September 20th, 2018 by Dominik

Neun bis elf Spiele noch, dann ist für alle Teams die reguläre Saison der MLB beendet. Mit Spannung bis zum Schluss ist durchaus zu rechnen, allerdings bezieht sich diese auf nur noch eine Handvoll offener Fragen im Hinblick auf das Playoff-Bild. In der American League stehen die Teilnehmer an der Postseason schon lange fest, inzwischen lassen sich auch die konkreten Paarungen der ersten Runde so gut wie sicher absehen. In der National League stehen noch ein paar mehr Entscheidungen aus, aber zumindest was die reine Teilnahme an den Playoffs angeht, sind es realistisch betrachtet nur noch zwei Teams, die sich um den letzten freien Platz in der Meisterschaftsrunde streiten. Der Grand Slam am Donnerstag konzentriert sich daher heute ganz auf das Playoff-Bild und die noch offenen Fragen.

National League
Als Sieger der National League East werden die Atlanta Braves (84-68) in die Playoffs einziehen. Dabei haben sie Glück, dass die Konkurrenz innerhalb der Division recht schwach ist, denn in jeder anderen Division wären sie mit ihrer Bilanz bestenfalls Zweiter. In der ersten Playoff-Runde, der National League Divisional Series (NLDS), werden die Braves aller Voraussicht nach auf den Sieger der NL West treffen. Das wären nach derzeitigem Stand die Los Angeles Dodgers (85-68). Die Dodgers haben über die letzten drei Tage die Colorado Rockies (82-70) gesweept und damit wohl den entscheidenden Big Point gelandet, um nach einer turbulenten Saison wahrscheinlich doch noch den Divisionssieg einzufahren (siehe „Spiel der Woche“).

Die Rockies laufen derweil Gefahr, am Ende mit leeren Händen dazustehen, denn sowohl in der Division als auch im Wild-Card-Ranking hätten sie momentan das Nachsehen. Ihre größte Hoffnung dürfte darin bestehen, die St. Louis Cardinals (84-69) noch abzufangen. Diese haben zurzeit noch eineinhalb Spiele Vorsprung. Das halbe der eineinhalb Spiele entzieht sich allerdings ihres Einflusses, denn es rührt daher, dass die Rockies noch eine Partie mehr zu absolvieren haben als die Cardinals. Beide Teams haben ein schwieriges Restprogramm: Die Rockies treffen noch auf die Arizona Diamondbacks (79-74), die Philadelphia Phillies (78-73) und die Washington Nationals (77-75) – drei Clubs, die alle so gut wie sicher aus dem Rennen sind, aber wohl mit dem Mute der Verzweiflung um ihre letzte theoretische Chance kämpfen werden. Die Cardinals haben zwar erstmal „nur“ die San Francisco Giants (72-81) vor sich, müssen aber zum Abschluss Serien gegen die Chicago Cubs (89-63) und die Milwaukee Brewers (87-66) spielen (siehe „Einschalttipp“).

Die Cubs und die Brewers wetteifern noch um die NL Central, der Unterlegene wird ziemlich sicher im Wild-Card-Spiel stehen. Nach derzeitigem Stand würde die NL Central quasi ihre eigenen Playoffs spielen: Zuerst träfen die Brewers und die Cardinals in der Wild-Card-Runde aufeinander. Anschließend würde der Sieger auf das beste NL-Team der regulären Saison treffen, was derzeit die Cubs sind.

American League
Die Boston Red Sox (103-49) haben zuletzt zwei Niederlagen gegen die New York Yankees (93-58) einstecken müssen, aber ihre Magic Number für den Divisionssieg liegt nur noch bei 2. Mit einem Sieg im heutigen dritten Spiel gegen die Yankees können sie die letzten Zweifel beseitigen und selbst wenn dieser nicht gelingt, wird ihnen niemand mehr die American League East ernsthaft streitig machen. Auch dass die Red Sox am Ende die beste Bilanz der gesamten AL haben werden, darf als sicher gelten und somit, dass sie in der ALDS auf den Gewinner des Wild-Card-Spiels treffen.

Das Wild-Card-Spiel tragen die Yankees und die Oakland Athletics (91-61) untereinander aus, auch das steht quasi fest. Die einzige offene Frage vor den Playoffs der AL ist, wer in diesem Spiel Heimrecht haben wird. Das ist keine unerhebliche Frage, denn die beiden Teams stammen von entgegengesetzten Enden der USA und das Gastteam muss eine Anreise von Küste zu Küste auf sich nehmen. Die Trümpfe liegen derzeit klar bei den Yankees: Sie haben zweieinhalb Spiele Vorsprung auf die Athletics und noch ein Spiel mehr zu absolvieren. Daher müssen die A’s sich wohl darauf einrichten, dass die Partie um die Wild Card im Yankee Stadium stattfinden wird. Wenigstens können sie sich mit dem Gedanken trösten, dass die Reise an die Ostküste bei einem erfolgreichen Playoff-Run früher oder später ohnehin nötig geworden wäre; denn wenn die Athletics die Yankees überwinden, geht es anschließend nach Boston.

In der AL Central stehen die Cleveland Indians (85-66) schon lange als Divisionssieger fest – übrigens mit exakt der gleichen aktuellen Bilanz wie sie die Tampa Bay Rays (85-66) haben, die in der AL East keine Chance auf die Postseason haben. In der ALDS-Runde treffen die Indians aller Voraussicht nach auf den Titelverteidiger, die Houston Astros (95-57). Die Astros haben in Bezug auf die AL West noch eine Magic Number von 7, aber ich sehe kein ernsthaftes Szenario, in dem sie sich den Divisionssieg nehmen lassen. Mit den Los Angeles Angels (75-77), den Toronto Blue Jays (69-83) und am Schluss viermal den Baltimore Orioles (44-108) haben die Astros ein Restprogramm, das man bei allem Respekt für die Gegner als bequem bezeichnen darf.

Szene der Woche
Die Szene der Woche besteht aus vier Teilen – der Baseballkenner ahnt schon, was das bedeutet: Es gab mal wieder einen Cycle in der MLB, also einen Single, einen Double, einen Triple und einen Homerun durch einen Spieler im gleichen Spiel. Das ist ein seltenes Ereignis, in diesem Jahr kam es erst dreimal vor. Entsprechend noch viel seltener kommt es vor, dass ein Spieler seinen zweiten Cycle innerhalb einer Saison schlägt. Christian Yelich von den Milwaukee Brewers gelang dies am Montag als erst dritter Spieler in der Geschichte der Liga. Eines schaffte er sogar als Allererster: Noch nie zuvor hatte ein Spieler zwei Cycles in einer Saison gegen dasselbe Team erzielt. Yelich hat es geschafft und sich damit bei den Cincinnati Reds sicher nicht beliebt gemacht.

Statistik der Woche 
0. So viele Plate Appearances von Pitchern gab es letzten Samstag im Spiel der Miami Marlins gegen die Philadelphia Phillies (4:5). Beide Teams wechselten ihre Pitcher konsequent gegen Pinch Hitter aus, sobald sie am Schlag gewesen wären. Insgesamt kamen 15 Pitcher zum Einsatz, sieben für die Marlins und acht für die Phillies. Es war das erste MLB-Spiel seit mindestens dem Jahr 1900, in dem weder ein Pitcher noch ein Designated Hitter an den Schlag ging.

Spiel der Woche
Die Partie letzte Nacht zwischen den Los Angeles Dodgers und den Colorado Rockies war vermutlich die entscheidende um den Gruppensieg in der NL West. Die Rockies waren als Tabellenführer in die Serie gegangen, hatten jedoch nach Niederlagen in den ersten beiden Spielen den Spitzenrang räumen müssen. Nun galt es im dritten Spiel der Serie, das Schlimmste zu verhindern und den Abstand zu den Dodgers knapp zu halten. Mit zwei Runs gegen Walker Buehler, den starken Rookie der Dodgers, erwischten die Rockies einen guten Start. Doch Buehler fing sich und brachte es letztlich auf sechs Innings, keine weiteren Runs und 12 Strikeouts. Ein Solo-Homerun von Matt Kemp sowie ein RBI-Double von Brian Dozier gegen Colorados Starter Tyler Anderson glichen die Partie aus und alles war wieder offen – bis zum großen Auftritt von Yasiel Puig. Puig kam im siebten Inning als Pinch-Hitter und sah in dem Spiel nur zwei Pitches. Den zweiten schlug er in hohem Bogen über das linke Centerfield zu einem Drei-Run-Homerun, der letztendlich den Unterschied zwischen den beiden Teams bedeutete. Man beachte beim Anschauen der Szene auch, wie Puig in ebenso hohem Bogen seinen Schläger hinterher wirft. Durch den 5:2-Sieg haben die Dodgers nun zweieinhalb Spiele Vorsprung, die schwer aufzuholen sein dürften.

Mein Einschalttipp
Da in der AL nahezu alles klar ist, muss der Blick des allgemein interessierten MLB-Fans sich diese Woche auf die NL richten. Eine besonders interessante Serie spielen von Montag bis Mittwoch die Brewers gegen die Cardinals. Für die Cardinals geht es in jedem Fall um den Wild-Card-Platz, für die Milwaukee Brewers vielleicht um noch mehr: Je nachdem, wie die Spiele der Brewers gegen die Pirates (und die der Cubs gegen die White Sox) am Wochenende laufen, haben die Brewers vielleicht noch Chancen, die NL Central zu gewinnen. Vielleicht müssen sie aber auch um das Heimrecht bangen, das sie zurzeit im Wild-Card-Spiel hätten. Die Cardinals würden in den drei Heimspielen der Serie dann sicher alles dafür geben, eine Woche später an gleicher Stelle gegen den gleichen Gegner spielen zu dürfen. Leider wird es einem in Deutschland nicht leicht gemacht, dieser wichtigen und interessanten Serie zu folgen: Erstens finden alle Spiele nach unserer Zeit mitten in der Nacht statt, zweitens wird die Serie von DAZN komplett ignoriert. Erfreulicherweise wird aber die erste Partie (Montagnacht ab 2:15 Uhr) das kostenlose Spiel des Tages auf mlb.tv sein. Als Pitcher werden voraussichtlich Chase Anderson (3.93 ERA, 5.21 FIP) für Milwaukee und Austin Gomber (3.63 ERA, 3.71 FIP) für St. Louis auflaufen.

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August 30th, 2018 by Dominik

Die Trade-Saison geht langsam, aber sicher ihrem Ende entgegen: Morgen, am 31. August, ist die Deadline für Waiver-Trades. Vereinswechsel sind danach theoretisch noch möglich, doch die betreffenden Spieler dürften in den Playoffs nicht eingesetzt werden. Die Philadelphia Phillies haben schnell noch mit OF/3B Jose Bautista von den Mets nachgerüstet, die Atlanta Braves mit 1B Lucas Duda von den Royals und C Rene Rivera von den Angels – beide sind übrigens ebenfalls ehemalige Mets. Ein hochkarätiger Spieler, der ebenfalls noch vor der Deadline den Klub wechseln könnte, ist 3B Josh Donaldson. Er wurde auf den Waiver gesetzt und die Blue Jays sind wohl sehr daran interessiert, ihn loszuwerden, um wenigstens das Gehalt aus seinem auslaufenden Vertrag zu sparen. Ein Trade könnte allerdings an der nötigen Gesundheitsprüfung scheitern, denn Donaldson ist noch im Aufbautraining nach einer Verletzung. Ein paar Waiver-Claims für prominente Spieler führten diese Woche nicht zu Trades: So konnten sich die Cincinnati Reds nicht mit den Brewers über Matt Harvey einigen und auch Billy Hamilton zogen sie nach Claim durch ein unbekanntes Team vom Waiver zurück, ebenso wie die Rays ihren Closer Sergio Romo.

