Juni 27th, 2019 by Silversurger

Halbzeit! Die meisten Teams der MLB haben ungefähr die Hälfte ihrer 162 Saisonspiele absolviert. Eine Pause haben sie sich jedoch noch nicht verdient, denn die gibt es in Form des All-Star-Breaks erst in knapp zwei Wochen. Für ein paar Spieler ist die Saison derweil schon gelaufen, unter anderem für zwei bislang herausragende Pitcher: Jordan Hicks, Closer der St. Louis Cardinals und seines Zeichens aktuell schnellster Werfer der Liga, muss seinem überbeanspruchten Ellenbogen Tribut zollen und sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen. Damit wird er leider bis weit ins nächste Jahr hinein ausfallen. Weniger Leid tut es mir um Frankie Montas. Der Starter der Oakland Athletics hatte sich in den ersten Monaten der Saison mit starken Auftritten in den Vordergrund gespielt, doch dann kam heraus, dass er zu leistungssteigernden Substanzen gegriffen hat. Die Konsequenz ist die übliche Sperre für 80 Ligaspiele plus etwaige Playoffs. Recht so.

National League
Die Atlanta Braves (48-33) setzen ihren seit einigen Wochen währenden Siegeszug durch die National League East fort und haben inzwischen fünfeinhalb Spiele Vorsprung auf die Philadelphia Phillies (42-38). Für die Phillies könnte es durchaus noch schlimmer aussehen, hätten sie nicht das Glück gehabt, nach sieben Niederlagen in Folge auf die New York Mets (37-44) zu treffen. Die Mets sind gerade wieder mal an dem Punkt in der Saison angekommen, an dem sie sich komplett selbst auseinander nehmen (siehe „Szene der Woche“). Dankbare Nutznießer der Schwächen der Mets und der Phillies sind die Washington Nationals (39-40). Gewinnen sie heute Nacht auch das dritte Spiel gegen die Miami Marlins (30-48), so stehen sie erstmals seit April wieder bei einer ausgeglichenen Bilanz. Das weitere Restprogramm der Nationals bis zur Pause (dreimal Detroit, dreimal Miami, dreimal Kansas City) liest sich ebenfalls sehr vorteilhaft.

Spannung um die Tabellenspitze herrscht momentan nur in einer einzigen Division der MLB und das ist die NL Central. Es ist allerdings eher ein Schneckenrennen, das sich die Chicago Cubs (43-37) und die Milwaukee Brewers (42-38) zurzeit liefern. Beide haben seit über zwei Wochen keine Serie mehr gewonnen. Dadurch sind die St. Louis Cardinals (40-39) zunächst wieder näher gekommen, doch auch die haben sich zuletzt von den Athletics und den Angels dreimal am Stück schlagen lassen. Will denn keiner die Central gewinnen? Vielleicht wollen es ja die Pittsburgh Pirates (37-41), die als einziges Team der Division in sieben der letzten zehn Partien gesiegt haben. Ihr Programm bis zur Pause besteht aus dem Serienfinale gegen Houston und dann sechsmal Brewers und dreimal Cubs. Falls die Pirates in der Mehrzahl dieser Spiele bestehen, sind sie zurecht wieder im Rennen.

Die Los Angeles Dodgers (55-27) sind ebenfalls im Rennen und zwar in diverser Hinsicht: um die NL West, um 100 Siege, um die beste Bilanz der MLB, um das beste Run Differential – in jedem dieser Rennen liegen sie zurzeit klar vorne. Zwischen den Colorado Rockies (42-38), den San Diego Padres (40-40) und den Arizona Diamondbacks (41-41) geht es nach wie vor eng zu. In der Bewerbung um die Wild-Card-Plätze sind zurzeit die Rockies gleichauf mit den Phillies und den Brewers. Würde es am Ende der Saison genauso stehen, würde es vor Beginn der Playoffs zunächst zwei Entscheidungsspiele und dann das eigentliche Wild-Card-Spiel geben. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Wie alle Teams schauen die Rockies, die Diamondbacks und die Padres erstmal auf den Endspurt zum All-Star-Break, in dem übriges jedes von ihnen es noch mehrmals mit den Dodgers zu tun bekommt.

American League
In der American League East hat sich zwischen den ersten drei Teams einiges getan. Die Reihenfolge ist zwar noch die gleiche wie in der letzten Woche, doch die New York Yankees (52-28) haben sich mit einem Lauf von 11 Siegen aus den letzten 12 Spielen inzwischen spürbar abgesetzt. Die Tampa Bay Rays (45-35) hingegen sind seit zwei Wochen völlig von der Rolle, haben in diesem Zeitraum 11 von 14 Spielen verloren. Den Boston Red Sox (44-38) hat das die Chance eröffnet, sich ganz nah heranzuspielen. Zwei Siege in den formellen Heimspielen gegen die Yankees in London (siehe „Einschalttipp“) wären für die Red Sox im Wild-Card-Rennen Gold wert.

Die Minnesota Twins (52-27) sind weiterhin auf Kurs, nicht nur die AL Central zu gewinnen, sondern auch einen neuen Homerun-Rekord aufzustellen: 149 Bälle haben sie schon über den Zaun geschlagen und mit 79 Spielen noch nicht mal ganz die Hälfte der Saison absolviert. Die Bestmarke liegt übrigens bei 267, aufgestellt von den Yankees in der Saison 2018. Die Cleveland Indians (44-36) haben offensichtlich zu alter Stärke zurück gefunden: Vor drei Wochen standen sie noch bei 31-31, inzwischen liegen sie acht Spiele über der ausgeglichenen Bilanz und sind damit einer der Favoriten für eine Wild Card. Die Verletzungssorgen der Indians sind allerdings nicht geringer geworden. Starter Mike Clevinger hielt nach zwei Monaten Verletzungspause lediglich 4.2 Innings durch und musste anschließend mit Knöchelproblemen wieder auf die Injured List. Dort stehen auch Corey Kluber, Danny Salazar, Bradley Zimmer und Dan Otero, die allesamt noch ein Stück entfernt sind vom Comeback.

Für die Houston Astros (50-31) hatte ich letzte Woche eine Mini-Krise attestiert. Die hat sich inzwischen ausgewachsen zu einer richtigen: Gegen die Yankees setzte es drei Niederlagen in vier Spielen, was zusammen mit den vorherigen Ergebnissen in Cincinnati und gegen Toronto eine Serie von sieben Niederlagen ergab. Zwei ermutigenden Auftritten folgte letzte Nacht die höchste Niederlage der Saison beim 2:14 gegen Pittsburgh. Ich erwarte nach wie vor nicht, dass die Astros Probleme haben werden, die AL West zu gewinnen, aber ihren Ruf als ein Über-Team sind sie wohl erst mal los. Im weiteren Feld der Division wird es sehr interessant zu sehen sein, wie die Texas Rangers (44-36), die Oakland Athletics (43-38) und die Los Angeles Angels (41-40) sich bis zur Trade-Deadline positionieren können. Die steht in gut einem Monat an und bis dahin müssen die Teams sich klar werden, ob sie als Buyer oder als Seller auftreten oder schlichtweg untätig bleiben.

Szene der Woche
Zum ersten Mal seit langer Zeit kann ich die Szene der Woche nicht mit einem Video illustrieren: Es war – zum Glück! – keine laufende Kamera dabei, als in der Kabine der New York Mets Manager Mickey Callaway seinen Ausraster gegenüber einem Reporter von Newsday hatte. Vorausgegangen war ein 3:5 gegen die Cubs – zum x-ten Mal in dieser Saison hatte der Bullpen der Mets versagt und eine Führung hergeschenkt. Callaway musste sich die Kritik gefallen lassen, zu lange an dem sichtlich wackligen Reliever Seth Lugo festgehalten zu haben. Seine Nerven lagen daraufhin offensichtlich blank, denn als besagter Journalist ihn nach dem Spiel mit „See you tomorrow, Mickey“ verabschiedete – offenbar in ganz normalem, unironischem Ton –, fühlte er sich davon angegriffen, beschimpfte den Journalisten („Don’t be a smartass, motherfucker!“) und wies ihn an, zu gehen. Als jener nicht sofort reagierte, wurde er auch von Pitcher Jason Vargas mit derben Blicken und Worten und fast sogar tätlich angegangen, was Carlos Gomez und Noah Syndergaard gerade noch verhinderten. Die Peinlichkeit ging am nächsten Tag weiter, indem es bei einer Pressekonferenz zwei Nachfragen brauchte, bis Callaway sich zu einer öffentlichen Entschuldigung durchrang. Das Eis für Callaway in New York ist sichtlich dünn geworden, er scheint sowohl mit dem Management des Teams als auch im Umgang mit den Medien heillos überfordert. Wären Fred und Jeff Wilpon nicht die unberechenbarsten Owner der Liga, so würde ich fest mit einem Trainerwechsel spätestens zum All-Star-Break rechnen.

Statistik der Woche 
1.163. Das ist der aktuelle OPS-Wert von Cody Bellinger. Wenn er diese Leistung bis Ende der Saison beibehält, wäre es der höchste Jahreswert eines qualifzierten Hitters seit Barry Bonds im Jahr 2004 (1.422). Der zweithöchste wäre übrigens der von Christian Yelich, der zurzeit bei 1.149 liegt. So wie es aussieht, dürften Bellinger und Yelich sich ein großartiges Rennen um den diesjährigen MVP-Titel der NL liefern. Im All-Star-Ballot immerhin ist Platz für beide, denn dort werden für jede Liga drei Outfielder gewählt.

