Februar 11th, 2021 by Silversurger

Das Warten ist fast zuende: In nicht mal einer Woche – am 16. und 17. Februar – starten die Pitcher und Catcher der MLB-Teams in die Spring-Training-Camps, die restlichen Spieler folgen wenige Tage später. Gerade noch rechtzeitig haben sich die Vertreter der Liga und der Spieler auf zentrale Punkte zum Umgang mit der Coronasituation geeinigt.
Die Free Agency geht derweil in den Endspurt. Mit Trevor Bauer und Marcell Ozuna haben die zwei dicksten Fische, die noch auf dem Markt waren, ihre Teamwahl getroffen – in Bauers Fall springt sogar ein Rekordgehalt heraus.

Kompromiss über Corona-Maßnahmen
Dass die MLB und die Spielergewerkschaft MLBPA sich überhaupt mal auf etwas einigen können, ist nach den konfliktreichen letzten Wochen und Monaten für sich allein schon eine erfreuliche Neuigkeit. Die beiden Seiten haben am Montag eine Reihe von Maßnahmen verabredet, unter denen das Spring Training ab nächster Woche und die Saison ab 1. April so regulär wie möglich stattfinden sollen.

Die wichtigsten Regelanpassungen bestehen darin, dass wie in der Kurzsaison 2020 Doubleheader wieder über zweimal sieben Innings gespielt und Extra-Innings in allen Spielen mit einem automatischen Baserunner begonnen werden. Beide Maßnahmen haben den Sinn, die Spieler vor Überlastungen zu schützen, wenn es wieder dazu kommt, dass durch coronabedingte Verschiebungen mehrere Spiele innerhalb kurzer Zeiträume zu absolvieren sind. Ferner wurde vereinbart, dass jeder Spieler bei Bedarf als Pitcher eingesetzt werden kann – es muss also kein bestimmtes Inning oder eine bestimmte Höhe des Rückstands erreicht sein, bevor ein Positionsspieler pitchen darf. Unsportliches Verhalten, das die Abstandsgebote verletzt – Prügeleien, Anschreien der Umpires aus kurzer Distanz – soll konsequent geahndet werden. Eine Maskenpflicht besteht für alle Beteiligten mit Ausnahme der Spieler auf dem Feld. Spieler, die Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall haben, müssen für eine Woche in Quarantäne und sich am fünften Tag testen lassen. Wird ein Spieler selbst positiv getestet, dauert die Quarantäne mindestens zehn Tage. Im Falle eines Covid-Ausbruchs dürfen die Teams in einem vereinfachten Verfahren den Kader aus den Minor Leagues auffüllen und die betreffenden Spieler danach wieder zurückschicken.

Interessant ist auch, was nicht beschlossen wurde: Die Designated-Hitter-Regel wurde nicht erneut auf die National League ausgedehnt. Sie gilt jetzt wieder wie vor 2020 ausschließlich in der American League. Auch ein Beschluss über erweiterte Playoffs wurde bisher nicht gefasst. Sofern es dazu nicht wieder eine Last-Minute-Entscheidung wie im letzten Jahr gibt, findet die Postseason dieses Jahr im alten Format mit zehn Teams statt. In der regulären Saison soll der Spielplan umgesetzt werden wie geplant, also mit 162 Spielen pro Team und ohne die geographische Umsortierung, mit deren Hilfe letztes Jahr Reiseaktivitäten minimiert wurden.

Rekordvertrag für Bauer
Um keinen der diesjährigen Free Agents wurde so viel Aufheben gemacht wie um Trevor Bauer. Der Cy-Young-Gewinner befeuerte den Hype durch seine gewohnt hohe Social-Media-Präsenz, indem er öffentlich mit dem Interesse beispielsweise der Toronto Blue Jays und der New York Mets kokettierte. Seine Entscheidung, bei welchem Team er unterschreibt, gab er schließlich am Ende eines zweieinhalbminütigen Highlight-Videos bekannt – für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Selbstinszenierung. Ich muss aber zugeben, dass ich Bauer schon vorher nicht mochte und daher einfach nur froh war, dass seine Wahl nicht auf die Mets fiel. Der 30-Jährige kehrt stattdessen zurück in seine südkalifornische Heimat und schließt sich dort dem amtierenden World Champion Los Angeles Dodgers an. Er erhält von den Dodgers einen Dreijahresvertrag über 102 Millionen Dollar mit Ausstiegs-Optionen sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Jahr. Die Zahlungen sind so strukturiert, dass Bauer sowohl dieses Jahr mit 40 Millionen als auch nächstes Jahr mit 45 Millionen jeweils einen neuen Rekord für das höchste Jahresgehalt eines MLB-Spielers aufstellt.

