Februar 7th, 2019 by Silversurger

Die gute Nachricht zuerst: In wenigen Tagen beginnen alle MLB-Teams ihre Saisonvorbereitung. Von Montag bis Mittwoch der kommenden Woche liegen die Termine, an denen sich die Pitcher und Catcher zum Dienst melden. Vier bis fünf Tage später steigen die restlichen Spieler ins Training ein und nach weiteren vier bis fünf Tagen – am 21. Februar – beginnen auch schon die Spring-Training-Spiele. Dann wird endlich wieder Baseball gespielt und die Gerüchte und Spekulationen um Trades und Neuverpflichtungen geraten endlich in den Hintergrund. Denn – und das ist die schlechte Nachricht – es ist inzwischen nur noch nervig, dass die Top-Free-Agents Bryce Harper und Manny Machado sowie Top-Tradekandidat J. T. Realmuto die ganze Offseason beherrschen, ohne dass sich irgendetwas tut. Neben ein paar eher mittelinteressanten Rostermoves ist die wichtigste Nachricht der letzten Tage eine, die man wahlweise gut oder schlecht finden kann: Die MLB und die MLBPA denken mal wieder laut über Regeländerungen nach.

DH für alle und nie wieder One-Out-Reliever?
Die MLB strebt seit Jahren danach, die Spieldauer zu verkürzen und das Spiel attraktiver – im Sinne von: offensivlastiger – zu machen. Vor diesem Hintergrund kam nun mal wieder eine Reihe von Vorschlägen auf den Tisch, die teilweise schon in diesem Jahr in Kraft treten könnten. Die Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass die Liga und die Spielergewerkschaft MLBPA sich einig sind. Das sind sie bislang offenbar nicht, vielmehr bilden die Ideen beider Seiten nicht mehr als eine Verhandlungsmasse und es nicht absehbar, welche der Änderungen tatsächlich eine realistische Chance auf Umsetzung haben. Die wesentlichen Vorschläge, die bekannt wurden, sind folgende:

Ausweitung der DH-Regel auch auf die National League. Ich bin dagegen und wer dafür ist, soll mir bitte glaubhaft versichern, dass er solche Szenen nicht sehen und hören möchte:

Einführung eines Minimums von drei Battern, gegen die ein Pitcher antreten muss, bevor er ausgewechselt werden darf (Verletzungen ausgenommmen). Das würde das Spiel definitiv beschleunigen, allerdings auch einige auf Linkshänder spezialisierte Reliever arbeitslos machen. Die Einhaltung der Regel wäre zudem aufgrund der Verletzungsausnahme schwer zu kontrollieren.

Einführung einer einzigen Trade-Deadline zum All-Star-Break Mitte Juli (statt der bisherigen Non-Waiver-Deadline Ende Juli und der Waiver-Deadline Ende August). Diese Änderung fände ich gut – nicht nur, weil sie Klarheit und Vereinfachung brächte, sondern auch weil es dann weniger Taktieren um Spieler gäbe, die nur geholt werden, um sie später in der Saison wieder zu verkaufen.

Erhöhung des aktiven Kaders von 25 auf 26 Spieler und gleichzeitig Reduzierung des aktiven Kaders ab 1. September von 40 auf 28 Spieler. Auch damit könnte ich gut leben – wobei die Frage ist, ob man wirklich einen Rosterplatz mehr braucht, wenn man anstrebt, dass weniger Pitcher eingesetzt werden (siehe oben).

Draft-Nachteile für Teams, die mehrere Jahre hintereinander zu wenige Spiele gewinnen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll zu überlegen, wie man das in den letzten Jahren ausgreifende Tanking eindämmt – also die Neigung vieler Klubs, absichtlich jahrelang ein schwaches Team ins Rennen zu schicken. Dass der Entzug von Draftpicks das geeignete Mittel dafür ist, bezweifle ich.

Reduzierung der erlaubten Mound Visits von sechs auf vier pro Spiel. Die letztes Jahr eingeführte Begrenzung auf sechs Visits führte nicht zu Problemen und man kann es wohl noch ein Stück weiter treiben.

Test einer Absenkung des Pitching Mounds oder einer weiteren Entfernung zwischen Mound und Homeplate. Das hätte ziemlich sicher den gewünschten Effekt, die Offensive zu fördern. Die Frage ist, ob das wirklich so wünschenswert ist. Ich persönlich finde das Spiel so wie es derzeit ist durchaus ausgewogen. Zudem würde mehr Offensive vermutlich auch bedeuten, dass die Spiele tendenziell länger dauern – also genau das, was die Ligaleitung am wenigsten will.

Astros verpflichten Miley
Das relevanteste Free-Agent-Signing der Woche ist eine Ergänzung für die Pitching-Rotation der Houston Astros. Wade Miley erhält einen Einjahresvertrag über 4,5 Millionen Dollar. Die Verpflichtung des Linkshänders schließt eine Lücke in der Mitte der letztes Jahr noch sehr beeindruckenden Astros-Rotation. An deren Spitze steht mit Justin Verlander und Gerrit Cole nach wie vor einer der besten One-Two-Punches der Liga, dahinter war es aber durch die Abgänge von Charlie Morton (Rays), Dallas Keuchel (noch ohne Team) und die Tommy-John-Surgery von Lance McCullers recht dünn geworden.

Hellickson bleibt bei den Nationals
Auch die Washington Nationals ergänzen ihre Rotation und zwar um Jeremy Hellickson, der letztes Jahr schon für sie aktiv war. Der Rechtshänder dürfte der aussichtsreichste Kandidat für den fünften Starterspot sein. Er erhält erneut einen Einjahresvertrag, der ihm zwischen 1,3 und 4 Millionen Dollar einbringen wird, je nachdem wie viele Starts er tatsächlich absolviert.

Duke zu den Reds
Die Cincinnati Reds bleiben eines der aktiveren Teams der diesjährigen Offseason. Nach Sonny Gray, Alex Wood, Tanner Roark, Yasiel Puig und Matt Kemp wurde nun Zach Duke an Land gezogen. Der 36-jährige Reliever ist ein Spezialist für linkshändige Batter, die gegen ihn in den letzten fünf Jahren nur .209/.284/.311 geschlagen haben. Rechtshänder hatten es mit ihm ein bisschen einfacher, aber mit .240/.341/.357 haben sie ihn auch nicht gerade verprügelt. Insofern könnten die Reds auf Duke wohl auch dann setzen, wenn die in Aussicht gestellte Drei-Batter-Regel käme.

Royals holen Boxberger
Die Sache ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern, aber die Kansas City Royals sind sich wohl so gut wie einig mit Reliever Brad Boxberger. Der 30-jährige Rechtshänder hatte von den Diamondbacks in seinem letzten Arbitration-Jahr kein Angebot bekommmen. Bei den Royals soll er entweder als Setup oder als Closer zum Einsatz kommen. Er wird dabei voraussichtlich 2,2 Millionen Dollar verdienen.

Marlins traden Wittgren zu Indians
Einen kleinen Trade gab es diese Woche auch: Reliever Nick Wittgren, den die Miami Marlins letzte Woche recht überraschend aus dem Kader gestrichen hatten, kommt bei den Cleveland Indians unter. Im Gegenzug wechselt Minor-League-Reliever Jordan Milbrath zu den Marlins. Der 27-jährige Wittgren bringt drei solide Jahre MLB-Erfahrung mit, 2018 war seine bislang beste Saison (2.94 ERA). Der gleichaltrige Milbrath kam letztes Jahr erstmals auf AAA-Niveau zum Einsatz, brachte es dort aber nur auf 13.2 Innings und 5.93 ERA. Ich habe ganz ehrlich keine Ahnung, welchen Sinn dieser Trade aus Sicht der Marlins haben soll.

Rangers testen Two-Way-Einsatz von Davidson
Normalerweise erwähne ich hier keine Minor-League-Deals, aber weil diese Woche so wenig los war und weil Matt Davidson ein interessanter Fall ist, mache ich für ihn eine Ausnahme. Davidson wurde von den Texas Rangers verpflichtet und wird im Spring Training die Chance haben, sich für das Major-Team zu empfehlen. Das Interessante an der Sache ist, dass der gelernte Infielder als Super-Allrounder aufgebaut werden soll, der nicht nur am Schlag und im Feld, sondern auch als Pitcher zum Einsatz kommt. In der letzten Saison hat Davidson bereits drei Innings für die Chicago White Sox gepitcht und die Resultate waren ermutigend: zwei Strikeouts, ein Hit, ein Walk, keine zugelassenen Runs. Was die recht kleine (und ausschließlich in längst entschiedenen Spielen erzielte) Stichprobe wert ist, bleibt abzuwarten.

Rekordgehalt für Arenado
Auch Einigungen von Klubs und Spielern in der Arbitration-Phase, bei denen es ausschließlich um die Höhe des Jahresgehalts geht, lasse ich üblicherweise unerwähnt. Auch hier mache ich dieses Mal eine Ausnahme, denn Nolan Arenado und die Colorado Rockies haben sich auf eine Rekordsumme geeinigt: 26 Millionen Dollar wird der Third Baseman dieses Jahr verdienen. Nach dem Jahr wird Arenado Free Agent sein, sofern er nicht vorher einen längerfristigen Vertrag unterschreibt. Die Rockies sind nach eigenen Aussagen sehr interessiert an einer Bindung über mehrere Jahre und werden in den kommenden Wochen noch Verhandlungen führen.

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Januar 31st, 2019 by Silversurger

Bryce Harper, Manny Machado, J. T. Realmuto. Ich wollte die Namen nur mal wieder genannt haben, weil die ganze MLB-Offseason sich um sie zu drehen scheint. Das war auch diese Woche nicht anders, obwohl es in Bezug auf die Drei nichts wirklich Neues gibt: Favoriten sind nach wie vor die Phillies für Harper und die White Sox für Machado, während die Marlins für Realmuto offenbar nach wie vor Mondpreise verlangen, sodass auch mit den neuesten Interessenten – den Reds und den Padres – bisher noch keine Vereinbarung zu erzielen war. Ganz ereignislos war die Woche aber nicht. Hier sind die neuesten Entwicklungen aus der MLB sowie ein TV-Tipp von ganz woanders:

Dodgers holen A. J. Pollock
Der hochwertigste Free-Agent-Move der Woche ist leider so alt, wie er in diesem Artikel nur sein kann: Keine Stunde nach Veröffentlichung des letzten Grand Slam am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass Outfielder A. J. Pollock sich mit den Los Angeles Dodgers einig geworden ist. Pollock erhält einen Vierjahresvertrag über 50 Millionen Dollar sowie die Option, den Vertrag von seiner Seite aus um ein Jahr zu verlängern. Dafür würde er abhängig von seinen vorherigen Leistungen weitere 10 bis 20 Millionen erhalten. Pollock kann im Feld ruhigen Gewissens auf allen Outfield-Positionen eingesetzt werden und ist am Schlag eine verlässliche rechtshändige Ergänzung für das linkshänderlastigen Lineup der Dodgers. Dadurch, dass die Dodgers sich mit Pollock den zweitumworbensten Outfielder der diesjährigen Free Agency gesichert haben, dürfte es so gut wie sicher sein, dass sie sich nicht mehr am Ringen um die Dienste von Bryce Harper beteiligen.

