August 20th, 2018 by Dominik

Einmal im Monat ignoriere ich geflissentlich, dass es die AL und die NL mit ihren verschiedenen Divisionen gibt und stelle mir die Frage, wie die Kräfteverhältnisse sich innerhalb der MLB als Ganzes darstellen. Im Juli habe ich das Powerranking urlaubsbedingt ausfallen lassen, dafür hat es jetzt wegen des großen zeitlichen Abstands zum Vorgänger-Artikel einige Bewegung gegeben, vor allem in der oberen Hälfte der Rangliste. Es gibt einen neuen Ersten und einen neuen Letzten, allerdings steckt dahinter nur der Auf- respektive Abstieg um einen einzigen Platz für die Red Sox und die Royals. Deutlich größere Sprünge haben zum Beispiel die Athletics und die Indians nach oben sowie die Mariners, die Brewers und die Nationals nach unten gemacht.

Findet ihr, dass ich euer Team unterschätze oder seid ihr sicher, dass Team X völlig überbewertet ist? Dann lasst es mich wissen, ich freue mich über jeden Kommentar.

1. (2.) Boston Red Sox (88-37) ⇒
Seit Anfang Juli haben die Red Sox gegen keinen Gegner mehr als einmal verloren. Mit ihrer Siegquote von 71% sind sie auf Kurs für eine 115-Siege-Saison. Einziger Wermutstropfen: Chris Sale muss erneut auf die DL.

2. (16.) Oakland Athletics (74-50) ⇑
Eine Wild-Card für die A’s wäre vor der Saison schon eine Riesenüberraschung gewesen, aber jetzt ist mehr möglich. Zwei von drei haben sie den Astros abgenommen und die Athletics scheinen klar auf der Überholspur.

3. (1.) Houston Astros (75-49) ⇒
Die Astros ließen sich immer wieder für die Tiefe ihres Kaders rühmen, doch ohne den verletzten Altuve scheinen sie zurzeit ein anderes Team zu sein. Zuletzt gab es nur zwei Siege aus neun Spielen gegen Seattle, Colorado und Oakland. Aber die Erlösung naht: Altuve wird wohl diese Woche zurück kehren.

4. (3.) New York Yankees (78-46) ⇒
Der August war für die Yankees bislang eher durchwachsen, aber nach dem Sweep gegen die Blue Jays scheinen sie wieder in der Spur zu sein und die anstehenden Gegner – Miami, Baltimore, Chicago White Sox und Detroit – sind nicht unbedingt die, die einem den Angstschweiß auf die Stirn treiben.

5. (11.) Cleveland Indians (78-46) ⇑
Die reguläre Saison in der AL Central ist und bleibt für die Indians ein Spaziergang, erst recht nach der bisherigen 13-4-Bilanz im August. Daran ändern auch die anstehende Serie gegen die Red Sox und der Ausfall von Trevor Bauer nichts. Ein Problem wäre allerdings, wenn man Bauer nicht bis zu den Playoffs wieder fit bekommt.

6. (10.) Chicago Cubs (71-52) ⇒
Erst auf dem sechsten Platz schafft es bei mir das erste Team aus der National Leaue ins Ranking und obwohl die Cubs die beste Bilanz der NL haben, bin ich nicht restlos überzeugt von ihnen. Zuletzt gelang ihnen in vier Spielen hintereinander jeweils nur ein Run, immer per Solo-Homerun. Zweimal reichte das zum Sieg, zweimal nicht.

7. (6.) Atlanta Braves (68-55) ⇒
Ich bin gespannt, wie die jungen Wilden auf den bitteren Vier-Spiele-Sweep gegen die Rockies reagieren – und noch gespannter, wie Ende der Woche das Wiedersehen mit den Marlins und Jose Urena nach dessen unfairem Pitch gegen Ronald Acuna Jr. verläuft.

8. (9.) Arizona Diamondbacks (69-56) ⇒
Die Dodgers haben sich toll verstärkt, die Rockies haben einen fantastischen Lauf, aber kaum jemand redet über die Diamondbacks. Das wird denen ganz recht sein, solange sie weiterhin soliden Baseball spielen und vor den beiden Genannten die Divisionsspitze behaupten.

9. (12.) St. Louis Cardinals (68-57) ⇒
Die Cardinals sind das Team der Stunde mit einer 14-4-Bilanz im August. Nachdem ihre Saison längst gelaufen schien, sind sie plötzlich mitten im Rennen um eine Wild Card und auch in der Division ist noch alles möglich. Zudem steht die Rückkehr von Top-Pitcher Carlos Martinez bevor, wenn auch vermutlich erstmal in einer reduzierten Rolle.

10. (19.) Colorado Rockies (68-56) ⇑
Vor zehn Tagen hätte ich gewettet, dass die Rockies sich nach den Serien gegen die Dodgers, in Houston und in Atlanta aus dem Kampf um die Playoffs verabschiedet haben würden. Stattdessen gewannen sie acht von diesen zehn Spielen, belegen nun einen Wild-Card-Platz und sitzen in der Division den Diamondbacks im Nacken.

11. (8.) Los Angeles Dodgers (67-58) ⇒
Drei Niederlagen gegen die Rockies und zwei gegen die Giants waren herbe Rückschläge. Zwar weisen die Dodgers das beste Run Differential der NL auf (+113), aber zurzeit würden sie in der Endabrechnung mit leeren Händen dastehen.

12. (4.) Seattle Mariners (71-54) ⇓
Apropos Run Differential: Die Mariners sind von der Bilanz her das beste Team der Liga mit einem negativen Run Differential (-42). Der Sweep gegen die Astros letzte Woche war ein Highlight, aber davon abgesehen waren die Leistungen der letzten Wochen zu wenig, um dem Höhenflug der Athletics etwas entgegenzusetzen.

13. (13.) Philadelphia Phillies (68-56) ⇒
Aus fünf Heimspiele hintereinander gegen die Mets nur 20:43 Runs und zwei Siege mitzunehmen, ist zu wenig, wenn man ernsthaft um den Divisionstitel spielen will.

14. (5.) Milwaukee Brewers (69-57) ⇓
Bis einschließlich Juli hatten die Brewers einen der besten Bullpens der Liga (3.30 ERA) und gewannen dadurch viele knappe Spiele. Irgendwas ist da kaputt gegangen, denn im August sind die Reliever bislang eine Katastrophe (7.42 ERA). Im Umfeld werden bereits Rufe nach dem Kopf von Manager Craig Counsell laut, dem einige Fans und Beatwriter vorwerfen, seine Relieve-Asse Jeremy Jeffress und Josh Hader zu selten bzw. nicht in den richtigen Situationen einzusetzen.

15. (7.) Washington Nationals (62-63) ⇓
Für die Nationals gilt es, zu retten was noch zu retten ist. Sportlich dürfte die Saison nicht mehr zu retten sein, das hat nun offenbar auch das Front Office eingesehen und einen Großteil der Mannschaft auf den Waiver gesetzt. Idealerweise holt man eine ordentliche Gegenleistung für Bryce Harper und Daniel Murphy heraus, um das anstehende Rebuilding möglichst kurz zu halten.

16. (14.) Los Angeles Angels (63-63) ⇒
Es ist recht still geworden um die Angels – in der hochkompetitiven AL West sind sie mit ihrer .500-Bilanz längst aus dem Rennen, Superstar Mike Trout und Super-Rookie Shohei Ohtani sind verletzt. Immerhin machen beide Fortschritte und die Chancen stehen gut, dass Trout Ende der Woche wieder spielen und Ohtani irgendwann in der laufenden Saison wieder pitchen kann.

17. (15.) San Francisco Giants (61-64) ⇒
Wir haben einen neuen Kandidaten für die Wahl zur dämlichsten Verletzung des Jahres, die ich am Ende der Saison durchführen werde: Rookie-Pitcher Dereck Rodriguez – übrigens der Sohn von Hall of Famer Ivan „Pudge“ Rodriguez – musste auf die DL gesetzt werden, weil er sich bei einem Brawl mit den Dodgers den Oberschenkel gezerrt hat…

18. (17.) Pittsburgh Pirates (63-62) ⇒
Für Chris Archer haben die Pirates zur Trade Deadline einen hohen Preis an die Rays bezahlt: Tyler Glasnow sowie die Prospects Austin Meadows und Shane Baz wurden abgegeben und bisher sieht es aus, als hätte man sich schwer verzockt. Archer hat den Pirates bislang 3 Starts, 14.1 IP und einen ERA von 5.65 gegeben; allein Glasnow hatte für die Rays in der Zeit 4 Starts mit 18.2 IP und einem ERA von 3.38.

19. (18.) Tampa Bay Rays (63-61) ⇒
Nach drei Vierteln der Saison zwei Spiele über .500 zu stehen ist eine reife Leistung für ein Small-Market-Team in einer Division mit lauter Big-Market-Teams. Aber wenn man damit 32,5 Spiele hinter der Divisionsspitze und 11 Spiele hinter einem Wild-Card-Platz steht, fragt man sich schon, wofür man sich die ganze Zeit abmüht.

20. (21.) Minnesota Twins (59-64) ⇒
Neigt Ervin Santanas Karriere sich dem Ende zu? Der Pitcher hatte 2016 und 2017 starke Saisons in Minnesota, doch nach einer Finger-OP in der Offseason kam er dieses Jahr nur zu fünf Einsätzen, die mit 24.2 Innings und einem ERA von 8.03 absolut enttäuschend verliefen. Santana wurde nun wieder auf die DL gesetzt und wird einen Handspezialisten zu Rate ziehen.

21. (25.) New York Mets (54-69) ⇒
An dieser Stelle kommt normalerweise der Running Gag mit dem fehlenden Run Support für das Pitching der Mets. Dieser entfällt, nachdem die Mets in den letzten sechs Spielen sage und schreibe 59 Runs erzielt haben. Jacob deGrom bekam zwar mal wieder nur drei davon ab, aber die reichten dem Cy-Coung-Kandidaten in seinem Complete Game mit 0 earned Runs locker zum Sieg über die Phillies.