Ozuna bleibt in Atlanta
Als zweiter Hochkaräter in dieser Woche hat auch Marcell Ozuna einen neuen Vertrag unterschrieben. Der Outfielder bleibt für vier weitere Jahre bei den Atlanta Braves. Er erhält dafür 65 Millionen Dollar, zu denen weitere 15 Millionen hinzukommen, falls die Braves ihre Option auf ein fünftes Vertragsjahr ziehen. Für Ozuna ist damit die Taktik voll aufgegangen, sich letztes Jahr mit einem Einjahresvertrag über 18 Millionen zu begnügen. Nachdem er 2020 seine bislang stärkste Saison ablieferte, erhält der 30-Jährige nun die Belohnung in Form des ersehnten hochdotierten Dauervertrags.

5-Spieler-Deal zwischen Rangers und Athletics
Die Texas Rangers und die Oakland Athletics haben sich auf einen umfangreichen Trade geeinigt: Die Rangers senden SS Alvis Andrus, Prospect-Catcher Aramis Garcia und 13,5 Millionen Dollar nach Oakland, dafür erhalten sie OF/DH Khris Davis sowie die Prospects C Jonah Heim und RHP Dane Acker. Der Move sieht in erster Linie danach aus, dass die Athletics wieder mal Kosten sparen wollen. Allerdings ist das eine Rechnung, die nur für dieses Jahr aufgeht: Die Rangers übernehmen die 30,5 Millionen Dollar, die Davis in seinem letzten Vertragsjahr zustehen, sowie durch die Barzahlung im Zuge des Transfers auch fast die vollen 14 Millionen, die Andrus dieses Jahr verdient. Für 2022 sind die Rangers damit alle Verpflichtungen los. Die A’s hingegen müssen Andrus nächstes Jahr noch einmal 14 Millionen bezahlen, und bei genügend Einsätzen aktiviert sich für ihn sogar die Option, bis 2023 einseitig für weitere 15 Millionen zu verlängern.
Von den Leistungen her waren zuletzt weder Davis noch Andrus für ihre Teams eine große Hilfe, beide landeten 2020 bei negativen Wins Above Replacement. Neben den finanziellen Implikationen steht hinter dem Trade wohl auch der Gedanke, dass beiden ein Tapetenwechsel gut tun könnte. 

Dreiecks-Trade bringt Benintendi zu den Royals
Zwischen den Kansas City Royals, den Boston Red Sox und den New York Mets gibt es einen Dreicks-Trade. Dessen wesentliche Auswirkung auf die MLB-Roster besteht darin, dass Outfielder Andrew Benintendi aus Boston zu den Royals wechselt. Als Gegenleistung erhalten die Red Sox OF Ranchy Cordero sowie zwei später zu benennende Spieler von den Royals und RHP Josh Winckowski sowie einen weiteren noch zu benennenden Spieler von den Mets. Die Mets bekommen OF-Prospect Khalil Lee von den Royals.
Benintendi ist bis einschließlich 2022 unter Teamkontrolle. Die Royals setzen darauf, dass er an frühere Leistungen anknüpfen kann, nachdem er letzte Saison unter Form- und Verletzungsproblemen litt. Aus Sicht der Mets ist das Geschäft, dass sie mit Lee ein Prospect bekommen, von dem sie mehr erwarten als von Winckowski (und der noch ausstehenden Beigabe). Auf Seiten der Red Sox sieht es danach aus, dass sie sich mit Masse statt Klasse bezahlen lassen, aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.

Weitere Trades und Neuverpflichtungen  
Hier die weiteren Free-Agent-Abschlüsse dieser Woche, wie immer beschränkt auf MLB-Verträge: C Yadier Molina (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 9 Millionen), RP Jake McGee (San Francisco Giants, 2 Jahre, 7 Millionen), OF Adam Duvall (Miami Marlins, 1 Jahr plus Vereinsoption, 5 Millionen), 2B Jonathan Schoop (Detroit Tigers, 1 Jahr, 4,5 Millionen), SP Chase Anderson (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 4 Millionen), IF Jonathan Villar (New York Mets, 1 Jahr, 3,55 Millionen plus Boni), SP Mike Fiers (Oakland Athletics, 1 Jahr, 3,5 Millionen), SP Mike Foltynewicz (Texas Rangers, 1 Jahr, 2 Millionen plus Boni), OF Jake Marisnick (Chicago Cubs, 1 Jahr plus beidseitige Option, 1,5 Millionen), OF Albert Almora (Mets, 1 Jahr, 1,25 Millionen plus Boni). 

Mit zwei kleineren Trades ergänzen die Los Angeles Angels ihren Kader:  Von den St. Louis Cardinals kommt OF Dexter Fowler; die Cardinals legen bei dem Deal 12,75 Millionen Dollar und damit einen Großteil von Fowlers 14 Millionen Jahresgehalt drauf, um den Platz im Kader frei zu bekommen.  Von den Tampa Bay Rays erhalten die Angels RP Aaron Slegers im Austausch gegen einen später zu benennenden Spieler. Mit SP/OF Shohei Ohtani erzielten die Angels zudem eine vorzeitige Vertragsverlängerung, durch die beide Seiten das Arbitration-Verfahren abwenden. Ohtani erhält 3 Millionen Dollar für 2021 und 5,5 Millionen für 2022.

