September 24th, 2020 by Silversurger

Nur noch drei bis fünf Spiele je Team, dann ist die MLB-Saison des Corona-Jahres 2020 Geschichte. Vor allem in der National League steht noch ein aufregendes Wochenende bevor, denn das Playoffrennen gestaltet sich auf der Schlussgeraden extrem spannend. Nach nur einem Tag Pause geht es am Dienstag schon los mit der Wild-Card-Runde, in der dieses Jahr alle 16 qualifizierten Teams in Best-of-3-Serien antreten müssen.   

National League
Den ersten Platz in der NL West sowie in der Setzliste der NL haben sich die Los Angeles Dodgers (39-17) bereits fest gesichert. Auch die Atlanta Braves (34-22), die Chicago Cubs (32-24) und die San Diego Padres (34-22) haben das Playoffticket in der Tasche und werden in der Wild-Card-Runde Heimrecht genießen.

Ein Hauen und Stechen gibt es am Schlusswochenende um die Playoffplätze fünf bis acht. Sechs Teams machen sich noch berechtigte Hoffnungen. Sie alle liegen zurzeit höchstens einen Sieg über oder unter einer ausgeglichenen Bilanz und damit extrem eng beieinander. Zu vergeben sind zum einen noch die zweiten Plätze in der NL East und in der NL Central. Diese gingen derzeit an die Miami Marlins (28-28) und an die St. Louis Cardinals (27-26). Hinzu kommen die beiden Wild-Card-Plätze, die momentan die San Francisco Giants (28-27) und die Cincinnati Reds (29-28) belegen. In die Röhre schauen würden aktuell die Philadelphia Phillies (28-29) und die Milwaukee Brewers (27-28).

Im Restprogramm dieser Teams sticht vor allem die Serie zwischen den Cardinals und den Brewers ins Auge. Fünf Spiele haben die beiden Teams noch gegeneinander zu absolvieren und können somit jeweils aus eigener Kraft die Qualifikation für die Postseason klar machen. Falls sie sich die Siege teilen, freuen sich womöglich die Reds – sofern sie selbst ihre Hausaufgaben in den drei Spielen in Minnesota machen.

Das Überraschungsteam schlechthin in diesem Jahr sind die Marlins, doch ihnen drohen auf den letzten Metern die Felle davonzuschwimmen: Nach vier Niederlagen in Folge haben sie plötzlich nur noch ein halbes Spiel Vorsprung auf die Phillies. Ein weiteres Spiel bei den Braves und zum Abschluss drei bei den Yankees klingen nicht gerade nach einem vielversprechenden Finnish für die Marlins. Allerdings haben es die Phillies, die dreimal bei den Rays antreten müssen, auch nicht einfacher.

Bleiben noch die Giants, die heute noch mal gegen die Rockies und dann viermal gegen die Padres antreten. Auch das ist kein leichtes Restprogramm, aber im Gesamtbild erscheint es mir recht wahrscheinlich, dass wir die Giants nächste Woche in den Playoffs sehen.

Wichtig zu wissen ist noch, dass es – anders als in normalen Jahren – keine kurzfristig angesetzten Tiebreaker-Spiele gibt, wenn zwei oder mehr Teams den Kampf um die Playoffs mit identischer Bilanz abschließen. In einem solchen Fall wird zuerst der direkte Vergleich zwischen den Teams herangezogen; wenn es keinen gibt oder er ebenfalls unentschieden steht, werden als nächstes die Bilanzen innerhalb der Division herangezogen, dann die Bilanz der letzten 20 Spiele und falls nötig die der letzten 21, 22 usw. bis eine Entscheidung da ist.

American League
In der AL sind fast alle Entscheidungen gefallen. Dass sich noch Änderungen am seit Wochen absehbaren Playoff-Bild ergeben, ist kaum mehr als eine theoretische Möglichkeit. 

Die AL East geht hieb- und stichfest an die Tampa Bay Rays (37-20), der zweite Platz an die New York Yankees (32-24). Die Toronto Blue Jays (29-27) sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit per Wild-Card ebenfalls in den Playoffs. Dort müssen sie auf ihren Closer Ken Giles verzichten, der am Montag – ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag – erfuhr, dass er sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss. Als Achter der Setzliste werden die Blue Jays in der Wild-Card-Runde zur Nummer eins der AL reisen, also entweder zu den Rays oder den Athletics.

In der AL Central machen die Minnesota Twins (35-22) und die Chicago White Sox (34-22) die Plätze eins und zwei per Fernduell unter sich aus. Der Verlierer dieses Duells muss in den Playoffs voraussichtlich gegen die Yankees ran, während der Gewinner es mit den Astros zu tun bekommt. Die Cleveland Indians (32-24) werden wohl nicht über Platz drei in der Division hinauskommen, haben aber zumindest über die Wild-Card die Playoff-Teilnahme schon sicher. Nach einer Schwächephase in der vorletzten Woche scheinen die Indians gerade rechtzeitig wieder ihren Schwung gefunden zu haben, um in der K.O.-Runde erhobenen Hauptes nach Oakland oder Tampa Bay zu reisen.

Die Oakland Athletics (34-21) gewinnen die AL West mit großem Abstand. Für sie ist nur noch offen, ob es am Ende Platz eins oder zwei in der gesamten AL und der Gegner in der ersten Runde somit Toronto oder Cleveland wird. Fast sicher dabei sind auch die Houston Astros (28-28). Allerdings sehen sie zurzeit nach dem schwächsten Playoffteam der AL aus, nachdem sie sich mehr schlecht als recht mit 9-14 durch den September geschleppt haben und nun auch noch ihr Pitching-Ass Justin Verlander langfristig verletzt ausfällt. Sollten die Astros in der letzten Serie bei den Texas Rangers (19-37) massiv untergehen, könnten sogar noch die Los Angeles Angels (26-31) oder die Seattle Mariners (25-31) in die Playoffs rutschen. 

Szene der Woche
Es ist mal wieder Zeit, „unseren“ MLB-Star Max Kepler zu feiern. Am Dienstag durfte er im Spiel seiner Twins gegen die Detroit Tigers gleich zweimal den Helden spielen: zuerst im achten Inning, als ihm per Solo-Homerun der Ausgleich gelang, und dann erneut im zehnten Inning, in dem er mit einem Walk-Off-Single das Spiel für sein Team entschied.

Statistik der Woche 
14. So viele Strikeouts erzielte Mets-Pitcher Jacob deGrom am Montag in einem Spiel – zum zweiten Mal in dieser Saison. Er hat damit 2020 doppelt so viele 14-Strikeout-Spiele wie der Rest der Liga zusammen (Shane Bieber am Opening Day, falls jemand fragt). Typisch Mets allerdings: Das Spiel ging 1:2 verloren. Sollte deGrom dieses Jahr zum dritten Mal hintereinander den Cy-Young-Award gewinnen, so wäre er nach Greg Maddux und Randy Johnson der dritte in der MLB-Geschichte, dem dies gelingt – und der erste, dessen Team in dem Zeitraum kein einziges Mal die Playoffs erreichte.

Spiel der Woche
Fast wäre es das Highlight des Jahres für die Pittsburgh Pirates geworden: Das schwächste Team der MLB durfte sich sechs Innings lang an einem No-Hitter seines jungen Starters Mitch Keller erfreuen. 4:0 lagen die Pirates vorne, als Keller trotz seiner überragenden Leistung nach 84 Pitches ausgewechselt wurde – eine Vorsichtsmaßnahme, da es erst sein zweites Spiel nach einer Verletzungspause war. Auf seinen Bullpen konnte Keller sich leider nicht verlassen. Die Reliever Geoff Hartlieb und Sam Howard wurden von den Cardinals prompt mit 5 Runs begrüßt und gaben somit das Spiel aus der Hand. 

Mein Einschalttipp
An diesem Wochenende lohnt es sich, vor allem in all die Spiele hineinzuschauen, die ich im Abschnitt über die National League und das Rennen um die Playoffplätze fünf bis acht erwähnt habe. Vielleicht kommt es sogar am Sonntag ab 21:15 Uhr unserer Zeit zu einem echten Endspiel um die Playoffteilnahme zwischen den Brewers und den Cardinals.

