November 19th, 2020 by Silversurger

Von Live-Baseball sind wir zwar weit entfernt, aber in der MLB herrscht in diesem Herbst alles andere als Langeweile. Unter den Neuigkeiten dieser Woche habe ich zum Beispiel die erste weibliche Führungskraft in einem MLB-Klub, den Rücktritt eines populären Funktionärs, sowohl den ersten Dopingfall als auch die erste Tommy-John-Surgery dieser Offseason sowie ganz nebenbei noch die Auszeichnung der besten Spieler der Saison 2020 im Angebot. Was wollt ihr demnächst gerne lesen? Lasst es mich bitte als Kommentar im Wunschkonzert wissen! 

Abreu und Freeman sind die MVPs
Letzte Woche musste ich den Höhepunkt der Award-Verleihungen schuldig bleiben, weil die wertvollsten Spieler erst Donnerstagnacht ausgezeichnet wurden. In beiden Teilen der MLB fiel die Wahl auf einen First Baseman.
In der AL geht der MVP-Titel an Jose Abreu von den Chicago White Sox. Der 33-Jährige füllte die Rolle als erfahrener Führungsspieler des jungen Teams perfekt aus und ging mit einer Slashline von .317/.370/.617 auf dem Weg zur ersten Playoff-Teilnahme seines Klubs seit 2008 voran. Abreu erhielt 21 von 30 möglichen Erststimmen und ließ damit 3B Jose Ramirez (Indians) und 2B DJ LeMahieu (Yankees) klar hinter sich.
Die Wahl der NL entschied Freddie Freeman von den Atlanta Braves für sich. Das ist eine großartige Comebackstory, nachdem Freeman kurz vor Saisonbeginn an Covid-19 erkrankt war, mit durchaus heftigen Symptomen. Doch er kam danach schnell zurück in Form und spielte seine bisher beste Saison (.341/.462/.640) für die Braves, die zum dritten Mal in Folge die NL East gewannen. Mit 28 von 30 Erststimmen war die Wahl mehr als eindeutig. Die anderen beiden Stimmen gingen an OF Mookie Betts (Dodgers). 

Theo Epstein tritt zurück
Der bisherige „President of Baseball Operations“ der Chicago Cubs, Theo Epstein, hat seinen Rücktritt erklärt. Nach neun Jahren in Chicago sieht der 46-Jährige, der sowohl für die Cubs als auch davor für die Boston Red Sox jahrzehntelange Titelträume wahr gemacht hat, die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen. Fans der Phillies und der Mets, die beide gerade passende Stellen anzubieten haben, sollten sich allerdings nicht zu früh die Hände reiben: Laut Jon Morosi von MLB Network neigt Epstein wohl dazu, sich erstmal eine Auszeit von einem Jahr zu gönnen. Epsteins Nachfolge bei den Cubs übernimmt Jed Hoyer, sein bisher engster Mitarbeiter als General Manager.

Kim Ng wird General Mangerin der Marlins
Die Miami Marlins haben eine Nachfolgerin für ihren bisherigen General Manger Michael Hill gefunden, dessen ausgelaufener Vertrag nicht verlängert wurde. Kim Ng wird die erste Frau auf einem hochrangigen Posten eines MLB-Teams und gleichzeitig der erste GM asiatischer Abstammung. Ng ist in dieser Rolle alles andere als ein PR-Stunt; sie ist vielmehr eine langjährige ausgewiesene Fachfrau, die in den letzten Jahren schon bei mehreren GM-Besetzungen im Gespräch war. Die 51-Jährige begann ihre Karriere vor rund 30 Jahren als Praktikantin bei den White Sox, war Assistenz-GM bei den Yankees und den Dodgers, bevor sie 2011 Senior Vice President of Baseball Operations der MLB wurde. Marlins-Owner Derek Jeter, der Ng aus der gemeinsamen Zeit bei den Yankees kennt, baut darauf, dass sie aus dem vielversprechenden jungen Team der Marlins einen dauerhaften Contender macht.

Neuer GM auch bei den Angels
Die Los Angeles Angels haben ebenfalls einen neuen GM ausgewählt. Den Posten des zum Saisonende gefeuerten Billy Eppler erhält Perry Minasian, bislang Assistenz-GM bei den Braves. Angels-Owner Arte Moreno setzt damit nach Tony Reagins, Jerry Dipoto und Eppler erneut auf einen Neuling in der Führungsrolle. Ähnlich wie die neue GM der Marlins, Kim Ng, galt Minasian schon seit einigen Jahren immer wieder als Kandidat, wenn irgendwo in der Liga eine entsprechende Stelle zu vergeben war. Minasian erbt mit den Angels ein Team, dem dank herausragender Einzelspieler wie Mike Trout, Anthony Rendon und Shohei Ohtani regelmäßig eine Favoritenrolle zugedacht wird, die es bisher jedoch nie erfüllen konnte.

Dopingsünder Cano gesperrt
Apropos unerfüllte Erwartungen: Second Baseman Robinson Cano von den New York Mets wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere des Dopings überführt. Getreu den Anti-Doping-Richtlinien der MLB wird er als Wiederholungstäter für 162 Spiele, also die gesamte Saison 2021, gesperrt. Cano war nach seiner ersten Dopingsperre 2018 von den Seattle Mariners zu den Mets getradet worden. Dort hatte er 2019 ein eher schwaches Jahr, doch 2020 gelang dem 38-jährigen Dominikaner ein beeindruckendes Comeback. Dieses erscheint nun unter einem anderen Licht, da es offenbar nur mit Hilfe des synthetischen Steroids Stanozolol zustande kam.
Für die Mets dürfte der Verlust zu verkraften sein: Da Cano während der Sperre keinen Gehaltsanspruch hat, spart der Verein 24 Millionen Dollar, die sich vermutlich besser einsetzen lassen als für einen schummelnden Altstar.

Clevinger verlängert Vertrag und fällt erstmal aus 
Die Saison 2021 wird nicht nur ohne Cano, sondern auch ohne Mike Clevinger stattfinden. Der Starting Pitcher der San Diego Padres musste sich am Dienstag einer Tommy-John-Surgery unterziehen, was üblicherweise mindestens ein Jahr Pause bedeutet. Die Padres hatten Clevinger zur Trade Deadline Ende August von den Cleveland Indians geholt. Dort war er in Ungnade gefallen, nachdem er mit einer privaten Kneipentour die Corona-Auflagen missachtet und dies dem Team verschwiegen hatte. Davon abgesehen hatte er sportlich ein sehr starkes Jahr und war einer der Verantwortlichen für den furiosen Run der Padres in die Playoffs. Kurz vor seiner OP einigten die Padres sich mit ihm auf eine Vertragsverlängerung bis 2022. Clevinger verdient in den beiden Jahren insgesamt 11,5 Millionen Dollar – das schien auf den ersten Blick etwas wenig für einen Spieler seiner Klasse, doch nach der kurz darauf erfolgten Nachricht über seine Verletzung ist klar, dass es sich im Prinzip um das Gehalt für 2022 handelt. 

Braves verpflichten Smyly
Auch die Atlanta Braves vermelden einen Vertragsabschluss: Der linkshändige Starter Drew Smyly wurde für ein Jahr verpflichtet. Er erhält dafür 11 Millionen Dollar. Der 31-Jährige spielte schon bei den Tigers, Rays, Rangers, Phillies und Giants. Seine Leistungen waren meistens solide, er war aber auch oft verletzt und benötigte dann etwas Anlauf, um wieder zu seiner Form zu finden. 2020 brachte er es für die Giants auf einen ERA von 3.45 über 26.1 Innings. Das ist eine relativ kleine Stichprobe, aber für die Braves offenbar genug, um ihm einen recht großzügigen Vertrag anzubieten. 

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Oktober 8th, 2020 by Silversurger

Hochspannung in den MLB-Playoffs: Noch keines der Divisional-Duelle ist entschieden, aber in allen vier Serien kann es  schon heute soweit sein. Vor der Zusammenfassung des sportlichen Geschehens der letzten Tage noch kurz zwei Neuigkeiten von außerhalb der Playoff-Bubble: Neben den Los Angeles Angels sind nun auch die Philadelphia Phillies auf der Suche nach einem neuen General Manager. Matt Klentak hat nach fünf weitgehend erfolglosen Jahren – ohne Winning Season, ohne Playoff- Teilnahme – seinen Rücktritt erklärt. Und auch bei den Cincinnati Reds ist eine Stelle offen: Dick Williams hat gestern erklärt, seinen Posten als „President of Baseball Operations“ abgeben zu wollen. 

National League
Da in den NLDS-Duellen erst je zwei Spiele absolviert wurden, konnte noch keine der Best-of-5-Serien entschieden werden. Allerdings stehen sowohl die Atlanta Braves als auch die Los Angeles Dodgers mit einem Bein in der nächsten Runde. 

Die Braves haben die ersten Spiele gegen die Miami Marlins 9:5 und 2:0 gewonnen. Wie schon in der Wild-Card-Runde gegen die Cincinnati Reds überzeugen die Braves bislang vor allem mit starkem Pitching, ihrer ursprünglich angenommenen Schwachstelle. Die Braves haben nun drei Matchbälle für den letzten nötigen Sieg, um in die Championship-Serie der NL einzuziehen. 