Der Tag nach der Deadline, der 1. September, ist ein weiteres wichtiges Datum im MLB-Kalender: Ab diesem Tag dürfen die MLB-Teams in den Spielen statt auf einen ausgewählten 25-Mann-Kader auf ihren vollen 40-Mann-Kader zugreifen. Wir werden dann eine Menge sogenannter September-Call-ups sehen, größtenteils junge Spieler aus den Minor-Leagues, die Spielpraxis in der MLB erhalten und die Stammspieler in der Endphase der langen Saison entlasten sollen. Jetzt schauen wir aber erst mal, welches Bild sich zum Einstieg in diese Endphase in der MLB bietet:

American League
Die Boston Red Sox (92-42) sind immer noch mit großem Vorsprung das Top-Team der MLB und der American League East, doch ein bisschen ist der Zauber ihrer überragenden Saison zuletzt verblasst: Auf einer Strecke von acht Spielen gingen sechs verloren, darunter durch die Tampa Bay Rays (71-62) der erste Sweep gegen die Red Sox in der ganzen Saison. Gegen die Marlins gab es nun zwei Comeback-Siege für Boston, wodurch der Abstand zu den New York Yankees (84-49) wieder auf 7,5 Spiele gewachsen ist. Die Red Sox werden sich nicht mehr einholen lassen und sie werden auch locker die 100-Siege-Marke überspringen. Der Rekord von 116 Siegen, der zwischenzeitlich in Reichweite schien, ist aber erstmal in weite Ferne gerückt. Zudem stehen mit den White Sox, den Braves und den Astros ein paar unangenehme Gegner an.

Auch die Cleveland Indians (75-57) schwächeln gerade ein bisschen, kassierten aus den letzten sieben Spielen fünf Niederlagen. In der AL Central tut ihnen das angesichts der klaren Verhältnisse natürlich nicht sonderlich weh, noch nicht mal wenn die Niederlagen wie gestern gegen den Divisionszweiten Minnesota Twins (62-70) erlitten werden. Die Twins sind so weit hinter den Indians und gleichzeitig so weit vor dem Rest des Feldes, dass sich für sie in dieser dieser Saison nichts mehr tun wird. Immerhin um Platz drei ist inzwischen ein Kampf entbrannt, die Detroit Tigers (53-80) und die Chicago White Sox (53-80) stehen exakt gleichauf. Die beiden scheinen allerdings in unterschiedliche Richtungen unterwegs zu sein: Von ihren letzten 15 Spielen haben die White Sox 11 gewonnen, die Tigers hingegen haben 11 verloren.

In der AL West haben die Houston Astros (82-51) erfolgreich den Angriff der Oakland Athletics (80-54) abgewehrt, indem sie zwei der drei direkten Duelle gewonnen haben. Die A’s müssen damit die Träume vom Divisionssieg zumindest zurückstellen und sich erst mal auf die Sicherung ihres Wild-Card-Platzes konzentrieren. Gegen den direkten Konkurrenten, die Seattle Mariners (74-59), sollte in den ab heute anstehenden vier Spielen zumindest ein Split her, um den Vorsprung von 5,5 Spielen zu wahren. Für die Mariners könnte diese Serie bereits die letzte Chance sein, noch mal nah heranzukommen. Durch Niederlagen in den letzten drei Spielen – zwei in San Diego, eine in Arizona – haben sie die Gelegenheit verpasst, aus der verlorenen Serie der Athletics in Houston Kapital zu schlagen.

National League
In der National League East haben die Atlanta Braves (74-58) sich zwei unnötige Niederlagen gegen Schlusslicht Miami Marlins (53-81) geleistet. Dennoch haben sie ihre Position gegenüber den Philadelphia Phillies (71-62) gefestigt. Den Phillies scheint die Luft ausgegangen zu sein, jedenfalls haben sie seit vier Wochen keine einzige Serie mehr gewinnen können und das, obwohl es in dieser Zeit überwiegend gegen schwache Teams wie die Washington Nationals (67-67), die New York Mets (59-74), die Padres und die Blue Jays ging. Auf diese Weise sind die Phillies inzwischen auch im Wild-Card-Rennen ins Hintertreffen geraten und mit 2,5 Spielen Rückstand auf einen solchen Platz zurzeit das schwächste der fünf Teams mit ernsthaften Ambitionen.

Momentan würden beide Wild Cards an die NL Central gehen. Hier haben sich an der Spitze die Chicago Cubs (78-54) inzwischen etwas abgesetzt, vor allem durch eine Reihe von sieben Siegen in Folge, die erst gestern Abend bei den Mets ihr Ende fand. Dahinter halten sich aber auch die St. Louis Cardinals (74-59) und die Milwaukee Brewers (74-60) mehr als solide und verteidigen dadurch die Wild-Card-Plätze gegen die anderen Divisionen – zum Beispiel beim 2:1-Seriensieg der Cardinals bei den Rockies am letzten Wochenende.

Die NL West bleibt die spannendste Division der Liga. Während in jeder anderen Division inzwischen mindestens dreieinhalb Spiele zwischen dem Ersten und dem Zweiten liegen, liegt hier zwischen dem Ersten und dem Dritten nur ein einziges Spiel. Das sieht nach einem geradezu perfekten Zeitpunkt dafür aus, dass es ab heute vier Tage lang zum direkten Kräftemessen zwischen den Arizona Diamondbacks (73-60) und den Los Angeles Dodgers (72-61) kommt. Die Colorado Rockies (72-60) hoffen vermutlich, dass die beiden sich die Siege teilen, während sie selbst sich der einfacher erscheinenden Aufgabe gegen die San Diego Padres (52-83) widmen. Die San Francisco Giants (67-68) haben die Saison inzwischen abgehakt. Das könnte sich nicht deutlicher zeigen als daran, dass ihr Star-Catcher Buster Posey sich einer Hüftoperation unterzogen hat mit dem Ziel, nächstes Jahr schmerzfrei spielen zu können.

Szene der Woche
Das Spiel zwischen den Phillies und den Nationals am Dienstag war eigentlich ein Duell der beiden Cy-Young-Kandidaten Aaron Nola und Max Scherzer, doch in Erinnerung bleiben wird die spielentscheidende Aktion eines anderen Pitchers – und zwar nicht beim Pitchen. Vince Velasquez war von den Phillies als Pinch-Runner ins Spiel geschickt worden, um beim Stand von 4:5 bei einem Out im unteren neunten Inning den langsamen und erst vor Kurzem von einer Verletzung genesenen Wilson Ramos an der zweiten Base zu ersetzen. Das war wohl keine gute Idee, denn Velasquez ging die Aufgabe mit einer gehörigen Portion Übermut an: Bei einem Flyball ins Centerfield tagte er die Base, um nach dem Catch von Michael Taylor die dritte Base zu erreichen. Das war eine eigenmächtige, riskante und relativ unnötige Entscheidung. Dann ging auch noch der Slide über die Base hinweg, aber da der Wurf nicht gut ankam, war Velasquez safe. Jedenfalls dachte er das, doch sowohl der Gegner als auch die Umpires hatten aufgepasst und gesehen, dass er die zweite Base verlassen hatte, bevor Taylor überhaupt am Ball war. Velasquez war somit das dritte Aus und das Spiel verloren. So kann’s gehen, sogar unter MLB-Profis.

Statistik der Woche 
50. So viele Saves hat Edwin Diaz als Closer der Mariners dieses Jahr bislang erzielt. Das haben in der MLB-Historie erst 16 Pitcher vor ihm geschafft und es ist noch ein ganzes Stück Saison übrig. 29 Spiele haben die Mariners noch vor sich, in denen Diaz sich an den Rekord von Francisco Rodriguez (62 in der Saison 2008) heranarbeiten oder diesen sogar noch übertreffen kann. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Mariners ihm auch weiterhin genug Gelegenheiten dafür schaffen. 54 Chancen auf einen Save haben sie ihm bisher gegeben, das sind 12 mehr als irgendein anderer Closer dieses Jahr hatte. Noch eine nette Geschichte am Rande: Mariners-Manager Scott Servais hatte Diaz im Juli versprochen, dass er sich dessen Frisur zulegen würde, wenn er 50 Saves schafft. Servais hat sein Wort gehalten.

Spiel der Woche
Das Spiel der Reds gegen die Brewers letzte Nacht sparte nicht an Highlights. Zum einen gab es eine Menge Hits, 36 an der Zahl, die zu insgesamt 25 Runs und einem knappen 13:12-Sieg der Gäste aus Milwaukee nach mehreren Führungswechseln führten. Der interessanteste Hit war ein 3-Run-Homer von Reds-Reliever Michael Lorenzen, den dieser erzielte, nachdem er schon einen vermeintlichen Strikeout bei einem verunglückten Bunt erlitten hatte. Die größte Story des Tages war aber Brewers-Outfielder Christian Yelich, der ein absolut überragendes Spiel hatte: Er erzielte bei 6 Versuchen 6 Hits, darunter ein Cycle, und war obendrein mit einem perfekten Wurf aus dem Outfield für ein Aus an der Homeplate verantwortlich. Man sollte meinen, mit so einer Leistung gewinnt man ein Spiel locker im Alleingang, aber dass es für die Brewers nach zehn Innings zum knappen Sieg reichte, war nicht möglich ohne das Wirken von Jesus – genauer gesagt den Homerun von Jesus Aguilar im zehnten Inning.

Mein Einschalttipp
Die Baseballwelt schaut nach Los Angeles, denn dort spielen die Dodgers und die Arizona Diamondbacks an diesem Wochenende die Spitze der NL West unter sich aus (oder sie machen die Colorado Rockies zum lachenden Dritten). Die ersten drei Spiele finden aus mitteleuropäischer Sicht leider allesamt tief in der Nacht statt, daher ist mein Einschalttipp Spiel vier, das ihr am Sonntag ab 22:10 Uhr sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv sehen könnt. Starting Pitcher in dieser Partie werden voraussichtlich Clay Buchholz (2.07 ERA, 3.41 FIP) für Arizona und Walker Buehler (3.02 ERA, 3.21 FIP) für Los Angeles sein. Das ist ein interessantes Matchup zwischen dem starken Rookie Buehler und dem 34-jährigen Buchholz, der relativ überraschend mit seiner besten Saison seit fünf Jahren auftrumpft.

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August 9th, 2018 by Dominik

Wird die aktuelle MLB-Saison in die Geschichte eingehen mit den meisten Saisonsiegen eines Teams? Den Rekord halten zurzeit die Seattle Mariners mit 116 Siegen im Jahr 2001. Die Boston Red Sox stehen dieses Jahr nach 115 von 162 Spielen bei 81 Siegen. Das entspricht einer Siegquote von 70,4%. Behalten sie dieses Tempo bei, landen sie am Ende bei 114 Siegen. Das wäre exakt das gleiche Ergebnis, das 1998 die New York Yankees erzielt hatten und das bis heute die zweitbeste Saison eines Teams im modernen Baseball ist. Die Prognose von Fangraphs für den Rest des Jahres ist etwas zurückhaltender und geht von 109 Siegen aus. Um den Rekord der Mariners einzustellen, bräuchten die Red Sox aus den verbleibenden 47 Spielen eine Bilanz von 35-12. Das dürfte sehr schwer werden, aber nicht unmöglich: In ihren letzten 47 Spielen erzielten die Red Sox eine Bilanz von… 35-12.