Spiel der Woche
Zwei beeindruckende Starts und ein spannendes Ende im Duell zweier Teams, die eine überraschend starke Saison spielen, waren die Zutaten meines Spiels der Woche. Der Auftakt gehörte den Texas Rangers, für die im ersten Inning Nomar Mazara einen wahren Monster-Homerun zur frühen 2:0-Führung schlug. 505 Fuß (154 Meter) weit flog der Ball und war damit gemeinsam mit einem Homerun von Trevor Story aus dem letzten Jahr der weiteste seit Einführung der Statcast-Technologie. Einen guten Start hatte auch Zack Collins für die Chicago White Sox: Der Rookie durfte zum ersten Mal von Beginn an spielen und schlug gleich in seinem ersten At Bat den Ball zu einem 3-Run-Homerun über den Zaun. Später im Spiel glichen die Rangers den Spielstand noch zweimal aus, doch am Ende triumphierten die White Sox nach zehn Innings mit 5:4. Der zweite Held des Spiels für Chicagos junge Truppe war ein weiterer Rookie: Eloy Jimenez brachte sein Team erst durch ein Single im dritten Inning und schließlich endgültig durch einen eigenen Run während eines Bunts im zehnten Inning in Front.

Mein Einschalttipp
Der Einschalttipp für diese Woche liegt auf der Hand: Zum ersten Mal überhaupt trägt die MLB reguläre Saisonspiele auf europäischem Boden aus. Samstag und Sonntag ist es soweit mit den Partien in London und die Paarung könnte attraktiver nicht sein: Titelverteidiger Boston Red Sox und Rekordmeister New York Yankees, die beiden größten Erzrivalen im Baseball, fügen ihrer langen gemeinsamen Geschichte ein neues Kapitel hinzu. Ich werde leider nicht vor Ort sein, bin aber sehr gespannnt auf die Spiele und werde auf jeden Fall am Samstag ab 19:10 Uhr und am Sonntag ab 16:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit reinschauen. Die Möglichkeit dazu gibt es sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv. Falls der eine oder die andere von euch in London sein sollte, würde ich mich sehr über ein paar Berichte von dort freuen.

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Juni 20th, 2019 by Silversurger

Das Maß aller Dinge in der MLB sind momentan die Los Angeles Dodgers: Als erstes Team in diesem Jahr haben sie die Marke von 50 Siegen erreicht – schneller waren, dem Kalenderdatum nach, übrigens allein die Seattle Mariners des Jahres 2001. Eine 100-Siege-Saison der Dodgers scheint damit so gut wie gebucht – was für den Klub sicher ein schöner Erfolg, aber längst nicht zufriedenstellend wäre: Nach zwei verlorenen World Series zählt für die Dodgers dieses Jahr allein der Titel.

American League
Die Tampa Bay Rays (43-31) spielen eine großartige Saison, doch sie haben ein Problem: Sie finden einfach kein Rezept gegen die New York Yankees (46-27). Zum dritten Mal in diesem Jahr trafen die beiden Kontrahenten um die Spitze der American League East in einer Serie aufeinander, zum dritten Mal zogen die Rays den Kürzeren. Mit 3:0, 6:3 und 12:1 fuhren die Yankees einen überzeugenden Sweep ein und stehen nun wieder klar vorne. Dafür, dass das so bleibt, sollen interne und externe Verstärkungen sorgen: Von den Mariners kommt Slugger Edwin Encarnacion im Tausch gegen ein Prospect, zudem ist Giancarlo Stanton aus seiner Verletzungspause zurück und auch Aaron Judge wird wohl heute oder morgen reaktiviert. Nach sieben Siegen in den letzten acht Spielen sind plötzlich auch die Boston Red Sox (41-35) wieder im Rennen. Den Wild-Card-Platz haben sie bereits zurück erobert und mit den Toronto Blue Jays (26-48) steht für sie eine weitere lösbar Aufgabe an.

In der AL Central haben die Minnesota Twins (48-25) durch die verlorene Serie gegen die Red Sox ein bisschen an Boden verloren, doch sie sind immer noch das stärkste Team der AL, und der Abstand auf die Cleveland Indians (39-34) ist nach wie vor komfortabel. Die Indians werden sinnvollerweise weniger auf die Twins schielen als auf die Chance, über eine Wild Card in die Playoffs zu kommen. In dieser Hinsicht könnten die zwei jüngsten Siege gegen die Rangers sich als Big Points erweisen, insbesondere wenn ihnen heute Abend ein dritter folgt (siehe Einschalttipp). Im Anschluss daran warten auf die Indians zwölfmal hintereinander drei der schlechtesten Teams der Liga: sechsmal die Kansas City Royals (25-49) sowie je dreimal die Detroit Tigers (26-44) und die Orioles.

Auch die Houston Astros (48-27) in der AL West haben einen bequemen Vorsprung und dass ihr Star José Altuve seit gestern wieder an Bord ist, wird sie noch stärker machen. Dennoch befinden die Astros sich gerade in einer Mini-Krise: Zum ersten Mal in diesem Jahr haben sie vier Spiele am Stück verloren. Ausgerechnet in dieser Situation wartet alles andere als ein Aufbaugegner, nämlich die schwierige Auswärtsserie bei den New York Yankees. Man darf aber getrost davon ausgehen, dass die Astros nicht lange im Tief verharren werden. Der Rest der Division, mit Ausnahme der tief gefallenen Seattle Mariners (32-46), liefert sich ein enges Rennen um Platz zwei. Die Texas Rangers (39-35) sind nach einer durchwachsenen Woche noch knapp vorne, doch sowohl die Oakland Athletics (39-36) als auch die Los Angeles Angels (38-37) haben sich nah herangearbeitet.

National League
In der National League East ist ordentlich Bewegung: Die Philadelphia Phillies (39-34) haben Serien gegen die Atlanta Braves (44-31) und die Washington Nationals (35-38) und damit auch erstmal den Anschluss an die Spitze verloren. An selbiger stehen die Braves inzwischen recht unangefochten, nachdem sie in den letzten zwei Wochen lediglich zwei Spiele verloren haben. Für sie steht nun eine interessante Serie gegen die Nationals an, die ähnlich gut in Form sind und sich auf Platz drei hochgearbeitet haben. Eine Schrecksekunde für Washington gab es am Dienstag, als ihr Pitching-Ass Max Scherzer sich bei einem missglückten Bunt im Training die Nase brach. Doch der als extrem ehrgeizig und willensstark bekannte Scherzer ließ sich davon nicht beirren und pitchte am Tag danach sieben scorelose Innings mit zehn Strikeouts. Die New York Mets (35-39) sind derweil auf Rang vier abgerutscht. Damit sind sie noch nicht ganz aus dem Rennen, aber angesichts der Matchups bis zum All-Star-Break (@Cubs, @Phillies, Braves, Yankees, Phillies) sind meine Hoffnungen für sie relativ gering.

Die Chicago Cubs (40-33) und die Milwaukee Brewers (40-34) liefern sich weiterhin ein munteres Wechselspiel um die Spitze der NL Central. Seit letzter Nacht sind wieder die Cubs vorne: Ein Split im Stadtduell gegen die White Sox genügte ihnen dafür, weil die Brewers sich in San Diego sweepen ließen. Richtig rund lief es zuletzt weder bei den Cubs noch bei den Brewers, daher konnten die St. Louis Cardinals (38-35) sich mit Erfolgen gegen die Marlins und die Mets zurück in die Spitzengruppe arbeiten. Auch die Cincinnati Reds (34-38) und die Pittsburgh Pirates (33-40) sind noch in Schlagweite innerhalb dieser knappsten aller MLB-Divisionen.

Wie eingangs schon erwähnt, sind die Los Angeles Dodgers (50-25) das stärkste Team der bisherigen Saison. Als solches sind sie auch in der NL West völlig unangefochten. Die Musik spielt hier eher im Ringen um Platz zwei: Die Colorado Rockies (39-34) haben zurzeit die beste Ausgangsposition, müssen aber nach bereits zwei Niederlagen heute noch einmal gegen die Arizona Diamondbacks (38-37) und am Wochenende dreimal in Dodger Stadium antreten. Gleichauf mit den Diamondbacks hoffen die San Diego Padres (38-37), ihre derzeitige Erfolgsserie auch in Pittsburgh und Baltimore fortsetzen zu können.