Außerdem stehen in der Baseball-Bundesliga am Samstag und am Sonntag die ersten Halbfinalspiele zwischen den Bonn Capitals und den Paderborn Untouchables sowie zwischen den Regensburg Legionären und den Heidenheim Heideköpfen an. Alle Spiele werden live gestreamt, die Zeiten und Links dazu findet ihr hier

Posted in Baseball in Deutschland, Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

Februar 26th, 2020 by Silversurger

Mit nur 69 Siegen und dem letzten Platz in der NL Central haben die Pittsburgh Pirates gerade ihre schlechteste Saison seit 10 Jahren hinter sich. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Ich sehe wenig Hoffnung, dass die kommende Saison für sie besser läuft. In der Offseason waren sie auf dem Spielermarkt kaum aktiv; ihr wichtigster Move war die Abgabe von Centerfielder Starling Marte an die Arizona Diamondbacks. Zudem sitzt ihr stärkster Relief Pitcher Felipe Vazquez seit September in Haft – hoffentlich noch recht lange, wenn sich die Vorwürfe wegen Kindesmissbrauchs und Kinderpornografie gegen ihn bewahrheiten. Der Fall Vazquez war der Tiefpunkt in einer ganzen Reihe unwürdiger Vorgänge in der zweiten Jahreshälfte 2019, darunter mehrere Schlägereien innerhalb des Teams, das mit einer Bilanz von 25-48 nach dem All-Star-Break komplett auseinander fiel. In Reaktion darauf hat Team-Owner Bob Nutting den Hebel an der Chefetage angesetzt: Präsident Frank Coonelly, General Manager Neal Huntington und Manager Clint Hurdle wurden gefeuert und durch Travis Williams, Ben Cherington und Derek Shelton ersetzt. Die neuen Verantwortlichen sollen die Kultur des Klubs ändern und einen Neuaufbau einleiten. Auch sie können aber nur Erfolg haben, wenn sie mit den nötigen Mitteln ausgestattet werden. Nutting gilt als wenig investitionsfreudig, aktuell haben die Pirates mit rund 50 Millionen Dollar eines der geringsten Gehaltsbudgets der Liga.

Voraussichtliches Lineup
C Jacob Stallings
1B Josh Bell
2B Adam Frazier
SS Kevin Newman
3B Colin Moran
LF Bryan Reynolds
CF Jarrod Dyson
RF Gregory Polanco

Voraussichtliche Rotation
RHP Chris Archer
RHP Joe Musgrove
RHP Trevor Williams
RHP Mitch Keller
LHP Steven Brault
Key Reliever: Keone Kela

Wichtigster Zugang
OF Jarrod Dyson (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
OF Starling Marte (Arizona Diamondbacks)

Bestes Prospect
RHP Mitch Keller

Größte Stärke
Frischer Wind: Der klare Cut, der im Front Office durchgeführt wurde, war die einzig richtige Entscheidung nach dem desolaten Bild, das die Pirates letztes Jahr sowohl auf als auch neben dem Platz abgegeben haben.

Größte Schwäche
Die Farm: Baseball America listet – trotz Berücksichtigung des Marte-Trades – das Nachwuchssystem der Pirates nur auf Rang 23. Das ist keine gute Ausgangsposition für ein Team, das am Beginn eines Neuaufbaus steht.

Spannendste Frage
Findet Archer zurück in die Spur? Chris Archer galt einst als Pitching-Ass, schaffte es bei den Tampa Bay Rays zweimal ins All-Star-Team. Seit dem Wechsel nach Pittsburgh ist er ein Schatten seiner selbst. 2019 kam er in 23 Starts auf einen miesen ERA von 5.19 und fiel fünf Wochen mit einer verspannten Schulter aus. Die Offseason verbrachte er mit einem Workout-Programm in Kalifornien, das die Wende zum Guten bringen soll.

Meine Prognose
Platz 5 in der NL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

Posted in MLB, Preview Tagged with: , ,

Februar 6th, 2020 by Silversurger

Blockbuster-Alarm: Eine Woche vor dem Start des Spring Trainings gibt es noch mal einen richtig dicken Trade. Kernstück des Handels, an dem drei Teams, fünf Spieler und etliche Millionen Dollar beteiligt sind, ist Star-Outfielder Mookie Betts. Allerdings ist das Geschäft noch nicht endgültig besiegelt, da die damit verbundenen medizinischen Untersuchungen wohl Zweifel in Bezug auf einen der involvierten Nachwuchsspieler aufgeworfen haben.

Betts zu den Dodgers per 3-Team-Trade
Die wochenlangen Gerüchte, dass die Boston Red Sox einen Tradepartner für Mookie Betts suchen, haben sich bewahrheitet in Form eines aufsehenerregenden 3-Team-Trades. Die Los Angeles Dodgers verstärken sich mit Betts und obendrein mit Starting Pitcher David Price. Dafür geben sie ihren jungen Outfielder Alex Verdugo an die Red Sox ab und schicken Starter Kenta Maeda zu den Minnesota Twins. Die Twins wiederum reichen dafür ihr Top-Pitching-Prospect Brusdar Graterol weiter nach Boston. Graterol ist das eingangs erwähnte Fragezeichen, dessentwegen der Trade noch nicht offiziell ist. Die medizinische Freigabe ist in seinem Fall nur eingeschränkt erfolgt. Möglicherweise läuft es darauf hinaus, dass er wegen seiner Vorgeschichte mit einer Tommy-John-Surgery und mehreren anderen Verletzungen nicht mehr als zukünftiger MLB-Starter, sondern nur noch als Reliever eingestuft wird. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Trade trotzdem stattfindet, aber wahrscheinlich werden die Twins nun noch etwas drauflegen müssen.
Es erscheint auf den ersten Blick wenig verständlich, dass die Red Sox einen ihrer talentiertesten und beliebtesten Spieler im besten Alter abgeben (nebenbei bemerkt fast genau 100 Jahre nach dem legendär katastrophalen Trade von Babe Ruth zu den Yankees). Aber eine Vertragsverlängerung für Betts über 2020 hinaus passte nicht in den Kostenrahmen des Klubs für die nächsten Jahre. So entschied man sich, Betts lieber jetzt gegen einen ordentlichen Gegenwert abzugeben, statt ihn nächstes Jahr quasi umsonst gehen zu lassen. Mit Verdugo und Graterol konnte man zwei mögliche Eckpfeiler für ein kleines Rebuilding an Land ziehen – um den Preis, sich für die bevorstehende Saison gegenüber den übermächtig erscheinenden Yankees in der AL East ziemlich sicher aus dem Spiel zu nehmen.
Die Dodgers sehen derzeit wie der klare Gewinner des Trades aus – mit Betts erhalten sie einen offensiv wie defensiv überragenden Spieler, der angesichts seines Alters von 27 Jahren noch viele gute Jahre vor sich hat. Die Absicht des Klubs ist erklärtermaßen, ihn langfristig an sich zu binden. Hinzu kommt David Price, der zwar schon 35 ist und letztes Jahr durch eine Verletzung beeinträchtigt war, in der Rotation aber dennoch ein Upgrade gegenüber Maeda darstellen sollte. Weniger erfreulich ist, dass Price noch 96 Millionen Dollar aus einem 2016 mit den Red Sox geschlossenen Siebenjahresvertrag erwartet. Das wird aber dadurch abgemildert, dass die Red Sox sich im Zuge des Trades verpflichtet haben, rund die Hälfte dieser Summe zu tragen.
Der Part des Trades, der für mich nicht wirklich Sinn ergibt, ist der der Twins. Sie geben mit Graterol ihr Top-Pitching-Prospect her für einen 31-jährigen bestenfalls soliden Starter, der in der MLB noch in keinem Jahr mehr als 175.2 Innings geworfen hat. Für mich sieht das nach einem allzu optimistischen und kurzsichtigen Versuch eines Win-Now-Moves aus. Oder die Twins wussten schon, was bei der medizinischen Beurteilung herauskommt. Nach dieser werden sie wohl einen zusätzlichen Spieler oder Geld abgeben müssen, um den Deal abzuschließen.

Pederson bleibt in der Gegend
Im Windschatten des Betts-Trades haben die Dodgers Mittwochnacht einen weiteren Deal angebahnt: Joc Pederson soll nach Anaheim zu den Los Angeles Angels wechseln. Damit bauen die Dodgers das entstandene Überangebot im Outfield ab und sparen die 7,75 bis 9,5 Millionen Dollar, die sie Pederson dieses Jahr geschuldet hätten. Die Angels erhalten in Pederson einen überdurchschnittlichen Hitter für ihr allerdings ebenfalls überbevölkertes Outfield. Neben Mike Trout und Justin Upton war bislang Brian Goodwin für die Startformation vorgesehen, Letzterer als Platzhalter für das Top-Prospect Jo Adell.
Außer Pederson werden die Angels voraussichtlich auch OF-Talent Andy Pages und Pitcher Ross Stripling bekommen, im Gegenzug werden IF Luis Renfigo und ein oder zwei weitere Prospects zu den Dodgers wechseln. Der Deal wurde bisher noch nicht finalisiert, weil die Dodgers ihn vom Abschluss des Trades um Mookie Betts abhängig machen.

