Juli 29th, 2021 by Silversurger

Für die MLB-Teams ist es an der Zeit, Farbe zu bekennen hinsichtlich ihrer Ambitionen für den Rest des Jahres: Am morgigen Freitag um 22 Uhr steht die Trade-Deadline an. Bis dahin müssen alle, die entweder mit Verstärkungen nachrüsten oder aber ihre Veteranen gegen Geld und Talente versilbern wollen, ihre Deals abgeschlossen haben. Traditionell finden viele Geschäfte in den letzten Stunden vor der Deadline statt, aber eine ganze Reihe interessanter Trades ging während der letzten Tage schon über die Bühne. Den dicksten Fisch zogen die Padres in Form von Adam Frazier an Land. Frazier ist eine Allzweckwaffe auf dem Feld und führt nach seiner bisherigen Saison bei den Pirates die MLB mit den meisten Hits an.

Die nachhaltigste Neuerung dieser Woche ist keine Spielerverpflichtung, sondern die Bekanntgabe, unter welchem Namen Clevelands Baseball-Franchise künftig antreten wird. Nach dem angekündigten Abschied vom umstrittenen Spitznamen „Indians“ nennt sich das Team ab nächster Saison „Cleveland Guardians“. Der Name stellt einen Bezug zur Hope Memorial Bridge dar, die den westlichen Teil der Stadt mit dem östlichen verbindet und von acht Statuen, den „Guardians of Traffic“, getragen wird. 

Die Toronto Blue Jays werden ab morgen endlich wieder dem ersten Teil ihres Namens gerecht: Nach eineinhalb Spielzeiten an coronabedingten Ausweichstandorten in den USA kehren sie zurück nach Toronto, um den Rest der Saison in ihrem Heimstadion auszutragen. 15.000 Zuschauer, rund 30 Prozent der regulären Kapazität, werden im Rogers Centre erlaubt sein. 

National League
In der NL East gab es schon einige Tradeaktivitäten. Die New York Mets (54-46) holten sich Starting Pitcher Rich Hill von den Rays. Das ist noch nicht der große Deal, auf den viele Fans hoffen, aber eine sinnvolle Ergänzung der von Verletzungen gebeutelten Rotation – verbunden mit der Hoffnung, auf Bullpen-Games und Starts von Jerad Eickhoff künftig verzichten zu können, zumal morgen auch Carlos Carrasco endlich sein Mets-Debüt geben soll. Die Philadelphia Phillies (50-50) wollen offenbar auch etwas für die Rotation tun. Jedenfalls hatten sie vorgestern bereits Tyler Anderson von den Pirates an der Angel, der dann aber doch nach Seattle ging. Die Atlanta Braves (50-52) hatten sich schon letzte Woche mit OF Joc Pederson (Cubs) und C Stephen Vogt (Diamondbacks) verstärkt. Die Washington Nationals (46-54) sind ziemlich sicher aus dem Playoffrennen, zumal sie gestern auch noch mehrere Hiobsbotschaften erhielten: Es gibt einen erneuten Covid-Ausbruch im Team, der unter anderem SS Trea Turner betrifft, zudem muss SP Stephen Strasburg operiert werden und wird dieses Jahr nicht mehr spielen. Umso wahrscheinlicher wird es, dass die Nationals ihr anderes Ass Max Scherzer vor der Deadline abgeben werden. 

Die Milwaukee Brewers (60-42) sind in der NL Central so gut wie durch. Im Hinblick auf die Playoffs wünschte sich das Team, das primär von überragendem Pitching lebt, noch ein Upgrade für die Offense – und fand es gestern Nacht in Person von Infielder Eduardo Escobar, den man von den Diamondbacks holte. Vom Rest der Division erwarte ich dieses Jahr nicht mehr viel, aber die Cincinnati Reds (53-49) scheinen durchaus noch Ambitionen zu haben. Dafür spricht jedenfalls, dass sie bereits mehrere Trades einfädelten, um ihre Schwachstelle, den Bullpen, durch die Neuverpflichtungen Mychal Givens (Orioles), Luis Cessa und Justin Wilson (beide Yankees) aufzuwerten. 

Die San Diego Padres (59-45) haben mit dem Deal für Adam Frazier den ersten Trade-Schuss in der NL West abgegeben. Man darf gespannt sein, wie die San Francisco Giants (63-38) und die Los Angeles Dodgers (62-41) darauf reagieren. Beide sind auf dem Markt für Starting Pitching, die Dodgers könnten zudem einen Shortstop gebrauchen – Trevor Story von den Colorado Rockies (44-58) dürfte ein heißer Kandidat sein. Wenn ihr die beiden Top-Teams der Division im direkten Duell sehen wollt, gibt es die Möglichkeit dazu übrigens heute Abend mit dem dritten Spiel der laufenden Serie – ausnahmsweise mal zu einer europafreundlichen Zeit um 21:45 Uhr statt der üblichen Westcoast-Nachtschichten. 

American League
Während die Verfolger in der AL East, die Tampa Bay Rays (60-42), mit der Verpflichtung von DH Nelson Cruz aus Minnesota ihren größten Need bereits angegangen sind, halten die Spitzenreiter Boston Red Sox (63-40) sich noch zurück. Allzu groß dürften ihre Lücken im Kader nicht sein angesichts ihrer starken Saison und sieben Siegen aus den letzten neun Spielen gegen die New York Yankees (53-47) und die Toronto Blue Jays (50-48), aber einen zusätzlichen Starter wollen die Red Sox wohl gerne noch holen. Die Yankees haben, wie oben erwähnt, zwei Reliever nach Cincinnati transferiert. Spricht das dafür, dass sie die Saison aufgeben? Eher nein, vielmehr sieht es danach aus, dass sie mit dem Move Platz im Kader und auf der Gehaltsliste schaffen wollten, um anderweitig noch mal nachzulegen. Während ich diesen Artikel schreibe, sieht es gerade stark danach aus, dass die Yankees mit den Rangers an einem Trade für OF Joey Gallo arbeiten.

Die Lage in der AL Central gleicht jener in der anderen Central-Division. Auch hier steht mit den Chicago White Sox (60-42) der Sieger faktisch fest, während die restlichen Teams die Postseason bereits abgehakt haben. Für einen tiefen Postseason-Run sind die White Sox noch auf der Suche nach Hilfe für den Bullpen und für das Infield, in dem seit der Verletzung von 2B Nick Madrigal eine Lücke klafft. Verstärkungen im Outfield kommen aus den eigenen Reihen durch die Rückkehr von Eloy Jimenez und Luis Robert. Die Minnesota Twins (43-60) sind nach dem Cruz-Trade vermutlich noch nicht fertig mit dem Ausverkauf in ihrer enttäuschenden Saison. Obwohl der deutsche Outfielder Max Kepler noch bis 2024 für relativ teamfreundliche 25,25 Millionen Dollar unter Vertrag steht, gibt es auch um ihn Trade-Gerüchte. 

Die Houston Astros (63-40) haben sich in der AL West ein Polster von mittlerweile sechs Spielen auf die Oakland Athletics (57-46) angelegt. Bei der Suche nach Verstärkungen legen die Astros bislang einen klaren Schwerpunkt auf den Bullpen: Yimi Garcia kommt aus Miami, Kendall Graveman und Rafael Montero von den Seattle Mariners (55-48). Die Mariners sind selbst nach wie vor erstaunlich stabil im Rennen um einen Playoff-Platz (siehe „Spiel der Woche“). Ihr GM Jerry Dipoto ist in Sachen Trade-Aktivitäten immer für eine Überraschung gut. Dass er Graveman und Montero zu den Houston Astros ausgerechnet zum aktuellen Seriengegner und Divisionskonkurrenten schickt, zudem zu zweifelhaftem Gegenwert in Form von 3B Abraham Toro und RP Joe Smith, erschließt sich mir nicht. Einleuchtender ist die Verstärkung der Rotation mit SP Tyler Anderson, den Dipoto für zwei Prospects von den Pirates holte. Er schnappte Anderson den Phillies vor der Nase weg, als die sich eigentlich mit den Pirates bereits einig waren, es aber eine offene medizinische Frage bezüglich eines der Prospects gab, die Philadelphia schicken wollte. 

Szene der Woche
Wenn aus einem Single durch mehrere Errors faktisch ein Homerun wird, ist das sicher nicht die große Kunst des Baseballs. Nicht umsonst bezeichnet man eine solche Aktion auch als „Little League Homerun“. Unterhaltsam sind Szenen wie die folgende vom vergangenen Freitag allemal, zumindest wenn man nicht gerade Fan des gegnerischen Teams ist. Auf die spöttische Schlagzeile „Guardians did not guard home“ mussten die Indians, die gerade die anstehende Namensänderung bekannt gegeben hatten, nach der Pannenserie bei der 5:10-Niederlage gegen die Rays nicht lange warten. 

Statistik der Woche 
108. So viele Stiche hat die Naht eines Baseballs. Aber darum soll es hier gar nicht gehen, sondern darum, dass die Texas Rangers die „Leistung“ vollbracht haben, 108 Innings hintereinander niemals in Führung zu liegen. Zwölf Spiele verloren sie während dieser Durststrecke, die einen Franchise-Rekord darstellte. Der Bann brach am Dienstag, als die Rangers im vierten Inning gegen die Diamondbacks 5:1 in Führung gingen und das Spiel schließlich mit 5:4 nach Hause brachten. 

Spiel der Woche
Die Mariners sind ein Team, das schlichtweg nicht aufgibt. Das zeigen sie schon die gesamte Saison über, in der sie schon mehrfach totgesagt waren und doch stets zurück ins Playoffrennen fanden. Geradezu sinnbildlich für die Mariners des Jahres 2021 war das Spiel gegen die Astros am Montag. 0:6 lagen sie nach dem ersten Inning zurück, 0:7 im vierten, erst dann fanden die Mariners langsam ins Spiel. Mit einem 7:8-Rückstand und zwei Outs im achten Inning luden sie die Bases, bevor Dylan Moore mit einem Grand Slam zum 11:8 das Comeback perfekt machte. 

Mein Einschalttipp
Ein Hauch von World Series könnte am Wochenende durch San Francisco wehen, wenn die Giants als derzeit stärkstes Team der National League auf die Houston Astros als (gemeinsam mit den Red Sox) stärkstes Team der American League treffen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag sind die Spiele aus europäischer Sicht günstig gelegen mit einer Startzeit von jeweils 22:05 Uhr.

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Juli 22nd, 2021 by Silversurger

Die heiße Phase vor der Trade-Deadline ist noch eine Woche entfernt, doch einen nennenswerten Deal gab es schon vor ein paar Tagen: Outfielder Joc Pederson wurde im Tausch gegen First-Base-Prospect Bryce Ball von den Chicago Cubs zu den Atlanta Braves geschickt. Die Braves waren unter Zugzwang nach der Verletzung von Ronald Acuna Jr., die Cubs hatten sich dieses Jahr schon früh mit der Seller-Rolle angefreundet.

So friedlich-kooperativ wie zwischen den Cubs und den Braves geht es leider nicht überall in der Liga zu. Zwischen den Red Sox und den Yankees herrscht mal wieder dicke Luft: Red-Sox-Manager Alex Cora beschuldigt die Erzrivalen öffentlich des Sign Stealings, auf den Rängen gab es während der Serie in Yankee Stadium mehrere Rangeleien, ein Spiel musste wegen eines Ballwurfs unterbrochen werden (siehe „Szene der Woche“).

Second Baseman Starlin Castro von den Washington Nationals wurde am Freitag beurlaubt, weil ihm ein Fall von häuslicher Gewalt vorgeworfen wird. Dieser Fall wird nun ebenso untersucht wie die Vorfälle um die ebenfalls noch beurlaubten Marcell Ozuna (Braves) und Trevor Bauer (Dodgers). 

Für einen freiwilligen Abgang hat sich derweil Yermin Mercedes entschieden. Der 28-Jährige war für die White Sox in den ersten Wochen der Saison mit starken Leistungen zum Shooting-Star geworden. Anfang Juli wurde er ins Triple-A-Team der White Sox zurückgestuft. Darüber ärgerte er sich offenbar so sehr, dass er gestern per Social-Media-Posts seinen Rücktritt vom Baseball verkündete.