Szene der Woche
Die erstaunlichste Szene der letzten sieben Tage ist und bleibt für mich der Intentional Balk von Kenley Jansen. Da ich den aber bereits in einem eigenen Artikel beleuchtet habe, gehe ich hier den konservativen Weg und widme mich den in dieser Woche geschlagenen Cycles. Von dieser besonderen Hitting-Leistung – dem Erzielen je eines Singles, Doubles, Triples und eines Homeruns durch einen Spieler in einem Spiel – gibt es selten mehr als eine Handvoll pro Saison. Am Donnerstag und am Freitag gab es zum ersten Mal seit 1912 zwei an direkt aufeinander folgenden Tagen. Den Anfang machte Shohei Ohtani beim 5:3-Sieg seiner Angels in Tampa Bay:

Tags darauf folgte Clevelands Jake Bauers mit einer nicht weniger beeindruckenden Performance beim 13:4-Sieg in Detroit:

Statistik der Woche 
92. So viele Runs scorten die Colorado Rockies und die San Diego Padres während ihrer vier Duelle am letzten Wochenende. Das sind mehr Runs als je zuvor in einer 4-Spiele-Serie erzielt wurden. Es fielen noch ein paar mehr Rekorde in dieser verrückten Serie bei perfektem Wetter im hitterfreundlichsten Ballpark der Liga: Rockies-Leadoff Charlie Blackmon allein gelangen 15 Hits, ebenfalls die meisten in einer 4-Spiele-Serie. Im wildesten Spiel der Serie schafften es am Freitag die Padres zum ersten Mal in ihrer Geschichte, einen Rückstand von 6 Runs umzudrehen. Am Ende gewannen sie 16:12 in zwölf Innings. Die anderen Partien kamen ohne Extra-Innings aus: Colorado siegte am Donnerstag 9:6 und am Samstag 14:8, bevor am Sonntag noch mal die Padres mit 14:13 die Nase vorn hatten. Hier der Beweis, dass tatsächlich Baseball gespielt wurde, auch wenn die Ergebnisse eher nach Football klingen:

Spiel der Woche
Es ist mal wieder Zeit, „unseren“ Major Leaguer zu feiern: Max Kepler hatte Dienstagnacht das vielleicht aufregendste Spiel seiner Karriere. Dabei war er noch nicht mal von Anfang an dabei, sollte eigentlich einen Ruhetag bekommen während der Partie seiner Twins gegen die Red Sox. Doch er kam im sechsten Inning als Pinch Hitter und wurde anschließend im Spiel gelassen – zum Glück für die Twins, denn ohne ihren deutschen Star hätten sie wohl ziemlich sicher verloren und damit erstmals in dieser Saison drei Niederlagen in Folge eingesteckt. Im siebten Inning ging Boston 2:1 in Führung – im achten glich Kepler den Stand durch einen RBI-Single aus und rettete sein Team in die Verlängerung. Im dreizehnten Inning brachte Mookie Betts die Red Sox erneut in Front – Kepler konterte mit einem Homerun und hielt das Spiel offen. Im siebzehnten Inning schließlich entschied Kepler die Partie mit einem Walk-off-Single bei geladenen Bases zum 4:3.

Mein Einschalttipp
Zwei Teams am Scheideweg treffen sich heute zur besten deutschen Sendezeit (ab 20:05 Uhr) zum Finale ihrer 4-Spiele-Serie: Die Texas Rangers empfangen die Cleveland Indians. Die Rangers benötigen einen Sieg, um sich nach 7:2, 3:10 und 4:10 wenigstens den Split zu sichern. Noch ist es etwas zu früh in der Saison, um ernsthaft an die Verteilung der Wild Cards zu denken. Aber zurzeit deutet einiges darauf hin, dass diese beiden Teams bis zum Ende zu den heißen Kandidaten um den Hintereingang in die Playoffs gehören werden. Als Starting Pitcher werden Mike Minor (2.63 ERA, 3.72 FIP) für die Rangers und Shane Bieber (3.92 ERA, 3.89 FIP) für Cleveland antreten. Das Spiel gibt es auf DAZN über MLB Network sowie natürlich auf mlb.tv zu sehen.

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März 1st, 2019 by Silversurger

Die Texas Rangers befinden sich in einer sehr ähnlichen Situation wie die gestern an dieser Stelle vorgestellten Royals: Sie hatten von 2010 bis 2016 eine starke Phase, in der sie fünfmal die Playoffs und zweimal die World Series erreichten. Genau wie die Royals brauchten die Rangers anschließend zwei schlechte Jahre, um einzusehen, dass das Gelegenheitsfenster sich geschlossen hat und es Zeit für einen Neuanfang ist. Dieser ist nun in diverser Hinsicht eingeläutet. Chris Woodward wurde als neuer Field Manager verpflichtet, Luis Ortiz als Hitting Coach und Julio Rangel als Pitching Coach – für alle drei ist es der erste Job in der jeweiligen Rolle. Third Baseman Adrian Beltre, das Gesicht der Franchise in der Erfolgsphase, hat seine Karriere beendet. Einige weitere Veteranen wurden schon im Sommer gegen Prospects getradet. Kurzum: Es herrscht Aufbruchsstimmung in Arlington und dazu passt perfekt, dass neben dem derzeitigen Ballpark gerade ein schickes neues Stadion für die Rangers gebaut wird. 2020 soll es eröffnet werden und den Spielern und Zuschauern den bisher vermissten Luxus eines einfahrbaren Daches und einer Klimaanlage bieten. Bis in der neuen Heimstätte auch ein erfolgreiches Team bejubelt werden kann, wird es vermutlich noch ein paar Jahre länger dauern.

Voraussichtliches Lineup
C Jeff Mathis
1B Ronald Guzman
2B Rougned Odor
SS Elvis Andrus
3B Asdrubal Cabrera
LF Joey Gallo
CF Delino DeShields
RF Nomar Mazara
DH Shin-Soo Choo

Voraussichtliche Rotation
LHP Mike Minor
RHP Lance Lynn
LHP Yohander Mendez
LHP Drew Smyly
RHP Edinson Volquez
Key Reliever: Jesse Chavez

Wichtigster Zugang
RHP Lance Lynn (New York Yankees)

Wichtigster Abgang
3B Adrian Beltre (Karriere beendet)

Bestes Prospect
OF Bubba Thompson

Größte Stärke
Wenig Druck: Die Rangers scheiterten zuletzt regelmäßig an ihren eigenen Erwartungen. Das Risiko besteht dieses Jahr kaum, denn die Erwartungen sind sehr gering und man wird dem jungen Trainergespann Niederlagen und Fehler großzügig nachsehen.

Größte Schwäche
Pitching: Die Rangers haben ein ordentliches Lineup, das auch in diesem Jahr genügend Runs erzielen wird, um in dieser Hinsicht im Mittelfeld der Liga zu landen. Das Pitching-Personal liest sich jedoch mit wenigen Ausnahmen wie eine ziemliche Restrampe.

Spannendste Frage
Wer füllt die Beltre-Lücke? Den Ruheständler Adrian Beltre nicht mehr als Third Baseman auf dem Feld zu haben, ist ein Verlust für die Rangers. Noch mehr werden sie ihn allerdings im Dugout und im Clubhouse vermissen, denn Beltre war ein Führungsspieler mit Gute-Laune-Garantie. Mit Beltres Kumpel, Shortstop Elvis Andrus, und mit seinem Nachfolger auf 3B, Asdrubal Cabrera, sind zwei Typen da, die geeignet erscheinen, diese Rolle unter sich aufzuteilen.

Prognose
Platz 5 in der AL West

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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Februar 7th, 2019 by Silversurger

Die gute Nachricht zuerst: In wenigen Tagen beginnen alle MLB-Teams ihre Saisonvorbereitung. Von Montag bis Mittwoch der kommenden Woche liegen die Termine, an denen sich die Pitcher und Catcher zum Dienst melden. Vier bis fünf Tage später steigen die restlichen Spieler ins Training ein und nach weiteren vier bis fünf Tagen – am 21. Februar – beginnen auch schon die Spring-Training-Spiele. Dann wird endlich wieder Baseball gespielt und die Gerüchte und Spekulationen um Trades und Neuverpflichtungen geraten endlich in den Hintergrund. Denn – und das ist die schlechte Nachricht – es ist inzwischen nur noch nervig, dass die Top-Free-Agents Bryce Harper und Manny Machado sowie Top-Tradekandidat J. T. Realmuto die ganze Offseason beherrschen, ohne dass sich irgendetwas tut. Neben ein paar eher mittelinteressanten Rostermoves ist die wichtigste Nachricht der letzten Tage eine, die man wahlweise gut oder schlecht finden kann: Die MLB und die MLBPA denken mal wieder laut über Regeländerungen nach.

DH für alle und nie wieder One-Out-Reliever?
Die MLB strebt seit Jahren danach, die Spieldauer zu verkürzen und das Spiel attraktiver – im Sinne von: offensivlastiger – zu machen. Vor diesem Hintergrund kam nun mal wieder eine Reihe von Vorschlägen auf den Tisch, die teilweise schon in diesem Jahr in Kraft treten könnten. Die Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass die Liga und die Spielergewerkschaft MLBPA sich einig sind. Das sind sie bislang offenbar nicht, vielmehr bilden die Ideen beider Seiten nicht mehr als eine Verhandlungsmasse und es nicht absehbar, welche der Änderungen tatsächlich eine realistische Chance auf Umsetzung haben. Die wesentlichen Vorschläge, die bekannt wurden, sind folgende:

Ausweitung der DH-Regel auch auf die National League. Ich bin dagegen und wer dafür ist, soll mir bitte glaubhaft versichern, dass er solche Szenen nicht sehen und hören möchte:

Einführung eines Minimums von drei Battern, gegen die ein Pitcher antreten muss, bevor er ausgewechselt werden darf (Verletzungen ausgenommmen). Das würde das Spiel definitiv beschleunigen, allerdings auch einige auf Linkshänder spezialisierte Reliever arbeitslos machen. Die Einhaltung der Regel wäre zudem aufgrund der Verletzungsausnahme schwer zu kontrollieren.

Einführung einer einzigen Trade-Deadline zum All-Star-Break Mitte Juli (statt der bisherigen Non-Waiver-Deadline Ende Juli und der Waiver-Deadline Ende August). Diese Änderung fände ich gut – nicht nur, weil sie Klarheit und Vereinfachung brächte, sondern auch weil es dann weniger Taktieren um Spieler gäbe, die nur geholt werden, um sie später in der Saison wieder zu verkaufen.

Erhöhung des aktiven Kaders von 25 auf 26 Spieler und gleichzeitig Reduzierung des aktiven Kaders ab 1. September von 40 auf 28 Spieler. Auch damit könnte ich gut leben – wobei die Frage ist, ob man wirklich einen Rosterplatz mehr braucht, wenn man anstrebt, dass weniger Pitcher eingesetzt werden (siehe oben).