National League
Die Atlanta Braves (62-49) haben heute Abend in der Hand, wohin sich ihr Blick in der National League East in den nächsten Tagen hauptsächlich richten wird. Wenn sie im vierten Spiel der Serie gegen die Washington Nationals (58-56) den dritten Sieg einfahren, dann haben sie die Tabellenführung von den Philadelphia Phillies (63-49) zurück erobert und können sich bis auf weiteres ganz auf den Zweikampf mit den Phillies konzentrieren. Gewinnen hingegen die Nationals, dann bewahren diese ein Mindestmaß an Tuchfühlung zur Spitze und damit ihre Hoffnung, die bislang enttäuschende Saison noch retten zu können. In direktem Zusammenhang damit steht auch die Frage, ob Washington doch noch einen Trade von Bryce Harper, ihrem Superstar mit auslaufendem Vertrag, anstreben wird oder nicht. Im Keller der NL East haben sich derzeit die New York Mets (47-65) mal wieder ein Stück von den Miami Marlins (47-69) absetzen können – nicht zuletzt, weil ihnen gestern endlich mal wieder gelungen ist, ein von Jacob deGrom gestartetes Spiel zu gewinnen (siehe Statistik der Woche). Am Wochenende kommt es zum direkten Duell um den letzten Platz.

In der NL Central haben die Chicago Cubs (66-48) derzeit mal wieder die Spitze von den Milwaukee Brewers (66-51) übernommen. Beide müssen am Wochenende ein bisschen Schicksal für die NL East spielen, denn die Cubs empfangen die Nationals, während die Brewers bei den Braves antreten, bevor es am Dienstag und Mittwoch zu zwei direkten Duellen zwischen den Cubs und den Brewers kommt. Die St. Louis Cardinals (60-55) haben sich offenbar auch noch nicht aufgegeben. Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen haben sie sich auf nur noch vier Spiele Rückstand im Wild-Card-Rennen herangearbeitet und dabei auch die Pittsburgh Pirates (59-56) hinter sich gelassen.

Auch in der NL West hat sich die Sortierung an der Spitze gegenüber letzter Woche etwas verändert: Die Arizona Diamondbacks (64-52) stehen jetzt wieder allein vorne, auch wenn es nur ein halbes Spiel ist, das sie von den Los Angeles Dodgers (63-52) trennt. Das kann sich heute noch ändern, dennn die Diamondbacks haben spielfrei, während die Dodgers auf die Colorado Rockies (60-54) treffen. Bei einem Sieg ziehen die Dodgers wieder exakt gleich mit den Diamondbacks, eine Niederlage hingegen würde die Rockies zurück ins Rennen holen und diesen die Möglichkeit eröffnen, den Dodgers im weiteren Verlauf der Vier-Spiele-Serie echte Probleme zu bereiten. Die Rockies könnten ein paar Siege gegen die Dodgers gut gebrauchen, denn danach warten schwierige Auswärtsserien in Houston und in Atlanta.

American League
Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schon Anfang August schreiben kann, aber: Die American League East scheint entschieden. Was lange Zeit wie ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Ziellinie aussah, ist inzwischen ein 9-Spiele-Vorsprung für die Boston Red Sox (81-34) gegenüber den New York Yankees (71-42). Dazu kam es, indem die Red Sox zehn ihrer letzten elf Spiele gewannen, darunter die komplette Vier-Spiele-Serie gegen die Yankees. Mit 15:7, 4:1, 4:1 und im letzten Spiel 5:4 nach zehn Innings fertigte Boston den Erzrivalen ab, der nun erst mal schauen muss, wie es in der Wild-Card-Tabelle steht (zum Glück für die Yankees ganz gut, vor allem weil sie der Enttäuschung einen Drei-Spiele-Sweep gegen die White Sox folgen ließen, während die Mariners in Texas zweimal patzten). Die Siegesserie der Red Sox kann unterdessen durchaus noch eine Weile andauern: Nach dem dritten Spiel gegen die Toronto Blue Jays (51-62) treten sie viermal bei den Baltimore Orioles (35-79), dem vielleicht schwächsten Team der Liga, an.

Der Titel „schwächstes Team der Liga“ ist allerdings nicht ganz unumstritten, denn dafür finden sich in der AL Central auch noch ein paar Kandidaten: Die Kansas City Royals (35-79) haben die gleiche miserable Bilanz wie die Orioles und ihr Run Differential von -198 ist mit Abstand das schlechteste der MLB – die Orioles als Zweitschlechtester haben „nur“ -158. Die Detroit Tigers (47-68) sind zwar aktuell Dritter der Division, mit sechs Niederlagen hintereinander weisen sie aber derzeit die längste Serie von Misserfolgen auf. Die würden sie natürlich gerne beenden in den anstehenden Spielen gegen die Minnesota Twins (53-60), die zwar Zweiter, aber ebenfalls weit weg von allen Wild-Card- oder Divisionstitelhoffnungen sind. Ganz oben cruisen weiterhin gemütlich die Cleveland Indians (63-50). Paradoxerweise sind die Indians der Divisionsführer mit den wenigsten Siegen und gleichzeitig der mit dem größten Vorsprung (10 Spiele) auf Platz zwei.

Mit zehn Siegen mehr cruisen in der AL West auch die Houston Astros (73-42) weitgehend  unangefochten auf dem ersten Rang. In deren Windschatten haben die Oakland Athletics (68-47) sich inzwischen auf den Wild-Card-Platz hochgearbeitet und die Seattle Mariners (65-50) drei Siege weit abgehängt. Nächste Woche kommt es dreimal zum direkten Duell der beiden Außenseiter, die so gern mal wieder in die Playoffs kommen wollen (siehe Einschalttipp). Vorher müssen die A’s noch zu den Los Angeles Angels (58-58), bei denen gerade etwas Verwirrung um die Zukunft von Mike Scioscia herrscht. Scioscia ist seit 19 Jahren Manager der Angels und damit der dienstälteste Manager der Liga. In den letzten Tagen gab es mehrfach Meldungen aus „verlässlichen Quellen“, Scisoscia plane seinen Rücktritt zum Saisonende. Er selbst bezeichnet diese Meldungen zwar als „poppycock“ (Blödsinnn), doch dass die Angels unmittelbar danach mit Eric Chavez einen möglichen Nachfolger als Manager des Triple-A-Teams verpflichteten, lässt vermuten, dass an den Spekulationen doch etwas dran ist.

Szene der Woche
Ich kann nicht behaupten, dass ich noch nie einen Homerun bei einem Bunt gesehen hätte – in der Altersklasse der Schüler kommt so etwas durchaus vor. In der MLB ist es eine extreme Seltenheit, aber Philadelphias Cesar Hernandez ist dieses Kunststück gegen die Diamondbacks gelungen. Vom offiziellen Scoring her ist es natürlich kein Homerun, sondern eine Verkettung von zwei Throwing Errors durch Jake Diekman und Steven Souza Jr. Aber ein Run ist ein Run und Hernandez darf sich durchaus damit rühmen, ihn sich durch schnelles und aufmerksames Baserunnning verdient zu haben. Denn hätte er nicht sowohl auf dem Weg zur ersten als auch auf dem zur dritten Base die Defense durch sein aggressives Bemühen unter Druck gesetzt, wären die Errors vermutlich nicht passiert.

Statistik der Woche 
2,4. So viele Runs hatten die New York Mets durchschnittlich in den letzten 16 Spielen (ohne das von gestern) erzielt, in denen Jacob deGrom ihr Starting Pitcher war. Das ist ein unglaublich niedriger Wert und der Grund dafür, warum der aktuell beste Pitcher der MLB mit einem ERA von 1.77 nach 23 Starts und 152.1 gepitchten Innings nur eine Bilanz von 6-7 auf dem Konto hat. Nebenbei bemerkt zeigt dieser Fall mal wieder, was für eine dämliche und nichtssagende Statistik Pitcher-Wins sind. Obwohl deGrom einen halben Run pro Spiel weniger zulässt als der nächstbeste Pitcher der NL, Max Scherzer (2.28 ERA), musste er Scherzer bereits den Start im All-Star-Game überlassen und auch im Voting für den Cy-Young-Award steht Scherzer derzeit deutlich vor deGrom. Wenn es dabei bleibt, wäre das eine schreiende Ungerechtigkeit.

Spiel der Woche
Natürlich hätte sich hier angeboten, noch mal den Sweep der Red Sox über die Yankees zu rekapitulieren und hier insbesondere das aufregende Comeback im letzten Spiel der Serie. Aber es gab diese Woche ein Minor-League-Spiel, über das ich unbedingt schreiben möchte: Der Class-A-Mannschaft der Yankees, den Tampa Tarpons, gelang ein No-Hitter gegen die Clearwater Threshers, ein Team der Phillies. Es war sogar fast ein Perfect Game, denn Tampas Starter Deivi Garcia erlaubte in dem gesamten Spiel, das über reguläre sieben Innings plus ein Extra-Inning ging, keinen einzigen Baserunner. Dennoch verloren die Tarpons das Spiel 0:1. Dass es dazu kommen konnte, ist der neuen Overtime-Regel geschuldet, die derzeit in den Minor Leagues getestet wird. Nach dieser Regel beginnt in den Extra-Innings jedes Team mit einem Runner auf der zweiten Base. Der automatische Runner von Clearwater im oberen achten Inning rückte durch einen Error weiter zur dritten Base und scorte kurz darauf während eines Groundouts. Das war der siegbringende Run – und ein verdammt gutes Argument, das Regelexperiment bitte, bitte nie auf die MLB auszuweiten.

Mein Einschalttipp
Seit Wochen wetteifern die beiden Überraschungsteams des Jahres, die Seattle Mariners und die Oakland Athletics, um den zweiten Wild-Card-Platz der AL. Zu einem direkten Aufeinandertreffen kam es, obwohl die Mariners und die A’s Divisionsrivalen sind, seit Mitte Mai nicht. Jetzt ist es endlich soweit, von Montag bis Mittwoch gibt es in Oakland drei Spiele gegen Seattle. Bei diesen Westküsten-Matchups sind die Zeiten meistens recht ungünstig für uns Europäer, es sei denn man ist extremer Frühaufsteher. Am Mittwoch immerhin findet das Spiel schon um 21:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt, da werde ich dann wohl mal reinschauen. Die Starter dieser Partie sind voraussichtlich Mike Leake (4.16 ERA, 4.30 FIP) für die Mariners und Brian Anderson (4.64 ERA, 4.91 FIP) für die Athletics. Das ist nicht das hochkarätigste Pitching-Matchup, aber das muss ja für ein spannendes Spiel kein Hindernis sein. Leider weiß ich noch nicht, ob DAZN eines der Spiele überträgt, auf mlb.tv könnt ihr sie jedenfalls alle sehen.

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Mai 17th, 2018 by Dominik

Nach 42 Spielen in der MLB-Saison 2018 haben die Los Angeles Dodgers exakt den gleichen Record wie die Miami Marlins, gegen die sie gerade zweimal verloren haben. Klar, das ist nur eine Momentaufnahme und aller Voraussicht nach werden die Siegquoten beider Teams in absehbarer Zeit unterschiedliche Richtungen einschlagen. Aber dass ein solcher Zwischenstand nach einer beträchtlichen Zahl gespielter Partien möglich und gar nicht mal besonders ungewöhnlich ist, macht für mich einen ganz großen Teil des Reizes dieser Sportart aus. Weniger reizvoll finde ich die immer wieder aufkommenden Drogen- und Dopingfälle. Mit Robinson Cano ist diese Woche ein prominenter Täter überführt worden und dank geschickten Taktierens vergleichsweise glimpflich davon gekommen. Alles, was ich im MLB-Geschehen der letzten sieben Tage sonst noch erfreulich, ärgerlich oder einfach interessant fand, lest ihr im heutigen Grand Slam am Donnerstag.

