April 12th, 2021 by Silversurger

Ich blicke zurück auf die erste vollständige Saisonwoche mit den San Diego Padres in Out Of The Park Baseball. 

Nachdem mein bisheriger Leadoff-Hitter Ha-Seong Kim in den Spielen des Eröffnungswochenendes selten auf Base kam, habe ich die Batting Order etwas umgestellt. Gegen Rechtshänder darf fortan Trent Grisham als erster zuschlagen; gegen Linkshänder bleibt es vorerst bei Kim. Das umsortierte Lineup erweist sich in der Serie gegen die San Francisco Giants als voller Erfolg. Spiel eins fällt dabei wohl in die Kategorie „Arbeitssieg“: Wir erzielen zwar doppelt so viele Hits wie die Giants, und Paddack hat die Gegner bis auf einen abgegebenen Homerun im ersten Inning gut unter Kontrolle, doch wir tun uns schwer zu punkten. Ein Double von O’Neill bei geladenen Bases bringt uns im dritten Inning in Führung, Campusano legt im achten einen Solo-Homerun drauf – dank des starken Auftritts von Paddack und dem souveränen Save von Pomeranz reicht das für einen 3:1-Sieg. In Spiel zwei ist meine Offense effektiver und effizienter: Die Giants erzielen 11 Hits, wir nur 9, aber trotzdem scheint unser Sieg in keiner Phase der Partie gefährdet. Das liegt daran, dass die Hits der Giants sich ungünstig über die Partie verteilen, während wir in jedem Inning, in dem wir Hits erzielen, auch Runs scoren. So liegen wir nach dem zweiten Inning schon 6:0 vorne und gewinnen am Ende 10:4. Im dritten Spiel lasse ich erstmals den frisch genesene Dinelson Lamet als Starting Pitcher ran. Der lädt sich zwar im ersten Inning schon vor dem ersten Out die Bases, entkommt aber durch zwei Flyouts und ein Aus an der Platte. Danach hat er seinen Rhythmus gefunden und fertigt die Giants in fünf Innings ebenso routiniert ab wie anschließend der Bullpen, der bisher eine wahnsinnig starke Saison spielt. Erst im letzten Inning kommen die Giants gegen Craig Stammen zu einem Run. Aber das ist nur Ergebniskosmetik, nachdem wir zu dem Zeitpunkt schon 5:0 führen, unter anderem durch Homeruns von Grisham, O’Neill und – zum ersten Mal in seiner MLB-Karriere – Kim.

Neben dem In-Game-Management beschäftigt mich während der Serie vor allem die Frage, wie ich mit der Rückkehr von Lamet umgehe. Dass er seinen Platz in der Rotation einnimmt, steht für mich außer Frage, aber was mache ich mit Adrian Morejon, der ihn im Spot-Start gegen die Diamondbacks sehr gut vertreten hat? Zurück in die Minors möchte ich ihn nicht schicken und von einer 6-Mann-Rotation halte ich nicht viel. Also läuft es für ihn auf einen Platz im Bullpen hinaus; dort werde ich wohl Morejon die Closer-Rolle mit Drew Pomeranz teilen lassen. Im Roster ist nun ein Mann überzählig. Es trifft in dem Fall Michael Baez, da dieser zu meinen nachrangigen Relievern zählt und noch Minor-League-Options hat, also problemlos in die Minor Leagues versetzt werden kann.

Nach dem ersten Sweep der Saison steht ein hochverdienter freier Donnerstag an und dann die Reise nach Texas. Was ich von unserem nächsten Gegner halten soll, weiß ich nicht so recht. Auf dem Papier sind die Rangers eines der schwächsten Teams der Liga, aber nach ihrem 5-1-Start in die Saison ist zumindest Vorsicht geboten.

Ich vertraue weiter dem Lineup und der Batting Order aus der erfolgreichen Serie gegen die Giants – zumindest glaube ich das, aber Irrtum: Zu Beginn des ersten Spiels merke ich, dass ich dummerweise nur auf das Lineup gegen RHP geschaut habe, doch bei den Rangers als AL-Team gilt die DH-Regel. Ich hätte somit im Lineup-Screen das Lineup gegen RHP+DH einstellen müssen. So trete ich nun versehentlich mit einer vor Saisonbeginn eingestellten Order an, mit Kim als Leadoff-Hitter. Doch der Ärger über den Lapsus vergeht schnell, denn Darvish wirft 6.1 Innings gepflegten 1-Run-Ball und die Offense schlägt einen Hit nach dem anderen. Den gegnerischen Starter Dane Dunning schicken wir nach 3.2 Innings mit 6 earned Runs unter die Dusche, am Ende gewinnen wir 7:1 und genau so lautet auch unsere Bilanz nach acht Saisonspielen.

Die zweite Partie gegen Texas entwickelt sich zum offenen Schlagabtausch, in dem keiner der Starting Pitcher (Joe Musgrove für uns, Wes Benjamin für die Rangers) das vierte Inning übersteht. Erst die Bullpens bringen Ruhe ins Spiel und erlauben bis zum neunten Inning nur noch je einen Solo-Homerun. Mit 7:7 geht es in die Verlängerung, die Rangers gewinnen per Walkoff durch drei Singles im zehnten Inning. Ab und zu eine knappe Niederlage zu kassieren, ist kein Grund zur Beunruhigung, doch das Rubber-Match der Serie wird leider zum ersten richtig schlechten Spiel meines Teams: Chris Paddack kassiert sieben Runs in vier Innings, während unsere Offense im Wesentlichen auf einen Solo-Homerun von Manny Machado beschränkt bleibt. Im achten Inning patzt dann auch noch die Defense mit zwei Errors, die weitere Runs verursachen und uns mit 1:10 untergehen lassen.