Draft-Nachteile für Teams, die mehrere Jahre hintereinander zu wenige Spiele gewinnen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll zu überlegen, wie man das in den letzten Jahren ausgreifende Tanking eindämmt – also die Neigung vieler Klubs, absichtlich jahrelang ein schwaches Team ins Rennen zu schicken. Dass der Entzug von Draftpicks das geeignete Mittel dafür ist, bezweifle ich.

Reduzierung der erlaubten Mound Visits von sechs auf vier pro Spiel. Die letztes Jahr eingeführte Begrenzung auf sechs Visits führte nicht zu Problemen und man kann es wohl noch ein Stück weiter treiben.

Test einer Absenkung des Pitching Mounds oder einer weiteren Entfernung zwischen Mound und Homeplate. Das hätte ziemlich sicher den gewünschten Effekt, die Offensive zu fördern. Die Frage ist, ob das wirklich so wünschenswert ist. Ich persönlich finde das Spiel so wie es derzeit ist durchaus ausgewogen. Zudem würde mehr Offensive vermutlich auch bedeuten, dass die Spiele tendenziell länger dauern – also genau das, was die Ligaleitung am wenigsten will.

Astros verpflichten Miley
Das relevanteste Free-Agent-Signing der Woche ist eine Ergänzung für die Pitching-Rotation der Houston Astros. Wade Miley erhält einen Einjahresvertrag über 4,5 Millionen Dollar. Die Verpflichtung des Linkshänders schließt eine Lücke in der Mitte der letztes Jahr noch sehr beeindruckenden Astros-Rotation. An deren Spitze steht mit Justin Verlander und Gerrit Cole nach wie vor einer der besten One-Two-Punches der Liga, dahinter war es aber durch die Abgänge von Charlie Morton (Rays), Dallas Keuchel (noch ohne Team) und die Tommy-John-Surgery von Lance McCullers recht dünn geworden.

Hellickson bleibt bei den Nationals
Auch die Washington Nationals ergänzen ihre Rotation und zwar um Jeremy Hellickson, der letztes Jahr schon für sie aktiv war. Der Rechtshänder dürfte der aussichtsreichste Kandidat für den fünften Starterspot sein. Er erhält erneut einen Einjahresvertrag, der ihm zwischen 1,3 und 4 Millionen Dollar einbringen wird, je nachdem wie viele Starts er tatsächlich absolviert.

Duke zu den Reds
Die Cincinnati Reds bleiben eines der aktiveren Teams der diesjährigen Offseason. Nach Sonny Gray, Alex Wood, Tanner Roark, Yasiel Puig und Matt Kemp wurde nun Zach Duke an Land gezogen. Der 36-jährige Reliever ist ein Spezialist für linkshändige Batter, die gegen ihn in den letzten fünf Jahren nur .209/.284/.311 geschlagen haben. Rechtshänder hatten es mit ihm ein bisschen einfacher, aber mit .240/.341/.357 haben sie ihn auch nicht gerade verprügelt. Insofern könnten die Reds auf Duke wohl auch dann setzen, wenn die in Aussicht gestellte Drei-Batter-Regel käme.

Royals holen Boxberger
Die Sache ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern, aber die Kansas City Royals sind sich wohl so gut wie einig mit Reliever Brad Boxberger. Der 30-jährige Rechtshänder hatte von den Diamondbacks in seinem letzten Arbitration-Jahr kein Angebot bekommmen. Bei den Royals soll er entweder als Setup oder als Closer zum Einsatz kommen. Er wird dabei voraussichtlich 2,2 Millionen Dollar verdienen.

Marlins traden Wittgren zu Indians
Einen kleinen Trade gab es diese Woche auch: Reliever Nick Wittgren, den die Miami Marlins letzte Woche recht überraschend aus dem Kader gestrichen hatten, kommt bei den Cleveland Indians unter. Im Gegenzug wechselt Minor-League-Reliever Jordan Milbrath zu den Marlins. Der 27-jährige Wittgren bringt drei solide Jahre MLB-Erfahrung mit, 2018 war seine bislang beste Saison (2.94 ERA). Der gleichaltrige Milbrath kam letztes Jahr erstmals auf AAA-Niveau zum Einsatz, brachte es dort aber nur auf 13.2 Innings und 5.93 ERA. Ich habe ganz ehrlich keine Ahnung, welchen Sinn dieser Trade aus Sicht der Marlins haben soll.

Rangers testen Two-Way-Einsatz von Davidson
Normalerweise erwähne ich hier keine Minor-League-Deals, aber weil diese Woche so wenig los war und weil Matt Davidson ein interessanter Fall ist, mache ich für ihn eine Ausnahme. Davidson wurde von den Texas Rangers verpflichtet und wird im Spring Training die Chance haben, sich für das Major-Team zu empfehlen. Das Interessante an der Sache ist, dass der gelernte Infielder als Super-Allrounder aufgebaut werden soll, der nicht nur am Schlag und im Feld, sondern auch als Pitcher zum Einsatz kommt. In der letzten Saison hat Davidson bereits drei Innings für die Chicago White Sox gepitcht und die Resultate waren ermutigend: zwei Strikeouts, ein Hit, ein Walk, keine zugelassenen Runs. Was die recht kleine (und ausschließlich in längst entschiedenen Spielen erzielte) Stichprobe wert ist, bleibt abzuwarten.

Rekordgehalt für Arenado
Auch Einigungen von Klubs und Spielern in der Arbitration-Phase, bei denen es ausschließlich um die Höhe des Jahresgehalts geht, lasse ich üblicherweise unerwähnt. Auch hier mache ich dieses Mal eine Ausnahme, denn Nolan Arenado und die Colorado Rockies haben sich auf eine Rekordsumme geeinigt: 26 Millionen Dollar wird der Third Baseman dieses Jahr verdienen. Nach dem Jahr wird Arenado Free Agent sein, sofern er nicht vorher einen längerfristigen Vertrag unterschreibt. Die Rockies sind nach eigenen Aussagen sehr interessiert an einer Bindung über mehrere Jahre und werden in den kommenden Wochen noch Verhandlungen führen.

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Januar 31st, 2019 by Silversurger

Bryce Harper, Manny Machado, J. T. Realmuto. Ich wollte die Namen nur mal wieder genannt haben, weil die ganze MLB-Offseason sich um sie zu drehen scheint. Das war auch diese Woche nicht anders, obwohl es in Bezug auf die Drei nichts wirklich Neues gibt: Favoriten sind nach wie vor die Phillies für Harper und die White Sox für Machado, während die Marlins für Realmuto offenbar nach wie vor Mondpreise verlangen, sodass auch mit den neuesten Interessenten – den Reds und den Padres – bisher noch keine Vereinbarung zu erzielen war. Ganz ereignislos war die Woche aber nicht. Hier sind die neuesten Entwicklungen aus der MLB sowie ein TV-Tipp von ganz woanders:

Dodgers holen A. J. Pollock
Der hochwertigste Free-Agent-Move der Woche ist leider so alt, wie er in diesem Artikel nur sein kann: Keine Stunde nach Veröffentlichung des letzten Grand Slam am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass Outfielder A. J. Pollock sich mit den Los Angeles Dodgers einig geworden ist. Pollock erhält einen Vierjahresvertrag über 50 Millionen Dollar sowie die Option, den Vertrag von seiner Seite aus um ein Jahr zu verlängern. Dafür würde er abhängig von seinen vorherigen Leistungen weitere 10 bis 20 Millionen erhalten. Pollock kann im Feld ruhigen Gewissens auf allen Outfield-Positionen eingesetzt werden und ist am Schlag eine verlässliche rechtshändige Ergänzung für das linkshänderlastigen Lineup der Dodgers. Dadurch, dass die Dodgers sich mit Pollock den zweitumworbensten Outfielder der diesjährigen Free Agency gesichert haben, dürfte es so gut wie sicher sein, dass sie sich nicht mehr am Ringen um die Dienste von Bryce Harper beteiligen.

Marco Estrada zu den Athletics
Die Oakland Athletics bauen weiter an ihrer Starting Rotation und haben nun nach Mike Fiers und Joakim Soria auch Marco Estrada verpflichtet. Der 35-Jährige hatte in Toronto zuletzt zwei eher schwache Jahre, doch die A’s hoffen, dass er nach überstandenen Rückenproblemen zu früheren Leistungen zurückfindet. Estrada erhält einen Einjahresvertrag über 4 Millionen Dollar.

Blue Jays verpflichten Freddy Galvis
Estradas früherer Klub, die Toronto Blue Jays, gönnt sich derweil einen neuen Shortstop. Freddy Galvis ist ein solider Feldspieler und ein eher unterdurchschnittlicher Batter, aber immerhin ein Muster an Durchhaltevermögen: Er hat als ein einziger MLB-Spieler sowohl 2017 (für die Phillies) als auch 2018 (für die Padres) alle 162 Spiele der jeweiligen Saison absolviert. Galvis erhält einen Einjahresvertrag, der ihm 5 Millionen Dollar garantiert und eine Kluboption für ein weiteres Jahr und 4,5 Millionen enthält.

Neil Walker wird ein Marlin
Die Miami Marlins versuchen auch 2019, mit möglichst geringen Gehaltszahlungen durch eine weitere Aufbausaison zu kommen. Aber den einen oder anderen erfahrenen Spieler braucht man dann doch auf dem Feld und mit Infielder Neil Walker dürfte man einen recht guten Deal gemacht haben. Der 33-jährige, zuletzt für die Yankees aktive Switch-Hitter unterschreibt für ein Jahr und 2 Millionen Dollar.