Dasselbe gilt für die Dodgers, die mit 5:1 und 6:5 beide Partien gegen die San Diego Padres für sich entschieden haben. Im ersten Spiel war Geduld gefragt, denn die Dodgers blieben fünf Innings ohne Hit und lagen 0:1 zurück, bevor im sechsten Durchgang der Knoten platzte und sie gleich vier Runs aufs Scoreboard brachten. Auch im zweiten Spiel überkamen sie einen frühen Rückstand und wehrten im neunten Inning ein Comeback des Gegners ab, um sich die vielversprechende Ausgangslage vor Spiel drei zu sichern. 

American League
In der AL gibt es nach drei Spielen ebenfalls noch keine Entscheidung. Nah dran waren die Houston Astros, die mit 10:5 und 5:2 die ersten Spiele gegen die Oakland Athletics gewannen. In der dritte Partie nahmen sie den Athletics zweimal die Führung ab, mussten sich am Ende aber doch geschlagen geben (siehe „Spiel der Woche“). 

Die New York Yankees landeten mit 9:3 den ersten Erfolg in der Serie gegen die Tampa Bay Rays, doch die Spiele zwei und drei gingen mit 7:5 und 8:4 an den Gegner. War vor der Serie noch die Frage, ob das formidable Pitching der Rays die Homerun-Power der Yankees unter Kontrolle halten kann, so sieht es nun eher danach aus, dass die Rays die Yankees mit deren eigenen Waffen schlagen: Vier Homeruns am Dienstag, drei Homeruns am Mittwoch waren der maßgebliche Faktor, dass die Rays nur noch einen Sieg vom Einzug in die Championship-Serie entfernt sind.

Szene der Woche
Der Endstand von 9:3 für die Yankees klingt nach einer klaren Angelegenheit, aber tatsächlich war die Partie gegen die Rays am Montag ein enorm spannendes Spiel mit mehreren Führungswechseln. Die Entscheidung zugunsten der Bronx-Bomber brachte erst der Paukenschlag im neunten Inning, der folgende Grand Slam von Giancarlo Stanton. Als Szene der Woche steht er auch stellvertretend für insgesamt sechs Homeruns durch Stanton in den bisherigen fünf Playoff-Spielen. 

Statistik der Woche 
18. Das ist die gleiche Zahl wie letzte Woche an dieser Stelle, aber eine ganz andere Statistik: 18 Strikeouts erzielten die Pitcher der Rays am Dienstag beim 7:5 gegen die Yankees und stellten damit einen neuen Rekord für 9-Inning-Playoffspiele auf. 10 davon gingen auf das Konto von Starter Tyler Glasnow, der die ersten fünf Innings pitchte.

Spiel der Woche
Das offizielle Homerun-Derby der MLB musste dieses Jahr coronabedingt ausfallen, aber die Oakland Athletics und die Houston Astros taten gestern alles, um die Fans von weiten Schlägen für den Verlust zu entschädigen. Siebenmal ging der Ball in der heiß umkämpften Partie über den Zaun. Entscheidend waren am Ende ironischerweise zwei Bälle, die zwar etwas zu kurz gerieten, jedoch als Sacrifice-Flys den Athletics die Runs zum 8:7 und 9:7 brachten. 

Mein Einschalttipp
Die MLB-Saison ist längst in der Phase angelangt, in der jedes Spiel, das sich zeitlich und vom Schlafbedarf her einrichten lässt, Pflichtprogramm ist. Das gilt erst recht für die Baseball-Bundesliga, in der an den beiden kommenden Wochenenden das Finale um die Deutsche Meisterschaft zwischen den Bonn Capitals und den Heidenheim Heideköpfen ansteht. Am Samstag ab 15 Uhr und am Sonntag ab 14 Uhr gibt es vermutlich zum letzten Mal in diesem Jahr die Chance, deutschen Spitzenbaseball per Livestream zu verfolgen. Die Partien aus Bonn werden wie üblich auf sportdeutschland.tv gesendet. Die weiteren Spiele der Best-of-5-Serie finden am folgenden Wochenende in Heidenheim statt, von wo es leider in der Regel keine Liveübertragung gibt. 

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Oktober 3rd, 2020 by Silversurger

Nach der viertägigen Wild-Card-Runde lässt sich deren Ergebnis in wenigen Worten zusammenfassen: Alle sieben Teams aus den Central-Divisionen sowie die Toronto Blue Jays sind ausgeschieden, sämtliche Erst- und Zweitplatzierten der East- und West-Divisionen haben es in die nächste Runde geschafft. Wie es sich ergeben hat, treffen in dieser nächsten Runde, den Divisional Series, alle Mannschaften auf Konkurrenten aus der eigenen Division. 

Die Divisionals werden wie geplant in neutralen Ballparks ausgetragen. Am Montag beginnen die beiden ALDS, die NLDS kommen am Dienstag dazu. Gespielt wird dann wieder täglich ohne Pausentage bis zur Entscheidung im Best-of-5-Format. 

American League Divisional Series 
Tampa Bay Rays vs. New York Yankees (in San Diego) 
Vor der Saison waren die Yankees der Top-Favorit und die Rays der Geheimfavorit der AL. Das hat sich ein bisschen geändert, nachdem die Rays sowohl in der Gesamtabrechnung die Yankees klar hinter sich ließen als auch die direkten Duelle mit acht zu zwei Siegen dominierten. Kein anderes Team hatte die Yankees dieses Jahr so souverän und konsistent unter Kontrolle wie die Rays, welche der stärksten Offense der Liga nur 34 Runs in zehn Spielen erlaubten. Man muss allerdings dazu sagen, dass die Yankees selten in Bestbesetzung antreten konnten – DJ LeMahieu, Aaron Judge und Giancarlo Stanton verpassten jeweils einen großen Teil der Spiele gegen die Rays. Dieses Mal sind sie allesamt an Bord beim Versuch, den Angstgegner zu überwinden. 

Oakland Athletics vs. Houston Astros (in Los Angeles) 
Wenn man nach der regulären Saison geht, sehen die Vorzeichen für dieses Duell ziemlich einseitig aus: Die Athletics spielten eine dominante 36-24-Saison, die Astros hingegen hatten Glück, mangels Konkurrenz mit einer negativen Bilanz von 29-31 noch einen Platz in den Playoffs zu ergattern. Der Unterschied zwischen beiden Teams wurde nicht zuletzt in den zehn direkten Vergleichen erspielt, von denen die Athletics sieben gewannen. In der Wild-Card-Runde waren allerdings die Astros überzeugender. Sie sweepten routiniert die Minnesota Twins, während die Oakland Athletics sich zu einem knappen 2-1 über die Chicago White Sox mühten.

National League Divisional Series
Los Angeles Dodgers vs. San Diego Padres (in Arlington) 
Für neutrale Zuschauer dürfte dies das am heißesten erwartete Duell der Divisional-Runde sein. Die Dodgers weisen aus der regulären Saison die beste Bilanz der MLB auf, die Padres haben die zweitmeisten Siege der NL auf dem Konto – und das, obwohl sie zehnmal gegen das Überteam aus LA antreten mussten. Die Dodgers behielten in diesen Spielen knapp mit 6-4 die Oberhand. In der Wild-Card-Runde machten die Dodgers kurzen Prozess mit den Brewers, während die Padres gegen die St. Louis Cardinals drei Spiele brauchten. Sorgen bereitet nach wie vor das Starting-Pitching der Padres. Ob die Asse Dinelson Lamet und Mike Clevinger bis zur NLDS fit werden, ist fraglich. Gestern Nacht war es der Bullpen der Padres, der in einem gemeinsamen Kraftakt die Kastanien aus dem Feuer holte: Neun verschiedene Pitcher hielten den Gegner über neun Innings ohne Run – das hatte es bisher noch nie gegeben. 

Atlanta Braves vs. Miami Marlins (in Houston) 
Diese beiden Teams haben es allen Kritikern gezeigt. Die Braves waren als das Playoff-Team mit dem schwächsten Pitching eingestuft gewesen. Als Antwort darauf ließen sie gegen die Cincinnati Reds in zwei Spielen über insgesamt 22 Innings keinen einzigen Run zu. Nun geht es gegen die Miami Marlins, die aus dem „Bottom Feeder“, zu dem sie vor der Saison abgestempelt waren, ein trotziges Motto gemacht haben. Auch sie benötigten nur zwei Spiele, um gegen die Chicago Cubs souverän das Weiterkommen zu sichern. In der regulären Saison gewannen die Braves sechs von zehn gegen die Marlins, darunter ein spektakuläres 29:9. Die Braves gehen als klarer Favorit in die NLDS, aber die Marlins fühlen sich bekanntlich pudelwohl in der Außenseiterrolle. 

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September 28th, 2020 by Silversurger

Es lief längst nicht alles glatt in der wegen Corona verkürzten MLB-Saison 2020, aber der erste große Meilenstein ist erreicht: Die reguläre Saison wurde wettbewerbsgerecht durchgeführt und abgeschlossen, sodass jetzt die Playoffs folgen können. Um die Teilnehmerplätze wurde vor allem in der National League bis zum letzten Tag gerungen. Auf der Zielgeraden war es eher ein Schneckenrennen, denn die Brewers verloren zwar ihr letztes Spiel, profitierten aber davon, dass sowohl die Giants als auch die Phillies es ihnen gleichtaten. Anscheinend war niemand besonders wild darauf, bei den Dodgers antreten zu müssen…

Die Best-of-3-Serien der Wild-Card-Runde finden komplett im Stadion des höher gesetzten Teams statt und werden ohne Pausentag durchgezogen. Den Anfang machen die Teams der American League, die am Dienstag, Mittwoch und (sofern das dritte Spiel nötig ist) am Donnerstag spielen. Die Serien der National League laufen von Mittwoch bis Freitag. Die nächste Runde der Playoffs, die Divisional-Series, beginnt nächste Woche am Montag (AL) bzw. Dienstag (NL).