American League
Die American League East bietet nach wie vor ein Kopf-an-Kopf-Rennen und es ist geradezu verblüffend, wie groß die Parallelen der New York Yankees (28-12) und der Boston Red Sox (29-14) sind: Die Bilanzen sind fast gleich, nur ein bisschen verzerrt durch die weniger absolvierten Spiele der Yankees. Die Run Differentials sind ebenfalls fast identisch, was daher rührt, dass beide Teams exakt gleiche viele Runs (166) kassiert haben und sich bei den erzielten Runs (Yankees 231, Red Sox 232) nur um einen einzigen unterscheiden. Die Chancen, dass beide auch in einer Woche noch die erfolgreichsten Teams der gesamten Liga sind, stehen gut, denn die anstehenden Aufgaben sehen sehr lösbar aus: Die Red Sox treten viermal gegen die Baltimore Orioles (13-29) und dreimal bei den Tampa Bay Rays (19-22) an, die Yankees spielen Auswärtsserien in Kansas City und in Texas. Erwähnen muss ich noch, dass Bostons Reliever Carson Smith am Montag eine aussichtsreiche Bewerbung um die dämlichste Verletzung des Jahres abgegeben hat: Er kugelte sich im Spiel gegen die Athletics die Schulter des Wurfarms aus, aber nicht etwa beim Pitchen, sondern als er aus Frust über einen erlaubten Homerun und seine Auswechslung im Dugout seinen Handschuh wegschleuderte. Das Ziel der Frustbewältigung hat er mit dieser Aktion wohl verfehlt; er steht jetzt erst mal auf der Verletztenliste.

Eine besondere Stellung innerhalb der MLB nimmt nach wie vor die AL Central ein. Sie ist die einzige Division, in der man mit negativem Record auf Platz eins stehen kann. Die Cleveland Indians (21-21) tun das zurzeit ungefähr jeden zweiten Tag, momentan stehen sie nach dem gestrigen Sieg über die Tigers zumindest wieder ausgeglichen. Angesichts der nächsten neun Spiele, von denen in sieben die Astros und in den anderen beiden die Cubs der Gegner sind, glaube ich aber nicht, dass Cleveland sich in der aktuellen Form bei .500 halten kann. Das eröffnet eine Chance für die Minnesota Twins (18-21), die ihr Zwischentief überwunden und acht der letzten zwölf Spiele gewonnen haben. Von Montag bis Mittwoch treffen sie auf die Detroit Tigers (19-23), die in der Division zwar krasser Außenseiter, aber ebenfalls gar nicht weit von der Spitze entfernt sind – anders als die weiteren Außenseiter Kansas City Royals (13-30) und Chicago White Sox (10-29).

In der AL West gab es in den vergangenen Tagen eigentlich genug sportliche Schlagzeilen, vor allem durch das Aufeinandertreffen der beiden Spitzenklubs Houston Astros (28-17) und Los Angeles Angels (25-18). In drei spannenden Spielen behielt Houston zweimal die Oberhand und festigte damit die Tabellenführung (siehe „Spiel der Woche“). Die aufsehenerregenderen Nachrichten drehten sich allerdings um die Seattle Mariners (24-18) und dort vor allem um Robinson Cano. Am Sonntag wurde dem Second Baseman noch allseits großes Mitleid zuteil, weil er sich beim Hit durch einen Pitch von Detroits Blaine Hardy die rechte Hand brach. Einen Tag später avancierte Cano zum Buhmann, denn es wurde bekannt, dass ihm der Gebrauch von Furosemid nachgewiesen wurde. Das ist eine Substanz, die nicht selbst leistungssteigernd wirkt, aber allgemein bekannt dafür ist, dass sie dazu verwendet wird, den Nachweis verwendeter Dopingmittel zu behindern. Die Liga hatte dafür schon vor einigen Wochen einer Sperre von 80 Spielen ausgesprochen. Diese war noch nicht bekannt und wirksam geworden, weil Cano Einspruch eingelegt hatte. Den Einspruch zog er nun zurück und sitzt die Sperre damit relativ bequem in der Zeit ab, die er wegen der Verletzung ohnehin verpasst hätte. Laut Cano ist dieses zeitliche Zusammentreffen reiner Zufall. Wer’s glaubt, wird selig.

National League
Die jungen Atlanta Braves (26-16) mischen weiterhin die National League East auf, inzwischen sind sie sowohl von der Bilanz als auch von den erzielten Runs (225) und vom Run Differential (+59) her das führende Team der gesamten NL. Fast genauso erfolgreich sind die Philadelphia Phillies (24-16), die zwar nicht ganz so viele Runs wie die Braves gescort, dafür aber mit 146 die wenigsten Runs der NL zugelassen haben. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber wenn sich die Phillies und die Braves von Montag bis Mittwoch dreimal direkt gegenüber stehen, dann ist das die absolute Spitzenserie der NL (siehe „Mein Einschalttipp“). Im Schatten dieser beiden haben sich die Washington Nationals (24-18) nach vorne gearbeitet und der Spielplan meint es derzeit gut mit ihnen: Sie treffen nun zwölfmal hintereinander auf Teams mit deutlich negativem Record (Dodgers, Padres, @Marlins, @Orioles). Für die New York Mets (20-19) sieht es hingegen trotz immer noch knapp positiver Bilanz stark danach aus, dass sie dabei sind, den Anschluss zu verlieren. Seit über einem Monat, genauer gesagt seit 13. April, haben sie es nicht mehr geschafft, mal zwei Spiel hintereinander zu gewinnen.

Schon seit einigen Wochen erfreut die NL Central den neutralen Beobachter mit der besonders schönen Konstellation, dass vier Teams fast gleichauf stehen und sich keines davon anschickt, sich nach oben oder unten abzusetzen. Die Pittsburgh Pirates (25-17), die Milwaukee Brewers (26-18), die St. Louis Cardinals (23-17) und die Chicago Cubs (22-18) sind nach wie vor nur zwei Spiele auseinander. Die größte Überraschung sind dabei die Pirates, aber mit den Padres sowie den Cincinnati Reds (15-29) als Gegner in den nächsten sieben Spielen ist es durchaus wahrscheinlich, dass Pittsburgh auf absehbare Zeit weiter auf der Erfolgswelle schwimmt.

Etwas abgeflaut ist hingegen die Erfolgswelle der Arizona Diamondbacks (25-18). Sie führen zwar immer noch die NL West an, aber nach sieben Niederlagen in den letzten acht Spielen ist der Vorsprung auf die Colorado Rockies (23-20) deutlich geschrumpft und er wäre schon komplett verschwunden, wenn die Rockies nicht ebenfalls an den vergangenen Tagen einige Niederlagen eingesteckt hätten. Generell ist die NL West zurzeit schlecht drauf, denn kein Team der Division hat aus den letzten zehn Spielen mehrheitlich Siege herausgeholt. Die San Francisco Giants (22-22) stehen gerade noch ausgeglichen, die San Diego Padres (17-27) deutlich negativ und hinter ihnen zieren die massiv enttäuschenden Los Angeles Dodgers (16-26) das Tabellenende mit zurzeit sechs verlorenen Spielen hintereinander.

Szene der Woche
Es waren schon wieder so viele sehenswerte Szenen, dass ich an dieser Stelle eine kleine Auswahl vorstelle statt nur eine herauszugreifen: Der seltsamste Anblick war für mich diese Woche der Hit von C. J. Cron. Es sah ein bisschen nach Cricket aus, als der Rays-1B den zu kurz geratenen Pitch von Royals-Pitcher Eric Skoglund ins Leftfield schlug, nachdem dieser auf dem Boden aufgekommen war. Auf Base kam er dadurch allerdings nicht, denn der Flugball war sichere Beute für Jon Jay. Im gleichen Spiel am Dienstag, sogar direkt beim nächsten Pitch, trug sich die Szene zu, die mich am meisten beeindruckt hat: Matt Duffy schlägt einen Single, Adeiny Hechavarria startet von der zweiten Base durch zur Homeplate und scheint einen Tick zu spät zu kommen, bevor er den Slide des Jahres hinlegt und den letztlich siegbringenden Run scored. Zu guter Letzt ist noch die emotionalste Szene der Woche zu erwähnen. Eigentlich war es ein ganz normaler Homerun von Stephen Piscotty, aber der Fakt, dass er diesen beim ersten At Bat nach einer Woche Trauerpause wegen des Tods seiner Mutter schlug, machte daraus ein wirklich bewegendes Ereignis.

Statistik der Woche 
45. So viele Pitches warf Jacob deGrom am Sonntag im ersten Inning gegen die Phillies – und beendete das Inning, ohne einen Hit oder einen Run zuzulassen. Es waren die zweitmeisten Pitches eines einzelnen Pitchers in einem Inning ohne Runs; der Rekord liegt bei 50 (Ken Patterson im Jahr 1990). Zu dem hohen Pitchcount trugen drei Walks und insgesamt 20 Foulballs bei. Nach dem ersten Inning wurde deGrom ausgewechselt, weil die Coaches der Mets der Ansicht waren, die hohe Belastung sei genug für ihn, zumal er gerade erst von der Verletztenliste zurückgekehrt war und sein Warmup für die Partie wegen einer Regenverzögerung eine Stunde länger gedauert hatte.

Spiel der Woche
Eine Spitzenserie, die diesen Namen verdient, lieferten sich an den letzten drei Tagen die Los Angeles Angels und die Houston Astros. Die dritte Partie war die interessanteste, zumal sie auch die Serie entschied. Offensiv ist die Geschichte dieses Spiels schnell erzählt, es braucht dazu nur einen Namen: Evan Gattis. Der DH der Astros war mit seinem 2-Run-Homer im zweiten Inning für alle Runs des Spiels verantwortlich. Mit nach Hause brachte er Josh Reddick, der bei einem Error von Zack Cozart auf Base gekommen war. Der eigentliche Held des Spiels war aber Houstons Pitcher Justin Verlander. Er absolvierte die kompletten neun Innings, in denen er nur fünf Hits zuließ und die Highlights ausgerechnet gegen zwei der aktuell spektakulärsten Baseballer der Welt setzte: im achten Inning, als er Mike Trout mit zwei Runnern in Scoringposition zu einem Groundout brachte, und im neunten, als er gegen Shohei Ohtani den 2500. Strikeout seiner Karriere erzielte. Der 35-Jährige steht diese Saison jetzt bei 68.2 Innings und einem exzellenten ERA von 1.05.

Mein Einschalttipp
Das überraschende Spitzenduell der National League steigt von Montag bis Mittwoch in Philadelphia zwischen den Phillies und den Atlanta Braves. Leider kommt offenbar keines der drei Spiele auf DAZN, aber auf mlb.tv sind sie natürlich alle zu sehen. Das beste Pitching-Matchup – soweit es sich so lange vorher schon absehen lässt – wird Mittwochnacht geboten, wenn der junge Sean Newcomb (2.51 ERA, 3.08 FIP) und Routinier Jake Arrieta (2.59 ERA, 3.48 FIP) ihre Kräfte messen.