Diverse Reliever finden ein neues Zuhause
Besonders aktiv war diese Woche der Markt für Relief Pitcher. Die relevanteste Neuverpflichtung war Linkshänder Justin Wilson, der für 10 Millionen Dollar einen Zweijahresvertrag bei den New York Mets unterschrieben hat. Wilsons alter Klub, die Chicago Cubs, wurde sich derweil mit Brad Brach einig. Brach erhält 4,35 Millionen für ein Jahr, danach gibt es eine beidseitige Option, durch die der Vertag sich auf zwei Jahre und bis zu 9,5 Millionen erstrecken würde. Greg Holland geht zu den Diamondbacks und wird dort für ein Jahr leistungsabhängig 3,5 bis 7 Millionen bekommen. Oliver Perez bleibt bei den Cleveland Indians. Sein Vertrag bringt ihm 2,5 Millionen für ein Jahr und verlängert sich automatisch, wenn der 37-Jährige 2019 in mindestens 55 Spielen auftaucht. Für die Seattle Mariners wird Hunter Strickland vermutlich besonders motiviert auftreten, denn er kann das Volumen seines Vertrages leistungsabhängig von 1,3 Millionen auf 2,6 Millionen verdoppeln. Er käme damit in die Größenordnung des Grundgehalt von Shawn Kelley, welcher sich mit den Texas Rangers auf 2,5 Millionen für ein Jahr plus Option auf ein zweites Jahr geeinigt hat, ebenfalls mit leistungsbezogenen Bonusmöglichkeiten.

Royals verlängern mit Merrifield
Preisfrage: Welcher MLB-Spieler führte 2018 sowohl mit den meisten Hits (192) als auch mit den meisten Stolen Bases (45) die gesamte Liga an? Ganz ehrlich, ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass es 2B Whit Merrifield von den Kansas City Royals war. Im Gegensatz zu mir scheinen die Royals sehr genau zu wissen, was sie an ihm haben, deshalb haben sie ihm eine Vertragsverlängerung bis 2023 zukommen lassen. Die Konditionen von 16,25 Millionen Dollar Garantiegehalt und bis zu 2 Millionen Leistungsboni für die vierjährige Laufzeit klingen geradezu unverschämt günstig. Das relativiert sich, wenn man berücksichtigt, dass der Spätentwickler Merrifield – er spielte seine erste volle MLB-Saison 2017 im Alter von 29 Jahren – ohnehin noch bis 2022 unter Teamkontrolle gewesen wäre und 2019 für das Mindestgehalt hätte spielen müssen. Der Vertrag verlängert diese Zeit somit nur um ein Jahr und gibt dem Spieler im Gegenzug eine ordentliche finanzielle Sicherheit.

Lovullo bleibt bis 2021 in Arizona
Auch die Arizona Diamondbacks und Torey Lovullo haben sich auf eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit geeinigt: Der Vertrag des Managers, der Ende 2019 ausgelaufen wäre, wird bis 2021 verlängert. Lovullo hatte die Diamondbacks in seinem ersten Jahr 2017 zu einer überraschenden Bilanz von 93-69 und in die Playoffs geführt. 2018 hatten sie eine schwächere, aber immer noch solide Saison mit 82 Siegen und 80 Niederlagen.

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Januar 24th, 2019 by Silversurger

Die Meldung der letzten Tage war die Bekanntgabe der Resultate der Wahl zur Hall of Fame. Closer-Legende Mariano Rivera wurde als Erster überhaupt mit einem einstimmigen Ergebnis in die Ehrenhalle gewählt. Außer ihm werden auch Edgar Martinez, Mike Mussina und der 2017 verstorbene Roy Halladay einen Platz in Cooperstown bekommen. Ich werde über die Hall-of-Fame-Klasse 2019 am Wochenende einen eigenen Artikel schreiben. Hier und heute gibt es erst mal die übliche Zusammenfassung der anderen interessanten Ereignisse rund um die MLB aus den letzten sieben Tagen.

Yankees verpflichten Ottavino und Farquhar, traden Gray
Die New York Yankees arbeiten weiter daran, einen starken Bullpen in die Saison 2019 zu schicken: Unter anderem sind Aroldis Chapman und Dellin Betances nach wie vor da, Zach Britton erhielt vor wenigen Wochen einen neuen Vertrag und nun kommt auch noch Adam Ottavino hinzu. Der 33-jährige Rechtshänder unterschreibt für drei Jahre und 27 Millionen Dollar. Er füllt die Lücke, die der Abgang von David Robertson zu den Phillies hinterlassen hatte.

Ein weiterer Reliever erhält zwar zunächst nur einen Minor-League-Vertrag, aber dass es überhaupt so weit gekommen ist, ist schon eine kleine Sensation: Es handelt sich um Danny Farquhar – jenen früheren White-Sox-Reliever, der im April letzten Jahres während eines Spiels mit einer Gehirnblutung zusammengebrochen war. Es war damals völlig offen, ob Farquhar die Sache überlebt und inwiefern er mit bleibenden Schäden zu rechnen hat. Nach weniger als einem Jahr hat der Junge sich erfreulicherweise so weit erholt, dass er seinen Traum von der MLB-Karriere weiter verfolgen kann. Ich drücke ihm die Daumen.

Keine Zukunft in New York hat derweil Starting Pitcher Sonny Gray. Die Yankees hatten bereits seit Ende der Saison offen nach einem Tradepartner gesucht, nachdem Gray bei ihnen nie die Leistungen abrufen konnte, die man aus seiner Zeit in Oakland gewohnt war. Manchmal hilft in solchen Fällen eine neue Umgebung und die bekommt Gray nun in Cincinnati bei den Reds. Im Gegenzug wechselten zunächst 2B-Prospect Shed Long und ein Draftpick zu den Yankees. Long wurde allerdings direkt an die Seattle Mariners weitergereicht im Tausch gegen CF-Prospect Josh Stowers. Zu einer Voraussetzung für den Trade hatten die Reds gemacht, dass sie sich mit Gray auf einen längerfristigen Kontrakt einigen können. Diese Einigung haben sie erzielt und Gray steht nun bis einschließlich 2022 für insgesamt 38 Millionen Dollar unter Vertrag. Zusätzlich haben die Reds für weitere 12 Millionen eine Option auf die Saison 2023.

Markakis bleibt bei den Braves
Die Atlanta Braves halten ihren Rightfielder Nick Markakis für 2019. Für 6 Millionen Dollar plus Option für ein weiteres Jahr zum selben Preis ist Markakis ein relatives Schnäppchen: Sein letzter Vertrag in Atlanta brachte ihm 44 Millionen in vier Jahren ein und 2018 war ein starkes Jahr für ihn mit einer Slashline von .297/.366/.440 und seiner ersten Allstar-Berufung. Der 35-Jährige wollte unbedingt bei den Braves bleiben und ließ dafür höhere Angebote sausen. Seine Begründung, sich mit dem Deal zufrieden zu geben, klingt sympatisch: „Ich spiele ein Kinderspiel und bekomme dafür eine Menge Geld. Wie könnte ich darüber enttäuscht sein?“

Zwei Neue für die Rangers
Die Texas Rangers haben zwei Ergänzungen für ihren Kader an Land gezogen: Asdrubal Cabrera erhält einen Einjahresvertrag über 3,5 Millionen Dollar. Der 33-Jährige ist defensiv nicht mehr so stark, dass er auf Dauer seine alte Rolle als Shortstop ausfüllen könnte, aber er kann auf allen Infieldpositionen spielen und wird dies für die Rangers wohl vor allem als Third Baseman tun. Dort hatte der Wechsel von Adrian Beltre in den Ruhestand eine große Lücke hinterlassen. Eine weitere Neuverpflichtung ist Zach McAllister. Der Reliever hatte in Cleveland einige gute Jahre, zuletzt aber ein ziemlich schlechtes. Bei den Rangers erhält er die Chance zu zeigen, dass das nur ein Ausrutscher war. Er bekommt ein Grundgehalt von einer Million Dollar, das er durch leistungsbezogene Bestandteile aufbessern kann.

Allen zu den Angels
Cody Allen befindet sich in einer ganz ähnlichen Situation wie McAllister: Auch er kommt aus Cleveland, auch er hatte dort sehr gute Jahre – noch deutlich bessere als McAllister – und auch für ihn war das Jahr 2018 eher zum Vergessen. Die Los Angeles Angels hoffen, dass ein wiedererstarkter Allen ihnen als Closer dienen kann, und statten ihn dafür mit einem Einjahresvertrag über 8,5 Millionen Dollar aus. Bis zu 2 Millionen kann er noch zusätzlich verdienen, wenn er bestimmte Anzahlen von beendeten Spielen erreicht.

Giants signen Pomeranz
Auch Starting Pitcher Drew Pomeranz erhält einen leistungsbezogenen Vertrag. Der Linkshänder ist zwar frischgebackener World Champion mit den Boston Red Sox, doch sein Beitrag dazu war mit nur 74 gepitchten Innings und einem ERA von 6.08 eher mager. Er ist nun bei den San Francisco Giants untergekommen, die ihm für 2019 je nach Anzahl der absolvierten Starts zwischen 1,5 und 5 Millionen Dollar bezahlen.