American League
Tampa Bay Rays vs. Toronto Blue Jays
Das Duell der Nr. 1 gegen die Nr. 8 der AL ist das einzige zwischen zwei Teams, die sich schon während der regulären Saison gesehen haben. In diesen Spielen behielten die Rays mit 6:4 Siegen die Oberhand, und natürlich gehen sie auch in die Playoffs als Favorit. Für die Blue Jays ist es bereits ein Riesenerfolg, so weit gekommen zu sein in einem Jahr, in dem sie wegen Coronaauflagen kein einziges Spiel in ihrem eigenen Stadion absolvieren durften.

Oakland Athletics vs. Chicago White Sox
Das junge Team der White Sox schien auf dem besten Weg, die AL Central zu gewinnen, doch auf der Zielgeraden geriet es spürbar ins Stolpern mit nur noch zwei Siegen aus den letzten acht Spielen. Damit haben sie sich eingehandelt, bei den Athletics antreten zu müssen, die die AL West in diesem Jahr massiv dominiert haben.

Minnesota Twins vs. Houston Astros
Die Twins haben in den letzten Spielen alles dafür gegeben, nicht wieder gegen die Yankees antreten zu müssen, gegen die ihre letzten vier Playoffteilnahmen allesamt in der ersten Runde endeten. Das ist gelungen, indem das Kepler-Team sich den Divisionssieg und damit Rang 3 auf der Setzliste sicherte. Nun dürfen sie zu Hause antreten gegen die Houston Astros, das ehemalige Spitzenteam, welches nach dem Sign-Stealing-Skandal und einer negativen Saisonbilanz seinen Schrecken weitgehend verloren hat.

Cleveland Indians vs. New York Yankees
Auch eine interessante Paarung: Das Team mit der stärksten Offense der AL – die Yankees mit 315 erzielten Runs – trifft auf das Team mit der besten Defense der MLB – die Indians mit nur 209 zugelassenen Runs. Sowohl die Indians als auch die Yankees hatten in der ersten Septemberhälfte einen Durchhänger und gerieten in Gefahr, die Playoff-Teilnahme zu verspielen. Beide haben sich dann wieder gefangen und spielen nun die Teilnahme an der Divisional-Runde untereinander aus.

National League
Los Angeles Dodgers vs. Milwaukee Brewers
Die Dodgers waren vor der Saison der große Favorit, und bisher sind sie allen Erwartungen gerecht geworden: Zum achten Mal in Folge haben sie die NL West gewonnen und das mit einer Winning Percentage von 71,7%  und somit der besten MLB-Saison eines Teams seit 1954. Die Brewers sind trotz einer negativen Bilanz gerade noch ins Playoff-Feld gerutscht und somit krasser Außenseiter gegen das Über-Team aus Los Angeles.

Atlanta Braves vs. Cincinnati Reds
Während die drei Mit-Favoriten in der vermeintlich starken NL East enttäuschten, sicherten die Braves sich souverän den dritten Divisionssieg in Folge. Nun wollen sie endlich mal über die erste Playoff-Runde hinauskommen, was ihnen die letzten neun Male verwehrt blieb. Die Reds haben es zum ersten Mal seit sieben Jahren in die Postseason geschafft. Nicht zuletzt wegen der überragenden Form von Cy-Young-Kandidat Trevor Bauer könnten sie für eine weitere Überraschung gut sein.

Chicago Cubs vs. Miami Marlins
Die Cubs hatten unter ihrem neuen Manager David Ross einen sehr starken Start in die Saison und cruisten den Rest des Weges mit wechselhaften Leistungen zum Divisionssieg. Vor dem Überraschungsteam aus Miami sollten sie gewarnt sein: Die Marlins haben bisher noch nie eine Playoff-Serie verloren. Bei ihren beiden bislang einzigen Teilnahmen, 1997 und 2003, holten sie immer gleich die World Series.

San Diego Padres vs. St. Louis Cardinals
Als Divisionszweiter ist „Slam Diego“ zwar nur an Nummer 4 gesetzt, aber nach Siegen und Run Differential sind die Padres das zweitstärkste Team der NL. In der Heimserie gegen St. Louis sehe ich sie als deutlichen Favoriten. Andererseits haben die Cardinals dieses Jahr schon unter Beweis gestellt, dass sie in der Lage sind, widrigsten Umständen zu trotzen – man denke nur an ihre 16-tägige Pause wegen Coronafällen und an die vielen, vielen Doubleheader, die sie deswegen den Rest der Saison über spielen mussten.

 

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September 1st, 2020 by Silversurger

Gestern ist die Frist für Spielerwechsel in der laufenden MLB-Saison abgelaufen. Angesichts der Kürze und der Unsicherheiten dieser Saison hielten sich viele Teams im Vergleich mit „normalen“ Jahren eher zurück mit größeren Investitionen. Eine deutliche Ausnahme davon stellen die San Diego Padres dar. Mit 10 Zu- und 14 Abgängen waren sie extrem aktiv und adressierten sämtliche Schwächen ihres bisherigen Kaders. Der prominenteste Neuzugang ist Starting Pitcher Mike Clevinger, der gemeinsam mit Outfielder Greg Allen und einem noch nicht benannten Spieler von den Cleveland Indians kommt. Zudem bekommen die Padres Catcher Jason Castro von den Angels, DH Mitch Moreland von den Red Sox, Reliever Trevor Rosenthal von den Royals sowie von den Mariners Catcher Austin Nola und die Reliever Taylor Williams, Dan Altavilla und Austin Adams. Abgegeben haben sie dafür einige Ersatzspieler und Prospects – allerdings ohne die Spitze ihres Farmsystems anzutasten. Die Padres sind damit der klare Gewinner der diesjährigen Trade-Deadline. Neben der produktivsten Offense der Liga stellen sie nun mit Clevinger, Chris Paddack und Dilson Lamet ein Top-Trio in der Rotation, das sich hinter niemandem verstecken muss und Unterstützung mit viel frischem Wind aus dem Bullpen bekommt.

Ebenfalls recht aktiv waren die Toronto Blue Jays. In der begründeten Hoffnung, einen Run auf die Playoffs zu starten, haben sie ihr Starting Pitching mit Ross Stripling (Dodgers), Robbie Ray (Diamondbacks) und Taijuan Walker (Mariners) aufgerüstet. Hinzu kommt mit Jonathan Villar (Marlins) eine Ergänzung für das Infield.

Auch die Cincinnati Reds und die New York Mets scheinen dieses Jahr noch etwas vorzuhaben, wenngleich sie zurzeit ein paar Spiele von den Playoffplätzen entfernt sind. Beide haben sich punktuell verstärkt: die Reds mit Outfielder Brian Goodwin (Angels) und Reliever Archie Bradley (Diamondbacks), die Mets mit Catcher Robinson Chirinos und Infielder Todd Frazier (beide von den Rangers) sowie mit Reliever Miguel Castro (Orioles). Castro kann sich beim Kofferpacken Zeit lassen, denn die Mets spielen heute und morgen in Baltimore, sodass er erstmal nur die Uniform und von einem Dugout in den anderen wechseln muss. 

Nicht ganz schlau werde ich (wie schon in der gesamten bisherigen Saison) aus der Rolle, die die Miami Marlins spielen. Das Team belegt reichlich überraschend mit einer ausgeglichenen Bilanz Platz 2 der NL East. Soll man in so einer Situation zur Trade-Deadline als Seller oder Buyer auftreten? Die Marlins haben sich für beides entschieden: Villar für Outfield-Prospect Griffin Conine zu den Blue Jays zu schicken, ist ein typischer Seller-Move; andererseits holen sie Outfielder Starling Marte von den Diamondbacks im Austausch gegen einen erkrankten Pitcher (Caleb Smith) und zwei Prospects. Das spricht dann doch eher dafür, dass sie bei dem Versuch, zum ersten Mal seit 2003 die Playoffs zu erreichen, Ernst machen wollen. Eine weitere Verstärkung erwarten die Marlins davon, dass 2B Isan Diaz entschieden hat, von seinem ursprünglichen Corona-Opt-Out zurückzutreten. Das ist wohl auch der Grund, aus dem Villar verzichtbar geworden ist.

Den seltsamsten Move haben meiner Ansicht nach die Milwaukee Brewers getätigt: Ihre einzige Aktion zur Trade-Deadline bestand darin, Reliever David Phelps für drei Minor-League-Pitcher zu den Philadelphia Phillies zu schicken. Damit schwächen sie nicht nur ihr eigenes Team, das nur einen Sieg vom Wild-Card-Platz entfernt steht, sondern sie schicken ausgerechnet dem Team eine Verstärkung, das eben jenen Wild-Card-Platz zurzeit belegt und damit die direkte Konkurrenz darstellt.