Mariners verlängern mit Gonzales
Um die Seattle Mariners war es in dieser Offseason ungewohnt ruhig. Ihr sonst so trade- und wechselfreudiger General Manager Jerry Dipoto scheint zurzeit mehr auf Kontinuität zu setzen. Dafür spricht der Sechsjahresvertrag, mit dem im November 1B-Prospect Evan White ausgestattet wurde, und dafür spricht auch der Kontrakt, den nun Pitcher Marco Gonzales erhielt. Der in Kürze 28-Jährige wird für 30 Millionen Dollar bis 2024 an den Klub gebunden, zudem haben die Mariners die Option, für 15 Millionen Dollar noch ein Jahr dranzuhängen.

Neue Teams für Flores und Riddle
Sowohl die San Francisco Giants als auch die Pittsburgh Pirates haben sich mit einem Infielder ergänzt. Die Giants statten Wilmer Flores mit einem Zweijahresvertrag über 6 Millionen Dollar aus. Flores lieferte letztes Jahr bei den Arizona Diamondbacks starke Ergebnisse (.317/.361/.487), wenngleich er wegen einer zwischenzeitlichen Fußverletzung nur 89 Spiele absolvierte. J. T. Riddle war bei den Miami Marlins nicht ganz so erfolgreich, vielmehr brachte er es bei einer Slashline von .189/.230/.371 auf negative -0.6 WAR und wurde nach der Saison entlassen. Dass er bei den Pirates einen MLB-Vertrag über immerhin 850.000 Dollar bekommt, finde ich daher überraschend.

Click neuer General Manager der Astros
Die Führungsmannschaft der Houston Astros ist wieder komplett: Eine Woche nach der Verpflichtung von Dusty Baker als Field Manager wurde nun James Click als neuer General Manager des skandalgeschüttelten Klubs vorgestellt. Der 42-Jährige war zuvor seit 2006 für die Tampa Bay Rays tätig, zuletzt als „Vice President for Baseball Operations“ – sozusagen als Assistent des General Managers. Click ist schon der zweite hochrangige Funktionär, den die Rays in dieser Offseason an die Konkurrenz verlieren: Ende Oktober hatten die Boston Red Sox Chaim Bloom zu ihrem General Manager gemacht.

Mets-Verkauf vorerst geplatzt
Hiobsbotschaft für die Fans der New York Mets: Der im Dezember angekündigte und von vielen herbeigesehnte Verkauf der Franchise wird möglicherweise nicht stattfinden. Nach allem, was bisher durchgesickert ist, sollen es mal wieder die aktuellen Teambesitzer Fred und Jeff Wilpon verbockt haben, indem sie in letzter Sekunde neue Forderungen auf den Tisch brachten. Es soll dabei vor allem darum gehen, wie lange und in welcher Form die Wilpons noch Einfluss auf die Franchise nehmen wollen. Der ursprünglich kaufwillige Multimilliardär Steve Cohen, der eine 80-Prozent-Mehrheit des Klubs übernehmen wollte, hat sich davon offenbar abschrecken lassen. Man darf gespannt sein, ob die Verhandlungen noch mal aufgenommen werden oder ob es das vorerst war mit den Hoffnungen, das ungeliebte Vater-Sohn-Gespann an der Vereinsspitze bald los zu sein.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Januar 30th, 2020 by Silversurger

Da war es nur noch einer: Outfielder Yasiel Puig ist von den diesjährigen Top-Free-Agents der letzte, der noch kein neues Team gefunden hat. Sein vorletzter Klub, die Cincinnati Reds, hat derweil mit Nicholas Castellanos gerade Puigs Nachfolger verpflichtet. Auch von den Managerposten, die im Zuge der Sign-Stealing-Affäre frei geworden waren, ist nur noch einer übrig. Nachdem sich letzte die Woche die New York Mets mit Luis Rojas einig wurden und diese Woche die Houston Astros mit Dusty Baker, sind nun allein die Boston Red Sox noch auf der Suche nach einem neuen Teamchef.

Dusty Baker neuer Manager der Astros
Die Houston Astros haben immer noch einen der stärksten Kader der Liga, doch es bleibt abzuwarten, wie das Team und sein Umfeld mit den Nachwirkungen des Sign-Stealing-Skandals umgehen. Den passenden Manager für diese Aufgabe dürften sie jedenfalls gefunden haben: Der 70-jährige Dusty Baker bringt jede Menge Routine und Erfahrung mit und ist zudem besonders dafür bekannt, einen guten Draht zu den Spielern sowie zu den Medien zu pflegen. Baker war zuletzt von 2016 bis 2017 bei den Washington Nationals tätig und führte diese zu starken Saisons mit 95 und 97 Siegen. Beide Male schieden die Nationals frühzeitig in den Playoffs aus, weshalb Bakers Vertrag nicht verlängert wurde. Jetzt kommt es zu einer interessanten Konstellation im Spring Training, denn Bakers alter und sein neuer Klub teilen sich einen gemeinsamen Trainingskomplex in West Palm Beach. Die Entscheidung für den neuen Manager wurde von Astros-Owner Jim Crane quasi im Alleingang getroffen, denn die Suche nach einem Nachfolger für Jeff Luhnow als General Manager läuft noch.

Diamondbacks machen das Rennen um Marte
Die Pittsburgh Pirates haben fast die ganze Offseason über geworben und verhandelt, um ihren Centerfielder Starling Marte möglichst gewinnbringend loszuwerden. Die Arizona Diamondbacks haben nun zugeschlagen und sich die Dienste des 31-Jährigen gesichert. Als Gegenleistung schicken sie die beiden Talente Liover Peguero und Brennan Malone sowie 250.000 Dollar ihres Budgets für internationale Spielerverpflichtungen nach Pittsburgh. Beide Teams geben mit diesem Deal ein klares Statement ab: die Diamondbacks, dass sie sich im Win-Now-Modus sehen – dafür sprachen bereits die Verpflichtung von Madison Bumgarner und der Nicht-Trade von Robbie Ray –, und die Pirates, dass sie sich auf ein langfristiges Rebuilding einstellen. Beide Spieler, die sie in dem Trade erhalten, gelten als sehr vielversprechende Prospects, sind aber erst 19 Jahre alt und somit noch ein ganzes Stück von einer Major-League-Karriere entfernt.

Reds holen Castellanos
Die Cincinnati Reds sind eines der am stärksten aufgerüsteten Teams dieser Offseason. Nach Trevor Bauer schon während der vergangenen Saison, Mike Moustakas, Wade Miley und Shogo Akiyama ist Nicholas Castellanos die nächste hochkarätige Neuverpflichtung. Man scheint es ernst zu meinen mit dem Ziel, zum ersten Mal seit sieben Jahren eine Saison mit positiver Bilanz und idealerweise die Playoffs zu erreichen. Der Vertrag mit Castellanos läuft vier Jahre lang mit einer beidseitigen Option auf ein fünftes Jahr. Das garantierte Gehalt beträgt 64 Millionen Dollar, für das optionale fünfte Jahr kämen noch mal 18 Millionen dazu. Zwei Ausstiegsklauseln ermöglichen Castellanos, nach den Saisons 2020 oder 2021 vorzeitig den Vertrag zu beenden.

Weitere Spielerverpflichtungen
Der Free-Agent-Markt ist inzwischen so weit abgegrast, dass jeder Spieler, der jetzt noch keinen MLB-Vertrag für die neue Saison hat – Yasiel Puig ausgenommen –, sich so langsam Sorgen machen beziehungsweise über Alternativen wie ein Minor-League-Engagement nachdenken muss. Folgende Akteure haben solche Sorgen im Laufe der letzten Tage hinter sich gelassen: RP Brandon Kintzler (Miami Marlins, 1 Jahr, 3,25 Millionen Dollar plus Klub-Option auf ein weiteres Jahr), 1B Mitch Moreland (Boston Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen plus Klub-Option auf ein weiteres Jahr), 1B Ryan Zimmerman (Washington Nationals, 1 Jahr, 2-5 Millionen leistungsabhängig), RP David Phelps (Milwaukee Brewers, 1 Jahr, 1,5-3,4 Millionen plus Klub-Option auf ein weiteres Jahr), OF Steven Souza (Chicago Cubs, 1 Jahr, 1-3 Millionen), RP Jeremy Jeffress (Cubs, 1 Jahr, 850.000), OF Matt Joyce (Marlins, Vertragsdetails nicht veröffentlicht).