American League
Die Boston Red Sox (58-38) haben sich rund um den All-Star-Break einen Durchhänger erlaubt mit drei verlorenen Serien hintereinander. Mit zwei Siegen gegen die Toronto Blue Jays (48-44) scheint der Spitzenreiter der AL East aber nun zurück in die Erfolgsspur gefunden zu haben. Für die Red Sox geht es in den kommenden 28 Spielen noch 22-mal gegen Toronto, die Tampa Bay Rays (57-39) oder die New York Yankees (50-44). 

Die AL Central ist in diesem Jahr die erste Division, über die ich mich zu sagen traue: Hier ist alles gelaufen. Die Chicago White Sox (58-38) werden Erster, die Cleveland Indians (48-45) haben sich aus dem Rennen verabschiedet und werden auch im Hinblick auf einen Wild-Card-Platz wenig mitzureden haben. Das gilt erst recht für den Rest der Division. Dennoch möchte ich den starken Run der Detroit Tigers (46-51) nicht unerwähnt lassen. Sie sind mit sechs Siegen hintereinander aus dem All-Star-Break gekommen und somit als einziges Team der MLB im zweiten Teil der Saison noch ungeschlagen.

Noch lange nicht durch sind die Houston Astros (58-39) in der AL West, ihr Vorsprung auf die Oakland Athletics (55-42) ist zuletzt ein bisschen kleiner geworden. Das könnte sich in den nächsten Tagen wieder ändern, denn die Astros empfangen die Texas Rangers (35-61), welche sich auf einer Strecke von bislang acht Niederlagen hintereinander befinden. Die Athletics müssen derweil zum Verfolgerduell  bei den Seattle Mariners (51-45) antreten. Die Mariners sind nach wie vor voll im Rennen um eine Wild Card. Die Los Angeles Angels (46-48) haben sich aus diesem Rennen relativ sicher verabschiedet.

National League
In der NL East halten sich die New York Mets (50-43) trotz Rückschlägen und Verletzungssorgen (siehe „Spiel der Woche“) als einziges Team mit positivem Record an der Spitze. Zwar sind die Philadelphia Phillies (47-47), die Atlanta Braves (46-48) und die Washington Nationals (45-50) allesamt nur ein paar gute Serien entfernt, aber die müssten sie dann auch irgendwann mal abliefern.

Um die NL Central gab es am letzten Wochenende ein vorentscheidendes Duell: Die Milwaukee Brewers (56-41) sweepten die Cincinnati Reds (49-47) in drei Spielen und zementieren damit ihren Führungsanspruch. Nachdem die Reds auch die folgende Serie gegen die Mets 1-2 verloren, geht es für sie und die St. Louis Cardinals (48-48) im anstehenden Aufeinandertreffen schon darum, für welches der beiden Teams sich der Blick nach oben überhaupt noch lohnt.

In der NL West sind drei Teams auf Playoff-Kurs und zwei von ihnen streiten sich gerade im direkten Vergleich um die Spitze. Genauer gesagt ist der Vergleich zumindest für den Moment schon entschieden. Denn die San Francisco Giants (60-35) haben schon zwei von drei Spielen gegen die Los Angeles Dodgers (59-38) gewonnen und behaupten somit die Spitze unabhängig vom Ausgang der vierten Partie. Die San Diego Padres (56-41) halten in den letzten Wochen nicht ganz Schritt mit dem Führungsduo, sitzen aber auf einem beruhigenden 6-Spiele-Vorsprung für eine Wild Card. Ein erfreuliches Lebenszeichen geben die Arizona Diamondbacks (30-68) von sich: Sie sind zwar noch immer das schwächste Team der MLB, aber vier Siege für sie in Folge zeigen, dass es in dieser Liga keine Selbstläufer gibt.

Szene(n) der Woche
Gleich zwei hässliche Szenen, die mit Sport nichts zu tun haben, sorgten am vergangenen Baseballwochenende für Aufregung. Das Spiel der Yankees gegen die Red Sox am Samstag musste zeitweise unterbrochen werden, als ein Yankees-Fan einen Ball nach Red-Sox-Outfielder Alex Verdugo warf. Der Übeltäter konnte von der Security identifiziert werden und erhielt lebenslanges Stadionverbot in allen MLB-Ballparks. 

Noch übler waren die Vorgänge in Washington. Mitten im sechsten Inning der Partie gegen die Padres waren mehrere Schüsse zu hören. Weder die Spieler auf dem Feld noch die 33.000 Zuschauer konnten einordnen, ob diese von innerhalb oder außerhalb des Stadions kamen. Verständlicherweise brach für einige Minuten Furcht und Chaos aus, bis geklärt war, dass die Schießerei draußen zwischen den Insassen zweier Fahrzeuge stattgefunden hatte. Die Zuschauer verließen den Ballpark kontrolliert über Ausgänge auf der anderen Seite, das Spiel wurde am Sonntag zuende gespielt. 

Statistik der Woche 
37 Jahre, 193 Tage. Jon Lester von den Washington Nationals wurde am Montag gegen die Marlins zum ältesten Pitcher, der einen Homerun schlug, seit dem legendären Bartolo Colon (damals 42 Jahre, 348 Tage) am 7. Mai 2016.

Spiel der Woche
Als Fan der New York Mets ist man gewohnheitsmäßig Pessimist und Zyniker. Diese Ader möchte ich hier nicht zu sehr ausleben, aber wenn die bislang erfolgreiche Saison der Mets noch den Bach runtergehen sollte, dann war der entscheidende Knackpunkt wohl der vergangene Samstag. An diesem Tag wurde bekannt, dass die beiden Top-Stars des Teams, Shortstop Francisco Lindor und Pitcher Jacob deGrom, für mehrere Wochen verletzt ausfallen, und dann setzte es auch noch eine herzzerreißende Niederlage gegen die Pittsburgh Pirates: Tyler Megill pitchte sechs Shutout-Innings, New York führte 6:0 nach sieben Innings und immerhin noch 7:5 mit zwei Outs im neunten, bevor Pittsburghs Jacob Stallings durch einen Grand Slam gegen Edwin Diaz den desaströsen Tag für die Mets perfekt machte. 

Mein Einschalttipp
Auch wenn die Mets noch lange nicht sicher sind in der NL East, hat sich unter den anderen Teams bislang kein ernsthafter Verfolger herauskristallisiert. Eine Möglichkeit dazu bietet die Wochenendserie zwischen den Phillies und den Braves. Ab heute Nacht treffen die beiden viermal aufeinander beim Versuch, die zarten Playoffhoffnungen mindestens am Leben zu erhalten oder ihnen mit einem deutlichen Erfolg gar einen kräftigen Schub zu geben. Das zeitlich günstigste Spiel ist wie so oft das am Sonntag. Der erste Pitch fliegt um 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

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Juli 15th, 2021 by Silversurger

Das All-Star-Game der MLB geht mit 5:2 an die American League. Wir wissen alle, dass es sich um eine Show-Veranstaltung handelt, bei der das Dabeisein viel wichtiger ist als das Ergebnis. Aber dass die AL nun schon neunmal in Folge gewonnen hat, finde ich durchaus bemerkenswert. Bemerkenswert ist ferner, dass Vladimir Guerrero Jr. mit 22 Jahren der jüngste Spieler aller Zeiten ist, der zum wertvollsten Spieler des All-Star-Games gewählt wurde, und dass Shohei Ohtani der erste ist, der in so einem Spiel sowohl als Pitcher als auch als Batter zum Einsatz kam.

In den Tabellen hat sich naturgemäß wenig getan, weil seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag nur am Wochenende gespielt wurde und dann Pause war. Ich gehe daher heute mal in erster Linie auf die Frage ein, wie die Teams wohl an die in zwei Wochen – genauer gesagt am 30. Juli – anstehende Trade-Deadline herangehen werden.

Vorher möchte ich noch ein paar Neuigkeiten der Woche zumindest kurz erwähnt haben: Outfielder Ronald Acuna Jr. von den Atlanta Braves hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Damit fällt einer der aufsehenerregendsten Jungstars der Liga für den Rest der Saison leider aus. Die Toronto Blue Jays haben bei den kanadischen Behörden beantragt, zum 30. Juli aus dem Notquartier in Buffalo (New York) in ihre Heimatstadt zurückkehren zu können. Eine Entscheidung über den Antrag wird für Anfang nächster Woche erwartet. Die Oakland Athletics spielen derweil offen mit dem Gedanken, sich von ihrem bisherigen Standort gänzlich zu verabschieden, wenn sich kein Lösung für die seit Jahren umstrittene Stadionfrage findet. Las Vegas gilt als aussichtsreicher Kandidat für einen Umzug, was sogar MLB-Commissioner Rob Manfred in einem Pressegespräch am Dienstag bestätigte. Manfred äußerte sich dabei auch zu den wegen der Pandemie temporär eingeführten Regeländerungen: Die 7-Inning-Doubleheader werden nächstes Jahr voraussichtlich wieder abgeschafft, ebenso die automatischen Baserunner in Extra-Innings.

National League
In der NL East ist das Verhalten zur Trade-Deadline am ehesten für die New York Mets (47-40) vorhersagbar. Sie werden eindeutig als Buyer auftreten und versuchen, durch Trades die vorhandenen Lücken im Roster zu stopfen. Ganz oben auf der Einkaufsliste steht ein Starting Pitcher, weil durch diverse Verletzungen schon die ganze Saison über ein fünfter Starter fehlt und die Rückkehr und volle Belastbarkeit von Carlos Carrasco und Noah Syndergaard noch ein gutes Stück entfernt sind. Einen offensiv und defensiv verlässlichen Third Baseman könnten die Mets ebenfalls gut gebrauchen – Kris Bryant (Cubs), Josh Donaldson (Twins) oder Adam Frazier (Pirates) sind hier heiße Kandidaten. Ob die Philadelphia Phillies (44-44), die Atlanta Braves (44-45) und die Washington Nationals (42-47) aktiv werden, ist schwer zu prognostizieren. Sie alle sind nur ein, zwei starke Serien von den Mets und damit vom Playoff-Platz entfernt, aber für jedes der Teams scheint die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Run zu gering, als dass man sich dafür weit aus dem Fenster lehnen würde. Für die Nationals wäre es angesichts von sechs Spielen Rückstand eine Überlegung wert, ob man die Segel streicht und beispielsweise Max Scherzer auf den Markt wirft. Klar als Seller dürften die Miami Marlins (39-50) auftreten. Das Prunkstück in ihrem Schaufenster ist Outfielder Starling Marte.

Um die NL Central streiten sich die Milwaukee Brewers (53-39) und die Cincinnati Reds (48-42). Beide können Verstärkungen gebrauchen. Für die Reds wäre – neben Bullpen-Hilfe, die so ziemlich jeder braucht – vor allem ein Shortstop interessant. Dass sie nach dem ganz großen Fisch namens Trevor Story angeln, halte ich aber eher für unwahrscheinlich. Die Brewers haben es mit erstaunlich wenig Offensive an die Spitze der Division geschafft und würden sich dementsprechend gern mit einem starken Batter verstärken, idealerweise einem Corner Infielder. Zwei solche hätten zum Beispiel die Chicago Cubs (44-46) mit Anthony Rizzo und Kris Bryant im Angebot, aber wahrscheinlich würden sie die beiden – ebenso wie All-Star-Closer Craig Kimbrel – lieber außerhalb der Division an den Mann bringen. Im Gegensatz zu den Cubs haben die gleichauf mit ihnen stehenden St. Louis Cardinals (44-46) noch keine eindeutigen Signale gesendet. Realistischerweise dürften sie eher Seller als Buyer sein, aber da sie kaum offensichtliche Trade-Kandidaten haben, ist von ihnen wohl eine eher ruhige Deadline zu erwarten. Bleiben noch die Pittsburgh Pirates (34-56), die schon seit Saisonbeginn als Seller feststehen. 2B Adam Frazier, der auch fast jede andere Feldposition spielen kann, dürfte ihr größtes Trade-Asset sein. Zudem haben sie einige Reliever im Angebot, allen voran Richard Rodriguez.