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November 2nd, 2020 by Silversurger

Seit heute läuft offiziell die Free Agency der MLB. Jeder Spieler, der keinen laufenden Vertrag hat, kann nun frei mit interessierten Klubs verhandeln und einen neuen Kontrakt unterzeichnen.

Erfahrungsgemäß zieht sich die Free Agency im Baseball über die gesamte Offseason hin, anders als beispielsweise im Football oder in anderen Sportarten mit einer Salary Cap, also einer festen Obergrenze für Spielergehälter. Dieses Jahr könnte die Sache sogar noch ein bisschen zäher werden als sonst, weil auf allen Seiten eine große Unsicherheit in Bezug auf die Pandemielage und die Rahmenbedingungen der kommenden Saison herrscht.

Sechs Spieler haben von ihrem bisherigen Team ein sogenanntes Qualifying Offer erhalten. Das heißt, sie können innerhalb von zehn Tagen für ein Festgehalt von 18,9 Millionen Dollar ein weiteres Jahr bei dem Verein unterschreiben. Lehnt ein Spieler ein Qualifying Offer ab und unterschreibt anderswo, muss der neue Verein dem abgebenden Klub eine Kompensation in Form von Draftpicks bezahlen. Letzteres ist der Hauptgrund dafür, dass die Klubs Qualifying Offers aussprechen. Tatsächlich annehmen werden das Angebot nur wenige der Spieler, da die meisten von ihnen sich ausrechnen, mehr Geld und/oder längere Laufzeiten herausholen zu können.

Insgesamt handelt es sich in meinen Augen um eine eher schwache Free-Agent-Klasse, jedenfalls in dem Sinne, dass die ganz großen Namen fehlen. Mookie Betts hätte die Liste locker angeführt, doch die Dodgers haben sich seine langfristigen Dienste klugerweise schon vor einigen Monaten gesichert, solange sie noch das alleinige Recht hatten, mit ihm zu verhandeln. Zugute halten muss man der Free-Agent-Klasse 2020, dass recht ausgeglichen von allen Positionen und Spielertypen etwas dabei ist.

Hier mein Top-20-Ranking der wichtigsten Free Agents dieser Offseason (die Klammerangabe „QO“ weist auf das Vorliegen eines Qualifying Offers hin):

