dem letzten Jahr zu wiederholen, doch die Zeit dafür ist jetzt – nach der Saison werden Charlie Blackmon und D. J. LeMahieu, ein Jahr später Nolan Arenado Free Agents. Damit könnte sich das Fenster der Rockies schon wieder schließen, denn die drei Stars zu halten wird finanziell vermutlich nicht drin sein für Colorado.

Voraussichtliches Lineup
C Chris Iannetta
1B Ryan McMahon
2B D. J. LeMahieu
SS Trevor Story
3B Nolan Arenado
LF Ian Desmond
CF Charlie Blackmon
RF Carlos Gonzalez

Voraussichtliche Rotation
SP Jon Gray
SP German Marquez
SP Chad Bettis
SP Tyler Anderson
SP Kyle Freeland
Closer Wade Davis

Wichtigster Zugang
RP Wade Davis (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
RP Greg Holland (noch ohne neuen Verein)

Bestes Prospect
SS Brendan Rodgers

Größte Stärke
Die hausgemachte Rotation: Gut, die größte Stärke der Rockies dürfte nach wie vor das Batting sein, aber man kann inzwischen tatsächlich auch mal ihr Pitching loben. Seit ihrem Bestehen gilt diese Franchise wegen des hoch gelegenen Ballparks als vermintes Terrain für Pitcher. Aber die Rockies haben aus der Not, dass etablierte Pitcher nicht nach Colorado wollen, eine Tugend gemacht und in den letzten Jahren sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet. Alle fünf voraussichtlichen Starter kommen aus der eigenen Farm und geben begründeten Anlass zur Erwartung, dass das einstige Problemfeld mit einer soliden Einheit besetzt ist.

Größte Schwäche
Die Division: Die NL West ist in meinen Augen die Division mit der höchsten Leistungsdichte in der MLB. Die Los Angeles Dodgers bleiben vermutlich auch dieses Jahr eine Klasse für sich, dahinter wetteifern die Rockies und die Arizona Diamondbacks um die bessere Wild-Card-Position und es spricht nicht wenig dafür, dass auch die San Francisco Giants sich wieder in dieses Rennen einschalten werden. In den meisten anderen Divisionen hätte ich die Rockies auf Platz zwei mit einer Wild Card getippt – in der NL West wage ich diesen Tipp nicht, hier werden letztlich Kleinigkeiten wie ein, zwei Verletzungen oder Glück und Pech in knappen Spielen entscheiden.

Spannendste Frage
Zahlt sich die Investition in den Bullpen aus? Im Gegensatz zur selbst herangezogenen Starting Rotation haben die Rockies in den Bullpen reichlich über die Free Agency investiert: Für jeweils drei Jahre unterschrieben Star-Closer Wade Davis für 52 Millionen Dollar, Setup-Righty Bryan Shaw und Setup-Lefty Jake McGee für je 27 Millionen. Das sind über 100 Millionen Dollar für drei Reliever – eine Menge Geld, aber wohl nötig. Denn zum einen ist ein starker Bullpen essentiell in einer Umgebung, in der Starter schneller erschöpft sind als anderswo, zum anderen kommen Pitcher nicht ohne reichlich „Schmerzensgeld“ nach Colorado.

Prognose
Platz 3 in der NL West

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März 13th, 2018 by Silversurger