Im aufregenden Dreikampf um die NL West werden die San Francisco Giants (57-32), die Los Angeles Dodgers (56-35) und die San Diego Padres (53-40) gleichermaßen darauf aus sein, sich zur Deadline den möglicherweise entscheidenden Vorteil zu verschaffen. Die Dodgers werden in erster Linie nach einem Starting Pitcher suchen – Dustin May fällt für das Jahr aus, Clayton Kershaw wird eine Weile auf der Verletzenliste sein und Trevor Bauer ist beurlaubt, während die Untersuchung der ihm vorgeworfenen sexuellen Gewalttaten andauert. Ein Name, dem ich schon mehrfach als Trade-Target der Dodgers gelesen habe, ist der von Atlantas Starter Charlie Morton. Eventuell werden die Dodgers in den Verhandlungen um Morton oder andere Starter in direkter Konkurrenz mit den Giants stehen, denn auch sie suchen in erster Linie nach einer Ergänzung der Rotation. Padres-Manager AJ Preller ist traditionell sehr aktiv zur Trade-Deadline. Sein Team hat derzeit keine ganz großen Needs, zusätzliche Tiefe können aber sowohl das Lineup als auch das Pitching vertragen. Für die Arizona Diamondbacks (26-66) und die Colorado Rockies (37-50) ist die Frage nicht, ob sie verkaufen werden, sondern nur, wen und für welche Gegenleistung in Form von Talenten. Der Hauptpreis bei den Rockies und möglicherweise der am meisten umworbene Spieler der Liga ist Shortstop Trevor Story, zudem dürften 1B CJ Cron und SP German Marquez auf Interesse stoßen. Bei den Diamondbacks stehen 3B Eduardo Escobar, OF David Peralta und SP Merrill Kelly im Schaufenster.

American League
Die Boston Red Sox (55-36) finden sich etwas unverhofft an der Spitze der AL East wieder. Klaffende Löcher haben sie nicht im Kader, aber wenn sich ein Deal anbietet, der ihnen ein Upgrade an der ersten Base, im Outfield oder für die Rotation bringt, sind sie sicher nicht abgeneigt. Auch die Tampa Bay Rays (53-37) werden im Einkauf-Modus sein. Sie sind bekanntlich stets darauf aus, die Payroll klein zu halten, aber ihre Farm ist so tief besetzt, dass sie für einen Spieler, der ihnen weiterhilft, möglicherweise lieber ein Prospect mehr bezahlen und dafür den abgebenden Verein einen Teil des Gehalts übernehmen lassen. DH Nelson Cruz von den Twins könnte ein Kandidat für einen solchen Trade sein. Die Toronto Blue Jays (45-42) und die New York Yankees (46-43) sind im Mittelmaß gefangen und sowohl in der Division als auch in der Wild-Card-Rangliste ein gutes Stück entfernt von einem Playoff-Platz. Beide scheinen nicht gewillt, die Saison vorzeitig aufzugeben, aber sie werden sicher auch nicht all-in gehen. Wenn sie Spieler dazuholen, dann am ehesten jemanden, der für mindestens ein weiteres Jahr unter Vertrag ist – jemanden wie OF Joey Gallo zum Beispiel. Als schwächstes Team der American League bleibt den Baltimore Orioles (28-61) mal wieder nichts anderes übrig als an einer besseren Zukunft zu bauen. OF Cedric Mullins und SP John Means werden umworben sein, aber ich glaube nicht, dass sie einen davon hergeben. Eher werden sie sich von 1B Trey Mancini und/oder OF Anthony Santander trennen.

Die Chicago White Sox (54-35) führen nicht nur unangefochten die AL Central an, sie haben mit dem 85-jährigen Owner Jerry Reinsdorf und dem 76-jährigen Manager Tony LaRussa auch zwei Verantwortliche, die eher den schnellen Erfolg suchen als dass sie sich viele Gedanken um Prospects machen, die vielleicht in drei Jahren gut sind. Ein Second Baseman als Ersatz für den verletzten Nick Madrigal wird wohl ihr Hauptziel sein, Eduardo Escobar oder Adam Frazier könnten hier gut passen. Die Cleveland Indians (45-42) sind wieder so ein Team im Niemandsland mit entfernten Chancen auf einen Wild-Card-Platz. Sie könnten in beide Richtungen gehen, wobei mein Tipp eher in Richtung Seller neigt. Denn ich denke, dass die Indians nach der Saison einen Rebuild vor sich haben und der ließe sich abkürzen, wenn man jetzt schon ein, zwei Spieler wie OF Eddie Rosario oder auch 3B Jose Ramirez gegen Prospects tauscht. Für die Detroit Tigers (40-51), die Minnesota Twins (39-50) und die Kansas City Royals (36-53) ist die Lage deutlich klarer. Sie alle können die aktuelle Saison abhaken, wenn auch mit unterschiedlichen Aussichten für die Folgejahre. Die Twins sehen 2021 als Ausrutscher und werden nicht den Kern des Teams aushöhlen. DH Nelson Cruz, dessen Vertrag ausläuft, wird sicher zu haben sein, vielleicht auch SP Jose Berrios und wenn der Preis stimmt eventuell 3B Josh Donaldson. Auch die Tigers wollen bald wieder eine Rolle spielen und haben ihr Franchise-Building zu diesem Zweck schon weitgehend abgeschlossen. Verkaufen werden sie nur bei wirklich guten Angeboten; am wahrscheinlichsten ist, dass sie 2B Jonathan Schoop abgeben, dessen Vertrag ausläuft. Die Royals sind weit entfernt von Konkurrenzfähigkeit und werden jeden Spieler verkaufen, der einen Tradewert hat. Die SPs Mike Minor und Danny Duffy sowie 1B/DH Carlos Santana sind hier die ersten, die mir einfallen.

Die Houston Astros (55-36) haben ein alterndes Roster, dessen Erfolgsfenster in diesem Jahr offenbar noch einmal weit offen steht. Das macht den Tabellenführer der AL West zum Kandidaten für eine aggressive Trade-Deadline. Ein linkshändiger Batter dürfte ihr Hauptziel sein, vielleicht Adam Frazier. Auch die Oakland Athletics (52-40) werden nicht untätig bleiben. Einen Blockbuster erwarte ich von dem stets preisbewussten Team eher nicht, aber einen nicht zu teuren Starter würden sie wohl ebenso nehmen wie einen bezahlbaren Hitter für die Mitte des Lineups, zum Beispiel Nelson Cruz. Die Seattle Mariners (48-43) und die Los Angeles Angels (45-44) bilden in dieser Division das schon mehrfach zitierte Niemandsland. Ich sehe beide tendenziell als Buyer, erwarte aber kein sehr aktives Herangehen an die Deadline. Die Texas Rangers (35-55) hingegen werden die Garage weit aufmachen und zahlreiche Spieler im Angebot haben. SP Kyle Gibson, RP Ian Kennedy, 2B Brock Holt und OF Joey Gallo könnten allesamt das Ende des Monats bei einem neuen Team erleben.

Szene der Woche
Es kam an dieser Stelle schon öfter vor, dass ich mich nicht entscheiden konnte und deshalb zwei oder drei Szenen zeigte, aber heute gibt es eine Premiere mit satten 74 Szenen der Woche. Wenn ihr das Home Run Derby Montagnacht nicht gesehen habt, dann bekommt ihr im folgenden Video die Chance, noch mal alle Homeruns von Pete Alonso zu sehen, mit denen er das Derby zum zweiten Mal hintereinander für sich entscheiden konnte:

Statistik der Woche 
20. So viele Pitcher wählten die Los Angeles Angels in der diesjährigen Draft der MLB in ebenso vielen Runden. Es war das erste Mal, dass ein Team in einer Draft ausschließlich Pitcher auswählt – abgesehen von den Miami Marlins in der Draft 2020, die coronabedingt auf fünf Runden beschränkt war. Als Pick Nummer eins in diesem Jahr entschieden sich die Pittsburgh Pirates für Catcher Henry Davis aus Louisville. Das war eine Überraschung, denn Davis galt zweifelsfrei als Erstrundentalent, doch als First overall hatte ihn kaum jemand auf der Rechnung. Die vorab als Favoriten gehandelten RHP Jack Leiter (Vanderbilt) und SS Marcelo Mayer (Eastlake Highschool) gingen als Nummer zwei an die Texas Rangers bzw. als Nummer vier an die Boston Red Sox. RHP Kumar Rocker (Vanderbilt), der ebenfalls als Kandidat für einen Top-Pick gehandelt wurde, fiel auf Rang 10 an die New York Mets.

Spiel der Woche
Für die Partie der San Diego Padres gegen die Washington Nationals vom letzten Donnerstag erwartete man eigentlich ein Pitcherduell zwischen den Assen Yu Darvish und Max Scherzer. Doch keiner der beiden Starter schaffte es aus dem vierten Inning heraus. Die Show stahl ihnen San Diegos Relief Pitcher Daniel Camarena – nicht mit seinem primären Handwerk, sondern mit dem, was ihm im zweiten At Bat seiner MLB-Karriere gelang: Der Reliever kam bei geladenen Bases an den Schlag und erzielte einen Grand Slam. Camarena ist der erste Relief Pitcher seit 1985, dem ein Grand Slam gelungen ist, und neben Bill Duggleby im Jahr 1898 der einzige, der das mit seinem ersten Hit geschafft hat. Der 4-Run-Schlag war zudem das Kernstück eines furiosen Comebacks der Padres, die zur Mitte des vierten Innings 0:8 zurücklagen und am Ende einen 9:8-Sieg davontrugen.

Mein Einschalttipp
Es geht vor allem in der American League gleich wieder gut los nach der Pause, zum Beispiel mit dem Klassiker der Yankees gegen die Red Sox, dem Spitzenduell White Sox gegen Astros und der Letzte-Hoffnung-Serie zwischen den Angels und den Mariners. Mein Einschalttipp für das Wochenende ist aber eine Serie der National League und zwar die der Milwaukee Brewers als Tabellenführer der NL Central bei ihrem Verfolger, den Cincinnati Reds. Mit einem 3-Spiele-Sweep in Milwaukee unmittelbar vor der Pause haben die Reds dafür gesorgt, dass die Division wieder spannend ist. Jetzt müssen die Brewers gleich noch einmal gegen den ungeliebten Gegner ran, dieses Mal in Cincinnati. Von der Uhrzeit her liegt aus europäischer Sicht die Partie am Sonntag ab 19:10 Uhr am günstigsten. Übrigens sind an diesem Wochenende alle Spiele auf mlb.tv kostenlos zu sehen.