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März 29th, 2018 by Dominik

Heute. Ich schreibe es noch ein paarmal, weil es so schön klingt: Heute. Heute. Heute. Heute beginnt die neue MLB-Saison. Die Offseason kam mir vor wie eine Unendlichkeit, tatsächlich war es aber eine ungewohnt kurze Saisonpause: Der 29. März ist der früheste Opening Day, den es in der MLB je gegeben hat. Erfreulicherweise hat die Liga zum ersten Mal seit 50 Jahren darauf verzichtet, am ersten Spieltag nur ein paar wenige Matches anzusetzen – alle 30 Teams sollten heute ihr erstes Spiel haben. Daraus wird nun leider nichts, denn wegen angekündigter Regenfälle wurde das Spiel der Cincinnati Reds gegen die Washington Nationals bereits auf Freitag verschoben und es könnten durchaus noch weitere Partien folgen. Sei es wie es will, nächste Woche um diese Zeit sind auf jeden Fall alle Teams mitten drin in der MLB-Saison 2018. Aus diesem Grund lest ihr heute den vorerst letzten Grand Slam am Donnerstag in der Offseason-Variante. Ab nächster Woche gibt es an dieser Stelle wieder die nach Ligen und Divisionen gegliederte Saison-Version des wöchentlichen Überblickartikels.

Bumgarner, Bird und Puk verletzt 
Noch bevor die Saison richtig begonnen hat, gibt es leider schon wieder so viele verletzte Spieler, dass es mir schwerfällt, einen vollständigen Überblick zu bewahren. Das namhafteste „Opfer“ ist diese Woche Madison Bumgarner. Der Giants-Pitcher wurde von einem Comebacker an seiner Wurfhand getroffen und erlitt eine Fraktur, die operiert werden musste. Er wird seinem Team voraussichtlich rund zwei Monate lang fehlen.

Ähnlich lang werden die Yankees auf ihren First Baseman Greg Bird verzichten müssen. Bird musste sich einer OP am rechten Knöchel unterziehen, bei der Knochensplitter entfernt wurden. Man kann nur hoffen, dass mit der neuen Maßnahme endlich die Ursache beseitigt wurde, wegen der der hochtalentierte 25-Jährige einen Großteil der vergangenen beiden Saisons versäumte.

Die gesamte Saison 2018 und auch den Beginn der Saison 2019 wird A. J. Puk, Pitching-Prospect der Oakland Athletics, verpassen. Genau wie sein Teamkollege Jharel Cotton in der Woche zuvor, muss Puk sich wegen einer Verletzung am Wurfellenbogen der Tommy-John-Surgery unterziehen.

Scott Kingery: 6 Jahre, 24 Millionen, 0 MLB-Spiele
Eine eher ungewöhnliche Vertragsverlängerung gab es bei den Philadelphia Phillies: Scott Kingery einigte sich mit dem Klub auf einen Sechsjahresvertrag mit einem garantierten Einkommen von 24 Millionen Dollar, bevor er auch nur ein einziges At Bat in der MLB absolviert hat. Das spricht für großes Vertrauen in die Fähigkeiten des Infielders, der ein sehr starkes Spring Trainig gespielt hat (.411/.441/.786). Der Vertrag deckt die komplette Zeit ab, in der Kingery sonst drei Monate für den Mindestlohn der MLB und weitere drei Jahre für ein im Arbitration-Verfahren ausgehandeltes Gehalt gespielt hätte. Die Vertragssumme ist ein Rekord für Spieler ohne MLB-Erfahrung, aber wenn Kingery die Erwartungen halbwegs erfüllt, hätte er über die sechs Jahre gerechnet wohl auch sonst in dieser Größenordnung verdient. Vorteilhaft für den Klub erscheint vor allem, dass der Vertrag Optionen für drei weitere Jahre zu 13 Millionen, 14 Millionen und 15 Millionen Dollar enthält.

Und was wird aus Greg Holland?
Es war eine seltsame Free Agency in dieser Offseason, doch im Endeffekt sind die meisten prominenten Spieler irgendwann irgendwo untergekommen. Die wichtigste Ausnahme davon bleibt Greg Holland. Der ehemalige Closer der Colorado Rockies wurde schon mit diversen Teams in Verbindung gebracht – den Rockies, den Diamondbacks, den Braves, den Cardinals, zuletzt den Mets –, aber etwas Konkretes hat sich nicht ergeben. Offenbar haben Holland und sein Agent Scott Boras, der dafür bekannt ist, die Teams in Verhandlungen lange hinzuhalten, sich verzockt und die besten Möglichkeiten verpasst. Holland wird nicht lange arbeitslos bleiben, wenn die Saison erst begonnen hat, aber er wird möglicherweise mit einem Einjahresvertrag und einem „nur“ siebenstelligen Gehalt vorlieb nehmen müssen. In der Größenordnung der 17,4 Millionen, die er sich durch die Ablehnung des Qualifying Offers der Rockies zu Beginn der Offseason entgehen ließ, wird er jedenfalls nicht mehr rechnen dürfen.

Ein paar weitere Free Agents, die innerhalb der ersten Saisonwochen noch irgendwo unterkommen dürften, sind SP John Lackey, OF Jose Bautista, 1B Mark Reynolds und 2B Brandon Phillips.

Steven Wright wird gesperrt
Die Boston Red Sox werden zu Beginn der Saison für einige Zeit auf Pitcher Steven Wright verzichten müssen. Zunächst steht Wright auf der Verletztenliste (DL), weil er nach einer im Mai 2018 durchgeführten Knieoperation noch nicht wieder ganz fit ist. Zudem muss er eine 15-tägige Sperre absitzen, die erst dann in Kraft tritt, wenn die Verletzung überwunden ist. Wright war im Dezember zu Hause in Tennessee festgenommen worden wegen eines häuslichen Übergriffs gegenüber seiner Frau Shannon und wegen Verhinderung eines Notrufs. Wright räumt sein Fehlverhalten ein, beteuert aber, dass es bei dem Vorfall nicht darum ging, dass er seine Freu geschlagen oder auch nur angefasst hätte. Gerichtlich endete die Sache mit Zahlung einer Strafe und einer Art vereinfachter Bewährung: Wenn Wright sich innerhalb von zwölf Monaten nichts mehr zu schulden kommen lässt, wird das Verfahren eingestellt.

Oh shit! 
Die Überschrift hätte zwar auch für den vorherigen Abschnitt gepasst, ist hier aber wörtlich gemeint: Wegen eines gebrochenen Abwasserrohres wurde in der Nacht zum Mittwoch ein Teil des Foul-Territorys von Dodger Stadium von Fäkalien überflutet. Das Ganze passierte während des fünften Innings des Spring-Training-Spiels zwischen den Dodgers und den Angels, das daraufhin abgebrochen wurde. Das Leck und die entstandenen Schäden sind wohl mittlerweile behoben, sodass die heutige Saisoneröffnung der Dodgers gegen den Erzrivalen San Francisco Giants nicht in Gefahr ist.

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März 15th, 2018 by Dominik

Zwei Wochen bis zum Opening Day und das Fieber steigt. Die aktuellen Stände im Spring Training habe ich der Vollständigkeit halber hiermit verlinkt, ansonsten breite ich darüber lieber den Mantel des Schweigens – zum Glück sind diese Spiele völlig bedeutungslos. Interessanter dürfte sein, dass es diese Woche einige erwähnenswerte Free-Agent-Signings gab. Den meisten davon merkt man an, dass die betreffenden Spieler – obwohl wirklich tolle Leute darunter sind – nach dem letzten Strohhalm gegriffen haben, um endlich irgendwo unterzukommen. Von den „großen“ Namen sind nun nur noch wenige auf dem Markt übrig. Die prominentesten Arbeitslosen der MLB dürften momentan RP Greg Holland und SP Alex Cobb sein.

Moustakas hat sich verzockt
So hat sich das 3B Mike Moustakas sicher nicht vorgestellt mit seinem Free-Agent-Jahr: Zu Beginn der Offseason lehnte er das Qualifying Offer der Royals ab. Dieses hätte ihm gut 17 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr in Kansas City eingebracht. Das reichte Moustakas und seinem Agenten Scott Boras nicht, sie wollten mehr Dollars und eine längere Vertragslaufzeit. Aber der Markt spielte nicht mit, Moustakas blieb lange ohne neuen Vertrag und nun blieb ihm offenbar nichts anderes übrig als zu deutlich schlechteren Konditionen bei den Royals zu bleiben. Der Vertrag läuft zunächst ein Jahr und bringt ihm 6,5 Millionen plus leistungsbezogene Boni. Es gibt eine beidseitige Option für ein zweites Jahr, in dem Moustakas 15 Millionen bekommen würde. Für die Royals ist das ein toller Verhandlungserfolg, zu Contendern werden sie aber auch durch Moustakas nicht werden.

Arrieta zu den Phillies 
Auch Jake Arrieta ist ein Stück weit zum Opfer der aus Spielersicht ungünstig verlaufenden Offseason geworden. Über das Jahresgehalt von 25 Millionen Dollar, das der Pitcher bei den Philadelphia Phillies bekommen wird, kann er sich sicher nicht beschweren, doch eigentlich hatte er nach einer längeren Bindung als drei Jahre gesucht. Es ist vermutlich die zentrale Erkenntnis dieser Offseason, dass die Zeiten weitgehend vorbei sind, in denen die Klubs 32-jährigen Spielern Sechsjahresverträge angeboten haben. Das ist sicher vernünftig und genauso vernünftig ist, dass Arrieta und die Phillies zusammen gefunden haben. In meiner Saisonvorschau letzte Woche hatte ich einen erfahrenen Starter als das fehlende Puzzleteil für dieses Team identifiziert und die Phillies haben prompt den besten geholt, der für Geld zu bekommen war.

Twins holen Lynn
Ganz ähnlich ist die Situation bei den Minnesota Twins. Auch sie stellen ein junges Team, dessen größtes Fragezeichen bis vor Kurzem die Starting Rotation war, und auch sie haben sich nun an dieser Stelle verstärkt: Lance Lynn unterschreibt für ein Jahr und 12 Millionen Dollar. Im Vergleich mit zum Beispiel Arrieta oder Yu Darvish ist das ein echtes Schnäppchen für den Verein. Lynn spielte von 2011 bis 2017 für die St. Louis Cardinals und hatte in keinem Jahr seiner MLB-Karriere einen ERA von über 4. 2016 musste er zwar wegen einer Tommy-John-Surgery aussetzen, doch seine Leistungen im Jahr 2017 (3.43 ERA in 186.1 IP) ließen keine Zweifel an seiner vollständigen Genesung aufkommen.

Walker von Queens in die Bronx
Neil Walker, ehemals Second Baseman der Mets, kehrt nach seinem kurzen Milwaukee-Ausflug zurück nach New York, allerdings in einen anderen Stadtteil. Er spielt nun zwar beim namhaftesten Baseballklub der Welt, allerdings musste auch er zu einem relativen Schnäppchenpreis unterschreiben. Er bekommt 4 Millionen Dollar für ein Jahr und wird bei den Yankees dazu dienen, den Übergang zu den Nachwuchs-Infieldern Gleyber Torres und Miguel Andujar zu erleichtern – indem er als Mentor fungiert und ihnen mit seinen Einsätzen Pausen oder wenn nötig auch noch etwas Zeit in den Minors ermöglicht. Eine solche Rolle ist fast zu schade für einen Spieler seines Kalibers, für den Fangraphs zu Beginn der Offseason einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen Dollar prognostizierte. Möglicherweise haben die Yankees auch deshalb zugegriffen, weil sie damit rechnen, Walker während der Saison gewinnbringend weitertraden zu können.