Es gilt nun, den doppelten Rückschlag der letzten beiden Spiele zügig abzuhaken. Mit 7-3 haben wir immer noch einen sehr guten Start in die Saison hingelegt. Allerdings hatten wir es bisher noch nicht mit den Spitzenteams zu tun. Mit den Pittsburgh Pirates wartet von heute bis Donnerstag noch einmal ein potenzieller Aufbaugegner, bevor es am Wochenende erstmals gegen die Dodgers geht. 

Der Rest der Liga 
Die erfolgreichsten Teams nach den ersten eineinhalb Wochen sind die New York Yankees und die Atlanta Braves, jeweils mit einer Bilanz von 8-1. Die größte Überraschung sind bislang die Rangers, die mit 7-2 die AL West anführen – nicht zuletzt durch meine unfreiwillige Mithilfe. Einen wirklich miesen Start hatten die Milwaukee Brewers, die nach Serien gegen die Twins, die Cubs und die Cardinals bei 1-8 stehen.

Reality Check
Verblüffenderweise stehen die echten Padres heute bei der exakt gleichen 7-3-Bilanz wie mein OOTP-Team. Die beiden Serien der Woche sind aber etwas anders verlaufen: Während meine Padres die Giants gesweept und gegen die Rangers zwei Spiele abgegeben haben, erging es dem Real-Life-Pendant umgekehrt. Ausgerechnet der Musgrove-Start gegen die Rangers, der bei mir nach wildem Schlagabtausch mit 8:7 an den Gegner ging, wurde in der Realität zum ersten No-Hitter in der Teamgeschichte der Padres. Ein weiterer Unterschied zwischen den Paralleluniversen ist, dass Fernando Tatis Jr. sich in meiner OOTP-Welt bester Gesundheit erfreut. Ich drücke die Daumen, dass auch der echte Tatis bald wieder fit ist und sich nicht die Gerüchte bewahrheiten, die Schulterverletzung könne ihn die Saison kosten. 

           

                 

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April 5th, 2021 by Silversurger

Endlich Opening Day! Mit den Arizona Diamondbacks wartet im Eröffnungsspiel eine scheinbar lösbare Aufgabe und das vor heimischem Publikum. Tatsächlich lassen meine Jungs von Anfang an nichts anbrennen. Starter Blake Snell macht kurzen Prozess mit den ersten drei Battern, ein Flyout und zwei Strikeouts. Dann darf zum ersten Mal meine Offense ran: Leadoff-Walk von Ha-Seong Kim, Back-to-back-Homeruns von Fernando Tatis Jr. und Manny Machado, 3:0 nach dem ersten Inning! Auch mein Neueinkauf macht mir Freude, Tyler O’Neill eröffnet das zweite Inning der Padres mit einem Solo-Shot. Im dritten Durchgang kommen zwar auch die Diamondbacks zu zwei Runs, doch RBIs von Wil Myers und O’Neill stellen umgehend den Abstand von drei Runs wieder her. Machado legt im fünften Inning seinen zweiten Homerun nach, bevor es im siebten ein letztes Mal brenzlig wird. Die Diamondbacks laden die Bases bei null Outs, das Spiel droht zu kippen. Die erste schwierige In-Game-Entscheidung meiner Managerkarriere besteht darin, ob ich Snell an dieser Stelle auswechsle oder nicht. Ich schenke ihm mein Vertrauen und werde belohnt: Er entkommt meisterhaft mit einem Strikeout, einem kurzen Flyout und einem weiteren Strikeout. Der Rest der Partie ist ein Spaziergang, wir bringen sie 8:2 nach Hause. 

Viel Zeit, um den gelungenen Einstand zu feiern, bleibt nicht, denn gleich am nächsten Tag steht Spiel zwei an. Ich lasse das Lineup unverändert außer dass Yu Darvish startet und „seinen“ Catcher Victor Caratini bekommt. Heute bekommen die Zuschauer sehr viel weniger Offensive geboten als am Vortag. Erst im vierten Inning gibt es den ersten Run, einen Solo-Homerun von Tatis Jr. Auf der anderen Seite trägt Darvish einen No-Hitter bis ins sechste Inning, bevor ein Double von Addison Russell dem Traum ein Ende setzt. Einen Durchgang später kommen die Diamondbacks durch einen Walk und zwei Singles zum 1:1-Ausgleich. Das ist auch der Stand nach neun Innings, sodass ich meine erste Verlängerung erlebe. Ich wundere mich ein bisschen, dass das zehnte Inning nicht mit einem Runner auf der zweiten Base beginnt – aber in OOTP herrscht keine Pandemie und deshalb verzichtet man auf die Regeln, die in der MLB vorerst nur während Corona gelten. Drew Pomeranz pitcht uns sicher durch das erste Extra-Halbinning und bereitet damit den Weg zum Walkoff-Sieg durch ein RBI-Single von Tatis Jr. 

Nach zwei Spielen sind wir auf Kurs für 162 Siege. Aber auch in OOTP wachsen die Bäume nicht in den Himmel, wie ich in der dritten Partie gegen die Diamondbacks feststellen muss. Für das Matchup gegen Merrill Kelly vertraue ich weiter meinem Lineup, wechsle wieder nur Pitcher und Catcher. Joe Musgrove beginnt stark und die Offense beschert ihm durch ein RBI-Double von O’Neill und einen Solo-Shot von Trent Grisham eine 2:0-Führung nach drei Innings. Das vierte Innning entwickelt sich für uns zum Drama: Es beginnt mit einem Single von Escobar, gefolgt von einem Homerun durch Kelly zum 2:2. Ahmed macht Back-to-Back-Homeruns daraus und wir liegen zum ersten Mal in dieser Saison zurück. Als nächster Batter kommt Russell und auch der haut den Ball über den Zaun. Es steht 2:4 und ich erwäge, früh den Pitcher zu wechseln. Aber da beim Gegner jetzt dessen Pitcher am Schlag ist, warte ich erstmal ab, und tatsächlich kommt Musgrove nicht nur ohne weiteren Schaden aus dem Inning, sondern retired nach den drei Homeruns die nächsten neun Batter, bevor ich ihn nach 6.2 Innings gegen Melancon auswechsle. Das ist die gute Nachricht – die schlechte ist, dass meiner Offense nicht mehr viel gelingt. Durch zwei Walks und ein Single laden wir zwar im achten Inning die Bases, doch mehr als ein Sacrifice Fly von Machado zum 3:4 springt nicht heraus, und das ist der Endstand in meiner ersten Niederlage. 