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Juni 10th, 2021 by Silversurger

Kleber ist ja eigentlich dafür da, Dinge zusammenzufügen, aber in der MLB haben klebrige Substanzen gerade den gegenteiligen Effekt: Sie verursachen einen tiefen Riss zwischen jenen, die den Gebrauch solcher Hilfsmittel durch Pitcher als ein Problem ansehen und jenen, die das in Ordnung finden. Die reine Tatsache, dass Mittel wie Pinienteer, Tyrus Sticky Grip oder Spider Tack unter Pitchern verbreitet sind, um einen besseren Griff an den Ball zu bekommen und dessen Rotation zu erhöhen, bestreitet so gut wie niemand. Es gibt nur auf der einen Seite Spieler wie Josh Donaldson, die sich darüber öffentlich beschweren, und auf der anderen Seite solche wie Aaron Judge oder Pete Alonso, die das Thema als eine Art Kavaliersdelikt darstellen, bei dem Chancengleichheit dadurch entsteht, dass es quasi jeder macht. Interessanterweise sind es fast ausschließlich Batter, die sich zu der Situation äußern. Pitcher wie Cy-Young-Kandidat Gerrit Cole neigen dazu, ausweichend auf klebrige Fragen zu antworten – wohl auch vor dem Hintergrund, dass die MLB angekündigt hat, die bestehenden Regeln von jetzt an konsequenter umzusetzen. Ein erster Warnschuss wurde diese Woche abgegeben, indem mindestens vier Minor-League-Pitcher für jeweils zehn Spiele gesperrt wurden. Das Thema wird die laufende Saison wohl noch für eine Weile begleiten. Jetzt aber erst mal zum aktuellen sportlichen Geschehen:

American League
Die Tampa Bay Rays (39-24) zeigen nach wie vor keine Spur von World-Series-Hangover. Mit ihrer Bilanz sind sie bislang das stärkste Team sowohl der AL East als auch der gesamten MLB. Der Erfolg der Rays basiert, wie man es von ihnen gewohnt ist, nicht auf großen Namen, sondern auf einem ausgewogenen Kader, bei dem alle kleinen Rädchen ineinander greifen und jedes davon bei Bedarf ausgetauscht werden kann. Mit diesem Erfolgsrezept bringen sie es in der bisherigen Saison auf die zweitmeisten erzielten und die zweitwenigsten kassierten Runs der AL. Ihre Rolle als Verfolger Nummer eins der Rays haben die Boston Red Sox (37-25) gefestigt, indem sie am vergangenen Wochenende mit einem 3-Spiele-Sweep die New York Yankees (33-29) in deren eigenem Ballpark abfertigten – übrigens zum ersten Mal seit zehn Jahren. Mitte nächster Woche kommt es in Buffalo zu einem interessanten Duell zwischen den Toronto Blue Jays (31-28) und den Yankees. Ein klarer Ausgang dieser Serie könnte für das unterlegene Team bedeuten, dass man das Rennen um die Playoff-Plätze vorerst abhaken kann. 

Die AL Central bietet zurzeit von allen Divisionen das eindeutigste Bild. Die Chicago White Sox (37-24) führen klar mit vier Spielen Vorsprung vor den Cleveland Indians (32-27). Dass dieser Abstand kein Zufall, sondern eher noch schmeichelhaft für die Indians ist, zeigt der Blick auf die Run Differentials: Die White Sox haben mit +86 das beste Runverhältnis der gesamten Liga, während die Indians (-12) genau wie alle anderen Teams der Division im negativen Bereich rangieren. Die Detroit Tigers (25-36) und die Minnesota Twins (24-37) sind in der Division längst abgeschlagen; nur was ich von den Kansas City Royals (29-31) halten soll, weiß ich nicht so recht. Einem bärenstarken Saisonbeginn im April folgte der freie Fall in der ersten Maihälfte. Dann arbeiteten sich die Royals langsam wieder hoch, bevor sie zuletzt fünf Spiele in Folge verloren. Angesichts einer anstehenden Vier-Spiele-Serie in Oakland könnte es schwer werden, diesen Negativtrend zeitnah zu stoppen.

Im Gegensatz zu den Royals zeigen die Oakland Athletics (37-26) nämlich eine beeindruckende Konstanz. Ignoriert man ihren mit sechs Niederlagen verschlafenen Start in die Saison, weisen sie seitdem die beste Bilanz der gesamten MLB auf. So reicht es immerhin zur Führung in der AL West, wenn auch nur knapp vor den Houston Astros (35-26). Die Astros haben acht ihrer letzten zehn Spiele gewonnen, allesamt gegen starke Gegner wie die Padres, die Red Sox und die Blue Jays. Das Rennen zwischen ihnen und den A’s dürfte auf absehbare Zeit interessant bleiben, während die Seattle Mariners (31-32) langsam aber sicher den Anschluss an das Spitzenduo verlieren. Einen klaren Aufwärtstrend zeigten zuletzt die Los Angeles Angels (30-32) mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen. Auch ihnen traue ich eher nicht zu, noch ernsthaft ins Rennen einzugreifen. Sie können mich gerne eines Besseren belehren, indem sie Mitte nächster Woche ein paar Spiele gegen die Athletics gewinnen.

National League
In der NL East halten sich die New York Mets (30-24) trotz widriger Umstände wie Verletzungen, Offensiv-Slumps und Spielausfällen nach wie vor wacker auf Platz eins. Das liegt nicht zuletzt an der schwachen Konkurrenz, denn die Atlanta Braves (29-30), Philadelphia Phillies (29-31), Washington Nationals (25-33) und Miami Marlins (26-35) stehen durch die Bank bei negativen Bilanzen und negativen Run Differentials – mit Ausnahme der Braves, deren Run Differential bei null steht. Ob die Mets sich auf Dauer da oben einrichten können, werden die anstehenden vier Wochen der Wahrheit weisen, vor die sie der Spielplan stellt: 3-mal gegen die Padres, 4-mal gegen die Cubs, 5-mal gegen die Nationals, 7-mal gegen die Braves, 4-mal gegen die Phillies, 3-mal gegen die Yankees und 3-mal gegen die Brewers lautet das bockelharte Programm. Falls die Mets dann, nach gut der Hälfte der Saison, noch vorne stehen sollten, darf man sich wirklich fragen, wer sie noch stoppen soll. 

Eine Woche der Wahrheit steht auch in der NL Central an. Das betrifft zum einen das bevorstehende Duell der Chicago Cubs (35-27) und der St. Louis Cardinals (32-30). Die Cubs befinden sich seit Wochen im Aufwärtstrend, in dessen Zuge sie die Cardinals als Tabellenführer entthront haben. Diese hingegen scheinen völlig von der Rolle, haben zuletzt acht von zehn Spielen verloren, darunter alle vier Partien einer Heimserie gegen die Cincinnati Reds (29-30). Wenn die drei Spiele in Chicago von Freitag bis Samstag nicht die Wende bringen, rückt die Divisionsspitze für St. Louis in weite Ferne. Hinzu kommt, dass mit den Milwaukee Brewers (34-27) ein weiteres Team in der Division einen starken Lauf und sich mittlerweile schon zwischen die Cubs und die Cardinals geschoben hat. Zehn der letzten zwölf Spiele haben die Brewers für sich entschieden. In den kommenden Tagen geht es für sie viermal gegen die Reds und dreimal gegen die Pittsburgh Pirates (23-37) – Gelegenheit genug, um sich von diesen Teams aus der unteren Tabellenhälfte weiter abzusetzen und Kapital daraus zu ziehen, dass die Cubs und die Cardinals sich gegenseitig Punkte abnehmen.

In der NL West finden wir das beste Team der NL und obwohl das schon seit Wochen so ist, bin ich bei jedem Blick auf die Tabelle wieder überrascht, dass es sich weder um die Los Angeles Dodgers (36-25) noch um die San Diego Padres (37-27) handelt, sondern um die San Francisco Giants (38-23). Natürlich sind noch hundert Spiele zu spielen, aber die Saison ist schon weit genug vorangeschritten, um sagen zu können, dass die Giants offensichtlich „for real“ sind. Nach den Dodgers am vorletzten Wochenende haben sie auch die Cubs am letzten Wochenende 3-1 geschlagen und damit gezeigt, dass sie gegen die Spitzenteams bestehen können. Nun warten erstmal vermeintlich leichtere Aufgaben in Form der Nationals und der Arizona Diamondbacks (20-43). Letztere zeigen sich seit Wochen in einem desolaten Zustand. Seit Mitte Mai haben sie unglaubliche 21 von 23 Spielen verloren, weisen mittlerweile die schlechteste Bilanz der gesamten Liga auf. Falls hier Fans der Diamondbacks mitlesen – schaut euch lieber nicht den Restspielplan bis zum All-Star-Break an…

Szene der Woche 
Eines der vielen schönen Dinge am Baseball ist, dass man auch in Misserfolgen und Niederlagen immer wieder besondere Teil- und Einzelleistungen findet, an denen man sich erfreuen kann. Die Yankees hatten so einen Moment am Freitag, als ihr Starter Michael King im vierten Durchgang gegen die Red Sox ein immaculate Inning warf. Von einem solchen „makellosen“ Inning spricht man, wenn es aus drei Strikeouts besteht und der Pitcher dafür nur die Mindestanzahl von neun Pitches benötigt. In der MLB-Historie gab es bislang 103 immaculate Innings. Zum Vergleich: No-Hitter kamen mehr als dreimal so oft vor, nämlich 311-mal. Richtig freuen konnte King sich über seinen Eintrag in die Geschichtsbücher aber nicht: „Ich würde lieber ein Spiel gewinnen statt ein immaculate Inning zu werfen,“ war sein Fazit nach der 2:5-Niederlage seines Teams.

Statistik der Woche 
2765. So viele Spiele hat Tony La Russa als MLB-Manager gewonnen. Mit Sieg Nummer 2764 überholte der Cheftrainer der Chicago White Sox am Sonntag John McGraw in der ewigen Rangliste. An Platz eins wird der 76-Jährige wohl nicht mehr herankommen, denn dort steht Connie Mack mit unglaublichen 3731 Wins. Dabei möchte ich nicht verschweigen, dass Mack die Niederlagentabelle noch deutlicher anführt als die mit den Siegen. Hinter seinen 3948 verlorenen Spielen belegt auch hier La Russa den zweiten Platz mit 2389.

Spiel der Woche
Pleiten, Pech und Pannen lautete das Motto in der Partie der Phillies gegen die Nationals am Sonntag. Im ersten Inning gab es eine Unterbrechung, weil Brian O’Nora einen Foulball an die Gesichtsmaske bekam und das Spiel verlassen musste. Im dritten Inning wurde das Spiel unterbrochen, weil Nationals-Pitcher Austin Voth einen Fastball von Vince Velasquez ins Gesicht bekam und sich die Nase brach. Die nächste und längste Unterbrechung kam im achten Inning, als das Schutznetz entlang des Infields herunterfiel und vom engagierten Stadionpersonal wieder aufgehängt werden musste. Baseball wurde zwischendurch auch noch gespielt. Die Phillies gewannen 12:6, unter anderem mit dem 100. Homerun in der Karriere von Catcher J. T. Realmuto.

Mein Einschalttipp
Die Padres und die Mets lieferten sich schon am letzten Wochenende in New York eine sehenswerte Serie, in der sie sich letztlich die Siege 2-2 teilten. Zwei der Spiele waren geprägt durch überragendes Pitching: das 2:0 der Padres vom Freitag mit sieben Innings (1 H, 0 ER, 10 K) von Blake Snell sowie das 4:0 der Mets vom Samstag mit sieben Innings (3 H, 0 ER, 11 K) von Jacob deGrom. Dieses Wochenende treffen die beiden Teams wieder aufeinander, und voraussichtlich wird es gleich am Freitag zum potenziell epischen Duell zwischen Snell und deGrom kommen. Sofern ihr euch an Baseball auch dann erfreuen könnt, wenn Hits und Runs Seltenheitswert haben, dann schaltet morgen Nacht um 1:10 Uhr unserer Zeit mlb.tv ein – auch ohne Abo, denn die Partie ist das „Free Game of the Day“.

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Mai 6th, 2021 by Silversurger

Happy Birthday, Willie Mays! Eine der größten Legenden des Baseballs und das älteste lebende Mitglied der Hall of Fame feiert heute seinen 90. Geburtstag. Baseball ist so ein alter, traditionsreicher Sport und glänzt doch immer wieder mit neuen Ereignissen, die es vorher nie gegeben hat. Alec Bettinger und John Means können davon diese Woche ein Lied singen – Means in Dur, Bettinger in Moll. Ein Comeback der besonderen Art gab es am Dienstag: Nach über eineinhalb Jahren Corona-Pause wird endlich auch in den Minor Leagues wieder Baseball gespielt.

National League
Die NL East verkörpert in der bisherigen Saison sowohl Mittelmaß als auch Spannung wie keine andere Division. Für keines der beteiligten Teams haben sich bislang die hohen Erwartungen erfüllt, aber alle bleiben in ihrer Mittelmäßigkeit so eng beisammen, dass jederzeit für jeden alles drin ist. So gab es seit dem letzten Donnerstag vier verschiedene Tabellenführer: Vor einer Woche waren es die Atlanta Braves (14-16), die jetzt Dritter sind. Dann waren es die Philadelphia Phillies (16-15), die auch jetzt wieder vorne stehen. Zwischenzeitlich waren die Washington Nationals (12-14), jetzt Vierter, vorne, zeitweise gemeinsam mit den jetzt zweitplatzierten New York Mets (12-13). Die einzigen, die nie auf Platz eins standen, sind die Miami Marlins (13-16), welche aber lustigerweise auch das einzige Team der Division mit einem positiven Run Differential sind. Eine unschöne Nachricht aus Miami ist, dass Pitcher Paul Campbell positiv auf das leistungsfördernde Steroid DHCMT getestet wurde. Campbell wurde, wie in der MLB für erstmals überführte Dopingsünder üblich, für 80 Spiele gesperrt. Angesichts seiner bislang trotz Doping eher bescheidenen Leistungen (8.74 ERA in 11.1 IP) werden die Marlins den Ausfall verkraften.