Marco Estrada zu den Athletics
Die Oakland Athletics bauen weiter an ihrer Starting Rotation und haben nun nach Mike Fiers und Joakim Soria auch Marco Estrada verpflichtet. Der 35-Jährige hatte in Toronto zuletzt zwei eher schwache Jahre, doch die A’s hoffen, dass er nach überstandenen Rückenproblemen zu früheren Leistungen zurückfindet. Estrada erhält einen Einjahresvertrag über 4 Millionen Dollar.

Blue Jays verpflichten Freddy Galvis
Estradas früherer Klub, die Toronto Blue Jays, gönnt sich derweil einen neuen Shortstop. Freddy Galvis ist ein solider Feldspieler und ein eher unterdurchschnittlicher Batter, aber immerhin ein Muster an Durchhaltevermögen: Er hat als ein einziger MLB-Spieler sowohl 2017 (für die Phillies) als auch 2018 (für die Padres) alle 162 Spiele der jeweiligen Saison absolviert. Galvis erhält einen Einjahresvertrag, der ihm 5 Millionen Dollar garantiert und eine Kluboption für ein weiteres Jahr und 4,5 Millionen enthält.

Neil Walker wird ein Marlin
Die Miami Marlins versuchen auch 2019, mit möglichst geringen Gehaltszahlungen durch eine weitere Aufbausaison zu kommen. Aber den einen oder anderen erfahrenen Spieler braucht man dann doch auf dem Feld und mit Infielder Neil Walker dürfte man einen recht guten Deal gemacht haben. Der 33-jährige, zuletzt für die Yankees aktive Switch-Hitter unterschreibt für ein Jahr und 2 Millionen Dollar.

Diverse Reliever finden ein neues Zuhause
Besonders aktiv war diese Woche der Markt für Relief Pitcher. Die relevanteste Neuverpflichtung war Linkshänder Justin Wilson, der für 10 Millionen Dollar einen Zweijahresvertrag bei den New York Mets unterschrieben hat. Wilsons alter Klub, die Chicago Cubs, wurde sich derweil mit Brad Brach einig. Brach erhält 4,35 Millionen für ein Jahr, danach gibt es eine beidseitige Option, durch die der Vertag sich auf zwei Jahre und bis zu 9,5 Millionen erstrecken würde. Greg Holland geht zu den Diamondbacks und wird dort für ein Jahr leistungsabhängig 3,5 bis 7 Millionen bekommen. Oliver Perez bleibt bei den Cleveland Indians. Sein Vertrag bringt ihm 2,5 Millionen für ein Jahr und verlängert sich automatisch, wenn der 37-Jährige 2019 in mindestens 55 Spielen auftaucht. Für die Seattle Mariners wird Hunter Strickland vermutlich besonders motiviert auftreten, denn er kann das Volumen seines Vertrages leistungsabhängig von 1,3 Millionen auf 2,6 Millionen verdoppeln. Er käme damit in die Größenordnung des Grundgehalt von Shawn Kelley, welcher sich mit den Texas Rangers auf 2,5 Millionen für ein Jahr plus Option auf ein zweites Jahr geeinigt hat, ebenfalls mit leistungsbezogenen Bonusmöglichkeiten.

Royals verlängern mit Merrifield
Preisfrage: Welcher MLB-Spieler führte 2018 sowohl mit den meisten Hits (192) als auch mit den meisten Stolen Bases (45) die gesamte Liga an? Ganz ehrlich, ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass es 2B Whit Merrifield von den Kansas City Royals war. Im Gegensatz zu mir scheinen die Royals sehr genau zu wissen, was sie an ihm haben, deshalb haben sie ihm eine Vertragsverlängerung bis 2023 zukommen lassen. Die Konditionen von 16,25 Millionen Dollar Garantiegehalt und bis zu 2 Millionen Leistungsboni für die vierjährige Laufzeit klingen geradezu unverschämt günstig. Das relativiert sich, wenn man berücksichtigt, dass der Spätentwickler Merrifield – er spielte seine erste volle MLB-Saison 2017 im Alter von 29 Jahren – ohnehin noch bis 2022 unter Teamkontrolle gewesen wäre und 2019 für das Mindestgehalt hätte spielen müssen. Der Vertrag verlängert diese Zeit somit nur um ein Jahr und gibt dem Spieler im Gegenzug eine ordentliche finanzielle Sicherheit.

Lovullo bleibt bis 2021 in Arizona
Auch die Arizona Diamondbacks und Torey Lovullo haben sich auf eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit geeinigt: Der Vertrag des Managers, der Ende 2019 ausgelaufen wäre, wird bis 2021 verlängert. Lovullo hatte die Diamondbacks in seinem ersten Jahr 2017 zu einer überraschenden Bilanz von 93-69 und in die Playoffs geführt. 2018 hatten sie eine schwächere, aber immer noch solide Saison mit 82 Siegen und 80 Niederlagen.

Lust auf auf Live-Baseball? 
Baseball live, am Februar-Wochenendmorgen gemütlich ans Bett serviert – gibt’s nicht? Gibt’s doch! In Australien steht die Serie um die Meisterschaft der ABL an und ABL.TV streamt die Best-of-3-Serie kostenlos in die ganze Welt. Die Kontrahenten sind die Brisbane Bandits und Perth Heat. Beide haben ihre Division gewonnen und sich im Playoff-Halbfinale verdient durchgesetzt.

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Januar 24th, 2019 by Silversurger

Die Meldung der letzten Tage war die Bekanntgabe der Resultate der Wahl zur Hall of Fame. Closer-Legende Mariano Rivera wurde als Erster überhaupt mit einem einstimmigen Ergebnis in die Ehrenhalle gewählt. Außer ihm werden auch Edgar Martinez, Mike Mussina und der 2017 verstorbene Roy Halladay einen Platz in Cooperstown bekommen. Ich werde über die Hall-of-Fame-Klasse 2019 am Wochenende einen eigenen Artikel schreiben. Hier und heute gibt es erst mal die übliche Zusammenfassung der anderen interessanten Ereignisse rund um die MLB aus den letzten sieben Tagen.

Yankees verpflichten Ottavino und Farquhar, traden Gray
Die New York Yankees arbeiten weiter daran, einen starken Bullpen in die Saison 2019 zu schicken: Unter anderem sind Aroldis Chapman und Dellin Betances nach wie vor da, Zach Britton erhielt vor wenigen Wochen einen neuen Vertrag und nun kommt auch noch Adam Ottavino hinzu. Der 33-jährige Rechtshänder unterschreibt für drei Jahre und 27 Millionen Dollar. Er füllt die Lücke, die der Abgang von David Robertson zu den Phillies hinterlassen hatte.

Ein weiterer Reliever erhält zwar zunächst nur einen Minor-League-Vertrag, aber dass es überhaupt so weit gekommen ist, ist schon eine kleine Sensation: Es handelt sich um Danny Farquhar – jenen früheren White-Sox-Reliever, der im April letzten Jahres während eines Spiels mit einer Gehirnblutung zusammengebrochen war. Es war damals völlig offen, ob Farquhar die Sache überlebt und inwiefern er mit bleibenden Schäden zu rechnen hat. Nach weniger als einem Jahr hat der Junge sich erfreulicherweise so weit erholt, dass er seinen Traum von der MLB-Karriere weiter verfolgen kann. Ich drücke ihm die Daumen.

Keine Zukunft in New York hat derweil Starting Pitcher Sonny Gray. Die Yankees hatten bereits seit Ende der Saison offen nach einem Tradepartner gesucht, nachdem Gray bei ihnen nie die Leistungen abrufen konnte, die man aus seiner Zeit in Oakland gewohnt war. Manchmal hilft in solchen Fällen eine neue Umgebung und die bekommt Gray nun in Cincinnati bei den Reds. Im Gegenzug wechselten zunächst 2B-Prospect Shed Long und ein Draftpick zu den Yankees. Long wurde allerdings direkt an die Seattle Mariners weitergereicht im Tausch gegen CF-Prospect Josh Stowers. Zu einer Voraussetzung für den Trade hatten die Reds gemacht, dass sie sich mit Gray auf einen längerfristigen Kontrakt einigen können. Diese Einigung haben sie erzielt und Gray steht nun bis einschließlich 2022 für insgesamt 38 Millionen Dollar unter Vertrag. Zusätzlich haben die Reds für weitere 12 Millionen eine Option auf die Saison 2023.

Markakis bleibt bei den Braves
Die Atlanta Braves halten ihren Rightfielder Nick Markakis für 2019. Für 6 Millionen Dollar plus Option für ein weiteres Jahr zum selben Preis ist Markakis ein relatives Schnäppchen: Sein letzter Vertrag in Atlanta brachte ihm 44 Millionen in vier Jahren ein und 2018 war ein starkes Jahr für ihn mit einer Slashline von .297/.366/.440 und seiner ersten Allstar-Berufung. Der 35-Jährige wollte unbedingt bei den Braves bleiben und ließ dafür höhere Angebote sausen. Seine Begründung, sich mit dem Deal zufrieden zu geben, klingt sympatisch: „Ich spiele ein Kinderspiel und bekomme dafür eine Menge Geld. Wie könnte ich darüber enttäuscht sein?“

Zwei Neue für die Rangers
Die Texas Rangers haben zwei Ergänzungen für ihren Kader an Land gezogen: Asdrubal Cabrera erhält einen Einjahresvertrag über 3,5 Millionen Dollar. Der 33-Jährige ist defensiv nicht mehr so stark, dass er auf Dauer seine alte Rolle als Shortstop ausfüllen könnte, aber er kann auf allen Infieldpositionen spielen und wird dies für die Rangers wohl vor allem als Third Baseman tun. Dort hatte der Wechsel von Adrian Beltre in den Ruhestand eine große Lücke hinterlassen. Eine weitere Neuverpflichtung ist Zach McAllister. Der Reliever hatte in Cleveland einige gute Jahre, zuletzt aber ein ziemlich schlechtes. Bei den Rangers erhält er die Chance zu zeigen, dass das nur ein Ausrutscher war. Er bekommt ein Grundgehalt von einer Million Dollar, das er durch leistungsbezogene Bestandteile aufbessern kann.

Allen zu den Angels
Cody Allen befindet sich in einer ganz ähnlichen Situation wie McAllister: Auch er kommt aus Cleveland, auch er hatte dort sehr gute Jahre – noch deutlich bessere als McAllister – und auch für ihn war das Jahr 2018 eher zum Vergessen. Die Los Angeles Angels hoffen, dass ein wiedererstarkter Allen ihnen als Closer dienen kann, und statten ihn dafür mit einem Einjahresvertrag über 8,5 Millionen Dollar aus. Bis zu 2 Millionen kann er noch zusätzlich verdienen, wenn er bestimmte Anzahlen von beendeten Spielen erreicht.