22. (26.) Texas Rangers (56-70) ⇒
Wer ist wohl das Team mit den meisten erzielten Runs in der AL West? Die Astros oder die Athletics? Beides falsch, es sind die fünftplatzierten Texas Rangers mit 611. Natürlich haben sie auch die meisten Runs erlaubt (666), sonst stünden sie nicht da wo sie stehen.

23. (24.) Chicago White Sox (46-77) ⇒
Auch für die White Sox ist die Saison längst gelaufen, aber die aktuell gezeigten Ansätze sind vielversprechend: Im August stehen sie bislang bei 9-8 und morgen wird Top-Prospect Michael Kopech seinen lange ersehnten ersten MLB-Start absolvieren.

24. (22.) Toronto Blue Jays (55-69) ⇒
Die Blue Jays haben ein Jahr zum Vergessen mit einem Run Differential von -91 und zuletzt mal wieder vier Niederlagen am Stück. In die anstehende Serie gegen die Orioles können sie trotzdem ganz entspannt gehen, denn vor diesen haben sie immer noch 18 Spiele Vorsprung.

25. (23.) Detroit Tigers (51-74) ⇒
Ich habe erfolglos versucht herauszufinden, welche Bilanz der Rekord für das schlechteste Team ist, das je auf Platz drei einer MLB-Division gelandet ist. Die Tigers – oder auch die White Sox, falls sie sich von denen noch abfangen lassen – dürften dafür ein heißer Kandidat sein.

26. (27.) Cincinnati Reds (55-69) ⇒
Was macht ein schwaches Team wie die Cincinnati Reds, wenn zu allem bereits erlittenen und vorhandenen Übel auch noch sein bester Spieler Joey Votto auf die DL muss? Klar, erstmal übers Wochenende in drei Spielen die Giants sweepen. Und dann schauen, wem man sonst noch in die Suppe spucken kann. Die nächsten Gegner sind die Brewers und die Cubs.

27. (20.) San Diego Padres (49-78) ⇓
Die Padres haben vor der Saison 1B Eric Hosmer einen großen Vertrag gegeben und kurz vor der Trade Deadline darüber spekuliert, einen Move für ein Ass wie Jacob deGrom oder Noah Syndergaard einzufädeln – alles vor dem Hintergrund, dass man das Team kurz vor dem Durchbruch zur Konkurrenzfähigkeit sieht. Wovon träumen die eigentlich nachts?

28. (28.) Miami Marlins (50-76) ⇒
Die Marlins hatten ein Zwischenhoch, in dem sie einige ambitionierte Gegner ärgern konnten, doch von den letzten 15 Spielen wurden 19 verloren. Zuletzt gab es immerhin zwei Siege, die sämtliche Playoff-Träume der Nationals zunichte machten. Als nächstes kommen die Yankees – der ambitonierte Gegner, den jeder in der MLB am liebsten ärgert.

29. (30.) Baltimore Orioles (37-87) ⇒
Mit Niederlage Nummer 87 gestern Abend in Cleveland haben die Orioles bereits genauso viele Spiele verloren wie in der gesamten Saison 2017 (in der sie ebenfalls Letzter der AL East waren). Es sind allerdings noch 38 weitere Partien zu spielen.

30. (29.) Kansas City Royals (38-86) ⇒
Die Royals sind im Vergleich mit den Orioles schon einen Schritt weiter: Sie haben bereits vier Niederlagen mehr auf dem Konto als letztes Jahr. Das Schneckenrennen um den ersten Draftpick bleibt spannend, aber die Royals sind mit den MLB-weit sowohl wenigsten gescorten (459) als auch meisten zugelassenen (676) Runs Favorit.

Zahl in Klammern = Rang im letzten Powerranking
⇑ = 5 oder mehr Plätze höher als im letzten Powerranking
⇓ = 5 oder mehr Plätze niedriger als im letzten Powerranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum letzten Powerranking

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Juni 15th, 2018 by Dominik

Es ist wieder mal die Mitte eines Monats und damit Zeit für eine Aktualisierung meines Powerrankings. Die großen Drei aus der American League belegen nach wie vor die vorderen Plätze, wobei die genaue Reihenfolge fast täglich anders ausfallen kann. Riesensprünge nach vorne haben die Seattle Mariners sowie die Los Angeles Dodgers vollbracht, während die New York Mets schon zum zweiten Mal in Folge das Team mit dem tiefsten Absturz sind. Die Marlins haben derweil das geschafft, was ich noch vor zwei Monaten in den Bereich der Wunder verwiesen hatte: Sie sind in diesem Ranking nicht mehr Letzter.

Findet ihr, dass ich euer Team unterschätze oder seid ihr sicher, dass Team X völlig überbewertet ist? Dann lasst es mich wissen, ich freue mich über jeden Kommentar.

1. (3.) Houston Astros (45-25) ⇒
Der amtierende Champion führt die Liga schon seit geraumer Zeit mit dem besten Run Differential (+142) an, aber seit heute ist ihre Statistik noch ein Stück beeindruckender: Sie haben jetzt sowohl die meisten erzielten Runs (359) als auch mit Abstand die wenigsten zugelassenen Runs (217) vorzuweisen. Obendrein befinden sie sich auf einer Strecke von derzeit acht Siegen hintereinander.

2. (2.) Boston Red Sox (48-22) ⇒
Die sonst bärenstarke Offense ist zuletzt etwas ins Stocken geraten, aber die Pitcher sind prompt in die Bresche gesprungen: Nur 14 Runs ließen die Red Sox in den letzten sieben Spielen zu.

3. (1.) New York Yankees (44-20) ⇒
Am Sonntag haben die Yankees zum ersten Mal in dieser Saison und als letztes Team der Liga eine Partie zu Null abgegeben – ironischerweise ausgerechnet gegen ihren Lokalrivalen, die Mets, die außer diesem 2:0 in diesem Monat noch kein Spiel gewonnen haben.

4. (15.) Seattle Mariners (44-25) ⇑
Wenn die Mariners auf dem Platz stehen, ist Hochspannung quasi garantiert. Nicht nur weil sie wie gestern beschrieben auf Rekordkurs mit ihren 21 gewonnenen 1-Run-Games sind, sondern auch weil es bei ihnen generell viel mehr solcher knappen Spiele gibt als bei allen anderen Teams – 31 von 69 Spielen der Mariners wurden mit nur einem Run Abstand entschieden.

5. (11.) Milwaukee Brewers (41-27) ⇑
Die Brewers sind das perfekte Beispiel dafür, dass ein von den Statistiken her ansonsten in jeder Hinsicht mittelmäßiges Team von einem hervorragenden Bullpen getragen werden kann. Josh Hader hat inzwischen 75 Strikeouts auf dem Konto – 17 mehr als irgendein anderer Reliever in der MLB.

6. (5.) Atlanta Braves (40-28) ⇒
Alle reden von dem jungen, hungrigen Team der Braves. Die herausragenden Akteure sind bei näherer Betrachtung aber die Routiniers Freddie Freeman und Nick Markakis. Dank dieser beiden sind die Braves die einzige Mannschaft mit zwei Namen in den Top-10 der besten Batting Averages der MLB.

7. (8.) Washington Nationals (37-28) ⇒
Die Aufholjagd in der NL East ist geglückt, insbesondere dank hervorragenden Pitchings. Die Offensive bietet allerdings noch Raum für Entwicklung: Average, On-Base-Percentage und Slugging der Nationals rangieren jeweils im unteren Fünftel der Liga.

8. (19.) Los Angeles Dodgers (35-32) ⇑
Sie sind zurück und das ist nicht etwa das Verdienst der üblichen Verdächtigen wie Clayton Kershaw oder Justin Turner, die dieses Jahr beide Probleme haben, einsatzfähig zu werden und zu bleiben. Stattdessen spielen sich unerwartete Helden in den Vordergrund wie der von vielen längst abgeschriebene Matt Kemp oder Max Muncy, der bis vor einigen Wochen wohl nur den wenigsten ein Begriff war.

9. (4.) Arizona Diamondbacks (38-30) ⇓
Die Diamondbacks haben ein veritables Zwischentief durchgemacht, doch sie scheinen ihre Form wieder gefunden zu haben. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Paul Goldschmidt, der nach einem vergessenswürdigen Mai im Juni bislang .442/.525/.942 schlägt.

10. (6.) Chicago Cubs (38-27) ⇒
Dem Run Differential von +89 zufolge sind die Cubs immer noch die Spitzenmannschaft der NL. Bislang stehen sie sich in den entscheidenden Momenten aber immer selbst im Weg, zum Beispiel diese Woche bei der nach hart erkämpftem Sieg im ersten Spiel doch noch verlorenen Serie gegen die Brewers .

11. (13.) Cleveland Indians (36-31) ⇒
Die Indians profitieren dieses Jahr mehr von der schwachen Konkurrenz als von eigener Stärke, aber Corey Kluber ist nach wie vor ein wahres Monster auf dem Mound: Seit 8. Mai und somit in sechs Spielen hintereinander mit jeweils mindestens sechs gepitchten Innings hat er keinen einzigen Batter gewalkt. Und seit mittlerweile 26 aufeinander folgenden Starts hat er nie mehr als drei Runs in einem Spiel zugelassen.

12. (10.) St. Louis Cardinals (36-30) ⇒
Vier Wochen haben die Cardinals auf die Rückkehr ihres Asses Carlos Martinez gewartet, doch seine ersten beiden Starts waren ernüchternd: ein ERA von 8.22 in insgesamt 7.2 Innings mit erschreckenden 12 Walks.

13. (9.) Philadelphia Phillies (35-31) ⇒
Die Phillies haben etwas nachgelassen, sind aber immer noch im soliden Mittelfeld gut aufgehoben. Verwundert bin ich darüber, dass ihr Batting zu den fünf schwächsten Teams der MLB gehört, das Pitching hingegen zu den fünf besten. Ich hätte das tendenziell eher umgekehrt erwartet.

14. (7.) Los Angeles Angels (37-32) ⇓
Die Angels schienen auf dem Weg, die Erfolgsstory des Jahres zu werden, doch nach dem Verletzungs-Aus ihres Jungstars Ohtani und der letzten Niederlagenserie ist dies plötzlich in weite Ferne gerückt.