Auch in der NL Central gibt es einen Führungswechsel. Nachdem die Milwaukee Brewers (17-14) vier Spiele hintereinander verloren haben, sind die St. Louis Cardinals (18-13) an ihnen vorbeigezogen. Heute Nachmittag gibt es übrigens zwei interessante Fernduelle um die Spitzen der NL East und der NL Central, wenn zum jeweiligen Serienfinale die Cardinals auf die Mets und die Brewers auf die Phillies treffen. Die Chicago Cubs (15-16) erleben bisher eine ziemliche Achterbahnfahrt, auf der es in den letzten Tagen mal wieder steil bergauf ging mit einem 3-Spiele-Sweep über die Dodgers.  

Dieser Sweep wirkt sich wiederum massiv auf das Tabellenbild der NL West aus. Die Los Angeles Dodgers (17-15) sind plötzlich nur noch Dritter. Obwohl sich ihre Gesamtbilanz mit einem Run Differential von +37 noch sehr passabel liest, kann und muss man nach elf Niederlagen in den letzten vierzehn Spielen wohl von einer Krise des Titelverteidigers sprechen. Zu allem Überfluss ist für Starter Dustin May die Saison gelaufen, er muss sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen. An der Spitze der Division stehen jetzt erstmal die San Francisco Giants (18-13), dicht gefolgt von den San Diego Padres (18-13). Eine glückliche Fügung des Spielplans will es, dass die Giants und die Padres am Wochenende dreimal gegeneinander antreten. Die Paarung gab es schon am letzten Wochenende, da behielten die Padres in San Diego mit 2:1 Siegen die Oberhand. Nun darf man gespannt sein, ob sich eines der beiden Teams absetzen kann oder ob in ein paar Tagen doch wieder die Dodgers der lachende Dritte bzw. Erste sind. Dazu müssen sie allerdings erstmal im Stadtderby bei den Angels bestehen. 

American League
Die Boston Red Sox (18-13) haben in den letzten Tagen ein bisschen geschwächelt, drei von vier Spielen gegen die Rangers verloren und eines gegen die Tigers. Noch halten sie sich an der Spitze der AL East, doch die New York Yankees (16-14) nahen durch fünf Siege in Folge mit großen Schritten und auch die Tampa Bay Rays (17-15) haben zurzeit einen starken Lauf. Knapp positiv stehen die Toronto Blue Jays (16-15), die demnächst einen Umzug im laufenden Betrieb zu bewältigen haben: Ab 1. Juni werden die Blue Jays ihre Heimspiele in Buffalo austragen. In Florida wird es nämlich zu der Jahreszeit zu warm und feucht, um dauerhaft im unüberdachten Spring-Training-Ballpark zu spielen, und das Reisen zwischen Kanada und den USA ist immer noch durch Corona stark beeinträchtigt, sodass eine Heimkehr nach Toronto weiterhin warten muss. Nicht übersehen sollte man, dass auch die Baltimore Orioles (15-16) keineswegs abgeschlagen sind – mit dem No-Hitter gegen die Mariners (siehe „Statistik der Woche“) haben sie sich gestern eindrucksvoll in Erinnerung gebracht.

Die Tabelle der AL Central zeigt eine sehr interessante Momentaufnahme: Die Cleveland Indians, die Chicago White Sox und die Kansas City Royals stehen allesamt bei 16-13 und teilen sich damit die Divisionsspitze. In den nächsten Tagen wird hier aber definitiv Bewegung reinkommen, denn zunächst spielen heute Abend noch mal die Royals gegen die Indians und dann kommen am Wochenende die White Sox für drei Spiele nach Kansas City. Chicago muss einen weiteren schweren Schlag an der Verletzungsfront verdauen: Centerfielder Luis Robert zog sich am Sonntag beim Baserunning einen Riss am Hüftmuskel zu und wird wohl drei bis vier Monate lang ausfallen. Nach Eloy Jimenez, den es kurz vor Saisonbeginn erwischte, müssen die White Sox somit auch auf den zweiten ihrer jungen Star-Outfielder für einen Großteil der Saison verzichten.

Die AL West wird nach wie vor von den Oakland Athletics (19-13) angeführt, dahinter haben die Seattle Mariners (17-15) den Rang des ersten Verfolgers von den Houston Astros (15-15) zurückgeholt. Das stärkste Team der letzten Tage waren allerdings die Texas Rangers (15-17), die von ihren jüngsten fünf Spielen vier gewonnen haben und am Wochenende die Mariners zu einer interessanten Serie erwarten. Die Los Angeles Angels (13-16) drohen nach vier Niederlagen am Stück, den Anschluss zu verlieren. Um das zu vermeiden, muss am Wochenende der eine oder andere Erfolg im Derby gegen die ebenfalls angeschlagenen Dodgers her.

Szene der Woche
Wie eingangs erwähnt, hat Brewers-Pitcher Alec Bettinger etwas „geschafft“, was es noch nie zuvor gegeben hat. Der Rekord, auf den der 25-Jährige sicher liebend gerne verzichten würde, besteht darin, in seinem ersten MLB-Spiel mehrere Grand Slams zuzulassen. Dabei war er fast schon aus dem ersten Inning entkommen, als er mit zwei Outs bei einem schwachen Groundball von Matt Beaty die erste Base abdeckte, aber beim Fangen den Kontakt zur Base verfehlte. Kurz darauf flog ihm von A. J. Pollock der erste Homerun bei geladenen Bases um die Ohren. Im zweiten Inning, wieder mit zwei Outs, wieder mit geladenen Bases, war erneut Beaty am Schlag. Dieses Mal war es ein Flyball, der gerade so den Rightfield-Zaun überwand. Das war zweimal Pech für Beaty, der insgesamt 11 Runs zuließ und damit auch den Rekord für die meisten Earned Runs in einem MLB-Debüt einstellte.

Statistik der Woche 
0. So viele Hits hat John Means beim gestrigen 6:0 der Orioles gegen die Mariners zugelassen – und übrigens genausoviele Walks, Hit-by-Pitches und Errors. Trotzdem war es am Ende „nur“ ein No-Hitter und kein Perfect Game, denn im dritten Inning kam Sam Haggerty bei einem nicht gefangenen dritten Strike auf die erste Base. Es war das erste Mal in der MLB-Geschichte, dass ein dropped 3rd Strike den einzigen Baserunner in einem nicht-perfekten No-Hitter verursachte. Interessanterweise gab es in keinem der drei No-Hitter der bisherigen Saison einen Walk: Bei Joe Musgrove am 9. April und Carlos Rodon am 14. April war es jeweils ein Hit-by-Pitch, der zwischen No-No und Perfektion stand.

Spiel der Woche
Die Chicago Cubs und die Cincinnati Reds entschieden am Sonntag kurzerhand, das Home-Run-Derby vorzuziehen. Insgesamt wurden in dem so spannenden wie unterhaltsamen Spiel zehn Bälle in ebenso vielen Innings über den Zaun geschlagen, fünf von jedem Team. Den knappen Unterschied zugunsten der Reds machte am Ende der überragende Spieler der Partie aus: Rightfielder Nick Castellanos erzielte fünf Hits in sechs At-Bats, darunter zwei Homeruns sowie den Walk-Off-Single für sein Team im zehnten Inning.

Mein Einschalttipp
Derby in Los Angeles, überkreuztes Fernduell in NL East und NL Central, Gipfeltreffen in der NL West – heute und am Wochenende warten eine Menge aufregender Spielpaarungen. Wenn ich mich für eine einzelne Partie entscheiden müsste, dann wäre es die zwischen den San Francisco Giants und den San Diego Padres am Samstag ab 22:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit – nicht zuletzt wegen des interessanten Pitching-Matchups zwischen Joe Musgrove (2.38 ERA, 2.75FIP) und Kevin Gausman (2.04 ERA, 3.23 FIP).

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April 29th, 2021 by Silversurger

Eine Schrecksekunde überschattete letzte Nacht das sportliche Geschehen in der MLB: Phillies-Outfielder Bryce Harper wurde von einem 97-mph-Fastball von Cardinals-Reliever Genesis Cabrera im Gesicht getroffen. Der Vorfall weckte unschöne Erinnerungen an 2014, als Giancarlo Stanton in einer ähnlichen Szene mehrere Frakturen erlitt. Doch Harper hatte offenbar Glück im Unglück. Er konnte das Feld trotz der blutenden Verletzung selbstständig verlassen und meldete sich später aus dem Krankenhaus, dass mit ihm alles in Ordnung sei. 
Gar nicht in Ordnung war offenbar zuletzt das Verhältnis zwischen den Colorado Rockies und Jeff Bridich. Der erwartbar schwache Start der Rockies in die Saison sowie die offensichtliche Planlosigkeit des General Managers führten dazu, dass man sich Anfang der Woche gemeinsam entschied, die Zusammenarbeit zu beenden. Der neue Team-Präsident Greg Feasel hat angekündigt, zunächst einen Interims-GM zu benennen und sich mit der Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für Bridich bis nach der Saison Zeit zu lassen. 

American League
Die AL East wird nach wie vor von den überraschend starken Boston Red Sox (16-9) angeführt, die sogar die meisten Siege der gesamten AL aufweisen. Nachdem die Red Sox bislang vor allem durch Offensive überzeugten, zeigten sie zuletzt beim 2-Spiele-Sweep über die Mets mit 2:1 und 1:0, dass sie auch in Pitcherduellen bestehen können. Die Tampa Bay Rays (13-12) haben sich mit zwei Siegen gegen die Athletics zurück in eine positive Bilanz gespielt und damit die Toronto Blue Jays (11-12) überholt. Auch mit den New York Yankees (11-13) ist wieder zu rechnen. Mit fünf Siegen aus den letzten sieben Spielen gegen die Indians und die Baltimore Orioles (10-14) scheinen sie auf einem guten Weg, den Fehlstart in die Saison hinter sich zu lassen.

Auch die zweite große Überraschung der AL, die Kansas City Royals (15-8) an der Spitze der AL Central, zeigt keine Anzeichen eines Einbruchs. Im Gegenteil, die Detroit Tigers (8-16) wurden in vier Spielen glatt gesweept und eine 1:2-Niederlage gegen die Pirates wurde gleich wieder durch einen 9:6-Sieg ausgemerzt. Über das Wochenende steht eine interessante Serie an zwischen den überraschend starken Royals und den überraschend schwachen Minnesota Twins (8-15). Im Anschluss kommen die Cleveland Indians (11-12) und dann die Chicago White Sox (12-10) nach Kansas City, sodass die Royals in eineinhalb Wochen ein ziemlich gutes Bild davon haben dürften, ob sie die Division weiterhin dominieren können.

In der AL West haben sich die Verhältnisse ein bisschen gerade gerückt: Zum einen endete die Siegesserie der Oakland Athletics (15-10) nach 13 Erfolgen am Stück, seitdem verloren die A’s drei von vier Spielen gegen die Rays und die Orioles. Zum anderen haben sich die Houston Astros (13-11) zurück ins Rennen gearbeitet mit sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen – übrigens allesamt gegen die direkten Konkurrenten Los Angeles Angels (12-11) und Seattle Mariners (13-12). Ob eines der beiden letztgenannten Teams auf Dauer oben mithalten kann, wird sich vielleicht schon in den kommenden Tagen andeuten, denn die Angels und die Mariners treffen in einer 3-Spiele-Serie aufeinander.