Giants signen Pomeranz
Auch Starting Pitcher Drew Pomeranz erhält einen leistungsbezogenen Vertrag. Der Linkshänder ist zwar frischgebackener World Champion mit den Boston Red Sox, doch sein Beitrag dazu war mit nur 74 gepitchten Innings und einem ERA von 6.08 eher mager. Er ist nun bei den San Francisco Giants untergekommen, die ihm für 2019 je nach Anzahl der absolvierten Starts zwischen 1,5 und 5 Millionen Dollar bezahlen.

Perez wird ein Twin
Martin Perez hatte ebenfalls ein schwaches Jahr. Für die Rangers brachte er es auf 85.1 Innings und 6.22 ERA. Das sind Resultate, genau wie die von McAllister und Pomeranz, unter Replacement Level, also mit negativen Wins Above Replacement (Allen brachte es immerhin auf 0.0 WAR). Die Minnesota Twins haben in Perez offenbar trotzdem etwas entdeckt, was ihnen gefällt, denn sie statten ihn mit einem Vertrag über 3,5 Millionen Dollar für ein Jahr plus Kluboption für ein weiteres Jahr aus.

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Januar 10th, 2019 by Silversurger

Das wichtigste zuerst: Bryce Harper und Manny Machado haben sich immer noch nicht entschieden, wo sie dieses Jahr – und voraussichtlich für einige weitere Jahre – spielen werden. Bei Machado gelten die Yankees als Favorit, im Ringen um Harper haben sich überraschenderweise die Nationals mit einem wohl deutlich verbesserten Angebot zurück gemeldet. Um beide Top-Free-Agents buhlen außerdem die White Sox und die Phillies. Die Hoffnung rund um die Liga ist, dass eine Art Domino-Effekt auf dem Free-Agent-Markt einsetzt, sobald Harper und Machado ihre Wahl getroffen haben. Bereits spürbar gelichtet haben sich die Märkte für Catcher und hochwertige Reliever, nachdem in den letzten Tagen Yasmani Grandal, Zach Britton und David Robertson neue Verträge unterschrieben haben.

Grandal zu den Brewers
Die Milwaukee Brewers haben sich die Dienste von Yasmani Grandal gesichert. Er erhält einen Einjahresvertrag über 18,25 Millionen Dollar – ein überraschend kurzer und überraschend günstiger Deal für den besten Catcher, der als Free Agent verfügbar war. Angesichts dieses relativen Schnäppchens können die Brewers leicht verschmerzen, dass sie zudem ihren dritthöchsten Draftpick an die Los Angeles Dodgers abgeben müssen, nachdem Grandal bei seinem Ex-Klub ein Qualifying Offer abgelehnt hatte. Dieses war mit 17,9 Millionen übrigens nur unwesentlich niedriger als das Gehalt, das Grandal nun in Milwaukee akzeptiert hat. Es sieht ein bisschen danach aus, dass er sich bezüglich seines eigenen Marktwertes überschätzt hatte und nun den kurzen Vertrag angenommen hat, um in der nächsten Offseason einen neuen Anlauf auf einen noch lukrativeren Kontrakt zu nehmen.

Phillies verpflichten Robertson
Die Philadelphia Phillies haben sich erfolgreich um David Robertson bemüht. Der 33-Jährige ist einer der konstantesten Relief Pitcher der letzten Jahre und soll laut den Vorstellungen von Phillies-Manager Gabe Kapler ohne starr zugewiesene Rolle immer dann zum Einsatz kommen, wenn die wichtigsten Outs benötigt werden. Robertson hat sich bei der Klubsuche und den Vertragsverhandlungen in dieser Offseason selbst vertreten – eine Seltenheit in der MLB. Das von ihm erzielte Resultat kann sich durchaus sehen lassen: Er erhält 23 Millionen Dollar für zwei Jahre, für weitere 12 Millionen kann der Klub den Vertrag um ein dritte Jahr verlängern.

Britton bleibt bei den Yankees
Durch Robertsons Entscheidung, die New York Yankees zu verlassen, waren diese unter Zugzwang, wenigstens den anderen ihrer beiden Top-Reliever mit ausgelaufenem Vertrag zu halten. Das ist gelungen, indem man Zach Britton einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen Dollar plus Klub-Option auf ein viertes Jahr für 14 Millionen Dollar anbot. Die Weiterverpflichtung des Linkshänders galt den Yankees als hohe Priorität, für die sie möglicherweise etwas überbezahlt haben. Sie sind nach wie vor daran interessiert, den Bullpen noch weiter zu verstärken. Ein Kandidat dafür ist Adam Ottavino.

Dozier geht nach Washington
2B Brian Dozier hatte 2018 sowohl in der Offensive als auch als Feldspieler ein schwaches Jahr und war für die Dodgers nicht die erhoffte Verstärkung zur Trade Deadline. Die Washington Nationals setzen darauf, dass der All-Star von 2015 und Gold-Glove-Gewinner von 2017 zu seiner Normalform aus den Vorjahren zurückkehrt. Sie bezahlen dem 31-Jährigen dafür 9 Millionen Dollar im Rahmen eines Einjahresvertrages. Dozier stellt vermutlich eine Übergangslösung dar, während die Nationals ihre Prospects Carter Kieboom und Luis Garcia entwickeln.

Rangers hoffen auf Miller
Shelby Miller erhält eine neue Chance, seine bislang enttäuschende Karriere zurück in die Erfolgsspur zu führen: Er wird die Rotation der Texas Rangers ergänzen. Bei 2 Millionen Dollar für einen Einjahresvertrag ist das Riskio, das die Rangers mit seiner Verpflichtung eingehen, überschaubar. Miller war einer der vielversprechendsten jungen Pitcher der Liga, bevor er 2015 zur Hauptperson eines der legendärsten Fehleinkäufe der MLB-Geschichte wurde. Ender Inciarte, Dansby Swanson and Aaron Blair schickten die Arizona Diamondbacks damals für ihn zu den Atlanta Braves. Das galt schon zum Zeitpunkt des Abschlusses als ein schlechtes Geschäft für die Diamondbacks und erwies sich endgültig als Katastrophe, als Miller in den Saisons 2015 und 2016 einen massiven Leistungseinbruch erlitt. Durch eine Tommy-John-Surgery und weitere Ellenbogenprobleme verpasste er die Saisons 2017 und 2018 fast komplett.

Zwei Ergänzungen für die White Sox
Auch die Chicago White Sox haben ihrem Kader zwei weitere Puzzlestücke hinzugefügt: Reliever Kelvin Herrera kommt für zwei Jahre und 18 Millionen Dollar, Outfielder Jon Jay für ein Jahr und vier Millionen. Wie die Zahlen bereits signalisieren, ist Herrera die deutlich relevantere Verstärkung für das Team. Gleichwohl könnte die Verpflichtung von Jay sich als großer Schachzug erweisen: Die White Sox ringen bekanntlich eifrig um die Gunst von Manny Machado. Vor ein paar Wochen hatten sie bereits für dessen Schwager Yonder Alonso getradet, mit Jay kommt nun ein weiterer guter Freund von ihm nach Chicago. Jay, Alonso und Machado trainieren in den Offseasons regelmäßig gemeinsam in Florida.

Tradereiches Wochenende bei den Mets
Gleich drei Trades vermeldeten die New York Mets im Laufe des vergangenen Wochenendes: Aus Milwaukee kommt CF Keon Broxton für RP Bobby Wahl und die Prospects P Adam Hill und IF Felix Valerio; aus Houston kommen Corner-IF/OF J.D. Davis und IF-Prospect Cody Bohanek für OF Ross Adolph, 2B Luis Santana und C Scott Manea; aus Cleveland wechseln P Walker Lockett und IF Sam Haggert für C Kevin Plawecki nach New York. Die Strategie der Mets hinter diesen Moves scheint darin zu bestehen, Ergänzungsspieler eher über die Abgabe von Talenten zu holen als über die Free Agency und dadurch die Gehälter niedrig zu halten. Als Anhänger der Mets hinterlässt einen dieses Vorgehen etwas unschlüssig: Steckt dahinter ein neues Spardiktat der notorisch knausrigen Owner Fred und Jeff Wilpon oder erhält sich GM Brodie Van Wagenen damit den Spielraum für noch eine oder zwei echte Verstärkungen? Das Handeln der Mets innerhalb der kommenden Wochen wird diese Frage beantworten.

Geht Murray doch in die NFL?
Kyler Murray, Collegestar in zwei Sportarten, wurde letztes Jahr in der ersten Draftrunde von den Oakland Athletics ausgewählt. Die A’s entschieden sich für ihn, obwohl zu dem Zeitpunkt unklar schien, ob Murray sein Glück als Profi tatsächlich im Baseball oder nicht doch eher als Football-Quarterback versuchen wird. Hinterher wurde bekannt, dass Klub und Spieler offenbar zuvor eine Absprache getroffen hatten: Murray würde noch einen Winter lang College-Football für die Oklahoma Sooners spielen – was er sehr erfolgreich getan hat – und zum Spring Training seinen knapp 5 Millionen Dollar teuren Vertrag bei den Athletics antreten. Nun ist der junge Mann aber offenbar doch noch mal ins Zweifen geraten. Diversen Quellen zufolge erwägt er, sich für die NFL-Draft im April anzumelden, nachdem ihm von mehreren Experten das Potenzial attestiert wurde, auch dort in der ersten Runde gewählt zu werden. Ob Murray wie geplant Mitte Februar im Trainingslager der Athletics auftaucht, muss nun wieder als völlig offen gelten.

Das kleinste Stadion der MLB wird noch kleiner
Einen Monat, nachdem bekannt wurde, dass die Hoffnungen der Tampa Bay Rays auf einen neuen Ballpark sich vorerst zerschlagen haben, kündigte das Team nun Renovierungs- und Umbaumaßnahmen an seinem alten Stadion an. Insbesondere ist geplant, das komplette Oberdeck zu schließen. Tropicana Field hat mit 31.042 Plätzen bereits das geringste Fassungsvermögen aller MLB-Stadien, welches allerdings regelmäßig nicht mal zur Hälfte ausgeschöpft wird. Durch die Maßnahmen wird sich die Kapazität noch einmal um 5.000 Plätze reduzieren. Das Ziel ist, durch das engere Zusammenrücken der wenigen Zuschauer mehr Atmosphäre zu schaffen. Mittelfristig gelten die Rays aufgrund des geringen Zuspruchs als Kandidat für eine Verlegung der Franchise. Dem steht allerdings ein bis 2027 laufender Vertrag mit der Stadt St. Petersburg über die Stadionnutzung entgegen. Falls die Rays ohne Zustimmung der Stadt vorher umziehen wollten, würde es voraussichtlich zu einem Rechtsstreit um hohe Strafzahlungen kommen.