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Januar 16th, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison 2020 steht vor der Tür, was eigentlich Grund zur Vorfreude sein sollte. Doch die letzten Tage standen klar im Schatten unrühmlicher Vorfälle aus der jüngeren Vergangenheit. Das Meisterteam des Jahres 2017 wurde des systematischen Betrugs überführt, vergleichbare Anschuldigungen gegen das Meisterteam des Jahres 2018 werden noch geprüft. Die bislang ausgesprochenen und noch zu erwartenden Strafen sind empfindlich, auch wenn sie nicht bis zum ultimativen Mittel – dem Entzug von Titeln – reichen. Mehrere Verantwortliche haben durch den Skandal bereits ihren Job verloren, mindestens ein weiterer könnte in Kürze folgen. Alles in allem gibt der professionalle Baseball gerade ein betrübliches Bild ab. Als Fan des Sports kann man nur hoffen, dass es sich bei den aktuellen Ereignissen um ein reinigendes Gewitter handelt und dass spätestens in zwei Monaten wieder der sportliche und vor allem faire Wettkampf auf dem Platz im Mittelpunkt steht.

Red Sox feuern schon mal den Manager
Die Boston Red Sox haben in der Saison 2018 die Fingerzeige der gegnerischen Catcher gefilmt, die Informationen während der Spiele ausgewertet und an ihre Batter weitergeleitet. Die Untersuchung dazu läuft noch und wird aller Voraussicht nach zu ähnlichen Strafen führen wie die Astros sie diese Woche für ihre Verstöße im Jahr 2017 hinnehmen mussten (siehe Bericht vom Dienstag). Als erste interne Konsequenz trennten die Red Sox sich vorgestern von Manager Alex Cora. Das kommt wenig überraschend, denn Cora kommt eine zentrale Rolle in beiden Sign-Stealing-Fällen zu. 2017 war er Bench Coach der Astros und laut dem Untersuchungsergebnis der MLB die Hauptperson, die gemeinsam mit mehreren Spielern das Spionagesystem entwickelte und durchführte. Ein Strafmaß für ihn hat die Liga noch nicht festgelegt, weil dazu zunächst die Untersuchung der Vorfälle in Boston abgeschlossen werden soll, wo Cora ab 2018 als Field Manager, also Cheftrainer der Red Sox tätig war.
Der Nachfolger für Cora in Boston steht noch nicht fest. Als frühe Favoriten für den Job gelten Jason Varitek, bislang Assistent des General Managers, sowie der derzeitige Bench Coach der New York Mets, Hensley Meulens.

Stolpert auch Beltran über den Sign-Stealing-Skandal?
Auch die Mets könnten bald wieder auf der Suche nach einem neuen Manager sein, denn ihr vor zwei Monaten verpflichteter Skipper Carlos Beltran steht ebenfalls im Fokus des Sign-Stealing-Skandals. Er war zwar während der Vorgänge bei den Astros 2017 nur Spieler und als solcher von der MLB ausdrücklich von individuellen Strafen ausgenommen. Beltrans Integrität hat jedoch spürbaren Schaden genommen: Beim Aufkommen des Skandals verkündete er noch öffentlich, von einem Sign-Stealing-System in Houston nichts mitbekommen zu haben. Die Untersuchung der Liga benennt ihn jedoch als einzigen Spieler namentlich als einen der Protagonisten neben Cora. Eine Entscheidung, ob die Mets die Zusammenarbeit mit Beltran fortsetzen, wird bis Ende der Woche erwartet.

Donaldson zu den Twins
Zurück zum Sport: Die Minnesota Twins sind als Sieger aus dem wochenlangen Wettbieten um die Dienste von Josh Donaldson hervorgegangen. Der Third Baseman bekommt einen Vertrag über vier Jahre und 92 Millionen Dollar. Für weitere 8 Millionen kann der Klub die Option auf ein fünftes Jahr ziehen, wodurch sich Donaldsons Einkünfte aus dem Konktrakt auf glatte 100 Millionen belaufen würden. Drei Tage zuvor hatte es noch so ausgesehen, als hätten die Twins einen anderen Weg eingeschlagen, indem sie ihrem bisherigen Third Baseman Miguel Sano 30 Millionen für eine Vertragsverlängerung um drei Jahre gaben. Nun stellt sich heraus, dass der Plan von vornherein war, Sano auf die defensiv weniger anspruchsvolle Position an der ersten Base zu verschieben und ein Upgrade für die dritte Base zu finden. Das ist durch die Verpflichtung von Donaldson definitiv gelungen. Der 34-Jährige bringt sowohl starkes Feldspiel als auch ordentliche Homerun-Power auf die Waage. Die Twins werten damit ein ohnehin schon beeindruckendes Lineup weiter auf. Mit Max Kepler, Mitch Garver, Nelson Cruz, Eddie Rosario, Sano und Donaldson haben sie nun sechs Spieler an Bord, die 2019 mehr als 30 Homeruns schlugen.

Weitere Spielerverpflichtungen
Außer Donaldson haben auch die folgenden MLB-Spieler diese Woche einen neuen Arbeitgeber gefunden: 3B Todd Frazier (Texas Rangers, 1 Jahr, 5 Millionen Dollar mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Alex Wood (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 4-10 Millionen leistungsabhängig), IF Jedd Gyorko (Milwaukee Brewers, 1 Jahr, 2 Millionen mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Ivan Nova (Detroit Tigers, 1 Jahr, 1,5-2 Millionen leistungsabhängig), OF Guillermo Heredia (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, 1 Million).

Viele kleine Trades
Es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass zwischen den Colorado Rockies und den St. Louis Cardinals ein Trade im Raum steht, dessen Kernstück Third Baseman Nolan Arenado sein soll. Bisher haben die Verhandlungen aber zu keinem Ergebnis geführt. Daher gibt es an dieser Stelle zwar eine Reihe kleiner Deals, aber (noch) keinen Blockbuster zu vermelden:
Die Tampa Bay Rays holen sich in 1B/OF Jose Martinez und OF Randy Arozarena zwei Ergänzungsspieler von den Cardinals, welche dafür Pitching-Prospect Matthew Liberatore und C Edgardo Rodriguez bekommen. Der „Hauptpreis“ in diesem Trade ist Liberatore. Um das linkshändige Talent zu bekommen, geben die Cardinals nicht nur Martinez und Arozarena her, sondern auch einen hohen Draftpick (Nummer 38) für einen niedrigeren (Nummer 66).
Die Los Angeles Angels bekommen von den Diamondbacks RP Matt Andriese im Tausch gegen Minor-League-Pitcher Jeremy Beasley.
OF Austin Dean wechselt von den Miami Marlins zu den Cardinals, die dafür Minor-League-OF Diowill Burgos abgeben.
Die Chicago Cubs schicken IF/OF Tony Kemp zu den Oakland Athletics und bekommen im Gegenzug Minor-League-IF Alfonso Rivas.
Die Houston Astros bekommen SP/RP Austin Pruitt von den Tampa Bay Rays und geben dafür die Minor Leaguer OF Cal Stevenson und RP Peyton Battenfield ab.
Die Texas Rangers schicken RP Jeffrey Springs zu den Boston Red Sox und erhalten als Gegenleistung 1B Sam Travis.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Dezember 19th, 2019 by Silversurger

Die schönste Nachricht gibt es gleich zum Einstieg: In 98 Tagen beginnt die MLB-Saison 2020! Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, wir blicken erneut auf eine sehr aktive Woche auf dem Spielermarkt zurück. Angeführt wird die Liste der Neuigkeiten von den Vereinswechseln der beiden Pitcher-Asse Madison Bumgarner und Corey Kluber.

Rangers traden für Kluber
Dass Corey Kluber auf dem Trading-Block der Cleveland Indians stand, war schon während der gesamten letzten Saison kein Geheimnis. Die Indians wollen Geld sparen und den Kader verjüngen, daher war für den 33-Jährigen in den Plänen des Klubs kein Platz mehr. Es fand sich jedoch lange kein Tradepartner – möglicherweise weil das Risiko zu hoch erschien, dass Kluber nach einer von Verletzungen und mittelmäßigen Leistungen geprägten Saison 2019 nicht mehr zur alten Stärke zurück findet. Die Texas Rangers haben nun zugeschlagen, nachdem die Forderung der Indians offenbar auf ein Minimum zusammengeschrumpft war: Outfielder Delino DeShields und Reliever Emmanuel Clase erscheinen als geradezu lächerlich niedriger Preis für den zweifachen Cy-Young-Gewinner. Mit den Verpflichtungen von Kluber, Kyle Gibson und Jordan Lyles sieht die durch Lance Lynn und Mike Minor vervollständigte Rotation der Rangers plötzlich playoff-tauglich aus.