Vor dem vierten Spiel, dem letzten der Opening-Serie gegen die Diamondbacks, bin ich vor allem gespannt auf meinen jungen Spot-Starter Adrian Morejon. Der Junge macht seine Sache sehr gut: In 6 Innings lässt er 5 Hits, 3 Walks und nur einen unearned Run zu. Obendrein hilft er sich selbst, indem er im vierten Inning einen Linedrive ins Leftfield haut und einen Run nach Hause bringt. Es ist das 4:0, nachdem uns Tatis Jr. bereits mit einem 3-Run-Homerun in Führung gebracht hatte. Vor dem neunten Inning steht es 5:2, und somit haben wir zum ersten Mal im Jahr eine Save-Situation. Drew Pomeranz erledigt den Closer-Job sehr souverän. 

Mein Fazit nach dem Opening Weekend: Mit einer Bilanz von 3-1 lässt es sich sehr gut leben. Vor allem mit meinen Pitchern und der Mitte des Lineups bin ich sehr zufrieden. Weniger zufrieden bin ich damit, dass meine Catcher kaum etwas zur Offense beitragen sowie vor allem damit, dass mein Leadoff-Hitter selten trifft und zu wenig auf Base kommt. Ich denke, da werde ich mir für die anstehende Serie gegen die Giants etwas Neues einfallen lassen. 

Der Rest der Liga 
Naturgemäß kann man nach wenigen Tagen noch nicht viel zum Gesamtbild sagen. Eine ganze Reihe von Teams sind nach drei bis vier Spielen noch ungeschlagen. Das größte Ausrufezeichen haben die Athletics mit einem Vier-Spiele-Sweep gegen die Astros gesetzt (in der Realität lief es übrigens genau andersherum). Die Dodgers konnten einen Fehlstart vermeiden, indem sie nach einem 0-2-Start gegen die Rockies noch auf 2-2 ausgleichen konnten. Da OOTP coronafrei ist, hat auch die Serie der Nationals gegen die Mets stattgefunden; sie ging 2-1 an die Nationals.

Reality Check
Die echten Padres hatten einen ähnlich guten Start wie meine OOTP-Version. Auch sie haben die Serie gegen die Giants 3-1 gewonnen. Die Rosterentscheidungen der echten Padres fielen bis auf den Pham/O’Neill-Trade und zwei Abweichungen im Bullpen genauso aus wie meine. Allerdings verletzte sich bei den echten Padres einige Tage vor Saisonbeginn Centerfielder Trent Grisham, der – anders als bei mir – für mindestens die erste Woche ausfällt. An seiner Stelle darf der 21-jährige Tucupita Marcano MLB-Luft schnuppern. Der spielt in meiner Franchise nur im Double-A-Team und ist ziemlich weit entfernt von der Big League. 

              

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März 31st, 2021 by Silversurger

Juhu, ich habe einen Job in der MLB! Natürlich nicht in Wirklichkeit, aber immerhin in meinem Lieblings-Baseballspiel Out Of The Park Baseball, kurz: OOTP. Wie von euch im Wunschkonzert und in der anschließenden Abstimmung gewünscht, stelle ich mich der Verantwortung, als General Manager und Field Manager die San Diego Padres durch die Saison 2021 zu führen und hier regelmäßig darüber zu berichten. Was genau „regelmäßig“ heißt, möchte ich zurzeit noch nicht festlegen, aber ich peile ungefähr einen Artikel pro Woche an. Bitte lasst mich in den Kommentaren wissen, ob die Häufigkeit und die Inhalte der Artikel euer Interesse treffen – es ist für mich das erste Mal, dass ich etwas über Videospiele schreibe außer einmaligen Reviews. Kurz zum technischen Rahmen: Ich spiele das frisch erschienene Out Of The Park Baseball 22 über den Steam-Client auf einem Linux-Rechner. Die Entwickler Markus Heinsohn und Andreas Raht waren so freundlich, mir das Spiel kostenlos zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus gibt es keine Vereinbarungen – ich mache hier keine bezahlte Werbung und wenn ich an diesem unfassbar tollen Spiel etwas zu kritisieren habe, werde ich das schonungslos tun. 

Jetzt aber zur Sache: Mein erster Tag im Job ist der 17. März, also zwei Wochen vor Opening  Day. Obwohl es in OOTP grundsätzlich auch Spring-Training-Spiele gibt, finden diese im ersten Jahr standardmäßig nicht statt. Das finde ich ein bisschen schade.

Ich verschaffe mir zunächst einen Überblick über das vorhandene Trainings- und Scouting-Personal. Es sind auf allen Ebenen brauchbare Leute an Bord, nur dem High-A-Team fehlt ein Pitching-Coach. Ich mache einem geeigneten Kandidaten ein Angebot, das dieser zwei Tage später annehmen wird. Dabei halte mich nicht lange mit Recherchen auf, denn in der auf ein Jahr angelegten Franchise hat High-A für mich keine hohe Relevanz.