  1. J. T. Realmuto, C, 29 Jahre alt, bisher Philadelphia Phillies (QO)
    Catcher, die sowohl defensiv als auch offensiv das Team bereichern, findet man nicht allzu leicht. Realmuto ist auf seiner Position vermutlich der beste Spieler der Liga, in jedem Fall ist er mit großem Abstand der beste verfügbare Catcher der diesjährigen Free Agency. Er wird einen lukrativen Langzeitvertrag verlangen, und er wird ihn bekommen.
    Favoriten: Phillies, Mets, Yankees
  2. Trevor Bauer, RHP, 29, Cincinnati Reds (QO)
    Auch Bauer hätte nach seiner hervorragenden Saison, die nächste Woche möglicherweise noch mit dem Cy-Young-Award der NL gekrönt wird, gute Chancen auf einen langfristigen Kontrakt. Der exzentrische Pitcher vertritt allerdings seit Jahren die Position, ausschließlich Einjahresverträge zu unterschreiben, weil er glaubt, damit sein Karriere-Einkommen maximieren zu können.
    Favoriten: Padres, White Sox, Yankees, Angels
  3. George Springer, OF, 31, Houston Astros (QO)
    Wenn man seine Verletzunsgeschichte außen vor lässt, ist Springer sicher einer der besten Leadoff-Hitter der MLB, obendrein ein starker Centerfielder und zudem erfahren und erfolgreich in Meisterschaftsspielen. Er stammt aus Connecticut und ließ bereits verlauten, dass er gerne wieder näher an der Heimat wäre. Alles zusammen liest sich wie ein Bewerbungsschreiben für die Mets.
    Favoriten: Mets, Braves, Astros
  4. D. J. LeMahieu, IF, 32, New York Yankees (QO)
    LeMahieu kam vor zwei Jahren als vermeintlicher Ergänzungsspieler zu den Yankees, mauserte sich aber zur klaren Führungsfigur auf dem Platz und jenseits davon. Die Yankees werden kein Interesse haben, ihn gehen zu lassen, doch möglicherweise setzt sich auch bei dem Kalifornier die Sehnsucht nach der Heimat durch.
    Favoriten: Yankees, Dodgers
  5. Marcus Stroman, RHP, 29, New York Mets (QO)
    Mit dem Opt-Out aus der Corona-Saison 2020 im Anschluss an eine Verletzung schienen Stromans Tage bei den Mets gezählt. Doch die Annahme des Qualifying Offers, um ein Jahr zu überbrücken und mit Leistung für einen größeren Zahltag 2021/22 zu werben, könnte für ihn die sinnvollste Option sein.
    Favoriten: Mets, White Sox, Angels
  6. Marcell Ozuna, OF, 30, Atlanta Braves
    Ozuna gehört zum zweiten Mal hintereinander zu den interessantesten Free Agents. Letztes Jahr schloss er eine Wette auf sich selbst ab, indem er sich mit einem Einjahresvertrag über 18 Millionen bei den Braves begnügte. Die Taktik, sich mit einer starken Saison für dieses Jahr in eine bessere Position für einen noch größeren Vertrag zu bringen, könnte aufgehen, denn die starke Saison hat er definitiv abgeliefert. Als eher schwacher Defender dürfte er, solange keine universelle DH-Regel beschlossen ist, vor allem für AL-Teams interessant sein.
    Favoriten: Red Sox, White Sox, Rangers
  7. Charlie Morton, RHP, 36, Tampa Bay Rays
    Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist Morton einer der besten Pitcher auf dem Markt. Er könnte ein Schnäppchen sein, nachdem die Rays überraschend auf das Ziehen einer Vertragsoption verzichtet haben, die ihn für 15 Millionen in Tampa Bay gehalten hätte.
    Favoriten: Red Sox, Rays, Marlins
  8. Justin Turner, 3B, 35, Los Angeles Dodgers
    Seinem Ruf als Führungsspieler und Publikumsliebling hat Turner einen harten Schlag versetzt, als er sich bei der World-Series-Feier mit distanzlosem Feiern trotz positivem Coronatest in die Schusslinie der Kritik brachte. Davon abgesehen ist er einer der besten und erfahrensten Third Basemen der Liga.
    Favoriten: Dodgers, Braves, Orioles
  9. Marcus Semien, SS, 30, Oakland Athletics
    Semien konnte seine Breakout-Saison 2019 nicht wiederholen, ist aber dennoch der beste Shortstop auf dem Markt und somit einen Blick wert für Teams, die einen entsprechenden Bedarf haben und sich keinen Trade für Francisco Lindor oder Trevor Story leisten können oder wollen.
    Favoriten: Athletics, Reds
  10. Michael Brantley, OF, 33, Houston Astros
    Brantley hatte schon diverse Verletzungsprobleme und kommt gerade in ein Alter, in dem diese typischerweise eher mehr als weniger werden. Solange er gesund ist, ist er ein herausragender Kontakthitter mit solider Power. Auf Dauer dürfte er vor allem für Teams interessant sein, die ihn als DH einsetzen können.
    Favoriten: Astros, Yankees, Twins
  1. Didi Gregorius, SS, 30, Philadelphia Phillies
  2. Masahiro Tanaka, RHP, 32, New York Yankees
  3. Liam Hendriks, RHP, 31, Oakland Athletics
  4. Nelson Cruz, DH, 40, Minnesota Twins
  5. James Paxton, LHP, 31, New York Yankees
  6. Kolten Wong, 2B, 30, St. Louis Cardinals
  7. Jackie Bradley Jr., OF, 30, Boston Red Sox
  8. Taijuan Walker, RHP, 28, Toronto Blue Jays
  9. Andrelton Simmons, SS, 31, Los Angeles Angels
  10. Yadier Molina, C, 32, St. Louis Cardinals

Knapp verpasst haben die Liste: RHP Kevin Gausman (QO), OF Joc Pederson, OF Brett Gardner, LHP Mike Minor, C James McCann, RHP Jake Odorizzi, IF Tommy LaStella.

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Januar 23rd, 2020 by Silversurger

Die Baseball Hall of Fame in Cooperstown bekommt zwei neue Mitglieder: Derek Jeter und Larry Walker haben bei der diesjährigen Wahl jeweils die Zustimmungsschwelle von 75% überschritten. Jeter gelang dies gleich im ersten Jahr seiner Wählbarkeit, Walker im zehnten und somit letztmöglichen Jahr.
Unterdessen legt der Sign-Stealing-Skandal um die Houston Astros und die Boston Red Sox nach wie vor einen Schatten auf die Saisonvorbereitung, wenngleich es in den letzten Tage relativ ruhig um das Thema war. Der Untersuchungsbericht und das Strafmaß für die Red Sox stehen noch aus. Bezüglich der Astros sorgten kurz Gerüchte für die Aufregung, dass Spieler Buzzer unter dem Trikot getragen haben sollen, über die sie Signale über die gegnerischen Pitches erhielten. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Vorwürfe nicht neu waren und sich im Zuge der Untersuchung der MLB bereits als nicht stichhaltig erwiesen hatten.