Bumgarner wechselt innerhalb der NL West
Auch die Arizona Diamondbacks gönnen sich ein Upgrade für ihre Rotation: Für 85 Millionen Dollar sicherten sie sich die Unterschrift von Madison Bumgarner für die nächsten fünf Jahre. Die Entscheidung des ehemaligen Giants-Stars, beim Divisionskonkurrenten anzuheuern, kam etwas überraschend, denn als Favoriten galten zahlungskräftigere Teams wie die Dodgers oder die Braves. Berichten zufolge ist Bumgarner so angetan von der Aussicht, im warmen Arizona zu spielen, dass er auf ein paar Millionen Dollar verzichtet, die er woanders mehr hätte verdienen können – ob man nun 85 oder 100 Millionen bekommt, dürfte ja auch keine nennenswerten Auswirkungen auf den Lebensstandard haben. Da die Giants Bumgarner ein Qualifying Offer unterbreitet hatten, müssen die Diamondbacks für die Verpflichtung des 30- Jährigen ihren dritthöchsten Draftpick für 2020 an sie abgeben.

Verstärkung aus Fernost für Cardinals, Blue Jays und Rays
Mindestens drei neue Gesichter, die relativ spät den Sprung aus den asiatischen Profiligen in die USA wagen, werden wir nächstes Jahr in der MLB sehen. Die Tampa Bay Rays wurden sich letzten Freitag mit Yoshitomo Tsutsugo einig. Der linkshändige Power-Hitter ist 28 Jahre alt und kann als First Baseman oder im Outfield spielen. Tsutsugo erhält 12 Millionen Dollar für einen Zweijahresvertrag. 2,4 Millionen müssen die Rays als Ablöse an die Yokohama DeNA BayStars bezahlen. Pitcher Shun Yamaguchi unterschreibt für zwei Jahre und rund 6 Millionen bei den Toronto Blue Jays. Der 32-Jährige Forkballer war in Japan sowohl als Starter als auch als Reliever erfolgreich. In Toronto werden für ihn beide Möglichkeiten offen stehen. Der dritte Neuling aus dem fernen Osten ist Kwang-hyun Kim. Der 31-jährige Pitcher kommt vom südkoreanischen SK Wyverns und wird für zwei Jahre 8 Millionen zuzüglich Boni von jährlich bis zu 1,5 Millionen erhalten. Ähnlich wie Yamaguchi wird auch er im Spring Training oder der Frühphase der Saison dahingehend beurteilt werden, ob er sich in der MLB eher als Starter oder als Reliever eignet.

Weitere Trades und Verpflichtungen
Neben den oben genannten Spielern haben auch die folgenden Baseballer in den letzten Tagen neue MLB-Verträge unterschrieben: OF Avisail Garcia (Milwaukee Brewers, 2 Jahre, 20 Millionen + 1 Jahr Club-Option), SP Wade Miley (Cincinnati Reds, 2 Jahre, 15 Millionen + 1 Jahr Club-Option), RP Joe Smith (Houston Astros, 2 Jahre, 8 Millionen), SP Martin Perez (Boston Red Sox, 1 Jahr, 6 Millionen + 1 Jahr Club-Option), SP Brett Anderson (Brewers, 1 Jahr, 5-7 Millionen leistungsabhängig), 1B Justin Smoak (Brewers, 1 Jahr, 5 Millionen + 1 Jahr Club-Option), IF Eric Sogard (Brewers, 1 Jahr, 4,5 Millionen + 1 Jahr Club-Option), C Austin Romine (Detroit Tigers, 1 Jahr, 4,1 Millionen), IF Jose Peraza (Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen), RP Yimi Garcia (Miami Marlins, 2 Jahre, finanzielle Details unbekannt), C Luke Maile (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, finanzielle Details unbekannt), 1B/3B Ryon Healy (Brewers, 1 Jahr, finanzielle Details unbekannt).

Posted in Grand Slam, Minor Leagues, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

November 21st, 2019 by Silversurger

Die ganz großen Free-Agent-Signings blieben diese Woche noch aus, aber die Atlanta Braves haben bereits einen Anfang gemacht. Die Pittsburgh Pirates sortieren derweil erstmal ihr Front Office, haben mit Ben Cherington endlich einen neuen General Manager gefunden. Die Ligaführung beschäftigt sich nach wie vor mit dem Sign-Stealing-Skandal um die Houston Astros und schmiedet gleichzeitig offenbar Pläne, die Minor Leagues beträchtlich zu verkleinern. Soweit die wichtigsten Neuigkeiten aus der MLB. Außerdem darf ich noch die MVPs der vergangenen Saison nachliefern, die ein paar Stunden nach dem letzten Grand Slam am Donnerstag bekannt gegeben wurden.

Die wertvollsten Spieler 2019 kommen aus Los Angeles
Als letzter und wichtigster der großen Einzelspielerawards für die Saison 2019 stand noch die Ehrung der MVPs, also der wertvollsten Spieler der MLB aus. Durchgesetzt haben sich die beiden Favoriten Mike Trout (Los Angeles Angels) in der American League und Cody Bellinger (Los Angeles Dodgers) in der National League. Für Trout war es nach 2014 und 2016 schon der dritte MVP-Award. Von den 30 wahlberechtigten Baseballjournalisten hatten 17 Trout auf Rang eins ihres Stimmzettels, die anderen 13 hatten ihn auf Rang zwei. Alle anderen Erst- und Zweitstimmen in der AL gingen an Alex Bregman von den Houston Astros. In der NL brachte Bellinger es auf 19 Erststimmen und ließ damit Vorjahres-MVP Christian Yelich (10) und World-Series-Gewinner Anthony Rendon (1) klar hinter sich.

Neuer General Manager für die Pirates
Die Pittsburgh Pirates haben ihren neuen General Manager gefunden: Ben Cherington soll die Geschicke des Klubs in den kommenden Jahren leiten. Der 45-Jährige war zuletzt als Vizepräsident der Toronto Blue Jays tätig, besser bekannt ist er als ehemaliger GM der Boston Red Sox. Die Bilanz seiner Zeit in Boston von 2012 bis 2015 ist zwiespältig: 2013 führte er die Red Sox zum Gewinn der World Series, in den drei anderen Jahren hingegen belegten sie jeweils den letzten Platz ihrer Division. Zugute halten muss man Cheringten wiederum, dass er einen jungen Kern mit zum Beispiel Mookie Betts, Andrew Benintendi, Xander Bogaerts, Jackie Bradley Jr., Rafael Devers und Eduardo Rodriguez hinterließ, der 2018 eine weitere World Championship nach Boston holte. Die erste wichtige Aufgabe, die beim neuen Arbeitgeber in Pittsburgh auf Cherington wartet, ist die Verpflichtung eines neuen Field Managers.

Braves sichern sich zwei Reliever
Die Atlanta Braves haben sich als erste aus der Deckung gewagt und eine nennenswerte Neuverpflichtung bekannt gegeben: Will Smith, der wohl beste Reliever der diesjährigen Free-Agent-Klasse, hat für 39 Millionen Dollar einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Hinzu kommt eine Kluboption für das Jahr 2023, die Smith weitere 13 Millionen einbringen würde. Da der Linkshänder ein Qualifying Offer der San Francisco Giants vorliegen hatte, erhält sein Ex-Klub von den Braves einen Pick in der Draft 2020 als Kompensation. Neben Smith verstärkt auch Chris Martin den Bullpen der Braves. Der Rechtshänder war schon während der Saison zur Trade-Deadline von den Texas Rangers nach Atlanta gekommen. Jetzt sicherten sich die Braves seine Dienste für die nächsten zwei Jahre gegen 14 Millionen Dollar Entlohnung.