CarGo bleibt bei den Rockies
Im Gegensatz zu den bisher erwähnten Spielern war es für Outfielder Carlos Gonzalez fast schon absehbar, dass er nicht mit einem großen Zahltag in der Free Agency rechnen durfte. Er hatte 2017 offensiv ein schwieriges Jahr (.262/.339/.423, 14 HR, -0.2 fWAR) und seine schwache Defense sowie Probleme mit linkshändigen Pitchern machen ihn nicht gerade attraktiver. Dass er nun für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr bei den Colorado Rockies bleiben darf, ist von daher durchaus als Erfolg für ihn zu werten – obwohl er letztes Jahr an gleicher Stelle noch das Vierfache verdient hat.

Lucroy landet in Oakland 
Auch für die Oakland Athletics ist beim Winterschlussverkauf noch etwas abgefallen: Sie haben sich mit Catcher Jonathan Lucroy auf einen Einjahresvertrag von 6,5 Millionen Dollar geeinigt. Die Athletics sind weit entfernt von Konkurrenzfähigkeit, doch Lucroy ist definitv eine sinnvolle Ergänzung. Er wertet die bislang auf Replacement-Level besetzte Position sowohl direkt auf als auch indirekt, indem er die neuen Kollegen an seiner reichhaltigen Erfahrung teilhaben lassen wird.

Dopingsperre für Royals-Outfielder Bonifacio
Unterdessen hat Jorge Bonifacio Erfahrungen gemacht, auf die man gerne verzichtet: Er hat versucht, sich mit verbotenen Mitteln – konkret geht es um das Steroid Boldenon – einen Vorteil zu verschaffen, und er hat sich dabei erwischen lassen. Der Outfielder wird nun 80 Spiele lang, also rund die halbe Saison, zuschauen und in dieser Zeit auch auf sein Gehalt verzichten müssen. Für Ned Yost, den Manager der Royals, war es ein Schock („It really kind of made me sick to my stomach“), aber wenigstens sparte er sich dadurch eine unangenehme Personalentscheidung. Denn durch Bonifacios Sperre wurde automatisch der Rosterplatz frei, den die Royals für Moustakas brauchten.

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März 7th, 2018 by Dominik

Die Phillies haben fünf aufeinander folgende Saisons mit jeweils 89 bis 99 Niederlagen hinter sich. Aber sie waren in dieser Zeit nicht untätig. Sie haben ihr Front Office neu aufgestellt, sich von älteren und teuren Spielern getrennt und sich reichlich mit talentiertem Nachwuchs eingedeckt – ein klassisches Rebuilding eben. Nun sehen die Phillies offenbar den richtigen Zeitpunkt gekommen, den nächsten Schritt zu tun: In der Offseason haben sie ein neues Trainerteam zusammengestellt, an dessen Schaltzentrale der ebenfalls neu verpflichtete Manager Gabe Kapler sitzt. Mit First Baseman Carlos Santana gönnten sie sich erstmals seit langer Zeit, einen etablierten Veteranen zu holen, der mehr als ein Platzhalter sein kann und soll. Darüber hinaus wurde der Bullpen mit Pat Neshek und Tommy Hunter verstärkt. Es herrscht Aufbruchstimmung in Philadelphia, die bis Saisonbeginn wahrscheinlich noch durch einen zusätzlichen Starting Pitcher gefördert werden wird. Die Phillies gleich zum Playoffkandidaten zu stempeln, würde mir persönlich zu weit gehen. Aber ich rechne mit einer deutlich besseren Saison als letztes Jahr und spätestens 2019 wird mit Ihnen ernsthaft zu rechnen sein.

Voraussichtliches Lineup
C Jorge Alfaro
1B Carlos Santana
2B Cesar Hernandez
SS J.P. Crawford
3B Maikel Franco
LF Rhys Hoskins
CF Odubel Herrera
RF Nick Williams

Voraussichtliche Rotation
SP Aaron Nola
SP Jerad Eickhoff
SP Vincent Velasquez
SP Nick Pivetta
SP Ben Lively
Closer Hector Neris

Wichtigster Zugang
1B Carlos Santana (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
SS Freddy Galvis (San Diego Padres)

Bestes Prospect
SP Sixto Sanchez

Größte Stärke
Der Bullpen: Die Phillies sind gut mit Relievern bestückt und das müssen sie angesichts der in weiten Teilen unerfahrenen und unerprobten Starting Rotation auch sein. Der Bullpen stand 2017 laut relevanten Maßen wie ERA (4.18), FIP (4.15) und fWAR (4.3) im Mittelfeld der Liga – was für ein in allen anderen Teilen weit hinten rangierendes Team schon beachtlich ist. Mit Pat Neshek und Tommy Hunter wurden zusätzliche Verstärkungen geholt, sodass diese Einheit auch 2018 wieder ein Pluspunkt der Phillies sein dürfte.

Größte Schwäche
Die Rotation außer Nola: Aaron Nola ist die einzige verlässliche Größe unter den aktuell vorgesehenen Startern. Die Phillies gelten seit Wochen als ein Favorit dafür, vor Saisonbeginn noch einen der verbliebenen Top-Pitcher Jake Arrieta, Lance Lynn oder Alex Cobb an Land zu ziehen. In dem Fall wäre die Schwäche zumindest teilweise behoben und ich würde Philadelphia dieses Jahr als Kandidaten für eine .500-Bilanz sehen.

Spannendste Frage
Wird das Spring-Training-Experiment in der Saison fortgeführt? Der neue Manager Gabe Kapler testet zurzeit eine interessante Neuerung: Er lässt seine Outfielder öfter mal in Abhängigkeit vom jeweiligen Batter des Gegners die Positionen tauschen. Das Ziel ist, den jeweils besseren bzw. passenderen Fielder an der Stelle zu haben, zu der der Batter mit höherer Wahrscheinlichkeit schlägt. Das klingt nachvollziehbar, wurde aber im professionellen Baseball bislang nicht praktiziert. Im Erfolgsfall könnte sich daraus ein neuer Trend entwickeln.

Prognose
Platz 4 in der NL East

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

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Dezember 21st, 2017 by Dominik

Kurz vor Weihnachten zeigen sich viele Front Offices rührig, um ihre Teams und deren Fans mit der einen oder anderen Weichenstellung für die kommende Saison zu bescheren – und natürlich, um sich selbst ein bisschen Ruhe über die Feiertage zu sichern, denn erfahrungsgemäß ist dies der Zeitpunkt, an dem die Beatwriter und Analysten unruhig werden, wenn ihr Team in der Offseason noch keine oder nur wenige Erfolge vermelden konnte. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen diese Woche zwei interessante Trades. Zudem hat sich einiges auf dem Free-Agent-Markt getan, besonders in Bezug auf First Basemen.

Braves und Dodgers traden, um zu sparen
Outfielder Matt Kamp kehrt von den Atlanta Braves zurück zu den Los Angeles Dodgers, für die er schon von 2006 bis 2014 gespielt hatte. Im Gegenzug schicken die Dodgers 1B Adrian Gonzalez, SP Scott Kazmir, SP Brandon McCarthy, Infielder Charlie Culberson und zusätzlich Geld nach Los Angeles. Das Bemerkenswerte an diesem Trade ist, dass er – außer Ergänzungsspieler Culberson – auf beiden Seiten lauter Spieler umfasst, die dank alter Verträge deutlich mehr Geld verdienen als sie zuletzt durch Leistung rechtfertigen konnten. Beide Teams haben mit dem Deal ihre Payrollsituation verbessert, die Dodgers für dieses und die Braves für nächstes Jahr. Die Spieler, die die Braves erhalten haben, kosten für 2018 rund 52 Millionen Dollar. Das ist ein Haufen Geld, tut den Braves aber nicht allzu weh, weil sie 2018 keine großen Pläne haben und lieber in diesem Jahr überbezahlen als im Jahr darauf – und dann sind die betreffenden Spieler alle Free Agents. Adrian Gonzalez wurde von den Braves von vornherein als so nutzlos abgestempelt, dass sie ihn direkt nach dem Trade entlassen haben – seine 22,375 Millionen zahlen sie ihm trotzdem und nun kann er sich ein Team suchen, das ihn für ein Minimalgehalt spielen lässt.

Matt Kemp hingegen hat noch zwei Jahre Vertrag und erhält dafür 43,5 Millionen Dollar. Als Spieler wird er den Dodgers nicht viel weiterhelfen, aber es hilft ihnen deutlich, dass sie die Gehälter der anderen los sind und Kemps Gehalt sich auf 2018 und 2019 verteilt. Auf diese Weise halten sie die Payroll für 2018 niedriger und müssen weniger oder sogar gar keine Strafabgabe an die Liga bezahlen. Wenn sie um die Luxussteuer ganz herum kommen, zahlt es sich für sie besonders aus, denn diese steigt deutlich an, wenn man mehrere Jahre in Folge über der festgelegten Schwelle liegt. Die Dodgers lagen zuletzt zwei Jahre hintereinander darüber.

Rays senden Longoria nach San Francisco
Der zweite große Trade der Woche hat deutlich mehr mit sportlichen Ambitionen zu tun als der erste: Die San Francisco Giants füllen eine klaffende Lücke in ihrem Lineup, indem sie 3B Evan Longoria von den Tampa Bay Rays holen. Damit signalisieren die Giants deutlich, dass sie die enttäuschende Saison 2017 schnell hinter sich lassen und schon nächstes Jahr wieder wettbewerbsfähig sein wollen. Die Rays lassen nach zehn Jahren, die Longoria für sie spielte, das Gesicht ihrer Franchise ziehen. Im Gegenzug für den 32-Jährigen erhalten sie Outfielder Denard Span, Infield-Prospect Christian Arroyo und zwei Minor-League-Pitcher. Die Kernkomponente auf dieser Seite des Trades ist Arroyo, der als herausragendes Talent gilt und den Deal zu einem klassischen Tausch macht zwischen einem Team, das kurzfristige Erfolge sucht (den Giants), und einem, dass beim Aufbau seines Kaders noch ein paar Jahre Zeit hat (den Rays).

Der Markt für die erste Base lichtet sich 
Oft fallen die Free Agents auf bestimmten Positionen wie Dominosteine, sobald einer den Anfang macht. In der Vorwoche kamen vor allem die Relief Pitcher in den Genuss, dass fast jedes Team sich einen von ihnen sichern wollte. Diese Woche waren die First Basemen an der Reihe. Den größten Paukenschlag landeten die Philadelphia Phillies, die sich für 60 Millionen Dollar für drei Jahre die Dienste von Carlos Santana sicherten. Dieser Move kam äußerst überraschend, denn erstens lässt er sich kaum mit dem laufenden Rebuilding-Projekt der Phillies in Einklang bringen und zum anderen wirft er die Frage auf, wo die Phillies mit ihrem jungen und vielversprechenden 1B Rhys Hoskins hin wollen. Wenn mir DEN Sinn dieser Verpflichtung jemand erklären kann: Ich bin ganz Ohr.

Die Cleveland Indians, Santanas bisheriger Club, haben direkt einen Nachfolger geholt und für zwei Jahre Yonder Alonso (bisher Athletics) verpflichtet. 1B Matt Adams ist unterdessen mit einem Einjahresvertrag bei den Washington Nationals untergekommen und Mitch Moreland hat sich mit den Boston Red Sox für zwei weitere Jahre geeinigt. Interessante First Basemen, die noch ohne neues Teams sind, sind Eric Hosmer (Royals), Logan Morrison (Rays), Mike Napoli (Rangers), Adam Lind (Nationals) und Lucas Duda (Rays).