15. (18.) San Francisco Giants (34-35) ⇒
Als SS Brandon Crawford Ende April einen Batting Average von .189 aufwies, hätten ihn viele Fans der Giants sicher am liebsten zum Mond geschossen. Eineinhalb Monate später steht er bei .328. Das ist ligaweit mit Abstand die größte Steigerung eines Offensivspielers in diesem Zeitraum.

16. (20.) Oakland Athletics (34-35) ⇒
Die Athletics sind für mich weiterhin eine der großen positiven Überraschungen dieser Saison. Hätten sie nicht gerade das Pech gehabt, dass sie in der letzten Serie an die hervorragend aufgelegten Astros geraten sind, stünden sie sogar bei einer leicht positiven Bilanz. Gegen die angeschlagenen Angels könnte das in den kommenden Tagen nachzuholen sein.

17. (12.) Pittsburgh Pirates (33-35) ⇒
Die Bilanz ist fast ausgeglichen, das Run Differential (-1) ebenfalls. Das sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Pirates seit einem Monat keine Serie mehr gewonnen haben.

18. (23.) Tampa Bay Rays (32-36) ⇑
Die Rays scheinen auf Achterbahnfahrten zu stehen: Fünf Siegen hintereinander ließen sie acht Niederlagen hintereinander folgen, zuletzt gab es wieder drei Siege am Stück gegen die Blue Jays. Gegen die Yankees wurde nun das erste Spiel verloren und man muss befürchten, dass das für die Rays wieder der Auftakt einer Serie war. Das Restprogramm im Juni ist jedenfalls knüppelhart mit noch sechsmal Yankees, sechsmal Astros und zweimal Nationals.

19. (14.) Colorado Rockies (33-35) ⇓
Ich habe es hier schon mal erwähnt, aber es bringt mich immer wieder zum Staunen: Das Team mit dem vermeintlich größten Heimvorteil der Liga steht zu Hause 11-19 und auswärts 22-16. Zurzeit leiden sie zudem spürbar unter der erstarkten Konkurrenz innerhalb der Division.

20. (24.) San Diego Padres (33-38) ⇒
Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, wie gut die Padres zurzeit sind? Von den letzten 30 Spielen haben sie 18 gewonnen und von der Spitze der Division sind sie trotz Platz fünf nur 6,5 Siege entfernt. Ich gönne ihnen das Erfolgserlebnis, aber die Entscheidung, ob man zur Trade-Deadline den Rebuild weiter vorantreibt oder nicht, wird dadurch nicht leichter..

21. (21.) Minnesota Twins (29-36) ⇒
Bei den Twins schaue ich immer zuerst auf Max Kepler, aber der sieht zurzeit leider gar nicht gut aus: Seine Juni-Bilanz lautet .132/.267/.132. Ich sage es nur ungern, aber das sind keine Zahlen, mit der man in der MLB lange besteht. Doch Max hat schon gezeigt, dass er es kann und ich drücke ganz fest die Daumen, dass er schnell wieder der Alte ist.

22. (16.) Toronto Blue Jays (30-38) ⇓
Ich finde es immer wieder höchst erstaunlich, dass manche Batter allein durch das Umdrehen eines Kalenderblattes zu komplett anderen Spielern zu werden scheinen. Zum Beispiel Curtis Granderson: Im April schlug er .384/.435/.571, im Mai nur .167/.313/.273, in der ersten Junihälfte .333/.375/.600.

23. (22.) Detroit Tigers (33-37) ⇒
Letzten Monat habe ich Detroit als „best of the rest“ beschrieben, also als das beste unter den nicht wirklich kokurrenzfähigen Teams der MLB. Nun fällt allerdings ihr Führungsspieler Miguel Cabrera für den Rest der Saison aus und die Prognose für die Tigers weist unweigerlich nach unten.

24. (24.) Chicago White Sox (24-43) ⇒
Wenn man sich die bisherige Juni-Bilanz der White Sox anschaut, darf man ruhig ein wenig staunen: eine gewonnene Serie gegen die Brewers, ein Split gegen die Twins, eine gewonnene Serie gegen die Red Sox und noch ein Split gegen die Indians. Echt nicht schlecht.

25. (17.) New York Mets (28-37) ⇓
Jacob deGrom ist der beste Pitcher der National League, in seinen letzten zehn Starts hat er einen ERA von 0.87 mit 62.1 gepitchten Innings. Die Mets haben acht dieser Spiele verloren…

26. (25.) Texas Rangers (27-43) ⇒
Mitten in ihrer schlechtesten Saison seit 2014 haben die Rangers letzte Woche entschieden, den Vertrag ihres General Managers Jon Daniels um mehrere Jahre zu verlängern. Seitdem haben sie sechs Spiele in Folge verloren. Hat natürlich nichts miteinander zu tun, sieht aber trotzdem komisch aus.

27. (26.) Cincinnati Reds (25-43) ⇒
Ein Sweep, ein Sweep! O. K., es waren es nur zwei Spiele und der Gegner waren die Royals. Aber im vierten Jahr hintereinander mit Abo auf den letzten Platz der NL Central nimmt man an Erfolgen gerne alles mit, was man bekommt.

28. (30.) Miami Marlins (26-43) ⇒
Sechs Siege aus den letzten zehn Spielen, darunter gewonnene Serien gegen die Cardinals und die Giants – so langsam scheinen die Marlins sich wohl zu fühlen in der Rolle des frechen Außenseiters, dessen Stärke in der Abwesenheit jeglicher Erwartungen liegt.

29. (28.) Kansas City Royals (22-46) ⇒
Ein Run Differential von -121, mit 374 die meisten kassierten Runs der MLB – der Champion von 2015 ist nicht mehr wiederzuerkennen. Nachdem schon in der Offseason einige hochkarätige Free Agents weitergezogen waren, hat mit dem Trade von Jon Jay nach Arizona letzte Woche auch der Ausverkauf während der Saison bereits begonnen.

30. (27.) Baltimore Orioles (19-48) ⇒
Sieben Niederlagen in Folge, die wenigsten Siege und die wenigsten Runs der Liga – die O’s haben sich den letzten Platz im Ranking redlich verdient und sind auf Kurs für 116 Niederlagen.

Zahl in Klammern = Rang im letzten Powerranking
⇑ = 5 oder mehr Plätze höher als im letzten Powerranking
⇓ = 5 oder mehr Plätze niedriger als im letzten Powerranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum letzten Powerranking

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Mai 15th, 2018 by Dominik

Ein Viertel der Saison liegt hinter uns und wie zu jeder Monatsmitte habe ich mein Powerranking der MLB-Teams aktualisiert. Die größten Gewinner gegenüber dem Vormonat sind zwei Teams aus der NL East: die Phillies, die neun Plätze nach oben gerückt sind, sowie die Braves mit einem Sprung von acht Rängen. Von Rang sieben ganz nach vorne haben sich die Yankees katapultiert. Der größte Verlierer sind die New York Mets, die um zwölf Plätze abstürzen und bei denen ich das dumpfe Gefühl habe, sie immer noch etwas zu hoch zu bewerten. Auch die Twins, die Dodgers und die Indians sehe ich deutlich negativer als noch vor vier Wochen.

Findet ihr, dass ich euer Team unterschätze oder seid ihr sicher, dass Team X völlig überbewertet ist? Dann lasst es mich wissen, ich freue mich über jeden Kommentar.

1. (7.) New York Yankees (28-12) ⇑
Sie haben 19 der letzten 22 Spiele gewonnen, fast alle davon gegen starke Gegner. Giancarlo Stantons nächster Hit wird übrigens sein 1000. in der MLB.

2. (1.) Boston Red Sox (28-13) ⇒
Die Serie gegen die Yankees haben sie verloren, aber die Red Sox spielen immer noch eine beeindruckende Saison – allen voran Mookie Betts (.362/.439/.766) und Neuzugang J. D. Martinez (.342/.394/.624).

3. (2.) Houston Astros (26-17) ⇒
Die Astros stehen im Schatten der Aufmerksamkeit, den die beiden traditionsreichen Konkurrenten auf sich ziehen, sind aber immer noch ein Elite-Team. Mit nur 113 kassierten Runs führen sie die MLB in Sachen Pitching und Defense mit großem Abstand vor den Cardinals (142) an.

4. (3.) Arizona Diamondbacks (24-17) ⇒
Sechs Niederlagen hintereinander sind für mich noch nicht genug, um den positiven Eindruck aus der bisherigen Saison zu zerstören. Aber es wird Zeit, dass die D-Backs sich wieder fangen.

5. (13.) Atlanta Braves (25-15) ⇑
Das junge Team scheint es ernst zu meinen. Alle warten auf den Einbruch, aber wer schon seit einer viertel Saison auf diesem Niveau spielt und das best Run Differential der NL aufweist, hat einen Rang in der Spitzengruppe verdient.

6. (8.) Chicago Cubs (21-17) ⇒
Die Cubs haben es bislang schwer in einer sehr starken Division, aber sie hatten auch einen harten Spielplan in den ersten Wochen und ihr Run Differential spricht bereits für eine Überlegenheit, die sich in der Tabelle noch nicht widerspiegelt.

7. (4.) Los Angeles Angels (25-16) ⇒
Alle reden – mit einigem Recht – von Shohei Ohtani, aber Mike Trout ist auf Kurs für die beste Saison eines Spielers der MLB-Geschichte (gemessen in WAR) und in SS Andrelton Simmons haben die Angels den besten Defensivspieler der Liga, der obendrein .338/.405/.500 schlägt.

8. (12.) Washington Nationals (24-18) ⇒
Dornröschen ist aufgewacht: Acht Siege aus den letzten zehn Spielen und schon sind die bislang enttäuschenden Nats wieder voll im Rennen um „ihre“ Division. Adam Eaton hat sich verletzt, dafür dürfte Daniel Murphy bald wieder einsatzbereit sein.

9. (18.) Philadelphia Phillies (23-16) ⇑
Mit 16-6 sind die Phillies das beste Heimteam der NL. Und Odubel Herrera ist in jedem Spiel dieser Saison mindestens einmal auf Base gekommen.