Jeter und Walker kommen in die Hall of Fame
Dass Derek Jeter bei erster Gelegenheit in die Ruhmeshalle des Baseball aufgenommen wird, war jederzeit klar; die Frage war eigentlich nur, ob die Shortstop-Legende der Yankees ein einstimmiges Ergebnis erzielt oder nicht. Letztendlich kam er auf 99,7%, mit anderen Worten: Es fehlte ihm genau eine Stimme zu dem Traumergebnis, das sein Teamkamerad Mariano Rivera letztes Jahr als bisher einziger erreicht hatte. Warum unter den 397 Wählern der Baseball Writers Association of America (BBWA) einer der Meinung war, Jeter gehöre nicht auf seinen Wahlzettel, kann man nur mutmaßen. Vielleicht war es eine prinzipielle Entscheidung, Jeter nicht die 100% zu gönnen, weil größere Spieler als er – Babe Ruth, Ted Williams, Hank Aaron etc. – sie auch nicht bekommen haben. Vielleicht war es auch eine taktische Entscheidung, weil dem betreffenden Wähler zehn andere Spieler, für die eine knappe Wahl abzusehen war, wichtiger waren. Wie dem auch sei, im Juli wird Jeter in die Hall of Fame aufgenommen und das mit dem zweitbesten Wahlergebnis aller Zeiten.
Gemeinsam mit ihm wird auch Larry Walker seine Plakette in Cooperstown erhalten. Der kanadische Outfielder war in den 90er- und Nullerjahren ein Star bei den Colorado Rockies und den Montreal Expos. Er übersprang im zehnten Jahr seiner Wählbarkeit mit 76,6% die Hürde. Dass es für ihn trotz beeindruckender Statistiken so lange gedauert hat, liegt wohl auch daran, dass Walker den größten Teil seiner Leistungen in Coors Field erbracht hat, einem traditionell hitterfreundlichen Ballpark. Nichtsdestotrotz ist Walkers Aufnahme in die Hall of Fame meiner Ansicht nach genauso hochverdient wie die Jeters – gemessen an ihrem Karriere-bWAR sind beide mit 72,4 (Jeter) bzw. 72,7 (Walker) übrigens ziemlich exakt gleich zu bewerten.
Erneut verpasst haben den Einzug in die Halle Curt Schilling (70,0%), Roger Clemens (61,0%) und Barry Bonds (60,7%). Die drei ehemaligen Superstars gehören von den produzierten Ergebnissen her ohne Zweifel hinein, doch sie alle tragen die Hypothek des Steroid-Zeitalters mit sich, welche ihre Leistungen für immer mit einem einschränkenden Sternchen versieht. Für die drei war es das achte Jahr der Wählbarkeit. Mein Tipp ist, dass man sie bis zum zehnten schmoren lässt und sie dann doch aufnimmt.

Fliegender Managerwechsel bei den Mets
Über die New York Mets hatte ich letzten Donnerstag noch spekuliert, dass sie sich möglicherweise von ihrem Manager Carlos Beltran trennen wegen dessen unrühmlicher Rolle im Sign-Stealing-Skandal der Astros. Keine zwei Stunden später war er es bereits soweit, und schon gestern präsentierten die Mets einen Nachfolger für Beltran: Luis Rojas heißt der neue Cheftrainer, ist 38 Jahre alt und hat sich innerhalb der Mets-Organisation von der dominikanischen Sommerliga bis in die Major League hochgearbeitet. Rojas war für den Posten schon im November in der engeren Auswahl, die schließlich auf Beltran fiel. Rojas spielte selbst nie professionell Baseball und ist außerhalb der Mets ein relativ unbeschriebenes Blatt. In Fachkreisen wurde er aber schon länger als einer der interessantesten jungen Managerkandidaten gehandelt. Rojas ist der Sohn des Ex-Outfielders und Managers Felipe Alou und ein Halbbruder von Moises Alou.

Astros und Red Sox suchen noch
Noch vor den Mets hatten die Houston Astros und die Boston Red Sox im Zuge der Sign-Stealing-Affäre ihre Manager entlassen. Laut Teambesitzer Jim Crane wollen die Astros Anfang nächster Woche eine Entscheidung über die Nachfolge von A. J. Hinch treffen. In der engeren Auswahl sind Dusty Baker, Buck Showalter, John Gibbons, Eduardo Pérez, Will Venable, Jeff Banister und mindestens ein weiterer Kandidat, dessen Name bisher nicht öffentlich wurde.
Aus dem Umfeld der Red Sox hält sich hartnäckig Hensley Meulens, derzeit Bench-Coach der Mets, als Favorit für die von Alex Cora hinterlassene freie Stelle. Weitere Kandidaten gibt es mit Sicherheit, aber der Klub lässt bislang wenig nach außen dringen und macht nicht den Eindruck, dass eine Entscheidung unmittelbar bevor stünde.

Braves verpflichten Ozuna
Die Atlanta Braves sichern sich den hochrangigsten zuletzt noch verfügbaren Free Agent: Marcell Ozuna unterschreibt für ein Jahr und erhält dafür 18 Millionen Dollar. Der 29-Jährige wird voraussichtlich den Stammplatz im Leftfield neben Ender Inciarte (Center) und Ronald Acuna Jr. (Right) übernehmen. Offensiv ist Ozuna ein klares Upgrade für die Braves, bei denen die Rolle von Nick Markakis und Adam Duvall durch die Verpflichtung geschmälert und die von Austin Riley ins Infield verlagert wird. In Bezug auf Ozunas Defensivleistungen ist abzuwarten, ob er die Schulterprobleme überwunden hat, die ihn in den vergangenen beiden Jahren beim Werfen behindert haben. Da für Ozuna ein Qualifying Offer seines Ex-Klubs vorgelegen hatte, erhalten die Cardinals von den Braves einen Draftpick als Kompensation für den Wechsel.