Freddy Galvis nach San Diego
Ein weiterer Move der Phillies in dieser Woche erscheint deutlich nachvollziehbarer als die oben erwähnte Verpflichtung von Carlos Santana: Shortstop Freddy Galvis wurde für Pitching-Prospect Enyel De Los Santos zu den San Diego Padres getradet. Galvis ist einer der besten defensiven Shortstops der Liga, gleichwohl hatten die Phillies keine Verwendung mehr für ihn. Sein Vertrag läuft ohnehin nach der Saison 2018 aus und der talentierte J. P. Crawford gilt den Phillies als ihr Shortstop der Zukunft (und jetzt wohl auch der Gegenwart).

Brewers, Yankees und Rangers ergänzen Rotation
Zu den populäreren Namen des Free-Agent-Marktes für Pitcher wie Yu Darvish, Jake Arrieta und Lance Lynn gibt es noch keine Vollzugsmeldungen, aber einige solide Ergänzungen einer Starting Rotation konnten in den letzten Tagen an den Mann gebracht werden: Jhoulys Chacin (bisher Padres) läuft die nächsten zwei Jahre für die Milwaukee Brewers auf, C. C. Sabathia bleibt für ein weiteres Jahr bei den Yankees und Matt Moore wurde für zwei Pitching-Prospects von San Francisco zu den Texas Rangers getradet. Nach einer Saison zum Vergessen (5.52 ERA) erhält Moore die Chance auf einen Neuanfang in veränderter Umgebung.

Mets verlängern Vertrag von GM Alderson 
Die New York Mets verbringen bislang eine sehr zurückhaltende Offseason mit Reliever Anthony Swarzak als einziger nennenswerter Neuverpflichtung. Die seit zwei Jahren andauernde Untätigkeit sowie der offensichtliche Unwille, sich zum Status eines Big-Market-Teams zu bekennen und entsprechend in den Kader zu investieren, haben in den vergangenen Tagen deutliche Kritik etablierter Beatwriter wie Marc Carig von Newsday und Joe D von Metsmerized an den Ownern Fred und Jeff Wilpon sowie an General Manager Sandy Alderson hervorgerufen. Die beiden verlinkten Artikel kann ich übrigens sehr empfehlen, sie sprechen mir und sicherlich vielen weiteren Mets-Fans aus der Seele.

Die bislang einzige Reaktion der Mets bestand darin, dass sie gestern die Verlängerung von Aldersons Vertrag bekannt gegeben haben. Ganz offensichtlich ist man bereit, sich dem Wettbewerb zu stellen – wenn auch leider nur dem Wettbewerb mit Derek Jeter und Co. um die unbeliebteste Vereinsführung der Liga…

Die skurrilste Verletzung des Jahres 
Martin Perez, Starting Pitcher der Texas Rangers, hat sich am Ellbogen verletzt. Er musste operiert werden und obwohl die Verletzung zum Glück nur den rechten Arm des Linkshänders betrifft, wird Perez wohl nicht vor Mai auf dem Platz stehen können. So etwas ist bedauerlich, aber im Profisport durchaus an der Tagesordnung. Ungewöhnlich ist aber, wie er sich die Verletzung zugezogen hat. Von einem „Vorfall mit einem Bullen“ war zunächst die Rede, was eine Reihe von Spekulationen zuließ: Hatte Perez den Bullen geritten und war abgeworfen worden? War der Bulle ausgebrochen und hatte Perez mit den Hörnern attackiert? Es stellte sich heraus, dass der Vorfall nicht ganz so dramatisch, wenngleich nicht weniger peinlich war: Freizeit-Landwirt Perez hatte sich im Gehege des Bullen aufgehalten, der zwar angebunden war, aber wohl eine plötzliche Bewegung in Perez‘ Richtung machte. Als Perez vor Schreck zurück wich, fiel er hin und landete unsanft auf dem Ellbogen.

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November 9th, 2017 by Dominik

Herzlich willkommen zur ersten Offseason-Ausgabe des Grand Slam am Donnerstag in diesem Jahr. Bis es im April wieder um Spiele und Ergebnisse geht, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich aus Zeitgründen nicht in einem ausführlichen Artikel verarbeiten kann, aber zumindest mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich hiermit ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, und ich freue mich über jede weitere.

Roy Halladay und Daniel Flores sind tot
Einsteigen muss ich leider mit zwei sehr traurigen Meldungen: Roy Halladay, während seiner aktiven Zeit für Philadelphia und Toronto einer der besten Pitcher der MLB, ist im Alter von nur 40 Jahren ums Leben gekommen. Halladay brachte es von 1988 bis 2013 dreimal zum All-Star und gewann je einen Cy-Young-Award in der National und in der American League. Legendär wurde er im Jahr 2010,  als er für die Phillies ein Perfect Game in der regulären Saison und einen No-Hitter in den Playoffs warf. „Doc“ Halladay starb am Dienstag beim Absturz eines von ihm selbst gesteuerten Leichtflugzeuges in den Golf von Mexiko.
Genauso traurig ist die Geschichte von Daniel Flores: Gerade mal 17 Jahre alt wurde der Nachwuchs-Catcher, den die Boston Red Sox erst im Sommer dieses Jahres für einen Signing-Bonus von über drei Millionen Dollar aus seiner Heimat Venezuela geholt hatten. Er schien eine große Zukunft vor sich zu haben, galt als Top-10-Prospect sowohl innerhalb der Franchise als auch unter allen Catchern im US-Baseball. Flores starb laut Meldung der Red Sox an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Krebsbehandlung.

Neue Manager für sechs MLB-Teams
Ein Fünftel der MLB-Teams wird mit einem neuen Manager in die Saison 2018 gehen. Zur Erinnerung: Der Manager ist im Baseball-Sprachgebrauch die Position, die man in anderen Sportarten als Headcoach oder Cheftrainer bezeichnet.
In Detroit hat man sich für einen alten Hasen entschieden in Person von Ron Gardenhire, der von 2002 bis 2014 dreizehn Jahre lang die Minnesota Twins gemanagt hatte. Der 60-Jährige soll mit seiner Erfahrung den dringend nötigen Neuaufbau der Tigers begleiten.
Ebenfalls im Neuaufbau befinden sich die Philadelphia Phillies, die dabei auf ein ganz neues Gesicht setzen: Gabe Kapler verfügt bisher über keine Erfahrung als Manager außer einem kurzfristigen Minor-League-Engagement vor zehn Jahren, nach dem er dann doch noch bis 2011 seine Karriere als Spieler fortsetzen. Als Director of Player Development der Los Angeles Dodgers durfte der 42-Jährige in den vergangenen drei Jahren unter Beweis stellen, dass er ein gutes Händchen in der Entwicklung junger Spieler hat.
Die anderen vier Teams, die sich für einen Wechsel des Managers entschieden haben, streben keinen Neuaufbau sondern zeitnahe Erfolge an. Die Boston Red Sox erhoffen sich diese von Alex Cora, der als Bench Coach in Houston gerade die World Series gewonnen hat. Außer diesem einen Jahr Coaching-Erfahrung ist Cora in dem Metier noch ein unbeschriebenes Blatt. Er gilt aber als hervorragender Analyst und stand bei mehreren Teams auf der Kandidatenliste als Manager.
Eines dieser Teams waren die New York Mets. Sie haben sich letztlich für Mickey Callaway entschieden, den bisherigen Pitching-Coach der Cleveland Indians. In dieser Rolle hat er fünf Jahre lang sehr erfolgreiche Arbeit geleistet und sich damit für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter empfohlen. Callaway ist genau wie Kapler und Cora 42 Jahre alt, das scheint dieses Jahr ein beliebtes Einstiegsalter zu sein.
Ein paar Jahre älter, genauer gesagt 53, musste Dave Martinez werden, bevor ihm die Washington Nationals seine erste Chance als Manager auf höchster Ebene anboten. Er bringt zehn Jahre Erfahrung als Bench Coach der Tampa Bay Rays und der Chicago Cubs mit.
Die einzige derzeit noch offene Managerstelle der MLB ist die wohl begehrteste, nämlich die der New York Yankees. Etwas überraschend trennten sich die Yankees nach der Saison von Joe Girardi, der zehn Jahre lang das Zepter in der Hand gehalten und 2009 einen World-Series-Titel geholt hatte. Die Yankees haben gerade erst mit den Bewerbungsgesprächen begonnen; als erster wurde der bisherige Bench Coach Rob Thomson interviewt. Die Kandidatenliste ist noch lang, der prominenteste Name darauf ist jedoch bereits gestrichen: Alex Rodriguez hat deutlich gemacht, dass er kein Interesse an dem Job hat.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden die Gold Glove Awards für herausragende Defensivleistungen vergeben. 18 Preisträger gibt es, je einen auf jeder Position in der National League und in der American League. Besonders hervorzuheben sind 3B Nolan Arenado (Rockies), LF Jason Heyward (Cubs) und LF Alex Gordon (Royals), die jeweils schon zum fünften Mal in ihrer Karriere die Ehrung erhalten haben. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2017.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Die Finalisten für die Auszeichnungen wurden vor einigen Tagen veröffentlicht. Meine persönliche Einschätzung hatte ich Anfang September bereits abgegeben und anscheinend habe ich zumindest nicht ganz falsch gelegen, denn meine Favoriten sind allesamt noch im Rennen.

Qualifying Offers für neun Spieler
Der wichtigste Teil der Offseason ist die Free Agency, die am Sonntag offiziell begonnen hat. Ihr Startschuss ist gleichzeitig die Deadline für das Einreichen sogenannter Qualifying Offers. Neun Spieler mit auslaufendem Vertrag haben von ihrem Team ein solches Angebot erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,4 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Jeder von ihnen hat nun eine Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnt er es ab und unterschreibt woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Hier gibt es eine Übersicht über die neun Qualifying Offers dieses Jahres sowie über ein paar nennenswerte Spieler, die das Angebot nicht erhalten haben. Für Spieler, die während der gerade beendeten Saison getradet wurden, können übrigens keine Qualifying Offers abgegeben werden.

Stanton, Gordon, Yelich im Ausverkauf?
Trade- und Free-Agent-Gerüchte gibt es in dieser Zeit des Jahres mehr als man erzählen kann. Im Mittelpunkt davon stehen dieses Mal die Miami Marlins, nachdem die neue Owner-Gruppe um Derek Jeter angekündigt hat, einen massiven Umbruch einzuleiten und die Kosten des Kaders deutlich zu reduzieren. RF Giancarlo Stanton, 2B Dee Gordon und CF Christian Yelich sind die drei herausragenden Kandidaten, die gesteigertes Interesse anderer Teams hervorrufen dürften. Das gilt ganz besonders für Stanton, der dieses Jahr die meisten Homeruns (59) erzielt hat seit Barry Bonds 2001 auf dem Höhepunkt der Doping-Ära 73 gelangen. Ihn hätte sicher jeder General Manager gern im Team, allerdings kommt Stanton mit einem dicken Rucksack: Das neue Team müsste den noch bis 2028 laufenden Vertrag übernehmen, der Stanton durchschnittlich 25 Millionen Dollar im Jahr einbringt. So krank es sich anhören mag: 25 Millionen Dollar Jahresgehalt für einen Superstar sind in der MLB durchaus im normalen Rahmen. Das Problem bei der Sache ist die Verpflichtung, die teure Bezahlung noch elf Jahre aufrecht zu erhalten, ohne zu wissen ob Stanton mit 38 noch fit ist und abliefert. Ich bin relativ sicher, dass die Marlins jemanden finden, der den Vertrag übernimmt. Viel Gegenwert in Form von Prospects werden sie wegen der problematischen Vertragssituation aber nicht erwarten dürfen.