10. (15.) St. Louis Cardinals (22-16) ⇑
Erst sweepen sie die Cubs, dann verlieren sie Serien gegen die Twins und die Padres – das ist alles Taktik, denn schließlich hat man einen Ruf als notorisch unterschätzter Underdog zu wahren.

11. (17.) Milwaukee Brewers (25-17) ⇑
Der Bullpen der Brewers ist so gut, dass man kaum gemerkt hat, dass Closer Corey Knebel zwischendurch auf der Verletztenliste stand.

12. (9.) Pittsburgh Pirates (23-17) ⇒
Es gibt eine Menge unerwartet starke Teams, aber die Pirates sind für mich immer noch die größte Überraschung. Sie haben schon mehrere Serien von vier oder fünf Niederlagen hinter sich, aber jedes Mal haben sie direkt mit einer Siegesserie geantwortet.

13. (6.) Cleveland Indians (20-20) ⇓
Eine .500-Bilanz mit Ach und Krach kann nicht der Anspruch der Indians sein. Gegen Detroit muss jetzt ein kleines Polster her, denn danach geht es gegen die Astros, die Cubs und noch einmal die Astros.

14. (14.) Colorado Rockies (23-19) ⇒
Die Rockies stellen nach wie vor die Welt auf den Kopf: Das Team mit dem vermeintlich größten Heimvorteil im Baseball steht zu Hause bei 7-11 und auswärts bei 16-8. Klingt komisch, ist aber so.

15. (19.) Seattle Mariners (23-17)⇒
Als ich anfing, diese Liste zusammenzustellen, habe ich auch die Mariners als eine positive Überraschung dieser Saison gesehen. Doch die Neuigkeit, dass Star-2B Robinson Cano sich nicht nur die Hand gebrochen hat, sondern auch des Einsatzes verbotener Mittel überführt und für 80 Spiele gesperrt wurde, haben sie gleich drei Plätze nach unten befördert.

16. (16.) Toronto Blue Jays (21-20) ⇒
Die Blue Jays hatten einen guten Start, sind zuletzt aber merklich abgekühlt. Im Mai haben sie noch keine zwei Spiele hintereinander gewonnen.

17. (5.) New York Mets (19-18) ⇓
Hoher Flug und tiefer Fall: Zuerst sahen sie aus wie die Mets 2015, dann wie die Mets 2017. Können bitte mal die Mets 2018 aufstehen und ihr wahres Gesicht zeigen?

18. (20.) San Francisco Giants (21-21) ⇒
Bisher sind die Giants ein Muster an fehlender Konstanz. Mal gewinnen sie sieben von acht, dann verlieren sie sechs hintereinander. Jetzt haben sie wieder zwei gewonnen und die Rückkehr des Heilsbringers Madison Bumgarner scheint nicht mehr fern.

19. (11.) Los Angeles Dodgers (16-24) ⇓
Ich müsste sie noch niedriger ranken, wenn ich nicht jederzeit damit rechnen würde, dass die Dodgers doch noch die Kurve kriegen und mit einer Siegesserie zurück an die Spitze stürmen. Aber jeden Tag glaube ich ein Stück mehr daran, dass die Dodgers dieses Jahr wirklich viel schlechter sind als in den Jahren zuvor.

20. (21) Oakland Athletics (20-21) ⇒
Angesichts einer verletzungsgeplagten Rotation und einiger Offensiv-Asse, die noch nicht in Schwung gekommen sind, stehen die Athletics erstaunlich gut da. Eine positive Überraschung ist Jed Lowrie (.331/.385/.564), der zur Trade-Deadline einen ordentlichen Gegenwert einbringen dürfte.

21. (10.) Minnesota Twins (17-20) ⇓
Eine gute Saison sieht anders aus, aber verblüffenderweise ist die Spitze der Division noch locker in Reichweite. Max Kepler erfährt zurzeit eine Menge Lob.

22. (22.) Detroit Tigers (18-22) ⇒
Ab hier enthält das Ranking nur noch Rebuilding-Teams – die Tigers sind sozusagen „the best of the rest“ und in der schwachen AL Central könnten sie glatt einen Coup landen.

23. (26.) Tampa Bay Rays (17-22) ⇒
Die Rays spielen bislang eine ausgeglichene Saison innerhalb der American League. Mit der NL kommen sie hingegen gar nicht zurecht: Sie sind das einzige Team mit mindestens fünf Interleague-Spielen, das keines davon gewonnen hat.

24. (23.) San Diego Padres (16-27) ⇒
Den Padres fehlt es mit 3.7 Runs pro Spiel vor allem an einer ernstzunehmenden Offensive. Lichtblicke sind die Rookies Christian Villanueva und Franchy Cordero.

25. (25.) Texas Rangers (16-26) ⇒
Die Rangers sollten öfter Extra-Innings spielen: Spiele, die in die Verlängerung gehen, haben sie bislang in vier von vier Fällen gewonnen. In neun Innings stehen sie bei 12-26.

26. (29.) Cincinnati Reds (14-28) ⇒
Die schlechteste Rotation der Liga scheint auf dem Weg der Besserung: Luis Castillo pitchte im ersten Monat der Saison einen ERA von 7.85, im Mai hatte er drei Starts mit 3.06 ERA in 17 2/3 Innings mit 22 Strikeouts. Und  Matt Harvey (7.00 ERA bei den Mets) ging bei seinem ersten Start für das neue Team über vier Innings, ohne einen Run zuzulassen.

27. (27.) Baltimore Orioles (13-28) ⇒
Die Orioles sind ein weiteres Team, bei dem es dieses Jahr eigentlich nur darum geht, den einen oder anderen brauchbaren Spieler ins Schaufenster zu stellen und ihn rechtzeitig gegen Prospects einzutauschen. Manny Machado (.350/.431/.669) tut sich und dem Team den Gefallen, mit hervorragenden Leistungen für sich zu werben.

28. (28.) Kansas City Royals (13-28) ⇒
Für die Royals könnte Danny Duffy einer der wenigen soliden Trade Chips sein, allerdings hat ihn ein katastrophales Outing gegen die Indians auf einen ERA von 6.51 katapultiert.

29. (24.) Chicago White Sox (10-27) ⇓
Die White Sox sind das schlechteste Heimteam (3-15) und auch das schlechteste Team insgesamt. Hätte ich mich nicht so sehr auf die Marlins eingeschossen, würden die White Sox jetzt vielleicht schon auf dem letzten Platz des Rankings stehen.

30. (30.) Miami Marlins (14-26) ⇒
Es gibt allerdings auch gute Gründe, die Marlins da stehen zu lassen, wo sie sind. Zum Beispiel das schlechteste Run Differential (-78) der Liga und die Tatsache, dass die White Sox definitiv mehr und bessere junge Talente haben, welche Hoffnung für die Zukunft machen, als die Marlins.

Zahl in Klammern = Rang im letzten Powerranking
⇑ = 5 oder mehr Plätze höher als im letzten Powerranking
⇓ = 5 oder mehr Plätze niedriger als im letzten Powerranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum letzten Powerranking

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April 17th, 2018 by Dominik

Vor genau drei Wochen habe ich im Zuge meiner Artikel zur Saisonvorschau ein Ranking der MLB-Teams für das Jahr 2018 fertig gestellt. Jetzt haben wir zweieinhalb Wochen Baseball hinter uns und es zeichnet sich bereits ab, dass ich mit der einen oder anderen meiner Einschätzungen wohl daneben lag. Das ist gut so, denn wenn alles so laufen würde, wie ich oder jemand anderes es vorausgesagt hat, wäre die Saison ja tödlich langweilig.

Ich möchte die letztes Jahr begonnene Tradition fortsetzen, jeweils ungefähr zur Monatsmitte mein Powerranking auf den aktuellen Stand zu bringen. Für die Rangfolge spielt natürlich die bisherige Bilanz des jeweiligen Teams eine große Rolle, aber ich schaue mir auch an, wer sich z. B. verletzt hat, wie günstig der Spielplan war und sein wird, wie viel Glück oder Pech bisher im Spiel war und selbstverständlich fließt auch eine Menge subjektiver Intuition mit ein. Findet ihr, dass ich euer Team unterschätze oder seid ihr sicher, dass Team X völlig überbewertet ist? Dann lasst es mich wissen, ich freue mich über jeden Kommentar.

1. (5.) Boston Red Sox (13-2) ⇒
Die Saison beginnt großartig für die Red Sox und dazu haben alle Mannschaftsteile gleichermaßen beigetragen. Das sind gute Voraussetzungen, um sich oben festzusetzen. Allerdings hatte Boston es außer den Yankees bislang hauptsächlich mit Fallobst zu tun. Mit den Angels wartet nun ein echter Test.

2. (1.) Houston Astros (10-7) ⇒
Von World-Series-Hangover keine Spur. Zwischendurch stotterte die Offense ein bisschen, aber dank starken Pitchings wurden die meisten Spiele dennoch gewonnen. Erwähnenswert ist vor allem Neuzugang Gerrit Cole – seine 36 Strikeouts sind die meisten, die im modernen Baseball je ein Pitcher in den ersten drei Spielen für einen Klub erzielt hat.

3. (8.) Arizona Diamondbacks (11-4) ⇑
Die Diamondbacks machen da weiter, wo sie letztes Jahr aufgehört haben. Brillant ist bislang der Bullpen, den ich in der Vorschau noch als Fragezeichen bezeichnet hatte. Mit 1.92 ERA und 2.75 FIP führt er die Liga in den beiden wichtigsten Statistik-Kategorien an.

4. (10.) Los Angeles Angels (13-3) ⇑
Mir fehlt ein bisschen der Mut, die Angels noch weiter oben zu platzieren, aber bislang ist das, was man von der bisherigen Mike-Trout-Show geboten bekommt, schlichtweg fantastisch. Neben Trout ist mit dem japanischen Jungstar Shohei Ohtani mindestens ein weiterer Hauptdarsteller getreten und Ian Kinsler fügte sich nach Rückkehr von der Verletztenliste prompt mit einem Homerun im ersten At-Bat für den neuen Verein ein.