Sehr viel ausführlicher widme ich mich dem MLB-Team. Auch dieses ist bei den Padres bereits gut aufgestellt. Die Vereinsführung hat mir zwei Ziele gesetzt: die Playoffs zu erreichen und ein Upgrade im Leftfield. Nach einem detaillierten Blick auf den Kader füge ich für mich selbst das Ziel hinzu, 1B Eric Hosmer loszuwerden. Der Mann verdient für seine Mittelmäßigkeit noch viel zu lange viel zu viel Geld – was ich in der Realität übrigens genauso sehe. Ein erstes „shop around“, also die automatische Suche nach einem Tradepartner, führt leider zu keinem Ergebnis – das ist schade, gibt aber von mir einen weiteren Realismuspunkt an das Spiel. Auf Hosmers Spielerseite ist übrigens zu sehen, dass er nun schlecht gelaunt ist. Anscheinend ist es nicht möglich, das „shop around“ so diskret durchzuführen, dass er nichts davon mitbekommt…

Als nächstes recherchiere ich nach dem gewünschten Upgrade für das Leftfield. Zurzeit habe ich dort den 33-jährigen Tommy Pham, von OOTP mit einer Wertung von zweieinhalb Sternen ausgestattet. Mein erster Blick richtet sich auf den Free-Agent-Markt. Der beste Leftfielder ist dort Yoenis Cespedes: 35 Jahre alt und ebenfalls mit zweieinhalb Sternen gelistet; hier ist das Upgrade also nicht zu finden. Sicherheitshalber schaue ich noch mal das eigene Farmsystem durch, aber auch hier wartet kein potenzieller Star-Leftfielder. Ich begebe mich daher auf die Suche nach einer Trade-Möglichkeit. Im Trade-Bildschirm kann ich bequem alle möglichen Optionen durchspielen. Als Kandidaten, die ich gegen Pham und evtl. eine kleine Beigabe in Form eines mittleren Prospects bekommen kann, stellen sich Joc Pederson (Cubs), Eddie Rosario (Indians), Bryan Reynolds (Pirates) und Tyler O’Neill (Cardinals) heraus; sie alle sind mit drei Sternen gelistet, wären also zumindest ein leichtes Upgrade.

Von den genannten Optionen gefällt mir O’Neill am besten: Er ist erst 25, hat noch Steigerungspotenzial auf dreieinhalb Sterne und die Cardinals würden ihn mir nach Einschätzung des Trade-Rechners im 1:1-Austausch gegen Pham geben, wobei ich sogar noch ein paar Millionen Gehalt spare. Diesen Trade gehe ich mit Freuden ein, auch wenn im Hintergrund leise mein Gewissen moniert, dass das Geschäft ein bisschen zu gut erscheint, um wahr bzw. realistisch zu sein. Nach Abschluss des Deals poppt direkt eine neue Mail auf – etwa der Owner, der mir zum erfolgreichen Upgrade gratulieren will? Leider nein, stattdessen informiert man mich, dass die Fans unzufrieden mit dem Verlust von Tommy Pham sind. Was soll’s, man kann es eben nie allen Recht machen.

Viel mehr tut sich nicht in der Offseason, außer dass nach und nach die gegnerischen Starting Pitcher für die ersten Saisonspiele bekannt gegeben werden und dass mein Scouting Director in der Dominikanischen Republik einen 16-jährigen Nachwuchsspieler entdeckt hat, der auf mich allerdings nicht sehr vielversprechend wirkt (Stärke und Potenzial jeweils ein halber Stern).

Als im Spiel das Äquivalent zum heutigen Tag, der 31. März 2021, anbricht, befasse ich mich mit dem endgültigen Lineup für das Eröffnungsspiel gegen die Diamondbacks. Im Pitching-Staff habe ich keine großen Überraschungen zu bieten: Mein Opening-Day-Starter wird Blake Snell, gefolgt von Yu Darvish und Joe Musgrove. Außerdem habe ich Chris Paddack in der Starting Rotation sowie Adrian Morejon. Letzterer übernimmt den Spot in Vertretung von Dinelson Lamet, der wie im echten Leben noch verletzt ist. Als Closer habe ich Drew Pomeranz vorgesehen. Im Lineup vertritt Luis Campusano als Catcher den ebenfalls noch verletzten Austin Nola, im Leftfield läuft meine Neuverpflichtung Tyler O’Neill auf. Als Leadoff-Hitter und Second Baseman habe ich mich für Ha-Seong Kim entschieden; ansonsten entspricht das Lineup demjenigen, das ich in meiner Preview für die echten Padres prognostiziert hatte.

So viel zu meiner Saisonvorbereitung mit den Padres. In ein paar Tagen melde ich mich mit ersten Ergebnissen vom Opening Weekend.

Die Teamauswahl wurde mir per Abstimmung im Blog vorgegeben.

Begrüßungsmail des Teambesitzers.

Keine Interessenten für Eric Hosmer.

Der Free-Agent-Markt vor Saisonbeginn.

Der Team-Homescreen inklusive Opening-Day-Lineup.

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Februar 22nd, 2021 by Silversurger

Die Managersimulation Out of the Park Baseball – kurz OOTP – steht bei mir seit Jahren hoch im Kurs. Wer sich an dieser Stelle fragt, worum es überhaupt geht, schaut am besten in meine früheren Rezensionen zu dem Spiel rein, zum Beispiel hier oder hier.

Nachdem im Offseason-Wunschkonzert gleich mehrfach die Anregung kam, die Baseblog-Leserinnen und Leser an einer Franchise teilhaben zu lassen, werde ich das dieses Jahr tun. Ich stelle es mir so vor, dass ich meine Spiel-Saison parallel zur echten MLB-Saison laufen lasse und alle ein bis zwei Wochen in einem Artikel darüber berichte, illustriert mit dem einen oder anderen Screenshot. Trifft das eure Interessen oder habt ihr euch das anders vorgestellt? Lasst es mich bitte in den Kommentaren wissen!