Perez wird ein Twin
Martin Perez hatte ebenfalls ein schwaches Jahr. Für die Rangers brachte er es auf 85.1 Innings und 6.22 ERA. Das sind Resultate, genau wie die von McAllister und Pomeranz, unter Replacement Level, also mit negativen Wins Above Replacement (Allen brachte es immerhin auf 0.0 WAR). Die Minnesota Twins haben in Perez offenbar trotzdem etwas entdeckt, was ihnen gefällt, denn sie statten ihn mit einem Vertrag über 3,5 Millionen Dollar für ein Jahr plus Kluboption für ein weiteres Jahr aus.

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Januar 10th, 2019 by Silversurger

Das wichtigste zuerst: Bryce Harper und Manny Machado haben sich immer noch nicht entschieden, wo sie dieses Jahr – und voraussichtlich für einige weitere Jahre – spielen werden. Bei Machado gelten die Yankees als Favorit, im Ringen um Harper haben sich überraschenderweise die Nationals mit einem wohl deutlich verbesserten Angebot zurück gemeldet. Um beide Top-Free-Agents buhlen außerdem die White Sox und die Phillies. Die Hoffnung rund um die Liga ist, dass eine Art Domino-Effekt auf dem Free-Agent-Markt einsetzt, sobald Harper und Machado ihre Wahl getroffen haben. Bereits spürbar gelichtet haben sich die Märkte für Catcher und hochwertige Reliever, nachdem in den letzten Tagen Yasmani Grandal, Zach Britton und David Robertson neue Verträge unterschrieben haben.

Grandal zu den Brewers
Die Milwaukee Brewers haben sich die Dienste von Yasmani Grandal gesichert. Er erhält einen Einjahresvertrag über 18,25 Millionen Dollar – ein überraschend kurzer und überraschend günstiger Deal für den besten Catcher, der als Free Agent verfügbar war. Angesichts dieses relativen Schnäppchens können die Brewers leicht verschmerzen, dass sie zudem ihren dritthöchsten Draftpick an die Los Angeles Dodgers abgeben müssen, nachdem Grandal bei seinem Ex-Klub ein Qualifying Offer abgelehnt hatte. Dieses war mit 17,9 Millionen übrigens nur unwesentlich niedriger als das Gehalt, das Grandal nun in Milwaukee akzeptiert hat. Es sieht ein bisschen danach aus, dass er sich bezüglich seines eigenen Marktwertes überschätzt hatte und nun den kurzen Vertrag angenommen hat, um in der nächsten Offseason einen neuen Anlauf auf einen noch lukrativeren Kontrakt zu nehmen.

Phillies verpflichten Robertson
Die Philadelphia Phillies haben sich erfolgreich um David Robertson bemüht. Der 33-Jährige ist einer der konstantesten Relief Pitcher der letzten Jahre und soll laut den Vorstellungen von Phillies-Manager Gabe Kapler ohne starr zugewiesene Rolle immer dann zum Einsatz kommen, wenn die wichtigsten Outs benötigt werden. Robertson hat sich bei der Klubsuche und den Vertragsverhandlungen in dieser Offseason selbst vertreten – eine Seltenheit in der MLB. Das von ihm erzielte Resultat kann sich durchaus sehen lassen: Er erhält 23 Millionen Dollar für zwei Jahre, für weitere 12 Millionen kann der Klub den Vertrag um ein dritte Jahr verlängern.

Britton bleibt bei den Yankees
Durch Robertsons Entscheidung, die New York Yankees zu verlassen, waren diese unter Zugzwang, wenigstens den anderen ihrer beiden Top-Reliever mit ausgelaufenem Vertrag zu halten. Das ist gelungen, indem man Zach Britton einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen Dollar plus Klub-Option auf ein viertes Jahr für 14 Millionen Dollar anbot. Die Weiterverpflichtung des Linkshänders galt den Yankees als hohe Priorität, für die sie möglicherweise etwas überbezahlt haben. Sie sind nach wie vor daran interessiert, den Bullpen noch weiter zu verstärken. Ein Kandidat dafür ist Adam Ottavino.

Dozier geht nach Washington
2B Brian Dozier hatte 2018 sowohl in der Offensive als auch als Feldspieler ein schwaches Jahr und war für die Dodgers nicht die erhoffte Verstärkung zur Trade Deadline. Die Washington Nationals setzen darauf, dass der All-Star von 2015 und Gold-Glove-Gewinner von 2017 zu seiner Normalform aus den Vorjahren zurückkehrt. Sie bezahlen dem 31-Jährigen dafür 9 Millionen Dollar im Rahmen eines Einjahresvertrages. Dozier stellt vermutlich eine Übergangslösung dar, während die Nationals ihre Prospects Carter Kieboom und Luis Garcia entwickeln.

Rangers hoffen auf Miller
Shelby Miller erhält eine neue Chance, seine bislang enttäuschende Karriere zurück in die Erfolgsspur zu führen: Er wird die Rotation der Texas Rangers ergänzen. Bei 2 Millionen Dollar für einen Einjahresvertrag ist das Riskio, das die Rangers mit seiner Verpflichtung eingehen, überschaubar. Miller war einer der vielversprechendsten jungen Pitcher der Liga, bevor er 2015 zur Hauptperson eines der legendärsten Fehleinkäufe der MLB-Geschichte wurde. Ender Inciarte, Dansby Swanson and Aaron Blair schickten die Arizona Diamondbacks damals für ihn zu den Atlanta Braves. Das galt schon zum Zeitpunkt des Abschlusses als ein schlechtes Geschäft für die Diamondbacks und erwies sich endgültig als Katastrophe, als Miller in den Saisons 2015 und 2016 einen massiven Leistungseinbruch erlitt. Durch eine Tommy-John-Surgery und weitere Ellenbogenprobleme verpasste er die Saisons 2017 und 2018 fast komplett.

Zwei Ergänzungen für die White Sox
Auch die Chicago White Sox haben ihrem Kader zwei weitere Puzzlestücke hinzugefügt: Reliever Kelvin Herrera kommt für zwei Jahre und 18 Millionen Dollar, Outfielder Jon Jay für ein Jahr und vier Millionen. Wie die Zahlen bereits signalisieren, ist Herrera die deutlich relevantere Verstärkung für das Team. Gleichwohl könnte die Verpflichtung von Jay sich als großer Schachzug erweisen: Die White Sox ringen bekanntlich eifrig um die Gunst von Manny Machado. Vor ein paar Wochen hatten sie bereits für dessen Schwager Yonder Alonso getradet, mit Jay kommt nun ein weiterer guter Freund von ihm nach Chicago. Jay, Alonso und Machado trainieren in den Offseasons regelmäßig gemeinsam in Florida.

Tradereiches Wochenende bei den Mets
Gleich drei Trades vermeldeten die New York Mets im Laufe des vergangenen Wochenendes: Aus Milwaukee kommt CF Keon Broxton für RP Bobby Wahl und die Prospects P Adam Hill und IF Felix Valerio; aus Houston kommen Corner-IF/OF J.D. Davis und IF-Prospect Cody Bohanek für OF Ross Adolph, 2B Luis Santana und C Scott Manea; aus Cleveland wechseln P Walker Lockett und IF Sam Haggert für C Kevin Plawecki nach New York. Die Strategie der Mets hinter diesen Moves scheint darin zu bestehen, Ergänzungsspieler eher über die Abgabe von Talenten zu holen als über die Free Agency und dadurch die Gehälter niedrig zu halten. Als Anhänger der Mets hinterlässt einen dieses Vorgehen etwas unschlüssig: Steckt dahinter ein neues Spardiktat der notorisch knausrigen Owner Fred und Jeff Wilpon oder erhält sich GM Brodie Van Wagenen damit den Spielraum für noch eine oder zwei echte Verstärkungen? Das Handeln der Mets innerhalb der kommenden Wochen wird diese Frage beantworten.

Geht Murray doch in die NFL?
Kyler Murray, Collegestar in zwei Sportarten, wurde letztes Jahr in der ersten Draftrunde von den Oakland Athletics ausgewählt. Die A’s entschieden sich für ihn, obwohl zu dem Zeitpunkt unklar schien, ob Murray sein Glück als Profi tatsächlich im Baseball oder nicht doch eher als Football-Quarterback versuchen wird. Hinterher wurde bekannt, dass Klub und Spieler offenbar zuvor eine Absprache getroffen hatten: Murray würde noch einen Winter lang College-Football für die Oklahoma Sooners spielen – was er sehr erfolgreich getan hat – und zum Spring Training seinen knapp 5 Millionen Dollar teuren Vertrag bei den Athletics antreten. Nun ist der junge Mann aber offenbar doch noch mal ins Zweifen geraten. Diversen Quellen zufolge erwägt er, sich für die NFL-Draft im April anzumelden, nachdem ihm von mehreren Experten das Potenzial attestiert wurde, auch dort in der ersten Runde gewählt zu werden. Ob Murray wie geplant Mitte Februar im Trainingslager der Athletics auftaucht, muss nun wieder als völlig offen gelten.

Das kleinste Stadion der MLB wird noch kleiner
Einen Monat, nachdem bekannt wurde, dass die Hoffnungen der Tampa Bay Rays auf einen neuen Ballpark sich vorerst zerschlagen haben, kündigte das Team nun Renovierungs- und Umbaumaßnahmen an seinem alten Stadion an. Insbesondere ist geplant, das komplette Oberdeck zu schließen. Tropicana Field hat mit 31.042 Plätzen bereits das geringste Fassungsvermögen aller MLB-Stadien, welches allerdings regelmäßig nicht mal zur Hälfte ausgeschöpft wird. Durch die Maßnahmen wird sich die Kapazität noch einmal um 5.000 Plätze reduzieren. Das Ziel ist, durch das engere Zusammenrücken der wenigen Zuschauer mehr Atmosphäre zu schaffen. Mittelfristig gelten die Rays aufgrund des geringen Zuspruchs als Kandidat für eine Verlegung der Franchise. Dem steht allerdings ein bis 2027 laufender Vertrag mit der Stadt St. Petersburg über die Stadionnutzung entgegen. Falls die Rays ohne Zustimmung der Stadt vorher umziehen wollten, würde es voraussichtlich zu einem Rechtsstreit um hohe Strafzahlungen kommen.