5. (11.) New York Mets (12-3) ⇑
Auch die Mets sind hervorragend in die Saison gekommen, getragen von ihren Assen Noah Syndergaard und Jacob deGrom sowie von einem enorm starken Bullpen, wenngleich dieser gestern gegen Washington zum ersten Mal in diesem Jahr ein richtig schlechtes Inning hatte. Sorgen bereitet die Catcher-Position, da sich innerhalb weniger Tage sowohl Travis d’Arnaud für den Rest des Jahres als auch Kevin Plawecki für ca. vier Wochen verletzt melden mussten.

6. (3.) Cleveland Indians (8-6) ⇒
Die Indians haben das Pitching, um ganz vorne mitzuspielen, allerdings fehlt es bislang an offensivem Feuer. Francisco Lindor und Jose Ramirez scheinen aber schon auf dem Weg heraus aus dem Slump und wenn demnächst noch Yonder Alonso, Edwin Encarnacion und Jason Kipnis folgen, könnte es mal wieder eine längere Siegesserie geben.

7. (4.) New York Yankees (8-7) ⇒
Die Yankees sind noch nicht ganz das, was man im Vorfeld der Saison erwartet hatte. Aber sie stehen bei einem positiven Record und trotz einer schmerzhaften 1:14-Klatsche gegen die Red Sox inwzischen auch bei einem positiven Run Differential (+11). Ich will gar nicht wissen, wie es wird, wenn Giancarlo Stanton und Gary Sanchez den Schwung finden, den sie bislang vermissen lassen.

8. (2.) Chicago Cubs (7-7) ⇓
Eine .500-Bilanz mit Run Differential von +13 ist alles andere als ein Beinbruch, aber eben auch noch nicht, was ich den Cubs zugetraut hätte. Enttäuscht muss man bislang vor allem von der Starting Rotation sein. Kyle Hendricks ist der einzige, der nach drei Spielen mit einem ERA von unter 4.0 dienen kann.

9. (25.) Pittsburgh Pirates (11-5) ⇑
Ich bezweifle immer noch stark, dass die Pirates das vorgelegte Tempo beibehalten können, aber zurzeit sind sie für mich auf jeden Fall die größte Überraschung der Saison. Der überzeugendste Mannschaftsteil ist bislang die Offense mit 89 Runs (5,56 pro Spiel), aber die erstaunlichste Einzelleistung sehe ich bei SP James Taillon. Ein ERA von sagenhaften 0.89 und 20.1 gepitchte Innings in drei Spielen nähren die Hoffnung, dass Taillon dabei ist, den Status des ewigen Talents hinter sich zu lassen.

10. (13.) Minnesota Twins (7-4) ⇒
Nach einer gewonnenen Serie gegen die Astros hätten die Twins sicher gern ein paar Wins gegen die White Sox nachgelegt, doch leider sind wegen des miesen Wetters drei Spiele hintereinander ausgefallen. Gegen die Indians kommt es heute und morgen (sofern es die Witterung hoffentlich zulässt) zu einer echten Standortbestimmung für die beiden Top-Teams der AL Central.

11. (6.) Los Angeles Dodgers (6-9) ⇓
Es war ein Fehlstart, anders kann man es wohl nicht nennen. Und es wird nicht einfacher für die Dodgers, wenn jetzt neben 3B Justin Turner auch noch 2B Logan Forsythe auf der Verletztenliste steht und Closer Kenley Jansen nicht der zu sein scheint, der er mal war. Ich bin sicher, sie werden sich wieder fangen, aber bis dahin könnten die Diamondbacks schon ein gutes Stück enteilt sein.

12. (7.) Washington Nationals (8-9) ⇓
Die Nationals sind das zweite Favoritenteam, das die hohen Prognosen bislang nicht erfüllen konnte. Ein Saisonstart mit vier Siegen hintereinander ließ anderes erwarten, aber seitdem setzte es zu viele Niederlagen, insbesondere gegen die Divisionsrivalen Mets und Braves. Vielleicht fungiert der gestrige Sieg in New York inklusive Late-Inning-Comeback und einem verblüffenden Homerun von Bryce Harper als Initialzündung, um zurück in die Erfolgsspur zu finden.

13. (16.) Atlanta Braves (9-6) ⇒
Das beste Run Differential der NL East haben – ja, tatsächlich: die Atlanta Braves. Sie scoren reichlich, sie pitchen solide und SS Ozzie Albies scheint auf dem besten Weg zum Star. Noch traue ich dem jungen Team nicht über den Weg, aber es ist für mich einer der aussichtsreicheren Kandidaten, im nächsten Ranking noch weiter nach vorne zu springen.

14. (12.) Colorado Rockies (10-8) ⇒
Dass die Prügelei mit den Padres die bislang größte Schlagzeile der Rockies in dieser Saison ist, wird in Colorado nicht gerade für Freude sorgen – und noch weniger, dass Star-3B Nolan Arenado deswegen nun fünf Spiele lang gesperrt ist. Dabei steht man mit 10-8 gar nicht mal schlecht da, aber man sollte auch nicht verschweigen, dass die Rockies das einzige Team mit positivem Record bei negativem Run Differential (-6) sind.

15. (14.) St. Louis Cardinals (9-7) ⇒
Wie schaffen die Cardinals es nur immer wieder, bei mir unter dem Radar zu fliegen? Sie stehen zwei Siege vor den Cubs, haben das beste Run Differential (+18) ihrer Division und aktuell vier Siege am Stück. Trotzdem kann ich mich nicht aufraffen, ihnen mehr als einen Platz im Mittelfeld zuzugestehen. Vielleicht ist gerade das ihre Erfolgstaktik?

16. (18.) Toronto Blue Jays (9-5) ⇒
Wieder ein Team mit überraschend gutem Start, an das ich (noch) nicht recht glauben kann. Neben der auf Dauer übermächtig erscheinenden Divisionskonkurrenz tragen zu meiner Skepsis die Verletzung von 3B Josh Donaldson und die erschreckend schwache Form von SP Marcus Stroman bei.

17. (9.) Milwaukee Brewers (8-9) ⇓
Die Brewers sind bisher nicht so gut wie ich es erwartet hätte und ihre 8-9-Bilanz ist bei einem Run Differential von -19 noch eher schmeichelhaft. Dass sie Closer Corey Knebel mit einer Oberschenkelverletzung für mindestens die nächsten sechs Wochen verloren haben, macht die Sache nicht besser. Zwei blown Saves durch die Vertretungen in der letzten Woche sprechen dafür, dass Knebels Ausfall ein echtes Problem ist.

18. (21.) Philadelphia Phillies (9-6) ⇒
Der neue Manager Gabe Kapler hatte einen holprigen Einstand mit ein paar seltsamen Entscheidungen und peinlichen Patzern, aber nach zweieinhalb Wochen Baseball muss ich zugeben: Es macht zunehmend Spaß, dieser jungen Mannschaft beim Spielen zuzusehen. Die Unerfahrenheit sowohl des Teams als auch des Managers wird dieses Jahr noch ein paar Siege kosten, weswegen ich die Phillies nicht höher einstufe. Aber sie sind unübersehbar auf dem richtigen Weg.

19. (19.) Seattle Mariners (9-5) ⇒
Die Mariners sind in dieser Liste das am tiefsten eingeordnete Team mit positivem Record und ich habe dafür ein paar Gründe: Erstens machen sie nicht den Eindruck, in absehbarer Zeit ihre Verletzungsprobleme in den Griff zu bekommen; zweitens traue ich der Offense nicht dauerhaft zu, wie bisher das unterdurchschnittliche Pitching aufzufangen; drittens scheint der aktuelle Record auch eher zufällig zustande gekommen zu sein, denn ein Run Differential von +1 spricht eher für eine ausgeglichene Bilanz als für die aktuelle .643-Winning-Percentage.

20. (15.) San Francisco Giants (6-9) ⇓
Ich hatte den Giants einen Rebound nach der letztjährigen Katastrophensaison zugetraut, doch danach sieht es nicht aus: Mit Madison Bumgarner, Johnny Cueto und Jeff Samardzija fällt der komplette obere Teil der vorgesehenen Starting Rotation aus und trotzdem ist das Pitching noch der Lichtblick in einem Team, das die wenigsten Runs aller NL-Teams erzielt.

21. (24) Oakland Athletics (7-10) ⇒
Die Athletics werden auch dieses Jahr nichts reißen, halten ihre Fans aber immerhin mit Homeruns bei Laune. 23 Bälle haben Matt Chapman, Khris Davis & Co. schon über den Zaun geschlagen, die zweitmeisten in der AL.

22. (29.) Detroit Tigers (4-9) ⇑
Da wir gerade über Homeruns reden: Die wenigsten haben – gemeinsam mit den Royals – die Tigers erzielt, nämlich gerade mal fünf. Auch sonst hapert es in der Offense, der Batting Average von .216 ist der drittniedrigste und die On-Base-Percantage von .292 die viertniedrigste der MLB. Dank überraschend solidem Pitching erscheinen mir die Tigers zurzeit dennoch besser als ich vor der Saison gedacht hätte.

23. (23.) San Diego Padres (7-11) ⇒
Nicht viel Überraschendes von den Padres: Sie sind auf einem guten Weg, aber der ist noch lang. Das spannendste an ihnen sind derzeit noch die Callups von Talenten, aktuell zum Beispiel der des 23-jährigen Franchy Cordero, der im Centerfield den verletzten Manuel Margot vertritt.

24. (26.) Chicago White Sox (4-9) ⇒
Die White Sox befinden sich in ziemlich genau der gleichen Situation, die ich eben für die Padres geschildert habe. Mit zwei Siegen und insgesamt 18 Runs zum Saisonauftakt gegen die Royals ließen sie aufhorchen, doch seitdem kamen nur noch zwei weitere Siege sowie magere 2,8 Runs pro Spiel hinzu.

25. (17.) Texas Rangers (6-12) ⇓
Niederlagen in acht von zehn Heimspielen, die schlechteste Starting Rotation der Liga (5.72 ERA) und jetzt auch noch acht Wochen Verletzungspause für SS Elvis Andrus lassen die Hoffnung der Rangers auf eine solide Saison relativ früh in relativ weite Ferne rücken.

