Juli 15th, 2021 by Silversurger

Das All-Star-Game der MLB geht mit 5:2 an die American League. Wir wissen alle, dass es sich um eine Show-Veranstaltung handelt, bei der das Dabeisein viel wichtiger ist als das Ergebnis. Aber dass die AL nun schon neunmal in Folge gewonnen hat, finde ich durchaus bemerkenswert. Bemerkenswert ist ferner, dass Vladimir Guerrero Jr. mit 22 Jahren der jüngste Spieler aller Zeiten ist, der zum wertvollsten Spieler des All-Star-Games gewählt wurde, und dass Shohei Ohtani der erste ist, der in so einem Spiel sowohl als Pitcher als auch als Batter zum Einsatz kam.

In den Tabellen hat sich naturgemäß wenig getan, weil seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag nur am Wochenende gespielt wurde und dann Pause war. Ich gehe daher heute mal in erster Linie auf die Frage ein, wie die Teams wohl an die in zwei Wochen – genauer gesagt am 30. Juli – anstehende Trade-Deadline herangehen werden.

Vorher möchte ich noch ein paar Neuigkeiten der Woche zumindest kurz erwähnt haben: Outfielder Ronald Acuna Jr. von den Atlanta Braves hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Damit fällt einer der aufsehenerregendsten Jungstars der Liga für den Rest der Saison leider aus. Die Toronto Blue Jays haben bei den kanadischen Behörden beantragt, zum 30. Juli aus dem Notquartier in Buffalo (New York) in ihre Heimatstadt zurückkehren zu können. Eine Entscheidung über den Antrag wird für Anfang nächster Woche erwartet. Die Oakland Athletics spielen derweil offen mit dem Gedanken, sich von ihrem bisherigen Standort gänzlich zu verabschieden, wenn sich kein Lösung für die seit Jahren umstrittene Stadionfrage findet. Las Vegas gilt als aussichtsreicher Kandidat für einen Umzug, was sogar MLB-Commissioner Rob Manfred in einem Pressegespräch am Dienstag bestätigte. Manfred äußerte sich dabei auch zu den wegen der Pandemie temporär eingeführten Regeländerungen: Die 7-Inning-Doubleheader werden nächstes Jahr voraussichtlich wieder abgeschafft, ebenso die automatischen Baserunner in Extra-Innings.

National League
In der NL East ist das Verhalten zur Trade-Deadline am ehesten für die New York Mets (47-40) vorhersagbar. Sie werden eindeutig als Buyer auftreten und versuchen, durch Trades die vorhandenen Lücken im Roster zu stopfen. Ganz oben auf der Einkaufsliste steht ein Starting Pitcher, weil durch diverse Verletzungen schon die ganze Saison über ein fünfter Starter fehlt und die Rückkehr und volle Belastbarkeit von Carlos Carrasco und Noah Syndergaard noch ein gutes Stück entfernt sind. Einen offensiv und defensiv verlässlichen Third Baseman könnten die Mets ebenfalls gut gebrauchen – Kris Bryant (Cubs), Josh Donaldson (Twins) oder Adam Frazier (Pirates) sind hier heiße Kandidaten. Ob die Philadelphia Phillies (44-44), die Atlanta Braves (44-45) und die Washington Nationals (42-47) aktiv werden, ist schwer zu prognostizieren. Sie alle sind nur ein, zwei starke Serien von den Mets und damit vom Playoff-Platz entfernt, aber für jedes der Teams scheint die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Run zu gering, als dass man sich dafür weit aus dem Fenster lehnen würde. Für die Nationals wäre es angesichts von sechs Spielen Rückstand eine Überlegung wert, ob man die Segel streicht und beispielsweise Max Scherzer auf den Markt wirft. Klar als Seller dürften die Miami Marlins (39-50) auftreten. Das Prunkstück in ihrem Schaufenster ist Outfielder Starling Marte.

Um die NL Central streiten sich die Milwaukee Brewers (53-39) und die Cincinnati Reds (48-42). Beide können Verstärkungen gebrauchen. Für die Reds wäre – neben Bullpen-Hilfe, die so ziemlich jeder braucht – vor allem ein Shortstop interessant. Dass sie nach dem ganz großen Fisch namens Trevor Story angeln, halte ich aber eher für unwahrscheinlich. Die Brewers haben es mit erstaunlich wenig Offensive an die Spitze der Division geschafft und würden sich dementsprechend gern mit einem starken Batter verstärken, idealerweise einem Corner Infielder. Zwei solche hätten zum Beispiel die Chicago Cubs (44-46) mit Anthony Rizzo und Kris Bryant im Angebot, aber wahrscheinlich würden sie die beiden – ebenso wie All-Star-Closer Craig Kimbrel – lieber außerhalb der Division an den Mann bringen. Im Gegensatz zu den Cubs haben die gleichauf mit ihnen stehenden St. Louis Cardinals (44-46) noch keine eindeutigen Signale gesendet. Realistischerweise dürften sie eher Seller als Buyer sein, aber da sie kaum offensichtliche Trade-Kandidaten haben, ist von ihnen wohl eine eher ruhige Deadline zu erwarten. Bleiben noch die Pittsburgh Pirates (34-56), die schon seit Saisonbeginn als Seller feststehen. 2B Adam Frazier, der auch fast jede andere Feldposition spielen kann, dürfte ihr größtes Trade-Asset sein. Zudem haben sie einige Reliever im Angebot, allen voran Richard Rodriguez.

Im aufregenden Dreikampf um die NL West werden die San Francisco Giants (57-32), die Los Angeles Dodgers (56-35) und die San Diego Padres (53-40) gleichermaßen darauf aus sein, sich zur Deadline den möglicherweise entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Die Dodgers werden in erster Linie nach einem Starting Pitcher suchen – Dustin May fällt für das Jahr aus, Clayton Kershaw wird eine Weile auf der Verletzenliste sein und Trevor Bauer ist beurlaubt, während die Untersuchung der ihm vorgeworfenen sexuellen Gewalttaten andauert. Ein Name, dem ich schon mehrfach als Trade-Target der Dodgers gelesen habe, ist der von Atlantas Starter Charlie Morton. Eventuell werden die Dodgers in den Verhandlungen um Morton oder andere Starter in direkter Konkurrenz mit den Giants stehen, denn auch sie suchen in erster Linie nach einer Ergänzung der Rotation. Padres-Manager AJ Preller ist traditionell sehr aktiv zur Trade-Deadline. Sein Team hat derzeit keine ganz großen Needs, zusätzliche Tiefe können aber sowohl das Lineup als auch das Pitching vertragen. Für die Arizona Diamondbacks (26-66) und die Colorado Rockies (37-50) ist die Frage nicht, ob sie verkaufen werden, sondern nur, wen und für welche Gegenleistung in Form von Talenten. Der Hauptpreis bei den Rockies und möglicherweise der am meisten umworbene Spieler der Liga ist Shortstop Trevor Story, zudem dürften 1B CJ Cron und SP German Marquez auf Interesse stoßen. Bei den Diamondbacks stehen 3B Eduardo Escobar, OF David Peralta und SP Merrill Kelly im Schaufenster.

American League
Die Boston Red Sox (55-36) finden sich etwas unverhofft an der Spitze der AL East wieder. Klaffende Löcher haben sie nicht im Kader, aber wenn sich ein Deal anbietet, der ihnen ein Upgrade an der ersten Base, im Outfield oder für die Rotation bringt, sind sie sicher nicht abgeneigt. Auch die Tampa Bay Rays (53-37) werden im Einkauf-Modus sein. Sie sind bekanntlich stets darauf aus, die Payroll klein zu halten, aber ihre Farm ist so tief besetzt, dass sie für einen Spieler, der ihnen weiterhilft, möglicherweise lieber ein Prospect mehr bezahlen und dafür den abgebenden Verein einen Teil des Gehalts übernehmen lassen. DH Nelson Cruz von den Twins könnte ein Kandidat für einen solchen Trade sein. Die Toronto Blue Jays (45-42) und die New York Yankees (46-43) sind im Mittelmaß gefangen und sowohl in der Division als auch in der Wild-Card-Rangliste ein gutes Stück entfernt von einem Playoff-Platz. Beide scheinen nicht gewillt, die Saison vorzeitig aufzugeben, aber sie werden sicher auch nicht all-in gehen. Wenn sie Spieler dazuholen, dann am ehesten jemanden, der für mindestens ein weiteres Jahr unter Vertrag ist – jemanden wie OF Joey Gallo zum Beispiel. Als schwächstes Team der American League bleibt den Baltimore Orioles (28-61) mal wieder nichts anderes übrig als an einer besseren Zukunft zu bauen. OF Cedric Mullins und SP John Means werden umworben sein, aber ich glaube nicht, dass sie einen davon hergeben. Eher werden sie sich von 1B Trey Mancini und/oder OF Anthony Santander trennen.

Die Chicago White Sox (54-35) führen nicht nur unangefochten die AL Central an, sie haben mit dem 85-jährigen Owner Jerry Reinsdorf und dem 76-jährigen Manager Tony LaRussa auch zwei Verantwortliche, die eher den schnellen Erfolg suchen als dass sie sich viele Gedanken um Prospects machen, die vielleicht in drei Jahren gut sind. Ein Second Baseman als Ersatz für den verletzten Nick Madrigal wird wohl ihr Hauptziel sein, Eduardo Escobar oder Adam Frazier könnten hier gut passen. Die Cleveland Indians (45-42) sind wieder so ein Team im Niemandsland mit entfernten Chancen auf einen Wild-Card-Platz. Sie könnten in beide Richtungen gehen, wobei mein Tipp eher in Richtung Seller neigt. Denn ich denke, dass die Indians nach der Saison einen Rebuild vor sich haben und der ließe sich abkürzen, wenn man jetzt schon ein, zwei Spieler wie OF Eddie Rosario oder auch 3B Jose Ramirez gegen Prospects tauscht. Für die Detroit Tigers (40-51), die Minnesota Twins (39-50) und die Kansas City Royals (36-53) ist die Lage deutlich klarer. Sie alle können die aktuelle Saison abhaken, wenn auch mit unterschiedlichen Aussichten für die Folgejahre. Die Twins sehen 2021 als Ausrutscher und werden nicht den Kern des Teams aushöhlen. DH Nelson Cruz, dessen Vertrag ausläuft, wird sicher zu haben sein, vielleicht auch SP Jose Berrios und wenn der Preis stimmt eventuell 3B Josh Donaldson. Auch die Tigers wollen bald wieder eine Rolle spielen und haben ihr Franchise-Building zu diesem Zweck schon weitgehend abgeschlossen. Verkaufen werden sie nur bei wirklich guten Angeboten; am wahrscheinlichsten ist, dass sie 2B Jonathan Schoop abgeben, dessen Vertrag ausläuft. Die Royals sind weit entfernt von Konkurrenzfähigkeit und werden jeden Spieler verkaufen, der einen Tradewert hat. Die SPs Mike Minor und Danny Duffy sowie 1B/DH Carlos Santana sind hier die ersten, die mir einfallen.

Die Houston Astros (55-36) haben ein alterndes Roster, dessen Erfolgsfenster in diesem Jahr offenbar noch einmal weit offen steht. Das macht den Tabellenführer der AL West zum Kandidaten für eine aggressive Trade-Deadline. Ein linkshändiger Batter dürfte ihr Hauptziel sein, vielleicht Adam Frazier. Auch die Oakland Athletics (52-40) werden nicht untätig bleiben. Einen Blockbuster erwarte ich von dem stets preisbewussten Team eher nicht, aber einen nicht zu teuren Starter würden sie wohl ebenso nehmen wie einen bezahlbaren Hitter für die Mitte des Lineups, zum Beispiel Nelson Cruz. Die Seattle Mariners (48-43) und die Los Angeles Angels (45-44) bilden in dieser Division das schon mehrfach zitierte Niemandsland. Ich sehe beide tendenziell als Buyer, erwarte aber kein sehr aktives Herangehen an die Deadline. Die Texas Rangers (35-55) hingegen werden die Garage weit aufmachen und zahlreiche Spieler im Angebot haben. SP Kyle Gibson, RP Ian Kennedy, 2B Brock Holt und OF Joey Gallo könnten allesamt das Ende des Monats bei einem neuen Team erleben.

Szene der Woche
Es kam an dieser Stelle schon öfter vor, dass ich mich nicht entscheiden konnte und deshalb zwei oder drei Szenen zeigte, aber heute gibt es eine Premiere mit satten 74 Szenen der Woche. Wenn ihr das Home Run Derby Montagnacht nicht gesehen habt, dann bekommt ihr im folgenden Video die Chance, noch mal alle Homeruns von Pete Alonso zu sehen, mit denen er das Derby zum zweiten Mal hintereinander für sich entscheiden konnte:

Statistik der Woche 
20. So viele Pitcher wählten die Los Angeles Angels in der diesjährigen Draft der MLB in ebenso vielen Runden. Es war das erste Mal, dass ein Team in einer Draft ausschließlich Pitcher auswählt – abgesehen von den Miami Marlins in der Draft 2020, die coronabedingt auf fünf Runden beschränkt war. Als Pick Nummer eins in diesem Jahr entschieden sich die Pittsburgh Pirates für Catcher Henry Davis aus Louisville. Das war eine Überraschung, denn Davis galt zweifelsfrei als Erstrundentalent, doch als First overall hatte ihn kaum jemand auf der Rechnung. Die vorab als Favoriten gehandelten RHP Jack Leiter (Vanderbilt) und SS Marcelo Mayer (Eastlake Highschool) gingen als Nummer zwei an die Texas Rangers bzw. als Nummer vier an die Boston Red Sox. RHP Kumar Rocker (Vanderbilt), der ebenfalls als Kandidat für einen Top-Pick gehandelt wurde, fiel auf Rang 10 an die New York Mets.