National League
Die NL East ist zurzeit die einzige Division, in der kein einziges Team mit einer positiven Bilanz aufwarten kann. Das ist für die Beteiligten sicher enttäuschend, macht aber das Rennen nicht weniger spannend. Eine kleine Siegesserie reicht zurzeit aus, um von ganz unten nach ganz oben zu stürmen, so wie es gerade den Atlanta Braves (12-12) durch drei Erfolge gegen die Cubs gelungen ist. Am Wochenende treffen die beiden Mitfavoriten der Braves, die Philadelphia Phillies (12-12) und die New York Mets (9-10) direkt aufeinander. Auch in der unteren Tabellenhälfte gibt es während der nächsten Tage drei direkte Duelle: Die von einer Verletzungsserie geplagten Miami Marlins (11-13) treffen auf die Washington Nationals (9-12).

In der NL Central halten sich die Milwaukee Brewers (14-10) recht überzeugend an der Spitze, allerdings müssen sie als nächstes gegen den Champion, die Dodgers, antreten. Das könnte eine Chance für die St. Louis Cardinals (12-12) und die Pittsburgh Pirates (12-12) sein, die im Verfolgerduell aufeinandertreffen. Die Pirates haben übrigens seit ihrem 1-6-Start keine Serie mehr verloren, das hätte wohl kaum jemand gedacht. Massiv abgestürzt sind zuletzt die Chicago Cubs (10-14) mit fünf Niederlagen in Folge sowie die Cincinnati Reds (11-13), die acht der letzten zehn Spiele verloren haben – die beiden Siege aber ausgerechnet gegen die Dodgers holten. 

Apropos Dodgers: Der Titelverteidiger schwächelt! Ich will es nicht überdramatisieren, denn die Dodgers (16-9) haben nach wie vor die meisten Siege aller NL-Teams und führen die NL West an. Doch nach verlorenen Serien gegen die Reds und gegen die San Diego Padres (14-12) müssen sie sich die Spitze plötzlich teilen und zwar verblüffenderweise nicht mit den Padres, sondern mit den San Francisco Giants (16-9). Man muss dazu sagen, dass die Giants bislang einen recht gnädigen Spielplan hatten, aber das ist nun erstmal vorbei: Sowohl an diesem als auch am folgenden Wochenende treffen die Giants je dreimal auf die Padres (siehe „Einschalttipp“). Übrigens haben die Giants noch eine Verstärkung an Land gezogen. Outfielder Mike Tauchman kam in einem Trade von den New York Yankees und debütierte letzte Nacht gleich mal mit einem 3-Hit-Game beim 7:3 über die Colorado Rockies (9-15).

Szene der Woche
Manche Dinge sind so verrückt, dass man sie sich kaum ausdenken kann: Am 23. April 1999 schlug Third Baseman Fernando Tatis für die St. Louis Cardinals bei einem Gastspiel in Dodger Stadium zwei Grand Slams im selben Inning. Er ist der einzige MLB-Spieler, dem dies je gelungen ist. Auf den Tag genau 22 Jahre später, also am vergangenen Freitag, spielte sein Sohn Fernando Tatis Jr. als Shortstop der San Diego Padres ebenfalls in Dodger Stadium. Das ist an sich schon ein unfassbarer Zufall. Die Krönung des Ganzen ist, dass Tatis Jr. dem Vorbild seines Papas folgte, indem er an diesem Tag in diesem Stadion ebenfalls zwei Homeruns schlug – nicht im selben Inning und keine Grand Slams, aber trotzdem: unglaublich.

Statistik der Woche 
2. Diese Zahl begegnet einem öfter, wenn man sich die Statistiken anschaut, die Jacob deGrom dieses Jahr bislang produziert hat: Nur 2 Earned Runs hat der Pitcher der Mets in 35 Innings zugelassen, das entspricht einem ERA von sagenhaften 0.51. Gleichzeitig hat er selbst 2 RBI erzielt bei einer Batting-Line von .462/.462/.538. Trotz dieser überragenden Zahlen hat deGrom aus seinen bislang 5 Spielen nur 2 Wins und 2 Losses davongetragen. Das zeigt uns zum einen mal wieder, dass die Win-Loss-Statistik für Pitcher so gut wie gar nichts aussagt, und es zeigt zum anderen (ebenfalls: mal wieder), wie wenig Unterstützung der wohl beste Pitcher der Welt von seiner Offense bekommt. CNN-Reporter Jason Hoffman bringt es voll auf den Punkt: „deGrom is going to have the quickest Hall of Fame speech of all time. He has nobody to thank.“ 

Spiel der Woche
Die MLB-Saison 2021 hat ihren dritten No-Hitter – mehr oder weniger. Jedenfalls hat Madison Bumgarner am Sonntag beim 7:0-Sieg seiner Diamondbacks gegen die Braves das komplette Spiel gepitcht und keinen Hit zugelassen. Der einzige Baserunner der Braves kam durch einen Wurffehler von Shortstop Nick Ahmed zustande. Allerdings wird die Partie nicht als offizieller No-Hitter gezählt, weil sie Teil eines Doubleheaders war und daher nur über 7 Innings ging. Ob Bumgarner, der für die 21 Outs 98 Pitches benötigte, auch ein achtes und neuntes Inning geworfen hätte und ob den Braves gegen ihn oder einen Reliever weiterhin keinen Hit geschafft hätten, bleibt leider pure Spekulation. Eine großartige Leistung war es so oder so von MadBum.

Mein Einschalttipp
Die Aufeinandertreffen der Dodgers und der Padres waren der größte Hit der bisherigen Saison. Überraschenderweise haben sich neben diesen beiden auch die Giants in den Kampf um die NL West eingeschaltet. Ab morgen sind die Giants für drei Spiele in San Diego zu Gast und ich bin äußerst gespannt, ob auch diese Paarung das Zeug zu einem epischen Duell hat. Die erste Partie ist etwas für Frühaufsteher, sie läuft am Samstagmorgen ab 3:45 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Wer am Wochenende lieber etwas länger aufbleibt, wird mehr Freude an den Zeiten für die Spiele am Samstag- und Sonntagabend haben, jeweils ab 22:05 Uhr unserer Zeit. Alle Spiele gibt es wie üblich über mlb.tv zu sehen, DAZN überträgt leider keines davon.

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April 22nd, 2021 by Silversurger

Während die National League immer noch gebannt auf das epische Duell zwischen den Dodgers und den Padres zurückblickt und sich auf die Fortsetzung ab heute Nacht freut, stechen in sämtlichen Divisionen der American League überraschende Ergebnisse und Entwicklungen hervor. Überraschend kam auch das Karriereende von zwei langjährigen MLB-Veteranen: Sowohl Jay Bruce, zuletzt als First Baseman für die Yankees im Einsatz, als auch der seit September vereinslose Second Baseman Neil Walker erklärten in den letzten Tagen ihren Rücktritt vom professionellen Baseball.  Nicht die Karriere, aber mindestens die aktuelle Saison ist für Adrian Morejon beendet. Seit gestern steht fest, dass der 22-Jährige Starter der Padres sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss. Die Padres-Rotation ist gleich doppelt vom Verletzungspech verfolgt: Dinelson Lamet musste gestern seinen ersten Start nach einem halben Jahr Pause im zweiten Inning abbrechen und unterzieht sich nun weiteren Untersuchungen.

National League
Die NL East hatte ich vor der Saison als stärkste Division der Liga eingeschätzt, doch diese Erwartung hat sich bislang nicht erfüllt. Das derzeit einzige Team mit knapp positivem Record sind die New York Mets (7-6), die aber nach zwei desolaten Niederlagen bei den Cubs ein Run Differential von -14 aufweisen. Tatsächlich bringen es bislang allein die Miami Marlins (8-9) auf ein positives Run Differential (+4). Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen haben die Marlins zudem von allen Teams der Division aktuell den besten Lauf und schicken sich an, im zweiten Jahr hintereinander den Spielverderber für die hoch eingestuften Teams der Mets, der Phillies (9-9), der Braves (8-10) und der Nationals (7-9) zu geben.

Ebenfalls sieben aus den letzten zehn haben die Milwaukee Brewers (11-7) gewonnen, die sich damit an die Spitze der NL Central gesetzt haben. Der starke Start der Cincinnati Reds (9-8) scheint sich hingegen immer mehr als Strohfeuer zu erweisen. Drei Niederlagen am Stück haben sie gegen die Indians und die Diamondbacks kassiert und nun stehen schwierige Auswärtsserien gegen die St. Louis Cardinals (8-10) und die Dodgers an. Erfreulich verläuft die Saison bislang für die Pittsburgh Pirates (8-10). Sie stehen zwar erwartungsgemäß auf dem letzten Platz, verkaufen sich aber keineswegs so schwach und chancenlos, wie man es vor der Saison und noch während der ersten Woche befürchten musste. 

So, wie es aussieht, bleibt die seit Jahren bestehende Dominanz der Los Angeles Dodgers (14-4) in der NL West weiterhin ungebrochen. Die San Diego Padres (10-10) wurden von den Dodgers in einer epischen Serie (siehe „Spiel der Woche“) in ihre Schranken verwiesen, ganz abgesehen von den eingangs erwähnten Verletzungssorgen. Eine positive Überraschung sind bislang die San Francisco Giants (11-7), die wacker oben mitmischen. Man muss allerdings dazu sagen, dass es der Spielplan bisher recht gut mit den Giants meint und ihnen die ersten Duelle gegen die Dodgers noch bis 22. Mai erspart bleiben. Am Ende der Tabelle finden sich die Colorado Rockies (6-12) als derzeit schwächstes Team der Liga, aber nicht ohne Hoffnung nach zuletzt zwei Siegen in Folge gegen die Astros.

American League
Nicht ohne Hoffnung ist auch das aktuell schwächste der Team der American League, aber der Fehlstart in die Saison sorgt bei den New York Yankees (6-11) und ihren Fans für gewaltigen Frust. Strikeouts und andere misslungene Aktionen der eigenen Spieler werden gnadenlos mit Buhrufen quittiert, das Spiel gegen die Tampa Bay Rays (10-9) am Freitag musste sogar kurz unterbrochen werden, weil Bälle und andere Gegenstände aufs Feld geworfen wurden.  An der Spitze der AL East stehen anstelle der abgestürzten Favoriten aus New York und der (auch von mir) gehypten Toronto Blue Jays (8-10) immer noch die Boston Red Sox (12-7). Die Red Sox leben dabei immer noch von einem Zwischenspurt mit neun Siegen hintereinander vom 6. bis zum 14. April. Seitdem wechselten Licht und Schatten sich ab; nun steht eine interessante Serie gegen die Mariners bevor (siehe „Einschalttipp“).

Wenn mich ein Team noch mehr überrascht als die Red Sox an der Spitze der AL East, dann sind das die Kansas City Royals (10-7) in der AL Central. Die Royals haben gerade gegen die Rays zum ersten Mal in diesem Jahr eine Serie verloren, aber auch diese beendeten sie mit einem positiven Ausklang durch einen aufregenden Walkoff-Sieg in Spiel drei. Die Chicago White Sox (9-9) und die Cleveland Indians (8-8) halten mit ausgeglichenen Bilanzen den Anschluss, während die Minnesota Twins (6-11) durch richtig schwierige Zeiten gehen: Wegen mehrerer Covid-Fälle im Team – darunter Max Kepler – mussten drei Spiele der Twins verschoben werden; von den letzten zehn Spielen, die vor und nach der Zwangspause ausgetragen werden konnten, wurden neun verloren; gestern Nacht setzte es eine besonders empfindliche Niederlage bei den Athletics, als drei Führungen aus der Hand gegeben wurden, bevor zwei Fielding Errors im zehnten Inning das Spiel entschieden. 