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Dezember 27th, 2018 by Silversurger

Über die Weihnachtstage kehrt üblicherweise auch in der MLB etwas Ruhe und Besinnlichkeit ein und so gab es in den vergangenen Tagen keine nennenswerten Moves zu vermelden. Kurz vor den Feiertagen fanden aber durchaus noch ein paar interessante Trades und Verpflichtungen statt, auf die ich hier kurz zurück kommen möchte – allen voran ein Blockbuster zwischen den Dodgers und den Reds, der auf Seiten der Dodgers ein Vorbote für etwas noch Größeres sein könnte.

Dodgers sparen, Reds rüsten auf
Die Cincinnati Reds scheinen fest entschlossen, aus der Rolle der grauen Maus in der NL Central herauszutreten: Im Trade mit den Los Angeles Dodgers haben sie sich in OF Matt Kemp, OF Yasiel Puig und SP Alex Wood drei etablierte Veteranen sowie Backup-Catcher Kyle Farmer gesichert. Im Gegenzug erhalten die Dodgers die beiden Prospects IF Jeter Downs und P Josiah Gray. Das klingt auf den ersten Blick sehr einseitig zu Gunsten der Reds, doch tatsächlich waren die Dodgers so versessen auf den Trade, dass sie noch 7 Millionen Dollar obendrauf legen und zudem den Vertrag von Homer Bailey übernehmen, obwohl sie für ihn keine Verwendung haben und ihn direkt wieder entlassen werden. Der Sinn des Trades besteht für die Dodgers darin, dass sie in Summe rund 17 Millionen Dollar an Gehältern sparen und damit unter die Luxussteuer-Grenze rutschen. Sie könnten allerdings bald wieder darüber liegen, denn es wird gemunkelt, dass die Dodgers sich mit der Aktion den Spielraum für eine große Free-Agent-Verpflichtung verschaffen wollten. Bryce Harper gilt als heißer Kandidat dafür.

Erneuter Dreiecks-Trade der Rays
Die Tampa Bay Rays scheinen eine Vorliebe für kreative Trades zu haben, denn in der zweiten Woche hintereinander haben sie einen Handel abgeschlossen, bei dem drei Teams involviert sind. Ihre Partner waren dieses Mal die Oakland Athletics und die Texas Rangers. Der bekannteste betroffene Spieler ist IF Jurickson Profar, der von Texas nach Oakland wechselt. RP Emilio Pagan und ein Draftpick wandern von den Athletics zu den Rays, während die Rays 750.000 Dollar an internationalem Bonus-Budget zu den Rangers schicken. Außerdem wechseln die Minor-Leaguer Rollie Lacy von den Rangers zu den Rays, Eli White von den Athletics zu den Rangers sowie Brock Burke, Kyle Bird und Yoel Espinal von den Rays zu den Rangers.

Dipoto holt den nächsten Santana
Die Seattle Mariners und ihr handlungsfreudiger GM Jerry Dipoto mischen natürlich auch wieder im Trade-Karussell mit. Dipotos neueste Errungenschaft ist OF Domingo Santana, der im Austausch gegen OF Ben Gamel und Minor-League-Pitcher Noah Zavalos von den Milwaukee Brewers kommt. Ich bin gespannt, ob dieser Santana länger in Seattle bleibt als der letzte. Dipoto hatte in dieser Offseason bereits Carlos Santana von den Phillies ertradet, nur um ihn eineinhalb Wochen später nach Cleveland weiterzureichen.

Cardinals verpflichten Andrew Miller
Das relevanteste Free-Agent-Signing der Woche ist, dass Relief Pitcher Andrew Miller zu den St. Louis Cardinals geht. Der stark umworbene Linkshänder erhält einen Vertrag über 25 Millionen Dollar für zwei Jahre. Wenn er in dieser Zeit in mindestens 110 Spielen eingesetzt wird, verlängert sich die Laufzeit um ein weiteres Jahr für 12 Millionen. I

Daniel Murphy zu den Rockies
Infielder Daniel Murphy hat bei den Colorado Rockies einen ähnlichen Vertrag unterschrieben wie Miller in St. Louis. Er erhält zunächst 24 Millionen Dollar für zwei Jahre, die anschließende beidseitige Option für das dritte Jahr ist 12 Millionen wert. Der Buyout, falls der Vertrag nicht fortgesetzt wird, beträgt 6 Millionen Dollar.

Anibal Sanchez ergänzt Nationals-Rotation
Für zwei Jahre und 19 Millionen Dollar wird SP Anibal Sanchez bei den Washington Nationals spielen. Der 34-Jährige wird Teil einer beeindruckenden Pitching-Rotation um Max Scherzer, Stephen Strasburg und Patrick Corbin sein.

Athletics holen Soria und Fiers
SP Mike Fiers kehrt zurück zu den Oakland Athletics. Die A’s hatten Fiers drei Wochen zuvor entlassen, weil sie ihm kein Arbitration-Angebot unterbreiten wollten. Sie einigten sich mit ihm aber stattdessen auf einen neuen Kontrakt über rund 14 Millionen Dollar für zwei Jahre Auch Reliever Joakim Soria erhält bei den Athletics einen Zweijahresvertrag. Er unterschreibt für 15 Millionen Dollar. Soria hat Erfahrung als Closer, wird in Oakland aber eher als Setup-Man für Blake Treinen zum Einsatz kommen.

Trevor Cahill zu den Angels
Auch die Los Angeles Angels bauen an ihrer Starting Rotation für 2019. Nach der Verpflichtung von Matt Harvey in der Vorwoche meldeten die Angels nun auch mit Trevor Cahill Vollzug. Der 30-jährige Rechtshänder erhält für ein Jahr 9 Millionen plus Leistungsboni von bis zu 1,5 Millionen Dollar.

Giants verpflichten Switch-Pitcher Venditte
Pat Venditte ist der einzige Switch-Pitcher in der MLB seit über 30 Jahren. Er hat sich bislang noch nicht stabil in der Liga etablieren können, aber in den wenigen Einsätzen für die Dodgers letztes Jahr zeigte er vielversprechende Ansätze (14 IP, 2.57 ERA). 2019 wird Venditte für die Giants antreten, die ihm für das Jahr 585.000 Dollar bezahlen.

Cruz nach Minnesota
In letzter Sekunde erfahre ich gerade, dass die Minnesota Twins sich mit DH Nelson Cruz auf einen Vertrag über ein Jahr plus Option für ein weiteres Jahr geeinigt haben. Finanzielle Details sind noch nicht bekannt.

Machado, Harper, Kikuchi nähern sich Entscheidungen
Die beiden Top-Free-Agents Manny Machado und Bryce Harper sowie das japanische Pitcher-Talent Yusei Kikuchi haben sich bislang nicht entschieden, wo sie in den nächsten Jahren spielen wollen. Machado hat aber bereits wissen lassen, dass die engere Auswahl sich für ihn auf die Chicago White Sox, die New York Yankees und die Philadelphia Phillies beschränkt und dass er sich im neuen Jahr entscheiden wird. Harper hat sich noch nicht so eindeutig geäußert, aber mit den Chicago Cubs und den Los Angeles Dodgers haben sich zwei Favoriten auf seine Dienste herauskristallisiert. Um Kikuchi gibt es bislang erstaunlich wenige konkrete Spekulationen. Eine Entscheidung dürfte aber bald fallen und bekannt werden, denn Kikuchi wurde formal am 3. Dezember für eine Verpflichtung in der MLB freigegeben, die innerhalb von 30 Tagen erfolgen muss.

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Dezember 13th, 2018 by Silversurger

Die Winter-Meetings der Teamverantwortlichen in Las Vegas sind heute noch in vollem Gange und alles wartet auf die großen Trades – Realmuto, Syndergaard, Kluber, Andujar sind nur ein paar der Namen, die offenbar heiß gehandelt werden, aber noch keine Abschlüsse hervorgebracht haben. Eine Menge Abschlüsse gab es diese Woche hingegen bereits auf dem Free-Agent-Markt. Charlie Morton, Andrew McCutchen, Jeurys Familia und einige mehr haben ein neues Zuhause gefunden. Leider gab es auch eine sehr traurige Nachricht, die ich ganz am Ende des Artikels aufgreife.

Die Orioles haben einen neuen Manager
Die Entscheidung der Baltimore Orioles für einen neuen Manager kommt relativ spät in der Offseason. Das erklärt sich dadurch, dass sie bei ihrem kompletten Neustart erst vor wenigen Wochen einen neuen General Manager, Mike Elias, eingestellt haben. Die eigentliche Suche nach einem Nachfolger für Buck Showalter ging danach durchaus zügig vonstatten. Brandon Hyde galt schnell als wahrscheinlicher Kandidat und wurde gestern offiziell als Manager der Orioles vorgestellt. Der 45-Jährige bringt bereits 14 Jahre Coaching-Erfahrung mit, war Minor-League-Manager und Bench Coach bei den Miami Marlins und zuletzt Bench Coach der Chicago Cubs. Hyde war bereits bei den Blue Jays, den Twins und den Angels in der engeren Auswahl gewesen, als diese früher in der Offseason ihre Managerposten neu besetzten. In Baltimore übernimmt er ein Team in ziemlich katastrophalem Zustand, aber solch eine Situation ist für einen Neuling ja immer auch eine Chance.

Morton, Familia und weitere Free-Agent-Verpflichtungen
Drei Pitcher aus meiner Top-20-Liste der diesjährigen Free Agents haben sich mit neuen oder alten Teams geeinigt. Charlie Morton, bisher bei den Astros, unterschreibt für zwei Jahre bei den Tampa Bay Rays. Mit einer Gehaltszusage von 30 Millionen Dollar haben sich die Rays für ihre Verhältnisse weit aus dem Fenster gelehnt. J. A. Happ bleibt unterdessen bei den New York Yankees; er unterschreibt ebenfalls für zwei Jahre und erhält dafür 34 Millionen Dollar. Darüber hinaus haben die Yankees die Option auf ein drittes Jahr für weitere 17 Millionen. Auch die New York Mets sichern sich die Dienste eines alten Bekannten: Reliever Jeurys Familia kehrt von seinem kurzen Ausflug nach Oakland für drei Jahre und 30 Millionen Dollar zurück nach Queens.

Einen weiteren hochkarätigen Free Agent haben die Philadelphia Phillies mit Outfielder Andrew McCutchen an Land gezogen. Der 32-Jährige erhält 50 Millionen Dollar für die nächsten drei Jahre, ein viertes Jahr ist optional für den Klub.