Spiel der Woche
Für die Partie der San Diego Padres gegen die Washington Nationals vom letzten Donnerstag erwartete man eigentlich ein Pitcherduell zwischen den Assen Yu Darvish und Max Scherzer. Doch keiner der beiden Starter schaffte es aus dem vierten Inning heraus. Die Show stahl ihnen San Diegos Relief Pitcher Daniel Camarena – nicht mit seinem primären Handwerk, sondern mit dem, was ihm im zweiten At Bat seiner MLB-Karriere gelang: Der Reliever kam bei geladenen Bases an den Schlag und erzielte einen Grand Slam. Camarena ist der erste Relief Pitcher seit 1985, dem ein Grand Slam gelungen ist, und neben Bill Duggleby im Jahr 1898 der einzige, der das mit seinem ersten Hit geschafft hat. Der 4-Run-Schlag war zudem das Kernstück eines furiosen Comebacks der Padres, die zur Mitte des vierten Innings 0:8 zurücklagen und am Ende einen 9:8-Sieg davontrugen.

Mein Einschalttipp
Es geht vor allem in der American League gleich wieder gut los nach der Pause, zum Beispiel mit dem Klassiker der Yankees gegen die Red Sox, dem Spitzenduell White Sox gegen Astros und der Letzte-Hoffnung-Serie zwischen den Angels und den Mariners. Mein Einschalttipp für das Wochenende ist aber eine Serie der National League und zwar die der Milwaukee Brewers als Tabellenführer der NL Central bei ihrem Verfolger, den Cincinnati Reds. Mit einem 3-Spiele-Sweep in Milwaukee unmittelbar vor der Pause haben die Reds dafür gesorgt, dass die Division wieder spannend ist. Jetzt müssen die Brewers gleich noch einmal gegen den ungeliebten Gegner ran, dieses Mal in Cincinnati. Von der Uhrzeit her liegt aus europäischer Sicht die Partie am Sonntag ab 19:10 Uhr am günstigsten. Übrigens sind an diesem Wochenende alle Spiele auf mlb.tv kostenlos zu sehen.

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Juli 8th, 2021 by Silversurger

Über das Wochenende wird noch gespielt, dann ist erstmal ein paar Tage Pause in der MLB. Kurz vor dem All-Star-Break haben sich zwei ehemalige Contender, die Chicago Cubs und die Cleveland Indians, durch längere Niederlagenserien aus dem Kreis der Playoffanwärter wahrscheinlich verabschiedet.
Während der nächsten Woche werden das Home Run Derby und das All-Star-Game im Mittelpunkt des Interesses stehen. Beide Veranstaltungen sind zwar in erster Linie Show-Events ohne direkte Bedeutung für die Saison, aber die Erfahrung zeigt, dass auch diese Pausenfüller immer wieder für interessante Geschichten sorgen. Eine davon ist in diesem Jahr Shohei Ohtani. Er wird aller Voraussicht nach der erste Spieler sein, der in einem All-Star-Game sowohl als Pitcher als auch als Batter zum Einsatz kommt.

American League
Die AL East stellt sich zur Pause als 3-Klassen-Gesellschaft dar. Die Boston Red Sox (54-34) halten den Spitzenplatz, gefolgt von den Tampa Bay Rays (51-36), die den Abstand in den letzten Tagen auf 2,5 Spiele verkleinern konnten, weil die Red Sox zweimal gegen die Angels patzten. In der Mitte der Division kämpfen die Toronto Blue Jays (44-40) und die New York Yankees (44-41) mit der .500-Schwelle, mit enttäuschten Erwartungen und um die Restchance auf einen Platz in den Playoffs. Das alles haben die Baltimore Orioles (28-58) als schwächstes Team der AL längst hinter sich. 

In der AL Central ziehen die nächsten Gegner der Orioles, die Chicago White Sox (51-35), immer einsamer ihre Kreise. In ihren Serien gegen die Minnesota Twins (35-50) und die Detroit Tigers (40-47) brachten sie es diese Woche zwar nur auf eine 3-3-Bilanz. Aber das ist schon mehr als genug, um die Cleveland Indians (42-42) abzuhängen, da diese ihre letzten neun Spiele allesamt verloren haben. Wenn die Pleitenserie auch in den anstehenden Spielen gegen die Kansas City Royals (36-50) anhält, müssen die Indians ihren zweiten Platz womöglich schon bald an die Tigers abgeben, die seit ein paar Wochen eine beeindruckende Form aufweisen. Mit den Playoffs dürfte in dieser Division so oder so niemand außer den White Sox etwas zu tun haben. 

Die Houston Astros (54-33) haben den peinlichen Sweep durch die Orioles am vorletzten Wochenende offenbar als Weckruf angenommen. Jedenfalls hat der Spitzenreiter der AL West seitdem alle sechs Spiele gewonnen, auch und vor allem die beiden letzten gegen den direkten Konkurrenten, die Oakland Athletics (49-39). Die Astros sind sowohl mit ihrer Bilanz als auch mit ihrem Run Differential von +141 das stärkste Team der AL. Die Athletics hingegen müssen sich nach zwölf Niederlagen aus den letzten 17 Spielen fragen, wohin der Blick in den nächsten Wochen gehen soll – nach oben, wo der Abstand zu den Astros inzwischen 5,5 Spiele beträgt, oder nach unten, wo den Seattle Mariners (45-42) und den Los Angeles Angels (44-42) nur noch 3,5 bzw. 4 Spiele auf die A’s und damit auf einen Wild-Card-Platz fehlen. Wenn sie den All-Star-Break nicht im Panik-Modus verbringen wollen, benötigen die Athletics dringend Erfolge im letzten Spiel der Serie gegen die Astros sowie im darauf folgenden Duell mit den abgeschlagenen Texas Rangers (34-53).

National League
Die NL East ist nach wie vor die schwächste Division der MLB – zumindest in der Hinsicht, dass sie die einzige ist, in der vier Teams bei einer Bilanz von unter .500 stehen. Die New York Mets (45-38) führen dadurch recht souverän die Tabelle an, obwohl ihre Siegquote von .542 in jeder anderen Division nur für Rang zwei bis vier reichen würde. Nach einigen schwachen Serien gegen die direkten Konkurrenten zeigten die Leistungen der Mets zuletzt bei 2-1-Erfolgen gegen die Yankees und die Brewers wieder nach oben. Angesichts der schwachen Pirates als letzter Gegner vor und erster Gegner nach der Pause besteht eine gute Chance, mit hohem Selbstvertrauen in selbige hinein und aus hier heraus zu gehen. Hinter den Mets geht es zwischen den Washington Nationals (42-43), Atlanta Braves (42-44) und Philadelphia Phillies (41-43) sehr eng zu. Die Miami Marlins (38-47) haben auf dieses Trio ein paar Spiele Rückstand, siegten aber immerhin gerade dreimal gegen die Dodgers und sind der beste Tabellenletzte der Liga – mit acht Spielen auf die Mets sind sie näher an der Spitze als beispielsweise die Yankees, die Cubs oder die Mariners. 

Apropos Cubs: Das Team aus Chicago (43-44) war vor zwei Wochen noch voll im Rennen um die NL Central und ließ damals mit einem No-Hitter gegen die Dodgers aufhorchen. Seit diesem denkwürdigen Spiel verloren sie jedoch erschreckende elf Spiele hintereinander. Gestern Abend stand zwar gegen die Phillies endlich mal wieder ein Sieg zu Buche, aber der Anschluss an die Milwaukee Brewers (52-36) ist längst weg und selbst die Cincinnati Reds (45-41) haben sich inzwischen an den Cubs vorbei geschoben. Dass sowohl die Cubs als auch die St. Louis Cardinals (43-45) bereits einen Strich unter die Saison machen können, dürfte vor allem im Hinblick auf die in drei Wochen anstehende Trade-Deadline interessante Optionen für die ambitionierteren Teams eröffnen.

Die NL West ist und bleibt der klare Favorit, beide Wild-Card-Plätze der NL einzusacken. Es wäre auch tatsächlich ein Jammer, auf ein Team aus dem Trio San Francisco Giants (54-32), Los Angeles Dodgers (53-34) und San Diego Padres (51-38) in den Playoffs verzichten zu müssen. In den letzten Tagen hatten sie allerdings einen gemeinsamen Durchhänger: Die Giants verloren zwei Spiele gegen die Cardinals, die Padres zwei gegen die Nationals, die Dodgers sogar drei gegen die Marlins. An diesem Wochenende dürfen alle drei nochmal zu Hause gegen lösbare Gegner antreten: die Dodgers gegen die Arizona Diamondbacks (25-63), die Padres gegen die Colorado Rockies (37-50) und die Giants gegen die Nationals.

Szene der Woche
Es muss nicht immer Ohtani sein: Neben dem (mit Recht) gehypten 2-Way-Star der Angels gibt es in der MLB durchaus noch andere Pitcher, die ordentlich hitten. Man denke an Jacob deGrom, der selbst einen Batting Average von .364 aufweist, während er den Gegnern der Mets in seinen Starts einen Average von gerade mal .126 erlaubt. Oder an Max Fried von den Braves, der ebenfalls eine solide Keule schwingt und seinem Team am Sonntag damit den Sieg brachte. Die ungewöhnliche Entscheidung, im zehnten Inning einen Pitcher als Pinch-Hitter zu bringen, war nötig geworden, weil die Braves bei ihrem 4-Run-Comeback im neunten Inning gegen die Marlins ihre gesamte Bank aufgebraucht hatten. Die Marlins luden sich sogar absichtlich die Bases mit einem Intentional Walk für Backup-Catcher Kevan Smith, um Fried an die Platte zu bringen. Das erwies sich als Fehler, denn Frieds 2-Out-Single brachte den Walkoff-Sieg für die Braves.

Statistik der Woche 
1. So viele Pitches warf Marlins-Starter Pablo Lopez in Spiel eins der eben schon erwähnten Serie gegen die Braves, bevor er des Platzes verwiesen wurde. Es ging dabei nicht, wie man vermuten könnte, um den aktuellen Kampf der Liga gegen den Gebrauch von Klebemitteln, sondern um einen abgeworfenen Batter. Der erste Pitch des Spiels traf Ronald Acuna Jr. am Oberarm. Nach kurzer Diskussion und einer lauthals vorgetragenen Beschwerde von Braves-Manager Brian Snitker stuften die Umpires die Aktion als absichtlich ein und sprachen die Ejection gegen Lopez aus. Manager Don Mattingly und Pitching-Coach Mel Stottlemyre Jr., die ihrem Pitcher beisprangen, flogen ebenfalls vom Platz. Zwischen Acuna und den Marlins gibt es eine von wenig gegenseitiger Liebe geprägte Vorgeschichte seit Acunas Rookiesaison 2018. Acuna wurde seitdem sechsmal von Marlins-Pitchern abgeworfen, dreimal davon mit dem ersten Pitch.

Spiel der Woche
Die Saison der Kansas City Royals ist arm an Highlights, aber hier ist eines: Gegen die Cincinnati Reds gelang es am Dienstag, einen 1:6-Rückstand innerhalb der letzten beiden Innings zu drehen. Den entscheidenden Walkoff-Single erzielte Catcher Salvador Perez, einer der wenigen Stars der Royals. Es war Perez‘ dritter Walkoff-Hit in diesem Jahr – bei insgesamt nur vier Walkoff-Siegen der Royals.

Mein Einschalttipp
Ich weiß, die Konkurrenz am Sonntagabend ist groß, sowohl durch den laufenden MLB-Spielbetrieb als auch durch das Finale der Fußball-EM. Aber ich rühre immer wieder gern die Werbetrommel für das MLB Futures Game. Zum Auftakt der All-Star-Woche treffen sich die potenziellen Stars von morgen zu einem Freundschaftsspiel und ermöglichen so, in konzentrierter Form einen Blick auf die Namen und Gesichter zu werfen, die die MLB in wenigen Jahren prägen werden. Unter den 50 nominierten Teilnehmern sind sechs der acht Top-Prospects der MLB: Orioles-Catcher Adley Rutschman, Tigers-Infielder Spencer Torkelson, die Mariners-Outfielder Jarred Kelenic und Julio Rodriguez, Royals-Shortstop Bobby Witt Jr. und Padres-Shortstop CJ Abrams. Rutschman und Torkelson waren die Nummer-1-Picks der letzten beiden Drafts. Das Spiel beginnt um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit und wird auf mlb.com gestreamt. 

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Juni 24th, 2021 by Silversurger

Das größte Thema in der MLB sind nach wie vor die klebrigen Substanzen, deren Gebrauch durch Pitcher die Liga mit verstärkten Kontrollen unterbinden will. Seit Montag wird jeder Pitcher mehrmals pro Spiel untersucht. Als erstes war Jacob deGrom dran – nicht weil seine unglaublichen Leistungen ihn besonders verdächtig gemacht hatten, sondern weil es zufällig das erste Spiel an dem Tag war. deGrom war ebenso „sauber“ wie alle anderen bislang kontrollierten Pitcher. Das heißt nicht, dass das Problem nicht existiert – es haben nur offenbar alle Nutzer der klebrigen Hilfsmittel rechtzeitig damit aufgehört. Dafür spricht jedenfalls, dass rund zwei Drittel der MLB-Pitcher eine deutliche Abnahme bei der Rotationsrate ihrer Pitches verzeichnen, seit die Liga vor drei Wochen die stärkere Umsetzung der Regeln ankündigte. Die Kontrollen scheinen also nicht umsonst zu sein, auch wenn sie mitunter zu ziemlich skurrilen Szenen führen:

Weitere interessante Neuigkeiten aus der MLB sind die Ankunft von Top-Prospect Wander Franco (siehe „Statistik der Woche“) und die Geschichte(n), die Shohei Ohtani schreibt: Dank des 2-Way-Phänomens der Angels war das Spiel gegen die Giants gestern Abend das erste in der MLB-Historie, in dem ein American-League-Team ohne Designated Hitter gegen ein National-League-Team mit DH antrat. Ohtani ist zudem der erste bestätigte Teilnehmer des Home Run Derbys am 12. Juli – er wird sowohl der erste Pitcher als auch der erste Japaner sein, der an der Veranstaltung teilnimmt.