Die San Francisco Giants waren 2017 mit nur 64 gewonnenen Spielen das schlechteste Team der Liga. Von den Playoffs trennten sie am Ende der Saison satte 23 Siege, vom Divisionssieger Los Angeles Dodgers, mit dem sie sich eigentlich einen spannenden Zweikampf liefern sollten, sogar satte 40. Was war passiert? Es war einfach alles zusammen gekommen: eine langwierige Verletzung von Top-Ass Madison Bumgarner (beim Fahrradfahren!), Formschwächen bei sämtlichen anderen Starter sowie bei Closer Mark Melancon, eine erneute Gehirnerschütterung von First Baseman Brandon Belt, die schwächste Saison der Karriere von Outfielder Hunter Pence und mehrere gescheiterte Experimente bei der Besetzung des Leftfields und der dritten Base. Kurz gesagt, was schief gehen konnte ging schief. Ich glaube nicht, dass sich so eine Pleiten-Pech-und-Pannen-Saison wiederholt. Dafür sprechen sowohl die Wahrscheinlichkeit als auch die sinnvollen Aktivitäten der Teamführung in der Offseason. Mit Evan Longoria und Andrew McCutchen wurden für die beiden Problemposten Third Base und Leftfield zwei etablierte Größen geholt, der Bullpen wurde mit Tony Watson verstärkt und Melancon ließ eine Operation über sich ergehen, um die mutmaßliche Ursache für sein ungewohnt schwaches Jahr zu beheben. Das alles sollte dazu beitragen, dass die Giants sich dieses Jahr wieder auf einem Niveau einrichten, das näher am Potenzial ihres Kaders liegt. Für eine Playoff-Teilnahme müsste allerdings dieses Jahr genauso viel plötzlich optimal laufen wie letztes Jahr plötzlich schlecht lief. Vielleicht hilft es den Giants ja, dass es ein gerades Jahr ist, denn bisher waren das in diesem Jahrzehnt für sie immer die besseren Jahre, drei Championships 2010, 2012 und 2014 eingeschlossen. Die starke Konkurrenz in der Division wird sich allerdings wenig um Aberglauben und um Erinnerungen an bessere Zeiten scheren – an den Dodgers führt auf absehbare Zeit kein Weg vorbei und die Diamondbacks und die Rockies sind auch nicht schlechter geworden.

Voraussichtliches Lineup
C Buster Posey
1B Brandon Belt
2B Joe Panik
SS Brandon Crawford
3B Evan Longoria
LF Hunter Pence
CF Austin Jackson
RF Andrew McCutchen

Voraussichtliche Rotation
SP Madison Bumgarner
SP Johnny Cueto
SP Jeff Samardzija
SP Chris Stratton
SP Ty Blach
Closer Mark Melancon

Wichtigster Zugang
OF Andrew McCutchen (Pittsburgh Pirates)

Wichtigster Abgang
IF Christian Arroyo (Tampa Bay Rays)

Bestes Prospect
OF Heliot Ramos

Größte Stärke
Madison Bumgarner: MadBum ist der unumstrittene Star des Teams und das bleibt er auch nach der Ankunft von Longoria und McCutchen, die in ihren bisherigen Teams jeweils selbst das „Gesicht der Franchise“ gewesen waren. Falls die Giants es zurück in die Playoffs schaffen sollten, wäre ihnen dort allein dank Bumgarners enormer Klasse und Einsatzbereitschaft alles zuzutrauen.

Größte Schwäche
Run-Scoring: Die Giants haben letztes Jahr die zweitwenigsten Runs (639), die wenigsten Homeruns (128), die zweitgeringste On-Base-Percentage (.309) und das geringste Slugging (.380) der MLB produziert. So schlimm wird es wohl nicht wieder werden, aber die Giants bleiben ein Team, das über Pitching und Defense zum Erfolg findet oder eben nicht.

Spannendste Frage
Kriegt der Rest der Rotation die Kurve? Jeder der vier voraussichtlichen Starter hinter Bumgarner zeigte 2017 ein spezielles Problem – Johnny Cuetos ließ zu viele Walks zu (3.24 BB/9), Jeff Samardzija zu viele Homeruns (1.30 HR/9), Chris Stratton sehr viele Linedrives (28,4% aller batted balls) und Ty Blach produzierte extrem wenige Strikeouts (10,6%). Hier ist anzusetzen, wenn der Turnaround gelingen soll.

Prognose
Platz 4 in der NL West

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

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