Weitere nennenswerte Verpflichtungen dieser Woche waren: Reliever Joe Kelly (3 Jahre, 25 Millionen) zu den Dodgers; Starting Pitcher Lance Lynn (3 Jahre, 30 Millionen) zu den Rangers; Outfielder Billy Hamilton (1 Jahr, 5,25 Millionen plus Option) zu den Royals; First Baseman Justin Bour (1 Jahr, 2,5 Millionen) zu den Angels; Shortstop Jordy Mercer (1 Jahr, 5,25 Millionen) zu den Tigers.

Roark von Washington nach Cincinnati
Der Vorname Tanner ist meines Wissens gar nicht so häufig, aber den Washington Nationals und den Cincinnati Reds ist es gelungen, einen Trade einzufädeln, bei dem ein Tanner (Roark) gegen einen anderen Tanner (Rainey) getauscht wird. Der 32-jährige Roark soll in Cincinnati als Mentor einer jungen Rotation dienen. Rainey ist ein Talent als Reliever, auch wenn er das bei seinen ersten acht MLB-Einsätzen, die ihm einen ERA von 24.43 einbrachten, noch nicht zeigen konnte.

White Sox ertraden Nova 
Auch die Chicago White Sox haben per Trade eine Lücke in ihrer Starting Rotation gefüllt. Ivan Nova kommt aus Pittsburgh im Austausch gegen das 19-jährige Prospect Yordi Rosario und 500.000 Dollar internationales Bonusbudget.

Phillies und Angels traden Reliever
Die Phillies und die Angels haben einen Trade durchgeführt, der mich etwas verwundert zurück lässt: Getauscht wurden die Reliever Jose Alvarez und Luis Garcia. Beide stehen noch zwei Jahre unter Teamkontrolle, beide werden 2019 ungefähr 1,7 Millionen Dollar verdienen. Allerdings brachte der 31-jährige Garcia es 2018 in Philadelphia auf einen sehr schwachen ERA von 6.07, während der 29-jährige Alvarez mit einem ERA von 2.71 der beste Reliever der Angels und obendrein ihr einziger Linkshänder war. Gut, wenn man tiefer in die Zahlen eintaucht, finden sich Hinweise, dass Garcias Werte von Pech und schlechtem Fielding seiner Mitspieler nach unten gezogen wurden. Das Bild von einem Trade, bei dem ein jüngerer, besserer Spieler gegen einen älteren, schlechteren 1:1 getauscht wird, bleibt dennoch bestehen.

Indians planen mit Carrasco – Kluber oder Bauer im Angebot
Carlos Carrasco bleibt noch lange bei den Cleveland Indians: Nachdem der Klub zum 30. Oktober bereits die Vertragsoption für 2019 gezogen hatte, einigte man sich nun auf einen neuen Vertrag, der ihm bis 2022 insgesamt 44 Millionen Dollar einbringt und weitere 14 Millionen, wenn die Indians die Option auf die Saison 2023 ausüben. Damit ist ein Pfeiler in der Indians-Rotation für die nächsten Jahre gesetzt, während zwei andere sich in der Schwebe befinden: Sowohl Corey Kluber als auch Trevor Bauer wurden in den letzten Tagen für mögliche Trades ins Gespräch gebracht, mit denen die Indians ihre Basis an Talenten verbreitern möchten.

Tulowitzki auf Teamsuche
Eine überraschende Entlassung haben am Dienstag die Toronto Blue Jays vorgenommen: Troy Tulowitzki wurde aus dem Kader gestrichen und ist frei, sich ein neues Team zu suchen. In Anbetracht dessen, dass die Blue Jays derzeit nicht konkurrenzfähig sind und sich um Verjüngung bemühen, ist die Trennung von einem 34-jährigen Shortstop verständlich. Allerdings bleiben sie dabei auf 38 Millionen Dollar sitzen, die sie Tulowitzki für die nächsten zwei Jahre vertraglich garantiert haben. Für ein anderes Team winkt nun ein Schnäppchen, denn wer Tulowitzki aufnimmt, muss ihm lediglich das Mindestgehalt von 555.000 Dollar bezahlen; um den Rest kümmern sich wohl oder übel die Blue Jays.

Napoli beendet Karriere
Noch ein paar Jahre älter als Tulowitzki ist Mike Napoli. Der 37-Jährige First Baseman – früher auch Catcher – hat nun verkündet, seine MLB-Karriere nach 13 Jahren offiziell zu beenden. Napoli stand letztes Jahr bei den Indians unter Vertrag, kam aber wegen einer Knieverletzung nicht zum Einsatz.

Top-Pick der Athletics in anderem Sport geehrt
Die Profikarriere noch vor sich hat Kyler Murray – die Frage ist allerdings noch, in welcher Disziplin. Der letztjährige Pick der Oakland Athletics in Runde 1 der Draft ist ein hochtalentierter Outfielder, allerdings auch ein ebenso hervorragender Quarterback für die Oklahoma Sooners. Als solcher wurde er nun mit der Heisman Trophy ausgezeichnet, dem Award für den besten College-Footballer des Jahres. Trotz dieser hohen Anerkennung bleibt Murray aber bislang bei seiner Ankündigung, ab nächstem Jahr Baseball für die Athletics spielen zu wollen.

Zwei Ex-MLB-Spieler bei Raubüberfall getötet
Zum Schluss noch die angekündigte Trauermeldung: Die beiden ehemaligen MLB-Profis Luis Valbuena und Jose Castillo sind letzte Woche in ihrer Heimat Venezuela bei einem Autounfall gestorben. Das wäre allein schon tragisch genug, doch wie inzwischen bekannt wurde, handelte es sich um einen absichtlich herbeigeführten Unfall. Straßenräuber hatten ein Hindernis auf der Fahrbahn platziert, um die Insassen des Fahrzeugs auszurauben. Valbuena und Castillo waren gemeinsam mit einem Teamkameraden auf der Rückfahrt von einem Spiel in der venezolanischen Winterliga gewesen. Die Führung der Liga sagte nach den schrecklichen Ereignissen den folgenden Spieltag ab und denkt nun über ein generelles Verbot von privaten Fahrten zu den Spielen nach, da Überfälle wie dieser in dem Land wohl kein Einzelfall sind.

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November 25th, 2018 by Silversurger

Er wollte für sein Team gerade stehen und wurde zum Gespött der Liga: Am 13. Juni dieses Jahres machte sich Relief Pitcher Chris Martin auf den weiten Weg vom Bullpen ins Infield, um seine Texas Rangers in einer Keilerei mit den Los Angeles Dodgers zu unterstützen. Ein Bullpen Cart stand gerade nicht bereit, also legte der 32-Jährige einen beherzten Sprint hin, um den Fight nicht zu verpassen. Doch wie wir alle inzwischen wissen, ging die Sache schief. Auf nicht mal halbem Wege musste Martin den Ansturm abbrechen, weil es plötzlich furchtbar im Oberschenkel zwickte.

Es war sicher nicht einfach, all die bissigen Kommentare durch Journalisten, Gegenspieler und sogar die eigenen Teamkameraden zu ertragen. Doch nun kann Chris Martin sich über ein spätes Trostpflaster für seinen aufopferungsvollen Einsatz freuen: Die Leserinnen und Leser von Baseblog.de haben mehrheitlich entschieden, dass Martin die erstmals ausgelobte Auszeichnung für die dämlichste Verletzung des Jahres erhält. „Das ist der erste Award meiner Karriere. Ich bin unheimlich stolz und möchte mich ganz herzlich bei den 20 Leuten bedanken, die mir ihre Stimme geschenkt haben“, könnte Martin rein theoretisch gesagt haben, falls er jemals von der Auszeichnung erfahren hätte.

Gänzlich undemokratisch wurde übrigens der Name des Awards festgelegt: Die Idee von Leser Mat, ihn MRI-Award zu nennen, fand die sofortige Begeisterung des Blogbetreibers. Die Abkürzung steht hier für „Most Ridiculous Injury“ und spielt zugleich mit dem englischen Begriff für eine Magnetresonanztomographie (auf deutsch MRT).


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November 8th, 2018 by Silversurger

Ab heute erscheint der Grand Slam am Donnerstag wieder in seiner Offseason-Form. Bis es im April wieder um Spiele, Ergebnisse und Tabellen geht, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich aus Zeitgründen nicht in einem ausführlichen Artikel verarbeiten kann, aber zumindest mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich noch ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, aber ich freue mich nach wie vor über jede weitere.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden die Gold Glove Awards für herausragende Defensivleistungen vergeben. 19 Preisträger gibt es: je einen auf jeder Feldposition in der National League und in der American League – nur für die First Basemen der NL gab es zwei, da die Abstimmung mit einem Unentschieden zwischen Freddie Freeman (Braves) und Anthony Rizzo (Cubs) endete. Besonders hervorzuheben ist C Yadier Molina (Cardinals), der schon den neunten Gold Glove seiner Karriere abräumte. 3B Nolan Arenado (Rockies) hält derzeit die längste Serie, indem er im sechsten Jahr seiner Karriere zum sechsten Mal die Ehrung erhalten hat. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2018.

Billy Beane ist Executive of the Year
Zum ersten Mal überhaupt vergab die MLB in dieser Woche den Titel des „Executive of the Year“, also des Funktionärs des Jahres. Anders als die meisten anderen Awards wird dieser Preis nicht getrennt nach Ligen verteilt, sondern für die MLB insgesamt. Sein erster Träger ist Billy Beane, Vizepräsident der Oakland Athletics. Beane hat es mal wieder geschafft, mit wenig Geld ein Team zusammenzustellen, das eine überraschend starke Saison spielte und mit 97 Siegen in die Playoffs einzog – ganz so, wie man es von Beane kennt und erwartet, wenn man den Film „Moneyball“ gesehen hat.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Die Finalisten für die Auszeichnungen wurden vor einigen Tagen veröffentlicht. Meine persönliche Einschätzung hatte ich Ende August bereits abgegeben und jetzt bin ich gespannt, ob ich wenigstens mit ein paar meiner Einschätzungen richtig liege, nachdem drei meiner Favoriten es gar nicht ins Finale geschafft haben.

Dodgers verlieren GM Zaidi an die Giants
Farhan Zaidi wechselt zwischen zwei Erzrivalen die Seiten: Der bisherige General Manager der Los Angeles Dodgers erhält bei den San Francisco Giants den Posten des „President of Baseball Operations“. Die Job-Bezeichnungen in der MLB sind leider immer etwas erklärungsbedürftig: Für Zaidi ist das der Aufstieg in die höchste Position eines Front Offices, das heißt er ist nun der Hauptentscheider, wenn es um Trades, Spielerverträge etc. geht. In manchen Klubs ist das der General Manager, aber sowohl bei den Giants als auch bei den Dodgers gibt es darüber noch eben jenen Präsidentenposten. In Los Angeles hat Andrew Friedman diese Stelle inne und muss sich nun einen neuen leitenden Angestellten suchen.