American League
Die AL East hat einen neuen Tabellenführer, jedenfalls für den Moment. Die Boston Red Sox (44-30) fügten den Tampa Bay Rays (44-31) am Dienstag die siebte Niederlage in Folge zu und übernahmen damit die Divisionsspitze. Doch das Duell ist noch lange nicht entschieden, denn gestern meldeten sich die Rays mit einem überzeugenden 8:2-Sieg zurück, und heute Nacht steht im letzten Spiel der Serie der Spitzenplatz erneut zur Disposition. Für die Red Sox geht es dann ohne Pause in die nächste schwierige Serie gegen die New York Yankees (39-34). Gleichzeitig treffen die Toronto Blue Jays (37-35) auf die Baltimore Orioles (23-51). Obwohl die beiden als Dritter und Vierter Tabellennachbarn sind, liegen Welten zwischen den beiden Teams. Die Blue Jays haben sich gerade auf eine positive Bilanz zurückgekämpft und sind voll im Rennen um eine Wild Card, während das einzige Rennen der Orioles in diesem Jahr wohl das gegen den Titel des schlechtesten Teams der Liga ist. Trotz zuletzt fünf Niederlagen in Folge stehen die Orioles in diesem Wettbewerb noch vor den Diamondbacks.

Fünf Niederlagen in Folge mussten auch die Chicago White Sox (44-30) einstecken. Erst gestern gelang ihnen gegen die Pirates der erste Sieg seit einer Woche. Das Polster der White Sox in der AL Central war immerhin groß genug, um den ersten Platz trotz der Schwächephase zu halten, doch die Cleveland Indians (40-31) sind jetzt nur noch zweieinhalb Spiele zurück. Viel mehr gibt es zu dieser Division nicht zu sagen, denn die Kansas City Royals (33-39), die Detroit Tigers (32-42) und die Minnesota Twins (31-42) prügeln sich zwar munter um die Plätze, aber die konkrete Sortierung zwischen den drei abgeschlagenen Teams wird am Ende lediglich für die Draftreihenfolge interessant sein.

Auch die AL West ist im Wesentlichen ein Zweikampf. In diesem haben die Houston Astros (46-28) sich mit einer sensationell starken Serie von zehn Siegen in Folge inzwischen an die Spitze gesetzt und die Oakland Athletics (45-31) auf Rang zwei verdrängt. Die Astros weisen aktuell die beste Bilanz der AL und mit +135 das stärkste Run Differential der gesamten MLB auf. In den kommenden Tagen haben sie zudem mit den Tigers und den Orioles sehr lösbare Aufgaben vor sich, während die A’s zum Derby nach San Francisco müssen. Mit einem 4-Spiele-Sweep über die Rays haben diese Woche die Seattle Mariners (39-37) aufhorchen lassen. Wenn sie in den anstehenden Serien gegen die White Sox und die Blue Jays bestehen, könnten für die Mariners noch Außenseiterchancen auf eine Wild Card drin sein. Ihr deutlich negatives Run Differential von -48 wirft allerdings Zweifel auf, ob das Team „for real“ ist.

National League
Die NL East wird nach wie vor von den New York Mets (38-31) angeführt, auch wenn für sie zuletzt nur Serien von 1-3 gegen die Washington Nationals (35-36) und 2-2 gegen die Atlanta Braves (35-38) drin waren. Getragen werden die Mets vom mit Abstand besten Starting Pitching der Liga (2.64 ERA). Das ist erstaunlich angesichts der vielen Verletzungen, die die Rotation getroffen haben: Syndergaard und Carrasco haben dieses Jahr noch kein Spiel absolviert und werden es auch nicht allzu bald tun; Lucchesi unterzieht sich heute einer Tommy-John-Surgery, womit seine Saison gelaufen ist; Yamamoto fehlt noch mindestens einen Monat, Gsellman sechs bis acht Wochen; deGrom spielt zwar eine Saison für die Geschichtsbücher, musste aber auch schon ein paar Wochen pausieren und mehrere Spiele vorzeitig abbrechen; Stroman wurde vorgestern im zweiten Inning ausgewechselt, scheint aber nach ersten Untersuchungen nicht länger auszufallen. Die Mets überbrücken die Misere zurzeit mit mindestens zwei Spot-Startern oder Bullpen-Spielen pro Woche, vermutlich müssen sie bald noch mal auf dem Trade-Markt tätig werden. Auf dem Programm stehen für die Mets auch diese Woche wieder Duelle gegen die direkten Konkurrenten: zuerst viermal gegen die Philadelphia Phillies (34-37), dann ein Nachholspiel bei den Nationals und noch drei Partien in Atlanta. Lustigerweise sind übrigens die letztplatzierten Miami Marlins (31-42) neben den Mets das einzige Team der Division mit einem positiven Run Differential (+15).

In der NL Central gibt es sogar nur ein einziges Team mit einem positiven Run Differential, nämlich die Chicago Cubs (41-33, +24). An der Spitze stehen sie damit trotzdem nicht, denn dort nisten die Milwaukee Brewers mit einer Bilanz von 42-33, obwohl sie einen Run mehr kassiert als erzielt haben – ob man das Glück oder Effizienz nennen will, soll jeder selbst entscheiden. Nächste Woche wird es auf jeden Fall interessant, denn von Montag bis Mittwoch treffen die Cubs und die Brewers sich zum Spitzenduell in Wrigley Field. Die Cincinnati Reds (36-36) sahen vor einer Woche noch so aus, als ob sie sich wieder nach oben arbeiten, doch seitdem haben sie nur noch ein Spiel gewonnen und sind damit ebenso ins Niemandsland abgerutscht wie die St. Louis Cardinals (36-38).

Die drei stärksten Teams der National League spielen allesamt in der NL West. Wir warten quasi wöchentlich auf den Einbruch der San Francisco Giants (48-26), doch der scheint nicht zu kommen. Dass die Giants nicht nur die beste Bilanz aller MLB-Teams haben, sondern mit +101 auch das beste Run Differential der NL, spricht klar für sie. In den kommenden Tagen stehen zwei weitere Bewährungsproben für das Überraschungsteam des Jahres an, denn es geht erst zu Hause ins Derby gegen die Athletics und dann nach Los Angeles zum Klassiker gegen die Dodgers (44-30). Die Dodgers kommen gerade angeschlagen aus San Diego, wo sie sich einen 3-Spiele-Sweep durch die Padres (45-32) abgeholt haben. Die Padres haben damit nun sieben Spiele in Folge gewonnen, ihr Zwischentief offensichtlich hinter sich gelassen und sind zurück im Dreikampf ihrer Division. Da die Padres nun dreimal gegen die Arizona Diamondbacks spielen, benötigt es nicht viel Phantasie, um ihnen eine Fortsetzung der Erfolgsserie zuzutrauen. Die Diamondbacks haben ihre brutale Niederlagenserie nach 17 verlorenen Spielen mit einem Sieg gegen die Brewers am Montag zwar endlich beendet. Seitdem haben sie aber schon wieder zweimal verloren, sodass derzeit 19 Niederlagen aus den letzten 20 Spielen zu Buche stehen.

Szene(n) der Woche
Triple Plays sind ja an sich schon ein seltenes Ereignis im professionellen Baseball. Nahezu unglaublich wird es, wenn ein Team zwei davon innerhalb von drei Tagen schafft. Den Yankees ist das gelungen, sie haben am Donnerstag gegen die Blue Jays ihr zweites und am Sonntag gegen die Athletics bereits ihr drittes Triple Play in diesem Jahr vollendet. Beide waren zudem auf ihre Art ziemlich einzigartig. Das gegen die Blue Jays war das erste 1-3-6-2-5-6-Triple-Play, das jemals verzeichnet wurde. Kurz zur Erklärung für alle, die mit den Scoring-Bezeichnungen nicht so vertraut sind: 1-3-6-2-5-6 bedeutet, dass der Spielzug über Pitcher, First Baseman, Shortstop, Catcher, Third Baseman und nochmal Shortstop lief. In freier Wildbahn sieht das dann so aus:


Das Triple Play gegen die Athletics war vom Ablauf her eher Standard (5-4-3, also Third Baseman, Second Baseman, First Baseman), aber es war das letzte Play des Spiels. Es war das erste Mal seit rund 12 Jahren, dass ein MLB-Spiel mit einem Triple Play beendet wurde.

 

Statistik der Woche 
2001. Das ist keine ausgefeilte Statistik, sondern nur ein Geburtsjahr. Es sagt allerdings aus, dass Wander Franco der erste MLB-Spieler ist, der im aktuellen Jahrtausend geboren wurde. Das 20-jährige Top-Prospect der Rays gab sein Big-League-Debüt am Dienstag und schlug auch gleich seinen ersten Homerun.

Spiel der Woche
Hier fällt mir die Wahl diese Woche schwer. Die Blue Jays hatten einen tollen Comeback-Win gegen die Orioles mit sechs Runs nach dem zweiten Out im neunten Inning. Das eingangs erwähnte Match zwischen den Angels mit Shohei Ohtani und den Giants mit Kevin Gausman war ebenfalls absolut sehenswert. Noch beeindruckender fand ich aber das gestrige Spiel zwischen den Nationals und den Phillies, in dem Washington drei Rückstände – darunter einen von fünf und einen von vier Runs – aufholte und mit purer Willenskraft den Sieg nach Hause brachte:

Mein Einschalttipp
Zweimal geht es in den kommenden Tagen direkt um die Spitze einer Division: zuerst heute Nacht im letzten Spiel der Serie zwischen den Rays und den Red Sox in der AL East und dann von Montag bis Mittwoch zwischen den Brewers und den Cubs in der NL Central. Mein Einschalttipp ist das dritte Spiel der Serie in Milwaukee: Es läuft am kommenden Mittwoch um 20:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit als Free Game of the Day auf mlb.tv. Ihr braucht also nur einen Account auf mlb.com, dann könnt ihr es auch ohne Abo sehen. Starting Pitcher werden voraussichtlich Corbin Burnes (2.62 ERA, 1.13 FIP) für die Brewers und Jake Arrieta (5.45 ERA, 5.58 FIP) für die Cubs sein.
Je nachdem, wie die Spiele am Wochenende laufen, könnte es übrigens auch in den beiden Spielen zwischen den Dodgers und den Giants  Montag- und Dienstagnacht um eine Divisionsspitze gehen.

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April 8th, 2021 by Silversurger

Die MLB ist zurück. In der ersten Woche gab es eine Menge großartiger Szenen und Spiele, leider aber auch schon die ersten coronabedingten Spielausfälle. Zudem gab es politisch verursachten Trubel um das All-Star-Game: Die Ligaleitung hat entschieden, dieses nicht wie geplant in Atlanta auszutragen, sondern es nach Denver zu verlegen. Hintergrund ist eine Änderung des Wahlgesetzes im Staat Georgia, die relativ offensichtlich dem Ziel dient, sozialen und ethnischen Minderheiten die Wahlteilnahme zu erschweren. MLB-Commissioner Rob Manfred teilte in einer Erklärung mit, dass er die Verlegung des Spiels als „besten Weg, unsere Werte als Sport zu demonstrieren“ ansieht. Ich halte das für ein grundsätzlich richtiges Zeichen, wenngleich ich auch die Enttäuschung der als Gastgeber ausgebooteten Atlanta Braves verstehe, die keine Schuld an der Gesetzgebung ihres Staates tragen. Jetzt aber zum Sport: 

National League
Über die NL East lässt sich bislang am wenigsten sagen, da sie vom ersten Tag der Saison an stark von Ausfällen betroffen war. Ein Covid-19-Ausbruch im Team der Washington Nationals (1-2) führte dazu, dass deren gesamte Serie gegen die New York Mets (1-2) verschoben werden musste. Seit Dienstag sind die Nationals wieder im Einsatz, müssen allerdings noch für einige Tage auf Patrick Corbin, Jon Lester, Yan Gomes, Alex Avila, Josh Bell, Josh Harrison, Jordy Mercer, Kyle Schwarber und Brad Hand verzichten. Für einen Sieg im ersten Spiel gegen die Atlanta Braves (2-4) reichte es trotzdem. Die Braves hatten vorher schon einen lupenreinen Fehlstart, indem sie sich 0-3 von den Philadelphia Phillies (5-1) sweepen ließen. Im gestrigen Doubleheader gegen die Nationals konnten sie sich mit zwei Siegen rehabilitieren. Auch die Miami Marlins (1-5) sind schwach gestartet und sehen nicht so aus, als könnten sie die Überraschung der letzten Saison wiederholen.

Vielleicht kommt das Überraschungsteam des Jahres 2021 aus der NL Central. Die Cincinnati Reds (5-1) haben aus sechs Spielen nicht nur fünf Siege, sondern auch ein beeindruckendes Run Differential von +31 eingefahren. Allerdings holten sie den größten Teil davon gegen die Pittsburgh Pirates (1-5). Die richten sich wohl wie erwartet von Anfang an im Keller ein, zumal sich mit Ke’Bryan Hayes ihr einziger Star im ersten Saisonspiel verletzte. Zwischen den beiden Favoriten der Division, den St. Louis Cardinals (4-2) und den Milwaukee Brewers (3-3), steht ab heute eine möglicherweise weichenstellende Serie an. Die Chicago Cubs (3-3) haben derweil das Glück, in ihrer dritten Serie schon zum zweiten Mal gegen die Pirates antreten zu dürfen.

Die NL West begann bemerkenswert, indem eines der wohl schwächsten Teams der MLB, die Colorado Rockies (2-4), das wohl stärkste, die Los Angeles Dodgers (5-2), im Eröffnungsspiel besiegte. Aber das Strohfeuer ist schon wieder erloschen: Die Dodgers haben ihren gewohnten Platz an der Spitze der Division eingenommen, die Rockies bilden gemeinsam mit den Arizona Diamondbacks (2-4) das Schlusslicht. Mit den San Diego Padres (4-3) und den San Francisco Giants (3-3) auf dem dritten Platz ist die NL West die einzige Division, die schon nach einer Woche ziemlich genau so dasteht, wie man es auch für das Ende der Saison erwarten würde. Die Padres müssen allerdings einen harten Schlag verkraften: Fernando Tatis Jr. musste am Montag ausgewechselt werden, nachdem er sich bei einem harten Schwung die Schulter auskugelte. Die Schwere der Verletzung ist noch unklar, doch es scheint sich um mehr zu handeln als „nur“ um ein aus der Pfanne und wieder zurück gesprungenes Gelenk. Der Star-Shortstop steht auf der 10-Tage-Verletztenliste und unterzieht sich weiteren Untersuchungen.