Weitere Spielerverpflichtungen
Außer Ozuna haben auch SP/RP Drew Smyly (San Francisco Giants, 1 Jahr, 4-7 Millionen Dollar einsatzabhängig), OF Alex Gordon (Kansas City Royals, 1 Jahr, 4-5 Millionen) und C Matt Wieters (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 2-3 Millionen) neue MLB-Verträge erhalten. Minor-League-Verpflichtungen erwähne ich an dieser Stelle normalerweise nicht, aber für SP Felix Hernandez gibt es eine Ausnahme: Er wurde von den Atlanta Braves verpflichtet und erhält die Chance, im Camp zu zeigen, dass mit ihm noch zu rechnen ist. Das ehemalige Ass der Seattle Mariners hat seit 2017 nicht mehr die Leistungen und Ergebnisse abgeliefert, die man von ihm gewohnt war. Der 33-Jährige kämpft mit Sean Newcomb und einigen anderen um einen Platz als Nummer fünf in Atlantas Starting Rotation.

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Januar 2nd, 2020 by Silversurger

Herzlich willkommen im Jahr 2020! Der Baseblog begrüßt euch mit dem ersten Grand Slam am Donnerstag im neuen Jahr. Der Überblick über die Baseball-Ereignisse der letzten Tage wird heute kurz ausfallen, denn wie üblich hat sich zwischen den Jahren nicht viel getan in der MLB. Ein paar Spielerverpflichtungen gibt es immerhin zu vermelden.

Dickerson nach Miami
Die Miami Marlins warten in dieser Offseason erwartungsgemäß nicht mit spektakulären Einkäufen auf, aber einige ihrer offensichtlichen Schwachstellen sind sie mit soliden Ergänzungen angegangen. Nach First Baseman Jesus Aguilar, Second Baseman Jonathan Villar und Catcher Francisco Cervelli kommt nun auch Corner Outfielder Corey Dickerson nach Miami. Der 30-jährige Linkshänder unterschreibt für zwei Jahre und erhält dafür 17,5 Millionen Dollar. Dickerson passt wie die anderen genannten Neuverpflichtungen in das Anforderungsprofil des Klubs: Man hält das Team während des Rebuildings halbwegs konkurrenzfähig, geht dabei keine langfristigen finanziellen Verpflichtungen mit älteren Spielern ein und eröffnet die Möglichkeit, den einen oder anderen erfahrenen Akteur als Trade-Chip einzusetzen, um während der Saison weiter am Kader für die Zukunft zu arbeiten. In dieses Raster würde auch der 31-jährige koreanische Outfielder Kim Jae-Hwan fallen, an dem die Marlins interessiert sein sollen. Es ist allerdings unklar, ob dieses Interesse nach der Einigung mit Dickerson noch aktuell ist.

Reds holen Akiyama
Die Cincinnati Reds sind auf der Suche nach einer Verstärkung für ihr Outfield in Japan fündig geworden: Shogo Akiyama von den Seibu Lions unterschreibt einen Dreijahresvertrag für etwas mehr als 20 Millionen Dollar. Der 31-jährige brachte es über neun Jahre in der japanischen Profiliga NPB auf einen Batting Average von .301. Er kann auf allen drei Outfield-Positionen eingesetzt werden und gilt als starker Baserunner.

Zwei Neue für die Twins
Die beiden letzten Free-Agent-Signings des alten Jahres gehörten den Minnesota Twins. In einem Doppelschlag am Silvestertag sicherten die Twins sich für ein Jahr die Dienste der beiden Pitcher-Veteranen Rich Hill und Homer Bailey. Der 33-jährige Bailey erhält 7 Millionen Garantiegehalt und wird einen Platz in der Mitte der Starting Rotation einnehmen. Hill wird erst im Laufe der Saison eingreifen, da er sich derzeit noch von einer Ellenbogenverletzung erholt. Der linkshändige Curveballer hat in den letzten Jahren trotz seines Alters von bald 40 Jahren regelmäßig sehr gute Leistungen geliefert, aber auch viele Pausen gebraucht. Sein Vertrag wurde deshalb stark auf die tatsächlichen Einsätze ausgerichtet: Hills Grundgehalt beträgt „nur“ 3 Millionen Dollar, kann jedoch beim Erreichen von 15 Starts und/oder 75 Innings auf über 10 Millionen anwachsen.