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Dezember 27th, 2018 by Silversurger

Über die Weihnachtstage kehrt üblicherweise auch in der MLB etwas Ruhe und Besinnlichkeit ein und so gab es in den vergangenen Tagen keine nennenswerten Moves zu vermelden. Kurz vor den Feiertagen fanden aber durchaus noch ein paar interessante Trades und Verpflichtungen statt, auf die ich hier kurz zurück kommen möchte – allen voran ein Blockbuster zwischen den Dodgers und den Reds, der auf Seiten der Dodgers ein Vorbote für etwas noch Größeres sein könnte.

Dodgers sparen, Reds rüsten auf
Die Cincinnati Reds scheinen fest entschlossen, aus der Rolle der grauen Maus in der NL Central herauszutreten: Im Trade mit den Los Angeles Dodgers haben sie sich in OF Matt Kemp, OF Yasiel Puig und SP Alex Wood drei etablierte Veteranen sowie Backup-Catcher Kyle Farmer gesichert. Im Gegenzug erhalten die Dodgers die beiden Prospects IF Jeter Downs und P Josiah Gray. Das klingt auf den ersten Blick sehr einseitig zu Gunsten der Reds, doch tatsächlich waren die Dodgers so versessen auf den Trade, dass sie noch 7 Millionen Dollar obendrauf legen und zudem den Vertrag von Homer Bailey übernehmen, obwohl sie für ihn keine Verwendung haben und ihn direkt wieder entlassen werden. Der Sinn des Trades besteht für die Dodgers darin, dass sie in Summe rund 17 Millionen Dollar an Gehältern sparen und damit unter die Luxussteuer-Grenze rutschen. Sie könnten allerdings bald wieder darüber liegen, denn es wird gemunkelt, dass die Dodgers sich mit der Aktion den Spielraum für eine große Free-Agent-Verpflichtung verschaffen wollten. Bryce Harper gilt als heißer Kandidat dafür.

Erneuter Dreiecks-Trade der Rays
Die Tampa Bay Rays scheinen eine Vorliebe für kreative Trades zu haben, denn in der zweiten Woche hintereinander haben sie einen Handel abgeschlossen, bei dem drei Teams involviert sind. Ihre Partner waren dieses Mal die Oakland Athletics und die Texas Rangers. Der bekannteste betroffene Spieler ist IF Jurickson Profar, der von Texas nach Oakland wechselt. RP Emilio Pagan und ein Draftpick wandern von den Athletics zu den Rays, während die Rays 750.000 Dollar an internationalem Bonus-Budget zu den Rangers schicken. Außerdem wechseln die Minor-Leaguer Rollie Lacy von den Rangers zu den Rays, Eli White von den Athletics zu den Rangers sowie Brock Burke, Kyle Bird und Yoel Espinal von den Rays zu den Rangers.

Dipoto holt den nächsten Santana
Die Seattle Mariners und ihr handlungsfreudiger GM Jerry Dipoto mischen natürlich auch wieder im Trade-Karussell mit. Dipotos neueste Errungenschaft ist OF Domingo Santana, der im Austausch gegen OF Ben Gamel und Minor-League-Pitcher Noah Zavalos von den Milwaukee Brewers kommt. Ich bin gespannt, ob dieser Santana länger in Seattle bleibt als der letzte. Dipoto hatte in dieser Offseason bereits Carlos Santana von den Phillies ertradet, nur um ihn eineinhalb Wochen später nach Cleveland weiterzureichen.

Cardinals verpflichten Andrew Miller
Das relevanteste Free-Agent-Signing der Woche ist, dass Relief Pitcher Andrew Miller zu den St. Louis Cardinals geht. Der stark umworbene Linkshänder erhält einen Vertrag über 25 Millionen Dollar für zwei Jahre. Wenn er in dieser Zeit in mindestens 110 Spielen eingesetzt wird, verlängert sich die Laufzeit um ein weiteres Jahr für 12 Millionen. I

Daniel Murphy zu den Rockies
Infielder Daniel Murphy hat bei den Colorado Rockies einen ähnlichen Vertrag unterschrieben wie Miller in St. Louis. Er erhält zunächst 24 Millionen Dollar für zwei Jahre, die anschließende beidseitige Option für das dritte Jahr ist 12 Millionen wert. Der Buyout, falls der Vertrag nicht fortgesetzt wird, beträgt 6 Millionen Dollar.

Anibal Sanchez ergänzt Nationals-Rotation
Für zwei Jahre und 19 Millionen Dollar wird SP Anibal Sanchez bei den Washington Nationals spielen. Der 34-Jährige wird Teil einer beeindruckenden Pitching-Rotation um Max Scherzer, Stephen Strasburg und Patrick Corbin sein.

Athletics holen Soria und Fiers
SP Mike Fiers kehrt zurück zu den Oakland Athletics. Die A’s hatten Fiers drei Wochen zuvor entlassen, weil sie ihm kein Arbitration-Angebot unterbreiten wollten. Sie einigten sich mit ihm aber stattdessen auf einen neuen Kontrakt über rund 14 Millionen Dollar für zwei Jahre Auch Reliever Joakim Soria erhält bei den Athletics einen Zweijahresvertrag. Er unterschreibt für 15 Millionen Dollar. Soria hat Erfahrung als Closer, wird in Oakland aber eher als Setup-Man für Blake Treinen zum Einsatz kommen.

Trevor Cahill zu den Angels
Auch die Los Angeles Angels bauen an ihrer Starting Rotation für 2019. Nach der Verpflichtung von Matt Harvey in der Vorwoche meldeten die Angels nun auch mit Trevor Cahill Vollzug. Der 30-jährige Rechtshänder erhält für ein Jahr 9 Millionen plus Leistungsboni von bis zu 1,5 Millionen Dollar.

Giants verpflichten Switch-Pitcher Venditte
Pat Venditte ist der einzige Switch-Pitcher in der MLB seit über 30 Jahren. Er hat sich bislang noch nicht stabil in der Liga etablieren können, aber in den wenigen Einsätzen für die Dodgers letztes Jahr zeigte er vielversprechende Ansätze (14 IP, 2.57 ERA). 2019 wird Venditte für die Giants antreten, die ihm für das Jahr 585.000 Dollar bezahlen.

Cruz nach Minnesota
In letzter Sekunde erfahre ich gerade, dass die Minnesota Twins sich mit DH Nelson Cruz auf einen Vertrag über ein Jahr plus Option für ein weiteres Jahr geeinigt haben. Finanzielle Details sind noch nicht bekannt.

Machado, Harper, Kikuchi nähern sich Entscheidungen
Die beiden Top-Free-Agents Manny Machado und Bryce Harper sowie das japanische Pitcher-Talent Yusei Kikuchi haben sich bislang nicht entschieden, wo sie in den nächsten Jahren spielen wollen. Machado hat aber bereits wissen lassen, dass die engere Auswahl sich für ihn auf die Chicago White Sox, die New York Yankees und die Philadelphia Phillies beschränkt und dass er sich im neuen Jahr entscheiden wird. Harper hat sich noch nicht so eindeutig geäußert, aber mit den Chicago Cubs und den Los Angeles Dodgers haben sich zwei Favoriten auf seine Dienste herauskristallisiert. Um Kikuchi gibt es bislang erstaunlich wenige konkrete Spekulationen. Eine Entscheidung dürfte aber bald fallen und bekannt werden, denn Kikuchi wurde formal am 3. Dezember für eine Verpflichtung in der MLB freigegeben, die innerhalb von 30 Tagen erfolgen muss.

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Dezember 13th, 2018 by Silversurger

Die Winter-Meetings der Teamverantwortlichen in Las Vegas sind heute noch in vollem Gange und alles wartet auf die großen Trades – Realmuto, Syndergaard, Kluber, Andujar sind nur ein paar der Namen, die offenbar heiß gehandelt werden, aber noch keine Abschlüsse hervorgebracht haben. Eine Menge Abschlüsse gab es diese Woche hingegen bereits auf dem Free-Agent-Markt. Charlie Morton, Andrew McCutchen, Jeurys Familia und einige mehr haben ein neues Zuhause gefunden. Leider gab es auch eine sehr traurige Nachricht, die ich ganz am Ende des Artikels aufgreife.

Die Orioles haben einen neuen Manager
Die Entscheidung der Baltimore Orioles für einen neuen Manager kommt relativ spät in der Offseason. Das erklärt sich dadurch, dass sie bei ihrem kompletten Neustart erst vor wenigen Wochen einen neuen General Manager, Mike Elias, eingestellt haben. Die eigentliche Suche nach einem Nachfolger für Buck Showalter ging danach durchaus zügig vonstatten. Brandon Hyde galt schnell als wahrscheinlicher Kandidat und wurde gestern offiziell als Manager der Orioles vorgestellt. Der 45-Jährige bringt bereits 14 Jahre Coaching-Erfahrung mit, war Minor-League-Manager und Bench Coach bei den Miami Marlins und zuletzt Bench Coach der Chicago Cubs. Hyde war bereits bei den Blue Jays, den Twins und den Angels in der engeren Auswahl gewesen, als diese früher in der Offseason ihre Managerposten neu besetzten. In Baltimore übernimmt er ein Team in ziemlich katastrophalem Zustand, aber solch eine Situation ist für einen Neuling ja immer auch eine Chance.