American League
Die Baltimore Orioles (4-2) haben sicher schon ein paar Screenshots von der Tabelle der AL East geschossen. Durch einen Sweep gegen die Boston Red Sox (3-3) in der Eröffnungsserie setzten sie sich an die Spitze der Division, und dort stehen sie nach zwei Niederlagen und einem Extra-Inning-Sieg gegen die New York Yankees (3-3) immer noch. Die Red Sox überraschten ihrerseits, indem sie dem desolaten Start einen Sweep gegen die Tampa Bay Rays (2-4) folgen ließen. Gute und schlechte Nachrichten gibt es für die Toronto Blue Jays (3-3): Die gute ist, dass der Klub mit General Manager Ross Atkins eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre aushandeln konnte. Die schlechte ist, dass das Debüt von Neueinkauf George Springer nach wie vor auf sich warten lässt. Springer startete die Saison auf der Verletztenliste wegen einer Bauchmuskelzerrung; die ist inzwischen überwunden, doch nun sind beim Rennen Schmerzen im Oberschenkel aufgetreten und machen den geplanten Auftritt beim heutigen Home-Opener gegen die Angels unmöglich.

Den besten Start in der AL Central haben die Minnesota Twins (4-2) erwischt, die ihre Serien gegen die Brewers und gegen die Detroit Tigers (3-3) jeweils 2-1 gewannen. Am Wochenende wird es interessant, wenn die etwas besser als erwartet dastehenden Kansas City Royals (3-2) bei den etwas schlechter als erwartet gestarteten Chicago White Sox (3-4) antreten. Die Cleveland Indians (2-3) bieten derweil das Bild, das man von ihnen gewohnt ist: die wenigsten erzielten Runs in der gesamten AL und dennoch ein Run Differential von +1 dank ihres hervorragenden Pitchings.

In der AL West hatte gleich die erste Serie schon stark richtungsweisenden Charakter: Die Oakland Athletics (1-6) mussten im eigenen Ballpark einen 4-Spiele-Sweep der Houston Astros (5-1) hinnehmen. Da die A’s auch die nächsten beiden Spiele gegen die Dodgers verloren und obendrein den Ausfall ihres Closers Trevor Rosenthal verkraften müssen, stehen sie bereits mit dem Rücken zur Wand. Zu allem Überfluss müssen sie jetzt nach Houston reisen. Aber vielleicht geht ja ein Ruck durch das Team, nachdem gestern per Extra-Innings-Walkoff über die Dodgers der erste Saisonsieg eingefahren wurde. Außer den Astros sind auch die Los Angeles Angels (4-2) stark in die Saison gestartet, unter anderem mit drei Siegen gegen die White Sox. In einem davon hatte Shohei Ohtani seinen großen Auftritt, indem er zum ersten Mal im selben MLB-Spiel pitchte und schlug. In 4.2 Innings erzielte er einen Homerun und ließ nur einen gegnerischen Run zu. 

Szene der Woche
Die folgende Szene aus dem Eröffnungsspiel zwischen den Dodgers und den Rockies ist so kurios wie erklärungsbedürftig: Mit Justin Turner als Runner an der ersten Base schlägt Cody Bellinger einen weiten Ball ins Leftfield. Raimel Tapia bekommt den Ball kurz in den Handschuh, lässt ihn aber über den Zaun fallen. Bellinger und Turner denken zunächst, dass es ein Homerun ist, doch dann ist sich Turner der Sache nicht mehr sicher und sprintet zurück zur ersten Base, wie es nach einem Flyout erforderlich wäre. Dabei achtet er nicht auf Bellinger und läuft an diesem vorbei. Regeltechnisch hat Bellinger dadurch Tuner beim Baserunning überholt und ist automatisch aus – trotz des inzwischen von den Umpires bestätigten Homeruns. Weil Bellinger zwischen der ersten und zweiten Base aus ist, gilt sein Schlag nur als Single. Turner darf aber um die Bases laufen, der RBI dafür geht an Bellinger.

Zwei Tage später schlug übrigens die ausgleichende Gerechtigkeit in Form einer verblüffend ähnlichen Szene zu: Dieses Mal war Zach McKinstry für die Dodgers am Schlag. Wieder flog der Ball Richtung Leftfieldzaun, wieder war Raimel Tapia mit dem Handschuh dran. Dieses Mal landete der Ball im Feld, aber weil Tapia das zu spät merkte, gelang McKinstry ein Inside-The-Park-Homerun. 

Statistik der Woche 
8. So viele Hits hatte Yermin Mercedes von den Chicago White Sox in ebenso vielen Plate Appearances zum Start der Saison. Das ist MLB-Rekord und auch deshalb erstaunlich, weil von dem 28-Jährigen bisher kaum jemand je gehört hatte. Kurz vor Saisonstart war er durch die Verletzung von Eloy Jimenez in den Kader gerutscht und durfte im ersten Spiel als DH antreten. Er schlug 5-für-5 und traf im nächsten Spiel erneut dreimal hintereinander, bevor ihn beim neunten Versuch ein Flyout ereilte.

Die zweite Feel-Good-Story des Opening Weekends möchte ich an der Stelle nicht unerwähnt lassen: Auch die Detroit Tigers haben einem bislang kaum bekannten Spieler eine Chance gegeben, und auch er nutzte sie auf spektakuläre Weise: Akil Baddoo schlug den ersten Pitch seiner MLB-Karriere zum Homerun. 

Spiel der Woche
Die Entscheidung fällt schwer angesichts der vielen tollen Spiele, die die erste Woche zu bieten hatte. Weil es in diesem Artikel bisher vor allem um Offense ging, geht meine Stimme hier an die Partie der Twins gegen die Brewers vom Samstag. José Berrios und Corbin Burnes lieferten sich sechs Innings lang ein geradezu wahnwitziges Pitcherduell: 12 Strikeouts für Berrios, 11 für Burnes, kein Walk und kein Hit auf beiden Seiten. Die einzigen Baserunner ließen beide Pitcher im fünften Innning durch jeweils einen Hit-by-Pitch zu. Im siebten Inning beendete Byron Buxton per Homerun den No-Hitter von Burnes. Berrios wurde trotz seines noch intakten No-Hitters nach sechs Innings und 84 Pitches ausgewechselt. Den ersten und einzigen Hit der Brewers erzielte Omar Narvaez im achten Inning gegen Tyler Duffey.

Mein Einschalttipp
Am Wochenende steht die Paarung an, die letztes Jahr das Duell in der AL darstellte: Die New York Yankees treffen auf die Tampa Bay Rays. Beide Teams hatten einen durchwachsenen Start und dürften entsprechend motiviert sein, das eine oder andere Ausrufezeichen zu setzen. Die erste Partie der 3-Spiele-Serie beginnt am Freitag zur perfekten mitteleuropäischen Sendezeit um 21:10 Uhr und ist obendrein das Free Game of the Day auf mlb.tv. Als Starting Pitcher treten die beiden Routiniers Rich Hill (Rays) und Corey Kluber (Yankees) an.

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August 6th, 2020 by Silversurger

Wir gewöhnen uns zurzeit in vielen Lebensbereichen an eine „neue Normalität“. In der MLB besteht die neue Normalität offenbar darin, dass immer wieder einzelne Teams tage- oder wochenweise wegen Corona-Ausbrüchen aus dem Spielplan genommen werden und dieser laufend angepasst wird. Die Miami Marlins und die Philadelphia Phillies sind seit Anfang der Woche zurück im Spielbetrieb, dafür pausieren nun die St. Louis Cardinals, bei denen sieben Spieler und sechs Angestellte positiv getestet wurden.

Die MLB strebt nach wie vor an, 60 Spiele je Team durchzuführen, unter anderem mit Hilfe von verkürzten Doubleheadern mit 7 Innings pro Spiel. Doch es gibt auch einen Plan B: Falls es nötig wird, die Saison mit unterschiedlich vielen gespielten Partien zu beenden, wird in der Endabrechnung statt der Zahl der Siege der Prozentanteil der Siege herangezogen.

Dass Corona auch für ansonsten gesunde Profisportler keine Lappalie ist, zeigt der Fall von Eduardo Rodriguez: Der Red-Sox-Pitcher erlitt infolge der Virusinfektion eine Herzmuskelentzündung und fällt für den Rest der Saison aus. In Anbetracht solcher Erfahrungen kann man es den Spielern nicht verdenken, die sich den Risiken dieser Saison nicht weiter aussetzen wollen: Lorenzo Cain (Brewers), Shelby Miller (Brewers), Isan Diaz (Marlins) und Yoenis Cespedes (Mets, siehe „Szene der Woche“) haben sich im Lauf der letzten Tage für den Opt-Out entschieden.

Ein Opfer der Pandemielage wird leider auch das Field-of-Dreams-Spiel, das nächste Woche in Iowa stattfinden sollte. MLB-Commissioner Rob Manfred dazu: „Wir haben alles versucht, um ein erstklassiges Event für die Menschen in Iowa, für die Bewunderer des Films und für die Fans im Allgemeinen durchzuführen. Leider mussten wir zu dem Schluss gelangen, dass es nicht klug wäre, angesichts der öffentlichen Gesundheitslage die normalen Abläufe der Clubs zu ändern.“ Eine bedauerliche, aber vernünftige Entscheidung. Das Spiel soll 2021 nachgeholt werden. 

American League
Die Tabellen sagen nach zwei Wochen und diversen Ausfällen noch nicht viel aus. Aber immerhin haben die meisten Teams schon rund ein Fünftel der Saison absolviert, also riskieren wir einen kurzen Blick: In der AL East überragen die New York Yankees (9-2), die den hohen Erwartungen bisher in nahezu jeder Hinsicht gerecht werden. Enttäuschend waren bisher lediglich die Auftritte von Starting Pitcher J. A. Happ und das frühe Saison-Aus von Reliever Tommy Kahnle, der sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste. Alle anderen Teams der Division stehen derzeit mit einer negativen Bilanz dar, einschließlich des nicht allzu geheimen Geheimfavoriten Tampa Bay Rays (5-7). 

Auch an der Spitze der AL Central herrschen schon relativ klare Verhältnisse, nachdem die Minnesota Twins (10-2) zuletzt sechs Spiele in Folge gewonnen haben, drei davon gegen die Cleveland Indians (7-6). Auch die Chicago White Sox (7-5) sind gut aus den Startlöchern gekommen. Man darf gespannt sein, wie sie sich am Wochenende im Verfolgerduell mit den Indians schlagen.

In der AL West sind die Oakland Athletics (8-4) bislang die positive Überraschung. Sie führen die Division vor den Houston Astros (6-5) an. Am Wochenende treffen die A’s und die Astros dreimal direkt aufeinander. Die Negativüberraschung sind die Los Angeles Angels (4-8). Bei ihnen erfüllt wieder mal kaum jemand die hohen Erwartungen – außer natürlich Mike Trout, der sich nach ein paar Tagen Babypause mit drei Homeruns in zwei Spielen zurück meldete. Als zweiter Superstar des Teams ist eigentlich seit drei Jahren Shohei Ohtani vorgesehen, doch ihm machen in unschöner Regelmäßigkeit Verletzungen einen Strich durch die Rechnung. Aktuell setzt ihn eine Zerrung im Unterarm außer Gefecht. Ohtani wird wohl heute oder morgen als DH ins Lineup der Angels zurückkehren, als Pitcher fällt er aber voraussichtlich für den Rest der Saison aus.

National League
Über die NL East kann man wegen der vielen Spielausfälle kaum etwas sagen außer dass die Atlanta Braves (8–5) ziemlich gut und die New York Mets (5-8) ziemlich schlecht gestartet sind – was größtenteils aus den sieben direkten Aufeinandertreffen resultiert, welche die Braves 5-2 für sich entschieden haben. Ein Wermutstropfen für die Braves ist, dass sie auf ihren besten Pitcher für den Rest des Jahres verzichten müssen. Mike Soroka erlitt einen Achillessehnenriss, als er im Spiel gegen die Mets am Dienstag die erste Base covern wollte und schon beim ersten Schritt vom Mound ungünstig auftrat. Tabellenführer der NL East sind übrigens die Miami Marlins (5-1) – eine schöne Momentaufnahme für den krassen Außenseiter, aber angesichts von nur sechs gespielten Partien ein Muster ohne Wert.

In der NL Central schwimmen die Chicago Cubs (10-2) auf einer Welle von sechs Siegen hintereinander und haben die Milwaukee Brewers (4-5) und die Cincinnati Reds (5-7) schon ein ganzes Stück weit abgehängt. Kaum zu beurteilen sind bislang die St. Louis Cardinals (2-3), die coronabedingt erst fünf Spiele absolvieren konnten. Nach sechs Tagen Quarantäne in einem Hotel in Milwaukee durften die Cardinals gestern nach Hause reisen. Sie werden voraussichtlich morgen den Spielbetrieb wieder aufnehmen, beginnend mit dem Härtetest einer Wochenendserie gegen die Cubs.