Gespielt wird in OOTP 22, das wenige Tage vor dem MLB-Saisonstart veröffentlicht wird. Die wichtigste Frage, die ich vorab klären möchte, ist die Teamauswahl. Ich möchte weder meinen Lieblingsklub steuern noch eine Franchise, die ich nicht ausstehen kann. Es soll ein Team sein, dem für dieses Jahr eine gute Rolle zuzutrauen ist, aber kein kompletter Überflieger. In diesem Sinne habe ich eine Vorauswahl getroffen, die ich hier zur Abstimmung stelle:

Welches Team soll ich in OOTP 22 durch die MLB-Saison 2021 begleiten?

  • San Diego Padres (27%, 49 Votes)
  • Toronto Blue Jays (18%, 32 Votes)
  • Oakland Athletics (16%, 28 Votes)
  • Minnesota Twins (14%, 25 Votes)
  • St. Louis Cardinals (7%, 12 Votes)
  • Chicago White Sox (7%, 12 Votes)
  • Atlanta Braves (4%, 8 Votes)
  • Tampa Bay Rays (4%, 7 Votes)
  • Milwaukee Brewers (3%, 6 Votes)

Total Voters: 179

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Ich bin gespannt, mit welchem Team ihr mich beglücken werdet!

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April 30th, 2019 by Silversurger

Pünktlich zum Start der MLB-Saison ist vor gut einem Monat die neue Version der Baseball-Management-Simulation Out of the Park Baseball erschienen. Dass ich erst jetzt dazu komme, OOTP 20 hier vorzustellen, liegt weder an fehlendem Interesse noch an fehlender Begeisterung meinerseits. Es liegt vielmehr an dem Spiel selbst, an seiner unglaublichen Tiefe und dem Zeitaufwand, den es erfordert, seine Möglichkeiten und Funktionen wenigstens halbwegs auszutesten.

Ich habe in den letzten vier Wochen rund 30 Stunden in OOTP 20 gesteckt – ich weiß gar nicht, wo ich die Zeit hergenommen habe –, und dennoch ist mein Eindruck, dass ich lediglich an der Oberfläche dessen gekratzt habe, was es alles zu bieten hat. Dieses Gefühl habe ich bei jeder Version von OOTP aufs Neue, denn jedes Jahr gelingt es den Entwicklern, die unglaubliche Tiefe und Detailliertheit des Spiels noch ein Stück weiter auszubauen. Anders als bei MLB The Show hat man nie den Eindruck, OOTP würde auf der Stelle treten.

Die größte Neuerung von OOTP 20 ist der Perfect-Team-Modus. Dieser wurde Ende letzten Jahres zunächst als Update für OOTP 19 eingeführt und ist jetzt in überarbeiteter und erweiterter Form regulärer Bestandteil des Spiels. Es handelt sich um einen Sammelkarten-Modus, wie er in allen großen Sportspielen mittlerweile zum guten Ton gehört – man denke an Diamond Dynasty in MLB The Show oder an Ultimate Team in den EA-Spielen Madden und Fifa. Aus den Sammelkarten, die man sich im Spiel verdienen oder mit echtem Geld kaufen kann, stellt man eine Mannschaft zusammen, die in Online-Ligen gegen andere antritt. In diesen Ligen dauert jede Saison eine Woche lang, alle 30 Minuten findet ein Spiel statt. Man kann sein Team intensiv mehrere Stunden lang am Tag verfolgen, an Aufstellungen und Karten-Auktionen teilnehmen. Man kann die Sache aber auch einfach mal eine Weile laufen lassen und steht nicht gleich vor einem Scherbenhaufen, nur weil man eine Woche im Urlaub war oder keine Zeit zum Spielen hatte.

Ich muss zugeben, ein bisschen hatte ich die Befürchtung, dass die Konzentration auf Perfect Team dazu führt, dass weniger intensiv am Hauptspiel gearbeitet wird. Das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet, denn auch dieses wurde spürbar weiterentwickelt. Die größte Neuerung ist die Möglichkeit, nicht nur am Anfang einer Saison in die Management-Karriere einzusteigen, sondern zu jedem beliebigen Zeitpunkt. Ich könnte also jetzt sofort die Geschicke eines MLB-Teams übernehmen mit den echten Tabellenständen und Kadern des heutigen Tages. Weitere Entwicklungen sind deutlich erweiterte 3D-Animationen in der Darstellung der Spiele sowie die Aufnahme neuer Taktiken wie zum Beispiel der Opener-Strategie.

Wie bisher deckt OOTP die MLB, sämtliche Minor Leagues sowie eine Vielzahl historischer und internationaler Ligen ab. Die Aufnahme von vier neuen Ligen ist insofern nur ein kleiner Schritt für OOTP, aber es ist ein Riesenschritt für die Anhänger des europäischen Baseballs: Man kann nun auch ein Team in Spanien, Frankreich, Tschechien und – endlich, endlich, endlich! – in der deutschen Baseball-Bundesliga leiten. Die Bundesligisten sind mit realen Team- und Spielernamen verfügbar, wenn auch (noch?) nicht mit den realen Logos. Einige Rahmenbedingungen, zum Beispiel Spielergehälter und -transfers, mussten im Vergleich mit der echten Bundesliga ein bisschen „professionalisiert“ werden, um die Liga sinnvoll in das Spielkonzept von OOTP zu integrieren. Das stört aber nicht; es ist sogar ganz lustig, mal ein paar richtige Trades zwischen Baseball-Bundesligisten auszuhandeln und an einer Draft mit deutschen Nachwuchsspielern teilzunehmen.