Des einen Leid ist des anderen Freud‘: Für die Oakland Athletics (12-7) war der Walkoff gegen die Twins bereits der elfte Sieg in Folge – eine verblüffende Wende, nachdem die A’s mit 1-7 in die Saison gestartet waren. Nun stehen sie in der AL West ganz vorne, während die Houston Astros (7-10) den entgegengesetzten Weg zurückgelegt haben. Nach neun Niederlagen in den letzten zehn Spielen sind sie auf dem letzten Platz angekommen, noch hinter den Texas Rangers (9-10). Neben den Athletics stehen mit den Seattle Mariners (11-7) und den Los Angeles Angels (9-7) zwei weitere Teams bei einer positiven Bilanz. Vor allem von den Mariners hätte ich das nicht erwartet; sie haben bereits Serien gegen die Astros, die Twins und die Giants gewonnen und zuletzt sogar den Dodgers einen Split abgetrotzt.

Szene der Woche
Ein Triple Play ist immer etwas Besonderes, deshalb bekommt die Aktion der Cincinnati Reds vom Samstag hier auch den Ehrenplatz. Noch sehr viel seltener ist aber ein sogenanntes Unassisted Triple Play, also ein solches, bei dem alle drei Outs ganz alleine von einem einzelnen Feldspieler erledigt werden. Ein solcher Spielzug gelang in der gesamten MLB-Geschichte bisher nur 15-mal. Joey Votto hätte die Nummer 16 auf der Liste sein können: Erst fing er Josh Naylors Linedrive zum ersten Out, dann tagte er Franmil Reyes kurz vor der ersten Base zum zweiten Out. Zum Abschluss hätte er selbst auf die dritte Base treten und damit das Out gegen Eddie Rosario besorgen können, der schon die Homeplate passiert und gar nicht mitbekommen hatte, was Sache war. Doch Votto entschied sich im Eifer des Gefechts, den Ball zu Third Baseman Max Schrock zu werfen und diesen am Spielzug teilhaben zu lassen. Daher ist es kein Unassisted, sondern ein 3-3-5-Triple-Play. Gefreut hat sich Votto trotzdem mit vollem Recht, denn es war ein toller Spielzug und ein wichtiger Baustein beim 3:2-Sieg über die Indians.

Statistik der Woche 
40. So viele Strikeouts hat Corbin Burnes von den Milwaukee Brewers in seinen vier Starts in dieser Saison erzielt. Das ist für sich allein schon eine starke Leistung, aber wirklich einzigartig wird sie durch die Tatsache, dass Burnes in diesem Jahr noch keinen einzigen Walk zugelassen hat. Das sind gleich zwei MLB-Rekorde: 40 Strikeouts mit null Walks hat vor ihm weder ab Saisonstart noch innerhalb von vier aufeinanderfolgenden Spielen je ein MLB-Pitcher geschafft.

 

Spiel der Woche
So früh in der Saison bin ich sehr zurückhaltend damit, vom Spiel des Jahres zu reden, aber was die Los Angeles Dodgers und die San Diego Padres am Freitag – nach unserer Zeit am Samstagmorgen – geboten haben, war ganz großes Kino. Monster-Homeruns, verblüffende Errors, fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, haufenweise Führungswechsel, eine Beinahe-Schlägerei, ein Fan auf dem Feld, 17 verschiedene Pitcher einschließlich eines Feldspielers, drei volle Extra-Innings – was immer man sich unter einem aufregenden Baseballspiel vorstellt, dieses Match hatte es zu bieten. 

Mein Einschalttipp
Der naheliegende Tipp an dieser Stelle ist natürlich wieder das Matchup zwischen den Dodgers und den Padres, denn die wohl heißeste Intra-Division-Serie der Saison geht ab heute Nacht in ihre zweite Runde. Aber weil das wahrscheinlich jeder Baseballfan sowieso schon auf dem Schirm hat, gibt es von mir eine zusätzliche Empfehlung: Mit den Seattle Mariners und den Boston Red Sox treffen zwei der größten Überraschungen der bisherigen Saison von heute bis Sonntag viermal aufeinander. Die Spiele am Samstag und am Sonntag laufen jeweils zur europafreundlichen Zeit um 19:10 Uhr. Die voraussichtlichen Starter sind Chris Flexen vs. Nate Eovaldi am Samstag und Nick Margevicius vs. Eduardo Rodriguez am Sonntag.

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April 15th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison 2021 hat es in sich: Gleich zwei No-Hitter gab es in den letzten Tagen zu bestaunen. Zudem sorgte ein ausgefahrener Ellenbogen für Schlagzeilen und Diskussionen. Leider spielt allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz auch Corona immer noch eine Rolle in Form kleiner und großer Ausbrüche innerhalb mehrerer Teams. 

American League
Wer sich vor einer Woche verwundert die Augen rieb, weil die Baltimore Orioles (5-6) die AL East anführten, hat nun erneut Grund zum Staunen – nicht, weil die Orioles zurück auf Normalmaß geschrumpft sind, sondern weil sie an der Spitze der Division von einer weiteren Überraschungsmannschafg abgelöst wurden. Mit 0-3 (gegen die Orioles) waren die Boston Red Sox scheinbar desolat in die Saison gestartet, doch seitdem gewannen sie jedes einzelne Spiel und stehen nun mit 9-3 ganz vorne. Dahinter stehen die Toronto Blue Jays (6-6) zwar bisher nur bei einer ausgeglichenen Bilanz, haben aber bereits zwei gewonnene Serien gegen die New York Yankees (5-7) auf dem Konto, welche sich den letzten Platz mit den Tampa Bay Rays (5-7) teilen. 

Auch in der AL Central ist mit den Kansas City Royals (6-4) ein Team vorne, von dem man das nicht erwartet hätte. Zwei Siege gegen die Angels haben den Royals einen kleinen Vorsprung vor dem Rest des Feldes eingebracht, in dem die Cleveland Indians (6-5), Chicago White Sox (6-6) und Detroit Tigers (6-6) fast gleichauf stehen. Auch die Minnesota Twins (5-7) sind nicht weit weg, aber fünf Niederlagen am Stück gegen die Mariners und die Red Sox haben Max Kepler & Co. einen empfindlichen Dämpfer verpasst. 

In der AL West ging die Schere in der ersten Saisonwoche bereits recht weit auseinander, doch dann steckten die Houston Astros (6-6) nach ihrem 6-1-Start fünf Niederlagen in Folge ein, während die Oakland Athletics (5-7) viermal hintereinander gewannen, und schon ist die Division wieder eng beisammen. Ganz vorne stehen zurzeit die Los Angeles Angels (7-5), gefolgt von den Seattle Mariners (6-5). Beide Teams haben aber auch schlechte Nachrichten zu verdauen: Bei den Angels fällt Outfielder Dexter Fowler nach einer Knieoperation für die gesamte Saison aus; genauso geht es Mariners-Pitcher James Paxton, der eine Tommy-John-Surgery benötigt. Die Astros haben möglicherweise einen Corona-Ausbruch im Team. Jose Altuve, Martin Maldonado, Yordan Alvarez, Alex Bregman und Robel Garcia wurden gestern auf die Covid-19-Verletztenliste gesetzt, nähere Informationen hat der Klub bisher nicht herausgegeben. 

National League
In der NL East hatten zunächst die Philadelphia Phillies (6-6) den besten Start, doch durch drei Siege innerhalb von zwei Tagen haben die New York Mets (5-3) den Phillies inzwischen den Rang abgelaufen. Dasselbe kann man über die Miami Marlins (5-6) und die Atlanta Braves (4-8) sagen – auch hier haben drei Spiele das Bild gedreht. In beiden Serien ist es übrigens (noch) kein Sweep, denn sowohl zwischen den Mets und den Phillies als auch den Marlins und den Braves steht heute noch eine vierte Partie an. Die Washington Nationals (3-6) sind schwach in die Saison gestartet, konnten nun aber gegen die Cardinals immerhin zwei von drei Spielen gewinnen. Die noch bessere Nachricht ist, dass von den zahlreichen Covid-19-Betroffenen der Nationals aus der ersten Saisonwoche inzwischen wieder fast alle an Bord sind. Einzig Pitcher Jon Lester wurde noch ein Aufbautraining am alternativen Trainingsstandort verordnet. 

Auch in der NL Central verursacht Corona Sorgen: Bei den Chicago Cubs (5-7) wurden zwei Coaches positiv auf das Virus getestet. Infektionen bei Spielern wurden bisher nicht festgestellt, doch drei Reliever sind vorsorglich in Quarantäne. Sportlich läuft es auch nicht toll für die Cubs: Drei Serien hintereinander gingen verloren, zwei davon gegen die Milwaukee Brewers (7-5), welche sich dadurch an die Spitze der Division gesetzt haben. Die teilen sie sich bislang noch mit den Cincinnati Reds (7-5), obwohl diese nach ihrem starken Auftakt zuletzt Serien gegen die Diamondbacks und die Giants verloren. 

Die Los Angeles Dodgers (10-2) machen genau da weiter, wo sie letztes Jahr aufgehört haben. Mit fünf Siegen am Stück und neun aus den letzten zehn sind sie in der NL West schon wieder eine Klasse für sich. Auch das Run Differential der Dodgers von +32 ist einsame Spitze in der MLB. Noch bricht aber zum Glück keine Langeweile in der Division aus, denn mit den San Francisco Giants (8-4) und den San Diego Padres (8-5) spielen zwei Teams so weit oben mit, dass sie derzeit beide Wild Cards der NL abbekämen. Am Wochenende können die Padres erstmals zeigen, ob sie in der Lage sind, den Dodgers im Kampf um die Division gefährlich zu werden (siehe „Einschalttipp“). 

Szene der Woche
Ich muss zugeben, dass ich mich über den 3:2-Sieg im Home Opener der Mets gegen die Marlins am letzten Donnerstag gefreut habe. „A win is a win“, so fasste es Mets-Outfielder Michael Conforto später zusammen. Eben jener Conforto war allerdings verantwortlich dafür, dass die Freude über den Sieg nicht ganz ungetrübt war, denn so gewinnt man eigentlich nicht gern. Die Mets hatten im neunten Inning einen Rückstand ausgeglichen und anschließend die Bases geladen, unter anderem durch einen Intentional Walk für Francisco Lindor. Conforto kam mit einem Out an die Platte und gab schnell zwei Strikes an Marlins-Reliever Anthony Bass ab. Bei einem 1-2-Count schien der dritte Strike die Zone zu durchqueren, doch der Ball streifte Confortos Arm und der Umpire entschied auf Hit-by-Pitch. Wegen der geladenen Bases brachte das den siegbringenden Run für die Mets nach Hause. Was die Szene streitbar machte, war die Bewegung von Conforto während des Pitches. Er wich dem Ball nicht nur nicht aus, sondern lehnte sich ihm regelrecht entgegen. In dem Fall hätte der Umpire, wie er später selbst feststellte, eigentlich auf Strike entscheiden müssen. Doch die Tatsachenentscheidung blieb bestehen, obwohl es noch ein Video-Review gab. Bei diesem durfte den Regeln nach nur überprüft werden, ob der Pitch wirklich den Arm berührt hatte, aber nicht das Ermessen des Umpires, inwiefern der Batter den Hit-by-Pitch billigend in Kauf nahm oder gar absichtlich herbeiführte. 

Statistik der Woche 
8. So viele Spiele hintereinander hat Red-Sox-Slugger J. D. Martinez zum Saisonstart absolviert, in denen er jeweils mindestens einen Extra-Base-Hit erzielte. Er stellte damit einen MLB-Rekord ein, welchen er nun gemeinsam mit Sandy Alomar Jr. (1997) und Alex Rodriguez (2007) hält. Der alleinige Rekord blieb Martinez versagt: In der Partie gegen die Twins am Dienstag gelang ihm zum ersten Mal in diesem Jahr kein einziger Hit. 

Spiel(e) der Woche
Die San Diego Padres waren das letzte MLB-Team, das noch nie einen No-Hitter erzielt hatte. Das änderte sich letzten Freitag, als Joe Musgrove das Kunststück beim 3:0-Sieg gegen die Texas Rangers gelang. Dass ausgerechnet Musgrove diesen Meilenstein der Teamgeschichte erzielte, scheint einem fast schon zu kitschigen Drehbuch entnommen. Der 28-Jährige spielt zwar erst seit diesem Jahr für San Diego, aber er wuchs unweit des Ballparks als Fan der Padres auf. Um ein Haar hätte es gegen die Rangers sogar zum Perfect Game gereicht: Ein Hit-by-Pitch gegen Joey Gallo im vierten Inning erlaubte den einzigen Baserunner für Texas, ansonsten stand sowohl in der Spalte für Hits als auch in der für Walks eine fette Null. 