Zu den Verlierern der Deadline würde ich neben den Brewers auch die Astros, die Yankees, die Rays und die White Sox zählen – lauter Teams mit Playoff-Ambitionen und Verletzungsproblemen vor allem im Pitching, die die Frist untätig verstreichen ließen. 

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August 27th, 2020 by Silversurger

2020 wird natürlich als das Corona-Jahr in die Geschichte eingehen. Vielleicht wird es darüber hinaus im Rückblick aber auch das Jahr sein, in dem über ein anderes großes Problem in den USA in weiten Teilen der Gesellschaft nicht mehr geschwiegen wurde. Letzte Nacht fielen drei Spiele in der MLB aus – nicht wegen der Pandemie, nicht wegen des Wetters, sondern weil die Spieler entschieden, ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt zu setzen. Sie schlossen sich damit einer Bewegung an, die die Basketballer der Milwaukee Bucks gestartet hatten, als sie gestern Spiel 5 ihrer NBA-Playoffserie absagten. Milwaukee ist nur 50 Kilometer entfernt von Kenosha – dem Ort, an dem Polizisten vor wenigen Tagen Jacob Blake durch sieben Schüsse in den Rücken schwer verletzten und an dem bei den folgenden Protesten zwei Menschen durch ein 17-jähriges Mitglied einer rassistischen Bürgermiliz getötet wurden. Auf einem Team-Meeting beschlossen die Milwaukee Brewers, zum Spiel gegen die Cincinnati Reds nicht anzutreten. Die Reds zogen sofort nach, auch damit die Brewers für ihre couragierte Aktion nicht mit einer automatischen Niederlage bestraft werden können. Im Anschluss entschieden auch die Dodgers und die Giants sowie die Mariners und die Padres, ihre Spiele nicht auszutragen. Viele Spieler der restlichen Teams drückten ihre Solidarität durch das Tragen von „Black Lives Matter“-Shirts aus oder indem sie während der Nationalhymne auf die Knie gingen. So sehr ich sonst versuche, Politik aus diesem Blog herauszuhalten: An dieser Stelle muss ich einfach mal sagen, wie richtig und wichtig ich diese Aktionen finde. Manche Themen sind größer als Sport. Rassismus ist ein solches Thema, und niemand sollte dazu schweigen.

Ich weiß offen gestanden nicht, wie ich nun einen angemessenen Übergang zur Zusammenfassung des sportlichen Geschehens in der MLB finde – ich fürchte, es gibt keinen. Unter „normalen“ Umständen hätte ich den Artikel damit eingeleitet, dass wir bei der Halbzeit der Saison angelangt sind. Die meisten Teams haben knapp über oder knapp unter der Hälfte der 60 Spiele absolviert, wenngleich einige noch Nachholbedarf wegen Corona-Ausfällen haben. Zuletzt pausierten von Donnerstag bis Montag die New York Mets nach zwei positiven Tests, denen glücklicherweise keine weiteren folgten. Der wichtigste Termin der kommenden Tage ist Montag, der 31. August: An diesem Tag ist Trade-Deadline, also die letzte Chance, vor der Endphase der Saison noch Spieler zwischen den Teams zu handeln. 

National League
In der Tabelle der NL East geht es nach wie vor recht eng zu. Die Atlanta Braves (18-12) führen zwar deutlich, was die Zahl der Siege angeht, aber sie sind das einzige Team der Division, das schon 30 Spiele absolviert hat. Die Miami Marlins (14-12), die Philadelphia Phillies (12-14) und die New York Mets (13-16) sind alle noch so nah dran, dass das Rennen um die zwei Playoffplätze zwischen diesen vier Teams viel Spannung verspricht. Die Washington Nationals (11-17) haben nach drei Niederlagen in Folge etwas den Anschluss verloren und müssen zudem den Ausfall ihres wertvollsten Spielers verkraften: World-Series-MVP Stephen Strasburg musste sich zur Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms operieren lassen und wird dieses Jahr nicht mehr pitchen.
Bei den Mets steht am Montag neben der Trade-Deadline noch ein anderer Tag der Entscheidung an: Bis zu diesem Tag werden die aktuellen Teambesitzer, Fred und Jeff Wilpon, noch Angebote für den Verkauf der Franchise entgegen nehmen. Als Favorit gilt nach wie vor der Milliardär Steve Cohen. Allerdings haben die Wilpons sich beim vorläufigen Scheitern eines Deals vor einigen Monaten mit ihm wohl persönlich überworfen und würden daher im Zweifelsfall lieber an jemand anderen verkaufen. Die Frage ist, ob es ein anderes Angebot gibt, das mit Cohen finanziell halbwegs mithalten kann. Die prominente Bietergruppe um den ehemaligen Yankees-Star Alex Rodriguez und seine Frau Jennifer Lopez dürfte damit ihre Schwierigkeiten haben.

Die Chicago Cubs (18-12) führen die NL Central an, aber zurzeit scheint ihnen die Luft auszugehen: Nach einem traumhaften Start in die Saison haben sie in den letzten zwei Wochen vier Serien hintereinander verloren, darunter die gegen ihre wichtigsten Konkurrenten St. Louis Cardinals (11-9) und Milwaukee Brewers (13-15) sowie das Stadtderby gegen die White Sox. Den Cubs dürfte es gerade recht kommen, dass auf sie nun die beiden schwächeren Teams der Division, die Cincinnati Reds (11-17) und die Pittsburgh Pirates (7-19), warten. Bevor sie Freitagnacht ihr nächstes Spiel haben, können die Cubs allerdings bereits ihren Spitzenplatz verlieren: Die Cardinals tragen heute Abend zwei Nachholspiele als Doubleheader gegen die Pirates aus. Sollten sie beide gewinnen, rücken sie gemäß ihrer Winning Percentage auf Platz eins.

Die NL West macht dieses Jahr Spaß, weil sie Woche für Woche immer wieder tüchtig durcheinander gewirbelt wird. Das betrifft nicht Platz eins, welchen die Los Angeles Dodgers (22-9) mit ihrem Überteam längst fest gebucht haben. Doch angesichts der erweiterten Playoffs ist diese Saison der zweite Platz genauso interessant wie der erste. Erster Anwärter darauf sind derzeit die San Diego Padres (18-13), die sich letzte Woche in einen regelrechten Rausch gespielt haben mit sieben Siegen in Folge, bevor sie gegen die Mariners mal wieder eine Partie abgeben mussten. Die Colorado Rockies (16-15) haben ihr Zwischentief überwunden und stehen nach einem Sweep über die Arizona Diamondbacks (13-19) wieder auf einer positiven Bilanz. Die Überraschung der Woche sind die San Francisco Giants (15-16). Das vor kurzem noch hoffnungslos abgeschlagene Team hat gegen die Angels, die Diamondbacks und die Dodgers acht Siege in Folge eingefahren – fast alle davon deutlich – und ist plötzlich wieder mitten im Rennen.

American League
In der AL East standen die Tampa Bay Rays (21-11) vor einer Woche kurz davor, die New York Yankees (16-11) an der Spitze abzulösen. Inzwischen sind sie einen Schritt weiter, indem sie zuerst einen 3-Spiele-Sweep gegen die Yankees komplettierten und anschließend deren Spielausfälle nutzten, um sich weiter abzusetzen. Die Yankees kamen auch nach der Spielpause nicht in Tritt und verloren beide Spiele eines Doubleheaders gegen die Braves. Obendrein verspürte Aaron Judge bei seinem Comebackversuch erneut Schmerzen in der Wade und wird wohl wieder ausfallen. Verletzungspech haben aber auch die Rays: Yonny Chirinos musste sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen, er fällt bis ins nächste Jahr hinein aus. Mit ihm haben die Rays bereits sieben Pitcher auf der Injury List stehen.
Zwischen den Rays und den Yankees wird es vermutlich dieses Jahr nur darum gehen, wer auf Platz eins und wer auf Platz zwei in die Playoffs einzieht. Dahinter mühen sich die Toronto Blue Jays (15-14) redlich um eine mögliche Wild Card. Ihr Programm der nächsten eineinhalb Wochen sieht sehr lösbar aus: Es geht fünfmal gegen die Boston Red Sox (10-21), viermal gegen die Baltimore Orioles (14-16) und zweimal gegen die Marlins.

Die AL Central ist in gewisser Weise sowohl die spannendste als auch die langweiligste Division der MLB: Spannend ist sie in der Hinsicht, dass die Minnesota Twins (20-12), die Cleveland Indians (19-12) und die Chicago White Sox (19-12) nahezu gleichauf vorne stehen und sich den Rest der Saison um die Plätze balgen werden. Langweilig ist sie, weil es absehbar erscheint, dass alle drei Teams letztlich in die Playoffs kommen werden, und weil die anderen beiden Mitglieder der Division – die Detroit Tigers (13-16) und die Kansas City Royals (12-19) – die Saison frühzeitig abschreiben können.
Die aufregendste Geschichte ist sicher die um die White Sox – das junge Team gilt seit zwei Jahren als Geheimtipp für eine Breakout-Season, und jetzt ist es möglicherweise soweit. Von den letzten zehn Spielen haben sie neun gewonnen, darunter ein erfolgreiches Derby gegen die Cubs und ein No-Hitter gegen die Pirates (siehe „Spiel der Woche“). Gegen die Indians und die Twins sahen sie dieses Jahr allerdings bisher noch nicht gut aus (3 Siege, 6 Niederlagen). Ich bin daher sehr gespannt auf die Serie zwischen den Twins und den White Sox Anfang nächster Woche.