Eine Kleinigkeit habe ich aber doch zu kritisieren: Die Regeln für den Einsatz nicht-deutscher Spieler passen nicht, insbesondere werden EU-Bürger als Ausländer eingestuft. So gab es für mich ein böses Erwachen, als ich einen Niederländer und einen Kroaten verpflichtete und anschließend feststellte, dass ich sie der fehlerhaften Einschränkung wegen nicht ins aktive Roster berufen konnte. Dass ich mich über diesen Lapsus beschwere, ist allerdings Jammern auf äußerst hohem Niveau. Und so wie ich die Entwickler einschätze, wird das Problem, sobald man sie darauf aufmerksam gemacht hat, spätestens mit dem nächsten Release behoben sein.

Mein Fazit: OOTP liefert auch im zwanzigsten Anlauf hervorragend ab und sollte auf keinem PC eines Baseballfans fehlen.

Erwerben kann man OOTP 20 ausschließlich als Download, dies aber auf diversen Wegen und Plattformen. Über Steam und Origin ist es ebenso erhältlich wie zum direkten Kauf auf der Herstellerseite. Es läuft auf Windows, Mac und Linux. Für meinen Test und die unten abgebildeten Screenshots habe ich die Linux-Version auf Steam genutzt.

Übrigens: Falls ihr Baseball mögt (sonst wärt ihr wohl nicht hier), Programmierkenntnisse mitbringt und auf der Suche nach einem Job seid: Out of the Park Developments hat gerade ein paar Stellen ausgeschrieben.

Ein Blick auf den neuen Perfect-Team-Modus.
Ein Traum wird wahr: Ich manage die Mainz Athletics.
Eine siebenstellige Payroll als Bundesligist, das wär doch mal was…
Ligenübergreifende Freundschaftsspiele sind übrigens auch möglich.

Transparenz-Hinweis: OOTP 20 wurde mir auf meine Anfrage hin als kostenloses Rezensionsexemplar von den Entwicklern zur Verfügung gestellt. Diese freundliche Geste hat keine Auswirkung auf meine Beurteilung des Produkts – wenn sich dieser Beitrag dennoch wie ein Werbeartikel liest, liegt das schlichtweg daran, dass das Spiel verdammt gut ist.

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April 2nd, 2018 by Silversurger

Die MLB-Saison 2018 läuft – soweit es der späte Wintereinbruch in den USA zulässt – auf Hochtouren und es ist höchste Zeit, dass ich hier nach der führenden Baseball-Simulation MLB The Show auch die führende Baseball-Management-Simulation in ihrer neuesten Version vorstelle. Grundlegendes zu Out of the Park Baseball habe ich schon in meinem Artikel zu OOTP 18 geschrieben, daher gehe ich heute vor allem auf die Neuerungen der vor ein paar Tagen erschienenen jüngsten Ausgabe ein.

Ähnlich wie bei The Show bestehen die Veränderungen von OOTP gegenüber dem Vorjahr hauptsächlich in optischen Verbesserungen. Stark überarbeitet wurde vor allem die animierte Darstellung der Spiele. Hier sind nun erstmals nicht mehr nur Mensch-ärgere-dich-nicht-Kegel sondern echte Spieler zu sehen. Gegenüber den Vorgängern ist das eine kleine Revolution und lässt deutlich mehr TV-Feeling aufkommen. Wie im ganzen Spiel steckt in dieser Neuerung viel Arbeit und Liebe zum Detail. Für mich persönlich fällt sie aber ehrlich gesagt nicht sehr stark ins Gewicht, da mir bei OOTP die Rolle des General Managers am meisten Spaß macht und ich mir selten die Zeit nehme, die einzelnen Begegnungen ausführlich anzuschauen.

Erstmals mit animierten Männchen: das Gameplay von OOTP 19

Auch die grafischen Oberflächen der Manager-Homescreens sehen auf den ersten Blick anders aus als bisher. Auf den zweiten Blick wurden aber nur wenige Screens wirklich neu designt, ansonsten besteht die Änderung vor allem in neuen Hintergründen und einem dunklen Menüstil mit Semitransparenz, der nun Grundeinstellung ist. Meinen Geschmack trifft dieser Stil nicht ganz, das macht aber überhaupt nichts, denn zum Glück lässt sich das wie sehr vieles in diesem Spiel individuell anpassen. Die Individualisierungsmöglichkeiten von OOTP wurden gegenüber den Vorgängern übrigens noch erweitert; man kann nun zum Beispiel auch Widgetgrößen, Schriftarten und einiges mehr nach Belieben ändern.

Das neue Menüdesign ist mir ein bisschen zu unruhig, aber…

…zum Glück ist eine nüchternere Darstellung nur wenige Klicks entfernt

Alles in allem ist OOTP 19 noch schöner und noch individueller geworden, am eigentlichen Spiel hat sich aber kaum etwas verändert. Für mich ist das Wichtigste an der Neuauflage die Aktualisierung der Roster und Spielerbewertungen, die OOTP wie gewohnt nicht nur für die MLB sondern auch für das komplette Minor-Leaue-System und zahlreiche Baseball-Ligen weltweit zu bieten hat. Das Fazit bleibt somit auch dasselbe wie das meines Artikels über OOTP 18: Out of the Park Baseball ist ein hervorragendes Spiel, das sich kein Baseballfan entgehen lassen sollte. Die von mir beim vorherigen Test identifizierten Verbesserungsmöglichkeiten bleiben ebenfalls dieselben: Am meisten würde ich mir eine Integration der Baseball-Bundesliga wünschen (dies scheitert bislang an Lizenzschwierigkeiten) und der Realismus der Trade-AI hat nach wie vor Luft nach oben.

Eine größere Neuigkeit wird übrigens noch folgen: Voraussichtlich im Laufe des Sommers soll für OOTP 19 ein komplett neuer Online-Modus namens „Perfect Team“ in Form eines kostenlosen Updates nachgeliefert werden. Ich bin schon sehr gespannt darauf und werde zu gegebener Zeit darüber berichten.