Woodward ist neuer Rangers-Manager
Neben Zaidi müssen die Dodgers auch ihren bisherigen Third Base Coach Chris Woodward ersetzen. Woodward hat das Angebot der Texas Rangers angenommen, bei ihnen Manager zu werden, also quasi Chefcoach. Woodward wurde nach langwieriger Suche aus mindestens elf Kandidaten ausgewählt und wird für seine analytische Herangehensweise gerühmt. In Los Angeles arbeitete er neben der Aufgabe als Basecoach hauptsächlich mit dem Infield und dirigierte die defensiven Shifts. Vor seiner vor fünf Jahren in Seattle begonnenen Coaching-Karriere hatte Woodward eine zwölf Jahre lange MLB-Karriere als Utility-Infielder.

Roberts und Kershaw bleiben
Neben den schmerzhaften Abgängen von Zaidi und Woodward haben die Dodgers auch zwei wichtige Vertragsverlängerungen zu vermelden: Ihr Pitcher-Ass Clayton Kershaw hat erfolgreich mit seiner Option gepokert, aus dem noch zwei Jahre laufenden Vertrag aussteigen zu können. Man einigte sich schließlich auf eine neue dreijährige Laufzeit, für die Kershaw 93 Millionen Dollar erhält und sich noch etwas dazu verdienen kann: Je eine Zusatzmillion gibt es jährlich für den 24., 26., 28. und 30. Start sowie weitere Boni für einen der ersten drei Plätze im Cy-Young-Voting. Von so viel Geld kann Dave Roberts als Manager nur träumen, doch auch er wird bleiben: Trotz Kritik, die während der World Series aufgekommen war, zogen die Dodgers zunächst die Vertragsoption für ein weiteres Jahr zum Preis von 1,1 Millionen. Eine Einigung auf einen neuen, längerfristigen Vertrag steht offenbar kurz bevor.

Qualifying Offers für sieben Spieler
Sieben Spieler mit auslaufendem Vertrag haben von ihrem Team ein sogenanntes Qualifying Offer erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,9 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Bryce Harper, Dallas Keuchel, Patrick Corbin, A. J. Pollock, Yasmani Grandal, Hyun-Jin Ryu und Craig Kimbrel haben nun bis Montag nächster Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnen sie es ab und unterschreiben woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Die meisten der Spieler, vielleicht auch alle, werden das Angebot ablehnen; am ehesten könnte ich mir bei Grandal und Ryu vorstellen, dass sie es annehmen. Alle sieben Empfänger der Qualifying Offers stehen übrigens in meiner Liste der Top-20 Free Agents dieser Offseason. Dort stehen auch Charlie Morton und Michael Brantley, deren Teams sich aber gegen das Qualifying Offer entschieden haben.

Cubs: Smyly geht, Hamels bleibt
Die Chicago Cubs haben die Verlängerungsoption im Vertrag von Pitcher Cole Hamels gezogen. Der 34-Jährige kostet sie 20 Millionen Dollar für die Saison 2019. Um einen Teil des Geldes wieder reinzuholen, wurde Pitcher Drew Smyly zu den Texas Rangers getradet. Smyly verdient 2019 sieben Millionen und hat dieses Jahr gar nicht gespielt, nachdem er sich 2017 einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste. Die Rangers kaufen somit ein bisschen die Katze im Sack, aber die Aufnahme von Smyly war für sie dennoch attraktiv. Denn hätten die Cubs andernfalls gesagt, dass sie sich Hamels nicht leisten können, so hätten die Rangers wegen einer alten Vereinbarung mit Hamels sechs Millionen als Entschädigung für die nicht gezogene Option an ihn bezahlen müssen – ohne Gegenleistung, versteht sich.

Sabathia hängt ein Jahr dran
Pitcher-Oldie CC Sabathia bleibt der Liga noch ein Jahr lang erhalten: Der 38-Jährige hat sich mit den New York Yankees auf einen Einjahresvertrag über acht Millionen Dollar geeinigt. Gleichzeitig gab er bekannt, dass die kommende Saison – seine neunzehnte in der MLB – die letzte seiner Karriere sein wird.

McCullers fällt lange aus
Hiobsbotschaft für die Houston Astros: SP Lance McCullers Jr. musste sich diese Woche einer Tommy-John-Surgery unterziehen. Er wird damit für die gesamte Saison 2019 ausfallen. Dass die Operation nötig wird, war McCullers offenbar seit August bewusst und es ist nun klar, warum der eigentliche Starter in den letzten zwei Monaten der Saison nur noch für einzelne Relief-Innings zum Einsatz kam. Der Pitcherriege der Astros könnte ein größerer Umbruch bevorstehen, denn Dallas Keuchel und Charlie Morton sind Free Agents und nach McCullers‘ Verletzung sind von einer der Top-Rotationen der letzten Jahre nun nur noch Justin Verlander und Gerrit Cole übrig.

Rays holen Zunino und kubanisches Talent 
Der erste nennenswerte Trade der aktuellen Offseason geht – wie könnte es anders sein – auf das Konto des hyperaktiven GM der Seattle Mariners, Jerry Dipoto. Sein Handelspartner sind in dem Fall die Tampa Bay Rays, die von den Mariners Catcher Mike Zunino und Outfielder Guillermo Heredia erhalten und dafür Outfielder Mallex Smith nach Seattle schicken. Auf beiden Seiten ist voraussichtlich noch ein Minor-League-Spieler in den Trade involviert. Kernstück des Trades ist Zunino, ein defensiv anerkannt starker Catcher mit eher unkonstanter Offense. Mallex Smith wird gespannt sein, ob und wie lange er dieses Mal tatsächlich bei den Mariners landet. Vor knapp zwei Jahren hatte Dipoto ihn nämlich schon einmal von den Atlanta Braves ertradet, nur um ihn 77 Minuten später in einem erneuten Trade nach Tampa Bay weiterzureichen.

Einen weiteren signifikanten Move haben die Rays mit Blick auf die noch etwas fernere Zukunft unternommen: Gegen eine Bonuszahlung von 2,6 Millionen Dollar wurde das kubanische Talent Sandy Gaston unter Vertrag genommen. Der 16-jährige Pitcher wirft einen bereits bis zu 97 Meilen schnellen Fastball und wurde von MLB Pipeline auf Platz 16 unter den internationalen Top-Prospects geführt.

MLB-All-Stars auf Tour in Japan
Eine Gruppe von MLB-Spielern – die Bezeichnung als All-Star-Team ist vielleicht ein bisschen hochgegriffen, aber ein paar echte Hochkaräter sind durchaus dabei – spielt ab morgen eine Reihe von sechs Spielen gegen die japanische Nationalmannschaft. Wer vormittags die Gelegenheit hat und hungrig nach Live-Baseball ist, kann über DAZN im MLB-Network die Spiele sehen. Auf mlb.tv werden sie wohl leider nicht ausgestrahlt. Die Partien beginnen jeweils zwischen 10 und 11 Uhr unserer Zeit. Hier findet ihr Übersichten über die konkreten Spieltermine und über die Kader der Teams. Zur Einstimmung gab es heute schon ein Freundschaftsspiel gegen die Yomiuri Giants, das das MLB-Team 9:6 gewann. Danke an Ralf für den Hinweis auf die Serie und die Live-Übertragung!

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September 27th, 2018 by Silversurger

Für zehn Teams geht die MLB-Saison nächste Woche weiter und bis auf eine Ausnahme wissen wir, welche zehn es sein werden. Mit diesen Teams beschäftige ich mich im Hauptteil dieses Artikels.

Alle anderen sind längst dabei, die Weichen für das nächste Jahr und darüber hinaus zu stellen. Einige Klubs haben bereits bekannt gegeben, dass sie verantwortliche Personen in der sportlichen Leitung austauschen werden. Die Rangers sowie aller Voraussicht nach die Angels und die Orioles werden den Manager wechseln, während die Mets und die Giants nach einem neuen General Manager suchen (zur Erinnerung: der Manager ist in der MLB das, was man woanders den Cheftrainer nennt; der General Manager ist der, der den Kader zusammenstellt)

Für eine ganze Reihe von Spielern wird diese Saison die letzte gewesen sein. Victor Martinez von den Tigers hat sein Abschiedsspiel bereits hinter sich, David Wright von den Mets wird seines am Samstag bekommen (siehe „Einschalttipp“), das von Ichiro Suzuki wird wohl Anfang nächsten Jahres in Tokio stattfinden. Adrian Beltre von den Texans könnte ein weiterer prominenter Neurentner werden, er hat eine Entscheidung zum Saisonende angekündigt. Unterdessen hat Bartolo „Big Sexy“ Colon, mit 45 Jahren der älteste Spieler der Liga, bereits bekannt gegeben, dass er gerne noch ein Jahr dranhängen möchte. Das ist doch mal eine gute Nachricht.

Eine weitere gute Nachricht gibt es für alle, die kein mlb.tv-Abo haben: An den drei letzten Tagen der Saison – Freitag bis Sonntag – sind über den Streaming-Dienst der MLB alle Spiele kostenfrei zu empfangen.

American League
Die Playoff-Paarungen waren eigentlich schon eine ganze Weile klar, inzwischen stehen sie offiziell fest: Die Houston Astros (100-58) treffen in der American League Divisional Series (ALDS) auf die Cleveland Indians (89-69) und die Boston Red Sox (107-52) auf den Sieger des Wild-Card-Spiels der New York Yankees (97-61) gegen die Oakland Athletics (96-63).

Das Wild-Card-Spiel wird am 3. Oktober stattfinden, der Ort ist allerdings nach wie vor ungeklärt. Die Yankees haben derzeit einen Vorsprung von 1,5 Spielen und es selbst in der Hand, diesen heute Abend in Tampa Bay auf 2 Spiele auszubauen. Die Athletics greifen erst von Freitag bis Sonntag wieder ins Geschehen ein und haben dann die Chance, mit einer guten Serie bei den Los Angeles Angels den Yankees den Heimvorteil noch abzujagen. Diese bekommen es in den letzten drei Spielen noch einmal mit den Red Sox zu tun, welche sicher nichts dagegen hätten, ihrem Erzrivalen kurz vor den Playoffs noch mal in die Suppe zu spucken.

Sollten die Yankees und die Athletics die Saison mit einer identischen Bilanz abschließen, so werden für die Entscheidung des Heimvorteils zunächst die Ergebnisse der direkten Spiele zwischen diesen beiden herangezogen. Dieser Vergleich ist aber 3:3 ausgegangen und somit keine Hilfe. Als nächstes entscheidet die Bilanz innerhalb der eigenen Division. Hier stehen die Yankees bei 41-31 und die Athletics bei 37-36. Das können die A’s nicht mehr einholen, also müssen sie die Yankees zwingend überholen, wenn sie das Wild-Card-Spiel im eigenen Stadion spielen wollen.