26. (22.) Tampa Bay Rays (4-12) ⇒
Die Winning-Percentage der Rays von .250 wird derzeit nur von den Royals und den Reds unterboten. Ihre bislang größte Schwäche und zugleich ihre größte Hoffnung auf Besserung ist ihr etatmäßiges Pitching-Ass: Chris Archer ist bislang völlig von der Rolle und hat in vier Starts erschreckende 19 Runs zugelassen. Wenn das einem Spieler seines Kalibers passiert, ist das oft entweder – im positiven Falle – ein statistischer Ausreißer, der sich schnell wieder gibt oder – im negativen Falle – ein Anzeichen für eine noch nicht entdeckte Verletzung, die ich Archer nicht wünsche.

27. (27.) Baltimore Orioles (5-11) ⇒
Die Rotation der Orioles ist so schwach wie erwartet (5.33 ERA), insbesondere Chris Tillman (11.91) ist bislang eine regelrechte Katastrophe und auch das Debüt von Neuzugang Alex Cobb mit sieben erlaubten Runs in 3.2 Innings macht wenig Hoffnung. Der Lichtblick unter den Startern ist Dylan Bundy (1.40 ERA nach vier Starts), aber auch er kommt nicht weit ohne den nötigen Run Support, welcher bei den Orioles mit dem zweitniedriegsten Average der Liga (.216) definitiv nicht gegeben ist. Mit MLB-führenden 177 Strikeouts sind die sie sogar auf Kurs für einen unerwünschten Rekord.

28. (28.) Kansas City Royals (3-10) ⇒
Anders als alle anderen Teams in dieser Region der Rangliste verfügen die Royals über eine durchaus solide Rotation (3.34 ERA). Allerdings wird diese völlig im Stich gelassen vom schlechtesten Bullpen der Liga (6.26 ERA) und einer quasi nicht vorhandenen Offense, die nur 39 Runs erzielt hat, sieben weniger als das zweitschwächste Team, die Giants.

29. (20.) Cincinnati Reds (3-13) ⇓
Von den Reds hatte ich erwartet, dass sie dieses Jahr einen Schritt nach vorne machen, doch danach sieht es bislang nicht aus. Aktuell weisen sie die schlechteste Bilanz und das zweitschlechteste Run Differential (-42) der Liga auf. Stärken sind Fehlanzeige – egal, ob man nach den Leistungen der Starter, des Bullpens oder nach den Battingzahlen schaut, die Reds sind immer ganz hinten dabei. Sogar Joey Votto passt sich dem niedrigen Niveau an; mit einer Slashline von .250/.295/.267 und -0.2 fWAR ist er seinem Team bislang keine Hilfe.

30. (30.) Miami Marlins (4-12) ⇒
Dass die Marlins nach Derek Jeters Kahlschlag vor einer grausamen Saison stehen, war allgemein klar und es würde mich wundern, wenn ihnen irgendwann in diesem Jahr jemand den letzten Platz des Rankings streitig macht. Auch in einer Saison ohne Erwartungen kann man aber immer noch enttäuscht werden – zum Beispiel von den desolaten Auftritten des angeblichen Top-Talents Lewis Brinson. Mit .131/.185/.131 und -0.5 fWAR ist Brinson zurzeit der schwächste Stammspieler der MLB.

Zahl in Klammern = Rang im letzten Powerranking
⇑ = 5 oder mehr Plätze höher als im letzten Powerranking
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⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum letzten Powerranking

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Juli 17th, 2017 by Dominik

Mitte Juli, wenige Tage nach Ende des All-Star-Breaks ist es an der Zeit für ein Update meines monatlichen Powerrankings. In jeder der beiden Teil-Ligen gibt es ein klar dominierendes Team, was in einer extrem seltenen Statistik zur Saisonpause resultierte: Erst zum zweiten Mal in der Geschichte der MLB gingen gleich zwei Mannschaften mit 60 oder mehr Siegen in den All-Star-Break.

Insgesamt weist das Ranking von Juni auf Juli deutlich weniger Bewegung auf als in den ersten Monaten der Saison. Den größten Sprung nach oben machten die Kansas City Royals von 23 auf 11, den tiefsten Sturz erlebten die Baltimore Orioles von 13 auf 22.

1. Los Angeles Dodgers (64-29) ⇒
Auch fünf Tage All-Star-Break haben die Dodgers nicht aus dem Flow gebracht, in dem sie sich befinden. Mit derzeit neun Siegen in Folge und einer 50-16-Bilanz seit 1. Mai stellen sie den Rest der Liga in den Schatten.

2. Houston Astros (62-30) ⇒
Dass Houston Platz eins in diesem Ranking verloren hat, sagt weniger über die Astros aus als über die Dodgers. 16.5 Siege Vorsprung an der Divisionsspitze und ein Run Differential von +167 bei 544 gescorten Runs sind in der AL weiterhin eine Klasse für sich.

3. Boston Red Sox (52-41) ⇒
Zwischen Platz zwei und drei liegen Welten. Boston verdient den Titel „best of the rest“ allein schon dafür, dass man sich von Pablo Sandoval getrennt hat.

4. Washington Nationals (55-36) ⇒
Bisher kam kein Satz über die Stärke der Nationals ohne ein „aber der Bullpen“ aus. Durch den Trade mit Oakland für die beiden Reliever Sean Doolittle und Ryan Madson könnte sich das erledigt haben.

5. Milwaukee Brewers (52-42) ⇒
Ich fange an, an die Brewers zu glauben. Wenn das mal kein schlechtes Omen für sie ist…

6. Arizona Diamondbacks (53-39) ⇒
Mit sechseinhalb Siegen Vorsprung im Playoff-Rennen und dem drittbesten Run Differential der NL (+92) lebt es sich noch relativ entspannt. Aber nun müssen die D-Backs beweisen, dass sie gefestigt genug sind, fünf Niederlagen hintereinander gegen Teams wie die Reds und die Braves wegzustecken.

7. Cleveland Indians (47-43) ⇒
Drei Niederlagen sind ein schlechter Start in die zweite Saisonhälfte, aber die Indians sind klar das beste Team in der Division und treffen bis Ende des Monats ausschließlich auf Gegner mit negativem Record.

8. New York Yankees (47-43) ⇒
Auf den ersten Blick sehen die Yankees aus wie ein Team, das einen überraschenden Höhenflug erlebte und nun mit einem schwachen Monat auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass ihr Run Differential von +100 das zweitbeste der AL ist und theoretisch für sieben Siege mehr gut wäre als sie tatsächlich auf dem Konto haben.

9. Tampa Bay Rays (49-44) ⇒
Begrenzte finanzielle Möglichkeiten, diverse Verletzungen – alles kein Grund für die Rays, nicht mit den beiden Großen in der NL East mitzuhalten.

10. Colorado Rockies (53-41) ⇓
Zwei gute Monate zum Start der Saison waren offenbar schon genug, um einem eher mittelmäßigen Team die Playoffteilnahme faktisch zu sichern.

11. Kansas City Royals (44-45) ⇑
Mieser Saisonstart, die wenigsten Runs in der AL, mittelmäßiges Pitching – und trotzdem sind die Royals voll dabei, das Feld von hinten aufzuholen. Baseball ist manchmal seltsam.

12. Minnesota Twins (46-45) ⇒
Max Kepler schlägt im Juli .390/.480/.634 und morgen stößt Bartolo Colon zum Team. Go Twins!

13. Chicago Cubs (46-45) ⇒
Der Sweep in Baltimore zum Start nach dem All-Star-Break sowie der Trade für Jose Quintana könnten die Initialzündung sein, um die enttäuschende erste Saisonhälfte hinter sich zu lassen.

14. Texas Rangers (45-46) ⇒
Letztes Jahr stellten die Rangers mit 36-11 einen Rekord für die beste Bilanz in Spielen auf, die mit einem Run Unterschied enden; dieses Jahr sind sie mit 7-15 in solchen Spielen Letzter. Trotzdem sind es nur zweieinhalb Spiele Abstand zum Wild-Card-Platz.

15. St. Louis Cardinals (44-47) ⇑
Unter den drei Kandidaten auf den Gewinn der NL Central sind die Cardinals der Außenseiter. Wenn sie eine Chance haben wollen, müssen sie vor allem an ihrer Bilanz in divisionsinternen Duellen (16-23) arbeiten.

16. Seattle Mariners (46-47) ⇓
446 Runs erzielt, 446 Runs kassiert – große Ausgeglichenheit in Seattle und durchaus noch Chancen auf die Wild Card nach dem aufmunternden 3-0-Start in die zweite Hälfte.

17. Atlanta Braves (45-45) ⇑
Still und heimlich haben sich die Braves auf .500 hochgearbeitet. Wenn sie nun auch in der Serie gegen die Cubs bestehen, könnten sie vielleicht sogar in Richtung Wild Cards… äh, nein.

18. Los Angeles Angels of Anaheim (46-49) ⇒
Mike Trout ist zurück. Alles wird gut.

19. Toronto Blue Jays (42-49) ⇒
Der kleine Zwischenspurt ist verpufft, aus dieser Saison ist nichts mehr herauszuholen als ein paar ordentliche Trades. Mit Liriano, Estrada, Bautista und vor allem Donaldson sind einige Veteranen vorhanden, die man gut versilbern kann.

20. Pittsburgh Pirates (44-48) ⇒
Auch die Pirates dürften in erster Linie die Trade Deadline im Blick haben. Andrew McCutchen ist gerade rechtzeitig wieder in Form gekommen, um potenzielle Käufer anzuziehen.

21. New York Mets (41-48) ⇒
Und noch ein Seller: Bruce, Granderson, Reyes, Cabrera, Reed und Duda könnten Ende des Monats allesamt woanders spielen. Trotz dieser umfangreichen Liste geht es weniger um ein volles Rebuilding als darum, das vorhandene Grundgerüst für die nächsten ein, zwei Jahre zu stärken.

22. Baltimore Orioles (42-49) ⇓
Die Orioles sind über ihre Verhältnisse in die Saison gestartet, seitdem geht es abwärts. Ein Starter-ERA von 6.02 macht wenig Hoffnung.