Die Kluft in der AL West ist ähnlich deutlich wie die in der Central: Hier verläuft sie zwischen den ersten beiden Plätzen und den dreien dahinter. Die Oakland Athletics (22-10) spielen eine überragende Saison, die Houston Astros (17-14) eine immerhin so solide, dass ihnen das Playoffticket so gut wie sicher ist. Die Seattle Mariners (12-19), die Texas Rangers (11-19) und die Los Angeles Angels (10-22) hingegen müssten schon einen extremen Turnaround hinlegen, um noch mal in Reichweite der Postseason zu kommen. Am kommenden Wochenende steht in Houston ein Gipfeltreffen an. Für drei Spiele kommen die Athletics in den Minute Maid Park, um möglicherweise eine Vorentscheidung im Kampf um den Divisionssieg herbeizuführen.

Szene der Woche
Als Metsfan tut es mir in der Seele weh, diese Szene zu verbreiten, aber vor der Chuzpe und dem Geschick von Jon Berti, nach seinem Walk im sechsten Inning die zweite, die dritte und schließlich im Vierfüßlergang die Homeplate zu stehen, muss ich einfach den Hut ziehen:

Statistik der Woche 
4. In so vielen Spielen hintereinander schlugen die San Diego Padres letzte Woche einen Grand Slam. Das ist MLB-Rekord. Hier noch mal alle vier Slams in einem Video:

 

Spiel der Woche
Die Saison 2020 hat ihren ersten No-Hitter! Lucas Giolito gelang das Meisterstück am Dienstag beim 4:0-Sieg seiner Chicago White Sox gegen die Pittsburgh Pirates. Er brauchte nur 101 Pitches, um 27 Batter zu retiren, 13 davon per Strikeout. Den einzigen Fleck auf seine weiße Weste (oder Socke?) brachte ein Walk, den er gegen Leadoff-Hitter Erik Gonzalez im vierten Inning zuließ. Nachdem Gonzalez damit bereits ein Perfect Game verhindert hatte, wurde er bei zwei Outs im neunten Inning fast noch einmal zum Spielverderber. Doch Chicagos Rightfielder Adam Engel bekam Gonzalez‘ harten Linedrive unter Kontrolle und rette damit seinem Freund und Teamkameraden Giolito den besonderen Erfolg.

Mein Einschalttipp
Es wird die längste Subway Series seit der World Series 2000: Am Wochenende treffen die New York Yankees und die New York Mets fünfmal aufeinander. Für beide Teams geht es nicht nur um die „Bragging Rights“ in der Stadt, sondern auch um Rehabilitierung nach zuletzt unbefriedigenden Ergebnissen: Die Yankees brauchen die Siege, damit ihnen in der AL East die Rays nicht davonziehen; die Mets brauchen sie, um ihre Chancen auf eine Playoffteilnahme zu wahren. Ich werde mir so viel wie möglich anschauen von den beiden Doubleheadern am Freitag (ab 22:05 Uhr) und am Sonntag (ab 19:05 Uhr) sowie dem Einzelspiel am Samstag (19:05 Uhr). Letzteres wird übrigens auch von DAZN gestreamt. Ob es im Laufe der Serie zu einem Duell der beiden Mega-Asse Gerrit Cole und Jacob deGrom kommt, steht noch nicht fest – die Chance dazu bestünde in einem der Sonntagsspiele.

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August 13th, 2020 by Silversurger

Covid-19 und kein Ende in Sicht: Nachdem am letzten Wochenende neue Fälle bei den St. Louis Cardinals auftraten, mussten bis einschließlich heute alle Spiele der Cardinals abgesagt werden. Zudem sahen sich die Cleveland Indians zu internen Sperren gezwungen, weil ihre Pitcher Zach Plesac und Mike Clevinger sich am Samstag ins Nachtleben von Chicago gestürzt und damit die Pandemieregeln der Liga verletzt hatten. Aus Sorge, dass Corona-Ausbrüche nach der regulären Saison auch die Playoffs durcheinander wirbeln könnten, wird inzwischen immer lauter darüber nachgedacht, die Postseason in einer Bubble auszutragen. Das würde bedeuten, dass man zwei bis drei Stadien auswählt, in denen sämtliche Playoffspiele stattfinden, während die Teams in nahe gelegenen Hotels so weit wie möglich von der Außenwelt isoliert werden. Die Entscheidung, ob man einen solchen Weg gehen möchte, wird aber erst für September erwartet.

National League
In der Tabelle der NL East stehen nach wie vor die Miami Marlins (8-4) an der Spitze, wenngleich ihr Höhenflug nach dem verblüffenden 7-1-Start erst mal gestoppt scheint. Am Wochenende müssen die Marlins dreimal gegen die Atlanta Braves (11-9) ran, den eigentlichen Favoriten der Division, der selbst gerade drei Niederlagen hinter sich hat und auf Wiedergutmachung aus sein wird. Die anderen Teams der ursprünglich als besonders stark eingeschätzten Division bleiben bisher allesamt hinter den Erwartungen zurück: Bei den Washington Nationals (6-8) funktioniert die Offensivabteilung nur sporadisch, während die New York Mets (8-11) Probleme haben, regelmäßig verlässliche Starting Pitcher aufzustellen. Noah Syndergaard fällt nach seiner Tommy-John-Surgery vom März das ganze Jahr aus; Marcus Stroman wird dieses Jahr ebenfalls nicht pitchen, nachdem er sich in der Gemengelage um seine Wadenverletzung und die Corona-Pandemie für den Opt-Out entschieden hat; Steven Matz befindet sich zudem in einer tiefen Formkrise. Die Philadelphia Phillies (5-8) haben gerade zweimal gegen die Orioles verloren und brauchen im „Duell der Enttäuschten“ mit den Mets am Wochenende einen Erfolg, wenn sie die Playoff-Hoffnungen nicht früh begraben wollen.

In der NL Central geben nach wie vor die Chicago Cubs (12-3) unangefochten den Ton an. Ihre Bilanz nach dem ersten Viertel der Saison ist die beste der gesamten MLB, während die Cincinnati Reds (8-10) und die Milwaukee Brewers (7-9) den Erwartungen bisher nicht gerecht werden. In den kommenden Tagen treffen die Brewers viermal auf die Cubs, sodass das Wochenende entweder eine frühe Vorentscheidung oder neue Spannung bringen kann. Die St. Louis Cardinals (2-3) sind bisher noch kaum zu beurteilen – man kann ihnen nur wünschen, dass sie ihren Corona-Ausbruch endlich im Griff haben und noch eine halbwegs reguläre Restsaison spielen können. Dass sie es dabei noch auf 60 Spiele bringen, erscheint inzwischen unwahrscheinlich.

Hochspannung in der NL West hätte man angesichts der klaren Favoritenstellung der Los Angeles Dodgers (12-7) eher nicht erwartet, aber die Colorado Rockies (12-6) und die San Diego Padres (11-8) sorgen mit starken Leistungen bislang für ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im direkten Duell mit den Padres mussten die Dodgers in den letzten drei Tagen zwei Niederlagen hinnehmen. In der kommenden Nacht bekommen die Padres die Gelegenheit, durch einen weiteren Sieg mit den Dodgers gleichzuziehen (siehe „Einschalttipp“).

American League
In der AL East werden die New York Yankees (12-6) ihrer Favoritenrolle schon seit Beginn gerecht. Die Tampa Bay Rays (11-8), die vor der Saison als einziger ernsthafter Konkurrent der Yankees galten, hatten hingegen einen eher holprigen Start. Den scheinen sie nun aber hinter sich gelassen zu haben. Die letzten sieben Tage bestanden für sie aus einer 3-1 gewonnenen Serie gegen die Yankees sowie aus drei Siegen gegen die Boston Red Sox (6-12), die sie heute als Vier-Spiele-Sweep abzuschließen hoffen. Überraschenderweise finden sich auch die Baltimore Orioles (9-7) mit einer positiven Bilanz wieder. Vier Siege in Folge, je zwei gegen die Nationals und die Phillies, machen es möglich. Wäre nicht der Regen dazwischen gekommen, wären es möglicherweise fünf geworden: Die dritte Partie gegen die Nationals wurde beim Stand von 5:2 für die Orioles im sechsten Inning abgebrochen. Sie wird morgen in Baltimore zu Ende gespielt, direkt vor Beginn der nächsten Serie gegen Washington.  

Die Minnesota Twins (12-7) führen die AL Central an. Dass sie eine überragende Offense auf den Platz bringen, war vor der Saison klar. Etwas überraschend ist hingegen, wie sehr sie auch im Pitching überzeugen. 65 zugelassene Runs sind die zweitwenigsten der gesamten AL. Im Gegensatz zu den auf beiden Seiten des Balls starken Twins sind die Cleveland Indians (10-9) ein ziemlich extremer Fall: Absolut herausragendes Pitching paart sich bei ihnen mit häufiger Abwesenheit von offensiver Unterstützung. Immerhin bringen sie es auf diese Weise mit nur 62 erzielten Runs und trotz der beiden deutlichen Niederlagen gegen die Cubs noch auf ein Run Differential von +11. Die drei restlichen Teams der Division hingegen weisen trotz jeweils über 20 mehr erzielten Runs allesamt negative Run Differentials auf.