Morton, Familia und weitere Free-Agent-Verpflichtungen
Drei Pitcher aus meiner Top-20-Liste der diesjährigen Free Agents haben sich mit neuen oder alten Teams geeinigt. Charlie Morton, bisher bei den Astros, unterschreibt für zwei Jahre bei den Tampa Bay Rays. Mit einer Gehaltszusage von 30 Millionen Dollar haben sich die Rays für ihre Verhältnisse weit aus dem Fenster gelehnt. J. A. Happ bleibt unterdessen bei den New York Yankees; er unterschreibt ebenfalls für zwei Jahre und erhält dafür 34 Millionen Dollar. Darüber hinaus haben die Yankees die Option auf ein drittes Jahr für weitere 17 Millionen. Auch die New York Mets sichern sich die Dienste eines alten Bekannten: Reliever Jeurys Familia kehrt von seinem kurzen Ausflug nach Oakland für drei Jahre und 30 Millionen Dollar zurück nach Queens.

Einen weiteren hochkarätigen Free Agent haben die Philadelphia Phillies mit Outfielder Andrew McCutchen an Land gezogen. Der 32-Jährige erhält 50 Millionen Dollar für die nächsten drei Jahre, ein viertes Jahr ist optional für den Klub.

Weitere nennenswerte Verpflichtungen dieser Woche waren: Reliever Joe Kelly (3 Jahre, 25 Millionen) zu den Dodgers; Starting Pitcher Lance Lynn (3 Jahre, 30 Millionen) zu den Rangers; Outfielder Billy Hamilton (1 Jahr, 5,25 Millionen plus Option) zu den Royals; First Baseman Justin Bour (1 Jahr, 2,5 Millionen) zu den Angels; Shortstop Jordy Mercer (1 Jahr, 5,25 Millionen) zu den Tigers.

Roark von Washington nach Cincinnati
Der Vorname Tanner ist meines Wissens gar nicht so häufig, aber den Washington Nationals und den Cincinnati Reds ist es gelungen, einen Trade einzufädeln, bei dem ein Tanner (Roark) gegen einen anderen Tanner (Rainey) getauscht wird. Der 32-jährige Roark soll in Cincinnati als Mentor einer jungen Rotation dienen. Rainey ist ein Talent als Reliever, auch wenn er das bei seinen ersten acht MLB-Einsätzen, die ihm einen ERA von 24.43 einbrachten, noch nicht zeigen konnte.

White Sox ertraden Nova 
Auch die Chicago White Sox haben per Trade eine Lücke in ihrer Starting Rotation gefüllt. Ivan Nova kommt aus Pittsburgh im Austausch gegen das 19-jährige Prospect Yordi Rosario und 500.000 Dollar internationales Bonusbudget.

Phillies und Angels traden Reliever
Die Phillies und die Angels haben einen Trade durchgeführt, der mich etwas verwundert zurück lässt: Getauscht wurden die Reliever Jose Alvarez und Luis Garcia. Beide stehen noch zwei Jahre unter Teamkontrolle, beide werden 2019 ungefähr 1,7 Millionen Dollar verdienen. Allerdings brachte der 31-jährige Garcia es 2018 in Philadelphia auf einen sehr schwachen ERA von 6.07, während der 29-jährige Alvarez mit einem ERA von 2.71 der beste Reliever der Angels und obendrein ihr einziger Linkshänder war. Gut, wenn man tiefer in die Zahlen eintaucht, finden sich Hinweise, dass Garcias Werte von Pech und schlechtem Fielding seiner Mitspieler nach unten gezogen wurden. Das Bild von einem Trade, bei dem ein jüngerer, besserer Spieler gegen einen älteren, schlechteren 1:1 getauscht wird, bleibt dennoch bestehen.

Indians planen mit Carrasco – Kluber oder Bauer im Angebot
Carlos Carrasco bleibt noch lange bei den Cleveland Indians: Nachdem der Klub zum 30. Oktober bereits die Vertragsoption für 2019 gezogen hatte, einigte man sich nun auf einen neuen Vertrag, der ihm bis 2022 insgesamt 44 Millionen Dollar einbringt und weitere 14 Millionen, wenn die Indians die Option auf die Saison 2023 ausüben. Damit ist ein Pfeiler in der Indians-Rotation für die nächsten Jahre gesetzt, während zwei andere sich in der Schwebe befinden: Sowohl Corey Kluber als auch Trevor Bauer wurden in den letzten Tagen für mögliche Trades ins Gespräch gebracht, mit denen die Indians ihre Basis an Talenten verbreitern möchten.

Tulowitzki auf Teamsuche
Eine überraschende Entlassung haben am Dienstag die Toronto Blue Jays vorgenommen: Troy Tulowitzki wurde aus dem Kader gestrichen und ist frei, sich ein neues Team zu suchen. In Anbetracht dessen, dass die Blue Jays derzeit nicht konkurrenzfähig sind und sich um Verjüngung bemühen, ist die Trennung von einem 34-jährigen Shortstop verständlich. Allerdings bleiben sie dabei auf 38 Millionen Dollar sitzen, die sie Tulowitzki für die nächsten zwei Jahre vertraglich garantiert haben. Für ein anderes Team winkt nun ein Schnäppchen, denn wer Tulowitzki aufnimmt, muss ihm lediglich das Mindestgehalt von 555.000 Dollar bezahlen; um den Rest kümmern sich wohl oder übel die Blue Jays.

Napoli beendet Karriere
Noch ein paar Jahre älter als Tulowitzki ist Mike Napoli. Der 37-Jährige First Baseman – früher auch Catcher – hat nun verkündet, seine MLB-Karriere nach 13 Jahren offiziell zu beenden. Napoli stand letztes Jahr bei den Indians unter Vertrag, kam aber wegen einer Knieverletzung nicht zum Einsatz.

Top-Pick der Athletics in anderem Sport geehrt
Die Profikarriere noch vor sich hat Kyler Murray – die Frage ist allerdings noch, in welcher Disziplin. Der letztjährige Pick der Oakland Athletics in Runde 1 der Draft ist ein hochtalentierter Outfielder, allerdings auch ein ebenso hervorragender Quarterback für die Oklahoma Sooners. Als solcher wurde er nun mit der Heisman Trophy ausgezeichnet, dem Award für den besten College-Footballer des Jahres. Trotz dieser hohen Anerkennung bleibt Murray aber bislang bei seiner Ankündigung, ab nächstem Jahr Baseball für die Athletics spielen zu wollen.

Zwei Ex-MLB-Spieler bei Raubüberfall getötet
Zum Schluss noch die angekündigte Trauermeldung: Die beiden ehemaligen MLB-Profis Luis Valbuena und Jose Castillo sind letzte Woche in ihrer Heimat Venezuela bei einem Autounfall gestorben. Das wäre allein schon tragisch genug, doch wie inzwischen bekannt wurde, handelte es sich um einen absichtlich herbeigeführten Unfall. Straßenräuber hatten ein Hindernis auf der Fahrbahn platziert, um die Insassen des Fahrzeugs auszurauben. Valbuena und Castillo waren gemeinsam mit einem Teamkameraden auf der Rückfahrt von einem Spiel in der venezolanischen Winterliga gewesen. Die Führung der Liga sagte nach den schrecklichen Ereignissen den folgenden Spieltag ab und denkt nun über ein generelles Verbot von privaten Fahrten zu den Spielen nach, da Überfälle wie dieser in dem Land wohl kein Einzelfall sind.

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November 25th, 2018 by Silversurger

Er wollte für sein Team gerade stehen und wurde zum Gespött der Liga: Am 13. Juni dieses Jahres machte sich Relief Pitcher Chris Martin auf den weiten Weg vom Bullpen ins Infield, um seine Texas Rangers in einer Keilerei mit den Los Angeles Dodgers zu unterstützen. Ein Bullpen Cart stand gerade nicht bereit, also legte der 32-Jährige einen beherzten Sprint hin, um den Fight nicht zu verpassen. Doch wie wir alle inzwischen wissen, ging die Sache schief. Auf nicht mal halbem Wege musste Martin den Ansturm abbrechen, weil es plötzlich furchtbar im Oberschenkel zwickte.

Es war sicher nicht einfach, all die bissigen Kommentare durch Journalisten, Gegenspieler und sogar die eigenen Teamkameraden zu ertragen. Doch nun kann Chris Martin sich über ein spätes Trostpflaster für seinen aufopferungsvollen Einsatz freuen: Die Leserinnen und Leser von Baseblog.de haben mehrheitlich entschieden, dass Martin die erstmals ausgelobte Auszeichnung für die dämlichste Verletzung des Jahres erhält. „Das ist der erste Award meiner Karriere. Ich bin unheimlich stolz und möchte mich ganz herzlich bei den 20 Leuten bedanken, die mir ihre Stimme geschenkt haben“, könnte Martin rein theoretisch gesagt haben, falls er jemals von der Auszeichnung erfahren hätte.

Gänzlich undemokratisch wurde übrigens der Name des Awards festgelegt: Die Idee von Leser Mat, ihn MRI-Award zu nennen, fand die sofortige Begeisterung des Blogbetreibers. Die Abkürzung steht hier für „Most Ridiculous Injury“ und spielt zugleich mit dem englischen Begriff für eine Magnetresonanztomographie (auf deutsch MRT).


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