Die NL West könnte spannender werden als erwartet. Zwar haben die hoch favorisierten Los Angeles Dodgers (9-4) einen grundsoliden Start hingelegt und sich mit +33 bereits das höchste Run Differential der gesamten MLB erspielt. Doch die Colorado Rockies (8-3) überzeugen ebenso, haben bislang jede ihrer Serien gewonnen. Auch die San Diego Padres (7-6) kamen gut in die Saison rein, erhielten aber durch jeweils 1:2 verlorene Serien gegen die Dodgers und die Rockies diese Woche ihre ersten Dämpfer.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche ist der Abgang von Yoenis Cespedes bei den Mets. Der Outfielder mit dem Hang zum Spektakulären – sowohl auf dem Platz als auch jenseits davon – sorgte für Aufruhr im Lager der Mets, als er am Sonntag nicht zum Spiel in Atlanta erschien und auf Kontaktversuche nicht reagierte. Schließlich schickte man eine Gruppe von Sicherheitsleuten, die sich Zugang zu seinem Hotelzimmer verschafften, welches sie allerdings komplett leer vorfanden. Erst in der Mitte des Spiels meldete sich der Agent von Cespedes mit der Erklärung, sein Mandant habe entschieden, wegen Corona aus der Saison auszusteigen. Das ist sein gutes Recht, aber auf diese Art, ohne jeden persönlichen Abschied von dem Team, dem er fünf Jahre angehört hat, hinterlässt die Sache mehr als einen faden Beigeschmack. Bei den Mets wird man Cespedes wohl nicht mehr sehen, denn das aktuelle ist sein letztes Vertragsjahr.

Da es von dem obskuren Abgang kein Video gibt und wir alle sowieso lieber schöne Baseballszenen sehen, gibt es quasi als Bonus zur Szene der Woche diesen atemberaubenden Wurf von Mookie Betts:

Statistik der Woche 
9 von 9. Tyler Alexander gelang es am Sonntag, neun Batter hintereinander per Strikeout abzufertigen. Der Reliever kam im dritten Inning für die Detroit Tigers ins Spiel und pflügte einmal durch das komplette Lineup der Cincinnati Reds, bevor er Mike Moustakas bei einem 0-2-Count abwarf und dadurch die Strecke beendete. Alexander hat damit einen Rekord für die meisten aufeinander folgenden Strikeouts durch einen Einwechselpitcher aufgestellt. Der Rekord für die meisten Strikeouts hintereinander durch einen einzelnen Pitcher liegt bei zehn, aufgestellt von Mets-Starter Tom Seaver im Jahr 1970.

Spiel der Woche
Zwei Homeruns von Joc Pederson, ein besonders beeindruckender von Fernando Tatis Jr. und ein sehenswertes Doubleplay, um die Aufholjagd im neunten Inning zu beenden – das sind die Hauptzutaten für mein Spiel der Woche, das letzte Nacht zwischen den San Diego Padres und den Los Angeles Dodgers stieg:

Mein Einschalttipp
Diese Woche gibt es nicht nur einen Einschalt-, sondern auch einen Hingehtipp: Morgen beginnt die verkürzte Saison der Baseball-Bundesliga. Den Anfang machen am Freitag um 18:30 Uhr die Paderborn Untouchables und die Cologne Cardinals. Eine halbe Stunde später beginnt das wohl interessanteste Duell des ersten Spieltags, bei dem der amtierende Meister Heidenheim Heideköpfe auf die Mainz Athletics trifft. Zuschauer sind in fast allen Ballparks im Rahmen von Abstands- und Hygienekonzepten und mit Erfassung von Kontaktdaten erlaubt – eine Ausnahme davon stellen bislang die bayerischen Teams dar, die noch keine Zuschauer zulassen dürfen. Informiert euch bitte beim jeweiligen Verein über die konkreten Bedingungen, zum Beispiel ob Tickets online gekauft werden müssen. Wenn euch das zu umständlich oder zu unsicher ist oder ihr kein Team in der Nähe habt, schaut doch bei einer der Live-Übertragungen rein. Mir liegt leider keine genaue Information vor, welche Vereine Streams zur Verfügung stellen, aber zumindest mit den üblichen Verdächtigen wie Bonn, Regensburg, München, Hamburg und Berlin darf man wohl rechnen. Wer dazu weitere Informationen hat, kann sie gerne als Kommentar posten.

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Juni 20th, 2019 by Silversurger

Das Maß aller Dinge in der MLB sind momentan die Los Angeles Dodgers: Als erstes Team in diesem Jahr haben sie die Marke von 50 Siegen erreicht – schneller waren, dem Kalenderdatum nach, übrigens allein die Seattle Mariners des Jahres 2001. Eine 100-Siege-Saison der Dodgers scheint damit so gut wie gebucht – was für den Klub sicher ein schöner Erfolg, aber längst nicht zufriedenstellend wäre: Nach zwei verlorenen World Series zählt für die Dodgers dieses Jahr allein der Titel.

American League
Die Tampa Bay Rays (43-31) spielen eine großartige Saison, doch sie haben ein Problem: Sie finden einfach kein Rezept gegen die New York Yankees (46-27). Zum dritten Mal in diesem Jahr trafen die beiden Kontrahenten um die Spitze der American League East in einer Serie aufeinander, zum dritten Mal zogen die Rays den Kürzeren. Mit 3:0, 6:3 und 12:1 fuhren die Yankees einen überzeugenden Sweep ein und stehen nun wieder klar vorne. Dafür, dass das so bleibt, sollen interne und externe Verstärkungen sorgen: Von den Mariners kommt Slugger Edwin Encarnacion im Tausch gegen ein Prospect, zudem ist Giancarlo Stanton aus seiner Verletzungspause zurück und auch Aaron Judge wird wohl heute oder morgen reaktiviert. Nach sieben Siegen in den letzten acht Spielen sind plötzlich auch die Boston Red Sox (41-35) wieder im Rennen. Den Wild-Card-Platz haben sie bereits zurück erobert und mit den Toronto Blue Jays (26-48) steht für sie eine weitere lösbar Aufgabe an.

In der AL Central haben die Minnesota Twins (48-25) durch die verlorene Serie gegen die Red Sox ein bisschen an Boden verloren, doch sie sind immer noch das stärkste Team der AL, und der Abstand auf die Cleveland Indians (39-34) ist nach wie vor komfortabel. Die Indians werden sinnvollerweise weniger auf die Twins schielen als auf die Chance, über eine Wild Card in die Playoffs zu kommen. In dieser Hinsicht könnten die zwei jüngsten Siege gegen die Rangers sich als Big Points erweisen, insbesondere wenn ihnen heute Abend ein dritter folgt (siehe Einschalttipp). Im Anschluss daran warten auf die Indians zwölfmal hintereinander drei der schlechtesten Teams der Liga: sechsmal die Kansas City Royals (25-49) sowie je dreimal die Detroit Tigers (26-44) und die Orioles.

Auch die Houston Astros (48-27) in der AL West haben einen bequemen Vorsprung und dass ihr Star José Altuve seit gestern wieder an Bord ist, wird sie noch stärker machen. Dennoch befinden die Astros sich gerade in einer Mini-Krise: Zum ersten Mal in diesem Jahr haben sie vier Spiele am Stück verloren. Ausgerechnet in dieser Situation wartet alles andere als ein Aufbaugegner, nämlich die schwierige Auswärtsserie bei den New York Yankees. Man darf aber getrost davon ausgehen, dass die Astros nicht lange im Tief verharren werden. Der Rest der Division, mit Ausnahme der tief gefallenen Seattle Mariners (32-46), liefert sich ein enges Rennen um Platz zwei. Die Texas Rangers (39-35) sind nach einer durchwachsenen Woche noch knapp vorne, doch sowohl die Oakland Athletics (39-36) als auch die Los Angeles Angels (38-37) haben sich nah herangearbeitet.

National League
In der National League East ist ordentlich Bewegung: Die Philadelphia Phillies (39-34) haben Serien gegen die Atlanta Braves (44-31) und die Washington Nationals (35-38) und damit auch erstmal den Anschluss an die Spitze verloren. An selbiger stehen die Braves inzwischen recht unangefochten, nachdem sie in den letzten zwei Wochen lediglich zwei Spiele verloren haben. Für sie steht nun eine interessante Serie gegen die Nationals an, die ähnlich gut in Form sind und sich auf Platz drei hochgearbeitet haben. Eine Schrecksekunde für Washington gab es am Dienstag, als ihr Pitching-Ass Max Scherzer sich bei einem missglückten Bunt im Training die Nase brach. Doch der als extrem ehrgeizig und willensstark bekannte Scherzer ließ sich davon nicht beirren und pitchte am Tag danach sieben scorelose Innings mit zehn Strikeouts. Die New York Mets (35-39) sind derweil auf Rang vier abgerutscht. Damit sind sie noch nicht ganz aus dem Rennen, aber angesichts der Matchups bis zum All-Star-Break (@Cubs, @Phillies, Braves, Yankees, Phillies) sind meine Hoffnungen für sie relativ gering.

Die Chicago Cubs (40-33) und die Milwaukee Brewers (40-34) liefern sich weiterhin ein munteres Wechselspiel um die Spitze der NL Central. Seit letzter Nacht sind wieder die Cubs vorne: Ein Split im Stadtduell gegen die White Sox genügte ihnen dafür, weil die Brewers sich in San Diego sweepen ließen. Richtig rund lief es zuletzt weder bei den Cubs noch bei den Brewers, daher konnten die St. Louis Cardinals (38-35) sich mit Erfolgen gegen die Marlins und die Mets zurück in die Spitzengruppe arbeiten. Auch die Cincinnati Reds (34-38) und die Pittsburgh Pirates (33-40) sind noch in Schlagweite innerhalb dieser knappsten aller MLB-Divisionen.

Wie eingangs schon erwähnt, sind die Los Angeles Dodgers (50-25) das stärkste Team der bisherigen Saison. Als solches sind sie auch in der NL West völlig unangefochten. Die Musik spielt hier eher im Ringen um Platz zwei: Die Colorado Rockies (39-34) haben zurzeit die beste Ausgangsposition, müssen aber nach bereits zwei Niederlagen heute noch einmal gegen die Arizona Diamondbacks (38-37) und am Wochenende dreimal in Dodger Stadium antreten. Gleichauf mit den Diamondbacks hoffen die San Diego Padres (38-37), ihre derzeitige Erfolgsserie auch in Pittsburgh und Baltimore fortsetzen zu können.

Szene der Woche
Die erstaunlichste Szene der letzten sieben Tage ist und bleibt für mich der Intentional Balk von Kenley Jansen. Da ich den aber bereits in einem eigenen Artikel beleuchtet habe, gehe ich hier den konservativen Weg und widme mich den in dieser Woche geschlagenen Cycles. Von dieser besonderen Hitting-Leistung – dem Erzielen je eines Singles, Doubles, Triples und eines Homeruns durch einen Spieler in einem Spiel – gibt es selten mehr als eine Handvoll pro Saison. Am Donnerstag und am Freitag gab es zum ersten Mal seit 1912 zwei an direkt aufeinander folgenden Tagen. Den Anfang machte Shohei Ohtani beim 5:3-Sieg seiner Angels in Tampa Bay:

Tags darauf folgte Clevelands Jake Bauers mit einer nicht weniger beeindruckenden Performance beim 13:4-Sieg in Detroit:

Statistik der Woche 
92. So viele Runs scorten die Colorado Rockies und die San Diego Padres während ihrer vier Duelle am letzten Wochenende. Das sind mehr Runs als je zuvor in einer 4-Spiele-Serie erzielt wurden. Es fielen noch ein paar mehr Rekorde in dieser verrückten Serie bei perfektem Wetter im hitterfreundlichsten Ballpark der Liga: Rockies-Leadoff Charlie Blackmon allein gelangen 15 Hits, ebenfalls die meisten in einer 4-Spiele-Serie. Im wildesten Spiel der Serie schafften es am Freitag die Padres zum ersten Mal in ihrer Geschichte, einen Rückstand von 6 Runs umzudrehen. Am Ende gewannen sie 16:12 in zwölf Innings. Die anderen Partien kamen ohne Extra-Innings aus: Colorado siegte am Donnerstag 9:6 und am Samstag 14:8, bevor am Sonntag noch mal die Padres mit 14:13 die Nase vorn hatten. Hier der Beweis, dass tatsächlich Baseball gespielt wurde, auch wenn die Ergebnisse eher nach Football klingen:

Spiel der Woche
Es ist mal wieder Zeit, „unseren“ Major Leaguer zu feiern: Max Kepler hatte Dienstagnacht das vielleicht aufregendste Spiel seiner Karriere. Dabei war er noch nicht mal von Anfang an dabei, sollte eigentlich einen Ruhetag bekommen während der Partie seiner Twins gegen die Red Sox. Doch er kam im sechsten Inning als Pinch Hitter und wurde anschließend im Spiel gelassen – zum Glück für die Twins, denn ohne ihren deutschen Star hätten sie wohl ziemlich sicher verloren und damit erstmals in dieser Saison drei Niederlagen in Folge eingesteckt. Im siebten Inning ging Boston 2:1 in Führung – im achten glich Kepler den Stand durch einen RBI-Single aus und rettete sein Team in die Verlängerung. Im dreizehnten Inning brachte Mookie Betts die Red Sox erneut in Front – Kepler konterte mit einem Homerun und hielt das Spiel offen. Im siebzehnten Inning schließlich entschied Kepler die Partie mit einem Walk-off-Single bei geladenen Bases zum 4:3.

Mein Einschalttipp
Zwei Teams am Scheideweg treffen sich heute zur besten deutschen Sendezeit (ab 20:05 Uhr) zum Finale ihrer 4-Spiele-Serie: Die Texas Rangers empfangen die Cleveland Indians. Die Rangers benötigen einen Sieg, um sich nach 7:2, 3:10 und 4:10 wenigstens den Split zu sichern. Noch ist es etwas zu früh in der Saison, um ernsthaft an die Verteilung der Wild Cards zu denken. Aber zurzeit deutet einiges darauf hin, dass diese beiden Teams bis zum Ende zu den heißen Kandidaten um den Hintereingang in die Playoffs gehören werden. Als Starting Pitcher werden Mike Minor (2.63 ERA, 3.72 FIP) für die Rangers und Shane Bieber (3.92 ERA, 3.89 FIP) für Cleveland antreten. Das Spiel gibt es auf DAZN über MLB Network sowie natürlich auf mlb.tv zu sehen.