Gefühlt wird deutlich mehr über die Yankees und die Twins gesprochen als über die Oakland Athletics (13-6). Tatsächlich sind aber die A’s das Team mit sowohl der besten Bilanz der AL als auch mit dem deutlichsten Vorsprung innerhalb ihrer Division, der AL West. Alle anderen Teams der Division weisen eine negative Bilanz auf, auch die Houston Astros (8-10). Im direkten Aufeinandertreffen der Athletics und der Astros gab es am letzten Wochenende einen Sweep der A’s und im letzten der drei Spiele unschöne Szenen. Oaklands Outfielder Ramon Laureano wurde von den Pitchern der Astros während der Serie mehrmals abgeworfen. Nach dem dritten solchen Vorfall begann Laureano eine hitzige Diskussion, zuerst mit dem Übeltäter Humberto Castellanos, dann mit Houstons Hitting-Coach Alex Cintron. Schließlich warf Cintron seinen Helm auf den Boden und ging auf Laureano los, woraufhin eine größere Rangelei zwischen beiden Teams ausbrach. Mutmaßlicher Hintergrund der Ereignisse ist der Sign-Stealing-Skandal um die Meistersaison 2017 der Astros. Diesen hatte Mike Fiers ans Licht gebracht, der damals bei den Astros gespielt hatte und heute für die Athletics aktiv ist. Die Liga hat dieses Jahr eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Brawls, weswegen die Strafen relativ hart ausfielen: Laureano wurde für sechs Spiele gesperrt, Cintron für 20. Cintrons Sperre läuft bereits, während Laureano Einspruch gegen das Strafmaß eingelegt hat und bis zur Entscheidung noch spielen darf.   

Szene der Woche
Wenn ihr Baseball seit weniger als fünf Jahren verfolgt, habt ihr vermutlich noch nie einen 4-Base-Error gesehen – also einen einzelnen Fehler im Feldspiel, der dem Gegner vier Bases „schenkt“. Zum ersten Mal seit April 2015 gab es am Sonntag ein solches Missgeschick. Der Pechvogel, dem es unterlief, ist Rookie-Outfielder Jo Adell von den Los Angeles Angels. Er bekam einen Flyball von Nick Solak (Texas Rangers) scheinbar sicher in den Handschuh, doch der Ball hüpfte heraus und über den Zaun. Der Scorer wertete die Aktion zunächst als Homerun, korrigierte sich aber später und trug sie als Error ein – zum Ärger von beiden beteiligten Spielern.

Statistik der Woche 
.472. Das ist der aktuelle Batting Average von Charlie Blackmon. Er liegt damit zurzeit an der Spitze der Liga, gefolgt von Donovan Solano (Giants) mit .458 und DJ LeMahieu (Yankees) mit .431. Nachdem schon mehr als ein Viertel der Saison absolviert ist, darf man sich fragen, ob dies das Jahr ist, in dem es zum ersten Mal seit Ted Williams 1941 (.406) wieder einem Batter gelingt, über eine gesamte Saison hinweg über .400 zu schlagen.

Spiel der Woche
Das Besondere an meinem Spiel der Woche ist, dass es das erste Major-League-Spiel in Buffalo seit 1915 war. Die Toronto Blue Jays haben in dem Ballpark im Norden des Bundesstaats New York Quartier bezogen, weil die kanadischen Behörden keine Genehmigung für MLB-Spiele und den damit verbundenen Reiseverkehr in Toronto erteilt haben. Dass der Heimauftakt der „Buffalo Blue Jays“ gegen die Miami Marlins vom Dienstag obendrein ein unterhaltsames Spiel mit mehreren Führungswechseln und einer Verlängerung war, machte mir die Wahl umso leichter:

Mein Einschalttipp
Diese Woche habe ich einen Tipp für die Frühaufsteher unter euch: Morgen um 3:40 Uhr mitteleuropäischer Zeit steigt Spiel vier der Serie zwischen den Los Angeles Dodgers und den San Diego Padres. Die Dodgers taten sich bislang schwer mit den Padres, vor allem in den beiden ersten Partien (1:2 und 2:6) wollte die sonst so gefürchtete Offense nicht recht in Schwung kommen. Nach einem 6:0-Erfolg im dritten Spiel peilen die Dodgers nun an, zumindest mit einem Split aus der Reihe zu gehen. Leicht wird es sicher nicht gegen Chris Paddack (3.18 ERA, 3.87 FIP), das Ass der Padres. Für die Dodgers wird Julio Urias (2.40 ERA, 2.90 FIP) auf dem Mound stehen. Mit Urias ist man bisher nur teilweise zufrieden: Auf der einen Seite hat er in seinen bisherigen Starts kaum gegnerische Punkte zugelassen, auf der anderen Seite hat er viele Pitches gebraucht und damit in seinen drei Spielen nur 15 Innings abgedeckt.

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August 6th, 2020 by Silversurger

Wir gewöhnen uns zurzeit in vielen Lebensbereichen an eine „neue Normalität“. In der MLB besteht die neue Normalität offenbar darin, dass immer wieder einzelne Teams tage- oder wochenweise wegen Corona-Ausbrüchen aus dem Spielplan genommen werden und dieser laufend angepasst wird. Die Miami Marlins und die Philadelphia Phillies sind seit Anfang der Woche zurück im Spielbetrieb, dafür pausieren nun die St. Louis Cardinals, bei denen sieben Spieler und sechs Angestellte positiv getestet wurden.

Die MLB strebt nach wie vor an, 60 Spiele je Team durchzuführen, unter anderem mit Hilfe von verkürzten Doubleheadern mit 7 Innings pro Spiel. Doch es gibt auch einen Plan B: Falls es nötig wird, die Saison mit unterschiedlich vielen gespielten Partien zu beenden, wird in der Endabrechnung statt der Zahl der Siege der Prozentanteil der Siege herangezogen.

Dass Corona auch für ansonsten gesunde Profisportler keine Lappalie ist, zeigt der Fall von Eduardo Rodriguez: Der Red-Sox-Pitcher erlitt infolge der Virusinfektion eine Herzmuskelentzündung und fällt für den Rest der Saison aus. In Anbetracht solcher Erfahrungen kann man es den Spielern nicht verdenken, die sich den Risiken dieser Saison nicht weiter aussetzen wollen: Lorenzo Cain (Brewers), Shelby Miller (Brewers), Isan Diaz (Marlins) und Yoenis Cespedes (Mets, siehe „Szene der Woche“) haben sich im Lauf der letzten Tage für den Opt-Out entschieden.

Ein Opfer der Pandemielage wird leider auch das Field-of-Dreams-Spiel, das nächste Woche in Iowa stattfinden sollte. MLB-Commissioner Rob Manfred dazu: „Wir haben alles versucht, um ein erstklassiges Event für die Menschen in Iowa, für die Bewunderer des Films und für die Fans im Allgemeinen durchzuführen. Leider mussten wir zu dem Schluss gelangen, dass es nicht klug wäre, angesichts der öffentlichen Gesundheitslage die normalen Abläufe der Clubs zu ändern.“ Eine bedauerliche, aber vernünftige Entscheidung. Das Spiel soll 2021 nachgeholt werden. 

American League
Die Tabellen sagen nach zwei Wochen und diversen Ausfällen noch nicht viel aus. Aber immerhin haben die meisten Teams schon rund ein Fünftel der Saison absolviert, also riskieren wir einen kurzen Blick: In der AL East überragen die New York Yankees (9-2), die den hohen Erwartungen bisher in nahezu jeder Hinsicht gerecht werden. Enttäuschend waren bisher lediglich die Auftritte von Starting Pitcher J. A. Happ und das frühe Saison-Aus von Reliever Tommy Kahnle, der sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste. Alle anderen Teams der Division stehen derzeit mit einer negativen Bilanz dar, einschließlich des nicht allzu geheimen Geheimfavoriten Tampa Bay Rays (5-7). 

Auch an der Spitze der AL Central herrschen schon relativ klare Verhältnisse, nachdem die Minnesota Twins (10-2) zuletzt sechs Spiele in Folge gewonnen haben, drei davon gegen die Cleveland Indians (7-6). Auch die Chicago White Sox (7-5) sind gut aus den Startlöchern gekommen. Man darf gespannt sein, wie sie sich am Wochenende im Verfolgerduell mit den Indians schlagen.

In der AL West sind die Oakland Athletics (8-4) bislang die positive Überraschung. Sie führen die Division vor den Houston Astros (6-5) an. Am Wochenende treffen die A’s und die Astros dreimal direkt aufeinander. Die Negativüberraschung sind die Los Angeles Angels (4-8). Bei ihnen erfüllt wieder mal kaum jemand die hohen Erwartungen – außer natürlich Mike Trout, der sich nach ein paar Tagen Babypause mit drei Homeruns in zwei Spielen zurück meldete. Als zweiter Superstar des Teams ist eigentlich seit drei Jahren Shohei Ohtani vorgesehen, doch ihm machen in unschöner Regelmäßigkeit Verletzungen einen Strich durch die Rechnung. Aktuell setzt ihn eine Zerrung im Unterarm außer Gefecht. Ohtani wird wohl heute oder morgen als DH ins Lineup der Angels zurückkehren, als Pitcher fällt er aber voraussichtlich für den Rest der Saison aus.