23. Miami Marlins (41-49) ⇒
Gefühlt sind Homeruns die einzige Stärke der dümpelnden Marlins, aber ich habe mal nachgeschaut: Trotz Stanton, Ozuna und Bour belegen sie nur Platz 22 in der MLB mit 104 Shots.

24. Detroit Tigers (41-49) ⇓
Von Cabrera bis Zimmermann hinterlässt das Alter seine Spuren. Ein Team im Herbst seines Lebenszyklus. Der Winter naht.

25. Oakland Athletics (42-50) ⇒
Aus den A’s werde ich nicht schlau. Konkurrenzfähig sind sie seit Langem nicht, die Mittel sind traditionell knapp, ein ernsthaftes Rebuilding gehen sie aber auch nicht ein. Der Trade von Doolittle und Madson nach Washington könnte ein Anfang sein, aber in meinen Augen hat man dabei zu wenig herausgeholt.

26. Cincinnati Reds (39-52) ⇓
Mit -1.0 WAR sind die Reds das einzige Team der ganzen Liga, dessen Starting Pitching unter Replacement Level produziert.

27. Chicago White Sox (38-52) ⇓
Nach dem Trade von Chris Sale zu den Red Sox im Winter lassen die White Sox erneut aufhorchen, indem sie Jose Quintana zum Stadtrivalen Cubs schicken – jeweils im Austausch gegen hochkarätige Prospects. Kein Zweifel, sie meinen es ernst mit dem Rebuilding.

28. San Diego Padres (40-51) ⇒
Als drittschlechtestes Team der Liga sind die Padres fast schon eine positive Überraschung. Reliever Brad Hand ist der aussichtsreichste Kandidat für einen Deal zur Trade-Deadline.

29. San Francisco Giants (35-58) ⇒
Vor genau einem Jahr standen die Giants in den meisten solcher Rankings an der Spitze, heute können sie froh sein, dass es die Phillies gibt. Ein kleiner Lichtblick: Madison Bumgarner ist zurück. Aber er allein wird das Ruder nicht herumreißen.

30. Philadelphia Phillies (30-60) ⇒
Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen.

⇑= 5 oder mehr Plätze höher als im Juni-Ranking
⇓= 5 oder mehr Plätze niedriger als im Juni-Ranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum Juni-Ranking

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Juni 19th, 2017 by Dominik

Ich muss zugeben, meine Baseballgedanken drehen sich momentan gar nicht so sehr um die MLB, denn zwei Eindrücke vom vergangenen Wochenende sind bei mir massiv haften geblieben: Der eine war ein fantastisches Bundesliga-Ballgame zwischen den Mainz Athletics und den Haar Disciples mit zwölf scorelosen Innings, darunter acht bzw. neun von Riley Barr und Ryan Bollinger, den wohl besten Pitchern, die es in Deutschland zurzeit zu sehen gibt. Im dreizehnten Inning gab es dann leider ein sehr umstrittenes und letztlich spielentscheidendes Urteil der Umpires, die einen Ball als 2-Run-Homerun für die Disciples werteten, der für die meisten Beobachter – mich eingeschlossen – stark nach einem Foulball rechts vom Pfosten aussah. Die Versuchung war groß, mir direkt nach dem Spiel den Frust über die mögliche Fehlentscheidung von der Seele zu schreiben, aber dann dachte ich mir: Schiedsrichter sind auch nur Menschen und sie machen Woche für Woche auf sämtlichen Baseballplätzen der Republik einen meistens großartigen Job. Lassen wir es damit bewenden.

Das andere Wochenend-Ereignis war das erste T-Ball-Turnier meiner beiden Söhne, die ganz frisch bei den Main Taunus Redwings eingestiegen sind. Es war ein großartiger Tag bei perfektem Wetter und wir alle hatten Riesenspaß. Gewinnen stand nicht im Mittelpunkt, sie haben es aber trotzdem in allen vier Spielen getan und weil mein Kleiner der Jüngste im Team war, durfte er den Pokal entgegen nehmen. Ich könnte platzen vor lauter Vaterstolz. Aber auch darüber werde ich keinen Blogartikel schreiben, denn irgendwie fehlt ja zugegebenermaßen doch die überregionale Relevanz…

Stattdessen mache ich mich heute an die Aktualisierung des Baseblog-Powerrankings. Hier ist meine völlig subjektive Einschätzung der Kräfteverhältnisse in der MLB:

1. Houston Astros (46-24) ⇒
Die Astros schwächeln in den letzten Tagen, nicht zuletzt wegen der DL-Aufenthalte ihrer Top-Starter Dallas Keuchel, Lance McCullers und Charlie Morton. Dass sie trotzdem noch mit Abstand den besten Record der Liga haben, spricht Bände darüber, wie stark und gefestigt dieses Team ist.

2. Los Angeles Dodgers (44-26) ⇒
Von drei Teams der NL West, die es in die Top-5 des Rankings geschafft haben, halte ich die Dodgers nach wie vor für das mit den besten Erfolgsaussichten, nicht zuletzt wegen der Erfahrung regelmäßiger Playoffteilnahmen.

3. Colorado Rockies (46-26) ⇒
Noch feiern sie den Walk-Off-Cycle von Nolan Arenado, aber nun bricht die Woche der Wahrheit an für die Rockies: erst drei Spiele gegen die Diamondbacks, dann drei bei den Dodgers.

4. New York Yankees (38-29) ⇒
Mit sechs Niederlagen in Folge, darunter einem Sweep durch die Athletics, befinden sich die Yankees in ihrem ersten echten Slump dieser Saison. Mal sehen, wie schnell sie da raus kommen.

5. Arizona Diamondbacks (44-26) ⇒
Die Diamondbacks sind mein erster Kandidat, das hohe Tempo in der NL West irgendwann nicht mehr mithalten zu können, aber mit sieben Siegen hintereinander und dem viertbesten Run Differential der MLB scheinen sie mir nicht zustimmen zu wollen.

6. Boston Red Sox (39-30) ⇒
Die Red Sox haben sich an die Yankees herangearbeitet und werden langsam, aber sicher ihrer Rolle als Contender gerecht. Was noch aussteht, ist die Leistungsexplosion der Slugger – wenn man sich das Lineup der Red Sox anschaut, möchte man nicht glauben, dass sie die drittwenigsten Homeruns der Liga erzielt haben.

7. Washington Nationals (42-27) ⇓
Ihre Division dominieren die Nationals mangels Konkurrenz nach Belieben, aber wenn ihr Bullpen nicht die Kurve kriegt und/oder durch Neuzugänge verstärkt wird, werden sie an den Playoffs keine Freude haben.

8. Cleveland Indians (36-31) ⇒
Vor ein paar Tagen waren sie noch im Mittelmaß versunken, doch nach einem Vier-Spiele-Sweep über die Twins sieht die Welt der Indians schon ganz anders aus, zumal sie nun viermal gegen die im freien Fall befindlichen Orioles spielen dürfen.

9. Milwaukee Brewers (38-33) ⇑
Alles wartet auf den Absturz des Überraschungsteams, aber mit anstehenden Serien gegen die Pirates, Braves, Reds, Marlins und Orioles könnte dieser noch eine Weile auf sich warten lassen.

10. Tampa Bay Rays (37-35) ⇑
Die Rays haben das Pech starker Divisionskonkurrenz, sind aber immerhin voll im Wild-Card-Rennen.

11. Chicago Cubs (34-34) ⇓
Der Champion versinkt derzeit im Mittelmaß und hat Glück, in einer relativ schwachen Division zu spielen. Kein Grund für Alarmglocken, aus dieser Position heraus ist noch alles möglich.

12. Texas Rangers (34-34) ⇑
Die Rangers hatten einen furchtbaren Start und es fehlt ihnen nach wie vor an Konstanz, aber sie sind wieder dabei – wenn auch nur im Kampf um einen Wild-Card-Platz.

13. Baltimore Orioles (34-34) ⇓
Noch stehen sie bei .500, aber die Orioles haben ein schweres Programm (Indians, Rays, Blue Jays, Rays, Brewers) vor sich und könnten noch weiter durchgereicht werden.

14. Minnesota Twins (34-33) ⇒
Wäre der Sweep zwischen den Indians und den Twins anders herum verlaufen, würden die beiden auch in diesem Ranking ungefähr die Plätze tauschen. So aber sieht es ganz danach aus, als wäre der Höhenflug des Kepler-Teams vorerst beendet.

15. Los Angeles Angels of Anaheim (36-37) ⇑
Mike Trout steht seit drei Wochen auf der DL und die Angels liegen nur einen Sieg unter .500 – Respekt, das hätte ich ihnen ohne ihre One-Man-Show nicht zugetraut.

16. Detroit Tigers (32-36) ⇒
Text kopiert vom letzten Mal: Graues Mittelmaß – dort habe ich die Tigers erwartet und dort stehen sie.

17. New York Mets (31-37) ⇒
Mit der Rückkehr von Cespedes, Matz und Lugo und einer kleinen Siegessierie keimte kurz die Hoffnung, doch neue bzw. verlängerte Verletzungspausen von Syndergaard, Harvey, Cabrera, Lagares und Walker sowie eine verlorene Serie gegen die Nationals lassen davon nicht viel übrig.

18. Seattle Mariners (34-37) ⇓
Die Mariners bekommen einfach keine Konstanz rein dieses Jahr. In den anstehenden vier Spielen gegen die Tigers könnte was gehen, dann allerdings warten schon wieder die Astros.

19. Toronto Blue Jays (33-35) ⇒
Die Blue Jays sind nur zwei Spiele vom Wild-Card-Platz entfernt, aber es fühlt sich an wie sieben. Ich lasse mich gerne überzeugen, dass ich falsch liege.

20. St. Louis Cardinals (31-37) ⇓
Traditionell kann man kaum einen größeren Fehler machen, als die Cardinals zu früh abzuschreiben. Zur Zeit sieht’s aber nicht gut für sie aus.

21. Chicago White Sox (31-37) ⇒
Ein Run Differential von +4 ist in meinen Augen eine echte Überraschung. Vielleicht sehe ich die White Sox doch zu kritisch.