Auch der zweite No-Hitter in dieser noch jungen Saison ging nur knapp am Perfect Game vorbei. Acht Innings lang ließ White-Sox-Lefty Carlos Rodon letzte Nacht keinen Baserunner der Cleveland Indians zu. Zu Beginn des neunten wurde es gleich zweimal brenzlig: Zuerst gelang First Baseman Jose Abreu um Haaresbreite ein Groundout gegen Josh Naylor, um das perfekte Spiel seines Pitchers intakt zu halten. Im folgenden At-Bat traf dieser mit einem Slider den Fuß von Roberto Perez. Das Perfect Game war damit passé, aber Rodon behielt die Nerven und brachte mit den letzten beiden Outs den No-Hitter und den 8:0-Sieg nach Hause. 

Mein Einschalttipp
Zurück zu den Padres: Am Wochenende steht zum ersten Mal in diesem Jahr das mit Spannung erwartete Duell der beiden Favoriten in der NL West an. Dreimal hintereinander sind die Los Angeles Dodgers zu Gast in Petco Park. Frühaufsteher haben vielleicht Lust, am Samstagmorgen ab 4:10 Uhr beim ersten Spiel der Serie reinzuschauen. Meine Empfehlung ist die dritte Partie am Sonntagabend ab 22:10 Uhr – nicht nur wegen der günstigen Startzeit, sondern auch wegen des Pitcherduells zwischen Blake Snell und Trevor Bauer. 

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März 27th, 2021 by Silversurger

Die San Diego Padres interessieren mich in diesem Jahr ganz besonders. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs haben nämlich entschieden, dass sie die Franchise sind, die ich in Out Of The Park Baseball 22 ein Jahr lang betreuen soll. Aber das nur am Rande, denn hier soll es natürlich um die echten Padres gehen, und die sind aufregend genug. Letztes Jahr spielte sich „Slam Diego“ mit erfrischend offensivem Baseball und offensichtlichem Spaß an der Sache in die Herzen vieler Fans. An Zählbarem sind dabei immerhin die erste Winning Season der Padres seit 10 und die erste Playoff-Teilnahme seit 14 Jahren herausgesprungen. In der Wild-Card-Runde der Postseason überwand man die St. Louis Cardinals, bevor in der NLDS der Divisionsrivale und spätere Champion Los Angeles Dodgers die Endstation war. Das Ziel für 2021 ist klar: Die Padres wollen aus dem großen Schatten der Dodgers heraustreten und zeigen, dass sie zu mehr taugen als nur zur zweiten Geige in der NL West und in der NL insgesamt. Zu diesem Zweck war General Manager A. J. Preller in der Offseason sehr aktiv. Durch zwei spektakuläre Trades innerhalb von zwei Tagen zwischen Weihnachten und Silvester machte er aus der bisherigen Schwäche seines Teams – mangelnde Tiefe im Pitching – eine Stärke. Jeweils im Austausch gegen Talente aus der reich bestückten Farm der Padres holte er zuerst Blake Snell von den Tampa Bay Rays und im Anschluss noch Yu Darvish von den Chicago Cubs. Ebenfalls innerhalb dieser zwei Tage machte Preller zudem den Transfer von Infielder Ha-Seong Kim aus Südkorea klar. Als weitere Verstärkung der Rotation kam im Januar per Trade mit den Pittsburgh Pirates noch Joe Musgrove hinzu. Größere Verluste gegenüber dem letzten Jahr hat der Bullpen erlitten, indem Trevor Rosenthal (Oakland) und Kirby Yates (Toronto) das Team als Free Agents verließen. Aber auch hier wurde mit Mark Melancon und Keone Kela für soliden Ersatz gesorgt. Es sind somit alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass die Padres sich gegenüber der Breakout-Saison 2020 noch ein Stück steigern. Damit etablieren sie sich als eines der stärksten Teams der MLB, wenngleich ich mich nicht vorherzusagen traue, dass sie an den Dodgers vorbei kommen.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Nola
1B Eric Hosmer
2B Jake Cronenworth
SS Fernando Tatis Jr.
3B Manny Machado
LF Tommy Pham
CF Trent Grisham
RF Wil Myers

Voraussichtliche Rotation
RHP Yu Darvish
LHP Blake Snell
RHP Dinelson Lamet
RHP Chris Paddack
RHP Joe Musgrove
Key Reliever: Drew Pomeranz

Wichtigster Zugang
SP Blake Snell (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
RP Trevor Rosenthal (Oakland Athletics)

Bestes Prospect
LHP MacKenzie Gore

Größte Stärke
Die Rotation: Ich weiß nicht, ob es jemals vorgekommen ist, dass ein Team zwei Cy-Young-Kandidaten innerhalb von zwei Tagen verpflichtet hat. Gegenüber dem Doppelschlag mit Darvish und Snell gerät Musgrove fast in den Hintergrund, aber auch er ist eine richtig gute Neuverpflichtung. Dann sind da noch die starken Eigengewächse Dinelson Lamet und Chris Paddack. Und MacKenzie Gore, eines der größten Talente im Baseball, haben wir noch nicht mal gesehen. An dieser Gruppe werden die Padres auf Jahre hinaus viel Freude haben.

Größte Schwäche
Eric Hosmer: Es mag weit hergeholt erscheinen, einen Spieler, der letztes Jahr eine Offensivleistung von 127 wRC+ abgeliefert und es in nur 38 Spielen auf solide 0.9 fWAR gebracht hat, als Schwachstelle auszumachen. Doch wenn es in Hosmers bisheriger Karriere eine Konstante gibt, dann ist es die Inkonstanz. In zehn Jahren MLB-Zugehörigkeit folgte auf jede gute Saison des First Baseman – er hatte drei davon – mindestens eine schlechte. Keine guten Aussichten, wenn man bedenkt, dass der 31-Jährige noch fünf Jahre lang unter Vertrag steht und die Padres ihm in dieser Zeit 79 Millionen Dollar schulden.

Spannendste Frage
Wie fügt Ha-Seong Kim sich in die MLB ein? Der 25-Jährige produzierte in der südkoreanischen KBO beeindruckende Statistiken: 2020 brachte er es auf eine Slashline von .306/.397/.523 mit 30 Homeruns und 23 Stolen Bases. Spannend wird zum einen, ob ihm solche oder ähnliche Leistungen auch gegen MLB-Pitching gelingen. Zum anderen stellt sich die Frage, ob und wo die Padres in ihrem Lineup einen Platz für ihn finden, denn seine Stammpositionen als Shortstop oder Third Baseman sind unumstößlich vergeben. Vorerst könnte es auf ein Platoon des rechtshändigen Kim mit dem linkshändigen Jake Cronenworth an der zweiten Base hinauslaufen.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL West, Wild Card

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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März 11th, 2021 by Silversurger

Die MLB-Saison ist nur noch drei Wochen entfernt, das Spring-Training läuft auf Hochtouren und endlich haben auch die beiden letzten „großen“ Free Agents Jackie Bradley Jr. und Jake Odorizzi ihr neues Team gefunden. Leider gab es diese Woche auch wieder ein paar Verletzungen, durch die die Saison für die betreffenden Spieler ganz oder teilweise gelaufen ist, bevor sie richtig begonnen hat. Dank des deutschen Corona-Flickenteppichs gibt es etwas verwirrende Neuigkeiten in Bezug auf die Baseball-Bundesliga – mehr dazu am Ende dieses Artikels.

Bradley Jr. zu den Brewers
Die Milwaukee Brewers haben sich die Dienste von Jackie Bradley Jr. gesichert. Das kam etwas überraschend, denn im Centerfield der Brewers ist bereits Lorenzo Cain als Stammspieler gesetzt. Dasselbe gilt für das Leftfield mit Christian Yelich, sodass für Bradley Jr. voraussichtlich die etwas größeren Anteile eines Platoons mit Avisail Garcia im Rightfield bleiben. Der in Kürze 31-Jährige erhält einen Zweijahresvertrag, der ihm 13 Millionen Dollar im ersten und 11 Millionen im zweiten Jahr garantiert. Eine Option ermöglicht dem Spieler, nach dem ersten Jahr einseitig aus dem Vertrag auszusteigen. 

Astros verpflichten Odorizzi
Auch Jake Odorizzi hat einen neuen Job. Der Starting Pitcher unterschreibt für zwei Jahre bei den Houston Astros. Dafür erhält er ein garantiertes Gehalt von 23,5 Millionen Dollar und die Verlängerungsoption für ein weiteres Jahr. Odorizzi hatte 2019 ein starkes Jahr für die Minnesota Twins mit 3.51 ERA und 3.36 FIP in 30 Starts. 2020 konnte er wegen mehrerer Verletzungen nur 13.2 Innings pitchen. Die Astros sahen sich offenbar gezwungen, noch eine Verstärkung an Land zu ziehen, nachdem Framber Valdez sich an seinem letzte Woche gebrochenen Finger operieren lassen muss und möglicherweise für die gesamte Saison ausfällt. Zudem steht seit gestern fest, dass Pitching-Prospect Forrest Whitley sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss, womit für ihn die Saison gelaufen ist. 

Castillo, Martinez, Britton, Votto fallen aus
Auch für Jose Castillo, Relief Pitcher der San Diego Padres, ist die Saison bereits beendet. Der 25-jährige Linkshänder benötigt ebenfalls eine Tommy-John-Surgery und wird erst irgendwann im nächsten Jahr wieder spielen können.
Nur unwesentlich besser ergeht es Yankees-Reliever Zack Britton, dem in einer arthroskopischen Operation Knochensporne entfernt werden müssen. Sein Arm muss danach sechs Wochen komplett ruhen, danach schließen sich drei bis vier Monate Reha bis zur Einsatzfähigkeit an.
Rund vier Monate wird auch Jose Martinez ausfallen. Der Corner-Infielder/Outfielder schien auf gutem Weg, einen Platz auf der Bank der New York Mets zu ergattern, bevor er in einem Spring-Training-Spiel mit einem Umpire zusammenprallte und einen Meniskusriss erlitt.
Leider gibt es auch schon den ersten prominenten Covid-19-Fall der Saison: Joey Votto wurde positiv getestet. Der First Baseman der Cincinnati Reds muss sich für mindestens zehn Tage isolieren. Ob und in welcher Stärke er unter Symptomen leidet, ist bislang nicht bekannt. 

Lou Gehrig Day am 2. Juni
Ab diesem Jahr wird in der MLB regelmäßig am 2. Juni ein Lou Gehrig Day begangen. An diesem Tag wird dem legendären First Baseman der Yankees gedacht werden, vor allem aber soll er an die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) erinnern, die auch als Lou-Gehrig-Syndrom bekannt ist. Gehrig starb am 2. Juni 1941 im Alter von 37 Jahren an ALS – am selben Datum, an dem er 16 Jahre früher eine Rekordstrecke von 2.130 Einsätzen hintereinander gestartet hatte. Lou Gehrig ist der dritte Spieler nach Jackie Robinson (15. April) und Roberto Clemente (9. September), dem die MLB jährlich einen eigenen Tag widmet.

Bundesliga startet versetzt
Am 1. April ist Opening Day – das gilt nicht nur für die MLB, sondern auch für die Baseball-Bundesliga. Allerdings nur für den Süden, denn die Nordgruppe der höchsten deutschen Spielklasse startet erst über einen Monat später und absolviert mit 7 Spieltagen nur halb so viele Partien wie die Bundesliga Süd. Der Hintergrund ist, dass die an der Südgruppe beteiligten Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Liga als Teil des Spitzensports anerkennen, die nördlichen Bundesländer hingegen nicht. Das hört sich an wie ein verfrühter Aprilscherz, ist aber kuriose und bittere Realität. Aber vielleicht sollte man es nicht zu negativ sehen und lieber froh sein, dass es in Baseball-Deutschland zur Coronazeit nur zwei unterschiedliche Regelungen gibt und nicht 16…

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