Zwei Spieler akzeptieren Qualifying Offer
Will Smith war einer von zehn Spielern, die dieses Jahr ein Qualifying Offer von ihrem Klub erhalten hatten. Erwartungsgemäß lehnten wie er die meisten von ihnen den Einjahresdeal über 17,8 Millionen Dollar ab. Angenommen haben ihn 1B Jose Abreu von den Chicago White Sox und SP Jake Odorizzi von den Minnesota Twins. Für Abreu war schon länger klar, dass er und die White Sox weiterhin zusammenarbeiten möchten. Die Frage war nur, ob man sich auf einen längerfristigen Vertrag einigt oder eben das QO als Sicherheitsnetz genutzt wird. Letzteres ist nun erst mal der Fall, Ersteres durchaus noch möglich. Dass auch Odorizzi das QO angenommen hat, kam für mich überraschend. Er selbst bezeichnete die Entscheidung als „betting on myself“. Er hofft also, durch ein weiteres gutes Jahr zu überzeugen und dann nächstes Jahr – ohne den Balast der Draftpick-Kosten nach einem QO – einen noch besseren Vertrag zu bekommen, als es momentan möglich wäre.

Werden 42 Minor-League-Teams dicht gemacht?
Die Zusammenarbeit zwischen der Major League Baseball (MLB) und den Minor Leagues (MiLB) ist vertraglich im Professional Baseball Agreement (PBA) geregelt. Dieser Vertrag läuft Ende 2020 aus und muss erneurt werden. Das sind Vorgänge, die normalerweise wenig beachtet hinter den Kulissen ablaufen. Durch einen öffentlich bekannt gewordenen Vorstoß hat die MLB nun allerdings einigen Aufruhr entfacht: Der Vorschlag sieht eine Reorganisation der MiLB vor, durch die die Zahl der Minor-League-Teams von 160 auf 118 reduziert würde. Dass es gegen solche Pläne massiven Widerstand gibt, war zu erwarten – schließlich hängen an den möglichen Streichungen traditionsreiche Baseballstandorte mit lokalen Fanbasen und vor allem zahlreichen Arbeitsplätzen für Spieler und sonstiges Personal. Die MLB auf der anderen Seite argumentiert, dass die Schrumpfung notwendig ist, um die Rahmenbedingungen in den Minor Leagues insgesamt aufwerten zu können. Dies ist erst der Anfang einer Diskussion, die die Baseballwelt innerhalb der nächsten Monate massiv beschäftigen könnte.

Houston hat ein Problem
Das andere große Thema dieser Offseason sind die Sign-Stealing-Vorwürfe gegen die Houston Astros. Neue Entwicklungen seit letzter Woche gibt es kaum. Die Untersuchung der Liga gegen die Astros läuft und wird noch eine ganze Weile andauern. Andere Teams stehen bisher nicht im Fokus der Ermittlungen, sind aber insofern betroffen, als zum Beispiel Alex Cora – heute Manager der Red Sox, damals Bench Coach der Astros – oder Carlos Beltran – damals Astros-Spieler, jetzt Mets-Manager – zu ihren Kenntnissen und Rollen bezüglich der Vorgänge des Jahres 2017 befragt werden. MLB-Commissioner Rob Manfred ließ diese Woche verlauten, dass es keinen Zeitplan für die Untersuchung gibt, sie aber möglichst bis zum Start der neuen Saison abgeschlossen sein soll.

Verstärkungen aus Japan
In den beiden vergangenen Offseasons stand mit Shohei Ohtani und Yusei Kikuchi je ein japanischer Starspieler im Fokus, hinter dem eine ganze Reihe von MLB-Teams her war. Ohtani unterschrieb schließlich vor der Saison 2018 bei den Los Angeles Angels, Kikuchi Anfang 2019 bei den Seattle Mariners. Auch dieses Jahr bewerben sich wieder einige gestandene Profis aus der zweitwichtigsten Baseballnation der Welt für ein Engagement in der MLB. Einen Hype in der Größenordnung der beiden Vorgänger löst keiner von ihnen aus. Trotzdem darf man gespannt sein, wo die folgenden Spieler landen und wie sie einschlagen werden:

  • OF Yoshimoto Tsutsugo, 28-jähriger Powerhitter von den Yokohama BayStars;
  • IF Ryosuke Kikuchi, 29-jähriger Defensivspezialist von Hiroshima Carp (nicht verwandt mit Yusei Kikuchi);
  • P Shun Yamaguchi, 32-jähriger Starter der Yomiuri Giants;
  • CF Shogo Akiyama, 31-jähriger ausgewogener Hitter der Seibu Lions.

Posted in Grand Slam, Minor Leagues, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

November 7th, 2019 by Silversurger

Ab heute erscheint der Grand Slam am Donnerstag wieder in seiner Offseason-Variante. Bis es Ende März wieder um Spiele, Ergebnisse und Tabellen geht, werde ich an dieser Stelle das aktuelle Geschehen rund um die MLB in kurzen Abschnitten zusammenfassen. Außerdem möchte ich noch einmal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit der Baseblog sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, aber ich freue mich nach wie vor über jede weitere.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste wichtige Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden am Sonntag die Gold Glove Awards vergeben. 18 Spieler wurden für herausragende Defensivleistungen geehrt, je einer auf jeder Feldposition in der National League und in der American League. Third Baseman Nolan Arenado (Rockies) setzte die längste Serie von Awards fort, indem er im siebten Jahr seiner Karriere zum siebten Mal die Ehrung erhielt. Auch Leftfielder Alex Gordon (Royals) erhielt seinen siebten Gold Glove, wenngleich bei ihm nicht alle direkt hintereinander kamen. Das Team mit den meisten Preisträgern in diesem Jahr sind die Arizona Diamondbacks: Pitcher Mike Leake, Shortstop Nick Ahmed und Leftfielder David Peralta bekamen einen der begehrten Handschuhe, außerdem muss man Zack Greinke zumindest halb mitzählen, da er vor seinem Wechsel nach Houston den größten Teil der Saison bei den Diamondbacks gespielt hat. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2019.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Jeweils drei Finalisten für die Titel des wertvollsten Spielers (MVP), des Rookies des Jahres, des Managers des Jahres und des besten Pitchers (Cy-Young-Award) wurden Anfang der Woche bereits veröffentlicht.

Carlos Beltran ist neuer Manager der Mets
Die New York Mets haben ihren neuen Manager gefunden: Am Montag wurde Carlos Beltran offiziell als sportlicher Leiter des Teams für die nächsten drei Jahre vorgestellt. Der 42-jährige Puerto Ricaner ist in New York bestens bekannt, nachdem er rund die Hälfte seiner 20 Jahre währenden Spielerkarriere bei den Mets und den Yankees verbrachte. Er ist somit auch mit dem besonderen Medienrummel in der Metropole vertraut – eine wichtige Voraussetzung, an der nicht zuletzt sein Vorgänger Mickey Callaway gescheitert ist. Für Beltran ist es die erste Trainerstation. Er hatte seine aktive Zeit 2017 als World Champion mit den Houston Astros beendet und war zwischenzeitlich als Berater des General Managers der Yankees, Brian Cashman, tätig. Beltrans erste Aufgabe ist nun, sich einen Trainerstab zusammenzustellen. Als Bench Coach ist sein Vor-Vorgänger Terry Collins im Gespräch, unter dem Beltran selbst noch spielte und zu dem er ein sehr gutes Verhältnis haben soll.

Royals verpflichten Matheny
Auch die Kansas City Royals haben einen neuen Manager. Sie wurden innerhalb der eigenen Organisation fündig, indem sie Mike Matheny, ihren bisherigen Berater für Spielerentwickung, beförderten. Matheny war zuletzt von 2012 bis 2018 als Manager der St. Louis Cardinals tätig gewesen. 2013 führte er die Cardinals bis in die World Series und war mit einer Bilanz von 591 Siegen und 474 Niederlagen auch sonst recht erfolgreich, bis er nach einem schwachen Saisonstart 2018 entlassen wurde. In Kansas City erwartet ihn ein Team, das sich nach dem World-Series-Sieg 2015 und dem darauf folgenden Absturz mitten im Rebuild befindet.

Giants und Pirates noch auf der Suche
Von ursprünglich acht offenen Manager-Stellen sind derzeit noch zwei unbesetzt. Relativ nah an einer Entscheidung dürften die San Francisco Giants sein. Gestern wurde bekannt, dass die Kandidatenliste inzwischen auf drei Bewerber reduziert wurde: Ex-Phillies-Manager Gabe Kapler, Astros-Bench-Coach Joe Espada und Rays-Bench-Coach Matt Quatraro. Bei den Pittsburgh Pirates wird es länger dauern. Sie wollen zuerst einen neuen General Manager anstellen, der logischerweise ein gewichtiges Wort mitreden soll bei der Auswahl des Managers. Für den GM-Posten der Pirates sind zwar schon einige Namen im Spiel, aber der Prozess wird sich noch hinziehen, nachdem erst kürzlich eine externe Agentur angeheuert wurde, um bei der Suche zu helfen.