National League
Über die NL East kann man wegen der vielen Spielausfälle kaum etwas sagen außer dass die Atlanta Braves (8–5) ziemlich gut und die New York Mets (5-8) ziemlich schlecht gestartet sind – was größtenteils aus den sieben direkten Aufeinandertreffen resultiert, welche die Braves 5-2 für sich entschieden haben. Ein Wermutstropfen für die Braves ist, dass sie auf ihren besten Pitcher für den Rest des Jahres verzichten müssen. Mike Soroka erlitt einen Achillessehnenriss, als er im Spiel gegen die Mets am Dienstag die erste Base covern wollte und schon beim ersten Schritt vom Mound ungünstig auftrat. Tabellenführer der NL East sind übrigens die Miami Marlins (5-1) – eine schöne Momentaufnahme für den krassen Außenseiter, aber angesichts von nur sechs gespielten Partien ein Muster ohne Wert.

In der NL Central schwimmen die Chicago Cubs (10-2) auf einer Welle von sechs Siegen hintereinander und haben die Milwaukee Brewers (4-5) und die Cincinnati Reds (5-7) schon ein ganzes Stück weit abgehängt. Kaum zu beurteilen sind bislang die St. Louis Cardinals (2-3), die coronabedingt erst fünf Spiele absolvieren konnten. Nach sechs Tagen Quarantäne in einem Hotel in Milwaukee durften die Cardinals gestern nach Hause reisen. Sie werden voraussichtlich morgen den Spielbetrieb wieder aufnehmen, beginnend mit dem Härtetest einer Wochenendserie gegen die Cubs.

Die NL West könnte spannender werden als erwartet. Zwar haben die hoch favorisierten Los Angeles Dodgers (9-4) einen grundsoliden Start hingelegt und sich mit +33 bereits das höchste Run Differential der gesamten MLB erspielt. Doch die Colorado Rockies (8-3) überzeugen ebenso, haben bislang jede ihrer Serien gewonnen. Auch die San Diego Padres (7-6) kamen gut in die Saison rein, erhielten aber durch jeweils 1:2 verlorene Serien gegen die Dodgers und die Rockies diese Woche ihre ersten Dämpfer.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche ist der Abgang von Yoenis Cespedes bei den Mets. Der Outfielder mit dem Hang zum Spektakulären – sowohl auf dem Platz als auch jenseits davon – sorgte für Aufruhr im Lager der Mets, als er am Sonntag nicht zum Spiel in Atlanta erschien und auf Kontaktversuche nicht reagierte. Schließlich schickte man eine Gruppe von Sicherheitsleuten, die sich Zugang zu seinem Hotelzimmer verschafften, welches sie allerdings komplett leer vorfanden. Erst in der Mitte des Spiels meldete sich der Agent von Cespedes mit der Erklärung, sein Mandant habe entschieden, wegen Corona aus der Saison auszusteigen. Das ist sein gutes Recht, aber auf diese Art, ohne jeden persönlichen Abschied von dem Team, dem er fünf Jahre angehört hat, hinterlässt die Sache mehr als einen faden Beigeschmack. Bei den Mets wird man Cespedes wohl nicht mehr sehen, denn das aktuelle ist sein letztes Vertragsjahr.

Da es von dem obskuren Abgang kein Video gibt und wir alle sowieso lieber schöne Baseballszenen sehen, gibt es quasi als Bonus zur Szene der Woche diesen atemberaubenden Wurf von Mookie Betts:

Statistik der Woche 
9 von 9. Tyler Alexander gelang es am Sonntag, neun Batter hintereinander per Strikeout abzufertigen. Der Reliever kam im dritten Inning für die Detroit Tigers ins Spiel und pflügte einmal durch das komplette Lineup der Cincinnati Reds, bevor er Mike Moustakas bei einem 0-2-Count abwarf und dadurch die Strecke beendete. Alexander hat damit einen Rekord für die meisten aufeinander folgenden Strikeouts durch einen Einwechselpitcher aufgestellt. Der Rekord für die meisten Strikeouts hintereinander durch einen einzelnen Pitcher liegt bei zehn, aufgestellt von Mets-Starter Tom Seaver im Jahr 1970.

Spiel der Woche
Zwei Homeruns von Joc Pederson, ein besonders beeindruckender von Fernando Tatis Jr. und ein sehenswertes Doubleplay, um die Aufholjagd im neunten Inning zu beenden – das sind die Hauptzutaten für mein Spiel der Woche, das letzte Nacht zwischen den San Diego Padres und den Los Angeles Dodgers stieg:

Mein Einschalttipp
Diese Woche gibt es nicht nur einen Einschalt-, sondern auch einen Hingehtipp: Morgen beginnt die verkürzte Saison der Baseball-Bundesliga. Den Anfang machen am Freitag um 18:30 Uhr die Paderborn Untouchables und die Cologne Cardinals. Eine halbe Stunde später beginnt das wohl interessanteste Duell des ersten Spieltags, bei dem der amtierende Meister Heidenheim Heideköpfe auf die Mainz Athletics trifft. Zuschauer sind in fast allen Ballparks im Rahmen von Abstands- und Hygienekonzepten und mit Erfassung von Kontaktdaten erlaubt – eine Ausnahme davon stellen bislang die bayerischen Teams dar, die noch keine Zuschauer zulassen dürfen. Informiert euch bitte beim jeweiligen Verein über die konkreten Bedingungen, zum Beispiel ob Tickets online gekauft werden müssen. Wenn euch das zu umständlich oder zu unsicher ist oder ihr kein Team in der Nähe habt, schaut doch bei einer der Live-Übertragungen rein. Mir liegt leider keine genaue Information vor, welche Vereine Streams zur Verfügung stellen, aber zumindest mit den üblichen Verdächtigen wie Bonn, Regensburg, München, Hamburg und Berlin darf man wohl rechnen. Wer dazu weitere Informationen hat, kann sie gerne als Kommentar posten.

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Juni 23rd, 2020 by Silversurger

Eine weitere Woche ohne MLB-Baseball bedeutet eine weitere Folge in meiner Serie über die Ballparks der MLB. Langsam gehen mir dabei die Ballparks aus, aber zum Glück sieht es seit letzter Nacht stark danach aus, dass wir bald eine Saison bekommen werden. Heute besuchen wir auf der virtuellen Reise durch Baseball-Amerika die San Diego Padres in Petco Park. Den Namen hat das Stadion von einer Handelskette für Haustierbedarf, die die Namensrechte bis 2026 erworben hat.

Petco Park, San Diego (1)

Geschichte
Die Entstehungsgeschichten von um die Jahrtausendwende errichteten Stadien sind sich oft sehr ähnlich. In den 60er- und 70er-Jahren hielt man es vielerorts für eine gute Idee, Multifunktionsarenen zu bauen, die sowohl für Baseball als auch für Football und Fußball genutzt werden können. Ab den 90er-Jahren setzte die Gegenbewegung ein – man wollte weg von den riesigen Betonklötzen und von abgestecken Spielfeldern, auf denen immer noch die Markierungen der anderen Sportarten durchschienen. So war es auch in San Diego, wo sich die Padres seit ihrer Gründung als MLB-Team im Jahr 1969 das San Diego Stadium (später Qualcomm Stadium) mit den Chargers aus der NFL sowie zeitweise anderen Teams teilten.

Der Bau von Petco Park begann im Jahr 2000 und sollte eigentlich 2002 fertig sein. Die Padres mussten dann aber doch zwei Jahre länger mit Qualcomm Stadium vorlieb nehmen, weil finanzielle und rechtliche Streitigkeiten den Bau verzögerten. Es ging dabei zum einen darum, dass über den öffentlichen Anteil an der Finanzierung des 450 Millionen teuren Stadions nach einem Gerichtsurteil ein zweites Mal abgestimmt werden musste. Die andere Verzögerung betraf den Denkmalschutz, weil dem Stadion das historische Gebäude der Western Metal Supply Co. zum Opfer fallen sollte. Man einigte sich schließlich darauf, dieses Gebäude stattdessen zu renovieren und in den Bau zu integrieren.

Im März 2004 war es dann endlich soweit, dass der neue Ballpark mit einem Turnier von College-Baseballteams eingeweiht werden konnte. Das erste MLB-Spiel fand am 8. April 2004 statt. Die Padres besiegten die San Francisco Giants in 10 Innings mit 4:3. 2005 gab es zum ersten Mal Playoff-Baseball in Petco Park, doch die Padres verloren in der National League Division Series beide Heimspiele gegen die St. Louis Cardinals und schieden aus. Im Jahr darauf ging es ihnen exakt genauso, seitdem haben sie die Playoffs bisher nicht mehr erreicht. 2016 fand das All-Star-Game der MLB in Petco Park statt.

Petco Park von außen (2)

Architektonische Auffälligkeiten
Petco Park ist ein sogenannter retro-moderner Ballpark. „Retro“ ist der Grundaufbau des Parks mit seinen gestuften Tribünen und dem asymmetrischen Outfield. „Moderne“ Elemente, mit denen Petco Park sich von retro-klassischen Ballparks nach dem Vorbild von Oriole Park abhebt, sind zum Beispiel die Außenfassade und die Farbgebung der Sitze. Statt klassischen roten Ziegeln prägen Sandstein und weißer Stahl die Front, die Sitze sind in Dunkelblau gehalten statt im traditionellen Grün.