National League
Wie schon das ganze Jahr über, geht es auch in den letzten Tagen der Saison in der National League äußerst eng zu. Die Atlanta Braves (89-69) haben als einzige schon den Sieg in ihrer Division sicher. Ebenfalls sicher ist, dass die Chicago Cubs (92-66) und die Milwaukee Brewers (92-67) an den Playoffs teilnehmen. Wer von den beiden Divisionssieger wird und wer ins Wild-Card-Spiel muss, bleibt spannend bis zum Schluss. Die Cubs haben noch ein Spiel weniger, das sie heute Nacht gegen die Pittsburgh Pirates absolvieren. Anschließend müssen sie eine sicher schwierige Serie gegen die St. Louis Cardinals (87-72) spielen, welche ihrerseits um den zweiten Wild-Card-Platz kämpfen. Die Brewers haben die vermutlich leichtere Aufgabe, sie schließen die reguläre Saison mit drei Spielen gegen die Detroit Tigers ab.

Zusätzlich zum schweren Restprogramm werden die Cubs derzeit mit der Geschichte um Addison Russell belastet. Der Shortstop wird von seiner Ex-Frau beschuldigt, sie sowohl köperlich als auch verbal misshandelt zu haben. Natürlich gilt für ihn wie für jeden Angeklagten die Unschuldsvermutung. Doch die MLB ermittelt schon seit 15 Monaten wegen der Vorwürfe und diese wiegen offenbar so schwer, dass Russell nun von der Liga vorerst beurlaubt wurde – das heißt, bis zu einer erneuten Entscheidung erhält er weiter sein Gehalt, darf aber nicht spielen.

Zurück zum Sport: In der NL West ist das Rennen ebenso offen wie in der NL Central. Die Colorado Rockies (88-70) haben letzte Nacht mit ihrem sechsten Sieg in Folge die Spitze von den Los Angeles Dodgers (88-71) zurück erobert. Die Dodgers haben zuletzt zweimal gegen die Arizona Diamondbacks verloren und müssen heute Nacht tatenlos zusehen, ob die Rockies ein weiteres Spiel gegen die Philadelphia Phillies gewinnen, um ihre Führung auf ein volles Spiel auszubauen. Das Restprogramm der Dodgers und der Rockies dürfte ungefähr gleich schwer sein: Die Rockies treffen auf die Washington Nationals, die Dodgers auf die San Francisco Giants. Das sind beides Teams, die mit großen Playoff-Hoffnungen in die Saison gestartet waren, diesen aber nicht gerecht geworden sind. Beide werden versuchen, dem Jahr ein versöhnliches Ende zu geben – wobei bei den Giants die Motivation noch etwas höher sein könnte, da sie immerhin gegen ihren Erzrivalen antreten.

Bevor die Playoffs der NL beginnen können, muss noch einer aus dem Trio Dodgers/Rockies/Cardinals die Segel streichen und es muss eindeutig feststehen, wer Divisionssieger und wer Teilnehmer des Wild-Card-Spiels ist. Anders als wenn es (wie in der AL zwischend den Yankees und den Athletics) „nur“ um den Heimvorteil geht, treten bei einem Gleichstand in Bezug auf die Playoff-Teilnahme keine Tie-Break-Regeln in Kraft. Stattdessen kommt es zu einem Entscheidungsspiel, das noch zwischen das Ende der regulären Saison und das Wild-Card-Spiel gequetscht werden muss. Es können dieses Jahr drei Fälle auftreten:

a) An der Spitze einer Division stehen zwei Teams mit gleicher Bilanz. Das könnte die Brewers und die Cubs und/oder die Dodgers und die Rockies betreffen. In dem Fall gibt es ein Entscheidungsspiel um Platz eins.

b) Zwei Teams, die um den zweiten Wild-Card-Platz konkurrieren, haben die gleiche Bilanz. Das könnte die Cardinals sowie entweder die Dodgers oder die Rockies betreffen. Zwischen diesen beiden Teams würde ebenfalls ein Entscheidungsspiel stattfinden.

c) Die Fälle a) und b) treten gleichzeitig ein. Das heißt, die Cardinals, die Rockies und die Dodgers schließen mit der gleichen Bilanz ab. Dann würde zuerst ein Entscheidungsspiel zwischen den Rockies und den Dodgers um den Divisionssieg stattfinden, anschließend ein weiteres Entscheidungsspiel des Verlierers gegen die Cardinals um die Wild Card und dann erst das Wild-Card-Spiel.

Szene der Woche
Eine Eigenheit, die ich am Baseball besonders mag, ist dass es trotz seiner langen und bewegten Geschichte und trotz der sehr hohen jährlichen Anzahl von Spielen fast jede Woche wieder irgendetwas gibt, das so noch nie passiert ist. Das jüngste Beispiel dafür ist Francisco Arcia. Er schrieb in einem ansonsten katastrophal schlechten Spiel seiner Los Angeles Angels gegen die Oakland Athletics Geschichte, indem er als erster Major Leaguer überhaupt im selben Spiel pitchte, catchte und einen Homerun schlug. Arcia startete das Spiel hinter der Platte und übernahm im siebten Inning den Mound, um die Pitcher des Teams zu schonen, nachdem man bereits mit 16 Runs zurück lag. Der 29-jährige Rookie schlug sich nicht schlecht in der ungewohnten Rolle: Zwar erlaubte er zunächst zwei Homeruns, pitchte dann aber ein sauberes achtes Inning. Im neunten Inning blieb er als Batter im Spiel und erzielte gegen Chris Hatcher den Solo-Homerun zum 3:21-Endstand, womit er seinen historischen Nachmittag vervollständigte.

Statistik der Woche
23-31. So lautet die Bilanz der Cleveland Indians gegen Mannschaften, die bei einer Siegquote von .500 oder besser stehen. Das ist erschreckend wenig für ein Team, das insgesamt eine Bilanz von 89-69 aufweist und das vor knapp zwei Wochen als erstes in der ganzen MLB den Gewinn seiner Division perfekt gemacht hat. Die Zahlen nähren die Zweifel daran, dass die Indians so gut sind wie sie in der Tabelle dastehen. Mit diesen Zweifeln müssen sie das ganze Jahr schon leben, weil sie in ihrer AL Central auf keine echten Prüfsteine getroffen sind und ihnen der Gruppensieg quasi in den Schoß gefallen ist. Ob sie in den Playoffs mit den weniger umstrittenen Top-Teams mithalten können, muss sich auf dem Platz zeigen. Die Houston Astros, der Gegner der Indians in der ALDS, haben eine Bilanz von 41-38 gegen Teams, die bei mindestens .500 stehen. Führend in dieser Statistik sind übrigens die Los Angeles Dodgers mit einer Bilanz von 50-38.

Spiel der Woche
Über die Toronto Blue Jays konnte man dieses Jahr nicht viel Positives berichten, aber gegen die Tampa Bay Rays haben sie Donnerstagnacht ein ganz fantastisches Spiel oder sagen wir besser: ein ganz fantastisches neuntes Inning hingelegt. Am Anfang der Partie waren sie auch nicht schlecht, immerhin hielten sie die Rays drei Innings lang ohne Hit und gingen durch einen 2-Run-Homerun von Rowdy Tellez in Front. Doch im vierten Inning glich Tampa Bay aus, holte sich im sechsten Durchgang die Führung und zog im siebten mit fünf Runs auf ein scheinbar vorentscheidendes 8:2 davon. Nun war es an dem jungen Blue-Jays-Team – sechs der neun Spieler hatten den größten Teil der Saison in der Minor League verbracht –, Charakter zu zeigen und genau das tat es. Sieben Runs markierten das höchste Comeback im letzten Inning in Torontos 42-jähriger Teamgeschichte. Die entscheidenden Hits zum Ausgleich – Doubles von Dwight Smith und Rowdy Tellez, Homeruns von Danny Jansen und Lourdes Gurriel Jr. – wurden allesamt von Rookies beigesteuert. Der finale Akt war dem Routinier Justin Smoak vorbehalten. Er schlug direkt den nächsten Pitch nach Gurriels Homerun zum Walkoff über den Zaun, weil, so Manager John Gibbons, „wir keine Extra-Innings spielen wollten“.

Mein Einschalttipp
Sicher, es stehen an diesem Abschlusswochende der regulären Saison wichtigere Spiele an als eine Partie der New York Mets gegen die Miami Marlins. Genauer gesagt ist das schon seit Monaten eine der unbedeutendsten Paarungen der Liga, weil beide Teams schon sehr lange jede Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison verspielt haben. Trotzdem wird das Spiel dieser beiden Teams Samstagnacht ab 1:10 Uhr ein ganz besonderes. Es ist das Abschiedsspiel für einen der großen Spieler seiner Zeit, dessen Karriere leider viel zu früh endet. David Wright, jahrelang Team Captain sowohl der Mets als auch der US-Nationalmannschaft, wird nach über zwei Jahren Verletzungspause noch einmal das Trikot anziehen und als Third Baseman in der Startformation stehen. Damit wird der siebenfache All-Star, zweifache Gold-Glove- und zweifache Silver-Slugger-Gewinner seine aktive Laufbahn abschließen, weil nach zahlreichen Versuchen und Bemühungen um sein Comeback klar geworden ist, dass der Körper – insbesondere der Rücken – einfach nicht mehr mitspielt. Das ist traurig, aber es ist ein Trost für Wright und seine zahlreichen Fans, dass er die Gelegenheit erhält, sich am Samstag in würdigem Rahmen vor ausverkauftem Haus zu verabschieden. Auf DAZN kommt das Spiel zwar nicht, aber dank der eingangs erwähnten Wochenend-Aktion von mlb.tv kann jeder es sehen.

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August 23rd, 2018 by Silversurger

Gute Neuigkeiten für alle Fans der ca. 16 Teams, deren Saison 2018 bereits gelaufen ist: Schon am 20. März 2019 beginnt die nächste Saison. Das ist der früheste Opening Day der MLB-Geschichte, was hauptsächlich mit der anstrengenden Reise nach Japan zusammenhängt, die zwei Teams auf sich nehmen werden. Diese wird der erste Teil einer ganzen Reihe von internationalen Aktivitäten sein, die der gestern veröffentliche Spielplan 2019 vorsieht: Am 20./21. März spielen die Oakland Athletics und die Seattle Mariners in Tokio, am 13./14. April die St. Louis Cardinals und die Cincinnati Reds im mexikanischen Monterrey, am 4./5. Mai die Houston Astros und die Los Angeles Angels ebenfalls in Monterrey und schließlich gastieren am 29. und 30. Juni die Boston Red Sox und die New York Yankees in London zur ersten MLB-Serie auf europäischem Boden. Auch in Williamsport, Pennsylvania, wird es wieder ein Spiel anlässlich der Little League World Series geben. Es findet statt am 18. August zwischen den Pittsburgh Pirates und den Chicago Cubs.