Diese Top-Spieler sind noch zu haben
Die Free Agency hat sich in diesem Jahr deutlich schneller entwickelt als in den beiden vergangenen Offseasons. Von den Top-20, die ich vor knapp zwei Monaten aufgelistet habe, haben mittlerweile 16 ehemalige Free Agents einen neuen MLB-Vertrag unterschrieben. Noch nicht für einen Verein entschieden hat sich Third Baseman Josh Donaldson, dem aber wohl mehrere Angebote vorliegen, darunter eines über vier Jahre von den Twins. Außer ihm sucht ein Trio von Outfieldern noch nach einem neuen Job: Nicholas Castellanos, Marcell Ozuna und Yasiel Puig.

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April 11th, 2019 by Silversurger

Zwei Wochen in der Saison und schon haben sich einige der frühen Kapriolen in den Divisionstabellen bereits wieder gelegt. Aber immer noch werden alle drei Gruppen der American League von mehr oder weniger großen Überraschungen angeführt: den Tampa Bay Rays, den Detroit Tigers und den Seattle Mariners. Direkt dahinter haben sich inzwischen die Favoriten in Stellung gebracht – mit Ausnahme der Boston Red Sox, die gemeinsam mit den Chicago Cubs in der NL Central die große Enttäuschung dieser frühen Saisonphase sind. Hier die wöchentliche Rundumschau zu allem, was in der MLB los ist:

American League
In der American League East trumpfen nach wie vor die Tampa Bay Rays (10-3) ganz groß auf. Vor allem im Pitching überzeugen die Rays – mit überragenden Startern und Openern ebenso wie mit einem starken Bullpen. Nur 26 Runs haben die Rays bislang erlaubt, neun weniger als die zweitbesten Teams der MLB (Indians, Tigers, Reds). Für die New York Yankees (5-7) reißen derweil die Hionsbotschaften nicht ab: Dank einer Aufbauserie gegen die Baltimore Orioles (5-7) hatte man sich nach dem vergeigten Start gerade wieder aufgerichtet, schon folgte in Form eines Drei-Spiele-Sweeps durch die Astros wieder der Rückschlag. Zu allem Überfluss stellte sich nach neuen medizinischen Untersuchungen heraus, dass Starter Luis Severino mit seiner Rückenverletzung noch länger ausfallen wird als bisher gedacht. Er wird frühestens in sechs Wochen wieder ins Training einsteigen. Schönere Neuigkeiten gibt es von den Toronto Blue Jays (4-8): Die Ankunft des potenziellen Superstars Vladimir Guerrero Jr. ist ein Stück näher gerückt. Nach einem Monat Verletzungspause und ein paar Rehab-Spielen auf Single-A-Niveau wurde der 20-Jährige nun nach Buffalo ins AAA-Team der Blue Jays berufen. Nach wie vor an letzter Stelle der Division stehen die Boston Red Sox (3-9). Der Vorjahres-Champion macht bislang rundum den Eindruck, noch nicht in der neuen Saison angekommen zu sein.

Auch die Cleveland Indians (7-4) hatten einen schweren Start, durch einen Vier-Spiele-Sweep gegen die Blue Jays haben sie sich davon aber bereits erholt. Nun liefern sie sich gerade mit den Detroit Tigers (8-4) ein Duell um die Führung in der AL Central. Jedes Team hat bisher ein Spiel gewonnen, das Rubber-Match findet heute Abend ab 19:10 Uhr unserer Zeit statt. Die Minnesota Twins (6-4) mischen ebenfalls noch oben mit und nähren die Hoffnung, dass diese Division spannender wird als erwartet. Max Kepler ist übrigens in Topform: Er befindet sich aktuell auf einer Strecke von acht Spielen mit je mindestens einem Hit, darunter drei Homeruns in drei aufeinender folgenden Partien gegen die Phillies. Die Chicago White Sox (3-8) und die Kansas City Royals (2-9) haben sich derweil bereits im Keller eingerichtet. Vor allem in der Ecke, die die Royals dort bewohnen, ist es nach neun Niederlagen in Folge zappenduster.

Die Seattle Mariners (12-2) führen nach wie vor deutlich die AL West an und bringen nicht nur mich massiv zum Staunen. Vor allem die Offensive der Mariners produziert mit bislang 110 Runs auf einem Niveau, das kein anderes Team in der Liga teilt (siehe auch „Statistik der Woche“). Das war so nicht vorhersehbar und wohl auch nicht geplant, denn die Moves der Mariners in der Offseason sahen eher nach einem halbherzigen Rebuilding-Projekt aus. Es stehen nun wegweisende Serien gegen die Houston Astros (8-5) und die Indians an. Je nachdem wie diese verlaufen, wird man sich in Seattle wohl neue Ziele stecken. Übrigens haben nicht nur die Mariners und die Astros, sondern die gesamte AL West einen überraschend starken Start hingelegt. Als einzige Division hat sie kein einziges Team mit negativer Bilanz. Die Texas Rangers (6-6) und die Oakland Athletics (8-8) stehen ausgeglichen, die Los Angeles Angels (7-6) nach sechs Siegen in Folge plötzlich sogar positiv.