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November 29th, 2018 by Silversurger

Wenn es so etwas wie eine Saure-Gurken-Zeit in der MLB gibt, dann dürfte sie jetzt angebrochen sein. Es ist die Zeit, in der es immer mal wieder eine interessante Neuverpflichtung oder gar einen Trade gibt, bei dem man die Namen der Spieler schon mal gehört hat. Das meiste, was man hört, sind aber Spekulationen und Gerüchte. Traden die Giants Madison Bumgarner? Holen die Phillies sich Harper und Machado? Bauen die Athletics endlich ihr neues Stadion? Ich kann keine dieser Fragen beantworten, aber ich kann zumindest einen kleinen Überblick geben, was sich in den letzten Tagen in der MLB getan hat.

Tony Clark bleibt Kopf der Gewerkschaft
Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass die Teambesitzer der MLB den Vertrag mit Rob Manfred als Commissioner der Liga um fünf Jahre verlängert haben. Sein wichtigster Gegenpart, Tony Clark, wurde nun in seinem Amt als Vorsitzender der Spielergewerkschaft MLBPA ebenfalls bestätigt. Der Vertrag des früheren First Basemans wird bis 2022 verlängert. Damit ist nun klar, dass Clark und Manfred erneut die jeweiligen Verhandlungsführer sein werden, wenn das Collective Bargaining Agreement (CBA), quasi der Rahmentarifvertrag zwischen der Liga und den Spielern, neu diskutiert wird. Das aktuelle Vertragswerk läuft bis 2021.

Braves rüsten auf mit Donaldson und McCann
Die größten Free-Agent-Verpflichtungen dieser Woche gehen eindeutig auf das Konto der Atlanta Braves. Third Baseman Josh Donaldson, in meiner Liste der wichtigsten Free Agents immerhin auf Platz acht, erhält einen Einjahresvertrag über 23 Millionen Dollar. Ebenfalls für ein Jahr, wenngleich für „nur“ 2 Millionen Dollar unterschreibt Catcher Brian McCann. Die Braves haben dieses Jahr etwas überraschend die NL East gewonnen. Auf diesem Erfolg will man offensichtlich aufbauen, indem man das sehr junge, sehr talentierte Team um zwei erfahrene Veteranen ergänzt. Donaldson hat das Zeug zum Leistungsträger, sofern es ihm gelingt, gesund zu bleiben. Der 35-jährige McCann ist eher als Ergänzungsspieler zu sehen, aber er dürfte hochmotiviert ans Werk gehen, denn ihm wurde mit dem Wechsel nach Atlanta ein persönlicher Traum erfüllt. McCann wurde in einem Vorort von Atlanta geboren und spielte bereits von 2005 bis 2013 sehr erfolgreich für die Braves.

Ein paar weitere Neuverpflichtungen
Neben den Braves sicherten sich diese Woche ein paar weitere Teams Neuzugänge, die alle eher die zweite Reihe der MLB-Profis betrafen. Die aus meiner Sicht erwähnenswertesten möchte ich zumindest kurz aufgezählt haben: 1B C. J. Cron geht zu den Twins, 1B Jordan Patterson zu den Mets, OF Lonnie Chisenhall zu den Pirates, RP Adam McCreery zu den Dodgers, SP Ricardo Sanchez zu den Mariners, SP Matt Moore zu den Tigers, IF Ronald Torreyes zu den Cubs, RP Jesse Chavez zu den Rangers und SP Henderson Alvarez zu den Nationals.

Das nächste große Talent aus Japan
Die große Geschichte der letzten Offseason war das japanische Supertalent Shohei Ohtani. Ohtani landete letzten Endes bei den Los Angeles Angels und schaffte quasi aus dem Stand den Durchbruch in der MLB – aufsehenerregenderweise sowohl als Pitcher wie auch als Batter. Trotz einer Verletzung, die ihn seit Juni weitgehend am Pitchen hinderte, wurde er zum Rookie des Jahres in der AL gewählt. Nun scheint das nächste Talent aus Japan vor dem Sprung nach Amerika zu stehen: Yusei Kikuchi von den Seibu Lions wird wohl Anfang nächster Woche offiziell zur Verpflichtung durch einen MLB-Klub freigegeben. Der linkshändige Pitcher ist 27 Jahre alt und spielt bereits seit sieben Jahren in der japanischen Profiliga NPB. Er bringt es dort auf einen Karriere-ERA von 2.77. Bereits als Schüler war 2009 eine ganze Reihe von MLB-Teams an einer Verpflichtung Kikuchis interessiert, doch er entschied sich damals, in Japan zu bleiben. Jetzt ist er offenbar bereit, den Schritt über den großen Teich zu wagen, und er könnte ohne Weiteres zu einem der begehrtesten Free Agents  dieser Offseason werden. Bei seinem letzten Spiel in der NPB waren Scouts der Yankees, Giants, Red Sox, Dodgers, Phillies, Brewers und Rangers anwesend und wahrscheinlich haben auch alle anderen Teams Kikuchi im Laufe des Jahres beobachten lassen. Sobald die Freigabe seitens der Seibu Lions erfolgt ist, haben die MLB-Teams 30 Tage Zeit, sich mit dem Spieler auf einen Vertrag zu einigen.

Ein neuer Ballpark für die Athletics?
Dass die Athletics gern einen neuen Ballpark hätten – idealerweise in Oakland, zur Not irgendwo anders – ist seit Jahren geradezu ein Running Gag in der MLB. Vielleicht tut sich nun aber wirklich etwas. Jedenfalls wurden am Mittwoch konkrete Pläne für einen Neubau offiziell veröffentlicht und ich muss sagen: Das rundherum begrünte, direkt am Wasser gelegene Stadion sieht auf den Zeichnungen sensationell schön aus. 2023 soll es eröffnet werden und obwohl Team-Präsident Dave Kaval keine Details zur Finanzierung verriet, soll auch diese weitgehend gesichert und mit der Stadt Oakland abgestimmt sein. Dass der Ballpark tatsächlich gebaut wird, glaube ich allerdings frühestens, wenn der erste Spatenstich erfolgt ist.

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November 15th, 2018 by Silversurger

Diese Woche steht der Grand Slam ganz im Zeichen der offiziellen MLB-Awards für die Saison 2018. Die besten Rookies, die besten Manager und die besten Pitcher des Jahres wurden in den letzten Tagen bekannt gegeben. Nun richtet sich die Spannung auf die wichtigste Einzelauszeichnung, den Most Valuable Player (MVP) in beiden Teilligen. Die wichtigsten sonstigen Nachrichten der Woche sind, dass in Baltimore eine GM-Karriere neu beginnt, in Minnesota eine bedeutende Spielerkarriere endet und die Karriere des Spitzenfunktionärs der MLB um fünf Jahre verlängert wird.

Cy-Young-Awards für Snell und deGrom
Die beiden herausragenden Pitcher des Jahres sind Blake Snell von den Tampa Bay Rays in der American League und Jacob deGrom von den New York Mets in der National League. In der AL war es ein relativ knappes Rennen zwischen Snell und Houstons Justin Verlander. Snell setzte sich am Ende mit 17 ersten Plätzen auf den 30 Wahlzetteln und mit insgesamt 169 Punkten durch, während Verlander die restlichen 13 Erstplatzierungen und 154 Gesamtpunkte hatte. Für deGrom war es eine sehr viel deutlichere Angelegenheit: 29 von 30 Erststimmen und 207 Gesamtpunkte entfielen auf ihn, der Abstand auf Washingtons Max Scherzer mit einem einzigen ersten Platz und 123 Punkten war riesig. Im Endeffekt haben sich also die Pitcher durchgesetzt, die in der populärsten Statistik – dem Earned Run Average – vorne lagen. 1.70 ERA von deGrom und 1.89 ERA von Snell ergeben das erste Mal in der über 50-jährigen Geschichte des Awards, dass die Preisträger in beiden Ligen einen Wert von unter 1.90 aufweisen.

Ohtani und Acuna die besten Rookies
Die Wahlen zum besten Neuling des Jahres gingen in beiden Ligen eindeutig aus. In der NL landete Outfielder Ronald Acuna Jr. von den Atlanta Braves mit 27 ersten Plätzen deutlich vor Washingtons Juan Soto und Walker Buehler von den Dodgers. Das war einigermaßen erwartbar, im Gegensatz zum Ergebnis der AL: Shohei Ohtani, Two-Way-Star als Pitcher und Batter für die Los Angeles Angels, landete auf 25 von 30 Wahlscheinen ganz vorne und ließ die Yankees-Infielder Miguel Andujar und Gleyber Torres abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei landen. Andujar galt vorher als Mitfavorit auf Augenhöhe, aber am Ende führte dann für eine Mehrzahl der Wahlberechtigten trotz Verletzung offensichtlich kein Weg vorbei an dem spektakulären Multitalent aus Japan.

Manager des Jahres sind Melvin und Snitker
Mit Bob Melvin von den Oakland Athletics und Brian Snitker von den Atlanta Braves gewannen zwei Manager die jährliche Auszeichnung, die ihre jeweiligen Teams zu überraschend starken Saisons gecoacht haben. Melvin gelang es, mit den Athletics und ihrem Low-Budget-Kader 97 Siege zu erzielen und bis in die Wild-Card-Runde der AL vorzudringen. Für diese Leistung erhielt er 18 von 30 Erststimmen. Auf Platz zwei landete Alex Cora vom World-Series-Sieger Boston Red Sox. Snitker brachte es mit seinem jungen Team auf eine Bilanz von 90-72, was genau der Kehrwert der vorherigen Saison der Braves war und für den Gewinn der NL East reichte. Bei der Wahl zum NL-Manager des Jahres kam er 17-mal auf den ersten Platz und gewann den Award knapp von Craig Counsell von den Milwaukee Brewers. Man muss an dieser Stelle noch mal herausstellen, dass alle Awards, die diese Woche vergeben wurden und noch werden, sich ausdrücklich auf die reguläre Saison beziehen. Die Wahl durch die Journalistenvereinigung BBWA fand direkt vor dem Start der Postseason statt und somit ohne Berücksichtigung von Erfolgen oder Misserfolgen in den Playoffs.

MVP-Awards folgen heute Nacht
Heute Nacht, zwischen 0 und 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit, werden die höchsten Auszeichnungen vergeben, die man als Spieler in einer Saison erreichen kann. Genau wie für die anderen Awards wurden vorher jeweils drei Finalisten bekannt gegeben. In beiden Ligen gibt es klare Favoriten und es wäre eine große Überraschung, wenn nicht Mookie Betts in der AL und Christian Yelich in der NL die begehrte Trophäe erhielten. Die anderen Finalisten – José Ramirez und Mike Trout in der AL, Nolan Arenado und Javier Báez in der NL – stehen alle mit Recht auf dem Treppchen, aber an Betts und Yelich dürfte dieses Jahr kein Weg vorbei führen. Beide dominieren sowohl die traditionellen als auch die fortgeschrittenen Statistiken und beide haben auch ihr Team zu hervorragenden Saisons geführt.

Die Orioles haben einen neuen General Manager
Den Baltimore Orioles steht nach einer katastrophalen Saison und dem Abgang diverser Topspieler ein umfassendes Rebuilding ins Haus. Die Verantwortung für dessen Umsetzung wird in die Hände von Mike Elias gelegt, der den Posten des General Managers übernimmt. Der 35-jährige Elias war bisher Assistenz-GM bei den Houston Astros und dort vor allem für Spielerverpflichtungen verantwortlich. Diesen Job hat er offensichtlich nicht ganz schlecht gemacht, denn die Astros haben unter seiner Mitwirkung die World Series 2017 gewonnen und waren auch dieses Jahr eines der stärksten Teams der Liga. Für das 115-Niederlagen-Team Baltimore ist es bis dahin noch ein weiter Weg, aber von den Astros zu lernen ist sicher kein schlechtes Rezept.

Alex Cora bleibt länger
Die Boston Red Sox hatten ihren vor der Saison neu verpflichteten Manager Alex Cora zunächst mit einem Vertrag bis 2020 plus Cluboption für 2021 ausgestattet. Nach Coras extrem erfolgreichen ersten Jahr mit der gewonnenen World Series und dem zweiten Platz als Manager des Jahres wurde er nun damit belohnt, dass sein Vertrag um ein Jahr verlängert wurde. Er läuft nun fest bis 2021, anschließend hat unverändert der Verein die Option auf ein weiteres Jahr.

Joe Mauer beendet seine Karriere
Nach 15 Jahren in der MLB, alle für die Minnesota Twins, beendet Catcher Joe Mauer seine Karriere. Mauer war für lange Zeit das Gesicht der Twins-Franchise. Er wuchs als Fan der Twins in St. Paul auf und wurde von diesen im Jahr 2001 als Nummer-1-Pick gedraftet. Er erreichte sechsmal das All-Star-Team und war 2009 MVP der Liga. 2006, 2008 und 2009 führte er die AL mit dem höchsten Batting Average an – damit war er der erste Catcher in der AL, der einen Batting-Titel gewann und der erste Catcher in der gesamten MLB, dem dies dreimal gelang. Langweilig dürfte es für Mauer zu Hause so schnell nicht werden, denn wenige Tage nach dem Verkünden seines Ruhestands wurden er und seine Frau Eltern ihrer dritten Tochter.

Fünf weitere Jahre für Manfred
In Atlanta findet derzeit ein Treffen der Teambesitzer statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Der Vertrag von Rob Manfred als Commissioner der MLB wird um fünf Jahre verlängert. Formal handelt es sich um eine Abstimmung, aber ist ganz stark zu erwarten, dass diese einstimmig zu Gunsten von Manfred ausfallen wird. Der 60-Jährige steht der Liga seit 2015 vor. In seiner Amtszeit wurden Rekordumsätze erzielt und es wurde ein neuer Rahmenvertrag mit der Spielergewerkschaft ausgehandelt, der allgemein als sehr günstig für die Teambesitzer gilt. Vor diesem Hintergrund gibt es aus Sicht der Vereine kaum etwas, das gegen eine Verlängerung seiner Amtszeit spricht.