Einstweilen habe ich mein persönliches Projekt gestartet, das ich schon seit dem Test von OOTP 18 geplant hatte: eine Saison mit den New York Mets in Echtzeit parallel zur realen Saison. Die Eröffnungsserie gegen die Cardinals habe ich übrigens genau wie die echten Mets 2:1 gewonnen, wenngleich in veränderter Reihenfolge (erst die Niederlage, dann zwei Siege). Das heutige* Match gegen die Phillies habe ich auch schon gespielt. Wenn ihr wissen wollt, wie es (hoffentlich auch im richtigen Leben) ausgeht:

Schöner Erfolg für die Mets im ersten Spiel gegen die Phillies

Es gibt übrigens kaum Ausreden, OOTP 19 nicht zu kaufen: Man bekommt es über die Plattformen Steam und Origin ebenso wie als direkten Download auf der Herstellerseite und es ist nach wie vor sowohl für Windows als auch für Mac und Linux verfügbar.

 

Transparenz-Hinweis: Das vorgestellte Spiel wurde mir auf meine Anfrage hin als kostenloses Rezensionsexemplar von den Entwicklern zur Verfügung gestellt. Diese freundliche Geste hat keine Auswirkung auf meine Beurteilung des Produkts.

 

*PS: Und nur eine Stunde nach dem Verfassen dieses Artikels stehe ich vor der Frage, wie ich damit umgehe, dass ich ein für heute angesetztes Spiel gespielt habe, das nun in Wirklichkeit des Wetters wegen auf den 9. Juli (!) verlegt wurde…

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November 19th, 2017 by Silversurger

Die Offseason ist noch lang und Weihnachten steht vor der Tür – das klingt für mich nach einem guten Zeitpunkt, um in loser Folge ein paar Baseball-Spiele vorzustellen, mit denen man sich allein oder in trauter Runde lange Winterabende und -nächte vertreiben kann. Den Anfang macht ein Computerspiel, das bei vielen Angehörigen meiner Generation angenehme Erinnerungen wecken wird an Stunden, die man mit Perlen wie dem „Bundesliga-Manager Professional“ oder der „Anstoss“-Reihe verbracht hat. Später gab es den FIFA-Fußball-Manager, aber da war mein Interesse an Fußball schon erkaltet, weswegen ich die weitere Entwicklung dieses Sektors nicht verfolgt habe.

Nun hat mich das Fieber aber wieder voll gepackt, denn ich bin auf die Managersimulation „Out of the Park Baseball 18“ gestoßen – viel zu spät eigentlich, denn die OOTP-Reihe existiert schon seit 1999. Vater des Spiels ist der deutsche Entwickler Markus Heinsohn aus Eimsbüttel, veröffentlicht wird es über dessen eigene Firma „Out of the Park Developments“. Trotz des deutschen Ursprungs von OOTP liegt sein wichtigster Markt naturgemäß in Nordamerika, deshalb gibt es das Spiel auch ausschließlich auf Englisch. Von den Plattformen her hat OOTP eine größere Vielfalt zu bieten: Es läuft auf Windows, Mac und erfreulicherweise auch auf Linux. Erwerben kann man das Spiel ausschließlich als Download, entweder direkt über die Herstellerseite oder über Steam. Getestet wurde von mir die Linux-Version über Steam. Der reguläre Preis für die aktuelle Version beträgt 39,99 Dollar, wobei es gelegentlich auch Sonderangebote gibt. Auch ein Demo-Mode ist verfügbar, wenn man erstmal unverbindlich anspielen möchte.

Der Daten- und Funktionsumfang von OOTP ist schlichtweg gigantisch: Man kann die aktuelle MLB-Saison nachspielen, aber auch jede beliebige Saison seit 1871; die Minor Leagues sind komplett eingebunden, ebenso historische Ligen wie zum Beispiel die Negro Leagues sowie Ligen aus aller Welt (Japan, Korea, Mexiko, Niederlande, Italien etc.) – alles komplett mit vollständigen Rostern, Namen, Logos und Uniformen, da OOTP über die nötigen Lizenzen verfügt. Für realistische Player-Ratings sorgt eine Anbindung zum ZiPS-System von Dan Szymborski. Darüber hinaus gibt es umfangreiche Möglichkeiten, nationale und internationale Ligen und Turniere selbst zusammenzustellen und zu editieren.

Wenn man sich für eine Liga und ein Startjahr entschieden hat, kann man wahlweise als Manager, General Manager oder als beides gleichzeitig agieren – abhängig von dieser Entscheidung ist man entweder für Aufstellungen, Spieltaktiken und dergleichen verantwortlich oder für die Zusammenstellung des Kaders, Trades, Personalentscheidungen etc. oder eben für alles. Man arbeitet auf einer grafischen Oberfläche, die sehr eingängig bedienbar ist. Ähnlich wie in einem Web Browser steuert man das Spiel per Maus mit Drag&Drop-Funktionen, Hyperlinks, durch Rechtsklick öffnende Kontextmenüs usw.

OOTP ist mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt, was man zum Beispiel beim Verletzungssystem sieht – jeder Spieler hat eine individuelle Verletzungsgeschichte mit unterschiedlichen Langzeiteffekten – oder bei den Trades, die diverse Konstellationen erlauben inklusive Optionen wie dass das abgebende Team einen Teil des Spielergehalts übernimmt. Die Möglichkeiten, was man alles steuern und worauf man alles achten kann, scheinen geradezu unendlich, lassen sich aber gezielt reduzieren, indem man einige Aufgaben automatisiert erledigen lässt. Das ist dann auch die erste Aufgabe, die man beim Spielen an sich selbst stellen sollte: Man muss für sich einen Weg finden, was man tut und was man laufen lässt, sonst erschlägt einen die Komplexität der Handlungsmöglichkeiten.