Damit ist der Bogen zurück in die alte Saison geschlagen, denn am vergangenen Sonntag spielten die New York Mets und die Philadelphia Phillies den diesjährigen Little League Classic. Für die Mets war es eine schöne Gelegenheit, beim 8:2-Sieg in einem längst verlorenen Jahr wenigstens für einen kurzen Moment mal unter den Augen der Baseball-Nation zu glänzen. Wer sonst diese Woche glänzte und wer eher nicht, erfahrt ihr wie immer hier im Grand Slam am Donnerstag.

National League
Die Washington Nationals (64-63) haben es diese Woche tatsächlich mal geschafft, die Schlagzeilen in der National League East zu beherrschen – nicht mit ihren unverändert mittelmäßigen sportlichen Leistungen, sondern durch zwei verwirklichte Trades und einen, der nicht zustande kam. Getradet wurden 2B Daniel Murphy zu den Cubs und 1B Matt Adams zu den Cardinals. Als Gegenleistung gab es ein niedrig eingestuftes Infield-Prospect für Murphy und 50.000 Dollar für Adams. Das ist nicht viel, aber die Nationals waren angesichts auslaufender Verträge in einer schwachen Verhandlungsposition und müssen froh sein, überhaupt etwas bekommen zu haben und die Gehälter nicht mehr zahlen zu müssen. Star-Outfielder Bryce Harper stand ebenfalls auf dem Waiver und wurde von den Dodgers geclaimt. Ihn ließen die Nationals aber nicht ziehen, daher bleibt er bis zum Ende des Vertrages in Washington. Die Dodgers haben damit zumindest verhindert, dass er wenn schon nicht zu ihnen, dann wenigstens auch zu keinem ihrer Konkurrenten wechselt. Sportlich waren die Atlanta Braves (71-55) die Gewinner der letzten Tage. Durch drei Siege über die Pirates stehen sie nun wieder klar vor den Philadelphia Phillies (68-58). Diese steckten zuletzt vier Niederlagen hintereinander gegen die New York Mets (56-70) und die Nationals ein.

In der NL Central setzt sich die Aufholjagd der St. Louis Cardinals (71-57) ungebremst fort. Die Cardinals besiegten zunächst die Milwaukee Brewers (71-58) und vertrieben diese anschließend von Platz zwei, indem ihnen ein Drei-Spiele-Sweep gegen die Dodgers gelang. Von den Chicago Cubs (72-53) sind sowohl die Brewers als auch die Cardinals nur einen Sieg entfernt, allerdings haben die Cubs weniger Spiele absolviert. Zurzeit wären sogar alle drei in den Playoffs, denn die Cardinals und die Brewers belegen beide Wild-Card-Plätze der NL. Die Pittsburgh Pirates (63-65) haben derweil wohl endgültig den Anschluss verloren und dürfen sich ebenso wie die Cincinnati Reds (56-71) keine Hoffnungen mehr auf die Playoffs machen.

Um die Wild Cards wird es dieses Jahr noch viele „Endspiele“ geben, drei davon finden an diesem Wochenende statt: Mit den Cardinals und den Colorado Rockies (69-57) treffen zwei Mannschaften aufeinander, die zu den heißesten Teams der letzten Wochen gehören und in der Wild-Card-Rangliste ganz nah beieinander stehen. In der NL West gibt es für die Rockies bislang kein Vorbeikommen an den ebenfalls stark aufspielenden Arizona Diamondbacks (71-56), aber die Los Angeles Dodgers (67-61) haben sie inzwischen schon drei Spiele hinter sich gelassen. Bei Letzteren dürfte so langsam die Panik um sich greifen. Nach neun Niederlagen aus zwölf Spielen muss für die Dodgers gegen potenzielle Aufbaugegner wie die San Diego Padres (50-79) und die Rangers dringend eine Siegesserie her.

American League
Die Boston Red Sox (89-39) haben diese Woche unter Beweis gestellt, dass sie doch noch von dieser Welt sind: Zum ersten Mal seit vier Monaten haben sie drei Niederlagen hintereinander eingefahren. Das hilft vielleicht dabei, nicht zu viel Übermut zu entwickeln und daran zu erinnern, dass es noch schwierige Gegner gibt; zum Beispiel die Indians, gegen die zwei dieser Niederlagen zustande kamen. Der Vorsprung in der American League East auf die New York Yankees (79-47) ist nach wie vor komfortabel. Der Rest der Division spielt realistisch betrachtet keine Rolle, auch wenn die Tampa Bay Rays (66-61) sich hier mal eine Erwähnung verdient haben. Die Rays spielen guten Baseball, haben zuletzt eine Serie gegen die Yankees, ein Spiel gegen die Red Sox und gleich drei gegen die Royals gewonnen und wären mit ihrer derzeitigen Bilanz in der NL zumindest im Wild-Card-Rennen. Da sie aber in der AL antreten und die Schere zwischen den Top-Teams und dem Rest dort deutlich größer ist, nützt ihnen all das herzlich wenig.

Noch größer als irgendwo sonst ist die Schere in der AL Central. Über diese Division ist dieses Jahr schon vielfach alles geschrieben worden, was zu schreiben ist. 13 Spiele beträgt mittlerweile der Vorsprung der Cleveland Indians (73-53) vor den Minnesota Twins (60-66), vor den drittplatzierten Detroit Tigers (52-75) sind es sogar schon 21,5. Großen Respekt muss man den Indians dafür zollen, dass sie nach wie vor mit vollem Fokus bei der Sache sind und zum Beispiel gerade bei der Serie in Boston zeigen, dass sie noch nicht vor Langeweile eingangen sind. Spannend wird es jedenfalls vor den Playoffs nicht mehr: Die Red Sox sind für den Rest der regulären Saison der einzige Gegner der Indians, für den es noch um etwas geht. Hoffnung auf bessere Zeiten hat bei den Chicago White Sox (48-78) diese Woche Top-Prospect Michael Kopech gemacht: Der Rechtshänder pitchte bei seinem MLB-Debüt zwei starke Innings mit vier Strikeouts. Leider musste er dann wegen einer Regenunterbrechung von knapp einer Stunde ausgewechselt werden, aber sein Auftritt machte Appetit auf mehr.

Die Houston Astros (77-50) sind immer noch Tabellenführer der AL West, obwohl sie diese Woche als solcher deutlich gewackelt haben. Zweimal – zuerst am Samstag nach zwei Niederlagen zum Start der Serie gegen die Oakland Athletics (76-51), dann erneut am Montag durch eine Niederlage bei den Seattle Mariners (72-56) –  mussten sie die Führung bereits mit den Athletics teilen. Zurzeit hat Houston wieder ein Spiel Vorsprung, aber das nächste direkte Aufeinandertreffen der A’s und der Astros steht bereits vor der Tür (siehe „Einschalttipp“). Als fünftes Rad am Wagen könnten sich derweil die Mariners erweisen, die ihre Serie gegen Houston 1:2 verloren und dadurch nun 5,5 Spiele hinter den Astros und 4,5 hinter dem Wild-Card-Platz der Athletics liegen. Das ist eine Menge, auch weil die Mariners von den drei Teams das schwierigste Restprogramm haben.

Szene der Woche
Es war mal wieder eine Woche mit so vielen tollen Szenen, dass ich mich einfach nicht für eine einzelne entscheiden kann. Auf jeden Fall ansehen solltet ihr euch das kuriose Triple Play der Rangers gegen die Angels. Nicht zu verachten ist aber auch der seitwärts gerollte Slide von Jake Bauers, der mich allerdings noch mehr beeindruckt hätte, wäre er erfolgreich gewesen. Mein heimlicher Favorit ist jedoch die beeindruckende, auf ebenso viel Talent wie Gottvertrauen gründende Pitching Performance von Schwester Mary Jo Sobieck. Nicht aus der MLB und somit außer Konkurrenz möchte ich noch diese unglaubliche Aktion von Manager Butch Hobson in einem Independent-League-Spiel erwähnen. Muss man gesehen haben. Wirklich.

Statistik der Woche 
5×1. Das ist die Formel für etwas, was es in der MLB-Historie bis zu dieser Woche noch nie gegeben hatte: In fünf Spielen hintereinander haben die Chicago Cubs genau einen Run gescort und jeden davon per Solo-Homerun. In den ersten beiden Spielen reichte der eine Run sogar jeweils zum Sieg gegen die Pirates, die restlichen drei gingen allerdings 1:3 und 1:2 gegen Pittsburgh sowie 1:2 gegen Detroit verloren.

Spiel der Woche
Die St. Louis Cardinals sind das Überraschungsteam der zweiten Saisonhälfte in der National League. Falls das noch in irgendeiner Weise infrage stand, war spätestens der Sweep gegen die Los Angeles Dodgers das klärende Statement. Der Sieg im dritten Spiel gestern Nacht war besonders schön anzusehen, unter anderem weil er auf der Leistung von drei Rookie-Pitchern beruhte. Der 22-jährige Jack Flaherty erlaubte erst im sechsten Inning seinen ersten und einzigen Hit, durch den die Dodgers allerdings per Solo-Homerun von Joc Pederson in Führung gingen. Der 23-jährige Dakota Hudson und der 21-jährige Jordan Hicks waren neben Routinier Brett Cecil die Garanten, dass es für den Gegner bei dem einen Run blieb. Das Comeback, mit dem der Rückstand noch in einen 3:1-Sieg gedreht werden konnte, geht ebenfalls auf das Konto der Jugendbewegung der Cardinals in Form von Homeruns durch Tyler O’Neill (23) und Paul deJong (25). So typisch der Sieg für die derzeitige Form der Cardinals ist, so typisch ist er auch für die Dodgers: Wieder mal bekamen sie einen hervorragenden Start – dieses Mal von Walker Buehler mit drei Hits und null Runs in sieben Innings – und wieder war es der Bullpen – dieses Mal Scott Alexander und Kenley Jansen – der das Spiel am Ende aus der Hand gab. Wenigstens hatte Max Muncy Gelegenheit, eine nette Bekanntschaft zu schließen…

Mein Einschalttipp
Ich habe es oben schon angedeutet: Diese Woche führt für mich kein Weg vorbei an der nächsten Episode des Showdowns um die AL West. Am letzten Wochenende entführten die Oakland Athletics zwei Spiele aus dem Stadion der Houston Astros, nun steht Anfang der kommenden Woche in Oakland eine weitere Drei-Spiele-Serie an. Wer um 2 Uhr nachts sowieso wach ist, sollte sich die beiden Partien in den Nächten von Montag auf Dienstag und Dienstag auf Mittwoch nicht entgehen lassen. Ich für meinen Teil nehme mir eher die Partie am Mittwochabend vor. Das Spiel beginnt zur besten mitteleuropäischen Sendezeit um 20:10 Uhr und ist wie üblich auf mlb.tv zu sehen. DAZN hat es nach meinem Kenntnisstand leider nicht im Programm. Als Pitcher starten voraussichtlich Sean Manaea (3.70 ERA, 4.29 FIP) für die Athletics und Dallas Keuchel (3.59 ERA, 3.69 FIP) für die Astros.

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