22. Oakland Athletics (31-38) ⇑
Miese Bilanz, mieses Run Differential, schlechte Zukunftsaussichten – aber sie haben gerade die Yankees gesweept, also kann ich die A’s nicht allzu weit hinten einsortieren.

23. Kansas City Royals (33-35)⇑
Die Royals erleben gerade ein Zwischenhoch, das ich für gefährlich halte – es könnte ihnen nämlich den Blick auf den Zustand ihres Rosters vernebeln und sie daran hindern, als Seller zur Trade Deadline die nötigen Weichen für die Zukunft zu stellen.

24. Pittsburgh Pirates (31-38) ⇒
Bei ihnen selbst ist kein wirklicher Aufwärtstrend erkennbar, aber der Absturz der Reds lässt die schwache Saison der Pirates in etwas sanfterem Licht scheinen.

25. Cincinnati Reds (29-39) ⇓
Neun Niederlagen in Folge und jetzt nach Tampa und Washington. Willkommen in der Wirklichkeit.

26. Miami Marlins (30-37) ⇒
In der wohl schwächsten Division der Liga spielen die Marlins ernsthaft um Platz zwei mit, aber das sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Saison für sie (wie für alle Teams der NL East, die nicht Nationals heißen) längst gelaufen ist.

27. Atlanta Braves (31-37) ⇒
Die Braves tun eigentlich nichts anderes als ihre nicht vorhandenen Erwartungen an diese Übergangssaison zu erfüllen und stehen trotzdem auf dem zweiten Platz der NL East. Komisch.

28. San Francisco Giants (26-45) ⇒
Die Giants bleiben die größte Negativüberraschung der Saison. Mal sehen, ob ich mich nächstes mal traue, sie hinter den Padres einzusortieren – in der Tabelle haben sie das bereits selbst geschafft.

29. San Diego Padres (28-42) ⇒
Schaut man auf das Run Differential (-113) sind die Padres das schlechteste Team der Liga. Aber man muss ihnen zugute halten, dass sie in ihrer Division regelmäßig gegen drei der besten spielen.

30. Philadelphia Phillies (22-46) ⇒
Nur 22 Siege aus 68 Spielen und das in der schwächsten Division. Ja, das ist wirklich schlecht.

⇑= 5 oder mehr Plätze höher als im Mai-Ranking
⇓= 5 oder mehr Plätze niedriger als im Mai-Ranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum Mai-Ranking

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Mai 13th, 2017 by Dominik

Wenn ich mir mein vor der Saison aufgestelltes Powerranking nach sechs Wochen MLB so anschaue, dann würde ich am liebsten vergessen, dass es je existiert hat, denn bei einigen Teams lag ich doch arg daneben. Aber es hilft ja nichts, sich der Realität zu verweigern und deshalb gibt es heute von mir ein Update, wie ich aktuell die Kräfteverhältnisse in der Liga einschätze.

Findet ihr, dass ich euer Team unterschätze oder seid ihr sicher, dass Team X viel zu gut eingestuft wird, weil es in Wahrheit kurz vor dem großen Absturz steht? Eure Kommentare sind sehr willkommen.

1.  Houston Astros (25-11) ⇑
Die Astros haben den besten Record der Liga und die beiden Siege gegen die Yankees haben den Anspruch auf den Spitzenplatz in diesem Ranking klar untermauert.

2.  Washington Nationals (22-12) ⇑
Eine Wahnsinnsoffense, unterstützt von solidem Pitching und schwacher Divisionskonkurrenz, sorgt für eine langweilige NL East.

3.  New York Yankees (21-12) ⇑
Sie sind wieder da, ein bis zwei Jahre schneller als die meisten gedacht hätten – mit der zweitbesten Offense und der drittbesten Defense der MLB.

4.  Los Angeles Dodgers (21-15) ⇑
Nach durchwachsenem Start haben die Dodgers ihren Rhythmus gefunden und schicken sich an, die Rockies von der Divisionsspitze zu verdrängen.

5.  Colorado Rockies (23-14) ⇑
Die Rockies waren vor der Saison ein so beliebter Tipp als Überraschungsteam, dass ich nicht daran glauben wollte. Ich lag falsch.

6.  Chicago Cubs (18-17) ⇒
Der Titelverteidiger zählt immer noch zur Creme der Liga, aber ein bisschen World-Series-Hangover ist nicht zu bestreiten.

7.  Arizona Diamondbacks (21-16) ⇑
Verblüffend konstant und ausgewogen präsentieren sich die Diamondbacks als das zweite Überraschungsteam der NL West.

8.  Baltimore Orioles (22-12) ⇑
Wie schon im Grand Slam am Donnerstag ausgeführt, traue ich den Orioles noch nicht ganz über den Weg. Trotzdem Hut ab vor ihren bisherigen Leistungen.

9.  Boston Red Sox (18-17) ⇓
Die eigenen hohen Erwartungen und die überraschende Stärke der Yankees und der Orioles lassen den Saisonstart der Red Sox schlechter aussehen als er ist.

10. Cleveland Indians (18-16) ⇓
Die Indians sind noch nicht so recht ins Rollen gekommen, bleiben für mich aber der Favorit in der AL Central.

11. St. Louis Cardinals (19-15) ⇒
Die Cardinals starteten mit 3-9 und schienen schon fast abgeschrieben, doch inzwischen stehen sie auf Platz eins der NL Central. Die anstehenden Serien gegen die Red Sox, Giants, Dodgers, Rockies und noch mal die Dodgers werden zeigen, welches das wahre Gesicht der Cardinals 2017 ist.

12. Seattle Mariners (17-19) ⇒
Trotz eines miesen Starts (2-8) und diverser Verletzungen scheinen die Mariners inzwischen auf dem Weg, die Kurve zu kriegen.

13. Cincinnati Reds (19-16) ⇑
Kein Team hat mich im bisherigen Saisonverlauf so sehr Lügen gestraft wie die von mir auf Platz 30 prognostizierten Reds. Respekt.

14. Milwaukee Brewers (19-17) ⇑
Auch die Brewers hätte ich nicht so stark erwartet. Ich wusste noch nicht mal, wer Eric Thames ist.

15. New York Mets (16-18) ⇓
Die Mets machen bislang leider mehr Schlagzeilen durch Verletzungen und irre Vorgänge im Clubhouse als durch Leistung auf dem Platz. Mit fitten und mental bei der Sache befindlichen Cespedes, Syndergaard, Duda, Harvey, Matz und Familia ist ein Wild-Card-Run durchaus noch vorstellbar.

16. Minnesota Twins (18-14) ⇑
Noch ein Überraschungsteam, das derzeit sogar die Division anführt. Angesichts eines Run Differentials von -1 dürfte das allerdings eher eine Laune der Statistik sein, die sich mittelfristig relativiert.

17. Texas Rangers (17-20) ⇓
Die Glückssträhne des letzten Jahres, in dem die Rangers eine Rekordquote von knappen Spielen gewannen, ist vorbei und das spiegelt sich in der Tabelle wider, auch wenn es nach dem verkorksten Saisonstart schon deutlich aufwärts geht.

18. Tampa Bay Rays (18-20) ⇒
Die Rays sind für mich der Inbegriff eines Teams, das unter dem Radar fliegt. Wären sie nicht einer Hammerdivision, würde ich ihnen dieses Jahr noch mehr zutrauen.

19. Detroit Tigers(17-17) ⇒
Graues Mittelmaß – dort habe ich die Tigers erwartet und dort stehen sie.

20. Los Angeles Angels of Anaheim (18-20) ⇒
Mit einem Run Differential von -18 scheinen die Angels auf Platz zwei der Division etwas überbewertet, zumal die Mariners und die Rangers nach ihrem Fehlstart das Feld aufrollen.

21. Toronto Blue Jays (15-21) ⇓
Auch bei den Blue Jays ging es nach dem katastrophalen Start (10-20) in den letzten Tagen etwas aufwärts, aber trotzdem sind sie bisher die große Enttäuschung in der American League.

22. Chicago White Sox (15-18) ⇒
Dafür dass die White Sox sich mitten im Rebuilding befinden, läuft es sportlich gar nicht mal so schlecht.

23. Miami Marlins (13-21) ⇒
Die einzige spannende Frage, die sich für die Marlins dieses Jahr stellt, ist die, wer den Zuschlag beim angestrebten Verkauf der Franchise erhält.

24. San Francisco Giants (13-24) ⇓
MLB-weit die zweitwenigsten Siege, die wenigsten erzielten und die zweitmeisten kassierten Runs – eigentlich müssten die Giants in diesem Ranking noch weiter hinten stehen, aber ich habe den Glauben an das Potenzial dieses Teams noch nicht verloren.

25. Pittsburgh Pirates (14-22) ⇓
Bis zur Doping-Sperre von Starling Marte standen die Pirates bei 6-6, seitdem ging es nur noch abwärts.

26. San Diego Padres (14-23) ⇒
Die Enttäuschung über die bisherige Bilanz dürfte sich in Grenzen halten, denn die Padres sind ein bekennendes Rebuilding-Team, von dem für dieses Jahr nichts Nennenswertes erwartet wird.

27. Philadelphia Phillies (13-19) ⇒
Die Phillies können dieses Jahr durchaus um Platz drei in der Division spielen, aber nur weil die Marlins und die Braves ähnlich desolat sind wie sie selbst.

28. Oakland Athletics (16-19)⇒
Die Pläne für ein neues Stadion scheinen langsam Gestalt anzunehmen, den Plan für ein neues Erfolgsteam sehe ich nach wie vor nicht.

29. Kansas City Royals (14-21) ⇓
Zwei Jahre nach dem World-Series-Sieg hat dieses Royals-Team seine Zukunft offensichtlich hinter sich. Spätestens zur Trade-Deadline wird voll auf Rebuilding-Modus geschaltet werden.

30. Atlanta Braves (12-20) ⇓
Bei den Braves bestand die Hoffnung, zur Eröffnung des neuen Ballparks ein halbwegs konkurrenzfähiges Lineup auf dem Platz zu haben. War wohl nichts.

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