Lackey, Colon, Granderson haben noch lange nicht genug
Im Gegensatz zum letzten Jahr, als zum Beispiel David Ortiz und Alex Rodriguez ihre Karriere beendeten, hat in der laufenden Offseason noch kein ganz Großer seinen Übergang in den Ruhestand verkündet. Die Pitcher Matt Cain (Giants) und Bronson Arroyo (Reds) sind bislang die namhaftesten Neurentner des Jahres. Drei andere Kandidaten, Pitcher John Lackey (39, Cubs), Pitcher Bartolo Colon (44, Twins) und Outfielder Curtis Granderson (36, Dodgers) haben trotz fortgeschrittenen Alters und auslaufender Verträge bereits angekündigt, dass sie auch nächstes Jahr noch in der MLB zu spielen gedenken. Ich freue mich drauf.

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September 14th, 2017 by Dominik

Mit 21 Siegen in Folge haben die Cleveland Indians einen neuen Rekord aufgestellt – zumindest für die American League und je nach Definition haben sie auch den Rekord für die gesamte MLB eingestellt. Diese fantastische Leistung ist zurzeit mit Recht das große Thema in der MLB. Andere wichtige Neuigkeiten treten dahinter ein bisschen in den Schatten, sollen aber hier nicht unerwähnt bleiben: Die Washington Nationals und die Los Angeles Dodgers stehen als erste Playoffteilnehmer fest; die Oakland Athletics haben nach langer Suche den Platz für ein neues Stadion gefunden; und der Japaner Shohei Otani, von einigen Scouts bereits überschwänglich als bester Baseballer der Welt gefeiert, plant diversen Berichten zufolge, nächstes Jahr zu einem MLB-Team zu wechseln.

American League
Die American League East bleibt eine von nur noch zwei Divisionen, in denen es zweieinhalb Wochen vor Schluss noch heiß her geht im Kampf um die Spitze. Während die Boston Red Sox (82-63) diese Woche zwei spielfreie Tage hatten, traten die New York Yankees (79-66) jeden Tag an und nutzten die Gelegenheit, um zwei Siege auf den Konkurrenten auzuholen. Beide haben nun in der gesamten Saison wieder gleich viele Spiele absolviert und liegen nur drei Spiele auseinander. Ein direktes Aufeinandertreffen gibt es dieses Jahr nicht mehr, die entscheidenden Punkte müssen im Fernduell geholt werden. Das Zünglein an der Waage könnten dabei die Baltimore Orioles (72-74) spielen, denn gegen sie müssen in den kommenden sieben Tagen zuerst die Yankees und dann die Red Sox antreten. Leichte Matchups dürften das nicht werden, denn die Orioles hoffen selbst noch auf die Playoffteilnahme, für die sie angesichts von viereinhalb Spielen Rückstand auf den zweiten Wild-Card-Platz jeden Sieg bitter nötig haben.

Zurzeit befindet sich dieser zweite Wild-Card-Platz in der AL Central, genauer gesagt in den Händen der Minnesota Twins (76-69). Sollten die Twins ihren Vorsprung von momentan zwei Spielen verteidigen und in die Postseason einziehen, hätten sie Geschichte geschrieben: Sie wären das erste Team, dass nach einer Saison mit 100 oder mehr Niederlagen (in dem Fall waren es 103) im folgenden Jahr in die Playoffs einzieht. Ich würde es ihnen sehr gönnen, zum einen weil ich solche Underdog-Storys mag und zum anderen, weil auch Max Kepler dann sein Können auf einer noch größeren Bühne zeigen dürfte. Die Cleveland Indians (90-56) haben unterdessen ihren Platz in den Geschichhtsbüchern bereits gebucht, 21 Siege hintereinander sind die längste Erfolgsserie seit den Chicago Cubs von 1935 und auch die können sie mit nur einem weiteren Sieg heute Nacht gegen die Kansas City Royals (72-73) hinter sich lassen.

Die Houston Astros (87-58) haben in den letzten Tagen geschwächelt – von den Oakland Athletics (64-81) ließen sie sich in vier Spielen sweepen, gegen die Los Angeles Angels (74-71) reichte es bislang zu einem knappen Sieg und einer deutlichen Niederlage. Klar, die AL West wird den Houston Astros niemand mehr nehmen, aber den Rang des Top-Seeds in der AL haben die Indians ihnen inzwischen abgelaufen. Es scheint sich abzuzeichnen, dass die Astros in der ersten Playoffrunde, der ALDS, gegen die Boston Red Sox antreten müssen – gegen die sie interessanterweise auch die reguläre Saison mit einer Vier-Spiele-Serie abschließen werden. Auch sonst haben die Astros ein schwieriges Restprogramm. Heute Nacht und noch dreimal nächste Woche geht es gegen die Angels, den derweil ernstzunehmendsten Verfolger der Twins im Kampf um den zweiten Wild-Card-Platz hinter den Yankees; dazwischen dreimal gegen die Seattle Mariners (73-73), für die die Wild Card ebenfalls noch in Reichweite ist.

National League
Deutlich bequemer ist das Leben der Washington Nationals (88-57), die den Gewinn der konkurrenzfreien National League East mittlerweile auch rechnerisch unter Dach und Fach gebracht haben und selbst die zwei deutlichen Niederlagen gegen die Atlanta Braves (66-78) mit einem müden Schulterzucken erdulden können. Die Hauptsorge der Nationals besteht darin, ihren Superstar Bryce Harper bis zu den Playoffs fit zu bekommen. Das ging bisher nicht so schnell vonstatten wie anfangs erhofft, aber inzwischen hat Harper mit leichten Baseballaktivitäten – lockeres Rennen und Werfen, Schlagen vom Tee – begonnen. Da die Minor Leagues die Saison bereits beendet haben, wird es kein klassisches Rehab-Assignment für Harper geben. Umso wichtiger wäre es für die Nationals, ihm noch in der regulären Saison etwas Spielpraxis verschaffen zu können.

Die NL Central ist sicher nicht die stärkste, dafür aber zurzeit die spannendste Division der MLB. Zwischenzeitlich schien Titelverteidiger Chicago Cubs (79-66) schon ein Stück davon gezogen zu sein, doch durch einen Drei-Spiele-Sweep in Chicago konnten die Milwaukee Brewers (77-69) den Abstand auf nur noch zweieinhalb Spiele reduzieren und auch die St. Louis Cardinals (76-69) haben sich weiter herangearbeitet und stehen nur ein halbes Spiel hinter den Brewers. Zwischen Chicago und St. Louis könnte sich während des direkten Aufeinandertreffens an diesem Wochenende (siehe „Spiel der kommenden Woche“) einiges klären. Profitieren könnten von diesen Duellen vor allem die Brewers, die in der Zeit gegen die zuletzt sehr schwachen Miami Marlins antreten – übrigens im heimischen Miller Park, da die eigentliche Auswärtsserie wegen Hurrikan Irma in Absprache beider Teams nach Milwaukee verlegt wurde.

Die Los Angeles Dodgers (94-52) sahen eine Zeitlang so aus, als könnten sie den Rekord von 116 gewonnen Spielen in einer Saison brechen, dann allerdings verloren sie in einer Reihe von 16 Spielen 15 und mussten sich sogar um den Gewinn der NL West sorgen. Beides – die 116 Siege sowie der Verlust der Divison – ist theoretisch noch drin, praktisch aber wohl ausgeschlossen. Praktischerweise aus Sicht der Dodgers haben die Colorado Rockies (80-66) den Höhenflug der Arizona Diamondbacks (84-62) gestoppt und für beide ist es weiterhin wahrscheinlich, dass sie sich direkt nach der regulären Saison im Wild-Card-Spiel der National League wiedersehen. Die Brewers und die Cardinals aus der NL Central stehen zwar nur drei bzw. dreieinhalb Spiele hinter den Rockies, doch das Restprogramm der beiden West-Vertreter ist deutlich einfacher und daher gehe ich davon aus, dass diese nichts mehr anbrennen lassen.

Szene der Woche
Rache ist süß: Der letzte Inside-the-Park-Grand-Slam in der MLB fand statt am 25. September 2015, erzielt von Aaron Altherr für die Philadelphia Phillies, unterstützt von einer missglückten Abwehraktion von Michael Taylor von den Washington Nationals. Fast genau zwei Jahre später, am 8. September 2017, gab es wieder einen Inside-the-Park-Grand-Slam. Wieder war es im Spiel Philadelphia gegen Washington, dieses Mal jedoch für die Nationals und zwar von – ja genau, Michael Taylor.

Statistik der Woche 
128. So viele Spiele benötigte Dodgers-Pitcher Yu Darvish, um seine ersten 1000 Strikeouts in der Major League zu erzielen. Das sind sechs Spiele weniger als der bisherige Rekordhalter, das ehemalige Ass der Cubs, Kerry Wood. Auch wenn man es nach Innings betrachtet, hat Darvish Wood entthront: 812 IP brauchte Darvish für die 1000 Ks, bei Wood waren es 853. Groß gefeiert wurde diese beachtliche Leistung allerdings nicht, denn sie fiel mitten in die Niederlagenserie der Dodgers und auch Darvishs Auftritt war bei dem 4:5 gegen die Rockies nicht besonders gut.

Spiel der Woche
Dafür, dass die Minnesota Twins nun klarer Favorit auf die zweite Wild Card der AL, die Kansas City Royals hingegen so gut wie aus dem Rennen sind, ist vor allem der Ausgang eines einzigen Spieles verantwortlich: Mit 2:1 lagen die Royals am Freitag nach acht Innings vorne, doch angeführt von Max Kepler drehten die Twins die Partie im letzten Durchgang. Royals-Closer Kelvin Herrera ließ nach Keplers Leadoff-Single zwei weitere Hits, zwei Walks und insgesamt drei Runs zu – und erfuhr nach dem Spiel, dass er nicht mehr der Closer ist. Übrigens revanchierten sich die Royals zwei Tage später, indem sie ihrerseits ein 0:2 gegen die Twins spät zu einem 5:2-Erfolg für sich drehten und die Serie schließlich mit 2:2 Siegen abschlossen. Um im Wild-Card-Rennen dranzubleiben, war das aus Royals-Sicht jedoch zu wenig.

Spiel der kommenden Woche
Der Dreikampf der NL Central wird möglicherweise der interessanteste Teil der verbleibenden zweieinhalb Wochen dieser MLB-Saison. Von Freitag bis Sonnntag treffen die Chicago Cubs dreimal auf die St. Louis Cardinals. Verläuft es ideal für die Cubs, haben sie nach dem Wochenende mindestens einen Verfolger weniger; genauso gut können sie aber schon am Sonntag die Tabellenführung los sein, wenn es andersherum läuft. In dieses Duell sollte man auf jeden Fall mal reinschauen, zum Beispiel gleich am Freitag zur für uns besten Sendezeit (20:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit). Die Cardinals schicken zu diesem Spiel ihren besten Starter Carlos Martinez (3.33 ERA, 3.78 FIP) ins Rennen, die Cubs den in diesem Jahr eher enttäuschenden Jon Lackey (4.65 ERA, 5.26 FIP).

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