Dementsprechend ist der Zeitaufwand des Spiels sehr variabel: Wenn man jede Kleinigkeit verfolgen und in der Hand haben möchte, kann man ohne Weiteres mehrere Stunden mit Recherchen, Verhandlungen und sonstigen Managementaufgaben verbringen, ohne im Spielverlauf einen einzigen Tag weiterzuschalten; auch ein Match des eigenen Teams kann man mit vollständigem In-Game-Management locker eine halbe Stunde lang zelebrieren. Genauso gut kann man aber, wenn man viel automatisiert und weiterklickt, in einer halben Stunde eine komplett Saison durchgespielt haben. Ich selbst habe in den vergangenen 14 Tagen gut 20 Stunden mit OOTP verbracht und dabei zweieinhalb Saisons mit einer Franchise absolviert. Angemeldet habe ich mich als General Manager und Manager, allerdings habe ich relativ schnell herausgefunden, dass mir die GM-Aufgaben mehr Spaß machen und dass ich die Lineups und das In-Game-Management gerne vertrauensvoll in die Hände der AI lege.

Wenn es mal irgendwo hakt, findet man in vielfältiger Weise Hilfen: es gibt ein umfangreiches Online-Manual, auf das man innerhalb und außerhalb des Spiels zugreifen kann, zudem eine Knowledge Base, einige Video-Tutorials und das Entwicklerteam um Markus Heinsohn und Andreas Raht leistet schnellen und zuverlässigen Support. Zudem gibt es eine recht aktive Community zu OOTP, die ebenfalls sehr nützlich ist wenn man Probleme hat, aber auch wenn man Mitspieler für eine Online-Liga sucht oder sich einfach so über das Spiel austauschen möchte.

Ich glaube, es spricht schon aus meinen vorangehenden Schilderungen, aber ich möchte es noch mal ausdrücklich sagen: Ich bin von OOTP begeistert!

Ein paar Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge habe ich aber natürlich auch und möchte sie euch nicht vorenthalten – den Entwicklern übrigens auch nicht, deswegen habe ich sie schon darauf angesprochen und lasse ihre Antwort direkt in meine Punkte einfließen:

– Schade finde ich, dass es bei aller Vielfalt von Ligen und Zeiträumen ausgerechnet die deutsche Baseball-Bundesliga in OOTP nicht gibt. Der Grund dafür sind Lizenzprobleme, genauer gesagt das Fehlen einer zentralen Lizenzverwaltung für die Bundesliga. Man müsste jede Verwendung von Namen und Logos mit den betreffenden Teams und Spielern einzeln verhandeln, was ein unverhältnismäßiger Aufwand wäre. Ich hoffe, dass sich irgendwann doch eine pragmatische Lösung findet.

– Eine Synchronisierungsmöglichkeit zwischen OOTP und dem Ableger „MLB Manager“ für Mobilgeräte wird es auf absehbare Zeit leider nicht geben, vor allem wegen der zu großen Datenmengen.

– Was ich – in rührseliger Erinnerung an die „Anstoss“-Reihe – toll fände, wäre eine Möglichkeit, Einzelgespräche mit Spielern zu führen und kurze Ansprachen an das Team zu halten. Bei Anstoss wählte man bei solchen Gelegenheiten unter vorgegebenen Aussagen und in Abhängigkeit davon veränderte sich die Stimmung der Spieler. Laut Heinsohn sind Features dieser Art für zukünftige Versionen bereits in Planung.

– Im Spiel selbst ist mir nur eine einzige Sache aufgefallen, die nach meinem Geschmack noch nicht befriedigend gelöst ist und das ist der Realismus von Trades. Mir wurde zum Beispiel  Ende Juli 2017 über die Funktion „Shop Player around“ von meinem direkten Verfolger im Divisionsrennen, den Nationals, Star-Pitcher Max Scherzer mit Vertrag bis 2021 angeboten im direkten Tausch gegen Lucas Duda, einen mittelmäßigen First Baseman mit auslaufendem Vertrag. Für mich war das der Startschuss zu einem größer angelegten Test der Trade-AI und innerhalb der verbleibenden  zehn Tage bis zur Trade Deadline hatte ich mein Team um Scherzer, Giancarlo Stanton, Freddie Freeman, Dee Gordon, Nolan Arenado, Kyle Schwarber und Aaron Altherr aufgerüstet, ohne viel dafür herzugeben. Zwar kann man über die Einstellungen an der Trading Difficulty drehen, aber wenn man Trades auf andere Weise als über „Shop Player around“ versucht, sind sie bereits schwierig genug und man will ja nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Auch dieses Thema ist den Entwicklern bereits bekannt und OOTP teilt es mit allen anderen Sport-Management-Spielen: Eine rundum realistische Trade-AI existiert bislang leider nicht. Wenn man Wert auf Realismus legt, muss man sich in Selbstdisziplin üben und auch mal einen Trade nicht machen, wenn man den Eindruck hat, der Computergegner übervorteilt sich selbst.

Von dieser einen Einschränkung abgesehen kann ich nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Ich freue mich schon riesig auf das Erscheinen des nächsten Teils zum Beginn der neuen MLB-Saison. Mein Plan ist, dass ich dann mal ein komplettes Jahr spiele, bei dem ich mich im Team um wirklich alles kümmere und an jedem echten Tag genau einen Tag im Spiel laufen lasse.

 

Transparenz-Hinweis: Das vorgestellte Spiel wurde mir auf meine Anfrage hin als kostenloses Rezensionsexemplar von den Entwicklern zur Verfügung gestellt. Diese freundliche Geste hat keine Auswirkung auf meine Beurteilung des Produkts – ihr lest wie gewohnt meine ehrliche und ungeschminkte Meinung.

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