National League
Eine starke Division ist – in dem Fall den Erwartungen entsprechend – auch die National League East. Die Philadelphia Phillies (7-4), die Atlanta Braves (7-4) und die New York Mets (7-4) stehen allesamt gleichauf, die Washington Nationals (6-5) nur ein Spiel dahinter. Lediglich die Miami Marlins (3-9) sind bereits abgeschlagen, aber auch das war nicht anders zu erwarten. Der Spielplan der ersten Wochen wirkt sich sehr förderlich auf die Spannung in der NL East aus, da er schon außergewöhnlich viele Duelle zwischen den vier Top-Teams vorgesehen hat. Die Nationals haben bisher sogar ausschließlich divisionsinterne Partien gespielt. Heute und an den kommenden drei Tagen treffen erstmals in diesem Jahr die Braves und die Mets aufeinander.

In der NL Central sah es nach einem fulminanten Start der Milwaukee Brewers (8-5) so aus, als könnten diese sich frühzeitig absetzen. Nach drei Niederlagen bei den Angels sind die Brewers aber zurück auf dem Boden und schauen mit einigem Respekt auf die anstehenden Aufgaben: Dreimal bei den Dodgers, dann dreimal gegen die St. Louis Cardinals (7-5), viermal gegen die Dodgers und noch dreimal bei den Cardinals sind ein knüppelhartes Programm für die nächsten zwei Wochen. Die Pittsburgh Pirates (6-4) halten bislang ebenfalls gut mit, allerdings muss man dazu sagen, dass sie fünf ihrer sechs Siege gegen die Cincinnati Reds (3-8) erzielt haben. Der einzige weitere Sieg gelang gestern gegen die Chicago Cubs (3-8), welche bisher zu den negativen Überraschungen der noch jungen Saison zählen.

Enttäuscht haben bislang auch die Colorado Rockies (3-9) in der NL West. Nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Spielen wird es ihnen ganz recht gewesen sein, dass die dritte Partie gegen die Braves gestern wegen einer Regen-, Schnee- und Sturmwarnung auf Ende August verschoben wurde. Die Rockies reisen jetzt erst mal zu den San Francisco Giants (4-9), bei denen es zwar meistens windig ist, aber zumindest wohl nicht schneit – und bei denen die Rockies sich die Chance auf denen einen oder anderen Sieg ausrechnen dürften. An der Spitze der Division haben die San Diego Padres (8-5) inzwischen die Los Angeles Dodgers (8-5) eingeholt, nachdem Letztere drei Spiele hintereinander gegen die Braves abgegeben haben.

Szene der Woche
Es gab in den letzten Tagen wahnsinnig viele sehenswerte Szenen: Jorge Polanco gelang der erste Cycle der Saison, Lourdes Gurriel der erste Home-Steal, die Reds und die Pirates lieferten sich eine handfeste Keilerei, Mike Trout klaute Christian Yelich einen Homerun und Marcell Ozuna scheiterte kläglich, als er auch mal so ein Highlight-Play vollbringen wollte. Meine Szene der Woche aber ist der absolut unglaubliche freihändige Basehit von Javier Baez. Seht und staunt.

Statistik der Woche 
14. So viele Spiele haben die Seattle Mariners in diesem Jahr absolviert und in genauso vielen Spielen haben sie mindestens einen Homerun erzielt. Gestern wäre die Serie fast gerissen, doch bei zwei Outs im neunten Inning gelang Mitch Haniger der siegbringende Schlag zum 6:5 gegen die Royals. Die Mariners haben damit einen MLB-Rekord eingestellt, den sie nun gemeinsam mit den Indians von 2002 halten. Heute Abend, erneut gegen Kansas City, haben sie die Chance, diese Bestmarke zu übertreffen.

Spiel der Woche
Ein 0:5-Rückstand nach vier Innings und Madison Bumgarner als gegnerischer Pitcher? Das klingt nach einer recht ausweglosen Situation. Nicht nur für die San Diego Padres, die am Montag schon zum vierten Mal in diesem Jahr ein Spiel drehten. Drei Homeruns trugen zum erfolgreichen Comeback bei, den schönsten und letztlich entscheidenden besorgte Youngster Franmil Reyes im siebten Inning. Zu dem Zeitpunkt hatte bereits Reyes Moronta das Pitching bei den Giants übernommen, um für Bumgarner das Schlimmste zu verhindern – ohne Erfolg, wie sich herausstellte.

Mein Einschalttipp
In der AL West kommt es an diesem Wochenende zum ersten Gipfeltreffen zwischen dem klaren Favoriten Houston Astros und dem Überraschungsteam Seattle Mariners. Sofern ihr nicht unter Schlafstörungen leidet, empfehle ich zum Reinschauen das Spiel am Sonntag, das mit 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit als einziges nicht mitten in der Nacht stattfindet. Das Pitching-Matchup ist ebenfalls sehr attraktiv: Houstons Gerrit Cole (3.32 ERA, 2.76 FIP) trifft auf Seattles Openening-Day-Starter Marco Gonzales (3.16 ERA, 3.43 FIP). Das Spiel wird auf DAZN übertragen und natürlich auf mlb.tv.

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