Nur Ryu akzeptiert das Qualifying Offer
Sieben Spieler mit auslaufendem Vertrag hatten vor 14 Tagen von ihrem Team ein sogenanntes Qualifying Offer über 17,9 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr erhalten. Bryce Harper, Dallas Keuchel, Patrick Corbin, A. J. Pollock, Yasmani Grandal und Craig Kimbrel haben dieses Angebot allesamt abgelehnt. Das war zu erwarten, aber als Formsache mussten die Teams das Angebot unterbreiten. Damit sicherten sie sich die Chance, einen hohen Draftpick als Kompensation zu erhalten, wenn die Spieler woanders unterschreiben. Der einzige, der das Angebot angenommen hat, ist Hyun-Jin Ryu. Der südkoreanische Linkshänder bleibt somit den Los Angeles Dodgers für 2019 als Starting Pitcher erhalten. Der 31-Jährige schloss die Saison 2018 mit einem ERA von 1.97 und 3.00 FIP ab.

James Paxton auf dem Tradeblock?
Die Offseason ist immer auch die Zeit der Trade-Spekulationen. Dass gerade die Seattle Mariners unter GM Jerry Dipoto einem guten Deal (oder einem, den sie dafür halten) nie abgeneigt sind, ist ebenfalls bekannt. Von daher kann es gut sein, dass sich das aktuell heißeste Gerücht bewahrheitet: James Paxton, das aktuelle Ass der Mariners, soll für einen Trade zur Verfügung stehen. Angesichts des relativ dünnen Free-Agent-Marktes für Starting Pitcher dürfte sich eine ganze Reihe von Interessenten finden, allen voran vermutlich die Yankees und die Astros.

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August 28th, 2018 by Silversurger

Gewonnen und verloren wird als Mannschaft, aber mehr noch als in den meisten anderen Sportarten stehen im Baseball auch die Einzelleistungen der Spieler im Blickpunkt. Um dies zu würdigen, gibt es am Ende der Saison eine Reihe von Auszeichnungen, die überwiegend vom Baseball-Journalistenverband Baseball Writers‘ Association of America (BBWA) vergeben werden. Die wichtigste Auszeichnung ist natürlich die des wertvollsten Spielers (Most Valuable Player, kurz: MVP) in jeder der beiden Major-Ligen. Darüber hinaus gibt es für jede Liga den Cy Young Award für den besten Pitcher, einen Award für den besten Rookie und einen für den besten Manager. Nicht die BBWA, sondern die MLB selbst vergibt zudem den Award des Comeback Players of the Year. Dieser geht an je einen Spieler der AL und der NL, der es nach einer längeren Formschwäche oder Verletzung geschafft hat, wieder Top-Leistungen zu bringen. Je mehr sich die reguläre Saison ihrem Ende zuneigt, umso mehr schießen die Spekulationen ins Kraut, wer dieses Jahr eine oder mehrere der begehrten Auszeichnungen abräumen wird. Hier sind meine Tipps dazu:

American League MVP
Der naturgegebene Favorit an dieser Stelle ist eigentlich immer Mike Trout von den Los Angeles Angels, der wahrscheinlich beste Baseballspieler unserer Zeit. Trout muss regelmäßig den Makel überwinden, in einem nur eingeschränkt konurrenzfähigen Team zu spielen. Daher braucht es von ihm immer eine besonders gute Saison, um trotzdem den Award als wertvollster Spieler der AL zu gewinnen. Lange Zeit sah es ganz danach aus, dass ihm dieses Jahr wieder mal eine solche besonders gute Saison gelingt, vielleicht sogar die beste aller Zeiten. Doch nun hat Trout drei Wochen Verletzungspause hinter sich und die Konkurrenz hat spürbar aufgeholt. Vor allem Red-Sox-Outfielder Mookie Betts drängt sich auf. Betts führt die AL mit 8.4 bWAR an und steht mit allen Komponenten seiner Slashline (.336/.422/.628) weit vorne in der Liga. Eine bessere On-Base-Percentage als Betts hat nur Trout (.458), und der einzige, der Betts mit einem Average von .337 und Slugging von .657 übertrifft, ist sein Teamkamerad J. D. Martinez. Martinez ist es auch, der sich mit Khris Davis von den Oakland Athletics ein Rennen um die Homerun-Krone liefert. Beide, Martinez und Davis, tragen allerdings wenig zum Defensivspiel ihres Teams bei, während Betts auch hier zu den Top-Spielern der Liga gehört.

National League MVP
In der NL liegt nach bWAR Max Scherzer (8.7) knapp vor Aaron Nola (8.6), nach fWAR führt Jacob deGrom (6.9) vor Scherzer (6.0) – eine besondere Leistung des Pitcher-Trios angesichts der Tatsache, dass sie nur in jedem fünften Spiel dabei sind. Gerade deswegen werden Pitcher aber nur sehr selten zum MVP gewählt und ich schätze, dass sich auch dieses Mal ein Positionsspieler durchsetzt. Wer es sein wird, ist zurzeit noch schwer vorherzusagen, denn von den Statistiken her sind mehrere Spieler recht eng beisammen. Am Ende spielt sicher auch eine Rolle, wer von ihnen sein Team in die Playoffs führt und wer nicht. Matt Carpenter (St. Louis) und Nolan Arenado (Colorado) könnten gute Chancen haben, wenn die begonnenen Comebacks ihrer Mannschaften von Erfolg gekrönt werden. Wahrscheinlicher erscheint mir jedoch, dass der Award an Freddie Freeman geht, den unumstrittenen Führungsspieler der jungen und erfolgreichen Atlanta Braves.

American League Cy Young
Letztes Jahr sah Bostons Chris Sale lange Zeit nach dem sicheren Gewinner aus, doch mit einem starken Endspurt jagte Corey Cluber ihm den Award noch ab. Es ist nicht auszuschließen, dass es dieses Jahr ähnlich läuft. Wieder hat Chris Sale stark vorgelegt und führt haufenweise Statistiken an (1.97 ERA, 1.95 FIP, 13.5 K/9, 6.4 bWAR, 6.1 fWAR etc.), aber wieder scheint ihm gegen Ende der Saison ein bisschen die Puste auszugehen: Sale ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen auf der DL gelandet und wird noch rund 14 Tage brauchen, bevor er wieder auf dem Mound steht. Ich denke, er wird den Cy-Young-Award trotzdem bekommen, aber die Astros Gerrit Cole und Justin Verlander haben jetzt erstmal die Gelegenheit, in seiner Abwesenheit zu glänzen und das Rennen spannend zu machen. Clevelands Trevor Bauer wäre auch ein Kandidat gewesen, fällt aber ebenfalls zurzeit aus.

National League Cy Young
Hier trifft Tradition auf statistische Analyse, denn es stellt sich die Frage, ob man mit einer Bilanz von nur 8 Wins und ebenso vielen Losses die höchste Auszeichnung für einen Pitcher gewinnen darf. Es ist die Bilanz von Jacob deGrom, der mit 1.71 ERA und 2.07 FIP der beste Pitcher der NL ist. Meine Meinung ist ganz klar: Der arme Mann kann nichts dafür, dass er bei den New York Mets spielt und dass diese kaum Runs erzielen, um seine fantastischen Starts in Siege umzumünzen. Pitcher-Wins sind eine komplett unbrauchbare Statistik, und wer daran festmacht, dass Max Scherzer (16-6) oder Aaron Nola (15-3) ein würdigerer Preisträger wären, hat leider gar nichts verstanden.

American League Rookie
Der frühe Favorit für die Auszeichnung als bester Neuling war Shohei Ohtani, der japanische Two-Way-Star der Angels. Man kann nicht behaupten, dass Ohtani enttäuscht hätte, denn sowohl als Pitcher wie auch als Batter waren seine Leistungen solide bis gut. Doch Ohtanis Debütsaison wird deutlich geschmälert durch eine Verletzung, die ihn für einen Monat ganz außer Gefecht setzte und ihn bis heute vom Pitchen abhält. Zwischenzeitlich lief ihm deswegen Yankees-2B Gleyber Torres den Rang ab, der allerdings in der zweite Saisonhälfte zuerst seinerseits eine Verletzungspause einlegen musste und seit seiner Rückkehr deutlich schwächer produziert als vorher. Das öffnet die Tür für einen Überraschungskandidaten: Torres‘ Teamkamerad Miguel Andujar bringt weniger Vorschusslorbeeren mit als die beiden anderen, dafür aber mindestens genauso gute Leistungen und deutlich mehr Konstanz und Durchhaltevermögen. Andujar führt die Rookies der AL unter anderem in HRs (21), RBIs (76), AVG (.307) und bWAR (3.4) an.

National League Rookie
In der NL dürfte es auf zwei Kandidaten hinauslaufen. Juan Soto hatte sein Debüt für die Washington Nationals erst am 20. Mai, doch seitdem hat er mit 15 Homeruns in 86 Spielen, einer On-Base-Percentage von .408, einem Slugging von .507 und gutem Defensivspiel im Rightfield überzeugt. Geradezu sensationell erscheint diese Leistung angesichts der Tatsache, dass der Junge erst 19 Jahre alt ist und das AAA-Niveau der Minor Leagues komplett übersprungen hat. Soto wäre ein würdiger Rookie of the Year, Atlantas Ronald Acuna Jr. aber auch. Der 21-Jährige hat in noch weniger Spielen (76) noch mehr Homeruns (21) erzielt als Soto. Acuna kommt zwar seltener auf Base (.358 OBP), hat aber aufgrund seines stärkeren Sluggings (.570) einen etwas höheren OPS (.928 zu .915) und deutlich mehr bWAR (3.4 zu 2.0). Hinzu kommt, dass Acuna mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, weil er bei einem Contender spielt und weil er Anfang August mit einer Serie von acht Homeruns in acht Spielen aufhorchen ließ.

American League Comeback Player
Eine typische Comeback-Player-Saison erlebt Matt Duffy von den Tampa Bay Rays: Er verpasste einen Großteil der Saison 2016 und die ganze Saison 2017 mit einer Achillesssehnenverletzung. Ob er 2018 eine Rolle spielen würde, schien in den Sternen zu stehen. Doch Duffy erwies sich als ganz der Alte: ein solider Third Baseman mit guten Hitting Skills (.300/.357/.375), wenngleich – früher wie heute – mit relativ wenig Power. Weitere Kandidaten dürften SP Tyler Skaggs (Angels), SP Nathan Eovaldi (Red Sox) und SS Jurickson Profar (Rangers) sein.

National League Comeback Player
Der Comeback Award ging bisher in der Regel an Spieler, die sich entweder nach einer Verletzung oder nach einer längeren Formschwäche wieder zurück gekämpft hatten. Noch nie erhielt ihn jemand nach Rückkehr von einem Engangement im Ausland. Dieses Mal könnte das erste Mal sein und es wäre durchaus verdient, wenn Miles Mikolas die Auszeichnung erhält. Der Pitcher spielte von 2012 bis 2014 mit mittelmäßigem Erfolg für die Padres und die Rangers. Nach seiner Entlassung in Texas ging er 2015 nach Japan zu den Yomiuri Giants und entwickelte sich dort umgehend zu einem Star-Spieler, der es in drei Spielzeiten auf einen ERA von 2.18 brachte. Vor der aktuellen Saison holten die St. Louis Cardinals Mikolas zurück nach Amerika und er rechtfertigte das Vertrauen mit guten Leistungen (2.94 ERA, 3.49 FIP, 162.0 IP). Ein eher klassischer Kandidat wäre Matt Kemp. Der 33-Jährige schien dem Ende seiner Karriere nahe, als sein Trade von Atlanta zu den Dodgers im Winter als reine Sparmaßnahme eingestuft wurde und man davon ausging, dass er noch vor dem ersten Spiel entlassen würde. Doch Kemp erkämpfte sich einen Platz im Roster und spielt derzeit seine beste Saison seit 2014.

American League Manager
Manager of the Year wird man nicht unbedingt, weil man das Team mit der besten Bilanz trainiert. Man wird es, wenn man mehr aus einem Team herausholt als allgemein erwartet wurde. Von den Boston Red Sox und den New York Yankees zum Beispiel wurde, obwohl beide mit Rookie-Managern antreten, eine erfolgreiche Saison erwartet; daher hatten Alex Cora und Aaron Boone wenig Gelegenheit, die Erwartungen zu übertreffen. Ganz anders Bob Melvin, der mit den Oakland Athletics drauf und dran ist, ein regelrechtes Wunder zu vollbringen. Die A’s gingen als krasser Außenseiter in die Saison und befinden sich nun in aussichtsreicher Position, über eine Wild Card in die Playoffs zu kommen und obendrein den Houston Astros an der Spitze der AL West das Leben schwer zu machen. Sofern die Athletics in den restlichen Wochen keinen massiven Einbruch erleben, dürfte Melvin der Award sicher sein.

National League Manager
In der NL sind die St. Louis Cardinals der Klub, über den alle reden. Sie gingen als solides Mittelfeld-Team mit Überraschungspotenzial in die Saison, waren aber zum All-Star-Break praktisch abgeschrieben. Als Konsequenz läutete man einen Umbruch ein und entließ Manager Mike Matheny. Mike Shildt übernahm den Job als Interimsbesetzung und plötzlich läuft es unglaublich gut in St. Louis. Das ist ein geradezu perfektes Beispiel für einen Fall, in dem ein Manager den entscheidenden Unterschied macht. Wenn Shildt die Cardinals in die Playoffs führt, gehört der Award vermutlich ihm. Neben den Cardinals haben vor allem die beiden Spitzenteams der East-Division die Erwartungen übertroffen. Sollte St. Louis die Postseason verpassen, wird die Auszeichnung wohl an den Manager des Teams gehen, das die NL East gewinnt. Ich tippe auf Brian Snitker mit den Atlanta Braves, aber auch Gabe Kapler hat mit seinen Philadelphia Phillies eine bemerkenswerte Saison zustande gebracht, egal wie es am Ende ausgeht.