Karriereende für Martin Prado?
Die offizielle Bestätigung steht noch aus, aber mehreren Quellen zufolge scheint Infielder Martin Prado zu beabsichtigen, seine Karriere zu beenden. Der 36-Jährige ist Free Agent, nachdem sein Dreijahresvertrag mit den Miami Marlins auslief. Diese drei Jahre waren von zahlreichen Verletzungen und eher schwachen Leistungen geprägt. Prado brachte es in dieser Zeit auf eine Slashline von nur .241/.276/.313 – weit unter dem Durchschnitt seiner durchaus beeindruckenden Karriere von .287/.335/.412. Prado spielte 14 Jahre in der MLB, die Hälfte davon bei den Atlanta Braves, den Rest bei den New York Yankees, Arizona Diamondbacks und den Marlins.

Max Kepler kommt nach Deutschland
Dass Max Kepler, der einzige deutsche MLB-Star, am 16.11. in Regensburg ein Baseball-Camp für 12- bis 14-Jährige abhalten wird, war schon eine Weile bekannt. Jetzt hat die MLB ein paar weitere Termine für seine Stippvisite im Heimatland veröffentlicht: Er wird am 15.11. in München sein, am 18.11. in Berlin und am 19.11. in Frankfurt. Die Termine sind jeweils auf eine bis zwei Stunden ausgelegt. Details wurden nicht genannt, aber angesichts der angegebenen Zeitfenster werden es wohl keine Camps sein, sondern Autogrammstunden oder Ähnliches.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , ,

Mai 2nd, 2019 by Silversurger

Der Mai ist gekommen und die MLB hat ein neues Top-Team: Mit 20 Siegen aus 30 Spielen sind die St. Louis Cardinals derzeit ganz vorne. Ihrem einstigen Top-Prospect Alex Reyes dürfte allerdings nicht zum Feiern zumute sein: Erst wurde er wegen schwacher Leistungen in die Minor League versetzt, dann lief es dort im ersten Start auch nicht gut und schließlich musste für den aufgestauten Frust eine Wand herhalten, die sich offenbar mit voller Härte zur Wehr setzte. Jedenfalls hat Reyes sich dabei den kleinen Finger gebrochen, fällt nun mehrere Wochen aus und ist hiermit offiziell nominiert für den MRI-Award 2019. Noch ein Stück dämlicher angestellt hat sich Logan Webb, das Top-Pitching-Prospect der San Francisco Giants: Er hat offenbar versucht, mit der verbotenen Substanz Dehydrochlormethyltestosteron seine Leistungen zu steigern. Nach dem positiven Test auf das Dopingmittel wurde er für 80 Spiele gesperrt und dürfte damit die Chance vertan haben, schon dieses Jahr den Sprung ins MLB-Roster zu schaffen.

National League
Die Teams der National League East haben keine besonders gute Woche hinter sich. Eine Ausnahme davon stellen lediglich die Philadelphia Phillies (17-13) dar. Deren 3:1-Seriensieg über die Miami Marlins (9-21) ist dafür verantwortlich, dass sie als einzige in der Division bei einer positiven Bilanz stehen. Die New York Mets (15-15) und die Atlanta Braves (15-15) haben ihren Rhythmus noch nicht gefunden und halten sich mit schwankenden Leistungen gerade so über Wasser. Insbesondere bei den Mets muss man zweifeln, ob das noch lange gut geht, denn mit einem Run Differential von -20 und den meisten zugelassenen Runs (169) der gesamten NL steht man normalerweise nicht bei 15-15. Die Washington Nationals (12-17) sind auf dem Weg in die Krise schon einen Schritt weiter, soll heißen: Sie stecken mittendrin. Von den letzten sieben Spielen haben sie nur eines gewonnen und dafür brauchte es 11 Innings gegen die Padres. Ausgerechnet jetzt steht für die Nationnals eine schwierige Auswärtstour an (Phillies, Brewers, Dodgers).

Mit Siegen in zehn der letzten elf Spiele lassen die St. Louis Cardinals (20-10) in der NL Central zurzeit niemandem Gelegenheit, an sie heranzukommen. Doch am Wochenende könnte es spannend werden, denn die Chicago Cubs (16-12) begrüßen die Cardinals für eine Drei-Spiele-Serie zum Spitzenduell (siehe „Einschalttipp“). Die Cubs hatten einen ganz miesen Start in den ersten beiden Saisonwochen. Seitdem haben sie aber keine Serie mehr verloren und inzwischen das stärkste Run Differential (+38) der NL herausgespielt. Die Milwaukee Brewers (17-15) können da zwar mit einem Run-Verhältnis von -9 nicht mithalten, doch mit Erfolgen in je zwei von drei Spielen gegen die Mets und die Rockies scheinen sie ihr Zwischentief überwunden zu haben. Die anstehenden Serien gegen erneut die Mets sowie die Nationals klingen nach lösbaren Aufgaben. Die Pittsburgh Pirates (14-14) dürften mit den Playoffs wenig zu tun haben, aber mit zwei Siegen gegen die Rangers ist für sie wenigstens der freie Fall von acht Niederlagen in Folge erstmal gestoppt.

Die Los Angeles Dodgers (20-13) sind in der NL West voll auf Kurs, müssen aber zwei Rückschläge verdauen: erstens eine 1:2 verlorene Serie beim Erzrivalen San Francisco Giants (13-18), zweitens eine Verletzung von Centerfielder A. J. Pollock. Bei Letzterer handelt es sich um eine Infektion im rechten Ellenbogen, der 2016 schon einmal operiert werden musste. Damals wurde eine Metallplatte eingesetzt; aus dieser muss nun eine Schraube entfernt werden, die wohl die Probleme verursacht hat. Pollock wird nach der Prozedur für einige Wochen ausfallen. Die Dodgers müssen nun für drei Spiele zu den San Diego Padres (17-14), während in Denver die Colorado Rockies (14-17) auf die Arizona Diamondbacks (18-13) treffen. Es wird also ein richtig interessantes Wochenende in der NL West mit lauter direkten Duellen zwischen den vier besten Teams der Division.

American League
Können die Tampa Bay Rays (19-11) sich auf Dauer an der Spitze der American League East halten? Ein 2:0-Sweep bei den Boston Red Sox (14-17) am vergangenen Wochenende machte Hoffnung, doch der verlorene Doubleheader in Kansas City gestern war ein herber Dämpfer. Zum Glück für die Rays konnten die New York Yankees (17-13) daraus kein Kapital schlagen, da sie selbst ihre beiden Spiele in Arizona verloren. Die große Neuigkeit bei den Toronto Blue Jays (14-16) war die letzte Woche angekündigte und heiß ersehnte Ankunft des Supertalents Vladimir Guerrero Jr. Bislang konnte Vlad Jr. den Hype noch nicht rechtfertigen, in fünf Spielen schlug er eine Slashline von .167/.286/.222. Aber fünf Spiele sind im Baseball so gut wie gar nichts; es gibt also noch lange keinen Grund, enttäuscht zu sein.

Alles andere als eine Enttäuschung sind bislang die Minnesota Twins (18-10). Sie weisen mittlerweile die beste Bilanz nicht nur der AL Central, sondern der gesamten AL auf. Zuletzt gabe es zwei Erfolge aus drei Spielen gegen die Astros, davor einen Sweep gegen die Orioles. Zu den drei Siegen über Baltimore steuerte Max Kepler vier Homeruns bei, und auch sonst spielt „unser“ Mann in der MLB eine ganz hervorragende Saison (.277/.349/.564, 7 HR). Auf Platz zwei verdrängt sind inzwischen die Cleveland Indians (16-13), die letzte Nacht nicht nur ein 2:4 bei den Marlins verdauen mussten, sondern auch die viel schlimmere Nachricht, dass sie auf ihr Ass Corey Kluber eine Weile verzichten müssen. Kluber wurde von einem Comebacker von Brian Anderson am Pitching-Arm getroffen und erlitt eine Fraktur. Er ist nach Danny Salazar und Mike Clevinger schon der dritte Starter der Indians, der für mindestens einige Wochen ausfälllt.

In der AL West konnten die Houston Astros (18-13) zwar diese Woche nicht überzeugen – einem Split gegen die Indians folgten zwei Niederlagen in drei Spielen gegen die Twins –, doch geschadet hat ihnen das nicht, denn die Verfolger schwächelten noch mehr. Sowohl die Seattle Mariners (18-15) als auch die Texas Rangers (14-15) haben von ihren letzten neun Spielen sieben verloren – und ihre einzigen Siege bei dem 2:2-Split im direkten Aufeinandertreffen eingefahren. Auch die Oakland Athletics (14-19) befinden sich im Absturz. Nach einer 0:6-Bilanz aus den Spielen in Toronto und Boston bleibt ihnen nur noch die Station in Pittsburgh, um von ihrem Ostküstentrip nicht mit leeren Händen heimzukehren.