Innerhalb des Stadions besteht das auffälligste Feature im oben erwähnten Gebäude der Western Metal Supply Co. Die Architekten von Populous (damals HOK) planten den Ballpark quasi um dieses Gebäude herum. Eine Kante des Baus wurde gelb angemalt und dient als Foulpole im Leftfield. An diesem Fixpunkt wurden das Spielfeld und der gesamte Bau ausgerichtet. Eine Folge davon ist, dass in Petco Park die Blickrichtung des Batters im Gegensatz zu fast allen anderen Stadien nicht Nordosten, sondern Norden ist.

Das historische Industriegebäude wurde in die Architektur integriert (3)

Spielbezogene Eigenheiten
Petco Park hatte lange den Ruf des pitcherfreundlichsten Stadions der MLB. Das wirkt überraschend angesichts der Tatsache, dass die Mitte des Centerfields mit 396 Fuß (121m) zu den kürzeren der Liga gehört. Doch zwei Faktoren führen dazu, dass es schwierig ist, in Petco Park Homeruns zu schlagen: Der erste sind die außergewöhnlich tiefen Power-Alleys, also die Outfieldbereiche zwischen Right und Center bzw. Left und Center. Nach den Saisons 2005 und 2012 gab es Umbauten im Stadion, bei denen die Power-Alleys etwas verkürzt wurden. Seitdem sind die Pitchervorteile des Ballparks weniger extrem. Gänzlich abschalten kann man die Pitcherfreundlichkeit von Petco Park aber nicht, denn der zweite Faktor besteht im Klima – genauer gesagt im „Marine Layer“, einer dichten Luftschicht, die durch das Auftreffen von warmer Luft auf den kalten Ozean entsteht und das Schlagen von weiten Bällen erschwert. Der gleiche Effekt wirkt übrigens auch in T-Mobile Park in Seattle.

Schöne Aussicht vom oberen Deck (4)

Wo sitzt man am besten?
Mit 65 bis 70 Prozent Auslastung des gut 40.000 Zuschauer fassenden Stadions waren die Padres in den wenig erfolgreichen letzten Jahren solide bedient. Je nach Gegner und Spielzeit können die Plätze gelegentlich knapp und teuer werden, meistens sind die Tickets jedoch relativ problemlos zu bekommen. Die Sicht von den Tribünen ist fast überall gut – je mehr Entfernung vom Spielfeld man in Kauf nimmt, umso schöner ist dafür der Blick auf die Skyline von San Diego.

„It never rains in southern California“ stimmt zwar nicht ganz, aber im Großen und Ganzen muss man sich beim Besuch von Petco Park häufiger um knallende Sonne sorgen als um Regen. Erfreulicherweise haben die Padres eine Schattenkarte veröffentlicht, an der man sich bei der Platzsuche orientieren kann. Hervorragende schattige Plätze auf Höhe des Infields findet man im Bereich Premier Club (Blöcke A-L) mit etwas Glück für unter 100 Dollar.

Wenn man Plätze möchte, die man in keinem anderen Stadion bekommt, bietet sich das Western-Metal-Gebäude an. Die regulären Sitze auf dem Balkon sind nicht teuer, aber es gibt nur 30 davon, sodass sie mitunter schwer zu bekommen sind. Alternativ dazu kann man ein beliebiges Stadionticket kaufen und dann das Restaurant „The Loft“ im Western-Metal-Gebäude besuchen.

Wenn man einen gemütlichen Nachmittag beim Baseball verbringen möchte, aber nicht unbedingt hautnah am Geschehen sein muss, ist der „Park at the Park“ eine Option – vor allem, wenn man kleine Kinder dabei hat, die nicht stundenlang am Platz sitzen wollen. Es handelt sich um eine große Liegewiese innerhalb des Stadiongeländes, gleich hinter dem Outfield. Das Spiel kann man von dort durch eine Öffnung zwischen den Tribünen sowie über eine Videoleinwand verfolgen. Tickets ab 15 Dollar für diesen Bereich gehen immer zwei Wochen vor dem Spieltermin in den Verkauf.

Park at the Park (5)

(1) Quelle: Wikimedia, Urheber: Phil Konstantin (CC BY-SA 3.0)
(2) Quelle: Wikimedia, Urheber: Aude (CC BY 2.0)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: Theresa O’Connor (CC BY-SA 2.0)
(4) Quelle: Flickr, Urheber: redlegsfan21 (CC BY-SA 2.0)
(5) Quelle: Flickr, Urheber: Kevin Harber (CC BY-NC-ND 2.0)

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März 9th, 2020 by Silversurger

What can brown do for you? Das war mal der Werbespruch eines Paketlieferdienstes, passt aber auch wunderbar zur vielleicht wichtigsten Maßnahme in der Offseason der San Diego Padres. Nach fast 30 Jahren der Dominanz von Dunkelblau präsentierte der Klub im November 2019 in einer groß aufgezogenen Modenschau in Petco Park die Rückkehr zur traditionellen Vereinsfarbe. Man kann sich als Außenstehender wundern, warum so viel Aufhebens um eine dämliche Farbe gemacht wird. Aber die Padres hoffen tatsächlich, dass Braun etwas für sie tun kann. Der Farbwechsel soll den Aufbruch signalisieren, in dem die Padres sich nach langen Jahren der Erfolgslosigkeit sehen möchten. Er soll gleichzeitig für eine Rückbesinnung auf bessere Zeiten stehen – Zeiten wie 1984, als San Diego in braun und goldgelb zum ersten Mal den NL-Titel gewann. Und er soll vor allem die Fans ansprechen, von denen sich viele mit dem blauen Look nie besonders anfreunden konnten – wenngleich ich mir die Vermutung erlaube, dass das nicht unbedingt der einzige Grund für den schlechten Zuschauerschnitt der letzten Jahre war. Außer dem Farbkonzept sind die Änderungen gegenüber dem Vorjahr überschaubar. Am erwähnenswertesten ist das Outfield, in dem durch Trades Hunter Renfroe und Manuel Margot ersetzt wurden mit Tommy Pham und Trent Grisham. Ansonsten gründen die Padres ihre Hoffnung, sich gegenüber der 70-Siege-Saison 2019 zu verbessern, auf den neuen Manager Jayce Tingler und vor allem auf die Steigerung und Reifung der vorhandenen Spieler. Ganz unberechtigt ist diese Hoffnung nicht für das junge, talentierte Team und angesichts der Situation in der NL West, in der hinter den übermächtigen Dodgers alles möglich scheint.

Voraussichtliches Lineup
C Francisco Mejia
1B Eric Hosmer
2B Jurickson Profar
SS Fernando Tatis Jr.
3B Manny Machado
LF Tommy Pham
CF Trent Grisham
RF Wil Myers

Voraussichtliche Rotation
RHP Chris Paddack
RHP Dinelson Lamet
RHP Garrett Richards
RHP Zach Davies
LHP Joey Lucchesi
Key Reliever: Kirby Yates

Wichtigster Zugang
OF Tommy Pham (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
OF Manuel Margot (Tampa Bay Rays)

Bestes Prospect
LHP MacKenzie Gore

Größte Stärke
Die Farm: Auch wenn die Padres mit ihrem MLB-Team nicht so weit sind, wie sie schon sein wollten, so bietet doch weiterhin das Nachwuchssystem Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Denn auch nachdem Top-Prospects wie SS Fernando Tatis Jr. und SP Chris Paddack die Farm der Padres hinter sich gelassen haben, ist sie immer noch eine der bestbestückten der Liga. Baseball America und Baseball Prospectus stufen sie jeweils auf Rang 2 ein, Keith Law von The Athletic auf Platz 5.

Größte Schwäche
Die Offense: Diese Einstufung mag überraschen, denn mit 1B Eric Hosmer und 3B Manny Machado hat man sich in den letzten Jahren teure Free Agents geleistet, und aus der eigenen Farm kam mit Tatis Jr. eines der am meisten gehypten Prospects der ganzen Liga ins Team. Tatis Jr. ist in seinem Rookie-Jahr allen Erwartungen gerecht geworden (.317/.379/.590, 22 Homeruns, 16 Steals, 3.6 fWAR in einer halben Saison). Machado hingegen überzeugte nur einigermaßen (3.1 fWAR), Hosmer (-0.1 fWAR 2018, -0.2 fWAR 2019) sieht nach einem 144-Millionen-Fehlkauf aus und der Rest des Lineups bietet wenig Aufregendes.

Spannendste Frage
Wie viel Geduld hat die Klubleitung? Offenbar nicht sehr viel, wenn man nach einigen Äußerungen aus dem Kreis der Eigentümegruppe geht: Im September, bei der Entlassung von Manager Andy Green, ließ Ron Fowler verlauten, es würden noch mehr „Köpfe rollen“, wenn es 2020 nicht bergauf geht. Nachdem Fowler für seine Wortwahl kritisiert wurde, ruderte er zurück und sein Mit-Owner Peter Seidler korrigierte die Deadline auf 2021. Ein Jahr Schonfrist geben sie sich also noch – vielleicht.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL West

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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