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Juni 14th, 2018 by Silversurger

Die wöchentliche Übersicht zum MLB-Geschehen beginnt dieses Mal mit ein paar unerfreulichen Nachrichten. Die ersten davon sind Verletzungen von zwei der Top-Spieler der Liga: Shohei Ohtani, der einzige und zudem überaus erfolgreiche Two-Way-Player der Liga, schien den Award als Rookie des Jahres bereits sicher in der Tasche zu haben. Nun fällt er aber möglicherweise bis 2020 aus. Er hat eine Verletzung am Seitenband des Ellenbogens seines Wurfarms und es sieht danach aus, dass dies eine Tommy-John-Surgery nötig macht. Noch besteht aber die Hoffnung, mittels Stammzelleninjektion und sonstigen konservativen Maßnahmen eine Verbesserung zu erzielen; wie es für Ohtani weitergeht, wird sich wohl in rund drei Wochen entscheiden. Bereits sicher ist, dass für Detroits 1B Miguel Cabrera die Saison beendet ist. Er riss sich eine Sehne im Bizeps, muss operiert werden und kann seinen in der AL Central überraschend gut platzierten Tigers dieses Jahr keine Hilfe mehr sein. Um den Reigen der schlechten Nachrichten perfekt zu machen: Donald Lutz, der erste und vor Max Kepler einzige MLB-Spieler aus Deutschland, hat seine Spielerkarriere beendet. Die jetzt verkündete Entscheidung schlug keine hohen Wellen, da Lutz bei den Reds schon seit geraumer Zeit weit von der höchsten Liga entfernt war. Er konzentriert sich jetzt ganz auf die Trainerlaufbahn, die er diese Saison – ebenfalls in der Organisation der Reds – begonnen hat.

American League
Die beiden erfolgreichsten Teams der Liga finden sich nach wie vor in der American League East und an der Spitze steht zurzeit – ja, wer eigentlich? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Offiziell stehen die New York Yankees (43-20) vorne, da sie mit 68,3% eine höhere Siegquote haben als die Boston Red Sox (47-22) mit 68,1%. Gleichzeitig sagt die Tabelle aber aus, dass die Yankees 1,0 Spiele Rückstand auf die Red Sox haben. Das kommt dadurch, dass die Yankees weniger Spiele absolviert haben und bei der Bestimmung des Abstands die noch ausstehenden Partien mit je 0,5 gezählt werden. Seht als Tabellenführer an, wen ihr wollt, auf jeden Fall bleibt es ein spannendes Rennen. Die Red Sox hatten zuletzt einen kleinen Offensiv-Slump, doch dank des frisch gesweepten Aufbaugegners Baltimore Orioles (19-48) haben sie diesen wohl bereits überwunden. In Seattle wartet nun allerdings vier Spiele lang eine ungleich schwerere Aufgabe (siehe „Einschalttipp“). Die Yankees empfangen in dieser Zeit die Tampa Bay Rays (32-35) – auf dem Papier die deutlich leichtere Aufgabe, aber auch nicht zu unterschätzen. Schließlich haben die Rays gerade die Toronto Blue Jays (30-38) in einer Drei-Spiele-Serie abgefertigt und ihnen dadurch den dritten Platz in der Division abgejagt.

In der AL Central ist nach wie vor nicht viel Bewegung. Die Cleveland Indians (35-31) halten sich mit mittelmäßigen Leistungen an der Spitze, dem Rest der Division ist zurzeit nicht viel zuzutrauen. Überraschend auf Platz zwei, wenngleich mit negativem Record, stehen immer noch die Detroit Tigers (32-37). Ohne ihren Star Miguel Cabrera wird für sie die Saison nun allerdings noch deutlich schwerer werden. Dahinter liegen die Minnesota Twins (29-35) bereits fünf Spiele zurück. Wenn die Twins sich ihre Chance auf die Division erhalten wollen, sollten sie am besten das wiederholen, was ihnen vor eineinhalb Wochen schon einmal gelungen ist: einen Sweep gegen die Indians in der Drei-Spiele-Wochenendserie. Schlagbar sind die Indians definitiv, das haben auch die Chicago White Sox (24-42) gerade zweimal unter Beweis gestellt – und die rote Laterne der AL Central damit an die Kansas City Royals (22-46) abgegeben, welche mit neun Niederlagen in den letzten zehn Spielen in desolater Verfassung sind und jetzt auch noch ausgerechnet World Champion Houston erwarten.

Die Houston Astros (44-25) sind schon wieder in meisterlicher Verfassung. Sieben Spiele in Folge haben sie zuletzt gewonnen und ihr Run Differential von +138 ist das beste der MLB. Dennoch sind sie in der AL West weiterhin nur Zweiter, denn die Seattle Mariners (44-24) haben hauchdünn die Nase vorn und das mit einem Run Differential von nur +27. Das spricht dafür, dass bei den Mariners ein bisschen Glück, aber auch eine beeindruckende Effizienz zur guten Bilanz beitragen (siehe auch „Statistik der Woche“). Die Los Angeles Angels (37-32) sind inzwischen deutlich hinter die Astros und die Mariners zurückgefallen und nach Ohtanis Ausfall steht zu befürchten, dass sie wieder zur alten Mike-Trout-One-Man-Show werden. Danach sah es jedenfalls ganz stark aus, als Trout diese Woche in zwei Spielen hintereinander gegen die Mariners je zwei Homeruns schlug – und beide Spiele verloren wurden. Die anstehende Serie bei den Oakland Athletics (34-34) könnte interessant werden, denn es treffen zwei Teams aufeinander, die dringend ein Erfolgserlebnis brauchen, damit ihnen ihre bislang unerwartet gute Saison nicht aus der Hand rutscht. Nicht mehr viel zu retten dürfte hingegen bei den Texas Rangers (27-43) sein, die sich mit sechs Niederlagen in Folge wohl endgültig ausgeklinkt haben aus einer Division, in der alle anderen bei mindestens .500 stehen.

National League
Die National League East ist nach wie vor heiß umkämpft zwischen den Atlanta Braves (39-28) und den Washington Nationals (37-28). Beide sind mehr oder weniger im Gleichschritt unterwegs und werden sich noch für eine ganze Weile ein Fernduell liefern, denn das nächste direkte Aufeinandertreffen gibt es erst nach dem All-Star-Break. Die Philadelphia Phillies (34-31) hingegen fallen im Vergleich mit den Braves und den Nationals mehr und mehr zurück, auch in dieser Woche gewannen sie nur zwei von sechs Spielen. Sorgen, ihren dritten Platz zu gefährden, müssen sie sich jedoch nicht machen. Die New York Mets (28-36) bekommen offensiv nach wie vor überhaupt nichts auf die Reihe. Sie haben zehn der letzten elf Spiele verloren und das obwohl ihre Pitcher in keinem einzigen dieser Spiele einen wirklich schlechten Start hatten. Der einzige Sieg in diesem Zeitraum war ein 2:0 gegen die Yankees durch einen einsamen Homerun von Todd Frazier gegen sein Ex-Team. Die Mets haben inzwischen die zweitwenigsten Runs der Liga gescort: 239, knapp vor den Orioles mit 234 und gleichauf mit den Miami Marlins (26-42). Apropos Marlins, ich weiß gar nicht, ob ich über die in diesem Jahr schon mal was Positives geschrieben habe. Jetzt ist es soweit: Sie haben drei Spiele hintereinander gegen die Giants gewonnen. Herzlichen Glückwunsch.

Für die NL Central habe ich letzte Woche einen Führungswechsel zugunsten der Chicago Cubs (38-27) herbeigeredet und den gab es dann auch am Montag durch einen hart erkämpften Sieg über den direkten Konkurrenten. Doch Baseball ist das Spiel der Serien und die Serie gewannen am Ende die Milwaukee Brewers (41-27), wodurch sie sich die Divisionsspitze direkt wieder zurück holten. Wenn es den Brewers jetzt gelingt, gegen die Phillies nachzulegen, können sie sich vielleicht sogar ein kleines Polster anlegen. Ihre Verfolger werden sich jedenfalls in den nächsten Tagen in irgendeiner Weise gegenseitig Punkte abnehmen, denn die Cubs müssen für drei Spiele zu den St. Louis Cardinals (36-30). Die Pittsburgh Pirates (33-35) stehen inzwischen bei einem negativen Record, was sich angesichts einer anstehenden Serie gegen die Cincinnati Reds (25-43) durchaus schnell wieder ändern könnte.

In der NL West haben sich die Arizona Diamondbacks (37-30) nach mehreren Wochen im fast ungebremsten Fall wieder gefangen. Sieben der letzten zehn Spiele wurden gewonnen und angesichts des Zustands des kommenden Gegners wäre es keine Überraschung, wenn gegen die Mets in den nächsten Tagen vier weitere Siege hinzukommen. Damit könnte man sich die Los Angeles Dodgers (35-32) vom Leib halten, die derzeit mit aller Macht nach vorne drängen und diese Woche schon die Colorado Rockies (33-34) überholt haben. Nach wie vor sind alle Teams dieser Division sehr eng beisammen und wenn die San Francisco Giants (33-35) am Wochenende das Derby gegen die Dodgers gewinnen sollten, sind auch sie trotz der peinlichen Niederlagen gegen Miami wieder voll im Rennen. Genauso viele Siege wie die Rockies und die Giants, aber ein paar mehr Niederlagen haben die San Diego Padres (33-37). Mit 5,5 Rückstand sind auch sie gar nicht weit weg von der Spitze entfernt, es warten aber vier unangenehme Spiele in Atlanta auf sie.

Szene der Woche
Bei einem Rundown – also einer Situation, in der man sich zwischen den Bases befindet, während die Abwehrspieler sich den Ball hin und her werfen können – hat man als Baserunner meistens schlechte Karten. Wenn es gleich zweimal am gleichen Tag Baserunner schaffen, so einer Situation zu entkommen, dann ist das auf jeden Fall eine Erwähnung wert: Am Dienstag gelang dieses Kunststück sowohl Christian Yelich von den Brewers als auch Billy Hamilton von den Reds. Hamilton setzte sogar noch einen drauf, indem er aus der Szene den wohl frechsten Run des Jahres herausholte. Weniger Erfolg zwischen den Bases hatte Luis Valbuena: Der Angel schlug einen Ball in die Ecke des rechten Outfields zum scheinbar sicheren Double, doch ein sehenswerter Wurf von Mitch Haniger und ein noch sehenswerterer Tag von Jean Segura bescherte den Mariners ein unglaubliches Out. Das waren fantastische Szenen, doch die Szene der Woche hatte in meinen Augen ein Fan der Oakland Athletics: Der Mann brachte es tatsächlich fertig, zwei Foulballs bei direkt aufeinander folgenden Pitches zu fangen. Ich weiß nicht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für so etwas ist, aber ich tippe, dass es das unwahrscheinlichste Ereignis in einem Ballpark war seit dem Homerun von Bartolo Colon am 7. Mai 2016.

Statistik der Woche 
21. So viele Spiele haben die Seattle Mariners dieses Jahr mit genau einem Run Unterschied gewonnen. Das ist fast die Hälfte ihrer 44 Siege und mit großem Abstand führend in der MLB – Zweiter sind die Milwaukee Brewers mit „nur“ 15 siegreichen 1-Run-Games. Die knappen Siege, die wie oben erwähnt sicher eine Menge mit Glück, aber auch mit Effizienz und Durchhaltevermögen zu tun haben, sind das Erfolgsgeheimnis der Mariners in dieser Saison. Seattle befindet sich sogar auf Rekordkurs: Noch nie hatte ein Team so früh in der Saison schon so viele 1-Run-Siege. Wenn sie so weiter machen, kann die Bestmarke von 42, erzielt durch die San Francisco Giants im Jahr 1978, ernsthaft ins Wackeln geraten.

Spiel der Woche
Manchmal braucht es offenbar eine besondere Form der Motivation, bevor ein Team bereit ist, alles aus sich herauszuholen. Die Diamondbacks schienen am Montag jedenfalls auf dem Weg, gegen die Pirates sang- und klanglos unterzugehen. 0:5 lagen sie im Bottom des siebten Innings schon zurück, als Pittsburghs Pitcher Joe Musgrove eine folgenschwere Entscheidung traf: Er warf Chris Owings ab, ganz offensichtlich mit Absicht und als Vergeltung dafür, dass Arizonas Braden Shipley vorher – vermutlich unabsichtlich – Josh Harrison abgeworfen hatte. Damit war den ungeschriebenen Regeln genüge getan, doch die Diamondbacks hatten noch eine Antwort parat: Sie nahmen die Aktion gegen ihren Batter zum Anlass, eine Rally zu starten und das Spiel zu drehen. Nach einem Wild Pitch, einem Error, zwei Singles und einem Homerun von Jake Lamb stand es am Ende des siebten Innings 5:5 und im achten Inning legte Arizona vier weitere Runs nach zum 9:5-Sieg. Liebe Pirates, ihr werdet das hier nicht lesen und schon gar nicht auf mich hören, aber mein Tipp wäre: in Zukunft statt Sandkastenkrieg lieber weiter Baseball spielen.

Mein Einschalttipp
Zwei der heißesten Teams der Liga treffen ab heute viermal aufeinander: die Seattle Mariners und die Boston Red Sox. Da sollte man mindestens einmal einschalten, auch wenn die Spiele an der Ostküste für uns Europäer zu relativ ungünstigen Zeiten stattfinden. Wenn ihr Frühaufsteher seid, bietet sich das Spiel am Samstagmorgen ab 4:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit an. Rick Porcello (3.54 ERA, 3.30 FIP) und James Paxton (3.02 ERA, 2.79 FIP) lautet das voraussichtlich hochklassige Matchup dieser Partie. Zählt ihr euch hingegen eher zu den Nachteulen, dann ist vielleicht die Partie am Sonntagabend ab 22:10 Uhr unserer Zeit etwas für euch. Auf dem Mound stehen dann voraussichtlich Eduardo Rodriguez (3.64 ERA, 3.56 FIP) und Mike Leake (4.26 ERA, 4.45 FIP). Beide Spielen werden sowohl auf mlb.tv als auch auf DAZN übertragen.

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