Szene der Woche
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die Bierdusche würdigen, die Ryan Braun von den Milwaukee Brewers(!) in Citi Field zuteil wurde, als er einen Flyball von Pete Alonso zu fangen versuchte (man beachte die schlecht versteckte Botschaft „This Bud’s for you“ im Hintergrund):

Sehenswert wäre auch der Dodgers-Fan gewesen, der auf der Jagd nach einem Foulball zunächst eine Portion Pommes aufgab – und ein Inning später das Pizzastück, das er sich als Ersatz geholt hatte, hinterher warf:

Aber Yankees-Pitcher C. C. Sabathia lässt mir keine andere Wahl, eine andere Szene in den Mittelpunkt zu stellen. Mit seinem 3000. Strikeout erreichte der 38-Jährige einen Meilenstein, den nur 16 Leute vor ihm bewältigt haben, und ließ sich dafür zurecht feiern:

Statistik der Woche 
1.998. So viele RBI sind Albert Pujols in seiner Karriere bislang gelungen. Das ist zwar eine kleinere Zahl als die der Strikeouts von C. C. Sabathia, dennoch ist sie noch ein Stück beeindruckender. Pujols steht damit nämlich offiziell auf dem dritten Platz der Allzeit-Rangliste, auf welcher er in den letzten Tagen Lou Gehrig (1.994) und Barry Bonds (1.996) überholt hat. Vor Pujols stehen nun nur noch Hank Aaron (2.297) und Alex Rodriguez (2.086). Inoffiziell belegt er übrigens „nur“ Rang fünf; das liegt daran, dass RBI erst 1920 als Statistik eingeführt wurden, sodass ein Teil der 2.214 RBI von Babe Ruth und die gesamten 2.075 RBI von Cap Anson nicht in die Rekordliste der MLB einfließen.

Spiel der Woche
Das Spiel zwischen den Los Angeles Dodgers und den Pittsburgh Pirates am Sonntag hatte eine Menge Geschichten zu erzählen. Die erste war die Geschichte von zwei älteren Herren: Dodgers-Pitcher Rich Hill (39) kehrte aus seiner Verletzungspause zurück und bildete mit Catcher Russel Martin (36) das wohl älteste Battery-Duo, das die MLB zurzeit zu bieten hat. Für Hill lief es eher mittelmäßig – zwar absolvierte er 6 Innings, in denen ihm 6 Strikeuots gelangen und er nur einen Earned Run zuließ, aber diese Werte schmeicheln etwas, denn ein Error im zweiten Inning verhinderte, dass ihm weitere vier Runs angerechnet wurden. Die zweite Geschichte war die eines noch sehr jungen Herren: Cody Bellinger, 23, brachte per Sac-Fly den ersten Run, per Homerun den zweiten Run sowie durch ein Single den siebten und letzten Run seines Teams über die Platte. Der Homerun war übrigens der 14. in der laufenden Saison, womit Bellinger einen Rekord einstellte: Nur vier Spieler haben es jemals geschafft, noch vor dem 1. Mai einer Saison so viele Homeruns zu erzielen – Albert Pujols 2006, Alex Rodriguez 2007 sowie Christian Yelich und Cody Bellinger 2019. Die dritte Geschichte war die eines Teams, das in der jungen Saison schon hoch geflogen und tief gefallen ist. Die Pirates gaben eine 5:1-Führung aus der Hand und verloren am Ende mit 6:7 ihr achtes Spiel in Folge. Aber zum Glück ist es Baseball und schon im nächsten Spiel waren es die Pirates selbst, die ein dramatisches Comeback bejubeln durften.

Mein Einschalttipp
In der NL Central ist ein heißer Zweikampf zwischen den St. Louis Cardinals und den Chicago Cubs entbrannt. Die derzeit drei Spiele Abstand zwischen den beiden stammen von dem schwachen Saisonstart der Cubs, sollten aber nicht darüber hinweg täuschen, dass beide Teams zurzeit in absolut beeindruckender Form sind. Von Freitag bis Sonntag haben die Cubs drei Heimspiele gegen die Cardinals und von daher keine schlechten Chancen, den Rückstand zu verringern oder gar aufzuholen. DAZN ignoriert diese interessante Serie leider komplett, daher könnt ihr sie ausschließlich über mlb.tv verfolgen. Sowohl am Freitag (20:20 Uhr) als auch am Samstag (22:05 Uhr) kommen die Spiele zu europafreundlichen Zeiten, während die Partie am Sonntag (1:05 Uhr) eher etwas für Nachteulen ist.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

März 7th, 2019 by Silversurger

Die NL Central ist in meinen Augen weder die stärkste noch die schwächste Division der MLB, aber sie ist vielleicht die ausgeglichenste. Auch in dieser Division muss jedoch jemand Letzter werden und ich tippe, dass das die Pittsburgh Pirates sein werden. Generell sehe ich die Pirates in der Kategorie „weder Fisch noch Fleisch“, und ich habe den Verdacht, dass man sich innerhalb des Klubs selbst nicht ganz klar und einig ist, welche Ziele und Erwartungen verfolgt werden. Dass man sich während der vergangenen Saison Trades für Starter Chris Archer und Reliever Keone Kela geleistet hat, scheint dafür zu sprechen, dass man das Team in einer wettkampffähigen Position sieht. Dagegen spricht wiederum, dass die Pirates die Offseason in nahezu vollständiger Untätigkeit verbrachen. Das Middle Infield mit Josh Harrison und Jordy Mercer ließ man zu den Detroit Tigers ziehen, nennenswertester Neuzugang ist Lonnie Chisenhall, der als vierter Outfielder dienen wird. Nach einem Bekenntnis, dieses Jahr etwas reißen zu wollen, sieht das für mich nicht aus. Angesichts der aktiveren Konkurrenz sehe ich die Pirates 2019 bei einer knapp negativen Sieg-Niederlagen-Bilanz.

Voraussichtliches Lineup
C Francisco Cervelli
1B Josh Bell
2B Adam Frazier
SS Erik Gonzalez
3B Colin Moran
LF Corey Dickerson
CF Starling Marte
RF Gregory Polanco

Voraussichtliche Rotation
RHP Chris Archer
RHP James Taillon
RHP Trevor Williams
RHP Joe Musgrove
RHP Mitch Keller
Key Reliever: Felipe Vazquez

Wichtigster Zugang
OF Lonnie Chisenhall (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
SS Jordy Mercer (Detroit Tigers)

Bestes Prospect
RHP Mitch Keller

Größte Stärke
Pitching: Die Rotation mit James Taillon, Chris Archer und Trevor Williams als Top-3 genügt höheren Ansprüchen, insbesondere wenn Archer zurück zu seiner Normalform findet. Mit dem Duo Felipe Vazquez und Keone Kela ist auch der Bullpen an der Spitze herausragend besetzt.

Größte Schwäche
Shortstop: Jordy Mercer erhielt nach sieben Jahren mit meist soliden, aber selten überragenden Leistungen keinen neuen Vertrag von den Pirates. Die aktuellen Alternativen für die Position sind Erik Gonzalez und Kevin Newman. Beide konnten bei ihren bisherigen Versuchen ihre MLB-Tauglichkeit noch nicht unter Beweis stellen.

Spannendste Frage
Nutzt Kang seine dritte Chance? Die Karriere von Third Baseman Jung-Ho Kang schien vor zwei Jahren beendet. Gegen ihn lagen Anzeigen wegen sexueller Belästigung (die Anklage wurde fallen gelassen) sowie wegen Unfallflucht und mehrfachen betrunkenen Fahrens (in diesen Punkten wurde er schuldig gesprochen) vor. Als Konsequenz verweigerten die US-Einreisebhörden dem Südkoreaner die Verlängerung seines Arbeitsvisums. 2018 war Kang, inzwischen trocken und mit neuem Visum ausgestattet, zurück in Pittsburgh. Er arbeitete sich über die Minor League zurück ins MLB-Team, absolvierte aber wegen einer Verletzung am Handgelenk nur drei Spiele. Die Pirates gaben ihm dennoch einen neuen Vertrag für 2019. Kang in der Form von 2015 oder 2016 wäre eine erhebliche Verstärkung für das Infield.

Prognose
Platz 5 in der NL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

Posted in MLB, Preview Tagged with: , ,